Ökozid

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Ein fröhliches Weihnachten … dem bitterarmen Deutschland

Montag, 18.12.2017. Eifel. Es weihnachtet schön, oder? Alle freuen sich, Glitzer und Lichter überall. Bald ist heilig Abend, da wird die Beute des Jahres unter den Verwandten aufgeteilt, jeder schenkt sich gegenseitig irgendwas, was man sich selber nie gekauft hätte und auch eigentlich gar nicht braucht. Nun – na ja, nicht jeder. Die Armen schenken sich gar nichts – oder haben mal das Jahr über gespart, um dem eigenen Kind ein Handy zu kaufen, damit es in der Schule nicht mehr so gemobbt wird. Dafür werden sie dann umgehend von der stets aktiven Bürgerwacht gescholten: schau mal, so arm, nichts zu essen aber das Kind kriegt ein Handy! Nun – manchmal soll das Handy zu Weihnachten auch etwas anderes sein: eine Entschuldigung der Eltern dafür, dass sie arm sind – also: alt. Chancenlos in einer Welt, in der Jugend zählt, Leistung, Engagement. Wer es sich in der Welt erlaubt, über 50 zu werden und in einer Firma zu arbeiten, die gerade pleite macht, der landet ganz schnell auf der Sozialmüllkippe, wird per Gesetzt und Staatsgewalt arm gehalten um wenigstens noch als mahnendes Beispiel herhalten zu können: sehet – so ergehet es euch, so ihr den Arbeitgeber nicht eure ganze Kraft, eure Leidenschaft, eure Liebe gebt! Und zwar: für wenig Geld.

Ach – was schreibe ich schon wieder. Es ist doch Weihnachten: da wollen wir doch schöne Botschaften hören! Da soll doch das Fest der Liebe gefeiert werden, als Trotz mitten in finstersten, eisig kalten Nächten wollen wir den Mächten der Dunkelheit doch zeigen, dass das Leben stärker ist die unheimlichen Mächte und Gewalten, die das Leben des Einzelnen so schwer machen! Eine schöne Botschaft habe ich in der Frankfurter Rundschau gefunden: dort finden wir ein Paradebeispiel dafür, wie die moderne, zivilisierte, demokratische Gesellschaft im Namen der alten Werte von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit für die gute Stimmung zum Fest sorgt (siehe FR):

„Stadtpolizisten erteilen einzelnen Obdachlosen, die im Freien schlafen, sogenannte Bar-Verwarnungen. Dabei müssen die Betroffenen vor Ort einen bestimmten Betrag bezahlen.“

Das Schlafen auf Bänken oder in Fußgängerzonen fällt unter den Tatbestand des Lagerns im öffentlichen Raum, das nach der städtischen Gefahrenabwehrverordnung eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) bestätigte, dass die Stadtpolizei von den Obdachlosen bisweilen ein Verwarngeld kassiere.“

Keiner kann Auskunft darüber geben, wie viel Geld da eingenommen wurde, wie hoch die Verwarnungsgelder sind – wen interessiert das auch schon zu Weihnachten? Hauptsache, die Armut verschwindet aus den Augen der brav funktionierenden Konsumdrohnen.

Ach ja – Obdachlose. Wussten Sie schon, dass die Zahl der Obdachlosen im nächsten Jahr dramatisch, exorbitant und rasant steigen soll? Von ehedem 390000 im Jahre 2016 auf 1,2 Millionen im Jahr 2018 (siehe Zeit). Gut: die haben den Vorteil, dass sie keine eigenen Weihnachtsbäume kaufen müssen – sie können sich Heilig Abend unter den prächtig geschmückten Bäumen in den dann leer gefegten Innenstädten versammeln … jedenfalls so lange, bis die Polizei kommt. Viele von ihnen sollen „Flüchtlinge“ sein – ein häßliches Wort eigentlich – die dann am eigenen Leibe in bitterer Kälte erleben dürfen, wie Deutschland Herz zeigt. Na ja – nicht alle Obdachlosen leben auf der Straße, momentan ist es nur ein Bruchteil, vielleicht 60000. Jedenfalls: noch. Da bezahlbarer Wohnraum immer seltener wird, weil „wohnen“ von großen Kapitalgesellschaften als neue Ausbeutungsquelle entdeckt wird, dürften da bald mehr Menschen auf Parkbänken oder bei Freunden und Verwandten nächtigen – alles im Dienste des Aufschwungs und des Endsiegs gegen die grausamen Mächte der Globalisierung.

