Ölpest

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BP: Profit um jeden Preis

Und weil wir so gerne bunte viereckige Kästchen in denen sich was bewegt ansehen, gleich noch was Erbauliches für Herz und Seele:
 
„Der amerikanische Journalist Greg Palast, recherchiert seit 20 Jahren die Geschäftspraxis des Ölriesen BP. Palast ist ein erfahrener Vertreter des investigativen Journalismus, er schreibt für den britischen „Observer“ und für die „New York Times“. Seine Reise führt vom Golf von Mexiko zu dem Erschließungsgebiet von BP im arktischen Teil Alaskas bis zu einem der am meisten verseuchten Gebiete der Erde, den Ölfeldern von Aserbaidschan. Hier, im Land des Diktators Haydar Aliyev und seines Familienclans, ist BP der größte ausländische Investor.“ (Text: Arte TV)

Und nicht vergessen, BP heißt in Deutschland Aral.

Gefunden bei Fefe, der brav auf das Original verlinkt, daß in ein paar Tagen nicht mehr erreichbar sein wird.

Neues aus dem Inland

Neues aus dem Inland

Der durch die Ölpest im Golf von Mexico bestens mit der Materie vertraute Konzern BP hat in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium eine eigene Polizeitruppe gegründet, die nach eigenen Angaben die vermehrt auftretenden Schwarzbohrungen aufspüren und sofort unterbinden soll.
Immer mehr besorgte Bürger versuchten in der Vergangenheit, auf Grund der gestiegenen Heizölkosten, ihr Glück mit Probebohrungen im eigenen Garten. Damit ist jetzt Schluß.
„Eine Ölpest wie im Mexikanischen Golf darf sich in der Lüneburger Heide nicht wiederholen, das müssen wir den Profis überlassen“ sage Bundesinnenminister Schäuble der Presse.


Einsatzwagen der neuen schnellen Polizeitruppe von BP.

Von BP nichts gelernt: Tiefseebohrungen in der Nordsee

Von BP nichts gelernt: Tiefseebohrungen in der Nordsee

Im 2. Anlauf verbietet die US-Regierung Tiefseebohrungen bis zum 30 November.

Der Grund liegt auf der Hand dem Wasser: seit dem 20. April 2010 sind aus dem Tiefseebohrloch der “Deepwater Horizon” mindestens 397 Millionen Liter (ca. 342.000 Tonnen) Rohöl ausgetreten – und das Leck ist immer noch nicht gestopft.

Laut DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert kann und darf aber nicht auf Tiefseebohrungen nach Öl verzichtet werden.

450 Ölplattformen sind in der Nordsee zu finden, 450 umweltbedrohende Zeitbomben, wie Uno-Umweltchef Achim Steiner erklärt:

"Der Raubbau an der Natur durch die Wirtschaft setzt sich seit Jahren ungebremst fort (…) Das natürliche Kapital der Welt wird im großen Stil vernichtet (…) Viele Volkswirtschaften sind noch immer blind für den enormen Einfluss der Artenvielfalt von Tieren, Pflanzen und anderen Lebensformen und ihre Rolle für die Funktion des Ökosystems" (Quelle: SpOn vom 13.07.2010)

Diese Meinung teilt auch Wolfgang Blendinger, Professor für Erdölgeologie an der TU Clausthal:

„Je unkonventioneller das Vorkommen, umso größer auch die Wagnisse, die in Kauf genommen werden“ (Quelle: Focus.de vom 20.05.2010)

Catalin Teodoriu, Bereichsleiter Tiefbohrtechnik am Institut für Erdöl- und Erdgastechnik an der TU Clausthal, erklärt ergänzend:

„In der Nordsee vor der deutschen Küste am südlichen Rand des Nationalparks Schleswig Holsteinisches Wattenmeer wurden in den vergangenen Jahren mehrere Horizontalbohrungen zur Erschließung des Ölfelds Mittelplate gebohrt. (…) Unglücke wie das im Golf von Mexiko zeigen, dass wir die Sache nicht im Griff haben. (…) Hundert Prozent sichere Technik gibt es nicht“ (Quelle: ebenda)

Man muß sich angesichts dieser Expertenaussagen und der immer noch tobenden Umweltkatastrophe der “Deepwater Horizon” doch fragen, warum nicht auch die Nordseeanrainerstaaten ein solches Bohrverbot verhängen, um Mensch und Natur zu schützen.

