Positives Denken

This tag is associated with 5 posts

Wellness

Mit Lachyoga lassen sich auch sehr angespannte Situationen leicht entschärfen.

Mit Lachyoga lassen sich auch sehr angespannte Situationen leicht entschärfen.

Der Bahnstreik, die Gewerkschaft der Lokführer und die verlotterte Republik

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Donnerstag, 6.11.2014. Eifel. Ein Ruck geht durch Deutschland – ein Aufschrei des Entsetzens, der Empörung: es könnte in der Tat sein, dass die Wirklichkeit in den Alltag der Bürger eindringt, die so rundumversorgt in der neoliberalen Überschussmaschine funktionieren. Was ist geschehen? Gibt es wirklich Krieg? Muss man feststellen, dass Blut und Tod gar nicht so lustig sind, wie Deutschlands führende Komödianten immer behauptet haben? Bricht die Weltwirtschaft zusammen – muss man damit rechnen, von heute auf morgen zu den Ausgestossenen zu gehören, zu den medial vogelfreien, dem Abschau – trotz 60-Stunden-Woche bei halbem Lohn? Oder drohen finsterste Seuchen das teuerste und ineffektivste Gesundheitssystem Europas heim zu suchen und schrecklichste Realitäten in das Leben der Spaßbürger zu bringen, Realitäten von Blut, Schweiß und Eiter, die man beim besten Willen kaum noch lustig finden kann (außer Dieter Nuhr vielleicht) und die einen womöglich die nächste Game-show verpassen lassen? Oder drohen gar grausame Sonnenwinde mit dem vorläufigen Ende aller Elektrizität auf diesem Planeten?

Weit gefehlt. Was Bürgern momentan den Angstschweiß ins Gesicht treibt, ist der Streik der Lokführer. Kaum jemand (außer Putin, Arbeitslose und Friedensaktivisten) wurde als mediale Sau so durchs Dorf getrieben wie die Gewerkschaft der Lokführer, die etwas ungeheuerliches gewagt haben: sie haben das in der Verfassung (dem Grundgesetz) der Bundesrepublik Deutschland verankerte Streikrecht in Anspruch genommen – eine Frechheit sondergleichen. „Streik“ – das galt in Deutschland fast als ausgerottet. Schauen Sie mal bei Wikipedia hinein, was die über Streik zu sagen haben:

In Deutschland fielen zwischen 2000 und 2007 im Durchschnitt fünf Arbeitstage jährlich pro Tausend Beschäftigte aus. In Frankreich liegt dieser Wert bei 103 Arbeitstagen, in Spanien bei 173

Darf ich das mal in Prozenten ausdrücken, damit Sie die Dimensionen erkennen? Streiks finden in anderen europöischen Ländern 3500 Prozent häufiger statt als in der Bundesrepublik Deutschland, praktisch haben wir inzwischen das Streikniveau einer Bananenrepublik, einer sowjetischen Diktatur oder des Nationalsozialismus. Ja – ich erinnere mal wieder an die Zeit der deutschen Geschichte, die man so gerne vergessen möchte (siehe aktuell: Spiegel),  um bloß nicht irgendwelche Lehren daraus ziehen zu müssen. Hätte man Lehren daraus gezogen, dann wüßte man, dass in diesem Lande irgendetwas schrecklich falsch läuft: wieder wird von der offiziellen Propaganda eine „Volksgemeinschaft“ in Szene gesetzt, ein „wir“, das es real gar nicht gibt, ein „wir“, das sogar den Interessen der Gemeinschaft des deutschen Volkes zuwieder läuft.

Wenn wir ein wenig weiter bei Wikipedia lesen (so einfach kann Bildung sein!), erfahren wir auch genau, wann „wir“ den Krieg verloren haben, der in Europa tobte, ohne das darüber gesprochen wurde.

Zum Entscheidungskampf zwischen der Regierung und ihren Plänen für einen wirtschaftsliberalen Umbau der Gesellschaft unter Abschaffung des sozialstaatlichen Reglements wurde jedoch der Britische Bergarbeiterstreik 1984/1985. Trotz einer seit den 1930er Jahren kaum gekannten Solidarisierungswelle in allen Teilen des Landes und allen Schichten der Bevölkerung ging der Streik letztlich verloren, da die Regierung im geheimen Kohlevorräte angelegt hatte. Die Niederlage verringerte die Macht der britischen Gewerkschaften dauerhaft und beschädigte das Selbstbewusstsein der Arbeiterbewegung nachhaltig. Auch diese Entwicklung konnte jedoch weder die sozialen Konflikte beenden noch Streiks abschaffen: Eine weitere große Streikwelle im landesweiten Bahnverkehr erlebte England in den Jahren 1994/1995. Erst streikten die Weichensteller, dann die Lokführer.

Na, schau mal einer an. da gab es einen großen Vernichtungskrieg in Europa gegen die Gewerkschaften – aber wir haben ihn gar nicht wahrgenommen? Und die letzte große Erhebung gegen den neoliberalen Terror gab es bei den Lokführern? Sind sie wirklich die letzte Bastion des demokratischen Gemeinwesens gegen die Unkultur einer überlebensuntüchtigen Wirtschaftsordnung, die nur noch durch hemmunglosen Raub an Mensch, Staat und Natur existieren kann? Und warum sagt man uns das nicht so – vielleicht wären die Bahnreisenden dann zufriedener, würden weniger auf ihr kleines, verletztes Ego schauen und sehen, dass sie den letzten Helden des Kontinents begegnen, den letzten Revolutionären seit 1848.

Ja – es ist schon eine mutige Tat, sich der durch die Regierung (und ihren braven, auf Festanstellung und Karriere hoffenden Gefolgsleuten in den Medien) geschaffenen Volksgemeinschaft in den Weg zu stellen. Volksgemeinschaft? War da nicht mal was? Habe ich da  nicht mal was drüber gelesen?

Ja, in einer Seminararbeit von Andre Postel aus dem Jahre 1994:

Streiks, Arbeitsniederlegungen, ja Arbeitskämpfe überhaupt, hat es offiziell im NS nie gegeben. Es konnte nicht sein, was nicht sein durfte. Stattdessen gab es offiziell die „Volksgemeinschaft“, die Überwindung von Klassengegensätzen und Klassenkampf, ja sogar die „Klassenharmonie“. Doch Klassengegensätze hörten nicht auf zu existieren, nur weil es verboten war, von ihnen zu sprechen. Auch wenn die Nationalsozialisten hofften, den „unsicheren Kantonisten“ ArbeiterInnenschaft durch die Zerschlagung der Parteien und Gewerkschaften, durch Verhaftungswellen und Terror gegen politisch aktive ArbeiterInnen und die Phraseologie von der „Volksgemeinschaft“, vom Mythos des „klassenlosen Kapitalismus“ zu überzeugen.

Zerschlagung von Gewerkschaften? Da kann die Otto-Brenner-Gesellschaft ein Lied drüber singen: „Union-Busting“ ist mitlerweile ein erfolgreicher Geschäftszweig geworden. Kein Hahn kräht danach, dass gewissenlose Arbeitgeber  hier gezielt ein durch die Verfassung garantiertes Recht aushebeln – und dabei können sie auf völliges Verständnis der Regierung hoffen.

Ja – das ist doch das, was 1984/85 geschehen ist: die Regierung hat sich auf die Seite der „Reichen“ gestellt, anstatt neutral zu bleiben: mit im Geheimen aufgehäuften Kohlevorräten hat sie die Gewerkschaften gezielt ausmanövriert und das Vertrauen in Gewerkschaften gezielt zerstört. Die Botschaft war klar: „Gewerkschaften sind schwach und nutzlos. Vergesst sie!“.

Viele haben sich daran gehalten.

Weshalb ich Andre Postel zitiert habe? Nun … wegen der „Phraseologie“, der wir aktuell unterliegen. Ich suche halt nach Gründen, warum in Deutschland nicht mehr gestreikt wird – und da stieß ich auf dieses Wort, und mir fiel ein, mit welchen rhetorischen Mitteln die amtierende deutsche Bundeskanzlerin jegliche Berichte über soziale, gesellschaftliche oder politische Miseren in Deutschland unterdrückt: „Deutschland geht es gut“ – so heißt die Parole, die alle Kritik an der gegenwärtigen Situation verhindern soll.

Wie gut geht es Deutschland … oder der ganzen westlichen Welt? Eine im Spiegel veröffentlichte Studie zeigt dies deutlich auf, es geht um den Unterschied zwischen den Gehältern der Lordsiegelbewahrer des Neoliberalismus und den normalen Arbeitern (siehe Spiegel), um die Frage, wieviel sollte ein Chef verdienen. Es gibt in den USA selbstverwaltete Firmen, in denen der Chef genauso viel verdient wie die Mitarbeiter. doch so weit würden die Arbeitnehmer nicht gehen: fünf- bis sechs Mal soviel wie sie selbst billigen sie ihren Chefs zu … aber wieviel verdienen die wirklich? In den USA inzwischen 345 mal soviel wie ein Arbeiter – in Deutschland (von Ausnahmen mal abgesehen, die auf das 350-fache kamen) nur 147 mal soviel. 147 Jahre müßte ein deutscher Arbeiter malochen, um soviel zu verdienen wie der Chef in einem Jahr.

Bei der Altersversorgung langen diese schwerreichen Menschen nochmal dick zu: das 250-fache eines Angestellten können sich Vorstände als Betriebspension (siehe Handelsblatt): das zahlt indirekt der Steuerzahler. Wenn es darum geht, der Solidargemeinschaft in die Tasche zu greifen, ergibt sich hier schnell eine unheilige Allianz der Abgreifer, während der Ottonormalverbraucher immer häufiger gar kein Geld mehr in seine Altersversicherung einzahlen kann, weil er schlichtweg zu arm dafür geworden ist (siehe Spiegel).

Widerstand aus den Reihen der Politik? Ist nicht mehr zu erwarten, zu groß ist die Hoffnung, selbst mal zu Lebzeiten noch zu diesen auserwählten Herrenmenschen zu gehören, die in den Olymp des neoliberalen Mammonismus aufgestiegen sind.

Was aber ist nun der Grund, warum wir Streikquoten wie im Dritten Reich haben? Wo ist der repressive Apparat, der uns die Luft zum atmen raubt? Immerhin: wir sind doch eine Demokratie, ein Rechtsstaat, das strahlende Ergebnis jahrhunderte bzw. jahrtausendelangen Ringens um eine gerechte, friedliche, wohlhabende Gesellschaft.

