Plato

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Die grausame Lüge der „freien Wahl“

Die grausame Lüge der "freien Wahl"

Dienstag, 24.6.2014, Eifel. Wir sind frei, ja? Ich meine: wir haben die Wahl, oder? Jedenfalls wird uns das gepredigt. Kolonnen von esoterisch angehauchten und philosophisch ungebildeten „Trainern“ und „Coaches“ hämmern uns dies ein. Wir hören das gerne. Warum? Es gibt uns ein Gefühl der MACHT. Wir haben ja die Wahl, wir sind SELBST verantwortlich für unser Schicksal. Hört sich ja auch gut an. Frei und stark. Vorbei die Zeiten wo die Ikonen der linken Philosophie von einem „in-die-Welt-geworfen-werden“ sprechen durften und klar war, dass man eigentlich was an den Verhältnissen ändern muss, in denen der Mensch eingebettet ist.

Der moderne Mensch jedoch – ist Gott. Endlich Gott geworden. Jedenfalls … hält er sich dafür.

Das ist neu. Sehr neu. Früher – als es noch keine Coaches und Trainer gab – flochten noch Nornen und Moiren an den Fäden des Schicksals, das als unentrinnbar empfunden wurde, Sokrates, der große Urgeist der Philosopie, hat uns durch seinen Schüler Platon mitteilen lassen, dass das ganze Leben vorbestimmt sei – anders konnte man sich das Chaos nicht erklären. Dem animistischen Modell, dass böse Geister in einer perfekten Welt für Unheil sorgen, wollte man sich nicht anschließen – man war Städter geworden und stolz darauf.

Freiheit … ja … Freiheit erträumte man sich später erst wieder – nach Imperialismus und Feudalismus. Zuvor regierte die Angst: Missernten rotteten ganze Landstriche auch. Die Pest besorgte den Rest. Was überlebte, schuftete als Leibeigener für den „Herrn“. Was man aber hatte: keinen Krebs. Nach einem dreissigjährigen Krieg war aber ein Befreiungsschlag unabwendbar – in ganz Europa begann es zu gären. Das ein Gott dies Drama ersonnen haben sollte, glaubten immer weniger – vor allem jene nicht, die wussten, wovon sie redeten. Das Kirche sich zum Instrument der Herrschenden hat machen lassen, wurde immer deutlicher, dass hier Weltbilder zu Unrecht im Auftrag des Adels verbreitet wurden, wurde immer klarer.

Es war die Rede vom Auszug des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit … damit war aber die Menschheit an sich gemeint, nicht das Individuum. Niemand wäre auf die Idee gekommen, zum Köhler in den Wald zu gehen und ihm zu sagen, er solle jetzt mal frei werden – und sich nicht mehr so dämlich anstellen.

Legt man Kant zugrunde, scheint es logisch zu sein, dass wir jetzt endlich frei sind. Die Kirche ist wieder im Dorf, der Adel scheint fort, die Pest ist ausgerottet, Kriege scheinen der Vergangenheit anzugehören: das Paradies scheint nah!

Endlich sind wir FREI und HABEN DIE WAHL – jeden morgen!

Mal abgesehen von … der Notwendigkeit des Trinkens. Des Essens. Der Wärme.

Ja – unser „Freiheit der Wahl-Philosophie“ funktioniert erst im Wohlstand. Vorher kann man das keinem verkaufen. Vorher ist „Freiheit“ auch ein sehr untergeordneter Wert. Durst, Hunger und Kälte zwingen den Unachtsamen schnell in die Knie. So etwas erlebt man nicht in den Etagenwohnungen mit fließend Wasser, Heizung und Kühlschrank. Darum gibt es ja auch „soziale Menschenrechte“ – dem Joch des Körpers muss man schon entkommen können, die Wahl beginnt erst nach dem Schlafen, dem Essen und dem Trinken … es sei denn, man will den frühen Tod.

Gehen wir einfach mal hinein in dieses tolle, moderne Leben der Wahlfreiheit. Ziehen Sie einfach hinaus in die Welt, stecken sich ihren Claim ab und beginnen Sie mit dem Aufbau ihrer Existenz, leben Sie den amerikanischen Traum!

Scheitert in Deutschland daran, dass alles Land schon vergeben ist. Kleinere Parzellen werden zwar noch gehandelt, aber da gibt es hohe Nutzungsauflagen – und Steuern, die man bezahlen muss. Landwirte können nur noch als Großindustrielle überleben, ansonsten werden sie von Steuern und Strompreisen aufgefressen. Ach ja – Trinken ist noch umsonst, aber Essen und vor allem Wärme sind sehr teuer. Im Wald zelten ist verboten, jagen dürfen dort nur die Reichen – wie früher. Sie brauchen also eine „Unterkunft“, die oft von vielen gewählte Freiheit der Eremitage gibt es in diesem Land nicht mehr.

