Palästina

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Nine Eleven – 11.9.2001 war eine Verschwörung … 80 Millionen Tote weltweit auch.

Heute ist ja neunter Jahrestag.  Ich habe den 11.9.2001 - wie die meisten älteren Menschen unter uns - noch in guter Erinnerung.  Auf dem Weg zu einer Messe saß ich pausierend bei meiner Mutter, die direkt im Wege war. Eine Freundin von ihr rief an, war ganz aufgeregt, weil sich überall in Amerika Flugzeuge vom Himmel auf Häuser stürzten, ganz New York stehe schon in Flammen. 

Auf der Messe selbst gab es zwar wie üblich einen Großbildschirm, aber niemand interessierte sich sonderlich für das Ereignis, das unsere Geschäftsfelder nicht betraf. Es gab keine Gespräche darüber, die Stimmung war gut und ungetrübt - nur meine nicht. 

Gleich danach kamen unheimliche Gerüchte auf: die US-Regierung sollte es gewesen sein.

Heute ist ja neunter Jahrestag.  Ich habe den 11.9.2001 – wie die meisten älteren Menschen unter uns – noch in guter Erinnerung.  Auf dem Weg zu einer Messe saß ich pausierend bei meiner Mutter, die direkt im Wege war. Eine Freundin von ihr rief an, war ganz aufgeregt, weil sich überall in Amerika Flugzeuge vom Himmel auf Häuser stürzten, ganz New York stehe schon in Flammen.

Auf der Messe selbst gab es zwar wie üblich einen Großbildschirm, aber niemand interessierte sich sonderlich für das Ereignis, das unsere Geschäftsfelder nicht betraf. Es gab keine Gespräche darüber, die Stimmung war gut und ungetrübt – nur meine nicht.

Gleich danach kamen unheimliche Gerüchte auf: die US-Regierung sollte es gewesen sein.  Eine Vermutung, die nicht aus der Luft gegriffen ist. Der „militärisch-industrielle Komplex“, vor dem der US-Präsident Eisenhower warnte, hatte schon einige Häßlichkeiten in die  Welt gesetzt – Morde, Umstürze, Folter, Drogenhandel: bei dem Ruf muß man sich nicht wundern, wenn man zuerst nach den „üblichen Verdächtigen“ Ausschau hält. Immerhin: an jenem Tag waren 37000 Menschen gestorben. 3000 infolge der Anschläge, 34000 infolge der Weltwirtschaftsordnung an Hunger.  Die 3000 zusätzlichen Tote – das war klar – ließen sich hervorragend instrumentalisieren, es war genau jenes Ereignis, auf das die Bewegung für ein neues amerikanisches Jahrhundert gewahrtet hatte und es kam zu einem äußerst günstigen Zeitpunkt.  Die 34000 anderen, die jeden Tag sterben, damit wir Schnitzel auf dem Teller haben, waren jedermann egal … wie auch die dreitausend in den Türmen. Gegen so etwas ist man heutzutage abgehärtet.

Neben diesen Theorien gab es auch andere, die letztlich zu Kriegen geführt haben,  weil die Theorienbilder viel mehr Macht hatten und auf faire ausgewogene Urteilsbildung schon mal verzichteten. Man wollte einfach mal irgendjemanden für das Geschehnis erschießen und die Regierung Bush hatte da schon jemanden im Auge. Einige sogar. Erst mußten die Afghanen dran glauben, die neuen Machthaber waren zwar durch US-Hilfe an die Macht gekommen, aber der Opiumanbau war unter ihnen fast völlig zum Erliegen gekommen, außerdem hatten sie die Straßen sicherer gemacht – das störte wohl irgendwie.  Dann gab es da noch diesen Saddam Hussein, der immer unbequemer wurde: den konnte man leicht nebenbei mitentsorgen. Er hatte zwar überhaupt nichts mit den Taliban zu tun und erst recht nichts mit dem Anschlag in New York – aber in dem allgemeinen Trubel fiel das gar nicht auf. Eventuell – so die damals gängige Verschwörungstheorie – hatte er Massenvernichtungswaffen mit denen er zur Weltherrschaft streben wollte. Stimmte nicht – aber egal.