Nun – der Apparat ist im Prinzip gut bekannt. Auch die Macht, die hinter ihm steht.

Jede Zeit bringt halt die ihr eigenen Formen von Unterdrückung mit sich – wie auch ihre eigenen Formen von Krieg. Im Zeitalter der atomaren Massenvernichtungswaffen laufen Kriege halt anders ab, da ist mit großen Panzerschlachten nicht mehr zu rechnen, da unterminiert man lieber die Bevölkerung, finanziert „Reformbewegungen“, „Rebellen“, die „Opposition“, um seine politischen Ziele durchzusetzen, oder man arbeitet mit Sanktionen, Abwertungen im Kreditrating oder Handelsbeschränkungen … weshalb der normale Otto (der heute vielleicht eher Kevin heißt) den laufenden dritten Weltkrieg („Neoliberalismus gegen alle“) gar nicht bemerkt.

In Zeiten, wo man sich an die blutigen Folgen erfolgreicher Revolutionen erinnert, ändern sich auch die Methoden des Repressionssystems.

Nein, keine Sorge: jetzt kommt kein linksradikales Gewäsch aus pseudokommunistischen Ecken, sondern in Blick in die Süddeutsche, wo ein deutscher Philosoph mit koreanischen Wurzeln die Unmöglichkeit von Revolution beschreibt (siehe Süddeutsche)

Das neoliberale Herrschaftssystem ist ganz anders strukturiert. Hier ist die systemerhaltende Macht nicht mehr repressiv, sondern seduktiv, das heißt, verführend. Sie ist nicht mehr so sichtbar wie in dem disziplinarischen Regime. Es gibt kein konkretes Gegenüber mehr, keinen Feind, der die Freiheit unterdrückt und gegen den ein Widerstand möglich wäre.

In der Tat: der böse Unterdrücker existiert nicht mehr – jedenfalls nicht als Mensch. Eigentlich eine gute Nachricht: wir brauchen keinen Tyrannenmord, um die Verhältnisse zu ändern. Die schlechte Nachricht folgt jedoch gleich auf dem Fuße:

Der Neoliberalismus formt aus dem unterdrückten Arbeiter einen freien Unternehmer, einen Unternehmer seiner selbst. Jeder ist heute ein selbstausbeutender Arbeiter seines eigenen Unternehmers. Jeder ist Herr und Knecht in einer Person. Auch der Klassenkampf verwandelt sich in einen inneren Kampf mit sich selbst. Wer heute scheitert, beschuldigt sich selbst und schämt sich. Man problematisiert sich selbst statt der Gesellschaft.

Ja – der Feind: das sind wir selbst.

Fies, diese Philosophen, oder?

Es kommt aber noch schlimmer: wie in alten Horrorfilmen („Die Körperfresser kommen“, „Zombie“ und ähnlichen Machwerken, wo der Mensch selbst zum unmenschlichen Feind wird) ist eine unheimliche Transformation der Menschen zu beobachten, die aus einer eigentlich primär unverdächtigen Ecke kommt: der Motivationsforschung, dem Coaching, der Esoterik.

Ja – finsterster Aberglaube  hat die Macht über die Menschen übernommen und breitet sich mit größter Geschwindigkeit aus, ähnlich dem Hexenglauben im Mittelalter. Roland Rottenfußer schreibt in der Zeitschrift „Sein.de“ in seinem Artikel „Der Triump des Wünschens“ über diese neue Religion, den neuen Aberglauben, der keinerlei politischen Widerstand mehr zu befürchten hat (siehe Sein.de):

Damit wird eine mental optimal trainierte Elite von „Richtigdenkern“ auch wohlfeil aus seiner gesellschaftlichen Verantwortung entlassen, selbst wenn sie, wie Proktor zugibt, mit völlig unverhüllter Gier ein übermäßiges Stück vom Kuchen des gemeinschaftlichen Reichtums an sich raffen. Das Positive Denken wird so zum geistigen Überbau des herrschenden Wirtschaftsliberalismus, schön tönende Begleitmusik zum Chor der marktradikalen Gegner des Sozialstaats, die in soziale Not Geratenen statt Brot und Mitgefühl gern besserwisserisch Belehrungen über versäumte Eigenverantwortung zukommen lassen. Mein Fazit lautet also: Wachsamkeit gegenüber den realen Auswirkungen unserer Gedanken und Vorstellungen ist geboten. Eine dogmatische, den Zeitgeist übermässig durchdringende Philosophie der Eigenverantwortung.

Ich kenne überzeugte Atheisten, die hemmunglos dieser neuen Religion hinterher laufen, ohne wirklich zu merken, dass hier eine brandneue, brandgefährliche und in ihrer Vernichtungskraft nochmal potenzierte Portion „Opiom fürs Volk“ verabreicht wird. Eine Religion, die schon in der Theorie ein Ausmaß von Menschenverachtung erreicht, welches man „offiziellen“ Religionen nie hätte durchgehen lassen:

Ein nicht mehr zu überbietender Zynismus sowie haarsträubende Ignoranz gegenüber den sozialen, wirtschaftlichen und politischen Ursachen tragischer Menschenschicksale tritt auch zutage, wenn Dr. Joseph Murphy behauptet: „Armut ist eine Krankheit des Geistes“. Millionen von «Kranke» in der Sahelzone, den Favelas der brasilianischen Millionenstädte oder den menschenunwürdigen Müllhalden-Siedlungen am Stadtrand von Mexico City müssen sich als Negativdenker mit „Armutsbewusstsein“ verhöhnen lassen.

Ja – das ist der „Amerikanismus“ (siehe Neopresse), die Religion der Räuber: wer viel hat, ist gut, wer arm ist, ist böse, eine Philosophie, die der Lehre der christlichen Kirche diametral entgegengesetzt ist: der Antichrist ist also wirklich da … nur scheint das keinen zu stören, ja. selbst die aufgeklärtesten Menschen springen auf jenen die Armen verhöhnenden Zug auf, weil sie endlich selbst Unternehmer sind, selbst Schöpfer ihrer eigenen Realität, selbst sein eigener Gott, bald unermesslich REICH … der einzige Sinn, den ihr armseliges Leben noch zu bieten hat.

Wozu braucht ein Gott auf Erden schon noch eine Gewerkschaft? Er will seinen Zug, damit er – versunken in die einlullende Musik aus seinen Kopfhörern – weiter ungestört den Traum von seiner menschlichen Allmacht träumen kann … einen Traum, aus dem ihn jetzt diese unheilige, negativ denkende Gewerkschaft einfach herausgerissen hat.

Merken Sie, wo die Energie für den Zorn herkommt, der jetzt der Gewerkschaft der Lokführer entgegen gebracht wird?

Das ist Blasphemie!

Diese „Gewerkschafter“ glauben nicht an die Macht des Wünschens! Sie widersprechen Gott selbst – und sorgen dafür, dass er zu spät zur Arbeit kommt!

In Wahrheit aber … sind sie die letzten Rebellen der Erde, Menschen, die etwas versuchen, was die meisten der kleinen selbstverliebten Traumgötter nie auch nur in Erwägung ziehen würden: den Kampf gegen den Moloch, der die Welt in etwas sehr unmenschliches, asoziales umbaut: in die Hölle auf Erden, in das Reich das Antichristen, wo jeder jeden verzehrt. Wo bleiben da nur die Kirchen? Man schaue sich die Gehälter ihrer Funktionselite an und man wird sehen, wie sie verführt wurden, dem Moloch zu dienen – kann halt nicht jeder Christus persönlich werden.

Kann man daraus nun eine Verschwörungsgeschichte basteln?

Nun – Ideologien fallen nicht vom Himmel. Kein Gott sendet sie per Fax. Menschen mit Absichten denken sie sich aus, andere investieren Geld in ihre Verbreitung, weil sie es nützlich finden, so Kontrolle über viele auszuüben und jeden Widerstandsgeist an der Wurzel zu eliminieren. Ja – ich fürchte, es gibt egostische Menschen auf diesem Planeten, die sich für das 350-fache eines normalen Arbeitergehaltes einen Scheißdreck um Moral kümmern. Auch die denken für sich sehr positiv … haben aber nicht vergessen, dass es sehr nützlich sein kann, die Gedanken per Tat in wirksame Realitäten umzuwandeln, anstatt davon zu träumen, dass ein göttliches Füllhorn (gehalten von Günther Jauch)  einem Millionen Taler beschert.

Die Machtbasis der Abgreifer ist klar zu benennen: es sind gedankliche Konstrukte von großer Kraft und Macht, die unsere Wirtschaft völlig in der Hand haben: (siehe Tagesanzeiger.ch):

ETH-Forscher aus dem Bereich Systemdesign haben den globalen Kapitalismus mit den Methoden der modernen Systemtherorie unter die Lupe genommen. Ihr Schluss: Eine kleine Gruppe von 147 Firmen kontrolliert den Grossteil der übrigen Wirtschaft.

«Wir hatten nicht erwartet, dass die Macht im Zentrum derart konzentriert sein würde», meint einer der Studienautoren, James Glattfelder, gegenüber der «SonntagsZeitung».

Die starke Machtballung steht nicht nur im Widerspruch zu einem demokratischen Staatsverständnis, sie gefährdet durch ihre dichte Vernetzung auch die Stabilität des Systems.

Einige hundert CEO´s kontrollieren 40 % der Weltwirtschaft … und damit einen Großteil der Bevölkerung, die sich gerade selbst „vergöttert“. Diese Machtballung zerstört die Demokratie, die Volkswirtschaft und weitgehend auch jede notwendige Reform, die das kapitalistische System lebensfähig halten könnte.

Und mit dieser Macht legt sich eine kleine Lokführergesellschaft aus Deutschland an.

Da kann man nur sagen: mutig.

Respekt!

PS: ja, noch ein Schmankerl für Verschwörungsverächter: sogar das Manager Magazin brachte einst – ganz offen – einen Artikel über die „geheimen Machtzirkel“ jener Manager, die 40 % der Weltwirtschaft kontrollieren. Leider … ist die Welt kein Ponyhof – und nicht durch Wunschdenken, Superstars oder voreilendem Gehorsam zu verbessern.

