Ostern

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Karfreitag: I’m a Loser, Baby. So why don’t you kill me?

Karfreitag: I’m a Loser, Baby. So why don’t you kill me?

[Ich habe diesen Artikel gestern, Karfreitag, nicht fertigbekommen. So stelle ich ihn also am Karsamstag ein, demjenigen Tag, der laut Liturgie die „Höllenfahrt“ beschreibt. Passt aber genauso gut. Denn die Phase, in die wir gerade global einzumünden drohen, könnte man durchaus unter das gleiche Motto stellen.]  

In einer Zeit, in der die totale Manipulation möglich geworden und wir laut Gerard Depardieu „Orwell bereits hinter uns haben und nun in Van Vogts ‚Space wildlife‘ eingemündet sind, wo keiner mehr etwas versteht“, ist es ja beinahe müßig geworden, noch über Politik und Tagesgeschehen zu disputieren – sofern man es nicht darauf abgesehen hat, auch noch mit den letzten verbliebenen Freunden und Gleichgesinnten über Kreuz zu kommen. Nachdem man uns vertikal, horizontal und nun auch noch diagonal gespalten hat, ist kaum noch ein gemeinsamer Nenner zu finden. Die meisten sind mit ihrer Geduld am Ende, auch alternative Journalisten fordern mehr oder weniger offen das Verstummen oder gar die Psychatrisierung derjenigen, die manche Dinge anders sehen als sie selbst – was wiederum willkommenes Wasser auf den Mühlen derjenigen Instanzen ist, denen die Existenz von alternativen Medien und abweichendem Denken schon seit jeher ein Dorn im Auge war und die emsig an einer Refeudalisierung der öffentlichen Meinung arbeiten.

Gießen wir also nicht noch mehr Öl ins Feuer, sondern wenden wir uns zur Abwechslung vielleicht einmal in eine ganz andere Richtung, abseits des evidenzbasierten Gemetzels an  Zahlen, Daten und Fakten, die gerade viral gehen und unseren gesamten Globus in einen Panikmodus und Shutdown versetzt haben, auf den nun ein großer Kurzschluss mit möglicherweise langanhaltendem Blackout droht.

Als Maschinenbautechniker bin ich eigentlich nicht berufen, mich zu diesem Thema zu äußern, noch dazu in einer Zeit, in der eine vorgetragene Meinung nur dann gilt, wenn man auf einem jeweiligen Gebiet ausgewiesener Experte ist – zumindest solange es die richtige Meinung ist, die dem politisch-medialen Narrativ entspricht. Tut sie das nicht, dann kann man auch als Experte mit jahrzehntelanger Erfahrung umgehend eingestampft und aus den digitalen Annalen gelöscht werden.

Über was wollen wir also dann reden außer über das lichterloh brennende Haus, in dem wir gerade Tagesschau gucken und uns an der „Renaissance der Medien und der Politik“ erfreuen (so eine kürzlich vernommene Radio-Meldung) – also derjenigen meinungsbildenden Institutionen, die  wir vor Kurzem noch in die Tonne treten wollten? Welche Themen gibt es überhaupt noch, die nicht vermint sind? Wo man es sich nicht gleich mit mindestens 50% aller Anderen verscherzt und einen Shitstorm riskiert, wenn man seine ehrliche Meinung bekundet?

Nun, wie wäre es mit einem Gebiet, das keine Sau mehr interessiert … das aber bei näherer Betrachtung wesentlich mehr mit unserem heutigen Desaster zu tun hat als manche Hedgefonds und politische Machenschaften, die gerade in der Kritik der intellektuellen Vernunft stehen: Der Theologie. In einer Zeit, von der der italienische Publizist Giorgio Agamben in Hinblick auf Covid-19 meint, dass die Menschen „an nichts mehr glauben – außer an das nackte biologische Leben, das es um jeden Preis zu retten gilt“ (siehe NZZ), sollte es doch zumindest im Feld der Theologie möglich sein, dass man eine häretische These aufstellt, ohne sogleich einen Kopf kürzer zu sein.

Wie schon gesagt, bin ich auf diesem Gebiet nur Stümper. Mein Kollege, der Eifelphilosoph wäre da als studierter Theologe zweifellos berufener. Aber auch als schnöder Techniker stolpere ich zuweilen über manch unübersehbaren Knoten, der durch die Jahrhunderte hinweg für Kurzschlüsse gesorgt hat und den ich daher nicht einfach auf sich beruhen lassen kann. Da heute Karfreitag ist, packe ich die Gelegenheit also beim Schopf. Die Frage, die sich dabei aufwirft, mag zur Beurteilung derjenigen Kirche, die seit fast 2000 Jahren Kulturgeschichte geprägt hat, nicht ganz ohne Bedeutung sein- einer Kirche, die nach begründeter Einschätzung des Eifelphilosophen schon vor geraumer Zeit „die Seiten gewechselt“ hat und es lieber mit dem Mammon hält  als mit demjenigen der gesagt hat: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“. Eine Kirche, deren mondäne Fürsten den Spatz in der Hand der Taube auf dem Dach vorgezogen haben und die mittlerweile in einem Sumpf an Missbrauchsfällen und Schandtaten versinkt.

Zum Anlass des Tages also nicht wie gewohnt die Worte irgendwelcher korrumpierter Politiker, sondern die Worte eines gerade den Leibestod sterbenden Gottes:

„Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ – Diese klagenden Worte soll derjenige Mann, dessen Kreuzestod wir heute gedenken, mit seinen letzten Atemzügen gesprochen haben. Hat er das wirklich so gesagt? Wenn ja: Kann man dann seiner Lehre überhaupt noch folgen, wo er, der Blinde sehend gemacht und Tote auferweckt hat, zuletzt doch selbst von allen guten Geistern verlassen wurde und um Hilfe ruft? Hat er damit nicht selbst zugegeben, dass seine Lehre von Mitmenschlichkeit und kompromissloser Suche nach Wahrheit („Die Wahrheit wird euch befreien“), die uns in Zeiten des eskalierenden marktradikalen Neoliberalismus eigentlich nicht schaden könnte oder die wir vielleicht sogar brauchen könnten wie einen Feuerwehrschlauch in einem Flammeninferno, gescheitert ist? Und dass das tobende Volk Recht behalten hat, als es sich vor dem römischen Statthalter Pilatus lieber für einen richtigen Pragmatiker entschieden hat (den Mörder Barrabas) anstatt für einen utopischen Idealisten, dessen Reich „nicht von dieser Welt“ ist?

Seit damals haben wir nun Jahr für Jahr die Entscheidung des Volkes für den Barrabas erneuert. Bei jeder Wahl rufen wir erneut frenetisch zum Statthalter: „Wir wollen den Barrabas!“ Wir wollen gefuchste Gewinner, keine aufopferungsvollen Menschen. Wer sich für eine aufrichtige Sache opfern will, wird verachtet oder medial geschlachtet.

“I’m a loser, baby. So why don’t you kill me?” – Diese Headline des Songs von Beck hallte in den Köpfen meiner Generation jahrelang nach. Radiomoderatoren bezeichneten ihn schlicht weg als „genial“, wenn sie den Beck-Ohrwurm anmoderierten. In der Tat kam in diesem Satz so etwas wie eine Kurzformel der damals aufkommenden The-Winner-Takes-It-All / Geiz-ist-Geil – Mentalität zum Ausdruck, wie sie auf allen medialen Kanälen propagiert wurde. Bloß kein Opfer werden, sondern einer, der schlau ist, absahnt und seine Spaßmöglichkeiten maximiert. Mit dieser Attitüde hat man uns ins Rennen geschickt, nachdem wir vom Förderband des Bildungssystems gespuckt wurden: Selbst im Angesicht des Ökozids noch ein Mini-Clooney sein, der seinen Schnitt macht, während hinter ihm alles zusammenkracht und die Sintflut kommt. Inzwischen ist diese Mentalität State of the Art. Sich für etwas opfern, noch dazu für Werte, die man nicht sehen, greifen oder fressen kann? Ja, ey lol, mann, du verf.ckter Goethe! „Du Opfer“ ist nach Bericht des Psychologen Götz Eisenberg heute eines der schlimmsten Schimpfwörter auf Schulhöfen. Wer schwach bzw. Opfer ist, wird im besten Falle verachtet, oder auch gleich abgefackelt, so wie das Obdachlosen auf der Parkbank ergehen kann, wenn sie „zur falschen Zeit am falschen Ort waren“, so wie man das Kriminologen in letzter Zeit oft sagen hört, wenn sie der Presse eine Gewalttat erklären.

