Ralph Boes

This tag is associated with 10 posts

Eilmeldung: Deutschland hat Todesstrafe wieder eingeführt

Digital StillCamera

Samstag, 22.8.2015. Eifel. Wir unterbrechen unser laufendes Programm wegen einer Eilmeldung: Deutschland hat wieder die Todesstrafe eingeführt. Nein – natürlich nicht öffentlich. So macht man das heutzutage nicht mehr. Wir sind eine Mediengesellschaft, als Staat stolz auf unser bröckelndes Werbeschild „Demokratie“, bei uns werden Menschenrechte hochgehalten, Empörung ist unser Grundgefühl bei jeder Art von Ungemach, dass Mensch und Tier zugefügt werden: in einem solchen Klima, in einem solchen historischen Umfeld muss die Todesstrafe zur Disziplinierung des Bürgers leise eingeführt werden … leise und schön verpackt.

Die Todesstrafe gilt auch nicht für jeden. Mörder, Zuhälter, Vergewaltiger, Diebe, Terroristen, Psychopathen, Kinderschänder, Anlagebetrüger Drogenhändler – sie alle sind uns viel wert, für sie gelten andere Rechte, sozialere, menschlichere. Wir hatten halt gelernt aus den Verfehlungen der Justiz in den letzten Jahrhunderten, können akzeptieren, das Menschen vom Wege abkommen, gelernt, dass Menschenrechte auch für sie gelten – und das kein Mensch das Recht hat, sie zu töten. Ja – wir waren weit gekommen. Sie sind uns auch finanziell viel wert, die Steuerhinterzieher, Meineidigen, Mafiosi, Frauenhändler und Kriegsverbrecher: jeder erhält einen staatlich bezahlten Anwalt, jeder – nach Bedarf – psychologische Betreuung, die fein ausmisst, in wie fern der Delinquent überhaupt schuldfähig ist, jeder erhält eine kostenintensive Verhandlung – alles im Dienste der Gerechtigkeit.

Wir dürfen ruhig mal stolz sein auf das Niveau, dass unser Gerechtigkeitsempfinden inzwischen erreicht hat – bei echten Verbrechern.

Auch der Strafvollzug ist bar jeder Unmenschlichkeit – und uns sehr teuer. 100 Euro pro Tag kostet die Unterbringung eines Gefangenen zum Beispiel in der Haftanstalt Krümmede in Bochum. Die Häftlinge erhalten kostenlos Unterkunft, Verpflegung, Strom und Heizung und dürfen sogar noch arbeiten gehen: zusätzliche 13,80 Euro pro Tag können sie sich so verdienen, 5,91 davon dürfen sie für Tabak ausgeben – oder wonach ihnen sonst der Sinn steht – der Rest wird für sie gespart, damit sie nach der Entlassung Startkapital haben (entnommen aus: Der Westen). Das sind 2879,85 Euro pro Haftjahr – bei richtig schweren Verbrechen entlassen wir ziemlich reiche Leute ins Leben.

Wir haben auch gute Gründe dafür. Wir wissen, dass das Leben einem manchmal ordentlich zusetzen kann. Wir wissen, dass der Mensch mit seinem psychischen Grundgerüst den Herausforderungen des modernen Lebens nicht immer gewachsen ist, manchmal wächst einem alles über den Kopf und man ist nicht mehr stark genug, um wirklich jeder Versuchung erfolgreich widerstehen zu können … und manchmal ist man auch einfach unschuldig und sitzt trotzdem jahrelang im Knast. Dem Vater eines Freundes ist dies geschehen, er war ein bekannterer Sänger – also: war mal im ZDF – hatte Familie, besaß einen eigenen Betrieb, hatte nur leider die falschen Freunde. Eine von ihnen war ein Einbrecher, wurde gefasst – und hatte zu seiner eigenen Entlastung seinen nichts ahnenden Freundeskreis der Mittäterschaft beschuldigt. Der Staat griff hart durch, zerstörte die Familie (mit sehr grausamen Folgen für das Kind, das bis heute gezeichnet ist), vernichtete durch jahrelange Untersuchungshaft eine ganze Existenz … zu Unrecht, wie sich viel zu spät herausstellte. Solche Fälle gemahnen uns, sehr vorsichtig mit „Tätern“ umzugehen – denn manche sind keine.

Zelle ausgestattet mit Fernsehen, Büchern, Postern – gäbe es  nicht auch bedrückende Berichte von realer Unmenschlichkeit (siehe z.B. Spiegel), die jede geplante Resozialisierung unmöglich erscheinen läßt könnte man meinen, wieder ein behütetes Jugendzimmer bei seinen Eltern zu haben.

Härter greift der Staat bei einer anderen Klientel durch: den Arbeitslosen, die schon Adolf Hitler ein Dorn im Auge waren – auch wenn man das heutzutage kaum erwähnen darf, da wir sehr gerne überhaupt nicht mehr über diese Zeit reden, damit wir einige ihrer Grausamkeiten ungestört wiederholen können.

Für Mörder ist uns nichts zu schade … aber Arbeitslose verfolgen wir mit der ganzen Wut der Wohlstandsgesellschaft. Sie machen auch etwas Schlimmeres als nur Kinder zu missbrauchen, Menschen zu foltern, Waffen zu liefern oder Frauen zu rauben: sie verweigern sich unserem degenerierten und völlig entartetem Götzenkult, dem „Tanz ums goldene Kalb“, der oberste Bürgerpflicht ist und von sämtlichen Oberschichtsmedien tagtäglich auf allen Kanälen gepredigt wird. Ein absurder Kult, für Religionswissenschaftler ein Rückfall in finsterste vorchristliche und vorjüdische Zeiten – doch der Deutsche ist anfällig für solche Dämlichkeiten:

„Und wenn die neue Glaubensvariante sich gut genug in die Tendenz der jeweiligen Gewohnheiten des Arbeitslebens einpasst, wird die Gruppe der Anhänger nun in eine derart furchtbare, populär religiöse Bewegung expandieren, dass sie allgemeine Glaubwürdigkeit finden und zu einer anerkannten Glaubensformation werden kann.“

„Auf diese Weise werden sich viele an der neuen religiösen Imagination ausrichten, die selbst niemals und unter keinen Umständen ein solches Garn aus ihrer eigenen Wolle hätten spinnen können; die Glaubensvariante kann dann vielleicht sogar den ursprünglichen Kult, aus dem sie hervorgegangen ist, ersetzen.“ (aus: Preparata, Wer Hitler mächtig machte, Perseusverlag, 3.Auflage 2012, Seite 122)

Zitiert wird hier der Sozialwissenschaftler Thorstein Veblen, der bekannt wurde durch seine harsche Kritik der herrschende Oberklasse – aber bei näherem Studium das Aufkommen des Faschismus schon kommen sah, als der erste Weltkrieg noch gar nicht sein Ende gefunden hatte. „Feudalistische Ideale“, „herrische Großmäuligkeit“ und „räuberische Herrschsucht teutonischer Eroberer“ sah er im wilhelminischen Deutschland toben (siehe Preparata, a.a.O. Seite 121) – Eindrücke, die Deutschland exakt 100Jahre später im Jahre 2015 im europäischen Ausland aufs Neue erzeugt.

Der neue Kult ist der Arbeitskult, Arbeit ist jene Form des Götzendienstes, zu denen Arme per Gesetz verpflichtet werden und deren Nichteinhaltung mit dem Tode bestraft wird. Führende Politiker bekennen sich zu dem Kult und der Angemessenheit der Strafe bei Verweigerung des Götzendienstes: „Wer nicht arbeiten will, soll nicht essen“ und gilt als „Schmarotzer“ der dem Volkskörper schadet. „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ wird öffentlich von allen Oberschichtsmedien praktiziert und führt zu üblen Beschimpfungen, Verachtung und Schmähungen der Betroffenen im realen Alltag, künstlich wurde eine – oft durchaus gebildete – Unterschicht definiert und zum verbalen Abschuss frei gegeben, ohne dass die Sicherheitssysteme der Demokratie griffen: zu groß war der Götzenkult geworden, der den christlichen, jüdischen Gott nahezu vollständig aus dem Bewusstsein der Menschen verdrängte – jener Menschen, die aufschrieen, wenn einem deutschen Hund Unbill widerfuhr, aber kalt ignorierten, dass Millionen Kinder im eigenen Land am Rande des Existenzminimums leben mussten, weil ihre Eltern – oft ohne es zu wollen – keinen ausreichenden Götzendienst leisten konnten.

Die Todesstrafe nun – und darum lesen Sie ja den Artikel – kommt sanft daher, leise, auf eine äußerst bequeme und bestriebswirtschaftlich günstige Art und Weise, ja, sie ist noch billiger als Gas: in einer Welt, in der Geld der einzige Zugang zu Nahrung, Obdach und Wärme ist, Grundbedingung der menschlichen Industrieexistenz wurde wird einfach der Zufluss von Geld gestrichen … schrittweise auf Null gefahren, bis das Opfer verhungert, erfriert, verdurstet oder seiner erbärmlichen Existenz selbst ein Ende setzt.

Nun schauen Sie nicht so blöd: Sie haben diese Morde – die man in einer glücklicheren Zukunft wohl treffend als „Sozialmorde“ bezeichnen wird – selbst zu verantworten und sie geschehen tagaus tagein um Sie herum. Natürlich nennt man sie nicht so, man nennt sie fein „Sanktionen“ …. international wurden so ganze Staaten in die Knie gezwungen und 500000 irakische Kinder ermordet, dass Prinzip „Sanktion“ ist inzwischen ganz offiziell als Mittel der Kriegsführung wiederentdeckt worden, früher hatten wir es „Belagerung“ genannt. Früher mussten dazu tausende von Söldnern angeworben werden, der Organisationsgrad unserer Kultur erlaubt es, den gleichen Effekt durch ein paar Knopfdrücke zu erzielen: die Maschinenkultur machts möglich.

Das wird Ihnen jetzt zuviel, nicht wahr? Zu Unheimlich, oder? Dabei sind genaus SIE das Ziel dieses Vernichtungsapparates, der das Letzte aus Ihnen herauspressen soll. Sie sollen tanzen bis zum Umfallen (also: bis zum „burnout“, wie man das modisch nennt), bis sie zu krank oder zu alt sind, die Forderungen einer Oberklasse zu erfüllen, derem eigenem Schmarotzertum, deren eigener dekadenten Geltungssucht und grenzenlosem Prunkwahn keine Grenzen gesetzt sind … wie schon zu Veblens Zeiten.

Sie glauben mir nicht, oder?

Geben Sie mal den Namen Ralph Boes in eine Internetsuchmaschine ein. Ja, er ist offiziell als „Deutschlands frechster Hartz IV-Schnösel“ abgestempelt und zum Abschuss freigegeben worden und hungert jetzt schon seit 53 Tagen. Der Grund? Absichtlicher Verweigerung sinnlosen Götzendienstes, öffentliche Verteidigung der allgemeinen Menschenrechte auf der Basis des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, mehrfache widerholte Befehlsverweigerung gegenüber der allmächtigen Agentur für Arbeit, jenem Behördenmoloch mit 100000 Mitarbeitern und 50 Milliarden Euro Budget, der seinen Chefs Prämie auszahlt, wenn nur genügend Sanktionen fließen – ja, auch das ist Alltag in diesem Land, dass mit 100000 Augen darüber wacht, ob Sie noch nicht zu alt oder zu krank sind, um fleissigst ums Kalb zu tanzen – und ob Sie auch genügend Begeisterung dabei heucheln. Arbeit ist ein Grund zum täglichen Jubeln, ein Dankesgeschenk unsere neuen Götter, für das wir gnädigerweise noch bezahlt werden – wer dies nicht zu sieht, nicht so empfindet, kritisch ist … wird virtuell gejagt, verjagt, vertrieben.

Oder durch Entzug der Lebensgrundlage „Geld“ hingerichtet, laut Sozialgericht Berlin (siehe Grundrechte Brandbrief) ist das auch völlig legal. Als kleines Feigenblatt zur Wahrung des Vernichtung wollenden Gesichts dient eine kleine „Kann-Leistung“: der Vollzug der Todesstrafe durch Totalsanktionierung (die auch den Wegfall der Wohnung und der Krankenversicherung bedeutet) KANN durch die Ausstellung von sogenannten „Lebensmittelgutscheinen“ nach Gutdünken des Exekutors für eine Weile ausgesetzt werden … kann, muss aber nicht. Völlig unbeachtet dabei bleibt, dass das Opfer sich durch diese äußerst mangelhaften Formulare (siehe Grundrechtebrandbrief zum Thema „Lebensmittelgutscheine“) der öffentlichen Verachtung durch Einlösung derselben auszusetzen hat – vor dem Vollzug der Todesstrafe darf es noch einen Spießrutenlauf durchführen, sozusagen „Dschungelcamp“ ohne Menschwürde bei Aldi durchleben – zur Belustigung der Antichristen im Laden.

Bleiben wir hier mal auf dem Teppich. Früher – zu Zeiten der Neandertaler – war Arbeit der Zugang zum Überleben, bis weit in die Neuzeit hinein. Im Industriezeitalter – jenem Zeitalter, in dem täglich mehr Arbeit von Maschinen übernommen wird, ersetzt „Geld“ „Arbeit“ vollständig. Nahrung, Obdach, Wärme, Gesundheit, soziale Achtung: ohne Geld undenkbar und kaum zu machen, „Selbstversorger“ zu sein ist kaum möglich, denn es setzt vor allem erstmal viel Geld zum Erwerb von Grund und Boden voraus – und Geld, um die Grundsteuer B zu begleichen. Wer versucht, nur durch seine Hände Arbeit in der Natur seinen Lebensunterhalt zu verdienen, wird schnell merken, dass der Gesetzgeber hier viele Stacheldrahtzäune errichtet hat, die einem das Naturrecht entziehen.

Vor diesem Hintergrund bedeutet der Entzug des Geldes die vollständige Vernichtung des Menschen durch den Staat – bewusst und absichtlich herbeigeführt. Lesen Sie mal das Urteil des Sozialgerichtes Berlin: ganz offen wird da von „Vollzug“ gesprochen. Mehrfach. Vollzug … der Todestrafe wegen Arbeitsverweigerung – was natürlich nicht öffentlich ausgesprochen wird. Unsere Sprachcodes sind anders – auch unter Hitler wurden Juden nicht vergast, sondern „umgesiedelt“ … damit später alle ruhig sagen konnten: „Wir haben von Nichts gewusst“.

Sicher, sie wird noch selten durchgeführt. Zwar steigt die Zahl der Sanktionen gegen vermeintlich staatsfeindliche Bürger ständig, doch Todesfälle sind noch selten zu beobachten: noch helfen Familien, einzelne Vereine oder Nachbarn, den staatlichen Vernichtungswunsch zu vereiteln – doch Fakt ist:

das Todesurteil in Form einer Totalsanktion ohne Lebensmittelgutscheine ist in Deutschland wieder möglich.

Es ist rechtlich angemessen, stellt den Willen des Gesetzgebers da und stellt den Arbeitslosen weit unter Mörder, Zuhälter, Vergewaltiger, Diebe, Terroristen, Psychopathen, Kinderschänder, Anlagebetrüger Drogenhändler und andere kriminelle Elementen, denen wesentlich mehr Schutz, Verständnis und Gnade entgegengebracht wird. Die Todesstrafe kann jederzeit ausgesprochen werden, gegen jeden, der seinem Arbeitgeber nicht mehr gefällt: wir kriegen gesellschaftliche Zustände wie im Inneren eines Konzentrationslagers, wo die einen Häftlinge Aufsicht über die anderen führen, wo „Arbeitgeber“ eine nie geahnte Macht über den Staatsbürger erhalten, in dem sie ihn jederzeit der Vollzugsbehörde ausliefern können.

Noch – werden die Todesurteile nur selten verhängt.

Doch was ist, wenn der Götzenkult noch weiter um sich greift? Was ist, wenn er – wieder mal – völlig durchdreht? Wir leben in Deutschland – wie Veblen erkannt hat, ist hier sowas möglich … und wurde auch schon mal exzessiv durchlebt.

Kein deutsches Gericht kann uns dann vor der Vernichtung von Millionen Arbeitsloser schützen … denn die Todesstrafe ist in Deutschland wieder rechtmäßig. Nur noch beten kann helfen … oder eifriger Götzendienst.

Wollen Sie mal ein Beispiel für das „Schönsprech“ der Exekutivbehörde haben? Gern (siehe Wir-sind-Boes):

„Ich bedauere außerordentlich, dass Herr Boes für dieses politische Ziel bereit ist, seine Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Dies beruht jedoch auf seiner freien Willensentscheidung und ist nicht Folge des
Verwaltungshandelns.“

Klar. Er hätte auch einfach gehorchen können. Kaum vorstellbar, wie die Welt aussehen würde, wenn jeder so argumentieren würde. Vergewaltiger zum Beispiel: „die Gabi hätte ja auch so mit mir schlafen können, es war ihre freie Willensentscheidung, dies nicht zu tun: nur deshalb musste ich Gewalt anwenden“.

Ralph Boes verhungert in aller Öffentlichkeit aufgrund des Vollzugs einer staatlichen Sanktionsmaßnahme … nicht aufgrund seiner freien Willensentscheidung.

Wissen Sie noch, was mal die christliche Grundlage unserer Existenz war? Ich kann Ihnen da auf die Sprünge helfen:

„Wir brauchen die Erlaubnis, einfach zu sein, einfach zu leben. Sonst definieren wir uns nur noch von unserem Dienstverhältnis, von einer Funktion oder von einer Rolle, die wir in der Gesellschaft spielen“

„Steige aus dem Erwartungsdruck der Menschen aus. Gleich, was andere von mir wollen: Ich darf mir erlauben, mein eigenes Leben zu leben, ohne Rücksicht auf das, was nützlich ist oder Geld bringt“

„Abstand zur Arbeit zu finden, tut gut. Solange wir innerlich aufgewühlt sind, können wir die Energie nicht wahrnehmen, die in uns strömt. Es braucht die Ruhe, um die Kraft zu entdecken, die in uns liegt“.

(aus: Anselm Grün, „365 Tagesimpulse“, Herder 2012, Seite 103.)

Das sind die letzten Stimmen des alten Kultes, der – wie Veblen schrieb – gerade durch den neuen verdrängt wird. Mal wieder. Hier darf niemand mehr aussteigen, niemand mehr einfach leben, niemand nutzlos sein – sonst droht die Todesstrafe.

So einfach ist das in Merkeldeutschland 2015.

Ein Update vom Regenbogenbieger:

Ich habe zwar arge Zweifel, daß eine Frau wie Andrea Nahles irgendetwas auf des Volkes Wünsche gibt oder auch nur ein Quentchen Mitgefühl besitzt (siehe IK-News), aber wer es trotzdem versuchen will:

Hier gehts zur Change.org Petition
„Frau Nahles, beenden Sie SOFORT die Sanktionierung von Herrn Boes und aller anderen Hartz IV Empfänger – es geht um Leben oder Tod!“
[einfach anklicken].

 

 

Ralph Boes ist tot, das System hat gewonnen und mordet weiter.

Ralph Boes ist tot, das System hat gewonnen und mordet weiter.

Samstag, 19.10.2013. Eifel. Heute wird mein letzter Tag mit Gartenarbeit – dann kann der Winter kommen. Wird er auch – daran habe ich keinen Zweifel. Allerdings nicht nur meteorologisch, sondern auch politisch. Es ist nicht schwer, diese düstere Zeit vorherzusagen: eine allmächtige Regierung, eine zur Handlungsunfähigkeit degradierte Opposition (die an sich schon den Namen nicht verdient), ein Wertekanon, der dem einer Räuberbande gleicht – das wird sehr teuer werden für die Bürger. Gestern habe ich mit einem (nicht arbeitslosen) Sozialarbeiter gesprochen, er überraschte mich mit der Frage, ob ich überhaupt noch einen Menschen kennen würde, der glücklich sei. Fast hätte ich gesagt: „Ich“ – doch dann schreckte ich zurück … kam mir kurz so vor, als wäre ich der letzte Überlebende im Zombieland.

Der Zustand des Unglücks wird natürlich nicht in Frage gestellt, man nimmt es klaglos hin: Zombieland halt. Tag für Tag wird es liebloser, gewalttätiger, dümmer – als in einem demokratischen Deutschland groß gewordener Bürger möchte man einfach nur noch weg. Deutschland kann nicht mehr „Heimat“ bieten, es wird „un – heim – lich“.

Die Gründe für diese Entwicklung sind bekannt, viele Schriftsteller haben darüber berichtet – über den „Deutschland-Clan“, über „das System“, über „die Elefantenmacher“: es ist jedem aufgeklärten Bürger klar, dass das Traumschiff Berlin fernab der gesellschaftlichen Realität ein Hort von Wölfen geworden ist, die nur noch dann miteinander ringen, wenn es darum geht, welche Lämmerbürger gefressen werden –  und die Lämmer dürfen wählen, welcher Wolf am Kopf des Tisches sitzen darf. Neu ist die Erkenntnis, das diese Entwicklungen schon im Dritten Reich angelegt wurden: die Geburt des Vierten Reiches ist kein Zufall, doch der deutsche Blogger sieht eher die Zunahme der Nazivergleiche als Problem, weniger das zielstrebige konsequente Wachstum des Vierten Reiches.

Ein Kampf gegen die Auferstehung dieses Monsters, dass in Europa schon jetzt wieder für Angst und Schrecken, Hunger und Obdachlose sorgt, wurde jetzt verloren: der neue Stauffenberg ist tot. Ich hatte Ralph Boes diesen Ehrentitel verliehen (in meinen Augen war das einer, für die meisten Deutschen auch), um auch andere Schichten als die „üblichen Verdächtigen“ darauf aufmerksam zu machen, was da geschieht.

Die Idee war gut, auch wenn mir Führerkult zuwider ist – im Krieg geht es aber nicht anders, das wussten sogar die Indianer und wählten einen Kriegshäuptling. Die Vorstellung, alle Hartz-Kritiker hinter einem Intellektuellen zu vereinen und dabei gleichzeitig dem Bürger klar zu machen, dass neue Hinrichtungen bei Befehlsverweigerungen laufen, war sehr verlockend. Nun – es kam, wie es halt kam: anstatt Frontmann einer sozialen Bewegung zu werden, wurde eine „Ein-Mann-Show“ durchgezogen, die Zusammenarbeit mit anderen Grundeinkommensbewegungen eingestellt, da Ralph und seine bösen Freunde nicht den Verlockungen des TV widerstehen konnte, wurde der total unvorbereitete Akteur gnadenlos durch die Arena gezerrt, was blieb war das Bild von „Deutschlands frechstem Arbeitslosen“: Wasser auf die Mühlen des asozialen Mobs, der das sofort dankbar aufgriff. Wer immer dort Rat gab, muss ein großer Narr sein: der Kriegshäupling war der Schlacht nicht gewachsen.

Dilettantismus amüsiert mich nicht, erst recht dann nicht, wenn es um Menschenleben geht – und dass es darum geht, scheinen die Deutschen nicht zu verstehen. Es geht um IHR Leben, um die Implementierung grundgesetzfeindlicher Werte in unser Alltagsbewußtsein. Medien, Richter, Polizei – überall herrscht das Parteibuch. In kleinen lichten Momenten erlaubt der Spiegel seinem Feigenblatt (den Kolumnisten) mal eine kritische Reflexion des Zeitgeistes, wie aktuell von Georg Diez vorgenommen:

Wie ist denn dieses Gift in die Köpfe von Journalisten gedrungen? Wie können sie in einem freien Land tatsächlich solche Orwell-Sätze schreiben, dass der Staat schon wissen wird, was gut für uns ist? Ist das nur die Angst um die eigene Position, die Angst vor der medialen Herausforderung durch „das Internet“? Reicht das als Erklärung etwa für den klebrigen Populismus von Kirsty Wark, die sich zur Sprecherin der von ihr vermuteten schweigenden Mehrheit der Briten machte, die sich doch „durchaus sicher fühlen“, so sagte sie es, durch die Spionage von NSA und GCHQ?

Was ist los mit einem Journalismus, der die Grundlagen, die ökonomisch gefährdet sind, inhaltlich gleich selbst zerstört?

Hätte man mehr Bildung, würde man nicht so schnell vergessen, dass andere schon längst beschrieben haben, was los ist: der „Putsch von oben“, 2004 von Arno Luik im Stern angekündigt, läuft in vollem Gange. Jahrzehntelang wurden überparteiliche Allianzen unter der Schirmherrschaft des Kapitals geschmiedet, das so mächtig in Berlin geworden ist, dass es die Grünen und Linken ganz schnell schlucken konnte, gleichzeitig wird dafür gesorgt, dass die Lämmer sich vor Furcht nicht aus den Häusern trauen, in denen als Ersatz für Realität immer mehr optisch brillante aber inhaltlich peinliche Unterhaltung produziert wird.

Die Fragen des Herrn Diez lassen sich also leicht beantworten: der Putsch von Oben hat inzwischen die Medien gleichgeschaltet, überzieht gerade das Land mit Sicherungskompanien und bringt Arbeitslose durch unterlassene Hilfeleistung zum Tode, ex-Militärs machen in der Arbeitslosenverwaltung lukrative Karriere und schaffen dort erstmal lukrative Parteibuchjobs von dem Geld, das man den Arbeitslosen aus der Tasche gezogen hat – so stopft man kritische Mäuler am Besten: durch Beförderung.

Wir haben kaum noch unabhängige Medien, das Kapital diszipliniert sie direkt über Werbung, den Aufkauf ganzer Zeitungen oder auch indirekt über die Parteisoldaten, die unablässig ihre Wühlarbeit auf allen Ebenen durchführen, finanziert durch großzügige Spenden. Man merkt den neuen, strammen Geist des Vierten Reiches nicht nur in den Medien, sondern auch in den Parteien: die „Basis“ ist voller Verwunderung über den Kurs ihrer „Elite“, doch gegen den „Willen des Volkes“ kommen sie nicht an … und dieser Wille wird vom „Volk“ auf allen Kanälen tagtäglich gesendet, einmal wendete sich das „Volk“ sogar direkt an den Bürger, die „Nachdenkseiten“ haben das Dokument deutscher Elitemenschen der Nachwelt erhalten: eine breite Front reicher Menschen jubelt Kanzler Schröder für Harzt IV zu – auch Marius Müller-Westernhagen.

Dafür ist Geld da: man will wieder Tote sehen – und fast hätte man wieder einen mehr gehabt.

 

Ralph Boes ist nicht tot. Er lebt – noch.  Die Jobcenter bekommen sogar von dritter Seite Geld überwiesen, um sein Überleben sicher zu stellen, siehe wir-sind-boes:

Nach einer erneuten Sanktion, die am 1.August 2013 über Ralph Boes verhängt wurde, hat dieser erneut öffentlich vorgelebt, dass die Sanktionen sehr wohl bis zum Hunger führen. Nach über 50 Tagen ist die Lage um Ralph Boes so besorgniserregend geworden, dass nun mehrere Menschen begonnen haben, Darlehen an das Jobcenter Berlin-Mitte zu überweisen. Sie fordern das Jobcenter auf, im Namen der Allgemeinheit das Geld umgehend an den mittellosen Ralph Boes weiterzuleiten. Wird das Jobcenter selbst diese Gelder vorenthalten?

