Putsch

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Der Putsch von Oben – Deutschland im Jahre 14 nach der Machtergreifung

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Donnerstag, 8.11.2018. Eifel. Tja – was ist nur los in diesem Land? Wir hatten ja jetzt Wahl. Nicht überall – aber in Bayern und in Hessen. Die Groko hat zweistellig verloren, in der Heute-Show war zu hören, dass 64 Prozent der Wähler gar nicht mehr wissen, wofür die SPD eigentlich steht (das weiß aber der Spitzenkandidat auch nicht – siehe Spiegel) Ich hätte da eine Antwort gehabt: SPD – das sind die Menschen, die in Firma, Behörde und Verwaltung wegen mangelnder Kompetenz immer in zweiter Reihe stehen und sich dafür bitter rächen wollen, in dem sie ganz rebellisch wählen … und dafür sogar in einer Partei sind. Diese Menschen haben keinerlei Verständnis mehr für die wachsenden sozialen Missstände im Land, weil sie einfach nur Verständnis für sich selber haben: das große Problem, weshalb sie doch eigentlich ganz toll sind (jedenfalls fühlen sie sich so) aber sie trotzdem keiner bewundert noch jemand sie zum Millionär macht. Höre ich dann eine Andrea Nahles, die nach den Wahlen meinte, es läge daran, dass man die eigene Politik zu schlecht verkauft habe, dann weiß ich, in welch´ falschem Film die leben. Manchmal soll es in der Tat so ein, dass sich Sachen schlecht verkaufen, weil sie einfach schlecht sind – nicht nur, weil die Verkäufer nichts taugen. Kandierte Hundeköttel zum Beispiel: brandneue Idee – will aber keiner haben. Auch absolute Topverkäufer werden damit scheitern, obwohl die Gewinnmöglichkeiten sehr groß sind.

Was macht nun die Groko aktuell, nach der Niederlagenserie – die sich nur deshalb nicht fortsetzt, weil gerade keine Wahlen sind? Nun – sie bläst erstmal ihre Behörden auf. Das ist so eine Art Stinkefinger fürs Wahlvolk: wenn ihr uns nicht mehr lieb habt, geben wir eben noch mehr von eurem Geld für unsere Leute aus. Von bis zu 2000 Stellen ist erstmal die Rede (siehe Spiegel): möglicherweise alles Pöstchen für jene Genossen und Kameraden, die aufgrund der Wahlniederlagen jetzt „unversorgt“ in der Landschaft herumstehen. Es handelt sich – ich denke, dass darf man annehmen – wohl auch nicht um Jobs im Niedriglohnsektor. Das ist die eine Seite der Republik: skrupellose, amoralische Netzwerke, die sich den Bankensektor zum Vorbild genommen haben und abräumen, wo sie nur können – soll doch der IWF weiter meckern, dass der deutsche Staat über seine Verhältnisse lebt (siehe Welt): uns gehört die Welt, uns kann niemand bremsen … jedenfalls nicht uns Funktionäre an der Spitze, fest verankert und verbrüdert mit den Kameraden in Banken und Industrie.

Wir leben in einer Welt, in der Maschinen bald mehr Arbeit leisten als Menschen (siehe Spiegel): was will man da noch mit einer Arbeiterpartei? Nun ja – es gäbe da schon einiges zu tun: eine Maschinensteuer zum Beispiel, die Ersatz schafft für die ausfallenden Löhne – Löhne, die die Basis für unseren Sozialstaat bilden. Keine Löhne – kein Sozialstaat. Keine Rente, kein Arbeitslosengeld, keine Krankenbehandlung … jedenfalls nicht für die, die das nicht selbst bar bezahlen können. Sieht man deutlich an dem „Märchen der teuren Alten“ (siehe Taz): nicht die Alten wurden so teuer – die Arbeitslosigkeit machte das Geld knapp. Und Maschinen zahlen keine Beiträge in die Versicherungen. Gäbe auch Widerstand von der Allianz der Habgieriegen, die jeden Cent aus dem Land herauspressen wollen – wobei es bei jenen, aus denen was herausgepresst wird, um das nackte Überleben geht, während jene, die pressen, ein paar Millionen mehr weniger auf dem Konto haben und in ihrem Alltag schon lange keinen Unterschied mehr dabei merken, weil die Vermögensverwalter ihnen alle Arbeit abnehmen.

Die Antwort der Schröder-SPD (und der Bertelsmannmaschine im Hintergrund) war damals klar: Schuld an der Arbeitslosigkeit ist vor allem der Arbeitslose selbst. Jeder kann Millionär werden, wenn es sich nur richtig Mühe gibt, wenn er sich gut kleidet, gut aussieht, gut denkt und gut lebt. Sie stören sich an diesen Aussagen wahrscheinlich nicht, weil man sie oft hört, aber: ist ihnen schon mal klar geworden, dass das Wort „gut“ eine moralische Kategorie ist? Und das Socken – um mal bei Bekleidung zu bleiben – nie moralisch handeln können? Vom „guten Geld“, dss man verdienen kann (gemeint ist eigentlich dann: viel Geld) ganz zu schweigen.

Flankiert wurde diese Offensive – oder sagen wir es offener mit den Worten von Arno Luik: dieser „Putsch von oben“ (siehe z.B. Tacheles) – von einer ganzen Reihe von Maßnahmen auf breiter Front, die zu beschreiben schon ein Buch wert wäre. Ja – es gab einen Putsch vor vierzehn Jahren – und mir kommt es so vor, als sei dies der letzte freie Artikel eines freien Journalisten gewesen, denn danach hörte man solche strengen Worte selten.

Lesen Sie das ruhig nochmal durch, was Arno Luik damals schrieb – und nehmen Sie das bitte ernst. Eine kleine Gruppe von Putschisten hatte damals in einem von sehr langer Hand vorbereiteten Coup die Herrschaft über das Land übernommen, sie kamen – das war der besondere Überraschungseffekt, der das Land völlig lähmte – in linkem Gewande daher mit breiter Unterstützung der gesamten Medienlandschaft – die zur Jagd auf den Volksfeind Nr. 1 aufriefen: den faulen Arbeitslosen. Es war die Zeit, wo Deutschlands „Unterschicht“ entdeckt wurde, die „bildungsfernen Schichten“. Natürlich wurde sie nicht entdeckt: sie wurde erfunden und dann ausgerufen. Wir brauchten wieder Juden, die an allem Schuld waren: die Mächtigen im Land konnten für die Misere ja nicht verantwortlich sein, denn die waren ja immer und überall supergut. Nun waren Juden alle – also nahm man einfach die Opfer der Globalisierung und stellt sie an den Pranger, bediente sich dabei altbewährte Methoden aus dem Nazi-Reich, in dem man sie als entartete Untermenschen – biertrinkend, rauchend, im fleckigen Unterhemd vor dem Fernseher sitzend – beschrieb, wo sie alles konsumierten, was RTL so produzierte. Keiner kam mehr auf die Idee, dass möglicherweise RTL für den Ramsch verantwortlich war, der da über die Kanäle lief: immerhin hätte es ja sein können, dass die sich Gedanken bei dem machen, was sie da so in die Wohnzimmer fluten.

Der Putsch war hervorragend geplant und wurde breit flankiert, in dem man sogar die Ausweichpositionen blockierte, dass „Opium fürs Volk“. Ja – zeitgleich mit der Politik überschwemmte eine Welle von Pseudoesoterik das Land, getragen von erstaunlich vielen Job-Coaches und Unternehmensberatern, die einem einredeten, dass man nur richtig denken müsse für die erste Million – dann würde das schon ganz automatisch klappen. Das war sehr verheerend, weil hier die Orte der „inneren Emigration“, wo es „Opium für das Volk“ gab, eingenommen wurden um die Fluchtwege zu blockieren, in denen sich der gesunde Geist hätte flüchten können auf der Flucht vor dem ausbrechenden nationalen Arbeitsfetischwahn. Ja – da gibt es Studien drüber: religiöse Menschen können mit Arbeitslosigkeit wesentlich besser umgehen als unreligiöse Menschen, die Anbindung an ein Jenseits stabilisiert ungemein – und macht freier gegenüber den Mächten und Gewalten der Welt- was wiederum Raum gäbe für Widerstand. Doch diesen Raum, diesen Ort der Kraft hatte man vorsorglich zuvor verschlossen.

„Bildungsferne Schichten“ ist natürlich nur ein Kampfbegriff – es mag ohne weiteres sehr viel Bildung bei Arbeitslosen vorhanden sein, aber unter „Bildung“ versteht man ja in erster Linie die kritiklose Aufnahme der Parolen der Putschisten – nicht die Tatsache, dass man sich einen weiten geistigen Horizont und eine wendigen Geist erarbeitet hat, der viele Positionen – auch die der Gegenseite – verstehen kann. Gleichzeitig mit der Verseuchung der inneren Welten durch Pseudoesoterik kam auch die Inquisition wieder: im Gewande der „Wissenschaft“. Sie nennen sich „GWUP“ und „Psiram“, verfolgen alles und jeden, sitzen irgendwo im Ausland, finanziert durch weitgehend Unbekannte – und verleihen jedes Jahr den „Goldenen Aluhut“ … was wohl irgendwie lustig sein soll. Ich weiß nicht, wer diesen Hut dieses Jahr bekommt, noch weiß ich, wer bislang Preisträger war – ich weiß aber, welche Weltsicht diese Gralshüter der Putschisten verbreiten, denn die haben sie öffentlich gemacht (siehe wired):

„Es gibt Gründe, warum Menschen so etwas glauben wollen. Sie möchten sich die Welt erklären, obwohl sie vieles nicht verstehen. Anstatt manchmal zu akzeptieren, dass die Welt scheiße ist und es Kriege und Krankheiten gibt — und es dafür keinen Grund gibt —, werden Verschwörungstheorien erfunden.“

Natürlich kann man sich leicht lustig machen über Menschen, die an eine flache Erde glauben – oder die Lichtenergie von Einhörnern gebrauchen. Sie verstoßen ja gewaltig gegen das herrschende Narrativ (also: die Erzählweise unseres aktuellen Putschistenglaubens), nur: sich über Menschen lustig zu machen, die von ihrem Recht der freien Meinungsbildung Gebrauch machen ist schon ziemlich unterirdisch. Es gab mal Zeiten, da hat man sich über Menschen lustig gemacht, die meinten, dass Neger Menschen wären, das Juden Deutsche seien oder Kommunisten urchristlich orientert – heute sind das Wahrheiten, über die niemand mehr lachen würde. Dafür gibt es Grund, sich vor den infantilen Vorstellen der Frau Silberberger zu fürchten, die nichts weiter im Sinn hat, als das Bewusstsein der Menschen zu zerrütten. Die Lichtenergie von Einhörnern richtet wenig Schaden an – außer finanziellem … in sehr geringem Rahmen, wenn ich das mit „Cum-Ex“ vergleiche … aber die Vorstellungen, dass Kriege „einfach passieren“, dass „die Welt scheiße ist“ und sowohl Kriege als auch Krankheiten ohne Grund auftreten … sind brandgefährlich. Man darf nicht übersehen, was da gepredigt wird, welche Religion sich dort in tumben „Spaß“ entfaltet: ein Glauben, der einem … quasi nebenbei … erklären will, dass Kriege einfach so ohne Grund entstehen … das gilt noch nicht mal für die allermeisten der Krankheiten. Ginge es nach Frau Silberberge – wir könnten die ganze Medizin seien lassen. Krankheiten gibt es halt – Punkt. Muss jeder selber mit klar kommen, hat nichts mir Umwelt- und Lebensbedingungen zu tun. Und Kriege? Die erst recht.

So wird Krieg zum Naturereignis, mit dem man leben lernen muss. Die passieren halt, weil die Welt „scheiße“ ist. Da habe ich lieber die Einhörnerlichtmenschen neben mir – die finden die Welt häufig gut – und schützenswert. Wissen Sie, was einem hier untergejubelt wird? Die Philosophie des absoluten Untertanen: „Wir nehmen alles hin wie es ist und stellen keine Fragen“. Das Paradies der Putschisten. Kriege – sind immer von Menschen gemacht, werden gezielt von Menschen geplant, die ebenso gezielt Propaganda betreiben, um die Massen für Kriege zu begeistern. Die einzige Möglichkeit, dies anders zu denken, stammt aus dem religiösen Bereich: wo der Kriegsgott Ares den Blutdurst weckt und die Menschen aufeinander hetzt – oder der Teufel alle in einen Wahn verfallen läßt. Die Alternative unsere „Wissenschaftswächter“ dazu? Einfach gar nicht denken, hinnehmen und gehorchen. Das ist ein abartiger Rückfall in vormittelalterliches Denken primitivster Kulturen, ein Denken, das selbst unter dem Niveau von Schimpansen ist – aber man schafft es damit in die Medien.

Aber wir schweifen wieder ab. Bleiben wir beim Putsch – und seinen Folgen. Sie füllen täglich unsere Schlagzeilen. Im Jahre 14 nach dem Putsch leben 15,5 Millionen Deutsche in Armut (siehe t-online) und man tröstet sich damit, dass es 2016 schon mal schlimmer war -mit 16 Millionen. An die Zeit vor dem Putsch können sich wahrscheinlich viele gar nicht mehr erinnern – darum hier mal Zahlen vor dem Putsch. Auch dort gab es einen messbaren Anstieg zur alten Sozialhilfe … allerdings in ganz anderen Dimensionen: waren 1962 580 000 auf Sozialhilfe angewiesen, so waren es im Jahre 2002 2,76 Millionen Menschen (siehe Spiegel). Bekamen die wieder Arbeit – so der Artikel – waren die ´raus aus der Armut.

Und heute? Haben die Putschisten mit enormer Gewalt – der Androhungen des Entzugs der Existengrundlage Nahrung, Obdach und Krankenversorgung – einen Niedriglohnsektor geschaffen, mit dessen Hilfe sie die Wirtschaften der umliegenden europäischen Länder und der USA angegrifffen und massiv geschädigt haben – wobei viel Geld in die eigenen Taschen floss. Jenes Land, in dem die Würde des Menschen einst sehr hoch angesiedelt wurde, lebt mitlerweile mit 15,5 Millonen Menschen, deren Würde täglich vernichtet wird (siehe Deutschlandfunk). Man kann das ganz offen besprechen, ohne das sich irgendwo – außer bei Einzelnen – Widerstand erhebt: der Putsch war halt perfekt geplant. Zu ihm gehörte halt auch, dass Gehälter massiv angehoben wurden …. Abteilungsleiter, Bischöfe, Bundestagsabgeordnete haben ihren Anteil an der Beute bekommen und sitzen nun satt und zufrieden in ihren Palästen, währen allein 25 Milliarden jährlich durch falsche Berechnung der Hartz IV-Regelsätze in die Staatskasse fließen (siehe Finanznachrichten) – ergaunert von den Ärmsten der Armen. Das ist mehr, als der Staat überhaupt für Hartz IV ausgibt – eine Verdoppelung der Regelsätze wäre also denkbar … und ein Segen für den Binnenmarkt, die kleinen und mittleren Unternehmer – aber was interessiert das schon die Putschisten, wie es dem Land geht. Ihnen geht es gut, dass ist für sei ein Grund zur Freude in dem Land, in dem sie jetzt gut und gerne leben.

Jetzt können Sie auch verstehen, warum sich in der SPD nichts ändert – sie war ja nur der Kellner, der die verdorbene Brühe servieren durfte. Dafür wurden ihre Führer reichlich belohnt. Auch die Grünen. Und jetzt – braucht die niemand mehr. Die durften nur kurz noch mal für Verwirrung sorgen … und dann in die Vergessenheit fallen. Die Inhaber des Restaurantes haben nun andere Kellner, die vor allem für eins sorgen: für allgemeine Lethargie und Sprachlosigkeit.

Jetzt aber: haben wir das Jahr 14 nach dem Putsch und neue Wellen des Umbaus drohen dem Land, neue Geschenke für die Putschisten werden dem Steuerzahler aus der Tasche gezogen: 4 Milliarden Euro für ein Programm für „Langzeitarbeitslose“ – also Menschen, die schon so lange verharzt sind, dass im Prinzip nur noch Rente als Lebensgrundlage denkbar wäre, falls ihre Psyche nicht auch dafür schon aufgrund permanenten Drucks und permanenten Lebens am staatlich gewollten Abgrund der Existenz überhaupt dafür noch geeignet ist. Führende Folterexperten des CIA wissen, dass Menschen an solchem Druck regelmäßig zerbrechen und völlig willenlos werden – hierzulande bleibt diese Erkenntnis wohl noch Geheimwissen von Eingeweihten. Der Clou an dem neuen Plan ist: zwei Jahre lang zahlen die Arbeitsämter das volle Gehalt der Langzeitarbeitslosen – und die Wirtschaft hat ihren Spaß. Es gibt Gratisarbeitskräfte vom Staat – da sind enorme Gewinne denkbar. Möglicherweise hätte man auch einfach mal die Regelsätze ordentlich berechnen können, die Putschistenregierung wurde dazu jetzt von den Vereinten Nationen angeregt (siehe kda), weil sie grundlegende Bedürfnisse des Menschen nicht abdecken. Ich denke, wenn man im Visier des Hochkommissariats für Menschenrechte gelangt, weiß man, dass man in einer Bananenrepublik gelandet ist, die sich immer weniger Mühe gibt, den Schein zu wahren.

Und wenn jetzt – infolge eines geschickt von Rechten eingefädelten Flüchtlingsdramas – ein Friedrich Merz von Blackrock deutscher Kanzler wird (mal ehrlich: wer soll den denn noch verhindern), dann werden die Regelsätze auf 132 Euro sinken (siehe Welt) – und noch mehr Geld in die Kassen der Putschisten fließen lassen. Das hat dann auch Folgen für den Steuerfreibetrrag (für Anlagebetrüger ein völlig unbedeutender Posten, für Nichtmillionäre schon wichtig) – oder für die Berechnung der Grundsicherung der Rente. Muss schon sagen, coole Idee – Mutti läßt erstmal eine Million junger Männer aus fernen Kontinenten ins Land, die mit ihrer fremdartigen Ethik und ihrer Frauenverachtung für viel Trubel sorgen, man heizt so die „rechte Stimmung“ richtig an … und im richtigen Moment drehen die Medien den Kurs, berichten über „ausländische Intensivtäter“ – und dann tritt Mutti ab und präsentiert ihren Nachfolger, der – gefühlt – mehr Aufsichtsratmandate hat als es Firmen in Deutschland gibt.

Aber darüber reden … darf man 2018 nicht mehr. Das Bannwort „Verschwörungstheorie“ verbietet, sich auch nur irgendwelche Gedanken über Absichten, Pläne, Taktiken und Strategien der Mächtigen zu machen, es verpflichtet uns zum absoluten Untertan sein – und irgendwelche jugendlichen Idioten finden das noch lustig. Nun ja – es gab ja auch schäbige Judenwitze über Auschwitz, das ist wahrlich nichts neues.

Der Angriff der Putschisten kam von oben – nicht von links oder rechts, wobei „oben“ früher gleichbedeutend mit „rechts“ war – denn ursprünglich ging es beim linken Denken mal um das Verhältnis von Herr und Sklave, von Hui und Pfui -und nicht darum, ein drittes, biologisch nicht klar determinierbares Geschlecht einzuführen und eine Sprachpolizei zu bilden, die das Wort „Neger“ aus dem deutschen Sprachgebrauch eliminiert (was ich mir, wie man merkt, nicht bieten lassen möchte – auch wenn Facebook Beiträge mit diesem Wort konsequent löscht).

Es geht darum, den Putschisten das zu nehmen, was sie geraubt haben: Geld, Grund, Gebäude und Fabriken. Es gibt in diesen Zeiten auch nur zwei politische Positionen: entweder man ist für die Putschisten – oder gegen sie. Und man wird sie nur fortjagen können, wenn man es schafft, eine zahlenmässig starke, geschlossene Gegenmacht zu etablieren, eine soziale, am Gemeinwohl interessierte Gegenmacht.

Das „System“, vor dem Hans Herbert von Arnim noch kurz vor dem Putsch ausführlich in seinem gleichnamigen Buch warnte, hat die absolute Kontrolle über das Land übernommen, hat Parteispitzen und Medien gleichgeschaltet und schröpft die Bürger bis aufs Blut.

