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Kashoggi, Lady Di und Hartz IV: ein unglaublicher Blick auf Fakten hinter den Kulissen

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Montag, 22.10.2018. Eifel. Es ist nicht immer leicht, sich für Themen zu entscheiden, gerade in der heutigen Zeit. Hartz IV ist ein Thema, das – wie immer mehr Menschen merken – besonderer Aufmerksamkeit bedarf, weil es eine einschneidende Zäsur unsere Zusammenlebens und unseres Gesellschaftsvertrages ist. Stellen Sie sich mal Schlagzeilen im Ausland vor, die so lauten: „Deutschland: schon zehn Millionen Bürger entrechtet und enteignet! Eine Million Menschen zum Tode durch Unterversorgung verurteilt!“ Es wäre leicht gelogen, denn: es werden zwar eine Million Sanktionen ausgesprochen, aber die Totalsanktionen sind deutlich weniger – aber es geht ja um eine Schlagzeile, die als solche nicht ganz an der Wirklichkeit vorbei geht. Fragt man nun nach, warum denn diese Menschen so bestraft werden, so ist die Antwort überraschend: sie haben ihre Arbeit verloren. Die Hälfte von ihnen ist krank – oder wird es werden, wenn sie in die Fänge des staatlichen Umerziehungsprogramms kommt. Umerziehungsprogramm? Ja – nun: es wird ja jedem Arbeitslosen unterstellt, dass er ein Recht auf Faulheit für sich in Anspruch nimmt, ein Recht, von dem einer der deutschen Industriekanzler meinte: das gäbe es gar nicht. Natürlich gibt es das – besuchen Sie mal einen der zahlreichen Golfplätze und Nobelressorts in Deutschland und der Welt: da wird eine Kultur der Faulheit zelebriert, das einem übel davon werden kann. Tausende saudische Prinzen demonstrieren täglich, wie gut man mit viel Geld faul sein kann (siehe Welt) – doch zu denen kommen wir später. Nun – die Enteignungen … das ist nicht gelogen. Da läuft eine Maschinerie wie zu Zeiten des Dritten Reiches, als sich alle an dem Vermögen der jüdischen Mitbürger eine goldene Nase verdienten.

Trotzdem werden Sie über all dies in den öffentlichen Medien keine derartigen Schlagzeilen lesen können, was daran liegt, dass jene Menschen, die sich selbst „Leistungsträger“ nennen und die wir gelegentlich „Elite“ schimpfen … besser gesagt: Lumpenelite … völlig mit dem Programm übereinstimmen. Es sind nur wenige Menschen, die schon in den neunziger Jahren gesehen haben, dass Hartz IV kommen wird, weil … die USA es so beschlossen haben. Sagen wir mal: gewissen Kreise in den USA, Investorenkreise, deren Namen uns allen nichts sagen würden, die aber in den achtziger und neunziger Jahren noch in der Zeitschrift „Der Spiegel“ erwähnt wurden – bevor der ein Schwager der Bildzeitung wurde – hatten ganz offen auf die Gelder geschielt, die in Europa für „Soziales“ ausgegeben wurden und offen zum Krieg gegen den Sozialstaat ausgerufen, der ihr eigenes Geschäftsmodell in Gefahr brachte: die Sklaverei. Also: jene moderne Form, wo der Plantagenbesitzer noch nicht mal mehr für Unterkunft, Ernährung und Gesundheit des Sklaven verantwortlich ist, weil man ihm Geschäftsmodelle präsentiert hat, in dem man noch mehr Gewinn aus Arbeitskraft ziehen kann, wenn man die Sklaven selbst für ihre Existenz verantwortlich sein läßt – und den Erhalt dieser Existenz mit der Produktivität ihrer Arbeitskraft direkt verknüpft. Funktioniert super, die Sklaven rennen doppelt so schnell, fühlen sich freier, arbeiten doppelt so hart und doppelt so lange … und haben letztendlich doch keinerlei Freiheiten mehr, um das System zu stürzen, weil sie völlig von Geldzahlungen abhängig sind. Das Modell kann natürlich nur funktionieren, wenn es kein „Recht auf Faulheit“ gibt, was in meinen Augen in urdemokratisches Recht ist … das aber für den Untertan auf keinen Fall gelten darf.

Es macht auch wenig Sinn, nun auf Peter Hartz zu schimpfen: ein genialer Coup der Medien, einen Sündenbock zu präsentieren, um von den wahren Schuldigen abzulenken: der Bertelsmannkrake, die Hartz IV im Sinne der Investoren entwickelt hatte und über ihre vielfältigen Kanäle (wir berichteten da mal über die Dimensionen der „Bertelsmannparty“) ins Land sickern ließ. Peter Hartz war sogar ein „guter“, das sollte man mal erwähnen. Üblich war in damaliger Zeit noch, dass man Mitarbeiter einfach ´rausschmiss, wenn einem etwas an ihnen nicht passte, zur Not auch mit Falschaussagen von Privatdetektiven oder Vorgesetzten – da war die Art „Personalarbeit“, die VW pflegte, ein Riesenfortschritt: jedenfalls für die rigide Personalpolitik von Großkonzernen. Endlich kam mal etwas Soziales in das Reich der Pharonenbüttel, die zuvor völlig selbstherrlich und rücksichtslos durchregieren konnten, der Mitarbeiter wurde auf einmal als entwicklungsfähiger Mensch gesehen – und nicht nur als notwendiger Ballast. Das ein Peter Hartz seinem Industriekanzler diese Methode als tolle Idee verkaufte und dieser das als großen Wurf ansah, ist nur logisch, ebenso, dass es nur schiefgehen konnte. Peter Hartz – der heute immer noch der Meinung ist, dass jeder Mensch Talente hat, die man entwicklen kann, wollte schon 2005 511 Euro Regelsatz für jeden Arbeitslosen … doch die Krake hat daraus 319 Euro gemacht (siehe Spiegel). Mit 511 Euro hätte man noch Kapital zum Investieren gehabt, mit 319 blieb nur noch der Gang zum Mülleimer – oder zur Tafel, was aber auch nur ein Mülleimer der besonderen Art ist. Zudem hatte Peter Hartz nie drüber nachgedacht, woher denn der Staat all´ die hochqualifizierten Trainer herbekommen sollte, die den künstlich brutal verarmten Menschen bei der Entwicklung ihrer Talente helfen sollten – für den Staat jedoch ein gutes Geschäft, konnte er doch die alten Post- Bahn- und Friedhofsbeamten dort preiswert entsorgen, die dann machten, wozu  sie ursprünglich ausgebildet wurden: verwalten und Staatsdiener sein.

Man prallt hier unversehens auf die Brutalität der Realität, auf die wahren Mächte hinter der Marktmacht, jener Macht, von der wir uns erhoffen, dass sie alles für uns regeln wird – eine ganz besonders wirre, irre und unmenschliche Art von Religion, die wohl mehr Opfer erzeugt als alle anderen, oft gescholtenen Religionen vor ihnen. Nur über diese Macht … redet man nicht. Da sitzen engagierte Atheisten allen Ernstes vor den Kanälen des Millionärsfunk und lassen sich begeistert zutexten von den Qualitäten der „unsichtbaren Hand des Marktes“ und nicken begeistert diesem dümmsten aller Götzen zu … aber UFO´s, Kornkreise und Naturgeister sollen von Übel sein?

Sie werden überrascht sein, welche Kreise sich hier schließen, wenn es um die Verteidigung moderner Irrationalität geht, denn: unsere modernen Inquisitoren „Psiram“ und „GWUP“, Menschen jener Art, die uns weismachen wollen, dass Kriege jeder Art „einfach so passieren“ (und Kriege so zu einem Akt des „Glaubens“ machen – entgegen der jahrhundertealten Tradition der Aufklärung), sind in der Tat nichts anderes als sektiererische Inquisitoren der „unsichtbaren Hand des Marktes“, die mit lautem Getöse – und gerne auch mal unter Brechung geltender Persönlichkeitsrechte – gegen die anderen Götzen vorgehen. Sie sorgen und pflegen den „Stacheldraht in den Köpfen der Menschen“ (Volker Pispers in seinem Programm „Bis neulich“), der dafür sorgt, dass wir keinerlei alternative Ideen mehr diskutieren können, dass alles „alternativlos“ geworden ist, dass aus lebendigen Demokratien tote, starre Apparate werden.

Eine lange Vorrede, und doch halte ich sie für notwendig, wenn wir den Blick ausnahmsweise ins Ausland richten, auf ein großes Rätsel der Politik … oder auf jene Sphären, auf die wir wegen dem Stacheldraht im Kopf überhaupt nicht schauen können, weil man dazu den Kopf mal bewegen müsste. Das Rätsel, warum eigentlich eines der brutalsten Regime der Menschheit – Saudi-Arabien – so ein toller Partner des Westens ist. Eine Monarchie, die foltert, Kinder und Frauen köpfen läßt, eine Religionsform exportiert, für die das Wort „mittelalterlich“ noch zu harmlos ist, einen brutalen, grausamen Vernichtungskrieg gegen die Zivilbevölkerung des Jemen führt und die – jedenfalls nach der Verschwörungstheorie der Lumpenelite – die meisten Freiwilligen zu den Attentaten am 11. September lieferte. Ja – und da kommen wir gleich zu einem Artikel der FAZ, der unglaubliches berichtet:

Da können doch jetzt US-Bürger Saudi-Arabien wegen der Attentate vom 11.9.2001 auf Schadensersatz verklagen (siehe FAZ). Es geht um „staatliche Unterstützung von Terrorismus“ – aber niemand käme jetzt auf die Idee, Saudi-Arabien militärisch anzugreifen, im Gegenteil: sogar wir Deutschen gehören zu den größten Waffenlieferanten des muslimischen Terrorstaates. Ganz vorne mit dabei: Rheinmetall, die seit letztem Jahr für die Saudis eine gigantische Rüstungsschmiede bauen (siehe Tagesschau). Wir greifen den Irak an, Lybien, Syrien, Mali, Afghanistan … nur nicht das Land, das man jetzt in den USA öffentlich wegen nine-eleven verklagen kann – gegen das entschiedene Veto des Friedensnobelpreisträgers Obama. Und wir Deutschen sind ja immer mehr dabei. Waren wir allerdings schon immer – wobei wir auf einen weiteren heiklen Aspekt stoßen.

Aktuell ist ja Jamal Kashoggi überall im Gespräch. Wollte seine Heiratsurkunde im Konsulat abholen, doch dort hat man dann spontan beschlossen, ihn bei lebendigem Leibe zu zersägen – wie die aktuelle Version der Geschehnisse ist. Ist alles weit draußen, denken Sie jetzt, aber Sie werden sehen, wie klein die Welt der Lumpenelite ist – und wie schnell wir von Jamal Kashoggi zu Uwe Barschel kommen. Jamal Kashoggi ist der Neffe des bekannten Waffenhändlers und Lebemanns Adnan Kashoggi, jenem Mann, zu dem Uwe Barschel gute Kontakte hatte (siehe NDR). Ein weiterer Selbstmörder war sogar direkter Nachbar von Kashoggi auf Mallorca: der Herr Möllemann (siehe Spiegel). Ebenso finden wir dort Justus Franz als anderen Nachbar von Kashoggi, unter anderem Hoher Flüchtlingskommissar der UNO, der sich – wie Wikipedia ausführlich berichtet – am 22.11.2017 eine Fingerkuppe mit einer Brotschneidemaschine abgesägt hatte. Warum man das so unbedingt erwähnen muss, weiß ich im Moment auch nicht, bringt mich aber zu Jamal Kashoggi zurück, bzw. zu seinem Onkel Adnan. Der war nämlich auch Onkel von: Dodi Al-Fayed, dem Liebhaber von Prinzessin Di, deren Unfall immer noch für Gerüchte sorgt (siehe Focus). Sie merken: wir kommen in ganz komische Kreise des verbotenen Denkens, die uns Untertanen nichts angehen. Wenn Sie genau hinschauen, wird jetzt der Stacheldraht in Ihrem Kopf bemerkbar: die Tatsache, wie eng die Lumpen dieser Welt zusammenhängen, ist in der Tat schwer zu verarbeiten. Ebenso schwer wie die Tatsache, dass der Krieg Saudi-Arabiens gegen den Jemen zu einer der größten Hungerkatastrophen der Menscheit führt (ZDF), aber völlig ohne Belang für die Medien oder die Politik ist, während die Ermordung eines Journalisten einer angesehenen Elitefamilie mit guten Beziehungen zu deutschen Barschels und Möllemanns ein Erdbeben auslöst.

Werden Jemeniten bombadiert, interessiert sich kein Mensch dafür. Ich bekomme täglich Bilder aus dem Jemen über einen dort ansässigen Kaufmann (ein Vorteil, wenn man bei Facebook ist) und ich kann nur sagen: dafür hätte man Assad schon längst mit Atombomben beworfen. Die Herren des Wahhabismus jedoch – die dürfen das. Was sie nicht dürfen, ist: einen aus der Elite ermorden. Das dürfen vielleicht westliche Geheimdienste, aber nicht jedermann.

Jetzt werden Sie sich fragen: wo sind wir denn nun gelandet? Hatten wir nicht über Hartz IV gesprochen – wo ja immer mehr Einigkeit darüber herrscht, dass es weg soll, vor allem, weil immer mehr SPD-Mitglieder merken, dass Hauptziel der Agenda 2010 wohl war, die SPD innerhalb von zehn Jahren auf unter zehn Prozent der Wählerstimmen zu bringen – was in Bayern ja erfolgreich war. Und jetzt sind wir in den unheimlichen Gefilden verbotenen Denkens gelandet, wo wir doch nur etwas über Sozialstaatsabbau nörgeln wollten, um ja keinem Mächtigen auf die Füße zu treten?

Ja – Sie merken jetzt selbst: es geht zentral um das „Wegschauen“, das in Deutschland inzwischen erste Bürgerpflicht geworden ist. Wir schauen weg, wenn im Jemen ein millionenfacher Völkermord bevorsteht. Wir schauen weg, wenn in Deutschland Millionen Menschen sozial ausgegrenzt und entgeignet werden. Wir schauen weg, wenn sich – unter dem niedlichen Etikett „Verschwörungstheorien“ – Sprachverbote in unseren politischen Diskurs einschleichen. Und wir schauen weg, wenn unsere Elite mit übelsten Gesellen in der Welt ganz normale Geschäfte macht, fragen uns nicht, wieso ein Herr Möllemann von einem Herrn Kashoggi Land bekommt, um neben ihm eine Villa auf Mallorca bauen zu können, der gleiche Kashoggi, der in den Iran-Kontra-Skandal verwickelt gewesen sein soll – und so nicht, dann aber mit Waffenlieferungen für den Tod von Tausenden, Zehntausenden oder Hunderttausenden mit verantwortlich ist. Und der FDP-Chef wohnt gern neben ihm.

Ja – das hat auch was mit Hartz IV zu tun, denn … neben Deutschland, wo mit harter Hand gegen Arbeitslose durchgegriffen wird, und Saudi-Arabien, wo mit harter Hand gegen jedermann durchgegriffen wird, gibt es ja auch noch Kasachstan, wo ebenfalls die harte Hand regiert. Und wen finden wir da? Gerhard Schröder (SPD), Otto Schilly (erst Grüner, dann SPD) und Peter Gauweiler (CSU), jenen Gauweiler, der durch seine „harte Hand“ gegen die AKW-Gegner von Wackersdorf aufgefallen war, der mit harte Hand gegen AIDS-Kranke vorgegehen wollte oder und mit harter Hand gegen die Wehrmachtsausstellung vorging, die Verbrechen der Wehrmacht in der NS-Zeit aufzeigte. Schröder, Schilly und Gauweiler arbeiteten mit dem Diktator Kasachstans – bekannt geworden durch das Schangaösen-Massaker  – eng zusammen, Gauweiler und Schilly halfen ihm bei der Verfolgung seines Schwiegersohnes, Schröder half mit gutem Rat (siehe Spiegel).

Wenn Sie wissen wollen, wie Uwe Barschel in die Waffenlieferungen der USA an Ajatollah Khomeini verstrickt war  – und wie jener Ajatollah Ronad Reagan half, Präsident zu werden, jener Reagan, der mit seinen „Reaganomics“ den Neoliberalismus in der westlichen Wertewelt durchboxte, dann müssen Sie woanders lesen (siehe Heise) – was nur zu empfehlen ist, wenn Sie auch nur annähernd einen Blick für die Realitäten gewinnen wollen, die Ihr eigenes Leben tagtäglich steuern.

Das war nun ein kleiner Blick hinter die Kulissen. Warum nun Kashoggi sterben musste? Nun – die Frage hat sich – soweit ich weiß – noch keiner gestellt. Vielleicht wird daraus auch noch ein Selbstmord? Wir werden – da bin ich mir sicher – die Frage nie beantwortet bekommen. Auch nicht die Frage, wie eigentlich die Türkei so detallierte Informationen über den Mord bekam. Wir werden auch nie alle Wahrheiten über Nine-Eleven erfahren, wir werden stattdessen mit der Vorstellung leben müssen, einen geistigen Ganzkörperschleider verpasst zu bekommen, oder – besser – ihn selbst zum Zwecke der Optimierung unserer Vermarktbarkeit anzulegen. Vielleicht war der Tod Kashoggis eine der „ernsten Konsequenzen“,  mit denen die USA wegen dieser nine-eleven-Geschichte rechnen mussten?

Um hier Klarheit hineinbringen zu können, müssten wir zuallererst mal Theorien bilden, eine Anfangsverdacht formulieren … doch das ist ja unerlaubtes Denken, weil es Verschwörungen aufdecken könnte. Fingen wir damit aber an, fingen wir an, all´ diese Verstrickungen aufzudecken, die unsere Lumpenelite eingefädelt hat, um weiter ans große Geld zu kommen – wir würden uns in einer ganz gruseligen Welt wiederfinden.

Dabei könnten wir schöne Geschichten erzählen, die mehr Frieden brächten. Jene zum Beispiel, dass jene Sonderform des Islam, die soviel Ungemach in die Welt bringt, erst seit 1731 praktiziert wird (siehe Deutschlandfunknova). Man könnte also sagen: es handelt sich um eine kleine, junge Sekte, die durch Petrodollars überhaupt erst mächtig geworden ist (siehe FAZ); jene Dollars, die auch dem militärisch-industriellen Komplex in den USA sehr zugute kommt – weil die damit ihre Waffen bezahlen. Und eben das kann der Grund sein, warum Saudi-Arabien so unantastbar ist: sie sorgen für den Absatz jener Waffen, die man eigentlich gar nicht mehr brauchen würde. Ohne den Absatz würden aber viele arm dastehen – immerhin geben die Saudis 64 Milliarden Dollar im Jahr für Verteidigung aus.

Oder aber … wir müssen uns mit der Vorstellung anfreunden, dass wir einer weltweiten Allianz von „Brüdern im Geiste“ gegenübersehen, die das saudische Gesellschaftsmodell ganz toll finden. Immerhin sehe ich in Deutschland – vor allem in den teueren Autos – Frauen auch immer noch häufiger auf den Beifahrersitzen als hinter dem Steuer…

 

 

Regierungsterror der Natostaaten im Kampf gegen … die Bürger

Donnerstag, 8.6.2017. Eifel. Nun – heute mute ich Ihnen ziemlich starken Tobak zu. „Regierungsterror der Natostaaten“ – hört sich verschwörerisch an. Wir sind doch die Guten – was also soll das? Dann auch noch „im Kampf gegen die Bürger“ – als ob die Nato nicht dafür da wäre, uns zu schützen – vor den Bösen. Und doch muss ich gestehen: mir fiel keine andere Überschrift ein. Mir fiel auch keine ein, die auch nur annähernd beschreibt, was wir seit vielen Jahren – genau genommen: seit dem 11.9.2001 – erleben, was unser Alltag ist, was wir tagtäglich in den Nachrichten hören … und schon gar nicht mehr reflektieren können, weil gleich nach wichtigen entscheidenden Nachrichten sofort Meldungen über den Handballverein Gummersbach und den neuesten Hut der schwedischen Prinzessin kommen: Bullshitnews sollte man solche Nachrichtensmoothies nennen, in denen wervolle Informationen zur politischen Bildung mit absolutem Müll kombiniert werden, um die ganze Mischung wertlos zu machen. Zudem ist – fein verborgen – ja noch eine andere Botschaft in diesem Bullshit verborgen: solange wir noch Zeit haben, uns bundesweit über Leibesübungen in Gummersbach zu informieren, kann die Lage doch gar nicht so schlimm sein, oder?

Das ist die Botschaft, die man uns durch den Bullshit-Nachrichtenmix täglich stundenlang um die Ohren haut – und die die wirklich wichtigen Meldungen nicht völlig verschwinden lassen … aber sie verblassen dadurch, werden an den Rand gedrängt, entwertet. Insofern ist der Begriff „Lügenpresse“ nicht ganz korrekt – oder völliger Nonsens. Bullshitpresse wäre da treffender – passend zu unseren Bullshitjobs und unserem Bullshitleben.

Ist das schon Regierungsterror?

Nein. Das ist eher Quotenterror, der ist für sinnvolle Nachrichten, die umfassend informieren und alle Aspekte von Wirklichkeit beleuchten, ebenfalls tödlich. Kommen wir zuerst zu einer der wichtigen Meldungen, die uns das renommierteste deutsche Nachrichtenmagazin liefert. Es geht um einen erneuten Anschlag in England, der mal wieder zeigt, dass der Frieden unseren Alltag endgültig verlassen hat. Nicht Atomraketen und Panzerschwärme bedrohen unsere Sicherheit – wie in den Zeiten des Kalten Krieges – sondern Lieferwagen und Brotmesser wie jüngst in England. Und die neue Premierministerin – Theresa May – reagiert darauf in … sagen wir mal … ganz besonderer Art (siehe Spiegel):

„Für Radikale sei das Internet der perfekte Rückzugsort, klagt Theresa May nach den Anschlägen von London. Die britische Premierministerin deutet umfassende Pläne an, wie Staaten das Netz überwachen sollen.“

Schon zuvor wurden strenge Sicherheitsgesetze erlassen :

Damals sprachen Bürgerrechtler von einem „der extremsten Überwachungsgesetze, das je in einer Demokratie verabschiedet wurde„.“

Käme nicht direkt eine wischi-waschi-Nachricht zur Verwässerung der Terrorabsicht, glauben Sie mir: Sie kämen ins Grübeln. Schauen Sie sich noch mal dieses Zitat genau an – es lohnt sich:

„Die Unternehmen sollten zum Beispiel verpflichtet werden, Technologien zu entwickeln, die automatisch aufwieglerische Beiträge identifizieren – und löschen. Es wäre ein massiver Eingriff in die Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung online.