Nun – das wird man sehen. Interessanter Schachzug der Planer um Ralph Boes, doch leider wird er nicht weit tragen: Jobcenter sind nicht für die Verteilung von Almosen zuständig, sondern für die Erteilung von Befehlen an Arbeitslose: „Wer zahlt, befiehlt“ hat die Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte ersetzt. Wer nicht gehorcht, wird obdachlos und verhungert, das ist so geplant und gewollt.

Das wir die Menschenrechte kampflos aufgegeben haben, werden bald viele Millionen bitter bereuen …. wenn man merkt, das Rentner eigentlich auch arbeitslos sind, ebenso Kosten auf zwei Beinen, deren sozialverträgliches Frühableben man im Dienst an der zahlenden Generation gerne optimal organisiert. Sind doch eh´ alles Schmarotzer … oder „Gammelfleisch“ – ja, das Wort hat die Jugend schon mal eingeführt. Ihm müssen nur noch Taten folgen.

Um die Klage zum Bundesverfassungsgereicht aufrecht zu erhalten, muss Ralph Boes leben. Auf Drängen der Aktivistengruppe hat er seit Kurzem angefangen, wieder Nahrung anzunehmen, wenn sie von Freunden gegeben wurde. Ohne Solidarität wäre Ralph Boes bald Geschichte.

Gäbe es keine Aktivistengruppe – wäre die Überschrift hier korrekt. So ist sie es nur halb.

Bei der Bundestagswahl hat Ralph Boes mehr als die Hälfte seiner Stimmen eingebüßt, sein Antrag auf aufschiebende Wirkung der Sanktion wurde abgelehnt, ebenso lehnte es der Petitionsausschuss ab, die Fordernung nach sofortigem Stop der Sanktionen dem Gesetzgeber zuzustellen.

Herr Boes könnte verhungern und es würde kaum mehr als ein Achselzucken in der Politik bewirken.

Genau.

Es war immer die Frage, ob Gandhis Methode des gewaltlosen Widerstandes auch bei Hitler gewirkt hätte. Viele meinten: nein. Gandhi konnte nur gewinnen, weil die Briten anständige Demokraten waren. Wir haben nun erlebt, wie „Das System“ mit einem kleinen Gandhi aus Berlin umgeht: sie räumen ihn gnadenlos aus dem Weg. In der Tat würde sein Tod niemanden interessieren – immerhin ist ja auch das gerade vom „System“ (in dem dauernd gräßliche Dinge geschehen, für die niemand Verantwortung trägt) beabsichtigt: wer die Befehle von Oberst Weise nicht mit voller Begeisterung ausführt, wird erschossen … äh, nein, Entschuldigung: „sanktioniert“.

Und dieser Zustand ist es natürlich nicht wert, dem Bundestag vorgelegt zu werden.

Wieso auch: der hat das beschlossen!

Das wenigstens haben wir Ralph Boes zu verdanken: die Erinnerung daran, das SANKTIONEN DIREKT ZUM TODE FÜHREN.

Sanktionen sind kein Kinderspiel, noch Spaß. Der Staat greift mit tödlicher Gewalt in den Arbeitsmarkt ein: unser Feind steht moralisch weit unter dem Ethos der britischen Besatzungs- und Kolonialmacht in Indien – es gibt nur niemanden, der das noch so verbreiten würde. Eine Glocke des Schweigens senkt sich über die Republik der Unglücklichen, die Bürger flüchten sich (wie früher schon mal) in die innere Emigration, werden fügsam und biegsam, weil der Tod wieder durch die Straßen schleicht, die Wirtschaft selektiert immer gnadenloser aus, der Staat entsorgt den nicht mehr verwertbaren Müll: das alles hatten wir schon mal. War doch kein Unfall, wie sich zeigt.

Und was ist mit den vielen Menschen, die durch die mit dicken Bonuszahlungen versüßten Sanktionen (die in Deutschland von Jahr zu Jahr neue Rekorde erreichen – Bonus bringt halt doch was) aktuell dem Hungertode nahe sind – nicht durch einen schweren Schicksalsschlag, sondern durch den brutalen Willen eines empfindungs- und verantwortungslosen Staatswesens, das sich völlig dem Dienst an einer Elite von Lumpen verschrieben hat?

Sie sterben, ihre Namen kennt keiner.

Um an sie zu gemahnen, habe ich mir mal erlaubt, den Namen des prominentesten Arbeitslosen in Deutschland zu verwenden – ich glaube, das ist eine verzeihliche Sünde. Dem Herrn Boes selbst wünsche ich: guten Appetit. Schön, wenn man Freunde hat, die helfen, wo der Staat Hunger und Tod sät.

Und ihr anderen, die ihr dem Morden mal wieder meinungs- und tatenlos zuschaut: für euch habe ich leider nur noch eine Tüte Verachtung im Schrank.

Ein Volk, das immer mal wieder dazu neigt, Staatsmacht zum Bürgermord zu missbrauchen, sollte sich nicht wundern, dass es bei der NSA auf der Liste der Feinde steht.

Das ist keine Frage von Politik und Bündnis, dass ist eine Frage von Erfahrung und Menschlichkeit. Rentnergenozid steht nur in Deutschland alternativlos auf dem Plan, nur hier versagten schon einmal alle menschlichen Sicherungen – und man will wohl vorgewarnt sein.

 

 

 

Einsatz der Gedankenpolizei in Deutschland: willkommen in 1984!

Einsatz der Gedankenpolizei in Deutschland: willkommen in 1984!

Mittwoch, 17.7.2013. Eifel. Momentan ist Sommer. Mein Urlaub beginnt in wenigen Tagen. Aktuell studiere ich Arbeiten zur Wirtschaftskrise, speziell zur Struktur von „Derivaten“. Damit das Hirn nicht einseitig belastet wird und wie die Trommel einer Waschmaschine aus der Fassung gerät, studiere ich nebenher zur Entspannung Schriften des englischen Mystikers R.J.Stewart. Stewart distanziert sich von allen New-Age-, Okkultismus- oder Spiritismusphantasien und hat vor allem eins  aufzuweisen: nachproduzierbare, nachprüfbare Ergebnisse – insofern ist er den Derivaten schon weit überlegen. Es sind ja auch gerade diese Ergebnisse, die einen dazu anhalten, gerade ihn als Vertreter moderner keltischer Mystik auszuwählen: ja – Menschen, die nach seinen Techniken Reisen in die Anderwelt unternehmen, machen unabhängig voneinander die gleichen Beobachtungen. In der Regel ein Zeichen dafür, dass sie einer Wahrheit begegnet sind. Bei Derivaten ist das nicht so – man kann – wie Michael Moore in seinem Film „Kapitalismus – eine Liebesgeschichte“ viele Leute fragen – Fachleute sogar, echte „Experten“ – bekommt aber keine Antwort, weil alle sich unter Derivaten etwas anderes vorstellen. Die Frage ist jetzt: wer ist hier eigentlich der Zauberer?

Der Schaden, den R.J.Stewart mit seinen Anderweltreisen anrichtet, ist äußerst gering, vielfältig bringen seine Aktionen sogar Nutzen: die Teilnehmer an seinen Seminaren gehen mit ihrer Umwelt achtsamer um, weil sie gemerkt haben, dass die Welt in der Tat lebendig ist. Sie verbringen ihre Zeit lieber still in freier Natur als eingepfercht in Fliegern und Hotels – da könnte natürlich eine Gefahr für die Tourismusindustrie entstehen. Nun – während ich diese Zeilen schreibe, bin ich fast versucht, die Erlebnisse der Teilnehmer als „gesteuerte Tagträume“ zu bewerten und so etwas zu tun, was eines Philosophen nicht würdig ist: die Erfahrungen anderer Menschen in meine Wertekategorie einzufügen. Ein großes Pfui für Rechtsstaat und Demokratie – trotzdem hält die Sorge an, was denn geschehen könnte, wenn ich es nicht tun würde.

Die Gedankenpolizei würde auf den Plan gerufen.

„Gedankenpolizei“ ist nun ein Begriff aus der Welt von George Orwell´s  „1984“, einer Welt, in der durch allgegenwärtige Beeinflussung und Überwachung und psychologische Techniken die Gedanken der Bürger kontrolliert und gegebenenfalls bestraft wurden.

„1984“ war ein Gruselroman, ein Werk mit deutlich geringerem Realitätsanspruch als die Werke des Mystikers Stewart für sich einnehmen – und doch ist aus diesem Schauerstück 2013 Realität geworden. Wir haben eine allgegenwärtige Beeinflussung durch Schule, Medien und Werbung, wobei letztere immer ausgefeiltere Techniken zum Einsatz bringt, die selbst dann Wirkung zeigen, wenn das Produkt in der Werbung kaum genannt wird. Und die allgegenwärtige Überwachung erfahren wir gerade durch den NSA-Skandal, den unsere Regierung am liebsten nicht wahr haben will … und den wir alle nach dem Urlaub vergessen haben werden.

So funktioniert halt ein totalitäres System. Hören wir uns mal an, wie George  Orwell sich das gedacht hat:

Die allgegenwärtige „Gedankenpolizei“ überwacht permanent die gesamte Bevölkerung. Im nicht abschaltbaren und in beide Richtungen funktionierenden Staatsfernsehen, mit dessen Hilfe alle Wohnungen visuell überwacht und abgehört werden, wird Hass auf einen unsichtbaren „Staatsfeind“ namens Emmanuel Goldstein geschürt, der angeblich die gegen die Partei gerichtete Untergrundorganisation der „Bruderschaft“ leitet. Dieser Hass wird den Menschen täglich neu eingehämmert und dient dazu, die Bevölkerung durch das gemeinsame, allgegenwärtige und anscheinend übermächtige Feindbild zusammenschweißen und von ihrem entbehrungsreichen, von harter Arbeit geprägten Leben abzulenken. Die englische Sprache ist von schädlichen Begriffen – wie etwa Freiheit – gereinigt und wurde durch eine neue Sprache („Neusprech“) ersetzt. Zudem beeinflusst die Partei das Denken in ihrem Sinn mit ständig wiederholten Parolen wie „Krieg ist Frieden“ und „Freiheit ist Sklaverei“. Im Laufe der Handlung wird auch die Frage aufgeworfen, ob die Partei den Krieg mit den anderen Ländern und den Terror der verfemten Untergrundbewegung Goldsteins nicht vielleicht insgeheim selbst inszeniert, um mit dieser „Strategie der Spannung“ einen Vorwand für die massive Überwachung, den permanenten Ausnahmezustand und die umfassende Unterdrückung zu schaffen.

Unser Emmanuell Goldstein hieß Osama bin Laden – und auch sein Tod hat die Bedrohung durch ihn nicht im geringsten gemindert, weil seine Bruderschaft – Al Kaida genannt – immer noch aktiv ist: in jedem Land der Erde, hinter jedem Strauch, in jeder Wohnung kann sie jederzeit zuschlagen, weshalb wir alle immer und ewig rund um die Uhr zu unserer eigenen Sicherheit überwacht werden müssen.

Gruselig, oder? Da hat ein Konstrukteur politischer Wirklichkeiten George Orwell als Blaupause für unsere Gesellschaft genommen, ohne das wir es merken – aber das ist ja hier nicht das Thema, wir wollen uns auf die Gedankenpolizei konzentrieren, denn sie sorgt dafür, dass es in Deutschland keinen Widerstand gibt.

Gehen wir mal von diesem in Deutschland unbekannten Mystiker fort und setzen ein anderes Thema ein: Chemtrails, bzw. Kondensstreifen. Merken Sie schon das Unbehagen in der Magengegend, wenn sie dieses Wort sehen? Natürlich gibt es sie – jeder von uns sieht sie jeden Tag. Sie kommen aus Flugzeugen, bleiben den ganzen Tag am Himmel, wobei sie sich langsam ausdehnen und oft genug am Abend einen feinen Schleier über den ganzen Himmel gespannt haben. Da Flugzeuge nicht mit Duftwässerchen angetrieben werden, kann man davon ausgehen, dass dort auch chemische Substanzen enthalten sind – trotzdem tritt hier aber die Gedankenpolizei auf den Plan und „bestraft“ die Bürger durch öffentliche Verachtung, wenn sie sich Gedanken darüber machen, was denn da so alles drin sein könnte – und warum sich diese Kondensstreifen so seltsam verhalten.

Noch ein Thema?

Da gibt es viele. Kornkreise zum Beispiel – komplexe Muster, die über Nacht in Kornfeldern entstehen, magnetische und biologische Anomalien aufweisen und zum Teil so komplex sind, dass man sie kaum in der gleichen Zeit am Schreibtisch hätte auf Papier bringen können. Ich schaue gelegentlich bei Andreas Müller vorbei, dessen kritische Einstellung und Sorgfalt ich schätze und ich muss sagen: wir haben keine Ahnung, was da in unseren Feldern vorgeht – aber die Gedankenpolizei sagt uns, was wir uns darunter vorzustellen haben bzw. verortet uns in die Reihen der Geisteskranken, wenn wir uns überhaupt ernsthaft mit dem Thema beschäftigen wollen.

Noch mehr verbotene Themen? Ufos, Telepathie, Remote Viewing (funktioniert übrigens erstaunlich gut, ist nur völlig nutzlos, weil man den Rahmen der Beobachtung nicht kennt), Wunderheilung durch Gebete oder Handauflegen: „Grenzwissenschaften“ informieren täglich über Beobachtungen, die aus dem erlaubten Rahmen fallen und rufen beständig Gedankenpolizisten auf den Plan, die genau wissen, was man glauben darf – und was nicht.

Alles noch harmlos, meinen Sie?

Da haben Sie recht. Im Prinzip alles keine Themen, die die innere Sicherheit eines Landes gefährden – aber trotzdem werden sie mit großer verbaler Gewalt angegangen, Seiten von anonymen Betreibern wie „Esowatch“ (eine Art Bürgerwehr der Gedankenpolizei, aktuell unter dem Titel Psiram aktiv) scheuen auch nicht vor übler Nachrede zurück, um Menschen, die aus dem erlaubten Ruder laufen, zurück ins Glied zu holen. Auch die Psychiatrie hat sicherheitshalber eine Diagnose erschaffen, die die Möglichkeit gibt, verirrte Schäfchen wegzusperrren, wenn Gefahr besteht, siehe Wikipedia:

anhaltender, kulturell unangemessener, bizarrer und völlig unrealistischer Wahn lautet die Diagnose, die auf jeden Kritiker des Systems anzuwenden ist und schon morgen dafür sorgen kann, dass Menschen, die die staatlichen Verschwörungstheorien über die Attentate vom 11.9.2001 in Frage stellen, für immer von der Bildfläche verschwinden können.

Wir haben uns sehr daran gewöhnt, ihre Position als „Wissenschaft“ zu akzeptieren, dabei hat die pauschale Ablehnung von Gedanken und Theorien nichts mit Wissenschaft zu tun, sondern eindeutig mit Dogmatismus, der sogar von einer großen Anzahl freiwilliger Ideologieblockwarte unterstützt wird, um den allgegenwärtigen und übermächtigen Feind in die Schranken zu weisen. Wir haben uns auch daran gewöhnt, die Positionen der Derivatekünstler als Wissenschaft zu akzeptieren – mit schlimmen Folgen für unseren Staatshaushalt. Wir sehen also: das wirkende Prinzip erstreckt sich nicht nur auf „Geisterseher“ und „Religionen“ (wie z.B. aktuell den Islam oder – in schwächerer Form – dem Katholizismus), sondern hat auch Folgen für unseren Alltag.

Nehmen wir den Fall Ralph Boes, der es sich als „Arbeitsloser“ erdreistet, in der staatlichen Talkshow der Rotarierin Maischberger aufzutreten, um für die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens einzutreten: sofort tritt die Gedankenpolizei auf den Plan – hier in Form einer Putzfrau, die zuvor schon mehrfach als mediale Geheimwaffe eingesetzt wurde.

Oder nehmen wir den Fall des Gustl Mollath, der unter unglaublichen Umständen in die Psychatrie entsorgt wurde, weil er über betrügerische Bankgeschäfte informieren wollte, die heute – dank staatlicher Rettungsmilliarden – zum normalen Allgemeinwissen gehören.

Oder – ganz aktuell – die mediale Hinrichtung des Börsenexperten Dirk Müller, der etwas Unglaubliches behauptete: in der Tat ging er davon aus, dass Geheimdienste, die in vielfältiger Form durch die Welt wandern – ausgestattet mit Unsummen an Steuergeldern – ihre Arbeit tun. Das reicht schon, um einen Inquisitor, einen Gedankenpolizisten auf den Hals gejagt zu bekommen.

Nun – bezüglich der Grenzwissenschaften betrifft der Einsatz der Gedankenpolizei nur die Gebiete der Religionsfreiheit, Gebiete die wir – wie ich unlängst erfahren durfte –  inzwischen gerne kampflos preisgeben um dem Staat (bzw. den dominierenden Interessengruppen) hier vollkommen die Deutungshoheit zu überlassen. Gleichzeitig überlassen wir damit aber einen Teil der Meinungsfreiheit ebenfalls der beliebigen Deutung durch „Experten“, deren Irrtümer in Griechenland verbrannte Erde zurückgelassen haben: die komplette Volkswirtschaft wurde vernichtet, weil in den USA ein Professor einen Rechenfehler gemacht hat – siehe Zeit.

Was aber will die Gedankenpolizei? Wo ist der kleinste gemeinsame Nenner zwischen Müller, Mollath, Boes und den Kornkreisen?

Die Antwort ist erschreckend einfach.

Der Staat (bzw. der politisch-ökonomische Komplex, vor dem Transparency International regelmäßig warnt) will nichts weiter als die Deutungshoheit über die Wirklichkeit in all´ ihren Facetten: nur so kann man die Massen steuern, wie „1984“ es sich erträumt hat. Grundsätzliche philosophische Fragen – wo kommen wir her, wo gehen wir hin – und was machen wir hier – werden vollständig durch den Staat und seine Agenten beantwortet anstatt nüchterner, ideologiefreier Analyse unterzogen. So – indem man den ganz großen Rahmen definiert – erschafft man das Gehege, in dessen Grenzen man die Menschen relativ frei herumlaufen lassen kann.

Aber wehe, man nähert sich der Grenze. Ufos, Kornkreise, unbekannte Tierarten, heilende Beter sind an sich überhaupt kein Problem …. aber wer sich diesen Themen nähert, der stellt die Deutungshoheit des Staates über die Wirklichkeit in Frage. Der fromme Moslem entzieht sich so genauso der staatlichen Definitionsmacht über Wirklichkeit wie der Kommunist, außerdem macht er noch etwas viel Unverzeihlicheres … er stellt einen terroristischen Angriff auf die Konsumpflicht des Bürgers dar, jenem ungeschriebenem Gesetz, auf dem der ganze Kapitalismus beruht und ohne den das System nicht mehr funktionieren würde.

Man stelle sich einfach mal vor, die Menschen würden ihre Zeit mit Versuchen verbringen, telepathischen Kontakt mit UFO-Besatzungen herzustellen anstatt täglich vier Stunden manipulative Botschaften des TV zu empfangen: wie schnell könnte man die Kontrolle verlieren. Oder sie würden im Urlaub 40 Tage in der Wüste mit ihren eigenen Teufeln ringen … anstatt in fremde Länder zu fliegen um dort Umwelt, Landschaft und Kultur zu vernichten.

Das muss auf jeden Fall verhindert werden – denn sonst könnten staatstragende Parteien schnell ihren Einfluß über die Schaltzentralen der Macht verlieren.

Wer aber nun immer noch denkt, dass seien insgesamt unbedeutende Erwägungen und Schlußfolgerungen, den möchte ich an die deutsche Arbeitsmarktpolitik erinnern: Stichwort Hartz IV, jene Sozialreform, die überhaupt keinen Einfluss auf die Beschäftigungsentwicklung gehabt hatte, siehe Agitano:

Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung: Positive Beschäftigungsentwicklung kein Effekt der Agenda 2010 / Gute Konjunktur und interne Flexibilität entscheidend

Dafür hat sie etwas anderes gebracht: Deutschland hat endlich eine Unterschicht, deren Entwertung, Diskriminierung und Entmenschlichung täglich weiter fortgetrieben wird, siehe Welt:

Fleisch wird zum Lebensmittel der Unterschicht

Kürzlich war es noch verpönt, überhaupt von der Existenz einer Unterschicht zu sprechen – jetzt ist sie in aller Munde. Biertrinkende, TV-glotzende, ungebildete Untermenschen, die sogar noch nicht einmal davor zurückschrecken, ihre Mitgeschöpfe zu verspeisen.

Wie unglaublich bösartig doch dieser Bodensatz der menschlichen Kultur ist – und wie unglaublich mächtig der Einfluss der Gedankenpolizei, die es in kurzer Zeit geschafft hat, dieses Bild der lebensuntüchtigen, lebensunwerten, amoralischen und schädlichen Kreatur in unserem Bewusstsein zu verankern, Menschen, die vor kurzem noch Nachbarn, Arbeitskollegen, Verwandte waren, nun aber der öffentlichen Verachtung preisgegeben werden.

Wie gut, dass unsere Arbeitsagentur vom Militär geleitet wird, Personal, dass ganz offen für die Militarisierung der Bevölkerung wirbt, siehe Wiwo:

„Mit Basisdemokratie hat man keinen Erfolg“ Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA) und Oberst der Reserve erklärt, was die BA mit der Bundeswehr gemein hat und warum die Armee ein Karrieresprungbrett sein kann.

Ganz heimlich still und leise wird die demokratische Gesellschaft wieder umgebaut … in ein System, das von Militärs gelenkt werden soll. Das geht prima – weil weit im Vorfeld schon die Gedankenfreiheit ausgeschaltet wurde.

Wir können das auch ganz einfach anhand der Verwendung von Sprache im Alltag erkennen: einfach mal in die nächste Eckkneipe gehen und „verbotene“ Themen ansprechen: was folgt?

„Das glaube ich nicht!“.

Ein Standardsatz, der millionenfach in Kommentaren auftaucht – egal zu welchem Thema. Regierungsbeteiligung an nine-eleven, Spionage durch die NSA, false-flag-Operationen, Manipulationen von Arbeitslosenzahlen, Börsenkursen, Staatsbilanzen und Zinsen: an die Stelle wissenschaftlicher Untersuchung und Analyse hat ein (erlaubtes und gefördertes) religiöses Element von uns Besitz ergriffen und ist ein breit akzeptiertes und öffentlich oft angebrachtes Argument geworden: der persönliche „Glaube“.

Was im Prinzip als Grundlage der Meinungsfreiheit zu schätzen ist, wird selbst bizarr, wenn man feststellt, das der „Glaube“ sehr enge Grenzen hat, denn es gibt viele Dinge, an die wir nicht glauben dürfen, uns aber gar nicht mehr wundern, warum das so ist.

„Ich gehorche der staatlich gewünschten Wirklichkeit“ wäre da eine angemessene Übersetzung von „ich glaube“ – und hier kommen wir zum letzten Grund für den Einsatz der Gedankenpolizei: überall, wo der Verdacht entsteht, es könnte Wirklichkeiten geben, die stärker, besser, ehrlicher oder mächtiger als „der Staat“ sind, greift der Staat blindwütig an: es darf keinen Gott neben ihm geben, weil sonst die Wirtschaft die Macht über die Alltagsgestaltung der Konsumenten verlieren würde.

Und deshalb wird die öffentliche Beschäftigung mit einem harmlosen britischen Tagträumer zu einer Gefahr für die persönliche Sicherheit: einen Job würde ich mit dem Hintergrund nicht mehr bekommen.

Aber als Militär stünden mir inzwischen alle Führungspositionen offen.

 

 

 

 

 

 

 

Sozialschmarotzer in Deutschland: C-Rebell-um und Radio Amsterdam fordern Zwangsarbeit … und weitere Fehler des Nachrichtenspiegel

Sozialschmarotzer in Deutschland: C-Rebell-um und Radio Amsterdam fordern Zwangsarbeit ... und weitere Fehler des Nachrichtenspiegel

Freitag, 1.März 2013. Eifel. Manchmal ist es Zeit, sich zu entschuldigen. Manchmal baut man Mist, ohne es zu wollen. Manchmal propagiert man eine Partei, eine Bewegung, einen Menschen, nur um nachher zu sehen, das man – wieder – auf einen Blender hereingefallen ist, auf ein faules Ei. Die Altgrünen aus dem Westen dieser Republik wissen sicherlich am deutlichsten, was ich meine. Vielleicht hätte man aus diesem Desaster lernen sollen und noch viel kritischer, misstrauischer und distanzierter mit allen „Kritikern“ umgehen sollen, nur – und das ist eine sehr lästige Wahrheit – erreicht man durch Spaltung der Menschen nicht jene kritische Masse, die notwendig ist, um eine düstere Zukunft abzuwenden. Bei Atombomben ist das anders – je mehr dort gespalten wird, umso mehr erreicht man im Sinne des Erfinders. Vielleicht werden wir das bald alle noch merken – aber das ist ein anderes Thema.

Ich denke nur an die Wahlempfehlung für die Linke, die ich mal ausgesprochen habe. Ja, es ist meine feste Überzeugung, das Deutschland eine echte, linke, gerne kommunistische Partei als politisches Korrektiv braucht, weil unsere bisherigen Parteien gegen die Bankenmacht chancenlos scheinen. Rechts können wir von ganz allein, links sollte schon direkt als Alternative angeboten werden.

Oder die Wahlempfehlung für die Piratenpartei – was für ein Horror. Gut – dort gibt es viele gute Ansätze, vor allem den, jenseits von Grabenkämpfen zwischen rechts und links mal noch vorne zu schauen. Leider weiß man nicht, ob die Partei nicht bei der nächsten Urabstimmung zum neoliberalen Karrieristenhaufen wird, die Hartz IV-Abhängige genauso aus der Partei herausdrängen, wie es die Linke getan hat.

Oder unser Unterstützungsaufruf für Ralph Boes, den selbsternannten Hauptstadtphilosophen und Führer einer isolierten Grundeinkommensbewegung. Schon mal gelesen, was der zum Thema Hitler so abgibt? Hier, beim „Vordenker„, gibt es ein Zitat, zu dem Boes sich auch bekennt (mit anderer Perspektive als der „Vordenker“):

„Der Hit­ler dachte, er sei ja nun der tollste Hecht. Er war ein Riesen-Hecht – aber so im Urteil heute sehen wir das ein biss­chen anders. Also, da gibt es schreck­li­che Dis­so­nan­zen, aber Welt­be­deu­tung hatte der auf jeden Fall Die Welt­ent­wick­lung, die Ent­wick­lung der Natur­wis­sen­schaf­ten, Wirt­schaft und alles was ist, wäre nie so ver­lau­fen, wenn Hit­ler nicht gewe­sen wäre. Hit­ler hat einen Impuls gege­ben, in unsere heu­tige Welt hin­ein, der ist unglaub­lich. Ame­rika war vor­her eine Bau­ern­na­tion noch fast, das war keine hoch­tech­ni­sierte Super­macht, die ist durch Hit­ler dazu gewor­den. (…) Das es unglaub­lich, wenn man da genauer guckt und es hat noch Wir­kun­gen, die wer­den weit in die Zukunft gehen (…) weit, weit, weit, weit”.