Natürlich gibt ihnen der Staat etwas Geld, damit sie überhaupt überleben können. Jahrzehntelang war das auch selbstverständlich: man kann nicht gleichzeitig den Zugang zu allen natürlichen Ressourcen verbauen UND vom Menschen gelebte Freiheit verlangen – das ist geradezu pervers. Ein Sartre hätte das noch verstanden, im degenerierten Wunderland des Neoliberalismus ist das ein völlig fremder Gedankengang geworden: „Sozialromantik“ pur. Ja – das natürlich Existenzrecht des Menschen, sein Anspruch auf die existentiellen Güter des Planeten, die VÖLLIG UMSONST geliefert werden, gilt nicht mehr, ist dumme Träumerei: die Raubgesellschaft teilt die Menschheit wieder in Adel und Pöbel – und alle klatschen, weil: man hat ja die FREIE WAHL.

Zehn Jahre lang „schult“ der Staat die junge Generation. Früher gab es da klare Erziehungsziele: „Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung“ – man roch Werte wie „Demokratie“, „Gemeinschaft“, „Freiheit“, „Respekt“. Heute ist das anders. Der adelige Wehrmachtsoffizier Hartmut von Henting (der sich im Falle des Kindesmissbrauches an der Odenwaldschule ordentlich daneben benommen hatte) wird momentan in Ausbildungsseminaren für Lehrer zitiert. Ob das so ganz in seinem Sinne ist, mag ich nicht beurteilen, aber die Zitate können auch für sich sprechen, siehe „Studienseminar Koblenz„:

Da Pädagogen keine Menschen „machen“ und ihnen die Verbesserung der Welt weder aufgetragen noch möglich ist, müssen sie sich auch nicht mit Entwürfen einer anderen oder besseren gesellschaftlichen Ordnung abgeben. Sie haben den Auftrag, den jungen Menschen in die gewordene teils gewollte, teils ungewollte Kultur einzuführen, so dass er in ihr bestehen kann und sie nicht behindert oder beschädigt oder zerstört.

Zur Erläuterung: In „Studienseminaren“ werden Lehrer „erzogen“, die frisch von der Universität kommen. Das obige Zitat ist Satz drei in dem Vortrag und definiert so nebenbei die Auslegung der übrigen Sätze … unter denen wir ganz weit hinten auch noch die Schulgesetzgebung und die „Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung“ finden.

Das „Pädagogik“ eigentlich nur Sinn macht, wenn sie Menschen „macht“, dass die Investition des Steuerzahlers in „Schule“ einzig und allein der fortschreitenden Verbesserung der Welt durch Schulung der nächsten Generation gilt und sonst kaum zu verantworten ist, ist in Vergessenheit geraten. Der Mensch soll kritiklos in eine bestehende, offen als dysfunktional erklärte Kultur eingeführt werden – und zwar so, dass er sie nicht behindert, beschädigt oder zerstört: das ist ein Leitsatz für Arbeitsameisen.

Freie Wahl? Nicht gewünscht. Wollen Eltern sich diesem System entziehen, reagiert der Staat mit exekutiver Gewalt: die Bildung von alternativen Gesellschaften wird mit Waffengewalt unterbunden (siehe gestrigen Artikel) – obwohl man (wie Schopenhauer schon vermutete) eigentlich weiß, dass unterschiedliche Gesellschaftsmodelle im Nebeneinander ohne weiteres sehr fruchtbar sein können … und vor allem die Wahl überhaupt erst möglich machen!

Nach der Schule wird die Freiheit erstmal von Rechnungen diktiert – und das bleibt so bis ans Lebensende. Rechnungen für Wärme, Speise und Trank. Das gibt es nicht mehr „einfach so“, das gibt es „von jemandem“, „dem das gehört“. So unfrei war noch nie eine Gesellschaft vor uns …. doch diese Unfreiheit bemerkt man erst, wenn man aus der Konsumkultur vollständig heraustritt, sich in jene aussterbenden Kulturen begibt, die  – noch – anders leben können, drei Stunden am Tag arbeiten und 21 Stunden Spaß und Schlaf haben, indigene Kulturen, die uns vorleben, wie die Welt seit Anbeginn der Zeiten angedacht war … oder wie wir sie als Menschheit vorgefunden haben: mit sehr wenig sinnvoller und nicht entfremdeter Arbeit beherrschbar.

„Entfremdete Arbeit“? Inzwischen ein unbekanntes Wort. 99 % der Tätigkeiten in unserer Gesellschaft sind „entfremdet“, sogar Pflegetätigkeiten werden durch die Stopuhr so reglementiert, dass keine humane Beziehung zur Tätigkeit mehr aufkommt, „Dienstleistung“ ist da Zauberwort … und wieviel Freiheit in „Dienst“ ist, kann sich eigentlich jeder selbst denken. „Freiheit“ – ist Herrschaft. Auch Herrschaft über das eigene Leben. Was will ich anziehen? Was essen? Wie wohnen? Wie lang möchte ich meine Haare wachsen lassen, wie wild soll mein Bart sein, wie außerordentlich meine Kleidung?