PS 2: Und wissen Sie, woran diese CEO´s mit Nachdruck arbeiten? An einer Welt ohne Menschen. Ja – aus betriebswirtschaftlicher Sicht sind wir einfach zu teuer. Der neueste Gag: Schiffe ohne Menschen (siehe Spiegel).  Wann die wohl die ersten Städte präsentieren, die ganz kostengünstig völlig ohne Menschen funktionieren?

 

 

Eifelphilosoph -Cover Band 2 - Neobooks

 

 

Die grausame Lüge der „freien Wahl“

Die grausame Lüge der "freien Wahl"

Dienstag, 24.6.2014, Eifel. Wir sind frei, ja? Ich meine: wir haben die Wahl, oder? Jedenfalls wird uns das gepredigt. Kolonnen von esoterisch angehauchten und philosophisch ungebildeten „Trainern“ und „Coaches“ hämmern uns dies ein. Wir hören das gerne. Warum? Es gibt uns ein Gefühl der MACHT. Wir haben ja die Wahl, wir sind SELBST verantwortlich für unser Schicksal. Hört sich ja auch gut an. Frei und stark. Vorbei die Zeiten wo die Ikonen der linken Philosophie von einem „in-die-Welt-geworfen-werden“ sprechen durften und klar war, dass man eigentlich was an den Verhältnissen ändern muss, in denen der Mensch eingebettet ist.

Der moderne Mensch jedoch – ist Gott. Endlich Gott geworden. Jedenfalls … hält er sich dafür.

Das ist neu. Sehr neu. Früher – als es noch keine Coaches und Trainer gab – flochten noch Nornen und Moiren an den Fäden des Schicksals, das als unentrinnbar empfunden wurde, Sokrates, der große Urgeist der Philosopie, hat uns durch seinen Schüler Platon mitteilen lassen, dass das ganze Leben vorbestimmt sei – anders konnte man sich das Chaos nicht erklären. Dem animistischen Modell, dass böse Geister in einer perfekten Welt für Unheil sorgen, wollte man sich nicht anschließen – man war Städter geworden und stolz darauf.

Freiheit … ja … Freiheit erträumte man sich später erst wieder – nach Imperialismus und Feudalismus. Zuvor regierte die Angst: Missernten rotteten ganze Landstriche auch. Die Pest besorgte den Rest. Was überlebte, schuftete als Leibeigener für den „Herrn“. Was man aber hatte: keinen Krebs. Nach einem dreissigjährigen Krieg war aber ein Befreiungsschlag unabwendbar – in ganz Europa begann es zu gären. Das ein Gott dies Drama ersonnen haben sollte, glaubten immer weniger – vor allem jene nicht, die wussten, wovon sie redeten. Das Kirche sich zum Instrument der Herrschenden hat machen lassen, wurde immer deutlicher, dass hier Weltbilder zu Unrecht im Auftrag des Adels verbreitet wurden, wurde immer klarer.

Es war die Rede vom Auszug des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit … damit war aber die Menschheit an sich gemeint, nicht das Individuum. Niemand wäre auf die Idee gekommen, zum Köhler in den Wald zu gehen und ihm zu sagen, er solle jetzt mal frei werden – und sich nicht mehr so dämlich anstellen.

Legt man Kant zugrunde, scheint es logisch zu sein, dass wir jetzt endlich frei sind. Die Kirche ist wieder im Dorf, der Adel scheint fort, die Pest ist ausgerottet, Kriege scheinen der Vergangenheit anzugehören: das Paradies scheint nah!

Endlich sind wir FREI und HABEN DIE WAHL – jeden morgen!

Mal abgesehen von … der Notwendigkeit des Trinkens. Des Essens. Der Wärme.

Ja – unser „Freiheit der Wahl-Philosophie“ funktioniert erst im Wohlstand. Vorher kann man das keinem verkaufen. Vorher ist „Freiheit“ auch ein sehr untergeordneter Wert. Durst, Hunger und Kälte zwingen den Unachtsamen schnell in die Knie. So etwas erlebt man nicht in den Etagenwohnungen mit fließend Wasser, Heizung und Kühlschrank. Darum gibt es ja auch „soziale Menschenrechte“ – dem Joch des Körpers muss man schon entkommen können, die Wahl beginnt erst nach dem Schlafen, dem Essen und dem Trinken … es sei denn, man will den frühen Tod.

Gehen wir einfach mal hinein in dieses tolle, moderne Leben der Wahlfreiheit. Ziehen Sie einfach hinaus in die Welt, stecken sich ihren Claim ab und beginnen Sie mit dem Aufbau ihrer Existenz, leben Sie den amerikanischen Traum!

Scheitert in Deutschland daran, dass alles Land schon vergeben ist. Kleinere Parzellen werden zwar noch gehandelt, aber da gibt es hohe Nutzungsauflagen – und Steuern, die man bezahlen muss. Landwirte können nur noch als Großindustrielle überleben, ansonsten werden sie von Steuern und Strompreisen aufgefressen. Ach ja – Trinken ist noch umsonst, aber Essen und vor allem Wärme sind sehr teuer. Im Wald zelten ist verboten, jagen dürfen dort nur die Reichen – wie früher. Sie brauchen also eine „Unterkunft“, die oft von vielen gewählte Freiheit der Eremitage gibt es in diesem Land nicht mehr.

Natürlich gibt ihnen der Staat etwas Geld, damit sie überhaupt überleben können. Jahrzehntelang war das auch selbstverständlich: man kann nicht gleichzeitig den Zugang zu allen natürlichen Ressourcen verbauen UND vom Menschen gelebte Freiheit verlangen – das ist geradezu pervers. Ein Sartre hätte das noch verstanden, im degenerierten Wunderland des Neoliberalismus ist das ein völlig fremder Gedankengang geworden: „Sozialromantik“ pur. Ja – das natürlich Existenzrecht des Menschen, sein Anspruch auf die existentiellen Güter des Planeten, die VÖLLIG UMSONST geliefert werden, gilt nicht mehr, ist dumme Träumerei: die Raubgesellschaft teilt die Menschheit wieder in Adel und Pöbel – und alle klatschen, weil: man hat ja die FREIE WAHL.

Zehn Jahre lang „schult“ der Staat die junge Generation. Früher gab es da klare Erziehungsziele: „Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung“ – man roch Werte wie „Demokratie“, „Gemeinschaft“, „Freiheit“, „Respekt“. Heute ist das anders. Der adelige Wehrmachtsoffizier Hartmut von Henting (der sich im Falle des Kindesmissbrauches an der Odenwaldschule ordentlich daneben benommen hatte) wird momentan in Ausbildungsseminaren für Lehrer zitiert. Ob das so ganz in seinem Sinne ist, mag ich nicht beurteilen, aber die Zitate können auch für sich sprechen, siehe „Studienseminar Koblenz„:

Da Pädagogen keine Menschen „machen“ und ihnen die Verbesserung der Welt weder aufgetragen noch möglich ist, müssen sie sich auch nicht mit Entwürfen einer anderen oder besseren gesellschaftlichen Ordnung abgeben. Sie haben den Auftrag, den jungen Menschen in die gewordene teils gewollte, teils ungewollte Kultur einzuführen, so dass er in ihr bestehen kann und sie nicht behindert oder beschädigt oder zerstört.

Zur Erläuterung: In „Studienseminaren“ werden Lehrer „erzogen“, die frisch von der Universität kommen. Das obige Zitat ist Satz drei in dem Vortrag und definiert so nebenbei die Auslegung der übrigen Sätze … unter denen wir ganz weit hinten auch noch die Schulgesetzgebung und die „Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung“ finden.

Das „Pädagogik“ eigentlich nur Sinn macht, wenn sie Menschen „macht“, dass die Investition des Steuerzahlers in „Schule“ einzig und allein der fortschreitenden Verbesserung der Welt durch Schulung der nächsten Generation gilt und sonst kaum zu verantworten ist, ist in Vergessenheit geraten. Der Mensch soll kritiklos in eine bestehende, offen als dysfunktional erklärte Kultur eingeführt werden – und zwar so, dass er sie nicht behindert, beschädigt oder zerstört: das ist ein Leitsatz für Arbeitsameisen.

Freie Wahl? Nicht gewünscht. Wollen Eltern sich diesem System entziehen, reagiert der Staat mit exekutiver Gewalt: die Bildung von alternativen Gesellschaften wird mit Waffengewalt unterbunden (siehe gestrigen Artikel) – obwohl man (wie Schopenhauer schon vermutete) eigentlich weiß, dass unterschiedliche Gesellschaftsmodelle im Nebeneinander ohne weiteres sehr fruchtbar sein können … und vor allem die Wahl überhaupt erst möglich machen!

Nach der Schule wird die Freiheit erstmal von Rechnungen diktiert – und das bleibt so bis ans Lebensende. Rechnungen für Wärme, Speise und Trank. Das gibt es nicht mehr „einfach so“, das gibt es „von jemandem“, „dem das gehört“. So unfrei war noch nie eine Gesellschaft vor uns …. doch diese Unfreiheit bemerkt man erst, wenn man aus der Konsumkultur vollständig heraustritt, sich in jene aussterbenden Kulturen begibt, die  – noch – anders leben können, drei Stunden am Tag arbeiten und 21 Stunden Spaß und Schlaf haben, indigene Kulturen, die uns vorleben, wie die Welt seit Anbeginn der Zeiten angedacht war … oder wie wir sie als Menschheit vorgefunden haben: mit sehr wenig sinnvoller und nicht entfremdeter Arbeit beherrschbar.

„Entfremdete Arbeit“? Inzwischen ein unbekanntes Wort. 99 % der Tätigkeiten in unserer Gesellschaft sind „entfremdet“, sogar Pflegetätigkeiten werden durch die Stopuhr so reglementiert, dass keine humane Beziehung zur Tätigkeit mehr aufkommt, „Dienstleistung“ ist da Zauberwort … und wieviel Freiheit in „Dienst“ ist, kann sich eigentlich jeder selbst denken. „Freiheit“ – ist Herrschaft. Auch Herrschaft über das eigene Leben. Was will ich anziehen? Was essen? Wie wohnen? Wie lang möchte ich meine Haare wachsen lassen, wie wild soll mein Bart sein, wie außerordentlich meine Kleidung?

