Psychologie

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Sorge Dich nicht, lebe! Bohemian Grove und die Religion der Banker

Diesen Satz haben viele von Ihnen sicherlich schon oft gehört: „Sorge Dich nicht, lebe!“ Überall laufen mitlerweile die Apostel des grundlosen Dauergrinsens herum und versuchen einem, ihre Philosophie zu verkaufen. Was sie dabei nicht erwähnen … diese Philosophie ist tödlich – für die eigenen Kinder, für den Nachbarn, für den notleidenden Fremden … und letztlich sogar für sich selbst.

Was ebenfalls wenige wissen: diese Philosophie wird bewußt und gezielt gefördert – aus politischen Gründen, denn ein größeres Geschenk kann man den Feinden der offenen Gesellschaft gar nicht machen, als mit diesem Gift das Denken zu benebeln.

Aber schauen wir erstmal, worum es geht, Amazon erklärt uns das gern:

Inhalt: Die Botschaften, die Carnegie seinen Lesern vermittelt, sind – wie er im Text immer wieder betont – den meisten Menschen in der Theorie bereits bekannt: »Sorgen machen krank« und »Der Erfolg ist in dir« lauten zwei seiner zentralen Thesen. Das Wissen um diese Erkenntnisse allein könne aber nicht zu einem erfüllteren Leben führen. Der Autor verweist daher immer wieder auf die Notwendigkeit der praktischen Umsetzung dieser Lebensweisheiten im Alltag. Anhand von anschaulichen Fallbeispielen, die er mit Anekdoten aus seinem Leben spickt, und in einfachen Worten zeigt Carnegie seinen Lesern den Weg zu einem zufriedeneren Leben.
Struktur: Carnegie gliedert sein Buch systematisch in mehrere Teile, die dem Leser Schritt für Schritt den Weg zu mehr Lebensqualität erklären. Nach kurzer Einführung, in der er seine Beweggründe darlegt und eigene Erlebnisse beschreibt, beginnt er in – mittlerweile – klassischer Ratgebermanier damit, dass er zunächst Grundbegriffe klärt, dann das Problem und seine Entstehung analysiert und schließlich seine praktische Methode zur Problembewältigung vorstellt. Im Anhang lässt er ehemalige Schüler zu Wort kommen, die von ihrer erfolgreichen Angstbewältigung berichten.
Wirkung: In Deutschland steht die inzwischen schon klassische amerikanische Anleitung zu mehr Erfolg im Leben seit über 1000 Wochen ununterbrochen auf der Bestsellerliste. Sorge dich nicht – lebe! wurde in 17 Sprachen übersetzt und allein in Deutschland 2,8 Millionen Mal verkauft. Carnegies Bücher werden weltweit in 38 Sprachen vertrieben, in mehr als 70 Staaten praktizieren Niederlassungen sein Trainingskonzept. J. D.

Und weiter:

In diesem Buch behandelt Carnegie das wohl drückendste Problem des heutigen Menschen: Sorge – Angst – Aufregung. Es ist ein fesselndes, leicht zu lesendes und in hohem Grade anregendes Handbuch zur Bewältigung unserer vielen Sorgen. In ihm legt der Autor die Grundsätze nieder, dank deren Befolgung der Leser sein Leben reicher und glücklicher zu gestalten vermag. Auch der Gesundheit sind diese Grundsätze dienlich, denn zahllose Menschen ohne organische Schäden „sorgen sich krank“. Zwar wissen die meisten, daß anhaltende Sorgen unsere Kraft verringern und das logische Denken beeinträchtigen; sie glauben aber nicht, daß man etwas dagegen tun kann. In diesem Buch beweist jedoch Carnegie auf Grund seiner erprobten und bewährten Technik, daß man etwas tun kann.Treffend wurde sein Wirken in einem Artikel charakterisiert, der nach seinem Tod in einer Washingtoner Zeitung erschien: „Carnegie wußte, was er tat, und er tat es mit erstaunlichem Erfolg. In seinen Büchern und Kursen hilft er Menschen, Hemmungen abzubauen und – wie es einer seiner Besteller ausdrückt – Freunde zu gewinnen. Millionen sind von seiner Philosophie des gesunden Menschenverstandes beeinflußt worden, die sich als wertvolle Hilfe zu Glück und Erfolg erweist.

Was einem nicht erklärt wird: Sorgen, Angst und Aufregung sind notwendige und natürliche Bestandteile des Lebens. Die Philosophie des „Sorge Dich nicht, lebe“ wird man in keinem Bauernhaus finden, denn Sorglosigkeit hat hier sofort Konsequenzen – dabei ist die Gestalt, die im Sommer mit der Weinflasche über das Feld tanzt und eben genau laut singend jene Philosophie der Sorgenfreiheit verbreitet, altbekannt…. als jener, den man nach der Schneeschmelze tot im Wald wiederfindet – verhungert, erfroren, endgültig sorgenfrei.

Darum mußte die Menschheit warten, bis es Wohlstand im Überfluß gab, bis die Arbeits- und Lebenszusammenhänge soweit entfremdet waren, das die Menschen hilf- und haltlos in der Gegend herumstanden, erst dann konnte man das Gift der asozialen Egozentrik und des lebenslangen Genießertums ohne Reue und Verantwortung in die Welt setzen – die Konsequenzen trug jemand anderes  irgendwo am Ende der Wertschöpfungskette.

Jedem Rentner, jedem Arbeiter, Angestellten und jedem Manager, jedem der auch nur einen Euroschein in die Hand nimmt, müßte man eigentlich sagen: Es klebt Blut an Eurem Geld. Das Blut von Kindern in Afrika, von Frauen in Asien und Mittelamerika, das Blut von Indianern, deren Gold bis heute noch die Sicherheit für unser Geld darstellt, das Blut von Kindern in Europa, die mit ihrer Arbeitskraft die Industrie aufgebaut haben, das Blut der Trümmerfrauen, die ihr mit einer Minirente abgespeist habt.

So etwas hört man nicht gerne, das ist mir klar. Doch wenn man es nicht hört und begreift … wie sollte sich jemals was dran ändern. Am Ende der 25%-Rendite steht irgendwo ein blutiges Kind, eine geschändete Frau, ein verhungerter Mensch.  Gott faxt dem Ackermann das Geld nicht zu.  Aber noch bevor man sich Gedanken über die Zusammenhänge machen darf,  kommt schon der erste vorbei und jubelt: „Sorge Dich nicht, lebe!“.

Dabei geht es gar nicht um Schuldverteilung. Wir alle – sind hereingelegt worden wie die Rinder, denen man Tiermehl untergejubelt hat.  Rinder essen Gras, kein Fleisch – aber man hat sie hereingelegt. Heraus kam: Rinderwahnsinn.

Welche Form von Wahnsinn uns befallen wird, weil man uns Kinderblut in die Wertschöpfungskette gemischt hat, weiß ich noch nicht genau, aber ich bin mir sicher, das die Mehrheit der Menschen in unserer Zivilisation das ablehnen würde, wenn sie zuvor davon gewußt hätten. Haben sie aber nicht – und fühlen sich schuldig, wenn sie davon hören. Nun sind wir aber schon längst keine souveränen Menschen mehr – und das ist die Quelle unserer Sorgen.  Der Bauer (der jeden Carnegie noch vom Land gejagt hätte, weil dieser Urvater aller Unternehmensberater nur jene Probleme lösen hilft, die man ohne ihn gar nicht hätte – jedenfalls als Bauer) wußte noch genau, warum er was tat. Er sah den Wert seiner Arbeit … und seine Arbeit machte noch wirklich frei (ein Satz der später zu einer teuflischen Fratze wurde). Je mehr er arbeitete, umso höher waren die Reserven und umso weniger brauchte er sich Sorgen machen.

Wir jedoch leben in einer anderen Situation. Wir „modernen Menschen“ haben alle – auch die Hartz-IV-Abhängigen – eher den Status von Höflingen. Wer von uns weiß denn noch, wie er sich notfalls vom Wald ernähren kann, bis sich die erste Ernte einstellt? Wer weiß, mit welchem Holz man schnell Feuer machen kann, um überhaupt erstmal die Nächte zu überleben? Wer weiß überhaupt noch, was Wald ist? In Deutschland … haben wir keinen mehr. Kleine Fleckchen noch, aber generell haben wir biologisch toten Nutzwald, der rund um unsere Agrarsteppen herumsteht. Obwohl wir viele Grüne in verantwortungsvoller Position haben, verarmt die Natur auch in Deutschland immer mehr … und je mehr sie verarmt, umso größer wird unsere Abhängigkeiten von der Versorgungsmaschinerie, die in Welt außerhalb der höfischen Demokratien über Leichen geht um unsere Preise niedrig zu halten.

Es stellt sich die Frage, ob wir uns überhaupt noch wehren könnten angesichts dieser erschreckenden Abhängigkeit. Nur die Gnade und die Großzügigkeit der Herrschenden bewahren uns doch noch vor dem Hungertod, kriegen wir keine Arbeit mehr (was schon geschehen kann, wenn wir nur gerechten Lohn fordern) … dann merken wir, wie unendlich hilflos und almosenabhängig wir sind. Ein erbärmlicher Zustand – erst Recht am Hofe des Königs der Welt, wo sich der Reichtum der Erde seit Jahrhunderten ballt bzw. zusammengerafft wird (und von dieser Diebesbeute gibt man uns ein wenig ab. Das nennt man dann: Verteilungsgerechtigkeit).

Aber wenn wir uns dessen bewußt werden, dann wissen wir, woher die Sorgen, Ängste und die Aufregung kommt – die Natur hat uns nämlich nicht umsonst mit diesen Gefühlen ausgestattet. Sie haben wichtige Funktionen, die uns zur Wachheit, Vorsicht und gezielter Lebensplanung anhalten.  Wenn wir also Sorgen und Ängste haben … DANN STIMMT WAS NICHT. So einfach ist das. Brüllt der Löwe in der Nacht, ist´s mit dem Leben bald vorbei, wenn ich mir keine Sorgen mache. Teile ich mir meine Ressourcen nicht ein, droht der Hunger vor der nächsten Ernte. Höflinge natürlich … können sich eine andere Philosophie erlauben:

Positives Denken (nicht zu verwechseln mit „Positiver Psychologie“) geht von der Annahme aus: „Wer Erfolg erwartet, der bekommt Erfolg. Wer Misserfolg erwartet, der bekommt Misserfolg“. Ziel des positiven Denkens ist, durch Autosuggestionen das Bewusstsein und Unterbewusstsein zu beeinflussen. Durch die sog. „self-fulfilling prophecy“, die „sich selbst erfüllenden Prophezeihung“, soll positives Denken auch zu positiven Effekten führen. Ausgegangen wird von der Vorstellung, der Mensch sei programmierbar und es gebe für alle Menschen die eine „richtige Programmierung“.

Vertreter des Positiven Denkens und damit verwandter Themen sind u.a. Dale Carnegie, Joseph Murphy, Erhard Freitag, Oscar Schellbach, Napoleon Hill, Norman Vincent Peale, Anthony Robbins, Brian Tracy, Tom Peters, Vera F. Birkenbihl oder auch Jürgen Höller.

Martin Seligman schreibt dazu in seinem Buch „Der Glücks-Faktor“: „Positives Denken besteht oft darin, sich Dinge einzureden wie «Jeden Tag, in jeder Weise, geht es mir besser und besser» und das auch – ohne jeden Beweis oder trotz dagegensprechender Beweise – zu glauben. Wenn Sie an solche Sprüche wirklich glauben können – bravo! Der Punkt geht an Sie. Vielen gebildeten und in kritischem Denken geschulten Menschen gelingt diese Art der Selbstüberhöhung jedoch nicht.“

Quelle: Glücksarchiv

Der politisch gewünschte Effekt jener krebsartig wuchernden Philosophie ist phantastisch: die Leute sitzen nur noch in ihren Wohnungen und denken sich die Welt schön. Ist ja auch viel einfacher, ohne Verantwortung durchs Leben zu gehen. Doch hier … kommt der Moment, wo das Kinderblut schuldig macht. „Bewußt nicht wissen wollen“ …. ist unverantwortlich. Es ist gemütlich, bequem und hilft bei der ausgelassenen Lebensfreude, ist aber einfach … verantwortunglos.

Und dieser Verantwortungslosigkeit haben wir vieles zu verdanken. Nicht umsonst ist Dale Carnegie Liebling von Handel, Banken und Industrie:

Carnegie ist in Deutschland hauptsächlich als Autor der Bestseller „Sorge dich nicht – lebe” und „Wie man Freunde gewinnt” bekannt. Er gilt aber auch als Begründer der weltweit größten Seminarorganisation für Kommunikations- und Führungstrainings, die heute in aktualisierter Form regelmäßig in 70 Ländern der Welt abgehalten werden.