May schimpfte auf dem Gipfel über eine „Ideologie des Hasses, die sich online ausbreitet“. Sie warnte: „Lassen Sie sich nicht täuschen: Der Kampf verlagert sich vom Schlachtfeld ins Internet.““

Kennen Sie eigentlich das Internet? Waren Sie schon mal an diesem Ort, der für unsere Bundeskanzlerin „Neuland“ ist? Es ist … ein ziemlich offener, transparenter Ort. Jeder kann dort seine Meinung sagen, jeder hat die Möglichkeit, sich mit „Usern“ aus der Ukraine, den USA, Russland oder dem Sudan in Verbindung zu setzen – oder Liveberichte über die Horrorbombardements der US-finanzierten Saudis im Jemen zu verfolgen, Berichte, die von echten, lebenden Menschen vor Ort erstellt worden sind. Das Internet schafft eine globale Zivilisation – allein durch Technik – eine friedliche Zivilisation, in der jede bislang übliche Kriegspropaganda im Sand verläuft, weil jeder Nato-Soldat die Möglichkeit hat, seine russischen Kollegen jenseits der Grenze persönlich zu fragen, ob sie denn nun wirklich einmarschieren wollen oder nicht.

Der perfekte Rückzugsort für Terroristen? Wo jede ihrer Äußerungen sofort tausendmal kopiert und verteilt werden kann? Völliger Irrsinn – und überhaupt eine ganz seltsame Art zu denken. Wenn das Internet „böse“ wird, weil sich dort Terroristen „zurückziehen“ … wie sieht es dann aus mit Parkbänken und Bahnhofstoiletten? Ja: es gibt Terroristen, die sich auf Bahnhofsklos versteckt haben, es gibt auch Terroristen, die sich auf Parkbänke zurückgezogen haben – wollen wir jetzt Parkbänke und Bahnhofstoiletten zu Schlachtfeldern erklären? Noch schlimmer: Terroristen benutzen auch Papier um Anschläge zu skizzieren – wollen wir nun auch Krieg gegen das Papier führen? Wie irrsinnig ist dieses Denken eigentlich inzwischen geworden?

Ja – die großen Technokonzerne Facebook, Google und Twitter sollen international verpflichtet werden, „aufwieglerische Beiträge“ zu löschen. Sie lesen gerade einen dieser Beiträge. Stellen Sie sich mal vor, wie verdächtig Sie sich dabei machen. Ja, ich wiegle auf – und gedenke, gleich noch etwas mehr zu wiegeln.

Würde sich der Kampf wirklich vom Schlachtfeld ins Internet verlagern – wie Theresa May behauptet – so wären wir außerhalb des Internets doch wirklich vollkommen sicher! Prima! Augenwischerei der übelsten Art: noch nie ist aus einem Bildschirm ein Übeltäter gehüpft um den User zu erstechen … und doch wird uns dieser Bullshit ganz offen von der Regierung präsentiert … als ob der Terrorist in Ihrem Rechnergehäuse hocken würde, zwischen Lüfter und Festplatte.

Welche Logik steckt eigentlich dahinter, die eigenen Bürger – und zwar alle – unter Generalverdacht zu stellen und sie bis aufs Bahnhofsklo zu verfolgen, wenn nur eine kleine Gruppe Irrer gerade mal durchdreht – mit vielhundertfach weniger Toten als der übliche Straßenverkehr? 600 Menschen werden jedes Jahr in Großbritannien ermordet – seit Jahrzehnten schon – kommen die einmal in die Nachrichten? Wurde über Ausgangssperren nachgedacht? Verhängung des Kriegsrechts? Einschränkung der Bürgerrechte?

Nein.

Ganz anders ist es, wenn der Moslem die Taten verübt. Zwar gelten nur „Rechte“ als „islamophob“, aber die Regierungen des Westens neigen in ihrer Berichterstattung dazu, diese Phobien breitflächig zu fördern.

Schauen wir mal nach Frankreich. 500 Tote und Verletzte forderte dort eine koordinierte Serie von Anschlägen. Ganz schlimm. Unausstehlich schlimm, aber: wie regierte die Regierung? Mit Terror gegen das eigene Volk: das Kriegsrecht wurde verhängt. Was das bedeutet? Hier mal ein paar Beispiele (siehe humanrights):

„Am 19. Nov. 2015 um 04:30 Uhr morgens drangen Spezialeinheiten der französischen Polizei mit Sprengstoff in das Haus der Familie ein. Die Splitter der Explosion haben die 6-jährige Tochter an Kopf und Hals verletzt. Kurz darauf verlassen die Polizisten das Haus. Sie haben sich in der Adresse geirrt. Eine weitere Episode handelt von einem Paar in der Dordogne, welches eine Hausdurchsuchung am frühen Morgen über sich ergehen lassen musste. Es wurde verdächtigt, drei Jahre zuvor an einer Demonstration gegen ein Flughafenprojekt teilgenommen zu haben. Ein letztes Beispiel betrifft einen Familienvater, den die Polizei am 15. Nov. 2015 unter Hausarrest stellte. Sein ehemaliger Arbeitgeber hatte ihn angezeigt. Erst einige Zeit später stellte die Polizei fest, dass es sich um eine Verwechslung handelte.“

Kann Ihnen also auch passieren – bei dem nächsten Frankreichurlaub. Noch mehr Einzelfälle?

Ja – sogar noch brisanterer Art (siehe Telepolis):

„Laut Amnesty International wurden durch die Ausnahmeregelungen über 600 Personen daran gehindert, an Demonstrationen gegen das Arbeitsrecht teilzunehmen“.

Was „aufwieglerisch“ ist, liegt halt immer im Auge des Betrachters. Manchmal reicht es schon, als gebürtiger Franzose in der falschen Moschee zu beten (siehe SRF):

«Ich hätte nie erwartet, dass die zu mir kommen», erzählt der 31-jährige Julien in der Rundschau. Der zum Islam konvertierte Franzose lebt in Lagny-sur-Marne, einer Gemeinde im Osten von Paris. «Seit über einem Jahr stehe ich nun unter Hausarrest», sagt er. Der Vorwurf: Terrorismusverdacht. Dreimal täglich muss er sich bei der Polizei melden, darf seine Gemeinde nie verlassen, muss in der Nacht in der Wohnung bleiben. Es sei ein Schock gewesen. «Ich habe mit all dem nichts zu tun», sagt er. Er verlor die Arbeit, das soziale Netz, lebt wie in einem Gefängnis unter freiem Himmel.

Der Grund: Julien betete in der Moschee seines Wohnortes.“

Nun – ähnliche Regeln gelten in Deutschland für Arbeitslose, die Hartz IV beziehen – allerdings melden die sich regelmäßig bei der Arbeitspolizei (die allerdings bei uns nicht so genannt wird: wäre allzu aufwieglerisch), nicht im Polizeirevier.

Natürlich ist eine der ersten Amtshandlungen des aus dem Nichts aufgetauchten Superstars Macron, das Kriegsrecht weiter zu verlängern. Immerhin sind ihm die Demonstrationen gegen seine neuen Arbeitsrechte ein Dorn im Auge – da ist so ein Kriegsrecht schon ganz in Ordnung.

Da töten Islamisten die Bürger des Landes – und die Regierung überzieht sie als Strafe dafür mit Terror. Nicht die Terroristen natürlich, sondern die schon zuvor terrorisierten Bürger. Uninteressant, wenn es einen selbst nicht berührt, ein Horror, wenn man aber doch in die Mühlen das kalten Staates gerät … weil sich jemand in der Adresse geirrt hat. In den USA ist das ja schon ein Sport, habe ich mal bei Spiegel-online gelesen (finde den Artikel gerade nicht: bitte selber suchen, ist schon eine Weile her): auch Jugendliche machen sich einen Spaß daraus, mal das Nachbarhaus von Sondereinheiten stürmen zu lassen, indem man anonym „Informationen“ verbreitet.

Die Phillipinen sind da im übrigen zivilisierter als Frankreich: sie verhängen den Ausnahmezustand nur über einen Teil ihrer Inseln, auch nur für dreißig Tage – nach massiven innerstädtischen Kämpfen mit dutzenden Islamisten … und schaffen es so in die Tagesschau (siehe Tagesschau).

Es gibt nun eine Erklärung für die seltsame Reaktion unserer Staatsdiener auf den medial groß forcierten und aufgebauschten Terror (siehe Deutschlandfunk):

„Für den Juristen Beaud ist der Ausnahmezustand im Prinzip ein hilfloses Signal eines schwachen und damit autoritären Staats – und er kann der Willkür Tür und Tor öffnen.“

Ja – das kann man so sehen. Ein schwacher Staat. Ein hilfloser Staat: drischt auf alle ein, die um ihn herumstehen … weil er völlig überfordert ist. Gilt ja auch für Deutschland, wo der Innenminister Heiko Maas ebenfalls an einem Zensurgesetz arbeitet, dass der Willkür Tür und Tor öffnet und von Juristen für „verfassungsfeindlich“ gehalten wird (siehe Heise): hier ist allerdings der „Kampf gegen Rechts“ das Feigenblatt, das zur Einschränkung der Freiheit genutzt wird (zur Erläuterung: „Rechts“ sind vor allem diejenigen, die vor islamistischen Terror warnten, bevor er zuschlug – irre, aber Fakt. Neuerdings sind auch die „Rechts“ – oder „Reichsbürger“ – die in urdemokratischer Art und Weise jedwede Regierungserklärung oder Regierungshandeln hinterfragen – auch eine Art Terror, der Bürger verängstigen kann).

Man kann es aber auch anders sehen. Erinnern Sie sich noch an die Mutter allen Regierungsterrors – den „Patriot Act“? Erlassen nach den Anschlägen vom 11.9.2001 … jenen Anschlägen, in deren Folge jedes Hinterfragen von Regierungslegenden sofort von der Natopresse geahndet wurde – als „Verschwörungstheorie“ (offiziell ausgegebener Sprachcode heute: „Reichsbürger“)? Und das obwohl seriöse Kreise durchaus interessante Fragen stellten, die man mal hätte diskutieren können?

Ich möchte Ihnen dazu mal ein paar Erkenntnisse vermitteln, die der kürzlich verstorbene Zbigniew Brzezinski in seinem Werk „Die einzige Weltmacht“ (Koppverlag, 4. Auflage 2017, Seite 257) im Jahre 1997 niederschrieb:

„Da Amerikas Gesellschaft in steigendem Maße multikulturelle Züge annimmt, dürfte, außer in Fällen einer wirklich massiven und unmittelbaren Bedrohung von außen, ein Konsens über außenpolitische Fragen zunehmend schwerer herbeizuführen sein. Während des Zweiten Weltkrieges und auch in der Zeit des Kalten Krieges herrschte weitgehend ein solcher Konsens. Er hatte seine Wurzeln jedoch nicht allein in einem gemeinsamen System demokratischer Werte, das die Öffentlichkeit bedroht sah, sondern auch in einer kulturellen und ethischen Affinität zu den vorwiegend europäischen Opfern feindlicher totalitärer Systeme.

Da es keine vergleichbare äußere Herausforderung mehr gibt, dürfte es schwer sein, in der amerikanischen Gesellschaft Übereinstimmungen über außenpolitische Aktivitäten zu erzielen, die nicht direkt mit der demokratischen Grundüberzeugung  und weithin verbreiteten ethnisch-kulturellen Sympathien zu tun haben und nicht selten einen anhaltenden und manchmal kostspieligen Einsatz amerikanischer Macht erfordern.“

Kurz gefasst – auf Deutsch: in naher Zukunft würden die USA keine Mehrheiten mehr für diese – für weite gehobene Kreise der oberen Zehntausend äußerst lukrative – Kriege bestehen. Es sei denn … es passiert was. Ebenfalls 1997 wurde das PNAC gegründet – zu dem auch führende deutsche Politiker gehörten – das sich gerade mit dem Erhalt der nun so gefährdeten Vorherrschaft der USA beschäftigte, es bedauerte, dass es leider kein neues „Pearl Habour“ geben würde, dass den Einmarsch in Irak, Afghanisten, Lybien und Syrien möglich machen würde. Und dann … gab es zufälligerweise dieses „neue Pearl Harbour“, das all die Weltmachtsträume einschlägiger Kreise in den USA möglich machte, jenes Ereignis, dessen Diskussion mit massiver Wucht („Verschwörungstheorien!“) verboten wurde.

Schade, dass wir Brzezinski nicht mehr dazu befragen können – mich würde interessieren, wie er sich denn die für die USA lebensnotwendigen Schachzüge vorgestellt hätte, die er zur Kontrolle der eurasischen Weltinsel zuvor für dringend notwendig gehalten hatte (zuvor in den ersten hundertfünf Seiten akribisch ausgeführt) … wenn es denn jenen überraschenden (und nach wie vor sehr kontrovers diskutierbaren) Vorfall am 11.9.2001 nicht gegeben hätte … dass die USA ohne nine-eleven jede Möglichkeit internationaler Vormachtsstellung einbüßen würden, hatte er ja ausführlich erläutert.

Und seitdem: überall das Gleiche. Terroristen – oft durch zufällig gefundene Ausweise identifiziert – greifen normale Bürger mit körperlicher Gewalt an … und die Regierungen regieren darauf, dass sie umgehend den normalen Bürger mit juristischer Gewalt überziehen.

Verstehen Sie nun, warum ich diese provokante Überschrift benutzt habe?

Mir wirds langsam unheimlich hier. Mag sein, dass wir nur schwache, unfähige, hilflose Regierungen haben, die gegen  Terror nichts unternehmen können – sie müssten schnellstens weg, damit der demokratische Rechtsstaat wieder handlungsfähig wird und wir die Wurzeln des Terrors angehen können … die liegen unter anderem in den weltweiten kriegerischen Einsätzen der Natostaaten (immer mehr unter Einbeziehung der Bundeswehr), denen man mit fortlaufender Einschränkung der Bürgerrechte im Inneren wohl kaum Herr werden kann.

Liegt es vielleicht nur am Personal (siehe Handelsblatt)?

„Die Spitzen unserer Gesellschaft reflektieren diese gesamte Gesellschaft, die vom Hilfsarbeiter bis zum CEO der größten Unternehmen der Welt reicht. Diese Gesellschaft ist in weiten Teilen von Naivität, Dummheit und Bösartigkeit gekennzeichnet. Die Grenzen zwischen diesen Übeln sind fließend.“

Gruselig, wenn jene, die für uns die Macht im Staate und die Macht in der Wirtschaft ausüben, naiv, dumm oder bösartig wären – und ihre Wähler ebenso. Wäre auch eine Sonderform von Terror. Wird aber noch schlimmer … und wir merken auf einmal, wie oft wir solche Prinzipien in den Nachrichten vorgesetzt bekommen:

„Auf den Augenklappen dieser Blindheit steht in großen Lettern: „Ich tue das Richtige“ oder „Wahrheit“ und noch besser „Wo wir sind, ist vorne, wir stehen über dem Gesetz“, übrigens auch vermeintlich über dem Gesetz der Natur. Genauigkeit im Denken, Differenzierung wird durch Glauben ersetzt, den Glauben an Rezepte.“

Und wenn diese „Bösen“ mal eine Allianz gründen? Nichts als Hinterhofverschwörer mit kruden Systemphantasien, sondern als Schwarmintelligenz der Abzocker, Schmarotzer und Abgreifer, die ihre Pfründe in Gefahr sehen? Wo werden ihre Grenzen sein? Welche Grenzen werden sie nicht überschreiten?

Wissen Sie eigentlich, dass wir über die gesellschaftliche Funktion des Terrors schon lange Bescheid wissen?

„Vertraut sind auch die Folgeerscheinungen weit verbreiteter Gewaltanwendung, die den „Wohlstand des kapitalistischen Weltsystems“ sichern soll. Eine Konferenz der Jesuiten in San Salvador kam zu dem Ergebnis, dass „die Kultur des Terrors“ mit der Zeit „die Erwartungen der Mehrheit in die Schranken weist.“ Die Menschen denken dann nicht mal mehr an „Alternativen zu den Vorstellungen der Mächtigen“, die das Ergebnis als großen Sieg für Freiheit und Demokratie bezeichnen“. (Noam Chomsky, Profit over People, Piper, 2. Auflage 2006, Seite 29)

Wie der Terror sich langsam in Ihren Alltag schleicht? Nun – durch Projekte für Gratiszwangsarbeit für Arbeitslose … ein Gedankenspiel von Andrea Nahles (SPD) und dem neuen Vorstand der Bundesagentur für Arbeit Detlef Scheele (der Arbeitslose bald einer „fürsorglichen Belagerung unterziehen will“ – siehe Spiegel) (siehe TAZ), durch ständig neue Rekordzahlen von Kindern bei der Bundeswehr (siehe rp) oder das ziemlich eilig und eifrig durchgezogene Verbot von UKW-Radios (siehe Weser-Kurier). UKW-Radios? Nun – für den Fall, dass das Internet mal ganz ausfällt (oder abgeschaltet wird wie in Ägypten – siehe Spiegel) wäre die gute alte Ultrakurzwelle – gern genutztes Vehikel von „Piratensendern“ – eine Möglichkeit, weiterhin kritische Stimmen zu verbreiten … eine Möglichkeit, die nun bald ausfällt, weil bald keiner mehr Empfangsgeräte dafür erwerben kann.

Und nun?

Was sagen Sie?

War ich ich in meiner Überschrift zu harsch?

Sind die Sorgen und Bedenken, die mich umtreiben, völlig gegenstandslos?

Bitte – widersprechen Sie ruhig!

Es würde mich wirklich … sehr beruhigen, wenn ich mich irren sollte.

 

 

Die Rolle Deutschlands auf dem Wege der Weltherrschaft der USA – und seine jetzigen und künftigen Kriege

Freitag, 5.5.2017. Eifel. Trauen Sie sich noch selber zu denken? Also – so ganz allein, ohne Anleitung eines „seriösen“ TV-Kommentators? Natürlich werden Sie jetzt „ja“ sagen, denn diese Antwort ist von Schule und Staat vorprogrammiert: wir leben in einem freien, demokratischem Rechtsstaat ergo darf hier jeder denken was er möchte. Da Sie „jeder“ sind, Sie natürlich auch. Zum Beispiel über „nine-eleven“, jenen Anschlag von Osama bin Laden und seinen neunzehn Teppichmesserräubern auf die größte Militärmacht der Welt: da dürfen Sie genau dieses Märchen aus tausend und einer Nacht glauben – und zwar nur das, wer auch nur das Geringste in Frage stellt – trotz einer ganzen Reihe von Indizien – wird sofort an den sozialen Pranger gestellt. Oder „Chemtrails“. Sorry – ich habe keinen anderen Begriff für diese Spinnwebmuster am Himmel, habe aber bislang noch keine stichhaltigen Informationen darüber, dass dort ein weltweites Vernichtungsprogramm zur Auslöschung der Menschheit, zur Verfinsterung des Planeten oder zur Vergiftung der Umwelt läuft, aber schon einige Indizien dafür, dass sie nicht ganz gesund sein können … auf jeden Fall haben sie mir als Hobbyfotografen schon oft die schönsten Aufnahmen versaut … weshalb ich überhaupt erst auf sie aufmerksam geworden bin. „Chemtrails“ – nun das sind diese Kondensstreifen am Himmel, die sich auf einmal nicht mehr auflösen. Die bleiben stehen, diffundieren in die Atmosphäre und erzeugen irgendwann am Nachmittag eine flächendeckende Schicht von dünnen, häßlichen Schleierwolken. Führende Nachrichtenmagazine informieren uns darüber, dass es sie nicht gibt … obwohl der Text im Artikel etwas ganz anderes hergibt (siehe Spiegel):

„Unter den 49 Kondensstreifen-Experten bestätigten allerdings 18 (37 Prozent), dass Kondensstreifen sich heute länger am Himmel halten als zu Beginn der Flugzeugära. Das begründeten sie jedoch unter anderem damit, dass die Flugzeuge heute höher fliegen und modernere und größere Motoren haben.“

Um nichts anderes ging es mir: das war auch meine Beobachtung. Was sind das eigentlich für Experten, die dieses Phänomen nicht wahrnehmen – hiermit meine ich vor allem die anderen 63 Prozent: Menschen, die ihr Wetterlabor wahrscheinlich schon seit Jahrzehnten nicht mehr verlassen haben? Wieso bekommt man zu einem solch´ einfachen Tatbestand nicht eine einfache, klare Meinung? Machen diese größeren Motoren vielleicht auch mehr Dreck? Sollten wir uns um diesen Dreck nicht mal kümmern?

Ihnen wird jetzt schon mulmig, wetten? Wir sind an verbotene Themen gestoßen – und von diesen verbotenen Themen haben wir fast täglich mehr. Putin, Syrien, Ukraine, Terror, Gladio, Frieden – um nur einige zu nennen. Selbst sicherlich nicht als ultralinks anzusehende Intellektuelle aus den USA ist schon aufgefallen, was hierzulande so geschieht (siehe Spiegel):

„Es gibt keinen Journalismus mehr, vor allem in Deutschland nicht. Stattdessen gibt es Aktivismus. Journalisten berichten nicht mehr, was geschieht, sondern was wir denken sollen.“

Wirkt schrecklich wahr dieser Satz, oder? Und wehe, jemand wagt es, den Bütteln des richtigen Denkens zu widersprechen: ein Shitstorm der Extraklasse wird über ihn hereinbrechen, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat, er wird „rechts“ geschimpft werden (so als ob Angela Merkel Kommunistin wäre, dieses „rechts“ ist 2017 gleichbedeutend mit dem „links“ der siebziger Jahre – also eine völlig wert- und inhaltslose Wertung). Aber keine Sorge, lieber Leser, ich werde Sie nicht weiterhin in Versuchung führen, unerlaubtes Denken zu praktizieren: das war nur eine Vorwarnung, die ich für nötig hielt, um Sie zu sensibilisieren: was ich Ihnen gleich darlegen werde, ist geeignet, diese Themen noch zu übertrumpfen: also überlegen Sie gut, ob Sie weiterlesen wollen … Sie werden noch viel weiter über die Grenzen des erlaubten Denkens hinausgehen müssen, um folgen zu können. Trauen Sie sich das? Oder geben Sie sich lieber zufrieden mit den seichten Wichtigkeiten, die Ihnen die Medien präsentieren … als ob das Schicksal der Menschheit davon abhinge, welche Promiehen mal wieder gescheitert sind, wer für vier Minuten Schlagersuperstar wird, welche Reisetipps jetzt völlig „in“ sind oder wie „Ihr“ Bundesligaverein gespielt hat. Täuschen Sie sich nicht: diese Überflutung mit „Shitnews“ macht schon Sinn, sie überfordert ihr Hirn, ihre Aufmerksamkeit und ihre Fähgkeit, logische Schlussfolgerungen aus den Informationen zu ziehen: Infomüll hat keine Logik, der man folgen kann … er müllt nur die Nachrichtenkanäle zu, damit Sie als demokratischer Souverän dieses Landes handlungsunfähig sind … also genau so, wie man Sie haben will.

