Norwegen

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Terror in Norwegen, das Böse und die naturwissenschaftliche Kultur

Heute gehe ich mit den Kindern ins Kino: Harry Potter muss es sein. Die Sage vom Kampf des Guten gegen das Böse. Als jugendlicher Atheist stand ich einst seht verwundert vor dem Phänomen: Star Wars, der Herr der Ringe - so etwas sagte mir nichts.  Billige Märchen für kleine Kinder ...  und doch musste ich wahrnehmen, das die Menschen - die modernen, aufgeklärten Bürger eines säkularen und durchrationalisierten Rechtsstaates -  diese Märchen lieben. Der Grund scheint einfach: solange das Böse erlebbar ist, fällt es schwer, nicht daran zu glauben. Wenn die Kultur selbst aber im Kampf gegen das Böse völlig versagt, dann muss sich das Gemüt auf andere Weise Luft verschaffen: zum Beispiel durch Märchen, die die Hoffnung fördern, das es neben den finsteren Superwesen auch Engel gibt, Zauberer, die für die Menschheit streiten.

Heute gehe ich mit den Kindern ins Kino: Harry Potter muss es sein. Die Sage vom Kampf des Guten gegen das Böse. Als jugendlicher Atheist stand ich einst sehr verwundert vor dem Phänomen: Star Wars, der Herr der Ringe – so etwas sagte mir nichts.  Billige Märchen für kleine Kinder …  und doch musste ich wahrnehmen, das die Menschen – die modernen, aufgeklärten Bürger eines säkularen und durchrationalisierten Rechtsstaates –  diese Märchen lieben. Der Grund scheint einfach: solange das Böse erlebbar ist, fällt es schwer, nicht daran zu glauben. Wenn die Kultur selbst im Kampf gegen das Böse völlig versagt, dann muss sich das Gemüt auf andere Weise Luft verschaffen: zum Beispiel durch Märchen, die die Hoffnung fördern, das es neben den finsteren Superwesen auch Engel gibt, Zauberer, die für die Menschheit streiten.

Die Muster für diese Geschichten sind uralt, zieren die ältesten Mythen der Menschheit: der Zauberer im Kampf gegen die finsteren Mächte, die sich als Krankheit oder Wahnsinn in der menschlichen Gemeinschaft manifestieren können. Wir sehen das heute noch genauso. Der Mönch Anselm Grün vergleicht in einem älteren Werk den Kampf der „Wüstenväter“ mit den Dämonen mit psychoanalytischen Kategorien – und stellt keinen Unterschied fest. Die einen nennen das so, die anderen so – das Phänomen jedoch ist das gleiche.

In der Philosophie ist man solche Perspektiven gewöhnt. Auf der einen Seite stellt der Vatikan eine Zunahme der dämonischen Aktivitäten fest und forciert die Ausbildung von Exorzisten, um die schlimmsten Auswüchse zu verhindern. Auf der anderen Seite beschreiben wir eine Zunahme psychischer Beeinträchtigungen – Einweisungen wegen Depressionen haben sich in zehn Jahren in Deutschland  verdoppelt, weltweit sind es gerade die reichen Länder, die die Statistik anführen. Glück kann man eben doch nicht kaufen … vielleicht sogar gerade nicht.

Es ist in erster Linie die naturwissenschaftliche Kultur, der wir die Hilflosigkeit im Umgang mit dem Bösen zu verdanken haben – und auch seine Förderung. Wir kümmern uns sehr detalliert um die Hardware, um das Gehäuse und die Leistungsdaten des PC. Die Software hat gefälligst von selbst zu laufen. Der Fall der Massenmorde in Norwegen zeigt, das selbst die ausgeklügelte Hardware die Bösen nicht aufhält, finster formuliert könnte man sagen: die Naturwissenschaften sorgen nur für ihre bessere Bewaffnung, für bessere Werkzeuge der systematischen Überwachung und Unterdrückung, doch das Böse selbst können sie nicht aufhalten.

Sie können es noch nicht mal theoretisch erfassen, darum sind sie so oft fassungslos, wenn sie ihm begegnen. Da ist der Schamane oder indianische Zauberpriester gefestigter, er weiß sofort, was los ist: Depressionen, Massenmord oder Wirtschaftskrise – da ist der Teufel am Werk. Sie haben es gut, diese magischen Menschen: ein Zauberspruch hier, ein Kräuterchen dort, etwas räuchern – schon ist sie fort, die Depression, der Geist im Massenmörder gebannt, der Fluss der Wirtschaftsgüter harmonisiert.

Wir hingegen züchten „Bloodlands“ … eins nach dem anderen. Wie es dort unter anderem aussieht, beschreibt die Welt in einem Artikel über „die Ökonomie der Apokalypse“:

Die Verhungernden aßen zunächst ihre Haustiere, dann Gras, schließlich machte sich der Kannibalismus breit. Eltern aßen ihre Kinder, Kinder ihre Eltern. In einem Waisenhaus entdeckte die Erzieherin, dass die Kinder über das schwächste Kind hergefallen waren und an ihm knabberten, während es selbst aus dem eigenen Körper Fleischstücke riss und in den Mund stopfte.

Wundert man sich über die Genese des neuen Mythos: der Zombie, der sich von seinen Mitmenschen ernährt? Er berührt reale Ängste. Hitler und Stalin betrieben die Ökonomie der Apokalypse (Deutschland hat dabei den ersten Platz gemacht – aber dankenswerterweise den Krieg verloren) – ebenso wie die Bundesrepublik Deutschland durch Hartz IV: die Streichung der Regelsätze ist im Prinzip (noch nicht in der Dimension – aber das ist der kleinere Schritt) ein Teil der Ökonomie der Apokalypse, der zu solchen Erscheinungen führen kann, wie wir sie im russischen Waisenhaus vorfanden: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“.

Das ist einfach nur Böse – und das ist die Kategorie, in die der Massenmord von Oslo gehört. Da geht es nicht um den albernen Streit von „rechts“ und „links“, in dem es lediglich darum geht, wer dieses Jahr etwas mehr Geld bekommt: der angestellte Manager oder die angestellte Fachkraft weiter unten, hier geht es um allergrundsätzlichste Erscheinungsformen des Bösen – über das man als Phänomen auch nicht weiter diskutieren muss oder diskutieren kann, eine Grenze die auch die Psychologie nicht überschreiten kann:

Da er offenbar nicht manifest schizophren oder wahnhaft ist, muss man aus psychiatrischer Sicht von einer schweren Form einer schizoiden Persönlichkeitsstörung ausgehen, die vordergründig „normal“ daher kommt.

Persönlichkeitsstörungen (Hitler, Goebbels, Pol Pot, Kim Jong-il etc., die Liste ist sehr lang) können in ihrer Gefährlichkeit wesentlich aggressiver sein als wahnhaft-schizophrene Erkrankungen.

Normale Menschen kennen „das Böse“ als emotionale Wahrheit – es ist ein Problem der Software. „Schwere Form einer schizoiden Persönlichkeitsstörung“ ist eine schöne Worthüle, die im Prinzip nichts aussagt, als genau das: das war ziemlich böse.

Wie böse nun die Erfinder von Hartz IV waren, entscheidet sich an ihren Intentionen, da sie aber im Prinzip die Waffe „Hunger“ als legitimes Mittel im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit im eigenen Volk eingesetzt haben, können sie schon mal in jene Schublade gesteckt werden, in denen die Stifter von „Bloodlands“ liegen.

Der Massenmord von Norwegen, die deutschen Hungersanktionen oder die Zunahmen an Geisteskrankheiten der weitgehend untödlichen Art sind jedoch nicht die einzigen Erscheinungsformen des Bösen – der US-Haushaltsstreit kann schon in wenigen Wochen zu einem Kollaps der Weltwirtschaft führen und zu einer Wirtschaftskrise, die mehr Hunger in die Welt setzt als alle anderen Krisen zuvor. Eine Gesinnung, eine Haltung, die solche Möglichkeiten billigend in Kauf nimmt, ist schlichtweg – böse, so böse wie der Gebrauch von Massakern als Marketinginstrument – gleichwohl ist es auch sehr vernünftig – einfach mal die Täter selbst fragen.