Nein – das war jetzt wieder zu negativ. Das passt nicht unter den Weihnachtsbaum. Passt ja vieles nicht darunter, viele Dinge, die wir nicht hören wollen – aber wissen sollten (siehe Stern):

„Innerhalb der alten EU-Länder ist Deutschland der arme Mann des Kontinents. Nur die Bevölkerung in den Ländern, die jenseits des Eisernen Vorhangs lagen, ist noch ärmer. Deutlich wird das, wenn man die Medianwerte des Vermögens und nicht den statistischen Durchschnitt betrachtet.“

Lassen Sie uns doch die Zahlen einfach mal anschauen:

„Der Medianwert des geldwerten Vermögens für die Erwachsenen liegt in Deutschland bei 47.000 Dollar. Schon im krisengebeutelten Griechenland sind es mit 55.000 Euro 8000 Euro pro Nase mehr. Dass die unmittelbaren Nachbarn – Holländer (94.000), Dänen (87.000 Dollar), Belgier (168.000 Dollar) – reicher als die Deutschen sind, kann kaum verwundern. Man sieht es bei jedem Besuch. Erstaunlich allerdings, dass Franzosen (120.000) und Italiener (125.000) mehr als doppelt so reich wie die Deutschen sind. Lichtenstein (168.000) und Schweiz (229.000) bilden erwartungsgemäß die Spitze. In den alten Ländern der EU liegt nur Portugal (38.000) hinter Deutschland.“

Sicher – wir verdienen mehr als die. Wir haben nur nichts davon – weil in Deutschland noch der Geist von Bauer, Bürger, Edelmann herrscht. Das sieht man ja am Schulsystem, in dem es seit hundert Jahren keine gravierenden Änderungen mehr gegeben hat: der Bauer geht in die Hauptschule, der Bürger in die Realschule, der Zögling des Edelmannes macht Abitur, damit er den Abteilungsleiterposten von Papa übernehmen kann, wenn der mal in Rente geht. „Vermögensbildende Maßnahmen“ für Bauern und Bürger sind in Deutschland nicht gewünscht, wir möchten gerne die klassische, mittelalterliche Ständegesellschaft beibehalten, die sich über die Jahrhunderte gut bewährt hat. So ergeht es halt einem Volk, das nie die Kraft  zur Revolution hatte und seine Stärke eher in anbiedernder Biedermeierei sieht

Biedermeier? In Zeiten, wo 41 Prozent der deutschen Schüler nicht mehr wissen, wofür der Begriff Auschwitz steht (siehe Spiegel), sollte man nicht erwarten, dass noch jemand die grausigen Auswirkungen der verlogenen Biedermeierzeit kennt … in der wir aktuell wieder leben. Nun – in Wirklichkeit wissen auch die anderen nicht, wofür Auschwitz steht – und deshalb erkennt man auch nicht, wie sehr das deutsche feudal orientierte Staatsschiff wieder Kurs nimmt auf die gleichen Prinzipien: Auschwitz steht für die möglichst preiswerte massenhafte Auslöschung menschlicher Existenzen, deren Arbeitskraft noch nicht mal mehr ein Minimum an Rendite erwirtschaftet – mal brutal gesagt: die Endlösung der Massenarbeitslosigkeit. Man hatte Millionen Menschen die Möglichkeit genommen, für ihr Leben aufzukommen, ihre Betriebe, Geschäfte und Höfe wurden billigst an Parteigenossen und Meistbietende versteigert (wo der Bürger gerne zugriff, um sich endlich mal für einen kurzen Moment als Edelmann zu fühlen) – und irgendwann wurden die Ressourcen knapp, es mussten Lösungen her. Das übliche Erschießen war zu teuer – da hatte man fein nachgerechnet – also wurde der deutsche Ingenieur und Wissenschaftler zu Rate gezogen, wie man das denn möglichst gründlich und billig anders erledigen konnte.

Das „Narrativ“ (= die erzählte Geschichte, bzw. das sinnstiftende Erzählmotiv) ändert sich so deutlich: nicht der staatlich verordnete Judenhass steht im Mittelpunkt, sondern das Zentralproblem des Kapitalismus, dass derjenige, dessen Existenz keinen Profit für den Edelmann liefert, keine Lebensberechtigung mehr hat. Uns wird lieber die Geschichte mit den Juden erzählt (die auch wahr ist, keine Frage – aber in der Vernichtungslogik sind halt Elemente enthalten, die eher … betriebswirtschaftlich sind), weil sich so Auschwitz als Singularität, als Unfall der Geschichte verkaufen läßt – anstelle der anderen Geschichte, die uns Bauer, Bürger und Edelmann lieber nicht erzählen wollten.