Würde man Sie nicht für so unglaublich gefährlich halten (Sie könnten versehentlich mal eine Partei wählen, die nicht nur von Änderungen redet sondern sie durchführt – wie Island, das den Banken jetzt die Möglichkeit der Geldschöpfung nehmen will – siehe Forschung und Wissen), würde man sich nicht so viel Mühe geben, sie gezielt zu verblöden … mit Müllshows, Müllmusik, Mülltexten, Müllnahrung und Müllparolen. Wer sind diese „sie“?

Nun – jene Menschen, die dem amerikanischen Imperium treu dienen und seine weltweite Herrschaft ausbauen wollen – mit Ihrer Hilfe. Nein, keine Sorge: jetzt kommen keine Verschwörungstheorien. Nur ein paar Zitate von Zbigniew Brzeniski aus seinem Werk: „Die einzige Weltmacht. Amerikas Strategie die Vorherrschaft“ (4. Auflage 2017, Koppverlag … ja, der „böse, rechte Verlag“ hat als einziger dieses zentrale Werk der us-amerikansichen Geostrategie aufgelegt – schon deshalb gehört er verboten, glaube ich, weil das ja im Prinzip „Geheimwissen“ ist).

Es würde schon reichen, wenn Sie den Titel ernst nehmen. Die USA als erstes, weltweites Imperium – als Nachfolgemacht des römischen, chinesischen, mongolischen und britischen Imperiums. Brzezinski denkt nicht als Mensch, er denkt als Geostratege – was ein Mensch ist, der so tut, als seien Länder Wesen mit Charakter anstatt künstliche Konstrukte der Vergangenheit. Und diese Wesen befinden sich in einem irren Wettstreit durch die Geschichte hindurch … so wie zum Beispiel Deutschland, wobei es erschreckenderweise egal ist, ob Deutschland von einem realitätsblinden Kaiser, einem größenwahnsinnigen Diktator oder einer negativcharismatischen Mutti aus Ostdeutschland regiert wird. Ja – sowas stört „Geostrategen“ nicht viel, weil es ändert nichts an dem Verhalten des Landes gegenüber seiner Umwelt:

„Napoleon soll einmal gesagt haben, dass man über die Außenpolitik eines Landes Bescheid wisse, wenn man dessen geographische Lage kenne“ (a.a.O., Seite 54) – das ist alles, was man wissen muss. Kein Wunder, dass in dem historischen Abriss des Geostrategen die französische Revolution oder Adolf Hitler keine Rolle spielen: die Führer eines Landes werden sicher immer den Bedingungen der geographischen Lage beugen. Ob das stimmt, sei mal dahin gestellt: wichtig ist nur zu wissen, dass einflussreiche Geostrategen so über „Länder“ denken – und dieses Denken zu erschließen und zu verstehen ist wichtig, um die Politik der Gegenwart und Zukunft zu verstehen (und zu verstehen, warum es nichts nützt „Grüne“ ins Parlament zu wählen, selbst wenn sie aus der Friedensbewegung stammen … einer Bewegung, die ein wichtiges Mittel imperialer Politik lähmen will: das Militär … was natürlich gar nicht geht).

Wir erfahren auch, worum es wirklich geht … in der Politik der letzten und nächsten hundert Jahre:

„Wer über Osteuopa herrscht, beherrscht das Herzland. Wer über das Herzland herrscht, beherrscht die Weltinsel. Und wer die Weltinsel beherrscht, beherrscht die Welt“. (a.a.O., Seite 54, hier zitiert B. den Briten Mackinder, dessen Ideen auch die Nazis inspierierten … und jetzt die Berater von US-Präsidenten).

Mehr bräuchten Sie eigentlich nicht wissen – den Rest könnten Sie sich selber denken … wenn Sie noch selber denken würden und nicht nur die Parolen der Journaille nachplappern würden. Herzland? Nun: das ist Mittelosteuropa. Die Weltinsel? Der euro-asiatische Riesenkontinent. Kaufen Sie sich mal eine Landkarte und schauen selber nach … dann verstehen Sie die Gründe für die unsinnige, gefährliche und hinterhältige Nato-Osterweiterung, die zur Kontrolle des Herzlandes wegen dem Zugriff auf die Weltinsel unverzichtbar ist.

Brauchen Sie schon eine Pause? Fürchten Sie, wir kommen jetzt zu Verschwörungstheorien? Nein – wir kommen nur zum Herzen der Grundüberzeugungen der US-Politik, die 1997 zum ersten Mal veröffentlicht wurden und Ihnen eigentlich alle Fragen beantworten können, die Sie sich über politische Entwicklungen der letzten Jahre gestellt haben. Sie werden überrascht sein, welche großen Akteure der US-Denker im eurasischen Raum ausgemacht hat:

„Unter den gegenwärtigen globalen Gegenbenheiten lassen sich mindestens fünf geostrategische Hauptakteure und fünf geopolitische Dreh- und Angelpunkte auf der neuen politischen Landkarte Eurasiens ermitteln. Frankreich, Deutschland, Russland, China und Indien sind die Hauptakteure“

„Die Ukraine, Aserbaidschan, Südkorea, die Türkei und der Iran stellen geopolitische Dreh- und Angelpunkte von entscheidender Bedeutung dar“ (a.a.O., Seite 59)

Sind Sie nun überrascht? Nun – Sie waren wahrscheinlich auch 2013 überrascht, als Ihnen Jakob Augstein eine unangnehme und unverständliche Wahrheit präsentierte (siehe Spiegel):

„Die Amerikaner überwachen rund 500 Millionen deutsche Datenverbindungen im Monat, sie behandeln uns wie einen Feind. Wir alle sind Opfer des größten Spionageskandals aller Zeiten.“

„Ähnlich eifrig wie in China, dem Irak und Saudi-Arabien überwachen die Amerikaner in Deutschland. Genau 50 Jahre nach Kennedys Ich-bin-ein-Berliner-Rede müssen wir einsehen: Wir sind ein Ziel, keine Verbündeten.“

„Aus den jüngsten Enthüllungen lernen wir mit Schrecken, dass in den USA nicht nur das Verhältnis von Sicherheit und Freiheit in Schieflage geraten ist. Es ist viel schlimmer. Es geht den Amerikanern längst nicht mehr um Sicherheit. Es geht um Kontrolle. Als es die Stasi noch gab, haben ihre Agenten Geruchsproben von ihren Gegnern gesammelt. Das haben die Amerikaner nicht nötig. Sie müssen nicht unter unseren Achseln schnüffeln. Ihre Algorithmen erlauben es ihnen, in unseren Kopf zu kriechen. Sie kennen unsere Vergangenheit, und sie wollen unsere Zukunft ausrechnen. Sie streben die totale Kontrolle an – über jeden einzelnen von uns. Dieses Bestreben macht ausgerechnet das Land, das wie kein anderes auf der Welt für die Freiheit des Einzelnen stand, zu einem totalitären Staat.“

Putzig, diese Empörung des Jakob Augstein, oder? Hätte er Brzezinski gelesen: er wüßte, dass die NSA gar keine andere Möglichkeit hat als uns abzuhören. Wir gehören zu den tributpflichtigen Vasallenstaaten … was vielleicht das wahre Grund dafür ist, dass ein Wolfgang Schäuble der Welt erklärte, dass Deutschland seit 1945 niemals mehr souverän war (siehe Handelsblatt). Für die USA sind wir einer der geostrategischen Hauptakteure beim Kampf um das Herzland … und wir dürfen absolut nicht aus der Reihe tanzen, wenn sie die Herrschaft über die Weltinsel anstreben … die ohne Deutschland unmöglich wäre aber durch die brave Osterweiterung von Nato und EU schon einen guten Schritt vorangekommen ist.

Gab es übrigens Konsequenzen aus diesem NSA-Skandal (die ja sogar das Handy der Kanzlerin abgehört hatten)? Nein. Wie auch: das Imperium kontrolliert jede kleine Regung in Deutschland, es gilt in Reih´ und Glied zu marschieren: „Antiamerikanismus“ gilt als größte Sünde … als wäre „Amerikanismus“ eine Tugend. Aktuell machen selbst US-Konzerne bei der Bespitzelung mit (siehe Heise), Widerstand gegen den Willen des Imperiums zur Weltherrschaft ist zwecklos, seine Macht größer als die jedes Imperiums zuvor … und nicht nur aus militärischen Gründen.

„Kurz, Amerika steht in den vier entscheidenden Domänen globaler Macht unangefochten da: Seine weltweite Militärpräsenz hat nicht ihresgleichen, wirtschaftlich gesehen bleibt es die Lokomotive globalen Wachstums, selbst wenn Japan und Deutschland in einigen Bereichen eine Herausforderung darstellen mögen; es hält seinen technologischen Vorsprung in den bahnbrechenden Innovationsbereichen, und seine Kultur findet trotz einiger Missgriffe nach wie vor weltweit, vor allem bei der Jugend, unübertroffen Anklang. All das verleiht den Vereinigten Staaten von Amerika eine Schlagkraft, mit der es kein anderer Staat aufnehmen könnte“. (a.a.O., Seite 40)

Militär, Wirtschaftskraft, Innovationskraft und eine coole Kultur: die größte Macht der Welt. Ohne sie hätten wir kein Amazon, kein E-Bay, weder Disney noch Cola, ja noch nicht mal Internet, keine Jeans, keine Rockmusik, keine Hamburger, keine coolen Serien im Fernsehen und keine optisch immer brillianteren Spielfilme. Sie könnten auf ihre Flotte verzichten und wären immer noch Supermacht – aber wozu verzichten, wenn man alles haben kann. Alles auf Pump (siehe Haushaltssteuerung) und dank einer beliebig nachdruckbaren inoffiziellen Weltwährung – dem Dollar.

So – jetzt wissen Sie genug. Hans-Dietrich Genscher hat übrigens das Vorwort zu diesem Klassiker der Verschwörungstheorie geschrieben … wozu das lange nicht erhältliche Werk sicherlich bald werden wird. Jetzt wissen Sie, warum die Amerikaner (und wir) wählen können was sie wollen und trotzdem immer dasselbe bekommen, Helmut Schimdt hat empfohlen, es ernst zu nehmen … womit ich ihm hiermit folgen möchte.

Zwanzig Jahre ist es alt – und schauen Sie mal, wie sich die Welt seitdem entwickelt hat. Denken Sie nur an die Ukraine. Wissen Sie, was wir dazu bei Brzezinski lesen können?

„Die Ukraine, ein neuer, wichtiger Dreh- und Angelpunkt, weil Ihre bloße Existenz als unabhängiger Staat zur Umwandlung Russlands beiträgt. Ohne die Ukraine ist Russland kein europäisches Reich mehr. Es kann trotzdem nach einem imperialen Status streben, würde aber dann ein vorwiegend asiatisches Reich werden, das aller Wahrscheinlichkeit nach in lähmende Konflikte mit aufbegehrenden Zentralasiaten, die den Verlust ihrer erst kürzlich erlangten Eigenstaatlichkeit nicht hinnehmen und von den anderen islamischen Staaten im Süden Unterstützung erhalten würden.“ (a.a.O., Seite 65).

Toll, dass die Ukraine – unter anderem durch massive Arbeit der CDU-nahen Konrad-Adenauerstiftung (siehe Spiegel) – nun für Russland verloren scheint … mal abgesehen von der Krim. Aus geostrategischer Sicht war die Annektion der Krim die einzige Möglichkeit, das völlige Herausdrängen Russland aus dem europäischen Raum zu verhindern – selbst wenn es dadurch zu einem Krieg kommen würde.

Zwanzig Jahre später sieht die Welt anders aus – und Teile des Werkes Brzezinskis wirken wie Gestalt gewordene Utopien. Hätte … zufällig, wie die heutige Parole lautet … Osama bin Laden nicht die USA angegriffen … es wäre kaum möglich gewesen, dass Imperium so schnell so weit auszuweiten. Dadurch wurde aber alles möglich – auch die weltweite Stationierung an den von Brzezinski definierten drei strategischen Fronten, die bedeutsam sind für die Eroberung der Weltinsel: die Ukraine, Afghanistan/Syrien/Irak und … Nordkorea. Zufällig … Orte wo es 20 Jahre später brennt. Und die Westpresse macht fleißig mit.

Nebenbei bemerkt: es sind nicht nur ein paar „Schurkenstaaten“, die da im Visier der Weltherrscher sind. Auch Sie sind da mit im Fokus … ja: Sie ganz persönlich – sofern Sie nicht dem Imperium durch Ausbeutung ihrer Mitmenschen so sehr dienen, dass man ihnen ein paar Millionen zuschanzt. Die Grundlage jedes Reichtums – das wussten schon Babylonier, Griechen, Römer, Chinesen und Mongolen sowie die Briten ist die Gratisarbeit der Armen – und darum muss zur Stabilisierung des Imperiums der Sozialstaat fort:

„Die Krise der politischen Glaubwürdigkeit und des Wirtschaftswachstums, die Westeuropa zunehmend zu schaffen macht – und die es nicht zu überwinden vermag -, ist in der alle gesellschaftlichen Bereiche erfassenden Ausweitung des sozialstaatlichen Systems, das Eigenverantwortlichkeit kleinschreibt und Protektionismus und Engstirnigkeit begünstig, tief verwurzelt. Die Folge ist kulturelle Lethargie, eine Kombination von eskapistischem Hedonismus und geistiger Leere…“ (a.a.O., Seite 95).

Hartz IV kommt direkt aus den USA: Anweisung des Imperators. Deshalb unternimmt in Deutschland auch niemand ernsthaft den Versuch, es abzuschaffen. Der Sozialstaat an sich ist Feind des Imperiums, er schadet unserer „Vitalität“, unserer Kriegslust und unserer Position als Speerspitze der USA an der Westfront der Weltinsel.


Noch ein Wort zum Schluss: sollten jetzt „Reichsbürger“ aufmarschieren und diesen Aufsatz dazu nutzen, die „fortdauernde Besetzung Deutschlands durch die USA“ zu behaupten, so kann ich nur sagen: die haben den Knall nicht gehört. Das Megaimperium braucht keine Besatzungstruppen, um sich Länder gefügig zu machen.

Brzezinski ist wahrscheinlich kein böser Mensch – nur scheinen seine Gedanken eine Inspiration für jene zu sein, die mit ihrem Kapital großzügig die US-Politik subventionieren, damit ihre Milliarden stetig weiter wachsen. Und das sind – liebe Reichsbürger – keine Juden. Er soll ja sogar den Begriff „Tittytainment“ erfunden haben, mit der 80% der bald arbeitslosen Weltbevölkerung unterhalten werden sollen (siehe Wikipedia): zur Veranschaulichung dieses Begriffes schalten Sie bitte zu einer beliebigen Zeit ihren Fernseher auf ein beliebiges Programm.

Wir werden nicht nur Krieg bekommen … wir haben jetzt schon Krieg. Wir reden nicht darüber, aber deutsche Truppen sind an der Südwestfront des Angriffs auf die Weltinsel im Einsatz (Afghanistan, Syrien – wo wir direkt mitverantwortlich für Massaker sind, siehe Tagesschau – und Irak … wo kürzlich ein deutscher Jagdbomber notlanden musste – siehe Zeit). Russland bereitet atomare Schläge gegen polnische und deutsche Ziele vor (siehe Spiegel), während deutsche Truppen an der Westfront (aus Sicht der Weltinsel) bis nach Lettland vorgedrungen sind; Bundeswehreinsätze sollen allmählich dem Parlament entzogen werden (siehe Frankfurter Rundschau), die Rückkehr der Wehrpflicht für den Einsatz eines Millionenheeres Richtung Moskau wird ins Gespräch gebracht (siehe ntv), zufällig haben wir ca. eine Million Migranten im Land, deren militärische Verwendung kurz nach ihrem Eintreffen schon diskutiert wurde (siehe Zeit) … eine passende Verwendung für heimatlose Menschen, die hier kurzfristig kaum wirtschaftlich Fuß fassen können (siehe Bericht der OECD z.B. bei evangelisch) – während Millionen von Kindern in Syrien ohne jede Hilfe vor sich hinvegetieren (siehe Zeit).

Nun – lieber Leser – wissen Sie Bescheid über die Hintergründe der sonderbaren politischen Verwerfungen der Gegenwart, wissen, wieso es egal ist, wer hier regiert (oder in Russland, das allein aufgrund seiner Lage „Feind“ bleibt, auch wenn die Kommunisten fort sind), wissen, warum der Frieden nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion dann doch ausgeblieben ist. Der neue Weltkrieg begann im Jahre 2001, „und wiederum haben radikale Kritiker argumentiert, dass das Weiße Haus das Attentat vom 11.September, den größten terroristischen Anschlag der Geschichte, aus geostrategischen Gründen manipuliert habe“. Ob dies so war, kann heute nicht abschließend beurteilt werden“. (Daniele Ganser in: Nato Geheimarmeen in Europa, Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung, 7.Auflage 2014, Seite 382).

Und wenn Sie wirklich vorhaben, etwas dagegen zu unternehmen dass Ihre Kinder und Enkel in Steppen Eurasiens Menschen töten und selbst getötet werden, sollten Sie daran denken, dass immer noch nicht klar ist, wie viele dieser Geheimarmeen es noch gibt. Vielleicht – gehört ihr Nachbar dazu. Auf jeden Fall werden entscheidende Stellen in den USA sofort mitbekommen, wenn Sie mit anderen Menschen über Pläne reden, die die Herrschaft des Imperiums in Frage stellen. Ach was – das wissen Sie ja: Kritiker werden schon heute verfolgt. Schauen Sie sich nur an, mit welchen hahnebüchenen Unterstellungen und gehaltslosen Übertreibungen die – stetig an Lesern verlierende – FAZ die „Söhne Mannheims“ angreift … letztlich wegen – bitte nicht lachen – „Antistaatlichkeit“ (siehe FAZ). Früher musste man für solche Bezeichnungen schon zur RAF gehören, heute reicht es, wenn man … auch nur verdeckt … die Macht des Imperiums herausfordert.

Und bevor jetzt jemand hier „Verschwörungstheorie!“ blökt, empfehle ich, Brzezinski selbst zu lesen. Der ist halt … Verschwörungspraktiker – neben Kissinger der einflussreichste in den USA.

Ich selbst übrigens … mag die USA. War ja gelegentlich mal da. Dort leben nette, freundliche, hilfsbereite Menschen. Aber … halt nicht nur.

 

 

 

 

Nine-Eleven und der laufende Weltkrieg: Hintergründe und Nebensächlichkeiten

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Montag, 12.9.2016. Eifel. Jeder weiß doch noch – vorausgesetzt, er war da schon erwachsen – wo er am 11.9.2001 war, jenem Tag, der einen beispiellosen Vernichtungsfeldzug der Vereinigten Staaten von Amerika ausgelöst hatte, jenen „Krieg gegen den Terror“, der seitdem über eine Million Opfer gefordert hat (siehe bundeswehrjournal) … dreitausend Menschen für jeden, der an diesem Tag in New York zu Tode kam. Ethisch gesehen ein gigantischer Rückschritt: wo das alte Testament noch „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ forderte (und das Neue Testament – Grundlage „westlicher Werte“- sogar eine völlige Straffreiheit des Täters fordert), fordert die westliche Führungsmacht für jedes Auge dreitausend Augen. Zudem wird das Völkerrecht zunehmend mit Füßen getreten – obwohl wir das anders formulieren. Schauen wir dazu mal bei der Bundeszentrale für politische Bildung nach, die uns in dieser Hinsicht auf den neuesten Stand brachte (siehe BpB aus dem Jahre 2004):

„Der Irakkrieg, den eine Staatenkoalition der „Willigen“ unter Führung der USA im März 2003 begann, hat die Frage nach Krieg und Gewalt in den internationalen Beziehungen wieder in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Vor allem die zur Rechtfertigung der Invasion vorgebrachten Begründungen werfen Fragen nach dem Stand des geltenden Völkerrechts und nach seiner Tauglichkeit für die Bekämpfung neuer Bedrohungen im 21. Jahrhundert auf.“

Rot-grün hatte sich an diesem Krieg ausnahmsweise mal nicht beteiligt, gehörte zu den „Unwilligen“ und riskierte damals viel. Es ist eine neue Dimension, die dort zur Sprache kommt: „Tauglichkeit“ als Kategorie wird eingeführt, dem sich das Völkerrecht zu unterwerfen hat. Der „Krieg gegen den Terror“, der uns derzeit eine gigantische Armada fliegender Roboter beschert, die willkürlich Menschen in fremden Ländern töten. Doch bleiben wir erstmal bei dem Völkerrecht, es lohnt sich, sich daran zu erinnen, warum es derzeit eingeführt wurde und eine große Errungenschaft der Zivilisation war (nochmal BpB, s.o.):

„Die Begrenzung der Anwendung militärischer Gewalt in den internationalen Beziehungen ist eine Errungenschaft des 20. Jahrhunderts. Während es noch bis zum Ende des Ersten Weltkrieges zu den wesentlichen Attributen des souveränen Staates gehörte, jederzeit zum Kriege schreiten zu dürfen, um seine außenpolitischen Interessen durchzusetzen, entwickelte sich – nicht zuletzt unter dem Eindruck jenes Krieges – in der Ära des Völkerbundes ein neues Verständnis internationaler Ordnung. Die Ächtung des Krieges und schließlich die Gewaltlosigkeit zwischen Staaten wurde zum wichtigsten Grundwert dieser Ordnung.“

Gewalt war bis dato legitimes Mittel zur Fortsetzung der jeweiligen Regierungspolitik im Ausland, doch die Schrecken des Zweiten Weltkrieges belehrten die Politik eines besseren:

„Die Charta der Vereinten Nationen schuf 1945 eine neue völkerrechtliche Grundlage sowohl für das materiell-rechtliche Gewaltverbot als auch für seine kollektive Durchsetzung durch die Staatengemeinschaft. Artikel 2 Ziffer 4 der Charta untersagt den Mitgliedstaaten grundsätzlich jede Androhung oder Anwendung von Gewalt in ihren internationalen Beziehungen. Jede militärische Gewalt – nicht mehr nur der Krieg – eines Staates gegen einen anderen ist damit völkerrechtswidrig.“

Der Krieg selbst wurde als Feind der Menschheit definiert, um nie wieder Mittel der Herrschenden und Regierenden zu werden. Das war seit „nine-eleven“ öffentlich vorbei.