Andererseits wird ja gerade um die Verlängerung der AKW-Laufzeiten gerungen, damit dürfte der tatsächliche Stellenwert von Menschen- und Naturschutz dieser schwarz-gelben Regierung klar sein…

You Are Not Authorized…

“Preface: The title is a parody of the fact that the government has effectively it a felony to take pictures of oiled wildlife. [..]
More importantly, while some of these photos have been widely seen, most have not, and I have never seen them rounded up in a single page before.”

http://www.washingtonsblog.com/2010/07/you-are-not-authorized-to-see-these.html

 

Ohne Kommentar

 

Gefunden bei Fefe

Das Öl, die Enten und der Sicherheitsabstand zu Hartzland

Ich wollte heute was über das Öl schreiben.  Genauer gesagt: über die Ölpest. Angeblich – so geht gerade das Gerücht um – hat Obama ja verboten, die ölverschmierten Enten zu knipsen. Sogar CNN soll davon betroffen sein. 40000 Dollar kostet ein Verstoß gegen die Regeln – also, dachte ich mir: das wäre ja ein Hammer. Zwar ein altbekannter Hammer aber immer wieder gerne gesehen. So verbrachte ich den Morgen damit, jenes Berichtsverbot zu suchen…..aber ich fand es nicht. Viel Zeit ging verloren … das war es dann auch.

Schade, dachte ich. Ein weiterer Eingriff in die Pressefreiheit – das wäre doch schön gewesen. Dabei wäre er doch völlig nutzlos, schreiben doch die meisten Journalisten sowieso nur dafür, wofür sie bezahlt werden. Schaut euch den Irakkrieg an. Wo sind die Heerscharen der irakischen Infanteriedivisionen geblieben? Fragt kein Schwein nach….nur die Nachbarn, die Iraner, munkelten davon, das man die mit Hilfe von Splitterbomben in minutenschnelle eleminiert hat. Würde das stimmen … das wäre ein Skandal. Massenvernichtungswaffen kommen nämlich heute ganz ohne Gas, Viren oder Atomkraft aus. Einfach ein paar zentausend Minibomben aus Schüttbehältern freilassen und ganze Landstriche sind entvölkert. Das können wir heute, das verdanken wir dem Erfindungsreichtum und der Tatkraft der Leistungselite, jener Leute, die auch die schönen Kinderminen entworfen haben: sehen aus wie Spielzeug aber fast du sie an: schupps, ist der Arm ab. Leistungsträger und ihr Erfindungsreichtum – immer wieder schön.

Wir erfahren von diesen Dingen aber nichts mehr, weil Teile der Presse dazu schweigen. Die Amerikaner haben aus Vietnam gelernt und geben – aus strikt militärischen Gründen –  nur noch die Nachrichten frei, die sie selbst gut finden. Dafür dürfen dann ausgewählte Journalisten ganz vorne im Panzer mitfahren … da sehen sie dann auch nur wenig von den Splitterbombenteppichen und den Kinderminen, denn wo die waren, braucht man mit dem Panzer nicht mehr langfahren.

Leider scheint diese Geschichte mit dem Öl eine Ente zu sein.  Auch Blogger sind vor Enten nicht gefeit. Wir haben keinen Chefredakteur, der politische Rücksichten nehmen muß weil er sich eine Einladung zum Bundespresseball erwartet, keinen Verleger, der nach den Anzeigenaufträgen schielt, keine Kontakte innerhalb von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, die wir wegen regelmäßiger Artikelversorgung umhegen müßten. Wir sind frei und unabhängig….haben aber einen gewaltigen Nachteil.  Auch wenn wir Nachrichtenspiegeler bemüht sind, internationale Bloggerkontakte aufzubauen, um das Manko aufzuheben, haben wir momentan das Problem, das unsere unabhängige Arbeit sehr darunter leidet, das wir von verschiedensten Quellen abhängig sind und nicht noch zusätzlich selbst recherchieren können – einfach mal zum Gold von Mexiko fahren und eine Ente knipsen um zu schauen was passiert rentiert sich für uns nicht. In zwei- drei Jahren haben wir ein Kontaktenetz, das uns erlauben wird, mit einer kurzen E-Mail Augenzeugen zu generieren und eigene Aufnahmen zu bringen, aber bis dahin müssen mir uns mithilfe unserer kleinen grauen Zellen mühsam einen Weg durch den Nachrichtendschungel bahnen.