Gleichzeitig … nimmt das niemand ernst. Wir folgen Frau Silberberger, tragen alle goldene Aluhüte und gröhlen lustig geistlos vor uns hin – dafür reichen schon ausreichende Dosen Doppelkorn. Ich nehme mich da nicht aus: oder glauben Sie, ich würde diese Zeilen schreiben, wenn ich davon ausgehen würde, dass das Narrativ vom Putsch ernst zu nehmen wäre? Oder aber … die wissen, dass sich der Untertanenmodus schon so weit verbreitet hat und dass jeder seine Meinung jederzeit frei sagen kann, weil eh´ niemand mehr zuhört … und seinen Gefängnisstacheldraht – frei nach Volker Pipers – nun im eigenen Kopf trägt anstatt nur irgendwo draußen.

Die stellen übrigens inzwischen auch dann den Strom ab, wenn lebenserhaltende Geräte davon betroffen sind (siehe swr), kassieren 20 Euro pro Nacht von Obdachlosen, die auf Parkbänken schlafen (siehe Focus) und verwandeln uns in gläserne Bürger … was man in China noch kürzlich als Auswirkung einer finsteren Diktatur beschrieb (siehe Tagesspiegel). Zehntausende von Pflegekindern – die nicht aus eigener freier Entscheidung dazu geworden sind – müssen derzeit die Kosten für ihre Pflege selbst bezahlen (siehe Spiegel), die letzen Oasen Deutschland – die Schrebergärten – stehen vor der Enteignung (siehe Welt), die Zahl der Schüler, die Beihilfe zum Schulbedarf brauchen, steigt jährlich (siehe Spiegel) während immer mehr Lehrer dicht am Abgrund Hartz IV leben (siehe Zeit), gleichzeitig … trotz Skandale … wachsen die Boni für Aufsichtsräte üppig (siehe Tagesschau).

Also: läuft!

 

 

 

 

 

Mord im Jobcenter. Und versuchter Massenmord an Arbeitslosen. „Deutschland“ live 2012.

Freitag, 28.9.2012. Eifel. Es ist mal Zeit für ein paar klare Worte - zum Beispiel über uns. Dies hier ist ein Nachdenkmagazin - kein öffentlich-rechtliches Bauchpinselmagazin und auch kein privates Tittenformat. Hier sitzen Menschen, die zum Nachdenken anregen möchten - manche mit Worten, manche mit Bildern - und selten kommen auch kleine Filmchen ins Spiel. Weil wir wenige Menschen sind, ist der Hörfunkbereich noch unterrepräsentiert. Wir arbeiten daran. Wer aber zu den 1.08 Millionen Menschen gehört, die sich an diesen Ort begeben, muss damit rechnen, das hier klare Worte geäußert werden - Worte, die zum Teil gar nicht die Meinung der Redaktion sind - und in meinem Falle noch nicht mal immer die Meinung des Autors wiedergeben. Mit dem Artikel "Arbeit ist Scheiße" habe ich mir erlaubt, einmal das auszusprechen, was die überwiegende Mehrheit der Deutschen denkt. Viele Studien belegen das - obwohl morgens alle mit eingestanztem Dauerlächeln vor dem Chef erscheinen - vorbei die Zeit, an der man die eigene Meinung offen am Gesicht ablesen konnte. Dies ist eine moderne Form von Tyrannei - breitflächig unterstützt von Bauchpinselmagazinen und Tittenformaten (mit ihrer virtuellen Dauerbotschaft: wer nur fleißig genug ist, darf auch mal anfassen!). Die Politik weiß dass ... und hat deshalb "Druck" erfunden (ja, DRUCK, das kann man überall nachlesen, damals wie heute noch). Ein Regime, das Druck auf das Volk ausübt, das das Volk sozusagen "pressiert" - wie nennt man das? Nun - Tyrannei, Diktatur, Unrechtsstaat ... da haben wir viele Begriffe für, die alle eins besagen: dort, wo die Regierung das Volk auspresst, herrscht schon lange keine Gerechtigkeit mehr - und die Demokratie ist weit weit fort, denn sie steht immer und überall für die Werte "Freiheit", "Gleichheit" und "Brüderlichkeit". Dort ist für Erpressung kein Platz.

Freitag, 28.9.2012. Eifel. Es ist mal Zeit für ein paar klare Worte – zum Beispiel über uns. Dies hier ist ein Nachdenkmagazin – kein öffentlich-rechtliches Bauchpinselmagazin und auch kein privates Tittenformat. Hier sitzen Menschen, die zum Nachdenken anregen möchten – manche mit Worten, manche mit Bildern – und selten kommen auch kleine Filmchen ins Spiel. Weil wir wenige Menschen sind, ist der Hörfunkbereich noch unterrepräsentiert. Wir arbeiten daran. Wer aber zu den 1.08 Millionen Menschen gehört, die sich an diesen Ort begeben, muss damit rechnen, das hier klare Worte geäußert werden – Worte, die zum Teil gar nicht die Meinung der Redaktion sind – und in meinem Falle noch nicht mal immer die Meinung des Autors wiedergeben. Mit dem Artikel „Arbeit ist Scheiße“ habe ich mir erlaubt, einmal das auszusprechen, was die überwiegende Mehrheit der Deutschen denkt. Viele Studien belegen das – obwohl morgens alle mit eingestanztem Dauerlächeln vor dem Chef erscheinen – vorbei die Zeit, an der man die eigene Meinung offen am Gesicht ablesen konnte. Dies ist eine moderne Form von Tyrannei – breitflächig unterstützt von Bauchpinselmagazinen und Tittenformaten (mit ihrer virtuellen Dauerbotschaft: wer nur fleißig genug ist, darf auch mal anfassen!). Die Politik weiß dass … und hat deshalb „Druck“ erfunden (ja, DRUCK, das kann man überall nachlesen, damals wie heute noch). Ein Regime, das Druck auf das Volk ausübt, das das Volk sozusagen „pressiert“ – wie nennt man das? Nun – Tyrannei, Diktatur, Unrechtsstaat, Reich des Bösen … da haben wir viele Begriffe für, die alle eins besagen: dort, wo die Regierung das Volk auspresst, herrscht schon lange keine Gerechtigkeit mehr – und die Demokratie ist weit weit fort, denn sie steht immer und überall für die Werte „Freiheit“, „Gleichheit“ und „Brüderlichkeit“. Dort ist für Erpressung kein Platz.

Nun haben wir für diesen Artikel einen Kommentar erhalten, der mir besonders gefiel, ich möchte ihn hier nochmal zitieren (Schreibfehler sind entfernt worden):

Traurig
Das erwachsenen gut gebildeten Menschen nix besseres einfällt, als sich in die soziale Hängematte zu legen. Das ist schön einfach, das kostet keine Mühe. Mal abgesehen davon, das solche Artikel anderen Arbeitslosen, das Leben zur Hölle machen.

Herrlich, oder? Und so schön devot. Wahrscheinlich merkt es der Kommentator gar nicht. Was ist geschehen? Nun, einer wagte es auszusprechen, was alle denken: „Arbeit ist Scheiße“. Das ist auch der Grund, weshalb sie früher mal bezahlt wurde: die Umwandlung des menschlichen Wesens in einen Produktionsfaktor ist schmerzlich, weil sie seinem ganzen sozialen Wesen als freier Jäger und Sammler widerspricht – deshalb kriegt man ja auch Geld dafür.

Gut, jedenfalls früher. Heute ist das anders … heute bekommt man immer weniger, und wer Pech hat und wegen Geschlecht, Alter, Krankheit oder Erschöpfung aus dem System fällt, bekommt gar nichts mehr – soll aber trotzdem arbeiten. Das ist das Prinzip Hartz IV, die große Reform, die die damaligen linken Kräfte der Gesellschaft eingeführt haben. Hintergrund war die Annahme, das das Volk böse ist und nur in der sozialen Hängematte herumlungert. Diese Annahme ist schon eine Unverschämtheit einer Kaste von Berufspolitikern, die in ihrem Leben weitgehend nur von anderen gelebt haben – aber ich verstehe, das ihnen diese Unterstellung schnell über die Lippen kommt: selbst liegen sie nur allzugern in der von Diäten prall gefüllten Hängematte – da bleibt es nicht aus, das man anderen immer und überall die gleiche Motivation unterstellt. Ebenso unverschämt ist es, das sie im Weiteren die Versicherungsgelder für sich einbehalten haben (eine Sauerei, die jetzt die Krankenkassen nachmachen: Beiträge kassieren ohne Gegenleistung bringen zu müssen: ein Paradies für jeden Halsabschneider bzw. Renditejäger) und aus jedem Arbeitslosen einen Sozialfall gemacht haben. Gleichzeitig wurden die Schmierfinken von der Leine gelassen, seelenlose Lohnschreiber, die in alter „Stürmermanier“ über jeden herfallen, der ihnen von ihren Bossen aufs Tablett gelegt wird: der Arbeitslose wurde diskriminiert wie früher nur Ausländer, Juden oder Farbige in den USA … was, nebenbei, auch ein deutliches Licht auf den „demokratischen“ Zustand unserer Gesellschaft wirft.

Er wurde kriminalisiert bis zum geht nicht mehr, mit der Kamera bis ins Schlafzimmer verfolgt, wo die Behörde Art und Anzahl der Unterhosen  zählte, die um das Bett herum verteilt waren. Gleichzeitig wurde der entrechtete Arbeitslose auch enteignet: die Täter wussten ganz genau, das es sich bei den Arbeitslosen nicht um chronische Sozialfälle handelte, sondern um fleissige sparsame Menschen, die was auf der hohen Kante hatten: Wohneigentum, Versicherungen, Sparbücher, Altersvorsorge: auf all das wurde hemmungslos zugegriffen, das Gesetz lies dort kein Schlupfloch zu – sogar die Weihnachtsgeschenke von Oma für die Kinder oder die Arbeitslöhne der Kinder fürs Zeitungsaustragen wurden einkassiert. Diese vernichtende Brutalität gegen eine willkürlich ausgewählte Gruppe der Bevölkerung fand medial nur ein geringes Echo. Von den großen Medien erlaubte sich nur der Stern eine Kritik zu veröffentlichen – eine Kritik, von der sich der Chefredakteur im Vorwort gleich distanzierte: Arno Luik´s Artikel über den Putsch von oben vom 21.10.2004 sprach mutig aus, worum es damals ging:

„Notwendige Reformen“, die „ohne Alternativen“ sind – dieses Reden hat einen totalitären Charakter. Ein Verdacht: Die Reformer argumentieren so apodiktisch, weil sie genau wissen, mit dieser Politik zertrümmern sie so ziemlich alles, wofür die „Soziale Marktwirtschaft“ der Bundesrepublik Deutschland einst stand: ein sozialer Staat, der dafür sorgte, dass die privaten Risiken Alter, Arbeitslosigkeit, Krankheit grundsätzlich kollektiv abgesichert wurden. „Modell Deutschland“ nannte das voller Stolz der sozialdemokratische Kanzler Helmut Schmidt

Das war das Ende der Bundesrepublik Deutschland, eingeleitet durch eine feindliche Übernahme der DDR, die damals so keiner wollte. Aber dieser offensive Schritt hatte soviel Staub aufgewirbelt, hinter dem man ganz schnell ein neues Deutschland aufbauen konnte: den BankenRettungsDienst. Man gewöhnte sich durch die Affären der Treuhand schnell daran, das kriminelles Vorgehen, Vetternwirtschaft und hemmungslose persönliche Bereicherung zum ethischen Standard in Politik und Wirtschaft geworden waren – und man konnte sich vorstellen, in welcher Form Staat das enden wird: in einem Staat, der zum Feind seiner Bürger wird und die Gelder der Bürger nicht als deren treuhänderisch zu verwaltendes Vermögen ansieht, sondern als Beute eines besonders cleveren Raubzuges.  Wahrscheinlich verstehen sich deshalb Banker und Politiker so gut.

Und „Arbeit“, die früher Scheiße sein durfte (und schon immer war), war auf einmal … Pflicht. Ich möchte hier gerne mal auf einen anderen Kommentar zu dem o.g. Artikel hinweisen, in dem Karen mal die Wortbedeutung von ARBEIT ermittelt hat:

germanisch: arbaiþis, gotisch: arbaiþs, althochdeutsch: arapeit, mittelhochdeutsch: arebeit, arbeit = Mühe, Beschwernis, Leiden, wahrscheinlich gemeinsame Herkunft mit Altkirchenslawisch работа (rabota: Mühsal, Sklaverei)

das Wort war für Waisen ohne familiären Rückhalt, die sich als Mägde/Knechte verkaufen mußten um zu überleben …

Arbeit macht aus Menschen Roboter – jedenfalls solange, bis echte Maschinen die Arbeit übernehmen können. Und in einer Geldwelt erniedrigt sie uns zu Sklaven, die keine andere Wahl mehr haben, als sich jeden Tag ihres Lebens zu verkaufen – unter strenger Aufsicht des Staates.

Machen Sie nicht mehr mit, wagen Sie es, von ihren unantastbaren Menschenrechten wirklich Gebrauch zu machen … ja, dann droht der Entzug der Regelleistungen. Die Kontrollen greifen aber schon wesentlich früher: schauen Sie sich doch mal die Reaktionen in Ihrer Firma an, wenn sie mit Jesuskutte, Jesuslatschen, langen Haaren und Vollbart zur Arbeit erscheinen – als dem Outfit des Sohnes Gottes auf Erden, einer überall in diesem Land akzeptierten und respektierten Autorität. Sie werden schneller Leistungsempfänger, als Sie bis drei zählen können – dabei haben Sie noch gar nicht die angefangen, die „frohe Botschaft“ zu verkünden.

Weil Arbeit Beschwernis, Mühe und Leiden bedeutet (man sieht, die Erfinder dieses Wortes kannten noch Arbeit aus eigener Anschauung – anders als unsere politischen Marionetten der Hochfinanz) wird sie in der Regel nicht als angenehm empfunden. Wenn der Staat aber mit Gewalt darauf besteht und großen Druck auf Menschen ausübt, sich in ein Gefilde zu bewegen, in dem Beschwernis, Mühe und Leiden warten, so kann man sich vorstellen, das es irgendwann irgendwo mal knallt.

Meistens knallt es heimlich still und leise auf einem Hochstand im Wald oder im Keller des so geliebten Einfamilienhauses, für das man vierzig Jahre unermüdlich geschuftet hat. Davon erfahren wir weniger. Manchmal knallt es aber auch in der Behörde – wie jetzt. Ich habe eine Weile gewartet, um diesen Artikel zu schreiben, weil ich wissen wollte, wie die Medien den Täter beschreiben. Was werden sie aus ihm machen? „Achmed“ ist nun ein schon verdächtig klingender Name – leicht hätte man auf die Idee kommen können, das Al Kaida (eine der vom CIA finanzierten Rogue Groups) im Spiel ist der jahrelang angekündigte moslemische Terror endlich Deutschland erreicht. Heute kann ich sagen: man hat sich aus politischen Gründen gegen den Moslem und den Migrationshintergrund entschieden, sondern lieber nochmal gegen den deutschen Staatsfeind Nr. 1 geschossen: den Arbeitslosen.

Die deutsche Polizeigewerkschaft weiß, worum es da geht, hier zitiert aus dem Spiegel:

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hingegen hält die Übergriffe nicht für unvermeidbar. „Wenn es um die Existenz geht, dann sind Kurzschlusshandlungen aus Wut und Verzweiflung alles andere als unvorhersehbar“, so der nordrhein-westfälische DPolG-Landesvorsitzende Erich Rettinghaus.

Für Arbeitslose geht es beim Jobcenter nicht nur um Zuschüsse für einen Kühlschrank (nein, so etwas gibt es nicht wirklich – ist nur eine Illustration) sondern um DIE NACKTE EXISTENZ. Immer wieder, jeden Tag. Und die so von der Politik „zerdrückten“, „beraubten“ und hilflos gedemütigten Menschen werden betreut von Mitarbeitern, die aus den Privatisierungsorgien von Bahn und Post übrig geblieben sind … und nicht unbedingt deutlich viel mehr verdienen als die Arbeitslosen selbst.

Seit diesem Tag ist jedem Jobcentermitarbeiter bewusst, das er in Lebensgefahr schwebt. Der Arbeitgeber sieht das ähnlich – als Reaktion auf diesen Einzelfall sollen jetzt bundesweit alle Jobcenter umgebaut werden (ja, dafür ist immer Geld da – die Bauwirtschaft braucht Aufträge im Gegenzug für Parteispenden) – in Zukunft soll auch noch ein zweiter Angestellter bei vertraulichen Gesprächen  mitlauschen dürfen.

Das Motiv des Täters? Gehe ich nach den Schilderungen des Focus, würde ich sagen: die übliche massive psychische Zerrüttung, die man bei Jobcenterkunden antrifft, die jahrelang in einem superreichen Land um ihre nackte Existenz fürchten müssen. Bei jeder Einladung, jedem Mitarbeiterwechsel immer die gleiche Furcht: hoffentlich kann ich die Auflagen diesmal noch erfüllen, bevor sie mir und meinen Kindern den Lebensberechtigungsschein entziehen, in dem sie die Regelleistungen streichen, hoffentlich gerate ich heute nicht an einen soziopathischen Idioten, der sich an meiner Ohnmacht weidet.

Vielleicht hat er aber auch nur einfach diesen Artikel bei „gegen-Hartz“ gelesen:

Wie erst jetzt bekannt wurde, verpflichtete das Jobcenter in Plauen Hartz IV Bezieher im Plauener Hammerpark zu arbeiten, um dort das Unterholz zu entfernen. Das Brisante: Stadtämter vermuten, dass in diesem Park noch zahlreiche Blindgänger-Bomben aus dem zweiten Weltkrieg lagern. Bevor jedoch der Kampfmittelbeseitigungsdienst anrückt, sollten die insgesamt neun als Ein-Euro-Kräfte eingesetzten Hartz IV Bezieher das Unterholz entfernen. Wer sich weigert entsprechende Maßnahmen seitens des Jobcenters durchzuführen, muss mit massiven Sanktionen in Form von Leistungsentzug rechnen.

Das ist in meinen Augen versuchter Massenmord. So etwas gibt es in Diktaturen in Südostasien, die unliebsame Mitbürger zum Minenräumen über Minenfelder laufen lassen – und das dieses in diesem unserem deutschen Lande wieder möglich ist, zeigt deutlich, wie weit wir schon von der alten demokratischen Grundordnung entfernt sind, wie brutal und grausam unser Asozialstaat schon geworden ist.  Die Grausamkeit wird sich jetzt auch im Weiteren zeigen: das Opfer hinterläßt einen Mann mit einem kleinen Kind – zwei weitere Opfer der Folgen sozialdemokratischer Arbeitsmarktpolitik.  Was den Opfern jetzt droht?

Nun: Hartz IV. So sozial ist unser Staat. Der Mann des Opfers ist zukünftig alleinerziehend und steht damit ganz vorne in der Arbeitslosenschlange. Das Kind – das hören wir oft genug – hat fortan nur noch ganz geringe Chancen, aus dem Hartz-Ghetto zu entkommen.

Der Täter hat alle Strafe des Gesetzes verdient – ich denke aber, das man letztlich auf „nicht zurechnungsfähig“ plädieren wird. Arbeitslosigkeit macht krank: körperlich wie psychisch. Eigentlich betreuen deshalb Jobcenter größtenteils Kranke – ohne dazu allerdings die notwendigen Perspektiven und Ausbildungen zu haben.

Dem Opfer jedoch – gebührt ein bundesweiter Gedenktag, wie man ihn nennen soll, weiß ich noch nicht. Tag der Schröder/Fischer-Opfer? Tag der Hartz-Toten? Tag der Renditeleichen? Kann sich ja mal jeder selbst Gedanken drüber machen.

Und die Familien der beiden … für die kann man in diesem Land nur noch beten.

Soweit sind wir wieder.

Doch seien wir fair: der Staat tut was für die Familien: beide kriegen jetzt den Alleinerziehendenzuschlag, jene Prämie, die der Staat jenen Menschen zahlt, die sich von ihrem Partner trennen. Warum man dafür Boni bekommt, habe ich noch nicht verstanden – aber es ist so.