Eine kurze Bilanz nach 15 Jahren Krieg gegen den Terror?

Gern. Wozu gibt es denn Statistik. Schauen wir einfach mal nach (siehe Statista) und stellen fest: die Häufigkeit von Terroranschlägen in den westlichen Metropolen (vor allem außerhalb der USA) hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Schlussfolgerung daraus: die internationale Staatengemeinschaft, die Philosophen und Psychologen, die Soziologen und Historiker der letzten zweihundert Jahre hatten recht: Gewalt führt nur zu Gegengewalt – was ja schon Christus erkannt hatte.

Nine-Eleven leitete öffentlich einen entscheidenden Rückschritt beim Kampf gegen den Krieg ein, Krieg wurde wieder – wie dereinst für die imperialen Kolonialmächte – legitimes Mittel zur Durchsetzung ihrer Außenpolitik … oder primitives Racheinstrument gegen Einzeltäter, wobei der Tod von Unschuldigen (also: die Kriegsverbrechen) billigend in Kauf genommen werden. Darüber berichtete Patrick Beuth am 7. August diesen Jahres (siehe Zeit):

Die US-Regierung hatte Anfang Juli eine Statistik veröffentlicht, laut der die Obama-Administration in den Jahren 2009 bis 2015 insgesamt 473 Einsätze gegen „terroristische Ziele“ durchgeführt hat, bei denen insgesamt zwischen 2.372 und 2.581 Kombattanten getötet worden seien, aber nur 64 bis 116 Unbeteiligte. Organisationen wie die New America Foundation oder das Bureau of Investigative Journalism schätzen hingegen, dass in Obamas Amtszeit zwischen 200 und 1.000 Zivilsten durch US-Drohnen starben. Alle Zahlen beziehen sich auf Gebiete, in denen die USA nicht offiziell Krieg führen.

Obama – jener Präsident, auf den die „freie Welt“ so große Hoffnungen gesetzt hat, war auch nicht in der Lage, Frieden zu bringen. Überhaupt scheint es gar keine Politiker mehr zu geben, die „Frieden“ zum erklärten Ziel ihres Handelns machen, der Krieg selbst hat wieder die Oberhoheit im Denken der Regierenden eingenommen – weshalb es auch in solchen gestandenen Demokratien wie der Bundesrepublik Pläne zum Einsatz des Militärs im Inland gibt, während der große Nachbar Frankreich das ganze Land unter Kriegsrecht stellt und eine Nationalgarde aufstellt (siehe Spiegel), um im Inland für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

Der „Krieg gegen den Terror“ hat also die Arbeit von hundert Jahren Völkerrecht schon jetzt zunichte gemacht. Darf man nach 15 Jahren mal fragen, war er noch alles zerstören wird – außer Zivilisten?

Das Auswärtige Amt selbst informiert uns über den besonderen Schutz, den Zivilisten seit der Genver Konvention von 1864 haben (siehe Auswärtiges Amt):

„Weder die Konfliktparteien noch die Angehörigen ihrer Streitkräfte haben uneingeschränkte Freiheit bei der Wahl der zur Kriegführung eingesetzten Methoden und Mittel. So ist der Einsatz jeglicher Waffen und Kampfmethoden verboten, die überflüssige Verletzungen und unnötige Leiden bewirken.“

Um diese Gebote zu neutralisieren, wurde ein neuer Begriff geschaffen, der Kriegsführung wieder möglich machen soll: „Kollateralschaden“. Der Begriff geht zurück auf das Jahr 1999 – und offenbart uns so, dass das Denken, dass seit „nine-eleven“ Militärschläge begleitet, schon vorher eingeführt wurde – ebenso, wie das Völkerrecht zurechtgeschnitten wurde (siehe Stern):

„Der Tod von Zivilisten ist demnach zu vermeiden, aber unter vier Bedingungen gerechtfertigt: der Angriff muss rechtmäßig sein; die Bedeutung des militärischen Ziels muss im Verhältnis zur Zahl der Opfer stehen; die eingesetzten Waffen müssen steuerbar sein und derjenige, der die Waffe führt, muss damit auch zielen wollen.“

Die meisten Bomben sind nicht steuerbar – werden aber gerne eingesetzt.

Faktisch hat also nine-eleven dazu geführt, dass eine agressive militärische Strategie ungebremst vom Westen aus in alle Länder dieser Erde getragen werden kann, alles im Namen eines „Krieges gegen den Terror“, der sich als außerordentlich uneffektiv erwiesen hat – und ja im Prinzip eher in den Zuständigkeitsbereich der Polizei fallen sollte als in den des Militärs – oder hätte man sich in den siebziger Jahren vorstellen können, RAF-Terroristen mit Kampfbomberangriffen auf Paderborn zu bekämpfen? Sicher – offene Gesellschaften wie die des Westens sind anfällig gegen Angriffe mit Massenvernichtungswaffen wie Sprengstoff oder Maschinengewehre, selbst LKW´s können zu tödlichen Massenvernichtungswaffen werden – oder eben Flugzeuge. Wir hatten auch mal die richtige Antwort darauf: „Friedensforschung“ hieß sie, musste aber mit einem winzigen Bruchteil der Finanzen auskommen, die man für die Produktion von Waffen ausgab. Schauen Sie sich mal an, wie klein die Grüppchen sind, die sich aktuell in Deutschland um den Frieden kümmern (siehe Wikipedia) – Frieden scheint uns politisch nichts wert zu sein.

Es ist eine unheimliche Kehrtwendung der ethischen Maximen der westlichen Wertegemeinschaft, die sich 1991 vollzog – von der aber bis heute niemand was weiß, weil dieses Wissen innerhalb der Nato kaum Verbreitung findet. Wir müssen lange suchen, um Zeitzeugen zu finden, die uns über diese Kehrtwendung informieren, die schon lange vor „nine-eleven“ stattgefunden hat. Willy Wimmer, CDU, ehemalier Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerim und Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der KSZE/OSZE hat in seinem aktuellen Buch (Die Akte Moskau, Zeitgeistverlag, 1.Auflage 2015) die Entwicklungen beschrieben (siehe Seite 13):

„Plötzlich vollzogen die Vereinigten Staaten von Amerika eine Kehrtwende. Das sich nach der Wiedervereinigung etwas weltpolitisch und vor allem in unseren Beziehungen zu Washington geändert hatte, sollten wir bald genug erfahren. Während der Abrüstungskonferenz in Wien 1991 machte in hoher amerikanischer Diplomat mir gegenüber deutlich, dass die Zeiten der engen, vertrauensvollen Abstimmung zwischen Washington und Bonn vorbei seien. Die Vereinigten Staaten würden nun ihre eigenen Wege gehen, darauf sollten wir uns einstellen. Was war die Ursache dieses Sinneswandels? Bereits 1989 hatten die USA angekündigt, in einem großen Studienpaket der amerikanischen Stardiplomaten Paul Nitze und Fred Ikle der Frage nachgehen zu lassen, wie sich die Welt nach Ende des Kalten Krieges entwickeln würde, dies sollte dann die Grundlage für die Strategie sein. „

Dieser Studienkomplex ist nach wie vor (bis auf zwei Ausnahmen) geheim. Wir können nur vermuten, was die Stardiplomaten für die Zukunft empfahlen: Nitze war ein „Falke“ und Advokat für ein starkes Amerika, Iklé sorgte für die Lieferung von Stinger-Raketen an die Taliban.

Es sollte nicht verwundern, dass auch andere Entscheidungen schon längst bekannt sind, die uns heutzutage ein seltsames politisches Bild liefern:

„Ähnlich, wie die Deutschen gegen Ende des Ersten Weltkrieges nach dem „vierzehn-Punkte-Plan“ des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson auf einen fairen Frieden gehofft und sich stattdessen Versailles eingehandelt hatten, wurde Russland nicht nur eine Wohnung im „gemeinsamen Haus Europas“ verwehrt, es soll gleichsam durch eine sich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer quer über den Kontinent erstreckende Staatengruppe von seinen westeuropäischen Nachbarn im amerikanischen Interesse abgetrennt werden. Das war jedenfalls die klare Botschaft bei einer vom amerikanischen Außenministerium Anfang Mai 2000 in der slowakischen Hauptstadt Bratislava organisierten Konferenz, an der Regierungschefs sowie Außen- und Verteidigungsminister aus den Staaten Mittel- und Osteuropas teilnahmen …“ (Wimmer, a.a.O., Seite 128)

Lesen Sie die Zitate ruhig nochmal. Spätenstens 1991 haben uns die USA aus ihrem Kreis der Vertrauten herausgeschmissen, im Jahre 2000 wurde die agressive Einkesselung Russlands beschlossen, die uns seit 2014 an den Rand eines heißen Kriegs brachte – eines Krieges, der von Europäern auf europäischem Boden ausgefochten werden wird.

Diese „plötzliche“ und auch für hohe Politiker unerklärliche Kehrwende in der US-Politik scheint in Berlin noch nicht ganz verstanden worden zu sein oder man will sie – trotz NSA-Affäre, in der bekannt wurde, dass Deutschland wie ein Feindland abgehört wird – nicht wahr haben, weil man wirtschaftliche Sanktionen befürchtet (was Herr Wimmer ebenfalls in seinem Buch erwähnt, dabei gibt es auch ganz naheliegendere „Drohungen“: die allmächtigen unkontrollierbaren Ratingagenturen können alle europäischen Länder über den Schuldzins jederzeit gefügig machen).

Nett wäre es, wenn unsere Medien uns über diese Entwicklungen aufklären würden, doch dort ist man erstaunlich unkritisch und natokonform – was nicht wundert angesichts der Tatsache, dass die NSA jederzeit in Deutschland jede Karriere durch Freigabe von (vielleicht sogar erfundenen) Informationen vernichten kann – Journalisten dürften das wissen.

Nun – bevor wir uns um „nine-eleven“ kümmern, ein Rückblick auf deutsche Geschichte, auf die wahre Grundlage jeder „Verschwörungstheorie“ (siehe FAZ):

„1978 sprengte der Verfassungsschutz ein Loch in die Mauer der JVA Celle, um Informanten in linke Terror-Kreise zu schleusen. Hinter der Aktion steckte ein ehemaliger „Spiegel“-Redakteur.“

Ja, Sie lesen richtig: zur Durchsetzung seiner Ziele hat der deutsche Verfassungsschutz ein deutsches Gefängnis mit Massenvernichtungswaffen angegriffen – wenn ich das mal so formulieren darf. Wenn die Geheimdienste in unserer ruhigen, aufgeklärten Schlafmützenrepublik schon so dreist und degeneriert sind – was ist dann erst von jenen Geheimdiensten zu erwarten, die jahrzehntelang deutlich robustere Mandate ausführten? Wäre es wirklich so undenkbar, dass sie auch ein kleines Loch in eine Wand sprengen, um dem globalen Krieg gegen den Terror (der im Prinzip ein Weltkrieg ist, dessen Dauer schon auf 30 Jahre prognostiziert wurde) mal einen ordentlichen Schub zu verpassen … bzw. jene vorhandene aber uns unbekannte Strategie möglich zu machen, die den Sinneswandel der US-Politik ursächlich veranlasst hat?

Und nicht überlesen: Medienleute waren am Celler Loch maßgeblich beteiligt – so wie aktuell an der unglaublichen Hatz gegen Russland im Sinne der laufenden agressiven US-Politik, die alle zivilisatorischen Errungenschaften abbaut (so wie auch die störenden Sozialsysteme des Westens auf US-Niveau heruntergebrochen werden).

Wieso ich auf das Celler Loch komme? Nun – es läßt uns einen Blick auf die Denkungsart von Medien und Geheimdiensten werfen … und es kam mir halt in den Sinn, als ich folgenden Artikel las (siehe Stern):

„Das World Trade Center stürzte nicht wegen der starken Feuer in sich zusammen, sondern wurde kontrolliert gesprengt, behaupten vier Wissenschaftler kurz vor dem 15. Jahrestag der Anschläge. Das Erstaunliche: Die waghalsige These wurde in einem renommierten Physik-Fachmagazin veröffentlicht.“

Sie können die Studie selbst nachlesen (siehe europhysik.news). Sie dürfen sich nur keine Gedanken darüber machen, denn das wäre „Verschwörungstheorie“ – ein Begriff, der verwendet wird, um Menschen davon abzuhalten, sich eine eigene, von der Regierung unabhängige Meinung zu erlauben, als solcher Teil einer weit umfassenden Propagandaoffensive zur Manipulation demokratischer Gesellschaften. So kann man jeden Anfangsverdacht an illegalen Maßnahmen im Keim ersticken – gegen alle demokratische Vernunft und gegen die Erfahrungswerte einer demokratischen Zivilgesellschaft, die im tristen deutschen Celle erfahren durfte, was Geheimdienste so alles können.

Fakt ist aber derzeit gegen alle herrschende Propaganda: aus der Sicht der Physik wurden die Gebäude gesprengt. Ich erwarte stündlich die Gegenstudien des militärisch-industriellen Komplexes der USA: die einfachste Übung, um die Wahrzeit aufzuhalten, ist, sie als Lüge zu beschreiben.

Währenddessen tauchen auch andere Erkenntnisse auf, die ein bizzares Licht auf unsere politische Realität werfen: geheim gehaltende Dokumente, die ein denkwürdiges Licht auf die Rolle Saudi-Arabiens werfen – jenem Land, dass den Terror in der Welt finanziert, dem wir aber ungehemmt deutsche Waffen verkaufen, jenes Land, aus dem die meisten der offiziellen Terroristen kamen (siehe WDR).

Hat jemand nachgeholfen, den „Terrorerfolg“ sicher zu stellen – um jene bislang nicht öffentlichen Pläne für die Welt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion effektiver umsetzen zu können, Pläne, die uns und vielen Nato-Partner nicht bekannt sind? Die Physik sagt ja.

Und es sind mehr Seltsamkeiten im Umfeld dieser Anschläge beobachtet worden, was aktuell zu einem recht lustigen Werk führte: einem Glaubensbekenntnis der „Church of Free Fall“ (siehe Telepolis), einem Glaubensbekenntnis, das mit einem Gebet endet und auch eine Kapitulationserklärung der „Aufklärer“ darstelt, die nicht mehr glauben, dass wir in den nächsten Jahrzehnten  noch die Wahrheit über die Ereignisse erfahren werden.

Was wir aber wissen können: nine-eleven war ein wichtiger Brandbeschleuniger für jenen Weltkrieg, dessen Grundlagen ein Jahrzehnt zuvor gelegt wurden. Und er war der Tag, an dem der neue Weltkrieg (der von Lybien über Syrien, dem Jemen, dem Irak und Afghanistan bis Pakistan und – aktuelle – Russland geführt wird) offiziell begann. Das nebenbei irgendwer irgendwie ein paar Häuser in die Luft sprengte, scheint angesichts der Dimensionen, die dieser Krieg fortlaufend annimmt, schon bedeutungslos zu werden.

 

 

Autostrich

Barbara und Elisabeth

Durch den abgestandenen Altherrenmief des graubraunen Frotteebademantels dringt der gerade noch wahrnehmbare Duft des blauen Duschgels. Ich nehme immer blaues Duschgel. Die Chemiker von Procter & Gamble, Henkel oder Unilever bekommen meistens ein ganz schönes Blau hin. Es verspricht die frische Vitalität eines türkisfarbenen, kühlen, salzigen Meeres, das einem die Haut eines Babys geschenkt hat, wenn man ihm um Jahre verjüngt entsteigt. Meine hat nach der Dusche jeglichen Glanz, der als Zeichen für vitale Feuchtigkeit anzusehen sein könnte, verloren. Trotzdem creme ich mich nicht ein, weil ich dann das Gefühl hätte zu ersticken. Und weil sich dann der Bademantel unangenehm klebrig anfühlt. Besser durch meine trockene Haut atmen, als in einer wohltuend vital feuchten Hülle zu ersticken. Würde der Farbton als Aquarellfarbe benannt werden müssen, würde ich „Lügenblau“ auf die Tube drucken lassen oder „Lügenblau trocken“.
Mittlerweile ist es Nacht geworden. Das Wohnschlafarbeitszimmer wird nur durch den Fernseher erhellt. Das bläuliche Licht schmerzt hinter meinen Augäpfeln, ein ordentlicher Kater trägt seines dazu bei. Es riecht immer noch nach Kotze.
Khalid

19 Terroristen haben gerade Nordamerika ins Mark getroffen und damit die ganze Welt erschüttert, weil Amerika die Welt ist. Zumindest für alle Journalisten, deren Arbeitgeber ich per Kabel empfangen kann. Die meistgehasste Nation der Welt war nicht in der Lage, ihre monströse Verteidigungsmaschine in Gang zu setzen. Ein sich ständig weiterentwickelnder Leviathan, deren militärische Entwicklungen und Pläne denen anderer Länder, inklusive der verbündeten, immer mehrere Schritte voraus ist, hat es nicht vermocht ein paar Dschihadis daran zu hindern, vor den Augen der Welt mehrere Tausend Menschenleben auszulöschen. Aber um Leben geht es nicht. Das tut es nie. Die Behauptung des Gegenteils ist genauso eine Lüge wie irgendeine Art von Humanität als Grund für den Einsatz von Soldaten. Auch im jungen 21. Jahrhundert ist das Leben eines Menschen einen Scheißdreck wert. Egal ob Terrorist oder Präsident. Hier geht es nicht um unschuldige Tote, sondern um eine Nation, die das erste Mal seit ihrer Entstehung aus Lügen, Gewalt und Bigotterie auf dem eigenen Territorium verletzt wurde. Es geht um die Ehre eines Komplexes aus Militär und Hochtechnologie, der es mithilfe von Bildungseinrichtungen und Medien geschafft hat, ein Volk stolz zu machen. Dieser Stolz wurde irreparabel zerstört.
Sie zeigen Bilder von Osama Bin Laden. Ich wüsste nicht, dass ich schon mal von ihm gehört hätte. Schwarze Augen in dunklen Augenhöhlen, ein dunkler Bart, dunkle Haut, eine krumme Nase. Sogar seine Lippen sind nicht rot, sondern braun. Fast ein Neger. Hat der White Anglo-Saxon Protestant nicht schon immer Probleme mit denen? Mit Schläfenlocken wäre er ein perfekter Jud Süß. Dieser Gedanke würde ihm bestimmt nicht gefallen. Er sieht nicht so aus, als hätte er Humor.
Mein Geist ist so klar wie lange nicht mehr. So wenig Restalkohol habe ich selten. Dieser Zustand ist mir nicht geheuer und obwohl ich weiß, dass es nicht so ist, sehe ich im Kühlschrank nach, ob sich noch etwas Alkoholhaltiges darin befindet.
Jetzt spricht Bush. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dem Saudi oder dem Amerikaner mehr misstrauen sollte. Beide fanatische Gottesarschkriecher, beide beschissene Abstinenzler. Osama hat bestimmt mehrere Weiber, das gibt einen kleinen Sympathiebonus. Außerdem ist Bush ein wiedergeborenes Arschloch.

Während ich den Bademantel aus- und ein weites T-Shirt anziehe, kündigt Bush eine mörderische Vendetta an. Wo ist die Jogginghose? We will fuck the goat fuckers in the ass. Ich ziehe keine Unterhose an, ich kann jetzt keine Unbequemlichkeit ertragen.
Ist gerade der Ausdruck „Dritter Weltkrieg“ gefallen? Ich blicke auf den Bildschirm und folge dem Gequatsche von Journalisten und Expertenwichsern, die heute ihren großen Tag haben. Ich kann jetzt keinen dritten Weltkrieg brauchen, morgen früh treffe ich mich mit Ralf. Vielleicht habe ich mich verhört.
Ich erwäge ernsthaft die Option nüchtern zu bleiben. Die Welt und ich stehen an einem Wendepunkt. Vielleicht macht Ralf meine Augen wieder lebendig. Ist er so etwas wie ein Retter? Brauche ich Rettung? Macht es Sinn errettet zu werden, während die Welt gerade erfahren hat, dass sie unrettbar verloren ist?
Ein gewisser Klaus Kleber berichtet aus Washington. Ich glaube, sein linkes Auge hängt ein wenig. In meiner Phantasie flog ein kleines Flugzeug in die oberen Stockwerke seines Kopfes und verursachte einen kleinen Schlaganfall. Als ich es mir vorstelle, lache ich laut. Er weiß, wie und was der innere Kreis der US-Administration denkt, zumindest versucht er diesen Eindruck zu vermitteln. Ich muss immer auf das Auge gucken. Ist es tot?
Mein inneres Auge sieht den breiten, rot leuchtenden Dachstreifen der nächsten Tankstelle hinter dem kleinen Park und wandert durch die sich automatisch öffnende Schiebetür, hält sich links, nimmt den Mittelgang zu den Kühlschränken und verweilt auf beschlagenen grünen Dosen mit köstlicheml leicht gehopftem Nektar. Klebers Mundwinkel hängt doch auch ein wenig? „Wir müssen die Schalte abbrechen, ich glaub`ich hab`ein Schlägle.“ Der für kindlichen Humor zuständige Teil meines Gehirns lacht, der gesamte andere Bereich steht weiterhin vor dem Tankstellenkühlschrank. Kleber erwähnt nichts von einem dritten Weltkrieg.
Damit es auch jeder Vollidiot kapiert, wiederholen sie nochmals die Einschläge. 8:46 Uhr, Einschlag eins; 9:03 Uhr, Einschlag zwei. Wieviele Menschen wurden dabei zerfetzt? Wieviele waren es bei den Zusammenstürzen der Gebäude? Wir tun uns zu leicht mit dem Vernichten von Menschen.
Wie immer, wenn ich über die Spezies Mensch nachsinne, wünsche ich mir, mit Ralf sprechen zu können. Staubige Augenzeugen werden befragt. „What the hell is wrong with you?“ Tränen zeichnen dunkle Linien durch den Staub auf den Wangen. Whats wrong with us, das wäre die Frage des Tages, Arschloch. Ich schalte um.