Rektoren in Sonderschulen höre ich klagen, dass gerade jene Kinder bei ihnen landen, die den ausufernden Konformismus nicht mehr ertragen oder ihm entsprechen können. Ein Gegenbeispiel? Gehen sie mal auf ein Fest der „Rainbow Family„, auf ein „Gathering“ – und schauen sich an, wie frei dort die Mode ist: jeder zieht an, was ihm gefällt. Jeder ist ok mit dem, was er an hat – Schulungen in „Ich bin ok, Du bist ok“ braucht man dort nicht … das ist allgemeiner Grundkonsens. Gut, Alkohol und Nikotin sind dort nicht erwünscht, auch Waffen und raffinierten Zucker sieht man dort nicht gern – aber Heiterkeit, Gesang und gute Laune sind dafür gern gesehen. Schauen Sie sich die Reste der Hippiekultur an … und dann einfach mal Ruckzuck hinein ins konforme Gewühl einer deutschen Einkaufspassage: erkennen Sie den Unterschied?

Freiheit? Freie Wahl?

Gönnen Sie sich doch einfach mal eine ganz besondere Freiheit, die Freiheit auf körperliche Unversehrtheit, ein gewichtiges, naturgegebenes Menschenrecht: schneiden Sie sich nicht mehr die Haare. Denken Sie daran: lange Haare bei Männern sind Zeichen des Königtums (siehe Christus), nur der Sklave ist zur Schur verpflichtet. Ach – ist gar nicht mehr bekannt? In Haaren liegt Zaubermacht – alte biblische Geschichte. Auch die Germanen, Kelten, Franken und Wikinger sahen dass so. Die Indianer erst recht … und nach einem Märchen bei Sott.net (Wissenschaft des Geistes, „Die Wahrheit über Haare und warum Indianer ihr Haar lang trugen“) brauchen Menschen diese langen Haare, die wie Antennen die Wahrnehmung verfeinern.

Gut, ich möchte sie nicht überfordern. Bleiben wir bei der zweiten Haut des Menschen – der Kleidung. Sie sind frei – also: ziehen Sie doch morgen mal an was sie wollen! Fesch sehen zum Beispiel die Uniformen napoleonischer Husaren aus. Klassisch ist die gediegene Toga – über Jahrtausende hinweg ein Vorbild für Stil und Eleganz. Oder einfach mal … gar nichts, außer Tatoo – und vielleicht ein winziges Schürzchen. Ist ebenfalls seit Jahrtausenden der Hit. 5000 Jahre Kleidungsgeschichte stehen uns zur freien Verfügung! Aber was sehe ich in den Supermärkten der Stadt? Na?

Einfach mal selber schauen.

Freie Wahl der Nahrung? Es sind eine Hand voll Konzerne, die unsere Nahrungsversorung kontrollieren. Was an Zusatzstoffen drin ist, was sie bewirken, weiß kein Mensch. Als „Insider“ kann ich Ihnen sagen: das gilt auch für die Zusatzstoffe in Medikamenten – habe ich gelernt bei Dr. med. Arno Heinen. Was an Giften in Nahrung, Wasser und Luft seit der Geburt wirkt, merken wir an den rapide ansteigenden Krebsraten – und an dem rapiden Anstieg aller möglichen Arten von Krankheit.

Gehen wir weiter. „Freie Wahl“ wird gesucht. Gehen wir über zur Dritten Sphäre räumlicher Existenz: dem Wohnraum. Es gibt hunderttausend spannende, kreative, lebendige und beflügelnde architektonische Entwürfe für Wohnraum – vom Baumhaus über den Zigeunerwagen bis hin zum Traumschloß … jetzt lassen Sie ihrer Phantasie mal freien Lauf und denken sich ihr eigenes Traumhaus aus! Gut – Sie haben gar kein Grundstück. Das ist doof – aber das ignorieren wir mal. Sie haben auch kein Geld – das ignorieren wir auch mal … sie scheitern nämlich schon an den Bauvorschriften. Jedenfalls in Deutschland – in den USA sieht das noch anders aus.

Was bleibt übrig von der freien Wahl?

Die Pippi-Langstumpf-Methode: ich denke mir die Welt, wie sie mir gefällt. „Neuro-linguistische Programmierung“ ist hier das Zauberwort, die Techniken sind aber schon im klassischen Wohlstandssatanismus bekannt und wurden intensiv im Kommunismus und Nationalsozialismus angewandt: man wiederholt eine Botschaft so lange und kritiklos, bis sie das ganze Bewusstsein erfüllt: „Ich bin glücklich, mir geht es gut, ich bin frei!“. Tag für Tag, Stunde für Stunde, Minute für Minute – ein religiöses Mantra. Mönche kennen so etwas auch, die Technik ist in Wirklichkeit tausende von Jahren alt und dient der Konzentration auf Gott … bzw. der gezielten Konditionierung des Denkens an sich. Mit „Freiheit“ hat dies nichts zu tun – eher mit der Erzeugung von biologischen Robotern.

Das kann übrigens Glücksgefühle produzieren – keine Frage.

Gleichzeitig erzeugt es aber eine völlige Ignoranz von allem, was dem Mantra entgegensteht: wie im Wahn wird „Realität“ ausgeblendet … jene Realität, die gerade uns moderne Menschen einen schauerlichen Rahmen vorgibt: Massenvernichtungswaffen, Massenvernichtungslager, Massenverblödungsmedien. Aus Mitleid wird alternativlos „Sozialromantik“: der so konditionierte Mensch braucht diese Sicht, weil er durch die Konditionierung den Anderen schon gar nicht mehr sehen kann … geschweige denn mit ihm leiden – oder ihm helfen. Er wird nicht nur von „Arbeit“ entfremdet, sondern in der nächsten Stufe sogar von der Menschlichkeit selbst. Einbildung durch einhämmern von Glaubenssätzen („mir geht es gut, ich fühl mich wohl, ich bin soooo frei!“) ersetzt Bildung. Was sagt man dazu im Lehrerseminar: „Maßstab ist weniger ein definierter Moralkodex, sondern Kriterien des Miteinander-Auskommens“.

Oder: konfliktscheue Anpassung an das, was man so vorfindet, in das man – nach Sartre – so „hineingeworfen“ wurde.

Haare, Kleidung, Wohnung … hatten wir schon. Alles streng genormt und vorgegeben. Jetzt kommen wir … zum DENKEN.

Wie frei sind Sie im Denken?

So unfrei wie nie zuvor. Die Gedanken sind nicht mehr frei – und äußern darf man sie schon gar nicht mehr. Erzählen Sie doch einfach mal Ihrem Nachbarn vor Ihrer UFO-Sichtung letzter Woche! Keine Scheu: solche Beobachtung begleiten die ganze Geschichte der bekannten Menschheit. Oder davon, wie sie Christus getroffen haben! Buddha geht auch! Oder wie sie dem grenzenlosen Nichts in der ZEN-Meditation begegnet sind – und seine Liebe gespürt haben!

Schon Angst bekommen? Noch Bombergeneral Harris hang dem uralten Feenglauben der britischen Inseln an – ist noch nicht so lange her, dass das Bestandteil normaler Alltagskultur war.

Gehen Sie mal zu Ihrem Nachbarn und erzählen Sie ihm, dass Sie an der Verschwörungstherorie der US-Regierung zu den Anschlägen vom 11.9.2001 zweifeln, wonach Osama und seine 19 Räuber die gesamte Verteidigung der mächtigsten Nation der Erde mit Teppichmessern unterwandert haben … und gerade der Ausweis des Hauptverdächtigen eine Explosion überstand, die ein gigantisches Hochhaus zum Einsturz brachte. Zufällig landete gerade dieser Ausweis vor den Füßen eines Regierungsbeamten – um nur eine von hundert Ungereimtheiten dieses Anschlags zu nennen, dessen offizielle Erklärung wir schon aus rein wissenschaftlicher Sicht ablehen müssen: zu viele Hypothesen.

Kommt jetzt langsam Panik auf? Gehen Sie mit dieser Geschichte mal auf den Marktplatz und erzählen sie vor vielen Leuten – dies ist ein freies Land, Rede und Denken sind frei! Na – noch Freiwillige übrig für diese Experiment?

Ja – ein paar. Die lassen gerade als „Montagsdemos“ den Hass von Rechts und Links über sich ergehen, weil sie … nonkonforme Gedanken äußern. Ja – das ist der kleinste gemeinsame ideologische Nenner der sogenannten „Spinner“ – sie äußern nonkonforme Gedanken. Nicht alle sind von hinreichender Qualität …. aber nonkonforme Gedanken haben in der Regel weder soviel Zeit zu wachsen, noch einen ganzen Planungsstab, der sie ausformuliert.

Zwang und Konformismus bis ins Innerste hinein: aber wir tanzen dazu mit dem fröhlichen Lied der Freiheit auf den Lippen … eine Lied, dass wir auch den Insassen von Auschwitz, den Opfern von Hiroshima oder den Toten von nine-eleven vorsingen: ihr hattet die FREIE WAHL.

Das ist schön bequem …. denn dadurch sind sie nicht nut tot (oder im Elend), sondern auch noch selbst Schuld, d.h.: man kann diese Opfer zurecht völlig vergessen … und ist dadurch mit einem Schlag auch die Notleidenden der eigenen Kultur los.

Was für ein Paradies …. für Egomanen und Soziopathen.

Gut, dass allein schon Elternschaft vor diesem Wahn schützt … da wird man schnell mit allen Normen konfrontiert, die von einem erwartet werden – und deren Nichterfüllung sofortige Konsequenzen hat … bis hin zum Kindesentzug.

Schade nur, dass immer wenige Menschen Eltern werden … in dieser ach so freien Welt. Aber das ist eine Bedingung, um den Wahn von der freien Wahl noch leben zu können.

Krank, arm, alt, einsam? Liegt im Rahmen der „Tun-Ergehens“-Philosophie des nordamerikanischen Protestantismus allein im Bereich der Selbstverantwortung des Individuums! Der „gute“ Mensch ist ewig reich, ewig gesund, ewig jung und immer überall hoch beliebt … bis die Realität ihn einholt und er merkt, dass er doch kein Gott war.

So bleibt am Ende ziemlich wenig Freiheit übrig … und ich habe noch nicht einmal angefangen, über die Zwänge der Seele zu spreche, über familiäre Muster, die sich Wege bahnen, über archaische Instinkte, die nach Herrschaft gieren – und über dunkle Gefühle, die sich Bahn brechen wollen.

