Popkultur McWorld

This tag is associated with 1 posts

Die Pariser Anschläge: Gewinner und Verlierer im Kampf der Kulturen

Digital StillCamera

Donnerstag, 19.11.2015. Eifel. So, da werde ich also ins Gefängnis gehen müssen. Anklage: Hochverrat. Puh – das wird dauern, bis man da wieder herauskommt. Von wem ich das weiß? Nun – von Gearoid O Colmain – einem politischen Autor in Paris. Sein Interview im russischen Fernsehen ist ja in aller Munde, auch seine Vermutung, dass bald gegen alle Kritiker („Verschwörungstheoretiker“) hart durchgegriffen werden wird, weil man sie mit den islamistischen Faschisten in einen Topf werfen wird. Schreckliche Dinge erzählt uns Gearoid da: berichtet von einer weltweiten globalen Operation, die Europa destabilisieren soll (auch durch Migrationswellen, die den Arbeitsmarkt destabilisieren und das Land spalten), von drohendem intellektuellem Terror, von niederschwelligem Bürgerkrieg.

Ich habe nun in den letzten Tagen einige Anfragen bekommen, die ich unmöglich alle einzeln beantworten kann, Fragen nach Folgen für unsere demokratische Zivilgesellschaft, Fragen nach den Gewinnern der Anschläge und Fragen nach dem Krieg. Ach ja – da begegnen wir ihm gleich, dem intellektuellen Terror, er kam sofort aus der Zeit (siehe Zeit):

Dritter Weltkrieg, totaler Krieg: Nach den Attentaten von Paris hat sich die Rhetorik verschärft. Sogar der Papst macht mit. Das vergiftet Europas Gesellschaften.

Ja, ungeheuerlich, oder? Man lernt viel in diesem Aufsatz: das Krieg nicht nur Blut und Tod bedeutet, sondern auch eine „diskursive Dimension“ hat, dass seine Semantik eine „globale normative Lesart“ hat: solche Wortmonster wirken wie intellektuelle Schlaftabletten fürs Großbürgertum: schlimm ist nicht der Krieg, sondern das Gerede über ihn. Die Toten in Afghanistan, Libyen, Syrien und dem Irak würden das etwas anders sehen – gern würden sie noch ein wenig die diskursive Dimension der Semantik genießen, doch leider sind sie einfach nur von Bomben zerfetzt worden. Ich fand allerdings einen interessanten Satz in dem Test, der mich an Gearoid O Colmain erinnerte:

„Sämtliche Kritiker werden pauschal als „Terroristen“ denunziert und rigoros gejagt. Die staatsnahen Medien verbreiten das Kriegsgetrommel durch markante Schlagzeilen, wuterfüllte Ansprachen der politischen Elite und großformatige Bilder eines Präsidenten, der zu allem entschlossen scheint.“

Das kommt uns bekannt vor, oder? Mir kam da auch gleich der zu allem entschlossene Gauck in den Sinn, wie er groß (und immer wieder) vom Krieg redet. Ich denke nur an Jutta Dithfurth und ihr Aluhutorchester, die pauschal die gesamte neue Friedensbewegung als Nazis diffamierte. Diffamierung? Die gezielte, böswillige Verleugnung anderer. Der Grund? Bei manchen Demos wurden rechtsextreme Menschen gesichtet, weshalb natürlich alle Friedensdemos Naziveranstaltungen waren. Kaum einer denkt in dem Klima der allgemeinen Hysterie noch daran, dass ein friedliebender Nazi (schon ein Widerspruch in sich, der Begriff: aber was soll´s) einem angenehmer sein kann als ein grüner Bomben- und Brandflaschenwerfer. Nur bezog sich dieses Zitat gar nicht auf Deutschland, sondern auf … Ägypten, wo ein Präsident mit dieser „Technik“ die gesamte Opposition ausschaltet. Sollen wir uns jetzt mal Gedanken machen, wie weit dieser Satz wirklich in Deutschland Realität ist? Haben Sie eigentlich registriert, dass gestern beim SWR eine kleine Sensation verkündet wurde (siehe SWR):

„Das Verwaltungsgericht gibt den Klägern recht – das Vorgehen der Polizei gegen Stuttgart-21-Gegner im Herbst 2010 war nicht rechtmäßig.“

Für den Kläger – das fast erblindete Opfer – gibt es jetzt eine Entschuldigung und etwas Bargeld. Wer aber forscht nach, warum Regierung und Polizei auf die wahnsinnige Idee kommen, in der gefestigten Demokratie des 21. Jahrhundert rechtswidrig hundert Leute zu verletzen? Was das für den Zustand unserer Demokratie aussagt, über das Selbstverständnis unseres degenerierten Verwaltungspersonals, mag jeder selbst entscheiden.