Auf diesen Impuls hätten viele wohl gerne verzichtet – und wer die damalige USA für eine Bauernnation hält, der hat wohl vergessen, das diese Bauern schon den ersten Weltkrieg gewonnen und mit ihrer Flotte den Spaniern die Kolonien geklaut hatten. Selbst wenn das nur mißverständlich ausgedrückt war – wieso erwähnt man solchen verkorksten Schmarrn überhaupt? Wirkt immer so, als würde man doch noch mal eine Gelegenheit suchen, etwas Gutes über den Führer auszusagen – als „Förderer der Menschheitsentwicklung“. Philosophen sollte so etwas auffallen – auch wenn sie keine Ahnung von Geschichte haben.

Nun – Ralph Boes hat den „Vordenker“ erstmal angezeigt, hat aber keine Probleme, zusammen mit Michael Vogt im Alpenparlament TV aufzutreten. Michael Vogt weist auch jederzeit rechtes Gedankengut von sich – nur kann er sich dem Dunstkreis wohl nicht ganz so erfolgreich entziehen: ob nun bei seiner laut bayrischem Verfassungsschutz rechtsextremen Burschenschaft Danubia, des mit „stark neofaschistischen Tendenzen“ behafteten Rings freiheitlicher Studenten oder als Organisator einer rechten Sammelbewegung um die Fans der deutschen kommissarischen Reichsregierung, des Königreiches Deutschland oder des Staates Germanitien (siehe Wikipedia, Oberhessische Zeitung) oder auch als Autor des berüchtigten (auf den Fälschungen des englischen Historikers Marty Allen basierenden) Films Geheimakte Hess, den er zusammen mit dem späteren Mitarbeiter der NPD-Landtagsfraktion in Sachsen Olaf Rose produziert hat (siehe Spiegel) – immer taucht der Name Michael Vogt im Dunstkreis rechtsextremer Themenfelder, Menschen und Organisationen auf. Schön, das ein Ralph Boes sich schützend vor ihn stellt (hier in einem Kommentar bei Alexander Nabert, der selbst im Kreise der Freiwirtschaftsszene ultrarechte Gesellen im Doppelpack entdeckt hat), aber dem Normalbürger stellt sich die Frage: warum begibt man sich permanent in diese Dunstkreise? Geht doch auch ohne, oder?

Gut, vielleicht ist es reine Naivität und Unerfahrenheit in politischen Dingen, die einen Herrn Boes in den Sphären ultrarechter Gesinnung herumspuken lässt (wie am 29.12.2012, wo er mit der „Kanzlerakte“ und der fehlenden Souveränität Deutschlands in Bonn hausieren ging, Themen die bei den „kommissarischen Reichsregierungen“ in diesem Land immer gern gesehen sind), immerhin gibt er oft genug zu, weder Journalist noch Historiker zu sein, aber warum trifft sich die von ihm unterstützte Initiative Grundeinkommen in der Schweiz in dem 5-Sterne-Hotel „Les Trois Rois„, deren billigstes Zimmer (Junior Room City) 365 Euro kostet? Da wurde gezielt für eine große Nobelparty geworben:

Und die Ernte geht weiter: 100 Menschen sammeln 100 Unterschriften. Jede und jeder sammelt für sich, an seinem Ort, wie und wann er will in den nächsten 30 Tagen. Am 20. Januar 2013 reisen alle 100 Menschen samt ihren Unterschriften nach Basel und sind im Hotel «Les Trois Rois» zum feierlichen Empfang geladen. Zusammen werden wir auf einen Schlag 10’000 Unterschriften in den Händen halten!

Unterschriftensammler Nr. 96? Ralph Boes siehe E-Mail von Atsumichi Enoki bei Cyberfrosch.de. Ob er dort mitgefeiert hat oder bescheiden vor der Tür der Nobelherberge wartete, ist mir nicht bekannt – da sollte man ihn selbst fragen.

Bin ich so allein mit der Einstellung, das das … erbärmlich ist? Hätten nicht die Räume der Volkshochschule ausgereicht … oder ein Hotel mit einem Stern?

Oder bezahlt ein nobler Sponsor diese Bewegung – aus Gründen, die sich einem nicht auf den ersten Blick erschließen?

Gut, das waren die alten Kamellen.

Aktuell liegt wieder etwas auf meinem Schreibtisch, für das wir uns entschuldigen müssen – und wenn das so weitergeht, sollten wir uns eingestehen, das wir das irgendwie nicht packen – oder das heutzutage hinter jedem Stein, den man aufsammelt, mit Sicherheit eine Kröte steckt … vielleicht sogar gezielt vom Verfassungsschutz dort angesiedelt.

Am 15. Januar hatte mein Freund Grilleau ein Video des „Rappers“ „C-Rebell-um“ eingestellt. Jetzt ist es fort. Warum?

In einem Radiointerview von „Studio Amsterdam“ lässt sich der „Rapper“ oder „Hip-Hopper“ (ich bitte im Entschuldigung, ich höre so etwas nicht und kann es nicht differenzieren, klingt alles irgendwie wie Marschmusik mit selbst geschriebenen Gedichten) groß und breit über die „Sozialschmarotzer“ aus. Eigentlich ist es ein Interview, in dem es um den „Sozialstaat Deutschland“ geht … bzw. darum, weshalb es ihn nicht mehr gibt.

Eigentlich – ein wichtiges, viel zu selten diskutiertes Thema.

Man hört auch viele sympathische Sprüche, weitere menschenfreundliche Aussagen werden eingeblendet, „Mensch“ fühlt sich kuschelig wohl und geborgen … bis der „Unternehmer“ Cerebellum (lateinisch: Kleinhirn) die große Keule herausholt:

Die Sozialschmarotzer sollte man schon zur Arbeit zwingen. Der „Unternehmer“ C-Rebell-um (hier in der Eifel würde man Firmen dieser Größe als selbständige Handwerker bezeichnen – was auch schon edel genug ist) beklagt sich groß und breit über seine enorme Arbeitsbelastung (die selbständige Handwerker ohne eigene Bürokräfte nun mal haben) und über die „Sozialschmarotzer“, die lieber mit Hartz IV zu Hause bleiben als für zweihundert Euro mehr arbeiten zu gehen.

Woher er sie kennt?

Nun – aus E-Mails von Facebook. Sicher der ideale Ort, den deutschen Sozialschmarotzer kennen zu lernen. Große neoliberale Klagen kann man sich da anhören über den Sozialschmarotzer, der von den guten, fleißigen Unternehmern des Mittelstandes (ebenso wie die „viel zu langsamen“ Beamten) finanziert wird. Die Lösung? Ganz einfach – der „Sozialhilfeempfänger“ soll einfach für sein Geld auch arbeiten. Etwas verklausuliert, aber schon deutlich: Hitler hat das schon richtig gemacht, auch wenn der Rest „Scheiße“ war.

Man ist geneigt, Ralph Boes Recht zu geben: Hitlers Wirkungen gehen noch weit weit in die Zukunft. „Parkplätze saubermachen, Schulhöfe streichen“ … das sind C-Rebell-ums Vorschläge, die seine Unternehmerkollegen, die für diese Arbeiten bislang gut bezahlt werden, sicher nicht gerne hören.  Natürlich hat er auch mit den Rechten nichts am Hut. Man kriegt ja vier, fünf, sechs oder achthundert Euro vom Staat, dafür soll man dann jeden Tag 4-6 Stunden gemeinnützige Arbeit machen.

Der 21-jährige Praktikant von Radio Amsterdam (die suchen übrigens ständig neue, siehe Job-Radio Amsterdam) springt dann auch gleich mit eigenen Vorschlägen bei: die Rheinwiesen (wo er wohnt) sollten auch mal von Arbeitslosen sauber gemacht werden – so ein Hartz-IV-Empfänger könnte doch da auch mal 30 Stunden den Müll wegräumen.

Schade, das die Protagonisten nicht wirklich wissen, das ein Hartz IV-Abhängiger so bekommt. Nun – man kennt sie ja nur aus E-Mails von Facebook. Zum glücklichen Leben haben die aktuell in etwa so viel wie ein Zimmer in der Nobelherberge der Grundeinkommensbewegung am Tag kostet, dazu noch Wasser, Heizung Miete … da kommen in den seltensten Fällen 800 Euro beisammen, sechshundert dürften es (abhängig vom Mietspiegel) eher sein.

Für 600 Euro 120 Stunden im Monat arbeiten – macht einen Stundenlohn von fünf Euro. Guter Vorschlag – der öffentliche Dienst könnte so Unsummen einsparen, siehe z.B. die Verdienstspannen, die die Augsburger Allgemeine in dem Bereich darstellt. Wäre vielleicht auch ein Vorschlag für C-Rebell-um´s Stundenlohn: seine Kunden würde es sicher freuen, auch wenn die – bei dem Leistungsspektrum des Hip-Hoppers – eher zu den begüterten Bürgern gehören dürften.

Da wird jeder Unternehmer gleich hellhörig, wenn er mitbekommt, wie günstig man dann Arbeitskraft einkaufen kann – und C-Rebell-ums Attacke gegen die Leiharbeit wird gleich enorm unglaubwürdig. Dabei hat er doch Recht: Leiharbeit gehört verboten! Auch Ralph Boes hat Recht: Grundeinkommen gehört diskutiert. Er würde nur Probleme mit C-Rebell-um kriegen, da sich dort ja noch mehr faule Sozialschmarotzer tummeln würden als schon jetzt.

Ich selbst kann die Klagen über faule Sozialschmarotzer nicht mehr hören. Sicher, ich kenne einige von ihnen, sogar persönlich. Nur – mit Hartz IV würden die sich nicht zufrieden geben. Sie machen andere „Geschäfte“: Anlageberatung, Konzernkarriere, Börsenspekulationen – bringt alles deutlich mehr. Es gibt auch genug Erben, die nichts anderes machen, als hauptberuflich Sohn oder Tochter zu spielen und für die Solidargemeinschaft nichts anderes als Steuerhinterziehung machen und immer viel Material für die „Gelbe Presse“ liefern. Und in Wirklichkeit habe ich noch nie soviele faule Säcke gefunden wie im mittleren Management der Konzerne – nur tarnen die ihre Faulheit nahezu perfekt. Wer richtige 80 – 120 Stunden-Wochen fährt, wird ganz schnell krank, weil man das auf Dauer nicht aushält … da kann ich aus eigener Erfahrung mitreden.

Es gibt sogar noch mehr Sozialschmarotzer – streng genommen, der ganze deutsche Osten. Sicher – die können nichts dafür, das man ihnen den gesamten Besitz geklaut hat … ich aber auch nicht. Fakt ist, das in Westdeutschland Schulen und Städte vergammeln, Bibliotheken und Schwimmbäder geschlossen werden weil uns der „Aufbau Ost“ finanziell den Rücken gebrochen hat – noch bevor EU und Bankenrettung (weitere Sozialschmarotzer) den Rest gegeben haben.

Noch strenger genommen ist sogar dieses ganze Deutschland eine einzige Sozialschmarotzernation: wir verprassen die Umwelt unserer Kinder (auch durch unsere dicken Autos, für die C-Rebell-um so fleissig „rackt“) und leben gut auf Kosten der Billiglöhner dieser Welt: 2,8 Erdplaneten bräuchten wir (siehe Footprint Deutschland)um den aktuellen Lebensstandard aufrecht erhalten zu können – oder, auf Deutsch gesagt: wir leben weit über unsere Verhältnisse. Ein Vielfaches sogar.

Und noch schlimmer: das ganze geht nur durch brutale Ausbeutung und Sklaverei. FÜNFUNDZWANZIG SKLAVEN arbeiten im Durchschnitt für jeden Deutschen. Je mehr Geld der hat, je intensiver der Konsum, je dicker die Karre – umso mehr Sklaven müssen sich für einen abrackern.

Wer steht mit seinem Fußabdruck gut da?

Der Hartz IV-Empfänger. Weniger Sklaven, weniger Umweltzerstörung, weniger Ressourcenausbeutung.

Klar – das gehört durch Zwangsarbeit bestraft.

Eher sollten wir dankbar sein für jeden, der sagt: ich bescheide mich freiwillig mit dem bischen Geld – aus Liebe zu den Menschen, ihrer Zukunft und ihrem natürlichen Lebensumfeld. Wer wenig hat, verbraucht auch wenig – so einfach ist das. Der „Leistungsträger“ – zum Beispiel der im Prinzip völlig überflüssige niedergelassene Arzt mit seinen Riesenbezügen aus Versicherungskassen – ist hingegen der absolute Sozialschmarotzer, weil er viel mehr von seiner Umwelt nimmt, als er je zurückgeben könnte. Einfach mal meinen Orthopäden als Beispiel nehmen, der nach 2,5-stündiger Wartezeit 3,17 Minuten für die Untersuchung übrig hatte, um dann sagen zu können, das er auch nicht weiß, woher die Schmerzen kommen, mit denen mich sein Kollege zuvor drei Stunden im Flur gelagert hatte.

Solche Leistungen kann ich billiger von meinem Postboten bekommen, nebenbei bemerkt, aber als Orthopäde zieht man dafür 200 000 Euro im Jahr ab und gehört damit zu den Spitzenverdienern im ärztlichen Bereich … während unser leistungsstarkes Krankenhaus seit Jahren ums nackte Überleben kämpft und Gehälter zahlt, die z.T nur ein Drittel der Orthopädenbezüge betragen.

So jedoch rechnet der elitäre Sklavenhalter in Deutschland nicht, der seine Sklaven unsichtbar in großer Entfernung hält, damit ihnen ihr Blut nicht auf seine feinen Lackschuhe fällt.

Wer redet eigentlich mal von den Sozialschmarotzern in der Regierung, die seit Jahrzehnten nicht anders können, als über unser aller Verhältnisse zu leben und unsere Lebensbedingungen beständig trotz steigender Kosten zu verschlechtern? Immerhin hätte das Volksvermögen der DDR doch wohl viel eher jenen zugestanden, die auch seit Jahrzehnten den Soli abgedrückt haben – so als kleine Sicherheit, oder? Wir hätten denen auch ihre Betriebe in Eigenverantwortung überlassen – wieso auch nicht? Wäre doch mal eine interessante Erfahrung gewesen, da solche Modelle laut Michael Moore in „Kapitalismus – eine Liebesgeschichte“ sogar in den USA bemerkenswerte Dimensionen an Einkommen und Lebensqualität erreichen.

Gut – C-Rebell-um redet auch von denen – und landet deshalb wahrscheinlich auch immer wieder auf sozial engagierten Seiten, die auch nicht genau prüfen, das man sich damit auch einen Freund der Hitler´schen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen eingehandelt hat.

Was nur heute dank „Generation Doof“ auch aus dem Bewußtsein verschwunden ist, ist die Tatsache, das man die Hitlerei nur als Paket bekommt, in dem Alles mit Allem untrennbar zusammenhängt – die Autobahnen, die Arbeitsmarktpolitik, die Vergasungen und die  Zwangsarbeit.

Deshalb haben wir die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte „erfunden“ – auch die der sozialen Menschenrechte.

Und die sagen deutlich: verhungern lassen gilt nicht – auch nicht für vermeintliche „Sozialschmarotzer“.

Ich darf ja auch zurecht nicht dazu aufrufen, alle reichen Säcke aus dem Land zu verjagen. Wo kämen wir da auch hin.

Ich kriege auch langsam wirklich Zweifel, ob wir einer neuen Hitlerei überhaupt noch entkommen können (oder als Volk überhaupt entkommen wollen), wenn solche Granaten inzwischen wirklich unter jedem Stein verborgen sind, den man nur umdreht – und diesen bösen Spuk der Zwangsarbeit für Sozialschmarotzer habe ich ehedem auch schon bei den Linken gefunden … deshalb sind die ja nicht für ein allgemeines Grundeinkommen, da könnte ja der böse Sozialschmarotzer triumphieren … dann kann man jede Hoffnung auf eine gemeinsame Front gegen Sozialstaatsabbau vergessen.

Jedenfalls eine Front, die sich nach herkömmlichen Strukturen orientiert.

Wir vom Nachrichtenspiegel – und ich besonders – bedauern auf jeden Fall, das wir in den letzten Jahren ein paar Mal ordentlich daneben gelegen haben.

So etwas darf absolut nicht passieren – auch nicht unter dem „Siegel“ des Nachdenkens, das normalerweise viel toleriert.

Nach Grilleau´s Aussagen hat C-Rebell-um die Kritiker unter seinen Facebookfreunden einfach mal ´rausgeschmissen – war wohl kein Ausrutscher mit dem Sozialschmarotzerbashing … trotz der feinen, umsatzfördernden Worte, die ihm sonst so über die Lippen kommen.

Gut, soll er meinen, was er will, dies ist – noch – ein freies Land. Ich meine, die Freund der Hitler´schen Arbeitsmarktpolitik sollten alle ausgebürgert werden – sicher gibt es noch Länder, wo man sie willkommen heißt. Die Leistungsfähigkeit unserer Märkte („Preise“, um ein Beispiel zu nennen) gehört immerhin auch zu unserem System, das die Menschenrechte schützt. Wäre doch sinnvoll, wenn solche Segnungen nur jenen zugute kommen, die auch hinter dem Gesamtpaket stehen und nicht nur fleißig Rechnungen schreiben.

Jedenfalls könnte ich bald zu so einer Meinung kommen, wenn ich auch vergesse, worum es eigentlich bei „Menschenrechten“ ursprünglich ging.

Andererseits: wer meint, Hartz IV wäre eine so tolle Sache, der kann sich doch gerne selbst beim nächsten Jobcenter bewerben: sinnlose Fortbildungen, ständige Angst vor Sanktionen, überforderte Sachbearbeiter (mit der Lizenz, einem die gesamte Lebensgrundlage zu entziehen) inklusive einer finanziellen Ausstattung weit unter Bafög oder Lebensminimum und einer entwürdigenden verächtlich machenden Medienwelt (zusätzlich zu den Hassattacken weniger sozial eingestellter Menschen) stehen jedem offen, der nur möchte.

Warum also immer so neidvoll auf jene angeblichen „Sozialschmarotzer“ schauen, wo es doch so leicht fällt, zu ihnen zu gehören … zu dieser auserlesenen Elitekaste.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Massaker in den USA, Massaker in Deutschland, die Wurzel des Bösen … und eine Entschuldigung wegen Ralph Boes

Montag, 17.12.2012. Eifel. Früher habe ich gerne mal gesagt, ein Tag im Moor sei so erholsam wie drei Wochen Urlaub anderswo. Heute sehe ich das genauso - trotz üblem Wetter. Erholt bin ich also ... allerdings steht eine Entschuldigung an - eine Entschuldigung aus Gründen der verletzten Sorgfaltspflicht. Ich hatte mir erlaubt, auf Nachfrage einen unterstützenden Artikel für Ralph Boes zu schreiben und dabei sogar eine Spendennummer erwähnt. Dafür möchte ich mich entschuldigen - ich lies mich blenden von falschen Titeln, freundlichen Worten und den interessanten Perspektiven, die sich ergeben würden, wenn es eine Führungsfigur aus den Reihen jener Menschen gibt, die von der Gesellschaft und der Politik ins Abseits geschoben werden. Die Idee hatten wir vor zwölf Jahren schon, als wir in Aachen den "König der Arbeitslosen" krönten.  Aktuell ist der Herr Boes unterwegs und bedient die nationaldeutsche Front der Republik mit rechten Mythen - in Bonn verblüffte er die Zuhörer mit eindringlichen Darstellungen der "Kanzlerakte", jenem rechtsnationalen Mythos, der schon 2008 von rechtsnationalen Kreisen selbst widerlegt wurde.  Typisch Politiker: wenn es auf der linken Seite nicht geht, biedern wir uns einfach mal rechts an. Nun - es sind viele auf ihn hereingefallen und müssen nun damit leben, dass die Springerpresse wieder neue Munition bekommen hat und nun auch jederzeit einen Prototyp des gebildeten Faulenzers präsentieren kann - und ich habe daran mitgewirkt. Wenn einem ein solcher Fehler widerfährt, merkt man selbst, das man nachlässt, zu unkritisch geworden ist und sich vielleicht - oh Graus - selber einfach nur noch gerne reden hört. Da ist es dringend Zeit, in sich zu gehen, inne zu halten und den Weg zu überprüfen, doch während man dabei ist, sich nur noch mit sich selbst zu beschäftigen, kommt mein hoch geschätzter Mitstreiter Frank Ullrich daher und stellt uns allen Herrn Hennemann vor: und auf einmal weiß man wieder, warum man jeden Morgen viel zu lange mit schmerzendem Rücken am Bildschirm sitzt, sich durch die Medienlügen arbeitet um seinen Teil dazu beizutragen, die Lücken im Lügenprogramm der Systempresse zu finden. Doch kommen wir zuerst zu dem, was uns heute alle bewegt: dem Massaker in den USA.

Montag, 17.12.2012. Eifel. Früher habe ich gerne mal gesagt, ein Tag im Moor sei so erholsam wie drei Wochen Urlaub anderswo. Heute sehe ich das genauso – trotz üblem Wetter. Erholt bin ich also … allerdings steht eine Entschuldigung an – eine Entschuldigung aus Gründen der verletzten Sorgfaltspflicht. Ich hatte mir erlaubt, auf Nachfrage einen unterstützenden Artikel für Ralph Boes zu schreiben und dabei sogar eine Spendennummer erwähnt. Dafür möchte ich mich entschuldigen – ich lies mich blenden von falschen Titeln, freundlichen Worten und den interessanten Perspektiven, die sich ergeben würden, wenn es eine Führungsfigur aus den Reihen jener Menschen gibt, die von der Gesellschaft und der Politik ins Abseits geschoben werden. Die Idee hatten wir vor zwölf Jahren schon, als wir in Aachen den „König der Arbeitslosen“ krönten.  Aktuell ist der Herr Boes unterwegs und bedient die nationaldeutsche Front der Republik mit rechten Mythen – in Bonn verblüffte er die Zuhörer mit eindringlichen Darstellungen der „Kanzlerakte“, jenem rechtsnationalen Mythos, der schon 2008 von rechtsnationalen Kreisen selbst widerlegt wurde.  Typisch Politiker: wenn es auf der linken Seite nicht geht, biedern wir uns einfach mal rechts an. Nun – es sind viele auf ihn hereingefallen und müssen nun damit leben, dass die Springerpresse wieder neue Munition bekommen hat und nun auch jederzeit einen Prototyp des gebildeten Faulenzers präsentieren kann – und ich habe daran mitgewirkt. Wenn einem ein solcher Fehler widerfährt, merkt man selbst, das man nachlässt, zu unkritisch geworden ist und sich vielleicht – oh Graus – selber einfach nur noch gerne reden hört. Da ist es dringend Zeit, in sich zu gehen, inne zu halten und den Weg zu überprüfen, doch während man dabei ist, sich nur noch mit sich selbst zu beschäftigen, kommt mein hoch geschätzter Mitstreiter Frank Ullrich daher und stellt uns allen Herrn Hennemann vor: und auf einmal weiß man wieder, warum man jeden Morgen viel zu lange mit schmerzendem Rücken am Bildschirm sitzt, sich durch die Medienlügen arbeitet um seinen Teil dazu beizutragen, die Lücken im Lügenprogramm der Systempresse zu finden. Doch kommen wir zuerst zu dem, was uns heute alle bewegt: dem Massaker in den USA.

Massaker in den USA sind wir gewöhnt. Seitdem wir durch rot-grün in Deutschland konzentriert auf amerikanische Verhältnisse umgepolt wurden (und auch weiterhin werden), kennen wir das auch hier: den Amoklauf den Erfurt habe ich fast live mitbekommen, der Sohn einer der Opfer war ein Arbeitskollege und Freund von mir, er saß in Schweden am Flughafen fest, während ich ihn telefonisch mit ständig neuen Informationen über die aktuelle Lage informierte – Informationen, die lange falsch waren, bis klar war: seine Mutter war erschossen worden.

Wir sind die Massaker in den USA so sehr gewöhnt, das wir eigentlich gar nicht mehr hinhören würden, wenn nicht die Medien sich auf solche Dramen mit aller Gewalt stürzen würden – und diesmal hat das Massaker auch etwas Besonders: es sind kleine Kinder, die dort in Massen erschossen wurden. Wir in Deutschland kennen so etwas aus Ausschwitz, Dachau und anderen Orten national-deutscher Herrlichkeit, sind also da schon etwas abgebrühter. Als ich die ersten Meldungen darüber bekam, saß so ein kleiner Junge auf meinem Schoss – und es schien mir unvorstellbar, das es Menschen gibt, die in der Lage sind, in Gesichter zu schießen, die so sehr dem Kindchenschema entsprechen. Selbst härteste Gewaltverbrecher empfinden tiefsten Abscheu gegenüber Kindermördern – einfach mal in der nächstgelegenen Haftanstalt nachfragen, wie es diesen Bestien dort ergeht: die haben kein gutes Leben mehr, auch nicht im Kreise der Mörder, Schmuggler, Zuhälter und Vergewaltiger.

Es ist eine große Grenze, die dort überschritten werden muss – und auch in Deutschland überschritten wird. 2004 wurde eins meiner Kinder im Alter von neun Jahren auf offener Straße von elf anderen, gleichaltrigen Kindern zusammengeschlagen. Es blieb eine halbe Stunde auf der gut besuchten Hauptstraße liegen, bis eine Passantin seine Mutter darüber informierte, das ihr Kind auf der Straße lag.  Die Täter waren … Neureiche – bzw. solche, die gerne so tun, als wären sie welche. Überhaupt kommen die Täter, die Amokläufer, immer aus gut situierten Verhältnissen, ein Umstand, den die Presse ebenfalls gerne verschweigt.

Vielleicht kennen aber einige Leser schon gar keine Kinder mehr – in Deutschland, dem kinderfeindlichsten Land Europas – sind Kinder schon eine Seltenheit geworden. Jenen Menschen, die sich diese Last erspart haben, möchte ich eine Schilderung des Vaters einer der Opfer zukommen lassen, die der Spiegel dankenswerterweise veröffentlicht hat:

Robbie Parker hat seine sechsjährige Tochter Emilie verloren. „Sie war die Art von Mensch, der in einem Raum die Sonne aufgehen ließ“, erinnerte er sich. Parker, der während seiner Ansprache mit den Tränen kämpfte, sagte, er finde Trost in der Erinnerung an die Hilfsbereitschaft und das Mitgefühl seiner kleinen Tochter. „Emilie war klug, kreativ und sehr liebevoll. Emilie wollte immer neue Dinge ausprobieren. Außer beim Essen.“

Er erinnerte sich auch an die letzten Momente mit ihr. „Sie hat ‚Guten Morgen‘ gesagt und gefragt, wie es mir geht. Ich sagte, es ginge mir gut. Sie sagte, dass sie mich liebt, und ich gab ihr einen Kuss und ging aus der Tür.“ Er hoffe, sagte Parker abschließend, dass der Tod der Opfer an der Sandy-Hook-Grundschule die Menschen „besser, mitfühlender und fürsorglicher“ machen möge.