Doch kehren wir zu unserem Wort des Tages zurück: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ („Eli, Eli,lama sabachthani”)

George Lamsa, ein assyrischer Schriftsteller, der die Bibel aus dem Aramäischen, also der Muttersprache des historischen Jesus, ins Englische übersetzt hat, vertritt aufgrund einer etymologischen Analyse des aramäischen Wortes shbakthani die Überzeugung, dass das genannte Kreuzeswort „auf keinen Fall“ dasjenige bedeuten könne, was uns von der Kirche seit Jahrhunderten überliefert wird (George M. Lamsa – Die Evangelien in aramäischer Sicht, H.J. Maurer Verlag).

Es ist nicht leicht, Näheres über dieses Kreuzeswort zu erfahren. Wer über Kirchengeschichte zu recherchieren beginnt, muss schnell zur Kenntnis nehmen, dass die Inquisition im Mittelalter ganze Arbeit geleistet hat. Wo diese vom päpstlichen Stuhl ermächtigten Herren mit ihren Schergen aufgetaucht sind, wurden nämlich nicht nur Hexen und Ketzer verbrannt. Eines der Hauptaugenmerke der Inquisitionstruppe, so erfährt man in einer Doku des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, galt damals insbesondere der Vernichtung von alten überlieferten Schriften. In den Klöstern, wo die Inquisition auftauchte, wurden die Bibliotheken akribisch „gesäubert“ und sogar die Steinmauern abgeklopft, ob sich etwa irgendwo ein Hohlraum befindet, in dem verbotene „Ketzerschriften“ aufbewahrt wurden.

Wer also Näheres über den Hintergrund von Bibelzitaten wie dem Vorgenannten erfahren möchte, der muss sich in Ermangelung noch existierender Quellen in Bereiche wagen, die für den anständigen fernsehenden Tagesschaubürger auch heute noch tabu sind. Fündig wird man etwa bei den altertümlichen Überlieferungen, wie sie von Helena Blavatsky bei ihren Reisen um die Welt gesammelt wurden. Man kann von ihren eigenen esoterischen Schriften halten, was man will, fest steht jedenfalls, dass Blavatsky zu ihrer Zeit, als das für Frauen noch ein äußerst gefährliches Unterfangen war, die hintersten Winkel der Welt aufgesucht hat und z.B. in alten tibetischen Klöstern Zugang zu alten Schriften bekommen hat, die dort lange gehütet und vor der Welt geheim gehalten wurden. Sie hat diese Schriftrollen abgeschrieben oder auswendig gelernt. Unter den solcherart in den Westen gebrachten Texten befinden sich Überlieferungen, die in der Welt der Hochkulturen nicht nur beim Brand der Bibliothek von Alexandria verloren gingen, sondern im Laufe des Mittelaltes durch die kirchliche Inquisition systematisch vernichtet wurden.

Blavatsky zufolge wäre der Ausspruch „Eli, Eli, lama sabachtani“  ein im Tempelgeschehen aller Zeiten und Kulturen gebräuchlicher Sinnspruch, den jeder, der eine Initiation im sogenannten Tempelschlaf absolviert hat (bei dem ein todähnlicher Zustand herbeigeführt wurde, in welchem der Einzuweihende die Prinzipien des Weltendaseins erkennen sollte) von sich gibt, nachdem er diese Prozedur vollbracht hat und wieder aufwachte. Wörtlich bedeute er: „Mein Gott, mein Gott, wie hast Du mich erhöhet!“ oder „Wie hast Du mich verherrlicht“ – womit der Eingeweihte sein Staunen zum Ausdruck gebracht haben soll, über die Erkenntnis der großen Seinszusammenhänge, wie sie durchaus dem ähneln, was heute die moderne Quantenphysik konstatiert. Oder wie es der Physiker Hans-Peter Dürr populär formuliert: Dass „Materie nur geronnener Geist“ ist und der Ursprung aller Dinge, allen Lebens und allen Bewusstseins daher immer auf der geistigen Ebene zu finden sei und nicht umgekehrt. Gut möglich, dass unsere heutige Impotenz, Dinge grundlegend zum Besseren zu wenden, auf der Tatsache beruht, dass wir das Pferd eben geradewegs andersrum aufzäumen möchten: Ausgehend von alternativlosen „Fakten“, in denen wir nur leider trotz aller Reformen immerzu noch mehr versinken und geknebelt werden. Den Geist – gibt es heute laut herrschender Lehrmeinung nicht mehr. Die Materie droht nun vollends zu übernehmen. Kein Wunder eigentlich, dass wir uns zunehmend erdrückt fühlen.

Es ist erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit Geschichtsschreiber wie Plutarch oder Iamblichos über solche Tempelschlaf- Todesinitiationen berichten. Oder wie Pharaonen wie z.B. Thutmosis III. ihr Erleben schildern, man vermutet in den tiefen Schächten einer Pyramide:
(aus einer Übersetzung von Hieroglyphen:)

„Er öffnete mir die Türflügel des Geisteslands
und tat mir auf die Tore zum Lichtland.
Ich schwebte empor zum Himmel als Falke
und schaute sein geheimes Bild.
Ich erblickte die Verwandlungen des Horizontischen
auf seinen geheimen Wegen im Geistesland …“

Oder wie es auf Pyramidenspruch 222 – 209 zu lesen ist:

„Du steigst auf, indem du hinabsteigst,
in Dunkel gehüllt mit dem Niedergesunkenen / dem toten Leib
(…)
Du hast dich gewandelt
du bist hoch geworden
du bist Geist geworden.“

Und im Sinne dieses Hochwerdens / Geistwerdens sei auch das Kreuzeswort zu verstehen: „Mein Gott, mein Gott, wie hast Du mich erhöhet!“

Wobei es das Novum gewesen sei, dass solche Worte erstmals nicht in den lichtlosen Hallen einer Pyramide oder eines Tempels bei Anwesenheit einer kleinen Schar Priester gesprochen wurden, sondern vor aller Öffentlichkeit bzw. einer geifernden Menschenmasse.

Dieses „Eli, Eli, lama sabachtani“  in seiner ursprünglichen Bedeutung wurde im kirchlichen Evangelium allerdings gemäß einem hebräischen Psalm umgeändert auf „Eli, Eli, lama asabthani“  (אלי אלי למה עזבתני), was eben bis heute übersetzt wird mit „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen.“

Die genannte Verhunzung überlieferter Schriften ist nur eine von Vielen. In den wenigen authentischen Schriften, die diesbezüglich zur Verfügung stehen, finden sich Hinweise, dass es in den ersten ca. 200 Jahren nach dem Jahre Null eine intensive Entfaltung christlichen Kulturlebens gegeben haben soll, von dem aber nach der Einverleibung in die römische Staatsmacht und Begründung der römisch-katholischen Kirche nahezu alles vernichtet wurde, was bedeutsam war. Katharer, Templer, Waldenser, Albigenser etc., die versuchten, den überlieferten Quellentexten treu zu bleiben, wurden von dieser Kirche auf brutale Weise ausgerottet.

Warum die Päpste und Kirchenfürsten solchen Wert darauf gelegt haben, alles auszurotten, was auf ein Verständnis des Geistes hinweist? Nun, vielleicht deswegen, weil diese Dimension, wie man vorgenannten Schriften entnehmen kann, immer mit Kategorien wie Tugend, Charakterschulung und Moral zu tun hat, also mit Dingen, die nach Mühe riechen. Und warum soll man es als wohlbeleibter Fürst einer Institution, die mittlerweile in einem Sumpf aus Missbrauchsfällen, Völlerei und Korruption versinkt, auf die Taube auf dem Dach abgesehen haben, wo man doch den Spatz in der Hand haben kann?