Es ist nicht nur ein Attentäter, der uns auf besonders drastische Art und Weise klar macht, das das Böse durch Technik nicht aufzuhalten ist. Aus der Sicht anderer Kulturen ist es eine breite Offensive des Bösen, die die Welt des weißen Mannes überrollt, aber der weiße Mann selbst kann das nicht mehr sehen. Er liegt tot im Gras, obwohl er das teuerste und modernste Handy der Welt besaß. Das Handy … hätte ihn aber auch nicht vor dem Hunger beschützt.

Den „Experten“ in den „Talkshows“ mag dies alles entgehen, aber ich glaube, das die ganz normalen Menschen dieses Gefühl für das Böse mit anderen normalen Menschen aus anderen Kulturkreisen teilen – wo man Babys als Pfand behält, ist etwas sehr Böses am Werk. Die Menschen fühlen sich allein gelassen mit ihrem Erleben (und trotz der Exorzisten merke ich diese Tendenz auch bei Katholiken), das in den gigantischen naturwissenschaftlichen Theoriengebäuden keinen Platz findet, Theoriengebäuden, die in erkenntnistheoretischer Hinsicht noch luftiger sind als die Channelingphantasien der Esoterik – die Erforschung „extrasolarer Planeten“ wird zwar staatlich finanziert (um nur ein Beispiel zu nennen) – aber hat auch nur einer mal einen gesehen? Es sind Theorien, die sich auf Hypothesen, Annahmen und Vermutungen stützen, aber aus Kreisen und Politik und Wirtschaft gerne als „Wahrheit“ durchgesetzt werden, wobei man jene, die sie anzweifeln, gerne mal als „psychisch krank“ darstellt.

Soll es etwa gesund sein, Geld für die Erforschung extrasolarer Planeten auszugeben, wofür man Kindern von Arbeitslosen den Hartz IV-Satz streicht?

Es sind auch Erfahrungen dieser Art, die den Menschen das Gefühl vermittelt, das etwas Böses umgeht – und ich vermute, das sie deshalb in die Passivität versunken sind. Das Böse hat eine Nebenwirkung, die jeder kennt: es macht Angst, Angst wie die vier Reiter der Apokalypse, gerne als Krieg, Pest, Hunger und Tod dargestellt – wobei der vorzeitige Tod gemeint ist, nicht der Alterstod. Der dritte Reiter steht im Übrigen auch für … Inflation.

Nun kann man die Frage stellen: sollen wir jetzt eigentlich alle den Exorzisten zu Hilfe rufen?

Ich hoffe, das man so weit nicht gehen muss.

Aber wir könnten den Blick für das Böse schärfen und es benennen, wo wir es antreffen – und all jenen Versuchen widerstehen, des es verharmlosen wollen, es als absurden Sonderfall der Geschichte verniedlichen und möglichst so schnell wie möglich verdrängen wollen. Dazu gehört, das wir ein kritisches Auge auf jene Menschen haben, die das Böse bewußt und gezielt fördern: einfach, weil sie es „geil“ finden:

Schaut man sich Breiviks Steuererklärungen aus den vergangenen Jahren an, fällt auf, dass er schon seit 2006 kein offizielles Einkommen mehr hatte. Trotzdem explodierte sein Vermögen im Jahr 2007 von 7471 auf 631.663 Kronen – rund 81.000 Euro. Eine Erklärung dafür gibt es bislang nicht. 

Solche Menschen gibt es nicht?

Oh doch. Die Krone unserer Gesellschaft (bzw. der US-Leitkultur) pflegt einen solchen Kult, in der symbolische Kinderopfer vor einer Eulenstatue dargebracht werden. Erinnert man sich, das die Eule u.a. die kinderfressende Dämonen Lillith darstellen kann. Ob und wie diese Kultisten nur in ihrer College-Vergangenheit schwelgen oder aus Überdruss und Langeweile zum puren Vergnügen einfach mal das fördern, was Alltags verboten ist (… wer meint, das wäre ein befremdlicher Zug, der sollte  sich mal den Kölner Karneval genauer anschauen …) kann letztlich nicht beurteilt werden, solange Geheimhaltung oberstes Gebot dieser Zirkel ist.

Solche Menschen aber … werden Wirtschaftskrisen nicht verhindern.

Sie finden sie „geil“ – gibt Superbilder im Fernsehen, Splatterhorror vom Feinsten … alles live und real. Für solche Bilder geben auch heute schon Menschen viel Geld aus.

Die naturwissenschaftliche Kultur wird die Massenvernichtung von Menschen nicht aufhalten können – aus naturwissenschaftlicher Sicht spricht nichts dagegen … eher etwas dafür: die genetische Vielfalt könnte sich erhöhen, wenn man den Menschenanteil am genetischen Material reduziert. Manch einer wollte schon als tödlicher Virus wiedergeboren werden, um die Welt vor den Menschen zu schützen – wer weiß, was solche Leute jetzt gerade wieder anrichten. Die naturwissenschaftliche Kultur ist ratlos, fassunglos und machtlos, wo sich das Böse entfaltet, weil … das Böse eben ein geisteswissenschaftliches Problem ist, das aber nicht durch die Tatsache verschwindet, das die eigene Wissenschaft keine Kategorie hat, die es erlaubt, es wahrnehmen zu können.

Für Naturwissenschaftler sind aus dieser Sicht extrasolare Planeten realer als Massenmörder – letztere sind einfach viel zu unvernünftig, als das man sie ernst nehmen könnte. Andererseits ist das Massaker als Marketinginstrument

Und schon wissen wir, das es einen ganz einfachen Grund für die Zunahme des Bösen in der Welt geben könnte: wir ignorieren es bewusst – bis es uns tötet.

Deshalb scheint es mir verständlich, das die Menschen sich Mythen zuwenden, in denen das Böse direkt bekämpft wird, anstatt das man nur dauernd über seine schlimmen Folgen klagt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Norwegen, die Attentate und die westliche Heuchelei: Breivik ist kein Einzeltäter!

Norwegen, die Attentate und die westliche Heuchelei: Breivik ist kein Einzeltäter!

Für uns zivilisierte Westeuropäer ist die Schreckenstat von Norwegen nahezu unverständlich – jedenfalls vermute ich das, wenn ich die mediale Entsetztheit wahrnehme, die sich täglich weiter ausbreitet.  Nicht, das Entsetztheit an und für sich etwas Schlechtes wäre … aber sie tritt halt in Deutschland und der westlichen Zivilisation nur in ganz bestimmten Momenten auf.  Die Hungerkatastrophe in Afrika (eine von vielen) hat jetzt nicht dazu geführt, das wir in Schweigeminuten unsere Betroffenheit vorführen. Was ist mit den Irakern? Eine Million sind einem Angriffskrieg der USA und ihrer Verbündeten zum Opfer gefallen … wo sind die Kerzen, wo die Betroffenheit? Was ist mit Afghanistan? Da sterben noch jeden Tag Menschen – zum Teil auch durch unsere Soldaten? Gab es nach Kunduz Kerzen? Libyen – ein weiteres aktuelles Beispiel … Kerzen? Wo sind die Psychologen, die sich Gedanken über die Psyche der Killer machen … und über die Psyche der Entscheider?

„Menschen töten keine Menschen“ – erläutert mir heute ein Psychologe in der Welt.  Es läge angeblich nicht in ihrer „Natur“.