Viele dieser kleinen Menschen haben die Fähigkeit, in einem Raum die Sonne aufgehen zu lassen – deshalb wächst ihnen auch automatisch die Liebe aller Menschen zu, selbst die der übelsten Kriminellen. Kinder zu töten ist ein großes Tabu – noch größer als das, sich über Verschwörungstheorien zu informieren. Wenn dieses Tabu durchbrochen wird … ist etwas Schlimmes in den Menschen geschehen und wir haben in der Gesellschaft Wesen unter uns, die einen großen Teil ihrer Menschlichkeit verloren haben.  Eigentlich ein Grund, das alle Warnlampen angehen, doch  nicht bei uns.

Warum nicht?

Die Massenmörder folgen unserem großen ethischen Grundsatz, der Tag für Tag in Schule, am Arbeitsplatz und in der Werbung präsentiert wird.

Wir kennen solche ethischen Leitsätze, ein ganz großer prägt die abendländische Kultur: „Du sollst  Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst“.

Nun – in Wirklichkeit hat er die Kultur nie geprägt, er sollte das tun, aber kulturgeschichtlich wurde er von den Reichen und Mächtigen (also auch der Kirche selbst) immer als Last verstanden, nie als Chance. Man fand das Christentum gut, weil es den mächtigsten aller Götter verehrte und man sich selbst als Eroberer gut darstellen konnte, wenn man im Zeichen dieses Gottes unterwegs war – das ein ganz anderer Lebensstil notwendig wäre … ein armer, demütiger, bescheidenerer … um im Dienste jenes mächtigsten Gottes unterwegs zu sein, wurde immer flugs ausgeblendet.

Heute haben wir einen anderen Leitsatz, die Kultur wird ehrlicher, die Masken fallen. Einfach mal heute fünf Minuten Werbung schauen, der Leitsatz ist in voller Front mehrfach zu finden:

Vergiss Deinen Nächsten, liebe Dich selbst! 

Er wird nicht so formuliert … aber auf diesen kleinen, gemeinsamen Nenner lässt sich die Botschaft des amerikanischen Traumes reduzieren. Die Kirchen müßten Amok laufen gegen diese Botschaft – wer jedoch den neuen Altarraum der Kirche studiert, den neuen Thron des Papstes, der mag erahnen, das auch die Kirche selbst sich dieser neuen ethischen Maxime beugt (ein Foto der diabolisch wirkenden Inneneinrichtung unserer katholischen Nachbarn findet man beim Kopfständlerblog).

Mal an sich selbst denken, sich selbst mal was Gutes tun … wie oft hören wir das jeden Tag? Zehnmal – hundertmal? Man stelle sich vor, wie die Welt aussehen könnte, wenn man die altchristliche Botschaft genauso vertreten würde wie den … äh … ja, den Leitsatz des Antichristen.

Mit solch´ einem Satz ausgestattet – der vor allem in reicheren Schichten der Gesellschaft völlig akzeptiert ist – fällt es einem leicht, auch mal eben zwanzig niedliche kleine Menschenleben zu beenden. Warum eigentlich nicht, wenn es mir gut tut? Wenn ich gerade „Bock drauf“ habe? Wenn es „mein Weg“ ist? Wenn ich das zu meiner Selbstverwirklichung und Selbsterfahrung brauche?

Der moralische Verfall einer Gesellschaft fordert seinen Preis – gerade bei jungen Menschen, die noch nicht so gefestigt und erfahren sind, das sie sich selbst ethische Maßstäbe setzen können – eigentlich setzen sie nur um, was die Gesellschaft ihnen vorlebt … und diese Gesellschaft wird aktiv und bewusst gestaltet.  Die Marketingabteilungen brauchen den Egomanen, um das Märchen vom unendlichen und unbegrenztem Wachstum durchzusetzen, deshalb wird er in breiter Front gefördert – und wir Dumpfbacken sitzen täglich freiwillig dreieinhalb Stunden vor dem Unterweisungsapparat, um diese Botschaft über uns ergehen zu lassen.

Eine Apothekerin hat im Spiegel vor drei Jahren die Folgen dieser Botschaft einmal ausdrücklich geschildert:

Westermann war eine Getriebene, ihr Ziel: nichts weniger als das perfekte Leben. So wie im Fernsehen, in der Werbung. „Es sollte das Beste herausspringen, überall, das beste Haus, das beste Auto, die besten Kinder.“

Goebbels wäre stolz auf dieses Volk – aber über Parallelen zwischen dem Dritten Reich und unserem Alltag dürfen wir ja auch nicht mehr all zu sehr nachdenken … wir würden uns auch erschrecken, wenn wir die Dimensionen sehen würden, in denen hier schon wieder Massenmord versucht wird.

Massenmord?

In DEUTSCHLAND?

Undenkbar, höre ich jetzt schon die Zuhörer raunen.

Unddenkbar, aber wahr. Nun – es läuft nicht unter der Kategorie Massenmord. Die Anwendung dieser Kategorie würde uns noch entsetzen (bei der Vernichtung von Juden, Zigeunern, Arbeitslosen, Geisteskranken und Linken wurde sie ja auch nicht offiziell angewandt), noch ist die mediale Umerziehung des Volkes, die Re-Barbarisierung der Nation nicht vollständig abgeschlossen … aber man arbeitet ohne Unterlass daran. Die Kategorie, unter der unser Massenmord läuft, ist die Kategorie des „Förderns und Forderns“ bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die in ihren extremen Exzessen dazu führt, das ein unglaublicher Massenmord an deutschen Arbeitslosen in die Tat umgesetzt wird, am hellichten Tage, ohne das die Weltöffentlichkeit davon Kenntnis erhält. Bevor wir jedoch zu den Details dieses Massenmordes kommen, ein Blick nach Syrien, wo der Krieg noch heißer ist. Auch hier hilft uns der Spiegel:

Nach tagelanger Belagerung haben islamistische Aufständische die Infanteriebasis Muslimijeh etwa 16 Kilometer nördlich der Millionenstadt Aleppo eingenommen. „100 Soldaten haben wir gefangengenommen, 150 weitere haben sich uns angeschlossen“, teilte die aufständische Tauhid-Brigade mit. Nachdem die Armeebasis tagelang von allen Versorgungsrouten abgeschnitten gewesen sei, habe der Hunger die Eingeschlossenen zur Aufgabe bewegt.

Hunger ist eine Waffe, eine tödliche und sehr effiziente Waffe. Nur wenige Tage echten Hungers genossen … ganze Armeen geben sich geschlagen. Deutsche Arbeitslose müssen aber nicht nur wenige Tage mit wenig auskommen – im Bericht über das Schicksal des Herrn Hennemann erfahren wir, das man inzwischen von ZEHNTAUSEND deutschen Bürgern „fordert“, so mögen doch bitte mal drei Monate ohne Wohnung und ohne Essen auskommen, danach dürften sie sich wieder bei der Behörde zur Armutsverwaltung melden.

Es sind nicht nur Erwachsene, die  hier mit der passiven Waffe Hunger bedroht werden, auch Kinder fallen dem zum Opfer (aufgrund technischer Probleme habe ich gerade keinen Zugang zu der Schilderung der Kleisterhexe Runa, die im Rahmen eines Kommentars von dem Schicksal einer allein erziehenden Mutter berichtete, die aufgrund der Arbeitsverweigerung ihres pubertierenden Sohnes TOTALSANKTIONIERT wurde … zwei weitere Kinder waren inbegriffen) – mitten in Deutschland zur Weihnachtszeit. 

Vergiss Deinen Nächsten, liebe Dich selbst! 

Der Leitsatz unserer modernen Kultur. Der Leitsatz, der der deutschen Kultur ihr Ende bringen wird und der – wenn die Egomanenkultur erstmal ins Pflegealter gekommen sein wird – noch einer ganz neuen Dimension von Horror den Weg bereiten wird. Gäbe es einen Antichristen – dies wäre seine Zeit.

10 000 Menschen im Winter obdachlos zu machen (nach dem Motto – jetzt sorgt mal eine Zeit lang für Euch selbst … wir sprechen uns vielleicht im Frühling wieder), ist nichts anderes als der Versuch eines MASSAKERS AN ARBEITSLOSEN. Nur Glück, Zufall, eine freigiebige Verwandschaft (die noch nicht die moderne Maxime antichristlicher Moral verinnerlicht hat), eine christliche Suppenküche oder gastfreundliche Nonnen (die gibt es in Aachen) können vor dem staatlich inszenierten Kältetod retten … und das ist nichts weniger als der

Versuch eines leisen Holocaust an Arbeitslosen 

 

Diesmal wird aber nachher keiner übrig bleiben, um zu sagen: wir haben alle nichts gewusst. Nicht, weil ich als Chronist dieser Zeiten weiterschreiben werde, sondern weil Deutschland als Folge dieser ethischen Haltung in schon ACHT JAHREN untergehen wird: wir haben zuwenig Kinder, um unsere Wirtschaft weiterhin am Laufen zu halten. Auch wenn der Weltuntergang 2012 ausbleibt (wir hätten ihn verdient, zweifelsohne), für Deutschland wird er ab 2020 einsetzen als glorreicher Triumph unserer Kinderfeindlichkeit (allerdings existiert dieser Artikel der WELT aktuell nicht mehr … „man“ hat wohl nachträglich gemerkt, das man das noch nicht ausplappern darf, weil dann der massive Abbau des Mittelstandes beginnen wird. Reste des Artikels findet man noch im Google-Suchergebnis).

Der dritte Weltkrieg, der schon jetzt pro Jahr mehr Opfer fordert, als der Nationalsozialismus samt Weltkrieg in sechs Jahren gefordert hat, tobt auch in deutschen Straßen. Wir nennen ihn nur nicht so … und dank fleißiger, stundenlanger Aufnahme staatlicher Desinformationskampagnen werden wir es auch erst ab 2020 in Deutschland merken, die Schlagzeilen dazu können wir schon jetzt der Presse entnehmen, siehe Welt:

In Griechenland leiden die Menschen unter der Kälte: Kaum jemand kann sich das teure Heizöl leisten. Wer kann, flieht aufs Land. In der Krise frieren besonders die Rentner.

Es sind immer dreister werdende Tricks, die die Wahrheit der Vernichtung der deutschen Wirtschaft im Sinne des Zingsgewinnes (eines schon zu biblischen Zeiten als ekelerregend und widergöttlich angesehenen Tanzes um das Goldene Kalb) verschleiern helfen – wie würde wohl der Zuschauer reagieren, wenn er erführe, das die Triumphmeldungen der Bundesagentur für Arbeitslosenkontrolle nur deshalb möglich sind, weil man den Titel  „Vollzeitarbeitsplatz“ jetzt schon mit 21 Arbeitsstunden in der Woche erhält … Zahlen, die früher einfach nur lächerlich gewirkt hätten.

Schauen wir aber nochmal zu Zahlen, die nicht ganz so lächerlich sind – hier bei junge Welt:

Der »World Food Report« der UN sagt: Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren, 57000 Menschen jeden Tag.

„Massenvernichtung in der Dritten Welt“ nennt Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, dies. Was würde er wohl über die zehntausend Totalsanktionierten in Deutschland denken. 

Wie viele Kinder – jene Menschen, die die Sonne in einem Raum aufgehen lassen können – sind gestorben, seit dem ich hier an diesem Artikel sitze?

EINTAUSENDSECHSHUNDERTZWANZIG – ein Witz gegenüber jenen zwanzig, die im Herzen das antichristlichen Imperiums gestorben sind … und es kommen jede Minute zwölf dazu. Ich kann nicht so schnell schreiben, wie die kleinen Würmchen sterben.

Gegenüber solchen Tatsachen wiegt der Fehler, auf einen Blender hereingefallen zu sein, wenig, denke ich.

Gegenüber solchen Tatsachen wiegt auch die Rettung der eigenen Ehre und Moral wenig … man wird umso mehr zum Täter, wenn man schweigt, nochmal Jean Ziegler:

Für die Völker des Südens hat der dritte Weltkrieg längst begonnen. Solange wir schweigen, sind wir Komplizen der Mörder.

Und eine besondere Botschaft für Deutschland:

Da möchte ich Deutschland hervorheben: Dieses Land ist die wohl lebendigste Demokratie Europas und immerhin die drittgröße Wirtschaftsmacht der Welt. Das Grundgesetz gibt alle Waffen in die Hand, um die mörderischen Mechanismen, die Millionen Menschen durch Hunger töten, auf demokratischem und friedlichem Wege zu brechen. Karl Marx sagt: »Der Revolutionär muß imstande sein, das Gras wachsen zu hören« – der Aufstand des Gewissens in Europa steht bevor.

Was Jean Ziegler wohl noch nicht weiß: dank Agenda 2010 hat der dritte Weltkrieg auch schon die deutschen Bürger erreicht. Noch sind es nur zehntausend, die im Winter 2012 dem Hunger- und Kältetod im Sinne der Disziplinierung der deutschen Nichtmillionäre preisgegeben wurden – doch ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht … eher das Gegenteil ist der Fall.

Wir aber wissen, warum die Agenten der US-Wirtschaft neben der Deregulierung der Finanzmärkte Hartz IV eingeführt haben: die lebendigste Demokratie in Europa ist den Finanzmärkten ein Dorn im Auge, deren Selbstverständnis offenbart sich aktuell wieder in dem Fall des Deutschen-Bank-Chefs Fitschen, dessen Dreistigkeit sogar die CDU entsetzt, siehe Spiegel: offen wird hier von Herrn Fitschen Immunität und rechtsfreier Raum für Finanzbanditen gefordert, Finanzbanditen, die nicht weniger Mörder sind als jene, die im Mittelalter kurz vor Winterbeginn die Getreidespeicher angezündet haben – auch dann, wenn man davon absieht, das sie mit Spekulationen auf Nahrungsmittel ganz direkt Massenmord begehen.

Ich weiß nun, das viele dort draußen die Nase voll von Worten haben.  Man möchte Taten sehen, am liebsten bewaffnete Banden, die ganz schnell den Saustall Deutschland aufräumen, der sich seit 1990 zu einem Alptraum entwickelt hat. Damit würde man der lebendigsten Demokratie in Europa den Todesstoß versetzen … ganz im Sinne der Banditen.

Was im Moment viel wichtiger ist, viel zielführender, ist die Schaffung eines Gegenbewußtseins, primär der Kampf gegen das erste Gebot des Antichristen (ja, man sollte nicht darauf verzichten, die „Gläubigen“ durch Aufklärung mit ins Boot zu holen – ihr Gewissen ist noch sehr lebendig):

Vergiss Deinen Nächsten, liebe Dich selbst! 

Wer also wirklich etwas tun will, der kopiere diesen Artikel … und lege ihn in den Briefkasten des Nachbarn. Nein – mir geht es nicht um Beförderung meiner Person, deshalb bin und bleibe ich anonym und werde weiterhin Einladungen der Systemmedien ablehnen. Es geht mir um die Verbreitung von Information, darum, mehr Menschen heranzubilden, die „das Gras wachsen hören“.

Erst wenn wir genug Bewußtsein in der Republik haben, werden wir die Macht haben um die mörderischen Mechanismen, die Millionen Menschen durch Hunger töten, auf demokratischem und friedlichem Wege zu brechen.

Und vielleicht sollte jemand auch den Herrn Ziegler mal über die wahren  Zustände in Deutschland aufklären … wie es scheint, hat dies auch der Herr Alt nötig.

Aber das hat der Frank Ullrich mit viel weniger Worten als ich sie mache ja schon eindringlich beschrieben.

Vielen Dank dafür.

Und was mich persönlich angeht: ich habe grüne Augen. Graugrün, aber grün – und denen kann ich nicht entkommen, siehe Yahoo:

Grüne Augen haben nur etwa vier Prozent  der Weltbevölkerung. Dafür werden die wenigen mit dem Grünschimmer besonders gelobt: Sie sollen intelligent sein und, aufgrund der Seltenheit der Augenfarbe, etwas Mystisches an sich haben. Grünäugige Menschen gelten außerdem als verschlossen, freiheitsliebend und energetisch.

Für den kurzen Moment der Blauäugigkeit (siehe oben) möchte ich mich entschuldigen – aus der Ferne wirken meine Augen wirklich eher blau.

Sind sie aber nicht.

PS: verreckte Kinder am Ende des Artikel: 2520.

 

 

 

 

Ralf Boes, ein Mensch bei Maischberger – die fein geplante mediale Hinrichtung des neuen Stauffenberg

Freitag, 7.12.2012. Eifel. Schneechaos - sagt die Taxifahrerin, die heute morgen da war. Ok - ich bleib zu Hause. Kann ich mir erlauben. Bin ich auch sehr dankbar für - das ist schon ein feines Land, in dem wir leben. Doch, wirklich - das muss man mal anerkennen. In den USA zum Beispiel wird es immer schlimmer - nur erfahren wir darüber primär nicht viel, weil das unsere Vorbildkultur sein soll - Hartz IV, Deregulierung der Finanzmärkte, Afghanistanabenteuer ... das haben wir ja unserem großen Bruder zu verdanken. 1997 war ich Teilnehmer ein Korruptionsreise der Pharmaindustrie, wir fuhren ein Dutzend Ärzte durch die USA. Mitten in Washington wurden wir von einer Gruppe (mindestens fünfzig) amerikanischer Bürger angegriffen, weil wir in das falsche Viertel gefahren waren. Es war eine Szene wie in einem Endzeitfilm, sie hat - neben anderen Ereignissen - mein Bild von den USA nachhaltig geprägt ... und obwohl ich die Bürger der USA wegen ihrer Freiheitsliebe, ihrer Offenheit Fremden gegenüber und ihrer Hilfsbereitschaft sehr schätze (ihre "upperclass" allerdings überhaupt nicht - und die Großmachtpolitik erst recht nicht), möchte ich nicht, das wir in Deutschland amerikanische Verhältnisse kriegen. Zu schnell vergessen wir, das Hartz IV nur ein Teil des Paketes ist - die Deregulierung, die uns die größte Weltwirtschaftskrise seit den dreissiger Jahren eingebracht hat (eine Krise, die noch lange nicht zu Ende ist und den deutschen Staat in den Ruin zu treiben droht),  ist das Hauptpaket gewesen ... Hartz IV hat nur geholfen, dem Widerstand den Boden unter den Füssen zu entziehen.

Freitag, 7.12.2012. Eifel. Schneechaos – sagt die Taxifahrerin, die heute morgen da war. Ok – ich bleib zu Hause. Kann ich mir erlauben. Bin ich auch sehr dankbar für – das ist schon ein feines Land, in dem wir leben. Doch, wirklich – das muss man mal anerkennen. In den USA zum Beispiel wird es immer schlimmer – nur erfahren wir darüber primär nicht viel, weil das unsere Vorbildkultur sein soll – Hartz IV, Deregulierung der Finanzmärkte, Afghanistanabenteuer … das haben wir ja unserem großen Bruder zu verdanken. 1997 war ich Teilnehmer ein Korruptionsreise der Pharmaindustrie, wir fuhren ein Dutzend Ärzte durch die USA. Mitten in Washington wurden wir von einer Gruppe (mindestens fünfzig) amerikanischer Bürger angegriffen, weil wir in das falsche Viertel gefahren waren. Es war eine Szene wie in einem Endzeitfilm, sie hat – neben anderen Ereignissen – mein Bild von den USA nachhaltig geprägt … und obwohl ich die Bürger der USA wegen ihrer Freiheitsliebe, ihrer Offenheit Fremden gegenüber und ihrer Hilfsbereitschaft sehr schätze (ihre „upperclass“ allerdings überhaupt nicht – und die Großmachtpolitik erst recht nicht), möchte ich nicht, das wir in Deutschland amerikanische Verhältnisse kriegen. Zu schnell vergessen wir, das Hartz IV nur ein Teil des Paketes ist – die Deregulierung, die uns die größte Weltwirtschaftskrise seit den dreissiger Jahren eingebracht hat (eine Krise, die noch lange nicht zu Ende ist und den deutschen Staat in den Ruin zu treiben droht),  ist das Hauptpaket gewesen … Hartz IV hat nur geholfen, dem Widerstand den Boden unter den Füssen zu entziehen.

Ein Beispiel über die aktuellen Verhältnisse in den USA? Habe ich heute morgen frisch aus dem Kernland des Kapitalismus bekommen:

Unsere Enkelin erzählte am Telefon von einer Attacke zweier junger Männer, die versucht hatten, mit ihrem SUV ihren Wagen abzudrängen und sie mit mit häßlichen sexuellen  Gesten bedachten, als sie wie wild hupte um wenigstens die Aufmerksamkeit anderer auf den Vorfall zu ziehen.  Aber Hilfe wird auch nicht mehr gegeben.  Die Menschen haben Angst vor solchen Typen, die zumeist Waffen haben oder unter Drogen stehen.
 
Denver muss total durchgeknallt sein. Sie war in Aurora, um einen Eil-Brief bei  Federal Express aufzugeben.  Aurora ist ein schlimmer Part in Denver. Das ist da, wo vor einigen Monaten der Massenmord im Kino stattfand.
 
Man muss wirklich vorher feststellen, wo das nächste Polizeirevier ist und im GPS einspeichern.   Der Rat wurde  den Einwohnern in Los Angeles gegeben.  Hinfahren zum Revier und wie wild hupen,  den Wagen verschließen aber nicht  verlassen.  Die Polizisten sind dann gehalten, sofort bewaffnet auf die Straße zu laufen, um zu helfen.
 
Was ist das für eine unzivilisierte Gesellschaft.  Ich fürchte, dass wir bald auch solche Zwischenfälle in Europa haben werden.
Soviel also zum Sittenbild einer barbarischen Gesellschaft. 

Wir hören viel zu wenig über den Alltag im Paradies des Kapitalismus, weil auch das zum Paket „Deregulierung“ gehört. Ist wie bei Medikamenten: die Nebenwirkungen werden zum Zwecke der erfolgreichen Vermarktung maximal heruntergespielt.

Nun hatte ich ja derzeit recht plakativ über den neuen Stauffenberg berichtet, der seinem Namen alle Ehre macht. Er wird jetzt gerade hingerichtet – wie zu erwarten – und zwar medial. Die Medien haben erkannt, welche Gefahr von einem Helden ausgeht. Man weiß, das es dem Widerstand gegen Hartz IV an Führungspersonen mangelt – und seit diesem vermaledeiten Hitler weiß man, wie gefährlich gute Redner werden können, die den Traum vom gerechten König ausnutzen, die Mythen von Robin Hood … oder Jesus Christus. Nicht auszudenken, wenn der Junge öffentlich verhungert … und das bei einer Zahl von 71 % der Bevölkerung, die Hartz IV ablehnen.

Zu groß die Zahl? Nicht bei 42 Millionen, die in den Datensätzen der Jobcenter mitlerweile aufgelaufen sind – da dürfte fast die ganze deutsche Jugend drunter sein. Und nicht bei der spitzenmäßig miserablen Qualität der Beratung, die Antenne Hessen in ihrem Exklusivbericht aufgedeckt hat. Hartz IV ist der größte Murks, den je eine deutsche Regierung verbrochen hat – und das will schon etwas heißen. Die Regierung aber weiß das. Die Chefredakteure wissen das. Die Reichen wissen das. Sie wissen auch, das wir in Europa amerikanische Verhältnisse bekommen, wenn wir uns nicht gegen die Ausplünderung von Hedgefonds wehren. Was sie aber gleichzeitig wissen: unser Geldsystem ist durch die Deregulierung so fest in ausländischer Hand (was wir fast täglich durch Straf-Ratings erleben dürfen, die uns unser mühsam erspartes Vermögen kosten) das wir uns Widerstand gar nicht leisten könnten … es sei denn, wir brechen total mit der westlichen Werte- und Wirtschaftsgemeinschaft und entziehen uns ihren Geschäften. Doch das traut sich keiner zu riskieren, zu schön sind auch die Renditeverlockungen, die auch gut bezahlte Politiker, Gewerkschaftsbosse, Ärzte, Parteifunktionäre und Unternehmergattinnen ködern.

Ein Beispiel? Ein Gewerkschaftsboss verdient laut Süddeutscher Zeitung bis zu 260 000 Euro im Jahr. Zum Leben braucht man aber nur knapp 1000 Euro im Monat. Was macht er mit dem Rest? Anlegen. Genauso die wie Fernsehleute, die mit ihren Spitzengagen jeden Gewerkschafter locker schlagen … was dort an Zwangsbeitragsgeldern großzügig verteilt wird, ekelt sogar den Fokus an:

Nicht anders der Fall der ehemaligen„Sportschau“-Moderatorin Monica Lierhaus.Allein für die sonntägliche Verkündung der Wochengewinner und die zweimalige wöchentliche Werbung für die Lotterie erhält die ehemalige Moderatorin eine Jahresgage in Höhe von 450 000 Euro…

Selbst Tiere bekommen im Fernsehen Geld. Egal ob Katze, Hund oder Rindvieh. Mit etwa 450 Euro pro Drehtag können alle Hundebesitzer rechnen. Ein Schlag ins Gesicht für jeden Hartz-IV-Empfänger….

Günter Jauch ist durch diesen Trend zum Mulitmillionär geworden, seine Nachfolgerin Sonja Maischberger dürfte auch nicht schlecht dastehen (siehe Augsburger Allgemeine).  Alle diejenigen, die die Wahrheit über die Ausplünderung Deutschlands verkündigen könnten, werden mit genügend Spielgeld bedacht, um im großen Kasino mitmischen zu dürfen. Auch Markus Söder dürfte richtig abräumen – für solche Gelegenheiten gibt es ja solche Positionen wie den bayrischen EU-Minister (siehe Gavagai). Die Lobbyisten der Deregulierung gießen Geld mit großen Giesskannen aus, damit auch wirklich jeder etwas davon hat. Auch das ist made in USA: man gibt solange Geld, bis jeder Widerstand ausgelöscht ist.

Und dieses Geld verformt Bewußtsein schon ganz von allein … auf einmal hat man doch ein Ohr für den Anlageberater, findet den AWD samt Maschmeyer ganz in Ordnung, weil das eigene Vermögen ganz von alleine wächst … ohne das man auch nur einen Handschlag dafür tun muss: Geldgeschenke vom Kapitalismus für ausgesuchte Mitarbeiter. Solche Leute solidarisieren sich auch ganz schnell … immerhin hat man viele Gemeinsamkeiten, die sich das niedere Volk schon rein finanziell gar nicht leisten kann … nur selten gibt es mal Unregelmäßigkeiten in der Eintracht, siehe Wikipedia:

Am 3. November 2012 schrieb der Spiegel, dass Söder in seiner Zeit als Generalsekretär von 2003 bis 2007 mehrfach versucht haben soll, auf die Berichterstattung des ZDF Einfluss zu nehmen; unter anderem sei deswegen ein Anruf beim ZDF-Intendanten Markus Schächter erfolgt. Söder war zu dieser Zeit Mitglied des ZDF-Fernsehrats. Dabei habe Söder auch versucht, Einfluss auf die Gästelisten im ZDF-Morgenmagazin und in der politischen Talkshow Maybrit Illner zu nehmen. 

Mit der Gästeauswahl bei Maischberger  sollte er wohl zufrieden sein: mit Herrn Alt hatte man einen jovialen älteren Herren, der dem jugendlich wirkenden neuen Stauffenberg altväterlich Schutz vor Obdachlosigkeit und Hunger zusagte, während die Moderatorin – sicher ganz ohne Hintergedanken – den Herrn Söder mit einem Punkerposter als aufgeschlossenen und hochtoleranten Vertreter eine sehr humanen Gesellschaft zeigte.