Und so kommt es, das auch wir mal … Enten haben. Wie die Ente, das diese Vögel nicht mehr fotografiert werden dürfen. Vielleicht irre ich mich ja und habe die „richtige“ Nachricht nicht gefunden oder mein Englisch ist grottenschlecht (ist es auch, aber muß ja keiner erfahren) aber soweit ich das verfolgen kann … gibt nur einen Sicherheitsabstand von 65 Fuß. Der reicht nicht aus, um die Ente zu knipsen, aber um zu sehen, was sonst so passiert.  Daraus kann man den Schluß ziehen, das Obama keine Ölenten mehr im Fernsehen sehen möchte … oder aber man akzeptiert, das auch Journalisten im Weg herumstehen können. Sicherheitsabstände sind … nun mal ganz normal.  Man kann bei einer solchen Katastrophe nur begrenzt Schaulustige gebrauchen.  Darum gibt es auch einen Sicherheitsabstand für Fahrzeuge.

Ich persönlich komme noch viel näher dran als diese 65 Fuß.  Ich kann denen direkt ins Bohrloch gucken(….oder ins Trickstudio):

http://www.bp.com/liveassets/bp_internet/globalbp/globalbp_uk_english/incident_response/STAGING/local_assets/html/OceanInterventionROV1.html

Es gibt ja da auch eine ganze Community, die das beobachtet, ohne das die US-Marines ihre Laptops bombadieren oder Obama das Internet ausschaltet:

http://forum.mods.de/bb/thread.php?TID=201760&page=97

Geht aber noch besser.  Die Vogelwaschanlage gibt es hier:

http://bp.concerts.com/gom/ftjacksonbirdrehabcenter062410.htm

Gut, es sind Reklamevideos. Hilflose Gesten, die vor allem eins sollen: den Volkszorn besänftigen. Nach wie vor fürchtet man ihn in den USA. Er ist eigentlich die einzige Kraft auf dieser Erde, die die superreiche Lumpenelite in ihrem Selbstbereicherungstreiben stoppen könnte – darum werden die ja auch – koste es, was es wolle – von vorne bis hinten mit billigen Luxusgütern und billigem Sprit vollgestopft, denn wenn die Bürger mit dem SUV durch die Pampa heizen uns sich wie King Lui fühlen können, denken sie nicht daran, das System in Frage zu stellen. Das kann dann in Ruhe weiterlaufen. Ist ja hier in Deutschland auch so.  Auch hier gibt es diese hilflosen Gesten.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article8315214/Von-der-Leyen-verteidigt-Geld-fuer-Hartz-IV-Kinder.html

In dem Entwurf für den Haushalt 2011 sind 480 Millionen Euro „als allgemeine Vorsorge für die Umsetzung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts“ zum bildungsbezogenen Bedarf für Kinder aus Hartz-IV-Familien vorgesehen. Das Gericht hatte im Februar entschieden, dass bis Jahresende die Hartz-IV-Leistungen neu gefasst und für Kinder grundsätzlich neu berechnet werden müssen. Besonders scharf rügte das Gericht die Regelungen für die rund 1,7 Millionen betroffenen Kinder. So würden etwa Ausgaben für Schulsachen, die zum existenziellen Bedarf eines Kindes gehörten, bislang nicht berücksichtigt.

Leider keine Ente. Frau von der Leyen scheint das Ernst zu meinen … und stiftet Theaterkarten, Zugang zu Leibesübungen und ein paar Bücher. Und die WELT … schlau wie sie nun mal ist … sagt uns nebenbei, das das auch gar nicht nötig ist, denn die Hartz-IV-abhängigen Kinder, die in der staatliche verordneten Armut leben, machen sich ja scheinbar prächtig in der Schule. Weniger prächtig machen sich die Migranten.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article8320265/Die-Bildungsoffensive-scheitert-bei-den-Migranten.html

Die Anzahl von Migrantenkindern ohne Schulabschluss ist alarmierend. Erfolgreiche Absolventen hingegen verlassen Deutschland.