Jetzt spricht live Bushs dummes Äffchengesicht. Sein Gott, der ihm eine Wiedergeburt als nüchternen Mann, der seinen Schwanz nur noch in seine Laura steckt, geschenkt hat, wird sich fürchterlich rächen. Als sie First Lady war, hatte ich eine kleine Schwäche für Barbara Bush. Ich weiß, du liebst ihn, Barbara, aber trotzdem: Dein Sohnemann ist ein Idiot. Enterbe ihn, trenne dich von deinem Mann, wir brennen gemeinsam durch. Mein Gehirn dreht durch, es läuft trocken.
„Unser weißer, junger, bärtiger, langhaariger Gott des Westens wird euren Ziegen und Kamele fickenden Sandnegergott des Ostens seine Feindesliebe demonstrieren!“ Ich will mit diesem Mann nichts gemeinsam haben und entschließe mich, meiner Nüchternheit ein Ende zu setzen. Zumal ich nicht nüchtern in den dritten Weltkrieg schlittern will. Ein letztes saturnalisches Selbstzerstörungsfest.
Ich schalte den Fernseher aus und suche nach Socken. Ein dunkelgraues Paar scheint mir noch brauchbar zu sein. Als ich den Rucksack schultere, sehe ich, dass die Sneakers in die ich schlüpfe, lügenblau sind. Auch mein T-hirt ist lügenblau. Anders lügenblau, aber lügenblau. Genauso meine Jogginghose. Ich werde mich lügenblau trinken.
Ich versuche nicht leise zu sein, als ich die Treppe hinunter gehe. Ich gehe sie einfach hinunter. Geräusche, die dadurch entstehen, entstehen einfach.

An der Tankstelle ist noch ordentlich was los. In der Spiegelung der Schiebetür kann ich für einen kurzen Augenblick das Wackeln meines Gemächts erkennen. Ohne Unterhose ist geil, Freunde. Ich bin ein Freischwinger. Blicke kümmern mich nicht. Machte ich mir, um für die Anwesenden und das Tankstellenpersonal überzeugend zu sein, ansonsten selbst vor, ein Genusstrinker zu sein, der heute ausnahmsweise mal feiert, ist diese Last in dieser Nacht von mir genommen. Ein junger gut aussehender, gepflegter Türke, mit Osamaaugen beäugt mich verächtlich. Ich lächle zurück, bin gerade glücklich. Das Bier ist kalt, bald werde ich Ralf sehen, meine Eier schwingen frei.
An der Kasse verlange ich noch eine Schachtel „Schtoiwessant“. Obwohl sich hinter mir eine Schlange gebildet hat, lasse ich die Leute warten: „Ach, ich nehme noch ein, zwei Weinchen mit!“ Ohne Hast gehe ich zurück zum Kühlschrank und greife nach zwei Flaschen Frascati. Die Blicke der jungen Disco- und Clubgänger ruhen auf meinem kahl werdenden Hinterkopf, das kann ich spüren. Es ist mir egal. Zurück an der Kasse reiche ich dem Tankstellenmann meine EC-Karte: „Bisschen was liebliches,“ und zeige auf den Wein, lächle. Während der Betrag von meinem Konto, dessen aktuellen Stand ich nicht kenne, abgebucht wird, merke ich, wie frei ich mich fühle.Nach den von mir nach Elisabeth Kübler-Ross abgewandelten fünf Phasen des Trinkens bin ich bei der letzten Phase angelangt: Akzeptanz.
Im Auto sitzend beobachte ich noch eine Zeit lang die an- und abfahrenden getunten Autos und die jungen getunten Menschen.

Ich fahre nicht nach Hause, dort warten nur der Geruch von Kotze und Verkaufsfernsehen, das politische Meinungen und Ideologien feilbietet. Und Klaus Kleber mit hängender Fresse. Stattdessen fahre ich zu unserem Treffpunkt. Als ich am Industriegebiet vorbeifahre, kann ich das Gebäude erkennen, indem ich arbeite. In den am Straßenrand abgestellten LKW-Führerhäusern schlafen Ungarn und Polen. Weil ich ihn nicht festhalten kann – Kladde und Diktiergerät liegen zu Hause – versuche ich den Gedanken zu speichern, eine Zeichnung mit Hitler und Führerhäusern machen und hoffe, dass ich dieses Ideenfragment nicht vergesse, wobei ich gleichzeitig sicher bin, dass ich es vergessen werde.
Nur ich bin unterwegs. Als ich den kurzen von Sträuchern eingesäumten Weg rückwärts hineinfahre, glaube ich im Licht der Rückfahrscheinwerfer einen Fuchs flüchten zu sehen. Ich mache den Motor aus und horche.
Von der Autobahn weht ein sanfter Hauch in unregelmäßigen Abständen Reifengeräusche herüber. Etwas Kauz- oder Eulenartiges ruft in die Nacht. Wie schön es ist. In New York liegen tausende zerschmetterte Körper zwischen heißen, staubigen Trümmern, betrauert von Familienangehörigen, Ehefrauen, Geliebten und Freunden. Ich sitze auf dem schönsten Flecken des Erdballs und öffne das erste Bier. Leichter Nebel benetzt meine Hand, Brauereigeruch dringt an meine Nase. Bittere, kohlensaure Kälte füllt meinen Mund. Ich spüre dem Geschmack nach und genieße die sich nach jedem Zug steigernde befriedigende Wirkung.
Diesmal zähle ich nicht mit, genieße einfach Dose um Dose. Irgendwann bin ich so betrunken, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich im Osten den Anschein eines Silberstreifs vernehme. Ich kneife die Augen zusammen, doch ist es mir schnell zu anstrengend und schließe die Lider. Ich erlaube der Müdigkeit sich in mir auszubreiten und denke an Ralf. Ich weiß, dass er kommen wird.

Gladio und die Wahrheit über den 11.9.2001

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Montag, 9.5.2016. Eifel. Am 8.Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht, heute vor 71 Jahren war dann endlich Frieden. Jedenfalls – hatte man uns das erzählt. Es war natürlich eine Lüge – wie so oft seit 1789. 1789 hatte  man feststellen müssen, dass die ewige feudale Ordnung doch nicht so ewig war, wie man  immer angenommen hatte. „Bauer – Bürger – Edelmann“ – jene Gleichung, die uns heute noch die Aufteilung der Schulen in Hauptschule – Realschule – Gymnasium bringt, hatte damals ausgedient – zumindest in Frankreich für einen kurzen Moment. Ja – natürlich nur für einen kurzen Moment – das sehen Sie doch an unserem Schulsystem. Es gab natürlich Gegenbewegungen, der Adel ganz Europas schloss sich – ungeachtet alter Feindseligkeiten – gegen den neuen Feind zusammen. Das erzählt man uns schon weniger oft. Das Frankreich heute von einer kleinen Elite aus dem kleinen Kreis von Eliteuniversitäten regiert wird, eben so wenig.

Natürlich war am 9. Mai 1945 kein Frieden. In den USA hatte sich während des Krieges eine mächtige Allianz aus Militärs und Industrie gebildet, man hatte festgestellt, dass man an fernen Kriegen gut verdienen konnte. Diese Netzwerke – von dem Weltkriegsgeneral und US-Präsidenten Eisenhower „militärisch-industrieller Komplex“ genannt (siehe Heise) hatten nun nicht unbedingt Interesse am Krieg – aber am Geld verdienen. Was man an Kriegen verdienen kann? Nun – schauen Sie sich einfach mal an, was Haliburton im „Krieg gegen den Terror“ verdient, der den nach dem Zweiten Weltkrieg laufenden „Krieg gegen den Kommunismus“ nahtlos abgelöst hatte: lag die Firma 1999 noch bei 12,31 Milliarden Dollar Umsatz und 438 Millionen Dollar Gewinn, so gab es im Spitzenjahr 2014 32 Milliarden Dollar Umsatz bei 3,5 Milliarden Dollar Gewinn (siehe Traderfox.de). Spricht für massiv überhöhte Preise – die man in der Tat auch findet: 100 Dollar für das Waschen von 7,5 Kilo Wäsche, 45 Dollar für eine Kiste Sprudel (siehe nbcnews): so kann jeder zum Milliardär werden. Geschäfte mit dem Militär sind immer gute Geschäfte, eine Kultur des strengen Gehorsams und der absoluten Autorität begleitet durch niedrige Bezüge eröffnen schlauen Geschäftsleuten ungeahnte Möglichkeiten … wenn es weitere Kriege gibt.

Und diese Kriege laufen ja seit 1945. Frieden – haben wir seitdem kaum kennengelernt, nur im privaten Umfeld, für ein paar kurze Jahre. Und kaum jemand hatte den Blick dafür, dass die französische Republik von den Truppen der Monarchisten zerschlagen wurde: das Ende von Napoleon bei Waterloo war auch das Ende der Revolution, der König kehrte wieder zurück. Schlimmer war wohl für den Feudalstaat das Aufkommen der Industriebarone, die mit ihren unglaublichen Reichtümern einen neuen, messbaren Adel bildeten, der gerne Allianzen mit dem alten Adel einging, Netzwerke der Macht bildete die bis heute in Europa die Politik bestimmen – aber darüber haben wir schon oft genug gesprochen.

Gut – versprochen war die Wahheit über „nine-eleven“, jenen Anschlag, der mit einem Paukenschlag den Weltkrieg gegen den Terror einläutete, der Grund viele völkerrechtswidriger Kriege der US-Streitkräfte in der Welt ist. „Wahrheit“ – ist ein großes Wort, erst Recht für einen Philosophen. Wer mit uns über die Existenz des Stuhles diskutiert, auf dem er sitzt, wird schon bald nervös werden, weil er merkt: das menschliche Erkenntnisinstrumentarium reicht überhaupt nicht aus, die Existenz des Stuhles zweifelsfrei zu beweisen – unsere Kritikfähigkeit ist weitaus größer als unsere Ausstattung mit qualitativ hochwertigen „Sinnen“. Trotzdem dürfen wir aber weiter sitzenbleiben – es funktioniert, obwohl wir die Wahrheit nicht zweifelsfrei beschreiben können. „Wahrheit“ – diese Erkenntnis soll uns hier reichen – ist ein sehr relativer Begriff. Darum haben wir ja auch den Begriff der „Wahrscheinlichkeit“ eingeführt (im Versicherungswesen ein ganz zentraler, ziemlich exakt berechenbarer Status) um zu Erkennen, dass wir uns der Wahrheit zumindest annähern (also: auf dem Stuhl sitzenbleiben) können.

Die offizielle Verschwörungstheorie über „nine-eleven“ kennen Sie ja, nicht wahr? Osama bin Laden und seine 19 Räuber haben den ganzen Sicherheitskomplex der USA überwältigt und drei Passagiermaschinen in drei Gebäude gejagt – sogar ins symbolträchtige Pentagon … allerdings waren dort die betreffenden Gebäudeteile zuvor geräumt worden. In New York haben sie mit zwei Maschinen sogar drei Hochhäuser zum Einsturz gebracht – so gut waren die. Lachen Sie nicht: das ist offizielle Geschichte – eine Geschichte mit sehr vielen Ungereimheiten, über die wir allerdings nicht reden dürfen: gleich nach dem Anschlag hat der amtierende Präsident der vom militärisch-industriellen Komplex unterwanderten Nation öffentlich verboten, den von der Regierung beschriebenen Ablauf der Ereignisse in Frage zu stellen – an diesem seltsamen Maulkorberlass hat bis heute keiner Anstoß genommen.

Ebensowenig stört es jemanden, dass der WDR-Reporter Wischnewski in den USA keine Spur der vierten Maschine gefunden hatte – die Konsequenz aus diesem Mangel an Glauben ist, dass er keine weiteren Aufträge mehr bekam (siehe Heise). Wahrheit – wird inzwischen angeordnet. Daran haben wir uns überraschend schnell gewöhnt – während wie die Existenz des seit Eisenhowers Warnung ungehindert weiterwuchernden militärisch-industriellen Komplexes komplett ignorieren – obwohl Präsident Kennedy ihm zum Opfer gefallen ist, weil er den Vietnam-Krieg beenden wollte. Ja – die Verschwörungstheorie zum Kennedymord (Lee Harvey Oswald, der Alleintäter!) hält den Fakten nicht mehr stand (siehe Spiegel aus dem Jahre 2007) – doch das hat keinerlei Folgen. Wir müssen davon ausgehen, dass die Macht des militärisch-industriellen Komplexes seit Eisenhowers Warnung beständig gewachsen ist, dass er die gesamte US-Kultur durchdringt – oder haben Sie je davon gehört, dass diese Strukturen gezielt zerschlagen wurden? Oder dass Eisenhower ein debiler Idiot war? Nein, natürlich nicht.

Wir wissen auch, welche Methoden dieser Komplex anwendet. Es ist erstaunlich, dass wir im Jahre 2016 nicht schon längst viel mehr über ihn wissen, denn: sogar das Europaparlament hat im November 1990 hierzu einen Entschluss gefasst, der weiträumig Aufklärung über die Aktivitäten eines Netzwerkes von militärischen Geheimoperationen in Europa verlangte (siehe cloeser.org)

Lesen Sie sich das durch: ganz offiziell beschwert sich das Parlament der EU darüber,

„dass sich bestimmte amerikanische Militärkreise des SHAPE und der NATO das Recht angemaßt haben, in Europa eine geheime Infrastruktur zur Übermittlung von Nachrichten und Durchführung von Aktionen zu schaffen“.

Eine ungeheuerliche Verschwörungstheorie, oder? Und das vom EU-Parlament.

Wirkt 2016 sehr putzig, oder? Ich meine: nachdem wir erfahren haben, was die NSA hier alles ausspioniert? Nein, natürlich bekam das EU-Parlament keine Antwort auf seine Beschwerde, im Gegenteil: wenn Sie sich heute über „Gladio“ informieren, werden Ihnen glatte Lügen aufgetischt – so bei Wikipedia, die dieses Phänomen aktuell nur noch Italien zuordnet, obwohl die Wirklichkeit eine ganz andere war (siehe Freitag):

Über Jahrzehnte hinweg unterhielten die NATO-Partner in Westeuropa so genannte „militärische Parallelstrukturen“. Daniele Ganser – er lehrt an der Universität Basel Internationale Zeitgeschichte – hat in seiner Studie NATO´s Secret Armies nachgewiesen, dass diese Formationen oft mit Rechtsextremisten durchsetzt und in terroristische Aktivitäten verstrickt waren. Er stützt sich unter anderem auf Untersuchungen zum italienischen „Gladio“-Netzwerk, dessen Existenz 1990 von Premier Andreotti eingestanden worden war.

Es ist allerdings – korrekt formuliert – nur eine Theorie, dass diese Strukturen im Jahr 2016 nicht mehr existieren – Beweise dafür gibt es nicht. Dafür müssen wir gelassen hinnehmen, was im Bereich der Nato alles möglich war: im Zusammenhang mit den Anschlägen in Bologna erfahren wir über Strukturen, die sich sonst – angeblich – Verschwörungstheoretiker ausdenken (siehe Deutschlandfunk):

„In dieser Liste standen die Namen aller hochrangigen Militärs, die Chefs der Geheimdienste, eine ganze Reihe von Richtern und Staatsanwälten und natürlich viele Politiker, dann Geschäftsleute. Zur gleichen Zeit fiel uns der sogenannte ‚Piano di Rinascità’, der Erneuerungsplan von Gelli in die Hände, der die Verfassung des Staates ersetzen sollte. Erst hatte Licio Gelli Terrorbanden finanziert , um den Umsturz herbeizuführen, dann hat er sich ab Mitte der 70ger Jahre systematisch in den Staatsapparat eingeschlichen und beherrschte weite Teile der Politik. Wer irgendeine Führungsposition einnehmen wollte, der musste Mitglied der Loge P2 sein. Oder: Wer gute Geschäfte machen wollte… Und nicht nur das: über die P2 kontrollierten die westlichen Geheimdienste unser Land. Denn die P2 hatte alle in der Hand: Politiker, Militärs und unsere Geheimdienste. Alle.“

Unglaublich, oder? Vor alem dieser Satz, dass diese P 2 nur Werkzeug der „Geheimdienste“ war – bzw. des militärisch-industriellen Komplexes, vor dem Eisenhower vergeblich gewarnt hatte.

Können wir ausschließen, dass es solche Netzwerke auch in Deutschland gibt?

Nein, natürlich nicht. 2005 berichtete der Spiegel (siehe Spiegel):

„In Italien und sieben weiteren Staaten“, so Ganser, „arbeiteten Angehörige dieser Geheimorganisationen mit Terroristen und Verbrechern zusammen oder waren an Staatsstreichen wie dem Militärputsch in Griechenland 1967 beteiligt.“

Auch bei Attentatsversuchen gegen den französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle oder bei der Ermordung Oppositioneller in Portugal und in dessen afrikanischen Kolonien hatten die Dunkelmänner, Gansers Untersuchungen zufolge, ihre Finger im Spiel. Ebenso bei der Bekämpfung der Kurden in der Türkei, einer Serie von Bombenanschlägen in Belgien in den achtziger Jahren – sowie womöglich beim Münchner Oktoberfest-Attentat von 1980.“

Ganz langsam durchlesen: die Leistungsbilanz dieses Komplexes – Attentat auf europäische Staatspräsidenten, massenweise Morde, Bombenanschläge, Militärputsche – die reale Liste ist noch viel länger, reicht bis zu den Massenmorden an belgischen Supermarktkunden (siehe Spiegel). Darf ich das so formulieren: „die“ schrecken vor nichts zurück? Wobei man „die“ ja gar nicht mehr sagen darf, man gilt sofort als geistig nur eingeschränkt leistungsfähig, wenn man „die“ für Ungemach in der Welt verantwortlich macht – die Psychopathologisierung der Aufklärer ist als Gegenmaßnahme des Komplexes schon weit fortgeschritten und tief ins Bewusstsein der Bevölkerung eingesickert.

Dabei steht „die“ nur stellvertretend für den militärisch-industriellen Komplex und seine Agenten, die über die P 2 für einen umfassenden Staatsstreich in Italien verantwortlich waren – und über Gladio und Konsorten für jahrzehntelange Greueltaten in Europa. Die Merkwürdigkeiten im Umgang mit Rechtsterrorismus, die die Ermittlungen zu Gladio begleiteten, sehen wir aktuell auch in Deutschland: hier reißen die Merkwürdigkeiten im Zusammenhang mit Rechtsterrorismus überhaupt nicht mehr ab: immer mehr wichtige Zeugen sterben seltsame Tode (siehe Taz), man spricht schon von einem „Land im Ausnahmezustand“ (siehe Taz), es verwundert kaum, dass Bundesbehörden wichtige Akten vernichten, damit das Parlament keine Einsicht bekommt (siehe WDR): ähnliche Beobachtungen – Schutz von Rechtsterroristen durch Geheimdienste und Regierung (im aufrechten und patriotischen Kampf gegen den Kommunismus!) – wurden jahrzehntelang rund um „Gladio“ und Ableger gemacht.  Heute verwenden wir aktuell den Begriff „der tiefe Staat“ – der ursprünglich nur die Aktivitäten von „Gladio“-Kommandos in der Türkei beschrieb (Massenmorde und Militärputsche). Warum aber einen neuen Begriff formen, als wäre die Bedrohung erst letzte Woche gewachsen? Schon General und Präsident Eisenhower hat uns davor gewarnt.

Hören wir dazu noch mal die TAZ (siehe Taz):

Mag man den Aufbau einer demokratisch nicht mehr kontrollierbaren Armee noch mit dem Blockkonflikt erklären, lassen sich andere Aspekte Gladios wirklich nur als skandalös bezeichnen. Zum einen warben die Geheimdienste auf der Suche nach verlässlichen Einsatzkräften bevorzugt Faschisten an. Zum anderen beschränkte man sich nicht auf eine potenzielle Invasionsbekämpfung.

Ganser kann nachweisen, dass die Gladio-Gruppen zumindest in Italien, Belgien, der Türkei und Frankreich massiv innenpolitisch intervenierten und an rechtsterroristischen Anschlägen beteiligt waren. Was Italien angeht, sind die Fälle einigermaßen bekannt: Die blutigen Anschläge 1969 auf der Piazza Fontana in Mailand oder 1980 am Bahnhof von Bologna wurden mit geheimdienstlicher Rückendeckung durchgeführt. Im Rahmen einer „Strategie der Spannung“ sollte die Bevölkerung verunsichert und einer autoritären Lösung der innenpolitischen Krise das Terrain bereitet werden.

2001: die Bevölkerung wird durch einen Anschlag verunsichert, der – bis heute – die demokratischen Rechte der Bürger massiv einschränkt, durch die „Homeland Security“ bekam der militärisch-industrielle Komplex eine neue Sicherheitsarmee, um sich gegen das eigene Volk weiter abschirmen zu können, gleichfalls eröffneten sich ungeahnte Verdienstmöglichkeiten auf Kosten des Steuerzahlers – Kosten, die heute die USA dicht an den Bankrott führen: im Namen des Kampfes gegen den Terror konnte man ungestraft Völkerrecht brechen und einmarschieren, wo man nur wollte. Der militärisch-industrielle Komplex bekam einen Machtzuwachs, der seine kühnsten Träume überstieg – und das alles, weil ein nierenkranker Ex-CIA-Agent (wenn ich Osama bin Laden mal so nennen darf – siehe Michel Chossudovsky im Hintergrund) von einer Höhle in Afghanistan aus eine ungeheuer komplexe Operation mit überwältigenden Resultaten in Bewegung gesetzt hat … eine Operation, die immens weit über das hinaus ging, wozu der „Terror“ die nächsten fünfzehn Jahre fähig war.

Die Wahrheit über nine-eleven?

Der militärisch-industrielle Komplex hat sich eine neue Welt zusammengebombt. Das er moralisch keine Skrupel hat, beweisen die Aktionen der europäischen Gladio-Kommandos.

Und warum soll das nun „wahr“ sein – bis zum Beweis des Gegenteils?

Ganz einfach: weil wir uns als demokratische Zivilgesellschaft – angesichts der vorliegenden Hinweise – es überhaupt nicht leisten können, diese Bedrohung als „unrelevant“ abzutun. Formulieren wir hier eine Theorie? Nein, überhaupt nicht. Wir fügen Fakten zusammen, die ein klares Bild ergeben – nirgends müssen wir die Argumentationskette mit Vermutungen füllen. 2016 müssen wir das Bild nur ein wenig ergänzen und die Bewegung „Islamischer Staat“ als weiteren Arm dieses Komplexes ansehen – finanziert und ausgerüstet über die Türkei führen sie die Attentate der ultrarechten (in Deutschland ehedem von Ex-Waffen-SS-Angehörigen mit aufgebauten Strukturen – siehe Hinweis aus RTL-Bericht in: Daniel Ganser, Nato-Geheimarmeen in Europs, Orell Füssli 7. Auflage 2014, Seite 43) Kommandos in Europa ungehindert fort – unter mutmaßlicher Mitwisserschaft führender Regierungskreise. Immerhin wurde in der Aufarbeitung des Skandals auch aufgedeckt, dass allein in den Niederlanden 30 Minister davon Kenntnis hatten – und schwiegen (siehe Ganser, a.a.O., Seite 47)

Schaut man sich die Leistungsbilanz dieses Komplexes an, so tun sie auch gut daran, zu schweigen.

