NSU

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BND-Agenten im Einsatz bei NEOPRESSE: die wahre Quelle brauner Mythen.

Digital StillCamera

Donnerstag, 21.5.2015. Eifel. Sehr geschätzter Leser – ich muss Ihnen ein Geständnis machen: mein letzter Artikel bei Neopresse – Die Diktatur in Deutschland im Jahre 2015 – galt nicht Ihnen. Meine Facebookfreunde sind darüber informiert – als Kontrollgruppe. Ich habe ihn entworfen, um eine Theorie zu belegen: dass hier und jetzt Agenten eines Nachrichtendienstes aktiv an der Meinungsbildung arbeiten … bzw. aktiv an der Eliminierung eines freien, unabhängigen Nachrichtenmagazins tätig sind. Ja- ich bin nun mal Geisteswissenschaftler, wie man mir sagte: mir hervorragender Ausbildung. Ich kann halt nichts anderes und nehme die damit einhergehende Armut billigend in Kauf: es gibt manchmal wichtigeres als die Maximierung des persönlichen Rohstoffverbrauches.

Die Zutaten für dieses Experiment waren einfach: wie im Artikel zitiert eine im Handelsblatt erwähnte Studie, die besagt, dass 60% der Deutschen das mächtigste Land in Europa nicht mehr als Demokratie ansehen, ein in der konservativen Welt erschienener Artikel über die Dynastien, die Deutschland regieren und ein Artikel des Spiegel über den Einsatz einer ganzen Natobrigade zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung – aus der Sicht eines V-Mannes eine äußerst brisante Kombination, die alle Alarmglocken klingeln lassen muss: hier wagt jemand, darauf hinzuweisen, dass öffentlich als seriös anerkannte Medien offen über eine Diktatur im „Westen“ berichten … eine Nachricht, die als solche nicht erscheint, sich aber logisch aus den Informationen ergibt. Da wir von einer großen Masse an Sympatisanten für diese Nachricht ausgehen müssen, die sich – möge es der Himmel vermeiden – nachher noch zu einer basisdemokratisch organisierten Gruppierung zusammenschließen, die die Machtverhältnisse im „Westen“ zuungunsten des „Establishment“ in Frage stellt, war der Einsatz eines V-Mannes hoch wahrscheinlich.

Und der kam dann auch recht schnell. Hören wir Agent „Heiner“:

Hr. Dammann, Jahrgang 59, beschäftigen Sie sich einmal unvoreingenommen mit sowas
und den Argumenten ohne gleich in das gängige Fahrwasser zu kommen. Und dann, einer wie Sie: wer suchet der findet… darauf bezogen können Sie die Diktatur die Sie im Jetzt verorten unter anderen Gesichtspunkten sehen. Mich gan persönlich, der sich einige Zeit prüfend mit dem (link) beschäftigte hat es persönlich ungemein befreit. Anderseits erschrocken und ich erschrecke täglich mehr, wohin wir uns bewegen.

Achten Sie mal auf die Sprache. Ich weiß, dass wird in Schulen nicht mehr so gelehrt. Wie ein weiser Vater spricht er zu seinem Sohn, lenkt ab von einem wichtigen Thema (einer Diktatur im Jetzt) zu einem unwichtigen Thema (andere Gesichtspunkte – die aber direkt durch den Link vorgegeben werden). Versprochen wird: eine ungemeine Befreiung.

Der von mir entfernte Link (Holocaustleugnung ist in Deutschland eine Straftat – und zwar völlig zurecht, wenn man nicht will, dass sich die Vernichtungsorgie nochmal wiederholt) führt zu einem bekannten Holocaustleugner, dessen Thesen schon längst von einem seiner Schüler widerlegt wurde: wer arbeitet eigentlich noch mit solch´ veraltetem Material?

Hier ist die Arbeit eines Geisteswissenschaftlers gefragt, nicht die eines Journalisten, hier gilt es, die Absicht der Tat herauszufiltern … und nicht den Köder zu schlucken, der offen hingelegt wurde. Zeit, wach zu werden, lieber Leser: was wurde hier GETAN?

Mit einem einzigen Schlag wurde ein freies, unabhängiges Medium (Neopresse, um genau zu sein) als Ort besetzt, an dem man unkommentiert eine Straftat begehen kann. 300 Autoren samt des Initiators wurden so zu Nazikollaborateuren. Sollte dieser Artikel über die Diktatur in Deutschland (deren Existenz ja ein Schlag ins Gesicht eines jeden anständigen Bürgers bedeuten würde und zu dringlichem Handeln aufrief) sich also im Netz weiterverbreiten, so verbreitet sich auch automatisch die naive Holocaustleugnung mit … und entzieht der Argumentation jegliche Glaubwürdigkeit.

„Bei Neopresse fabulieren Nazis vom Endsieg über den Juden“ – so wird die Meinung der kritischen Öffentlichkeit über dieses Web-Projekt sein, was seine Reichweite sofort enorm einschränkt und jedes der kritischen Worte – wirlich JEDES – in ein äußerst braunes Licht stellt, was die Glaubwürdigkeit jeder Arbeit sofort in Frage stellt: so mordet man soziale Existenzen.

Ein hartes Stück Arbeit, was ich Ihnen da zumute, nicht wahr? Gedankliche Arbeit, wohlgemerkt.

Wäre Agent Heiner wirklich ein Nazi – so hätte er gar nichts geschrieben. Versetzen Sie sich einmal in die Situation eines rechtsradikalen Verfassungsfeindes, der einen Artikel vorfindet, der – aus der Mitte der Gesellschaft heraus – diesen Staat glaubhaft als Diktatur beschreibt: was würden Sie tun …. so als echter Nazi? Gar nichts. Ihr Ziel – ja, Ihr ganz persönliches Ziel – erfüllt der Artikel doch ebenso, ist gibt für Sie keinen einzigen Grund, hier mit veraltetem „esoterischem“ Geheimwissen präsent zu werden, Artikel dieser Art können dazu geeignet sein, die Zerrüttung der Gesellschaft in der Sie leben voranzutreiben – was ganz in ihrem Sinne ist, weil sie ja von Machtergreifung träumen.