Was ich mir für die Zukunft wünsche ist eine Gesellschaft, die die politisch Verantwortlichen für diese Zustände ihrer gerechten Strafe zuführt. Gibt es eigentlich noch „schweren Kerker“? So mit Steinbrucharbeit und allem?

Sicher haben wir aber noch mehr scharfe Bomben, die geräumt werden müssten … da wäre es nur fair, das die Täter auch mal Hand anlegen.

Für die meisten dieser Krawattenkomödianten wäre dies das erste Mal in ihrem Leben, das sie echter Arbeit begegnen.

 

 

 

 

 

 

Deutschland 2012: Edle Menschen und hässliche Wahrheiten über Armut, Putsch und Widerstandsrecht

Donnerstag, 6.9.2012. Eifel. Mein Nachbar verkauft sein kleines Haus. Mir gefällt es sehr. Bescheiden, hell, kaum Garten aber eine sehr effektive Ausnutzung der vorhandenen Fläche. Sehr liebevoll restauriertes Fachwerk. Ein netter Mensch, mein Nachbar. Vor allem: ein edler Mensch. Seinen Namen möchte ich nicht nennen, aber seine Geschichte erzählen. Wir haben uns ab und zu beim Wandern getroffen und ein paar Worte ausgetauscht - so habe ich sie erfahren. Sein Sohn hat Krebs. Unheilbar. Die Krankenkassen bezahlen seine Medikamente nicht mehr - er stirbt sowieso sagen sie. Sie haben aktuell Überschüsse von 21,8  Milliarden Euro, sagt die Berliner Zeitung. Die Ärzte, die den Sohn meines Nachbarn behandeln, verstecken anlässlich einer Demonstration über ihre finanziell so missliche Lage ihre Luxusmobile in Seitenstraßen, um noch viel mehr Geld einzuklagen. Was tut mein Nachbar nun - weshalb ich ihn "edel" nenne?

Donnerstag, 6.9.2012. Eifel. Mein Nachbar verkauft sein kleines Haus. Mir gefällt es sehr. Bescheiden, hell, kaum Garten aber eine sehr effektive Ausnutzung der vorhandenen Fläche. Sehr liebevoll restauriertes Fachwerk. Ein netter Mensch, mein Nachbar. Vor allem: ein edler Mensch. Seinen Namen möchte ich nicht nennen, aber seine Geschichte erzählen. Wir haben uns ab und zu beim Wandern getroffen und ein paar Worte ausgetauscht – so habe ich sie erfahren. Sein Sohn hat Krebs. Unheilbar. Die Krankenkassen bezahlen seine Medikamente nicht mehr – er stirbt sowieso sagen sie. Sie haben aktuell Überschüsse von 21,8  Milliarden Euro, sagt die Berliner Zeitung. Die Ärzte, die den Sohn meines Nachbarn behandeln, verstecken anlässlich einer Demonstration über ihre finanziell so missliche Lage ihre Luxusmobile in Seitenstraßen, um noch viel mehr Geld einzuklagen. Was tut mein Nachbar nun – weshalb ich ihn „edel“ nenne?

Er verkauft sein Haus, um die Medikamente bezahlen zu können. Er und seine Frau sind ausgezogen – jedenfalls vermutet das der Makler. Sie sind auch für ihn nicht zu erreichen. 59000 Euro soll es kosten. Davon kann man die Behandlung des Sohnes ein paar Jahre verlängern. Das Enkelkind ist Autist, es braucht den Vater dringend, würde nie verstehen, warum er nicht mehr da ist.

Es ist – wie gesagt – ein bescheidenes Haus. Wäre ich reich, würde ich es ihm abkaufen – zu einem deutlich höherem Preis, weil es in der Tat sicher viel mehr Wert ist  – und ihn umsonst darin wohnen lassen. Er hat genug mit sich herum zu schleppen, es kann nicht gesund sein, dann noch als unerwünschter armer Mieter durch die Gegend ziehen zu müssen.  Nein, besser noch: ich würde ein Krankenhaus bauen, in dem ich seinen Sohn umsonst behandeln würde – mit allem Komfort, den man für Geld kaufen kann. Natürlich darf die Familie bei ihm wohnen.

Nur – ich habe kein Geld. Ich wüsste noch nicht mal, wie ich ihn erreichen kann. Wie viele Arme in diesem Land muss auch er sich jetzt vor der Öffentlichkeit verstecken, obwohl er ein edler Held ist, eine jener Gestalten, denen die alten Griechen einen Epos gewidmet  hätten. Aber Helden … mag man hier nicht so. Was er beruflich macht? Unternehmer. Hatte mehrere Läden in der Nähe, aber keinen großartigen Gewinn. Aldi, Lidl, Netto und Norma überfluten den Markt mit Billigprodukten, da können kleinere Händler nicht mehr mithalten, auch nicht, wenn sie den ganzen Tag arbeiten. „Vernichtung durch Arbeit“ kennt viele Facetten – die Banken bezahlen mit Geld, das sie sich jetzt nachträglich vom Staat holen, den Erfolg von Megakonzernen, deren Arbeit neben Arbeitsplätzen auf Kleinunternehmer vernichtet. Dafür kassieren die „großen Arbeitgeber“ noch kräftig Prämien vom Staat, weil sie wenigstens noch die Hälfte der Arbeitnehmer beschäftigen, die früher am Markt Arbeit fanden.

Die anderen werden vom Jobcenter in die Leiharbeit gejagt.

Vielleicht würde es meinem Nachbarn helfen, wenn er reich wäre. Reiche Menschen werden in allen Arztpraxen besonders gut behandelt, bekommen bessere Medikamente und auch viel eher ein Organ, wenn das alte mal völlig zugekokst ist – das jedenfalls liest man aktuell in der Welt. Vielleicht lässt man den Sohn meines Nachbarn auch bewusst sterben, weil da ein Reicher gerade ein Organ braucht? Da viele große  Religionen der Welt den Reichen eine sehr schäbige Zeit nach ihrem Ableben prophezeien (was Einzelfälle im Rahmen der Nahtodesforschung bestätigen, auch wenn daraus noch kein Trend abzulesen ist), haben die allen Grund, ihr erbärmliches Dasein auch durch Organraub zu verlängern. Für kurze Zeit kann man ja vielleicht auch ein billiges Krebsorgan einbauen, bis man ein Neues bekommt. Gibt ja genug Arme, von denen man es nehmen kann.

Zu düster gedacht?

Nein. Die Wahrheit ist noch viel hässlicher, noch kannibalistischer, wie ich in einer normalen Klassenpflegschaftsversammlung einer höheren weiterführenden Schule erfahren durfte.  Dort forderte die dynamische Mutter eines (wegen brutaler Angrifffe auf Mitschüler polizeibekannten) Kindes, das der Selektionsdruck auf die Schüler erhöht werden soll. Anstelle des gemeinsamen Aufschreibens der Hausaufgaben an die Tafel soll jeder selbst dafür verantwortlich sein, das er seine Aufgaben durch bloßes Zuhören erfährt. Die Klasse ist eh´ zu voll, da kann man nicht noch jeden Hansel mitschleppen, der sich bei der Verkündigung der Hausaufgaben gerade mit seinen Nachbarn unterhält. Die Reaktion der Elternschaft? Breite Zustimmung.

Zufall?

Nein.

Das wurde gezielt gezüchtet. Die Ellenbogengesellschaft wurde von „oben“ mit Gewalt durchgedrückt – absichtlich, eiskalt berechnet und mit großem Personalaufwand betrieben. Seit dreissig Jahren bringen „Unternehmensberater“ die Gesellschaft gezielt auf Kurs und formen die menschliche Gemeinschaft zu einem Kollektiv um, das neben der maximierten Produktivität keinerlei Menschlichkeit mehr kennt. Aktuell gibt es ein mutiges  Radiofeature, das die Hintergründe aufgreift (meinen Lesern vielen Dank für diesen Tipp). Sicher – viele dort erwähnte Fakten sind schon längst bekannt. Vieles haben wir hier an diesem Ort in den letzten Jahren schon angerissen – wir und viele andere engagierte Bürger ebenfalls, aber das sich nach Arno Luik noch einmal jemand um den Putsch gegen die demokratische Bundesrepublik Deutschland kümmert, hätte man nicht glauben mögen. Hören wir dazu das Deutschlandradio:

Seit Jahrzehnten befinden sich Politiker im Bann neoliberaler Heilsverkünder. Wie entstand dieses heute unumstößlich scheinende System? Das Experimentierfeld Lateinamerika und die Analysen des Philosophen Michel Foucault aus den 70er- und 80er-Jahren machen Dynamik und Reichweite der neoliberalen Umstrukturierungen unserer Gesellschaften deutlich und erhellen die heutigen Finanzkrisen. Zum Vorschein kommt dabei ein Machtergreifungsmodell, das Politik, Gesellschaft und
Individuen seit Jahrzehnten formt und konditioniert, ein ökonomischer Putsch, der heute den militärischen coup d’état abgelöst und eine globale Disziplinierung geschaffen hat.

Das ist unsere neue Erfahrung: ein Putsch kann auch ohne Militäreinsatz durchgeführt werden … allerdings wissen wir auch, das die Bundeswehr in Deutschland zunehmend auf Einsatz im Inneren getrimmt wird … ebenso wie die Reservisten. Man will vorbereitet sein, wenn die Bürger merken, was gespielt wird. Sicher – groß wird der Widerstand nicht sein. Die Konzerne haben längst einen neuen Menschen geschaffen – den Konsumzombie, der nach dem Motto lebt: ich kaufe, also bin ich.

Kritische, selbstbewusste Bürger sind absolut in der Minderheit – und werden schon längst in Unternehmen, Behörden, Schulen, Universitäten und anderen Arbeitgebern aussortiert. Gewünscht ist das Modell „Arbeitsameise“, das nicht aufmuckt, sich hauptsächlich von primitiven Trieben leiten lässt, keinerlei demokratische Werte mehr verinnerlicht hat, zu einer enormen sozialen Verrohung neigt und völlig heimatlos jederzeit von seiner Leihfirma weltweit versandt werden kann.

Die bürgerliche Zivilgesellschaft, die in den siebziger Jahren als Modell der Zukunft entwickelt wurde (sogar die SPD wollte damals mehr Demokratie wagen und sich nicht nur den neuen Finanzdiktatoren durch Sozialabbau anbiedern), liegt auf allen Ebenen im Sterben. Die menschliche Solidargemeinschaft wird Betrieb, der für Kranke, Alte, Behinderte, Kinder und Denker keinen Platz mehr hat. Alle bejubeln die Leistungsfähigkeit der neuen Ellenbogengesellschaft … und werden erst im Alter erfahren, wie gut Ellenbogen Menschen pflegen können.

Ansätze dazu erlebt man schon heute. Da kenne ich ein Altenheim, das in der obersten Etage Menschen lagert, um die sich kein Pfleger mehr kümmert. Dort landen die, die keine Verwandten haben, die täglich kontrollieren, wie es ihren Anverwandten geht. Dort liegen sie stundenlang in ihren Exkrementen, haben Hunger, Durst und einfach auch das Bedürfniss nach menschlicher Nähe. Die Pfleger? Durch betriebswirtschaftlich effektiven Personalschlüssel hoffnungslos überfordert und hauptsächlich damit beschäftigt, die „überwachten“ Alten nicht zu vernachlässigen. Man sollte auch nicht glauben, das Reichtum vor dieser Zukunft schützt: man muss schon reich sein, um in diesem Heim einen Platz zu erhaschen.

Aus einem anderen Heim kenne ich das Schicksal eines Apothekers … eines sehr reichen Apothekers, der seinen Kindern (wohlerzogene Leistungsträger) etwas zu früh seine Apotheken überschrieben hatte. Plötzlich fand er sich mit seiner Frau im Altenheim wieder (dann auch noch in einem recht billigen der Arbeiterwohlfahrt), schaute sich kurz auf der Station um, fuhr mit dem Fahrstuhl auf die oberste Etage und … sprang hinaus.

Er war sofort tot.

Seine Kinder hatten ihn betriebswirtschaftlich günstig entsorgt – das ist halt die Konsequenz aus einer Erziehung, die nur darauf bedacht ist, einen möglichst effektiven Ellenbogenkrieger zu erziehen: ist man selber irgendwann zu alt zum kämpfen, bekommt man eben diese Ellenbogen zu spüren … mitten ins Gesicht.

Das ist ein zivilisatorischer Rückschritt, wie wir ihn seit Jahrtausenden nicht erlebt haben, einer solchen bewussten und absichtlichen  Zerrüttung jeglicher sozialer Strukturen musste sich die Menschheit bislang noch nicht stellen.

Was uns als alternativloser Automatismus der Geschichte verkauft wird, ist ein groß angelegter Angriff auf die Menschheit selbst. Die Akteure sind bekannt, das Radiofeature benennt sogar ihr Hauptquartier: die International Swaps und Derivates Association , die eine erstaunliche Machtkonzentration offenbart (siehe Wikipedia):

Auf Kritik stieß die ISDA im Zuge der Griechischen Finanzkrise für ihr Verfahren bei der Bestimmung von credit events im Rahmen des CDS-Instrumentariums. Im Fokus steht dabei insbesondere die Tatsache, dass die Kompetenz, ob durch Restrukturierungsmaßnahmen auf griechische Staatsanleihen ein credit event – und damit die Auszahlung der CDS-Prämien – ausgelöst wurde, schlussendlich bei 15 Vertretern der Finanzindustrie lag, die im europäischen Determination Commitee vertreten sind. Kritiker fürchten unter anderem, dass es dadurch zu Interessenskonflikten kommen kann.

Dabei kann kaum ein normal gebildeter Bürger noch verstehen, worüber da eigentlich verhandelt wird. Man hat ja auch jahrzehntelang an hoch komplizierten Mechanismen gearbeitet, die den „großen Coup“, den gezielten Angriff auf die Reichtümer der Volkswirtschaften, möglich machen sollten, ohne das sofort alle merken, was los ist.

Die aktuelle Situation unterscheidet sich im Prinzip überhaupt nicht von einem gemeinen Bankraub im Wilden Westen. Dort hatten Bürger ihre Ersparnisse in den (teuren) Tresor der örtlichen Sparkasse untergebracht, um sie vor Räubern zu schützen. Die Räuber wiederum rotteten sich gern zu Banden zusammen, um die gesammelten Vermögen trotzdem erbeuten zu können.

Heute nennen sich die Banden „Netzwerke“ oder „Seilschaften“ und werden von führenden deutschen Wirtschaftsblättern bewundert und hoch geachtet, beinhalten grundsätzlich auch hochrangige Akteure aus der Politik, dem Sport und der Medienwelt. Die Spareinlagen werden via Eurorettungsschirm direkt aus dem Tresor in die Lager der Banditen geliefert, was sogar konservative Blätter wie die Welt zu der Frage verführt, ob das Bundesverfassungsgericht den Mut aufbringt, die Verfassung und die Bürger vor der Politik zu schützen?

Merkt man eigentlich, wie degeneriert unser Land schon jetzt ist, das wir solche Fragen derart stellen müssen? So degeneriert, das wir Rekordsummen als Ablöse von Fussballern zahlen (siehe Oliver Kahn bei Yahoo), es als großen Erfolg ansehen, wenn Bioprodukte zu einer  geringeren Pestizidbelastung bei Kindern führen als der für den Durchschnittsbürger produzierte Normalfraß (siehe Welt) und uns in Deutschland auf ein Massensterben von Alten, Kranken und Kindern einstellen (siehe Spiegel), wenn nicht die beständig schwächer werdenden sozialen Netzwerke die Folgen des Klimawandels auffangen.

Noch nie in ihrer Geschichte war die Menschheit von so vielen Feinden gleichzeitig bedroht – und noch nie in ihrer Geschichte war sie so hilflos. Anstatt das wir uns um die Rettung der Alten, Kranken und Jungen kümmern, um das Ausbremsen der Klimakatastrophe, die Inhaftierung der Finanzbanden und ihrer Komplizen in Politik und Medienwelt sowie um die Auslöschung der vielfältigen Umweltgifte, die renditefreundliche Produktionsmethoden so nach sich ziehen, ist unsere größte Sorge, „fit for the job“ zu sein. Wir arbeiten Tag für Tag an der Optimierung unserer Ausbeutbarkeit statt an der Optimierung unserer Lebensqualität, marschieren mit großen Schritten in eine Altersarmut, die die Dimensionen des Holocaust um ein vielfaches Übertreffen kann (und übertreffen wird, wenn wir die Räuberbanden nicht dingfest machen), sorgen mit unserer ganzen Arbeitskraft für die Vernichtung der sozialen, biologischen und kulturellen Lebensgrundlagen der Menschheit.

Man möchte schon meinen, das eine solche Spezies, die sich dermaßen dummdreist verhält, nichts anderes als einen katastrophalen Untergang verdient hat.

Was wir dagegen tun können?

Nun, das, was die Bürger auch im Wilden Westen getan haben. Einen Sheriff wählen, der die Bürger zu den Waffen ruft, Notverwaltungen installieren, die die Versorgung der Bevölkerung sicherstellt, eine alternative Übergangsregierung wählen, die den korrupten und von Banklobbyisten durchsetzten Regierungsapparat ersetzt, bis die Justiz die Täter international dingfest gemacht hat und freie und geheime Wahlen eine neue, unabhängige und nur dem Grundgesetz verpflichtete Regierung installiert hat, die sich nicht gezwungen sieht, die Geburtstage von Finanzdiktatoren im Kanzleramt zu feiern. Unser Grundgesetz erlaubt uns solche Taten, siehe Wikipedia:

Das in Art. 20 Abs. 4 GG gewährte Recht zum Widerstand ist Bestandteil der freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und gilt als grundrechtsgleiches Recht. Dieses Recht – 1968 im Zuge der Notstands-Gesetzgebung eingefügt – lautet in seinem Verfassungstext:

„Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“

Und bevor die herrschende Junta Polizei und Militär in Gang setzt, sollte man diesen vielleicht kurz vor Augen führen, das auch für sie in einem neoliberalen System kein Platz vorhanden ist: in Griechenland sind die Einkünfte der Polizisten auf 610 Euro im Monat geschrumpft, siehe Spiegel. Tendenz: weiter fallend.

Der ökonomische Putsch zielt darauf hinaus, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu ersetzen. Mehr noch: er fördert eine Umerziehung der gesamten Menschheit zu asozialen Wesen, die sich gegenseitig nur für ein teureres Handy das Leben zur Hölle machen. Das sollte selbst die Kirchen auf den Plan rufen, rüttelt doch dieser Putsch an den Grundwerten des ganzen christlichen Abendlandes und fördert Verhaltensweisen, die man sonst nur dem Teufel selbst zuschreibt.

Nun, wie wir dank des Radiofeatures  (hier bei SWR 3 im Volltext) wissen, haben wir es hier mit einem „deutschen Modell“ zu tun, das international Raum greift:

Paris 1979: der Philosoph Michel Foucault hält seine Vorlesung «Die Geburt der
Biopolitik», eine Geschichte der Kunst des Regierens. Foucault merkt, dass ein
grundlegender Wandel in der Welt vor sich geht, eine Machtergreifung, der viele erst
dreißig Jahre später gewahr werden. Der Philosoph analysiert das dominant
werdende ökonomische Denken seiner Zeit, den Neoliberalismus, eine Denkweise
und ein Ordnungsprinzip, nach dem Politik, Gesellschaft und Individuen sich richten
sollen. Foucault nennt es «das deutsche Modell».

Wir hatten schon mal so ein „deutsches Modell“, das 1933-1945 internationalen Einfluss wollte. Damals hat es verloren – was für uns sehr gut wahr. Wir haben auf den Trümmern des Dritten Reiches einen der demokratischsten Staaten der Welt entwickelt, der jetzt gezielt von einer Hand voll politischer Marionetten und ihren Finanziers abgebaut wird.

Vielleicht gelingt es uns hier in Deutschland diesmal, genug Widerstand im Inneren zu leisten, vielleicht ein deutsches Gegenmodell zu schaffen, das Wirtschaftswunder mit sozialen Wundern vereint.

Das hatten wir auch schon mal.

Nun – meinem Nachbarn wird das jetzt nicht helfen. Sein Haus wird verramscht – und ich weiß nicht, wie lange er davon die teuren Krebsmedikamente privat bezahlen kann.