Wir können aber auch mit dem Begriff „Wahrscheinlichkeit“ arbeiten – und hier dürfen Sie selber rechnen: welches Szenario hat die höhere Wahrscheinlichkeit? Einerseits: der CIA-Mann Osama und neunzehn Fanatiker mit Teppichmessern, die kaum eine kleine Propellermaschne beherrschen konnten; andererseits: der militärisch-industrielle Komplex mit seiner Allmacht. Und kommen Sie mir nicht mit dem Argument: da hätten zu viele von gewusst, wenn es Kreise innerhalb der USA selbst gemacht hätten – die Ermittlungen von Gladio zeigen, wie weit das Schweigen gehen kann, wenn man mit absoluter Macht über Leben und Tod konfrontiert wird.

Warum wir diese Theorien nicht als „unrelevant“ abtun können, hat einen einfachen Grund: der nächste Schachzug des militärisch-industriellen Komplexes zur Steigerung der Gewinne ins Unermessliche wird in Europa der Krieg gegen Russland sein – was glauben Sie, was man da dran verdienen kann?

Und glauben Sie nicht, dass man da noch was aufhalten kann: das ist wie zu spät erkannter Krebs, der seine Metastasen schon in den meisten Parlamenten, Zeitungen, Magazinen und Köpfen hat. In dem Zusammenhang ist der „Neoliberalismus“ (siehe hierzu Prof. Mausfeld in den Nachdenkseiten) nur ein weiterer Teil der Strategie zur massiven Umverteilung von Steuergeldern auf Privatkonten, an denen ein paar Millionen Menschen gut verdienen – vom einfachen Arbeiter (ganz wenig) über den General (ganz schön) bis hin zum CEO (ganz wunderbar).

Nun ja – vielleicht helfen ja Gedanken wie diese, das Autoimmunsystem der demokratischen Zivilgesellschaft zu wecken und wenigstens die Brückenköpfe des militärisch-industriellen Komplexes in unseren Köpfen zurück zu drängen. Das wäre der erste Schritt, die laufende Offensive aufzuhalten.

Eher aber werden wir erleben, dass der Krieg gegen den Terror zum großen europäischen Krieg mit Russland führt – jenem Land, zu dem wir eigentlich erstklassige Wirtschaftsbeziehungen haben, die eine gute Grundlage für Frieden dastellen.

Aber wir haben eben auch den Gladio-Krebs, den wir seit 1990 einfach ignorieren – weshalb er auch in Europa und der Türkei munter weiter wachsen konnte.

 

 

„Islamischer Staat“ – Sturm auf Europa … finanziert durch Petrodollar

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Donnerstag, 20.8.2015. Eifel. Verstehen Sie noch die Welt?  Nein? Ich auch nicht. Mir persönlich ist das besonders peinlich, weil sich eine meiner Aussagen über die Prophezeiungen des Nostradamus als völlig falsch erwiesen haben. Ich finde sie nicht im Netz – was auch nicht weiter stört, da jeder Ausleger des Nostradamus eigene Interpretationen für das Ende der Welt anfertigt. Die, um die es mir damals ging, besagte, dass der Islam die nächste große Gefahr für Europa werden wird, sah islamische Kämpfer die europäischen Hauptstädte fluten. „Was für ein Quatsch“, so empörte ich mich Anfang der achtziger Jahre und referierte detalliert über die Streitkräfte der Nato – allein der italienische Grenzschutz schien stark genug, um Europa vor muslimischen Horden zu schützen – mal davon abgesehen, dass Muslime damals als introvertiert, weltfremd und völlig friedlich galten. Das lernte man ja noch in der Schule: die Religion war Schuld an der Rückständigkeit und verantwortlich für die Schwäche der arabischen Völker.

2015 sieht die Welt anders aus – und es sieht so aus, als hätte die Welt endlich jene Bösewichter bekommen, die sie braucht, um den Islam zu hassen, endlich … denn „Al Kaida“ gab dafür leider nicht genug her. „Wie aus dem Nichts“ fielen sie über die irakische Stadt Mossul her und nahmen sie mit einer Hand voll Kämpfer ein. Der Deutschlandfunk beschreibt – systemkonform – in einem Bericht über ein Buch, dass das „Kalifat des Schreckens“ zum Thema hat, wie wir die Entwicklung zu sehen haben (siehe Deutschlandfunk):

„“Im Juni 2014 errang der IS mit der Einnahme der Stadt Mossul den bisher größten Erfolg seiner Geschichte. In den frühen Morgenstunden des 6. Juni nahmen 1.500 bis 2.000 Kämpfer die Stadt am Tigris mit ihren rund 1,5 Millionen Einwohnern im Sturm.“

Die Einnahme Mossuls kam völlig unerwartet, heißt es weiter, unerwartet für die irakische Regierung und den Nahen Osten, für die USA und die Weltöffentlichkeit.“

Ein Verhältnis von 1: 1000, Angreifer gegen Verteidiger – und das in einer Großstadt, die als das schwierigste Terrain innerhalb der Herausforderungen der modernen Kriegsführung gilt – jedenfalls hieß es so, als die US-Truppen Bagdad angriffen. Gnädigerweise hatte die irakische Armee die Stadt verlassen, war vor den brutalen Horden geflüchet. Wäre blöd für die kleine Truppe gewesen, wenn da jemand zurückgeschossen hätte. Die Geschichte wirkt ja fast wie ein kleines Märchen, so, als ob Allah selbst die unbesiegbaren Krieger aus dem Himmel herabgesandt hatte, um die Ungläubigen zu strafen.

Läßt man ihre Taten auf sich wirken, so denkt man eher: „Mad Max“ ist wahr geworden, die Hölle hat ihre Pforten geöffnet und ihre engagiertesten Seelen auf die Erde ausgespuckt: massenhafte Versklavung und Vergewaltigung von Frauen, Massenmorde an Jesiden, Christenvertreibungen, Folterungen, Hinrichtungen – alles ist im Angebot (siehe Spiegel). Aktuell toben sie gerade in Libyen, über 1000 Kilometer entfernt von ihrem Heimatkalifat, getrennt von ihm durch Länder wie Israel, Jordanien, Saudi-Arabien und Ägypten (siehe Zeit):

„Zahlreiche Aufständische wurden quer durch die Stadt an Metallgerüsten gekreuzigt. Exekutierte hingen an Brücken und Hochstraßen. IS-Kommandos richteten 22 Verletzte in ihren Betten hin und steckten anschließend das gesamte Lazarett in Brand. Nahe einer Schule im östlichen Wohnbezirk Nummer drei, dem Zentrum des Aufstands, fanden Augenzeugen zwölf Leichen mit abgeschlagenen Köpfen.“

Wie kommen die wohl nach Libyen? Wer den zitierten Zeit-Artikel weiter liest, erfährt, dass die meisten Dschihadisten aus Tunesien stammen … was noch weiter westlich des „Islamischen Staates“ liegt. Und wer animiert sie zu solchen brutalen Exzessen, die sie zu Feinden der ganzen Welt machen? Wer stachelt sie dazu auf, ihre Gräueltaten auch noch ins Netz zu stellen? Wir können ja kaum noch Luft holen: schon kommen neue Horrormeldungen über die kleine Bande von Gewaltverbrechern, die – trotz aller Widerstände, Bomben und bösen Worte – ein neues Kalifat nach dem anderen errichtet … oder sagen wir Emirat. Über eins in Ostlibyen berichtet der österreichische Standard (siehe Standard):

Die „Shura der Islamischen Jugend“ hat ihre Gründung im April öffentlich gemacht. Maskierte Männer in Militäruniformen und mit schwarzer Fahne paradierten mit Pick-ups durch die Straßen und stellten ihr eindrückliches Waffenarsenal zur Schau: Maschinengewehre, Granatwerfer und Flugabwehr-Raketen.

Wer sind eigentlich die militärischen Berater dieser Aktivisten? Wer hat eigentlich dieses Konzept der schnellen Eingreiftruppen entwickelt, die mit leichten Fahrzeugen tief ins Feindesland vorstoßen – was möglich ist, wenn sie die richtige Ausrüstung haben? Das war die US-Armee mit ihrem Konzept der „leichten Infanteriedivision“, eine Streitmacht, die in „low-level-Konflikten“ enorme Erfolge versprach. Bedingung war: Ausrüstung mit Flugabwehrraketen und Panzerabwehrraketen. Schwere Kampfhubschrauber stecken die Kugeln von Maschinengewehren locker weg, können aber dutzende leichter Fahrzeuge risikolos vom Erdboden verschwinden lassen – ebenso wie ein einzelner Kampfpanzer ganze Kolonnen dieser „Pick-up-Trucks“-Armeen aufhalten kann – davor muss man sich zuerst schützen, dann aber ist der Durchmarsch möglich. Ideales Einsatzgebiet für diese leichten Infanterieeinheiten? Städte, Gebirge, Waldgegenden (siehe Militäry Technologie, Vol 8, Iss 10, 1984, Seite 53, Artikel von Lon Nordeen über die Qualitäten der neuen leichten US-Infanteriedivisionen).

Seltsam, dass diese „IS-Terroristen“ diese optimale Ausrüstung haben – und Ausbildung. „Blitzkrieg“ ist hier die Devise – ein Wort das bis heute bei US-Militärs hohen Respekt genießt – jenem Militär, dass sich bedauerlicherweise ebenfalls durch Scheußlichkeiten gegen Zivilbevölkerung und Gefangene auszeichnet – auch im eigenen Land.

Doch noch mehr verwundert. Da hört die NSA die ganze Welt ab – vor allem aber Nordkorea, die BRD und den Irak. Wie effektiv das ist, musste kürzlich erst eine junge Deutsche erfahren, der die Einreise wegen eines Facebook-Chat-Eintrages verweigert wurde (hierzu und noch zu anderen verweigerten Einreisen bitte mal den Urlaubsguru lesen) – und da soll man glauben, dass niemand bemerkt hat, dass sich dort ein perfekt ausgerüsteter Kampfverband in Regimentsstärke bildet … der wohl ein wenig gefährlicher ist als eine 19-jährige Abiturientin?

Doch damit nicht genug: die Medien übertreffen sich geradezu in Meldungen über die unbesiegbare Armee der Gotteskrieger, die damit drohen, Deutschland anzugreifen (siehe Der Westen) und letztlich durch einen Angriff auf Indien das Ende der Welt herbeiführen wollen (siehe Focus, der auf einen Artikel von „USA Today“ verweist). Es wirkt seltsam, dass sich die Gotteskrieger scheinbar hervorragend mit dem Kalachakra des tibetanischen Buddhismus auskennen: nur dort – im Rahmen des Mythos um die mystische Stadt Schamballa findet man die Geschichte von dem mystischen Endzeitkrieg zwischen den Buddhisten und den Muslimen, der jetzt laut Focus in die Realität umgesetzt werden soll … und angesichts meiner Erfahrungen wage ich gar nicht mehr zu sagen: was für ein Nonsens.

Seltsamerweise merkt man bei den Kriegern Gottes eine seltsame Zurückhaltung gegenüber den USA, obwohl die sie bombadiert, eher scheint Europa zum Ziel zu werden. Informiert man sich weiter über jene Gruppierungen, die sich so unerwartet und plötzlich aus dem Hyperraum beamten wie die Angreifer am 11.9.2001 (obwohl es zu dieser Annahme auch Gegenstimmen gibt, siehe NDR), so wird es noch verworrener – zum Beispiel was die Finanzierung angeht (siehe Deutsche Welle), im Irak vermutet man Saudi Arabien als Unterstützer, doch:

Die USA, Verbündete Saudi-Arabiens, weisen die Anschuldigungen von Iraks Premierminister zurück. Die Äußerung seien „ungenau und beleidigend“, sagte Jen Psaki, eine Sprecherin des US-Außenministeriums am Dienstagabend.

Da stellt man sich schützend vor jemanden, den deutsche Experten für eindeutig schuldig halten:

Günter Meyer, der das Zentrum für Forschung zur Arabischen Welt an der Universität Mainz leitet, hat jedoch keinen Zweifel an den Geldflüssen. „Die wichtigste Quelle der Finanzierung war bisher die Unterstützung aus den Golfstaaten, allen voran Saudi-Arabien, aber auch Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate“, so Meyer gegenüber der Deutschen Welle.

Man erfährt auch, warum Mossul so ein wichtiges Ziel war: dort haben die hirnlosen Rowdies zufällig die Zentralbank plündern können und so 429 Millionen Dollar erbeutet –  ein Bankraub im ganz großen Stil.

Ja – Saudi-Arabien. In der Zeit findet man dort eine Notiz, die seltsame Erinnerungen hervorruft (siehe Zeit):

„Saudi-Arabien bleibt ein entscheidender Geldgeber von Al-Kaida, den Taliban und anderen Terrorgruppen“, urteilte laut Wikileaks bereits 2009 die damalige US-Außenministerin Hillary Clinton. 15 der 19 Attentäter vom 11. September 2001 stammten aus dem Königreich, mittlerweile sind nach Schätzungen diverser Geheimdienste 3.000 bis 4.000 junge Saudis in Syrien auf heiligem Kriegspfad, die meisten in den Reihen der schwarzen Kommandos des Islamischen Staates (IS).

Ja – 15 der 19 Attentäter des 11.9.2001 waren Saudis. Deshalb wurde ja auch Afghanistan angegriffen und besetzt. Und der Irak vernichtet. Logisch, oder? Wenn mich ein Hund ins Bein beißt, schlage ich auch sofort nach Katzen und hasse Mäuse.

Auch die „Tagesschau“ erklärt uns – entgegen der Meinung der USA – dass Saudis hinter der Finanzierung der IS stehen (siehe Tagesschau):

Die IS-Terroristen versorgen sich aus US-Militärbeständen, die die Amerikaner bei ihrem Abzug im Irak beließen. Sie kaufen auf dem Graumarkt weitere Waffen und Munition durch Gelder, die sie vor allem von reichen Golf-Arabern beziehen. In den sunnitischen Ländern gibt es etliche religiöse Stiftungen. Über diese Stiftungen fließen die Mittel direkt an die IS-Rebellen. Es gibt Reiche Golf-Araber – vor allem aus Saudi-Arabien, in geringerem Umfang auch aus Katar und Kuwait – die die Dschihad-Kämpfer bewundern.

Zu welchem Zweck hinterließen die USA eigentlich Waffen im Irak – und wer hat den Gotteskriegern verraten, wo sie aufzutreiben sind? Nun – der Blick wird durch die Worte der Tagesschau geschärft: es ist nicht „Saudi-Arabien“, das den Terror finanziert, sondern „Reiche“. Nun – nach der kleinen Anschubfinanzierung durch … „irgendwen“ … und durch den gezielten Angriff auf die Zentralbank von Mossul (was nirgendwo die Frage aufwirft, woher die „primitiven“ Hirten eigentlich wussten, wo diese Bank zu finden ist … und woher sie wussten, dass man dort richtig absahnen kann) kann sich die „Terrororganisation“ jetzt angeblich selbst mit Geld ausstatten – durch den Verkauf von Öl in der Türkei (siehe Süddeutsche). Die Türkei selbst bombadiert als Maßnahme gegen diesen Terror die Stellungen jener Kurden, die gegen die IS kämpfen – schützt so den Verkauf des Rauböls im eigenen Land. Keiner bombadiert die schwerfälligen, großen Tanklaster, niemand hält sie an der Grenze auf – trotz massiven Aufmarsches der türkischen Armee in diesem Gebiet (siehe Spiegel). Dafür scheint es Beweise dafür zu geben, dass auch die Türkei, aus der scheinbar schon mal „Lebensraum im Westen“ gefordert wurde (siehe Nachrichtenspiegel) sich fleißig an der Ausbildung neuer Terrorkampfverbände beteiligt (siehe Spiegel).

Merken Sie, warum ich etwas verwirrt bin – mitten im Vierten Weltkrieg, dem „Weltkrieg gegen den Terror“? (siehe Welt). Wie soll ich da noch die Nachricht verarbeiten, dass die Türkei und die Ukraine zusammen eine „Internationale Brigade“ bilden (siehe Voltaire.net)? Ach ja – Voltaire.net …. das darf man gar nicht lesen, erst recht nicht diesen Artikel … denn dann wird man völlig konfus, garantiert (siehe Voltaire.net):

Die Beamten der Europäischen Union irren sich komplett bei den islamistischen Anschlägen in Europa und bei der Migration zur Union der Kriege fliehenden Menschen. Thierry Meyssan zeigt, dass das alles nicht die unbeabsichtigte Folge der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten und in Afrika ist, sondern ein strategisches Ziel der Vereinigten Staaten.

Wenn die EU-Politiker ein wenig gereist wären, nicht nur im Irak, in Syrien, in Libyen, im Horn von Afrika, Nigeria und Mali, sondern auch in der Ukraine, hätten sie mit ihren eigenen Augen die Umsetzung dieser strategischen Doktrin gesehen.

Ein großer Plan gewisser „Kreise“ in den USA zur Destabilisierung des europäischen Konkurrenten durch Terrorismus (der wieder schwunghaft europaweit rechtsradikale Nationalisten stärkt, mit denen die Nato in der Ukraine schon gemeinsame Übungen macht), Import des Terrorismus durch Maximierung der Zuwanderung? Unmöglich – und doch überrascht die Realität immer wieder, aktuell durch die Nachricht, dass wir anstatt 500000 Flüchtlinge plötzlich mit 800 000 Flüchtlingen (siehe Spiegel) oder sogar einer Million rechnen müssen, finanziert durch die USA (siehe Voltaire.net), eine Entwicklung, die bedrohlich wird, wenn man erfährt, dass die IS ihre Kämpfer gezielt nach Europa befiehlt (siehe Welt, die gerade Europa für das nächste Schlachtfeld hält).

Sind Sie nun auch durcheinander, wissen nicht, was Sie tun sollen? Verstehen die Welt nicht mehr?

Brauchen Sie auch nicht, denn was Sie zu tun haben, wird Ihnen von deutschen Prominenten und Kadern der Geheimdienste schon vorgelebt: Sie sollen sich vorbildlich um Flüchtlinge kümmern … und den Islam hassen. Für Ersteres sorgen die Medien, für Letzteres ehemalige Fotojournalisten der Bildzeitung und eine stetig wachsende Bande von ultrarechten Junggermanen, die gerne ihre geistige Nähe zur Ehtik der IS demonstrieren. Das Chaos, das den Norden Afrikas und den Vorderen Orient verwüstet, breitet sich gerade in unseren Köpfen aus.

Und wem nützt das? Wem nützt die Zerrüttung staatlicher Gemeinschaften in Afrika und Europa, die Schwächung des Zusammenhaltes der Menschen in den Ländern?

Vor lauter Hilflosigkeit schaue ich nochmal bei Voltaire vorbei (siehe Voltaire.net):

Das Prinzip dieser strategischen Doktrin lässt sich so zusammenfassen: das einfachste, um natürliche Ressourcen eines Landes über einen langen Zeitraum zu plündern, ist nicht, es zu besetzen, sondern den Staat zu zerstören. Ohne Staat, keine Armee. Ohne feindliche Armee, kein Risiko für eine Niederlage. Deshalb ist das strategische Ziel der US-Armee und der von ihr geleiteten Allianz, der NATO, die Staaten zu zerstören. Was aus der betroffenen Bevölkerung wird, ist nicht Washingtons Problem.

Plumper Antiamerikanismus. Was für ein Nonsens – oder?

Allerdings … ganz im Sinne einer kaum bekannten Studie der britischen Armee aus dem Jahre 2007:

„Ein überraschendes Ergebnis war, „dass die Militärs sich vor Neomarxisten in der globalen Mittelklasse fürchten“; „der Konflikt der Staaten geht, der Konflikt der Klassen kommt“ (Aus: H.J.Krysmanski, 0,1 %, Das Imperium der Milliardäre, Westend 2. Auflage 2013, Seite 56/57).

So könnte ein Schuh daraus werden, der nicht dauernd auf den Verstand drückt: die Superklasse stürzt die Welt ins Chaos, um den Neomarxisten präventiv den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dort findet sich auch die Kompetenz, wilde Hirtenkrieger zu Kommandostreitkräften im Sinne der leichten US-Infanteriedivision umzuformen … und aus dem Nichts einen Staat zu schaffen, der perfekte Strukturen aufweist (siehe Südddeutsche). Die Agenten der Superklasse in Saudi-Arabien, die dortigen Herren über die Petrodollars hacken übrigens schon seit Jahrzehnten Köpfe ab, ohne dass die Tagesschau sich groß empört (siehe Schwäbisches Tagblatt).

Von dort kamen auch die Attentäter des „nine-eleven“ … oder von ihren Brüdern in den USA – so gesehen ist es egal, welcher Verschwörungstheorie man folgt.

Darf ich Sie noch ein letztes Mal verwirren? Die strenge Form des Islam, der die Welt terrorisiert und in Saudi-Arabien fest verankert ist, gilt nicht für die Zöglinge der Superreichen. Es heißt:

„Die Ausschweifungen von Mitgliedern der Herrscherfamilie sind einer der Gründe, warum Osama bin Laden den al Sauds den Krieg erklärt hat. Er wirft der Familie vor, sich mit ihrem Lebensstil und ihrer Politik vom Islam abwendet zu haben. Jeder aufrechte Muslim habe daher die Pflicht, dieses Regime zu stürzen.“ (siehe Tagessspiegel).

Da wird mir plausibel, warum die eine eigene Waffen-SS aufbauen, eine eigene „schwarze Garde“, die „dort draußen“ Krieg gegen alle führt und vor allem den Pöbel ins Chaos stürzt – einem Chaos, in dem man dann mit eigenen Privatarmeen prächtig durchregieren kann.