„Wer arbeitet, ist der Dumme“ – so der Titel der Sendung, in dem einer der bekanntesten deutschen Arbeitslosen öffentlich hingerichtet werden sollte. Der Punk Marcus Söder dürfte dem zugestimmt haben … immerhin hat er sich auch vor harter Arbeit gedrückt. Die harte Arbeit seines Vaters hat er zwar gelobt, aber selbst war ihm das doch – ganz Punk – etwas zuwieder:

Söder wurde als Sohn des Maurermeisters Max Söder und der Hausfrau Renate Söder geboren. Er hat noch eine Schwester namens Heike. Seine Mutter starb 1994, sein Vater 2002. Den väterlichen Baubetrieb zu übernehmen, kam für ihn nicht in Frage. So leistete er nach dem Abitur 1986 zunächst seinen Wehrdienst ab und begann 1987 ein Studium der Rechtswissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Dieses beendete er 1991 mit dem ersten juristischen Staatsexamen. Danach war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Staats-, Verwaltungs- und Kirchenrechtan der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg tätig. Anschließend absolvierte er bis 1993 ein Volontariat beim Bayerischen Rundfunk und arbeitete danach als Redakteur.

Ein Kollege von Frau Maischberger, der auch in seinem Leben – anders als sein Vater – nie richtig gearbeitet  hat, sondern lieber den bequemen Weg nahm, sich vom Steuerzahler auf den unterschiedlichsten Wegen finanzieren zu lassen.

Doch es wurde noch mehr aufgeboten, um dem neuen Stauffenberg aufzuhalten: diesmal wollte man ihn erledigen, noch bevor er überhaupt sein Haus verlässt, um eine Bombe zu legen … jene Bombe, die das System der Selbstbereicherung auf Staatskosten zum Erliegen bringen könnte.

Dafür hatte man eine besondere Geheimwaffe bereitgehalten, die schon länger durch die Medien gereicht wird: Frau Ralfs … ihres Zeichens angeblich nur Putzfrau. Sie war schon im ZDF – siehe Theeuropean:

Am Mittwoch zeigte das Zweite Deutsche Fernsehen in seinem „heute journal“ eine Frau in den besten Jahren, die als Reinigungskraft arbeitet, Nachtschicht. „Heidi Ralfs fährt zur Arbeit, wenn andere in den Feierabend gehen“, erläuterte der Reporter und nannte den Tariflohn von 8,82 Euro. „Nicht sehr viel, aber für Heidi Ralfs besser, als bei Ämtern und Behörden um Sozialleistungen bitten zu müssen.“ Frau Ralfs: „Wenn es einem schon mal richtig schlecht gegangen ist, dann ist man auch froh um diesen Job, dass man nicht mehr das Innere nach außen kehren muss, verstehen Sie, dass man keinen fragen muss um das Geld.“

Für die Hinrichtung wurde Frau Ralfs wohl noch extra gebrieft, in der Welt erfahren wir mehr über sie:

Der Arbeitstag von Heidi Ralfs beginnt, wenn andere Feierabend machen. Jeden Nachmittag um fünf Uhr steigt die 58-Jährige mit drei Kollegen in einen Ford Transit und startet zu ihrer allabendlichen Tour durch Flensburg. Während in den Büros der Stadt nach und nach die Lichter ausgehen, macht Ralfs die Runde und schaltet sie wieder ein. Holt Staubsauger, Eimer und Wischlappen aus dem Besenschrank und putzt bis morgens um zwei. 8,82 Euro plus Zuschläge verdient Heidi Ralfs pro Stunde, den Tariflohn für Gebäudereiniger. Für Heidi Ralfs ist das viel. Früher mal hatte sie in der Seefahrt gearbeitet. Dann blieb sie zu Hause, um ihre Eltern zu pflegen, bis zum Ende. Und durchstand selbst drei Krebserkrankungen. Als sie dann, nach fünf Jahren ohne geregeltes Einkommen, wieder einen Job suchte, erhielt sie nur Absagen. Nun hat sie doch noch einen Job gefunden, bei der Flensburger compact Service Gruppe, deren 1200 Mitarbeiter alle sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Im Monat kommt sie auf 1300 bis 1500 Euro netto. Sie leide keinen Hunger, könne ihre Rechnungen zahlen und sich sogar einen Urlaub leisten. Und nicht mehr auf staatliche Leistungen angewiesen zu sein, macht sie stolz. Es gebe in Deutschland zwar eine große Kluft zwischen Arm und Reich. „Aber durch Fleiß kann man die Treppe hochsteigen“, sagt die 58-Jährige. „Es geht nicht nur um Geld“, sagt sie, „sondern auch um Anerkennung.“

In der Sendung hieß es noch, sie verdiene kaum mehr als Hartz IV … 1300 Netto sind aber deutlich mehr. Nun gut – zur Hinrichtung unseres Stauffenberg brauchte man andere Zahlen, das verstehe ich schon. Da braucht man auch nicht darauf hinweisen, das die gute Frau Ralfs auch fünf Jahre „auf Stütze“ gelebt hat und jetzt vor lauter Dankbarkeit zerfließt, weil sie genau jenes Elend durchleben musste, vor dem unser Stauffenberg sie retten wollte. In der Wissenschaft nennt man das das Stockholm-Syndrom:

Unter dem Stockholm-Syndrom versteht man ein psychologisches Phänomen, bei dem Opfer von Geiselnahmen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen. Dies kann dazu führen, dass das Opfer mit den Tätern sympathisiert und mit ihnen kooperiert.

Wie brav sie immer zur rechten Zeit ihren Herren zulächelt und den neuen Stauffenberg mit Missachtung straft … weil der sich nicht bei einem Zeitarbeitsvermittler mit Standort in Deutschland und … Polen verdingt (siehe „über uns“ der Firma).  Opfer mit Stockholm-Syndrom kann man sogar dafür benutzen, ihre eigenen Folterer zu lieben: das dann öffentlich aufzuführen, macht jeden Terror gesellschaftsfähig und jede Vergewaltigung zum Beglückungsakt.

Ich kenne viele Mensche, die so denken, weil sie den Kämpfen mit harten Bandagen auf dem Arbeitsmarkt nicht gewachsen sind und froh und dankbar sind, eine Nische gefunden zu haben, in der sie für wenig Geld Unterschlupf finden, anstatt sich mit ihren Fähigkeiten (richtig putzen zu können ist eine Kunst, die nur wenige verstehen) als Konkurrenz zum Zeitarbeitsgiganten aufzustellen.

Natürlich brauchte man zur Komplettierung der Runde noch eine Linke, von der man wusste, das sie Differenzen mit dem Delinquenten hatte. Die wurden auch offen angesprochen, um die Linke öffentlich von der Wahnsinnsidee des Bedingungslosen Grundeinkommens abzugrenzen. Noch ein Punkt für die Systemschoner.

Nicht fehlen durfte natürlich auch eine klassische Leistungsträgerin – eine Millionärsgattin, die mit dem Geld des Großhändlers für Lacke und Farben ein eigenes, kleines Geschäft aufbaut, um  nicht völlig als nutzloses Anhängsel des Vermögens ihres Gatten dazustehen. Auch sie ist medienerfahren:  ob es um das perfekte Promi-Dinner geht, peinliche Slip-Blitzer einer Frau, die mit Gewalt wie Paris Hilton wahrgenommen werden möchte oder ob sie bei Maischberger im Jahre 2011 über Möpse philosophiert (siehe Süddeutsche): die Frau beweist regelmäßig ihre Qualitäten.

In diese Wolfsgrube wird nun unser Herr Stauffenberg eingeladen …  analog dazu wäre das Bild von vier Gestapoleuten, die ihn mit der Begründung abholen: „Herr Stauffenberg: der Führer möchte mit ihnen persönlich ihre Umsturzpläne besprechen“ … immerhin war er gewarnt, aus diesem Grund hatte er auch eine Richtigstellung zu Angaben seiner Person an das ARD gesandt (siehe Homepage Ralph Boes, Eintrag zum 2.12.2012)

Man hätte vielleicht einfach auch mal brisante Leute einladen können, die uns kurz erklären, warum Arbeit im Jahre 2012 nicht die erste Wahl der Freizeitbeschäftigung sein sollte, z.B Peter Straub, siehe Karriere.de:

Herr Straub, Sie sagen, dass sich der Kapitalismus reformieren, zum Kapitalismus 2.0 werden muss. Warum?

Die jetzige Form hat uns schnurstracks in die Krise geführt. Die Vorgaben des Wirtschaftssystems führen zu extremem Kurzfristdenken. Durch das Quartalsdenken werden etwa die Ausgaben kurzfristig eingefroren, um die Zahlen aufzuhübschen; Restrukturierungen werden von den Finanzmärkten begrüßt, beeinträchtigen jedoch die langfristige Unternehmensentwicklung. Die Idee vom Shareholder-Value suggeriert, dass Unternehmen einzig ihren Investoren verantwortlich sind. Heute sind das auch Investoren, die eine Aktie zum Teil nur noch Bruchteile von Sekunden halten. 

Und gerade solche Investoren sind … diejenigen, die zu der Talkshow eingeladen wurden. An jenem Wahnsinn, dem langfristige Unternehmensentwicklung völlig egal sind, verdienen alle diejenigen, die ihr Geld anlegen – und deshalb bekommt Frau Ralf keine 18,82 Euro die Stunde, die sie für ihre Arbeit verdient hätte. Doch doch – meine Mutter hat in dem Alter auch als Putzfrau gearbeitet – ich weiß, wovon ich rede. Und sie soll jetzt mit 78 den Schneedienst der Gemeinde für ihre Straße übernehmen – ohne Bezahlung. Sollte auch noch mal erwähnt werden.

Ein Mensch wie Herr Straub hätte dem Ergebnis aber geschadet … und so konnte sich ein Herr Alt als weiser alter Mann profilieren (ein elder statesman, den man kaum besser hätte erfinden können), der den fleissigen deutschen Arbeitslosen vor unserem Stauffenberg in Schutz nahm, der Punk Söder durfte seine persönliche Sympathie bekunden, musste aber deutlich zu verstehen gehen, das der liebe Ralph Boes nun wirklich nicht auch noch verlangen konnte, von Frau Ralfs durchgefüttert zu werden.

Schach Matt in vier Zügen – perfekt inszeniert. Ralph Boes hatte bei der Struktur von Anfang an keine Chance – selbst Kommunikationsprofis wären da gescheitert.

Und jetzt wird eingelocht – siehe Focus – mit großer Keule:

Was tun Behörden gegen dreisten Hartz-IV-Abzocker?

Job-Angebote von der Arbeitsagentur hält Ralph Boes für Zwangsarbeit – und macht sich seit sieben Jahren ein gemütliches Leben mit Hartz IV. Was machen die Behörden? Ihnen unterlaufen formale Fehler, Sanktionen müssen sie zurücknehmen….

Diese schlimmen Behörden auch. Die müssen jetzt ganz schnell ganz viel Druck aufbauen.

Ich gebe zu, das ich von dem Auftritt des Herrn Boes nicht begeistert war, noch seine politische Meinung umfänglich teile – aber was hier jetzt an Menschenjagd aufgeführt wird, ist einfach nur abscheulich.

Das erinnert an jene Berichte aus den USA, die ich heute erhielt: man kann ihm nur noch raten, schnell zur Polizei zu fahren, Türen und Fenster fest geschlossen zu halten und hoffen, das die Exekutivmacht der Gemeinde sofort mit gezogenen Waffen zur Hilfe eilt, um die Hyänen einer degenerierten Presse zu verjagen, bevor diese mitleidlosen Medienlumpen sein Leben völlig vernichten.

 

 

 

 

 

 

 

Ralph Boes, Brigitte Vallenthin und die dringende Suche nach Totalsanktionierten: bitte umgehend melden!

Samstag, 1.12.2012. Eifel. Ich wollte heute ja nichts schreiben.  Habe eine schwere Reise hinter mir, viel Arbeit, bin sehr erschöpft und endlich einen Tag Ruhe. Bin froh, das ich gestern noch eben kurz in aller eile meine nationalsadistischen Leser anbellen konnte und wäre froh, wenn die jetzt anderswo zum Deutschtümeln antreten.  Will ja nicht irgendwann als Förderer menschenfressender Bestien Besuch vom Verfassungsschutz bekommen - gerade als jemand, der die Verfassung liebt und zu schützen trachtet, wäre mir das sehr peinlich - und außerordentlich demotivieren.  Ich bin auch zu sehr Pragmatiker, als das die Legenden von meiner angeblichen Reichszugehörigkeit aufgrund spitzfindiger Paragraphenauslegung (motiviert durch nationalgeifernde Führerverliebtheit) und der Nichtexistenz der BRD mir irgendetwas bedeuten würden: diese nicht existerende BRD greift nämlich ganz schön aktiv in mein Leben ein und sucht ständig neue Wege, sich an mir zu bereichern - und wenn ich mich dem zu entziehen versuche, kann die ganz schön rabiat werden. Eine Raubkultur, sicherlich - aber eine echte, existierende mit einem gut durchdachten und schützenswertem Grundgesetz und einer ganzen Bande von widerlichen Zecken, die sich daran bereichern wollen (ja, ich mache hier mal den Clement und vergleiche Menschen mit Parasiten - wenn der das darf und dabei Karriere macht, dann ist dieser Vergleich mehr als gerechtfertigt). Wir wissen, woher diese Raubkultur kommt: aus den USA. Wir sind nicht das erste Land, das ihr zum Opfer fällt - in Argentinien wurde das Ganze schon mal durchexerziert - wir werden eher eins der letzten Länder sein. Es sind auch nicht die USA selbst, die dort anzuklagen sind. Genau wie Deutschland als Weimarer Republik einst aufgrund seiner vorbildlichen demokratischen Strukturen Schutz und Sicherheit für eine verbrecherische Bewegung bot, bietet der amerikanische Republik Schutz für Wirtschaftskriminelle in großem Stil - obwohl sie Korruption paradoxerweise deutlich stärker verfolgen als wir in der Bundesrepublik. Es ist wichtig, das wir diese Unterscheidung treffen, um nicht - wie geplant - unwillkürlich unseren Platz im großen Schachspiel der Superreichen einzunehmen.

Samstag, 1.12.2012. Eifel. Ich wollte heute ja nichts schreiben.  Habe eine schwere Reise hinter mir, viel Arbeit, bin sehr erschöpft und endlich einen Tag Ruhe. Bin froh, das ich gestern noch eben kurz in aller eile meine nationalsadistischen Leser anbellen konnte und wäre froh, wenn die jetzt anderswo zum Deutschtümeln antreten.  Will ja nicht irgendwann als Förderer menschenfressender Bestien Besuch vom Verfassungsschutz bekommen – gerade als jemand, der die Verfassung liebt und zu schützen trachtet, wäre mir das sehr peinlich – und außerordentlich demotivieren.  Ich bin auch zu sehr Pragmatiker, als das die Legenden von meiner angeblichen Reichszugehörigkeit aufgrund spitzfindiger Paragraphenauslegung (motiviert durch nationalgeifernde Führerverliebtheit) und der Nichtexistenz der BRD mir irgendetwas bedeuten würden: diese nicht existerende BRD greift nämlich ganz schön aktiv in mein Leben ein und sucht ständig neue Wege, sich an mir zu bereichern – und wenn ich mich dem zu entziehen versuche, kann die ganz schön rabiat werden. Eine Raubkultur, sicherlich – aber eine echte, existierende mit einem gut durchdachten und schützenswertem Grundgesetz und einer ganzen Bande von widerlichen Zecken, die sich daran bereichern wollen (ja, ich mache hier mal den Clement und vergleiche Menschen mit Parasiten – wenn der das darf und dabei Karriere macht, dann ist dieser Vergleich mehr als gerechtfertigt). Wir wissen, woher diese Raubkultur kommt: aus den USA. Wir sind nicht das erste Land, das ihr zum Opfer fällt – in Argentinien wurde das Ganze schon mal durchexerziert – wir werden eher eins der letzten Länder sein. Es sind auch nicht die USA selbst, die dort anzuklagen sind. Genau wie Deutschland als Weimarer Republik einst aufgrund seiner vorbildlichen demokratischen Strukturen Schutz und Sicherheit für eine verbrecherische Bewegung bot, bietet der amerikanische Republik Schutz für Wirtschaftskriminelle in großem Stil – obwohl sie Korruption paradoxerweise deutlich stärker verfolgen als wir in der Bundesrepublik. Es ist wichtig, das wir diese Unterscheidung treffen, um nicht – wie geplant – unwillkürlich unseren Platz im großen Schachspiel der Superreichen einzunehmen.

Die haben gerade ihren nächsten Zug geplant – er war leicht vorauszuahnen: der Rettungsschirm verliert seine Bonitätsnote, siehe Handelsblatt. Gut, Angela Merkel verspricht uns in der Welt, das sie uns immer sagt, wie die Lage ist, leider ist die Lage nur nicht immer so, wie sie sagt: das erfährt man gleich im nächsten Artikel der Welt, der uns plausibel darüber aufklärt, warum für Deutschland noch ganz schlimme Zeiten anstehen (siehe Welt). Das kann sich auch jeder selbst denken, der sieht, wie die Staaten purzeln: gerade hat Griechenland groß abgeräumt, da meldet sich Zypern und braucht zur Bankenrettung auch noch mal zehn Milliarden (siehe finanznachrichten.de).  Auch ohne Taschenrechner und Hauptschulabschluss kann man sich ausrechnen, was das für uns hier vor Ort heißt: der größte Raubzug der Menschheitsgeschichte läuft weiter, der in den achtziger Jahren im Spiegel angekündigte Run des US-Kapitals auf die deutschen und europäischen Sozialsystem läuft via EU ungebremst fort.

Viele interessieren sich nicht für diese Zusammenhänge, fürchten sich vor dem gezielt produzierten Etikett „Verschwörungstheorie“ und fürchten mit jenen Spinnern in einen Topf geworfen zu werden, die uns erklären, wie Nazi-Ufos aus der Arktis uns vor den Chemtrails retten: im Rahmen dieser Furcht vergessen sie aber, das große (also: superreiche) Menschen große Pläne machen – und ganz viele Arme (Anwälte, Unternehmensberater und Arbeiter) ihnen dabei helfen, um selber etwas von dem Kuchen ab zu bekommen – man siehe sich nur die üppigen Weihnachtsgeldzahlungen an, mit denen die schrumpfende Zahl der Vollzeitangestellten zu Systemgewinnern wird (siehe Handelsblatt), wofür die sich bei der nächsten Wahl bedanken. Viele haben auch schon längst Aktien von ihrer Firma und fühlen sich wie Rockefeller persönlich, ohne zu sehen, das sie für Weihnachtsgeld und Firmenanteile einen sehr viel höheren Preis bezahlen, als der ganze Ramsch wert ist: ihr Land wird vor ihren Augen ausgeplündert (wie alle anderen europäischen Staaten auch), der Staat zerbricht immer weiter und verliert immer weiter an Substanz und aus der einst zu heiligen, schützenswerten Familie ist die … kalte, nüchterne „Bedarfsgemeinschaft“ geworden: eine kulturelle Revolution, die in den Medien kaum beachtet wird – dabei hat sie weitreichende Folgen.

Das System, das die Sozialsysteme zerschlagen hat um die Superreichenmästung voranzutreiben, nennen wir Hartz IV. Die Politiker erhofften sich Superinvestitionen von Superreichen, und öffneten ihnen alle Türen, die sie nur öffnen konnten, um sie in der deutschen Wirtschaft ungehemmt wüten zu lassen (was diese auch taten). Bezahlen sollten das die Arbeitslosen in Deutschland, die von den Medien mit einer Schmutzkampagne überzogen wurden, wie wir sie seit dem Dritten Reich nicht mehr erlebt haben (ein Vergleich, der die Leiden der Juden nicht schmälert, aber helfen kann, die Leiden der Arbeitslosen als den neuen Juden in Zukunft in Grenzen zu halten).  Dieses System war von Anfang an ein Ungeheuer, auch wenn es im Prinzip fürsorglich angedacht war. Es konnte aber nur Versagen, weil die Methoden der Mitarbeiterführung in einem Großkonzern nur ganz minimal auf den Sozialstaat zu übertragen sind … und dort, wo der Betrieb bei Minderleistern den Lohn kürzt, kann das Sozialamt nur die physische Vernichtung des Einzelnen beschließen … denn mehr hat der ja gar nicht.

Wie aktuell zu erfahren (und noch zu vertiefen) ist, haben die „Argen“, „Jobcenter“ und wie sie alle heißen im Jahre 2012 schon 42 MILLIONEN DATENSÄTZE gesammelt, Datensätze von deutschen Bürgern, die bis ins Detail über deren Vermögen informieren. Da wir nur 40 Millionen arbeitende Menschen haben, die arbeiten gehen, ist das eine erschreckende Zahl. Sicher – sie enthält viele Millionen, die nur kurz dort waren, viele Millionen, die inzwischen in Rente gehen, viele Millionen, die wieder selbständig sind oder als Künstler schon längst wieder arbeiten. Aber ist es normal, das wie mit einer solchen Zahl leben müssen? Wir Deutschen sind zu einem Volk von Sozialhilfeempfängern geworden, lediglich ein paar Millionen bekommen noch Weihnachtsgeld.

Offenbar sagt uns „Mutti“ doch nicht alles … was allein aktuell der frisierte Armutsbericht der Regierung zeigt. „Regierung“ und „Lügen“ werden in wenigen Jahren im allgemeinen Sprachgebrauch zu Synonymen werden – zu unterschiedlicher Wörtern mit gleicher Bedeutung, was heißt, das die Kinder sich auf dem Schulhof dann vorwerfen, der andere sei ein „Regierungssprecher“ anstelle des üblichen „Lügenbarons“.

Die Regierung muss auch lügen, sonst bekommt sie ihre Kredite nicht – und die Kredite braucht sie, um ihre Wähler zu bezahlen: die Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes, die wiederum dann dafür sorgen, das die Daten der Hartz-IV-Opfer eingesammelt werden.

Wo es bei Volkszählungen einen großen Aufstand gab, merkt hier keine mehr, das Daten in einem Umfang gesammelt werden, die jede Volkszählung zu einer lächerlich unwichtigen Aktion machen.

In diese Lage stößt nun ein Ralph Boes zu uns, ein Philosoph und Winzersohn, der aus der Altenpflege kommt und „Geistesschulungen“ anbietet. Er hat eine clevere Idee, die schon andere vor ihm hatten: ein Grundeinkommen muss her.

Das sehe ich genauso: nichts anderes ist nötig, um den Schutz des Bürgers (seiner Ernährung, Kleidung, Bildung, Versorgung mit Wasser und Nahrung sowie dem Erhalt der Infrastruktur) vor der internationalen Geldgier gewährleisten zu können. Bekommen wir das nicht, werden bald 42 Millionen Deutsche totalsanktioniert (Rentner dann aufgrund von Gesetzen, die heute erst angedacht werden), um die Schulden der EU-Staaten und die Sonnenkollektoren der Besserverdiener bezahlen zu können – oder die Strafzahlungen für hochsubventionierte Windkraftparks, die gar nicht am Netz hängen (noch so ein Selbstbereicherungsprojekt der deutschen Energiewirtschaft – siehe Spiegel).

Wir werden auch lernen müssen, beim Grundeinkommen anders argumentieren zu müssen – auch anders als Ralph Boes. Wir müssen die Wirtschaft um das Grundeinkommen herum konstruieren – und nicht schauen, wie das Grundeinkommen zur Wirtschaft passt. Wir sind ein Staat, eine Gemeinschaft – und kein Betrieb.

Nun – mit Grundeinkommen war Ralph Boes nicht so erfolgreich. Seltsamerweise. Aber er hat ja auch noch eine andere, persönliche Baustelle, die Sanktionierung als Hartz IV-Opfer. Da hatte er eine weitere, clevere Idee: den Gang nach Karlsruhe als Ergebnis seiner eigenen Totalsanktionierung. Der Fehler war nur: die Sanktionierung kam nicht. Überhaupt soll es in Deutschland nur 20 000 Totalsanktionierte geben – siehe Welt. Da hätte jeder Einzelne mehr als fünfzig Sanktionen erhalten … in einem Jahr eigentlich unvorstellbar. Das wäre jede Woche eine – wie soll das jetzt gehen.

Diese Idee des Ralph Boes fand ich gut – und seinen persönlichen Einsatz dabei erst Recht. Der Mensch lernt besser am Beispiel – und Philosophen sind in meinen Augen akzeptable Lehrer: dafür wurden sie ausgebildet. Er hat auch einen engen persönlichen Unterstützerkreis, der ihm den nötigen emotionalen Halt gibt, also habe ich ihn unterstützt, wo ich kann – sogar mein letztes Bargeld hat er bekommen (obwohl ich mir Spenden als armer Mensch gar nicht leisten kann) und ich habe etwas geschrieben über die bevorstehende Hinrichtung des neuen Stauffenberg – mit deutlich mehr Lesern als seine Initative Grundeinkommen wohl der beste Beitrag, den ich liefern konnte.  Strategisch gesehen, eine einzigartige Gelegenheit, eine breite Front des Widerstandes auf die Beine zu stellen, doch leider … scheiterte das an den typisch linken Zickereien. Man war nicht erfreut über den Vergleich mit Stauffenberg – den eine kleine sich für edel haltende Minderheit in Deutschland für einen Gangster hält. Das war er auch (ich hatte es auch angedeutet) – aber die absolute Mehrheit der Deutschen hält ihn für einen Helden: eine gute Gelegenheit, ihnen einen neuen Helden vorzustellen. Das war nicht erwünscht – wir wurden nicht in die Liste der Unterstützer aufgenommen. Nun – es gibt noch genügend Unterstützer, die es geschafft haben, in die engen Auswahlkritierien der Unterstützerblogs aufgenommen zu werden – wir haben hier einfach wieder zu viele Worte gemacht – auch nicht schlimm, da geht halt jeder seinen eigenen Weg.

Dann kam das erste taktische Desaster, was durch die übliche Weltfremdheit von Philosophen bedingt zu sein scheint: angeblich hungernd und darbend fuhr Herr Boes durch ganz Deutschland, präsentierte einen dynamischen, energischen und engagierten Vortragsredner und demonstrierte damit eindeutig: man kann selbst mit 37, 50 Euro im Monat noch gute Arbeit leisten. Die Professoren und Politiker, die eine Absenkung des Regelsatzes auf 120 Euro fordern, werden sehr hellhörig geworden sein.

Dann kam – als volle Breitseite – eine massive Kritik von Brigitte Valentin, die im Prinizip eins besagte: hier zieht ein Edelhartzer eine große Personality-Show auf Kosten der Normalsanktionierten ab. Ich schätze Brigitte Valenthin sehr –  und teile ihre Kritik vollkommen, weil ich ihre Perspektive verstehe. Naives Lob von ein-Euro-Jobs, Lücken bei den künstlich mit Gewalt konstruierten Sanktionierungen,  Bündnisse mit Behörden, pseudolinken Politikern, hartz-freundlichen Sozialverbänden und ein unkonsequentes Herumeiern (neben einem ungeschickten kokettieren mit dem geerbten Haus – das man auch gerne mir überschreiben kann, wenn es stört: ich kenne da einen, der sucht gerade eine ganz billige Wohnung, das Wohnrecht von Ralphs Bruder würde da nicht stören) bei der Frage, ob man nun weiterhungert oder auch nicht hinterlassen ein Bild, das nicht geeignet ist, Begeisterung für den Weg zu heucheln, der letztlich mehr Schaden als Nutzen anzurichten droht.