ManagerSeminare machte sich im letzten Sommer auf in die Provinz, um über einen der etwa 120 jährlich in Deutschland stattfindenden Carnegie-Kurse zu berichten. Unsere Wahl fiel auf Osnabrück, der drittgrößten Stadt Niedersachsens. Dort sind Carnegie-Kurse seit genau 20 Jahren eine feste Einrichtung. Von Anfang an dabei: der Dale Carnegie-Lizenznehmer Hajo Sommerfeld (51) aus Stuhr bei Bremen, der in abwechselnder Kooperation mit der IHK, der Handelskammer oder dem Einzelhandelsverband Carnegie-Kurse durchführt. Seine Teilnehmer gewinnt Sommerfeld über Empfehlungen und Zeitungsanzeigen. Der Dauererfolg der Bücher Carnegies sorgt zusätzlich für Interessenten. Viele Osnabrücker Unternehmen, bei denen Sommerfeld auch interne Workshops zum Thema Qualitätsmanagement durchführt, schicken ihren Führungsnachwuchs „zu Carnegie”, so daß im halbjährlichen Rhythmus immer wieder neue Kurse stattfinden können.

Quelle: Managerseminare.de

Die Kunst, Freunde zu gewinnen, ist für Höflinge in der Tat überlebenswichtig … aber wie weit entfernt ist diese Ethik von derjenigen meiner bäuerlichen Vorfahren: Lewer dod üs slav:  Lieber tot als Sklave sein.

Die Ethik des „Sorge Dich nicht, lebe“ führt auch direkt in die Wirtschaftskrise unserer Zeit: das Leben auf Pump, vor allen in den Quellenländern dieser Philosophie sehr beliebt.  „Iß´ alles heute auf, der morgige Tag sorgt für sich selbst“…. das haben die dann auch gemacht. Heute kaufen, morgen bezahlen … übermorgen pleite.

Aber egal:  Sorge dich nicht, lebe.

Der Vorläufer aller großen Bücher über Positives Denken ist das Werk von Dale Carnegie: Sorge dich nicht, lebe! Viele weitere Autoren folgten: Dr. Joseph Murphy, Napoleon Hill, Norman Vincent Peale und viele weitere.

Die simple Botschaft war stets: Wer Erfolg erwartet, der bekommt ihn. Wer Unglück erwartet, bekommt es auch. Modernere Bücher folgen ergänzend dem Wunsch, immer noch mehr zu nehmen und noch mehr zu genießen. „Nimm Dir doch einfach mehr vom Leben“ …

Quelle: Methode.de

„Nimm Dir doch einfach mehr vom Leben…“ Familien mit einer langen Wegelagerertradition wissen diesen Satz zu schätzen. Andere wissen, das Gott vor den Erfolg die Arbeit gesetzt hat (die uns nun auch noch von den Maschinen weggenommen wurde).

Und diese Philosophie wird – wen wundert es noch – weltweit mit steigendem Nachdruck verbreitet:

Dale Carnegie setzt auf praxisnahe Methoden und Prozesse. Wir entwickeln Programme, die unseren Teilnehmern umsetzbares Wissen, Fähigkeiten und Methoden vermitteln – und einen messbaren Mehrwert bringen, für Sie und Ihr Unternehmen. Dale Carnegie Training ist weltweit führend, Menschen wirklich weiterzuentwickeln und das Beste aus ihnen herauszuholen. Wir verbinden bewährte Lösungen mit den Herausforderungen des modernen Berufslebens – für Ihren Erfolg!

Quelle: dalecarnegie.de

Dort werden jene Geschäftsleute geschult, die lernen, nur auf den Erfolg zu schauen und nicht auf den Preis, den man selbst und erst recht andere dafür zahlen müssen – aber zahlen muß immer jemand.

Da die Methode aus den USA kommt, muß man sich nicht wundern, das auch der liebe Gott seinen festen Platz in ihr hat.

Man sollte denken, das Fernsehprogramm heutzutage wäre schon grausig genug und an Volksverblödung nicht mehr zu toppen. Doch die Kirchen belehren uns eines Besseren und so soll demnächst „Bibel-TV“ auf die Menschheit losgelassen werden. Wie Deutschlands größtes Volksverdummungsorgan meldet, soll heute der Vertrag zur Gründung der Betreibergesellschaft unterschrieben werden. Ab dem Herbst soll es losgehen, 24 Stunden am Tag. Laut Planung soll der Zuschauer mit Bibelversen und Jesus-Filmen beglückt werden. Die dreckigen Finger im Spiel haben – wer sonst? – natürlich die Kirchen, christliche Organisationen und ein Verleger, Norman Rentrop, der die Anteilsmehrheit halten wird.

Rentrops VNR Verlag für die deutsche Wirschaft, trat bisher mit erlesenen Veröffentlichungen wie Besser Leben – Neue Strategien für Ihren persönlichen Erfolg und Das Robbins Power Prinzip in Erscheinung. Dale Carnegie, bekanntgeworden unter anderem durch sein Machwerk Sorge Dich nicht – Lebe läßt grüßen. Im selben Stil geht’s weiter bei Benefit, hier verspricht die Verlagswerbung mehr Gesundheit, ein erfolgreicheres Arbeiten, neue Freunde, den Zustand der Glückseligkeit und die am besten gehüteten Geheimnisse rund um die Kohle. Weiter gibt der Verlag Ratgeber zum Umgang mit abhängig Beschäftigten und dessen Heuern und Feuern heraus. Die obligatorischen Börsentraktate runden den schlechten Eindruck ab. Der Weg des Psalmenfunks an die Börse dürfe dann auch nicht mehr weit sein. Mögen dann die Aktien noch tiefer in den Keller rutschen.

Quelle: Humanist.de

Der Rückgriff auf Religion ist in diesem Zusammenhang geschickt – und notwendig. Letztlich braucht es eine „höhere Macht“ als Garant für den Erfolg der Methode.

So kann es auch nicht wundern, das Bankgeschäfte Gottesdienst werden:

Im Interview outet sich Blankfein als Erfüllungsgehilfe einer höheren Macht: „Wir helfen den Unternehmen zu wachsen, indem wir ihnen helfen, Kapital zu bekommen. Unternehmen, die wachsen, schaffen Wohlstand. Und das wiederum ermöglicht es den Menschen, Jobs zu haben, die noch mehr Wachstum und noch mehr Wohlstand schaffen.“ Banken, so seine Schlussfolgerung, haben einen gesellschaftlichen Zweck und verrichten „Gottes Werk“.

Quelle: diePresse

Und gerade im Rückgriff auf die Religion zeigt sich, das „Sorge Dich nicht, lebe“ nur funktioniert, wenn man weite Teile der Realität auch der religiösen Systeme ausblendet:

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Während die Carnegies dieser Welt ihren Willen aufzwingen wollen – womit wir schließen wollen, das ihr Herr ein anderer ist als der, der offiziell genannt wird:

Matthäus 4,8–11:
Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit
und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.

…. für Christus gab es noch eine ganze Welt, für die kleinen Kinder Gottes … einen Parkplatz, eine Beförderung, eine Gehaltserhöhung, einen neuen Job?

Mir scheint, wenn die Legionen Carnegies den Kopf aus dem Sand nehmen würden, würden sie sehen müssen, das sie im religiösen Kontext eindeutig das Werk Satans tun. Da bleibt der Kopf lieber unten und man überläßt die Entscheidungen im Leben über Wirtschaftsordnungen, gerechte Sozialsysteme, Asylpolitik, demokratische Grundordnungen und anderen unwichtigen Kram lieber den Experten, während man sich selber … den schönen Dingen des Lebens zuwendet.

Politisch, ethisch, religiös eine Philosophie im Abseits. Eine Philosophie für verantwortungslose Egozentriker.  Eine Philosophie, mit der man guten Gewissens Schrottimmobilien verkaufen und Blutgeld sammeln  kann … was ja auch der Beweis dafür ist, wie gut sie funktioniert.

Wenn sie aber letztlich nur mithilfe eines Gottes funktionier und dieser Gott im Urteil der Religion derselben Menschen Satan ist … darf man dann die positiven Denker als Satansanbeter bezeichnen?

In ihrem eigenen Kontext: ja. Und nach welchem anderen sollte man sie sonst beurteilen außer nach ihrem eigenen?

Wunderts da noch, das die erfolgreichsten Männer der Welt im Bohemian Grove Rituale feiern, die an Kinderopfer erinnern … ein Ritual, das sie „Begräbnis der Sorge“ nennen?

Mich nicht.

Nach einem alten Sprichwort stinkt der Fisch immer vom Kopfe her.


Ansprüche und Werte

Ein Spiel, das von Wissenschaftlern schon seit Jahrzehnten nicht mehr gespielt wird, ist das Spiel: „Wie nennt man wohl in Zukunft unsere Zeit?“

Früher grenzte man so das Atomzeitalter gegen die Steinzeit ab.  Oder auch kleinere Zeitalter: die Klassik, die Renaissance, das Industruiezeitalter.

Nun – Auto und Fernsehen haben unsere Kultur mehr verändert als die Atomkraft, von der uns die Vernunft sagt, das wir Abstand davon halten sollten, aber die Rendite fordert, das wir viel mehr davon bauen.  Darum wäre Fensehzeitalter oder Autozeitalter vor einiger Zeit mein Favorit gewesen.

Computer und Handys kamen hinterher und haben den Rest gewachsener zwischenmenschlicher Strukturen zerstört, so das die westlichen Zivilisationen zu bindungslosen (sprich: flexiblen) Egozentrikern („sprich: Leistungsträgern“) wurden, die versuchen, die verlorene Menschlichkeit durch technische Spielereien zu ersetzen, die menschliche Nähe vorgaukeln.

Das erledigt ja zum Beispiel das Fernsehen ganz gut.  Man hat ja das Gefühl, die Kanzlerin sitzt ganz persönlich im Wohnzimmer und spricht auch persönlich mit einem, so nahe sitzt die bei ihren Ansprachen vor dem Bildschrim. Alles Lüge, aber das Gefühl kennt keinen Unterschied. Es hat an den Verstand den Anspruch, nicht Situationen ausgesetzt zu werden, in denen Lug und Trug herrscht – dafür hat man ja immerhin so einen Verstand.  Ergo … fühlen sie viele Deutsche als Mitglieder des Bundeskabinetts.  Kein Wunder, das die alles mitmachen und grenzenlos geduldig sind.

Mit Ansprüchen sind wie ja auch gerade in der Finanzwelt konfrontiert. Die Intendanten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks lassen sich wie Fürsten bezahlen, meldet die WELT:

Peter Boudgoust, Intendant des Südwestrundfunks (SWR) und amtierender ARD-Vorsitzender, bekommt ein jährliches Bruttogehalt von 273.000 Euro, wie ein SWR-Sprecher in Stuttgart sagte.

Für alle anderen Anstalten gibt es keine solche gesetzliche Pflicht, dennoch zog der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) nach: Intendantin Dagmar Reim bekommt jährlich 220.000 Euro.

Ihr NDR-Kollege Lutz Marmor habe im Geschäftsjahr 2009 einschließlich einer Aufwandspauschale ein Jahresgehalt von 286.000 Euro bekommen, bestätigte der Norddeutsche Rundfunk dann einen Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Kleine Rundfunkhanseln mit Ansprüchen wie ein Bundespräsident.  Der Staat als Selbstbedienungsladen.  Aber für Kinder Hartz_IV-abhängiger Eltern Chipkarten anschaffen, die dafür sorgen sollen, das das Geld nicht verplempert wird. Wer zahlt eigentlich die Millionen von Kartenlesegeräten, die dazu nötig sind, damit das System funktioniert?

Oder der Aufschwung. Auch so eine Anspruchsgeschichte – zum Beispiel im Manager-Magazin, das ja heute in einem Artikel den XL-Aufschwungjubel des Brüderle schon deutlich skeptischer sieht:

München – Die Allianz hat ihren Gewinn in Deutschland im ersten Halbjahr 2010 deutlich gesteigert. Dank eines um mehr als ein Drittel verbesserten Kapitalanlagegeschäfts legte der Überschuss auf 650 (Vorjahr 521) Millionen Euro zu, wie der Versicherer am Freitag in München mitteilte.

Da sehen wir, wo der Aufschwung herkommt: aus Ansprüchen aus dem Kapitalmarktgeschäft. Ansprüche aus Wetten und Ansprüche an Firmen … durch Aktienkauf.  Alles ein enorm wackeliges Geschäft, diese Ansprüche.  Darum gibt es ja auch regelmäßig diese Krisen, weil einige nachschauen, wie es wirklich aussieht  und man dann feststellt, das viele ihre Ansprüche schon wie Gold handeln und durch mehr Ansprüche zu noch mehr Ansprüchen kommen wollen … was zwangsläufig dazu führt, das das Kartenhaus irgendwann zusammenstürzt, weil gar keine echten Werte mehr hinter den Ansprüchen stehen.

Oder … der deutsche Alltag. Auch hier alles voller Ansprüche. Da haben wir zum Beispiel den Anspruch, als kranker, behinderter oder alter Mensch nicht mehr so viel arbeiten zu müssen wie die Jungen.  Da haben wir allerdings die Rechnung ohne den Schröder gemacht, wie uns die WELT zeigt:

Die Rente mit 67 war im Jahre 2006 von der großen Koalition ohne die Beteiligung Schröders eingeführt worden. Schröder hatte zuvor grundlegende Reformen in der Renten- und Arbeitsmarktpolitik durchgesetzt.