Agent Heiner jedoch – läuft zu Hochtouren auf, weil seine Mythen (die er fleißig lernte, um Akzente zu setzen) nicht so ankommen wie geplant. Nun – die Facetten des Mythos „der Jude ist an allem Schuld und will Deutschland vernichten“ – direkt entnommen aus Hitlers Wahnvorstellungen – sind vielfältig, monoton und leicht zu widerlegen, wenn man die Perspektive ändert. Versuchen Sie es selbst – machen wir ein Gedankenexperiment. Stellen Sie sich vor – für einen Moment – dass Gott persönlich in diesem Moment alle Juden aus der Welt entfernt. Das muss man nicht wie Hitler und andere europäische Antisemiten durchführen, das geht – für einen Gott – auch per freudiger „Entrückung“. Mal ehrlich: was würde sich ändern? Der BND (und die Telekom) würden keine Daten mehr in Deutschland für die NSA sammeln? Alle Reichen in Deutschland würden 50 Prozent ihrer Aktiengewinne zur Finanzierung des Sozialstaates abgeben (ja – nur die Abgabe von 50 % der Aktiengewinne des Jahres 2016 würden die Ausgaben des Bundes für Hartz IV mehr als decken)? Sämtliche Finanzinstrumente zur Ausplünderung des Mitbürgers würden sofort aufgegeben zugunsten einer gemeinnützigen Solidarwirtschaft? Alle Netzwerke von Politik und Wirtschaft würden sich sofort auflösen? Die arabischen Staaten würden Palästina sofort friedlich und gerecht in einen großen, arabischen Staat verwandeln? Nun – das könnten sie schon jetzt: die Blockade Palästinas wurde auch von Ägypten aufrecht erhalten – und mit dem Geld Saudi-Arabiens könnte man – ohne große Anstrengungen – jedes materielle Leid im Gaza-Streifen verhindern, aus jedem Bewohner einen reichen Menschen machen. Darüber … redet man aber nicht gerne, weil es nicht zielführend ist.

Falls Sie die Fragen mit JA beantworten: mangels großflächiger Präsenz jüdischer Mitbürger in Deutschland wäre das ja hier schon jetzt möglich. Warum also geschieht es nicht? Kann es sein, dass die 85 % der Milliardäre der Welt, die nichts mit dem Judentum zu tun haben, die Funktionen ihrer Kollegen einfach ohne große Änderungen übernehmen würden – wie sie es jetzt schon in Asien tun?

Es bleibt natürlich erstmal eine Hypothese, das Agent Heiner vom BND instruiert wurde. Aber wie alle „Verkäufer“, die ihre Ware selbst nie gedanklich durchdrungen haben, macht er, was Verkäufern immer gelehrt wird: er macht ein neues Fass auf, diesmal: „nine-eleven“. Das verrät erstmal das Ziel – und seinen Auftrag: Diskreditierung eines unbequemen Nachrichtenmagazins. Auch hier muss wieder etwas Gedankenarbeit geleistet werden. Es gibt hervorragende Arbeiten zu der (mangelhaften) Verschwörungstheorie der US-Regierung über den dreisten Coup eines Bin Laden, die nahelegen, dass die Wahrheit eine Andere ist als die, die uns gerade verkauft wird. Und es gibt das von Agent Heiner zitierte Video, ein zusammengeschnittenes You-Tube-Machwerk, in dem ein hysterisch klingender Jugendlicher alle für dumm erklärt, die seinen Ausführungen nicht folgen können. Eingestellt wurde das Video von „gesund&lecker“ – einem Produzenten, der ansonsten gerne über Hanfkakao, Smoothies und Tee informiert.

Die Konsequenz – im Rahmen der laufenden Diskussion? Ein weiterer Spinnerbonus für seriöse Autoren von Neopresse. Dabei gibt es genug qualitativ hochwertiges Material zu diesem Thema.

Und wie alle schlechten Verkäufer (was jeder ist, der tut, wohinter er persönlich gar nicht steht) greift er zur „Argumentationsdusche“ via You-tube-Videos, deren Studium das Zeitkontingent jedes normalen Mitteleuropäers bei weitem übersteigen würde. Trotzdem lohnt es sich, einen Blick auf die Videos zu werfen, denn: man entdeckt etwas Besonders. Mit großer Akribie und Sorgfalt wurden Informationen gesammelt (und mit Absicht in einen anderen Zusammenhang dargestellt) – über einhundert Jahre Pressegeschichte hinweg.

Wer hat eigentlich das Potential (Zeit und Geld) so eine Arbeit zu leisten? Der einsame Neonazi aus Milwaukee? Oder doch eher ein subversiver Dienst, der das Entstehen einer Gegenkultur im Keim ersticken möchte? Hier stoßen wir auf einen Kern geisteswissenschaftlicher Arbeit, den ich Ihnen weder abnehmen kann – noch abnehmen will. In der strengsten Abteilung der Geisteswissenschaften – der Philosophie – gilt unumwunden der Satz: „ich weiß, das ich nicht weiß“ – schon seit Jahrtausenden. Deshalb ist man gut beraten, in Wahrscheinlichkeiten zu denken – was die meisten Menschen tun, sie nennen das dann modern „Glauben“ („ich glaube nicht, dass …; ich glaube, dass“) … und machen so unbewusst aus der Frage der Wahrheitsfindung eine religiöse (und damit im Rahmen der Welt wertlose) Frage.

Also: was halten Sie für wahrscheinlicher – das ein Geheimdienst seine Möglichkeiten spielen läßt, um jeden Widerstand mit verdeckt rechtsradikalen Mythen zu infiltrieren, die auf immer verhindern werden, dass sich eine kritische Öffentlichkeit zusammenschließt, um ins Handeln zu kommen … oder das ungebildete Einzelgänger durch Zufall großes esoterisches (also nur eingeweihten Kreisen zugänglichem) Wissen gefunden haben – bei youtube?

Für mich fällt das Urteil leicht (wie bei nine-eleven, wo sich eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür abzeichnet, dass die offizielle Verschwörungstheorie nicht dem tatsächlichen Geschehen entspricht): ich verweise auf zwei aktuelle Artikel, hier erstmal die FAZ vom 14.5.2015:

Neues Verfahren, altes Spiel: Im NPD-Verbotsverfahren mussten alle V-Leute aus der Führungsebene der Rechtspartei abgezogen werden – sonst droht ein wiederholtes Scheitern.

Bleiben Sie bei dem, was interessant ist: nicht das Verbotsverfahren sollte interessieren, sondern … die Anzahl von Geheimdienstleuten in der Führungsebene – die man so bequem mit rechtsradikalen Mythen versorgen kann, die mit Sicherheit dafür sorgen, dass sich 1933 nie wiederholen wird, weil sich die Altnazis so zu einer nie mehr zu großem Einfluss fähigen Gruppe entwickeln können, die Mehrheiten in Deutschland hinter sich vereinen kann.

Die zweite Meldung stammt aus der TAZ vom 12.5.2015 und beschäftigt sich mit der Involvierung des Verfassungsschutzes bei den rechtsradikalen NSU-Morden, denen der Verfassungsschützer Temme teilnahmslos und – wie der Anwalt einer der Opfer glaubhaft darstellt – im dienstlichen Auftrag beigewohnt hat.

Mit den gleichen Methoden wurde ein Erstarken der Friedensbewegung im Keim erstickt – heute gelten „Mahnwachen“ in breiter Front als Legendenorgien von Neonazis (übertrieben formuliert).