Rektoren in Sonderschulen höre ich klagen, dass gerade jene Kinder bei ihnen landen, die den ausufernden Konformismus nicht mehr ertragen oder ihm entsprechen können. Ein Gegenbeispiel? Gehen sie mal auf ein Fest der „Rainbow Family„, auf ein „Gathering“ – und schauen sich an, wie frei dort die Mode ist: jeder zieht an, was ihm gefällt. Jeder ist ok mit dem, was er an hat – Schulungen in „Ich bin ok, Du bist ok“ braucht man dort nicht … das ist allgemeiner Grundkonsens. Gut, Alkohol und Nikotin sind dort nicht erwünscht, auch Waffen und raffinierten Zucker sieht man dort nicht gern – aber Heiterkeit, Gesang und gute Laune sind dafür gern gesehen. Schauen Sie sich die Reste der Hippiekultur an … und dann einfach mal Ruckzuck hinein ins konforme Gewühl einer deutschen Einkaufspassage: erkennen Sie den Unterschied?

Freiheit? Freie Wahl?

Gönnen Sie sich doch einfach mal eine ganz besondere Freiheit, die Freiheit auf körperliche Unversehrtheit, ein gewichtiges, naturgegebenes Menschenrecht: schneiden Sie sich nicht mehr die Haare. Denken Sie daran: lange Haare bei Männern sind Zeichen des Königtums (siehe Christus), nur der Sklave ist zur Schur verpflichtet. Ach – ist gar nicht mehr bekannt? In Haaren liegt Zaubermacht – alte biblische Geschichte. Auch die Germanen, Kelten, Franken und Wikinger sahen dass so. Die Indianer erst recht … und nach einem Märchen bei Sott.net (Wissenschaft des Geistes, „Die Wahrheit über Haare und warum Indianer ihr Haar lang trugen“) brauchen Menschen diese langen Haare, die wie Antennen die Wahrnehmung verfeinern.

Gut, ich möchte sie nicht überfordern. Bleiben wir bei der zweiten Haut des Menschen – der Kleidung. Sie sind frei – also: ziehen Sie doch morgen mal an was sie wollen! Fesch sehen zum Beispiel die Uniformen napoleonischer Husaren aus. Klassisch ist die gediegene Toga – über Jahrtausende hinweg ein Vorbild für Stil und Eleganz. Oder einfach mal … gar nichts, außer Tatoo – und vielleicht ein winziges Schürzchen. Ist ebenfalls seit Jahrtausenden der Hit. 5000 Jahre Kleidungsgeschichte stehen uns zur freien Verfügung! Aber was sehe ich in den Supermärkten der Stadt? Na?

Einfach mal selber schauen.

Freie Wahl der Nahrung? Es sind eine Hand voll Konzerne, die unsere Nahrungsversorung kontrollieren. Was an Zusatzstoffen drin ist, was sie bewirken, weiß kein Mensch. Als „Insider“ kann ich Ihnen sagen: das gilt auch für die Zusatzstoffe in Medikamenten – habe ich gelernt bei Dr. med. Arno Heinen. Was an Giften in Nahrung, Wasser und Luft seit der Geburt wirkt, merken wir an den rapide ansteigenden Krebsraten – und an dem rapiden Anstieg aller möglichen Arten von Krankheit.

Gehen wir weiter. „Freie Wahl“ wird gesucht. Gehen wir über zur Dritten Sphäre räumlicher Existenz: dem Wohnraum. Es gibt hunderttausend spannende, kreative, lebendige und beflügelnde architektonische Entwürfe für Wohnraum – vom Baumhaus über den Zigeunerwagen bis hin zum Traumschloß … jetzt lassen Sie ihrer Phantasie mal freien Lauf und denken sich ihr eigenes Traumhaus aus! Gut – Sie haben gar kein Grundstück. Das ist doof – aber das ignorieren wir mal. Sie haben auch kein Geld – das ignorieren wir auch mal … sie scheitern nämlich schon an den Bauvorschriften. Jedenfalls in Deutschland – in den USA sieht das noch anders aus.

Was bleibt übrig von der freien Wahl?

Die Pippi-Langstumpf-Methode: ich denke mir die Welt, wie sie mir gefällt. „Neuro-linguistische Programmierung“ ist hier das Zauberwort, die Techniken sind aber schon im klassischen Wohlstandssatanismus bekannt und wurden intensiv im Kommunismus und Nationalsozialismus angewandt: man wiederholt eine Botschaft so lange und kritiklos, bis sie das ganze Bewusstsein erfüllt: „Ich bin glücklich, mir geht es gut, ich bin frei!“. Tag für Tag, Stunde für Stunde, Minute für Minute – ein religiöses Mantra. Mönche kennen so etwas auch, die Technik ist in Wirklichkeit tausende von Jahren alt und dient der Konzentration auf Gott … bzw. der gezielten Konditionierung des Denkens an sich. Mit „Freiheit“ hat dies nichts zu tun – eher mit der Erzeugung von biologischen Robotern.

Das kann übrigens Glücksgefühle produzieren – keine Frage.

Gleichzeitig erzeugt es aber eine völlige Ignoranz von allem, was dem Mantra entgegensteht: wie im Wahn wird „Realität“ ausgeblendet … jene Realität, die gerade uns moderne Menschen einen schauerlichen Rahmen vorgibt: Massenvernichtungswaffen, Massenvernichtungslager, Massenverblödungsmedien. Aus Mitleid wird alternativlos „Sozialromantik“: der so konditionierte Mensch braucht diese Sicht, weil er durch die Konditionierung den Anderen schon gar nicht mehr sehen kann … geschweige denn mit ihm leiden – oder ihm helfen. Er wird nicht nur von „Arbeit“ entfremdet, sondern in der nächsten Stufe sogar von der Menschlichkeit selbst. Einbildung durch einhämmern von Glaubenssätzen („mir geht es gut, ich fühl mich wohl, ich bin soooo frei!“) ersetzt Bildung. Was sagt man dazu im Lehrerseminar: „Maßstab ist weniger ein definierter Moralkodex, sondern Kriterien des Miteinander-Auskommens“.