Foto:Rosa-Maria Rinkl/CC BY-SA 3.0/Wikimedia 

Offener Brief eines Klimaleugners zum Osterfest

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Ostersonntag, 21.4.2019. Eifel. Was für ein Wetter heute! Strahlender Sonnenschein – auch in der sonst eher kühlen Eifel. Strahlend blauer Himmel – als wäre nicht ein Flugzeug unterwegs. So sah der Himmel tausende von Jahren lang aus, bis … was auch immer … diese Gittermuster in die Luft malte. Es soll noch die ganze Woche so bleiben: sagten die Wetterleute. Sonne, Sonne, nichts als Sonne. Eine Frau, die als Hobby einen Permakulturacker betreibt, rief schon an und erwähnte, dass sie sich vor noch so einem Sommer wie im letzten Jahr fürchten würde: das würde ihr Acker nicht mehr mitmachen.

Nun haben wir ja heute Ostern – ein besonderer Tag. Sie werden ja wohl nicht erwarten, dass ich mich schriftlich äußere, ohne auf diesen Tag einzugehen, oder? Und glauben Sie mir: das hat auch mit der Überschrift zu tun.

Was ist das nun, dieses Ostern? Nun, ein Frühlingsfest, wie es überall auf der Welt gefeiert wird, wenn halt Frühling ist. Das westliche Frühlingsfest hat seit 2000 Jahren eine besondere Geschichte bekommen, die Geschichte von Christus. Sie sei kurz erzählt. Der große Geist (in unseren Breiten: „Gott“ genannt) war unzufrieden mit der Menschheit. Anstatt das Leben zu genießen, das ihnen geschenkt wurde, bauten sie Imperien und in ihrer Mitte große Türme, in deren Spitzen besondere Kammern waren, wo Priester den Göttern hübsche Menschenfrauen darboten. Nun fragen Sie mich bitte nicht, wo in monotheistischen Kulturen „Götter“ herkommen, aber in Gen 6,1-6 lernen Sie diese kennen. Welche Art diese „Götter“ waren, kann auch nicht bestimmt werden (der Herr von Däniken hat da sicher ganz eigene Theorien), aber sie waren dem großen Geist ein Gräuel im Auge – also schickte er die Sintflut, um die verderbte Erde zu reinigen.

Auch nach der Sintflut kam keine Ruhe herein. Der große Geist erwählte sich ein Sklavenvolk als Botschafter und – unter Anwendung großer, beeindruckender Zauberei – entriss er es ihren imperialen Menschengöttern und führte sie in die Freiheit – doch kaum waren sie in Sicherheit, tanzten sie erstmal wieder um das goldene Kalb. Dann sandte der große Geist Propheten – einen nach dem anderen – doch nichts änderte sich. Nochmal die große Spülung ging nicht, das hatte er versprochen und als Zeichen für dieses Versprechen den Regenbogen an den Himmel geheftet. Also kam er zu dem letzten großen Schritt – und schickte etwas von sich selbst auf die Erde – als jungen Mann mit langen Haaren und Hippielatschen. Auch der konnte unermesslich große Zauber wirken – doch um die ging es ihm gar nicht. Es ging nur darum, ein für alle mal klar zu stellen, wie man hier unten als Mensch miteinander umgehen sollte, um die Zeit außerhalb des Paradieses einigermaßen sicher überstehen zu können: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ – so heißt sie.

Ein einfacher Satz, oder? Doch damit war die Geschichte ja nicht zu Ende, wie nähern uns ihrem Höhepunkt: es kam wie es kommen musste – aufgewiegeltes Volk und imperiale Gerichtsbarkeit schlugen auch diesen Zauberer ans Kreuz – eine sehr schmerzhafte Art zu sterben, wie man mir sagte. Doch dieser … hatte noch ein Ass im Ärmel. Er widerstand dem Tod, kehrte zurück, um den Menschen auch diese Botschaft nochmal deutlich zu machen: der Tod ist nicht das Ende – die zentrale Botschaft jeder Religion auf Erden.

Nun – damals war diese Botschaft nicht so etwas besonderes: niemand war so blöd, zu glauben, dass das Leben nur aus Matsche bestand, aus Materie. Der Tod war allgegenwärtig, konnte nicht in Altenheimen oder Krankenhäusern oder Hospizen versteckt werden, um die geheime Botschaft zu verbreiten, dass wir alle unsterblich werden – hier auf dieser Erde. Das Tod wie Geburt ein ganz normales Ereignis war, brauchte man nicht sonderlich zu betonen: niemand fürchtete sich vor der Zeit vor der Geburt – was also sollte man nach dem Tode fürchten?

Das wäre kurz und knapp die österliche Geschichte, die medial heute von einem Trommelfeuer begleitet wird, dass uns zeigt: „Gott“ ist mal wieder völlig out, auch unter Christen. Normal mache ich auch auf entsprechende Artikel aufmerksam, zittiere sie – doch jetzt schreibe ich ja unter der gestrengen Hand das Artikel 13 des Urheberrechtes …  und da bin ich aktuell noch unsicher, ob ich überhaupt zugeben darf, jemals irgendetwas gelesen, verstanden und behalten zu haben. Ich fürchte mit auch ein wenig, zuzugeben, dass ich Liedtexte von Songs auswendig kenne – mir ist unwohl dabei, was wohl mit meiner biologischen Festplatte geschehen wird, wenn die mitkriegen, dass da Daten von anderen drauf gespeichert sind. Mein Gehirn ist sogar voll von Daten anderer Menschen – aber das Thema möchte ich zu einer Zeit, wo die Regierung auf einen Schlag all´ unsere Organe enteignet hat, gar nicht weiter vertiefen.

Wieder leben wir in einer äußerst finstersten Zeit, in der Menschen sich und ihrer Umwelt gegenseitig fürchterlichste Dinge antun – ganz ohne Not. Diesmal jedoch heben sich die gigantischsten Imperien aus der Asche der alten, die die Welt je gesehen hat, ihre Macht reicht in alle Winkel der Erde und trachtet danach, jeden Gedanken zu beherrschen. Die ganze Welt wird umgebaut zu Megacitys – den ulitmativen Tempeln des modernen Lebens. Wieder sind in ihrer Mitte große Tempel errichtet, in deren Chefetagen wieder junge hübsche Frauen gern gesehen sind: zwecks Konsum, nicht als CEO´s. Die Nahrung, das Wasser, die Luft sind von Gift durchtränkt, unerträglicher Lärm großer Maschinen ist unser täglicher Begleiter, Waffen können in Sekunden ganze Städte auslöschen während Städte ganze Landschaften verwüsten, wir pflanzen Menschenohren auf Mäuse und Menschengene in Schweine: dem alttestamentarischen Ziegenhirten, dem vormittelalterlichen Germanen oder dem fernen Samurai der frühen Jahre käme unser Alltag vor wie eine Version von Dantes Hölle. Gut, dass Anpassung die größte Fähigkeit des Menschen ist: wir wären sonst schon lange völlig irre geworden.

Wir nennen jene Zeit, die das größte Massensterben an Tieren und Insekten der bekannten Geschichte erlebt,  „Aufklärung“. Sind stolz, unsere Götter über Bord geworfen zu haben. Und den Rest der Schöpfung gleich mit.

Zu den neuen Dimensionen der Weltvernichtung kommt nun eine, die alles beenden soll, was wir mit Gift und Technik bislang noch nicht vernichtet haben: die Klimakatastrophe, bzw. der „menschengemachte“ Klimawandel. Wir müssen hier gleich einhaken – und ich möchte einen kleinen Exkurs in Wissenschaftlichkeit einbringen. Bitte nicht weglaufen: das ist Grundwissen, dass jeder souveräne Bürger braucht – und mehr brauchen Sie auch wirklich nicht.