Nun – wenn diese Verschwörungstheorie nicht stimmt, dann stimmte ja die andere vielleicht auch nicht: Osama und die neunzehn Räuber.  Es gilt ja: wer einmal lügt, dem glaubt man nicht – zurecht, wenn er daraus einen klar erkennbaren Vorteil zieht.  Und es gab ja schon mal einen ganz spektakulären Fall, in dem Jahrzehntelang eine offizielle Verschwörungstheorie Unmut erzeugte und jetzt so langsam still und heimlich in sich zusammensackt: der Kennedymord und die Einzeltätertheorie:

Washington – Ballistische Untersuchungen unter Rückgriff auf moderne Methoden der Statistik und der chemischen Analyse zeigten, dass Lee Harvey Oswald damals nicht der einzige Schütze gewesen sei, heißt es in der jüngsten Ausgabe des Fachblatts „Annals of Applied Statistics“. Die seinerzeit von den Experten angeführten Belege, wonach die Möglichkeit eines zweiten Mörders ausscheide, hielten den Tatsachen nicht stand, schreibt der Ex-FBI-Agent William Tobin, der die Arbeit gemeinsam mit dem Statistik-Professor Cliff Spiegelman und dem Chemiker William James von der Texas A&M University vorgelegt hat.

Quelle: Spiegel-online

Ich persönlich erwarte Aufgrund der Lügentradition der US-Regierung nichts anderes bei der Nine-Eleven-Verschwörungstheorie.  Als politischer Mensch halte ich es sowieso mit Managergrundsätzen: „Even the worsest case“ – bei Problemfällen nicht positiv denken sondern immer das Schlimmste annehmen, um gegen alle Eventualitäten gewappnet zu sein.

Seltsamerweise ist dieser Grundsatz, der in allen angelsächsischen Konzernen tagtäglich gelebt wird, in der Theorienbildung der politischen Kaste kaum zu finden … und das kommt uns gerade mal wieder sehr teuer zu stehen:

Die marode Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) benötigt weitere Staatshilfen in Millardenhöhe. Im Gespräch sollen offenbar Garantien von bis zu 40 Milliarden Euro sein. Das Institut leide unter massiven Liquiditätsproblemen, so Regierungskreise. Im schlimmsten Fall könne die Bank noch in diesem Monat zahlungsunfähig sein.

Quelle: Handelsblatt

Das ist per Einmalzahlung mehr, als alle Hartz-IV-Abhängigen und ihre Kinder in einem Jahr verbrauchen. Wofür genau geben wir das nochmal aus? Ach ja, richtig: dafür, das die Reichen noch reicher werden und durch die Krise keine Verluste einfahren. Sehr sozial gedacht. Leider … haben wir das Geld dafür nicht.

Seit dem 11.9.2001 sind zwischen hundertausend und einer Million Iraker gefallen – die Quellen variieren da stark. Zustätzlich starben viertausend US-Soldaten. Außerdem starben noch tausende in Afghanistan … da zählt aber kaum noch jemand mit.

Die Zahl der Hungertoten für den Zeitraum liegt bei mindestens ACHTZIG MILLIONEN! Die sind auch nicht „selbst schuld“ oder „faul“, die sind einfach in die Monokulturen der Kolonialherren hineingeboren worden, mit denen man ihre Eltern sitzen gelassen hat. Interessiert aber keinen.

Die Zahl der hungernden Menschen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, steigt jedoch langsamer als die Bevölkerung an: 1990 waren es etwa 822 Millionen, im Jahr 2008 etwa 963 Millionen Menschen.[1] Am 19. Juni 2009 berichtete die BBC, dass nun offiziell eine Milliarde Menschen hungern.[2] Das ist etwa jeder siebente Mensch auf der Erde. Jedes Jahr sterben etwa 8,8 Millionen Menschen, hauptsächlich Kinder, an Hunger, was einem Todesfall alle 3 Sekunden entspricht (Stand 2007).[3]

Quelle: Wikipedia

Nach anderen Quellen sind es sogar ZWEIHUNDERTVIERZIG MILLIONEN TOTE.

Quelle: ORF

Wieder haben wir eine klar erkennbare Verschwörung, deren Hintermänner leicht zu finden sind …. oder glaubt jemand, das es Zufall ist, das dreitausend Tote die Welt verändern während achtzig Millionen Tote (mit wachsender Tendenz)  niemanden interessieren?

Wenn ich mir über unnatürliche Tode aufrege und sie verhindern möchte, dann … fange ich doch da an, wo die Vielen sterben und arbeite mich zu den geringeren Übeln Schritt für Schritt durch. Tue ich das nicht … dann habe ich andere Pläne und Absichten. Die Planer dieser Absichten sind dann … Verschwörer.

Hätten wir die dreitausend Toten einfach ignoriert, so getan, als wären es Verkehrstote und hätten das Geld der Kriege in die Bekämpfung des Hungers gesteckt … wir hätten dem Terror weltweit den Boden unter den Füßen weggezogen und achtzig Millionen Menschen das Leben gerettet. Achtzig Millionen tote Menschen: das ist ein kompletter dritter Weltkrieg.  Und eine Milliarde wartet noch auf den Tod.