Im gleichen Zug informiert uns die gleiche Zeitung über folgendes Problem:

http://www.welt.de/politik/article8304716/Mehr-Abwanderungen-als-Zuzuege-in-Deutschland.html

Im zweiten Jahr in Folge haben mehr Menschen Deutschland verlassen, als aus dem Ausland zugezogen sind. Dem Nachrichtenmagazin „Focus“ zufolge zogen 2009 insgesamt 721.000 Menschen nach Deutschland. 734.000 gingen fort. Das Statistische Bundesamt hatte die Zahlen der Zu- und Abwanderung für 2009 bisher nur in Auszügen bekannt gegeben.

Hier haut ab wer kann. Und dazu kommt: es will auch keiner mehr hierhin:

Seither blieb die Abwanderungsquote stabil bei 600.000 bis 700.000 Personen, wobei sich die Einwanderungszahl von 1990 bei 1,5 Millionen auf 700.000 derzeit mehr als halbiert hat.

Hartz IV war ein voller Erfolg, muß man sagen. Als Asozialenpest macht es Deutschland so attraktiv wie einen Badeurlaub an der Küste Floridas, leider gibt es hier keinen Sicherheitsabstand, der die künstlich Verseuchten vor den Medien schützt, aber den Kindern der Opfer wird jetzt das Gefieder geputzt. Die dürfen hungrig ihre Bücher vom Theater in den Sportunterricht schleppen – falls nicht jene Tätigkeit gleich kostenwirksam als Sport gewertet wird. Wenn die auf dem Land wohnen, auf jeden Fall, denn bis zum Theater sind es von hier aus 50 Km.

Aber Hauptsache: WIR WERDEN WELTMEISTER. Im Sozialabbau sind wir es ja schon. Und ich hatte noch gesagt: fahrt da nicht hin. Aber nein … ihr wolltet ja nicht hören. Jetzt weiß ich, warum die Kanzlerin gelacht hat. Bei 4:0 gegen Argentinien waren nicht nur Almosen für deutsche Kinder drin, sondern auch noch Rekorkrankenkassenbeiträge:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,704841,00.html

Ab 2011 steigen die Beiträge zur Krankenversicherung auf 15,5 Prozent – doch damit nicht genug: Der Chef der Techniker-Kasse hält die geplante Erhöhung langfristig nicht für ausreichend: „Die Ausgaben werden weiter steigen.“

Zusätzlich ist die Gelegenheit günstig ein bundesweites Rauchverbot anzuleiern.  Und jetzt stellt euch mal vor, was ein 8:0 im Endspiel für uns bedeuten würde … also, mir versagt da die Phantasie. Vielleicht fällt euch was ein. Auf jeden Fall wißt ihr jetzt, warum wir auch hier eigentlich dringend einen Sicherheitsabstand zur eigenen Politik brauchen, wenn wir noch Zukunft wollen. Britische Rentner können davon ein Lied singen, den BP verbrät gerade ihre Rente:

http://www.news.ch/London+arbeitet+an+Notfallplaenen+fuer+BP/446516/detail.htm

Die Ölpest im Golf von Mexiko entwickelt sich zu einem immer riesigeren Milliardenloch für BP. Die Aktien des Unternehmens, die von vielen britischen Pensionsfonds gehalten werden, haben seit Beginn der Katastrophe Mitte April beinahe die Hälfte ihres Werts verloren.

Vielleicht gibt es aber auch bald Live-Videos von verhungernden Rentnern und Hartz-IV-abhängigen Kindern. Im Privatfernsehen wäre das ganz sicher denkbar. Ich glaube, die machen so etwas heute schon.

Also, denkt dran, wenn ihr jubelt: jedes Tor kostet euch Bargeld. Die Politik setzt das momentan sofort 1:1 in Belastungen um – auf breiter Front. Und deshalb jubelt Frau Merkel so:

http://www.welt.de/sport/article8293741/Deutsche-Elf-ueberwaeltigte-sogar-Kanzlerin-Merkel.html

beim 4:0 war mir gut ums Herz, aber vorher hatte ich immer noch Angst. Deutschland hat hier heute etwas Wunderbares geschafft. Das war eine tolle Sache …

und sie rechnete bei jedem Tor mit, was sie jetzt noch alles kürzen kann.

Und das ist keine Ente … allerdings eine sehr verschmierte Wahrheit.

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