Oder: konfliktscheue Anpassung an das, was man so vorfindet, in das man – nach Sartre – so „hineingeworfen“ wurde.

Haare, Kleidung, Wohnung … hatten wir schon. Alles streng genormt und vorgegeben. Jetzt kommen wir … zum DENKEN.

Wie frei sind Sie im Denken?

So unfrei wie nie zuvor. Die Gedanken sind nicht mehr frei – und äußern darf man sie schon gar nicht mehr. Erzählen Sie doch einfach mal Ihrem Nachbarn vor Ihrer UFO-Sichtung letzter Woche! Keine Scheu: solche Beobachtung begleiten die ganze Geschichte der bekannten Menschheit. Oder davon, wie sie Christus getroffen haben! Buddha geht auch! Oder wie sie dem grenzenlosen Nichts in der ZEN-Meditation begegnet sind – und seine Liebe gespürt haben!

Schon Angst bekommen? Noch Bombergeneral Harris hang dem uralten Feenglauben der britischen Inseln an – ist noch nicht so lange her, dass das Bestandteil normaler Alltagskultur war.

Gehen Sie mal zu Ihrem Nachbarn und erzählen Sie ihm, dass Sie an der Verschwörungstherorie der US-Regierung zu den Anschlägen vom 11.9.2001 zweifeln, wonach Osama und seine 19 Räuber die gesamte Verteidigung der mächtigsten Nation der Erde mit Teppichmessern unterwandert haben … und gerade der Ausweis des Hauptverdächtigen eine Explosion überstand, die ein gigantisches Hochhaus zum Einsturz brachte. Zufällig landete gerade dieser Ausweis vor den Füßen eines Regierungsbeamten – um nur eine von hundert Ungereimtheiten dieses Anschlags zu nennen, dessen offizielle Erklärung wir schon aus rein wissenschaftlicher Sicht ablehen müssen: zu viele Hypothesen.

Kommt jetzt langsam Panik auf? Gehen Sie mit dieser Geschichte mal auf den Marktplatz und erzählen sie vor vielen Leuten – dies ist ein freies Land, Rede und Denken sind frei! Na – noch Freiwillige übrig für diese Experiment?

Ja – ein paar. Die lassen gerade als „Montagsdemos“ den Hass von Rechts und Links über sich ergehen, weil sie … nonkonforme Gedanken äußern. Ja – das ist der kleinste gemeinsame ideologische Nenner der sogenannten „Spinner“ – sie äußern nonkonforme Gedanken. Nicht alle sind von hinreichender Qualität …. aber nonkonforme Gedanken haben in der Regel weder soviel Zeit zu wachsen, noch einen ganzen Planungsstab, der sie ausformuliert.

Zwang und Konformismus bis ins Innerste hinein: aber wir tanzen dazu mit dem fröhlichen Lied der Freiheit auf den Lippen … eine Lied, dass wir auch den Insassen von Auschwitz, den Opfern von Hiroshima oder den Toten von nine-eleven vorsingen: ihr hattet die FREIE WAHL.

Das ist schön bequem …. denn dadurch sind sie nicht nut tot (oder im Elend), sondern auch noch selbst Schuld, d.h.: man kann diese Opfer zurecht völlig vergessen … und ist dadurch mit einem Schlag auch die Notleidenden der eigenen Kultur los.

Was für ein Paradies …. für Egomanen und Soziopathen.

Gut, dass allein schon Elternschaft vor diesem Wahn schützt … da wird man schnell mit allen Normen konfrontiert, die von einem erwartet werden – und deren Nichterfüllung sofortige Konsequenzen hat … bis hin zum Kindesentzug.

Schade nur, dass immer wenige Menschen Eltern werden … in dieser ach so freien Welt. Aber das ist eine Bedingung, um den Wahn von der freien Wahl noch leben zu können.

Krank, arm, alt, einsam? Liegt im Rahmen der „Tun-Ergehens“-Philosophie des nordamerikanischen Protestantismus allein im Bereich der Selbstverantwortung des Individuums! Der „gute“ Mensch ist ewig reich, ewig gesund, ewig jung und immer überall hoch beliebt … bis die Realität ihn einholt und er merkt, dass er doch kein Gott war.

So bleibt am Ende ziemlich wenig Freiheit übrig … und ich habe noch nicht einmal angefangen, über die Zwänge der Seele zu spreche, über familiäre Muster, die sich Wege bahnen, über archaische Instinkte, die nach Herrschaft gieren – und über dunkle Gefühle, die sich Bahn brechen wollen.

Aber wir wollen heute die Selbstherrlichkeit der Wohlstandsblasen nicht zu tief erschüttern, ihr träumerischer Wahn vom völlig selbstbestimmten, freien Leben ist ja sowieso nur für ein Prozent der Menschheit lebbar: für Reiche.