Man wird mir nun entgegenhalten: „Moment, das eine ist ja eine Naturkatastrophe, das andere sind Kriege – das ist ja etwas ganz anderes.“

Ja, das erzählt man uns seit vielen Jahrhunderten, aber es gab mal eine Zeit, da durfte man offen aussprechen, was wahr ist: „Soldaten sind Mörder.“ Es liegt nämlich nicht in der Natur des Menschen, Menschen zu töten … und deshalb ändert die juristische Definition „Krieg“ nichts an der Tatsache, das es der menschlichen Natur widerspricht, so zu handeln. Wir hatten ja in Europa inzwischen auch eine lange Zeit des Friedens erlebt – ganz anders als in früheren Jahren. Was war der Unterschied zu früher? Wir haben gelernt, das „Frieden“ nicht vom Himmel fällt, das es Menschen gibt – ja, sogar ganze Parteien und gesellschaftliche Gruppen – die Krieg direkt anstreben.

Warum? Warum sollten Menschen, denen das Töten nicht im Blute liegt, so etwas anstreben?

Nun, zum einen gibt es eine Kaste, die nicht ausgestorben ist, aber die Kunst des Menschentötens über Jahrhunderte als Sport gepflegt hat: den Adel. Aus seinen Kreisen kommen die ersten, wenn „zu den Waffen gerufen wird“.

Dann gibt es jene, die durch Krieg gut verdienen: die Wirtschaft. Da gibt es einige interessante Positionen in den Versorgungsketten (je weiter hinten, umso spannender), die risikofreie Vermögen versprechen.

Und es gibt natürlich jene, die „unnormal“ sind, jene Minderheit, die gerne mal Menschenleben auslöscht. Aus ihnen kann man gute Soldaten machen – und hat man von ihnen zu wenig, so kann man es den anderen andressieren.

Weil wir das wissen und aus der Zeit von 1933 – 1945 viel gelernt haben (wenigstens dazu war sie gut), haben wir darauf geachtet, das die Rahmenbedingungen in Europa – das „Klima“ sozusagen – das Heranwachsen von Mördern nicht fördert. Wir nannten das „soziale Marktwirtschaft“. Seitdem wir anfangen, darauf zu verzichten, bekommen wir ein Problem mit Amokläufern.

Kommen wir nun nach Norwegen, zu jenem Attentat, das uns so sehr entsetzt, weil ein Einzeltäter fast die Regierung eleminiert und ein Jugendcamp ausgelöscht hat.

Tun wir mal so, als wäre es ein Einzeltäter – eine Sicht, die mir überhaupt nicht behagt, weil … der Mensch, der nicht dazu neigt, Menschen zu töten, ein gewisses Klima braucht, in dem seine Mordneigungen wachsen können. Dieses Klima wird aber seit einigen Jahren bewußt und gezielt gezüchtet – auch in Deutschland. Seitdem haben wir auch ein Problem mit Amokläufen … aber das verdrängen wir gern.

Wer das Klima sät?

Nun – in Deutschland all jene, die die Werte der alten Bundesrepublik nicht in sich tragen. Man kann sie leicht erkennen – meist sind es Juristen, die erstmal prüfen lassen, ob man nicht irgendwie durch raffinierte Tricks um diese Werte herumkommen kann – geht es nicht, wird das Grundgesetz gerne auch mal umgeschrieben. Es sind aber auch jene, die einfach mal so Bomben auf Serbien werfen, Arbeitslose verhungern lassen (natürlich nur, wenn die nicht gehorchen!), in Afghanistan einmarschieren oder jedwede andere Form von Ungerechtigkeit betreiben und so dem Volk vorleben: „Ungerecht sein ist ok, solange nur genug Gewinn übrig bleibt!“. Da pflegt man Freundschaften zu Vermögensabschneidern, nimmt Jobs von Konzernen an oder verpflichtet sich ihnen gegenüber durch „Ehrenwort“ zum Stillschweigen, macht ein bischen Stimmung gegen Ausländer

Wenn dies vorgelebt wird … so darf man sich über die Folgen nicht wundern. Man kann nicht einen Sarrazin zu jeder Talkshow einladen und medial auch sonst künstlich aufblasen, den Hass auf den bösen Türken an jeder Straßenecke fördern, gleichzeitig aber groß über „zu wenig Einwanderung“ klagen und dann glauben, das das gut geht.  Dort, wo von oben Hass gepredigt und von Massenmedien in breiter Front vorgetragen wird, wird es irgendwann eine Entladung der Ängste geben – auch in Form von Gewalt.

Ist er ein Einzeltäter?

Nein. Einmal abgesehen von den Zeugenberichten … hat er zuvor für seine Gesinnung eine breite Unterstützung in den Medien gefunden: die gesamte Islamhasserei ist mit Schuld an solchen Taten, ebenso jene, die die Ausübung tödlicher Gewalt gegen Menschen verniedlichen, jene, die Kriege für ein normales politisches Instrument halten und das in der Öffentlichkeit so verkaufen und jene, die menschliches Leben als … unterschiedlich wertvoll darstellen.

Dort, wo der Arbeitslose, der Kranke, der Behinderte, der Alte, der Arme, der Ausländer oder der Dumme als weniger Wert betrachtet wird als der heilige Leistungsträger, muss man sich nicht wundern, wenn Obdachlose im Park mal mit Benzin überschüttet und verbrannt werden: es gibt da einen direkten Zusammenhang zwischen menschlicher Bestialität und der Förderung von Werten in der Kultur, in der sie leben.

Was unterscheidet seinen persönlichen „Krieg“ eigentlich von einem „richtigen Krieg“ … unseren „richtigen“ Kriegen, die wir immer häufiger zu führen pflegen?

Im richtigen Krieg tötet man geplant und überlegt.

Das hat er getan.

Im richtigen Krieg bereitet man sich gründlich vor.

Das hat er getan.

Im richtigen Krieg tötet man keine Unschuldigen.

Das hat er auch nicht getan … in seinem Weltbild waren die alle schuldig.

Im richtigen Krieg trägt man eine Uniform

Das hat er getan.

Im richtigen Krieg schickt man vorher eine Kriegserklärung.

Das hat er getan.

Im richtigen Krieg gehen die Befehlshaber kein persönliches Risiko ein.

Das allerdings … ging er ein. Warum die Polizei ihn nicht erschossen hat, ist mir jetzt noch ein Rätsel. Warum sein „Manifest“ eine solche Verbreitung findet, ebenfalls. Es war doch sein Wunsch, das seine Form von „Mein Kampf“ durch seine Tat Beachtung findet … und wessen Wunsch war es, den Täter und Polizistenmörder lebend zu fassen? War da vielleicht … der Wunsch eines Förderers im Spiel? Möchte man nicht die Option auf einen zukünftigen Helden verspielen?

Auf keinen Fall war Anders B. Breivik ein Einzeltäter. Er war ausführendes Organ der Stammtischprediger,  Hassblogger und Leitartikelschreiber, deren beständiges Predigen gegen Arbeitslose, Zigeuner, Juden, Türken und Moslems ja nur ein Ziel hat: das es denen „mal jemand richtig zeigt!“

Das hat er dann einfach mal getan … und sich auch ganz bewusst als ein solches ausführendes Organ verstanden.

Die Frage ist, ob gewissen Paralellen in Worten und Phantasiebildern den Verdacht erhärten können, das hier ein Wahnsinniger gezielt instrumentalisiert worden ist … und wozu eine solche Tat denn überhaupt dienlich sein sollte.

Nun, die Frage nach „cui bono“ – wem würde es nützen – kann man nicht stellen, wenn man es mit wahnhaften Menschen zu tun hat, die Erlöser züchten wollen. Darum weise ich immer gerne mal darauf hin, das das Denken dieser Menschen nicht immer den Vorstellungen der Aufklärung folgt (und in Wirtschaft und Naturwissenschaft direkt in einer erzkatholische Götzenanbeterei samt Priesterschaft mündete) und sich auch nicht immer mit westlichen Wertvorstellungen deckt.

Manche wollen einfach nur Opfer bringen, weil ihr religiöses System das so verlangt.