Modern formulieren wir das natürlich anders – wir sagen nicht mehr Bauer, Bürger, Edelmann, wir haben da viel schönere Wörter, die inzwischen jeder kennt: Hartzer, Konsument und Promi sind unsere Kasten.

Schon wieder: negativ. Wir wollten doch zu Weihnachten was schönes, was erbauliches, was … biedermeierhaftes. Nun – erstmal zum Biedermeier. Aus einer Quelle für Kinder – damit es wirklich jeder verstehen kann (siehe Kinderzeitmaschine):

„Politische Mitsprache oder gar Kritik waren in dieser Zeit unerwünscht und wurden unter Umständen auch hart bestraft. Das fanden all die kritischen Köpfe, die für mehr Freiheit und Demokratie kämpften, gar nicht gut. Doch für viele Menschen bedeutete dieser Rückzug in das Private mehr Sicherheit. Dieser Rückzug war auch eine Reaktion auf die Karlsbader Beschlüsse von 1819, durch die die Freiheiten der Menschen stark eingeschränkt worden waren.“

„Die Familie wurde sehr wichtig und das Leben und Wirken im persönlichen Zuhause kennzeichnete die Zeit des Biedermeier. Sehr gut sieht man das auf Gemälden dieser Zeit, in der die „heile Familie“ immer stärker in den Mittelpunkt rückte.“

Endlich mal was Positives: die Famile. Wussten Sie, dass heutzutage fast 50 Prozent aller Ehen geschieden werden? Oh – sorry: wieder was negatives.

Auch Positiv: auch wir leben in einer Zeit, in der politische Mitsprache oder gar Kritik unerwünscht sind – und unter Umständen auch hart bestraft wird: mit öffentlicher Ächtung, medialer Schmähung und breit angelegter Verachtung. Noch nicht gemerkt? Ich merke: Sie sind schon ganz schön gebiedermeiert – feine Mietwohnung in gutem Viertel (als könne ein Stadtviertel moralische Qualitäten erhalten – aber der moderne, verwässerte, pervertierte Begriff des „Guten“ hat ja nicht umsonst dazu geführt, dass „Gutmensch“ ein Schimpfwort geworden ist, worüber sich viele aufregen. Das „Gutmenschen“ Nächstenliebe für „Sozialromantik“ halten, wurde jedoch kritiklos akzeptiert).

Ich könnte Ihnen da ein paar Themen nennen … möchte aber nicht zu sehr ins Detail gehen, weil auch ich ja Angst vor der Verfolgung habe. Einmal geoutet, werden Sie in diesem Land Schwierigkeiten haben, noch einen Job zu bekommen – und Job ist das, was Ihnen die Lebensberechtigungsscheine verpasst. Vorbei die Zeiten, in denen die Natur alles umsonst liefert – der Fortschritt hat halt alles anders gemacht, besser, schöner … jedenfalls für die Kaste der Edelmänner (und Edelfrauen – wir leben ja nicht mehr im Mittelalter). Die Themen kennen Sie im Übrigen alle: selbst Theorienbildung – Grundlage jeder Wissenschaftlichkeit – ist verpönt, sie können dafür schnell unter hämischem Gelächter der sadistischen Folterknechte und Spießbürger Aluhüte verliehen bekommen, die nichts anderes aussagen sollen als dass Sie ein vogelfreier, geistig kranker, abartiger, nutzloser Schädling sind.

Gut: sprachlich haben wir uns vom Mittelalter etwas entfernt – inhaltlich jedoch überhaupt nicht. Biedermeierzeit halt: des Deutschen Allzweckwaffe gegen Unbequemes. Seit Jahrhunderten bewährt. Nicht mehr lange, da werden sich die Zeiten ändern, denn die Natur kann ohne Insekten keine Früchte produzieren – und ohne Früchte werden wir sehen, dass selbst unsere gewaltigen, neu erworbenen Bitcoinschätze uns nicht ernähren können. 75 Prozent der Insekten in Mitteleuropa sind schon fort – und die Folgen werden der pure Horror sein (siehe WDR):

„“Die Ergebnisse der Untersuchung sind schockierend. Die Arbeit ist methodisch sauber und zeigt flächendeckend für eine große geografische Region Mitteleuropas einen massiven Biomasserückgang für Insekten. Wir befinden uns mitten in einem Albtraum, da Insekten eine zentrale Rolle für das Funktionieren unserer Ökosysteme spielen„, warnt Prof. Dr. Johannes Steidle der Universität Hohenheim.“

Andere werden noch deutlicher – wie Dirk C. Fleck (siehe Rubikon):

„Denn der Tsunami der Zerstörung, den das Dauerbeben eines ungezügelten Kapitalismus ausgelöst hat, reißt weiterhin ungebremst alles aus dem Gleichgewicht: das filigrane ökologische Netzwerk ebenso wie die sozialen Strukturen unserer globalen Zivilgesellschaft.