Sein Schicksal mag aber viele Menschen zum Nachdenken anregen … auch jene, die jetzt noch in ihren fein gepflegten Eigenheimen hocken und sich als Beherrscher der Welt fühlen, weil sie ein SUV fahren.

Auch sie werden mal … alt, krank, schwach und … überflüssig.

Dann jedoch ist es zu spät, die Karre aus dem Dreck zu ziehen.

Und im Dreck steckt sie.

Einfach mal meinen Nachbarn fragen, dessen Sohn Klagen gegen die Politik der Krankenkasse nicht überleben würde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20.Juli 2012. Widerstand in Deutschland? Island macht es vor … als leise Revolution.

Freitag, 20.7.2012. Eifel. Wieder einmal ein besonderer Tag – historisch gesehen. Vor achtundsechzig Jahren hat ein gewisser Graf von Stauffenberg den Führer in die Luft sprengen wollen. Lange Zeit galt dies als Großtat des deutschen Widerstandes gegen Hitler. Bei Lichte betrachtet, war die Tat nicht so groß. Die Sowjetarmee treib im Osten die Wehrmacht vor sich her, im Westen waren die Alliierten in Frankreich gelandet und vertrieben die Wehrmacht dort, Bomberströme zogen fast täglich ungehindert über Deutschland hinweg – wer noch alle Sinne beisammen hatte (und von den Fakten überhaupt erfuhr) wußte: es war vorbei. Nun – weniger die Motaviation des Widerstandes soll heute im Fokus stehen, sondern eher die Frage: wie sieht es heute bei uns aus? Brauchen wir wieder einen Stauffenberg, der versucht, das Schlimmste zu verhindern? Es geschehen tagtäglich schlimme Dinge in Deutschland, Dinge, die noch kürzlich undenkbar waren:

Zum Beispiel gibt es da einen Goldman-Sachs Banker, der ungeniert über „seinen Ministerpräsidenten“ Geschäfte inszeniert, die dem Land Milliardenverluste beschert haben. Nebenbei bot er als „Bestechungsmasse“ einen schönen Vorstandsposten an – so sieht unsere Bananenrepublik aus. Erinnert an viele andere Politiker, die bei uns „überraschend“ hoch dotierte Positionen in der Wirtschaft bekamen, nachdem sie im Interesse der Märkte den Sozialstaat ruiniert und die Notbremsen gegen Finanzheuschrecken entfernt haben.

Keine schöne Geschichte, aber brutale, politische und wirtschaftliche Realität, unter der in diesem Land Millionen von Menschen  – und erst recht Millionen von Kindern zu leiden haben.

Über den Verfassungsschutz möchte ich erst gar nicht reden – der beobachtet lieber peinlich genau ordentlich gewählte Politiker der Linken, während jahrelang Neonazibanden ungehindert im Land herummorden. Die Polizei gibt auch nicht unbedingt ein besseres Bild ab, wenn man sich den Fall Knobloch genauer anschaut – hier beim Spiegel: aktiv haben die Ermittler einen geistig Behinderten Menschen mit lückenlosem Alibi einen Mord in die Schuhe geschoben, zu dem bis heute die Leiche fehlt. Gedeckt wurde durch diese Tat der Polizei ein roter Mercedes, in dem das Kind offensichtlich entführt wurde. Gruselig, wenn man bedenkt, welche Kreise die Affaire Detroux beispielsweise zog. Gibt es vielleicht auch in Deutschland einen mächtigen Kinderhändlerring – mit Superkontakten zu Polizei und Politik?

Die Liste der äußerst bedrohlichen Erscheinungen am Rande (und in der Mitte) unserer Gesellschaft ließe sich endlos fortsetzen – wer regelmäßig im „Nachrichtenspiegel“ liest, weiß, das man täglich genug finden kann und Grund genug hat, sich um die Zukunft zu sorgen – erst recht jetzt, wo der ESM droht.

Schnell könnte unsere Zukunft wie die Islands aussehen, siehe Wikipedia.

Island war im April 2009 laut dem US-amerikanischen Ökonomen und Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman vor Irland und Österreich das Land mit dem größten Risiko eines Staatsbankrotts. Die drei größten Banken (Kaupthing, Landsbanki und Glitnir) erlebten nach ihren sehr riskanten internationalen Kreditgeschäften einen Absturz und konnten nur durch die Verstaatlichung im Oktober 2008 vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Sie hinterlassen Island einen Schuldenberg vom Zehnfachen der bisherigen jährlichen Wirtschaftsleistung.

320 000 Einwohner mussten mehr als zehn Milliarden Euro aufnehmen.  31250 Euro pro Bürger – ob nun Rentner oder Kind spielt dabei keine Rolle. Die großen Bankenfürsten (die erst unlängst wieder durch Zinsmanipulationen im großen Stil und andere Betrügereien von sich Reden gemacht haben – siehe Standard) rieben sich die Hände … jedenfalls solange, bis die Bürger die Politik selbst in die Hand nahmen, weil ihre Zukunft (siehe Fokus) düster aussieht.

Und auf einmal sah man – es ging auch anders, siehe Presseeu:

In London fälscht Barclays die Zinssätze für Kredite zwischen Banken. In Madrid soll Bankia seine Konten vor dem Börsengang frisiert haben. Wie die betrügerischen Banken zur Rechenschaft ziehen? In Island spüren Sonderermittler die Verantwortlichen auf, um sie der Justiz zu überstellen. 

Da läßt man die Banken einfach pleite gehen – und jagt die kriminellen, auf Kosten anderer grenzenlos experimentierfreudigen „Leistungsträger“ quer durch den ganzen Kontinent. „Die Treibjagd beginnt“ – so beschreibt „wirtschaftsfacts“ die Tatsache, das nun eine Hundertschaft von Ermittlern Jagd auf die Täter macht, die sich unter anderem in Luxemburg verschanzen – ausgestattet mit viel geklautem Kapital und den teuersten Anwälten des Kontinents.

Die Aktion macht viel von sich reden. Manche sehen darin schon die beginnende Abrechnung mit dem Bankenclan der Rothschilds und Rockefellers.

Was nun aber wirklich Sorgen machen sollte: Trotz mehrfachen Nachfragens wollen die Isländer einfach nicht für die verstaatlichten Schulden der Pleitebanken aufkommen … dabei war doch alle so gut geplant: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren – das Motto läuft doch in ganz Europa gut. Griechenland, Spanien, Italien … die Nachrichten sind voll von dem Spektakel, das Politiker veranstalten, damit bloß alle Banker ihre Boni bekommen (und die politischen Entscheider ihre Pöstchen).

Die Isländer aber – sagen nein dazu. Zum Entsetzen der Ministerpräsidentin, siehe Zeit. Man wundert sich nicht über das Entsetzen – muss sie doch der eng verfilzten Mafia von europäischer Politik und Banken erklären, warum der Plan nicht aufgeht … und deshalb möglicherweise in ganz Europa in Gefahr ist. Immerhin … das System kommt einem bekannt vor, siehe Zeit aus dem Jahre 2009:

Auf ausländischen Druck hin verschuldet sich Island bis zur Schmerzgrenze, um britische und niederländische Sparer zu entschädigen. Das Land hätte Besseres verdient

Erinnert irgendwie an … Griechenland, Spanien, Italien, Portugal (und natürlich bald Deutschland). Wir zahlen … doch was machen die Isländer?

Sie gucken, ob man nicht den damals verantwortlichen Staatschef auch gerichtlich verantwortlich machen und einkerkern kann, siehe Frankfurter Rundschau.

Das wäre was, oder? Schröder, Fischer, Clement, Müntefering – die ganze Hartz-Gang einfach mal einsperren – wegen „Deregulierung der Märkte“ – was nichts anderes war als die Abschaffung der Bremsen, die verhindern sollten, das „Märkte“ die Demokratie aushöhlen.  Und dazu noch die ganzen Akteure, die gerade Deutschland „marktkonform“ gestalten wollen, damit die Banken noch schneller abgreifen können: ein Ruck würde durch die deutsche Demokratie gehen – und sie würde den Namen wieder verdienen.

Ach ja – Demokratie. Auch da sind die Isländer dabei, ganz neue Wege zu gehen – siehe Süddeutsche:

Island ist kurz davor, sich eine neue Verfassung zu geben und ging dabei einen besonderen Weg: Keine Politiker, sondern die Bürger selbst entwarfen den Vorschlag für ein Grundgesetz. Ein Modell für Europa?

Ein spannendes Modell – denn es wird von der bankenpolitischen Kaste hart bekämpft:

Aus den 525 Kandidaten hatten die Isländer 25 Ratsmänner und -frauen auserkoren. Seine Arbeit beginnen durfte er aber dennoch nicht sofort. Die alten Machteliten, denen das Projekt ein Dorn im Auge war, reichten Klage beim Obersten Gericht ein – mit Erfolg. Aufgrund technischer Nichtigkeiten wurde die Wahl für ungültig erklärt. Vier der fünf Richter waren noch von der langjährigen konservativen Regierungspartei, jetzt in der Opposition, ernannt worden. Böse Zungen sprechen von einem politischen Urteil.

Nun – es ist ja auch kein Märchen, es ist harte Realität. Nach vielen Jahrzehnten Demokratie ist der demokratische Grundgedanke verrottet, politische Posten von einer durchgehend korrupten „Elite“ besetzt, die eher an die Rendite der Bankenelite denkt denn an das Wohl der eigenen Bürger.

Immerhin: der Bürger lädt nie zum Nobeldinner in exklusiven Restaurants, der Bürger verleiht keine Nobellimousinen, er lädt nicht auf seine Privatyacht ein oder sorgt für gute Geschäftskontakte oder – noch besser – ein lukratives Vorstandspöstchen.  Der Bürger will – nein, wie schlimm – einfach sein Geld behalten und zerschießt so die Wunschträume seiner lange und gezielt von den Parteien und Verbänden herangezüchteten politischen Elite.

Die Isländer tragen dem Rechnung … und lassen einfach 500 normale Bürger eine Verfassung ausarbeiten – abseits von allen korrupten Seilschaften, die dies im Regierungsapparat selbst schnell intern  hätten verhindern können, ohne das wir auch nur ein Sterbenswörtchen davon erfahren hätte.

Vielleicht – so merkt man – wäre es gar nicht so schlecht, wenn es uns so geht wie den Isländern. Mit 25500 Euro Schulden pro Kopf (zusätzlich zum ESM) sind wir auf dem besten Wege, ihnen in den Staatsbankrott zu folgen. Aber vielleicht könnten wir auch ihrem demokratischen Ansinnen folgen und eine leise Revolution durchführt, die nichts weiter tut, als blutlos „mehr Demokratie zu wagen“ und Deutschland eine Führungsrolle in Europa gibt, auf die zukünftige Generationen stolz sein können.

Wer noch zögert, ob das denn wirklich notwendig ist in Deutschland, der sollte sich diesen Artikel im Spiegel gut durchlesen: kaum sind die neuen Organspendegesetze unterwegs, gibt es schon findige Mediziner, die „ihren“ russischen Patienten schnell eine deutsche Leber verpassen.

War sicher kein armer Russe, der da in Göttingen lag.

Der neoliberale Putsch, der auf breiter Front seit über einem Jahrzehnt durch Deutschland fegt und aus seinen Bürgern „Kosten auf zwei Beinen“ gemacht hat, die nichts zu Essen kriegen sollen, wenn die Wirtschaft sie nicht mehr braucht, wird aus uns allen Organspendern machen, die die Bankenschulden mit ihrem eigenen Leib abbezahlen müssen.

Vielleicht kommt es aber auch noch schlimmer.

Noch haben wir eine Chance, das Ruder herumzureißen und wieder eine Gesellschaft von Menschen zu werden, die „für“ die Demokratie leben – anstelle einer neoliberalen Gesellschaft, die parasitär „von“ der Demokratie lebt … und von dem, was ihre Bürger über Jahrhunderte hinweg aufgebaut haben.

Andererseits werden wir vielleicht auch noch erleben, was mit einem Land geschieht, von dessen Substanz viele unersättliche „Leistungsträger“ jahrzehntelang  rücksichtslos gezehrt haben – auf Kosten der Armen, der Kranken, der Alten, der Kinder und der ganzen Zukunft.

Ich möchte allerdings – wenn der Kurs so weitergeht – allen Mitbürgern dann dringend empfehlen, niemals niemals niemals … alt zu werden.

Das wird nämlich im neoliberalen Paradies sehr sehr hässlich werden.

 

 

 

 

 

 

Deutschland am Abgrund: „Egal, wen sie erschiessen, ich bin immer auf ihrer Seite“ – soziale Massaker voraus!

Montag, 16.4.2012. Eifel. Millionen schlecht gelaunter Deutscher haben heute ihren ersten Arbeitstag - als Schüler, als Lehrer, als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber - wobei letztere ganz deutlich von dem arbeitgeberfreundlichen Klima der Kohl/Schröder/Merkel-Dynastie profitieren und deshalb vielleicht besser durch den Tag kommen. Jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland, der arbeitslos wird, fällt sofort durch das soziale Netz und landet bei Hartz IV: dem von Medien und Politik definierten "Abschaum der Gesellschaft", mit dem man dem Mittelstand von unten Druck machen will, damit er denen oben besser dient.

Montag, 16.4.2012. Eifel. Millionen schlecht gelaunter Deutscher haben heute ihren ersten Arbeitstag – als Schüler, als Lehrer, als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber – wobei letztere ganz deutlich von dem arbeitgeberfreundlichen Klima der Kohl/Schröder/Merkel-Dynastie profitieren und deshalb vielleicht besser durch den Tag kommen. Jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland, der arbeitslos wird, fällt sofort durch das soziale Netz und landet bei Hartz IV: dem von Medien und Politik definierten „Abschaum der Gesellschaft“, mit dem man dem Mittelstand von unten Druck machen will, damit er denen oben besser dient.

Eigentlich die ideale Gelegenheit um sich mal hinzusetzen und zu überlegen, ob denn das alles nicht auch anders ginge, sich zu fragen, ob das denn eigentlich alles noch in Ordnung ist, wie es läuft. Schon heute Morgen hat jeder Deutsche wieder einmal gemerkt, das die Spritpreise in der Tat dreimal so schnell wie die Inflation steigen – nachdem die Politik flächendeckend auf Individualverkehr gesetzt hat (mit ordentlichen Subventionen, die ein vielfaches des Hartz IV-Etats ausmachen) sind nun alle abhängig von ihrer Benzinkutsche und zahlen sich dumm und dämlich. Das sich eine solche Strategie auszahlt, merkt man auch am Gehalt der Manager, siehe Spiegel:

Rex Tillerson, der Chef von ExxonMobil, bekommt für das Jahr 2011 insgesamt 34,9 Millionen Dollar und damit 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Zu dem US-Konzern gehören in Deutschland die Esso-Tankstellen. Tillersons Kollege John Watson von Chevron erhält 24,7 Millionen Dollar und damit sogar 52 Prozent mehr als 2010.

Beide Manager konnten mit ihren Konzernen dank der hohen Preise im vergangenen Jahr gigantische Gewinne einfahren. 

So etwas kann man inzwischen in Deutschland offen schreiben, ohne einen Aufstand zu riskieren. Hartz IV hat halt wie gewünscht funktioniert, da gibt es dann beim großen Abkassieren überhaupt kein Halten mehr. Gehaltssteigerungen von 52 % – würde eine Gewerkschaft das fordern, gäbe es sofort Geschrei vom Ende der zivilisierten Welt, wie wir sie kennen. Wer aber Millionen Menschen das Einkommen durch ungerechtfertigte überhöhte Preise kürzt, erlebt, das solche Wunder möglich sind.

Natürlich hört die neoliberale Offensive in der Gesellschaft nicht auf – eine Offensive, die eigentlich der „Putsch der Asozialen“ genannt werden sollte, der Putsch jenes politischen Bündnisses zwischen Parteien und Konzernen, die gemerkt haben, das man viel besser VON dem Bürger als FÜR den Bürger leben kann.  Das der dann jeden Montag Morgen schlechte Laune hat, nimmt man billigend in Kauf, immerhin hat man die Macht, dafür zu sorgen, das der überhaupt nicht mehr zur Ruhe kommt. Konkrete Pläne zur Neugestaltung der Arbeitswelt liegen jetzt auf dem Tisch – sogar die Schreiber der eigentlich als wirtschaftsfreundlich und konservativen Werten verpflichteten Welt bekommen Angst, wenn sie darüber schreiben:

„Work Hard, Play Hard“ zeigt, wie das letzte bisschen Leistung aus Arbeitskräften herausgepresst werden soll. Und zwar mit einer Art Gehirnwäsche. Willkommen in der neuen Arbeitswelt. Am besten wird man „Work Hard, Play Hard“ wohl als Horrorfilm bezeichnen.

Die Ressource Mensch muss optimiert werden„, heißt es da, der Mensch selbst an sich ist nicht mehr gut genug. Früher wollte Adolf Hitler den Herrenmenschen züchten, das ging ordentlich schief – heute wollen Konzerne den Leistungsmenschen züchten (eine neue Form des Herrenmenschen, wenn man den Sprüchen der Politiker glauben darf) – unter vollem Beifall der „Society“, siehe Welt:

„Egal, wen sie rausschmeißen, ich bin immer auf ihrer Seite“.

In dem Artikel spricht der Multimillionär Harald Schmidt über den durchschnittlichen Bahnfahrer, seine Mitbürger, denen er seine Millionen verdankt:

„85 Prozent unserer Landsleute sind zu doof zum Bahnfahren.“ 

„Die Bedrohung für mich im Alltag ist nicht die Atombombe, sondern eine allein reisende Mutter mit einem Rucksack hinten und einem Rucksack vorne“, sagte Schmidt.

Ein Mann, der offen sagt, was die Leistungselite dieses Landes über den Rest der Bürger denkt,  jener Bürger, die es nicht schaffen, mit doofen Sprüchen oder Anlagebetrug, Preistreiberei oder Leiharbeit Millionäre zu werden, jener Elite, die sich darauf spezialisiert hat, VON dem Bürger zu leben wie die Made im Speck und ihn währenddessen noch wegen seiner Blödheit zu verspotten. Die Zeiten, wo allein reisende Mütter Hilfe von Mitreisenden bekamen, sind vorbei – inzwischen sind Sie für den Leistungsträger eine Gefahr, die – zum Erschrecken aller vernunftbegabten Leser des Artikels – schlimmer ist als die Atombombe. Liegt vielleicht daran, das man die sozial denkenden Mitmenschen schon ´rausgeschmissen hat, damit die asozialen in der ersten Klasse in Ruhe die Börsenkurse studieren können.

Natürlich braucht dieses Klima auch eine entsprechende Politik, die den Umbau der Gesellschaft in eine „marktkonforme Demokratie“ – sprich: Bananenrepublik – produktiv begleitet und jeglichen gesellschaftlichen Widerstand ausschaltet. Getreu dem Motto „Wer zahlt, befielt!“ will der parteispendendurstige Hartz-Block im Parlament (CDU/SPD/FDP) das Rederecht von Parlamentariern einschränken, also eine Art Meinungs-Hartz-IV für Abgeordnete einführen.  Hintergrund ist die neue Geldquelle, die man alternativ zur Ölpreistreiberei entdeckt hat: der nahezu wöchentlich wachsende europäische Rettungsschirm, der demnächst für die Pleitebanken in Spanien zahlen muss: nie wieder soll vom deutschen Abgeordnetenhaus Widerspruch gegen die neue Supergeldquelle ausgehen, von der auch viele Entertainer leben, die ansonsten in Vereinshallen elendig verwurstet werden würden.

Welch´ ein Unterschied zu jenen Zeiten, als von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen sollte – Krieg, der aktuell mitten in Deutschland tödlich für Schauspieler werden kann, weil sie von Soldaten auf offener Straße erschossen werden. Es hat schon seinen Sinn, das die Leistungs- bzw. Lumpenelite dieses Landes die Privatisierung der Bundeswehr vorantrieb und dadurch ein neues Disziplinierungsinstrument für das Volk schuf: jetzt müssen sogar Jungschauspieler um ihr Leben fürchten, die in Komödien mitspielen, die in etwa „den Unterhaltungswert einer Magenspiegelung haben„.

Vielleicht hört man dann demnächst von den Entertainmentkaspern der Lumpenelite den lustigen Satz:

„Egal auf wen Sie schießen, ich bin immer auf Ihrer Seite“.