Wissen – das haben wir zu Beginn der Aufklärung erkannt – kommt uns nur auf zwei Arten zu: ersten durch Beobachtung (Empirie, vorgetragen von Roger Bacon) oder aber durch Schlussfolgerungen, durch Rationalität (vorgetragen von Rene Descartes). Beide Formen dürfen nicht vermischt werden, sonst können sie nicht als wahr gelten und Beliebigkeit zieht in die Wissenschaft ein. Nehmen wir nun alles als wahr an, was die Empirie uns zeigt, dann … nun: werden Sie mit der Existenz von Geistern leben müssen. Gefällt ihnen das nicht und ziehen Sie den Bereich der reinen Vernunft vor, nun: da kommen sie um einen Gott nicht drumherum: in einer Welt, in der jede Bewegung durch eine andere Bewegung angestoßen wird (es also kein Perpetuum Mobile gibt), brauchen wir einen „ersten Beweger“.

Einfach, oder?

Die moderne Weltvernichtungsphilosophie hat sich für einen anderen Weg entschieden, den der Beliebigkeit … bzw. den des konsequenten Atheismus, der Geister aus Vernunftsgründen ablehnt und Götter aus Gründen der Empirie: sofern sie nicht täglich unter uns wandern, wollen wir sie nicht anerkennen; alternativ beten wir Pop- und Filmstars, Milliardäre und Politiker oder auch einfach nur „Marken“ an – ohne uns groß was dabei zu denken. Bleiben wir im religiösen Denken, so ist dies die Zeit Satans (oder noch ganz anderer, schlimmerer Dunkelmächte), der die Welt, die er so nie erschaffen konnte, wenigstens vernichten will.

Unangenehm, diese Sicht, oder? Auf einmal ist man auf der Seite der ganz ganz Bösen – dabei hat man nur gemacht, was alle gemacht haben: Eigenheim, SUV, drei mal jährlich Urlaub auf Sri Lanka. An deren Stelle wäre ich auch überzeugter Atheist, damit kann man sich ethisch noch etwas länger über Wasser halten.

Seltsam auch das gerade – also im beginnenden 21. Jahrhundert – „Linke“ so besonders an dem materialistischen Mythos festhalten und besonders die Religionen bekämpfen (außer dem Islam naürlich, der ist hierzulande insgesamt als verfolgtes Opfer definiert und genießt besonderen Schutz), allen voran natürlich das Christentum. Sicher: die katholische Kirche hat mit Paulus zusammen einen Apparat aufgebaut, der das genaue Gegenteil christlichen Lebens abbildet, aber jenes eigentliche christliche Leben wäre dem kommunistischen Ideal sehr nahe – aber was rede ich, es ist ja hier nicht von Vernunft die Rede, sondern von Politik, vom Ringen um Macht – und das ist gar nicht christlich.

Seltsam weil – der materialistische Mythos weitgehend ausgedient hat, von seinen eigenen Befürwortern als Fake entlarvt wurde: von den Physikern. Doch wollen wir das mal so stehen lassen, bleiben wir christlich am österlichen Tage und sagen: wer suchet, wird finden … auch diese Physiker, die uns erzählen, dass die Welt eigentlich eher Geist denn Matsch ist – und womöglich sogar einen großen Geist als Grundlage hat, der für den Erhalt des Gebildes sorgt. Sobald das Urheberrecht klarer definiert ist, werde ich mir erlauben, diese Physiker wieder zu zitieren.

Kommen wir nun, nachdem wir der österlichen Zeit viel Aufmerksamkeit gewidmet haben, zu der Klimaleugnung. Schon der Begriff erzeugt Angst. Welche politischen Horrorbilder sich daraus ergeben können, hatte ich unlängst mal beschrieben (siehe Nachrichtenspiegel): ob die Klimahölle kommt, ist noch ungewiss, aber die Menschenhölle kommt ganz sicher. Der Klimaleugner ist der Feind der ganzen Menschheit, er gehört gejagt, geschunden und verbrannt – und da bleibt mir im Sinne des christlichen Osterfestes gar nichts anderes übrig, als mich auf seine Seite zu stellen, denn: Christus selbst war immer auf der Seite der Armen, der Kranken, der Beschämten und Geächteten, hat da ganz klare, göttliche Botschaften gesetzt (die man bei seinem Bodenpersonal in den Kirchen der Welt leider nicht mehr beobachten kann – noch ist ihr Reichtum per Vernunft erklärbar).

Was liegt also näher, sich an Ostern zu den Klimaleugnern zu gesellen: jenen, die aufgrund ihrer politischen Meinung oder wissenschaftlichen Überzeugung verfolgt werden. In den Geschichten der Klimaleugner liegt auch zudem die einzige Hoffnung der Menschheit: wir können alle nur beten, dass sie Recht haben. Irren sie – mag der Planet schneller zur Wüste werden als uns lieb ist.

Gut, nun hat uns jemand die heilige Greta geschickt, die uns die Rettung bringen soll – wer aber fleißig Wiwo liest (im Geheimen natürlich, weil das Urheberrecht der Information natürlich woanders liegt und wir das nicht verletzen wollen), der kann wissen, dass die Generation, zu der Greta gehört, schon bald für die Hälfte aller Konsumausgaben der ganzen Menschheit verantwortlich seien wird. Sie werden dem ganzen Wahn nochmal eins oben drauf setzen – das wird man wohl schnell auch nach der Abifeier merken, wenn es mal eben schnell für ein paar Monate in die USA, nach Goa oder Australien gehen soll. Da sind sie wie ihre Eltern: große Klappe, nichts dahinter. Alle regen sich über Klimaleugner auf – eifrig und mit Schaum vor dem Mund – aber selber was tun … nun, das geht nicht. Führte letztlich auch mal ein „Spiegel“-Autor vor, der erstmal meinte: Fleisch- und Flugverzicht brächten ja wohl gar nichts, Klimafeind Nr. 1 sei ja das Wohnen…

Die geheime Botschaft hinter der Klimahysterie ist nun eine, die sich ein Teufel nicht besser hätte ausdenken können: der Mensch muss weg, er macht zuviel Dreck. Aber natürlich muss nicht jeder Mensch weg: es ist vor allem der Arme, der stört – und zwar milliardenfach. Er atmet, pubst und will auch noch essen – dabei brauchen unsere edlen Veganer diese Ressourcen, um sich ihre Avocado möglichst frisch aus den Agrarwüsten Mexikos einfliegen zu lassen, wo völlig ausgeplünderte Bauern ihre letzte Lebenskraft in die Ernte gesteckt hatten. Niemand, wirklich niemand will auch nur ein wenig tun, um die kommende Katastrophe abzuwenden, der Markt für SUV, Privatjets und Megakreuzfahrtschiffe boomt, Häuser werden immer größer, Städte wachsen wie irre (auch ohne Zunahme von Bevölkerung).

Unsere ganze materialistische Kultur frisst unseren Planeten auf – selbst, wenn sie das Klima nicht beeinflussen würde. Die Co2-Ausstöße wachsen von Jahr zu Jahr: trotzdem fällen wir Wälder und Stadtbäume, als wären wir völlig irre geworden. Sind wirklich wir Menschen Schuld an dieser Entwicklung (was erstmal die Hypothese vieler Klimamodelle ist): dann war es das. Deshalb bleibt nur zu hoffen, dass die Klimaleugner Recht haben: sie sind unsere einzige Hoffnung. Ansonsten … wird die Klimasteuer (Gretas größtes Projekt) die Armen von der Erde fegen: wenn die nur noch Atmen bis Mitte des Monats bezahlen können.