Aber wir – d.h. – unsere Medien – haben sich abgesprochen, diese Toten zu ignorieren. Stattdessen haben wir die Armut, die zu diesen Toten führt als Hartz IV nach Deutschland importiert – auch so eine Verschwörung.  Das sind keine Naturkatastrophen, dahinter stecken Menschen, die zielorientiert denken, planen und handeln. Dabei gehen sie auch über Leichen. Über die der anderen, selbstverständlich.

Vielleicht war auch nine-eleven von ihnen geplant. Vielleicht waren es Netzwerke von Bush und dem Hause Saud in Saudi-Arabien, das in letzter Zeit steigende Probleme bekam. Vielleicht war es wirklich der Millionärssohn Bin Laden. Letztlich ist es völlig egal, wer von diesen Verrückten es war. Letztlich werden wir die Wahrheit (wie beim Kennedymord) nie mit absoluter Sicherheit erfahren, weil die Vertuschungskompetenz einer der möglichen Täter so groß ist, das immer Restzweifel bleiben (und angesichts der belegten Historie dieses möglichen Täters auch zurecht bleiben).

Letztlich können wir auch sagen: ohne die Gelder der Saudis und Bush´s  wäre auch der Nahostkonflikt nicht vorhanden. Aber um ihn am Leben zu erhalten, geben beide Seiten immer gerne Geld – Saudi Arabien hat Israel bis heute nicht anerkannt, beide Länder befinden sich heute noch im aktiven Kriegszustand:

An den militärischen Handlungen der Arabisch-Israelischen Kriege nahm das Königreich nicht teil; es unterstützte aber die gemeinsame Sache der Araber durch massive finanzielle Hilfe an die Palästinenser-Organisationen sowie durch zeitweilige Reduzierung der Erdöllieferungen in die westliche Welt unter König Faisal. Siehe: Ölkrise.

Saudi-Arabien befindet sich seit 1948 (Palästinakrieg) mit Israel offiziell im Kriegszustand, der Staat Israel wird weiterhin nicht anerkannt, politische Kontakte beider Länder gibt es nicht.[24]

Aber Atombomben finanzieren … da ist man schnell dabei:

Hilfsgelder fließen auch in die pakistanische Rüstungsindustrie (en:Pakistani Arms Industry), weitgehend gesichert ist eine Beteiligung von Saudi-Arabien, das das pakistanische Atom-Programm „zu einem nicht unerheblichen Teil finanziert hat“, inoffiziell wird von 50 % gesprochen.[31]

Quelle: Wikipedia

Was die achtzig Millionen Toten angeht sind wir übrigens alle Komplizen. Alle die hier mitlesen, mitschreiben oder überhaupt lesen und schreiben können. Unfreiwillige Komplizen – aber wir machen alle mit … je gebildeter wir sind umso bewußter und entschiedener sind wir an diesem täglichen  Massenmord beteiligt.

Und da soll man die Betroffenheit wirklich ernst nehmen, wenn da mal neun Türken von Israelis erschossen werden, vier Israelis von der Hamas erschossen oder fünfzig Palästinenser von Bomben ausradiert werden? Da wundert man sich wirklich, das mich die Betroffenheitsarien die regelmäßig von allen Seiten kommen nur noch anwiedern?

Um achtzig Millionen Tote (oder die dreifache Menge) zu verdrängen muß man sich sehr anstrengen.

Wer wirklich ernsthaft Betroffenheit bekunden will, sollte da anfangen. Alles andere ist verlogenes Theater … und wiederum Teil einer Verschwörung, seine Partikularinteressen vor die Rettung von Menschenleben zu stellen.

Hungertod ist langsam.

Hungertod ist qualvolle Folter.

Hungertod ist völlig unnötig.

Allein die Kosten für den Irakkrieg hätten ausgereicht, den Hunger für immer und ewig zu verbannen.

Nine-eleven hat dem Kampf gegen diesen Hunger sehr geschadet. Es verstopft alle Nachrichtenkanäle (wie andere dieser medial aufgeblasenen Ereignisse auch), hält die Leute auf Trab (Verschwörer und Gegenverschwörer) und tut das Seine dazu, das auch heute wieder zwischen 25000 und 100000 Menschen qualvoll sterben werden … darunter mindestens 13000 Kinder.

Das heisst: Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet. Punkt. Schluss.