Andere finden es cool, wenn sie jemanden dazu motivieren können, dafür zu sorgen, das einfach mal so ein paar dreckige Linke und Nigger ins Gras beißen.

Wieder andere finden es ziemlich geil, Napalm auf Kinder zu werfen … oder Luftminen zu erfinden, die nach Kinderspielzeug aussehen.

Ich bin mir sicher, das es schon jetzt Stammtische gibt, die den norwegischen Massenmörder feiern. Insgeheim, verstohlen, verborgen … aber voller Zufriedenheit, weil „der“ es „denen“ mal „richtig gezeigt hat“ – so wie ein Hitler es „denen“ „auch mal richtig gezeigt hat“.

Das ist krank, wahnhaft, verrückt … aber dadurch nicht irreal und es gibt konkrete Kreise, die das auch fördern – in unterschiedlichem Ausmass, manche nur mit Geld, manche nur mit Worten, andere … mit mehr.  Wir verdrängen das gerne, wie wir auch die Tatsache der eigenen Sterblichkeit verdrängen – wohl der Hauptgrund dafür, das der erschossene Europäer im Nachbarland für soviel mehr Entsetzen sorgt als der erschossene Afghane. Es erinnert uns daran, das auch wir sterben werden – und das uns dieses Attentat in unserem Verdrängen stört, macht uns noch wütender.

Wir verdrängen die beständig fortschreitende Verrohung unserer Kultur.

Wir verdrängen den beständigen Verfall westlicher Werte.

Wir verdrängen die Folgen des gezielten Schaffens neuer „Untermenschen“.

Und jetzt hat jemand dafür gesorgt, das wir im Gesicht des Attentäters … eigentlich unser eigenes Gesicht erkennen. Fein rasiert, gut angezogen, höflich und nett … kaufen wir doch auch jeden Mist, an dem Kinderblut klebt – wenn nur der Preis stimmt, oder?

Nein, Anders B. Breivik ist kein Einzeltäter. Er ist das voraussagbare Ergebnis einer degnerierenden Kultur.

Und es soll mir keiner klar machen, das damit nicht zu rechnen gewesen wäre.  Die Tagesschau zumindest hätte es wissen können:

Wie andere rechtspopulistische Parteien im Norden hetzen auch die Protagonisten der norwegischen Fortschrittspartei gegen die traditionell liberalen Gesellschaften Skandinaviens, sehen sich in einer Art „Endkampf“ um den vermeintlichen Untergang der abendländischen Kultur. Wer mit solchen Parolen antritt, schafft ein politisches Klima, das im Extremfall auch Menschen wie den mutmaßlichen Attentäter zu ihren Taten antreiben kann.

Sag ich doch. Und im Extremfall kann man auch nach einzelnen wahnhaften Individuen Ausschau halten, die bereit zur Tat sind … und nur noch einen kleinen Schubs brauchen.  Man hält doch nicht umsonst umfangreich Ausschau nach „High Potentials“.

Hat bei Hitler doch auch geklappt.

Und ebenso wie damals … haben heute alle von allem nichts gewusst – mal abgesehen von der Tagesschau.

 

 

 

 

Attentate in Norwegen und andere Verschwörungen

Ich dachte, es würde reichen, einen kleinen Hinweis zu geben auf die Wirkung menschenverachtender Meinungsmache in Medien und Politk und darauf, das es in einem bestimmten Klima nur eine Frage der Zeit ist, bis ein Anders B. Breivik zur Tat schreitet. Ich dachte, es würde ausreichen, ein wenig über Dämonen und Exorzisten zu schreiben, über ein Klima, das dunkelste Triebe des Menschen wachsen lässt und von religiösen Menschen schon vor Jahrtausenden beschrieben wurde ... in ältesten Texten der Menschheit finden wir Beschreibungen des Kali-Yuga, heute sehen wir dasselbe - nur nennen wir es Mechanismen der psycho-sozialen Zerstörung. Die Beschreibungen ähneln sich sehr - nur die Einordnung in die Weltdeutungssysteme ist unterschiedlich. Immerhin schreibe ich schon seit über zwei Jahren gegen diesen Wahnsinn an - und rege mich doch nicht umsonst über steigende Dekadenz und sarrazinische Verantwortungslosigkeiten auf: so etwas endet immer sehr blutig. Um das zu wissen, wurde mal Geschichtsunterricht für Hauptschulen eingeführt. Auch wenn manche das gerne glauben: ein Hitler fiel nicht vom Himmel, es bedurfte einer gewissen Umgebung, um ihn zu züchten ... und in diese Umgebung kommen wir nun mit Anders B. Breivik wieder. Zeit sich daran zu erinnern.

Ich dachte, es würde reichen, einen kleinen Hinweis zu geben auf die Wirkung menschenverachtender Meinungsmache in Medien und Politk und darauf, das es in einem bestimmten Klima nur eine Frage der Zeit ist, bis ein Anders B. Breivik zur Tat schreitet. Ich dachte, es würde ausreichen, ein wenig über Dämonen und Exorzisten zu schreiben, über ein Klima, das dunkelste Triebe des Menschen wachsen lässt und von religiösen Menschen schon vor Jahrtausenden beschrieben wurde … in ältesten Texten der Menschheit finden wir Beschreibungen des Kali-Yuga, heute sehen wir dasselbe – nur nennen wir es Mechanismen der psycho-sozialen Zerstörung. Die Beschreibungen ähneln sich sehr – nur die Einordnung in die Weltdeutungssysteme ist unterschiedlich. Immerhin schreibe ich schon seit über zwei Jahren gegen diesen Wahnsinn an – und rege mich doch nicht umsonst über steigende Dekadenz und sarrazinische Verantwortungslosigkeiten auf: so etwas endet immer sehr blutig. Um das zu wissen, wurde mal Geschichtsunterricht für Hauptschulen eingeführt. Auch wenn manche das gerne glauben: ein Hitler fiel nicht vom Himmel, es bedurfte einer gewissen Umgebung, um ihn zu züchten … und in diese Umgebung kommen wir nun mit Anders B. Breivik wieder. Zeit sich daran zu erinnern.

Reliinfo.ch  beleuchtet in einer kurzem Artikel die Dunstkreise europäischen Okkultismus (oder Satanismus – die Einteilung richtet sich ganz nach der persönlichen Einstellung) aus, die in vielerlei Hinsicht in dem Denken und Fühlen der Nationalsozialisten Niederschlag gefunden haben. 2011 kann man – hoffe ich – sagen, das sich die Gräuel des Nationalsozialismus deutlich überzeugender als religiöser Wahn beschreiben lassen denn als nüchtern-rationale politische Bewegung: ein von der „Vorsehung“ gesandter Führer, der das auserwählte Volk als Erlöser in ein goldenes Zeitalter führt.

Hören wir dazu Horst Mahler, einen der bekanntesten Rechtsextremisten in Deutschland und Europa:

Hitler war der Erlöser des deutschen Volkes. Nicht nur des deutschen Volkes. Und er ist als Erlöser von Satan dämonisiert worden, damit jeder Gedanke an den Erlöser ausgetilgt ist im Bewusstsein der Deutschen und der Welt überhaupt. 

Das … ist die Sprache der Religion, die die Richter des Nürnberger Prozesses überforderte – wahrscheinlich auch, weil die religiöse Dimension der Vorkommnisse den Verstand vieler rationaler Pragmatiker überfordert hätte wie die Tragödie von Guyana, die Manson Massaker oder eben … die industrielle Vernichtung menschlichen Lebens aus Gründen der „Rassenhygiene“.