Bemerkenswert daran ist nur, dass die meisten Menschen angesichts des bis zum Anschlag betriebenen Raubbaus an der Natur kein Gefühl des Verlustes verspüren. Selbst wenn der Südpol über Nacht auf 20 Quadratmeter schrumpfen und das letzte Dutzend Pinguine sich auf den Köpfen stehend mit den Fächerfüßen gegen die stechende Sonne zur Wehr setzen würde – das Gros der Menschen bliebe davon gänzlich unbeeindruckt.“

Unbeeindruckt weil – im Biedermeiermodus. Eingelullt von täglich rund um die Uhr laufendem Beruhigungsfunk, dessen Kernbotschaft lautet: „bleiben Sie sitzen, bleiben Sie in ihren Häusern, bleiben Sie auf dem Sofa, lassen Sie das Fernsehgerät eingeschaltet – wir informieren Sie über aktuelle Entwicklungen rund um die Uhr! ALLES WIRD GUT!“ entwickelt sich halt schnell das Gefühl von wohliger Geborgenheit, das böse Draußen ist halt nur Draußen – innen ist alles heil und heilig (von der Zunahme der häuslichen Gewalt – siehe Frankfurter Rundschau – mal abgesehen).

Ja – das ist die eindeutig gute Nachricht in dieser Zeit: das alles wird ein baldiges Ende haben – nicht nur wegen den Insekten, die ja eigentlich keiner wirklich vermisst, solange die Autoscheibe auch bei Langstreckenfahren im ländlichen Raum sauber bleibt, sondern auch wegen unserer desaströsen Art des wirtschaftens (siehe Manager Magazin):

„Es ist Zeit, dass wir unsere Wirtschaftspolitik grundlegend hinterfragen. Seit Mitte der 1980er-Jahre setzen wir darauf, mit immer mehr Schulden kurzfristiges Wachstum zu erzielen. Dabei nimmt die Produktivität der neuen Schulden immer mehr ab. Nachdem jahrzehntelang die Wirtschaft im Einklang mit der Verschuldung wuchs, werden heute weltweit immer mehr Schulden gebaucht, um überhaupt noch Wachstum zu erzielen. Die Ursache liegt in der überwiegend unproduktiven Verwendung der Schulden. Wir kaufen uns damit gegenseitig vorhandene Vermögenswerte zu immer höheren Preisen ab. Im Unterschied zu Investitionen in neue Produkte und Dienstleistungen wächst dadurch die Wirtschaft jedoch kaum, wenn man von dem Zusatzkonsum durch den Reichtumseffekt steigender Vermögenspreise absieht.“

Ein Konsum, der nur noch durch völlige Vernichtung unsere Ökosphäre zustande kommt. Super. Selbst Goldman Sachs – die globale Bank, die so raffiniert aufgestellt ist, dass sie sogar in Megakrisen noch Megagewinne errechnet (nur errechnet, nicht erwirtschaftet – dieser Unterschied wird leider viel zu selten erlebt) warnt vor einem neuen Megacrash (siehe Zeit).

Alle … wissen Bescheid. Warum tut eigentlich keiner was dagegen?

Nun – kommen wir endlich mal zu den positiven Dingen unserer Gegenwart: wenn wir wollen können wir wissen, wie die denken, die an den Hebeln der Macht sitzen, welcher Philosophie sie folgen – rein aus Gründen der Nützlichkeit für die persönlichen, egoistischen Ziele. Der von mir sehr geschätzte Herr Preparata (noch nicht Aluhut-würdig, weil die bildungsfernen Schichten der deutschen Pseudointellektuellen ihn nie gelesen haben, noch er durch Einladung in eine Talkshow geadelt wurde) hat den kleinsten gemeinsamen Nenner unserer „Elite“, unserer Edelmänner, kurz zusammengefasst:

„Schließlich bildet dieses polyphone Ensemble einen eigenen (postmodernen) geregelten Orden, dessen verbindliche Grundsätze man stenographisch wie folgt zusammenfassen könnte: Verherrlichung der Gewalt und des Krieges, Machtgier, Glaube an ein Nichts nach dem Tod, Einwilligung in die oligarchische und tyrannische Herrschaft, Glaube, dass Überbevölkerung eine Plage ist, Glaube an die Notwendigkeit des Kampfes zwischen den Völkern und die Faszination des korrumpierten „Wortes““. (siehe: Preparata, Die Ideologie der Tyrannei, Dunker & Humblot, Berlin 2015, Seite 193).