Aber wir wollen heute die Selbstherrlichkeit der Wohlstandsblasen nicht zu tief erschüttern, ihr träumerischer Wahn vom völlig selbstbestimmten, freien Leben ist ja sowieso nur für ein Prozent der Menschheit lebbar: für Reiche.

Und davon hat Deutschland immer mehr, die sich gerne aus der Verantwortung für ihre Mitmenschen stehlen wollen, nachdem sie deren Leistung gerne mitgenommen haben: dazu ist die Lüge der „freien Wahl“ allerdings sehr nützlich.

Nur – den „Verlierern“ gegenüber ist sie sehr grausam, gemein, hinterhältig …. und zudem zutiefst FALSCH.

 

 

 

 

 

Das Bewußtsein schafft Realität – oder nicht?

Das Bewußtsein schafft Realität - oder nicht?

Dienstag. 18.3.2014. Eifel. Bin heute mal wieder hereingefallen – auf den Spiegel. Behauptet der doch, bei einem Talk von Günter Jauch sein von einer ehemaligen Justizministerin zwischen zwei Arten von Sozialschmarotzern unterschieden worden: den guten Millionären und den bösen Hartz IV-Empfängern. Wäre das so – es wäre in der Tat wieder ein Skandal. Leider war das eine Lüge. Die SPD-Frau hat nur darauf hingewiesen, dass der parasitäre Millionär wahrscheinlich im Gefängnis anders behandelt wird als der Hartz IV-Schwindler. So leicht kann man in die Irre geführt werden … und so leicht kann man mich dazu bringen, eine erbärmliche Talk-Show zu gucken. Natürlich werden Menschen aus dem Opfermilieu der Kranken, Alten, Ausgebrannten, mit Familie belasteten Untermenschen von denen, die noch nicht krank, alt, ausgebrannt oder mit Familie (pflegebedürftige Eltern oder Kinder) belastet sind, anders behandelt.

Erst gestern habe ich zu dem Thema eine E-Mail bekommen: eine Frau mit Vermittlungshemmnissen (was ich mal voraussetze, denn JEDER, der in Hartz IV landet, hat solche – sonst hätte er schon längst wieder eine Anstellung) will ihren Sohn besuchen – und dazu ihr Dorf verlassen. Dazu braucht sie – als per Willen der Regierung Ausgestoßene – eine Reisegenehmigung vom Jobcenter, einen Passierschein, sozusagen. Kehrt sie zurück in ihr kleines Paradies, muss sie sich persönlich bei der Behörde zurückmelden … wie Strafgefangene beim Bewährungshelfer.

Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen Hoeneß und dem Rest der Welt: die Nicht-Millionäre stehen schon mit einem Bein im offenen Strafvollzug, nur weil sie normale Arbeitnehmer mit dem Risiko der Arbeitslosigkeit sind – und dieses Land nennt sich ernsthaft noch „demokratisch“.

Nun gibt es Menschen, die haben eine ganz hervorragende Idee gehabt, diese Idee im Kreise des Managementes diskutiert und viel Geld dafür bekommen, sie unters Volk zu bringen.

Die Idee war einfach: man schenkt dem Volk eine neue Philosophie – die US-Philosophie des „positiven Denkens“. Jeder kann es schaffen, jeder ist Millionär, jeder schafft mit der Kraft des eigenen Bewusstseins seine eigene Umgebung., seine eigene Realität, seine eigene Wirklichkeit. Nichts soll den neuen „Göttern des reinen Geistes“ unmöglich sein – so das Versprechen der Heilsbringer.

Die Reichen finden diese Philosophie klasse, zeigt doch ein Blick auf ihren Kontostand, dass sie wirklich zu den Auserwählten gehören, zu den Lieblingskindern ihres Gottes, ja, dass sie selbst zurecht die neuen Götter auf diesem Planeten sind, eine neue Spezies, die die alte zurecht verdrängt … und möglicherweise auch drastisch dezimieren wird, jenes unwerte Leben, das noch nicht mal richtig denken kann.

Und nebenbei hat diese Philosophie auch noch einen sehr angenehmen Nebeneffekt: anstatt nach möglichen Ursachen einer ungerechten Reichtumsverteilung zu schauen (purer Raub oder Betrug sind hier oft die einzigen Ursachen – auch wenn er vor langer Zeit geschah: der in Großbritannien zirkulierende Reichtum stammt auch heute immer noch aus den Taschen Millionen opiumsüchtiger Chinesen – wie auch der Reichtum Europas, auf den wir oft so stolz sind, noch aus den Kolonien stammt), schaut der Bürger nur noch auf sich und die Minderwertigkeit seines eigenen Denkens, seines Lebens und seines Seins – einer Minderwertigkeit, die sich zurecht in einer finanziellen Minderausstattung zeigt.

Man weist auch auf Erfolge hin – zum Beispiel in der Krebsbehandlung. Louise L. Hay ist da eine der führenden Autorinnen – geboren 1926, an Krebs erkrankt und immer noch lebendig, scheint sie in der Tat den Krebs überwunden zu haben … nur durch Änderung ihrer Gedanken. In Deutschland ist „Psychoonkologie“ zur Sterbebetreuung degradiert worden, man akzeptiert keine Zusammenhang zwischen der menschlichen Psyche und Krankheit- als Mann vom Fach kann ich garantieren, dass das die Pharmaindustrie auch nie zulassen würde: blühender Krebs ist ein Milliardengeschäft, das man sich nicht durch systematisierte „spontane Selbstheilung“ von Krebs kaputt machen läßt. Die „Spontanheilung“ bleibt so für die deutsche Medizin ein Wunder, das gelegentlich den Therapieplan versaut und Abrechnungsmöglichkeiten ruiniert … mit empfindlichen finanziellen Einbußen für den behandelnden Arzt.

Aufbauend auf die Theorien der Psychoimmunologie (die im Prinzip besagen, dass das Immunsystem durch die geistige Befindlichkeit des Menschen so weit gesteuert werden kann, dass es auch bösartigste Tumor in Nichts auflöst – ein interessanter Ansatz, der meinem Vater fünf Jahre Leben schenkte, während die Schulmedizin ihm noch drei Wochen gab … allein die Nebenwirkungen der Medikamente waren schon schwer zu ertragen) hat Frau Hay mit ihren Kameraden gleich ein neues Weltbild, eine neue Physik, eine neue Religion erschaffen: „gutes“ Denken erschafft ein „gutes“ Leben, „schlechtes“ Denken erschafft ein problematisches Leben.

Die Politik und die Konzerne jubeln. Sie bauen Mist – der Bürger hat Schuld.

Weltkrieg?

Schlecht gedacht.

Hugersnot?

Schlecht gedacht.

Weltwirtschaftskrise?

Schlecht gedacht.

Hartz IV?

Ein Anzeichen von Geisteskrankheit, völliger Lebensuntüchtigkeit aufgrund der gezielten Pflege unreiner Gedanken.

Genmais in Deutschland, Deutsche Soldaten in Afghanistan, NSA-Spione im Wohnzimmer, Weltkrieg durch Problem in der Ukraine, beständiges Absinken der Lebensqualität an allen Lebensbereichen?

Nun – die Antwort kennen Sie schon. Sie finden sie im Spiegel Ihres Badezimmers.

Andererseits … ist die Philosophie, die die USA hier weltweit vermarkten, schon länger bekannt – und findet möglicherweise Bestätigung in der modernen Quantenphysik, wobei ich hier an die Interpretation der Physik des Burkhard Heim durch Illobrand von Ludwiger denke: demnach gibt es zwölf Dimensionen (von denen sechs nur rein mathematisch notwendig sein sollen). Die ersten vier setze ich mal als bekannt voraus – sie bilden in ihrer Gesamtheit die Raumzeit, die unseren Lebensalltag bestimmt. In der fünften Dimension (entsprechend der Ideenlehre Platons) finden wir das Reich der Formen – hier ist der Mensch als einziges Wesen auf der Erde bewusst schöpferisch aktiv (was Computer niemals können werden), er bringt Formen in die Raumzeit, die es so vorher hier nicht gab (Autos, Flugzeuge, Schiffe – um nur ein paar zu nennen), in der sechsten Dimension hingegen finden wir eher „Geschichten“, also Lieder und Melodien, die die Art des Zusammenspiels der fünf Dimensionen bestimmen … so, wie es ältestes mythisches Denken der Menschheit schon immer behauptet hat.

Emanuel Swedenborg hat diese Kraft am Beispiel von „Engeln“ verdeutlicht, welche er im Jenseits beobachtet haben will: sie sind in der Lage, um sich herum Eigenrealitäten zu schaffen, in denen sie fünf- und sechsdimensionale Gegebenheiten selbst definieren können.

Und haben nicht Luther und Marx gezeigt, wie sehr ein paar Gedanken die Welt verändern …. und ihre Geschichte umschreiben können?

Verführerische Gedanken – mit dem Versprechen der Gottähnlichkeit und Unsterblichkeit versehen.

Und stimmt es nicht, dass für den einen das Glas halb voll ist – und für den anderen ist es halb leer?

Ja, das stimmt – aber die Bedeutung das Glases ändert nichts an seinem Inhalt: es bleibt halb leer und wird dem Körper deutlich weniger Flüssigkeit zur Verfügung stellen können, es als ein volles Glas täte – was dazu führt, dass er früher verdurstet, wenn er das Problem des Wasserverlustes nicht in den Griff bekommt.

Andererseits – wenn das Bewusstsein der deutschen Bevölkerung ihre Realität bestimmt, wenn mein Bewusstsein meine Realität bestimmt – warum kostet der Sprit dann nicht 10 Cent pro Liter und wird aus Wasserstoff gewonnen … um nur ein Beispiel zu nennen?

Nun – die Antwort ist klar: das Volk denkt falsch. Würde es richtig denken – der Traum vom Wassersprit wäre schon längst Realität.

Wie denkt man richtig?

Einfach auf die Promis schauen – wie bei Jauch: die sind alle reich und berühmt, als werden sie schon richtig denken: trotz unterschiedlichster politischer Positionen.