Quelle: Jean Ziegler im Tagesanzeiger

Dreizehntausend Kindermorde nur heute, wohlgemerkt. Und morgen geht das wieder von Vorne los.

Massenmord vor aller Augen. Alle schauen zu, alle machen mit – oder haben Wichtigeres zu tun.  Zum Beispiel heute an dreitausend Tote denken, die alle zu den Nutznießern des täglichen Massenmordes gehörten … unabhängig davon, wer ihre eigene  Ermordung nun beschlossen und/oder geduldet und/oder finanziert hatte.

Ob es nun von Pakistan finanzierte saudi-arabische Muslime waren, die zehn Jahre lang diesen Anschlag geplant haben oder die Kosmokraten der Korporatokratie … ist eigentlich egal. Beide Seiten hätten ihr Geld besser (und überzeugender) zur Verhinderung der alltäglichen Massenmorde an unschuldigen Kindern eingesetzt – oder sollten es jetzt tun anstatt Selbstmordattentäter auszubilden und Rachebombardements durchzuführen.  Das sie es nicht tun, macht aus ihnen nur … Feinde der Menschheit.

Und was sich die Feinde der Menschheit untereinander antun, muß einen eigentlich nicht interessieren, noch muß man sich da einmischen. Eher braucht die Welt Engagement gegen den Massenmord und für mehr Menschlichkeit – danach kann man sich den unbedeutenden Kleinigkeiten zuwenden um die wir jetzt so ein großartiges Geschrei machen.

Aber wahrscheinlich ist es ja gerade dieses Geschrei, das absichtlich so laut gestellt wird, damit der Massenmord ungestört weiterlaufen kann … oder?

Die USA – um die es ja bei dem heutigen Gedenktag geht -haben ihre Hungertoten übrigends ganz elegant entsorgt:

In den USA hungerten im Jahr 2005 10,8 Millionen US-Bürger. Insgesamt waren es gar 35 Millionen, also jeder achte US-Amerikaner, die „Schwierigkeiten hatten, sich zu ernähren“. Offiziell gibt es jedoch keine „Hungernden“, da die US-Regierung seit dem November 2006 stattdessen von Menschen mit „sehr geringer Nahrungssicherheit“ spricht.[5]

Und da es speziell heute um New York geht:

Die Hilfsorganisation New York Food Bank gab im Juni 2008 bekannt, dass drei Millionen New Yorker, also mehr als jeder dritte, nicht genug Geld für Lebensmittel haben.

Quelle: Wikipedia

Der palästinensische Ministerpräsident Abbas

Unsere große Tochter hatte Hamster.
Diese possierlichen Tierchen lassen von sich durch schlimmstenfalls nervtötendes, aber rhythmisches Quietschen ihres Laufrades in tiefster Nacht hören. Es kam schon vor, dass ich staunend vor dem Käfig stand und dem kleinen Nager dabei zusah, wie er dies sinnlose Unterfangen begann. Quietsch quietsch quietsch ……. der Hamster sieht dabei geradeaus als rennte er über eine Wiese.

Und damit sind wir bei Abbas, dem palästinensischen Ministerpräsidenten.

Von den USA, die ebenso wie Europa die „Palästinensische Autonomiebehörde“ (kurz: PA) mit reichlichsten Mitteln bedient, wird Abbas seit jetzt mehreren Jahren immer und immer wieder in „Friedensgespräche“ hineingezwungen. Diese Gespräche werden tatsächlich immer sinnloser und inhaltsleerer, denn Abbas nimmt nicht nur keine Zusagen Israels aus diesen Gesprächen mit sondern er verlässt sie grundsätzlich immer mit leeren Händen.
Während dieser Gespräche (!) aber errichtet Israel mehrere hundert Wohneinheiten für israelische Siedler auf palästinensischem Gebiet und in Ostjerusalem und ebenso während dieser „Friedens“-Gespräche werden hunderte von Palästinensern misshandelt, ohne formulierten oder gar begründeten Verdacht eingesperrt und auf offener Straße einfach erschossen.

Abbas aber weiß: lehnt er die strikte Aufforderung der USA und Europas zu diesen völlig sinnlosen „Gesprächen“ ab, können die Zuwendungen eingestellt werden und nur noch mehr Elend käme mit Hunger unter seine Leute.
Abbas aber weiß auch: seine Bürger lachen noch nicht einmal mehr über seine „Gespräche“ denn sie erleben, dass ihr Leben immer schlimmer wird.