In der Diskussion um die Rente mit 67 hat Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) seine Partei vor einer Abkehr vom Reformkurs gewarnt. „Wir haben das ja mit vorbereitet, was jetzt wieder zur Diskussion gestellt wird. Und wenn ich gedacht hätte, dass ich falsch liege, hätte ich es nicht gemacht“, sagte der 66-jährige Schröder der „Welt am Sonntag“

Darum hat er ja auch die ARGE geschaffen, die dafür sorgt, das alle jene Arbeit kriegen, die nicht mehr da ist und bestraft werden, wenn sie die nicht vorhandene Arbeit nicht annehmen.  Aber wir zahlen ja gerne 50 000 Millionen im Jahr dafür, das in Deutschland Arbeitgeber billige Arbeitskräfte wie in China einstellen können…ein Anspruch dieser Anzugträger, den allerdings unser Sozialstaat nicht lange erfüllen kann.  Aber in Form von Spareinlagen mit einerm Renditeanspruch von 25 % kann man mit dem so durch Verwendung von Sozialgeldern als Lohnersatz mißbrauchten Werten die Taschen manch eines Lumpen füllen, der gerne – wie die Intendanten der öffentlich-rechtlichen Sender – auf Kosten anderer ohne Arbeit reich wird.

Insofern ist es vielleicht sinnvoll, dieses Zeitalter das Anspruchszeitalter zu nennen, wobei noch nicht berücksichtigt worden ist, das diese Ansprüche  nur auf dem Papier bestehen und sich manchmal über Nacht in Luft auflösen.

Ansprüche sind – auch wenn man noch so schön gegen das britische Pfund gewettet hat – keine Werte. Und an Werten scheint es überall zu mangeln, wie man an dem Linken-Chef Klaus Ernst sieht:

Viele Parteigenossen halten Ernst eher für einen Champagner-Linken, der den Hals nicht voll bekommt.

Sie weisen genüsslich darauf hin, dass Ernsts Auto ein Porsche 911 und sein Hof ein Anwesen in den österreichischen Alpen ist, nahe Kitzbühel, mit Blick auf den Wilden Kaiser. Dass er von der Partei monatlich 3500 Euro bekommt, zusätzlich zu seiner Abgeordnetendiät. Und dass er es offenbar trotzdem nötig hat, auf Kosten des Bundestags zu Gewerkschaftstreffen zu fliegen – die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Untreue und Betrugs gegen ihn.

Quelle: Süddeutsche

Klaus hat wohl auch einige Ansprüche an das Leben.  Ich kenne auch so Leute, die sagen: ich will niemals einen Gebrauchtwagen fahren.  Aber gegen Kinderarmut wettern.

Diese Kultur der Ansprüche ist nicht unsere, das weiß ich von Menschen, die noch den letzten Krieg als Kinder miterlebt haben.  Sie hatten noch ganz wenige Ansprüche … zum Beispiel das Papa endlich aus dem Krieg heimkehrt und die Angriffe der Jagdflieger auf  Zivilisten endlich aufhören. Dann aber kam die Werbewirtschaft und brachte uns bei, das wir grenzenlose Ansprüche an des Leben stellen sollten – sie würde uns helfen, diese Ansprüche alle umzusetzen.

Doch die Kultur der Ansprüche ist es, die jede ernsthafte Veränderung in diesem Land verhindern wird … jedenfalls jede positive Veränderung, denn die Ansprüche, die wir ans Leben haben, lassen sich nicht ewig halten:

Heute nutzt die Menschheit Ressourcen von 1,4 Planeten. Das bedeutet, dass die Erde über ein Jahr und vier Monate braucht, um den Verbrauch der Menschheit eines Jahres zu decken.

Wenn wir moderate UN-Szenarien der verschiedenen UN-Organisationen zusammenzählen – Bevölkerungs- und Konsumtrends sowie eine weitere Steigerung der Ernteerträge – dann zeigt es sich, dass wir im Jahr 2050 einen Ressourcenverbrauch hätten, der dem Doppelten Regenerationsvermögen unseres Planeten entspräche. Doch leider haben wir nur einen Planeten. Es scheint unwahrscheinlich, dass sich soviel Overshoot so lange aufhäufen lässt.

Wir verwandeln Ressourcen schneller in Abfälle, als dass Abfälle wieder in Ressourcen umgewandelt werden können.

Quelle: Footprintnetwork

Das wissen viele Menschen in Entscheidungspositionen, weshalb sie die Taschen nicht voll genug kriegen, in der Hoffnung, das sie ein sicheres Plätzchen gefunden haben, wenn der große Knall kommt.  Vielleicht haben sie sich ja auch verrechnet.  Hier in der Eifel schmeißen wir immer noch viel Obst weg … und etwas weniger Wasser wäre auch nett.  Hier kann man jetzt neuerdings schon Sandsäcke gegen Überflutung kaufen … im Mittelgebirge.

Nun ist es mit dem freiwilligen Verzicht auf Ansprüchen schon eine schwere Sache, wenn man weiß, das jede Lockerung der eigenen Ansprüche nur dazu führen wird, das sich eine Elite von Lumpen die Taschen noch schneller füllen wird.  Andererseits … gibt es auch Magengeschwüre, die beständigen Ansprüche vor sich herzuschieben … und je jünger die Menschen in diesem Lande sind, umso weniger können sie sich die Ansprüche noch leisten.  Schade für sie, das die Ansprüche dann noch deutlich höher sind als die aller anderen Generationen zuvor:

junge Menschen geben jedes Jahr mehr Geld für ihr Outfit aus. Dazu zählen Bekleidung jeglicher Art, Schuhe und unzählige Accessoires. Das persönliche Aussehen ist für die Jugend besonders wichtig, gerade in der pubertären Phase ist die Konsumlust bei jungen Menschen am größten.

So werden immer mehr neue Modelabels aus der Taufe gehoben, die den jungen Menschen die spezielle Mode für sie suggerieren. Auf den Fashion Weeks in London, Paris, Mailand, New York oder Berlin wird der Jugend gezeigt, wie sie sich kleiden soll, um von der Gesellschaft anerkannt zu werden. Es werden spezielle Fashion Stores in den großen Metropolen eröffnet, die als Zielgruppe die Jugend haben. Auch im Internet gibt es die speziellen Versandhäuser Herrenmode und Damenmode, die insbesondere die junge Klientel ansprechen wollen. Die Jugend von heute ist in einer hochgradig medialisierten und ästhetisierten Gesellschaft gefordert. Aufgrund des gezielten Warenkonsums sollen sie sich mit den jeweiligen Modestilen identifizieren, obwohl sie sich noch in der Selbstfindungsphase befinden. Sie lernen gerade in der Pubertät erst, mit ihrem Körper umzugehen und ihn zu entdecken.

Quelle

Mit dieser Jugend macht man keine Revolution mehr, da könnte ja die Kutte verschmutzen. Die machen auch lieber „Love-Parade“ … eine andere Form der Revolution gegen die Sinnlosigkeit moderner Existenz.

Die Jugendkultur ist eine körperbezogene
ästhetische Kultur.
Der Körper = das Reale, das gegen die
Überflutung mit medialisierten Second-Hand-
Erfahrungen in Stellung gebracht werden kann.
Der Körper als Aufmerksamkeitsgenerator. „The
body is the message.“
Wer etwas erreichen will, muss seinen Körper
einsetzen – Körper als Kapital.
Die Möglichkeit der Gestaltung des eigenen
Körpers vermittelt die Illusion von Kontrolle über
das eigene Leben.
Körper ist der Garant für unsere Individualität –
der rettende Anker im Meer der Kontingenz

Die Jugendkultur ist eine körperbezogeneästhetische Kultur.Der Körper = das Reale, das gegen dieÜberflutung mit medialisierten Second-Hand-Erfahrungen in Stellung gebracht werden kann.Der Körper als Aufmerksamkeitsgenerator. „Thebody is the message.“Wer etwas erreichen will, muss seinen Körpereinsetzen – Körper als Kapital.Die Möglichkeit der Gestaltung des eigenenKörpers vermittelt die Illusion von Kontrolle überdas eigene Leben.Körper ist der Garant für unsere Individualität -der rettende Anker im Meer der Kontingenz

Quelle: Trendagentur

Sie merken nach wie vor, das etwas nicht stimmt.  Und reagieren so, wie die Industrie es ihnen vorschreibt, weil die Trendscouts der Industrie viel schneller sind als der Trend selber.

Die Jagdfliegerangriffe auf kleine Kinder haben aufgehört, Papa ist nicht mehr im Kriege – dafür immer länger auf der Arbeit. Aber irgendwie … haben sich die Werte geändert.  Die Botschaft, das die Ansprüche der Umwelt nur Schall und Rauch sind, scheint bei jüngeren Mitbürgern schon angekommen zu sein – wie die Nachkriegsgeneration ziehen sie sich auf das einzige zurück, das noch geblieben ist: ihren Körper.

Oft verpönt, aber eigentlich ein ganz wichtiger Schritt….denn mit den Versorgungsansprüchen unserer Generation läßt sich kein Staat mehr machen, noch einer verändern.

Mehr Rente oder mehr Geld haben zu wollen, ist kein Wert. Nur ein weiterer Anspruch.

Ansprüche … gibt es aber schon genug auf der Welt.

Und Werte?

Weiß doch kaum noch einer, was das ist.

Arbeitskraft, Intelligenz, Mitmenschlichkeit … sind drei zentrale Werte. Ohne Arbeitskraft kein Acker, ohne Intelligenz kein Pflug und ohne Mitmenschlichkeit keine Zukunft.  Wir haben  nichts mehr von alledem – was einen aber nicht stören braucht, denn wir können all das wieder neu schaffen….und dann ganz ohne Intendanten und ihre Ansprüche leben.

Das wäre dann das Zeitalter, das nach dem Anspruchszeitalter kommt. Noch ist Zeit, dafür zu sorgen, das es nicht wieder … Steinzeit wird.  Oder das das nächste Zeitalter das der Zeitalter der globalen Prostitution wird, weil man nichts mehr hat als seinen Körper, den man verkaufen kann. Wären dann harte Zeiten für Rentner….aber mal ehrlich: mehr haben wir doch auch gesamtgesellschaftlich an Produkten kaum noch zu bieten. Nicht mehr lange, dann bauen andere die Autos, Maschinen und Flugzeuge besser und billiger weil die Asozialpolitik der SPD die letzten kreativen Köpfe aus dem Land verjagt hat … wie schon einmal eine Partei.

Ohne die NSDAP wäre Hollywood heute in Berlin. Sollte man nie vergessen, denn es wiederholt sich gerade – wirtschaftlich gesehen. So ein kleines Revival für Untermenschenbashing gegen Hartz-IV-Abhängige, die ganz deutlich merken, das sie nur noch ihren Körper haben – allerdings ist noch nicht mal für dessen Erhalt genug Geld vorhanden.

Israel, der Islam, die Angst, Hartz IV und die posttraumatische Belastungsstörung

Eine Kultur der Angst ist immer leicht dem Wahnsinn nahe, und wo der Wahnsinn herrscht, da weicht die Vernunft und der Krieg erwacht als düsterer Vernichter allen Seins.  Wir Menschen … sind aber nicht geschaffen für Krieg und Gewalt. Erfahrungen dieser Art machen uns krank … wie die Erfahrung zeigt:

Die Posttraumatische Belastungsstörung wird ursächlich durch ein oder mehrere traumatische Erlebnisse ausgelöst. Dazu zählen zum Beispiel[3]

  • Kriegserfahrungen
  • Vergewaltigung
  • Flucht-/Vertriebenheitserfahrungen
  • Folter
  • sexueller Missbrauch oder Gewalterfahrungen in der Kindheit (wie z.B. die männliche oder weibliche Beschneidung)[4][5]
  • Terroristische Anschläge
  • schwere Unfälle, auch als Verursacher
  • Naturkatastrophen
  • Todesfälle in näherem Umfeld
  • Stalking
  • Miterleben von Verbrechen wie zum Beispiel Amokläufen[6]
  • Geiselnahme/Gefangenschaft
  • Entführung

Es gibt kaum einen Aspekt menschlichen Lebens, der so deutlich aussagt, das wir für Kriege nicht geeignet sind wie diese Störung.

Viele Menschen haben nach einem Trauma Schwierigkeiten, ihr altes Leben wieder aufzunehmen. Es gibt Statistiken, nach denen jeder vierte Obdachlose auf Amerikas Straßen Veteran eines Krieges ist. Nach Angaben des Ministeriums für Veteranenangelegenheiten sind fast 200.000 Ex-Soldaten ohne feste Bleibe. Viele davon sind Vietnamkriegsveteranen. Doch es gibt auch zunehmend arbeitslose und obdachloseIrakkriegsveteranen.[39]

Der Krieg vernichtet Täter wie Opfer, den Schützen gleichermaßen wie den Erschossenen – der Schütze leidet nur länger.