„Rassenhygiene“ ist nun auch ein Tatmotiv des norwegischen Massenmörders … bei dem ich froh wäre, wenn ich der offiziellen Theorie des durchgeknallten Einzeltäters folgen könnte. Aber wie es mit offiziellen Theorien nun mal so ist: in letzter Zeit sind sie recht oberflächlich, wäre ich den ersten von ihnen gefolgt, so würde ich jetzt Moslems wegen der Anschläge verurteilen – was übel gewesen wäre. Warum sollte ich also jetzt der nächsten Theorie folgen, die mir den psychopathischen Einzelgänger präsentieren möchte, zumal es jetzt schon verschiedene Berichte über einen zweiten Täter gibt?

In der Bibliothek der evangelischen Fakultät der Ruhruniversität Bochum fand ich dereinst einige älter Bücher über Satanisten, die beschrieben, wie Satanisten ihr „Opfer“-Problem lösten. Das Buch war aus den fünfziger- oder sechziger Jahren und beschrieb die Methodik anhand vieler gut bebildeter Beispiele. Das Problem dieser Religion war, das sie Menschenopfer verlangte. Die in der Regel aber gut situierten Anbeter des „Lichtbringers“ wollten aber nicht mit dem normalen, weltlichen Gesetz in Konflikt kommen – das paßte einfach nicht in die Lebensplanung. Also entwickelten sie eine Methode, die bis in die heutige Zeit funktionieren soll: man gründet diverse Tarnorganisationen, die nichts anderes zu tun haben, als die Beobachtung von Menschen zu erlauben – in ihrem Falle waren das diverse, harmlose okkulte Zirkel, die mit Oma redeten oder Opa erscheinen ließen. Ab und zu fand man Menschen, die aufgrund ihrer psychischen Grundstruktur dafür geeignet waren, „auserwählt“ zu werden, wobei die Überwältigung durch die Erfahrung des „auserwählt seins“ schon zu dem Täterprofil gehörte.  Der „Auserwählte“ wurde fortan sepparat geführt, hatte keinen Kontakt mehr zum „inneren Zirkel“ (auch keinen indirekten) aber wurde aber über diverse Umwege finanziert.

Selbstmordattentäter aller Kulturen kennen dieses Prinzip, Terroristen jeder Art auch … und hier kommen gleich Zweifel ins Spiel, was die neue Medientheorie über Anders B. Breivik angeht.

Auf das erste Puzzelstück dieser Art bin ich in der Süddeutschen Zeitung gestoßen:

Inzwischen ist klar, dass Breivik früher Mitglied der rechtspopulistischen Fortschrittspartei FrP und seiner Jugendbewegung war. Der Tatverdächtige sei zwischen 1999 und 2006 FrP-Mitglied gewesen, teilt die Partei inzwischen selbst mit. Zwischen 2002 und 2004 habe er eine verantwortliche Stellung innerhalb der Jugendorganisation FpU innegehabt.

Da hätten wir das Äuquivalent zu den „okkulten Zirkel“ und den üblichen – irrationalen – Bruch mit der Bewegung, der er ja – wie es momentan scheint – gedanklich treu geblieben scheint. Gleichzeitig bezieht sich die Süddeutsche auf das Dagbladet, das ihn als Freimaurer sieht, bei dem katholischen Kreuz-net ist er in voller Montur zu sehen.  Eigentlich nicht weiter erwähnenswert … bis man merkt, das seine Denkweise doch tiefer blicken läßt. So erwähnt die „Welt“ Details, die aufhorchen lassen, wenn sie von einem Freimaurer kommen:

In dem englischsprachigen Manifest bezeichnete sich B., der ein englisches Pseudonym verwendete, als Tempelritter. Das Dokument, das „Welt Online“ vorliegt, trägt den Titel „2028 – Eine Europäische Unabhängigkeitserklärung“ und enthält eine Analyse der politischen und gesellschaftlichen Situation Europas und Bs. Wunsch, eine bewaffnete kulturelle Revolution einzuleiten, um eine Islamisierung und den Kommunismus einzudämmen. Unterzeichnet ist es mit „Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels“.

Der Mann, der jetzt offiziell als „psychopathischer Einzelgänger“ verkauft wird – trotz anderslautender Zeugenberichte – sah sich selber in größeren Zusammenhängen.

Jahrhundertelang wurde bei den Freimaurern mit sehr viel Geld und noch mehr Aufwand versucht, einen Beweis zu erbringen, dass es eine direkte Verbindung zu den Tempelrittern gibt, leider ohne jeden Erfolg. Trotzdem halten sich bis heute hartnäckige Gerüchte und diese These wird immer noch von einigen Logen vertreten.

Diese Thesen mögen historisch nicht weiter haltbar sein (wiewohl es Anzeichen dafür gibt, das mystisches Gedankengut der Templer über Schottland in die Traditionen des schottischen Ritus der Freimaurerei eingeflossen sind), was jedoch die Praktiker der Orden nicht davon abhalten muß, ihrerseits ihre Weltbilder zu pflegen:

Da heisst es, dass gewisse Kreise der Freimaurer „nach wie vor unverblümt die Zerschlagung der katholischen Kirche als oberstes Ziel nennen“ (19). Tatsächlich bekennt dem Gastronomieredaktor Peter Gnaiger (*1969) ein anonymer Informant am Ende eines 12seitigen Interviews, „man könne sich die heute agierenden Templer ruhig als militärischen Arm der Freimaurer vorstellen“ (31).

Man kann über diese Untersuchungen über Geheimbünde in Österreich spotten – was jedoch nichts daran ändert, das sich die „Gläubigen“ selbst weiterhin in solchen Dimensionen definieren und danach handeln.

Und deshalb … wäre die Frage nach dem Geld zu klären. Wer finanziert eigentlich einen Horst Mahler? Und woher kommt das ganze Geld des Attentäters von Oslo? Gestern las ich noch von einer Firma mit 700 Mitarbeitern – eine Meldung, die ich heute nicht wiederfinde. Überraschenderweise meldet die Welt heute, das er so arm war, das er bei seiner Mutter wohnen musste, um Geld zu sparen.

Dafür offenbart sich anderes: der Mann, der 2006 die Partei verlassen hat, die seinem Denken am nahesten stand, der Mann, der sich selbst als armer Ritter Christi verstand, als jemand, der bereit ist, für die „Bewegung“ ein notwendiges Opfer zu bringen, fängt 2009 mit der konkreten Planung seines Werkes an:

Im Frühling 2009 gründete der Einzelgänger eine Ein-Mann-Firma in Hedmark, angeblich, um verschiedene Gemüsesorten und Früchte anzubauen. Damit hatte er Zugriff auf Düngemittel – einen Rohstoff für selbst gebastelte Bomben. Er wohnte trotz der Hedmarker Meldeadresse weiter in Rana, östlich von Lillehammer.

Der kleine Kotten auf dem flachen Land war wohl nur eine Tarnfirma. Viel Gewinn wird ein ungemähter Rasen wohl nicht abwerfen zumal er dort kaum wohnte. Wenige Monate nach dem Kauf des Kotten beginnt er die Arbeit an seinem „Manifest“  mit dem Hinweis auf eine merkwürdige Seite, die muslimische Gewalttätigorgien in Frankreich beschreibt:  der Untergang des christlichen Abendlandes scheint deutlich vor Augen zu stehen.

Der Spiegel zitiert weiter:

Das Dokument enthält außerdem einen Lebenslauf, in dem Breivik unter anderem Firmen aufzählt, die er nach eigenen Angaben zur Finanzierung seines politischen Wirkens gegründet hat – und deren Einnahmen „auf unkonventionellem Weg“ nach Norwegen geleitet wurden: über eine Firma mit Sitz in Antigua.