In Abstimmung mit dem Palästinenserrat, der Abbas seine Autorität verliehen hatte, hatte er unlängst die Fortführung solcher bizarren „Gespräche“ abgelehnt und einen Forderungskatalog vorgelegt. Dieser verlangte nichts als das „Freezing“, also das Einfrieren jeder augenblicklichen, israelischen Bauaktivität auf seinem Land und in Ostjerusalem, welches den Palästinensern von der UN zugesprochen worden war und jetzt Stück um Stück unter den Augen der Menschheit von Israel gestohlen wird.
Es muss aber wohl ganz unverhohlene Drohungen aus Washington und vermutlich Berlin gegen Abbas gegeben haben, jedenfalls setzte er entgegen seiner Ablehnung deprimiert, frustriert und völlig desillusioniert vor Kurzem diese idiotische „Friedensgesprächs“-Reihe fort. Während Israel weiterbaut.

Zwischenzeitlich wird von palästinensischer Intelligentia bereits fast unverhohlen vermutet, dass die Idee eines eigenen Staates im Sinne der von der UN vor sechzig Jahren verlangten „Zwei-Staaten-Lösung“ mittlerweile vom Tisch sei. Israel habe in den zurückliegenden Jahren derart aggressiv gebaut, gestohlen, gekillt und trockengelegt, dass das jetzt noch zur Verfügung stehende Land zum Überleben eines eigenen Palästinas gar nicht mehr ausreiche.
Ob nun dies das unausgesprochene Ziel Israels und der USA sei wird im Nahen Osten durchaus diskutiert; als sicher gilt jedoch für unabhängige Beobachter der Region, dass die US-Administration auf Zeit spielt.
Sie presst die PA mit Abbas in diese „Gespräche“ und verzichtet auf entschiedene Forderungskataloge in Richtung Israel; somit besteht für Obama Hoffnung, das Problem ganz einfach totzuschweigen und auszusitzen. Für jeden Missgriff seitens Israel oder der Palästinenser hat er einen veritablen Sündenbock an der Leine.

Nun hilft auch dies Obama nur bedingt.
Während die deutsche Öffentlichkeit tatsächlich noch immer glaubt, dass Berlin schon gerecht und fair gegen Israel vorginge, kennt die Bevölkerung der betroffenen Region und die der Anrainerstaaten die Situation bereits sehr viel besser und intensiver. Sie haben begriffen, dass die Kairo-Rede von Obama nicht nur warme Luft war, sondern vermutlich von Anbeginn auch immer sein wollte. Es war wohl nie und zu keinem Zeitpunkt jemals wirklich ernsthaft von Obama beabsichtigt, Israel zu maßregeln oder von seinem klaren Bruch zahlreicher UNO-Beschlüsse abzubringen, geschweige denn diese zu ahnden.
Warum auch immer; den gemäßigten Kräften jedoch fehlen zunehmend mehr Argumente, den extremeren die Idee einer zionistischen Weltverschwörung ausreden zu können. Alle Betroffenen unterlassen wahrlich alles, den Verdacht einer solchen Verschwörung zu zerstreuen oder durch beweiskräftige Taten auszuhebeln.

Der Umgang der Welt mit Palästina knüpft in der Intensität des Verbrechens nahezu nahtlos an die der Nazis an. Wir schauen der ebenso gezielten wie gewollten Vernichtung eines ganzen Volkes tatenlos zu – denken wir daran, wenn wir den nächsten Hamster im Rade sehen.

Ich nenne unseren nächsten Hamster Mahmoud, soviel weiß ich und ich finde das überhaupt nicht lustig.

© 2010 Echsenwut.

Verhaftet Dirk Niebel! Fasst ihn!

Niebel, als Entwicklungsminister, hatte die Planung und den Aufbau einer Wasserkläranlage im Gaza-Streifen für die Terror-Hamas betrieben. Er bekennt sich selbst dazu und hat sogar vor wenigen Wochen noch versucht, die mit seinen Geldern errichtete Wehreinrichtung der Hamas zu besichtigen.

Gemäß israelischen Duktus und des Verständnisses des Bundesinnenministers Thomas de Maiziere sind sozialer und militaristischer Arm der Hamas bekanntlich nicht auseinanderzuhalten und Wasser wird sowohl bei den Terroreinsätzen der Raketenbrigaden wie zur Herstellung der gefürchteten Qassam-Raketen dringend benötigt. Da also Niebel mit der Hamas verhandelt haben muss (immerhin stellt sie die mehrheitlich und ordentlich gewählte Regierung des Gaza-Streifens!), hat er sich im Sinne de Maizieres strafbar gemacht. Nach de Maizieres Vorstellung sind auch „C“DU, Grüne und „S“PD Terrororganisationen, da sie beide den Krieg in Afghanistan mit terroristischen (Drohnen- und Kommando-) Aktionen betreiben.