Dann folgt darauf noch eine Erwiederung an Brigitte Valenthin, die mit  kaltem Zynismus nicht geizt, aber einen interessanten Vorschlag enthält:

Sollen wir jetzt zusammen … … … Flaschen … sammeln … gehen ???   😉

Tolle Idee – bin ich auch dafür, denn obwohl ich Brigitte Valenthins Kritikpunkte alle unterschreiben kann, hätte ich diese doch niemals öffentlich gemacht. Das inspiriert mich langsam zu dem Merkspruch „es gibt keinen größeren Feind als einen linken Freund“, denn trotz aller Tölpelhaftigkeit, aller taktischen Ungeschicktheit, aller blinden, naiven und rücksichtslosen Vorteilsnahme hat er Großes gewagt: ein Stauffenberg eben. Den muss man auch nicht lieben, aber wenn er den Hitler beseitigt, ist das schon mal eine gute Sache (wobei man die Thematik „Tyrannenmord“ nochmal deutlich reflektieren sollte, der ist an sich nicht unumstritten – aber das würde jetzt zuweit führen).  In rechts gesinnten Kreisen wäre mir auch so etwas nie begegnet: da ist man weniger auf die eigenen Eitelkeit bedacht und mehr auf die Effektivität der Arbeit – und somit bieten beide zusammen eigentlich ein Bild des Jammers, das geeignet ist, das allgemeine Arbeitslosenbashing weiter auf die Spitze zu treiben und das Bild des unfähigen, unzuverlässigen kopflosen Dilettanten, das in den Medien so fein gepflegt wird, weiter zu vertiefen. Das gepaart mit einem lauten Ruf nach mehr Geld per Grundeinkommen – einem Ruf, dem sich im Prinzip auch alle Börsenmakler, Anlageschwindler und FDP-Wähler anschließen können, die auch ohne Rücksicht auf die  Belastbarkeit der Ökosphäre beständig mehr wollen  – ist geeignet, ein Bild zu erzeugen, das wenig schmeichelhaft ist – und das sage ich als jemand, der ebenfalls aufgrund der aktuellen politischen Situation ein Grundeinkommen für unverzichtbar hält.

Nun – während die beiden jetzt schön Flaschen sammeln gehen und dabei keinen weiteren Unfug mehr anrichten, gibt es andere Menschen, die jenseits ideologischer Scheuklappen und persönlicher Eitelkeiten das Ringen um ein gerechteres Land fortführen – auch früher gab es ja nicht nur Stauffenberg, sondern auch die Weiße Rose (für waschechte Pseudolinke auch ein Quell des Bösen, weil christlich motiviert).

Heute sind es zunehmend gebildete, intelligente, freiheitlich denkende Menschen, die selbst aus dem Staunen nicht mehr herauskommen, wenn sie erleben, was da auf den Ämtern alles mit Menschen gemacht wird, welch tödliche Gewalten dort ungebremst toben können – und es gibt zunehmend mehr Journalisten, die das der Öffentlichkeit nicht vorenthalten wollen … jener kleinen Minderheit, die noch nicht bei den Jobcentern registriert ist. Einer von ihnen sucht jetzt Totalsanktionierte … aber echte, die wirklich am Ende stehen und aus ihrem vermeidbarem Ende nicht nur eine künstliche Show machen. Deshalb zitiere ich jetzt mal eine Mail, die mir heute zugespielt wurde – in der Hoffnung, so einen der angeblich nur 20 000 Vollsanktionierten zu erreichen – oder andere Opfer des Sozialstaates, die nicht weniger bedenklich sind:

für die kommende Ausgabe des ARD Politikmagazins REPORT MAINZ (Dienstag, 4. Dezember, 21:45 Uhr im ERSTEN) arbeite ich an einem Bericht zum Thema „Totalsanktion gegen ALG II-Empfänger“. Corinna Scheller, die Büroleiterin von Wolfgang Neskovic hat mir empfohlen, mich dazu auch bei Ihnen zu melden.
Für die ARD hatte ich bereits 2010 die Dokumentation „Abgestempelt? – Leben mit Hartz IV“ (45 Minuten) gemacht und zuvor den Film „Herr Dinse wird obdachlos“, über einen Analphabeten, der so lange von seiner ARGE sanktioniert wurde, bis er seine Wohnung verlor:    http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=4415336/pv=video/nid=233454/1o7hqxh/index.html

Nun suche ich nach weiteren Betroffenen, die vom Jobcenter zu 100 % sanktioniert wurden und die deshalb aktuell kein ALG II erhalten. Ein solcher „Fall“ (am besten eine Familie) ist die Voraussetzung für einen solchen Film. Von Hern Boes habe ich gelesen. Seine Aktion ist zwar interessant, aber als „echter“ Betroffener würde er natürlich nicht durchgehen. Deshalb meine Frage an Sie: Könnten Sie mir einen Kontakt zu jemandem vermitteln, der total sanktioniert wurde?

Und noch eine Bitte: Wir haben auch gehört von Menschen, die auf Hartz IV angewiesen sind und gleichzeitig Familienangehörige pflegen. Kennen Sie jemanden, der trotzdem vom Jobcenter zu einem Mini-Job, einer Schulung oder ähnlichem gezwungen wird?

Wir müßten in der kommenden Woche drehen und hoffen, dass Sie uns möglichst bald eine Rückmeldung geben könnten.

Ich würde mich freuen, wenn Sie uns unterstützen könnten.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Reutter

SÜDWESTRUNDFUNK /ARD
HA Chefredaktion Fernsehen,  Abt. Inland
Am Fort Gonsenheim 139
55122 Mainz

E-Mail: Thomas.Reutter@swr.de

Also: wenn jemand jemanden kennt, der jemanden kennt, der nicht Ralph Boes heißt und total sanktioniert ist: bitte bei Herrn Reutter melden. Die ordentlich beschnittenen Nachrichtenmagazine der öffentlich-rechtlichen Medien liefern gelegentlich noch erstaunlich gute Arbeit, die leider gegen die anderen Aktionen dieser Anbieter kaum durchkommen. Die Leute müssen in der kommenden Woche drehen – und es wäre schön, wenn sie genug Material bekämen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Elite der Deutschen? Alles gewissenlose Lumpen, wegen denen das Land zerfällt.

Montag, 12.11.2012. Eifel. Ralph Boes hungert heute den 12. Tag, bisher hat er 2,2 Kilo abgenommen. Sanktionshungern nennt sich das, geschieht im Kampf gegen die asoziale Praxis eines "Sozialstaates", der zu allen sozial ist, die sehr viel haben, aber extrem unsozial wird, wenn Leute zu wenig haben. "Der Teufel scheißt halt immer auf den größten Haufen" - heißt ein alter Sinnspruch, der heute Wirtschaftsprogramm geworden ist. Doch gehen wir mal fort von dem Unrecht, das den Armen dieses Landes widerfährt und hin zu den Abenteuern, die der Mittelstand zu bewältigen hat. Bei uns im Dorf geht jetzt der Pleitegeier in großem Ausmaße um, sogar das Fernsehen war schon da. Wo das Dorf liegt, ist eigentlich egal, was dort geschieht, aber nicht. Dabei geht es mir gar nicht um jenen Nachbarn, der sein Haus verkaufen musste um die Medizin für seinen Sohn zu bezahlen, die die Krankenkassen nicht mehr finanzieren wollten (die brauchen das Geld für ihre Überschüsse, von denen sie sich dann fette Gehaltszulagen gönnen können) - das Haus ist jetzt übrigens in der Zwangsversteigerung, der Sohn hatte keine Zeit, auf einen Käufer zu warten. Nein, es geht um jene Nachbarn, die jetzt eine neue Straße bekommen: eine EU-Richtlinie muss durchgeführt werden, der alte Schotterweg wird aphaltiert.  Kostenpunkt pro Familie: 30 000 Euro (in Worten: DREISSIGTAUSEND). 60000 für das letzte Hotel im Tal. Sowohl Familien als auch das Hotel werden durch diese Maßnahme in den Bankrott getrieben, erste Häuser stehen zum Verkauf. Die Leute haben das Geld für die EU-Richtlinien nicht, wo sie mit ihren Kindern unterkommen, steht noch in den Sternen. Wenn sie Pech haben, dann kommen ihre Häuser auch in die Zwangsversteigerung - das war es dann für den Rest des Lebens. Von den Schulden kommt man nicht mehr los.

Montag, 12.11.2012. Eifel. Ralph Boes hungert heute den 12. Tag, bisher hat er 2,2 Kilo abgenommen. Sanktionshungern nennt sich das, geschieht im Kampf gegen die asoziale Praxis eines „Sozialstaates“, der zu allen sozial ist, die sehr viel haben, aber extrem unsozial wird, wenn Leute zu wenig haben. „Der Teufel scheißt halt immer auf den größten Haufen“ – heißt ein alter Sinnspruch, der heute Wirtschaftsprogramm geworden ist. Doch gehen wir mal fort von dem Unrecht, das den Armen dieses Landes widerfährt und hin zu den Abenteuern, die der Mittelstand zu bewältigen hat. Bei uns im Dorf geht jetzt der Pleitegeier in großem Ausmaße um, sogar das Fernsehen war schon da. Wo das Dorf liegt, ist eigentlich egal, was dort geschieht, aber nicht. Dabei geht es mir gar nicht um jenen Nachbarn, der sein Haus verkaufen musste um die Medizin für seinen Sohn zu bezahlen, die die Krankenkassen nicht mehr finanzieren wollten (die brauchen das Geld für ihre Überschüsse, von denen sie sich dann fette Gehaltszulagen gönnen können) – das Haus ist jetzt übrigens in der Zwangsversteigerung, der Sohn hatte keine Zeit, auf einen Käufer zu warten. Nein, es geht um jene Nachbarn, die jetzt eine neue Straße bekommen: eine EU-Richtlinie muss durchgeführt werden, der alte Schotterweg wird asphaltiert.  Kostenpunkt pro Familie: 30 000 Euro (in Worten: DREISSIGTAUSEND). 60000 für das letzte Hotel im Tal. Sowohl Familien als auch das Hotel werden durch diese Maßnahme in den Bankrott getrieben, erste Häuser stehen zum Verkauf. Die Leute haben das Geld für die EU-Richtlinien nicht, wo sie mit ihren Kindern unterkommen, steht noch in den Sternen. Wenn sie Pech haben, dann kommen ihre Häuser auch in die Zwangsversteigerung – das war es dann für den Rest des Lebens. Von den Schulden kommt man nicht mehr los.

Das erinnert schon an amerikanische Verhältnisse, über die der Stern augenblicklich berichtet:

Immer mehr Menschen in den USA sind ohne Dach über dem Kopf, obwohl sie einen Vollzeitjob haben – sie leben in Vans. Im ganzen Land entstehen Parkplätze für die neue Klasse berufstätiger Obdachloser.

Odachlos trotz Arbeit – es wird immer verrückter. Ein Drittel der Amerikaner können ihre Hypothekenzinsen nicht mehr bezahlen – der nächste Crash steht direkt bevor und was macht die Regierung, hier wie dort? Pumpt mehr Geld in die Wirtschaft, die damit die Immobilienpreise in den Städten und die Aktienkurse an den Börsen in die Höhe treibt.  Statt Arbeit (und Geld) gibt es Hartz IV (und staatlich verordnete Armut inklusive der Chance auf Hungertod). Aber Forderungen wir „Arbeit statt Hartz IV“, wie sie die AWO aktuell stellt, verhallen hier ungehört. Dafür gibt es auch einen Grund, den Jakob Augstein im Spiegel beschreibt:

Das ist Amerika: Hightech für die Eliten. Entwicklungsland für den Rest.

Sie hassen die Schwulen, die Schwachen und den Staat, sie unterdrücken die Frauen und verfolgen die Einwanderer, und ihr Abtreibungsmoralismus macht auch vor den Opfern von Vergewaltigung nicht halt. Sie sind die Taliban des Westens.

Wer jetzt denkt, das alles ist ja weit weg, der irrt sich gewaltig. Deutschland – kürzlich erst in der Welt als „kleines Amerika“ bezeichnet, nimmt seit Rot-grün den gleichen Schmusekurs mit dem gnadenlosen US-Kapitalismus, was dazu führt, das man auch hier die Schwachen hasst – und wer nicht spontan 30 000 Euro für einen neuen Kanalanschluß zahlen kann, der ist eben schwach. Versteht sich ja auch von selbst. „Die Reichen haben ihr eigenen Infrastruktur“, schreibt Jakob Augstein – und darum sind in den USA selbst heute noch viele Haushalte nach dem Sturm ohne Strom (siehe Spiegel): wer keinen eigenen Generator hat, ist halt schwach … und gehört weg.

Und nun bitte nicht gemütlich zurücklehnen und sagen „ich habe schon einen Kanal, mir kann nichts geschehen“. Pustekuchen – einfach mal in der Welt nachlesen:

Viele Kommunen haben aus Finanznot kurzfristige Kredite zu niedrigen Zinsen aufgenommen. Experten sind alarmiert: Sie könnten zu einer existenzbedrohenden Belastung führen, wenn die Zinsen steigen.

Und jetzt ratet mal, wo die Kommunen dann das Geld hernehmen? Im Ruhrgebiet kenne ich Gegenden, wo die Bürger denn Schneedienst auf Seitenstraßen komplett selbst übernehmen müssen. Dort zum Beispiel, wo meine Mutter wohnt: die darf jetzt mit ihren 78 Jahren die gesamte Straße freihalten – und hat noch nicht mal einen Führerschein. Auch dort ist „Kanalsanierung nach EU-Muster“ ein Supergeschäft, das alle in den Bankrott treiben wird, weil keiner die paar tausend Euro über hat, die dann anfallen.

Aber woran liegt es? Wo ist der Fehler im System, den wir so verzweifelt suchen? Der Schäuble hat ihn gefunden, als er über Griechenland sinnierte, siehe Welt:

Wenn Staaten vor großen Schwierigkeiten stehen, liegt es meistens an einem Versagen der Eliten, und es ist normalerweise nicht die Schuld des kleinen Mannes.

Das sagt er, einfach so. Ich meine: uns hier vor Ort ist das plausibel, wenn wir unsere Familien, Vereine und Freundeskreise so behandeln würden wie die ihre Bürger, dann wäre schon längst Bürgerkrieg ausgebrochen.  Was wäre, wenn wir vom Deutschen Bundestag fordern würden, das er uns Entlassunglisten vorlegt, bevor wie die nächsten Diäten überweisen – solche Listen, wie sie die Troika jetzt von Athen gefordert hat (siehe Spiegel)? Die wären nicht begeistert – und das wird auch nicht geschehen, denn auch für unser System gilt: Hightech für die Eliten. Entwicklungsland für den Rest.

Zum Beispiel für die ehemaligen Bundeskanzler, deren aufwändiger Fuhrpark in der Tat laut Spiegel 1,3 Millionen Euro kosten. Dafür kriegt man 82 nagelneue VW Golf der modernsten Klasse: macht 25 Autos pro überlebendem Altkanzler. Gut – die fahren kein Golf, das Pöbelmobil würden die nie betreten. Für die Exekutive des Kapitalismus werden andere Gefährte gebaut – aber ich denke, es wird den sanktionsverhungernden Ralph Boes freuen zu hören, wohin sein Geld geht. Er leidet nicht umsonst, sondern für den wohlgepolsterten Kanzlerpopo.

Auch sonst zeichnet sich unsere Elite durch einige Kunststücke aus, auf die wir hier im Dorf nie gekommen wären. Zum Beispiel bei Thyssen, siehe Welt:

First Class fliegen, in Fünfsternehotels übernachten und tagelange Safaris: Ein ThyssenKrupp-Vorstand unternimmt Luxusreisen mit Journalisten – dabei ist er für die Konzern-Richtlinien verantwortlich.

So macht die Elite Pressearbeit – das können Arbeitslose nicht. Die können nur durch Hunger auf sich aufmerksam machen, auf Mitleid hoffen und für göttliche Hilfe beten.

Auch die Süddeutsche berichtet über interessante Geschäftspraktiken der Elite und deren Folgen:

Bestechung und Untreue, Geldwäsche und Betrug: Wegen Geschäften mit Österreich ermitteln Staatsanwaltschaften in ganz Europa gegen EADS.

Das war schon immer die Vorgehensweise der economic hit man, so hat man auch Griechenland und Portugal Waffen angedreht, die sie eigentlich nicht brauchen – ist ja kein Krieg, oder?

Die Taliban des Westens halt.

Während oben fleissig geschmiert und geprasst wird, wird es unten immer enger – über 50 % der Beschäftigten fühlen sich überfordert (siehe Wiwo):

Kaum Zeit für das Hobby oder die Familie, Zeitdruck und gesundheitliche Probleme – viele Beschäftigte empfinden ihren Arbeitsalltag als belastend, so die Befragung der Gesellschaft für Konsum, Markt und Absatzforschung.

Das Land wird zum Arbeitslager nach US-Vorbild, was uns jetzt schon einen Ausblick auf unsere Zukunft erlaubt, die sowieso düster ist, weil unsere Rentner für die Bankenabenteuer der EU mit 3,4 Billionen (das sind in Worten DREITAUSENDVIERHUNDERT MILLIARDEN) haften (siehe Welt). Dafür haben wir am Ende der Umverteilung aber viel mehr reiche Banker und werden noch mehr Spiegelbild der USA.

Und was machen unsere Medien? Nun – sie bringen in der Tat an vorderster Stelle die Nachricht, das sich der Johannes Ponader von der Piratenpartei jetzt Socken anzieht, siehe Spiegel. Das kommt davon, wenn man viele wichtige Themen nicht anpacken möchte, weil sonst die schönen Fernreisen in Gefahr geraten. Andererseits macht man sich keine Gedanken darüber, das die Verteidiger der NSU-Neonazi-Killer Sturm, Stahl und Heer heißen (siehe Spiegel): wie ein Sturm aus Stahl brauste schon dereinst das deutsche Heer durch Europa, irgendwie seltsam, das diese verbale Konstellation jetzt zur Verteidigung von Nazi-Mördern auftritt – mit entsprechendem Background:

Heer, Stahl, Sturm – die drei Anwälte von Beate Zschäpe sind allesamt um die 40 Jahre alt und erfahrene Strafverteidiger. Sie vertraten bisher Mörder, Mafiosi und Milieugrößen, Islamisten, Betrüger und korrupte Manager.

Das man sich bei dieser Kundschaft noch „Rechtsanwalt“ nennen darf, ist ein Wunder. Kriminellenbüttel wäre da eher angesagt. Schröder (der mit den 25 nagelneuen VW – Golf im Ruhestand) war übrigens auch Rechtsanwalt, sein Kumpel, bei dem er übernachtet, nachdem er sich von seiner Frau getrennt hatte, auch – mit besten Kontakten zu den Hells Angels in Hannover.

Merkt man langsam, das auch Deutschland ein Problem mit seiner Elite hat? Ich hätte nie gedacht, das ich das mal sage, aber „Danke, Herr Schäuble“ für diese Erkenntnis:

Wenn Staaten vor großen Schwierigkeiten stehen, liegt es meistens an einem Versagen der Eliten.

Nun – Wirtschaftler, Politiker, Journalisten, Anwälte … haben wir sonst noch Eliten, die uns für Gagen von 1000 Euro am Tag um das Ersparte bringen?

Sicher – die Merkel, die aktuell von sich Reden macht, weil sie wieder mal in die Pressefreiheit eingreift. Das hat sie schon einmal getan – völlig ohne Folgen, siehe Freitag:

Ein paar Monate zuvor, am 8. Oktober 2008, hatte es ein sonderbares Treffen gegeben, das in diesem Zusammenhang Erwähnung finden soll. Die Bundeskanzlerin hatte an jenem Tag die bedeutenden Chefredakteure der bedeutenden Medien eingeladen. Es war die Zeit, in die der Ausbruch der großen Finanzkrise fiel. Man findet keinen ausführlichen Bericht über dieses Treffen, der veröffentlicht worden wäre und überhaupt nur wenige Erwähnungen in den Archiven, nur hin und wieder einen Nebensatz, eine knappe Bemerkung. An einer Stelle liest man in dürren Worten, worum es an diesem Abend im Kanzleramt ging: Merkel bat die Journalisten, zurückhaltend über die Krise zu berichten und keine Panik zu schüren.

Eigentlich DER Skandal der Nachkriegszeit – und das endgültige Ende des deutschen Journalismus. Außer einmal im Freitag – und oft hier bei uns – war dieser Akt der Entmündigung des Souveräns aber keinem großem oder kleinem Blatt mal einen Kommentar wert. Aber dafür kriegt man halt 15000-Euro-Reisen geschenkt – das kann einen schon für vieles entschädigen. Und wer besonders spurt, kriegt einen Platz am Tisch der Elite – als Pressesprecher, zum Beispiel.
Wir jedoch, die wirklich wissen wollen, was um uns herum vor sich geht, haben ein Problem: in Deutschland wird uns das niemand sagen. Wie es Jakob Augstein in seinem Kommentar zum Untergang der USA so schön sagte: die Elite hat ihre eigene Infrastruktur – und ich denke, es ist Zeit zu sagen, das auch in Deutschland die Medien in breiter Front zu dieser Elite-Infrastruktur gehören.
Da macht der Freitag keine Ausnahme: kürzlich wurde ich von denen angerufen, weil sie mir ein Abonnement andrehen wollten. Ich berichtete frei und offen von meiner asketischen, epikureischen Lebensweise und von dem enormen finanziellem Aufwand, den so ein Abonnement für mich bedeuten würde und bekam als Antwort – sinngemäß:  „ist ja schade, wenn man arm und auch noch stolz darauf ist“.  Da bleibt einem die Sprache weg – vom „ökologischem Fußabdruck“ ist da schon längst keine Rede mehr: der kann gar nicht groß genug sein, um den Rest der Welt auch noch platt zu treten.  Dabei habe ich mich schon so schön von 4,64 auf 2,83 Erden reduziert (aktuell also ganz knapp unterm Durchschnitt) – aber der Altbau und die ländliche Lage fordern immer noch einen hohen Preis. Schade, das man darauf stolz ist, wenn man 1,81 Erden weniger verbraucht, wirklich schade: das schadet nämlich dem Konsum, dem Kapitalismus, dem Zerfall des Landes und der Lähmung der Politiker.
Nochmal Jakob Augstein:
Wer das für einen Widerspruch hält, hat nicht begriffen, dass Amerika das Land des totalen Kapitalismus ist. Für dessen Funktionieren sind öffentliche Krankenhäuser nicht notwendig und die Energieversorgung privater Haushalte auch nicht. Die Eliten verfügen über ihre eigene Infrastruktur. Der totale Kapitalismus hat die amerikanische Gesellschaft zerfallen lassen und die Regierung gelähmt. Das Schicksal Amerikas ist kein Betriebsunfall des Systems. Es ist seine Konsequenz.
Die Eliten – verantwortlich für die Probleme des Staates – haben ihre eigene Infrastruktur. Die brauchen uns nicht mehr. Dort wie hier.
Fern am Horizont jedoch: Nachrichten aus privater Quelle, die aufhorchen lassen.
80 % der Griechen zweifeln an der Demokratie, so die Deutsch-Türkischen Nachrichten. Während man uns Ponaders Socken vor die Nase hält, brechen demokratische Grundüberzeugungen in Massen weg – aber so etwas sollen wir gar nicht wissen.
In Portugal sind zehntausend Soldaten und Polizisten auf die Straße gegangen (siehe

you tube), weil sie nicht gegen den Bürger angehen wollen, der sich gegen die Spardiktatur wehrt: angesichts des revolutionserprobtem portugiesischen Militärs eine dicke rote Karte für die Elite, von der wir in Deutschland aber nichts wissen sollen – nicht umsonst hat Kanzlerin Merkel die Ausstrahlung entsprechender Filme in Deutschland untersagt.

Apropo Portugal … es lohnt sich, dort mal in die Geschichte zu schauen, in die Geschichte einer faschistischen Diktatur, die durch den „neuen Staat“ (Estado Novo) bestimmt war, siehe Wikipedia:
Politik im Estado Novo war bestimmt durch die Verfolgung politischer Gegner und den Ausgleich der unterschiedlichen Interessensgruppen der das Regime stützenden Machtpole: der Kirche, dem Militär, der Wirtschaft, den Großgrundbesitzern und den Kolonien.
Im Grundsatz versuchte er aber gerade nicht, das Volk zu politisieren, sein Staat wurde oft mit dem Schlagwort „Fado, Fátima e Futebol“ also Musik, Religion und Sport beschrieben, die das Volk ruhigstellen sollten. Politik in den Salazar-Jahren beschränkte sich auf das Austarieren des Einflusses der verschiedenen Gruppen, deren Unterstützung die Regierung benötigte – das Militär, Geschäftsleute und Handel, Landbesitzer, Kolonialinteressen und die Kirche.

Alle politischen Parteien blieben verboten, die Nationale Union, offiziell keine Partei, sondern eine bürgerliche Vereinigung, sollte das Land ruhig halten und verführte ihre Anhänger deshalb eher zu Apathie als zu politischen Diskussionen.

Gut – mit der Kirche gab es später einige Probleme, aber sonst: wenn wir „Religion“ durch „Fernsehen“ ersetzen und „Nationale Union“ durch „Große Koalition“… sind wir wirklich so weit weg von der politischen und wirtschaftlichen Realität eines faschistischen Landes?

Tony Judt beschreibt die Situation Portugals am Ende des Estado Novo so: „Der durchschnittliche Lebensstandard in Salazars Portugal war eher für das kontemopräre Afrika als für das kontinentale Europa charakteristisch: Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen betrug 1960 gerade einmal 160 Dollar (verglichen mit beispielsweise 219 Dollar in der Türkei oder 1453 Dollar in den USA). Dafür waren die Reichen wirklich reich, starben die Säuglinge häufiger als in jedem anderen Land Europas und waren 32 Prozent der Bevölkerung Analphabeten.

Ich kann nur sagen: gut das wir den Grad der Faschistisierung eines Landes nicht an seiner Reichtumsverteilung messen oder an der Säuglingssterblichkeit:

In den meisten Industrieländern lässt sich eine erhöhte Säuglingssterblichkeit bei sozial benachteiligten Gruppen nachweisen, dazu zählen in Deutschland etwa arme Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund. 

Auch bei den Analphabeten haben wir bald portugiesische Verhältnisse, siehe FAZ:

Frau Grotlüschens Studie konfrontierte uns mit der Tatsache, das siebeneinhalb Millionen Menschen, im Alter zwischen achtzehn und vierundsechzig Jahren, funktionale Analphabeten sind. Eine konservative Schätzung, betont die Professorin, zumal noch einmal mehr als dreizehn Millionen Menschen hinzukommen, die auch gebräuchliche Wörter nur fehlerhaft schreiben und einfache Texte kaum verstehen. Alle haben die deutsche Schule durchlaufen, weit mehr als die Hälfte der Analphabeten sind deutsche Muttersprachler.