In diese Kategorie fällt auch die jüngste Aussage unseres Innenministers, der ein heiß begehrtes Fußballspiel (des Deutschen heiligste Kuh) absagte, aber darüber keine Details veröffentlichen wollte, weil das die Bevölkerung noch mehr verunsichern würde – sogar die Tagesschau empörte sich darüber (siehe Tagesschau):

„Aber ich finde es schwierig, unserer Regierung und unseren Geheimdiensten jetzt vorbehaltlos jenen Vertrauensvorschuss zu geben, um den Innenminister Thomas de Maizière bittet. Dazu ist für mich einfach zu viel passiert. Das Versagen der Dienste bei der Mordserie des NSU, die NSA/BND-Abhöraffäre – zwischen ungeheurer Inkompetenz und bedenklichen Kompetenzüberschreitungen ist bei mir viel Vertrauen verloren gegangen.“

Das interessiert den Innenminister aber nicht: der Deutsche hat ab sofort zu gehorchen und den Anweisungen der Geheimdienste kritiklos zu folgen: selbst wenn dafür das Fußballspiel gegen Holland ausfällt und alle umsonst nach Hannover gefahren sind. Und der Spiegel – schon lange zur Hauspostille der Konterrevolution degeneriert – setzt sogar noch einen drauf: hier der Leiter des Ressorts Meinung und Debatte, der öffentlich die Diktatur in Deutschland fordert (siehe Spiegel):

„De Maizière hat um einen Vertrauensvorschuss gebeten, und wahrscheinlich bleibt uns nichts übrig, als ihm und den Sicherheitsbehörden den auch zu gewähren. Etwas anderes können wir nicht tun, wollen wir uns nicht verrückt machen lassen vom Terror. Wir müssen darauf vertrauen, dass Behörden und Politiker im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten richtig entscheiden, also eine ständige und gute Abwägung treffen zwischen Sicherheit und Freiheit. Über die Gesetze, die Grundlagen dieser Entscheidungen, sollten wir sinnvollerweise alles wissen – und uns über ihre Sinnhaftigkeit streiten.

Aber die Details des nächsten kranken Terrorplots können wir denen überlassen, die sich beruflich damit beschäftigen, ihn zu verhindern. Vielleicht ist es besser, nicht alles zu wissen, was geschehen könnte, was geplant sein könnte, was droht – weil sonst der Alltag unmöglich würde.“

Gewäsch wie im Dritten Reich: vertrauen wir dem Führer, dann wird alles gut. Das Jungvolk beim Spiegel scheint völlig vergessen zu haben, was Demokratie heißt: WIR sind der Souverän und sind beständig über alles zu unterrichten … über jeden einzelnen Euro, den die Schlipskaste im Parlament verschleudert – und erst recht über ihre Kriegspläne.

Wir haben bis heute nicht verstanden, was der Nationalsozialismus eigentlich war, vor allem: warum er so erfolgreich war und solche Begeisterung hervorrief. Aus Gründen des Nationalstolzes wird dieses Thema weiterhin als Tabu behandelt, als Unglücksfall und Naturkatastrophe, für die wirklich niemand was konnte – weshalb wir völlig hilflos sind, wenn er in neuer Gestalt wieder auftaucht: diesmal als islamisch verkleidete Söldnerbande. Einer unserer Kommentatoren oder Kommentatorinnen hat zum letzten Artikel etwas ganz Entscheidendes beigetragen, eine Perspektive, die wir so nicht kennen – mit der Hitler aber mächtig geworden ist (siehe Nachrichtenspiegel, Kommentar „flurdab“):