Es gäbe keine Beweise für die Waffentauglichkeit des mit deutschen Geldern errichteten Terrorklärwerks der Terror-Hamas? Wozu denn aber auch? Terror-De-Maiziere verfügt schließlich auch über gar keine Beweise, dass die islamische (nicht islamistische) Organisation Milli Görüs Gelder erstens überhaupt für die Hamas und zweitens für terroristische Zwecke gesammelt hatte. Dennoch wurde ihre Spendensammelorganisation jetzt verboten.

(Nebenbemerkung: als ich den Text vor der Publikation noch einmal überarbeitet habe, fügte ich immer da „Terror“ ein, wo ich im jeweiligen Sinnzusammenhang auch in Äußerungen der Bundesregierung und vielen Medienvertretern das Wort „Terror“ verwendet finde.)

„Beweise“ sind nicht mehr hip, nicht mehr trendy, nicht mehr up to date. Bloße Verdachtsmomente reichen zur Anklageerhebung mit direkt darauffolgendem Schuldspruch aus und ganz gern schreitet man dann auch sofort durch zur Vollstreckung. Die Terror-USA behaupteten, der Irak hätte Massenvernichtungswaffen gehabt und sie hatten keine Beweise. Die Terror-USA behaupten seit neun Jahren, die Taliban wären zu vernichten und es gibt keinen Beweis dafür.  Die Terror-USA behaupten, Iran baue Atomwaffen und sie haben keine Beweise.  Warum kann da ein Thomas de Maiziere nicht auch mal eben behaupten und beweisfrei sofort vollstrecken? Wozu denn Beweise?

Der Terrorinnenminister beließ es bei dem knappen Hinweis, er dürfe Organisationen verbieten, die mit ihren Aktivitäten „das Strafrecht berühren, die verfassungsmäßige Ordnung beeinflussen wollen oder die Völkerverständigung stören“. Wenn dem aber so ist, dann muss Terror-Niebel sofort verhaftet werden; inwiefern eine Klage vor einem deutschen Gericht wegen „Aufrührung zum Krieg“ oder gleich eine vor dem Menschenrechtsgerichtshof in Den Haag anhängig sein müsste, könnte der Bundesstaatsanwalt klären. Da de Maiziere Schwierigkeiten sieht, den militaristischen vom sozialen Arm der gewählten Regierung des Gaza-Streifens zu unterscheiden, kann der Entwicklungsminister Niebel das mangels Kompetenz noch weniger. Dann aber muss Niebel im Zweifel unterstellt werden, dass er a) direkt mit der Terror-Hamas verhandelt und b) das Klärwerk zu militärischen, terroristischen Zwecken geliefert hat. Damit aber hat er die Völkerverständigung gestört, da mit dem Wasser Qassam-Raketen gegen Israel gebaut und geschossen werden. Er hetzt damit zum Krieg auf, was strafrechtlich relevant sein dürfte.

Man müsste den Innenminister de Maiziere mit der Prüfung beauftragen, inwiefern „C“DU und „F“DP aufgrund ihrer Terror-Vorbereitung durch ihre fadenscheinige „humanitäre“ Hilfe für die Hamas nicht selbst als Terrororganisation zu bewerten wären. Denn mit gelieferten Medikamenten werden Hamas-Terroristen geheilt, mit Lebensmitteln gefüttert, mit Klavieren unterhalten und Malstifte und Zeichenblöcke nebst Kuscheltieren sind in den Schützengräben der Qassam-Brigaden unverzichtbar. Da Israel dies genauso sieht, riegelt es ja den Gaza-Streifen bis jetzt nahezu unverändert weiterhin ab. Dass kamerawirksam ein paar LKW mit bunten Tellern und Kaffeekannen hineingewunken wurden, sollte die Weltöffentlichkeit ein wenig befriedigen, mehr nicht.

Nein – die wahren Terrorhelfer sitzen in Berlin und sie treten auch noch dummfrech vor alle Kameras mit ihrer unverblümten Forderung nach gnadenloser Aufrüstung der Hamas. Was sonst kann dies Wasserklärwerk schon sein, wenn wir de Maiziere fragen und wozu sonst liefern wir Medikamente und Lebensmittel? Niebel muss weg, Merkel muss weg, der ganze Gaza-Streifen muss weg, die Hamas muss weg und vermutlich müssen ganz Israel und Berlin auch weg. Alles weg, alles gehört verboten, rein in den Knast (vielleicht ein bisschen foltern?)  und Ruhe ist …. wer braucht da schon noch sowas langweiliges wie „Beweise“.