Über die Reichtumsverteilung brauche ich wohl nicht noch gesondert zu reden.

Die Nelkenrevolution in Portugal, bei der junge Offiziere mit dem „neuen Staat“ aufräumten, hat übrigens nur vier Todesopfer gefordert: aus dem Geheimdienstbüro war auf Demonstranten geschossen worden.

Das sind weniger als bei uns im Jahr durch Hartz IV-Sanktionen verhungern.

 

 

 

Hartz IV tötet weiter – in Dachau wird wieder gestorben

Hartz IV tötet weiter - in Dachau wird wieder gestorben

Mittwoch, 7.11.2012. Dachau. Kennen Sie Dachau? Ganz besonderer Ort in Deutschland. Ich war mal dort – es gibt viel zu sehen:

Am 22. März 1933, wenige Wochen nachdem Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt worden war, wurde in Dachau ein Konzentrationslager für politische Gefangene errichtet. Es diente als Modell für alle späteren Konzentrationslager und als „Schule der Gewalt” für die Männer der SS, unter deren Herrschaft es stand. In den zwölf Jahren seines Bestehens waren hier und in zahlreichen Außenlagern über 200.000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert. 41.500 wurden ermordet. Am 29. April 1945 befreiten amerikanische Truppen die Überlebenden.

Das „Modell-KZ“ – und eine Schule der Gewalt. Ich fühlte mich daran erinnert, als ich einen langen Brief bekam – eine kleine Geschichte aus Dachau. Dort stirbt gerade ein Mensch. Am 1.12. 2012 wird er obdachlos – kurz vor heilig Abend. Das wünscht man keinem Hund – aber bei Arbeitslosen geht das. Wir haben uns ja schon daran gewöhnt. Eine Million Menschen werden dieses Jahr versuchsweise in Hunger und Obdachlosigkeit gestürzt, so vermutet man. Viele leiden still, in die Einsamkeit getrieben von einer völlig ekelhaften Medienkampagne, an der sich in breiter Front so ziemlich alle bezahlten Schreiberlinge des Landes beteiligten … um nicht selbst Opfer der Agenda 2010 zu werden. Der vorauseilende Gehorsam hatte schon etwas hündisches, das muss man sagen.

Andere tun sich da nicht so leicht mit. Ralph Boes zum Beispiel – der hungert gerade in aller Öffentlichkeit. Wiegt noch 84,3 Kilo, hat einen Freund in der Wohnung – für den Fall, das etwas passiert – und nach dem Genuss von zwei Zitronenkernen leichte Magenschmerzen.

Er hat sicher die Aufmerksamkeit vieler Menschen – und eine gute Begründung, warum der die Lebensmittelgutscheine nicht anrühren will: es gleicht einer hündischen Unterwerfung, die entweder eine innere Größe der Selbstverleugnung, die kaum zu überbieten ist erfordert und zu einer Entfremdung ohne Gleichen von der Gesellschaft führt.

Wer möchte wirklich schon bewusst Schritte unternehmen, die dazu führen, das man sich selbst nicht mehr riechen kann … oder einen immensen Hass auf die Gesellschaft entwickelt, der schnell zu weiteren Leichen führen kann? Das kann man als verantwortungsbewußter Bürger nicht in Kauf nehmen.

Andere Bürger haben weniger Aufmerksamkeit – hunderttausende, muss man sagen. Einem von Ihnen möchte ich hier eine Stimme geben – stellvertretend für mindestens 500 000 weitere, die gerade hungern müssen und in die Obdachlosigkeit gestoßen werden.  Er ist ein ganz normaler Mensch aus der Mittelklasse, ein erfahrener Reisekaufmann, der auch nicht zum Hund werden will … und noch weniger will er, das die Menschenrechte in Deutschland weiter mit Füssen getreten werden.

Hier sein Bericht – lang, aber sehr aufschlussreich:

 

Da ich nun endlich die Gelegenheit erhalten habe, Auszüge aus meinem unglaublichen Hartz 4 und
Co. Abenteuer öffentlich erzählen zu können, hoffe ich auch das es mir wirksam gelingt, damit die
ungeteilte Aufmerksamkeit von Euch Lesern dieser Zeilen für einen kleinen Augenblick in Eurem
Leben zu gewinnen.


Ich überlebe nun bereits seit dem 01. Juli 2012 ohne meine behördenseitig rechtswidrig
verweigerte staatlich garantierte und durch einen formlosen Antrag und rechtzeitig im Juni 2012
gestellten Antrag auf die Grundsicherung der Existenz gemäß der bayerischen Verfassung.
So wie es aussieht, will man mich nun behördenseitig durch Geldentzug quasi sozialverträglich früh
ableben lassen (dadurch das ich dann verhungern muss oder die „Sache“ selbst in die Hand nehme),
oder als Alternative dazu mich dadurch dazu anzustiften kriminelle Handlungen zu begehen um
mein weiteres Überleben sicherstellen zu können, um mich dann elegant ins Gefängnis verbringen
zu können, wo man sich dann sicher sehr gut um mich kümmern würde oder ansonsten wenigstens
dazu zwingen das ich wieder „freiwillig“ Hartz 4 Leistungen beantrage, womit ich dann wieder
ohne Grund- und Menschenrechte wäre, denn das eigentlich nichtige SGB II Gesetzeswerk verstößt
gegen jede Menge grundgesetzlich garantierte Grund- und Menschenrechte und auch gegen eins der
wichtigsten Grundgesetze, den Artikel 19, das Zitiergebot und durch die Unterschrift unter diesen
Bewilligungsantrag auf SGB II Leistungen erkennt man dann bereits dieses Gesetzeswerk
sozusagen „freiwillig“ an, ein ziemlich guter und fieser Trick der Regierung könnte man sagen.


Ich wäre dann also wieder ein moderner und rechtloser Arbeitssklave.

Alle eingesetztenjuristischen Waffen der Behörden in den letzten 3 Jahren gegen mich sind jedoch bisher
wirkungslos geblieben. Sogar Ihre furchtbare Lieblingswaffe „Wir können Dich entmündigen“ hat
bei mir versagt. Obwohl hier sogar 3 Angriffe auf mich gestartet wurden, zuerst Herbst 2011 das
Jobcenter, dann im Januar 2012 das Landratsamt und nachdem beide gescheitert sind, hat es sich
das Amtsgericht nicht nehmen lassen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und hat in eigenem
richterlichem Auftrag eine rechtliche Betreuung für mich angeregt.

Natürlich braucht jemand, demes gelingt ohne Anwalt mehr als 15 Sanktionen abzuwehren eine rechtliche Betreuung.

Nachdemich mich aber explizit geweigert habe, „freiwillig“ zu dieser Anhörung vor Gericht zu erscheinen,
hat man mich dann am xx.Oktober 2012 von der Polizei abholen lassen und dem Richter 
vorgeführt. Zum Glück hatte ich aber einen Beistand und Zeugen dabei, den Sie aber offenbar sehr
gerne losgeworden wären, denn die Polizei hat es auch probiert, indem Sie Ihm eine falsche
Gerichtsadresse nannten, bei der die Anhörung stattfinden solle. Da ich Ihn auf dem Weg zum
anderen Gericht im gleichen Ort Dachau aber noch anrufen konnte, musste der Richter leider auf
Ihn warten. Ich habe dem Richter dann sofort meine Patientenverfügung inkl. Vorsorgevollmacht
(übrigens generell sehr empfehlenswert für alle Menschen, man nehme am besten die wo Nina
Hagen die Schirmherrein ist, die ist wasserdicht und muss vom Gericht anerkannt werden!) auf den
Tisch gelegt, die dieses gerichtliche Prozedere eindeutig untersagt. Er hat sich aber davon nicht
stören lassen und hat dennoch anschließend seine Anhörung durchgeführt, bei der auch ein
Psychiater anwesend war.

Nun das Ergebnis war dann folgendes: ich bin nun zwar auf vermutlich rechtswidrige Art und Weise, aber dafür (pseudo)amtlich zertifizierter unddurch ein insofern auch vermutlich rechtswidriges psychologisches Gutachten bestätigt, mündiger Bürger und voll geschäftsfähig und das Betreuungsverfahren gegen mich wurde nun endgültig

eingestellt.

In seinem (rechtswidrigen) Beschluß hat der Richter übrigens die Patientenverfügung in
der Begründung unter den Tisch fallen lassen und sich nur auf die darin enthaltene
Vorsorgevollmacht bezogen!!!…verständlich, wenn man weiß, das er ansonsten ja schriftlich
zugegeben hätte, das er hier vermutlich rechtswidrig gehandelt hat. Man liefert sich ja schließlich
nicht freiwillig selbst ans Messer. Aber der letzten und furchtbarsten nicht sofort tödlich wirkenden
Waffen unserer Regierung gegen aufmüpfige die Demokratie und Grund-und Menschenrechte
verteidigenden Bürger ist quasi die stille Atombombe namens „Geldentzug“ und dieser bin ich
leider einfach nicht mehr lange gewachsen. Mir ist es nämlich in den letzten 3 Jahren gelungen, das
Jobcenter immer wieder zu zwingen, Ihre finanziellen Sanktionen gegen mich aufheben zu müssen.
Insgesamt waren es über 30 Sanktionen.

Das hat den leiter des Jobcenters vermutlich in den Wahnsinn getrieben. Denn sobald ich einen Fall vor dem Sozialgericht
gewonnen hatte,kam die nächste „Einladung“ in sein Etablissement , von der er ja wusste das ich
Sie nicht wahrnehmen würde, da er ja nicht juristisch berechtigt ist Vorladungen auszustellen. Dann
kam die Folgevorladung-entschuldigung- Einladung natürlich und dann der Sanktionsbescheid.
Bei den ersten 14 Fällen gegen das Jobcenter hatte ich noch einen Rechtsanwalt auf meiner Seite,
der dann aber entnervt aufgab, oder vielleicht sogar gezwungen wurde aufzugeben, genaues weiß
man hier nicht; so das ich jedenfalls gezwungen war mir selbst das nötige juristische Wissen
beizubringen, um gegen das Jobcenter auch allein ohne Rechtsanwalt bestehen zu können. Zumeist
musste ich allerdings die Dienste des Sozialgerichts in Anspruch nehmen, denn freiwillig einen
Fehler einzusehen kommt für ein gestandenes Jobcenter ja gar nicht in Frage. Denn beim Jobcenter
gibt’s mutmaßlich nur 2 Paragraphen denen diese Folge leisten: Paragraph 1 lautet, wir, das
Jobcenter, haben recht. Paragraph 2 lautet, sollten wir,das Jobcenter, einmal nicht recht haben, tritt
automatisch Paragraph 1 in Kraft. Diesen schlechten alten Witz hat das Jobcenter doch tatsächlich
für Ihren juristischen Absichten ganz real als Motto gewählt. Was den Sozialgerichten reichliches
Geschäft beschert und den Steuerzahler ein kleines Vermögen kostet, das man sicher viel besser
investieren könnte, würde man sich seitens des Jobcenters einfach nur an unsere Gesetze halten.
Davon hält das Jobcenter aber nichts und das von Anfang an.

Dieses Jahr soll ja die Schallgrenze
von 1 Million Sanktionen gegen „arbeitsscheue“ Bürger überschritten werden, da werden die
Sektkorken im Bundesministerium für Arbeit und Soziales sicher knallen. Das von diesen
rechtswidrigen Sanktionen aber weit über die Hälfte wieder aufgehoben werden, davon erfährt die
Öffentlichkeit höchstens im Internet. Ja das Jobcenter erweist sich als die ultimative langersehnte
Wunderwaffe der Reichen gegen den Mittelstand und die Unterschicht um diese schön
gegeneinander auszuspielen und dadurch in Ruhe auch in der heutigen Zeit wieder über die breite
Masse herrschen zu können. Mit dieser Waffe Hartz 4 wird die Demokratie und die Grund- und
Menschenrechte in unserem Land demontiert und da ich ein anständiger und grundgesetztreuer
Bürger bin, verteidige ich diese eben auch ausschließlich auf dem dafür vorgesehenen Rechtsweg,
wie es eben auch meine 1. Bürgerpflicht laut GG Artikel 20 Absatz 4 i.V. m. GG Artikel 21 ist.


Denn seit der Einführung des Hartz Systems durch die SPD und die Grünen in Zusammenarbeit mit
Peter Hartz geht es für die normal arbeitenden und auch die erwerbslosen Bürger in unserem Land
finanziell und sozial massiv Bergab. Bei den Arbeitenden wurden die Löhne und Gehälter nicht der
Inflationsrate und der Euroumstellung angemessen erhöht, zusätzlich die Arbeitszeit wieder erhöht
und auch das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre angehoben und langfristige Arbeitsverträge haben
sich zur Ausnahme entwickelt und der Arbeiter nimmt das hin, weil er Angst hat ins Hartz 4 System
zu fallen wenn er den Mund aufmacht und sich wehrt.


Für den Erwerbslosen Bürger wurde das zu zahlende Existenzminimum eigentlich sogar
herabgesetzt (Inflation und Euroumstellung und Kaufkraft) und auch durch die einfach
durchzuführenden finanziellen Sanktionen durch unqualifizierte Sachbearbeiter bei den Jobcentern
die Möglichkeit geschaffen dieses im Sinne von Grundgesetz Artikel 1 zu niedrig bemessene
Existenzminimum bequem und einfach noch weiter herabsetzen zu können, um all den
erwerbslosen Bürgern die ein Problem damit haben, das das Jobcenter mit den 2 Obengenannten
Paragraphen arbeitet, die nötige Motivation zu schaffen doch den Mund zu halten und brav zu
spuren. Man hat sich ja auch selbst durch Beantragen der Grundsicherung nach dem SGB II
schließlich „freiwillig zum Freiwild oder Sklaven des Jobcenters gemacht..Und wer halt dann dem
Sachbearbeiter nicht gehorcht und schön brav folgt, bekommt Sie zu spüren, die unsichtbare
Peitsche des Hartz 4 Systems den „Geldentzug“. Und wer dann immer noch nicht spurt, wird dann
fast zu Tode gepeitscht mit der 100% Sanktion. Moment mal, werdet Ihr jetzt sagen. Wir haben
doch Gesetze, allen voran das Grundgesetz und das StGB. Richtig. Aber diese werden durch fiese
juristische Tricks seitens der Regierenden außer Kraft gesetzt, durch Eure Unterschrift unter den
obengenannten Bewilligungsantrag. Denn die Regierung ist ja auch der Gesetzgeber. Und alle
Staatsanwälte sind politisch weisungsgebunden. Denn das SGB II verstößt ja bekanntlich in über 40
Punkten gegen das Grundgesetz, siehe dazu die Klage der Grundrechtepartei gegen das SGB II:
http://grundrechtepartei.de/klage-sgb2/


Es verstößt auch gegen den Artikel 19 des Grundgesetzes, das Zitiergebot. Dies war die freiwillige
Fessel, die sich der Gesetzgeber selbst angelegt hatte, damit solche Machwerke wie das rechtlich
nichtige und trotzdem angewendete SGB II nicht das Licht der Welt erblicken können.


Damals war noch nicht abzusehen, das Bayern mit seiner Schwarzmalerei recht haben sollte, als
des Grundgesetz partout nicht unterschreiben wollte und dies auch nicht tat. Es hat dieses
aushöhlbare Grundgesetz nur gezwungener Maßen anerkannt. Näheres sehr interessantes dazu
können Sie hier Lesen, denn das was Sie dort vorfinden, spielt im späteren Verlauf des Artikels
auch noch eine entscheidende Rolle und ist auch sehr nützliches Allgemeinwissen, das bisher vor
Ihnen verborgen gehalten wurde und das ein Internetaktivist namens Anonymicus ans Licht
gebracht hat, vielen Dank dafür, hier er Link zu diesem spannenden Dokument als PDF:
http://www.fjs.de/dokumente/deutschlandpolitik/DS9_47.pdf


Kommen wir aber nun wieder zurück zum Hartz 4 System. Also nochmal, allein bereits durch Ihre
Unterschrift unter den Bewilligungsantrag auf SGB II Leistungen haben Sie sich dem SGB II
freiwillig unterworfen und ist dann auch für die Person die den Bewilligungsantrag unterschrieben
hat, für ein halbes Jahr rechtsgültig und die Rechtsgültigkeit wird dann verlängert wenn Sie Ihre
Unterschrift unter den „rechtzeitig“ gestellten Weiterbewilligungsantrag setzen. So habe ich mir,
nachdem ich dies endlich selbst durchschaut habe, erlaubt Ende letzten Jahres dann meine
Grundsicherung anstatt nach dem SGB II direkt nach dem Grundgesetz beim Jobcenter zu
beantragen. Die Idee dazu hatte ich bekommen, als ich einen Beschluß des Landessozialgerichts
München las, den ich ein paar Wochen zuvor erhalten hatte und in dem als Anmerkung in der
Begründung stand: „Sie müssen ja keine SGB II Leistungen beantragen, als Konsequenz erhalten
Sie dann eben auch keine SGB II Leistungen.“


Diese vom LSG München natürlich ganz anders gemeinte Aussage inspirierte mich allerdings dann
dazu dem Rat des LSG München wortwörtlich zu folgen und es doch mal zu probieren direkt
Leistungen zur Grundsicherung meiner Existenz nach dem Grundgesetz zu beantragen. Tja, aus
dieser Idee entwickelte sich dann eine regelrechten Schlacht zwischen mir auf der einen Seite und
allen darin involvierten Behörden und Ämtern auf der anderen Seite, die ich aber am 12.01.2012
(scheinbar) gewonnen hatte, der Beschluß dazu hat das Aktenzeichen S 16 AS 3250/11 ER.
Nachdem das Jobcenter nun gezwungen war mir meine Leistungen nach dem GG zu bezahlen,
wendeten Sie einfach Ihre obengenannten Paragraphen an und schickten mir einen Bescheid in dem
mir meine hart erkämpften Leistungen nach dem GG einfach wieder als SGB II Leistungen
bewilligt wurden. Fast zeitgleich dazu schickte man mir vom Jobcenter einen Bescheid zu, das man
mir meine Leistungen um 100% kürzt. Auch hier habe natürlich gleich Widerspruch eingelegt und
einen Eilrechtsschutz beim Sozialgericht München beantragt, wie ich das schon sehr oft zuvor in
den letzten 3 Jahren machen musste. Und natürlich auch wieder gewonnen. Der dazugehörende
Beschluß des SG München liegt der Redaktion vor und auch die Beschwerde des Jobcenters dazu,
in der diese moniert, das Sie ja dann keine 100% Sanktionen mehr verhängen könne, wenn dieser
Beschluß gültig bleibt. Somit habe ich offenbar ganz nebenbei den Jobcentern Ihre 100% Sanktion
kaputt gemacht. Hierzu habe ich bei Ver.di München nachgefragt und mir wurde auch von Ver.di
bestätigt, das dies stimme. Leider hat Ver.di München nicht wie versprochen, dieses Ergebnis publik
gemacht…warum auch immer. Den endgültigen und für mich positiven Beschluß des LSG München
dazu, können Sie jedenfalls schon mal hier einsehen:
https://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?
modul=esgb&id=151498&s0=&s1=&s2=&words=&sensitive
auch der Sozialrechtsexperte hat einen Auszug aus diesem Beschluß veröffentlicht:
http://sozialrechtsexperte.blogspot.de/2012/04/seit-der-neufassung-des-39-sgb-ii-zum.html

Aber im Grunde wurde bei dieser 100% Sanktion bereits der Beschluß des SG München bezüglich
Grundsicherung nach dem GG seitens des Jobcenters mißachtet. Denn ich hatte von Januar 2012
weder Leistungen nach dem SGB II beantragt, noch eine Eingliederungsvereinbarung
abgeschlossen, noch gab es Ersatz der Eingliederungsvereinbarung als Verwaltungsakt gegen mich.


Kurzum hier wurden schlichtweg die Gesetze gebrochen um mich auch weiterhin
sanktioneren/auspeitschen zu können.Kurz nachdem ich auch diesen Angriff auf meine Existenz
abwehren konnte, erhielt ich im Juni 2012 eine 50%ige Sanktion des Jobcenters ,weil ich mich in
der Zwischenzeit geweigert hatte, einer sogenannten „Einladung“ (sogenannt, weil der Charakter
einer Einladung auf Freiwilligkeit beruht, wovon bei einer Einladung des Jobcenters bzw. in diesem
Fall der Arbeitsagentur nicht die Rede sein kann, da ja dort die Drohung enthalten ist mit 10%
sanktioniert zu werden, wenn man keinen wichtigen Grund für sein Nichterscheinen angibt, das ist
klar der Charakter einer Vorladung, auch hier scheint der Tatbestand der arglistigen Täuschung
seitens der Jobcenters bzw. der Agentur für Arbeit, seitens der Regierung gegeben zu sein) der
Bundesagentur für Arbeit und einem „Jobangebot“ dieser Agentur Folge zu leisten, die auch nur
darin bestand, mich an ein Zeitarbeitsunternehmen weiterzureichen, das ein Jobangebot hatte und
sogar bevor mir dieses Angebot per Post zugestellt wurde, bereits mehrfach versucht hatte mich
anzurufen um mir Angebot am Telefon zu präsentieren. Ist hier nicht der Tatbestand der illegalen
Weitergabe von Daten erfüllt, vor allem weil ich dem Jobcenter schon vor einiger Zeit schriftlich
mitgeteilt hatte, das ich Ihnen nicht gestatte Daten an Dritte weiterzugeben die mich betreffen?
Sanktioniert wurde ich dann aber wieder durch das Jobcenter, mit der Begründung das ich nicht zu
IHREM Termin erschienen wäre und IHR Arbeitsangebot ausgeschlagen hätte, obwohl dies
natürlich nicht stimmt. Als ich das dem SG München telefonisch mitteilte, das damit Ihr Beschluß
schon wieder mißachtet wurde und ich es höchst merkwürdig finden würde das mich das Jobcenter
für Taten sanktioniert, die ich Ihm gegenüber gar nicht begangen hätte wurde dies vom SG
München einfach ignoriert.

Da war ich nicht sehr erfreut und wie es der berühmte Zufall so will,
entdeckte ich just zu diesem Zeitpunkt die bayerische Verfassung neu. Denn ich bin gebürtiger
Bayer und lebe auch in Bayern.

Dort fand ich den Artikel 168 und dort den Absatz 3. Auch stellte
ich fest das sich Bayern durch den Artikel 3a in seiner Verfassung an die Europäische Konvention
für Menschenrechte und Grundfreiheiten gebunden hatte. Da das SGB II auch gegen diese verstößt
und Bayern ja das Grundgesetz anerkannt hat (aber nicht unterschrieben hat) habe ich mir dann im
Juni erlaubt, meine Grundsicherung der Existenz diesmal direkt nach der bayerischen Verfassung,
der UN-Res. 217 A (III), dem GG und der Europäischen Konvention für Menschenrechte und
Grundfreiheiten beginnend ab dem 01.Juli 2012 zuerst beim Sozialgericht München und nachdem
sich dieses weigerte und unverschämterweise ausdrücklich gegen meinen Willen im Juni dann
einfach SGB II Leistungen beim Jobcenter statt der von mir geforderten Grundsicherung in meinem
Namen beantragt hatte und als ich das SG München aufforderte diesen Antrag umgehend
zurückzunehmen, wurde ich von der Richterin nur aufgefordert das selbst zu machen, das SG
München hat sich also geweigert seinen Faus Pax selbst in Ordnung zu bringen.

Ich habe den
Antrag des SG München beim JC übrigens ebenfalls NICHT für nichtig erklärt und hab denen gar
nix geschrieben und habe meinen formlosen Antrag auf Leistungen zur Grundsicherung gemäß der
bayerischen Verfassung daher dann selbst bei der bayerischen Staatskanzlei beantragt. Diese hat
meinen formlosen Antrag dann am 12. Juli 2012 an das bayerische Staatsministerium für Arbeit und
Sozialangelegenheiten, Familie und Frauen weitergeleitet. Mittlerweile hatte ich bereits einige Tage
ohne meine staatlich garantierten und rechtzeitig beantragten Grundsicherungsleistungen überleben
müssen. Das war noch nicht so schlimm, denn das hatte ich ja einkalkuliert, da ich ja weiß, wenn
die Behörden zahlen müssen, lassen sich diese gern Zeit. Ganz anders sieht es natürlich aus wenn
Sie Geld vom Bürger fordern….

Das diese Geschichte nun aber so eskalieren würde, wie Sie es nun
getan hat, damit hatte ich nicht gerechnet. Denn das bayerische Ministerium für Arbeit etc. hat
meinen Antrag einfach abgelehnt, ohne dies rechtlich begründen zu können, daraufhin legte ich
Beschwerde beim bayerischen Verfassungsgerichtshof ein, der diese nicht annahm, mit der
lapidaren Begründung, das meine Beschwerde nicht die Kriterien einer Verfassungsbeschwerde
erfüllen würde. Nanu, ein Verfassungsbruch erfüllt nicht die Kriterien eine Verfassungsbeschwerde?
Also gut, dachte ich, dann lege ich halt Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein und
ersuchte zugleich um eine einstweilige Anordnung den Freistaat Bayern dazu zu verpflichten mir
einstweilen die von mir geforderte Grundsicherung in vollem Umfang zu gewähren. Das
Bundesverfassungsgericht hat dann aber einstimmig OHNE jegliche Begründung abgelehnt meine
Beschwerde überhaupt anzunehmen und somit zugleich 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen denn
es hat damit auch mein Gesuch um eine einstweilige Anordnung abgelehnt.

Der angeblich gute
Rechtsanwalt, er wurde mir von einer Hartz 4 Betroffenen aus München empfohlen,
den ich ausnahmsweise zusätzlich für diese Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht
beauftragte, obwohl ich Rechtsanwälten nicht mehr über den Weg traue, hat das Thema bayerische
Verfassung (wofür ich Ihn aber ausschließlich beauftragt habe) vollkommen ignoriert und mir nur
geraten wieder Hartz 4 Leistungen zu beantragen, und das er nix für mich machen könne, da ich
Ihm ja verboten habe Hartz 4 zu beantragen und hat somit mein Mißtrauen gegenüber dieser Zunft
mal wieder vollkommen bestätigt und hätte nun gern für Seine Mühen ca.55 Euro von mir, obwohl
ich Ihm eine Vollmacht gab, den Rechtsberatungshilfeschein beim Amtsgericht Dachau in meinem
Namen selbst zu beantragen, da ich Ihm bei unserem einzigen und kurzen Gespräch erzählte, das
ich das nicht selbst machen würde. Da sagte er, kein Problem dann mache ich das für Sie. Ich
brauche dazu halt eine Vollmacht von Ihnen dafür. Auch alle wichtige Unterlagen zu diesem Fall die
ich Ihm auf seinen ausdrücklichen Wunsch daließ, musste ich 5 mal telefonisch anmahnen, um Sie
überhaupt wieder zurückzubekommen. Ich habe Ihm deshalb auch das Mandat entzogen und jetzt
kann er schaun wie er zu seinen 55 Euro kommt. Von mir bekommt er Sie sicher nicht.