Und davon hat Deutschland immer mehr, die sich gerne aus der Verantwortung für ihre Mitmenschen stehlen wollen, nachdem sie deren Leistung gerne mitgenommen haben: dazu ist die Lüge der „freien Wahl“ allerdings sehr nützlich.

Nur – den „Verlierern“ gegenüber ist sie sehr grausam, gemein, hinterhältig …. und zudem zutiefst FALSCH.

 

 

 

 

 

Esoterik – der letzte Widerstand gegen die Kultur des Todes

Sonntag, 18.11.2012. Eifel. Sonntag ist ja der philosophischste Tag der Woche, hier hat sogar Gott selbst geruht und sich Gedanken über seine Schöpfung gemacht. Er fand sie gut - auch wenn er mit dieser Meinung ziemlich alleine dasteht. Sonntag ist der Tag, wo man sich mal Gedanken über ganz andere Themen machen kann - oder wildere, mutigere Perspektiven annehmen darf. Das machen Menschen schon seit Jahrtausenden - früher nannte man sie Philosophen (ein Titel, den heute hauptsächlich diejenigen tragen, die die Biographien dieser Denker auswendig aufsagen können). Plato zum Beispiel war einer jener Denker (wobei hinter ihm eigentlich eher Sokrates stand, durch den altägyptische Mystik in das griechische Denken eingeflossen ist).  Er hatte das bekannte Höhlengleichnis in das westliche Denken eingebracht, welches oft und gerne zitiert wird. Die Quintessenz dieses Gleichnisses  - reinste Esoterik - ist einfach: die Welt, die uns unsere Sinne repräsentiert, ist nur ein schöner Schein, die Wirklichkeit steht als oberste Macht dahinter, bringt als Licht erstmal die Schatten der Welt in die Existenz und stellt das ABSOLUT GUTE da. Vierhundert Jahre später nannten die Christen das Gott. Nun ist Esoterik ja - wie Verschwörungstheorien, Ufos, paranormale Fähigkeiten, Nahtodeserfahrungen, Geistererscheinungen und Kommunismus ja ein Begriff, der im Kapitalismus - unserer herrschenden, "alternativlosen" Kultur - mit einem großen Tabu belegt ist: darüber spricht man nicht, wenn man nicht für vogelfrei erklärt werden möchte. Ein ähnliches Tabu hat - nebenbei bemerkt - der Begriff Krieg, dabei befinden wir uns aktuell mitten drin, siehe Spiegel:

Sonntag, 18.11.2012. Eifel. Sonntag ist ja der philosophischste Tag der Woche, hier hat sogar Gott selbst geruht und sich Gedanken über seine Schöpfung gemacht. Er fand sie gut – auch wenn er mit dieser Meinung ziemlich alleine dasteht. Sonntag ist der Tag, wo man sich mal Gedanken über ganz andere Themen machen kann – oder wildere, mutigere Perspektiven annehmen darf. Das machen Menschen schon seit Jahrtausenden – früher nannte man sie Philosophen (ein Titel, den heute hauptsächlich diejenigen tragen, die die Biographien dieser Denker auswendig aufsagen können). Plato zum Beispiel war einer jener Denker (wobei hinter ihm eigentlich eher Sokrates stand, durch den altägyptische Mystik in das griechische Denken eingeflossen ist).  Er hatte das bekannte Höhlengleichnis in das westliche Denken eingebracht, welches oft und gerne zitiert wird. Die Quintessenz dieses Gleichnisses  – reinste Esoterik – ist einfach: die Welt, die uns unsere Sinne repräsentiert, ist nur ein schöner Schein, die Wirklichkeit steht als oberste Macht dahinter, bringt als Licht erstmal die Schatten der Welt in die Existenz und stellt das ABSOLUT GUTE da. Vierhundert Jahre später nannten die Christen das Gott. Nun ist Esoterik ja – wie Verschwörungstheorien, Ufos, paranormale Fähigkeiten, Nahtodeserfahrungen, Geistererscheinungen und Kommunismus ja ein Begriff, der im Kapitalismus – unserer herrschenden, „alternativlosen“ Kultur – mit einem großen Tabu belegt ist: darüber spricht man nicht, wenn man nicht für vogelfrei erklärt werden möchte. Ein ähnliches Tabu hat – nebenbei bemerkt – der Begriff Krieg, dabei befinden wir uns aktuell mitten drin, siehe Spiegel:

Die Nato plant einem Bericht zufolge den Einsatz von Luftabwehrraketen an der türkisch-syrischen Grenze – mit Unterstützung der Bundeswehr. Die Grünen warnen eindringlich davor, sich in den Konflikt einzumischen. Verteidigungsminister de Maizière spricht indes von Bündnissolidarität.

Das heißt konkret: der Bündnisfall ist eingetreten, die Nato bekennt sich dazu, das der Kriegsfall eingetreten ist – denn nur dann kann man sich auf die Notwendigkeit der Bündnissolidarität berufen. Wo ist der Aufschrei der sogenannten „linken Kampfpresse“ (ein ehedem rechtes Schmähwort, das heutzutage schon wie ein Lob klingt)? Wir sind im Krieg – einem Krieg, der sich ganz schnell zu einem Weltenbrand ausweiten kann, wenn man sich die Bündnisverflechtungen ansieht. Vor allem: wir kennen das schon. 1914 jährt sich bald zum hundertsten Male – und wenn wir den Prozess nicht aufhalten, werden wir den hundertsten Geburtstag unter dem Klang von Luftschutzsirenen verbringen.