Auch das sollen wir nun einfach schlucken: der perverse, geistig wirre Einzeltäter soll es geschafft haben, ein Firmenimperium zu gründen (noch mehr ungemähtes Gras?) und das Geld am Fiskus vorbei über Antigua wieder nach Norwegen zu schleusen? Oder gab man ihm Geld … weil er „auserwählt“ wurde. Einen Bruch kann man laut Welt erkennen:

Wann B. den Gedanken an die Schaffung einer christlich-nationalen Gegenöffentlichkeit und Gegenkultur aufgab und sich zur Propaganda der Tat entschied, ist noch unklar. Doch war die Tat offenbar von langer Hand vorbereitet. „Der größte Fehler, den meisten Menschen machen“, schrieb er, „ist dass sie davon ausgehen, dass ‚jemand anders‘, die Anstrengungen für sie machen wird.“

Wann kam also jemand auf ihn zu und machte ihm klar, das er dieser „jemand“ sein könnte? Welche Wege nahm das Geld, das ihm zur Verfügung stand – und wenn es wirklich jenes Firmenimperium gab: wer versorgte es mit Aufträgen? Wer brachte ihm bei, Bomben zu bauen? Warum ignorierte die Polizei die Warnungen bezüglich des Düngemitteleinkaufs – hier zu finden im Spiegel:

Die Polizei war zudem offenbar auf Unregelmäßigkeiten hingewiesen worden. Bis zu 5000 Kilogramm Düngemittel soll Breivik erworben haben, zumindest einen Teil verwendete er, um Sprengstoff herzustellen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP hatte ein Geschäft die Polizei wegen des Großeinkaufs von Düngemitteln alarmiert.

Ist es so verwegen, das ich den Verdacht äußere, das hier vielleicht jemand gezielt ausgesucht, „auswählt“ worden ist, um ein Exempel zu statuieren, ein Fanal zu setzen, ein Opfer zu bringen …. oder viele Opfer?

Hören wir dazu norwegische Wissenschaftler, zitiert im Spiegel:

Die Taten von Oslo und Utøya könnten nach den Worten des Wissenschaftlers Segal eine gefährliche Eskalation dieser Entwicklung markieren: „Die Taktik dieses Angriffs wäre frappant, wenn er auf einen einheimischen, weit rechts angesiedelten Täter zurückgeht. Dass jemand versucht, den norwegischen Ministerpräsidenten zu töten, ist eine Sache und nicht überraschend für Extremisten. Aber ganz normale Bürger auf diese Weise zu töten, ist sehr, sehr ungewöhnlich, auch für Rechtsextreme oder Rassisten, und ganz bestimmt für solche in Europa.“

Und wenn „normale“ Bürger anfangen, „normale Bürger“ und Ministerpräsidenten zu töten? Ein Täter, der „aus dem Nichts kam“, wie viele Zeitungen gestern und heute schrieben, könnte hundert Gesinnunsbrüder haben – gleich nebenan.

Gut das uns die norwegische Polizei und der Ministerpräsident dazu auffordern, nicht über die Hintergründe des Täters und die Motive der Tat zu spekulieren – in drei Tagen ist das alles wieder vergessen. Niemand interessiert sich mehr dafür, ob es ein kleiner Spinner mit viel Geld war – oder möglicherweise nur ein „ausgewählter Auserwählter“.

Mein größter Horror gesten war: die Verdrängung der Horrormeldungen von Oslo vom Titelplatz bei Spiegel-online durch die Nachricht vom Tode einer Soulsängerin: so schnell wird der Horror verdrängt und vergessen.

Auch von einem Hitler sagte man, er sei „auserwählt“ gewesen. Es gab aber Menschen, die in auserwählt haben: Dietrich Eckhart zum Beispiel, Chefredakteur des völkischen Beobachters.

Er prägte 1919 als Mitbegründer der NSDAP den nationalsozialistischen Kampfbegriff „Drittes Reich“, womit vor allem eine Verbindung von chiliastischer Esoterik und politischem Ziel gemeint war: „Im deutschen Wesen ist Christ zu Gast – drum ist es dem Antichristen verhaßt.“[6] Im August 1921 wurde Eckart Chefredakteur des Völkischen Beobachters, nachdem er das Geld für dessen Übernahme im Dezember 1920 beschafft und Hitler gegen innerparteiliche Kritiker in Schutz genommen hatte.

Bis zum Frühsommer 1915 wohnte Eckart mit seiner Familie in Bad Blankenburg;[4] danach zog er nach München-Schwabing, wo er in Kontakt mit völkischen Kreisen wie dem Fichte-Bund und der Thule-Gesellschaft kam[2] und als Verfasser okkulter, alternativreligiöser, rechtsradikaler und antisemitischer Traktate hervortrat. 

Hitler? Damals ein Mensch, der lange Zeit ziemlich unpolitisch wirkte, was sich plötzlich änderte:

Gerade in dieser Zeit begann Hitler, erstmals eine gewisse politische Aktivität zu entwickeln. Von 1919 stammt „Hitlers erstes politisches Dokument“

Den „Völkischen Beobachter“ übernahm Eckart von „Freiherr von Sebottendorf„:

Der zeitweise sehr vermögende Sebottendorf war im Umfeld der Völkischen Bewegung, der Zerschlagung der Münchner Räterepublik, der Freikorps und antisemitischenGeheimbünde sowie als Verleger des Völkischen Beobachter aktiv. Um 1918 versammelte er Gesinnungsgenossen, so in der Thule-Gesellschaft, von denen etliche zum späteren Führungspersonal der NSDAP gehörten. Sebottendorf selbst blieb die von ihm erstrebte Anerkennung als Wegbereiter des Nationalsozialismus versagt.

Warum ich den erwähne? Weil Sebottendorf ein erstaunliches Phänomen darstellt: geboren als Sohn eines Lokführers in Hoyerswerda wird er bald zum Baron – und erstaunlich vermögend. Dann bastelt der an diversen Organisationen, die die Geburt der NSDAP begleiten. Es lohnt sich schon, die Biographie genauer anzuschauen:

Rudolf Glauer wuchs als Sohn eines Lokomotivführers in Hoyerswerda auf. Er machte sein Abitur und ging nach Berlin, um an der Technischen HochschuleIngenieurwissenschaften zu studieren, brach sein Studium aber ab. Im April 1898 heuerte er als Heizer auf einem Schiff von Bremerhaven nach New York an und fuhr mehrere Jahre zur See, u.a. auch in den Orient, wo er sich mit Okkultismus beschäftigte.[1] Von 1901 bis 1914 hielt er sich wiederholt in der Türkei auf. In Bursa machte er 1901 die Bekanntschaft eines griechischen Juden namens Termudi, der ihn in eine Freimaurerloge eingeführt haben soll. Der britische Esoterik-Forscher Nicholas Goodrick-Clarke vermutet, dass die Loge in Bursa mit französischen Logen des Memphis-Ritus in Verbindung stand.  Von Termudi erbte Sebottendorf auch dessen Bibliothek okkultistischer Bücher.[2]

Darüber hinaus beschäftigte er sich mit der islamischen Mystik, dem Sufismus, der Theosophie Helena Blavatskys sowie dem ariosophischen Ableger der Theozoologie des Lanz von Liebenfels. In seinem 1924 erschienenen Werk beschreibt Glauer Begegnungen mit dem Sufismus, insbesondere der Bektaschi-Derwisch-Orden, die er als „alte türkischer Freimaurerei“ tituliert. In deren Praktiken, die zur feinstofflichenUmwandlung des Körpers dienten, glaubte er rosenkreuzerische Traditionen zu erblicken.[3][4] Mit seinem Werk lieferte er durch die Überlagerung der Derwisch-Praxis mit den Buchstabenübungen J. B. Kerningsund Karl Kolbs der Buchstabenmagie neue Impulse.[5]

1910 soll er eine mystische Loge in Istanbul gegründet haben.[6]

Im Orient wurde Glauer nach eigenen Angaben von einem Baron Heinrich von Sebottendorf adoptiert und nannte sich seitdem Rudolf Freiherr von Sebottendorf. 

1913 kauft er in Berlin ein großes Anwesen. Finanziert … durch wen?