Traumatisierte Menschen befinden sich in einer Art ständiger Alarmstimmung. Kleinigkeiten, die an das Trauma erinnern, wie zum Beispiel sexuelle Schlüsselreize (Fotos von spärlich Bekleideten), uniformierte Menschen, Nachrichten, Lärm und Enge oder Jahrestage einer Verhaftung, so genannte Trigger können körperliche Symptome wie Herzrasen, Zittern, Angstschweiß, Atemnot, Übelkeit und Ohnmachtsanfälle hervorrufen.[9]

Quelle: Wikipedia

Sowas findet man bei Löwen, Bären und Tigern nicht. Für die ist Töten und Gewalterfahrung ein Teil ihres Programmes. Für uns offensichtlich nicht.  Gewalterfahrungen tun uns nicht gut, trotzdem führen wir Gewalt aus, werden selbst gewalttätig. Quelle ist … fast immer … die Angst.

Angst ist ein menschliches Grundgefühl, welches sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und unlustbetonte Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete Bedrohungen etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein.

Quelle: Wikipedia

Angst macht Streß … und die Reaktionen auf Streß sind hinreichend bekannt:

Fight-or-flight ist ein von dem amerikanischen Physiologen Walter Cannon (1915) geprägter Begriff (englisch; fight or flight = Kampf oder Flucht). Der Begriff ist auch im deutschen Sprachraum unter der englischen Version in Fachkreisen geläufig, da Cannon neben Hans Selye zu den Pionieren der Stressforschung gehört. Die Fight-or-flight-Reaktion beschreibt die rasche körperliche und seelische Anpassung von Lebewesen in Gefahrensituationen als Stressreaktion.

Die zugehörigen neurobiologischen Abläufe beforschte Cannon an der Reaktion von Tieren auf Bedrohung. Ausgang seiner wissenschaftlichen Arbeit war sein Interesse an den Hintergründen der häufig auftretendenPosttraumatischen Belastungsstörung bei Soldaten während des Ersten Weltkrieges.[1]

Quelle: Wikipedia

Der Weg zum ewigen Frieden auf Erden scheint also einfach: macht euch keine Angst, dann gibt es auch keinen Streß – und ohne Streß keinen Krieg.  Ohne Krieg zu leben ist auch besser für Menschen, denn unsere Software hält Gewalt einfach nicht aus. Wir sind ursprünglich nicht so … aber wir können so werden.

Nehmen wir ein Beispiel: die Juden. Neuerdings nennt man sie ja Zionisten, wodurch Antisemitismus auch für Linke wieder gesellschaftsfähig geworden ist.  Über die Juden/Zionisten und ihr Land Israel las´ ich unlängst Folgendes:

Jeder Sieg vertieft den Graben zwischen Juden und 1,2 Milliarden Muslimen.
Und weil keine Militärmacht auf Ewigkeit seine Machtüberlegenheit bewahren kann, müssen die zionistischen Führungsgruppen wissen, dass sich eines Tages der aufgestaute Hass einer anderen großen Militärmacht bedienen kann , dass er dann genauso rücksichtslos entfesselt sein wird, wie sich heute der israelische Hass gegen die wehrlose Bevölkerung von Gaza entfesselt hat.

Quelle: lupo-cattivo

(Einen Gedenktag für den Holocaust an afrikanischen Sklaven würde ich mir – wie der Autor dieser Zeilen –  auch wünschen, nebenbei bemerkt. Nur: dieser Holocaust ist noch längst nicht vorbei. Wäre also schlichtweg zu früh für einen Gedenktag.  Es interessiert auch keinen. Man macht lieber tausend Worte über Israel als nur einen über den Kongo. Warum nur?)

Ja, diese „rücksichtslosen Entfesselungen“ sind bekannt. Gab es schon immer in der Geschichte. Damit bewältigt man gerne Angst. Es hilft der Angst wenn man ihr eine materielle Grundlage geben kann.

„Die Hexe war´s!“.

Gegen die Angst selbst kann man schlecht vorgehen (es sei denn, man ist Zauberer oder Schamane) , aber wenn ein realer Mensch Quell und Ursache der Angst ist, dann …. gibt es auch für einfache Gemüter Wege diese zu beseitigen.

„Tötet die Hexe und alles wird gut!“

Man kann die Hexe wahlweise durch Juden,  Zionisten,  Amerikaner, Moslems, Zigeuner, Ausländer, Linke, Nazis oder andere Begriffe ersetzen, wichtig ist nur, das der angst- und  streßbedingte Kampfinstinkt ein Ziel bekommt.

Eigentlich einfach, oder? Ist es auch … letztendlich. Man wußte das schon, bevor es Psychologen gab.

Reduziere die Angst und das Volk wird freier, glücklicher, zufriedener. Steigere sie … und sie werden morden. Manchmal den Fürst, manchmal die Hexe, manchmal die Juden … aber töten werden sie. Angst ist unerträgilch wie Gewalt.

Wäre ich Mitglied eines zionistischen Volkes von 7 Millionen und mich würden 1200 Millionen Moslems finster und haßerfüllt anschauen, so … hätte ich Atombomben und würde nicht zögern Krieg mit aller Brutalität zu führen. Bei der Übermacht darf ich mir keine Schwäche erlauben … denn jede Schwäche wäre tödlich.

Ich denke, es wird irgendwann zur Vernichtung Israels kommen. Man will den Islam auslöschen und dafür braucht man einen Anlass … und der wird die Vernichtung (oder drohende Vernichtung) eines kleinen Volkes sein (von dem viele meinen, das es so böse ist wie Adolf Hitler schon immer gesagt hat), das letztlich einer überwältigenden Übermacht unterliegt.

Das wiederum (und die Nähe Israels zur EU und zur Nato) wird Folgen haben, die gewissen Kreisen mit geopolitischen Interessen sehr entgegenkommen, denn dann hat man Zugriff auf die Ressourcen der Öl-Augen.  Und mal ehrlich: wir wissen doch jetzt schon, wie die Moslems sind, oder?

Schütten Frauen Säure ins Gesicht oder steinigen sie, hacken Dieben die Hand ab, verheiraten systematisch kleine minderjährige Mädchen mit alten Männern, sind ein Feind von Demokratie und Menschlichkeit – wie alle anderen Religionen auch. Kriegen wir doch jeden Tag gepredigt …  und wir wissen schon, wie gefährlich die Kleidung moslemischer Frauen für die Zivilisation ist – deshalb wird sie überall verboten. Die Chinesen wissen, wie schädlich Religion ist, sie haben anhand der Falun Gong demonstriert, wie man mit ihnen umgeht. Somit finden sich die Moslems zwischen Hammer und Amboß wieder.  Ein neuer, großer Weltkrieg zum Zwecke der Entschleierung der saudi-arabischen Frau wäre undenkbar … aber als Rache für den neuen Holocaust am israelischen Volk, der von Moslems gepredigt wird, ginge das.  Frauen retten wir – wie jetzt in Afghanistan – nebenbei.

Die Figuren zu diesem Krieg werden schon mal in Stellung gebracht. Die letzte Chance für ein neues amerikanisches Jahrhundert ist ein richtig dicker Krieg…..aber gegen China macht er wenig Sinn. Besser wäre es, die Chinesen würden Krieg mit Russland führen. Noch besser aber (denn dann könnte der militärisch-industrielle Komplex wieder so richtig verdienen) alle drei alten Großmächte vernichten erstmal die islamischen Länder, teilen sich die Beute untereinander auf und … planen dann weiter.

Die Vorbereitungen zur Vernichtung des Islam, der gezielte Aufbau als Feindbild (vor allem in den USA) laufen schon seit dem Ende des „Kalten Krieges“.

Ein Weg, den wir offenen Auges gehen.

Auch im Kleinen, wie die Erfahrungen des Bloggers Realasmodis zeigen:

Eine Demokratie haben wir längst nicht mehr. Dieser Staat knüppelt und knechtet diejenigen, denen jede Möglichkeit zur Gegenwehr vorsorglich genommen worden ist. Hartz-IV ist Menschenrechtsverletzung per Gesetz und jeder, der das befürwortet, ist unwählbar. Den noch nicht Betroffenen streut er Sand in die Augen. Die Medien zeichnen vom vermeintlichen Sozialstaat ein völlig falsches – weil im Sinne der Herrschenden verzerrtes – Bild.

Auch hier das gleiche Prinzip: die Übermächtige ARGE gegen den kleinen Arbeitslosen (der, wie wir ja wissen, ein asozialer schmarotzender Parasit ist wie einst der Jude in Deutschland war, bevor man ihm gezeigt hat, wo es langgeht) … und im nächsten Schritt wird es dem öffentlichen Dienst an den Kragen gehen. Ist es schon mal aufgefallen, das die Medien (wenn sie nicht gerade das Bild des neuen Juden verbreiten) NUR gegen die ARGE wettern … aber nicht gegen die Politiker, die dieses Monstrum geschaffen haben und es weiter am Leben erhalten?

ARGE-Mitarbeiter selbst …. waren aber zuvor auch  selber arbeitslos, weil ihre Jobs zu den 1,2 Millionen Stellen gehörten, die behördlicherweise gestrichen worden sind.  Ein schlauer Schachzug der derjenigen, die im Hintergrund kassieren. Derjenigen, die gerne Kriege planen aber nie eine Leiche gesehen haben, die gerne predigen aber nie selber gelebt haben, die gerne Menschen gegeneinander ausspielen, weil das den meisten Profit bringt. Teile und herrsche.

Und warum machen „die“ das?

Weil sie kranke Lumpen sind.  Machthungrige Sadisten. Menschen, die Spaß daran haben, andere zu quälen….weil sie selbst dereinst gequält worden sind. Weil sie … Angst haben. Wie der Herr Maschmeyer … Angst davor, das die Selbstachtung wieder bedroht wird, wie sie früher von den Eltern und der Umwelt bedroht wurde.

Es werden bald nicht mehr nur Autos brennen, bald werden auch ARGE-Mitarbeiter brennen – eher noch als Hartz-IV-Abhängige.  Danach ist aber völlig klar, das die „Hartzis“ ins Lager gehören, genauso wie nach dem nächsten Krieg gegen Israel klar sein wird, das der Moslem mit seiner mittelalterlichen Weltsicht vom Angesicht der Erde getilgt gehört …. oder zumindest politisch entmachtet.

Ein Riesenblutbad ist im Anmarsch (und wird gezielt seit Jahren vorbereitet)  und das Tolle daran ist: alle haben Recht!

Aber dann ist´s ja gut …  oder?

Dann hat ja alles seine Ordnung.


Wahn, Wahrheit und Wirklichkeit: kulturell unangemessener bizarrer Wahn

Sonntag ist. Ein Tag zum Geschichten erzählen,  zur Besinnung und zur Umschau, wo man eigentlich gerade steht.  Immerhin: für so etwas war die Kirche mal gut: dem Adel einen Arbeitstag abzuschwatzen. Muss nicht leicht gewesen sein.

Im Sommer 2002 durfte ich mal wieder durch die Republik reisen. Frei und ungebunden mit dem Auftrag,  Marktforschung bei Meinungsbildnern zu betreiben.  Zugang zu Menschen zu bekommen, die keinen Zugang gewähren, war eine meiner leichtesten Übungen. Das Themenfeld war … Diagnostik und Therapie der Schizophrenie.

Es wurden spannende Monate….wenn nicht sogar Jahre. Einer der psychiatrischen Chefärzte lud mich sogar in sein „Allerheiligstes“ ein, den Raum hinter dem Sprechzimmer, nachdem er meine Studienfächer erfragt hatte.

Das Gespräch dauerte sehr lange. Im Ergebnis hatten wie … einen „Deal“. Ich vermittelte ihm Menschen für eine Fortbildung, dafür würde er mich als Beobachter in der geschlossenen Abteilung der Anstalt zulassen.  Ich habe mehrere dieser „Praktika“ absolviert – in verschiedenen Kliniken.  Im Detail darf ich nicht darüber reden….und werde es auch nicht tun. Insgesamt habe ich den Eindruck, das die Psychiatrie sich auf dem Weg der Besserung befindet. Wurden die Patienten noch in den achtziger Jahren in Turnhallen an die Wände gekettet, so werden sie heute immerhin nur noch ans Bett gefesselt – wann immer sich die Pfleger von ihnen gestört fühlen.

Man sollte …. tunlichst vermeiden, solchen Menschen in die Hände zu fallen. Pfleger sind keine Heiligen, sind oft überfordert, verstehen die Krankheitsbilder nicht und neigen dazu, auf die Patienten zu reagieren wie auf normale Nachbarn, die sich danebenbenehmen.  Vielleicht habe ich deshalb den Rat eines Oberarztes bekommen, bei der Erwähnung meiner Klinikaufenthalte zu erwähnen, das ich KITTEL UND SCHLÜSSEL hatte.

Offensichtlich reicht Kittel alleine nicht. Also: ich besaß Kittel und Schlüssel. Konnte jederzeit ´raus. Die Pfleger nicht.