Nun ist jedoch Sonntag, und jeder hat sicher Verständnis dafür, das wir diesen Tag nicht mit politischem Einerlei verbringen wollen. Was interessiert uns schon wirklich der sich anbahnende Weltenbrand, wo wir doch ganz andere Probleme haben?

Aktuell haben wir ja hier auf die Notsituation hingewiesen, in der sich Holdger Platta befindet. Ich schätze ihn als Autor sehr, habe aber auch noch einen Artikel aus der Psychologie heute von 1997 in Erinnerung (hier aus Psiram): Das Böse ist gut. Ein sehr treffender Artikel, der äußerst bedenkliche Erscheinungen innerhalb der „esoterischen“ Bewegung des Westens beschreibt – und einen großen Denkfehler begeht. Sicher findet sich innerhalb der Esoterik faschistisches Gedankengut, ein erbärmlicher Führerkult und eine brandgefährliche fatalistische Philosophie. Im Umkehrschluss zu behaupten, deshalb sei Esoterik böse, ist aber in etwa so, als würden wir behaupten, Politik sein generell böse, weil Hitler ein böser Politiker war, Menschen seien böse, weil Haarmann aus Kindern Wurst gemacht hat, Medizin sei böse, weil Mengele ein Arzt war oder alles Geld sei falsch, weil es Falschgeld gibt.

Wir akzeptieren solche Artikel aber klaglos, weil der Kult des Kapitalismus (und sein verzerrtes Spiegelbild: der Staatsmonopolkapitalismus, heute auch gerne Kommunismus genannt) dies fordert.  Es ist immer leicht, auf Menschen einzudreschen, die nach der Begegnung mit der Wahrheit etwas desorientiert in der Alltagswelt herumlaufen – aber davor hatte schon Plato gewarnt:

So verhält es sich auch mit der Seele einer Person, die nach einem Übergang in einen anderen Erfahrungsbereich verwirrt ist und etwas nicht erkennen kann. Der Betreffende sollte nicht ausgelacht werden. Es kommt darauf an, ob er aus dem Licht der Wirklichkeitserkenntnis kommt und sich nun von ungewohnter Finsternis umhüllt findet oder ob er aus relativer Unwissenheit in einen Bereich größerer Klarheit, die ihn nun blendet, vorgedrungen ist. Diese beiden gegensätzlichen Ursachen können die gleiche Wirkung hervorrufen, was für die Einschätzung der jeweiligen Situation von grundlegender Bedeutung ist. 

Ein Warnung, die 2500 Jahre alt ist und heute auf die Spitze getrieben wird: unsere Wahrheitssucher landen ganz schnell in der Psychiatrie – wo viele von ihnen möglicherweise gar nicht hingehören.  Viele, die dort landen, haben nur einen anderen Zugang zur Wahrheit, eine andere Perspektive der Welt, ein anderes Interpretationssystem der Wahrheit – und dies ist noch viel älter als die gesamte Philosophie. Ich spreche hier vom „Schamanismus“ (auch so ein verwestliches und verwurstetes Wort), von jenen Menschen, deren Art der Welterfahrung sie früher zu Sehern, Orakeln, Schamanen, Medizinmännern, Zauberern, Philosophen, oder Mathematikern gemacht hatte. Mathematiker? Ja, anders als gerne öffentlich verbreitet galt die Mathematik als esoterische Wissenschaft, für die Pythagoreer war die Zahl der Urgrund des Seins, das Universum voller mathematisch erfassbarer Harmonie, die selbst schon den Beweis für die Existenz des Göttlichen lieferte und – nebenbei – die Unsterblichkeit der Seele bewiesen. Ähnliche Beobachtungen machen Mathematiker auch heutzutage, allerdings ist mir eine entsprechende Studie, die anfang der achtziger Jahre an der Ruhruniversität Bochum gemacht wurde, nicht mehr zugänglich.

Heute sperren wir diese Menschen fort und betäuben sie mit Medikamenten. Und auf jeden Fall werden sie ausgelacht – wie schon seit Jahrtausenden. Was dabei ausgelacht wird, ist – welch Wunder – die Wissenschaft selber. Niemand geringeres als Aristoteles selbst, der die Esoterik als streng wissenschaftlichen philosophischen Unterricht von jenen Lehren abgrenzte, die eher – weil sehr einfach geschrieben –  für die Öffentlichkeit gedacht waren. Dies kann bis heute gelten – in einer Kultur, die sich auf den Satz des Pythagoras beruft, ihn jeden seiner Bürger auswendig lernen lässt, aber die damit verbundene Seelenlehre ohne jede wissenschaftliche Prüfung und ohne jeden philosophischen Diskurs mit einem Tabu belegt und somit im Sinne des platonischen Höhlengleichnisses per Diktat bestimmt, das wir uns nur noch um die wesentlich unbedeutendere Schattenwelt zu kümmern haben.