Da dies ein persönlicher Brief ist – dazu noch etwas persönliches aus der Position eines Klimaleugners. Ich bin 59 Jahre alt, habe noch nie einen Urlaubsflug gemacht – und nur eine Woche Urlaub überhaupt außer Haus verbracht: den Kindern zuliebe. Ich esse seit 59 Jahren keinen Fisch, um die Überfischung der Meere zu verhindern. Fahre einen Kleinwagen (Diesel, damals gekauft der Umwelt zuliebe), den ich zu 90 Prozent nur beruflich nutze (um den Schmähungen der Klimaretter zu entkommen, ich sei ein fauler Parasit, der nur zu faul zum Arbeiten ist). Unsere Raumtemperatur liegt bei 18 Grad im Winter. Wir essen noch Fleisch – aber vorzugsweise Hähnchen, das eine deutlich günstigere Klimabilanz hat als Rind oder Schwein. Wir essen absichtlich keine Nahrungsmittel, die mit dem Flugzeug kamen – und wenn es nur irgendwie geht, auch nichts, was von weither kommt. Würden die Klimahysteriker dies nachmachen – es wäre schon alles super – wir würden dann auch sofort nachlegen. Aber solange die weiterhin den Automarkt mit SUV fluten, mit fetter Werbung immer preiswertere Fernflüge unters Volk bringen und Lebensmittel in Massen vernichten … glaube ich denen einfach nicht. Im Gegenteil: ich sehe überhaupt nicht, dass jene, die den menschengemachten Klimawandel predigen, irgendwelche persönlichen oder öffentlichen Konsequenzen in Kauf nehmen.

Was ich aber wieder sehe, ist die Neuauflage der Bewegung „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“. Jeder wird zum kleinen Klimajesus, der persönlich die Massen zur Rettung der Welt führt – dabei können die paar Leute, die hier wohnen, praktisch kaum was ausrichten. Sehen Sie übrigens irgendwo auch nur eine einzige Maßnahme, die in Angriff genommen wird, um Menschen vor den Folgen der Klimakatastrophe zu schützen? Nur eine? Nein – aber ganz nebenbei will man erstmal Luft besteuern … ein Billionengeschäft, bei dem viele wieder lukrative Pöstchen ohne sonderlich viel Arbeit bekommen werden … Pöstchen, von denen wir jetzt schon viel zu viele haben.

Und ich glaube: darum geht es zuerst – um Pöstchen.

Und nun: wünsche ich noch ein frohes Osterfest. Möge es wenigstens ein bischen besinnlich werden.

PS: die wissenschaftliche Auseinandersetzung beobachte ich natürlich sehr aufmerksam. Selbst mit wissenschaftlicher Ausbildung versehen, halte ich aus der Sicht von Empirie und Ratio einen Klimawandel Richtung Erderwärmung momentan für wahrscheinlicher als eine Abkühlung der Erde. Die Einflüsse der durch technische Tricks vervielfältigten menschlichen Kraft auf die Natur können wohl gesichert als großflächig schädlich angesehen werden. Der Theorie, dass allein das Gas Co2 für die Erwärmung verantwortlich sein soll, ist dann eine Sondertheorie, ich halte das für möglich, wenn auch aufgrund der aktuellen Datenlage für wenig wahrscheinlich. Wenn Vernunft und nicht Habgier unser Denken beherrschen würden, würden wir trotzdem sicherheitshalber unverzüglich umfangreiche Maßnahmen – auch im persönlichsten Bereich – angehen, um dem entgegen zu wirken. Da Habgier aber die Hauptantriebskraft des Kapitalismus ist und in allen Schulen und Universitäten mit großer Macht und Sorgfalt gelehrt wird – und im Übrigen der „Kern des Bösen“ in jeder – wirklich JEDER – Religion, auch schon lange vor dem Christentum (weshalb wir aus religöser Sicht im finstersten Zeitalter der Menschheit leben: Habgier ist Gott geworden, Satan hat gewonnen) – werden wir nie die Kraft oder nötige Wucht erzielen, um die Maßnahmen durchzusetzen. Merken wir ja auch die letzten Jahrzehnte.

PS 2: Sie haben richtig gefolgert: die armen Hartz IV-Empfänger sind aufgrund ihres Verbrauches die wahren Helden dieser Zeit. Still, bescheiden, demütig leben sie zudem ein Leben, wie es dem großen Geist gefällt. Aus der Sicht der Habgier jedoch … sehen sie anders aus. Arbeitslose werden wohl vergeblich auf den wohlverdienten Klimanobelpreis warten …

 

 

 

 

Vergessen

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Frohe Ostern 2014

FroheOstern2014

© Jotha

Buchstaben-Such-Bild zu Ostern :-)

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Buchstabensuchen Ostern 2013

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Ostern

Sonntag, 8.4.2012. Ostern. Glaube ich jedenfalls, ich bin mir nicht mehr sicher. Der Kalender sagt, es sei Ostern, aber die Medien sagen etwas anderes. Schauen wir uns doch heute mal um: im Spiegel fordert der Westen die Schließung iranischer Atomanlagen. Das ist nichts Besonderes. Im Handelsblatt ist das erste Thema Wutbürger, die das Wachstum ausbremsen. Ist auch nichts Neues: wie schön wäre die Welt ohne Bürger, was hätten wir für ein tolles Wachstum, wenn wir nicht noch zwischendurch Menschen mit durchfüttern müssen - vor Allem Arme, Alte, Kranke, Kinder und Behinderte stören da enorm. Wenn die dann noch anfangen, die tollen Großprojekte zu blockieren, an denen so viele Leistungsträger so gut verdienen, dann gehören die erst recht abgeschafft, diese Bürger. Die Welt präsentiert gerade eine Auseinandersetzung zweier "Literaten" ganz oben - kaum jemand weiß, worum es eigentlich geht, das Manager-Magazin informiert über den Neubeginn der Wettkultur auf dem US-Häusermarkt. Das ist schlimm, weil es die nächste Krise ahnen lässt - aber was hat das alles mit Ostern zu tun? Immerhin: wir leben in einer christlichen Gesellschaft, wir sind so christlich, wie wir demokratisch sind.

Sonntag, 8.4.2012. Ostern. Glaube ich jedenfalls, ich bin mir nicht mehr sicher. Der Kalender sagt, es sei Ostern, aber die Medien sagen etwas anderes. Schauen wir uns doch heute mal um: imSpiegel fordert der Westen die Schließung iranischer Atomanlagen. Das ist nichts Besonderes. Im Handelsblatt ist das erste Thema Wutbürger, die das Wachstum ausbremsen. Ist auch nichts Neues: wie schön wäre die Welt ohne Bürger, was hätten wir für ein tolles Wachstum, wenn wir nicht noch zwischendurch Menschen mit durchfüttern müssen – vor Allem Arme, Alte, Kranke, Kinder und Behinderte stören da enorm. Wenn die dann noch anfangen, die tollen Großprojekte zu blockieren, an denen so viele Leistungsträger so gut verdienen, dann gehören die erst recht abgeschafft, diese Bürger. Die Welt präsentiert gerade eine Auseinandersetzung zweier „Literaten“ ganz oben – kaum jemand weiß, worum es eigentlich geht, das Manager-Magazin informiert über den Neubeginn der Wettkultur auf dem US-Häusermarkt. Das ist schlimm, weil es die nächste Krise ahnen lässt – aber was hat das alles mit Ostern zu tun? Immerhin: wir leben in einer christlichen Gesellschaft, wir sind so christlich, wie wir demokratisch sind.

Vor einem Jahr hatte ich etwas mehr Zeit und mir erlaubt, zu Ostern die vier Evangelien zu lesen, die apokryphen Texte hatte ich mir für später aufgehoben – nächstes Jahr hätte ich da wieder etwas mehr Zeit. Es war eine überraschende Erfahrung – diesmal las ich sie aus einem Blickwinkel, den C. S. Lewis vorgab.  Wunderbar – auf einmal ergab alles einen Sinn … ich fragte mich nur, warum ich diese Form von Christentum niemals von der Kirche zu hören bekam. So viele Jahre hatte ich christliche Texte gelesen und nicht verstanden, was sie eigentlich von mir wollten – nun wurde alles klarer.

Die überraschendste Erfahrung war allerdings die Erkenntnis, das ohne Wunder nichts läuft. Schaut man sich die evangelischen Texte in ihrer historischen Einbettung an, so gibt es für mich nur eine Erklärung: die Geschichte funktioniert nur mit Wundern. Die Sprüche an sich sind wirr, die Gleichnisse oft eine Zumutung und die Konkurrenz Christi war damals sehr groß. An jeder Ecke gab es „erleuchtete Prediger“ – genau wie heute, wo sich generell unter dem falschen Etikett „Esoterik“ verkauft werden … was ja auch ihr ganzer Sinn ist: gut verkauft zu werden. Zusätzlich zu diesen Predigern gab es die gesamte Schule der griechischen Philosophie, sprachlich angenehm und von einer bis heute unübertroffenen gedanklichen Schärfe. Wer sich zu dieser Zeit für Transzendenz interessierte, für das, was im Alltag manchmal an Jenseitigem hindurchschimmert, hätte viele interessante und verständliche Angebote gehabt – und angenehmere Wahrheiten als die, die dieser Christus von sich gab.