„Ich warte eigentlich auf die lobenden Worte von Clement und Müntefering für die deutschen IS- Konvertiten, die aus prekären Verhältnissen heraus alles unternehmen, um ihre Hilfsbedürftigkeit zu beenden. Das ist doch der Grundgedanke der Hartz- Gesetze.
Raus aus der Verachtung und der „Hängematte“, rein in den prestigeträchtigen Vollzeitjob.
Der Arbeitgeber investiert in die Ausbildung der Arbeitnehmer und lässt ihnen Wertschätzung zu teil werden. Familiengründung ist gewünscht und wird unterstützt, das Vereinswesen ist geregelt, selbst im Todesfall des Arbeitnehmers wird die Familie weiter versorgt. Die Corporate Identity ist schlüssig und der Lohn nicht von dieser Welt und der Vertrag ist nicht befristet, also fast nicht.
Zeige mir bitte jemand eine Firma, die einem Hauptschüler ein vergleichbares Angebot macht.“

Eine coole Firma, diese „IS“. So wurde die SA groß: eine Uniform, einen Schlafplatz, Gemeinschaftsgefühl und ein Teller Suppe für jene, die niemand mehr brauchte. Feindbild gesetzt (der Linke, später der Jude, danach alle, die irgendwie anders waren): und schon lief die Sache. Nüchterne Kritiker der NS-Zeit sagen: darum hat man der NSDAP Geld gegeben – sie war der Garant für Krieg in Europa, an dem viele verdienen konnten. Da sind wir auch schon bei der Frage: wem nützt dieser Krieg in Europa. Aber halt: ist es überhaupt Krieg?

Auch bei Anne Will war man einhellig der Meinung, dass man doch mit diesem Gerede von Krieg aufhören sollte (siehe yahoo): Kopf in den Sand und weiter Spaß-TV gucken hat bislang noch alle Probleme gelöst. Warum wahrnehmen, dass Frankreich gerade den „niederschwelligen Bürgerkrieg“ ausruft … wie man ganz nebenbei erfährt (siehe Spiegel):

„Nach den Terroranschlägen von Paris verschärft Frankreich seine Sicherheitsgesetze. Die Nationalversammlung berät heute unter anderem darüber, den Ausnahmezustand in Frankreich über den 26. November hinaus auf drei Monate zu verlängern.
Die Verlängerung würde eine Reihe von Sonderregeln erlauben, unter anderem können Gruppen, die als „schwere Gefährdung der öffentlichen Ordnung“ eingestuft werden,
sofort aufgelöst werden.“

Kriegsrecht … ist Krieg. Und Diktatur.

Krieg der Besitzenden (sprich: das rekordhaft selbstbereichernden Finanzkapitalismus) gegen das eigene Volk. Ausnahmezustand heißt: dort herrscht Kriegsrecht wie in einer Diktatur. Wie erfolgreich doch diese kleine Söldnerbande war: mit nur 8 Kämpfern erlegen sie 130 „Feinde“ und stehlen 66 Millionen Franzosen die Bürgerrechte – vielleicht für immer. Und die haben eine enorme Menge an Sympathisanten: die „Welt“ veröffentlicht gerade eine Analyse der positiven Twitternachrichten zu den Anschlägen (siehe Welt), die beängstigend ist: in der arabischsprachigen Welt genießen diese faschistische Söldnerbanden viel Sympathie. Das mussten jetzt auch Fußballfans merken, die eine Schweigeminute im Spiel Griechenland-Türkei abhalten wollten: sie wurden konfrontiert mit der Begeisterung türkischer Fans für die Mordbrenner (siehe Focus). Nun – wir Deutschen kennen das: die Waffen-SS genießt bei uns auch immer noch höchstes Ansehen – als unerschrockene, selbstlose Kämpfer, die zu allem entschlossen sind.