Und zu guter Letzt war da noch der Anruf des Geschäftsführers des Jobcenters Dachau, der Ende September bei meinem Vermieter anrief und anfragte ob ich noch in seiner
Mietwohnung wohnen würde. Und das das JC gern bereit wäre, die seit 01.Juli 2012 aufgelaufenen
Mietschulden zu bezahlen, wenn ich bereit wäre persönlich vorbeizukommen und eine kleine
Unterschrift leisten würde. Wär also alles kein Problem, so sagte es mir mein Vermieter am Telefon
ein paar Stunden bevor ich eigentlich seine Wohnung hätte räumen sollen. Erstaunlicherweise hat
sich mein Vermieter nun auf meine Seite geschlagen, da er mittlerweile selbst gemerkt hat, das hier
eine oberfaule Nummer gegen mich läuft, gelogen wird wie gedruckt und ich darf deshalb erstmal
noch bis 31.11.2012 in der Wohnung bleiben. Es hat sich nämlich herausgestellt, das diese Aussage
des Geschäftsführers falsch waren.

Um es auf den Punkt zu bringen. Folgendes
fordert das Jobcenter Dachau nun von mir ein, hab ich auch schriftlich:
1. ich muss eine EGV unterschreiben, muss ich natürlich nicht.
2. Ich muss eine amtsärztliche Untersuchung zwecks meiner Arbeitsfähigkeit mitmachen.,
muss ich natürlich auch nicht mitmachen.
3. Leistungen werden mir erst ab dem Zeitpunkt der Unterschrift bewilligt, obwohl ja die
Richterin des SG München bereits Leistungen im Juni, beginnend ab 01.Juli beantragt hatte
und diese auch nicht zurückgezogen hat…. und ich auch nicht…..
4. Dann erst würde ich eventuell ein Darlehen! vom Jobcenter erhalten, um die Mietrückstände
begleichen zu können. Von den Rückständen bei der Krankenversicherung wird gar nicht
geredet. Ebenso die Rückstände für Strom werden ignoriert Und das ich rechtzeitig und
korrekt Leistungen zur Grundsicherung gemäß der BV i.V.m. Dem GG und der UN-Res.217
A (III) und der Europäischen Konvention für Menschenrechte und Grundfreiheiten beantragt
habe, sowieso.


Das ich auf dieses großzügige Angebot seitens des JC Dachau leider verzichten muss, könnt ihr nun
hoffentlich verstehen und nachvollziehen. Es zeigt nur sehr deutlich das es sich bei diesen
Jobcentern mutmaßlich um eine hochkriminelle und staatsfeindliche Organisation handelt die
unsere Demokratie und unsere Grund- und Menschenrechte aufs widerwärtigste und perverseste im
Sinne unseres GG Artikle 20 i.V. m. GG Artikel 21 angreift. Es dürfte sich hier mutmaßlich sogar
um staatlich organisierten Menschenhandel drehen, in dem diverse Politiker, Industrielle,
Wirtschaftsbosse, Richter, Staatsanwälte und viele andere Staatsdiener und vielleicht sogar diverse
Sekten wie z.B. die Kirche, die Freimaurer etc. verwickelt sein dürften. Das ganze geht vermutlich
sogar über die Grenzen Deutschlands hinaus, denn das Hartz System soll ja angeblich laut der
Bundeskanzlerin Frau Merkel ein Exportschlager werden.


Tja, das ist also meine aktuelle Situation. Ich stehe auf der Abschussliste der Regierung, weil ich
mir erlaube unsere Demokratie zu verteidigen wie es meine 1. Bürgerpflicht laut GG ist. Leider fällt
mir jetzt so gut wie nix mehr ein was ich noch unternehmen könnte um unsere Demokratie auch
weiterhin verteidigen zu können, außer vielleicht die Kripo einzuschalten, was aber dann spätestens
durch die Staatsanwaltschaft wieder ein Ende finden würde, da diese ja politisch weisungsgebunden
ist. Außer die Öffentlichkeit steht hinter mir, dann kann Sie das Verfahren nicht so einfach einstellen
und nur dann würde insofern eine Anzeige bei der Kripo meinerseits auch wirklich Sinn machen.


Außerdem bin ich nach nun über 125 Tagen ohne Grundsicherung auch nicht mehr topfit.

Das
einzige was mir geblieben ist, ist es, diese Erlebnisse zu veröffentlichen und zu hoffen das ich
vielleicht dadurch die nun dringend nötige Unterstützung für mein Vorhaben erhalten werde,
nämlich erstmal in Bayern eine Grund- und Menschenrechtkonforme Grundsicherung zu etablieren
und dort von unserer Demokratie noch zu retten was zu retten ist, die dann hoffentlich auch im
restlichen Deutschland gerettet werden kann. Denn ich habe als Regelleistung 631 Euro, statt der
bisherigen 370 Euro als Regelleistung für Hartz 4 Bezieher eingefordert. Diese Zahlen basieren auf
den Rechenbeispielen des Dr. Böker, um eine Grundsicherung der Existenz zu gewährleisten die
den Artikel 1 des GG auch wirklich erfüllt, nämlich das die Würde des Menschen unantastbar ist.
Dieser ist ehemaliger Sozialrichter Ihm ist es gelungen im Jahre 2012 Ursula von der Leyen vor das
Bundesverfassungsgericht zu zitieren, um die Berechnungsgrundlagen für das Existenzminimum
offenzulegen. Was bis heute aber noch nicht in korrekter Art und Weise geschehen ist.


Ich werde trotz aller Widerstände nicht aufgeben und weitermachen. Wenn es sein muss auch bis
zum bitteren Ende. Denn es gibt Dinge, die es wert sind sein Leben dafür einzusetzen. Auch wenn
dies in unserer Zeit aus der Mode gekommen ist. Vielleicht geb ich auch gerade deswegen nicht
auf….oder vielleicht bin ich aber auch nur einfach ein sturer Bayer….;)


Dank des Eifelphilosophen konnte ich zumindest einen Teil meiner Hartz 4 Abenteuer des Grauens
nun endlich veröffentlichen, nachdem ich bei so vielen Hilfsorganisationen und Medien abgeblitzt
bin, die ich um Unterstützung bat. Falls Sie mich irgendwie gerne unterstützen wollen, könne Sie
dies gerne dem Eifelphilosophen mitteilen. Denn von einem Spendenaufruf halte ich persönlich
nicht sehr viel, da hab ich ein ungutes Gefühl dabei. Aber falls mir jemand ein zinsloses Darlehen
gewähren kann, wär das was. Oder auch ein guter Rechtsanwalt wär höchst willkommen, aber
leider sind die ja ausgestorben wie ich gehört habe…oder?


Auch positiver Zuspruch durch Eure Kommentare ist mir herzlich willkommen…oder was auch
immer Ihr bereit seid zu geben, um mein Anliegen mit zu unterstützen.


Vielen Dank das Ihr Euch die Zeit genommen habt diesen Artikel zu lesen. Sollte die Resonanz
positiv ausfallen, kann ich auch gern noch mehr berichten oder auch zu einzelnen hier
angesprochenen Punkten tiefer ins Detail gehen.
Herzliche Grüße
Frank Schönwetter

Von meiner Seite aus vielen Dank an Frank Schönwetter, der – wenn er Glück hat – es schafft, den Regelsatz für alle auf 631 Euro heraufzusetzen. Vielen Dank auch an die Leser, die bis hierhin durchgehalten haben – es war der längste Text, den wir hier je veröffentlicht haben. 30 Sanktionen abgewehrt … d.h. 30 Sanktionen sind zu unrecht ergangen: wird das Jobcenter zur neuen „Schule der Gewalt“ – und aus dem Konzentrationslager bald ein Konzentrationsland, in dem man gerne freiwillig auf seine Bürgerrechte verzichtet, wenn man nur dafür weiter Essen bekommt?

Es sind Geschichten wie aus einem stalinistisch geprägtem Dritte-Welt-Land – doch es geschieht hier in Deutschland, hier, jetzt und HEUTE.

Und – wie immer – tun alle Beteiligten nur ihre Pflicht.

Und es ist die Geschichte eines Helden. Mag sein das er dickköpfig ist oder stur – vielleicht aber auch nur aufrecht und entschlossen, etwas, was es heute nur noch selten gibt. Nächstes Jahr werden wir von ihm nichts mehr hören, die Fürsorgepflicht des Staates greift nur noch nach vollkommener Unterwerfung. Im nächsten Jahr ist Frank erfroren oder verhungert – weil er sich dem Unrecht in Deutschland nicht beugen will.

Todesstrafe für Befehlsverweigerung … daran sieht man, wie weit wir schon sind. Und … der Weg ist noch lange nicht zu Ende.

PS: Ich habe mir erlaubt, die Namen aus dem Bericht zu entfernen. Damit macht man sich schnell angreifbar. Und es gab auch einen kleinen Rechtschreibfehler. Nur einen – und das nach 125 Tagen Leistungsentzug.

 

Hartz IV tötet wieder: die Hinrichtung des neuen Stauffenberg steht bevor

Dienstag, 30.19.2012. Eifel. Hartz IV tötet wieder. Mitten in einem sozialen Rechtsstaat. Wieder - kümmert sich niemand darum. Die ganz Alten unter uns erinnern sich: das gab es schon mal. Im Dritten Reich. Die Leute wurden ... "abgeholt" - und niemand kümmerte sich darum. Dann waren sie fort - und jeder wußte: es kann jederzeit mich treffen. Die ganz Alten wissen auch: das Dritte Reich war keine Hollywoodphantasie wie Darth Vader, Lord Voldemord, Sauron, Dr. No und ähnlich krude Fantasiegeschöpfe, das Dritte Reich war echt. Es ist auch nicht vom Himmel gefallen, wie in der politischen Szene heute dargestellt, es war auch kein Betriebsunfall der Geschichte, wie man gerne annimmt, noch lebte hier ein Volk von Widerstandskämpfern. Duckmäuser lebten hier. Helden tauchten erst auf, als die Rote Armee unaufhaltsam durch ihr eigenes Land zog und die von Deutschen hinterlassene "verbrannte Erde" zurückeroberte und gleichzeitig die Westalliierten in Frankreich eine zweite Front aufbauten. Einer dieser späten Helden war der oft hoch gelobte Graf von Stauffenberg, der dem Führer persönlich ein bombiges Geschenk hinterließ, einen echten Knaller. Dafür wurde er hingerichtet. Heute haben wir wieder einen Stauffenberg. Anders als der alte Widerständler, der nie eine parlamentarische Demokratie herbeibomben wollte, wollte der neue Stauffenberg die Demokratie erhalten. Zu diesem Zwecke stellte er sich mitten auf die Gleise, die sich der moderne Sozialstaat in die Überreste der alten Bundesrepublik gefräst hat, bis er mit aller Gewalt von legalem staatlichen Terror getroffen wurde: ein erbärmlicher Hungertod, obdachlos und ohne medizinische Versorgung verbleibend wird er dafür büßen, das er etwas ungeheuerliches Versucht hat:  die Hartz-Behörden wieder auf den Boden des Grundgesetzes zu holen.

Dienstag, 30.19.2012. Eifel. Hartz IV tötet wieder. Mitten in einem sozialen Rechtsstaat. Wieder – kümmert sich niemand darum. Die ganz Alten unter uns erinnern sich: das gab es schon mal. Im Dritten Reich. Die Leute wurden … „abgeholt“ – und niemand kümmerte sich darum. Dann waren sie fort – und jeder wußte: es kann jederzeit mich treffen. Die ganz Alten wissen auch: das Dritte Reich war keine Hollywoodphantasie wie Darth Vader, Lord Voldemord, Sauron, Dr. No und ähnlich krude Fantasiegeschöpfe, das Dritte Reich war echt. Es ist auch nicht vom Himmel gefallen, wie in der politischen Szene heute dargestellt, es war auch kein Betriebsunfall der Geschichte, wie man gerne annimmt, noch lebte hier ein Volk von Widerstandskämpfern. Duckmäuser lebten hier. Helden tauchten erst auf, als die Rote Armee unaufhaltsam durch ihr eigenes Land zog und die von Deutschen hinterlassene „verbrannte Erde“ zurückeroberte und gleichzeitig die Westalliierten in Frankreich eine zweite Front aufbauten. Einer dieser späten Helden war der oft hoch gelobte Graf von Stauffenberg, der dem Führer persönlich ein bombiges Geschenk hinterließ, einen echten Knaller. Dafür wurde er hingerichtet. Heute haben wir wieder einen Stauffenberg. Anders als der alte Widerständler, der nie eine parlamentarische Demokratie herbeibomben wollte, will der neue Stauffenberg die Demokratie erhalten. Zu diesem Zwecke stellte er sich mitten auf die Gleise, die sich der moderne Sozialstaat in die Überreste der alten Bundesrepublik gefräst hat, bis er mit aller Gewalt von legalem staatlichen Terror getroffen wurde: ein erbärmlicher Hungertod, obdachlos und ohne medizinische Versorgung verbleibend wird er dafür büßen, das er etwas ungeheuerliches Versucht hat:  die Hartz-Behörden wieder auf den Boden des Grundgesetzes zu holen.

Die Rede ist von Ralph Boes. Manche kennen ihn aus seinem Einsatz für ein Bedingungsloses Grundeinkommen, jener utopische Form sozialer Sicherung, die unserem Land ein menschlicheres Gesicht geben würde, Kreativität in ungeahntem Ausmaß erlauben würde und mit einem Schlag die Übermacht der (zumeist hochsanktionierten) Unternehmerverbände in der deutschen Bankenrepublik deutlich reduzieren würde. Wir könnten das Land sein, das konsequent ernst macht mit seinem Grundgesetz und die Menschen auch wirtschaftlich in einen Zustand versetzt, das ihre Würde wirklich und wahrhaftig nicht verletzt werden kann.

Ralph Boes hatte sich nun – wie dereinst Stauffenberg – entschlossen, sein eigenes Leben geringer zu schätzen als das Wohl vieler und hat den Organen dieses Staates einen Brandbrief geschrieben, aus dem ich kurz zitieren möchte:

Mehr als ein Drittel der 19 Menschenrechtsartikel des GG sind damit außer Kraft gesetzt! Zu den damit systematisch praktizierten Menschenrechtsverletzungen gehört auf entscheidende Weise mit hinzu, in welchen Tönen man in großen Teilen von Presse und Politik über den Hartz IVler spricht. Wenn öffentlich das Bild gezeichnet wird, er sei ein ungepflegtes [12], unzuverlässiges und faules Subjekt, das nur mit Sanktionen bewegt und kontrolliert werden kann, wenn behauptet wird: „Die Erhöhung von Hartz IV war ein Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie“ [13] und weiter, man dürfe dem Hartz IVler kein Geld für seine Kinder geben, weil er es nur missverwendet [14], dann beschreibt man nur die dunklen Schatten der Verhältnisse, die man selbst erstdurch das entwürdigende Hartz IV-System ins soziale Leben gepfahlt hat. Bezogen auf die realen Menschen, die Hartz IV beziehen, ist das allerdings Volksverhetzung [15] und sollte von Seiten des Staates (!) geahndet werden.

Mehr als ein Drittel der 19 Menschenrechtsartikel des GG faktisch außer Kraft gesetzt – und niemand kümmert sich darum? Wie kann es sein, das dieser Vorgang an hunderten von Abgeordneten einfach so vorübergegangen ist? Immerhin wurden durch diese Gesetzgebung die Grundrechte von Millionen von Menschen in Deutschland außer Kraft gesetzt, Herr Boes zitiert einige in seinem Brandbrief: Artikel 1, Artikel 2, Artikel 6, 11, 12, 13, 19 wurden schlichtweg bei der Gesetzgebung übersehen … und spätestens jetzt wird man sehen müssen, das der Vergleich zwischen dem Grafen Stauffenberg und dem Herr Boes nicht so weit hergeholt ist, wie man anfänglich vielleicht meinte – der reale Zustand der Bundesrepublik Deutschland ist im Jahre 2012 halt nur viel weiter weg von dem „Demokratie wagen“ eines Willy Brandt als vom „totalen Krieg“ eines Joseph Goebbels, eines totalen Krieges gegen die Arbeitslosen. Es geht um mehr – um wesentlich viel mehr – als nur um ein bisschen mehr Geld für Arbeitslose – es geht um den Erhalt der ganzen, mühsam über Jahrhunderte geschaffenen Kultur Deutschlands im Allgemeinen und der demokratischen Struktur der Bundesrepublik im Besonderen:

Eine Gesellschaft, die nur auf Erwerbsarbeit setzt, schaufelt sich ihr eigenes Grab, weil sie die wesentlich ursprünglicheren und bedeutenderen (!) seelischen und geistigen Antriebe zur Arbeit missachtet und schon das Denken der Mutter über die Erziehung ihrer Kinder, nicht weniger die Arbeit eines Menschen, der in Liebe einen hilfsbedürftigen Freund oder Angehörigen pflegt, noch unter das Produzieren und Verkaufen von Klopapier und Gummibärchen stellt! 

Deutlicher kann man die Missverhältnisse in diesem Land kaum beschreiben: in der Tat ist Erziehung überhaupt nichts mehr wert. Gar nichts. Im Gegenteil: das System ist im Jahre 2012 so pervertiert, das all jene bestraft werden, die sich aufopferungsvoll um ihre Kinder kümmern – der Arbeitgeber greift da gerne hart durch: Schwangerschaft bedeutet Gewinnreduktion und muss somit unterbleiben.

Man braucht kein Abitur, um zu erkennen, das eine solche Gesellschaft dem Untergang entgegengeht … und fragt sich gleich, wie es eigentlich um die Bildungsferne der Berufspolitiker bestellt ist, die dieses Land im Namen der Parteien regieren.

Nun – Ralph Boes versucht nicht, den Führer („die Märkte“) umzubringen. Er hat öffentlich – unter Berufung auf das Grundgesetz – die Kollaboration mit dem System verweigert:

Ab heute widerstehe ich offen jeder staatlichen Zumutung, ein mir unsinnig erscheinendes Arbeitsangebot anzunehmen oder unsinnige, vom Amt mir auferlegte Regeln zu befolgen. Auch die durch die Wirklichkeit längst als illusorisch erwiesene Fixierung auf „Erwerbsarbeit“ lehne ich in jeder Weise ab.

Ich beanspruche ein unbedingtes Recht auf ein freies, selbstbestimmtes Leben, welches ich einer von mir selbst gewählten, mir selbst sinnvoll erscheinenden und mir nicht von außen vorgeschriebenen Tätigkeit widmen darf  auch wenn ich durch die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse gezwungen bin, dafür Hartz IV in Anspruch zu nehmen.

Anfangs reagierte das System noch zögerlich. Der Mann war bekannt, arbeitete 60 Stunden die Woche in öffentlich anerkannter politischer Arbeit, war hochgebildet … und zudem schon etwas älter. Es gab Versuche, ihn zu bestechen – mit besonders weichen Eingliederungsvereinbarungen, wie sie normale „Kunden“ niemals zu Gesicht bekommen.

Doch Herr Boes blieb hart und knickte nicht ein. Er hat halt ein konkretes Ziel:

Ralph Boes strebt an, das in jeder Weise grundgesetzwidrige Sanktionssystem in Hartz IV über eine Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe zu stoppen. Hierzu hat er begonnen, den dafür notwendigen Präzedenzfall zu schaffen, indem er sich selbst offen in die Schusslinie aller Sanktionen stellt.

Jetzt hat er sein Ziel erreicht: Hartz IV tötet wieder – diesmal … hoffentlich … unter großer medialer Aufmerksamkeit.

Nachdem ich das Hartz-IV-System durch den Brandbrief herausgefordert habe und die Herausgeforderten lange versucht haben, mich zu ignorieren, werde ich jetzt sehr scharf sanktioniert.

Vorerst 90 Prozent Abzug vom absoluten Lebensminimum!
Das heißt: nur noch 37,40 Euro statt 374,00 Euro monatlich zum Leben.

Es ist allerdings so, dass die Sanktionierung noch gesteigert werden kann. Denn eine Sanktion von 100 Prozent mit zusätzlichem Verlust von Krankenkasse und Wohnung ist ja noch möglich.

Man sieht: Hartz IV tötet langsam. Gas und Kugel wirken fast sozial gegen die barbarische Gewalt, die unser „Sozialstaat“ seinen unliebsamen Bürgern angedeihen lässt – also jenen Bürgern, die zwar viel arbeiten, aber zu wenig Steuern zahlen (um den Begriff „sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplatz“ mal auf den Punkt zu bringen). Im Rahmen der Mordinstrumente der Geschichte galt „verhungern lassen“ als eins der grausamsten, weil es sehr sehr lange dauert, bis man die Qualen hinter sich hat. So „sanktioniert“ werden Hunderttausende (in diesem Jahr vielleicht sogar schon eine Million) in Deutschland, Tag für Tag, die Rekorde werden sogar öffentlich gefeiert – seltsam eigentlich, wo doch die Bundesagentur für Arbeit kürzlich erst selbst zugegeben hat, das an der Medienpropaganda über den „faulen Hartzer“ nichts dran ist. Warum werden denn dann eigentlich immer mehr sanktioniert?

Nun – wir wissen warum. „Sparmaßnahmen“ bedingen den Holocaust an Arbeitslosen. Einfach mal Griechen, Portugiesen, Spanier und Italiener fragen, was das bedeutet, es ist immer dassselbe: die großflächige Ausserkraftsetzung der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte im Dienste der Finanzmanager und ihrer Boni, sowie der Parteispenden und der Aufsichtsratsposten der politischen Kaste.

37,50 Euro bleiben Herrn Boes noch zum Leben. 1,25 Euro pro Tag. Bei der nächsten Sanktion im Karussel fallen die dann auch noch weg – inklusive Miete und Krankenversicherung.

Trotzdem will er das durchhalten:

Dabei handelt es sich nicht um einen Hungerstreik!
Sondern um das einfache Darleben der Tatsache,

dass ich sanktioniert werde, weil ich den Verfassungsbruch in Hartz IV nicht anerkenne (s.Brandbrief) und in Folge dieser nicht-Anerkenntnis ein Lebenskonzept verfolge [1], welches unserem Staat (zur Zeit noch) nicht gefällt;

dass ich da sanktioniert werde in dem Ausmaß, welches im Hartz-IV-System für jeden, der sich nicht bedingungslos unterwirft, sei es auch aus anderen, nicht-politischen Gründen, kühl vorgesehen, in menschlicher Hinsicht aber absolut unwürdig und lebensbedrohlich ist. 

Gefängnis ist (m.E.) würdiger durchzustehen als Hunger, gesellschaftliche Ausgrenzung, Verlust der Krankenversicherung (und, weil die Beträge später nachgefordert werden, allein schon dadurch explodierender Schulden) und Obdachlosigkeit!
Mit letzteren ist aber JEDE/R Hartz-IV-Bezieher vom Anbeginn bedroht.

Herr Boes möchte keine Spenden für seine Person. Er lehnt das erniedrigende Betteln nach Lebensmittelgutscheinen und den diskriminierenden Einkauf mit ihnen ab.  Er durchlebt bewusst und zielgerichtet absichtlich und gewollt jenen Sanktionsprozess, den bald Millionen von anderen Menschen, die weniger Unterstützer haben, hilflos über sich ergehen lassen müssen. Wer trotzdem spenden möchte, kann es hier tun:

Bürgerinitiative bedingungsloses Grundeinkommen e.V.
(BI Grundeinkommen e.V.)
Konto: 400 310 6301
BLZ: 430 609 67
Bank: GLS Gemeinschaftsbank eG
IBAN: DE61 4306 0967 4003 1063 00
BIC: GENODEM1GLS
Verwendungszweck: Für Anwälte und Aktionen im Sinne des Brandbriefes

Es gibt keine Spendenquittung – aber das gute Gefühl, endlich mal wieder Geld für etwas Sinnvolles ausgegeben zu haben.

Das es sich bei der deutschen Hartz-IV-Gesetzgebung nicht um eine „kleine Sozialreform“ handelt, sondern in der Tat um ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, zeigt auch die Einschätzung der UNO:

Die mit Sanktionen bedrohte Verpflichtung nach § 31 SGB II, jede zumutbare Arbeit anzunehmen, hält der UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte für so problematisch, dass er die Bundesrepublik in seiner Sitzung im Mai 2011 öffentlich rügte. Der UN-Ausschuss fordert die Bundesrepublik auf, „sicherzustellen, dass seine Systeme zur Arbeitslosenhilfe die Rechte des Individuums zur freien Annahme einer Beschäftigung seiner oder ihrer Wahl ebenso wie das Recht auf angemessene Entlohnung“ respektieren.

Der „häßliche Deutsche“ macht mal wieder seinem Namen alle Ehre.

Was man dabei nicht vergessen sollte: Hartz IV ist nur ein Baustein in der neuen Weltordnung. Wir leben in Zeiten einer breiten Offensive der Geldwirtschaft gegen den Staat selbst, gegen die Millionen weniger reichen Bürger, gegen jede soziale Ordnung, gegen Menschenrechte und gegen die Realwirtschaft, deren Werte sich kurzfristig auch ganz toll in virtuelle Werte verwandeln lassen …. bis die nächste Blase platzt. Diese Offensive wird fortgesetzt, Schritt für Schritt. Schon jetzt gibt es die Forderungen nach einer Agenda 2020, die Regelsätze für Arme massiv senken soll, gleichzeitig wird das Kindergeld und der Kündigungsschutz gestrichen und das Renteneintrittsalter auf 80 heraufgesetzt.  Die nächsten Wellen der Asozialität werden nicht mehr nur Arbeitslose betreffen, in Zukunft werden auch verstärkt mehr Kranke und Rentner ins Visier der Räuber geraten, der Traum des Deutschen Mittelstandes von Eigenheim und bescheidener materieller Absicherung wird durch die Forderung nach absoluter Flexibilität zur bloßen irrealen Phantasie … und zur Erinnerung an ein fernes, fast mythisches „Goldenes Zeitalter“. Wer sich heute bequem den Kopf in den Sand steckt und denkt „das trifft sowieso nur die prekäre Unterschicht“ wird morgen ganz gewaltig mit den Zähnen knirschen, wenn er merkt, das Unterschicht das Zukunftsmodell der großen Parteien für die ganze ehemalige Mittelschicht ist.

Hier gibt es nun einen Mann, der das Leiden der verhartzen sanktionierten Menschen auf sich nimmt – das dürfte manche Christen an Geschichten aus ihrem Religionsunterricht erinnern – um einen verhandlungsfähigen Präzedenzfall zu schaffen.

Wir werden uns erlauben, seine regelmässigen Berichte über sein Körpergewicht mit zu veröffentlichen. Ob es es gesundheitlich noch schafft, nach Ende des Hungerterrors (wenn er den überhaupt überlebt) noch den angestrebten Prozess durchzuführen, wird man sehen.

Auf jeden Fall kann man sagen: es leben noch Helden in Deutschland.

Helden, die die Leistung eines Stauffenbergs übertreffen und ihren Einsatz für die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland in einem angeblich demokratischen und sozialen System möglicherweise bald auf schrecklichste Art und Weise mit ihrem Leben bezahlen – erledigt durch eine der schlimmsten und einfachsten Foltermethoden, die die Menschheit kennt: den Hunger.

 

Die letzten 100 Artikel