Das ist jetzt einhundert Jahre her. Hundert Jahre später kommt ein norwegischer armer Ritter Christi daher, dessen Wortwahl sich in denselben kruden Bahnen bewegt. Seine Gedankenwelten können von den Ermittlern kaum nachvollzogen werden – auch sein Anwalt ist laut Spiegel ratlos:

Breiviks genaue Begründung für die Taten wollte der Anwalt nicht wiedergeben, ehe er sie nicht noch einmal genau durchdacht habe. Die Ausführungen des Attentäters seien zum Teil unverständlich gewesen. „Es ist ausgesprochen schwer für mich, eine vernünftige Zusammenfassung von dem zu geben, was er in dem Verhör gesagt hat.“

Ähnlich erging es wohl denjenigen Menschen, die versuchten, Hitlers Gedankenwelt zu ergründen. War ja auch nicht seine eigene – eher die seiner „Förderer“.

Daran habe ich mich erinnert, als ich heute die Berichte über Anders B. las: jene seltsame Mischung aus Freimaurertum, Templerlegenden, Rassismus und merkwürdigen Geldströmen kam mir bekannt vor.

Vielleicht alles Mumpitz.

Vielleicht stimmt die neue offizielle Theorie ja wirklich – auch wenn ich gestehen muß, das die Videoaufnahmen einer zweiten Bombenexplosion schon zum Nachdenken anregen.

Aber können wir es uns wirklich erlauben, die Möglichkeit a priori auszuschließen, das es außerhalb des Sichtkreises konzernfinanzierter Medien Kräfte und Gewalten gibt, die schon mal ein Opfer wollen – aus welchen Gründen auch immer? Oder die gezielt Impulse schaffen für eine ganz neues gesellschaftliches Klima?

Klar – WIR glauben auch nicht daran. Für UNS sind die Gedanken dieser Leute wirre. Wie lachhaft, das ein Charles Manson glaubte, Frauen hätten keine Seele.

Das hat ihn aber nicht dran gehindert, zu morden.

Und mit einem muss man auf jeden Fall rechnen: die Kreise, die einen Hitler in frühen Jahren gefördert haben, sind nicht mit dem Dritten Reich untergegangen.

 


 

 

 

 

 

Massaker in Norwegen: Hintergründe und Schreckensmeldungen

Wieder einmal hat der Terror zugeschlagen - diesmal in einem Land, das als ausserordentlich friedlich gilt: Norwegen. Jahrzehntelang hat man uns vor dem islamistischen Terror gewarnt. Spätestens seit dem 11.9.2001 hätte doch die ganze westliche Welt wissen sollen, das die Zeiten der friedlichen Koexistenz vorbei sind, das ein brutaler Krieg tobt, der auch und gerade vor Unschuldigen nicht halt macht, der sich nichts dabei denkt, auch Kinder in Gefahr zu bringen und nun demonstriert, das er auch vor der Regierungsgewalt nicht halt macht und nicht zögert, selbst den gewählten Ministerpräsidenten eines friedlichen europäischen  Landes in Gefahr zu bringen.  Wie üblich bei allen Terroranschlägen der letzten Jahre ist der Täter ... reich, gebildet und weiß. Darauf jedoch ... werden wir eigentlich nie hingewiesen.

Wieder einmal hat der Terror zugeschlagen – diesmal in einem Land, das als ausserordentlich friedlich gilt: Norwegen. Jahrzehntelang hat man uns vor dem islamistischen Terror gewarnt. Spätestens seit dem 11.9.2001 hätte doch die ganze westliche Welt wissen sollen, das die Zeiten der friedlichen Koexistenz vorbei sind, das ein brutaler Krieg tobt, der auch und gerade vor Unschuldigen nicht halt macht, der sich nichts dabei denkt, auch Kinder in Gefahr zu bringen und nun demonstriert, das er auch vor der Regierungsgewalt nicht halt macht und nicht zögert, selbst den gewählten Ministerpräsidenten eines friedlichen europäischen  Landes in Gefahr zu bringen.  Wie üblich bei allen Terroranschlägen der letzten Jahre ist der Täter … reich, gebildet und weiß. Darauf jedoch … werden wir eigentlich nie hingewiesen.

Wir wissen ja, wo die Gefahr herkommt: wenn da so ein Ölauge mit Bart und Turban die Straße entlanggeht, dann wollen wir doch am liebsten schon im Schützengraben Stellung beziehen.  Oder die klassische Hartz-IV-Familie: Papa, Mama und drei Kinder, die als Takko-Lords die Straßen unsicher machen: da möchten wir doch gleich schießen. Wie wohler ist es uns, wenn da ein blonder, blauäugiger Unternehmer in feiner Kutte entlangschreitet, der klassische Musik liebt, Body Building betreibt, dem adeligen Sport des Jagens frönt und als Lieblingslektüre Kants Kritik der reinen Vernunft angibt, wie die Welt berichtet: da wird uns gleich warm uns Herz, wir eilen, um unsere Töchter vorzuzeigen und unsere Söhne zum Vorstellungsgespräch zu treiben.

Doch genau solch ein edler Mensch hat jetzt gerade mindestens 91 Menschen in den Tod befördert – eine Tat, die umso bedrohlicher ist, als wir noch einige Millionen Menschen mit dem handelsüblichen Täterprofil in unserer nächsten Umgebung herumlaufen haben. Kein Wunder also, das sich die Medien nach Kräften bemühen, den Täter klein zu reden.

„Der Täter ist offenbar ein Rechtsextremist!“ – so urteilt heute erstmal die Welt.  Das soll uns beruhigen. „Der ist nicht wie wir, der ist irgendwie anders“ … das soll die Angst davor nehmen, das ortsansässige Unternehmer ebenfalls zur Waffe greifen und sich der „viel-zu-vielen“ Mitmenschen entledigen, die diese Erde mit ihren schmutzigen Füssen treten, die zu dick sind, zu krank, zu arm, zu schwach, zu links, zu dumm,  zu ausländisch oder zu unchristlicht, als das man sie in unserer Mitte dulden könnte.

Die norwegische Polizei ist sich laut „Focus“ über den rechtsextremistischen Hintergrund noch nicht so ganz sicher – aber offensichtlich reicht es, wenn man ein christlicher, konservativer Biobauer ist, der keinen ausgesprochen islamfreundlichen Hintergrund hat, um als rechtsradikal zu gelten. Warum uns das Handelsblatt unbedingt darüber informieren muss, das islamistische Terroristen den Anschlag feiern, erschließt sich einem nur dann, wenn man sich vergegenwärtigt, das Präsident Obama sich laut Berliner Zeitung schon recht schnell zu dem Anschlag geäußert hat:

US-Präsident Obama rief zu einer stärkeren Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terror auf. „Es ist eine Mahnung, dass die gesamte internationale Gemeinschaft dazu beitragen muss, dass solch ein Terrorakt nicht passiert“, sagte Obama in Washington.

Auch aus Russland sind laut Welt Töne zu vernehmen, die ebenfalls  irgendwie den Eindruck hinterlassen, das man etwas sagen möchte, obwohl man eigentlich nicht weiß, was los ist:

Kremlchef Dmitri Medwedjew verurteilt den Doppelanschlag als ungeheures Verbrechen. „Die Organisatoren dieser sinnlosen Tat müssen zur Verantwortung gezogen werden“, schreibt er in einem Telegramm an die Regierung in Oslo. Für die Ermordung friedlicher Bürger gebe es keine Rechtfertigung.

„Organisatoren der Tat“ … weiß der mehr als wir? Oder hat der zuvor „Deutsche Welle“ gehört, die über einen US-Geheimdienstskandal in Norwegen berichtet hat:

Leiter der im Jahr 2000 gegründeten Organisation SDU (Surveillance Detection Unit) sei ein pensionierter Ex-Chef der Antiterror-Einheit der norwegischen Polizei, hieß es in den Berichten. Neben dem früheren Antiterrorchef sollen mehrere ranghohe ehemalige Beamte der Kriminalpolizei, des Militärs und der Zivilbereitschaft als SUD-Mitarbeiter tätig gewesen sein und sich so ein Zubrot zu ihren Pensionen verdient haben. Sie sollen von einem Gebäude in der Nähe der US-Botschaft in Oslo die Überwachung mehrerer hundert Einheimischer organisieren.