Nebenbei bemerkt: es ist eine Vorform des massenvernichtenden Faschismus, die wir hier wachsen sehen: von dem Ruf nach der Vernichtung des unwerten Lebens nur noch einen Schritt entfernt; der grauenhafte, jedes Mitleid und jede Nächstenliebe negierende Kampfbegriff „Sozialromantik“ entspringt direkt aus dem Herzen dieser Philosophie, die im Grunde ihres Herzens – aus ethischer Sicht – nur teuflisch und satanisch genannt werden kann oder – aus medizinischer Sicht – psychopathisch.

Über die Gründe der Spontanremissionen bösartiger Tumore können wir hier nicht urteilen – sollten uns aber beständig daran erinnern, dass es so etwas gibt … und das kaum jemand Geld dafür ausgibt, dieses Wunder der Natur zu erforschen – und das obwohl die Zahl der Krebstoten jährlich steigt.

Über die Gründe des Zustandes der ganzen Welt können wir aber schon urteilen – auch in diesem Kontext.

Darf ich nochmal daran erinnern?

In den letzten vierundzwanzig Stunden sind auf unserem Planeten 80000 Hektar Regenwald zerstört worden. Volle 13000 Tonnen giftiger Chemikalien wurden in unsere Umwelt entlassen. Mehr als 45 000 Menschen sind verhungert, davon 38000 Kinder. Und mehr als 130 Pflanzen- oder Tierarten sind durch menschliches Handeln ausgelöscht worden. (Ein Artensterben von diesen Ausmaßen fand zuletzt beim Untergang der Dinosaurier statt).

(Aus: Thom Hartmann, Unser ausgebrannter Planet, Riemann Verlag, 2000, Seite 23 – dort findet sich auch des Zitat des erfolgreichen Pazifikkriegers).

Natürlich kann ich positiv denken, „Reichtumsbewusstsein“ demonstrieren und sagen: aha – es sind also noch Arten da, die aussterben können – und Kinder, die verhungern können.

Natürlich sind alle diese Entwicklungen Folgen von Entscheidungen und somit Folgen von Gedanken – Folgen der Entscheidung von Menschen für ein Wirtschaftssystem, dass den an sich gesunden marktwirtschaftlichen Wirtschaftskreislauf in ein tödliches Haifischbecken verwandelt, in dem ein Vernichtungskampf aller gegen alle stattfindet … zugunsten einiger weniger, die Zeit und Muße haben, abends bei Jauch in gemütlicher Runde über die Welt zu philosophieren. Es sind bewusste Entscheidungen, zum Zwecke der Machtentfaltung Genpflanzen auf den Markt zu bringen, die Bauern für immer und ewig in die Abhängigkeit von Konzernen bringen – weil auch die so indirekt erzeugten resistenten Schädlinge das besonder Gift des Konzerns brauchen. Es ist eine bewusste Entscheidung, durch den Einsatz chemischer Massenvernichtungswaffen Krieg mit der Natur zu führen, anstatt harmonischere Wege zu erforschen, die viele Kleingärtner noch kennen.

Es sind auch bewusste Entscheidungen, die die Welt im März 2014 wieder an den Rand eines längst überwunden geglaubten nuklearen Armageddons führt.

Aber – jetzt sind wir irritiert?

Wie kann das gehen?

Es sind doch die Erfolgsmenschen (siehe: Kontostand!) mit dem „reinen Geist“, die die Entscheidungen treffen, die die Umwelt verseuchen, aus Arbeitlosen Strafgefangene machen, tägliches Massensterben von Kindern zugunsten goldener Wasserhähne im eigenen Bad billigend in Kauf nehmen und auch mit Hochdruck (siehe: Rüstungsausgaben) an der Vernichtung der gesamten Menschheit arbeiten. Wie kann ihr „reiner Geist“ solche Erfolge erzielen – obwohl sie doch durch ihre politische Macht (Gewehre), ihre wirtschaftliche Macht (Geld) und ihre wissenschaftliche Macht (Medien und Experten) ALLE Hebel in der Hand hätten, sich gegen die minderwertigen Übeldenker durchzusetzen?

Diese Frage … wird nicht gestellt.

Es geht ja auch niemand der Frage nach, warum die Spitzen der US-Gesellschaft so eigenartige magische Riten pflegen, siehe Prof. G. William Domhoff, Who rules America – wobei zu bemerken ist, dass jener Erforscher der Elitenkaste auch als Traumforscher bekannt ist uns sich somit auch auf ander Formen der Erforschung von Magie und Zauberei verlegt hat.

Magie und Zauberei?

Ja. Mit dem „positiven Denken“ sind wir mitten drin in der Welt magischen Wunschdenkens, in der Vorstellung, durch bloße Gedankenkraft (unterstützt durch Rituale, wie sie unter anderem die US-Elite jeden Sommer für zwei Wochen abhält – siehe Domhoff) die Wirklichkeit beherrschen zu können bzw. durch die Vorstellung, das arme, alte, kranke und ausgebrannte Menschen in Wirklichkeit nur schlechte Zauberer sind.

Überraschenderweise verlässt sich die führende Nation des positiven Denkens nicht allein auf die sorgenbefreienden Rituale des Bohemian Grove, Nuklearraketen, Nuklear-Träger und Atom-U-Boote sichern den Erfolg der Rituale gründlich ab.

Hätten die Armen dieser Welt ein solches Arsenal – ihr Kontostand sehe auch anders aus.

Und ja: da formt ein Geist die Welt. Der gleiche Geist formt aber auch … welch´ Überraschung – das Bewusstsein … von dem wir bislang annahmen, es forme nur selbst. Ganze Armeen von Unternehmensberatern, Entertainern, Experten, Wissenschaftlern, Journalisten und Publizisten sind minütlich dabei, dieses Bewusstsein, welches für alles verantwortlich sein soll, zu formen, damit es sich anders verhält, als es zu erwarten gewesen wäre anders, als es menschlich wäre.

Eine gezielte Umerziehung zum Unmenschentum, beginnend im Kindergarten.

Was nützt mir die Erkenntnis, dass das Bewusstsein die Realität verändern kann … wenn die „Mächte und Gewalten“ dieser Welt beständig mein Bewusstsein manipulieren?

Und warum tun dies diese „Erfolgsmenschen“ und „reinsten Denker“?

Vielleicht, weil die Herrschaft über das Bewusstsein der Bürger erfolgreich verhindert, dass diese Bürger ebenso erfolgreich werden wie man selbst? Immerhin: es ist nicht genug Geld auf der Welt vorhanden, um jeden zum Millionär zu machen. Der Egoist bemerkt das erst spät – wenn überhaupt – dem mündigen Weltbürger jedoch ist dies sofort klar: was ich mir Kraft meines Denkens zuviel an mich ziehe, fehlt den anderen. Machen das unendlich viele Menschen, sterben täglich 38000 Kinder.

„Positiv Denken“ schützt also noch nicht mal vor Massenmord an Kindern … wenn es nur dem eigenen Reichtum dient.

Kehren wir zurück zu unserer von dem üblen Schicksal der Arbeitslosigkeit gezeichneten Frau, die mit Hilfe ihres Denkens in der Lage sein soll, das Joch des Hausarrestes los zu werden. Was wäre … wenn die Regierung einfach den Hausarrest für Arbeitslose per Dekret aufheben würde? Könnte sie dann nicht frei und ungebunden reisen – unabhängig davon, wie sie gerade gedacht hat?

Was ist, wenn es im Universum auch „kranken“ Geist gibt? Psychopathisches Bewusstsein? Welche Realität würde dieses Bewusstsein schaffen … und, mal Hand aufs Herz: ähnelt unsere Gesellschaft mit ihrer Tendenz zur Massenvernichtung allen Lebens nicht dem Produkt eins sehr kranken wenn nicht sogar zutiefst bösen Geistes? Wäre das nicht eine plausible Erklärung dafür, dass wir – trotz aller Anstrengungen des 18. und 19. Jahrhunderts, möglichst gut, edel und gerecht zu denken auch in der Staatsform „Demokratie“ am Rande der Selbstvernichtung durch Krieg, Gift und Verteilungsungerechtigkeiten stehen?

Tja – da macht man die Kiste des „postiven Denkens“ auf … und auf einmal springt der Satan persönlich heraus.

Dabei waren wir uns doch sicher, dass er nicht existiert.

Braucht er auch nicht. Wenn die Elite der Gesellschaft – also jene Menschen, die an den Schalthebeln politischer, wirtschaftlicher und wissenschaftlich-medialer Macht sitzen – seinen Werten folgen, dann formt sich die Welt nach dem Willen des Antichristen – egal, ob es ihn gibt oder nicht.

Doch selbst wenn wir den modernen Zauberpredigern folgen wollen und als Menschen in der Tat in der Lage sein sollten, per gezieltem Zugriff auf den sechsdimensionalen Raum – wozu für fähig sein sollen – Realität zu gestalten … ändert das nichts an der Realität, dass es andere Denker gibt (mit hohem Kontostand), die ebenfalls der Wirklichkeit ihren Willen aufzwingen wollen und alles in ihrer Macht stehende tun, um uns unbewusst, dumm und blöd zu halten – weil sie unsere billige Arbeitskraft für die Erfüllung ihrer Träume brauchen.

Und darum kann unsere anfangs zitierte Frau so positiv denken, wie sie will: es gibt Menschen, die mit aller Macht dagegen denken.

Und das ist – jenseits aller Zauberei – das eigentliche Problem … das Problem, dass es ohne die großen Sozialschmarotzer die kleinen womöglich gar nicht geben würde – und das wir ohne ihre Machtausübung womöglich gar keine Zauberei bräuchten, um unser Leben glücklich und in Frieden zu leben.

Und selbst wenn Zauberei hülfe … die Herrenmenschen dieser Welt sind allemal geschickter darin, sie anzuwenden: siehe Kontostand.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sorge Dich nicht, lebe! Bohemian Grove und die Religion der Banker

Diesen Satz haben viele von Ihnen sicherlich schon oft gehört: „Sorge Dich nicht, lebe!“ Überall laufen mitlerweile die Apostel des grundlosen Dauergrinsens herum und versuchen einem, ihre Philosophie zu verkaufen. Was sie dabei nicht erwähnen … diese Philosophie ist tödlich – für die eigenen Kinder, für den Nachbarn, für den notleidenden Fremden … und letztlich sogar für sich selbst.

Was ebenfalls wenige wissen: diese Philosophie wird bewußt und gezielt gefördert – aus politischen Gründen, denn ein größeres Geschenk kann man den Feinden der offenen Gesellschaft gar nicht machen, als mit diesem Gift das Denken zu benebeln.