Spannender jedoch war für die andere Seite.  Die Psychiatrie kennt für die Diagnose der Schizophrenie ein Kriterium, das dem Philosophen sofort unheimlich ist und sein muß:

Unter einem Wahn versteht man eine krankhaft falsche Überzeugung über die Realität, die sich nicht korrigieren lässt. Beispiele sind Verfolgungs-, Vergiftungs- oder Beeinträchtigungswahn, aber auch Größenwahn. Die Wahnthemen sind oft bizarr, z.B. der Wahn, das Wetter kontrollieren zu können oder mit Außerirdischen in Verbindung zu stehen.

Wahrheit und Wirklichkeit sind Themen, die man in der Philosophie am besten gar nicht anrührt….weil man zu keinen Ergebnissen kommt.  Schnell macht man die Erfahrung, das die einzigen Idioten auf diesem Planeten diejenigen sind, die glauben, etwas wirklich zu wissen.

Die letzten dreihundert Jahre haben wir uns als Zivilisation als Leute gebärdet, die … alles aber auch wirklich alles wissen. Was war der Ergebnis?

Atombomben, Konzentrationslager, Völkermorde, Hexenverbrennungen, Umweltzerstörungen … die Liste ließe sich beliebig verlängern. Sicher, wir haben auch Kaffeemaschinen und Toaster … aber zu welchem Preis.  Die Bilanz unserer „Kultur“ ist – bei allen technischen Wundern – bislang erbärmlich, dabei sollten doch Aufklärung und Vernunft uns zur Freiheit, zum ewigen Frieden und zum Paradies führen, während es momentan so aussieht, als führe uns die Vernunft schlichtweg direkt in die Hölle auf Erden – vielleicht auch ein Grund, weshalb psychische Erkrankungen zunehmen.  Hölle ist halt geistig ungesund.

Andere Definitionen von Wirklichkeit also als „krank“ darzustellen (wie es auch im Stalinismus gerne getan wurde),  ist schlecht mit der Wirklichkeit der „modernen  Zivilisation“  in Einklang zu bringen, die selber keinen allzu gesunden Eindruck macht.

Der Chefarzt sah es genauso. Deutsche musste er behandeln, wenn sie mit Gott sprachen, Türken, wenn sie nicht mehr mit Gott sprechen konnten – jedenfalls wenn man dem schwammigen Wortlaut der Diagnostik folgt.  Ergo war ihm daran gelegen, Fortbildungen über Wirklichkeitsdeutungen für Ärzte und Pfleger zu organisieren. Ich sagte ihm zu, das ich das organisieren würde.

Ein wenig Recherche nur …. und ich traf seltsame Menschen, erfuhr eine Wirklichkeit mitten in Deutschland, die ich zuvor für unmöglich gehalten hätte.  Auch hier … möchte ich nicht über Details reden.  Was ich fand, war unter anderem eine Bundestagsabgeordnete, die eine sehr devote Beziehung zu jemandem führte, der … für mich dann als Referent arbeiten sollte. Viele nannten ihn einen Schamanen, einen Zauberer – er selbst allerdings nannte sich nur jemand, der „im Wald betet“ – was er auch tat, ich war dabei.  Der Mann hatte ein Schwester, die Psychiaterin war – und er war (für mich natürlich wichtig) uneingeschränkt gesellschaftsfähig, was man kaum glauben würde, wenn ich von bzw. aus seiner Welt erzähle. Traue ich seiner Frau, so sind es tausende von Menschen, die in vielen Jahren seinen Worten gelauscht haben, systematisch baut er seine eigene kleine „Kirche“ auf, um … die Welt zu heilen.

Völlig wahnsinnig, wenn er vor den Ärzten und Pflegern gesessen hätte, die ihn bei Einweisung begutachten. Dort allerdings … hat keiner eine Chance.  Ich war bei einigen der Einweisungsgespräche dabei….hat man den Stempel „verrückt“ auf der Stirn, gibt es schlichtweg nichts um das Gegenüber vom Gegenteil überzeugen zu können. Dort merkt man wie sehr Wirklichkeit von Deutung abhängen kann. Ein normaler, stockkonservativer Managertyp im Nadelstreifenanzug bekommt die Diagnose „emotional verflacht“, regt er sich über die Diagnose auf, so kriegt er eine neue, zusätzliche: gesteigerte Affektivität. Dieses Spiel kann man endlos weiterspielen, es gibt schlichtweg keine Äußerung, die nicht ins krankhafte interpretierbar wäre … aber es gibt dankenswerterweise viele Ärzte, die sich dessen bewußt sind.

Politisch gesehen natürlich außerordentlich brisant … und es ist verwunderlich, wieviel politische Vernunft in jenen Menschen war, die ich auf meinen Reisen noch kennengelernt habe. Keltische Priester (und das auch noch in der Eifel), christliche Nonnen,  die in der Eifel mit Hilfe des Zen-Buddhismus Bürger missionieren wollen, um die Lehre, die die moderne Zivilisation hinterlassen hat, mit Sinn, Glück und Lebensfreude zu füllen (Zenklausen … die darf ich auch öffentlich erwähnen), keltische Stämme (mit Schwertritualen, sind auch Unternehmensberater dabei), bekennende Hexen unterschiedlichster Form (organisiert und nicht organisiert) … eine weite Welt tat sich auf, die unerkannt neben unsere lebt, aber in der Kritik zur Politik der BRD überraschende Gemeinsamkeiten aufweist.

Eine ähnliche Kritik – sehr ähnlich sogar – fand ich in den Reihen der Psychiater.  Schauten diese ach so fremden, gegensätzlichen Menschen auf die politische Wirklichkeit der BRD, so sahen beide das Gleiche: ein Wiedererstarken des Faschismus, sowohl hier als auch in den USA (wozu sich einer der Schamanen regelmäßig in die „Tapete“ des weißen Hauses „hineinträumte“ … bevor jetzt einer laut lacht: die USA machen unter dem Stichwort „remote viewing“ ähnliches, das Lachen darf im Halse steckenbleiben),  der damalige Chefarzt der Psychiatrie in Gießen machte sich sogar gerne mal in öffentlichen Vorträgen Luft über den ansteigenden Faschismus in den USA, den er an der Neuregelung der  Behandlung von psychisch Kranken in diesem Land festmachte.  Und hier …. um einen großen Kreis zu schließen … fand ich an einer namhaften Universitätsklinik auch eine Psychiaterin moslemischen Glaubens die … sehr überzeugt davon war, das der Islam die einzige Rettung vor jenen Kräften sein wird.

Eine ganz normale, junge, moderne Frau, Raucherin, die mich mit einigen überzeugenden Büchern konfrontierte wodurch es mich  nicht mehr wirklich verwundert, warum „der Islam“ auf einmal zum Feind geworden ist.

Ein kleiner gemeinsamer Nenner verschiedenster „Kontrahenten“.  Sage ich jetzt aber hier öffentlich:  Dieses Land wird faschistisch! so bin ich es, den man für verrückt erklären würde.  Ich habe nun keinen Kontakt mehr zu diesen Leuten – außer das ich regelmäßig noch zu der einen oder anderen Fortbildung für Psychiater eingeladen werde.  Zu den „Zauberern“ habe ich auch keinen Kontakt mehr, ihre Wirklichkeit wurde mir zu unheimlich – und man hat ja – Gott sei Dank – die freie Wahl.

Ich habe mich aber an alle erinnert, als „Hartz IV“ eingeführt wurde.

Meine Position, das dieses Land nie und nimmer wieder faschistisch wird, wurde auf einmal nahezu unhaltbar, denn alles, wovor Psychiater und ihre potentiellen Patienten gewarnt hatten, stand auf einmal vor der Tür, die Dunkelheit, vor der sie gewarnt hatten, war auf einmal politisch konkret benennbar und erfahrbar.

Entgegen jeglichen Gerechtigkeitsdenkens schuf die politisch herrschende Klasse (nennen wir sie mal die Maschmeyer-Schröder-Gang) eine künstliche Unterschicht, denen viele bürgerliche Rechte aberkannt wurden.  Ihr Besitz wurde konfisziert … auch wenn sie zuvor dreißig Jahre fleißig in die Versicherung einbezahlt hatten. Der neue Faschismus hatte sich seinen neuen Juden gebaut – und sich erstmal -wie üblich –  an ihm bereichert.

Es ist schon peinlich, wenn man als normal denkender Mensch merkt, das Moslems, Hexer und Zauberer den zukünftigen Verlauf von Wirklichkeit besser vorhersagen konnten als hochbezahlte „Experten“.  Nun, vielleicht … sollte man der Möglichkeit Raum geben, das es Menschen gibt, deren Wahrnehmungshorizont weiter ist als der unsrige, die eine feinere Nase für „Wirklichkeit“ haben, als der Durschnitt.  Ist ja auch nichts besonderes, was die Nase angeht schlägt uns jeder Hund an Wahrnehmungsqualität. Dieser Gedanke kam mir, als ich das Video von Alex Jones über den Bohemian Grove ansah. Alex Jones mokiert sich über die Menschen, die vor der Tür protestierten: Hexen und Zauberer, der „Gegenzauber“ wirken wollten….für mich war dies nach meinen Erlebnissen in Deutschland  normal.

Sieht man sich die Rituale des Grove an … so würde ich die Menschen, die sich dort an der Verbrennung von Kinder- Babypuppen beteiligen, während Schmerzensschreie über den Platz hallen (zu sehen z.B.

), am liebsten sofort einweisen lassen. Geht aber nicht, ist die Maschmeyer-Schröder-Gang der USA, sogar Helmut Schmidt war schon da. Die kann man nicht einweisen lassen, die BESTIMMEN, was Wirklichkeit ist….in Deutschland ganz einfach über den Schulstoff, der in Curricula gefaßt bestimmt, was ein Schüler wissen darf und was nicht.

Und die Schüler selbst … bekommen ein wenig Angst, was in der Philosophie auf sie wartet, wenn sie durchhalten:

Wer bis hierher durchgehalten hat, hat sich als philosophisch belastbar erwiesen, der Kurs ist zusammengeschmolzen, und wir trauen uns jetzt, Fragen zu stellen, die manchem da draußen verrückt erscheinen. (Die spinnen, die Philosophen!):

  • Könnte ich beweisen, dass ich ‚wirklich’ existiere – und nicht bloß als Figur in einem Computerspiel? Und was ist mit der ‚Welt’ um mich herum?
  • Wir nehmen die Welt wohl ganz anders wahr als eine Biene oder eine Fledermaus – Gibt es eine ‚richtige’ Sicht der Welt?
  • Was ist ‚Wahrheit’, können wir sie erkennen?
  • Werden irgendwann einmal alle Fragen beantwortet sein?

Quelle: Lehrplan Philosophie, Freiherr vom Stein-Gymnasium Oberhausen.

Man merkt … die Suche nach Wahrheit und Wirklichkeit macht heutzutage Angst … man könnte für verrückt gehalten werden. Besser man hört frühzeitig damit auf.

Die Verrückten stehen auf Bergen und schreien nach ihren Göttern….die angeblich auch antworten.

Die Vernünftigen jedoch fallen in den Irak ein, massakrieren seine Bevölkerung, marschieren in Afghanistan ein, massakrieren dort auch die Bevölkerung, bohren Löcher in die Erde die sie nicht mehr zubekommen und verkaufen ihre Oma für eine Handvoll Rendite.

Wahn, Wahrheit und Wirklichkeit.

Wie einer der Psychiater sagte: wir haben hier nur diejenigen, die den Wahnsinn dort draußen nicht mehr aushalten.

Und wenn ich überlege, wer mehr Schaden anrichtet … die Hexen oder die „Grover“ … dann weiß ich, wen man einsperren müßte, um dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten.

Wie  heißt es so schön: an ihren Früchten sollt´ ihr sie erkennen.

Tun wir aber nicht.

Aber wir versuchen, kulturell unangemessenen bizarren Wahn zu erkennen und zu therapieren.

Noch ein Nachtrag, eine gruselige Geschichte zum Abschluß?

Auch die deutschen Schamanen, Hexen,Priester und Zauberer versuchten eine konzertierte Aktion (nicht gegen den Grove, aber gegen das was aus den USA ´rüberschappte,  gegen das, was sich in der Gesellschaft breit machte und Liebe und Leben zu verdrängen suchte).

Allen ging es danach schlecht. Geld weg, Frau weg, Leben weg, unheilbare Krankheiten … keiner konnte sein gewohntes Leben weiterführen. Am schlechtesten ging es jemanden, der mehrer Firmen an die Wand gefahren hatte, völlig überschuldet war und den sogar ich niemals eingestellt hätte, weil er völlig kaputt und ausgebrannt war.

Er ist heute (echter!) Unternehmensberater und will von früher nichts mehr wissen. Man war auf ihn zugegangen und hatte ihm ein Angebot gemacht.

Gut, das ich nicht verrückt bin, denn sonst würde mir das zu denken geben.  Wenn man aber normal ist (und mit zwei-drei Liter billigem Rotwein am Tag) kann man solche Nachrichten gelassen ertragen:

Die Tanklastwagenbesitzer, die derzeit streiken, haben für ihre Genehmigungen bis zu 300.000 Euro bezahlt. Erteilt der Staat nun schrittweise so gut wie kostenfreie Lizenzen, verlieren die alten ihren Wert – Männer wie Sidas fürchten um ihre finanzielle Zukunft. Denn bislang waren die Fuhrunternehmer auf ihrem Markt konkurrenzlos, selbst EU-Ausländer konnten keine Transportlizenzen erwerben.