Da verläuft die eigentliche Front unserer Gegenwart – und wer nun wissen will, was zu tun ist, braucht einfach nur die Gegensätze zu den Lehrsätzen der Edelmänner bilden: schon haben wir eine Philosophie, die uns eine unerschöpliche Quelle humaner Werte vermittelt … dazu gehört – als zentraler politischer Wert – auch die feste Gewissheit über die Unsterblichkeit des menschlichen Bewusstseins … die auch die Physik inzwischen als möglich erachtet (siehe livenet.ch).

Doch das ist keine Philosophie für Edelmänner – ihre Macht endet nach dem Tod, was sie sehr ärgert: alle Früchte ihrere Arbeit verschwinden im Nichts – selbst die der Pharaonen, Kaiser und Mulitmilliardäre. Und man begegnet womöglich – diesmal machtlos – all´ jenen geschundenen Seelen, die von der Herrlichkeit der Erde wenig hatten, weil sie in Fabriken, Büros und Bergwerken sinnlos entfremdeter Arbeit nachgehen mussten, Seelen … die darüber mal ein Gespräch führen möchten.

Und das … wäre eigentlich die schöne Botschaft zu Weihnachten: das man endlich weiß, was man dagegen tun kann. „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ – lautet die einfache Botschaft für jedermann. Und die erweiterte Botschaft würde lauten: schaffe einen Orden integrer Menschen, die Gewalt und Krieg als die wirklichen Feinde der Menschheit erkennen, die wissen, dass jede Form von Macht Menschen wahnsinnig macht und man sie davor schützen muss, die Wissen, dass der Tod nur die Befreiung der feinen Seele aus dem groben Matsch der Materie darstellt, die die Herrschaft von Menschen über Menschen generell und überall ablehnen, die den Mythos der Überbevölkerung zurückweisen, weil jede menschliche Seele wertvoll ist, die den unpersönlichen Kampf zwischen „Völkern“ als groben Unfug ansehen und die das Wort zur Verständigung und zum Verstehen benutzen – vielleicht auch oder einfach gerade deshalb, weil „Sprache“ an und für sich schon auf die Existenz von Göttlichem hindeutet (siehe livenet.ch).

So einfach ist dann auch die Evolution (nicht: Revolution) des Menschen vom Feudalstaat, der in Deutschland ungebrochen seit tausend Jahren das Denken bestimmt.

Es ist einfach – aber nicht „bequem“ … was für Biedermeierzombies einfach eine Zumutung ist – doch genug der finsteren Aussichten, konzentrieren wir uns einfach auf das Helle: in dieser Hinsicht wünsche ich mal allen … fröhliche Weihnachten!

PS: und wem das an praktischen Maßnahmen gegen die finsteren Mächte und Gewalten immer noch nicht reicht, der darf sich gern an dem kleinen britischen Dorf orientieren, dass sich absolut erfolgreich gegen den Zerfall gewehrt hat (siehe: Schlaglichter.at): Tankstellen, Buslinien, Käsefabrik … alles in der Hand der normalen Bürger.

Das Paradies … liegt direkt vor der Haustür.

Immer noch.

 

 

 

Bitte jetzt die nicht vorhandene Zukunft gestalten: trotz Ökozid, Facebookspionage und Arbeitslosigkeit

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Dienstag, 19.8.2014. Eifel. Haben Sie sich schon mal über die Zukunft Gedanken gemacht? Nein, nicht was Sie heute Abend im Fernsehen schauen. Auch nicht, wo Sie am Wochenende auf die Angebote der Bürgerbespaßungsindustrie zurückgreifen. Nein, selbst Weihnachten habe ich jetzt nicht im Blick, aber schön, dass Sie zu den Menschen gehören, die noch so weit voraus denken können. Ich meine die Zukunft ihrer Familie, die Zukunft der Menschen, die in Ihrer Straße wohnen, in Ihrer Gemeinde, Ihrer Stadt, Ihrem Landkreis, Ihrem Bundesland, Ihrem Staat, Ihrem Kontinent und Ihrer Welt – in zwanzig Jahren, in fünfzig Jahren, in hundert Jahren.

Zu schwer, sich so etwas vorzustellen? Für „primitive“ Indianerhäuptlinge war es Standard, Entscheidungen erst dann zu treffen, wenn durchdacht war, wie sich die Entscheidung in einhundert Jahren auf die Lebenswelt des Stammes auswirken würde.

Weise, oder? Oder – um es mal einfach zu sagen: ganz normal.