Christus selber gibt es zu: die Wunder waren nötig, um die Menschen auf sich aufmerksam zu machen. Ohne Wunder wäre er einer von tausend Wanderpredigern und selbsternannten Gottessöhnen geblieben, mit Wundern jedoch fiel seine Geschichte auf einen sehr fruchtbaren Boden, weil es schon tausende von Zeugen gab, die durch die Wunder auf seine Botschaft aufmerksam gemacht wurden.  So war es möglich, hundert Jahre nach seiner Auferstehung seine Geschichte niederzuschreiben – eine Ehre, die keinem anderen jener Wanderprediger im römischen Reich zuteil wurde, die allesamt vergessen worden sind.

Kürzt man seine Botschaft auf ein Minimum zurecht, so wird sie sehr phantastisch: er behauptet nicht weniger, als das diese Welt ziemlich im Eimer ist und das man gut daran täte, sich nicht all zu sehr mit ihr einzulassen. Würden wir dieser Aussage wirklich aufrichtig widersprechen können, in einer Welt, in der chinesische Studenten ihre Nieren für ein Ipad verkaufen, deutsche „Hilfspakete“ bzw. deren Auflagen Volkswirtschaften vernichten und die Kirche Christi vor allem ein renditefreundlicher Großkonzern ist? Es scheint verständlich, das der „König der Welt“ deutlich macht, das sein Reich nicht von dieser Welt ist und man gut daran tut, leise und heimlich in seinem stillen Kämmerlein zu beten:

Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

Hören wir kirchliche Verlautbarungen zum Christentum, fehlt dieser Aspekt völlig. Die machen heute Osteransprache des Papstes, obwohl eigentlich etwas anderes gilt:

Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.

Das hätte er mal dem Papst und seinen Bischöfen erzählen sollen. Die haben wohl auch andere Anweisungen nicht verstanden:

Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.

Nun, wir als der „Westen“, der heute dem Iran wieder einmal mit Krieg gedroht hat, haben diesen Satz sehr ernst genommen und uns für einen Gott entschieden: Mammon. Die Kirche findet den wohl auch gut: ohne Mammon keine Kirchensteuer.

Pünktlich zu Ostern findet der Spiegel auch jemanden, der uns das deutlich vor Augen führt, damit bloß keiner einem falschen Glauben anhängen möge:

Geld macht leider glücklich. Jedenfalls in einem Maße, in dem es ein von Existenzängsten freies Leben garantiert, und wo ein Mehr immer noch möglich ist. Die Hoffnung auf mehr Geld ist also ein Garant auf Zufriedenheit, gemeinsam mit den Basisfaktoren Autonomie und Kompetenz, Verbundenheit mit anderen und Selbstwertgefühl.

Was für ein erbärmliches, armseliges Leben – gehalten in Hoffnung auf Geld. Und so etwas kann man heutzutage offen schreiben, ohne das man merkt, was man damit anrichtet: wo wären wir, wenn Luther, Kant, Marx, Eddison, Kolumbus, Gandhi, Albert Schweitzer, die Helden der französischen Revolution sich mit der „Hoffnung auf mehr Geld“ zufrieden gegeben hätten?

Oder … Jesus selbst?

Was hier kräht, ist der erbärmliche Geist des Biedermeier, dessen Krönung in einem neuen Kaffee-Service auf der Oster-Speisetafel zu finden ist.  Dabei gäbe es doch mal eine Alternative zu der endlosen Feierei des eigenen Selbst: einfach mal ein paar Tage der Besinnung einlegen – zu Ostern zum Beispiel. Das Fest selbst ist weniger christlich als man glaubt – der Hase, die Eier, der Zeitpunkt: alles deutet auf ein altes Fruchtbarkeitsfest hin. Was aber gefeiert werden sollte, ist: die Überwindung des Todes … durch ein ökologisch und ökonomisch sinnvolles Leben in Freundlichkeit, Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeit und großer Freude.

Sei ein Gewinn für die Menschlichkeit in Deinem Leben und das morphologische Feld der Erde wird Dich speichern, denke nur an Dein Geld, Dein Haus, Deine Rendite und Deinen Ruhm – und Du wirst gelöscht, wenn Dein Lebensweg vorbei ist – das wäre ein Teil der Botschaft, übersetzt in Esosprech.

Netterweise hat uns das morphologische Feld extra diesen Jesus geschickt, um darauf hinzuweisen, das unsere Taten hier Folgen haben – in erster Linie Folgen für unsere eigene Seele, die unter dem Einfluss von Mammon so degenerieren und entmenschlichen kann, das für sie kein Platz mehr im Paradies ist, dem Reich der Ideen, den ewigen Jagdgründen. Die christliche Kirche selbst ist, wie sie heute dasteht (und eigentlich schon immer da stand) ein gutes Beispiel dafür, wie Mammon selbst jene in Besitz nehmen kann, die es eigentlich viel besser wissen müssten.

Was aber jetzt – wenn diese Geschichten „wahr“ sind? Wenn da jemand geschickt wurde, zu uns gefallenen Menschen in eine verdorbene Welt hinein, der uns zeigt, wie wir uns das nachtodliche Leben verdienen können … oder jedenfalls eine bessere Version davon? Sogar einen vergleichsweise einfachen Weg?  Was ist eigentlich so falsch daran, sie wenigstens an diesen Tagen einmal darüber Gedanken zu machen? Eine Wissenschaft, die uns klar gemacht hat, das wir eigentlich – berücksichtigt man die Entfernungen zwischen Atomkern und Elektronen – größtenteils aus „nichts“ bestehen, in einem Universum, dessen realer Materieanteil möglicherweise in einen Fussball passt, will uns verbieten, über „Seele“ zu reden und denken – wobei diese „Seele“  gerade jene Kraft sein könnte, die dieses „nichts“ für eine Zeit lang zu einer sinnvollen Erscheinung zusammenfügen kann.

Wir leben ganz real in einer Welt, in der Materie zum großen Teil nur eine Illusion ist. Das wissen wir und können es mit unseren begrenzten Mitteln auch wahrnehmen. Und vor diesem Hintergrund wollen wir allen Ernstes die Möglichkeit ignorieren, das wir in einem Universum leben, das Wunder bereithält, die weit über die menschliche Erkenntnisfähigkeit hinausgeht – wie zum Beispiel Seelen, die mal locker demonstrieren, wie einfach man die menschliche Sterblichkeit überwinden kann?

Wir haben doch schon Probleme damit, zu erklären, warum dieses humanoiden „Nichtse“ nicht einfach durch den Fußboden zum Erdkern hin versinken.

Nun – vielleicht machen die das auch manchmal. Wenn sie nach dem Tode immer noch zu sehr an dieser Erde hängen, immer noch auf noch mehr Geld warten,  werden sie vielleicht einfach vom feurigen Erdkern angezogen, während andere mit Lichtgeschwindigkeit ihrem Ursprung entgegeneilen.  Da ist dann aber kein finsterer strafender Gott im Spiel, sondern nur menschliche Blödheit – und deren Existenz können wir leider nicht in Zweifel ziehen.

Man merkt – wir sind im Prinzip wenig christlich. In einer Gesellschaft, die genauso christlich wie demokratisch ist, hätte man sich das aber auch denken können. Mammon und Demokratie passen halt auch nicht gut zusammen – auch hier muss man sich für einen Herren entscheiden: das heißt dann „marktkonforme Demokratie„.

Fast könnte man meinen, „Mammon“ wäre kein Sinnbild, sondern ein echter böser Geist, der die Herzen der Menschen versteinern lassen kann. Das würde nun zu weit führen – aber mir reicht schon der Hinweis, das Ostern eigentlich ein schöner Tag ist, um über Dinge nachzudenken, die über den Alltag hinausreichen.