Der Trick funktioniert halt überall.

Das letzte Indiz für unseren BND-Agenten Heiner?

Er gibt auf, als er am Ende seines Schulungsmaterials angekommen ist. Kein überzeugter Kämpfer für „seine Wahrheit“ – wie man sie in rechtsradikalen Kreisen finden kann – sondern jemand mit einem Auftrag, den er gut erfüllte. Ein echter „Nazi“ hätte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, die einmal begonnene Auseinandersetzung zu gewinnen – ein V-Mann jedoch zieht sich zurück, wenn sein Auftrag erledigt ist.

Die Textanalyse zu den Aussagen von „Agent Heiner“ hätte ich hier noch umfangreicher ausführen können – doch wer würde 40-5o Seiten Textanalyse noch folgen wollen? Zugegeben: von welcher Stelle er für seine subversive Arbeit bezahlt wird, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, „BND“ sei hier nur als Synonym für „Nachrichtendienste“ eingestellt.

Ja – das ist … in meinen Augen mit großer Wahrscheinlichkeit … unangenehme Wahrheit hinter vielen im ersten Moment harmlos erscheinenden Mythen, die seit Jahren die „Szene“ fluten, aber alle den gleichen Zweck verfolgen: jeden sich formenden gesellschaftlichen Widerstand gegen den sterbenden Kapitalismus mit dem – gesellschaftlich weit als solches akzeptiertem – „absoluten Bösen“ zu verquicken: dem NS-Vernichtungsstaat.

Das dieser Staat nur ein Probelauf war, dass der NS-Vernichtungsstaat nur das logische Ende eines ausufernden, in seiner Unmenschlichkeit hemmunglos feudal orientierten Wirtschaftssystems war, der Muster sein kann für alle Folgestaaten, die die Folgen der unauflösbaren Widersprüche dieses Systems zu bewältigen haben, wird so nicht mehr diskutiert, eben so wenig, wie das Grundübel jener Zeit: die Bildung absoluter Macht über die Menschheit durch engen Schulterschluß zwischen Konzernwirtschaft und Parteienwirtschaft.

Ein Blick zurück in die NS-Geschichte – auf Geschehnisse, die kaum weitergetragen werden? Meine Mutter (Arierin, Kind, 9 Jahre alt, unpolitisch) musste ihre eigene Kotze beim Bund deutscher Mädels essen. Sie hatte ihr Essen erbrochen … und 399 weitere BDM-Mädels mussten warten, bis sie das Ergebnis ihres Erbrechens vollständig vertilgt hatte. Der Vernichtungsstaat … war für jedermann hoch gefährlich – und psychisch krank bis ins Mark. Schade, dass wir den Geschichten unsere Eltern und Großeltern und Urgroßeltern nicht mehr lauschen. In jenen Lagern wurden Kinder angehalten, ihre Eltern zu verraten – und so wurden viele umgebracht, nur weil der verzogene Sohnemann sich für ein nicht gekauftes Eis rächen wollte.

Wenn Sie in einer solchen Welt leben wollen … bitte schön. Dann folgen Sie Agent Heiner in seinen Ausführungen. Aller Wahrscheinlichkeit nach bewegen wir uns direkt wieder auf eine solche Welt zu, „unwertes Leben“ wird wieder öffentlich von Parteioberen definiert: „Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen“.

Anders formuliert: „Wer nicht für meinen Profit billig schuftet, den bringe ich um“.

 

 

 

 

Deutschland im Herbst 2014: Staatsstreich durch die Agenda 2010

Digital StillCamera

Donnerstag, 19.12.2014. Eifel. Kennen Sie den Film „Deutschland im Herbst“? Er setzt sich mit den deutschen Zuständen im Jahre 1977 auseinander. Nahmhafte Schauspieler nahmen keine Gagen für ihre Mitwirkung im Film – dafür nahmen die Regisseure eine merkwürdige Botschaft mit (siehe Wikipedia):

„Nach so einer Arbeit mit diesem Film, nach den Erfahrungen, die man dabei macht, fragt man sich nicht mehr, warum gibt es sogenannte Terroristen, sondern wie kommt es, daß es nicht viel mehr gibt. Wie kommt es, daß nicht alle um sich schlagen.“

Es war eine seltsame Zeit – und ich war live dabei. Man konnte in jenen Jahren die Erfahrung machen, dass Polizei mit Maschinenpistolen ins Auto zielte, nur weil man das Haar länger trug. Verdächtig waren alles und jeder, der irgendwie anders war – und das waren viele. Es war die Zeit der großen Demonstrationen, die Geburt eines lebensbejahenden Widerstandes, der nicht nur eine neue Politik sondern sogar einen neuen Lebensstil wollte: „alternativ“ sollte er sein – und erlaubt war so ziemlich alles.

Es tut gut, sich an diese Zeit zu erinnern, denn: heute steht die Polizei nicht mit Maschinenpistolen an Straßensperren herum und durchsucht willkürlich jedes Auto. Es tut auch gut, sich an den Film zu erinnern, weil jene Intellektuellen, die dort zur Tat schritten, merkwürdige Beobachtungen gemacht hatte, Ungereimtheiten aufdeckten und Strömungen sichtbar machten, die große Sorgen hätten bereiten sollen. Berufsverbote prägten das Land, alte Nazi-Kader wurden sichtbar, die immer noch die Politik beherrschten – und oft bekam man die geschilderte politische Realität gedanklich nicht in eine logische Reihenfolge: nach dem 11.9.2001 machte man in den USA ähnliche Erfahrungen.

Nazi-Kader?

Nun – heute, im Jahre 2014 darf offen ausgesprochen werden, was damals noch ein Skandal gewesen wäre – aber eine Vermutung, die viele hatten (siehe Zeit):

Die Verfolgung von Kommunisten sei in der Bundesrepublik eben nicht nur wegen des Konflikts mit der DDR heftiger ausgefallen als in anderen Staaten – sondern auch, weil ein Großteil der Verantwortlichen ein starkes Eigeninteresse daran gehabt habe: Die einzige politische Gruppe, die weiterhin „in aller Öffentlichkeit aus der NS-Belastung eines Beamten oder Richters dessen mangelnde Eignung ableitete“, sollte mundtot gemacht werden.

Ja – die Funktionseliten des NS-Staates waren kritiklos in die BRD übernommen worden, hatten die Macht wiedererlangt und jagten die einzigen, die ihnen gefährlich werden konnten: die strammen Linken. Hätte man so etwas damals geschrieben: das wäre undenkbar gewesen. Eine Verschwörungstheorie.