Ich möchte Ihnen ein wenig über die Zukunft erzählen: sie ist vorbei. Das wissen Sie ja auch: längst sind wir Gewalten ausgeliefert, die kein Mensch mehr steuern kann. Soll ich Ihnen ein paar nennen? Der bevorstehende Ökozid zum Beispiel ist einer davon, die massenhafte Vernichtung menschlichen Lebens durch Politik, Wirtschaft, Technik und Wissenschaft. Wir hier in Deutschland werden von den Auswirkungen noch verschont – allerdings: so richtig viel Schnee wir vor 25 Jahren haben wir in der Eifel nicht mehr. Letztes Jahr hatten wir gar keinen mehr. Ich möchte Sie auch nicht traktieren mit Zahlen, Daten, Fakten – ich schätze mal Sie haben selbst schon mal mitbekommen, dass wir da ein kleines Problem haben, das Milliarden Menschen das Leben kosten wird – und schon jetzt kostet.

Ich möchte Ihnen diesbezüglich nur zwei Interviews ans Herz legen, die Dirk C. Fleck in seinem Buch Die Vierte Macht (Hoffmann und Campe, 2012) veröffentlicht hat – eins davon mit Frank Schirrmacher (Seite 305) und eins mit Dietmar Schumann (Seite 97), wobei Dietmar Schumanns Interview schon im Titel sagt, worum es geht: Planet Plastik: Vergiftet. Zubetoniert. Vollgemüllt.

Hoffnung auf Zukunft? Gibt es da keine. Der Grund ist von Frank Schirrmacher einfach benannt – er liegt in unseren handelnden Politikern: „Sie sind Roboter in einem System, das de facto längst kaputt ist. Aber diese Leute handeln wie Elektriker, die in einem völlig heruntergekommenen Haus noch schnell die Leitungen reparieren.“(a.a.O., Seite 6).

Seien Sie ehrlich: den Eindruck haben Sie doch auch, oder? Das ist der Grund, warum man wählen kann, was man will, aber immer dasselbe geliefert bekommt. Warum wir – gerade in Deutschland – nicht schon längst eine Koalition der Willigen haben, der empathischen, kreativen, leistungsbereiten, engagierten Menschen, liegt an der engen Verzahnung von Journalismus und weltlicher Macht, über die jetzt wieder eine neue Studie erschienen ist (siehe Heise):

Die Daten deuten darauf hin, dass sich Journalisten vielerorts in vertraulichen Runden mit den Mächtigen treffen. Und das steht in einem klaren Gegensatz zu der demokratietheoretisch begründeten Erwartung, Journalisten sollten Distanz zu den Mächtigen halten, um sie kritisieren und kontrollieren zu können.

Die Netzwerkverbindungen deutscher Spitzenjournalisten sind beeindruckend:

Ich habe eine Art Landkarte von Organisationen und Veranstaltungen erstellt, in denen sowohl Eliten aus Politik und Wirtschaft als auch führende deutsche Journalisten involviert sind: darunter etwa das Weltwirtschaftsforum in Davos, die Münchner Sicherheitskonferenz, die Trilaterale Kommission und die Bilderberg-Meetings, aber auch die sogenannten Hintergrundkreise in Berlin, Kulturstiftungen oder Akademien. Insgesamt habe ich 82 solche Eliten-haltigen Organisationen erfasst, und es waren 64 Journalisten dort unterwegs – außerhalb ihrer direkten beruflichen Pflichten wie Recherchen oder Interviews. Am auffälligsten war der Befund, dass vier leitende Journalisten der „Süddeutschen Zeitung“, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, der „Welt“ und der „Zeit“ stark in US- und Nato-affinen Strukturen eingebunden waren.

Was heißt das für uns vor Ort? Für Sie, von dem ich gerade erst verlangt habe, sieben Generationen in die Zukunft zu planen?

Das die hilflosen Roboter ihre visionslosen Reperaturarbeiten als kraftvolle heldenhafte Schöpfungsarbeit verkauft bekommen.

Lohnt sich ja auch für den Einzelnen (siehe rp-online):

Für die Altersversorgung seines Intendanten Tom Buhrow hat der Westdeutsche Rundfunk (WDR) im vergangenen Jahr 1,779 Millionen Euro zurückgestellt. Das geht aus dem Geschäftsbericht für 2013 hervor. Der 55-Jährige verdient pro Jahr 367.232 Euro.

Alles zwangsweise eingetriebene Gemeinschaftsgelder. Bei dem Gehalt wird die Kanzlerin neidisch – und Sie verstehen die Welt nicht mehr.