Man sieht: das Problem wird sich selbst dann nicht lösen, wenn man den IS militärisch zerschlägt: seine Sympathisanten sind schon längst über den ganzen Globus verteilt: wieder einmal schafft es eine Bewegung, alle Psychopathen der Welt zu vereinen: mit dem Versprechen, dass sie unter ihrem Banner all´ ihre perversen Gelüste hemmungslos ausleben können: vor allem Frauen und „Anderen“ gegenüber. Das – ist eine im Kern zutiefst faschistische Bewegung. Allerdings können wir darüber aktuell kaum reden, alldieweil ja die Kritiker dieser Bewegung bei uns „Faschisten“ genannt werden: der intellektuelle Terror ist bei uns schon lange angekommen.

Es sind eigentlich nur rein intellektuelle Fragen, ob es der Islam an sich ist, der den Krieg fördert (so sieht es aktuell eine Islamwissenschaftlerin, siehe Deutschlandfunk) – ebenso könnte man (wie es weite Kreise innerhalb der USA auch tun, weil sie den bösen Deutschen für ihre Legendenbildung des „Wir sind die Guten“ dringend brauchen) alle Deutschen pauschal als Nazis ansehen, weil hier der Faschismus Staatsmacht erlangen konnte. Es ist schick, „Monotheismus“ als Grundlage allen Übels ausfindig zu machen (wie der syrische Dichter Adonis, den die „Zeit“ aktuell ausgegraben hat, siehe Zeit), wobei ganz übersehen wird, dass diese Religionen schon lange Ziel des „intellektuellen Terrors“ geworden sind:

„Man versuche einmal, in einem der kommerziellen Fernsehkanäle der USA oder in den zumeist zynisch säkularistischen Filmen Hollywoods eine Darstellung eines religiösen Themas zu finden, die frei wäre von Herablassung oder Hohn, ein Portrait frommer Menschen, das religiöse Inbrunst ohne Fanatismus zeigen würde, oder eine Studie über transzendentalen Glauben, die ohne milden Spott auskommen würde. Das Kabelfernsehen bietet den christlichen Missionspredigern zwar ein Forum, doch die Popkultur von McWorld macht sich über diese Form der christlichen Mission zumindest  unterschwellig ebenso lustig wie etwa über die religiösen Überzeugungen von Präsident Bush“ (aus: Imperium der Angst, Benjamin R. Barber, dtv, Oktober 2007, Seite 211).

Hier läuft schon lange ein Kreuzzug, der eines der elementarsten Grundrechte der Menschen offen angreift: die Religionsfreiheit. Und wie sähe die Lösung dieses „Notstandes monotheistische Religion“ aus? Letztlich gibt es nur einen Weg, solche Ideen zu eleminieren, der Faschismus in Deutschland hat ihn vorgelebt: da man die Ideen nicht aus den Köpfen bekommt, müssen die Köpfe entfernt werden.

Wir kehren nach wie vor zu wenig vor der eigenen Haustür, sind eine unreligiöse und damit (ganz wie „der Führer“ es wollte) gewissenlose Kultur geworden – und gleichen damit einem Benzinfass, in das man nur ein Streichholz werfen muss, um es zur Explosion zu bringen. Genau diese „Popkultur von McWorld“ (die nur Reiche genießen können) war der gemeinsame Nenner der Anschläge vom 13.11.2015 – und die Regierungen der Länder bemühen sich nun, dem Anschlang zum Erfolg zu verhelfen: deutsche Soldaten sollen in Syrien „den Feind“ bekämpfen (siehe Spiegel), der Einsatz der Bundeswehr im Inneren wird gefordert (siehe Neues Deutschland), während Frankreich in Syrien Zivilisten zusammenbombt, weil da vielleicht mal IS-Kämpfer waren (siehe Tagesschau): also die gleichen Methoden anwendet wie die „Feinde“, sich aber einfach mal a priori als „besser“ dünkt: der Rassismus des weißen Mannes wurde nicht von Gruppen wie Pegida in die Welt gesetzt, er ist hier schon seit Jahrhunderten fest verankert.

„Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ leben wir hier immer noch gerne aus – erst letztens waren Arbeitslose das Ziel das deutschen Alltagsfaschismus. Wer sich noch daran erinnert, wie begeistert alle waren, als die ersten Ostdeutschen in den Westen strömten, wird aktuell innehalten: aus den „Brüdern und Schwestern aus dem Osten“ ist inzwischen längst der dumme, faule, rechtsradikale Ossi geworden – ein Schicksal, dass den Flüchtlingen in Deutschland auch bevorsteht, wenn die Spaßgesellschaft merkt, dass ihre Arbeitskraft nicht profitabel in kapitalistischen Kreisläufen  genutzt werden kann. Dann werden auch sie merken, das wir immer noch geübt sind in Orgien „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ und gierig darauf sind, wieder Menschen brennen zu sehen – man schaue sich nur den Hass an, der sich momentan gegen „Pegida“ richtet (und wohinter sich eine enorme Portion Rassismus gegen den „Ossi“ versteckt): der Ruf, sie nach Ausschwitz zu schicken, wurde schon vernommen. War allerdings ein „guter“ Mensch, weshalb das kaum groß thematisiert wurde. Außerdem hatte er ja nur Spaß gemacht. Haha. Selten so gelacht.

Wem nützt der Krieg? Ganz einfach: allen, die daran verdienen. USA, Russland und Deutschland machen Bombengeschäfte mit Waffenverkäufen. China auch. Wem nützt der Krieg in Europa? Allen, die durch Europa wirtschaftliche Konkurrenz haben – was nicht automatisch heißt, dass jeder von denen gleich Söldnerhaufen losschickt, um Konflikte anzuheizen – aber der Enthusiasmus, die Kriege zu befrieden wird durch den ausbleibenden Gewinn sich nicht voll entfalten.

Wie könnte man ihn aufhalten, die IS stoppen … und ihre hundert Nachfolgeorganisationen, die noch kommen werden, um – unter anderem – ihre Religion vor der völligen Vernichtung zu schützen?

Ganz einfach: baut Siedlungen für die Bevölkerung in Afrika – im Norden wie im Süden – baut Autobahnen zwischen ihnen, gebt den Leuten ihren Volkswagen und ihren Volksempfänger … und es wird Frieden herrschen im Land – Hitler hat das vorgemacht, allerdings mit anderer, übler Absicht. Wohlstand – bringt Frieden mit sich, weil er die Lust auf Krieg im Keim erstickt. Wer nichts zu verlieren hat, kann nur alles gewinnen, wer viel zu verlieren hat, zögert schneller, wenn nach Freiwilligen für den Bombengürtel gesucht wird. Auch die Flüchtlingskrise wäre sofort gelöst. Geld genug – ist dafür da. Es wird durch die Maschinerie des Finanzkapitalismus täglich aus den Völkern gesogen und auf Steueroasen in Sicherheit gebracht, damit kein Frieden herrschen möge.

Völlig verrohten Gesellschaften jedoch kommt diese Lösung nicht in den Sinn, sie schreien nach Bomben und Tod, nach Vergeltung und Rache, nach Strafe und Sanktionen und sind somit ein Spiegelbild des „nihilistischen Todeskultes“, den die oben zitierte Wissenschaftlerin im Islam verortet (siehe Deutschlandfunk).

40 Staaten finanzieren den „islamischen Terror“ – sagt Putin nach Analyse russischer Geheimdienstdaten (siehe rt-deutsch). Er sagt dabei nichts Neues. Ebensowenig dürfte es neu sein, dass der Kampf gegen die Unterstützer der internationalen Söldnergruppe (bekannt als: „Terrororganisation“) so gut wie gar nicht voran kommt, wir den Krieg gegen den Terror aber rein finanziell verlieren werden: er wird für uns unbezahlbar. 10 000 Dollar kostet ein erfolgreicher Anschlag im Durchschnitt (siehe Zeit) – die Flugstunde eines Natojets kostet bis zu 74 000 Euro (siehe N-TV): das Spiel wird enden wie das Totrüsten der USA gegen die Sowjetunion.

Kurz gefasst: ja, wir haben Krieg. Unterstützer aus 40 Staaten kaufen Söldner ein (sehr zur Freude von Toyota, die ihren Absatz dort enorm steigern konnten, siehe Jahresbericht bei Toyota-Global, – auch wenn die Firma strikt dementiert, der IS Toyotas zu verkaufen, siehe Spiegel), die einen krisenfesten Vollzeitjob mit Firmenwagen und einem interessanten Sozialpaket für die ganze Familie erhalten. Diese Söldner zerstören nachhaltig und unaufhaltsam die Strukturen der Zivilgesellschaft, die dann nicht mehr in der Lage ist, dass Kartell der internationalen Finanzgangster zu bekämpfen.