Ebenso wäre es undenkbar gewesen, dass die Regierung einen belügt: samt Medien. Es war ja Kennzeichen einer Demokratie, dass alle alles überall sagen durften – und damals durfte man das noch, es gab noch keine Denkverbote wie heute, wo alles, was nicht der Wirklichkeitsauslegung der Bundesregierung entspricht, als „Verschwörungstheorie“ (also: aus in boshafter Absicht erzeugtem Lügenmärchen) gebrannt markt wird, ohne die Theorien im Einzelnen auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen.

Wollen wir das aber auch wirklich? Will das wirklich noch jemand, nachdem wir in diesen Tagen erfahren haben, wie bestialisch der US-Geheimdienst weltweit foltert, ja, wie McDonalds Zweigstellen eröffnet hat, um als Amerikaner Deutsche in Ungarn foltern zu können?

Anfang der neunziger Jahre erschien das Buch „Das RAF-Phantom“ – ein Werk dass heute undenkbar wäre. Einer der Autoren ist heute sozial geächtet (Gerhard Wisnewski), weil er die Wirklichkeitsauslegung der US-Regierung in Frage stellte. Merkwürdige Dinge wurden in den Werk angedeutet, Indizien geliefert, die belegen konnten, dass die ominöse RAF (wenigstens die zweite Generation) Werkzeug westlicher Geheimdienste war, um wirtschaftliche Konkurrenz auszuschalten (siehe Wikipedia):

Die meisten Mordopfer hätten berufliche Hintergründe gehabt, die eine Ermordung durch Dritte plausibel erscheinen ließen. Laut den Autoren seien diese vermeintlichen Motive in mehreren der Mordfälle ähnlich und deuteten angeblich auf ausländische Geheimdienste als eigentliche Täter. Dabei nennen sie als ihren Hauptverdächtigen die CIA, deren Verstrickung in ähnliche Operationen bereits mehrfach nachgewiesen sei. Als Beispiel nennen die Autoren die als Strategie der Spannung bekannt gewordenen Vorgänge in Italien. Dort wurden eine Anzahl terroristischer Anschläge der 1970er und 1980er Jahre, die ursprünglich den Roten Brigaden angelastet worden waren, ab 1984 erneut untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass die eigentlichen Täter mit der NATO-Organisation Gladio und italienischen Geheimdiensten kooperierende Rechtsextremisten waren. Außerdem stellte sich heraus, dass die Roten Brigaden zum Teil von Geheimdienstmitarbeitern unterwandert waren.

Ungeheuerlich, oder? Ausländische Geheimdienste ermorden in Deutschland Wirtschaftsführer und lasten das der Linken an – was für eine Geschichte. Nur: das ist keine Theorie, das waren knallharte Fakten. Blutige Fakten. Fakten einer unheimlichen Alllianz von Rechtsextremisten und staatlichen Stellen – jedenfalls in Italien. Die Bilanz dort? Hunderte von Toten und ein zerrütettes Staatswesen, das von einer Freimaurerloge unterwandert wurde, die die Macht im Staate ausüben wollten.

Ach ja: P 2, Propaganda Due. Der Wikipediaartikel enthält momentan noch brisante Zitate, hier einer von Renate Igel, die ein Buch über die Loge verfasst hatte:

„Es war Ted Shackly, Direktor aller verdeckten Operationen der CIA im Italien der 70er Jahre, der den Chef der Freimaurerloge P2 Alexander Haig vorstellte. Haig und Kissinger gaben Gelli im Herbst 1969 die Ermächtigung für die Rekrutierung von 400 hohen italienischen und NATO-Offizieren in seine Loge.“

Ist ja lange her – nur: die Regierungsform in den USA, besser gesagt: die Machtstrukturen dort sind immer noch dieselben. Lauschen wir dem ermittelnden Staatsanwalt, was diese 400 Mann alles in die Wege geleitet haben:

„In dieser Liste standen die Namen aller hochrangigen Militärs, die Chefs der Geheimdienste, eine ganze Reihe von Richtern und Staatsanwälten und natürlich viele Politiker, dann Geschäftsleute. Zur gleichen Zeit fiel uns der sogenannte ‚Piano di Rinascità’, der Erneuerungsplan von Gelli in die Hände, der die Verfassung des Staates ersetzen sollte. Erst hatte Licio Gelli Terrorbanden finanziert, um den Umsturz herbeizuführen, dann hat er sich ab Mitte der 70ger Jahre systematisch in den Staatsapparat eingeschlichen und beherrschte weite Teile der Politik. Wer irgendeine Führungsposition einnehmen wollte, der musste Mitglied der Loge P2 sein. Oder: Wer gute Geschäfte machen wollte… Und nicht nur das: über die P2 kontrollierten die westlichen Geheimdienste unser Land. Denn die P2 hatte alle in der Hand: Politiker, Militärs und unsere Geheimdienste. Alle.“

Alles Fakten, alles nicht verarbeitete Vergangenheit. Wie sollte man das auch verarbeiten in einem Land, in dem Denkverbote herrschen?

Noch ein Zitat aus dem Artikel – noch ein Staatsanwalt:

„Der so genannten „Strategie der Spannung“ folgte schließlich die Strategie der Machtübernahme mithilfe der Massenmedien. Das erfinde ich nicht, denn das steht so im Erneuerungsprogramm von Licio Gelli, das man Anfang der 80er Jahre bei ihm beschlagnahmt hat. In diesem Pogramm, eine Anleitung zum Staatsstreich, ist das Verschwinden der Linksparteien vorgesehen, die Auflösung der Gewerkschaften, dazu der Aufbau eines privaten Fernsehsystems und gleichzeitig die Aushöhlung des staatlichen Fernsehens RAI.

Keine Verschwörungstheorie, sondern die Aufdeckung eines handfesten Skandals in Italien, einer Allianz von Nato, Mafia, Bankern und Geschäftemachern – unter der Führung und mit dem Segen westlicher Geheimdienste.

Halten wir ein wenig inne. Der junge Geist neigt dazu, Fakten endlos aneinander zu reihen, der ältere Geist sucht eher Verbindungen, schlüssige Zusammenhänge.

Kommt uns das nicht ein wenig bekannt vor: „Machtübernahme mit Hilfe der Massenmedien“? Verschwinden von Linksparteien, Auflösung der Gewerkschaften, Aufbau privater Fernsehsender, Aushöhlung der öffentlich rechtlichen Medien?

Wir schreiben das Jahr 2014, der US-Präsident Barrack Obama erklärt ganz Russland zur größten Gefahr für die Welt (siehe N 24) und die ganzen deutschen Medien folgen ihm in erstaunlichem Gleichschritt. Deutschland hat mit der NSU ein aktives, rechtes Mordkommando in Deutschland – mit ulkigen Begleiterscheinungen: so erschien des Fahnungsfoto eines der Mörder in einem „Tatort“-Spielfilm (siehe Spiegel), ein deutscher Geheimdienst führte schon früh geheime Akten über das Mordkommando (siehe Deutschlandradio), was man aber kaum vertiefen kann, weil der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses überraschenderweise im Besitz von Kinderpornos ist – was die weitere Untersuchung der Affäre durch ihn unmöglich machte.