Und warum geschieht das? Warum werden 33000 Kleinunternehmer enteignet, ohne das die deutsche Medienöffentlichkeit sich aufregt?

Nicht zuletzt, weil der Kreditvertrag mit der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds, der Griechenland vor dem Staatsbankrott bewahrt hat, ihn zur Liberalisierung des Arbeitsmarktes verpflichtet.

Was bei uns „Putsch von oben“ war, ist jetzt in Griechenland die “ Revolution des Selbstverständlichen“.

Nun muss Premier Papandreou seinen Landsleuten erklären, dass es keine Alternative zu den Einschnitten gibt. „Wir sind aufgerufen, die Revolution des Selbstverständlichen durchzuführen“, sagt der Regierungschef.

Und es kommt sogar noch besser:

Jetzt droht die Regierung mit der „zivilen Mobilmachung“. Folgt ein Lkw-Besitzer dem auf seinen Namen persönlich ausgestellten „Marschbefehl“ nicht, könne er sofort festgenommen und einem Schnellgericht überstellt werden, das Fahrzeug könne beschlagnahmt werden, droht Transportminister Dimitris Reppas.

Das Militär ist auch schon da:

Auch die Kabinettsentscheidung, die Armee für die Versorgung wichtiger Einrichtungen wie Krankenhäuser, Stromwerke und Flughäfen einzusetzen, lässt die Transporteure nicht aufgeben.

Und da kommt noch mehr:

Im Herbst sollen außerdem sämtliche „geschlossenen Berufszweige“ wie die der Taxiunternehmer, Anwälte oder Architekten liberalisiert werden.

Schade nur, das ich keinen Alkohol trinke.  Und auch sonst neige ich wohl in Kontakt mit Nachrichten zu schizophrenen Schüben:

Wichtig ist, dass sich psychotische Krankheitsphasen durch Frühwarnzeichen ankündigen können, die oft Tage bis Wochen vor Ausbruch der eigentlichen schizophrenen Symptomatik bestehen. Diese zu erkennen ist wichtig, um schnell mit einer entsprechenden Therapie beginnen zu können. Zu solchen Frühwarnzeichen gehören:

  • Ruhelosigkeit
  • Nervosität und Gespanntheit
  • Stimmungsschwankungen
  • Schlafstörungen
  • Schwierigkeiten bei der Arbeit, Überforderungsgefühle
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • sozialer Rückzug.
  • Ich finde, man sollte solche Nachrichten verbieten, denn bei mir stellen sich in der Tat einige Frühwarnzeichen ein … erst recht, wenn ich noch eine andere Nachricht hinzufüge:

    Jetzt kommen die Jahre mit dem fetten Gehalt


    Eigentum ist Diebstahl und Aschenputtel ist überall: erste Schritte in die Freiheit

    Dieser Satz wurde mal Rudolf Augstein vom „Spiegel“ zugeschrieben. Genau sagte er: Eigentum ist kein Fetisch, sondern legitimierte und verrebbare Räuberei.

    (Quelle: Dagegen, Hörner/Jonas,  Eichbornverlag 2003, Seite 103)

    Der Satz Eigentum ist Diebstahl stammt von Proudhun. Wenn ist diesen Satz höre, denke ich immer gleich: jetzt wollen die Kommunisten auch noch meine Plattensammlung. Andere, die das jetzt lesen, denken: jetzt will der Eifelphilosoph an mein Eigentum.

    Beides stimmt.  Gerne würde ich jedem alles gönnen, aber leider sind bei der Verteilung Lumpen am Werk gewesen, weshalb wir über Eigentum noch einmal ganz von vorne nachdenken müssen.

    Früher hatten wir mal ein Dorf.  Jeder hatte ursprünglich mal ein Dorf, denn Menschen sind nicht blöd und allein nicht überlebensfähig. China, Indien, Afrika … alles voller Dörfer, bewohnt von Stämmen.

    Gehörte jedem alles?

    Nein, natürlich nicht. Es gab Dinge, die wurden Menschen geschenkt um ihre Leistung zu würdigen. Ein besonderes Fell, ein besonderer Pfeil, ein hübsches Pferd … Dinge von echtem Wert, keine Orden a´la Held der Arbeit.

    Manche bauten auch Zäune.  Je wilder die Tierwelt, umso wichtiger war der Zaun.  Eigentum wurde also deutlich gekennzeichnet. Eigentum? Nein. Kennzeichnung? Nein. Der Zaun sollte den Löwen von den Kühen fernhalten. Die symbolische Signalwirkung von Zäunen, die ja heutzutage überall herumstehen, war für den Löwen nur mit Mühe zu verstehen – und da er Hunger hatte und keine Lust auf Rätsel, hätte er sich um sie auch nicht groß gekümmert.  Für die, die Ackerbau betrieben, waren Zäune ebenfalls wichtig.  Zäune und Hunde. Gerne ging die Kuh auch mal ins Getreide um sich einen richtig schönen Tag zu machen, das war nicht im Sinne derjenigen, die mit Hilfe ihrer Arbeitskraft ein Feld geschaffen hatten.

    Aber der Rest der Welt … war frei.

    Tausende von Jahren später ist schon mal umverteilt worden. Wesen mit blauem Blut stiegen aus dem Dunkel der Geschichte hervor und riefen:

    „Alles meins!“.  Unter Zuhilfenahme von Lumpengesindel, Waffentechnik und Burgenbau (auch heute noch eine gefährliche Kombination) erfanden sie etwas ganz Neues: „Besitzanspruch auf Land“.  Und dazu: Zins, Steuern, Pacht und was ihnen sonst noch so alles einfiel, um anderen die Früchter ihrer Arbeit zu stehlen.  Normalen gottesfürchtigen Menschen wäre das nicht in den Sinn gekommen.  Die Welt gehört Gott und damit allen, aber die Legionen Satans waren da anderer Meinung.

    Aber selbst unter diesen Umständen hielt sich die gute Sitte, das Arme, Kranke, Witwen und Waisen ihr eigenes Vieh auf der Gemeindwiese halten durften, damit sie nicht verhungerten.  Erschwerten die Legionen Satans auch den Alltag, so war es für den Einzelnen doch kein Grund, unmenschlich zu werden.  Auf der Gemeindewiese steht heute ein Supermarkt.

    Das wäre nicht weiter schlimm, denn die Gesellschaft hat einen Weg eingeschritten, der alle von dem biblischen Fluch der Arbeit befreien könnte.

    Große Maschinen leisten überall Arbeit, mehr, als alle Menschen zusammen je könnten.

    Puh„, sagt der Bauer, „Endlich Schluß mit der Plackerei. Ist ja auch für unsere Armen gut, jetzt kann ja endlich jeder genug haben, um nicht zu leiden„.

    Ein sehr vernünftiger Mann, der Bauer.  Waren sie schon immer. Sie können sich Irrtümer nicht leisten, sonst überleben sie den Winter nicht.

    Leider ist der Adel anders. Als Berufsstand, der es sich auf die Fahnen geschrieben hat,  für immer und ewig von der Arbeit der anderen zu Leben, kann er natürlich nicht dulden,  das die Befehlspyramide ins Wanken gerät.  Erfunden wird: die  BESCHÄFTIGUNG. Völlig sinnfreie Tätigkeiten, mit denen wir heute zum Aschenputtel werden:

    Eugen Drewermann: Die Geschichte vom Rumpelstilzchen spricht von einem Mädchen, das vom Vater einem König versprochen wird mit der Kunst, Stroh in Gold spinnen zu können. Und wenn dieses Kind das nicht schafft, wird es hingerichtet werden. Die Märchen der Brüder Grimm sind voll von Geschichten armer Leute, die auf sozialen Aufstieg hoffen, aber dabei Unglaubliches leisten müssten, viel mehr als sie vermögen. Das Märchen vom Rumpelstilzchen erzählt nun, dass es vielleicht sein kann, den Leistungsförderungen der Umgebung perfekt sich anzupassen, aber nur um den Preis des Opfers, der eigenen Gefühle, der eigenen Kindheit, der eigenen Persönlichkeit. Am Ende muss dieses Mädchen sich selber mit dem Kind, das es zur Welt bringt, versprechen einem Gnom, der ihm dabei behilflich ist, bei dem Kunststück, wie man aus Nichts Goldwertes schaffen könnte, behilflich zu sein, nur wenn man den Namen dieses Gnoms kennt. Zweierlei liegt in meinen Augen darin. Das Wirtschaftssystem, das wir heute haben, anerkennt überhaupt keine Werte mehr. Alles ist in den Händen des Kapitalismus wie Stroh. Brennende Urwälder, Elend in unglaublicher Form, die für nichts gilt, wenn man nur Gewinne damit einheimsen kann, und gleichzeitig aus diesem Nichtigen muss eben Gold gesponnen werden ohne Rücksicht auf die Menschen. Eine Geschichte, die über 190 Jahre alt ist, und doch so modern, wie sie nur irgend sein kann.

    Vielleicht erkennt der eine oder andere in dem Gnom seinen Vorgesetzten wieder, doch diesen Gnom trägt man auch in sich selbst:

    Heinemann: Wer spielt denn heutzutage die Rolle dieses Gnoms, dieses Rumpelstilzchens?

    Drewermann: Ich denke alle Gefühle, die wir opfern müssen, um Karriere zu machen, lassen sich repräsentieren in diesem Zwergenwesen unserer selbst, in dieser Homunkulusgestalt, die immer trickreich ist, immer fleißig, jede Nacht durcharbeitet. Die Müllerstochter, die hoffte auf diese Art Karriere zu machen, muss nach und nach alles von sich opfern. Wie viele Frauen vor allem kenne ich, die an Gicht leiden, an Arthrose unter dem Dauerstress, in den man sie gestellt hat, um Beruf und Familie, um Karriere und Kind miteinander unter einen Hut bekommen zu können. Sie leiden endlos und sie opfern ständig. Sie sind am Ende mit 50 so ausgebrannt und leer, dass sie kaum noch wissen wofür sie existiert haben. Die Kinder sind schon wieder aus dem Hause, aber sie haben sie kaum kennen gelernt. Was das Märchen vom Rumpelstilzchen dabei sagen kann sind dringende Warnungen. Höre auf dein Herz und lass dich nicht ein auf einen Pakt, der in den Märchen sonst beschrieben wird als ein Pakt mit dem Teufel. Man kann dabei sehr reich werden, verliert aber seine Seele.

    Und da stehen wir nun: angepaßt, leistungsorientiert, in Kenntnis aller Dinge, die „man“ machen muß. Obwohl Maschinen uns die Arbeit abnehmen, haben wir weniger Zeit als zuvor.  Unsere Großeltern kannten noch die 60-Stunden-Woche … sechs Tage a´ zehn Stunden.

    Viele von uns wären doch froh, wenn sie das hätten! Nur noch sechzig Stunden arbeiten. Offiziell arbeiten wir weniger, das stimmt.  Aber dann haben wir zusätzlich soziale Zwänge erschaffen, die uns erwürgen.  Wir feiern uns zu Tode, da unsere Feiern den Ansprüchen des Adels genügen müssen, wir aber kein Personal haben, das die Feiern für uns gestalten sind wir …. sehr beschäftigt. Weihnachten, Ostern, Geburtstage, Karneval, Halloween … und wer Kinder hat, bekommt noch einen dicken Packen oben drauf.  Unser eigenes kleines Rumpelstilzchen hat uns voll im Griff.

    Frühere Generationen wußten das … und erzählten sich deshalb Märchen, um sich zu warnen. Frühere Generationen wußten sogar, das Eigentum Diebstahl ist, denn der Eigentumsanspruch auf LAND ist der Eigentumsanspruch auf alle Gewächse, die dort ohne Zutun des Menschen wachsen. Er ist der Anspruch auf das Essen der Menschheit, der so absurd ist wie der Anspruch auf die Luft.  Wir brauchen Tiere, um uns zu erinnern:

    Drewermann: Die Geschichte von den Bremer Stadtmusikanten ist in aller Munde des berühmten Satzes wegen „was besseres als den Tod findest du überall“. Aber die wirkliche Weisheit dieser Geschichte, die Revolution, die in ihr liegt, besteht in der Feststellung, die jedem sonnenklar sein könnte und dennoch stets verschwiegen wird, dass ein Wirtschaftssystem nicht Recht haben kann, das Menschen festlegt und überhaupt nur leben lässt durch ihre Leistungsfähigkeit, durch die Effizienz ihrer gesellschaftlichen Aktivitäten. Und das erleben zumindest die alt gewordenen spätestens. Die Geschichte ist deshalb überraschend, weil die Hausbesitzer entlarvt werden als Räuber. Eigentum ist Diebstahl. Und die Räuber, die da im Hause sitzen und sich vollprassen und mästen, anerkennen in ihrem Unbewussten, dass sie Diebe sind. Der Hahn, den sie hören, oben auf dem Dach, nachdem die Tiere das Haus besetzt haben, erscheint ihnen wie der oberste Richter, der schon die Festnahme der Schelme in Auftrag gibt, und sie wagen nicht mehr zurückzukehren. Das ist wirklich märchenhaft, dass mal eine Revolution sei, die nicht sofort wieder von der Gegenrevolution kassiert wird wie etwa Allende durch Pinochet.

