Open Society Foundation

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Der letzte (P)Akt des Gordon Gekko

Nein, auch wenn sich die Gesichtszüge verblüffend ähnlich sehen, das ist nicht der von Michael Douglas gespielte Zyniker Gordon Gekko, der da im untigen Video ganz offen aus dem Nähkästchen plaudert. Das ist der Philanthrop George Soros. Da der mittlerweile 88jährige weiß, dass er von seinem Milliardenvermögen keinen einzigen Cent mit ins Jenseits nehmen kann, hat er nun die Spendierhosen angezogen und verkündet derjenigen Generation, die vom Spiegel schmählich als „Generation Doof“ bezeichnet wird, eine frohe Botschaft, für die er euphorisch gefeiert wird: „Jungs und Mädels – und Transfreaks -, es ist jetzt Zeit für die ganz große Party! Fangt schon mal an, die Subwoofer aufzustellen und Bier einzukaufen. Die Kosten gehen aufs Haus.“

Auch wenn der Investor nicht immer hält, was er verspricht und die von ihm angeworbenen Aktivisten ihren versprochenen Sold mitunter lautstark vor seinem Haus einklagen müssen (siehe Youtube), so sind ihm die meisten ja doch zum Dank verpflichtet. Dank seiner Open Society Foundation müssen tausende Studenten der westlichen Wertegemeinschaft nicht mehr im Prekariat dahinvegetieren und sich das Smartphone vom Essen absparen, sondern können für gutes Geld am wohltätigen Werk des Menschenfreundes mitarbeiten.

Doch nicht nur Generation Praktikum kann aufatmen. Millionenschaften junger Menschen aus Nahost und Afrika sollen endlich auch ihr Stück vom europäischen Wohlstand abbekommen und bei der großen Party mit dabeisein. Und gegen die Party, die demnächst bei uns steigen wird, wird Woodstock nur ein Vogelschisss sein. Laut Umfragestatistik der Welt wollen in Afrika bis zu zwei Drittel der Einwohner auswandern.  Nachdem neben Israel, Australien und den USA auch  Österreich, Ungarn, Polen, Bulgarien, Schweiz, Italien, Kroatien, Slowenien, Tschechien und die Slowakei den Migrationspakt beim übernächste Woche stattfindenden Gipfeltreffen in Marokko  nicht unterzeichnen wollen, steht die Marschroute für die Partygäste aus Süd und Fernost nun also fest: And the winner is … lucky Germany!

Die oben genannten Länder begründen ihre Ablehnung des Migrationspaktes damit, dass damit die Unterscheidung zwischen berechtigtem Asyl und illegaler Wirtschaftsmigration verwischt werde. Durch den Pakt würde Arbeitsmigration gefördert, die dem Lohnniveau ihrer Bürger und dem Erhalt der Sozialsysteme zuwiderlaufe. Befürchtet wird ein in der Geschichte beispielloser Strudel an Entwurzelung und Verelendung, insbesondere auch ein „brain drain“ und damit ein endgültiger wirtschaftlicher Niedergang derjenigen Länder, die durch die Abwanderung ihre bestausgebildetsten und arbeitskräftigsten jungen Menschen verlieren. Zum Glück sind die Abgeordneten des Deutschen Bundestags solch kruder Argumentation nicht gefolgt und werden den Pakt in Marokko unterschreiben. Der Business Case for Migration kann also wie geplant weiter gehen (siehe auch ein bereits 2013 veröffentlichtes Agenda-Dokument des World Economic Forums: „The Business Case for Migration“ bzw. einen Kommentar des Wirtschaftsjournalisten Norbert Häring zum UN-Migrationspakt). Da Migration laut im Pakt dargelegter herrschender Lehre als „unvermeidbar“ angesehen wird, wäre man ja auf Seiten der westlichen Länder dumm, wenn man die heranströmenden Humanressourcen nicht auch gleich gewinnbringend nutzte. Den ausgebeuteten Ländern, die eh schon im Eimer sind, dürfen jetzt also noch die verwertbaren Facharbeitskräfte und medizinisches Personal abgeschöpft werden, während in ihrer Heimat alte und kranke Menschen bei kaputten Wasserleitungen dahinsiechen müssen.