Und wie sieht es in Deutschland aus?

Das Land ist gelähmt. Der Streit der politischen Parteien geht praktisch nur noch darum, wer für wie viele seiner Leute die hoch dotierten Pöstchen abgreifen kann und dafür im Namen der Industrie gesellschaftliche Normen durchsetzt, die arbeitslose Kapitalvermehrung in großem Ausmaß sicher stellen – auf Kosten der Allgemeinheit.

Gelungen ist das durch das Verbot von Linksparteien, die Lähmung der Gewerkschaften, den Aufbau privater Fernsehanstalten und die Aushöhlung der staatlichen Fernsehsender, die unter direkter Kontrolle der Parteien stehen. Wären wir Italien, wir könnten glauben, das Licio Gelli wieder zurück ist.

Die Vernichtung des politschen Willens des deutschen Volkes, das mit den „Grünen“ eine echte, gefährliche Alternative für das mit NSDAP-Funktionseliten durchsetze System geboren hatte, war recht einfach. Es scheint, als hätte jemand die Schwachstelle der westlichen Gesellschaft gründlich studiert und das schwächste Element ausgemacht, um der Gesellschaft das Genick zu brechen: die Abhängigkeit vom Arbeitsplatz.

Mit Hilfe von Politik und Massenmedien wurde „Arbeit“ zum Fetisch, die Verantwortung für die Folgen massiven Arbeitsplatzabbaus in den Unternehmen wurde den Entlassenen ganz allein aufgebürdet: wer in Zukunft Durst in der Wüste hatte, musste selber für Wasser sorgen; die Brunnenvergifter hatten neue Regeln gesetzt. Wir gewöhnen uns seit dem langsam an unglaubliche Zustände, eine Treibjagd auf willkürlich selektierte Teile der deutschen Bevölkerung, die an düsterste Zeiten erinnert, sogar Kindesentzug kommt jetzt als Maßnahme im Regelvollzug zum Tragen (siehe gegen Hartz), Verwandte werden zur Aussage gezwungen (siehe gegen-Hartz), Fördermittel zum Aufblähen des Bürokatiemonsters verwendet (siehe gegen-Hartz), das derzeit schon über 42 Millionen deutsche Bürger in ihren Computern hat: eine geheime Volkszählung der besonderen Art.

Arbeitslose Juristen müssen mit Hausverbot (und Obdachlosigkeit samt Hungertod) rechnen, wenn sie sich nicht fügen (siehe Der Westen), der „Jahrhundertflop“ (so der paritätische Wohlfahrtsverband über die H4-Reform, siehe Neues Deutschland) hat sich als ideales Werkzeug zur „Entsolidarisierung der Gesellschaft“ (siehe Heitmeyerstudie bei Böll.de) erwiesen, der deutsche Leiharbeiter (Pendant zum chinesischen Wanderarbeiter) wurde aktuell für alle Ewigkeiten höchstrichterlich zur rechtlosen Person erklärt (siehe Spiegel). In einem der ehedem reichsten Länder der Welt sind 13 Millionen Menschen von Armut bedroht (siehe Netzplanet), weshalb Nachrichten über massive Umsatzeinbrüche beim Einzelhandel (siehe FAZ) nicht sonderlich überraschen sollten.

Andererseits ist zu beobachten, dass „Faulenzen im Job“ zunehmend ein massives Problem darstellt (siehe Spiegel): während die Arbeitslosen ohne Arbeitsvertrag hungern und frieren sollen, machen sich die Arbeitslosen mit Arbeitsvertrag ein lustiges Leben auf Kosten der Allgemeinheit: Leistungsgesellschaft ist das schon lange nicht mehr – nur: man redet nicht oft darüber, denn wer nicht ausselektiert wurde, darf seine Privilegien hemmungslos genießen … falls er nicht alt oder krank wird.

Aus der Not Kapital zu schlagen ist für die gesellschaftliche Elite zur Norm geworden (siehe Der Westen zum Thema „Problemhäuser), dass man sich das Studium durch den Verkauf seines Körpers verdient, akzeptables Feuilleton-Thema (siehe die dereinst renommierte „Zeit“ unter der Rubrik „Studium“). Die Kinder verdummen immer mehr, ohne dass es jemand kümmert (siehe Berliner Kurier) dafür herrscht zunehmend Korruption im Land (siehe Focus), „geschmiert“ wird in Brüssel ganz öffentlich, Hauptinvestoren: US-Konzerne wie Phillip Morris, Exxon Mobil und Microsoft (siehe Focus), politische Aussagen werden auch für Satiriker potentiell gefährlich (siehe Heise):

Ob man vielleicht einmal Putin verraten sollte, dass man missliebige Meinungen am Landgericht Hamburg genauso effizient verbieten lassen kann wie in seinem eigenen straff geführten Reich, das so schrecklich sein soll? Wäre es nicht die politische Aufgabe freier westlicher Journalisten gewesen, dem Osten ein Vorbild in Sachen Pressefreiheit zu geben und wenigstens die Freiheit der Satire zu achten?

2014 veröffentlich die „Huffington-Post“ einen Artikel über „8 gute Gründe, genau jetzt aus Deutschland auszuwandern“ (siehe Huffington-Post), die Gründe, die das rechtskonservative Medium erwähnt, sollte man sich gut anschauen:

Radikalisiertes Meinungsklima, mangelnder Optimismus, tief sitzende Ängste, wachsender Antisemitismus und Islamhass. Gut, dass sind nur fünf. aber „Angst“ wurde mehrfach genannt.

Darf man noch nach den Gründen für die Angst fragen? Oder greift hier schon das Denkverbot … der Bann von „Verschwörungstheorien“?.

Die Gründe sind einfach: wer dem Kapital nicht mehr effektiv zu Diensten sein kann, wer nicht devot genug ist oder sogar Kritik an den Machthabern übt, wird wirtschaftlich ausselektiert. Man braucht heutzutage keine Schlägerkommandos mehr, um Menschen kalt zu stellen (und auch keine Straßensperren mit Maschinenpistolen): der Organisationsgrad der Gesellschaft ist so weit, dass man Wiederstand einfach gezielt durch Unterbrechung der Versorgung eliminieren kann – eine Lektion, die man aus den Kesselschlachten des Zweiten Weltkrieges gelernt hatte: einfach die Versorgung unterbinden, und schon hat man eine ganze Armee vernichtet – mit relativ wenig Aufwand.

Betriebswirtschaftlich außerordentlich sinnvoll.