    Es ist etwas, dessen wir uns erinnern müssen.  Unsere Kinder brauchen Märchen, weil Märchen eine Tiefenstruktur haben, die der Germanist nicht mehr erfassen kann. Märchen sind Philosophie in Bildern….und deshalb sie sind wahr. Und so ist es sinnvoller, nicht auf die Partys der Seelenlosen zu gehen, sondern sich mit den Nachbarn über eine dringend notwendige Bodenreform zu unterhalten. Die Lumpen haben es in der Tat gewagt, die Gemeindewiese zuzubetonieren und jetzt wollen sie der armen Witwe, die sich so aufopferungsvoll um die Waisen und Behinderten im Dorf gekümmert hat, auch noch das Geld wegnehmen, das ihr Ersatz war für ihr Recht, ihr Vieh auf dem Gemeindeland weiden zu lassen.

    Diese Geschichte stinkt zum Himmel! Und wir alle machen uns des Mordes schuldig, wenn wir tatenlos zusehen. Suchen wir also mal nicht nach einer neuen Möglichkeit zum Feiern, schmeißen wir eher mal ein paar Feste ´raus oder gestalten sie viel einfacher.  Unsere Hartz IV-Witwen und Waisen können sich keine aufwendigen Geschenke erlauben, wir beschämen sie durch unsere Kultur – und das ist ein Übel, das WIR in die Welt setzen.  Es wäre schon ein gutes Zeichen, die materielle Geschenkekultur abzubauen. Das tut keinem weh und bringt vielen Nutzen. Den Kindern … kann man auch so nebenbei was schenken. Und je mehr wir uns diesem Terror entziehen, umso freier werden wir, umso schwächer wird jener kleine Terrorgnom in uns, der uns durchs Leben jagt – und jener Gnom gilt als erstes entsorgt.  Sein Weg bringt uns in eine unglaubliche Armut: die Armut der Seele.  Wir werden wie Wesen, denen man Augen und Ohren nimmt,  damit sie nur weiter kräftig das Mühlrad treten können. Was bringt mir dann der ganze Reichtum, wenn ich keine Muße habe, ihn zu genießen und der Traum vom Eigenheim zum Alptraum wird?

    Heinemann: Aber Stichwort Aktualität. Nicht jeder, der mit Mühe sein Eigenheim abstottert für seine Familie, ist doch gleich ein Dieb.

    Drewermann: Das mag sein und man hat sicher nichts zu sagen gegen die kleinen Leute, die versuchen, in diesem System zurecht zu kommen. Aber Adornos Satz gilt natürlich: Man kann im Verkehrten nichts Richtiges machen. Wir alle sitzen in einer Tretmühle, an deren Rändern 50 Millionen Menschen jedes Jahr an Hunger sterben. Wir könnten für 20 Milliarden Euro, die Hälfte des Wehrhaushaltes der Bundesrepublik, allen Menschen Zugang zu Trinkwasser schaffen. Wir könnten ungefähr für die gleiche Summe die Slums um die Großstädte der Welt auflösen. Sao Paulo, Rio, Bombay einmal vorgestellt ohne Slums. Wir könnten wirklich etwas tun für den Frieden, für die Einheit der Menschen, für eine Globalisierung der Humanität und der Verantwortung und genau das Gegenteil tun wir. Die kleinen Häuslebauer müssen alleine für die Kredite, die sie aufnehmen, endlose Zinsen zahlen und wieder mästen sie dabei die schon Reichen mit überflüssigen Abgaben und werden dabei immer ärmer.

    (Quelle Drewermanninterview: Deutschlandfunk)

    Und wenn wir den inneren fiesen Gnom erschlagen haben und uns aus den Ketten der Zeitdiebe befreien konnten … sollten wir uns mal wieder Gedanken über eine Bodenreform machen. Der Boden … gehört uns allen.  Wie die Luft und das Sonnenlicht.  Wenn ich jedoch … in manche Fabriken hineinschaue, in manche geschlossene psychiatrische Anstalten oder manche Großraumbüros so sehe ich, das man schon jetzt anfängt, Menschen sogar noch Luft und Licht wegzunehmen.

    Hätte man das wiederum den Gebrüdern Grimm erzählt … sie hätten es nicht geglaubt.  Die Geschichte unserer Welt könnten wir diesen Herren nur als Märchen vorstellen:

    „Und einst kam der Fürst der Finsternis auf die Erde und alles wurde öde, wüst und leer.  Baum, Strauch und Tier wurden getötet, die fruchtbaren Felder mit hartem Stein überzogen auf denen metallene Wölfe Jagd auf Menschen machten.  Überall war ein Lärmen und Tosen, und Gifte in Wasser und Luft, so das die Menschen einsam Zuflucht in ihren kleinen Höhlen suchten – außer jenen, die dem Feind des Lebens dienten, sie bekamen Paläste die umso größer waren,  mehr Land und Leben sie selbst zu vernichten bereit waren“.

    (Quelle: Eifelphilosophs Reiseberichte aus der Stadt)

    Und jetzt … müssen wir uns nur noch überlegen, wie das Märchen weitergehen soll.  Wie soll unser Held sein … und wie sein erster Schritt?

    Wie er aussieht weiß ich schon.

    Schaut in den Spiegel, dort seht ihr ihn.

    Ob er gewinnt oder versagt, entscheidet nur ihr selber.

    Ach ja, und eins noch: der König ist schon tot. Aber seine Höflinge haben sich sprunghaft vermehrt und sind zur Plage geworden.

    Positiv Denken und Bestellungen beim Universum

    Ja, die Welt ist einfach einfach. Ganz einfach. Jedenfalls wenn man manchen Menschen glaubt, die mit purer Gedankenkraft all ihre Lebensumstände so vollkommen in den Griff kriegen, wie es sonst nur Multimilliardäre mit vielen Mitarbeitern schaffen.

    Vom positiven Denken … gibt es verschiedene Variationen und Formen.

    Das heißt jetzt nicht, das ich generell den Einfluß von Gedanken niedrig reden will. Im gesundheitlichen Bereich … habe ich dort überraschende Erfahrungen gesammelt, die auch übelster Kritik standhalten.
    Da … scheint was dran zu sein. In Slowenien gab es in den dreißiger Jahren einen Arzt, der meinte, er wäre dem Geheimnis „Krebs“ auf die Spur gekommen. Er machte ein Experiment, ging in ein Bergdorf, sprach lange mit allen Bewohnern und fertigte eine Liste an von denen, die mit Sicherheit an Krebs erkranken werden. Diese Liste hinterlegte er versiegelt bei einem Notar. Nach seinem überraschenden Tod wurde die Liste entsiegelt … seine Voraussagen trafen zu hundert Prozent zu. Leider … hatte er seine Theorie nicht schriftlich fixiert, aber man geht davon aus, das es mit gedanklichen Programmierungen zu tun hat, die irgendwann Auswirkungen auf die Zellen haben – wenn man es nur lange genug durchhält und nichts daran ändert.

    Warum auch nicht? Gute Laune und Lebensglück tut den Zellen sicher besser als Miesepetrigkeit und Jammerlapperei. Beispiele dazu gibt es genug … aber darum geht es hier nicht.

    Je größer die Massenarbeitslosigkeit wurde, umso mehr kam – aus den guten alten USA – ein schrecklicher Trend herüber … positiv Denken.

    Tschakka, du schaffst es. Ich habe selbst mal Seminare bei Jürgen Höller besucht (der „alles ist möglich“ Höller, der letztlich im Knast gelandet ist – tja, da war wirklich alles möglich). Einfach anders denken, schon ist man reich. Gut, Reiche machen anders Geld: Drogen, Waffen, Frauenhandel, Betrug, Hinterlist, Ausbeutung … Geschäfte, bei denen man äußerst negativ in allen Richtungen denken muß, um sie durchziehen zu können, aber die Idee, sich reich denken zu können, hat manche sicherlich wohlhabend gemacht. Den Höller zum Beispiel … bevor er feststellte, das er viel zu wenig Steuern bezahlt hatte. Absichtlich.

    Cathrine Ponder ist so ein Beispiel, wie man durch superpositives Denken ihrer Art … reich werden kann. Leider starb ihr heiß geliebter Mann dabei – aber Geld hat sie wirklich genug gemacht. Und das mit dem Mann … einfach mal verdrängt. Störte die Philosophie total … also einfach mal positiv weggedacht.

    Die einfache Art des positiven Denkens ist ja wahrscheinlich allen bekannt: das Glas. Für die einen ist es halbvoll, für die anderen halbleer. Immer halbvoll denken, das Glas, so ist´s richtig. Ich habe auch hier einen Selbstversuch gestartet … aber ich konnte denken wie ich wollte, in dem Glas war immer weniger drin – und bald war es leer. War halt lecker Bier drin – und ich wurde durstig beim angestrengten Denken. Und so saß ich dann da mit meinen Lebensratgebern und stand vor der Frage: „So. Nu´ is´ alle. Und jetzt?“ Doch eine Antwort bekam ich nicht.

    Doch muß ich gestehen, diese Art des positiven Denkens hat noch einen gewissen Sinn, denn sich in Notzeiten zu konzentrieren auf das, was man hat, ist sinnvoller, als sich auf das zu konzentrieren, was man nicht hat. Gerade in Zeiten des hochgezüchteten Konsumwahns spielt die Industrie gerne mit den Gefühlen der Menschen und redet ihnen ein, das das Glück gleich hinter dem nächsten neuen Plasmabildschirm lauert, hinter der noch raffinierteren Kaffeemaschine ober beim Nacktbaden auf dem Himalaya erst richtig zur Erfüllung kommt. Da macht es schon mehr Sinn zu sagen: ich wohn´ halt in Oer-Erkenschwick und da is´ auch schön, der zwanzig Jahre alte Röhrenfernseher macht auch noch Bilder, die 10-Euro-Kaffemaschine macht auch Kaffee und Urlaub mache ich in Castrop-Rauxel oder Datteln am Kanal … da dauert die Reise nicht so lange. Das ist jedenfalls besser als das Schicksal derjenigen, die schon sehr viel haben, darüber alt und grau geworden sind, Verbrecher und asoziale Parasiten des Volkskörpers, aber immer noch nicht genug kriegen können….oder das Schicksal ihrer Ehefrauen, die in den Luxuspalästen eingesperrt vor sich hinfaulen, auch wenn sie noch so viel kaufen können.

    Doch es gibt noch eine andere Version des positiven Denkens, mit denen das Denken vergiftet wird – und obwohl es sich hier um eine Philosophie handelt, setzt sich die Philosophie selbst erstaunlich wenig mit diesem Massenphänomen auseinander.

    Hier handelt es sich … um die Vorstellung, per Gedankenkraft (man muß halt nur „richtig“ denken) alles herbeimaterialisieren zu können, was man nur eben will. Vorraussetzung ist nur, das man „richtig“ denkt.

    Der Trick ist einfach. Eifelphilosophs Klopfzauber funktioniert ähnlich. Wie? Noch nicht bekannt? Hmmm … dann muß ich das Buch wohl doch noch schreiben.

    Geht so: dreimal auf Holz klopfen – und alle Deine Wünsche gehen umgehend in Erfüllung.

    Ich schreibe das Buch – hundert Leute kaufen es (wahrscheinlich mehr, denn dort lauert ein Riesenmarkt).

    Alle klopfen.

    Bei fünfzig Prozent passiert nix.

    Aber die anderen … werden mir wunderbare Geschichten zusenden. Die besten davon (das Traumauto, der Mann des Lebens, das Wunschkind, der Traumjob, der Lottogewinn oder so) suche ich aus für Band 2:
    „Besser klopfen für Anfänger und Fortgeschrittene“ – 10000 Exemplare.

    Wieder das gleiche Zufallsspiel … wieder bleiben viele hängen für den nächsten Band.

    Dann die Talkshow, ich direkt mittendrin, Spiegel, Stern und Fokus schicken ihre kritischsten Kritiker – die ich locker alle wegfege mit ihrer Kritik. „Wie, Sie haben geklopft und es ist nichts passiert? Ja, war es denn der richtige Rythmus, das richtige Holz, die richtige Klopfstärke – und überhaupt: waren sie nicht so negativ eingestellt, das sie gar nicht wollten, das das Klopfwunder sich entfaltet?“

    Man kann sich denken, wie es weitergeht. Ich schreibe mehr Bücher(„Besser klopfen mit dem Eifelphilosoph:
    Bd 4: Klopfen auf Eiche und Buche), werde reich und berühmt … und in Deutschland klopft es an allen Ecken. So wie letztens erst überall beim Universum bestellt wurde und gerade das „Secret“ umgeht.