 

 

 

 

 

 

Unbequeme Fragen zum Islamischen Staat … und dem Antiislamismus

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Mittwoch, 10.12.2014, Eifel. Es ist ja viel los dieser Tage. Viele Wissen schon gar nicht mehr, wofür oder wogegen man jetzt sein soll. Zum Beispiel den „Putin“ – ein Wort, dass in der deutschen Presse etwa so geringschätzig gebraucht wird, wie Charlie Chaplin in seinem Film der großen Diktatur den Begriff „die Dschuden“ (so habe ich das gebrüllte Genuschel verstanden) gebraucht: als Synonym für das wirklich absolut Allerletzte. Ist der Putin nun gut, weil er versucht, dass Beste aus seinem Land zu machen, dass unter Jelzin fasst zerbrochen wäre – und unter der Diktatur der Oligarchie fast ausverkauft worden wäre? Ist es nicht gerecht, wenn er sich langsam gegen die ständigen Brüche der Zusagen der Nato wehrt, nicht täglich weiter mit ihrem gigantischen Militärbündnis an die Grenze Russlands vorzurücken, weil die Bürger – aus langer geschichtlicher Tradition, die schon mit den Wikingern anfing (den „Rus“) –  langsam die Nase voll davon haben, immer als „Lebensraum im Osten“ für jedwede Okkupanten herzuhalten? Oder ist er der neue Hitler, der sich voller Wahn gegen eine Milliarde Natobürger stellt und lieber heute als morgen mit seinen 140 Millionen Bürgern gegen Paris marschieren möchte – ein landhungriger Diktator, den man sofort wie einen räudigen Hund erschießen sollte … so jedenfalls empfinde ich die Zielrichtung vieler Kommentatoren in den Medien. Manche von ihnen haben ihm ja sogar schon den Tod gewünscht, habe ich gehört (siehe Schweizmagazin).

Es ist ja aber nicht nur der Putin, der die westlichen Medien stört. Da gibt es noch etwas anderes, mindestens genauso gefährlich, genauso abscheulich, genauso widerlich: den ISLAM. Ich persönlich kann mich noch an Debatten mit Auslegern des Nostradamus erinnern, die mich Anfang 2000 vor der großen Gefahr des Islam gewarnt haben, der Europa überrennen würde. Nun – ich war ein wenig amüsiert: die damalige Speerspitze des Islam hatte weniger Soldaten als die italienische Polizei Polizisten – mal abgesehen davon, dass Italien allein ein Millionenheer aufstellen könnte, um Nordafrika – wie schon einmal – zu überrennen …. mal ganz abgesehen davon, dass die Prophezeiungen des Nostradamus hauptsächlich durch die Virtuosität seiner Ausleger lebendig bleiben.

15 Jahre später schaue ich verdutzt: überall in Deutschland finden Demonstrationen gegen die „Islamisierung Europas“ statt, die alten Feinde Israel und Iran bomben gemeinsam engagierte Gläubige in Grund und Boden, weil die einen eigenen Staat haben wollen, in dem Gerechtigkeit herrscht (ja – dafür marschieren die, wie alle Soldaten immer und überall: für das Gute, für die „Gerechtigkeit“. Die ist nur für jeden anders), für die USA ist sogar schon seit längerem der Kampf der Kulturen ausgebrochen, 1993 ausgerufen (damals waren viele überrascht: wie sollte man denn gegen eine Religion Krieg führen – und warum überhaupt?) ist er (welch´ Überraschung!) 2014 weltweite Realität: Irak, Afghanistan, Libyen, Jemen, Ägypten, Tunesien, Türkei, New York – überall tobt der Kampf gegen die wie aus dem Nichts aufgetauchten Muslime, die man dereinst wegen ihrer Passivität, Friedfertigkeit und Leistungsfremdheit verachtet hatte.

Ja – die Debatte haben alle jetzt schon vergessen, oder? In meiner Jugend noch wurde der Moslem in Deutschland verspottet, weil er dauernd am Beten war. Der kam gar nicht dazu, Fernsehen zu schauen, nahm keine Drogen, schaute keine Pornos, ging nicht ins Bordell, fuhr keine Luxusautos: der war ganz „unzivilisiert“, gerade gut genug für einfache Tätigkeiten, für die sich der deutsche Herrenmensch zu fein war. Was wurde damals das Christentum gelobt, die „überlegene“ Religion, die dem Westen überhaupt erst die Kraft gegeben hatte, so richtig mächtig zu werden: das war in den siebziger Jahren noch Inhalt des Religionsunterricht.

Wie konnte es nun geschehen, dass diese Religion – als wäre sie ein „Putin“ – zum Feind der Menschheit wurde?

Nun – die erste Erklärung ist ganz einfach: weil ein US-Wissenschaftler und Berater des Außenministerium 1993 den Islam als Feindbild entwickelt hatte – neben China wurde der als DER Feind der Zukunft dagestellt: für den militärisch-industriellen Komplex der USA mit seinen Millionen Arbeitsplätzen und unzähligen Bereicherungsmöglichkeiten für Abzocker jeglicher Art ein Segen. Die hatten nämlich schon Angst, dass ihr Business nach dem Ende des Kalten Krieges den Bach ´runtergehen würde: Waffenindustrien können in Friedenszeiten nicht wirklich reich werden.

Nun brauche ich – glaube ich – nicht näher erläutern, warum der Islam zu fürchten ist. Der entführt Menschen und köpft sie, verhüllt Frauen bis zur Unkenntlichkeit, schlägt Dieben die Hand ab und fällt in Form von motorisierten Horden über die zivilisierten Länder her – so jedenfalls die Darstellung in den Medien. Die alte Darstellung vom lebensuntüchtigen weltfremden Konsummuffel ist gänzlich verschwunden, die braucht niemand mehr.

Nun – in Deutschland tritt der Islam nicht so auf, aber hier konnte man auch schon mal erfolgreich die Geschichten verkaufen, dass „der Jude“ kleine Kinder entführt um aus ihrem Körperfett irgendwelche Salben zu brauen – die Methode der Entmenschlichung des politischen Gegners ist überall gleich.

Moment? Politischer Gegner?

Der Islam ist kein Staat, noch eine Partei – wie kann er politischer Gegner sein?

Das … wollen wir gar nicht wissen. Das sollen wir auch gar nicht fragen.

Und überhaupt: war nicht Religionsfreiheit ein ganz fundamentaler Grundsatz eines demokratischen Gemeinwesens? Wie kann es dann sein, dass wir anfangen, über „gute“ und „schlechte“ Religionen zu urteilen? Ist uns nicht bekannt, dass das Christentum auch sehr böse ist (alles voller Kinderschänder) ebenso wie das Judentum (alles voller Anlagebetrüger)? Nun – Judentum in Deutschland wurde mit „robustem Mandat“ entsorgt, obwohl es im Alltag feine, friedliche Menschen waren, deren Gott das Töten verbot: deshalb waren sie auch so friedlich, als sie ins Gas getrieben wurden. Christentum war sogar noch ein Pfund friedlicher, ist aber im Westen – mal abgesehen von seiner steuerfinanzierten Macht als Arbeitgeber – nahezu völlig in Bedeutungslosigkeit versunken. Gelegentlich hört man sich anstandshalber nochmal den Papst an (der erstaunlich weise und kritische Worte von sich gibt), aber sonst hat man die Religion großflächig abgeschafft.

Ist es eigentlich ein Geheimnis, warum die jungen Menschen – auch in Deutschland – zum Islam strömen?

Nein. In den Sphären der Wissenschaft weiß man, wo der Reiz der Religion liegt (siehe Frankfurter Rundschau):

Die Wissenschaftlerin sieht bei den mehrheitlich jungen Akteuren eine Bewegung, deren Größe sich dem Mangel an jugendkulturellen Beschäftigungsmöglichkeiten verdankt und dem Bedürfnis nach Kritik an den ungerechten Verhältnissen.

Wir hören hier erstaunliche Erkenntnisse, die leider in der politischen und medialen Beurteilung des Islam keine Rolle spielen:

„Ich finde, dass die jungen Salafisten in vielerlei Hinsicht Gemeinsamkeiten mit dem Punk haben, auch wenn das wohl beide Seiten nicht gerne hören“, sagt die Ethnologen. Beiden Gruppen gehe es um Provokation, um den Ausdruck persönlicher Kränkung und Enttäuschung. „Auch die Punks fühlen sich nicht korrumpierbar, haben ihren kapitalistischen Feind und bieten ein neues Lebensmodell an.“

Huch!

Der Islam als … weltweite antikapitalistische Bewegung? Hatten wir nicht auf mal jemanden, der meinte, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, ehe ein Reicher ins Himmelreich eingeht? Hatten wir nicht auch mal Menschen geachtet, die das Gelöbnis der ewigen Armut abgaben, um sich … „höheren Dingen“ zuzuwenden? Ist das so fremd?

Der Islam selbst – also: seine Theologen und geistigen Führer in Europa – verurteilen die Abscheulichkeiten der Bewegung „Islamischer Staat“ aufs Schärfste (siehe Goetheuniversität) und erlassen eine Fatwa (also: ein theologisches Urteil) gegen diese motorisierten Banden (siehe: sundaytimes). Wird in den meinungsführenden Medien des Westens kaum thematisiert – oder?

Wer bezahlt diese Bewegung eigentlich?

Nun – ursprünglich … Saudi-Arabien, Kuweit und Katar. Oder auch: Reiche. Meint jedenfalls die Tagesschau:

Die IS-Terroristen versorgen sich aus US-Militärbeständen, die die Amerikaner bei ihrem Abzug im Irak beließen. Sie kaufen auf dem Graumarkt weitere Waffen und Munition durch Gelder, die sie vor allem von reichen Golf-Arabern beziehen. In den sunnitischen Ländern gibt es etliche religiöse Stiftungen. Über diese Stiftungen fließen die Mittel direkt an die IS-Rebellen. Es gibt Reiche Golf-Araber – vor allem aus Saudi-Arabien, in geringerem Umfang auch aus Katar und Kuwait – die die Dschihad-Kämpfer bewundern. (Rechtschreibfehler habe ich einfach mal mit zitiert, um zu zeigen, dass bezahlte Medien da nicht besser sind als nicht bezahlte).

Finden wir eigentlich mal die Meldung in den Medien, dass die Golfstaaten den Terror finanzieren – jene Staaten, aus denen die meisten Attentäter des Anschlages vom 11.9.2001 stammten? Ja – die meisten stammten nach offiziellen Angaben aus Saudi-Arabien, weshalb logischerweise in Afghanistan einmarschiert wurde….

Demonstriert jemand gegen „Reiche“? Fordert die Abschaffung spritfressender Sport- und Geländewagen in Deutschland, mit deren Verbrauch der islamische Staat finanziert wird? Oder gibt es Demonstrationen gegen das Terrorregime in Saudi-Arabien (dessen diktatorische Herrscher beste Beziehungen zu den Oligarchen in den USA haben? Warum fragt keiner, wieso ein so straff geführtes Land wie Saudi-Arabien (die hacken dort auch Köpfe ab – ganz legal, offiziell, öffentlich und in zunehmendem Maße, siehe FAZ) seine Milliardäre nicht im Griff hat, die Terror in der islamischen Welt finanzieren – anstatt Gelder in soziale Projekte anständiger Moslems fließen zu lassen, von denen es unglaublich viele gibt? Wieso ist das Köpfen von Seiten der Bewegung IS eigentlich so viel schlimmer als des Köpfen von Menschen in jenen Ländern, die die IS finanzieren?

Wieso beschwert sich eigentlich niemand darüber, dass die USA Unmengen an Kriegsgerät im Irak liegen gelassen haben, dass nun Terrorbrigaden zu Ruhm verhilft? Wäre es vielleicht weise gewesen, den ungläubigen Saddam Hussein dort einfach weiter regieren zu lassen, als die ganze Region mit enormen Geldern von amerikanischen Steuerzahlen vollständig zu destabilisieren? Wäre es nicht interessant, mal zu erfahren, welche Spender in Saudi-Arabien genau die IS finanziert haben – und wie sie mit der Familie Bush aus den USA verknüpft sind?

Fragen über Fragen – auf die wir keine Antworten bekommen werden – obwohl sie unseren Herrschern vorliegen, siehe Zeit:

In der Tat, die Vereinigten Staaten und die Europäische Union wissen seit Langem, dass die gekrönten Häupter von Kuwait, Qatar, den Emiraten und Saudi-Arabien alle Augen zudrücken, wenn superreiche Privatleute, salafistische Stiftungen und Moscheevereine sunnitische Gotteskrieger finanzieren

EU und USA wissen das … und drücken ebenfalls die Augen zu. Wieso eigentlich? Die Fakten sind erschreckend:

„Saudi-Arabien bleibt ein entscheidender Geldgeber von Al-Kaida, den Taliban und anderen Terrorgruppen“, urteilte laut Wikileaks bereits 2009 die damalige US-Außenministerin Hillary Clinton. 15 der 19 Attentäter vom 11. September 2001 stammten aus dem Königreich, mittlerweile sind nach Schätzungen diverser Geheimdienste 3.000 bis 4.000 junge Saudis in Syrien auf heiligem Kriegspfad, die meisten in den Reihen der schwarzen Kommandos des Islamischen Staates (IS).

Die bauen sich da eine private Waffen-SS auf, die mit gleicher Brutalität vorgeht wie bei Fanatikern dieser Art üblich – und niemand protestiert gegen Saudi-Arabien? Oder bombadiert es? Jenes Land, das vor kurzem noch Frauen auspeitschen lies (150 Hiebe), wenn man sie beim Autofahren erwischte? (siehe Focus).

Nun – verbucht wird das jetzt alles unter der Parole „Kampf gegen den Islam“.

Wie wäre es eigentlich, wenn man den Kampf gegen den Islam … den anderen Religionen überließe? Ganz im Sinne der freien Marktwirtschaft? Wir haben hier eigene Anbieter auf diesem Gebiet  – in zwei Geschmacksrichtungen: Protestanten und Katholiken. Es wäre primär deren Aufgabe, um die Seelen ihrer Schäfchen zu ringen … und nicht Aufgabe des Staates oder selbsternannter Bürgerwehren, hier zur Tat zu schreiten, weil ihnen die Religion des Mitmenschen gerade nicht in den Kram passt und man seine Ausländerfeindlichkeit so gut auf eine Zielgruppe lenken kann.

Merken Sie, dass man – wie bei Putin – immer verwirrter werden kann, wenn man nicht einfach nur kopflos der neuesten Sau hinterher rennt, die hier durchs Dorf getrieben wird?

Unterm Strich bauen sich dort die Freunde von US-Präsidenten mit US-Waffen einen privaten Staat, um das Recht Saudi-Arabiens aufs Köpfen unbequemer Mitmenschen oder das Recht auf Sklavenhaltung in Katar (siehe Welt)  auch auf die Herrschaftsgebiete ehedem sozialistisch orientierter Staaten auszuweiten. Ja – Syrien und der Irak galten lange Zeit als enge Freunde des Warschauer Paktes, dessen Netzwerk seit dem Ende des Kalten Krieges konsequent weiter ausgerottet wird, um die Idee einer durch die Macht des Staates garantierten sozialen Gerechtigkeit ein für alle Mal völlig auszumerzen.

Ja – vergessen wir oft, oder? Ursprünglich waren die Sozialisten angetreten, die Ungerechtigkeit, die Folter, die Armut und die Unterdrückung der Menschheit durch die … nennen wir sie mal – Oligarchen … ein für alle mal zu beenden. Die Oligarchen jedoch haben – nach ersten Rückschlägen – wieder die Oberhand gewonnen.

Wieso finanzieren sie die IS, dulden sie, rüsten sie mit Waffen aus?

Nun – es war schon für die CIA (die sich durch aktuelle Entlarvungen über Folter mal wieder selbst als Terrororganisation jenseits aller Menschenrechte dargestellt hat, als unkontrollierbarer „Staat im Staate“ – siehe Spiegel. Angesichts der gelebten Moral dieser Behörde sollte man sich zurecht fragen, was die eigentlich sonst noch alles so verbrechen) immer nützlich, islamische Attentäterkommandos zu haben, die gegen „die Russen“ kämpften .. wie zum Beispiel Osama Bin Laden in Afghanistan. Ist in etwa so, als hätte man eine internationale SA, die immer dort zuschlägt – präzise, brutal und unaufhaltsam – wo man gerade Gegner vermutet. Und stattet man sie über arabische Freunde mit islamischen Fähnchen aus, zerstört man die Religion an ihrer Basis, was dazu führt, dass in Deutschland traditionelle unchristliche Amerikahasser auf einmal antiislamische Demonstrationen zur großen Verunsicherung von Politik und Justiz durchführen.

Verrückte Welt, oder?

Wobei die Motive der antiislamischen Demonstranten ähnlich sind wie die ihrer „muslimischen“ Feinde: man will soziale Gerechtigkeit (siehe Jan Fleischauer im Spiegel über die Motivation von „Pegida“)

Darf ich jetzt noch fragen, mit welchem Geld diese Demonstrationen in Deutschland organisiert werden? Wer da die Schläger des Westens zu schwarzen Kommandos umbaut … die ihren orientalischen Gesinnungsgenossen in der Tat auch im Outfit ähneln?

Nein – das wird zu unbequem. Wie immer, wenn wir die „die-Welt-ist-ein-lustiger-Ponyhof“-Version der Realitätsvorstellungen unserer Regierungs- und Konzernsprecher hinter uns lassen, droht uns hier eine Anklage wegen Verdacht auf Formulierung einer Verschwörungstheorie.

Oder ist das immer noch straffrei? Echt?

 

 

 

 

 

 

 

11.9.2001 – wie nine-eleven die Welt veränderte … und wie wir darauf reagieren könnten

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Donnerstag, 11.9.2014, Eifel. Können Sie sich heute noch an den 11.9.2001 erinnern – den ersten Tag der neuen Zeitrechnung? Also: ich kanns. Vormittags hatte ich während einer Geschäftsreise eine kurze Pause bei meiner Mutter gemacht. Während des gemütlichen Kaffeetrinkens kam ein Anruf ihrer Freundin: in Amerika würden überall Flugzeuge vom Himmel fallen und in Häuser stürzen.

Nun – ihre Freundin war auch schon etwas älter … also schalteten wir den Fernseher ein. In der Tat – ein paar Flugzeuge waren in Häuser gestürzt. Die Türme standen noch.

Ich hatte nicht viel Zeit, die Show zu genießen, mußte weiter nach Münster zur Messe und nach dem Rechten schauen.

Auf der Messe gab es etwas abseits einen großen Bildschirm an der Wand – hier liefen nur Nachrichten über die Ereignisse in New York. Es interessierten sich nicht viele dafür – das war aber normal. Immerhin war es Pharmaindustrie, die sich dort traf – Abteilung Medizintechnik – da interessiert man sich nicht für Menschen, sondern für Profit. Da nine-eleven nicht profitträchtig war, waren andere Geschäfte wichtiger.

An unserem Stand war nicht viel los, wir waren überbesetzt – das erlaubte mir, ab und zu einen Blick auf die Tafel zu werfen. Mir kam sofort der Gedanke, dass ab heute nichts mehr so sein würde, wie zuvor … einen Satz, den ich danach dutzendfach vernommen hatte. Alle hatten Recht damit: der Tag veränderte das Leben der Menschheit auf dem ganzen Planeten … wird nur selten drüber nachgedacht.

Gut – mit dem Denken hat es der Deutsche nicht so. Gehorsam, Disziplin, Nibelungentreue – das sind so seine Domänen. Frauenverachtung, Menschenjagd und Mobbing sollen auch gerne praktiziert werden. Kein Wunder, dass das Thema nine-eleven bei uns so langsam in Vergessenheit gerät, mehr berührt uns die Frage, wie „Wetten Das“ weitergeht: TV-Formate bestimmen für uns schon längst die Definition von „Wahrheit“ und „Wirklichkeit“.

Dabei sind die Folgen von nine-eleven überall in Deutschland zu spüren.

Ein Beispiel?

Gern.

Der Bundespräsident Johannes Rau hatte am 11.9.2001 in Helsinki eine Rede gehalten, die sich direkt auf die Anschläge bezog: offenbar konnte er gut improvisieren. Seine Worte zeigen noch auf, wie außerordentlich weise und friedensorientiert dieses Land noch 2001 war. Lauschen wir seinen Worten ein wenig (siehe Bundespräsident):

Die Nachricht, die uns diese Leidensgesänge vermitteln wollen, ist älter als das Mittelalter und älter als unser Leben. Diese Nachricht heißt: Hass zerstört die Welt und Hass vernichtet Menschen. Darum geht es überall, in Finnland und in Deutschland, in Europa und in Amerika, im Nahen Osten und im fernen Asien: Dem Hass zu widerstehen und der Nächstenliebe Raum zu schaffen. Wer nicht hasst, sagt auch Nein zur Gewalt. Wer Nein zu Gewalt sagt, macht das Leben unserer Kinder erst möglich.

Das klingt weise, oder? Perfekt angemessen für einen weisen Bundespräsidenten, den Repräsentanten einer friedlichen, demokratischen Republik.

Wollen Sie wirklich wissen, was der heutige Bundespräsident so von sich gibt? Die Süddeutsche beschreibt seine Position kurz und knapp (siehe Süddeutsche):

Deutschland habe jahrzehntelang die gebotene Zurückhaltung gezeigt. Dies müsse sich ändern, meint Bundespräsident Gauck. Es solle mehr zur Lösung internationaler Konflikte beitragen – notfalls mit Kampfeinsätzen der Bundeswehr.

Auch in der aktuellen, brandgefährlichen Krise um die Zustände in der Ukraine gießt der Ost-Pfarrer gerne „Öl ins Feuer“ (siehe Süddeutsche): aus dem Friedensamt ist ein Kriegsamt geworden, das gerne die militärische Führung im Land übernimmt.

Welch ein Unterschied zu dem Demokraten aus dem alten Westen! Ich weiß natürlich nicht, ob der Unterschied nur aus der sozialistischen Sozialisation entstanden ist – oder nur aus Befolgung der Direktiven jener Akteure, die für die Möglichkeit, dass ein Gauck Präsident der Bundesrepublik Deutschland wird, hauptsächlich Verantwortung tragen, in dem sie Großdeutschland überhaupt erst wieder möglich gemacht haben.

Johannes Rau rief zum Kampf gegen den Hass auf – zum Kampf für Nächstenliebe. Das wäre ein Kampf für wahre Helden. Wir haben uns für etwas anderes entschieden: für den Weg der Feiglinge. Wir sagen JA zur Gewalt … und zerstören so das Leben unsere eigenen Kinder.

Seitdem ist einiges möglich geworden: wir überfallen andere Länder. „Wir“ – das ist auch die Bundeswehr, die in Afghanistan mit dabei war. Die Lüge hat Einzug gehalten in die Politik – sogar die große Lüge, die Lüge der Diktatoren und Wahnsinnigen, die unter Vortäuschung falscher Tatsachen andere Länder überfallen – früher hätte man so etwas nur einem Hitler zugetraut, heute erleben wir dassselbe bei großen Demokratien.

Hass zerstört die Welt – Hass vernichtet Menschen.

Unter dem Stichwort „Guantanamo“ haben wir erleben dürfen, wie eine demokratische Nation bewusst und absichtlich – also voll verantwortlich für das, was da geschieht – einen rechtsfreien Raum schafft, um Folter an wilkürlich festgesetzten Menschen wieder möglich zu machen: eine Terrorherrschaft der besonderen Form hat sich vor unseren Augen etabliert, weltweit sind Häscherkommandos im Einsatz, um Futter für das rechtsfreie Lager auf Kuba zu finden – und niemand stört sich daran, noch fragt man sich: was ist eigentlich in die Amerikaner gefahren?