Wollen wir noch mal ein wenig mutig sein? Kurz an ein Denkverbot kratzen (was mir persönlich von engagierten, bekannten namhaften Politikern der Linken den Vorwurf eingebracht hat, ich würde „leichte Verschwörungstheorien“ entwerfen – ein Akt, der tief blicken läßt und zeigt, wie tief der Gehorsam gegenüber dem System selbst in den Knochen der Opposition steckt)?

Was wäre, wenn die Agenda 2010 nicht durch Zufall, durch Würfeln oder Ziehung der Lottozahlen über uns gekommen wäre, sondern durch Plan und Absicht? Durch den Plan und die Absicht, einen der führenden Konkurrenten auf den internationalen Märkten auszuschalten, in dem man seine Bevölkerung (wie zuvor schon die eigene) spaltet – in arm und reich zum Beispiel? In Vollbürger und Vogelfreie? Einen Plan, der schon in den siebziger Jahren dazu führte, dass man gefährliche deutsche Manager gezielt ausschaltete und nebenbei noch die einzige Kraft im Lande eliminierte, die ein substantielles Interesse am Kampf gegen neu aufkeimendes faschistoides Gedankengut hat … und die nötige Kompetenz, dies ziemlich frühzeitig wahr zu  nehmen?

Diese Verschwörungstheorie erschien dereinst im Stern (und langsam verschwindet sie aus dem Netz, wie ich heute merken durfte, eine philosophische Praxis hat sie noch archiviert):

Es spricht der Kanzler: Die Reformen sind alternativlos. Sie müssen noch viel weiter gehen, sagt der BDI-Chef Michael Rogowski, und die grüne Fraktionschefin Göring-Eckardt sekundiert:“Ja, diese Reformen müssen wir durchziehen!“ Und in einer ganzseitigen Anzeige der „SZ“ rufen einige Dutzende Millionäre unter der Überschrift „Auch wir sind das Volk“: Die Reformen sind „überlebensnotwendig“. Ebenso wie die Politiker und Wirtschaftsführer, so spielen Radio, Fernsehen, Zeitungen dasselbe Lied: Man muss an den Reformen festhalten – „unbeirrt“. So eine allumfassende Übereinstimmung von Politik, Wirtschaft und Medien hat es im Nachkriegsdeutschland schon lange nicht mehr,nein, noch nie gegeben. Die Reformen sie sind die neue Staatsreligion. Wer daher am Nutzen und der Weisheit dieser Reformen zweifelt, wird zum Außenseiter abgestempelt, der nicht ernst zu nehmen ist. Es steht eine Sozialstaatsklausel im Grundgesetz, aber wer darin erinnert, wird freigegeben zum Gespött.

Zehn Jahre später: keine Wort mehr über den Putsch.

Ein Film wie „Deutschland im Herbst“ – 2014 undenkbar. Die von Arno Luik beobachtete Gleichschaltung der Medien hat absurdeste Züge angenommen (siehe Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt): jede Diktatur würde sich solche Journalisten wünschen.

Deutschland im Herbst 2014 ist ein Land, in dem die nackte Angst herrscht. Wer das Land kritisiert und gegen die Parole verstößt, dass es Deutschland gut gehe (und somit jedem – aber auch wirklich JEDEM einzelnen … und wehe, man verweigert da die Zustimmung – auch im persönlichen Bereich) wird mit Gespött seitens führender Systemsatiriker bestraft, die als „Comedy“ ein Zerrbild hurmovoller Gesellschaftskritik geworden sind und sich hauptsächlich darin ergötzen, immer neue Schwache zu selektieren, neue Schwächen aufzudecken in einem Land, dass nur noch den Starken anbetet.

Deutschland im Herbst 2014: ein Land, in dem man sich der Bösartigkeit verdächtig macht, wenn man Wikipedia zitiert und auf reale, historisch belegte Verschwörungen von Geheimdiensten, Mafia, Freimaurern und Rechtsextremen hinweist.

Deutschland im Herbst 2014: ein Land, in dem Kriminelle seltsamerweise perfekt organisierte Kundgebungen Krimineller („Hooligans“ … gelten doch generell als kriminelle Gewalttäter, oder?) gegen Ausländer mit wachsender Teilnehmerzahl auf die Straße bringen

Deutschland im Herbst 2014: das Land, in dem es eine besondere Nachricht ist, dass CDU-Politiker wirklich ohne Fremdeinfluss einfach so in der Sauna verstorben sind (siehe Spiegel). Nicht, dass da jemand auf Gedanken kommt … die sowieso verboten sind

Deutschland im Herbst 2014: nicht mehr das Land, in dem man sich wundert, warum nicht noch viel mehr Menschen um sich schlagen – sondern das Land, dass man nach Ansicht konservativer Medien schnellstmöglichst verlassen sollte … wenn man noch kann.

NSU ist toll!

Mittwoch, 19. Juni 2013. Eifel. Und Deutschland. Letzteres ist ein ganz besonderes Land - wir reden allerdings nicht gerne darüber. Ist uns irgendwie ein bischen peinlich. So etwas wie Nationalstolz wollen wir öffentlich gar nicht mehr entwickeln, es sei denn beim Fußball, wo wir regional uralte Stammeskulturen und Hordenstrukturen wiederbelebt haben. Über das Wesen dieses Landes erzählen die deutschen Moore eindrucksvolle Geschichten: sie sind voll mit Leichen von Männern, Frauen und Kindern, gefesselt, erdrosselt, erstochen, manche ohne Kopf - der Deutsche hat sich abreagiert. Tacitus zufolge war dies der Umgang mit Kampfscheuen, Feiglinge und Unzüchtigen - letztere waren wahrscheinlich schwul, auch heute noch ein Riesenproblem in Germanien, vor allem bei den Mitläufern der Stammeskulturen (zu den Germanen siehe: Arnulf Krause, Die Geschichte der Germanen, Seite 128 ff). Feige, schwule, kampfscheue Kinder und Frauen gehören auch einfach hingerichtet - ich glaube, da wird auch heutzutage nicht mehr groß diskutiert.

Mittwoch, 19. Juni 2013. Eifel. Und Deutschland. Letzteres ist ein ganz besonderes Land – wir reden allerdings nicht gerne darüber. Ist uns irgendwie ein bischen peinlich. So etwas wie Nationalstolz wollen wir öffentlich gar nicht mehr entwickeln, es sei denn beim Fußball, wo wir regional uralte Stammeskulturen und Hordenstrukturen wiederbelebt haben. Über das Wesen dieses Landes erzählen die deutschen Moore eindrucksvolle Geschichten: sie sind voll mit Leichen von Männern, Frauen und Kindern, gefesselt, erdrosselt, erstochen, manche ohne Kopf – der Deutsche hat sich abreagiert. Tacitus zufolge war dies der Umgang mit Kampfscheuen, Feiglingen und Unzüchtigen – letztere waren wahrscheinlich schwul, auch heute noch ein Riesenproblem in Germanien, vor allem bei den Mitläufern der Stammeskulturen (zu den Germanen siehe: Arnulf Krause, Die Geschichte der Germanen, Seite 128 ff). Feige, schwule, kampfscheue Kinder und Frauen gehören auch einfach hingerichtet – ich glaube, da wird auch heutzutage nicht mehr groß diskutiert.