De Maiziere jedenfalls hat keine. Er hat nur eins: keine Ahnung. Aber Ahnungslosigkeit hatte er schon bewiesen, als er Milli Görüs von der Islamkonferenz ausgeschlossen hatte und der Konferenz damit auch den letzten Rest eines Anspruchs auf repräsentative Arbeit genommen und sie zu einer recht blöden Lachnummer verkommen lassen hat. Da tagen nur noch ein paar Vertreter, hinter denen kein nennenswerter Anteil in Deutschland lebender Muslime mehr steht.

© 2010 Echsenwut.

Obama: „No! I can’t!“

Die Zeit der großen, bewegenden und visionären Reden ist für Obama schon lange vorbei. Deren Inhalte sind heute bereits von gestern, denn wirklich verändert hat sich in und mit den USA leider so ziemlich nichts. Und was waren das für Reden! Die ganze Welt verabschiedete sich kaum bis gar nicht von einem George W. Bush, der nach der letzten Präsidentschaftswahl das Amt leise durch die Hintertür verlassen und einen gigantischen, wirtschaftlichen und allgemein außenpolitischen Scherbenhaufen hinterlassen hatte.

„Yes, we can!“ – dieser Spruch ist zwischenzeitlich ins Nichts verkommen. Die arabischen Staaten befinden sich, jetzt mehr als ein ganzes Jahr nach Obamas aufrüttelnder und mit Versprechen vollgestopften Kairo-Rede noch immer in ungläubiger Schockstarre. Die arabischen Machthaber, die sich vielfach ausschließlich nur noch mit brutaler Unterdrückung ihrer eigenen Völker und den reichlich fließenden Geldmitteln aus Washington halten können, geraten zunehmend in die Bredouille. Sie können den Menschen auf den Straßen jetzt nicht mehr erklären, weshalb sie sich tatsächlich still gegen Israel verhalten und in den Städten, auf dem Land beginnt Unmut zu brodeln.

Obama hat breitflächig versagt; bisher ist ihm mit Ausnahme seiner Gesundheitsreform wirklich gar nichts gelungen und noch nicht einmal sein Krisenmanagement in Bezug auf die Ölkatastrophe ist merklich besser als das von Bush bei dem verheerenden Hurrican „Kathrina“, der New Orleans zum Absaufen brachte.

Und nun tritt Obama seinen arabischen Gesprächspartnern erneut von hinten in die Kniekehle, während er gleichzeitig vor Israel selbst einknickt. Zürnte Obama noch vor wenigen Monaten, weil Israel beim Besuch des Vizepräsidenten Biden „ungeschickterweise“ den Fortgang des Siedlungsbaus in Ostjerusalem angekündigt und die USA somit in eine prekäre Situation gebracht hatte, so ist heute wieder beides gleichzeitig problemlos möglich.

Gestern erst erklärte Israel, dass der Stop der Siedlungsbauarbeiten in Ost-Jerusalem nur eine Pause sei und demnächst durch rege Bautätigkeiten beendet werden würde, so meldet SPIEGEL-Online heute von einem herzlich und freundschaftlichen Besuch Netanjahus in Washington. Bereits im Vorfeld legte Obama dem israelischen Premier überreichliche Gastgeschenke zu Füßen: die USA hatte den unter zweifelhaften Umständen zustandegekommenen Sanktionen gegen Iran zugestimmt und stillgehalten, als Israel sich wieder einmal geweigert hatte, dem Atomwaffensperrvertrag beizutreten. Rationale Gründe liegen weder für das eine noch für das andere vor; sie müssen gewertet werden als das, was sie sind: ein Kotau vor Israel.

Nur was den Friedensprozess im Nahen Osten angeht, übte Obama sanften Druck aus. Er hoffe, dass aus den indirekten Gesprächen zwischen Israelis und Palästinensern direkte Verhandlungen würden, und zwar bevor das israelische Moratorium im Siedlungsbau im September auslaufe. Darauf jedoch hatte Netanjahu eine gute Antwort: Er wolle ja direkte Verhandlungen, die Palästinenser aber lehnten sie ab. Weitere vertrauensbildende Maßnahmen hielt Netanjahu nicht für nötig, zumindest im Gespräch mit den Journalisten. Ob er Obama etwas versprochen habe – darüber schweigt er sich aus, auch weil ihm weitere Zugeständnisse an die Palästinenser seine Regierungskoalition daheim sprengen könnten.