Gut, das viele schon freiwillig gehen – jedenfalls dort, wo der Rettungsschirm richtig eingeschlagen hat, siehe Spiegel:

Seit Beginn der europäischen Wirtschaftskrise steigen in den betroffenen Ländern die Selbstmordraten. Häufig wird der Freitod öffentlich inszeniert, um auf die schlechte Lage aufmerksam zu machen. Experten sehen die harte Sparpolitik als Ursache für die Verzweiflung vieler Menschen.

Nachrichten, die den italienischen Steuerzahlerbund schon offen von einem „sozialen Massaker“ sprechen lassen. Vielleicht will sich die Bundeswehr einfach schon jetzt mal dran beteiligen, bevor die alle von selbst abtreten?

Oder man will einfach offen demonstrieren, wer jetzt wirklich die Macht im Lande hat.

„Asoziale Lumpen aller Länder vereinigt euch“ war als geheime Losung des Weltbundes der neoliberalen Plünderelite ausgegeben worden. Hätten wir damals genau hingehört, bräuchten wir heute nicht mit schlechter Laune in die Arbeitswoche starten … und erst recht müssten wir dabei nicht dauernd freundlich lächeln und permanent glücklich winken.

Aber das ist allemal besser als Hartz IV, Selbstmord oder erschossen zu werden, oder?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

12 Forderungen für ein starkes Deutschland – zur Rettung von Mittelstand, Marktwirtschaft und Demokratie

Mittwoch, 16.11.2011. Eifel. Nach zwei Artikeln, die mal ein paar Perspektiven auf mögliche zukünftige Alternativen zum unnötigen, künstlich herbeigeführten Untergang der westlichen Zivilisation aufzeigten - wobei ich noch nicht letztendlich entscheiden kann, ob dieser Untergang aus boshafter Absicht oder einfach nur aus bildungsferner Blödheit herbeigeführt wird - ist es an der Zeit, den Wunsch eines Lesers zu erfüllen, konkrete, politisch umsetz- und finanzierbare Forderungen in den Raum zu stellen, die Deutschland und seine Bürger aus der Misere herausführen sollen. Misere? Nun - man braucht keinen Hauptschulabschluß für die Erkenntnis, das das Deutschland ein negatives Rating bekommen wird: dafür reicht die erfolgreich absolvierte Grundschule. Der Wirtschaftskrieg gegen die EU erreicht aktuell die gesunden Kernländer Österreich, Belgien, Niederlande und mit Frankreich sogar die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU, damit ist das Ziel der Offensive auch für Politiker ohne erfolgreich abgeschlossene Grundschule zu erkennen: die völlige Vernichtung der europäischen Volkswirtschaften steht zum dritten Male auf dem Speiseplan, anders als 1914-1918 oder 1939-1945 wird diesmal wohl auf Waffengewalt im üblichen Umfang verzichtet: man will die eigenen Immobilien nicht beschädigen und die Helfershelfer in den Nationalstaaten nicht in Bedrängnis bringen.

Mittwoch, 16.11.2011. Eifel. Nach zwei Artikeln, die mal ein paar Perspektiven auf mögliche zukünftige Alternativen zum unnötigen, künstlich herbeigeführten Untergang der westlichen Zivilisation aufzeigten – wobei ich noch nicht letztendlich entscheiden kann, ob dieser Untergang aus boshafter Absicht oder einfach nur aus bildungsferner Blödheit herbeigeführt wird – ist es an der Zeit, den Wunsch eines Lesers zu erfüllen, konkrete, politisch umsetz- und finanzierbare Forderungen in den Raum zu stellen, die Deutschland und seine Bürger aus der Misere herausführen sollen. Misere? Nun – man braucht keinen Hauptschulabschluß für die Erkenntnis, das das Deutschland ein negatives Rating bekommen wird: dafür reicht die erfolgreich absolvierte Grundschule. Der Wirtschaftskrieg gegen die EU erreicht aktuell die gesunden Kernländer Österreich, Belgien, Niederlande und mit Frankreich sogar die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU, damit ist das Ziel der Offensive auch für Politiker ohne erfolgreich abgeschlossene Grundschule zu erkennen: die völlige Vernichtung der europäischen Volkswirtschaften steht zum dritten Male auf dem Speiseplan, anders als 1914-1918 oder 1939-1945 wird diesmal wohl auf Waffengewalt im üblichen Umfang verzichtet: man will die eigenen Immobilien nicht beschädigen und die Helfershelfer in den Nationalstaaten nicht in Bedrängnis bringen.

Pünktlich und für die Aggressoren sehr glücklich produziert Deutschland wieder einen „kleinen Hitler“ und erweist sich selbst als Brutstätte rechtsradikalen Terrors. Auf einmal wissen wir, warum ein Sarrazin in diesem Land zu erfolgreich sein kann: die neue deutsche Braunwelle ist von langer Hand vorbereitet. Wieder steht Deutschland im Ausland als freundliches Gasthaus für Massenmörder jeder Art im Scheinwerferlicht und wird so jede Gunst der Schwellenländer verlieren: das hier ist und bleibt ein Naziland – und bald wird jeder wissen, das es … wie einst geplant … zerschlagen gehört. Die strunzblöden Braunhemden werden wie üblich nach Kräften dabei helfen und wieder nicht merken, was sie dabei eigentlich wirklich anrichten: erneut sägen sie den Ast ab, auf dem sie sitzen.

Es wird Zeit, das wir Bürger diesem Sumpf an Verlogenheit, an Heimtücke, Bosheit, Hinterlist und Raffgier ein Ende bereiten. Hierzu reichen nicht nur Sprüche, auch Empörung gilt mir da zu wenig: konkrete Taten müssen her, damit der Bürger weiß, was erreichbar ist.

1. Strom – als „Wasser der modernen Gesellschaft“ – ist mitlerweile lebensnotwendig geworden. Er soll vom Staat kostenlos zur Verfügung gestellt werden. 

2. An Bürger vergibt der Staat Kredite ohne Zinsen – das heißt: umsonst

3. Jeder Bürger bekommt vom Staat Wohnraum geschenkt – und zwar reichlich

4. Alle frisch Vermählten bekommen vom Staat 50000 Euro als Starthilfe für die Familiengründung

5. Bildung und medizinische Behandlung sind absolut kostenlos

6. Will jemand einfach nur Bauer werden, erhält er ein Haus, Ackerland, Maschinen, Saatgut und Vieh kostenlos

7. Will jemand Bildung oder medizinische Hilfe im Ausland, so bekommt er vom Staat 2300 Euro monatlich als Sozialhilfe gezahlt

8. Kauft ein deutscher Bürger ein Auto, so unterstütz der Staat ihn mit 50% des Kaufpreises

9. Der Benzinpreis wird auf 10 Cent pro Liter gesenkt

10. Für arbeitslose Akademiker zahlt der Staat als Arbeitslosengeld das zu erwartende Durchschnittsgehalt bis zum Eintritt in eine Festanstellung

11. Jede Geburt wird mit 5000 Euro unterstützt

12. Die Gardekompanie der Bundeswehr wird nur von weiblichen Soldaten gestellt.

Im Übrigen möchte ich mich an die Forderungen der Piratenpartei Berlin anlehnen und den gesamten öffentlichen Nah- und Fernverkehr in Deutschland kostenfrei haben.

Diese 12 Forderungen werden jetzt manche entsetzen, viele erschrecken, alle werden sagen: das ist unmöglich, wer soll das bezahlen, das ist nicht finanzierbar.

Die Medien haben uns halt so dressiert, wir sind so erzogen worden, das ist die Pfeife, nach der wir seit vielen Jahren tanzen, weil niemand mehr rechnen möchte, was eigentlich wäre, wenn die Arbeitsleistung des Volkes wenigstens teilweise auch mal dem Volk, dem Bürger zukommen würde.

Ich gestehe: ich habe das auch nicht errechnet – ich weiß einfach, das das finanzierbar ist, weil ein wesentlich ärmeres Land als Deutschland dies finanzieren konnte. Gut, sie mussten nicht noch Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre mitfinanzieren, aber dafür haben sie noch nicht mal die Hälfte des Pro-Kopf-Bruttosozialproduktes der BRD erwirtschaftet – trotz reichlicher Ölvorkommen.

Das Land war: Libyen. Vielen Dank dem Schweiz Magazin für die Zusammenstellung der Daten. Libyen hatte 2008 ein Bruttosozialprodukt pro Kopf von 14400 Dollar erwirtschaftet, Deutschland lag im gleichen Zeitraum bei 35400, siehe Welt auf einen Blick.

Wenn ein fürchterlicher Diktator solche Leistungen für sein Volk erbringen kann – was werden da erst Demokraten für uns tun können!

Natürlich … für die internationale Geldräuberelite haben wir dann nichts mehr übrig, „die Märkte“ und „die Anleger“ werden ihr leistungsloses Luxuseinkommen dann aus anderen Ländern heraussaugen müssen … und überhaupt werden wir mit der üblichen Misswirtschaft aufhören müssen: viel zu verschleudern haben die Beamten und Minister dieses Landes dann nicht mehr, hier wird man eine strenge Ausgabendisziplin wahren müssen. Wir werden es uns kaum erlauben können, die Opernkarten für Herrn Ackermann weiterhin stärker zu subventionieren als die Kinder von Arbeitslosen.

Warum wir nun ein solch umfangreiches Sozialprogramm auf dem Niveau eines afrikanischen „Dritte-Welt-Landes“ brauchen? Weil es ein absolutes Notprogramm zur Rettung der europäischen Demokratien ist, weil ein bischen „Empört-Euch“-Theater ganz schnell abgeräumt wird und auf der Müllhalde landet und alle Bürger, die sich zur Rettung ihres Landes einsetzen, auch gerne wissen wollen, was sie konkret in einer neuen Zukunft erwartet.

Was die Elite der Anleger plant, in Griechenland und Italien gnadenlos durchzieht aber insgesamt für den ganzen europäischen Kontinent vorgesehen hat, ist die offene Errichtung einer Diktatur durch „Notstandsregierungen“, die ich … nebenbei bemerkt … schon im Juli angekündigt hatte. Bei der Geschwindigkeit ist der Putsch Ende 2012 komplett durch – und wir haben die Notstandsverwalter auch hier bundesweit im Einsatz.

Der Sturmlauf gegen die Demokratie kommt gerade erst richtig in Fahrt – ohne erschossen oder verhaftet zu werden, darf in deutschsprachigen Medien offen die Abschaffung der Demokratie gefordert werden:

Offenbar fehlt hier das Verständnis, dass in Zeiten des uninformierten Populismus Demokratie das Problem und nicht die Lösung ist.

Es ist schließlich die Demokratie, die schmerzhafte, aber nötige Reformen im Süden der Euro-Zone verhindert. Es liegt auch an der Demokratie, dass es zu einer erheblichen Unterfinanzierung des europäischen Rettungsschirms kommen konnte und dass dringend notwendige Transferzahlungen des Nordens an den Süden auf einem Minimum gehalten werden. So groß die Ironie erscheinen mag, die „Wiege der Demokratie“ braucht jetzt weniger Demokratie und mehr Reformen.

Unglaublich, oder? Wäre der Autor bekennender Kommunist – es würde sofort nach Berufsverboten geschrien. Er ist aber emeritierte Wirtschaftsprofessor aus New York – und ich denke, wir wissen, wohin die „dringend notwendigen Transferzahlungen des Nordens an den Süden“ in Wirklichkeit fließen werden: der Grieche als solcher wird nichts davon haben, aber Goldman-Sachs – die ihre „Goldjungs“ inzwischen auch in Europa an den Schaltstellen der Macht haben (mit Mario Draghi als Chef der Zentralbank, Paul Achleitner als neuer Aufsichtsratschef der Deutschen Bank und Mario Monti als italienischem „Notstandsverwalter“) – wird wieder mal groß abkassieren … und die Beute „gerecht“ unter den Räubern aufteilen.

Erschossen werden stattdessen Bürger mit Migrationshintergrund – wie es aussieht, unter der behütetenden Hand des deutschen Verfassungsschutzes:

Das NSU-Trio jedenfalls mordete deutschlandweit jahrelang ungestört und unentdeckt.

Wie die Affäre ausgeht, wagt niemand mehr zu prophezeien. Die Unsicherheit bei den Behörden und in der Politik ist mittlerweile so groß, dass alles möglich erscheint.

Es erscheint wirklich alles möglich – von einer umfassenden rechtsradikalen Terrorgruppe, die den Verfassungsschutz unterwandert hat und sich nicht scheut, deutsche Polizisten zu ermorden bis hin zu einem großangelegten Putsch der „Märkte“ und „Anleger“ zur endgültigen Vernichtung der demokratischen Strukturen der westlichen Nationen.

Zeit also, als Bürger auch mal was für sich selbst zu fordern – und durchzusetzen.

Haben wir erstmal das Geld aus den zwölf Forderungen (wobei die Gardekompanie nichts kosten würde, aber ein Signal für ein anderes, liebenswertes, menschenfreundliches Deutschland wäre) in der Tasche, können „Märkte“ und „Anleger“ sich um den Rest streiten. Bleibt ja noch genug übrig.

So richtig die Sause auf Staatskosten machen können Gewerkschaften und Staatsdiener dann natürlich nicht mehr – aber vielleicht können die sich dann mal darauf besinnen, was denn ihre eigentliche Aufgabe im Staat wäre. Besinnen können sie sich auch darauf, was „Notstandsverwalter“ schon mal angerichtet haben, als sie durch ein „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ mal eben die Demokratie über Bord warfen und ihre Gegner auf den Müllhalden der Konzentrationslager entsorgten.

Und schon sieht man, wohin die europäische Zug mal wieder rollen soll.

Diesmal aber – ohne uns. Wir … wollen lieber ein starkes Deutschland, das wenigstens das soziale Niveau einer afrikanischen Diktatur hat.

Jetzt wissen wir ja, was wir da erwarten dürfen, oder?

Die konzernfinanzierten Staatsfeinde im Verfassungschutz, die dann als „Rebellen“ plündernd, mordend, folternd und vergewaltigend unter dem Bombenschirm der Nato durch die Lande ziehen, haben wir ja jetzt schon.

Was kann uns also noch passieren?

Und – wer weiß – vielleicht haben wir dann auch irgendwann mal so ein Riesenguthaben wie Libyen … anstatt explodierende Staatsschulden.

 

Revolution in Deutschland – über Bürgertage, Bürgerwehren, Tauschmittelräuber und die kommende Barbarei

Dienstag 15.11.2011. Eifel. Wieder einmal liegt ein Thema auf dem Tisch, das die Herzen der Menschen berührt - jedenfalls die mancher Menschen. Der Ruf nach Revolution wird laut, der Ruf nach Veränderung. Das sich etwas tun muss, merken europaweit viele Menschen - und nicht nur hier. Man denkt, man kann handeln wie früher: wenn einem die aktuelle Politik nicht passt, so geht man auf die Straße, um das der Regierung mitzuteilen. Das war jahrzehntelang gute demokratische Tradition. Wie anders soll die Regierung auch merken, das sie gerade am Volk vorbeiregiert? Manchmal kann man halt keine vier Jahre warten, um Kurskorrekturen anzumahnen. Das ging ja auch lange gut - bis sich das Klima änderte. "Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter" - so vernichtete der Dauerkanzler Helmut Kohl den Rest an Demokratie, den Helmut Schmidt noch übrig gelassen hatte. Jetzt stehen wieder Menschen auf der Straße, frieren für die Rettung der letzten demokratischen Funken im Land, während die boniverwöhnten Täter in dicken Ledersesseln höhnisch lächelnd auf sie herabblicken. Die Täter wissen etwas, was die Demonstranten nicht wissen: sie sind absolut sicher. Ihnen kann keiner was, sie sind doppelt und dreifach abgesichert, über ihre vielfältigen Netzwerke, Vereine, Wanderkameradschaften, Opern- und Pressebälle, Kunstaustellungen und Förderclubs sind sie so miteinander vernetzt, das sie die vollständige Kontrolle über alle gesellschaftlichen Entwicklungen haben. Fällt einer von ihnen mal ´raus, wird auffällig durch kriminelle Machenschaften, stellt das überhaupt kein Problem da: irgendwo gibt es auch für ihn eine Ort, wo er seine Pferdezucht in Ruhe weiter betreiben kann. Diese strategische Analyse der Situation wird nur von wenigen nachvollzogen, viele hängen noch dem romantischen Bild einer edlen, guten und gerechten Demokratie hinterher, ohne zu wissen, das diese Demokratie seit der Widervereinigung ganz offen an bösartigem Asozialkrebs erkrankt ist, der sich beständig weiter ausbreitet und die Gesellschaft von innen heraus zerfrisst.

Dienstag 15.11.2011. Eifel. Wieder einmal liegt ein Thema auf dem Tisch, das die Herzen der Menschen berührt – jedenfalls die mancher Menschen. Der Ruf nach Revolution wird laut, der Ruf nach Veränderung. Das sich etwas tun muss, merken europaweit viele Menschen – und nicht nur hier. Man denkt, man kann handeln wie früher: wenn einem die aktuelle Politik nicht passt, so geht man auf die Straße, um das der Regierung mitzuteilen. Das war jahrzehntelang gute demokratische Tradition. Wie anders soll die Regierung auch merken, das sie gerade am Volk vorbeiregiert? Manchmal kann man halt keine vier Jahre warten, um Kurskorrekturen anzumahnen. Das ging ja auch lange gut – bis sich das Klima änderte. „Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter“ – so vernichtete der Dauerkanzler Helmut Kohl den Rest an Demokratie, den Helmut Schmidt noch übrig gelassen hatte. Jetzt stehen wieder Menschen auf der Straße, frieren für die Rettung der letzten demokratischen Funken im Land, während die boniverwöhnten Täter in dicken Ledersesseln höhnisch lächelnd auf sie herabblicken. Die Täter wissen etwas, was die Demonstranten nicht wissen: sie sind absolut sicher. Ihnen kann keiner was, sie sind doppelt und dreifach abgesichert, über ihre vielfältigen Netzwerke, Vereine, Wanderkameradschaften, Opern- und Pressebälle, Kunstaustellungen und Förderclubs sind sie so miteinander vernetzt, das sie die vollständige Kontrolle über alle gesellschaftlichen Entwicklungen haben. Fällt einer von ihnen mal ´raus, wird auffällig durch kriminelle Machenschaften, stellt das überhaupt kein Problem da: irgendwo gibt es auch für ihn eine Ort, wo er seine Pferdezucht in Ruhe weiter betreiben kann. Diese strategische Analyse der Situation wird nur von wenigen nachvollzogen, viele hängen noch dem romantischen Bild einer edlen, guten und gerechten Demokratie hinterher, ohne zu wissen, das diese Demokratie seit der Widervereinigung ganz offen an bösartigem Asozialkrebs erkrankt ist, der sich beständig weiter ausbreitet und die Gesellschaft von innen heraus zerfrisst.

Erst kürzlich hatte man mich gefragt, warum ich eigentlich immer längere Artikel schreibe, die immer mehr Informationen enthalten. Der alte Eifelphilosoph mit seinen kurzen Texten hat viel besser gefallen, viel angenehmer unterhalten.

Die Antwort auf diese Frage ist relativ einfach: ich wollte nie unterhalten aber meinen Teil zur Veränderung beitragen. Ich habe Kinder, die keine Zukunft haben und ich weiß, das ich – weil ich alt werde – eine scheußliche Zukunft vor mir habe. Alles Geld der Welt wird mich nicht davor schützen, im Alter in der kostenbewussten Massenpflege zu landen. Die Zustände in deutschen Altenheimen sind jetzt schon derart erbärmlich, das reiche Menschen sich lieber das Leben nehmen als dort ihren Lebensabend zu verbringen – und das ist ein Schicksal, das immer mehr reiche Menschen ereilen wird, weil auch sie den Preis für die zunehmende soziale Degeneration der Gesellschaft zahlen müssen: für ihre Kinder (Privatschule, Auslandsstudium, Top-Karriere) sind auch die reichen Menschen im Alter nur ein lästiger Kostenfaktor, der ihrem Erbe im Wege steht. Wer heute dreissig ist und Millionen mit Börsenspekulationen gemacht hat, ist sich dessen nicht bewußt, das im Alter viele Jahrzehnte der Hilflosigkeit auf ihn warten, wo er den Launen seines ihn pflegenden „Fallmanagers“ ausgeliefert ist und stundenlang bei lebendigem Leibe in seinen eigenen Ausscheidungen verwesen darf- wenn auch auf seidigen Laken – weil seine Erben die Pflege zu teuer wird oder er von ihnen entmündigt worden ist, weil sie auf die Millionen nicht länger warten wollten.