Aber schauen wir erstmal, worum es geht, Amazon erklärt uns das gern:

Inhalt: Die Botschaften, die Carnegie seinen Lesern vermittelt, sind – wie er im Text immer wieder betont – den meisten Menschen in der Theorie bereits bekannt: »Sorgen machen krank« und »Der Erfolg ist in dir« lauten zwei seiner zentralen Thesen. Das Wissen um diese Erkenntnisse allein könne aber nicht zu einem erfüllteren Leben führen. Der Autor verweist daher immer wieder auf die Notwendigkeit der praktischen Umsetzung dieser Lebensweisheiten im Alltag. Anhand von anschaulichen Fallbeispielen, die er mit Anekdoten aus seinem Leben spickt, und in einfachen Worten zeigt Carnegie seinen Lesern den Weg zu einem zufriedeneren Leben.
Struktur: Carnegie gliedert sein Buch systematisch in mehrere Teile, die dem Leser Schritt für Schritt den Weg zu mehr Lebensqualität erklären. Nach kurzer Einführung, in der er seine Beweggründe darlegt und eigene Erlebnisse beschreibt, beginnt er in – mittlerweile – klassischer Ratgebermanier damit, dass er zunächst Grundbegriffe klärt, dann das Problem und seine Entstehung analysiert und schließlich seine praktische Methode zur Problembewältigung vorstellt. Im Anhang lässt er ehemalige Schüler zu Wort kommen, die von ihrer erfolgreichen Angstbewältigung berichten.
Wirkung: In Deutschland steht die inzwischen schon klassische amerikanische Anleitung zu mehr Erfolg im Leben seit über 1000 Wochen ununterbrochen auf der Bestsellerliste. Sorge dich nicht – lebe! wurde in 17 Sprachen übersetzt und allein in Deutschland 2,8 Millionen Mal verkauft. Carnegies Bücher werden weltweit in 38 Sprachen vertrieben, in mehr als 70 Staaten praktizieren Niederlassungen sein Trainingskonzept. J. D.

Und weiter:

In diesem Buch behandelt Carnegie das wohl drückendste Problem des heutigen Menschen: Sorge – Angst – Aufregung. Es ist ein fesselndes, leicht zu lesendes und in hohem Grade anregendes Handbuch zur Bewältigung unserer vielen Sorgen. In ihm legt der Autor die Grundsätze nieder, dank deren Befolgung der Leser sein Leben reicher und glücklicher zu gestalten vermag. Auch der Gesundheit sind diese Grundsätze dienlich, denn zahllose Menschen ohne organische Schäden „sorgen sich krank“. Zwar wissen die meisten, daß anhaltende Sorgen unsere Kraft verringern und das logische Denken beeinträchtigen; sie glauben aber nicht, daß man etwas dagegen tun kann. In diesem Buch beweist jedoch Carnegie auf Grund seiner erprobten und bewährten Technik, daß man etwas tun kann.Treffend wurde sein Wirken in einem Artikel charakterisiert, der nach seinem Tod in einer Washingtoner Zeitung erschien: „Carnegie wußte, was er tat, und er tat es mit erstaunlichem Erfolg. In seinen Büchern und Kursen hilft er Menschen, Hemmungen abzubauen und – wie es einer seiner Besteller ausdrückt – Freunde zu gewinnen. Millionen sind von seiner Philosophie des gesunden Menschenverstandes beeinflußt worden, die sich als wertvolle Hilfe zu Glück und Erfolg erweist.

Was einem nicht erklärt wird: Sorgen, Angst und Aufregung sind notwendige und natürliche Bestandteile des Lebens. Die Philosophie des „Sorge Dich nicht, lebe“ wird man in keinem Bauernhaus finden, denn Sorglosigkeit hat hier sofort Konsequenzen – dabei ist die Gestalt, die im Sommer mit der Weinflasche über das Feld tanzt und eben genau laut singend jene Philosophie der Sorgenfreiheit verbreitet, altbekannt…. als jener, den man nach der Schneeschmelze tot im Wald wiederfindet – verhungert, erfroren, endgültig sorgenfrei.

Darum mußte die Menschheit warten, bis es Wohlstand im Überfluß gab, bis die Arbeits- und Lebenszusammenhänge soweit entfremdet waren, das die Menschen hilf- und haltlos in der Gegend herumstanden, erst dann konnte man das Gift der asozialen Egozentrik und des lebenslangen Genießertums ohne Reue und Verantwortung in die Welt setzen – die Konsequenzen trug jemand anderes  irgendwo am Ende der Wertschöpfungskette.

Jedem Rentner, jedem Arbeiter, Angestellten und jedem Manager, jedem der auch nur einen Euroschein in die Hand nimmt, müßte man eigentlich sagen: Es klebt Blut an Eurem Geld. Das Blut von Kindern in Afrika, von Frauen in Asien und Mittelamerika, das Blut von Indianern, deren Gold bis heute noch die Sicherheit für unser Geld darstellt, das Blut von Kindern in Europa, die mit ihrer Arbeitskraft die Industrie aufgebaut haben, das Blut der Trümmerfrauen, die ihr mit einer Minirente abgespeist habt.

So etwas hört man nicht gerne, das ist mir klar. Doch wenn man es nicht hört und begreift … wie sollte sich jemals was dran ändern. Am Ende der 25%-Rendite steht irgendwo ein blutiges Kind, eine geschändete Frau, ein verhungerter Mensch.  Gott faxt dem Ackermann das Geld nicht zu.  Aber noch bevor man sich Gedanken über die Zusammenhänge machen darf,  kommt schon der erste vorbei und jubelt: „Sorge Dich nicht, lebe!“.

Dabei geht es gar nicht um Schuldverteilung. Wir alle – sind hereingelegt worden wie die Rinder, denen man Tiermehl untergejubelt hat.  Rinder essen Gras, kein Fleisch – aber man hat sie hereingelegt. Heraus kam: Rinderwahnsinn.

Welche Form von Wahnsinn uns befallen wird, weil man uns Kinderblut in die Wertschöpfungskette gemischt hat, weiß ich noch nicht genau, aber ich bin mir sicher, das die Mehrheit der Menschen in unserer Zivilisation das ablehnen würde, wenn sie zuvor davon gewußt hätten. Haben sie aber nicht – und fühlen sich schuldig, wenn sie davon hören. Nun sind wir aber schon längst keine souveränen Menschen mehr – und das ist die Quelle unserer Sorgen.  Der Bauer (der jeden Carnegie noch vom Land gejagt hätte, weil dieser Urvater aller Unternehmensberater nur jene Probleme lösen hilft, die man ohne ihn gar nicht hätte – jedenfalls als Bauer) wußte noch genau, warum er was tat. Er sah den Wert seiner Arbeit … und seine Arbeit machte noch wirklich frei (ein Satz der später zu einer teuflischen Fratze wurde). Je mehr er arbeitete, umso höher waren die Reserven und umso weniger brauchte er sich Sorgen machen.

Wir jedoch leben in einer anderen Situation. Wir „modernen Menschen“ haben alle – auch die Hartz-IV-Abhängigen – eher den Status von Höflingen. Wer von uns weiß denn noch, wie er sich notfalls vom Wald ernähren kann, bis sich die erste Ernte einstellt? Wer weiß, mit welchem Holz man schnell Feuer machen kann, um überhaupt erstmal die Nächte zu überleben? Wer weiß überhaupt noch, was Wald ist? In Deutschland … haben wir keinen mehr. Kleine Fleckchen noch, aber generell haben wir biologisch toten Nutzwald, der rund um unsere Agrarsteppen herumsteht. Obwohl wir viele Grüne in verantwortungsvoller Position haben, verarmt die Natur auch in Deutschland immer mehr … und je mehr sie verarmt, umso größer wird unsere Abhängigkeiten von der Versorgungsmaschinerie, die in Welt außerhalb der höfischen Demokratien über Leichen geht um unsere Preise niedrig zu halten.

Es stellt sich die Frage, ob wir uns überhaupt noch wehren könnten angesichts dieser erschreckenden Abhängigkeit. Nur die Gnade und die Großzügigkeit der Herrschenden bewahren uns doch noch vor dem Hungertod, kriegen wir keine Arbeit mehr (was schon geschehen kann, wenn wir nur gerechten Lohn fordern) … dann merken wir, wie unendlich hilflos und almosenabhängig wir sind. Ein erbärmlicher Zustand – erst Recht am Hofe des Königs der Welt, wo sich der Reichtum der Erde seit Jahrhunderten ballt bzw. zusammengerafft wird (und von dieser Diebesbeute gibt man uns ein wenig ab. Das nennt man dann: Verteilungsgerechtigkeit).

Aber wenn wir uns dessen bewußt werden, dann wissen wir, woher die Sorgen, Ängste und die Aufregung kommt – die Natur hat uns nämlich nicht umsonst mit diesen Gefühlen ausgestattet. Sie haben wichtige Funktionen, die uns zur Wachheit, Vorsicht und gezielter Lebensplanung anhalten.  Wenn wir also Sorgen und Ängste haben … DANN STIMMT WAS NICHT. So einfach ist das. Brüllt der Löwe in der Nacht, ist´s mit dem Leben bald vorbei, wenn ich mir keine Sorgen mache. Teile ich mir meine Ressourcen nicht ein, droht der Hunger vor der nächsten Ernte. Höflinge natürlich … können sich eine andere Philosophie erlauben:

Positives Denken (nicht zu verwechseln mit „Positiver Psychologie“) geht von der Annahme aus: „Wer Erfolg erwartet, der bekommt Erfolg. Wer Misserfolg erwartet, der bekommt Misserfolg“. Ziel des positiven Denkens ist, durch Autosuggestionen das Bewusstsein und Unterbewusstsein zu beeinflussen. Durch die sog. „self-fulfilling prophecy“, die „sich selbst erfüllenden Prophezeihung“, soll positives Denken auch zu positiven Effekten führen. Ausgegangen wird von der Vorstellung, der Mensch sei programmierbar und es gebe für alle Menschen die eine „richtige Programmierung“.

Vertreter des Positiven Denkens und damit verwandter Themen sind u.a. Dale Carnegie, Joseph Murphy, Erhard Freitag, Oscar Schellbach, Napoleon Hill, Norman Vincent Peale, Anthony Robbins, Brian Tracy, Tom Peters, Vera F. Birkenbihl oder auch Jürgen Höller.