( http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,705075,00.html )

Die Ablehnung der Palästinenser allerdings fußt auf international anerkanntem Recht; immerhin ist der gesamte Siedlungsbau Israels gemäß UN-Charta ganz klar illegal und mit jeder im Westjordanland errichteten Wohnung schwinden die Aussichten auf eine „Zwei-Staaten-Lösung“, wie sie ja Grundvoraussetzung für die Anerkennung Israels als Staat damals proklamiert worden war. Insofern stößt Israel den Palästinensern glühende Eisen ins Fleisch und säuselt gleichzeitig von „Friedensbemühungen“; das ist nicht nur zynisch.

Obama aber findet darauf keine Antwort (mehr) und positioniert sich auch in keiner Weise zu den anhaltenden Menschenrechtsverletzungen seitens Israel in dieser Region.  Der SPIEGEL nimmt das ungute Gefühl vorweg und setzt es an den Beginn seines Artikels:

Gerade eben war noch von der „schlimmsten Krise seit 35 Jahren“ die Rede – und plötzlich erlebt Israels Premier Netanjahu einen sehr freundlichen US-Präsidenten. Nun scheint der Groll um Siedlungsbau und Gaza-Blockade vergessen. Der Grund: Obama will seine jüdischen Wähler nicht verprellen.

Der US-Präsident müsste eigentlich, wenn er sich denn durch Intelligenz, Weitblick, Friedenswillen von seinem Amtsvorgänger wohltuend unterscheiden wollte, wissen, dass dieser Kurs sehr viel mehr Blut einfordern wird. Die Spannungen im Nahen Osten werden ungebremst weiter ansteigen und zu Recht werden viele Regimes in diesem Bereich bald nicht mehr umhin können, als dramatisch sinkende Geduld zu zeigen. Operationen gegen Israel werden mehr oder weniger verdeckt von ihnen finanziell unterstützt, mit Waffen beliefert und personell in Szene gesetzt werden, während der Unmut der arabischen Bevölkerungen auf den Straßen immer weiter ansteigt.

Obama hat sich als Luftnummer gezeigt und scheint tatsächlich die Ereignisse noch weniger im Griff zu haben als Bush. Eher im Gegenteil: zwischenzeitlich mehren sich harte Indizien, dass er ganz erheblich harscher und sogar brutaler gegen seine Gegner vorgeht als es Bush je getan hatte. Dabei ist er in vielen seiner Geschäftsfelder überhaupt nicht Getriebener, sondern Akteur und zeigt kein glückliches Händchen dabei. Nicht nur die Araber, sondern die eigenen Wähler scheinen in zunehmendem Maße unzufrieden und werden ungeduldig; noch eine oder zwei mittelschwere bis schwere Krisen und es könnte zu einem vorzeitigen Ende der Obama“schen Präsidentschaftszeit kommen. Trotz unglaublichen Rückenwindes aus der Heimat hat Obama nichts im Griff, keine klare Aufgabe wurde und wird von ihm bewältigt, er hat bisher keine einzige Zusage eingehalten, von seinen Versprechungen gänzlich zu schweigen. Er hat die USA nicht stabilisiert, er beschleunigt ihr Taumeln und ihr Versagen. All dies wird offen zutage treten, wenn er den Krieg gegen Iran beginnen wird (woran kein Zweifel mehr ist). Er wird damit zeigen, dass auch er Sklave der Wirtschaft, seinen eigenen Omnipotenzvorstellungen und schlechten Ratgebern ist.

Nebenbei bemerkt wird es Millionen von ruhigeren, besonneneren und mäßigenden Politikern jetzt völlig unmöglich werden, gegen das Gerücht anzugehen, die USA sei Sklave einer zionistischen Weltverschwörung. Dies ist einer der durchaus beunruhigendsten, ja besorgniserregenden Nebeneffekten des Obama’schen Totalversagens. Allein nur wegen dieses völlig unverständlichen Stillhaltens während unausgesetzt fortschreitender Verbrechen Israels gegen Palästina werden weltweit Juden auf offener Straße niedergeschlagen, Synagogen beschmiert oder in Brand gesetzt werden. Das ist nicht nur ausgesprochen dumm von Obama, es ist nicht mehr zu verstehen und nicht angetan dazu, extreme Kreise zu beruhigen oder Tendenzen zu weiterer Extremisierung umzukehren.

Und wieder einmal wird die Welt von den USA an den Rand einer globalen Katastrophe gedrängt werden – und wie jedesmal bleibt auch jetzt nur zu hoffen, dass die Welt dann keinen einzigen Schritt nach vorn mehr macht.

© 2010 Echsenwut.

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