Nie gab es soviel Grund wie heute für eine gemeinsame Aktion von arm und reich, links und rechts wie heute, nie war Widerstand so leicht und einfach, nie der „Feind“ so schwach und hilflos.

Man kann ganz offen über ihn sprechen: Arno Luik hat es 2004 im Stern tun dürfen:

Es spricht der Kanzler: Die Reformen
sind alternativlos. Sie müssen noch viel
weiter gehen, sagt der BDI-Chef Michael Rogowski, und die grüne Fraktionschefin Göring-Eckardt sekundiert:
„Ja, diese Reformen müssen wir durchziehen!“ Und in einer ganzseitigen Anzeige der „SZ“ rufen einige Dutzende
Millionäre unter der Überschrift „Auch
wir sind das Volk“: Die Reformen sind
„überlebensnotwendig“.
Ebenso wie die Politiker und Wirtschaftsführer, so spielen Radio, Fernsehen, Zeitungen dasselbe Lied: Man
muss an den Reformen festhalten –
„unbeirrt“. So eine allumfassende Übereinstimmung von Politik, Wirtschaft
und Medien hat es im Nachkriegsdeutschland schon lange nicht mehr,
nein, noch nie gegeben. Die Reformen –
sie sind die neue Staatsreligion.

Es gab einen „Putsch von oben“ – vor sieben Jahren. Vor sieben Jahren hatte das „Establishment“ sich soweit an alle Positionen der Macht heran manövriert, das es die freiheitlich-demokratische Grundordnung mit einem gewaltigen Schlag ausschalten konnte. Niemand wunderte sich, wo die „allumfassende Übereinstimmung“ plötzlich herkam, kaum jemand sah den Zusammenhang mit der gleichzeitigen Deregulierung der Märkte, die uns sieben Jahre später die größte Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit bescherte. Nebenbei kam es zu unglaublichen Degenerationserscheinungen im Wertekanon der Republik – und niemand kam auf die Idee … oder durfte auf die Idee kommen … das dies zentral gesteuert sein musste, um den Gleichklang von Politik, Wirtschaft und Medien überhaupt erzeugen zu können.

Wer daher am Nutzen und der Weisheit
dieser Reformen zweifelt, wird zum Au-
ßenseiter abgestempelt, der nicht ernst
zu nehmen ist. Es steht eine Sozialstaatsklausel im Grundgesetz, aber wer
darin erinnert, wird freigegeben zum
Gespött.

Nun – ich habe es schon bemerkt. Ein günstiges Schicksal hatte mich als kleinen Angestellten zufällig in Kreise gebracht, wo ich nichts zu suchen hatte. Ich durfte erleben, wie „Management“ mit „Marketing“ die Welt regierte – und war völlig verblüfft, als ich auf den Anti-Verschwörungstheorie-Club der deutschen Medienlandschaft stieß. In einer Welt, in der Konzerne bestimmen, welche Zahnpasta in meinem Regal steht, wie lange ich Arbeitslosengeld bekomme, welche Zusatzstoffe in meinen Nahrungsmitteln oder im Flugzeugbenzin sind, welche Krankheiten mit welchen Medikamenten zu therapieren sind, die mein Körper dann alle mühsam verdauen muss, welche Information in wann wo und wie gestylt bekomme, sollte ich wirklich und wahrhaftig an „ZUFALL“ glauben? „Zufällig“ sollten alle „Entscheider“ der gleichen Meinung gewesen sein, „zufällig“ sollen sie alle zusammen übersehen haben, das die „Agenda 2010“ den Sozialstaat vernichtet, die Menschenrechte an einen gut bezahlten Arbeitsplatz knüpft und somit einem Vierten Reich Tür und Tor öffnet? Das sollte ich wirklich glauben?

Wer nach dem 1.
Januar 2005 der staatlichen
„Grundsicherung“ bedarf, muss sein gesamtes Leben, seine finanziellen, famili-
ären Lebensumstände wie beim Offenbarungseid entblößen. 

Kein anderer EUStaat mutet seinen Bürgern eine ähnliche Demütigung, einen ähnlichen Sozial-Striptease zu.

Das konnte man 2004 noch sagen. Inzwischen ist Hartz IV deutsches Exportmodell, verseucht bald – von Deutschland ausgehend – den ganzen Kontinent. Das alles geschieht ganz  öffentlich, weil man sich darauf verlassen kann, die gesamte Gesellschaft mitlerweile völlig unter Kontrolle zu haben.

Hat man ja auch.

Wer nicht spurt, wird ganz schnell arbeitslos. Wer spurt, wird etwas später arbeitslos – aber zwischendurch exzellent unterhalten mit immer flacheren Bildschirmen und immer flacheren Programmen. Solange man da noch vorsitzt, spielt man zu einhundert Prozent mit, läßt sich berieseln und manipulieren und kommt aus dem Strudel nicht mehr heraus. Selbst „Nachrichten“ sind inzwischen „Entertainment“ geworden – ob Superstarsuche oder atomare Verseuchung, Fussballergebnisse oder Massenmord in Deutschland… alles wird zum medialen Einheitsbrei, den entspannte, freundliche, satte und reiche Moderatoren zum Frühstück servieren und so nebenbei durch das Gesamtkonzept beständig signalisieren: es ist alles in Ordnung, ihr könnt ruhig sitzenbleiben, es gibt keinen Grund zur Aufregung. 

Nochmal Arno Luik aus dem Jahre 2004:

Werden die Reformen umgesetzt – und
die politisch Handelnden sind dazu verbissen entschlossen -, wird diese Republik eine radikal andere Gesellschaft
sein: ein entkernter Staat ohne Gemeinsinn, eine entzivilisierte Gesellschaft.
Anfällig für individuelle Aggressionen
und für Rechtsextremismus. 

2011 haben wir den Rechtsextremismus als Massenmord in Deutschland – sogar mit Beteiligung der Geheimdienste. 

Der Putsch läuft immer noch. Hartz IV wäre harmlos, wenn es genug Arbeit gäbe, genug Arbeit gäbe es, wenn es genug Geld gäbe, genug Geld gibt es auch eigentlich – aber das ganze Tauschmittel, das eigentlich nur dafür da war, die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, wird mit immensen Aufwand in die Banken gepumpt – was wir gerade als „Immobilienkrise“ oder „Eurokrise“ deutlich erleben.

Läuft der Prozess so weiter, sitzen wir bald auf Riesenbergen von Waren, die keine Kunden mehr finden, während andere Riesenberge von Geld haben, womit sie nichts anfangen können, weil sie sowieso schon zwanzig Häuser haben – weshalb wir im Jahre 2011 auch in den Mittelstandsnachrichten zunehmend Warnmeldungen haben, weil auch der deutsche Unternehmer merkt, das es für ihn in diesem Land keine Zukunft mehr gibt, wenn alle Tauschmittel erstmal auf internationalen Konten liegen.

Ich persönlich durfte das noch Mitte der neunziger Jahre erleben, als Geschäftsleiter der Pharmaindustrie bemerkten, das es lohnender ist, den Konzern komplett zu verkaufen und mit dem erlösten Geld im Investmentbereich zu arbeiten als das normale Geschäft weiter zu betreiben. Gerüchten zufolge wurde das auch „der Politik“ so mitgeteilt – soll das Volk doch sehen, wo es seine Medikamente herbekommt, wenn die Regierung die Geschäfte weiter durch Sicherheitsvorschriften blockiert. Für andere Branchen dürfte dasselbe gegolten haben – nicht umsonst fließt immer mehr Geld sinnlos durch den Äther, während die Volkswirtschaften immer weiter erodieren.

So etwas geschieht, wenn Wahnsinn in Mode kommt – aber es korrespondiert zu dem, was einem heutzutage an Unterhaltung geboten wird. Das paßt schon.

Dringend wäre es nötig – aus reinem Eigennutz, nicht aus „Sozialromantik“, „Idealismus“ oder aus Gründen des allgemeinen „Menschenschutzes“, das sich die Bürger des Dorfes, der Stadt, des Landes und des Staates zusammenfinden, um neue Einheiten zu bilden, die die menschliche Gemeinschaft gegen die Räuber und Diege behüten und beschützen, jene Räuber und Diebe, die sich verschmitzt gern selbst „Leistungsträger“ nennen, weil sie wissen, das sie die Früchte der Leistung ihrer Mitmenschen auf ihre Auslandskonten tragen.

Doch was macht das Volk?

Es trampelt auf vorgegebenen Pfaden der erlaubten Revolte. Kaum einer nimmt wahr, das der Papst (immerhin das geistige Oberhaupt eine sehr großen Menschengruppe) dem Asozialstaat die Treue gekündigt hat und sich sogar anschickt, auf die Kirchensteuer zu verzichten, weil er das Drecksgeld nicht mehr haben will. Der Mann hat halt noch Ideale – als Dank dafür fordert die vereinigte Atheistenfront der Linken seine Eliminierung. Gegen Papst und öffentliche Religion kann man schnell einen Mob herbeirufen, aber im Kampf gegen die neue Religion der „unsichtbaren Hand des Marktes“ findet man – ausser im hoch gebildeten streng „gläubigen“ Bereich, der versteht, das es sich hierbei um einen gigantischen kulturellen Rückschritt in vorchristliche Menschenopferzeiten handelt – kaum Mitstreiter.

Scheinbar scheint das Paradies nahe zu sein, wenn der letzte gläubige Christ zum Atheismus konvertiert ist – auch wenn der Glaube an die Nichtexistenz von etwas völlig unbekanntem erkenntnistheoretisch absoluter Nonsens ist … aber so was geht halt in Zeiten von „Superstar“ und „Supermodell“.

Ebenso nahe kommt man dem Paradies, wenn der Staat Israel endlich völlig ausgelöscht ist – da ist sich die deutsche Linke völlig einig mit den Ultrarechten in den USA, wobei letztere die Auslöschung Israels für die Erfüllung ihrer Endzeitvisionen brauchen und deshalb wahrscheinlich antiisraelische Strömungen bei deutschen Linken finanziell unterstützen: Christus kommt halt nur wieder, wenn Israel erneut vernichtet wird.

Da kann man ja mal nachhelfen.

Während so die Linke sich im Kampf gegen Katholik und Jude erschöpft, erschöpft sich der Konservative im Kampf gegen den Islam und den Arbeitslosen: zwei Feindbilder, die die Medien speziell für ihn entworfen haben. Das der Islam – wie das Christentum – ebenfalls Träger von Werten ist, die dem im Westen grassierenden „Putsch von oben“ mit all seinen unmenschlichen Nebenwirkungen entgegenstehen kann, wird nicht vermittelt.

Wieviele Regierungen anderer Länder hat eigentlich der ermordetet Revolutionsführer Gaddafi aus dem Amt gebombt, das man sich seiner auf so brutale Art und Weise entledigen musste? Keine, soweit ich weiß. Die Bilanz für die Nato sieht da schon anders aus.

Man sieht deutlich, was man alles bewegen kann, wenn man nur die Tauschmittel aller Länder auf seine Konten bringt und somit letztendlich die gesamte Weltbevölkerung mit dem Hungertod bedrohen kann.

Geld spielt dann keine Rolle mehr – man kann locker mal eben einhunderttausend Journalisten kaufen – und doppelt soviele Politiker und Gewerkschafter. Es gibt dann sogar genug Geld für Söldnerdivisionen, den Aufkauf ganzer Märkte und die Vernichtung kompletter europäischer Staaten.

Solchen Gewalten war die Menschheit zuvor noch nie ausgesetzt – die wenigen, die in der Lage sind, diesen Tsunami der Menschenrechtserosion zu erkennen, gleichen einem kleinen gallischen Dorf in der Mitte des römischen Imperiums … allerdings ohne Zaubertrank.

Unter diesen Voraussetzungen überhaupt an Revolution zu denken, gleicht dem Wunsch nach Selbstmord. Welche Machtstrukturen wollen wir denn in Deutschland zerschlagen? „Die Märkte“ ziehen einfach ihr Kapital aus Deutschland ab, wenn wir etwas tun, was ihnen nicht passt – und dann können wir sehen, wie lange wir ohne Essen auskommen. Wollen wir es wirklich wagen, Hartz IV abzuschaffen und uns so einem negativen Rating auszusetzen?

Das wird sich keiner trauen … zumal für jene, die sich – legitimiert durch demokratische Prozesse – an die Spitzen gesellschaftlicher Positionen gearbeitet haben, ein ganz besonderes Bonbon wartet: die Möglichkeit der Aufnahme in den Kreis der Superreichen. Nur wenige christliche „Sozialromantiker“ können sich dieser Verlockung entziehen, weil sie Nebenwirkungen des Reichtums im Jenseits fürchten müssen, die atheistische Mehrheit im Land hat Verständnis für die Karrieren der Hartz-Politiker, die jetzt schon wieder stolz tönen dürfen, das sie keinen Staat in der Firma wollen.

Der Bundesverband deutscher Berufsverbrecher sieht das für seine „Unternehmungen“ genauso.

Die konkrete Analyse der strategischen Situation ist – wie man sieht – gar nicht so kompliziert. Sie dauert jetzt aber schon 2112 Wörter lang und wird damit von 90 % meiner Leser nicht mehr vollständig erfaßt. Sie wäre noch deutlich weiter zu differenzieren, aber ich weiß auch, das das zu einer weiteren Reduktion der Leserzahlen führen würde, schriebe ich gar ein Buch (wozu mir mein Privatleben gar keine Zeit läßt), so würden es nur noch einige ganz wenige lesen.

Ich hätte vielleicht dann noch Ruhm und Ehre im Karton … aber, mal ehrlich: was soll ich damit?

Aus den USA (einem Land, das ich im Übrigen sehr schätze, weil es einige sehr starke demokratische und freiheitliche anarchistische Elemente bewahrt, die leider gerade wirtschaftlich ausgetrocknet werden) kommt die Idee, Klöster zu gründen, um die im Zeitalter der Aufklärung gewachsenen humanistischen Werte der Menschenrechte vor der kommenden Barbarei zu retten, damit die Menschheit vielleicht in hundert oder tausend Jahren nochmal eine Chance bekommt, sich wieder aus den Sümpfen von Sklaverei und Menschenopfern herauszuwinden.

Der – leider inzwischen verstorbene – Politiker Hermann Scheer sagte sehr deutlich, was auf uns wartet:

„Wenn wir so weiter machen, dann kommen neue Selektionsmechanismen zwischen Staaten, zwischen Rassen, zwischen Religionen, zwischen berechtigten Menschen und unberechtigten, zwischen wertvollen und nicht wertvollen Menschen, dann wird der monetäre Wert des Menschen irgendwann in den Vordergrund geschoben und dann beginnt ein neues Zeitalter der Barbarei. Das ist unausweichlich.“

Das verstehen nur wenige – dabei ist die Barbarei, die auf uns zukommt, schlimmer als alles, was die Menschheit bislang ertragen musste. Auf uns wartet eine Zukunft, in der wir – mal ganz plastisch gesprochen – im Alter von unserer eigenen Scheiße bei lebendigem Leibe verdaut werden, weil sich keine Menschen mehr finden werden, die sich um uns kümmern wollen. Unser Geld bekommen sie ganz einfach durch Entmündigung, bis dahin werden alle Hemmungen der „Sozialromantiker“ vor solchen Zuständen abgebaut sein, es wird die Zeit sein, wo man sich seinen Lebensunterhalt nur noch durch den Verkauf seiner Organe sichern kann.

Ich bin kein Katholik – noch möchte ich einer werden – aber ich verstehe, warum der Papst die „Entweltlichung“ der Kirche fordert: aus der Sicht eines linientreuen Christen (davon gibt es aber außer Eugen Drewermann kaum noch einen)  wird die Welt gerade zur Filiale Satans (was Moslems, Juden und Atheisten ähnlich sehen, sogar Nazis könnten sich in diese Sichtweise einreihen) – und da möchte man halt nicht mitmachen….sicherheitshalber.

Die haben halt noch Sorgen um die Nebenwirkungen für ihre Seele, Sorgen, die sich die Putschisten nicht mehr machen, wenn sie ihre merkwürdigen Rituale in den abgeschiedenen Wäldern Amerikas abhalten.

Die Unausweichlichkeit der Barbarei kommt aber nur dann, wenn wir so weitermachen, wenn wir den Kult der Heiligsprechung der Tauschmittelräuberei weiter fortsetzen.

Stellen wir ihn unter Strafe – kann es gleich morgen ganz anders aussehen.

Die Täter sind nur einige wenige.

Die Opfer sind viele – letztendlich sogar alle, wenn sämtliche Tauschmittel der Welt auf den Konten der Superreichen angelangt sind (und es womöglich nur noch einen einzigen von ihnen gibt, der all seinen Reichtum auf einen einzigen Satelliten im All hat verbuchen lassen) während die ganze Menschheit mitten im unerschöpflichen Reichtum der modernen Zivilisation künstlich aufrecht erhaltende Not leidet – das Prinzip Hartz IV.

So einfach wäre Revolution noch nie gewesen – man müsste gar nicht viel tun: einfach mal innehalten. Einfach nur aufhören, mit dem, was man tut – doch gerade das scheint unglaublich schwer in einer Welt, die sich zunehmend in einer riesengroße Maschine verwandelt, in der wir alle zu kleinen Rädchen degradiert werden, obwohl man uns doch versprochen hatte, das diese Maschine uns zu Souveränen unseres eigenen Lebens machen würde.

Das könnte sie auch.

Die Ressourcen ist da. Armut ist nur noch vorhanden, weil sie politisch gewollt ist – was in meinen Augen einem Verbrechen gleich kommt.

Noch ein Grund für eine Revolution.

Wie sie aussehen kann, die Revolution in Deutschland?

Erstmal muss man einen Ort der Versammlung schaffen und ihn sauber halten von den Agenten der Tauschmittelräuber, all jenen, die uns mit Bagatellen beschäftigen wollen, während die Degenration der menschlichen Zivilisation aktiv weiter fortgeführt wird, all jenen, die uns in letztlich sinnlose Auseinandersetzungen um das Existenzrecht Israels, die Legitimität der deutschen Verfassung, die Höhe des Regelsatzes oder die Legitimation religiösen Glaubens verwickeln wollen – um nur ein paar der unwichtigen Nebenkriegsschauplätze zu nennen.

Nicht, das diese Themen an und für sich unwichtig sind – aber im Moment brauchen wir alle Energie, um den laufenden Putsch aufzuhalten.

Gelingt uns das nicht, wird die kommende Barbarei Israel und Palästina genauso fortspülen wir den Islam, das Christentum und die Union der Atheisten.

Das neue Zeitalter der Barbarei wird wieder das Recht des Stärkeren als höchstes Recht etablieren … und das ist das Recht des jungen weißen Mannes zwischen 20 und 25, seine Triebe hemmungslos im Dienste seines Auftraggebers auszuleben. Danach …. ist er zu alt und verbraucht, kann auf den Müll zu den anderen.

Das hatten wir schon oft und läuft gerade wieder in vielen Ländern: Irak, Afghanistan, Libyen – um nur ein paar zu nennen.

Dann brauchen wir einen Konsenz, der mit äußerster Disziplin durchgehalten werden muss: die Abwehr der kommenden Barbarei, die sich tagtäglich mit immer größerer Geschwindigkeit ausbreitet. Das geht nur mit Menschen, die es schaffen, den Verführungen durch die Kunstwelt der Tauschmittelräuber zu widerstehen, die nicht stolz darauf sind, Kochrezepte austauschen zu können, während andere die Umkreisung von Börse und Bundestag planen.

Der Kampf gegen die Barbarei der Gesellschaft ist nicht zuletzt auch der Kampf gegen die aufkeimende Barbarei im eigenen, ganz persönlichem Denken und Fühlen – aber sollte sich nicht darin erschöpfen.

Verbündete für diesen Kampf findet man überall – wenn man sie nicht aktiv fort stößt, wie es momentan der Fall ist.