Wer waren die ersten Menschen, die sich gegen den Kult des Bohemian Grove wandten?

Zauberer. Leider funktioniert der Link in jenem alten Artikel nicht mehr, was sehr bedauerlich ist, da hier eine Fassung bzw. ein Zusammenschnitt der Erfahrungen des Alex Jones im Zusammenhang mit dem Bohemian Grove zu sehen war, die ich heute in der Art nicht mehr finde – vielleicht auch, weil Jones die dort zu sehenden Menschen als „Spinner“ abtat. Kundiges Auge erkannte ihre Symbole, Rituale, Segenssprüche und Gesänge gleich – es war eine sehr große Gruppe aus dem Bereich des westliche Wicca/Paganismusspektrum (von denen einige sich danach aufmachten, gegen den nächsten G 8 Gipfel zu demonstrieren).  Schon lange vor Alex Jones haben gerade sie sich aufgemacht, mit aller ihnen zu Gebote stehenden Macht (wie real die wirklich ist, sei dahingestellt)  gegen einen Ort anzugehen, der ihnen als einer der düstersten Orte der Menschheitsgeschichte vorkommt.

Vielleicht haben sie Alfred Schütze gelesen, einen Anthroposophen, der 1951 das Werk „Das Rätsel des Bösen und die Erscheinung des Antichristen“ veröffentlicht hat und dort zu erkennen gab, das er mit einem Tempel des Antichristen auf Erden im Reich der falschen Christen aus dem Westen rechnete. Meine Ausgabe ist von 1982, Fischer Verlag – und ich möchte mal ein paar Sätze dieses „Esoterikers“ zitieren, geschrieben frisch aus den Erlebnissen des letzten großen Krieges heraus:

Was wir erlebt haben – die Blutorgien, den kalt-zynischen Zerstörungswahnsinn und menschenmordenen Geschehnisse und Folgen des Krieges – ist in seiner Furchtbarkeit überhaupt nur zu begreifen als Ergebnis von solch zeitweiligen Eingriffen ahrimanischen Wesens in dafür vorbereitete Menschen. Und doch kann das alles nur als Artefakt zu noch stärkeren dämonischen Attacken gewertet werden, deren Kulminationspunkt die Erscheinung des Antichrist werden wird. 

Schütze bezieht sich auf biblische Bilder von dem „Greuel der Verwüstung“ … unter dem er „wirkliche schwarze Magie“ versteht, die weit entfernt ist von dem, was wir heute darunter von der bunten Presse serviert bekommen.

Wirkliche schwarze Magie, die es auf der Erde vorläufig wohl nur in geringem Umfang gibt, hat das Ziel, die unmittelbare Anwendung ahrimanischer Mächte durch kultusartige Verrichtungen herbeizuführen.

Im Jahre 2012 erleben wir das, was Schütze 1951 „ahrimanisch“ nannte, als dominante Philosophie, jener kalte und zynische Geisteszustand, den unsere Kultur als höchstes Gut feiert und der als Qualitätsmerkmal einer „aufgeklärten Leistungselite“ gilt, begegnet uns in Politik, Wirtschaft, Medien und Wissenschaft jeden Tag – mit entsprechenden Folgen – und im Bohemian Grove haben wir (aus der Sicht eines Anthroposophen, jener Denkrichtung, der wir die von uns hochgeschätzten Walldorfschulen zu verdanken haben) jenen Ort der „kultusartigen Verrichtung“, vor dem Schütze gewarnt hat.

Deshalb wenden sich Schamanen, Geistheiler, Zauberer, Medizinmänner aller Kulturen gegen diesen Ort, während die „ahrimanische“ Kultur ihn völlig ignoriert – oder gibt es jetzt nach vielen Jahren der unbeantworteten Fragen über diesen Ort jetzt vielleicht endlich unabhängige Untersuchungen über den Kult, der dort betrieben wird? Nein – er wird von der Presse weiträumig gemieden … in etwas ebenso weiträumig wie aktuell die Tatsache, das sich Deutschland in einem heißen Krieg mit Syrien befindet.

Natürlich ist es leicht, sich über diese „Esoteriker“ lustig zu machen, jene Menschen, die nach Aristoteles nichts anderes tun, als „streng wissenschaftlichen philosophischen Unterricht zu praktizieren“. Das Lachen bleibt einem am Vorabend des neuen Weltkrieges jedoch schnell im Halse stecken – und es ist nicht nur der Krieg, der für die im Grove versammelte männliche Machtelite des Westens steht. Nebenbei – fernab von Schützes Alltagserfahrungen – steht die Kultur des Westens für eine Kultur des Todes, wenn man eine nüchterne Bilanz ihrer Wirkungen auf die Menschheit zieht. Keine Kultur zuvor hat so sehr in die Bedingungen menschlichen Überlebens eingegriffen, keine Kultur zuvor hat soviel Gift in die Welt gebracht wie unsere, den Krieg so sehr perfektioniert wie unsere oder eine Wirtschaft ins Leben gerufen, die unser gesamtes Überleben in Frage stellt, wenn wir nicht schnell neue Planeten erhalten, die uns die verbrauchten Ressourcen nachliefern.