Denken sie einfach ein wenig an die Titanic, jenen dann doch gesunkenen unsinkbaren Luxusliner, dessen Kapelle noch bis zum Untergang die Bürger bespaßte: wer kann, sammelt heutzutage Geld (in jeder Position) in der Hoffnung, sich damit einen Platz im Rettungsboot kaufen zu können. Nein – das ist nicht nur ein Vorwurf, das ist das Ergebnis einer älteren, aber immer noch aktuellen Studie (siehe Boell.de):

Viele Menschen reagieren auf die Krise, indem sie Heitmeyer zufolge eine pessimistische Erwartungshaltung gegenüber der gesellschaftlichen Entwicklung einnehmen und zugleich auf der Vorstellung eines vermeintlich intakten privaten Umfelds beharren. Durch diese Differenzierung werde die gesellschaftliche Krise in Deutschland gewissermaßen „privatisiert“. Die aktuelle Studie hat ergeben, dass über 90 Prozent der Befragten in Zukunft mehr soziale Abstiege und Armut fürchten. Drei Viertel der Bevölkerung glaubt, dass die Bedrohung des Lebensstandards die Solidarität mit Schwachen verringert. Ein Drittel meint, dass wir es uns in der Wirtschaftskrise nicht mehr leisten können, allen Menschen gleiche Rechte zuzugestehen. 61 Prozent sind der Ansicht, dass in Deutschland zu viele schwache Gruppen mitversorgt werden müssen. Gerade in der verunsicherten Mittelschicht gibt es offenbar zunehmend ein Bedürfnis nach Abgrenzung. Schwache soziale Gruppen, z. B. Langzeitarbeitslose, werden für ihr eigenes Schicksal verantwortlich gemacht, auch um die Möglichkeit des eigenen Scheiterns von sich zu weisen.

Erkennen Sie sich wieder – mit Ihren Meinungen?

Nein, keine Sorge: ich will Sie nicht verdammen oder verurteilen. Wenn die aktuellen Probleme (neben der Ökologie haben wir ja noch die Finanzwirtschaft, Kriegsgefahren, die kommende Verdrängung und Vernichtung von Millionen von Arbeitsplätzen durch Technik, die zunehmende Vernichtung des Mittelstandes durch Kreditvergabeauflagen der übermächtigen Banken) schon Spitzenjournalisten und Politiker überfordern – wie sollen Sie dann mutig in die Zukunft schauen können? Was meinen Sie, warum gerade jene „Roboter“ in der Politik aktuell planen, Ihre Internetaktivitäten durch Bundeswehr und Bundesnachrichtendienst in Echtzeit zu überwachen (siehe Spiegel)?

Wer könnte es ihnen übel nehmen, dass sie nur noch bis zum nächsten Wochenende planen – wo doch jederzeit die Möglichkeit besteht, dass auch sie im nächsten Jahre durch knallharte Sparprogramme erfolgreicher Konzerne zu jenen gehören, die vom Arbeitsamt mit Lieferwagen zu Firmen gekarrt werden, in der Hoffnung, dass man die „viel zu vielen“ wenigstens dort noch mit viel Druck unterbekommt (siehe: Der Westen, eine nüchterne Kosten-Nutzen-Rechnung der Veranstaltung würde ich gerne mal sehen). Aktuell präsentiert z.B. die Deutsche Bank  „Kostensenkung“ als erfolgreiches Geschäftsmodell der Zukunft (siehe Manager-Magazin) – ein Konzept, dass Staat, Kirchen, Gemeinden und Konzerne schon seit Jahren fahren und so Millionen und Abermillionen von Arbeitsplätzen vernichtet haben, was zu einer explodierenden Staatsverschuldung führte, während andererseits eine kleine Gruppe von Bürgern die unglaubliche Summe von 5200 Milliarden Euro als Vermögen vorweisen kann (siehe Spiegel) – darunter jene Mitarbeiter der Deutschen Bank, die trotz schlechtem Geschäftsergebnis Superboni eingefahren haben.

In Fergusson/Missouri/USA erleben wir gerade den Zusammenbruch des Hauses – wir kennen solche Szenen aus den USA. Schauen Sie genauer hin, wirklich, es lohnt sich: das sind die Folgen einer entsolidarisierten Gesellschaft, vor der Heitmeyer gewarnt hat. Wir haben diese Entwicklung der USA in den achtziger und neunziger Jahren des letzten Jahrtausends nach Europa geholt, weshalb wir damit rechnen können, die Ergebnisse auch hier in Deutschland mit entsprechender Verspätung leibhaftig erleben zu können. Ja – was glauben Sie, warum Bundeswehr und BND in Zukunft Ihre Meinung bei Facebook genauer unter die Lupe nehmen wollen? Damit nicht auch hier die Bundeswehr der örtlichen Polizei bei Unruhen zu Hilfe kommen muss.