Der arme Israeli und der arme Palästinenser, der arme Jude und der arme Nazi, der arme Moslem und der arme Katholik, der arme Selbstständige und der arme Unternehmer (ja, gibt es  mitlerweile auch)  – alle leiden unter den Raubzügen der Tauschmittelräuber und sind doch letztlich eher damit beschäftigt, sich gegeneinander aufzubringen.

Das braucht wirklich keiner mehr. Damit kann man sich beschäftigen, wenn die gesellschaftliche Grundlage wieder stabil ist.

Hat man seine Führungstrukturen, seine Kommandozentren, kann man mit der Revolution beginnen: den Bürgertag wählen als lobbyistenfreien Ort anstelle des Bundestages, die Bürgerwehr anstelle der Bundeswehr etablieren und vor allem: die Bürgerwährung anstelle des Euro einrichten – diesmal jedoch als diebstahlsicheres Tauschmittel, das schnell einen enormen Wert erhalten wird. Schießen die Tauschmittelräuber nicht, kann alles ohne Blutvergiessen ablaufen – eine Clownsarmee ist da schon eine geschickte Form von Bürgerwehr, auf die normale Menschen nicht so leicht schießen werden.

Ich nehme aber an – weil ich Schwarzseher und selber Pragmat bin – das dann sehr interessante Sachen im Fernsehen laufen, man gerade große Wäsche hat, kein Geld für die Fahrtkosten, den Urlaub verplant, keine Reiseerlaubnis der zuständigen Sozialbehörde bekommt (ja, manche brauchen das inzwischen) oder aber lieber an alternativen Parteiveranstaltungen teilnimmt, für die die Tauschmittelräuber großzügig gespendet haben.

Das geht auch – ich bin darauf vorbereitet und investiere selbst lieber auch einige Zeit in Strukturen, die das Überleben des humanistischen Gedankens im kommenden düstersten Zeitalter der Menschheit sichern.

Ich  möchte nur nicht, das man mir später vorwirft: „Warum hast Du nichts gesagt“.

Ich habe genug gesagt – seit 1999 – und plappere fast täglich munter weiter.

Hört nur keiner … dabei wissen wir dank Michel Chossudovsky, Vivian Forrester und John Perkins seit Jahrzehnten, was auf uns zukommt und können seit Jahren beobachten, wie es Wirklichkeit wird.

Und ich bin mir sicher, das nun – unverschämte, unangepasste und unglückliche 3319 Worte später nur noch eine Handvoll Menschen diesen Worten gefolgt sind. Soviel Wort ist einfach zuviel für 2011.  Würde ich jetzt also zum Ersten freien Bürgertag am 24. 8.2012  nach Aachen einladen, könnte man sich – wie die Erfahrung zeigt – gemütlich und kostengünstig auf einer Parkbank treffen.

Helfen würde es eher, wenn man Photos von den Folgen von Pflegemängeln in Altenheimen veröffentlicht … von denen es nur sehr sehr wenige gibt. Schade – so kann keiner sehen, was auf ihn zukommt.

Die Alten der Zukunft werden die Dimensionen der Barbarei am ehesten, längsten und intensivsten  erleben … und die Alten der Zukunft sind wir alle.

Und ich?

Habe jetzt noch nicht mal mehr Zeit, zu schauen, wieviele Rechtschreibfehler in diesem Text sind. Da geht es mir halt wie allen anderen meiner Mitmenschen: gelegentlich muss auch ich mich auf die Jagd nach den immer rarer werdenden Tauschmitteln machen, um der drohenden Obdachlosigkeit zu entrinnen.

Aber immerhin kann ich nun guten Gewissens sagen: ich habe es Euch gesagt.

Schon wieder.

Wie viele viele andere auch … seit vielen tausend Jahren.

 

Weltwirtschaftskrise 2011 – und die Verschwörung der Entscheider

Mitte der siebziger Jahre las ich eine interessante Studie über Krankenhäuser. Demnach wäre die sterile Klinikatmosphäre samt weißer Farbe ganz schlecht für die Genesung. Man hatte darauf reagiert, es kam Farbe in die Kliniken. Doch was lese ich heute, vierzig Jahre später in der Welt?

Lange, graue Krankenhausflure und ein beißender Desinfektionsmittelgeruch setzen Kranken zu: Architekturpsychologen plädieren für schönere Krankenhäuser.

Was war in den letzten vierzig Jahren geschehen? Was war denn mit der Legende vom "Fortschritt", jener Legende, die Grundlage unserer Kultur sein soll? "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt" - so hieß es doch. Wieso stehen wir drei Jahre nach der größten Wirtschaftskatastrophe der Nachkriegszeit vor einer neuen großen Wirtschaftskatastrophe?

Mitte der siebziger Jahre las ich eine interessante Studie über Krankenhäuser. Demnach wäre die sterile Klinikatmosphäre samt weißer Farbe ganz schlecht für die Genesung. Man hatte darauf reagiert, es kam Farbe in die Kliniken. Doch was lese ich heute, vierzig Jahre später in der Welt?

Lange, graue Krankenhausflure und ein beißender Desinfektionsmittelgeruch setzen Kranken zu: Architekturpsychologen plädieren für schönere Krankenhäuser.

Was war in den letzten vierzig Jahren geschehen? Was war denn mit der Legende vom „Fortschritt“, jener Legende, die Grundlage unserer Kultur sein soll? „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ – so hieß es doch. Wieso stehen wir drei Jahre nach der größten Wirtschaftskatastrophe der Nachkriegszeit vor einer neuen großen Wirtschaftskatastrophe?

Der Grund für diese Entwicklung ist einfach – und der gleiche, warum Krankenhäuser krank machen anstatt gesund: Wissen wird ignoriert.

In den siebziger Jahren lernten wir auch im Wirtschaftsunterricht, dass die Börse nur ein Teil der Finanzwirtschaft ist – und der DAX wiederum nur ein Teil der Börse. Wir lernten, das die Börse mit Vorsicht zu genießen sei, weil sie völlig irrational ist und die größte Geldvernichtungsmaschine der Menschheit. Wir als junge Unternehmer täten gut daran, die Börse zu meiden – eine kleine Irritation in der Psyche der Anleger … und schon ist die Firma dahin. Sinkt der Börsenwert, sinkt die Kreditwürdigkeit und je nach Rechenmodus der Bank kann man auf einmal Pleite sein, obwohl das Geschäft toll blüht.

Dann kamen die achtziger Jahre und irgendwer entschied, die Börse zu GOTT zu machen. Ein Gott des Wahnsinns, der über Kinderleichen geht, wenn es nur der Rendite nützt. Auf einmal kamen in jeder Nachrichtensendung Nachrichten vom DAX – die anderen Finanzmärkte wurden unterschlagen. Die Deutschen – eigentlich ein Volk von Aktienmuffeln – wurden „umerzogen“. Das „Umerziehung“ geht, hatte man schon mal bewiesen – warum also das Ganze nicht nochmal anstellen, diesmal für einen ganz anderen Zweck? Immerhin waren private Fernsehanstalten auf einmal – per Entscheidung – möglich und man konnte die dümmsten Inhalte über das Volk ausschütten ohne dafür ins Gefängnis zu kommen.

„Ob das mal gut geht“ meinte meine Ex-Frau zu mir. Sie hatte Angst vor Zuständen wie 1933.

„Klar geht das gut“ meinte ich, „es gibt so viele Sicherheitsmechanismen, die uns vor der Weltwirtschaftskrise schützen, da kann gar nichts schiefgehen“.  Ich war mir da ganz sicher, weil ich mir sicher war, das die Menschheit nicht so blöd sein konnte, zumal Karl Marx den Pleiteautomatismus  des Kapitalismus ja schon hundert Jahre zuvor detalliert beschrieben hatte.

Dann kam rot-grün und baute erstmal die Sicherheitsmechanismen ab … wie auch die anderen Regierungen weltweit.

Wer hat denen das angeraten? Wer hat seine Lobbyisten weltweit ausgeschickt, um diese Überzeugungsarbeit zu leisten? Solche drastischen Entscheidungen mit lebensbedrohlichen Konsequenzen fällt doch kein klar denkender Mensch – jedenfalls nicht ohne ausreichend Bestechungsgeld in der Tasche.

Kurze Zeit später hatten wir die erste Wirtschaftskrise, jetzt folgt die zweite: die USA verlieren ihre Top-Bonität … obwohl sie nicht zahlungsunfähig geworden sind.

Sie sollten – ich hoffe, man erinnert sich noch an die Nachrichten drei Wochen zuvor? – die Topbonität verlieren, wenn sie zahlungsunfähig geworden sind.

Jetzt können sie zahlen – verlieren aber trotzdem ihre Bonität.

Man fragt sich: warum lese ich diesen ganzen Dreck eigentlich noch?

Lieber … mache ich mir meine eigenen Gedanken., denn mit „Fortschritt“ hat das alles nichts mehr zu tun. Vorbei die Hoffnung, das wir aus der ersten Weltwirtschaftskrise (plus KZ und Weltkrieg) genug gelernt haben … also, „wir“ vielleicht, aber „die“ nicht.

Ja, genau, jene „die“, über die immer so gerne gespottet wird. Jene „die“, die man in Wirtschaftskreisen gerne knapp und einfach „Entscheider“ nennt. Wer in der Wirtschaft tätig ist, der kennt sie … und er weiß, das „Entscheider“ mit „Demokratie“ nichts am Hut haben, sie sind „Macher“ und keine „Diskutierer“.  Es sind Menschen, die konkrete Entscheidungen gefällt haben – und immer laut „Verschwörungstheorie“ brüllen, wenn man ihnen zu nahe kommt.

Die Entscheidungsprozesse auf  oberster Konzernebene bekommen wir nicht mit, ebensowenig die strategischen Pläne und die Finanzierungen. Wir bekommen nur mit, das das gelbe M von McDonalds auf einmal bundesweit die Nacht erhellt, obwohl uns niemand gefragt hat, ob wir das überhaupt wollen.  Da hat jemand entschieden, die deutsche Pommesbude „platt zu machen“, jemand anderes hat dafür das Geld gegeben, damit der Konzern überhaupt erst in der Lage ist, den Markt aufzurollen.

Ohne Kredite wäre da nichts gelaufen …. ohne Kredite und weiteren Entscheidern, die den Blick des Volkes auf den DAX richten und die Medien dazu verpflichten, auf jeden Fall Rücksicht auf die Psyche der Anleger zu nehmen: das verteilen von Beruhigungspillen war angesagt („Aufschwung“, „keine Arbeitslosigkeit“, „Rekordgewinne“ hießen in den letzten zwei Jahren einige) – und diese Pillen gehen laut „Welt“ jetzt zur Neige, weshalb der DAX die schlimmsten Verluste seit der Lehmannpleite hinnehmen mußte.

Diese Entwicklung kommt nicht aus dem Nichts – es gibt konkrete Täter, die die Wirtschaft in Gefahr bringen. Man braucht auch nicht lange suchen, um sie zu finden. Im Manager Magazin redet man offen über sie:

Die Attacken kommen eindeutig aus London und New York. Es sind große Hedgefonds, die ihre Spekulationsmacht einsetzen.

Sie haben auch die Macht, die „Presse“ zu kaufen – zur Not kaufen sie ganze Sender, um ihre Meinungen unter das Volk zu streuen und den DAX als GOTT in jedes Wohnzimmer zu bringen.

So etwas nennt man gemeinhin „Verschwörung“.

Wir brauchen nicht diskutieren, ob es Verschwörungen gibt oder nicht – es ginge höchstens darum, ob die zusätzlich zu allem Elend auch noch „nine-eleven“ selbst verursacht haben. Menschen, die in Afghanistan Frauen und Kinder mit Bomben ausrotten, würde ich das allerdings zutrauen. Das so etwas geschieht, zeigt, welches moralische Niveau die „Entscheider“ haben … und weil das sehr niedrig und menschenfeindlich ist, dürfen wir vierzig Jahre nach der Erkenntnis, das weiße sterile Krankenhausflure krank machen, uns wieder über die Erkenntnis freuen, das weiße sterile Krankenhausflure krank machen: „Entscheidern“ ist es vollkommen egal, wo sie den menschlichen Abschaum zwischenlagern. Man darf mal drüber diskutieren, was schön wäre, aber entschieden wird anders – so lautet ja im Prinzip auch das ganze Parteiprogramm der modernen SPD, der Grünen und der CDU-FDP-Regierung.

Das der Crash 2011 kommen wird, war oft genug nachzulesen – auch an diesem Ort. Die Menschen wissen das auch … es spiegelt sich wieder in ihren Entscheidungen, ein Kind zu bekommen, siehe Welt:

Frage man junge Leute, welche Bedingungen erfüllt sein müssten, bevor sie ein Kind bekommen, würden in Deutschland viel mehr Kriterien genannt als in Frankreich. Abgeschlossene Ausbildung, ein sicherer Job, ein ausreichendes Einkommen mindestens eines Partners sollten nach Ansicht der meisten vorhanden sein. 

Und da eine wirtschaftlich sichere Zukunft völlig illusorisch ist in einem Land, in dem Konzerne politisch unbequeme Entscheidungen mit Massenentlassungen abstrafen dürfen, bekommen nur noch Idioten,  Idealisten oder Betrunkene Kinder.

Der Rest wartet erstmal den totalen Zusammenbruch der Versorgungssysteme ab und möchte „in so eine Welt keine Kinder setzen“.

Wie bitte? Die Welt war 1945 schlimmer dran, als alles in Trümmern lag?

Nein. Damals nämlich … ging es bergauf. Das macht Hoffnung.

Für uns geht es jetzt bergab … und wir werden sehen, ob überhaupt etwas übrig bleibt, was aufzubauen ist.

Was wir unseren wenigen überlebenden Kindern mitteilen sollten, ist: „Das waren Entscheider – und keine unberechenbaren Naturkatastrophen“.

Mit etwas Mühe könnte man sogar ihre Namen herausfinden, die ansonsten vor der Öffentlichkeit verborgen gehalten werden. Es sind sie, die den „Entscheidern“ die Jobs geben – oder dachte man bislang etwa, Chef von Goldman-Sachs oder Standard & Poors wird man per Lotterielos? Da gibt es strenge Auswahlverfahren wie bei jedem Job oder bei den Aufnahmen im Bohemian Grove oder bei den Bilderbergen – nur erfahren wir die Kriterien nicht. Die kennen nur „die“.

Natürlich kann man daran glauben, das alle Entscheider nur rein zufällig in die gleiche Richtung entschieden haben. Des Menschen Glauben ist sein Himmelreich.

Aber wie Hartz IV ist die momentane Krise kein Zufall. Arno Luik sprach in einem Stern-Artikel aus dem Jahre 2004 von einem Putsch von ganz Oben – und seitdem gibt ihm die politische Entwicklung recht – nicht nur in Deutschland.

Ich denke nur – die Entscheidungen wurden früher getroffen. Das ist der Grund, warum wir keinen „Fortschritt“ mehr haben … und vielleicht mit ein Grund, warum „Natur“ anfängt, verrückt zu spielen, siehe Welt:

Wie in Alfred Hitchcocks „Die Vögel“ fallen hunderte Kolkraben bei Türkheim im Unterallgäu immer wieder über die Lämmer und Schafe von Bioschäfer Franz Rehle her. Seit November seien bereits 40 Lämmer und 5 Mutterschafe getötet worden

Ob es helfen würde, davon zu träumen, das die Vögel vielleicht für uns die Entscheider ausfindig machen, damit die Welt endlich wieder einem natürlichen Gang folgt?

Wenn alles so weiter geht, werden wir bald beten müssen, das es außer dem DAX noch einen anderen Gott gibt, der auch die Vögel im Zaum  halten kann, denn GOTT DAX ist ungnädig … und vor allem: unfähig, der Menschheit zu dienen.

Er dient nur den Entscheidern, die jetzt gerade mal wieder ganz billig Realwirtschaft für wenig Geld erwerben können – erst recht, wenn die Kurse noch so richtig schön nach unten sausen.

 

 

 

 

 

Irland und die Wirtschaftskrise: der Putsch der Krämerseelen und das Versagen der Medien

Wenn ich an Irland denke, dann muß ich zuerst an die Predigten denken, die uns jahrelang über die hervorragende Wirtschaftskraft des „keltischen Tigers“ gehalten wurden.  Sowas findet man heutzutage noch im „Irlandguide“:

Wirtschaftlich war die Republik Irland lange Zeit sehr rückständig, die Wirtschaft stagnierte, die Inflationsraten stiegen. Das hat sich aber mit dem EG-Beitritt 1973 und den damit verbundenen Förderprogrammen zunächst langsam geändert. Seit Mitte der Neunziger Jahre erlebt Irland nun einen regelrechten Wirtschaftsboom, so wurde etwa das Wirtschaftswachstum 2003 mit 4,8 Prozent veranschlagt, weit über EU-Durchschnitt. Dieser Aufschwung hat Irland auch den Namen „keltischer Tiger” eingebracht, in Anlehnung an die „Tigerstaaten” Südostasiens.

Momentan wird klar: aus dem keltischen Tiger wird ein verschuldeter Dackel. Liest man mal konkret, wie dieser Tiger seinen Aufschwung geschafft hat, kann einem schon übel werden, so schreibt diePresse:

Irlands Wirtschaftswunder sei eine Illusion gewesen, behauptet Peter Boone von der London School of Economics. Die Basis dafür seien der clevere Gebrauch einer Steueroasen-Gesetzgebung und ein enormer Kreditboom gewesen.

Die eindrucksvollen Wachstumsraten über die letzte Dekade seien teilweise auf die aggressiven Versuche zurückzuführen, großen US-Konzernen bei ihren steuerschonenden Abrechnungen zu helfen. Rund 20 Prozent des irischen BIPs sei auf solche Gewinn-Transfers zurückzuführen, die kaum Steuereinnahmen gebracht hätten. Würde man die irischen Zahlen diesem Faktum anpassen, sehe es für Irland noch fataler aus.

Irland ist schon jetzt das EU-Land mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung. Das hoch verschuldete Land droht seine Sparziele weiterhin zu verfehlen. Die Regierung werde ihre Haushaltspläne für die kommenden Jahre wohl bald an die holprige Entwicklung der Konjunktur anpassen müssen, sagte der irische Zentralbankchef Patrick Honohan kürzlich.

Auf den Finanzmärkten kursieren bereits Gerüchte, dass die Iren auf die Hilfe des Rettungsschirms der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgreifen müssen. Dublin und der IWF beeilten sich, die angebliche Notwendigkeit milliardenschwerer Hilfen mit Nachdruck zu dementieren.

Das Geheimnis des irischen Wirtschaftswunders? Sie haben sich der Korporatokratie als willige Prostituierte angedient und ihr beim Kampf gegen die sterbenden staatlichen Strukturen, bei dem laufenden Vernichtungsfeldzug gegen die Sozialstaaten, Gewerkschaften und parlamentarischen Demokratien und beim Raubzug auf die Steuerbillionen volle Unterstützung zugesagt.

Zuerst sollte man angesichts dieser Entwicklung vor allem eins anmerken: wieder einmal haben Politik und Experten auf breiter Front versagt, ebenso die Medien. Eine Aufklärung über den Seifenblasencharakter des irischen Tigers hätte ich mir von führenden deutschen Wirtschaftsmagazinen jeden Tag erwartet – und nicht erst dann, wenn der Tiger in den Brunnen gefallen ist und sich als Frosch erwies, als Kröte, die wir jetzt wieder zu schlucken haben.

Wozu lese ich eigentlich noch Zeitung, wozu konsumiere ich überhaupt noch Nachrichten, wenn ein so offensichtliches Scheinwirtschaftswunder jahrelang als vorbildlich für die ganze EU dargestellt wird? Kristallkugel und Tarotkarten scheinen mir da hilfreicher zu sein als die Lektüre von Handelsblatt, Financiell Times und Manager Magazin – erstere haben wenigstens die Chance auf einen Zufallstreffer.

Schaut man ins Detail, verblüfft wieder mal die kriminelle Energie, mit der früher mal scheinbar seriöse Geldinstitute in Irland agieren – hier ein irischer Ökonom im Manager-Magazin:

Davies führt an, dass ein gutes Fünftel der Direktinvestitionen im Finanzbereich angefallen sei, dem Zentrum der irischen Krise – und auch Ausgangspunkt für manche Probleme in den Finanzsystemen anderer Länder; so waren die Zweckgesellschaften und Tochterbanken, die deutsche Problembanken wie IKB, SachsenLB oder Hypo Real Estate in die Malaise brachten, steuergünstig in Dublin angesiedelt. Zudem sind diese Investitionen so schnell wieder verschwunden, wie sie kamen.