Urteilen wir aus der Sicht eines griechischen Philosophen, eines jenen Menschen, der von sich behauptet, das Licht des absolut Guten wahrgenommen zu haben, so kann man nur zu dem Urteil kommen, das jene Kultur, die ihre „Esoteriker“ gnadenlos verfolgt, einfach nur teuflisch zu nennen ist – wobei wir die reale Existenz eines Teufels gar nicht zu behaupten brauchen … es reicht eine nüchternde Betrachtung der gelebten Werte, Werte, die umso zerstörerischer in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft wirken, je intensiver sie gelebt werden.

Provokant könnte man sagen: unsere Gesellschaft glaubt zwar nicht an den Antichristen … aber sie dient ihm auf allen Ebenen perfekt und mit Inbrunst, was entsprechende historische Realitäten nach sich ziehen wird.

Aus dieser Perspektive heraus ist es überhaupt nicht verwunderlich, das sich ein John Perkins dem Schamanismus zuwendet. Er, der die Installation des neuen Imperiums persönlich vorangetrieben hat, bevor er vom Saulus zum Paulus wurde, ist nicht Kommunist geworden, nicht Sozialist oder Sozialdemokrat – in vorderster Front kümmert er sich um das Überleben der indigenen Völker des Amazonas … und ihrer schamanischen  Kultur.  Unter der Webseite „Dreamchange.org“ findet man reinsten esoterischen Zauberkram – und unter seiner Liste der „wakeful Organisations“ zentrale Akteure jener Wicca-Kultur, die schon gegen den Bohemian Grove demonstrierte, als er für Alex Jones noch nur ein Mythos war.

Da schließt sich der Kreis wieder – und offenbart uns die viel gescholtene „Esoterik“ als letzten Widerstand gegen eine Kultur des Todes, die für unsere Gesellschaft „alternativlos“ geworden ist – selbst am Vorabend eines globalen Weltenbrandes, nach einer nicht enden wollenden Wirtschafts- und Umweltkrise und zunehmender Verarmung der westlichen Bevölkerung inmitten eines nie dagewesenen Reichtums.

Nun versteht man vielleicht auch eher, warum all jene Themen von unserer Gesellschaft tabuisiert werden, die über den Kreis der Kultur des Todes hinausreichen – obwohl wir Pythagoras in seiner Mathematik kritiklos folgen und den Waldorfschulen gedankenlos unsere Kinder anvertrauen. Ob nun die Existenz außerirdischer Intelligenzen oder die Existenz einer unsterblichen menschlichen Seele: alles, was die Macht einer Kultur des Todes in Frage stellen könnte, ist verboten.

Und so wird sie alternativlos – doch so weit denken nur wenige, die gegen die „Esoterik“ argumentieren, ohne zu vergegenwärtigen, aus welcher Perspektive sie dies tun: es ist die Perspektive jener kalten und zynischen Kultur, die von Nächstenliebe nichts hält – aber ungebremsten Egoismus vergöttert.

Wahrscheinlich brauchen wir wieder die Erfahrung des globalen Weltenbrandes um zu verstehen, warum im Schützengraben keine Atheisten existieren – und vielleicht werden wir dann wieder zu urchristlichen Vorstellungen zurückkehren, Vorstellungen, die für uns völlig esoterisch sind: das der Begriff „Gott“ für das Leben selbst steht, für alles Lebendige und seine Ausdrucksformen, für jene Kraft, die der toten Materie Lebendigkeit verleiht – jene Lebendigkeit, die sie im Tode wieder verliert

Und ich persönlich hoffe sehr, das jene breite Front von Esoterikern, Sehern und Weltreligionen irren, die einen „zweiten Tod“ für jene Seelen prognostizieren, die mit ihrer nachtodlichen Existenz nicht klarkommen und jede Hilfe von außen verweigern: ihnen droht als Seele die endgültige Auslöschung als Folge eines festen, ideologisch zementierten materialistischen Glaubens.

Sollten die nämlich Recht behalten, dann wird unsere Kultur des Todes zum größten Holocaust der Weltgeschichte … mit Folgen, die man nur außerordentlich teuflisch nennen kann: die völlige Vernichtung von Milliarden bewußter Seelen: Themen, wie wir nur noch als Horrorroman begreifen können, obwohl sie aus der Sicht der Religionswissenschaft für die absolute Mehrheit der Menschheit erlebbare „Wahrheit“ darstellen.

PS: zwei Worte noch zum Abschluss.

1. Den Aufruf für Holdger haben wir auf ausdrücklichem Wunsch von ihm selbst gelöscht. Er selbst hatte da große Bedenken.

2. Ein dringender Rat: Finger weg von „Esoterik“. Was unsere kalte und zynische Leistungselite dort in die Bücherregale hinstellt, ist größter, gemeingefährlicher Mumpitz (oder auch: finsterste, schwarze Magie, wenn man das so sehen will) den ich hier auf keinen Fall verteidigen möchte. Aristoteles konnte aber damals auch noch nicht wissen, das man das Wort mal als Aufkleber für exoterischen Unsinn verwenden würde – aber dem Teufel, dem großen Lügner und Blender, ist ja alles zuzutrauen, oder?

 

 

 

 

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