Martin Seligman schreibt dazu in seinem Buch „Der Glücks-Faktor“: „Positives Denken besteht oft darin, sich Dinge einzureden wie «Jeden Tag, in jeder Weise, geht es mir besser und besser» und das auch – ohne jeden Beweis oder trotz dagegensprechender Beweise – zu glauben. Wenn Sie an solche Sprüche wirklich glauben können – bravo! Der Punkt geht an Sie. Vielen gebildeten und in kritischem Denken geschulten Menschen gelingt diese Art der Selbstüberhöhung jedoch nicht.“

Quelle: Glücksarchiv

Der politisch gewünschte Effekt jener krebsartig wuchernden Philosophie ist phantastisch: die Leute sitzen nur noch in ihren Wohnungen und denken sich die Welt schön. Ist ja auch viel einfacher, ohne Verantwortung durchs Leben zu gehen. Doch hier … kommt der Moment, wo das Kinderblut schuldig macht. „Bewußt nicht wissen wollen“ …. ist unverantwortlich. Es ist gemütlich, bequem und hilft bei der ausgelassenen Lebensfreude, ist aber einfach … verantwortunglos.

Und dieser Verantwortungslosigkeit haben wir vieles zu verdanken. Nicht umsonst ist Dale Carnegie Liebling von Handel, Banken und Industrie:

Carnegie ist in Deutschland hauptsächlich als Autor der Bestseller „Sorge dich nicht – lebe” und „Wie man Freunde gewinnt” bekannt. Er gilt aber auch als Begründer der weltweit größten Seminarorganisation für Kommunikations- und Führungstrainings, die heute in aktualisierter Form regelmäßig in 70 Ländern der Welt abgehalten werden.

ManagerSeminare machte sich im letzten Sommer auf in die Provinz, um über einen der etwa 120 jährlich in Deutschland stattfindenden Carnegie-Kurse zu berichten. Unsere Wahl fiel auf Osnabrück, der drittgrößten Stadt Niedersachsens. Dort sind Carnegie-Kurse seit genau 20 Jahren eine feste Einrichtung. Von Anfang an dabei: der Dale Carnegie-Lizenznehmer Hajo Sommerfeld (51) aus Stuhr bei Bremen, der in abwechselnder Kooperation mit der IHK, der Handelskammer oder dem Einzelhandelsverband Carnegie-Kurse durchführt. Seine Teilnehmer gewinnt Sommerfeld über Empfehlungen und Zeitungsanzeigen. Der Dauererfolg der Bücher Carnegies sorgt zusätzlich für Interessenten. Viele Osnabrücker Unternehmen, bei denen Sommerfeld auch interne Workshops zum Thema Qualitätsmanagement durchführt, schicken ihren Führungsnachwuchs „zu Carnegie”, so daß im halbjährlichen Rhythmus immer wieder neue Kurse stattfinden können.

Quelle: Managerseminare.de

Die Kunst, Freunde zu gewinnen, ist für Höflinge in der Tat überlebenswichtig … aber wie weit entfernt ist diese Ethik von derjenigen meiner bäuerlichen Vorfahren: Lewer dod üs slav:  Lieber tot als Sklave sein.

Die Ethik des „Sorge Dich nicht, lebe“ führt auch direkt in die Wirtschaftskrise unserer Zeit: das Leben auf Pump, vor allen in den Quellenländern dieser Philosophie sehr beliebt.  „Iß´ alles heute auf, der morgige Tag sorgt für sich selbst“…. das haben die dann auch gemacht. Heute kaufen, morgen bezahlen … übermorgen pleite.

Aber egal:  Sorge dich nicht, lebe.

Der Vorläufer aller großen Bücher über Positives Denken ist das Werk von Dale Carnegie: Sorge dich nicht, lebe! Viele weitere Autoren folgten: Dr. Joseph Murphy, Napoleon Hill, Norman Vincent Peale und viele weitere.

Die simple Botschaft war stets: Wer Erfolg erwartet, der bekommt ihn. Wer Unglück erwartet, bekommt es auch. Modernere Bücher folgen ergänzend dem Wunsch, immer noch mehr zu nehmen und noch mehr zu genießen. „Nimm Dir doch einfach mehr vom Leben“ …

Quelle: Methode.de

„Nimm Dir doch einfach mehr vom Leben…“ Familien mit einer langen Wegelagerertradition wissen diesen Satz zu schätzen. Andere wissen, das Gott vor den Erfolg die Arbeit gesetzt hat (die uns nun auch noch von den Maschinen weggenommen wurde).

Und diese Philosophie wird – wen wundert es noch – weltweit mit steigendem Nachdruck verbreitet:

Dale Carnegie setzt auf praxisnahe Methoden und Prozesse. Wir entwickeln Programme, die unseren Teilnehmern umsetzbares Wissen, Fähigkeiten und Methoden vermitteln – und einen messbaren Mehrwert bringen, für Sie und Ihr Unternehmen. Dale Carnegie Training ist weltweit führend, Menschen wirklich weiterzuentwickeln und das Beste aus ihnen herauszuholen. Wir verbinden bewährte Lösungen mit den Herausforderungen des modernen Berufslebens – für Ihren Erfolg!

Quelle: dalecarnegie.de

Dort werden jene Geschäftsleute geschult, die lernen, nur auf den Erfolg zu schauen und nicht auf den Preis, den man selbst und erst recht andere dafür zahlen müssen – aber zahlen muß immer jemand.

Da die Methode aus den USA kommt, muß man sich nicht wundern, das auch der liebe Gott seinen festen Platz in ihr hat.

Man sollte denken, das Fernsehprogramm heutzutage wäre schon grausig genug und an Volksverblödung nicht mehr zu toppen. Doch die Kirchen belehren uns eines Besseren und so soll demnächst „Bibel-TV“ auf die Menschheit losgelassen werden. Wie Deutschlands größtes Volksverdummungsorgan meldet, soll heute der Vertrag zur Gründung der Betreibergesellschaft unterschrieben werden. Ab dem Herbst soll es losgehen, 24 Stunden am Tag. Laut Planung soll der Zuschauer mit Bibelversen und Jesus-Filmen beglückt werden. Die dreckigen Finger im Spiel haben – wer sonst? – natürlich die Kirchen, christliche Organisationen und ein Verleger, Norman Rentrop, der die Anteilsmehrheit halten wird.

Rentrops VNR Verlag für die deutsche Wirschaft, trat bisher mit erlesenen Veröffentlichungen wie Besser Leben – Neue Strategien für Ihren persönlichen Erfolg und Das Robbins Power Prinzip in Erscheinung. Dale Carnegie, bekanntgeworden unter anderem durch sein Machwerk Sorge Dich nicht – Lebe läßt grüßen. Im selben Stil geht’s weiter bei Benefit, hier verspricht die Verlagswerbung mehr Gesundheit, ein erfolgreicheres Arbeiten, neue Freunde, den Zustand der Glückseligkeit und die am besten gehüteten Geheimnisse rund um die Kohle. Weiter gibt der Verlag Ratgeber zum Umgang mit abhängig Beschäftigten und dessen Heuern und Feuern heraus. Die obligatorischen Börsentraktate runden den schlechten Eindruck ab. Der Weg des Psalmenfunks an die Börse dürfe dann auch nicht mehr weit sein. Mögen dann die Aktien noch tiefer in den Keller rutschen.

Quelle: Humanist.de

Der Rückgriff auf Religion ist in diesem Zusammenhang geschickt – und notwendig. Letztlich braucht es eine „höhere Macht“ als Garant für den Erfolg der Methode.

So kann es auch nicht wundern, das Bankgeschäfte Gottesdienst werden:

Im Interview outet sich Blankfein als Erfüllungsgehilfe einer höheren Macht: „Wir helfen den Unternehmen zu wachsen, indem wir ihnen helfen, Kapital zu bekommen. Unternehmen, die wachsen, schaffen Wohlstand. Und das wiederum ermöglicht es den Menschen, Jobs zu haben, die noch mehr Wachstum und noch mehr Wohlstand schaffen.“ Banken, so seine Schlussfolgerung, haben einen gesellschaftlichen Zweck und verrichten „Gottes Werk“.

Quelle: diePresse

Und gerade im Rückgriff auf die Religion zeigt sich, das „Sorge Dich nicht, lebe“ nur funktioniert, wenn man weite Teile der Realität auch der religiösen Systeme ausblendet:

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Während die Carnegies dieser Welt ihren Willen aufzwingen wollen – womit wir schließen wollen, das ihr Herr ein anderer ist als der, der offiziell genannt wird:

Matthäus 4,8–11:
Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit
und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.

…. für Christus gab es noch eine ganze Welt, für die kleinen Kinder Gottes … einen Parkplatz, eine Beförderung, eine Gehaltserhöhung, einen neuen Job?

Mir scheint, wenn die Legionen Carnegies den Kopf aus dem Sand nehmen würden, würden sie sehen müssen, das sie im religiösen Kontext eindeutig das Werk Satans tun. Da bleibt der Kopf lieber unten und man überläßt die Entscheidungen im Leben über Wirtschaftsordnungen, gerechte Sozialsysteme, Asylpolitik, demokratische Grundordnungen und anderen unwichtigen Kram lieber den Experten, während man sich selber … den schönen Dingen des Lebens zuwendet.

Politisch, ethisch, religiös eine Philosophie im Abseits. Eine Philosophie für verantwortungslose Egozentriker.  Eine Philosophie, mit der man guten Gewissens Schrottimmobilien verkaufen und Blutgeld sammeln  kann … was ja auch der Beweis dafür ist, wie gut sie funktioniert.

Wenn sie aber letztlich nur mithilfe eines Gottes funktionier und dieser Gott im Urteil der Religion derselben Menschen Satan ist … darf man dann die positiven Denker als Satansanbeter bezeichnen?

In ihrem eigenen Kontext: ja. Und nach welchem anderen sollte man sie sonst beurteilen außer nach ihrem eigenen?

Wunderts da noch, das die erfolgreichsten Männer der Welt im Bohemian Grove Rituale feiern, die an Kinderopfer erinnern … ein Ritual, das sie „Begräbnis der Sorge“ nennen?

Mich nicht.

Nach einem alten Sprichwort stinkt der Fisch immer vom Kopfe her.


Die letzten 100 Artikel