Nun … solche Verwicklungen könnten erklären, warum der Täter für die norwegische Polizei nach Angaben des „Spiegel“ „aus dem Nichts“ kam, obwohl man gleichzeitig mutmaßt, das er seine Anschlag schon seit 2009 geplant hatte … und extra deshalb eine „Farm“, einen „Biobauernhof“, eine „Gemüsezucht“ oder einen „Betrieb“ gründete, der es ihm erlaubte, an Düngemittel zur Bombenproduktion heran zu kommen.

Woher er das Geld hatte, werden wir vielleicht nie erfahren, brauchen wir auch nicht, weil wir ja schon ausreichend informiert sind: im Hintergrund der Tat lauern – nur für den Fall, das die rechtsradikalen Ansichten nicht ausreichen, auch noch die gemeingefährlichen „Videospiele“ und der auch in Deutschland schon mehrfach in Verdacht geratene „Schützenverein“.

Wir werden wahrscheinlich auch nie erfahren, was einen Menschen, der Kant liest (eine Arbeit, die laut meines ersten Philosophiedozenten mit einer Seite pro Tag im Studium anzusetzen ist – wegen der Komplexität der Materie), klassische Musik hört und sich als christlich definiert dazu in die Lage versetzt, kaltblütig ohne Erfahrung mindestens 84 junge Menschen zu erschiessen – und zum Teil gezielt mit Kofpschüssen hinzurichten. „Kalt wie Eis“ soll er sein … was in meinen Augen dem Profil jener Menschen entspricht, die den Sozialstaat zum Minimalstaat ausbauen wollen wie der Nato-Generalsekretär Rasmussen, der als vorheriger dänischer Regierungschef einen Kurs fuhr, der den Massenmörder aus Norwegen wohl gefreut hätte:

Im Golfkrieg 2003 unterstützte die Regierung Fogh Rasmussen die USA und entsandte ein dänisches Kontingent in den Irak. Wie in anderen europäischen Staaten war dieser Krieg auch in Dänemark sehr umstritten.

Die Regierung nahm restriktive Änderungen in der Ausländerpolitik vor. Das dänische Ausländerrecht gilt seitdem als das schärfste Europas und wurde 2004 vomMenschenrechtskommissar des Europarats gerügt. 

Natürlich distanziert sich Rasmussen jetzt von den Taten, laut Spiegel rügt es sie als „abscheulichen Akt der Gewalt“, ähnliches dürfte Gaddafi über die von der Nato geworfenen Bomben denken. Natürlich dürfen wir den Nato-Generalsekretär jetzt nicht als „rechtsradikal“ beschimpfen, er dürfte sich gegen solche Vorwürfe wohl auch erfolgreich wehren können.

„Reich, gebildet, weiß“ scheint ein ziemliches Sicherheitsrisiko zu sein, eine Terrorgefahr nicht nur für linke Jugendliche in Norwegen. Wenn ich jetzt noch bedenke, das der gute Mann sich auch für die Freimaurerei interessierte, habe ich keinerlei Zweifel mehr, das er guten Stoff für viele Verschwörungstheorien abgeben wird.

Es gibt nur einen, der sich über die Tat nicht wundern wird, der keine weiteren Fragen dazu haben wird noch umfangreiche Theorien zu ihrer Erklärung braucht: Pater Pedro Barrajón, der laut Welt in Rom Kurse für angehende Exorzisten gibt:

Der Teufel ist überall gegenwärtig, wo Böses innerhalb der normalen Naturgesetze geschieht. In jedem, der sagt, ich akzeptiere die Liebe nicht, die Liebe zu meinen Brüdern und Schwestern, die Liebe zu Gott. Also an sehr vielen Orten, in allen Massakern, in jedem Mord, in physischen Katastrophen, in jedem Konzentrationslager, in jedem Bösen. Manchmal manifestiert er sich merkwürdigerweise aber auch in Fällen von Besessenheit. Sehr viel gefährlicher ist er aber, wo er sich nicht zu erkennen gibt und nicht mit einem Exorzismus vertreiben läßt. Keine Frage.

Man spottet gerne über sie, gerade im Kreise der Atheisten mokiert man sich über die Vielzahl neuer Exorzisten, die der Vatikan gerade ausbildet, über ihre Erwartung einer Zunahme der Fälle von Besessenheit, die ganz normale Bürger in … Mörder … verwandeln.

Ich denke da auch gerade an Jakob Lorber, der innerhalb der christlichen Kirchen ja den Status einer „Neuoffenbarung“ hat und uns eine Beschreibung teuflischen Wirkens hinterlassen hat:

Tanz, Hurerei, Groll, Schelten, Fluchen, Rauben, Stehlen, Lügen, Stolz, Hochmut, Prahlerei, Ehrabschneidung, Neid, Geiz, Hoffahrt, Fraß, Völlerei, Spott und Hohn gegen Jesus, Pracht, Mode, Luxus u.ä als vollkommene, untrügliche Zeichen des allerintensivsten Besessenseins 

Wie gut, das wir wissen, das das alles Unfug ist … denn schaue ich mal in das Programm des Privatfernsehen – oder einfach in die alltägliche Welt der reichen, gebildeten weißen Menschen dann könnte ich mir vorstellen, das ein Herr Lorber Panik bekommt … und ich würde verstehen, warum die Kirche die Zahl ihrer Exorzisten aufstockt.

Wie es scheint, erwarten die noch mehr.

„Allerintensivstes Besessensein“ … könnte man vergleichen mit einer ansteckenden Geisteskrankheit. Wie gut, das es so etwas  nicht gibt, außer … in einem Spiegelartikel aus dem Jahre 1979, dessen Link leider nicht funktioniert:

…sondern wahrscheinlich „Rassismus die einzig ansteckende Geisteskrankheit“ sei, mithin „Rassismus das öffentliche Gesundheitsproblem …

Und da sind wir wieder mitten in Norwegen.

Das Abwenden von der natürlichen Welt der Schöpfung und das Aufgehen in der künstlichen Zivilisation treibt uns in Wahnsinn und Dekadenz

So urteilen Esoteriker, beziehen sich auf die „Wetiko-Seuche“, die der „Weiße Mann“ über die Welt gebracht hat. Noch eine Perspektive, aus der man sich nicht wundert – Indianer sind vielleicht auch leichter zu tolerieren als Exorzisten, obwohl beide zu einem ähnlichen Ergebnis kommen: es läuft gerade etwas gewaltig schief in unserer Welt … in der Massaker schrecklich normal geworden sind – ebenso wie Rassismus, Tanz, Hurerei, Groll, Schelten, Fluchen, Rauben, Stehlen, Lügen, Stolz, Hochmut, Prahlerei, Ehrabschneidung, Neid, Geiz, Hoffahrt, Fraß, Völlerei, Spott und Hohn gegen Jesus, Pracht, Mode, Luxus.

Ob es da Zusammenhänge geben könnte … mit den Werten, die Medien tagtäglich vermitteln? Mit der Tatsache, das es in Ordnung ist, Menschen zu verachten, weil man ihnen ihr Geld stehlen konnte und sie ihre Arbeitskraft nicht mehr gewinnbringend verkaufen können, das es in Ordnung ist, mit Bomben um sich zu schmeißen, weil einem der Nachbar nicht gefällt oder in andere Länder einzumarschieren, weil man einen „Verdacht“ hat?

Ich denke … darüber wird man in den westlichen Medien seltener nachdenken: über die schlichte Tatsache, das die norwegischen Massaker keine Ausnahme in einer Kultur sind, sondern eine direkte Folge ihrer Werte und ihres Lebensstils.

 

 

 

 

 

 

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