Ja, wir müssen jederzeit mit irrationalen Anschlägen auf alle Einrichtungen der demokratischen Zivilgesellschaft rechnen – allerdings nicht auf Kasernen, Konzernzentralen und Regierungsbehörden. Warum nicht, gibt mir auch zu denken – aber die primären Terrorziele einer echten terroristische Bewegung bleiben halt unangetastet. Ja, wir müssen mit verstärktem Terror rechnen – vor allem intellektuellem, nicht-islamischem Terror, wie ihn Matthias Matussek erfahren hat. Eine Facebook-Äußerung hat ihm seinen Job gekostet. Er schrieb (siehe Meedia):

„Ich schätze mal, der Terror von Paris wird auch unsere Debatten über offene Grenzen und eine Viertelmillion unregistrierter junger islamischer Männer im Lande in eine ganz neue frische Richtung bewegen..“

Dabei brauchen die Söldner gar keine Flüchtlinge. Ihre Unterstützer wohnen schon längst in Europa. Ihre Schulen lehren ganz offen „Judenhass und Handabhacken“ (siehe Spiegel), ihre Regierungen sind hochwohlgelobte Kunden unserer Waffenindustrie (siehe Waffenexporte.org).

Soviel zu den Gewinnern im Krieg.

Die Verlierer im Kampf der Kulturen?

Sie.

Ihnen schicken internationale Finanziers Söldner ins Haus, weshalb die Regierung Ihre Freiheiten einschränkt, ihren finanziellen Spielraum (und somit den Umfang ihrer Lebensäußerungsmöglichkeiten) beständig weiter durch Steuern und Versicherungen (zum Wohle der „Anleger“) verkürzt und ihre Kinder im Ausland als Kanonenfutter verheizen möchte. Dann erzählt man Ihnen noch, dass die Religion im Allgemeinen und der Islam im Besonderen Schuld daran sind und schon haben Sie nichts dagegen, wenn dort Bomben auf Zivilisten fallen, weil die ja unbelehrbar böse sind – es sei denn, sie suchen hier Asyl. Wer sein Unbehagen darüber ausdrückt: ja, der ist aber auch gleich ein „Nazi“, hier feiert die Blödheit der Generation Doof endlose Triumphe. Doch wer auf die Lösungen der Konflikte verweist, der ist  noch schlimmer als ein „Nazi“: der ist ein Kommunist – und die gehen ja wirklich gar nicht, da ist sich ganz Deutschland einig. Deshalb gibt es (vom europäischen Gerichtshof für Menschenrechte 1995 als Verstoß gegen die Menschenrechtskonvention verteilte) Berufsverbote für Kommunisten – aber nicht für die vom Verfassungsschutz finanzierte NPD. Sie finden aber keine Linken mehr, die sich darüber aufregen.

Zum Abschluss der vielen Worte noch ein Aufruf … zu einer Schweigeminute für ein elfjähriges Mädchen, dass sich aktuell auf einem Markt in Nigeria in die Luft gesprengt hat (siehe Focus). Da wirken Kräfte, die man mit Flugzeugbomben nicht befrieden kann. Aber mit Wohlstand für alle – den wir ganz schnell und einfach in die Welt fließen lassen könnten. Reich genug dafür sind wir.

PS: zu den „internationalen Finanzgangstern“ sei nur kurz eins gesagt, bevor wieder Diffamierungen von beiden Seiten kommen: es sind kaum Juden unter ihnen. Es ist – wie der IS-Terror oder der Nationalsozialismus – eine globale Bewegung, eine, die nur dem Mammon dient – und ganz gruselige Ziele hat, über die wir noch gesondert reden werden. Da steht uns die Widergeburt des NS-Herrenmenschen bevor … eines Herrenmenschen mit Superkräften. Aber dazu … später mal mehr in diesem Theater.

 

 

 

 

 

 

Die letzten 100 Artikel