Dass man Fluchtursachen durch einfache Maßnahmen und mitunter sogar ganz schnell beheben könnte, wird in dem UN Dokument mit keinem Wort angesprochen – wie schon zuletzt erwähnt, wagt man es heute ja nicht mehr, das MÖGLICHE zu denken, sondern fühlt sich allein den TATSACHEN verpflichtet (siehe „Last Christmas“ – Jahresende und Ausblick auf 2019). Zu profitabel erscheinen Waffenexporte, Rohstoffdumping und gezielte ökonomische Ausbeutung (siehe eine eingescannte Leseprobe aus dem mittlerweile wieder vergessenen Enthüllungsbuch des „Economic Hitman“ John Perkins), als dass die Clubfreunde von George Soros darauf verzichten wollten. Dank Großseefischerei vor afrikanischen Küsten und EU-Agrarsubventionen, aufgrund derer auf afrikanischen Märkten EU-Exporthühnchen und Gylphosatgemüse billiger zu haben ist als sie ein afrikanischer Bauer vor Ort selbst produzieren kann, dürfen wir die Schuld für die kommenden Migrationswellen und damit einhergehende soziale Verwerfungen nicht bei den Fliehenden suchen. Sie tun nur das, was jeder Mensch in dieser Situation tun würde: Sie kämpfen um ihr nacktes Leben. Oder sie suchen zumindest eine Verbesserung ihres Lebensstandards, da sie auf ihren Smartphones jeden Tag Bilder über den obszönem Reichtum zu sehen bekommen, in dem wir hier im Westen (vermeintlich) leben.

Zwar haben einige Miesepeter der AfD in den letzten Tagen vor Vertragsabschluss noch versucht, Stimmung gegen den Migrationspakt zu machen und „Ratten zu fangen“. Die Regierungsparteien haben im Schulterschluss mit Leitmedien und Promis jedoch dafür gesorgt, dass selbige Ratten in ihren Löchern bleiben müssen und der Fang der Ratten bei den nächsten Wahlen derjenigen feudalen Jagdgesellschaft vorbehalten bleibt, die dafür auch eine regierungsamtliche Lizenz vorweisen kann.

Nicht nur die Regierungsparteien von Union und SPD, auch Redner der Oppositionsparteien der Grünen, Linken und FDP, deren Parteien sich aus wahltaktischen Gründen teilweise ihrer Stimme enthielten, haben den Migrationspakt gegen Kritik verteidigt, sodass dem GroKo-Antrag zur Unterzeichnung des „Globalen Paktes für eine sichere, geordnete und reguläre Migration“ schließlich mit großer Mehrheit zugestimmt wurde: 372 Abgeordnete stimmten mit Ja, 153 mit Nein, 141 enthielten sich. Die mieselsüchtige AfD hat sich bei ihren Bundestagskollegen diesmal endgültig unbeliebt gemacht und ins Abseits befördert. Nicht nur dass sie über die Unterzeichnung des Migrationspakts, über den bereits stillschweigender common sense geherrscht hat, eine Abstimmung im Bundestag erzwungen hat, sie hat auch noch dafür gesorgt, dass das Abstimmverhalten zum Entschließungsantrag namentlich durchgeführt werden muss (nun öffentlich abrufbar unter bundestag.de/abstimmung).

Doch – ätsch!, liebe AfD – die Würfel sind nun gefallen. Alea iacta est. Entgegen allem öffentlichen Druck haben die Regierungsparteien Ruhe bewahrt und souverän „Kante gegen rechts“ gezeigt. Wer sich auf Wahlplakaten dem „Guten und Gernen Leben“ verpflichtet hat, darf schließlich nicht kneifen, wenn dieses Wahlversprechen von den progressiven Kräften der Gesellschaft jetzt auch eingefordert wird.

Hier also dann Gordon Gekko, -äh, ich meine natürlich George Soros, im o-Ton:

Wenn ein Mann mit solcher – über Gut und Böse erhabener – Moral, bei dem es eigentlich bereits angesichts seines Milliardenvermögens und seines untrüglichen Geschäftssinns außer Zweifel stehen sollte, dass Europa nach seinen elitären Vorstellungen umgekrempelt werden darf und dass souveräne Nationalstaaten Schnee von gestern sein sollen, für die kommende Party Pate steht, dann steht eines fest: Auf dieser Party wird die Post abgehen und eine Bombenstimmung herrschen. Wenn dann im Freibierrausch zu Mitternacht das Feuerwerk gezündet wird, wird selbst den größten Skeptikern der Mund offenbleiben und sie werden sprachlos in die Knie gehen. – Während die Partygäste in Sprechchören den feuchtfröhlichen Song der Beastie Boys skandieren: „You Gotta Fight, For Your Right – To Party!“ (DER teenage liberation Song der 80er Jahre – dzt. Aufrufzahl auf Youtube: 41 Mio.  Free party for everyone – damals noch Utopie, heute kurz vor seiner Verankerung in der Menschenrechtskonvention. Yo, man!)

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