Auch im Mittelalter zeigte sich der Deutsche von seiner besten Seite – hier waren die Hexen und Zauberer dran, vor allem aber die Frauen. Es gibt viele Legenden über die Hexenverbrennungen in Deutschland: den Anwälten versprach die Vernichtungsmaschine ein gutes Einkommen, den Ärzten schuf sie Konkurrenz aus dem Weg, manch ein neidischer Nachbar konnte sich so ein zusätzliches Stück Land ergattert und vor allem konnte die eigene Frau die hübsche Nachbarin so bequem entsorgen. Gerne schob man das später der Kirche in die Schuhe, dabei hatte die Kirche schon 500 Jahre zuvor im canon episkopi jeglichen Budenzauber für Einbildung erklärt. So fand der Hexenhammer nie Einlass ins kirchliche oder weltliche Recht, es blieb eine kleine Sarrazinade am Rande, die einem vielfach gescheitertem Mönch ein kleines Einkommen bescherte.  Triebkraft des Hexenwahns war aber – der einfache Deutsche vor Ort, der den ganzen Tag nichts Besseres zu tun hatte, als seine Mitmenschen wegen Hexerei anzuklagen – ohne wirklich zu verstehen, was das eigentlich ist.

Später nun – Hexen und Zauberer waren alle – kamen die Juden dran. Millionen von ihnen. Nach altgermanischer Tradition warf man auch ihnen Zauberwerk vor, ihre Vernichtung wurde aber mit typisch preußischer Effizienz in großen Industrieanlagen vollzogen und nicht auf dem freien Feld.

Wieder später – Juden waren alle – konzentrierte man sich auf langhaarige Studenten, die man leider nicht so in Serie erschießen konnte, wie man gerne wollte – die Siegermächte waren noch sehr präsent in Deutschland.

Langhaarige Studenten waren auch bald alle, deshalb mussten neue Ziele her. Immer noch eingebunden in jene Konventionen, welche die westlichen Siegermächte dem Westen Deutschlands als Grundgesetz übergestülpt hatten, konnten sie nicht ganz so mit ihren neuen Opfern verfahren wie die alten Germanen mit den Schwulen, aber man konnte neue Genozide und Meuchelmorde zumindest schon einmal vorbereiten. Ausländer waren die neuen Opfer. Gerne wollte man sie so richtig schön bei lebendigem Leibe verbrennen – schon immer ein Mordsgaudi für den ganzen Stamm – doch das verbot das Grundgesetz der Siegermächte. Ein paar Versuche in diese Richtung sind jedoch lokal gelungen, das eine oder andere Heim wurde angezündet, auch wurden gerne ganze Familien in ihren Häusern verbrannt – der Deutsche war wieder so richtig in seinem Element.

Aber natürlich ist der Deutsche nicht froh, wenn er nicht auch gleichzeitig ein paar aus seinen eigenen Reihen aussondern kann. Als klar wurde, dass aus der großen nationalen Ausländerhatz nichts wurde (auch weil Türken wehrhafter waren als Juden), wählte man den Arbeitslosen als Unhold aus, der ins Moor gehörte, wo auch schon die anderen Feiglinge, Kampfscheuen und Unzüchtigen waren.

Man dachte nun: das kann doch nicht wahr sein. Dieses Volk, dass in Musik und Philosophie einsame Weltspitze ist, kann doch nicht zum überwiegenden Teil nur aus hirnlosen Barbaren bestehen?

Leider leider leider scheint dies aber doch der Fall zu sein. Hören wir die Erlebnisse einer Frau, die keine Hexe ist, keine Jüdin, keine Ausländerin und keine Arbeitslose, Erlebnisse, die ganz aktuell sind:

Ich selber habe erlebt, wie Menschen um den Wagen herumschleichen und immer auf den Schriftzug zeigen, mit dem Kopf schütteln und davor spucken. War leider nicht schnell genug da, um denen meine Meinung zu geigen. 

Neulich stand ich an einer Ampel und ein kleiner Trupp Männer überquerte die Strasse. Erst mal war es ‚Ohhh, blonde Frauen im alten, goldenen Wagen. Dann auf Höhe der Stossstange fiel der Blick aufs Emblem. Ich war froh, dass es tagsüber war, wir 2 Frauen waren und noch kein Platz für Alkohol gab. So bösen und finster bin ich in meinem ganzen Leben noch nie angeschaut worden. 

Einem Clubkameraden haben se angepöbelt, weil sein Hund NSU Biene am Geschirr eingenäht hat. Ein andere wurde wegen einer Kappi aus einem Restaurant geschmissen. 

Letztes Jahr war das internationale NSU Treffen in Neckaraulm. Ein Motorradclub hat auf dem Weg dorthin in einem Hotel übernachtet, Grill und Clubstand aufgebaut. Ende vom Lied war ein riesiges Polizeiaufgebot.

Was war geschehen?

Nun – jahrelang waren – vom Verfassungsschutz erkannt aber unbehelligt – junge Deutsche losgezogen und hatten das Ausländerproblem auf germanische Art erledigt: sie haben sie reihenweise erschossen. Niemand in Deutschland kam auf die Idee, diese Morde in einen Zusammenhang zu bringen. So etwas gilt auch schnell als  „Verschwörungstheorie“ (ein anderes Wort für kriminalistische Arbeit) und „Verschwörungstheorien“ sind in diesem Land extrem verpönt, die Verschwörer bestehen hier mit Nachdruck darauf, ungestört arbeiten zu können.

Natürlich haben diese Deutschen ihre Fans, ganze Unterstützergruppen sogar – mutmaßlich aus Treue der alten germanischen Kameradschaft gegenüber auch bei Polizei und Verfassungsschutz – ABER: diese Fans haben keine Fan-Kappen, keine Annäher, keine eigene Auto- oder Motorradmarke!

Dem Deutschen – so scheint´s – ist dies jedoch egal, er macht weiter wie eh und je, Hauptsache: Menschenjagd und Opfer bringen.

Zwar ist er stolz auf seine Automobilgeschichte, doch wie üblich hat der durchschnittliche Stammestölpel keine Ahnung von der Materie, es wäre ihm wahrscheinlich auch egal. Wer hat schon geprüft, ob Hexen wirklich auf Besen reiten konnten? Ob Juden wirklich Babyfleisch aßen? Ob langhaarige Studenten wirklich alles Kommunisten waren, Ausländer böse Invasoren oder Arbeitslose biertrinkende TV-Dauerglotzer?