    Mein Klopfen wäre noch harmlos … aber das mit dem „richtigen Denken“ zu verbinden – ist saugefährlich.

    „Wenn Du richtig denkst und fühlst, gibt Gott Dir alles was Du willst, denn er liebt seine Kinder …“ – ist eine Kurzversion der Hintergrundphilosophie, die sich hinter den meisten der Verführerphilosophien verbirgt….darum gibt es auch keine Demonstrationen mehr, keine Aufstände, keine Unruhen … alle sitzen beim Räucherstäbchen zu Hause und denken sich krumm, um bloß alles richtig zu machen. Wahrscheinlich war diese Positiv-Denke-Welle genauso vom CIA gesteuert wie die Frauenbewegung in den Sechzigern.

    Was aber geschieht, wenn … das Ziel nicht erreicht wird. Man merkt, das man nie richtig genug wird denken können, um das Ziel (Geld, Mann, Haus, Auto…) zu erreichen, weil der Trick nicht funktioniert?
    Dann schlägt die Macht des Systems mit aller Gewalt auf die Person zurück: „Das Universum, Gott, die Welt liebt mich nicht, weil ich im Grunde meines Seins schrecklich falsch bin, so falsch, das ich besser nicht existieren sollte.“ Und schnell … wird´s ganz dunkel im Karton.

    Der inzwischen schon offiziell so genannte „Auschwitz-Test“ ist ein guter Maßstab für diese Denk-dich-glücklich-Philosophien. Solange die Philosophie in welcher Form auch immer dazu führt, das der KZ-Insasse für sein Schicksal selbst verantwortlich ist (und die Täter nur Statisten in seinem Gedankenkosmos sind, die ihm helfen, sein selbstgewähltes Schicksal zu verwirklichen) … ist die Philosophie grottenschlecht und gemeingefährlich. Eine gute Leitlinie für gedanklich und philosophisch unstabilere und unerfahrenere Menschen.

    Ich weiß, was meine Kritiker jetzt sagen werden. Die ernstzunehmenden Kritiker.

    Burkhard Heim in der Interpretation von Ilobrand von Ludwiger, die Auswirkungen der Realität eines sechsdimensionalen Kosmos auf die Möglichkeiten sechsdimensionaler Wesen in einem vierdimensionalen Raum.

    Schrödingers Katze, das Doppeltspaltexperiment … das werden die Apologeten des positiven Denken anführen.

    Gut, es gibt eine gewisse Wahrscheinlichkeit, das Gedanken … Realität manipulieren können. Das kann man mitlerweile wirklich nicht ausschließen. Es gibt eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür, das „Religion“ der erste Versuch war, dieses Phänomen durch Opfer, Beschwörungen und Gesänge in den Griff zu kriegen.

    Soweit muß ich gerechterweise folgen – aber das führt nicht notwendigerweise in die Leibnitzsche Monadologie, in der wir alle in kleinen eigenen Kosmen durch die Existenz schweben. Die Folgerungen, die sich aus den physikalischen Experimenten ergeben … sind noch wage. Und die Techniken, diese Erkenntnis in die Praxis umzusetzen, noch weit entfernt.

    Aber … geben wir allen Apologeten (Verteidigern) des positiven Denkens einfach mal Recht: was geschieht denn dann … wenn Klaus-Dieter lieber einen grünen Mond hätte, Ursula und Gabi einen Blauen, Paul will aber gar keinen Mond mehr, weil er bei Vollmond nicht einschlafen kann? Mehrheitsabstimmung? Einen Mond für jedermann?

    Wenn jetzt alle Menschen sich maximal positiv reich denken … am bestmöglichen theoretischen Ende dieser „aufklärerischen“ Entwicklung … und wir haben sechs Milliarden Milliardäre … was kostet dann ein Brötchen?

    Anstelle von positiv Denken hilft manchmal einfach … weiterdenken. Oder pragmatisch Denken. Es ist halt noch was drin in dem Glas, es ist auch egal, ob es halbvoll oder halbleer ist … wichtig ist: reicht es mir, meinen Durst zu löschen, habe ich noch Geld für ein nächstes – und wie lange muß ich damit auskommen.

    Ein halbvolles Glas in der Wüste ist genauso eine Katastrophe wie ein halbleere. Das Ergebnis bleibt gleich: ein vertrockneter Eifelphilosoph.

    Internetsucht, Ballerspiele und die Kontrollierbarkeit des Volkes

    Es ist ja jetzt mal wieder aufgetaucht und die Mietmedien berichten überall davon: die böse Internetsucht. Ja, sie ist wirklich böse zu nennen denn sie verwandelt echte lebende Menschen in Zombies:

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,459446,00.html

    „Sie sehen aus wie wandelnde Leichen“, sagt Psychologe Andreas Koch von der Berliner Caritas. Er meint so genannte Internet-Junkies, die täglich 10 bis 15 Stunden im Netz hängen – ohne ausreichend zu essen, zu trinken oder sich zu waschen. Viele von ihnen leben von Hartz IV und haben sich aus dem realen Leben weitestgehend verabschiedet – bis die Telefongesellschaft schließlich den Anschluss sperrt.

    Als Philosoph habe ich was gegen Psychologen. Generell. Nicht gegen jeden Einzelnen, sondern gegen die Zunft generell. Ohne Anbindung an die Philosophie (bzw. an ein jeweiliges Weltbild) wird die Psychologie zur reinen Willkür. Sie kann alles erklären … in ihrem eigenen kleinen Weltbild. Wechselt man jedoch die Schule (das Weltbild ändert sich dann gleich mit) so ändert sich die Diagnose komplett. Jung, Reich, Freud, Adler … an wessen Weltbild orientiert man sich denn gerade? Ist ganz wichtig für die Diagnose, was bei dem einen krank ist kann bei dem anderen als genial gedeutet werden.

    Das erwähne ich aber nur nebenbei, um das vernichtetende Urteil des Herrn Koch gleich zu Beginn etwas zu relativieren. Es ist ein abartiges Urteil, ein vernichtendes Urteil und fordert geradezu Internetverbot für Hartz-IV-Abhängige denn das Internet macht Menschen zu Zombies, die ja vielleicht doch mal in lebende Menschen beissen, weil sie alle Hemmungen verloren haben.

    Ähnlich verhält es sich natürlich mit Computerspielen:

    http://www.lebenshilfe-abc.de/internetsucht.html

    Unter Internetsucht, Computerspielsucht oder Internetabhängigkeit versteht man den zwanghaften Drang, sich regelmäßig und extensiv mit dem Internet zu befassen.
    3 Prozent aller Online-Nutzer sind internetsüchtig (Studie Humboldt Universität Berlin), insbesondere Jugendliche unter 18 Jahren neigen zum exzessiven chatten, surfen und spielen (ca. 8 Prozent sind süchtig).
    Von Computerspielen abhängig sind vor allem Männer im Alter von 15 bis 25 Jahren. Meist ist der Rückzug in die virtuelle Welt des Internet eine Flucht. Die Betroffenen kommen nicht mit dem realen Leben zurecht, haben Probleme mit Partnerschaften oder dem Beruf.

    Nicht vergessen … wir sind hier in der Welt der Psychologie. Es ist wichtig, sich ständig daran zu erinnern. Das ist die Welt der Beliebigkeit. Man könnte auch sagen: da man infolge der Hartz-IV-Abhängigkeit nicht mehr der Reisesucht frönen kann, Alkohol- und Nikotinsucht nicht mehr zu bezahlen sind und die Musik- Tanz- und Sexsucht ebenfalls in weite ferne gerückt sind, muß man mit seiner Zeit halt irgendetwas anfangen. Um im Gegensatz zur Fernsehsucht fordern Spiele und Internet geistige Regsamkeit.

    Ich habe seit sechs Jahren kein Fernsehen mehr….was heißt, ich habe seit sechs Jahren keine Werbung mehr gesehen. Das verändert automatisch das Bewußtsein, das kann ich euch sagen. Sicher … ich weiß, wer fernsehsüchtig ist (kleiner Scherz) kommt regelmäßig mit dem Argument: es gibt da ja auch interessante Sendungen!

    Ja, die gibt es. Immer weniger, immer seichter … aber sie gibt es. Nur … im Internet kann ich in 15 Minuten Tagesschau oder in 30-45 Minuten Reportage einen wesentlich umfassenderen Nachrichtenüberblick erlange sowie jedes angeschnittene Thema wesentlich deutlicher vertiefen als es die Fernsehmedien tun können.

    Sie stehlen Lebenszeit, diese Fernsehmedien. Tag für Tag. Ich persönlich schaufle mir diese Zeit gerne frei um einfach mal wandern zu gehen, in der Natur zu sitzen und den Flug der Vögel zu beobachten. Soll ja gesund sein. Würde ich mich jedoch mit Fernsehen beschäftigen … hätte ich keine Zeit dafür. Fernsehen ist der Horror … es diktiert ja sogar meinen Tagesablauf, will ich die Information nicht verpassen.

    Da ist das Internet wesentlich menschenfreundlicher. Spiele fördern Kreatitivät, Feinmotorik, Ausdauer.
    Wer gerne Menschen umbringt, spielt gerne Ballerspiele, klar. Aber nicht jeder, der Ballerspiele spielt, bringt gerne Menschen um. Er lebt seinen Jagdtrieb aus … und sich tagelang auf ein Ziel konzentrieren zu können ist eine wichtige berufliche Qualität von Menschen, die Großes leisten können.

    Was aber sehr wichtig ist … und entscheidend … sowohl im Internet als auch zu Zeiten der Jagd (ich nenne das mal so und setze die virtuellen und vergleichsweise preisgünstigen Abenteuer mit der Hirschjagd gleich, wobei man ähnliche Disziplin in der Konzentration aufbringen muß) entzieht man sich vollkommen dem „Erziehungsauftrag“ der Medien und der Werbung. Ohne eigenes Zutun wird man auf einmal gedanklich freier, weniger lenkbar.

    Wen könnte das wohl stören?

    Nun, all jene, die großen Wert darauf legen, das wir Werbung konsumieren, damit wir nachher Waren konsumieren. Aber nicht nur …

    … schon längst setzt Werbung Werte. Wie man wohnt, wie man sich kleidet, wie man redet, wie man ißt und warum auf einmal alle „Jack Wolfskin“-Jacken haben müssen …. das kommt nur durch Werbung. Ich kenne diesen Jack nicht aber mir fällt auf, das seine Produkte sogar mein abgeschiedenes Alltagsleben erreichen – ich weiß nur nicht, warum. Kein Wunder – keine Werbung, kein Wolfskin. Man sucht gar nicht danach und bei Aldi gibt´s den nicht.

    Nur ein kleines Beispiel dafür, wie tiefgreifend die Konsumzombies manipuliert werden können um ihre täglich weniger werdenden Tauschmittel auch wirklich restlos für Müll auszugeben, damit andere sinn- undzweckloserweise Berge davon anhäufen können.

    Wer nun regelmäßig Werbung konsumiert, wird ganz klar sagen können, warum er nun diese Wolfsskinsachen kauft. Das weiß ich auch.

    Die Freiheit, die Internet und Computerspiele bringen, muß dämonisiert werden – mit allen Mitteln.
    Sonst werden „die“ noch wach, gehen auf den Marktplatz und reden mit ihren Mitmenschen über die Tatsache, das die Lebensqualität des Alltags seit dreißig Jahren beständig ab- anstatt zunimmt und man deshalb an dem „Fortschritt“ und „Wachstum“ so seine Zweifel hat …

    Wer übrigens noch Zweifel an der eigenen Manipulierbarkeit hat … der werde sich dessen bewußt, das Werbung auch seine Socken und Unterhosen bestimmt. Ganz intim. Oder … trägt noch jemand die guten gesunden warmhaltenden langen weißen Wollunterhosen … und die ehedem superschicken passenden weißen Socken dazu?

    Fragt euch mal, warum nicht…

    Oder nehmt selbst mal eine Prise von dem, was man mit Menschen alles anstellen kann, wenn man will:

    http://wie-menschen-manipulieren.com/lp/wie-menschen-manipulieren.htm?gclid=CLm12ISS9KACFQ8EZgod6mh0wA

    22 Psycho-Tricks und knallharte Methoden: Das Geheimnis „Wie Menschen manipulieren“ wird gelüftet
    Sofortige Erfolgsmanipulation leicht gemacht – ob in der Partnerschaft oder zum erfolgreichen Geschäftsabschluss
    Erleben Sie, wie Ihre gesellschaftliche Stellung ansteigt und Sie selbst sicherer werden
    Gewinnen Sie grössere Aufstiegschancen im Job und heisse Erstkontakte im zwischenmenschlichen Bereich
    Entdecken Sie das Gefühl, wenn Sie sehen, wie andere beginnen das zu tun, was Sie wollen
    Diese Tipps, Tricks und Methoden zum Thema „Wie Menschen manipulieren“ finden Sie garantiert nur hier

    Und das … ganz ehrlich … ist nur der Anfang. Da kommt noch viel mehr. Und keine Sorge: es wirkt 100%ig. Man muß nur seine Seele dafür verkaufen.

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