In Fergusson muss jetzt die Nationalgarde herangezogen werden (siehe Spiegel) – vom selben Gouverneur, der zuvor die schon paramilitärisch ausgerüstete Polizei entmachtet hatte. Auch deutsche Journalisten müssen mitlerweile dort mit Verhaftungen rechnen  und ziehen daraus interessante Schlußfolgerungen: Der Tag, an dem die US-Polizei meint Feind wurde (siehe Welt).

Wie es weitergeht? Wollen Sie wirklich wissen, wo eine entsolidarisierte Gesellschaft endet? Schauen Sie doch mal in die Ukraine, in den Irak, nach Libyen, Syrien oder in den Gaza-Streifen, Länder, denen wir die „Demokatrie“ gebracht haben bzw. bringen wollten, eine Demokratie, die schon im Mutterland der Demokratie – den USA – zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen führt, für die die Polizei seit 1997 gezielt ausgerüstet wird.

Klar – die gut bezahlten Oberschichtsjournalisten werden Ihnen davon nichts erzählen. Die haben ein klares Ziel vor Augen: dicht ran an die Elite, soviel Euro wie möglich abgreifen, in Sachwerte umwandeln, um für den kommenden Crash bestmöglichst gerüstet zu sein. Eine verständliche Reaktion. Würden Sie doch auch so machen, wenn man Ihnen 367000 Euro im Jahr dafür anbieten würde, dass Haus so darzustellen, als könnte man mit dem Verlegen der elektrischen Leitungen das marode Mauerwerk wieder instand setzen.

Aber halt: bevor Sie jetzt zum Kühlschrank gehen und sich erstmal ein Bier aufmachen, möchte ich Sie auf des Ergebnis des Human Security Instituts hinweisen:

Dieses Institut hat festgestellt, dass die Kriege in den letzten zwanzig Jahren um neunzig Prozent zurückgegangen sind!

Die Friedensforscher dieses renommierten Instituts sagen, wir wären das erste Mal nach 8000 Jahren ständiger Kriege auf dem besten Wege, den Krieg abzuschaffen (siehe Fleck, Die vierte Macht, a.a.O. Seite 91).

Es kommt aber noch besser:

Die globale Zivilgesellschaft hat in den letzten zwanzig Jahren 97 Diktatoren gestürzt, sie sind alle friedlich beseitigt worden. (Fleck, a.a.O. Seite 92)

Erstaunlich, oder?

Ja – so etwas gibt es gerade schon: eine globale Zivilgesellschaft. Sie formt sich über verschiedene soziale Netzwerke und ist dabei, die gesamte Weltordnung umzubauen. Geseko von Lüpke referiert genau darüber (Fleck, a.a.O. Seite 83-96).

Und wissen Sie was? Sie können dabei sein.

Wie?

Nun – das ist ganz einfach: Suchen Sie mehr Gemeinsames mit den Menschen, die um Sie sind, als Trennendes, werden sie von einem unsolidarischen Wesen zu einem solidarischen. Glauben Sie mir: das macht viel mehr Spaß.

Und: Sie sind nicht allein. Gerade jetzt wird an einem neuen, stabilen, gesicherten und vor allem zinslosem Geld samt kooperativem Wirtschaftssystem gearbeitet (siehe Treeec.eu), an Gemeinschaften, die an der Strukturierung einer humaneren, stabileren Welt arbeiten (siehe Human Eden), an genossenschaftlichen Strukturen, die neue Formen der solidarisch gelebten, persönlichen Sicherheit ins Leben rufen wollen (siehe Res:Q) und ganz unpolitisch und ideologiefrei an einer nachhaltigeren, gemeinschaftlich orientierten Zukunft arbeiten.

Wie wäre es, sie stellen das Bier wieder zurück und überlegen, ob Sie nicht dabei mitmachen wollen?

Auch wenn wir in Zukunft vor Herausforderungen stehen, wie sie die Menschheit noch nie bewältigen musste, macht es mehr Sinn, sich diesen Herausforderungen im Verbund einer vielfältigen Kooperation von Menschen zu stellen denn als überfordertes Individuum, das schon ganz schnell daran scheitern würde, seine Ernährung zu sichern und diese Nahrung vor menschlichen und tierischen Räubern in Sicherheit zu bringen.

Oder sehen Sie das wirklich so anders – nachdem Sie sich mal konkrete Gedanken über IHRE Zukunft gemacht haben?

 

 

 

 

 

 

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