Natürlich wird ein IT-Ingenieur, ein Rechtsanwalt, ein Schauspieler oder ein angestellter Lehrer nicht gleich vollkommen asozial, nur weil er gekündigt wurde – aber was interessiert das den Deutschen? Ständig auf der Suche nach neuen Beutetieren streift er durchs Land – und hat endlich wieder eins gefunden:

den NSU-Fahrer.

NSU ist eine 1873 gegründete deutsche Automobil- und Motorradfabrik, die in den fünfziger Jahren sogar der erfolgreichste Motorradhersteller der ganzen Welt war. Sie brachte uns unseren eigenen kleinen Prinzen, in dem wir König sein durften – oder den legendären RO 80 mit Wankelmotor, ein Spitzenprodukt deutscher Ingenieurskunst. Schon ab 1901 produzierte das Unternehmen (das sein Namenskürzel aus „Neckarsulm“ ableitete – siehe Wikipedia) Motorräder.

Es gibt Menschen, die aus reiner Nostalgie („Sozialromantik“ würde man das heute nennen) diese alten Schätzchen pflegen … und auf einmal ganz unvorbereitet auf das wahre Wesen des Deutschen stoßen.

Die oben geschilderten Erlebnisse sind keine Einzelfälle. Die Quelle bleibt wie üblich geheim – immerhin handelt es sich um einen bekennenden NSU-Fan.

Der NDR bestätigt diese Erfahrungen – schlimm, dass sogar die Polizei darauf hereinfällt:

Bei Jens Rüter aus Bad Iburg zum Beispiel stand eines Tages die Polizei vor der Tür, weil er eine NSU-Fahne gehisst hatte. Irgendjemand hatte die Beamten alarmiert. Auch die Fan-Tasse lässt Rüter mittlerweile lieber Zuhause und nimmt sie nicht mit zur Arbeit. Christa Temme aus Hilter trägt ihr T-Shirt zumindest nicht mehr allein in der Öffentlichkeit. Darauf steht „NSU Freunde Bramsche“.

Es bleibt aber nicht nur bei harmlosen Erlebnissen. Hören wir noch mal, was unser Zeuge zu berichten hat:

In Süddeutschland wurde wohl ein Ro auch schon abgefackelt. 
Die Menschen haben Angst vor uns Oldtimerfahren und das nur, weil die Presse das Kürzel so in den Dreck gezogen hat. Audi bat darum, das Thema klein zu halten, das würde sich schon wieder beruhigen. Hat aber selbst bei Audi Tradition alles von NSU verbannt.

Klein halten möchte das auch der NDR. Ist ja keine große Sache in Deutschland, wenn einem das Auto abgefackelt wird, man aus Restaurants fliegt und nur noch mit Angst durch die Straßen gehen kann.

Es ist aber nicht nur ein norddeutsches Problem. Schön wäre es, denn dann könnte man sage: prima, die Fischköppe waren sowieso schon immer etwas seltsam.

Hören wie die Süddeutsche Zeitung dazu:

Mit dem NSU-Wappen versehene schwarze Kappen werden von den Clubmitgliedern nicht mehr getragen. Einer gibt zu: „Ich parke meinen NSU Prinz nicht mehr unbeaufsichtigt auf der Straße.“ Bedrückt registrieren Clubfreunde, dass Nürnberg an städtischen Fahrzeugen das Kfz-Kennzeichen N – SU ändern lässt und Zulassungsstellen die Buchstabenkombination nicht mehr ausgeben.

Ist das nun zu „antideutsch“ gesehen?

Ich fürchte nicht. Als Deutscher, der hier schon über fünfzig Jahre lebt, Land, Sprache und Leute liebt, kann ich keinen anderen kleinen gemeinsamen Nenner finden als: die sind so, die Germanen. Es gibt da wohl irgendeinen genetischen Defekt, gegen den die meisten nicht mehr Kraft ihres Verstandes vorgehen und ihn im Zaum halten können, der den Urdeutschen dazu anhält, dass Andere, das Fremdartige, das „Böse“ zu vernichten, seien es nun friedliebende Hippies, harmlose Juden oder unschuldige Arbeitslose.

Das hört ja auch heute nicht auf: Juden nennt man heute „Zionisten“ und wünscht sich die Auslöschung Israels mit der gleichen unkritischen Begeisterung, wie man früher deren Läden in der Nachbarschaft geplündert hat, gegen Arbeitslose wird mit Begriffen gewettert, die original im „Stürmer“, dem Kampfblatt der NSDAP zu finden sind und das Ausländer trotz Gyros, Kebab und Pizza unser Untergang sind, gilt inzwischen als gesichert.

Das seltsame Benehmen hat auch nichts mit „rechts“ oder „links“ zu tun – der nationalsozialistische Untergrund ist ja wohl eindeutig rechts … es sind also die linken Hexenjäger, die sich hier unkritisch und hemmungslos blöde an Oldtimerfans abarbeiten.

Vielleicht kann mir aber jemand helfen – vielleicht irre ich mich ja und es gibt einen guten Grund, weshalb wir die Firma NSU (und all´ die ähnlichen Autokennzeichen) jetzt völlig aus unserem Leben verbannen müssen … während gleichzeitig allgemeine linke Kritik an Israel völlig unkritisch komplette NPD-Positionen übernimmt (siehe Publikative.org).

Mir fällt nur einer ein: die gute alte germanische Menschenopfertradition, die Rohmaterial braucht.

Wer nun denkt, dass alles sei allenfalls skuril, dem sei gesagt: dieses historische Bild vom Deutschen ist in den Köpfen vieler gebildeter Deutscher und vieler ausländischer Beobachter, die deshalb den massenhaften Zuzug ausländischer Mitmenschen sehr begrüßen und in die Tat umsetzen – in der Hoffnung, so ein neues organisiertes Auferstehen des deutschen Ungeistes feiern zu können.

Vielleicht haben sie ja recht – mir jedenfalls gibt diese NSU-Posse sehr zu denken … wie man sieht.

 


 

 

KenFM und Jürgen Elsässer über die NSU

Die Mordserie der NSU ist die größte seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland – und im Laufe ihrer Aufklärung kommen immer größere Pannen ans Tageslicht. Die Aktenvernichtung beim Verfassungsschutz ist dabei die bekannteste. Die Verfassungsschützer der einzelnen Länder sind tief in die Affäre verstrickt, über das gesamte Ausmaß lässt sich bisher nur spekulieren.

[Video, bitte Beitrag anklicken]

Über den Verfassungsschutz und warum er abgeschafft werden sollte…

Ein Bericht  der Linksfraktion in NRW:

Brosch_AusserKontrolle_LinksfraktionNRW

(.pdf)

Gefunden Hinter der Fichte (zusätzlich mit einem schönen Video)

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