So schnell wie die Konzerne, die nur mal schnell zum Zwecke des Steuernsparens vorbeigeschaut haben, verschwinden laut FTD auch die „Werte“ des Landes:

Die Irland-Hilfen können den Kollaps des Immobilienmarkts auf der grünen Insel nicht eindämmen. Seit 2008 haben Immobilien zwischen 50 und 60 Prozent ihres Wertes verloren. Und die Preise fallen weiter.

Wer also ein Haus für 200000 Euro gekauft hat, muß feststellen, das es nur noch 100000 Euro Wert ist, seine Hypothek aber gleichbleibend hoch ist. Da hilft nur noch eins: Mieten erhöhen, Preise erhöhen, noch mehr Geld aus dem Markt pressen im verzweifelten Versuch, die Verluste auszugleichen. Und in der neuen virtuellen Welt der Geldadelshöfe  freut man sich über noch mehr virtuelle Zahlenhaufen, die in Sekundenschnelle ungebändigt um den Globus rasen und dabei immer mehr realen Schaden anrichten.

Die Gefahren des Turokapitalismus waren bekannt. Das er zum Krieg gegen die Zivilgesellschaft aufruft und diese bis in ihre Grundfesten erschüttern und zersetzen wird ebenfalls. Man braucht kein Wirtschaftsexperte zu sein um zu verstehen, welche Wirkung Konzerne haben, die immer mehr Geld (bzw. „Leistung“) aus Ländern saugen um es in Steuerparadiesen vor der Menschheit zu verstecken.  Das ist die geschichtliche Aufgabe, vor der wir wohl im Moment stehen: nachdem Staaten gelernt haben, das militärische Macht gebändigt und kontrolliert werden muß, weil sie sonst dazu tendiert, Regierungsmacht mit Gewalt an sich zu reißen, müssen Staaten jetzt lernen, das auch wirtschaftliche Macht gebändigt und kontrolliert werden muß.  Nach den Generälen ist es nun die Managerkaste, die Krämerseelenelite, die nach der Allmacht im Staate greift … und in Deutschland schon so weit gekommen ist, das man von einer Regierung der „Leistungsträger“-Netzwerke reden kann. Ein Witz eigentlich,  da diese „Leistungsträger“ eigentlich Leistungsvernichter sind.  Die enorme Wirtschaftsleistung unseres Landes resultiert in immer größeren Schulden – und die Unsummen finden sich nicht auf den Konten der Arbeitslosen, den Sparbüchern der Kinder oder unter den Betten der Minirentner wieder.

Der Geldkreislauf eines Landes ist immer ein geschlossenes System – sonst hat er keinen Wert. Und wenn ich Verteilungsmechanismen konstruiere, die auf der einen Seite immensen Reichtum anhäufen, dann hat das viele Nebenwirkungen – national wie international. Da bleibt nämlich weniger für irgendwen übrig, meistens für jene, die keine Verwandten im Verteilungsmechanismuskonstruktionsbüro haben. Wer also persönlich auf einem großen Geldhaufen sitzt, sollte sich immer im klaren sein, das die pure Größe dieses Haufens irgendwo auf der Welt einen Schatten von Leid, Hunger und Tod wirft.

Ich denke jedoch, das der Putsch der Wirtschaft zeigt, das sich die Krämerseelen längst weit jenseits jeglicher Menschlichkeit bewegen, wie ein aktueller Einblick im Spiegel in eins der gesellschaftlich konstruierten Geldverteilungsmechanismen zeigt:

Der Wall Street droht der größte Insider-Skandal ihrer Geschichte. Dutzende Firmen sollen sich illegal Spekulationsvorteile verschafft haben. Manche Branchenvertreter halten die Vorwürfe für überzogen – der Handel mit geheimen Informationen gehöre nun mal zum Geschäft.

Und was machen die Medien in diesem Tohuwabohu, in dem man sich als Durchschnittsbürger nur noch mühsam durchwursteln kann?

Ein Blick in die Presseschau des  Handelsblattes zeigt ihre Rolle im System deutlich.

Die Wirtschaftsagentur Reuters sieht Portugal als nächsten Anwärter auf EU-Hilfe, sollte nicht bald eine umfassende Lösung gefunden werden. Irlands Rettung dürfte zwar die Märkte etwas beruhigen, doch der Effekt werde nicht lange anhalten. Die Gründe für die Misere Irlands und Portugals seien zwar verschieden – während Irland sich an der Rettung der Banken übernommen habe, leide Portugal an mangelnder Wettbewerbsfähigkeit und geringem Wachstum –, das Ergebnis sei jedoch gleich: „Eine Schuldenlast, die Märkte als kaum tragbar ansehen“.

Irland hat sich bei der Bankenrettung übernommen.

Die Börsen-Zeitung räumt in ihrem Kommentar mit falschen Behauptungen der Politiker von Angela Merkel bis Wolfgang Schäuble zu der Euro-Krise auf. Bei der Rettung Irlands und Griechenlands sei angeblich jedes Mal die Zukunft des Eurolands auf dem Spiel gestanden. Damit streuten Politiker Sand in die Augen von Europas Bürgern. Falsch sei etwa, dass es um die Stabilität des Euro gehe. „Fakt ist, dass es sich nicht um eine Krise der Währung, sondern der Staatsfinanzen handelt“, kommentiert die Zeitung. Falschbehauptung Nummer zwei sei, dass die Märkte durch Ausweitung der Risikoaufschläge die Refinanzierungsmöglichkeiten Irlands verschlechtert und die Hilfen so erzwungen hätten. „Fakt ist, dass für Irland aktuell keine Refinanzierungen anstehen“, so das Blatt. Irland sei der Rettungsschirm aufgedrängt worden. Als falsch habe sich ebenfalls die Behauptung erwiesen, alleine die Existenz eines 750 Milliarden Euro Rettungsfonds werde Märkte beruhigen. Die vierte Falschbehauptung sei, dass Irland vor allem wegen des angeschlagenen Bankensektors geholfen werden müsse. Tatsächlich habe die EZB den irischen Bankensektor längst gerettet.

Irland hat sich bei der Bankenrettung nicht übernommen.

In Zeiten, wo die Banken selber kaum wissen, was in ihren Geschäftsräumen vor sich geht (weshalb ja Bankenexperten unverzichtbar geworden sind, wie wir im Rahmen der Krise gelernt haben), hat der normale Bürger da – neben der Bewältigung des Alltagsterrors – noch ziemlich viel zu tun, sich in den Spannungsfeldern von These und Antithese zurechtzufinden….eine Aufgabe, bei der ihm die Medien eigentlich helfen sollten. Stattdessen vernebeln sie fleissig weiter.

Die ZEIT ruft zum Putsch auf! Verteidigt Deutschland und seine Verfassung!

Man sollte irgendwie einen medialen Notfallknopf erfinden, der – wie soll ich sagen – auf jedem Bildschirm der Republik blinkt, wenn etwas wirklich Schlimmes geschieht. In der Flut der Nachrichten über den überwältigenden Aufschwung dieses Landes (der leider an Arbeitsmarkt und Einzelhandel spurlos vorübergeht, was uns nicht stört, weil wir gelernt haben, Aktien zu essen) gehen kleinere Terrorakte vollkommen unter, obwohl sie wichtig sind, weil sie gezielt gesetzt werden.

Heute fand ich so ein Exemplar in der ZEIT, einem ehedem mal hochgeschätzten Presseorgan der Republik.  Ich lese dort selten – nicht, weil die wie alle immer mehr Rechtschreibfehler machen (heute allein: Freuen statt Frauen, vermießen statt vermiesen), denn die mache ich auch. Aus Faulheit, Flüchtigkeit und Trotz.  Außerdem habe ich keine Lektoren – und die auch nicht. Nicht mehr, denn daran wurde gespart.  Nein, ich lese selten in der ZEIT weil die ZEIT korrekt ist, ein korrektes Blatt.  Immerhin haben sie Helmut Schmidt als Herausgeber (ja, genau jener Schmidt, der fand, das die druidischen Rituale im Bohemian Grove die Besten sind, die er erlebt hat. Ich weiß, ich nerve mit diesem Grove – aber das werde ich weiter tun, bis mir jemand plausibel erklärt, was ein deutscher Bundeskanzler bei druidischen Ritualen macht) , nebenbei noch die Leiche einer Adeligen:

Herausgeber sind gegenwärtig Altbundeskanzler Helmut Schmidt (seit 1983) und Josef Joffe. Herausgeber bis zum 31. Januar 2010 war ebenfalls Michael Naumann. [7] Darüber hinaus bezeichnet die Zeit auch die 2002 verstorbene Marion Gräfin Dönhoff noch als Herausgeberin.

Es gibt da auch noch mehr Adel in der Zeit. Scheinbar kann man sich dort gut vor der harten Wirklichkeit einer nachrevolutionären Welt verstecken … solange jedenfalls, bis man die Uhren wieder zurückgestellt hat.

Chefredakteur war bis Ende Februar 2008 der frühere Zeit-Redakteur Gero von Randow.

Auf jeden Fall steht die ZEIT unter adeliger Führung, ob die auch druidische Rituale machen, weiß ich nicht:

Mit Wirkung zum 1. Juni 2009 übernahm die von Dieter von Holtzbrinck neu gegründete Dieter von Holtzbrinck Medien GmbH (DvH Medien) 50 % der Anteile am Zeitverlag von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Die operative Führung von Seiten der Verlagsgruppe übernimmt ebenfalls Dieter von Holtzbrinck.[6]

Was ich aber weiß ist: das die Zeit schon einmal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland massiv in die Gestaltung der politischen Wirklichkeit eingegriffen hat, ein Eingriff, der uns heute Menschenleben kostet:

Die Zeit war in zahlreichen Artikeln „Vorreiter der Wiederbewaffnung in den fünfziger Jahren“ mit Autoren wie dem ehemaligen Pressechef des Auswärtigen Amtes im Nationalsozialismus Paul Karl Schmidt alias Nachkriegsbestsellerautor Paul Carell, der damals in der Zeit „unter dem Pseudonym P.C. Holm“ schrieb.[4]

Quelle: Wikipedia

Diese Vorreiterrolle maßt sich die ZEIT nun wieder an … aber in einem ganz anderen Zusammenhang.

Die Karlsruher Republik

Gleich mehrfach hat das Bundesverfassungsgericht den Gesetzgeber entmündigt – es maßt sich damit eine Macht an, die ihm nicht zusteht

Die Macht hat das Bundesverfassungsgericht, weil der Souverän (also: wir!) sie ihm gegeben haben, damit es über die Verfassungsmäßigkeit von Politik entscheidet.  Das politische System der BRD – trotz aller Haken und Ösen, aller Macken und Mauscheleien – ist im Entwurf als eines der Besten (bzw. das Beste – in kenne halt nicht alle und bin deshalb vorsichtig) der Welt zu bezeichnen. Es hat immerhin fünfzig Jahre gedauert, bis eine Seilschaft aus „Promis“ es so weit unterlaufen konnte, das sie einen „Putsch von oben“ durchführen konnten, der dazu führte, das nun ganz viel Geld aus den Taschen der Armen in die Taschen derjenigen fließt, die vorher schon viel zu viel hatten.

Das dies System ohne Beispiel ist, weiß auch die ZEIT:

Das Bundesverfassungsgericht ist eine Schutzinstanz, um die Deutschland in ganz Europa beneidet wird. Es ist vor allem die Verfassungsbeschwerde, mit der sich das Gericht Ansehen und Vertrauen erworben hat. Dass es in Karlsruhe Richter gibt, die nicht von vornherein auf die Linie der Regierung eingeschworen sind, ist bei uns mittlerweile allgemeine Überzeugung geworden. Deutschland bildet einen Rechtsstaat nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Realität des Alltags.

Und weil das so ist … fährt die ZEIT auch ganz schweres Geschütz auf:

Dem Gesetzgeber wird die Befugnis abgesprochen, bestimmte Entscheidungen als Repräsentant des Volkes kraft seiner politischen Einsicht und Lebenserfahrung zu treffen. Expertenwissen wird angefordert. Der Gesetzgeber wird aus seiner Eigenverantwortung verdrängt. Wird es künftig notwendig sein, die Höhe von Freiheitsstrafen oder die Höhe von Steuersätzen durch Sachverständigengutachten belegen zu lassen?

Kraft seiner … Lebenserfahrung? Wie ist denn die Lebenserfahrung von Phillip Miesfelder? Guido Westerwelle? Angela Merkel? Lediglich bei Horst Seehofer sehe ich: da wurde mal gelebt, gelitten und gelernt – aber der Rest? Ohne solche politischen Highlights bräuchten wir keine Verfassungsgericht – ohne Politik, die selbstherrlich (oder dumm) an der Verfassung vorbei und über die Verfassung hinweg regieren möchte, bräuchten wir auch kein Verfassungsgericht, das die Tagträumer des vierten Reiches wieder auf den Boden einer demokratischen und sozialstaatlichen Realität zurückholt. Und deshalb kann ich die Frage des Autors einfach nur mit JA beantworten: je dümmer die Politik, je dreister die politische Kaste umso differenzierter und detallierter müssen die Entscheidungen des Bundesverfassungsgericht sein, letztlich wird man wohl sogar über die Höhe der Parkgebühren streiten müssen, um unsere Verfassung vor ihren Vergewaltigern zu retten.

Politik ist halt eher ein Sport wie Schach, nicht wie Fußball. Hier wird Zug um Zug gemacht mit geheimen Plänen im Hintergrund (das nennt man auch „Strategie“, dafür gibt es „Parteistrategen“, die „Felder besetzen“), hier ist Verschwörung Alltag – denn kennt der Gegner die Pläne, ist man selber schnell schachmatt – und das kostet dann richtig viel Geld. Die Klage, das das Verfassungsgericht sich beständig mehr und mehr in die Politik einmischt, kenne ich noch aus Studienzeiten. Je mehr Politiker und ihre Seilschaften eine andere Republik wollen, umso mehr muß sich das Verfassungsgericht mit kleinlichen Fragen auseinandersetzen … und sehen, wohin die kleinen Bauernzüge führen, wenn man sie nicht aufhält.

So kommt es, das sogar die Regelsätze für Hartz IV auf dem Richtertisch landen – und dort gehören sie auch hin, denn die Väter der Agenda 2010 wollte nichts anderes als mit Gewalt eine andere Republik zu schaffen … und wir Bürger leiden alle darunter, die Arbeitslosen direkt und die Arbeitenden indirekt. Erst recht leiden die Kinder unter dem Bürgerkrieg der Regierung gegen Arbeitslose … und Krieg möchte ich das jetzt mal nennen (manche wurden ja auch ohne einen einzigen Schwerthieb gewonnen, in dem man den Feind einfach ausgehungert hat …. auch eine Art Kürzung von Regelleistungen) um den verharmlosenden Formulierungen der ZEIT entgegenzutreten:

Auf den Gipfelpunkt seines Fürsorgedenkens hat sich das Gericht mit seiner Entscheidung zum Arbeitslosengeld II begeben. Danach sichert das Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums jedem Hilfebedürftigen diejenigen materiellen Voraussetzungen zu, »die für seine physische Existenz und für ein Mindestmaß an Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben unerlässlich sind«. Als Mitmensch möchte man dieser Aussage nachdrücklich zustimmen. Aber in ihrer Allgemeinheit klingt sie wie ein Fanal, dass bescheidene Lebensverhältnisse verfassungsrechtlich verboten seien. Kann das Gemeinwesen guten Gewissens eine solche Garantie abgeben? Besser hätte man formuliert, dass die staatliche Gemeinschaft bestrebt sein muss, diesen Mindeststandard zu sichern. Auch eine solche Aussage wäre der Ausweisung Deutschlands als Sozialstaat in vollkommener Weise gerecht geworden.

Sicherlich sind nicht „bescheidene Lebensverhältnisse verfassungsrechtlich verboten“, wer das freiwillig macht darf es sicher tun. Wird aber Armut per Gesetz und mit Gewalt erzwungen (und die Drohung der Einstellung der Leistungen ist eine Todesdrohung in einem Land wo Geld gleich Essen ist),  so ist dies angesichts der Verpflichtung unseres Landes zur Einhaltung der allgemeinen Menschenrechte schon ein Fall für das Verfassungsgericht.  Und das Gemeinwesen kann nicht nur so eine Garantie abgeben, das Gemeinwesen MUSS so eine Garantie abgeben …. denn dafür sind wie Sozialstaat.

Das Gericht darf sich nicht als »Praezeptor Germaniae«, als Lehrmeister der Republik, gerieren. Wenn der Gesetzgeber für alles und jedes eine spezielle Rechtfertigung benötigt, wird demokratische durch bürokratische Herrschaft verdrängt. Bundesverfassungsgericht und parlamentarische Körperschaften sind nicht Partner in einem Kooperationsverhältnis. Das Gericht ist und bleibt ein der politischen Gewalt nachgeordnetes Organ der Rechtskontrolle.

Viel zu oft sind mir die beiden Partner in einem Kooperationsverhältnis,  obwohl sie es nicht sein sollen und das Gericht ist in der Tat  ein nachgeordnetes Organ der Rechtskontrolle … gewinnt aber dann Priorität über die Politik, wenn diese mit der Verfassung dieses Landes kollidiert, wenn gewisse Kreise mit Gewalt eine andere Republik wollen … Zug um Zug.  Man könnte normalerweise von der Politik ja auch mal verlangen, das sie sich einfach mal verfassungskonform verhält: schon gäbe es keine Probleme mehr mit dem Verfassungsgericht. Je mehr die Politik aber eine andere Verfassung, eine andere Republik möchte, umso schwieriger wird es für die noch sehr regierungsfreundlichen Verfassungsrichter, wegzuschauen.

Irgendwann geht es gar nicht mehr.

Persönlich beobachte ich seit zwanzig Jahren diese Strömung, Deutschland zu einer anderen Republik zu machen, einer Oligarchie im Sinne der USA, wo eine kleine Schicht viel und der Rest nichts besitzt. Mit der Agenda 2010 ist diese Strömung zum offenen Krieg geworden – zum Wirtschaftsbürgerkrieg. Der Feldzug nimmt nicht ganz den Verlauf, der gewünscht war (obwohl er insgesamt unglaublich erfolgreich ist), weil das Verfassungsgericht ihn (sehr seicht und sanft) ausbremst und so wenigstens die Anzahl der politisch geschaffenen Hungeropfer minimieren möchte.  Darüber hinaus merken mehr und mehr Bürger, was das eigentlich bedeutet, was da vor sich geht, mehr und mehr merken, das die Ökonomisierung der Politik letztlich in Vernichtungslager münden MUSS, wenn keine andere Logik andere Werte vorschaltet, die dies verhindern.  Was geschieht dann mit „Kosten auf zwei Beinen“, wenn die Kosten „alternativlos minimiert“ werden müssen?

Ohne eine politische Kaste, die beständig versucht, die Kernelemente der Verfassung zu unterlaufen, wären die Richter arbeitslos. Und so wird der Angriff auf das Verfassungsgericht zum weiteren Vorstoß in einem Kampf um die Bundesrepublik Deutschland und zu einem direkten Angriff auf die Unabhängigkeit der Justiz … die nämlich NICHT der Politik ungeordnet ist. Das nennt man dann nämlich ganz einfach Diktatur.

Vielleicht sind wir aber auf dem Sektor schon viel weiter, merken es nur nicht. Die ZEIT merkt es schon.

In der Technick, in der Wissenschaft, in der Medizin. Und wir schreiten immer weiter vorwärts. Aber was das Menschliche, die Moral, der Humanismus, die Ethik und Nächstenliebe anbelangt, da gehen wir zurück bis zu den Barbaren.

Wenn in Afrika die Wiege der Menschheit war, so ist das Ende der Menschheit in Europa.

Ach ja, Technik … schreibt man ohne ck. Aber der gnadenlose Aufschwung hat ja in seinem unglaublichen Siegeszug alle Lektoren weggespült, weil man ja soviel Geld hat, das man sie … sich nicht mehr leisten kann.


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