Immerhin: extra dafür hat die Kirche ja diese Tage dem Mammon bzw. den „weltlichen Herren“ dereinst entrissen und sie zu Feiertagen erklären lassen.

Wenn euch Biedermeier da draussen also sonst schon nichts zum Nachdenken anhält, dann vielleicht die Tatsache, das eine Entwürdigung der christlichen Feiertage ganz schnell zur Abschaffung derselben führen kann: Mammon selbst drängt schon lange darauf.  Da kann sich jetzt jeder selbst entscheiden, wie „cool“ er das finden würde, Ostermontag wieder arbeiten zu müssen.

Man sieht: es gäbe ganz unesoterische Gründe, sich an diesem Tag mit anderen Themen zu beschäftigen. Warum sich die Presse in breiter Front anders entschieden hat – nun, das kann man sich jetzt selber denken. Es sind halt diese Menschen, die sagen: ich will nicht ewig im Paradies leben, ich will mehr Geld, immer mehr und mehr.

Und wie das Manager-Magazin (siehe oben) zeigt, arbeiten die ja gerade wieder sehr aktiv daran, für sich ganz viel mehr Geld zu kriegen – die hoffen nicht nur, die handeln einfach.

Und das Geld kriegen die dann von denen, die jetzt noch auf mehr hoffen.

Ganz ehrlich: ich würde da lieber auf etwas anderes hoffen.

Gerechtigkeit auf Erden, zum Beispiel.

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit geht auch.

Oder einfach den Nächsten lieben wie sich selbst – dafür soll man ja nach dem Tode sogar weiterleben können … in angenehmster Atmosphäre.

Soll geradezu himmlisch sein.

 

 

 

Auferstehung und Weltuntergang: Frohe Ostern!

24.4.2011. Immer noch Ostern. Heute: Auferstehung. Ein ganz wichtiger Faktor im christlichen Leben. Einfach mal heute in die Kirche gehen - da wird man es erfahren. Zuvor jedoch - ein Blick zurück. Was weiß man eigentlich heute über den Gründer der christlichen Kirche, diesen Jesus. Es gibt genug Menschen, die schreiben tagtäglich so viel über ihn, als würden sie ihn persönlich kennen. Einigen von ihnen erscheint er ja auch regelmäßig, sagen sie jedenfalls. Die anderen, die keinen persönliche Termin erhalten und auch nicht während der Schriftlektüre vom Heiligen Geist durchflutet werden, haben nur ... Papier. Fünf bis sechs Evangelien, wobei Matthäus und Lukas von Markus und einer unbekannten Quelle, genannt Logienquelle Q, abgeschrieben haben, dann noch Johannes, der etwas schräg im Raum steht - und Thomas, der allerdings nur noch zerfetzt vorhanden ist und ansonsten auch nicht von der Kirche anerkannt wird.

24.4.2011. Immer noch Ostern. Heute: Auferstehung. Ein ganz wichtiger Faktor im christlichen Leben. Einfach mal heute in die Kirche gehen – da wird man es erfahren. Zuvor jedoch – ein Blick zurück. Was weiß man eigentlich heute über den Gründer der christlichen Kirche, diesen Jesus. Es gibt genug Menschen, die schreiben tagtäglich so viel über ihn, als würden sie ihn persönlich kennen. Einigen von ihnen erscheint er ja auch regelmäßig, sagen sie jedenfalls. Die anderen, die keinen persönliche Termin erhalten und auch nicht während der Schriftlektüre vom Heiligen Geist durchflutet werden, haben nur … Papier. Fünf bis sechs Evangelien, wobei Matthäus und Lukas von Markus und einer unbekannten Quelle, genannt Logienquelle Q, abgeschrieben haben, dann noch Johannes, der etwas schräg im Raum steht – und Thomas, der allerdings nur noch zerfetzt vorhanden ist und ansonsten auch nicht von der Kirche anerkannt wird.

Möglicherweise gibt es ein Nazarenerevangelium, das völlig verschollen ist, von dem aber die anderen alle abgeschrieben haben – doch das ist bislang bloße Theorie.

Ursprünglich gab es viele mündliche Überlieferungen, die irgendwann – lange nach Jesu Tod, wann genau ist auch umstritten – gesammelt wurden. Manche gefielen der Kirche, manche nicht. So entstand die Bibel. Viele Worte Jesu sind unrettbar verloren – davon kann man inzwischen ausgehen. Ein Wunder, das man überhaupt noch über ihn spricht. Mehr noch scheint es ein Wunder, das man zur damaligen Zeit überhaupt über ihn gesprochen hat: Wanderprediger gab es zu Hauf, man kam kaum über die Straße, ohne mit ihnen zusammenzustoßen.

Andererseits – nimmt man ernst, was die in den Evangelien gesammelten Bruchstücke aussagen, so hatte er eine kleine Besonderheit, die ihm viel Aufmerksamkeit beschert hat: er heilte Kranke in Massen. Ich weiß – das stört den Theologen, weil der Sohn Gottes ja seine Göttlichkeit nicht beweisen brauchen muss – aber es beruhigt den fragenden Geist. Man stelle sich vor: da zieht jemand durch die Hamburger Innenstadt und heilt alle Kranken, wandert durch die Uniklinik Eppendorf, die daraufhin die Tore schließen kann, macht Blinde sehend, Lahme gehend und weckt nebenbei noch ein paar Tote auf – das würde doch sogar heute für eine Einladung bei Maischberger reichen. Wenn der dann noch die Geschäftemacher aus der Kirche vertreibt, wäre ihm ein Spiegelinterview sicher – genau so sicher wie sein wahrscheinliches Ende … immerhin ruft er zur Umkehr auf. Ständig, immer und überall, hin zu einer ganz anderen Art von Leben. Das wäre fatal. Das hören wir nicht gern. Dann redet er noch gerne vom nahen Ende … und das passt uns so kurz vor der Rente gar nicht. Wir hören da lieber Legenden vom Aufschwung.

Nun, vom nahen Ende reden viele Menschen, seit zweitausend Jahren schon. Aktuell liegt der Koppverlag mit Gerard Celente ganz vorne:

Seit etwa 20 Monaten prognostizierte Celente den Crash der Vereinigten Staaten und Europas – allerdings bislang für die zweite Hälfte des Jahres 2012. Nun korrigiert er sich und warnt vor dem Ausbruch von Krieg überall vor unseren Haustüren schon 2011. Und zwar in den Vereinigten Staaten wie auch in Europa. Der Grund: Die Rückkehr der Wirtschaftskrise, die unabwendbare Schuldenlast und Migrationsströme von Menschen, die aus ärmeren Staaten zu uns kommen und nach einem besseren Leben suchen.

Celente nennt die Verlautbarungen westlicher Regierungen, die derzeit einen wirtschaftlichen »Aufschwung« prognostizieren, »reine Propaganda«.

In der Europäischen Union werde es wohl am schlimmsten werden. Sehr bald schon werden die EU-Bürger nach Auffassung von Gerald Celente merken, wie sie von der EU belogen und betrogen worden seien. Ihr Geld, ihre Ersparnisse, ihre Zukunftsvorsorge – alles weg.

Apokalypse schon 2011 – verursacht von einer verschwörerischen Finanzelite. Und das von einem Trendforscher. Irrt der sich, hat seine Firma bald noch Ramschstatus.  Das ist doch wirklich undenkbar – und das gerade am Feiertag.

Ganz undenkbar? Ein großer Teil der Versorgung mit Nahrungsmittel im europäischen Raum liegt nur noch in den Händen einiger weniger Konzerne, weltweit werden es bald nur noch vier sein, die die Saatgutversorgung in Händen halten. Da könnte doch mal was schiefgehen … wie bei den Banken.

Wie werden wir uns verhalten, wenn es wirtschaftlich enger wird? Nun – wie verhalten wir uns heute? Wir sortieren Menschen aus, mehr und mehr, jeden Tag. Wir übergeben sie den Jobcentern (ehedem ARGE), dort wird die weitere Verwertbarkeit kritisch geprüft oder man reicht sie durch zur Rentenanstalt oder zur Psychiatrie – so kriegt man schöne Statistiken. Die Kinder der Menschen – völlig egal. Ausschußware. Schon heute, wo alles reichlich vorhanden ist und kaum noch Käufer findet.

Bei der aktuellen Moral … kann es schnell eng werden. Es wird ja jetzt schon eng – ohne Not. Und die Not rückt täglich näher, siehe Welt:

Ernsthafte Zweifel an der Solidität der USA nähren die Angst vor einer Schuldenkrise. Nun fällt Europa als letzter Verbündeter noch weg.

Schneller als man denkt, kann wieder ein Kartenhaus zusammenstürzen. Gerade dieses Jahr zeigt, wie rasant sich Rahmenbedingungen ändern können – siehe Nordafrika oder Japan. Genauso kann auch einfach mal nichts geschehen. Hört man allerdings jenem Verein zu, dem unser Bundespräsident angehört, so merkt man, das es dort Parallelen zu Celente gibt, siehe Pro Christ:

Was haben Japan, Afrika & Islam mit Gott zu tun?

Hat das alles etwas mit Gott zu tun? Jesus wurde von seinen Schülern gefragt: „Was wird das Zeichen sein für dein Kommen und für das Ende der Welt?“ (Matthäus 24). Er nannte die Signale: Religiöse Verführung, Kriege, Revolutionen, Hungersnöte, Erbeben, Christenverfolgungen, eine extreme Zunahme der Verachtung von Recht und Gerechtigkeit. Wie aktuell! „Seht zu und erschreckt nicht … es ist noch nicht das Ende da“, sagt Jesus. Diese Schrecken seien der Anfang der Geburtswehen der neuen Welt, die Gott schaffen wird. Jesus nennt noch ein Indiz, dass wir auf der Zielgeraden der Geschichte sind: Das Evangelium wird allen Völkern verkündet. Ja, auch das geschieht heute.

Jesus war realistisch: „Sie aßen und tranken, sie heirateten und ließen sich heiraten … Und sie beachteten es nicht, bis die Sintflut kam und raffte sie alle dahin – , so wird es auch sein beim Kommen des Menschensohnes.“

Die Furcht Gottes ist der Weisheit Anfang. Wir brauchen jetzt Weisheit – bitter nötig.“

Kurz vor dem Ende der Zeit geben die nochmal richtig Gas, siehe Handelsblatt:

Rentrop engagiert sich im Kuratorium der Bewegung Pro Christ, in dem sich auch andere Unternehmer finden, etwa Heinz-Horst Deichmann, Alexander Graf zu Castell-Castell und Friedhhelm Loh, der Präsident des Elektronikverbands ZVEI. Pro Christ veranstaltet Mega-Events im Stil der amerikanischen Evangelikalen mit Tausenden von Teilnehmern und Satellitenübertragung.

In den Leitlinien heißt es: „Wir beten kontinuierlich, damit wir erkennen, welche Wege und Methoden wir wählen sollen.“ Dazu gehört ein Gebetsnewsletter. Auch hier gibt es keine Berührungsangst gegenüber Geld: „Pro Christ for business“ wirbt dafür, Geschäftsfreunde mit Jesus bekannt zu machen, und schlägt dazu Veranstaltungen in edler Atmosphäre vor, als Beispiele werden genannt: „Bentley-Salon, Ferrari-Halle, Edel-Werkstatt, Oldtimer-Ausstellung.“

Nun – nicht jeder kommt ins Himmelreich … zumindest nicht über den Bentley-Salon und die Ferrariwerkstatt. Schon spannend, welchem Glauben unser Bundespräsident anhängt … und erst recht erstaunlich, welche Wendungen die Legenden über jene wundertätige und zaubermächtige Gestalt vor zweitausend Jahren inzwischen nehmen.

Wie oft denken unsere politischen und wirtschaftlichen Führer wohl an diese „Zielgerade“? Oder an den Weltuntergang – was für uns kleine Würstchen vor Ort eigentlich dasselbe ist?

Das wir heute immer noch über jene Gestalt in den Legenden reden, über die nur ein paar Papierfetzen Zeugnis ablegen, hat nicht nur damit zu tun, das sie die Medizin revolutionierte, in dem sie durch Dämonenaustreibung Krankheiten heilte. Sie hat auch damit zu tun, das sie selbst aus eigener Kraft den Tod überwand – obwohl die Theorien der Theologen zu diesem Thema weit auseinander liegen wie auch die Deutungen der einzelnen Konfessionen.

Fakt scheint zu sein – sofern man das aus der Ferne überhaupt beurteilen kann – das hunderte von Menschen Jesus nach seinem Tode gesehen haben, viele haben mit ihm gesprochen. Sowas hinterlässt bleibende Eindrücke, das erzählt man sich noch Jahre später.

Kein Wunder also, das auch heute noch manche Leute von dieser Geschichte beeindruckt sind, obwohl sie Elemente enthält, die beim Osterspaziergang stören könnten, siehe Bibel-online:

3 Und als er auf dem Ölberge saß, traten zu ihm seine Jünger besonders und sprachen: Sage uns, wann wird das alles geschehen? Und welches wird das Zeichen sein deiner Zukunft und des Endes der Welt? (Apostelgeschichte 1.6-8) 4 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, daß euch nicht jemand verführe. 5 Denn es werden viele kommen unter meinem Namen, und sagen: „Ich bin Christus“ und werden viele verführen. (Johannes 5.43) (1. Johannes 2.18) 6 Ihr werdet hören Kriege und Geschrei von Kriegen; sehet zu und erschreckt euch nicht. Das muß zum ersten alles geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da. 7 Denn es wird sich empören ein Volk wider das andere und ein Königreich gegen das andere, und werden sein Pestilenz und teure Zeit und Erdbeben hin und wieder. 8 Da wird sich allererst die Not anheben.
9 Alsdann werden sie euch überantworten in Trübsal und werden euch töten. Und ihr müßt gehaßt werden um meines Namens willen von allen Völkern. (Johannes 16.2) (Matthäus 10.17-22) 10 Dann werden sich viele ärgern und werden untereinander verraten und werden sich untereinander hassen. 11 Und es werden sich viel falsche Propheten erheben und werden viele verführen. (2. Petrus 2.1) (1. Johannes 4.1) 12 und dieweil die Ungerechtigkeit wird überhandnehmen, wird die Liebe in vielen erkalten. (2. Timotheus 3.1-5) 13 Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig. (Offenbarung 13.10) 14 Und es wird gepredigt werden das Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zu einem Zeugnis über alle Völker, und dann wird das Ende kommen. (Matthäus 28.19)

Das hört sich … fast wie Gerald Celente an. Es fragt sich nur … wieviel Kraft man eigentlich in sich hat, den Weltuntergang aufzuhalten, wenn man ihn als Voraussetzung für seine eigene Auferstehung braucht.  Gäbe es da nicht den kleinen Hauch einer Verführung dazu, ihn ein kleines bischen zu …. beschleunigen? Immerhin geht es um die eigene Auferstehung.

Und so kommen wir von kleinen Textfragementen über einen Wanderprediger unter tausenden direkt in eine unheimliche politische Wirklichkeit.

Und fast scheint es, als ob man die Hoffnung teilen müßte, um  noch Utopien leben zu können: die Hoffnung, das es keine Legende ist,  das am Ende der Drangsal ein neues Zeitalter ersteht. Und noch mehr Hoffnung gibt es, wenn sich herumspricht, das Nächstenliebe unbedingte Voraussetzung für das Himmelreich ist. Dann könnten wir uns den Weltuntergang vielleicht doch noch ersparen. Wenn allerdings wirklich die Liebe in vielen erkaltet und die Ungerechtigkeiten überhand nehmen, werden wir vielleicht wirklich noch im Laufe des Jahres Verteilungskämpfe auf dem Aldi-Parkplatz erleben, nachdem die letzten Dosen verkauft worden sind.

Deshalb hier noch einmal, solange es noch geht: Frohe Ostern!


 


 

 

 

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