Nun – was in die Amerikaner gefahren ist, ist das gleiche, was in die Deutschen gefahren ist: die Angst vor Hass. Neue Gesetze haben den Hass in den USA erlebbar gemacht – sogar ein neuer Sport hat sich entwickelt: „swatting“ hetzt harmlosen Zeitgenossen paramilitärische Einsatzkommandos auf den Hals – aus Spaß (siehe Spiegel).

Ja – nine-eleven war für Bin-Laden ein voller Erfolg: er hat die USA in einen Polizeistaat verwandelt. Merken Sie, dass wir uns für diese Sichtweise überhaupt nicht mit „Verschwörungstheorien“ auseinandersetzen müssen? Nine-eleven hat der großen Demokratie USA einen Todesstoß versetzt: schlimmer als durch die eigene Regierung wurden noch nie die Bürgerrechte eingeschränkt, der „Patriot Act“ gab FBI und CIA weitreichend Befugnisse … bezüglich Abhörmaßnahmen, Konteneinsicht und Einsatzgebieten (siehe Wikipedia).

Wer wurde da wirklich Feind der Bürger? Wer sähte den Hass im eigenen Land?

Und wie geht es den Bürgern sonst so – in einer Kriegswirtschaft? Ihre Leiden steigern sich in ungeahntem Ausmaß, aber Dank der Allgegenwart der Sicherheitsbehörden behält man die Kontrolle über die Massen, die man zur Not ohne Gerichtsbeschluss verhaften kann. Kommen Sie doch mal mit, begleiten Sie mich bei einem Besuch im US-Landwirtschaftsministerium, das für die Lebensmittelmarken zuständig ist (siehe usda.gov): 2001 wurden 17 Millionen Lebensmittelmarken ausgegeben, um das Verhungern der Ärmsten zu verhindern. 2013 sind es bereits 47 Millionen … ein Anstieg von über 275 Prozent!

Sehen so Sieger aus?

Und sonst? Wie siehts sonst auf der Welt aus?

Lauschen wir dazu Stefan Kuzmany, der heute ein paar Worte zum Jahrestag von nine-eleven im Spiegel veröffentlicht hat (siehe Spiegel):

Die alte Angst lauert wieder in den Nachrichten aus aller Welt, an einem Tag wie heute kann man sich um viele Jahre zurückgeworfen fühlen. Der Nahostkonflikt scheint unlösbarer, der islamistische Terror bedrohlicher denn je, und man kann schon froh sein um jede Stunde, in der im Osten der Ukraine niemand er- oder abgeschossen wird. Dafür entsteht dort gerade ein neuer Eiserner Vorhang, und bildmächtig präsentiert die Bundeswehr deutsche Kampfjets in Lettland, eine Alarmrotte zum Einsatz gegen eindringende russische Flieger. Vor zwanzig Jahren schloss die Nato eine „Partnerschaft für den Frieden“ mit Russland, von der ist längst keine Rede mehr, im Gegenteil: Die Jahre der Annäherung scheinen wie weggewischt, im Radio läuft wieder „Land of Confusion“ und im Baltikum spielen sie „Top Gun“.

Wie es aussieht, hat der „Kampf gegen den Terror“ den Terror richtig stark und die USA richtig schwach gemacht … jedenfalls ihre Bürger, die jederzeit mit Hungersnöten und SWAT-Terror rechnen dürfen.

Partnerschaft für den Frieden? Nur noch interessant für „Sozialromantiker“ und „Putinisten“ – neue Schimpfwörter aus der verbalen Waffenkammer der Apostel des Hasses, die – wenn wir Johannes Rau da mal folgen wollen – die Welt zerstören, die Menschheit vernichten und das Leben unserer Kinder unmöglich machen.

Neue politische Gestaltungsmöglichkeiten haben sich ergeben – und werden genutzt. In Zeiten einer großen Krise in der Ukraine macht man … gemeinsame Manöver mit einer Regierung, deren Legitimität angekratzt ist (siehe Spiegel): aus der Partnerschaft für den Frieden sind deutliche Signale einer Kameradschaft für den Krieg geworden. Aber noch schlimmer: der Triumph des Hasses über die Nächstenliebe gebiert täglich neue Ungeheuer – hören wir nochmal Herrn Kuzmany dazu:

Gerade hat der US-Präsident Barack Obama seine Nation und mithin die westliche Welt auf einen neuen Krieg gegen den Terror eingeschworen, diesmal muss der sogenannte „Islamische Staat“ vernichtet werden, eine entfesselte Horde, die mit ihrer Wucht und verrohten Grausamkeit selbst al-Qaida in den Schatten zu stellen scheint.

„Eine entfesselte Horde voller verrohter Grausamkeit“ … mit dieser mythischen Sprache sind wir jenseits der Menschlichkeit im Reich der Hobbits und Orks angekommen. Darf man fragen, welche Ungeheuer nach dem neuen „Krieg gegen den neuen Terror“ geboren werden?

Nein, darf man nicht. Eine weitere Folge von nine-eleven ist: der Bevölkerung ist es bei Strafe durch völlige soziale Ächtung verboten, Wahrheitstheorien über politische Abläufe zu bilden, den Auslegungen und Deutungen der politischen Wirklichkeit durch die jeweils jeglichem Lobbyismus offen zugänglichen Regierungsvertretern ist kritiklos Folge zu leisten.  Oder – einfacher gesagt: Verschwörungstheorien sind böse. Dabei sind Verschwörungstheorien von heute immer die Skandale von morgen und die lehrreichen Fundstücke der Geschichte von übermorgen. Aber: per Erlass des US-Präsidenten (bzw. durch seine mündliche Anordnung) ist jede Kritik an der Regierungsmeinung extrem unerwünscht … deshalb dürfen wir auch nicht weiter nachfragen, warum ein John McCain überall dort auftaucht, wo staatliche Strukturen destabilisiert werden, ebenso wenig werden wir uns über die Seidenstraßenstrategie der USA informieren (es sei denn, jemand googelt jetzt).

Alle halten sich an diesen öffentlichen Maulkorberlass, der Wahrheitsfindung zum Entschlussakt der Regierung werden läßt. Kein Wunder: den Regierungen in aller Welt gefällt so eine Haltung.

Wir brauchen aber auch keine Verschwörungstheorien, um unsere Schlussfolgerungen zu ziehen. Wer definitiv seit 13 Jahren die Welt mit Terror überzieht, ist die Regierung der USA. Das ist Fakt und wird auch nicht geleugnet. Den gleichen Terror erleben wir im Inneren der USA – er erreicht gerade wieder in Fergusson einen neuen Höhepunkt. Einmärsche in fremde Länder, gezielte Eskalationsstrategien, Einmischungen in innere Angelegenheiten, tausendfacher Drohnenmord: das geht alles ganz öffentlich vor sich, da ist nichts geheim, nichts verborgen. Ebensowenig bleibt irgendetwas den Spionen der NSA verborgen, das mussten wir bitter lernen.

Aber: nein, wir fragen auch nicht nach, warum die allmächtige NSA überhaupt nichts von den Absichten Bin Ladens erfahren hat.

Was wir machen – wir Deutschen – seit dem 11.9.2001? Wir haben verstanden!

Wir haben verstanden, dass Mächte des Hasses die Welt überfluten, Mächte, denen wir infolge gezielter Desinformation völlig hilflos gegenüber stehen … und deshalb verkriechen wir uns zu Hause in unsere vier Wände (siehe Spiegel):

In ihrer Freizeit verlassen die meisten Deutschen laut „Freizeit-Monitor“ das Haus lieber nicht. Fernsehen ist immer noch Lieblingsbeschäftigung, außer bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Seit dem 11.9.2001 – und seit den daraus resultierenden Entwicklungen – haben die Deutschen verstanden, dass sie keine Chance haben zu verstehen, was auf einmal da draußen los ist, draußen, in der Welt jenseits ihrer Haustür, wo sogar schon Arbeitslose als Volksfeinde vogelfrei gestellt werden. Schauen Sie sich mal an, wie sich die Demonstrationskultur in Deutschland seit dem 11.9.2001 verändert hat: sie ist fast völlig erloschen. Wer sich trotzdem auf die Straße traut, muss damit rechnen, massiv persönlich angegriffen zu werden.

Noch ein Beispiel, wie der Hass seitdem die Welt regiert? Bitte, lesen Sie (siehe Zeit):

Deutsche Polizisten sind weit davon entfernt, wie ihre US-Kollegen mit gepanzerten Fahrzeugen und Granatwerfern auf Streife zu fahren. Doch die Haltung, mit der die Beamten den Bürgern gegenübertreten, ändert sich. Ein Polizist mit gezückter Dienstwaffe könnte bald ein gewohntes Bild werden.

„Was beim Friseur der Kamm ist, ist bei uns die Waffe“, sagt ein Berliner Polizeiausbilder. Er bringt den Polizisten in der Ausbildung und später beim Schießtraining bei, dass sie ihre Dienstwaffe früher ziehen sollen, erklärt er.

Noch ein paar Jahre, dann sind auch die mit Granatwerfern und Panzerwagen auf Streife. Keine Sorge – war früher in den USA auch undenkbar, allein die Kosten wären zu hoch gewesen …. erst recht aber die Gefahren für Unbeteiligte: die Achtung vor ihnen hätte den Einsatz unpräziser Granatwerfer undenkbar sein lassen.

Was wäre wohl gewesen, wenn wir – nur als Deutsche – 2001 wohl dem Herrn Rau gefolgt wären … und uns gegen den Hass entschieden hätten? Wir hätten die Gandhis der Welt werden können – anstatt die Söldner in einem verlorenen Anti-Terror-Kampf, der das amerikanische Volk in die Hungersnot trieb, das Ansehen der USA ins Bodenlose sinken läßt  und ständig neue Terrorungeheuer gebiert – eins schlimmer als das Andere.

So jedoch ist aus der Welt der Nächstenliebe eine Welt des Hasses geworden … und wir werden alle dafür einen hohen Preis bezahlen.

Das tun wir schon jetzt.

Die große Hoffnung für uns? Das es wirklich eine Hand voll Verschwörer waren, die die Welt ins Chaos stürzen wollte. Die kann man isolieren und verhaften und den alten Kurs des partnerschaftlichen Miteinanders fortsetzen, der Wirtschaft und Demokratie wachsen und gedeihen läßt. Wäre ein schwerer, blutiger Weg – aber gangbar.

Wenn wir Pech haben, ist es nur menschliche Dummheit, die unseren Weg diktiert – dann ist das Ende unabwendbar.

Es sei denn, wir kehren um und werden weise wie Johannes Rau, Mahatma Gandhi oder Christus persönlich. Letzterer hat – im Angesichts der Schrecken des römischen Imperiums – eine generelle Abkehr von der Kultur des Hasses empfohlen.

Leider auch vergeblich.

 

Ein gewagtes Plädoyer für die Teilnahme an Montagsdemos.

Ein gewagtes Plädoyer für die Teilnahme an Montagsdemos.

Mittwoch, 20.5.2014. Eifel. Die Welt steht am Rande eines Abgrundes, der tiefer ist, als alle anderen Herausforderungen, die sich die Menschheit je stellen musste – jedenfalls seit der Eiszeit.

Wahnsinnige Wissenschaftler verseuchen die Umwelt mit Genprodukten, die alle Bauern dieser Welt in die Abhängigkeit einer Hand voll renditeorientierter Konzerne zwingt – ohne das überhaupt jemand weiß, wie das System Natur letztlich auf diesen Eingriff reagiert.

Wahnsinnige Geschäftsleute bringen die Volkswirtschaften an den Rand der völligen Vernichtung, nur noch „Rentenkürzungen“ – der „Volkssturm“ der europäischen Wirtschaft – konnten die Katastrophe abwenden … blöd nur, dass die Geschäftsleute ihre Mauscheleien weiter betreiben dürfen.

Wahnsinnige Politiker haben durch aktive Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines fremden Landes eine für verbannt gehaltene Weltkriegsgefahr heraufbeschworen – und für hunderte von Toten gesorgt, die zum Teil elendig verbrannt wurden, auf deutscher Seite ist da die CDU mit ihrem Kanditaten Klitschko zu nennen – oder die Kanzlerin Merkel, die der ukrainischen Putschregierung auf einer Rede im Londoner Parlament Beistand in allen Lebenslagen versicherte und schon mal Inspektoren der Bundeswehr in Zivil losschickte, um die Kampfkraft der neuen Verbündeten zu analysieren.

In Deutschland selbst – der Heimat von Klitschko und Merkel – werden Unternehmer von Unternehmensberatungen seit 2013 vor einem breiten Kaufkraftverlust der Bevölkerung gewarnt, in den Datenbänken der Jobcenter lagerten schon letztes Jahr 42 Millionen Datensätze (womit das arbeitsfähige Volk bald vollständig durchleuchtet ist: die Jobcenter sind ermächtigt, selbst privateste Daten zu erheben) und die seit der Wirtschaftskrise gleichgeschaltete Presse hat in der Ukrainekrise alle Masken fallen gelassen und zum Sturm auf den Präsidenten einer Atommacht geblasen, der sich in deutschen Medien Beleidigungen, Schmähungen und Unterstellungen anhören muss, für die die schreibende Zunft in Deutschland selbst vor Gericht gelandet wäre, hätte sie sich dies bei einem deutschen Politiker erlaubt.

Von all dem erfahren wir jedoch nicht viel. Journalismus ist brotlose Kunst oder zu der enorm bereichernden Kunst der „Public Relations“ geworden, „Nachrichten“ ähneln mehr Werbung für politische Parteien oder gesellschaftlichen Umbauphantasien von Unternehmerverbänden und Konzernverbünden, Kritik jeder Art ist als „Wehrkraftzersetzung“ verpönt wie seit dem Dritten Reich nicht mehr.

In dieser Situation fangen nun einige Menschen an, sich Montags auf Straßen zu versammeln. Erste Motivaton ist: einen Krieg verhindern … jenen Krieg, den die Mächte dieser Welt laut Altkanzler Schmidt gerade versehentlich herbeireden – und der dann auch wirklich eintreten könnte.

Man sollte meinen: das wäre ja erstmal zu begrüßen. Einen Nuklearkrieg, wie ihn die US-Armee seit nine-eleven führbar gemacht und seit 2006 auch im Detail durchgespielt hat (siehe Chossudovsky zur Übung Vigilant Shield o7 in: das Szenario eines Dritten Weltkrieges, Kopp 2012, Seite 98 – 104. Der Link zum betreffenden Artikel in der Washington Post funktioniert allerdings momentan nicht) sollten wir uns – neben allen anderen Katastrophen – wirklich nicht noch leisten.

Doch was geschieht?

Nicht die wirtschaftliche Katastrophe, die Einmischung von deutschen Regierungsparteien in innere Angelegenheiten fremder Länder, die drohende Kriegsgefahr ist das Problem in Deutschland, sondern die Tatsache, dass Jutta Ditfurth „Neurechte“ bei den Demos gesehen hat (siehe z.B. TAZ). Sie engagiert sich täglich im Kampf gegen diese unglaublich große Gefahr – und ihre Facebookseite entwickelt sich zu einem Dokument größter Peinlichkeit, wenn die engagierten Diskutanten die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands in die Ecke der „Neurechten“ stellen oder öffentliche Distanzierungen der Redner von faschistischen Gedankengut als „das übliche bla-bla“ abtun: hier kann man einen inhumanen, methodisch unsauberen Abgrund studieren, an dem Goebbels selbst seine helle Freude gehabt hätte – wohlgemerkt: bei Juttas Freunden … nicht bei den Montagswachen.

Es ist besonders enttäuschend, dass eine ehedem linke Grüne – die mit ihren Büchern vom kapitalistischen Kulturbetrieb direkt profitiert und ohne diesen nicht leben könnte – eine solche Bewegung ins Leben ruft, denn: gerade sie sollte sich daran erinnern, dass die gleiche Kritik, die jetzt an den Montagsdemos geübt wird, derzeit an den Grünen geübt wurde … und – wenn ich an die Berliner Grünen der Gründerzeit denke – auch zurecht. Aber: nur weil Nazis ein paar grüne Gedanken hegten und die Grünen für sich instrumentalisieren wollten, sind die Grünen keine Nazipartei (auch wenn sie die ersten waren, die wieder völkerrechtswidrig Bomben aufs Ausland geworfen hatten). Gleiche Erscheinungen gab es auch in der Piratenpartei, ähnliche Versuche, politische Bewegungen zu kapern wird es auch in Zukunft geben … nur heißt das nicht, dass diese Bewegungen an sich jetzt durch und durch faschistisch sind … wie es Jutta Ditfuhrt samt Anhängerschaft mit verbaler Gewalt zu beweisen sucht.

Natürlich geht man publizistisch einen guten Weg, der Erfolg verspricht. Man benutzt bei der Kritk der Montagsdemos eingeübte Schlagworte, die man von den PR-Agenten des Kapitalismus geliehen hat, um die schon mal im Rücken zu haben, ganz beliebt ist das Wort „Verschwörungstheoretiker“, dass inzwischen in Deutschland synonym für „geisteskrank“ gebraucht wird – eine Argumentation, die ebenfalls von Goebbels stammen könnte: wer gegen den Kapitalismus ist (oder halt gegen den Nationalsozialismus) kann nur geistig krank sein – im Ostblock dachte man ähnlich, was den Kommunismus anging.

Natürlich könnte man der Argumentation folgen … wenn wir wirklich in den letzen fünfzig Jahren KEINERLEI Anzeichen für illegale Regierungs- oder Konzernarbeit gehabt hätten. Natürlich können wir uns eine Menschheit denken, die ausschließlich nach dem Motto lebt: „edel sei der Mensch, hilfreich und gut“ – und sofern uns unsere Anschauung täglich Beispiele dafür liefert und wir umgeben sind von friedlichen, kooperativen, hilfsbereiten, menschenfreundlichen Wesen die immer nur alles zum Wohle der Allgemeinheit tun, könnten wir jegliche Art von Theorien über Verschwörungen zu Recht von vornherein ablehnen – nur zeigt uns die alltägliche Geschichte, dass der Mensch anders ist – und wenn ich Frank Schirrmacher folge, dem Mitherausgeber der FAZ, dann ist dieser Alltag von Militärs und Wissenschaftlern bewusst gestaltet worden (siehe Frank Schirrmacher, EGO: Spiel des Lebens, Karl-Blessing-Verlag 2013).  Da es sich hier um die Aufdeckung einer Verschwörung (bzw. um die Aufdeckung gezielter Steuerungsmechanismen von Wissenschaft, Politik und Konzernwirtschaft zum Zwecke der Umsatzmaximierung) handelt, war die Kritik aus dem „vulgär-konservativen“ Lager auch so heftig, dass es „Verrisse“ von Leuten gab, die das Buch noch gar nicht gelesen haben konnten – so sehr hat es den ordentlichen Betrieb gestört (siehe Jakob Augstein im Spiegel).

Nur ein kleines Beispiel, wie ein Wort zu einer Waffe werden kann … und auch warum. Die Nutznießer des Systems Kapitalismus wollen natürlich unter allen Umständen verhindern, dass die Mechanismen, die ihre Fleischtöpfe füllen, öffentlich detalliert beschrieben werden – sie sollen weiter ungehindert laufen: wie schön, wenn man sich dann wieder mal der Öffentlichkeit als Held präsentieren kann, der die Welt vor der Wiedergeburt der NSDAP rettet … mit Methoden, die dieses Ungeheuer selbst erst groß gemacht hat.

Was aber nun die größte Verschwörungstheorie von allen angeht – NINE-ELEVEN – so wundert es mich, dass hier ein Teppich des Schweigens drübergelegt werden soll – ein Teppich, den George Bush jr. persönlich angeordnet hatte und der von amerikanistisch geprägten Netzwerken gratis in großen Mengen verteilt wird. Reinweg als durch das ockhamsche Rasiermesser geprägter Wissenschaftstheoretiker muss ich sagen, dass ein durch den militärisch-industriellen Komplex der USA (wir können sie auch „ultrarechte Kreise“ nennen – ähnlich der P2-Loge, die ähnliches in Italien praktiziert hat) inszenierter Anschlag WENIGER Hyptothesen verlangt als die regierungsamtliche Theorie.

Sehe ich dann, dass diese Regierung bzw. der militärisch-industrielle Komplex der USA enorm durch den Anschlag gewonnen hat, durch tausende von Drohnenmorden (= Hinrichtungen ohne Anwalt, Anhörung des Angeklagten und Urteil eines legitimierten Gerichts, durchgeführt vom Geheimdienst) und durch Massenbespitzelungen selbst engster Verbündeter eine für ein solches Manöver notwendige Degeneration der Geisteshaltung bewiesen hat, gleichfalls auch demonstrierte, dass sie zur Durchführung von Angriffskriegen die Weltgemeinschaft in großem Umfang belügen würde – dann halte ich die Erstellung alternativer Theorien zum „Bin-Laden-Szenario“ für dringend gegeben – im Prinzip ist das sogar die zentrale Aufgabe eines jeden Journalismus, der seine Aufgabe als Vierte Macht im Staat ernst nimmt.

Ein kleiner Blick nur auf Staatsmorde – direkt einer ultralinken Seite entnommen, dem Sozialismus.net:

Die Strategie der Spannung wurde vom zivilen Auslandsgeheimdienst der USA, dem CIA, konzipiert und erfüllt einige wichtige Aufgaben im Kampf gegen den „Kommunismus“. Ihr Hauptaugenmerk liegt darauf den Aufschwung der Linken zu bremsen, indem Terroranschläge organisiert oder unterstützt werden und diese dann der radikalen Linken zugeschoben werden. Mit Bomben und anderen Terrormaßnahmen wird die Bevölkerung in permanente Angst versetzt und so bereit sein, einen Teil ihrer persönlichen Rechte für das Versprechen größerer Sicherheit aufzugeben, und schließlich die „starke Hand“ des Staates akzeptieren.

Der 12. Dezember 1969 ist der Beginn der „Strategie der Spannung“ in Italien. Auf der Piazza Fontana in Mailand explodiert, am Höhepunkt der ArbeiterInnen – und Jugendbewegung, eine Bombe. Dieses Attentat ist der Auftakt zu einer Serie von Bombenanschlägen, denen hunderte Menschen zum Opfer fallen werden. Wie schon bald eindeutige Beweise zeigten, wurde der Terroranschlag von FaschistInnen der Terrororganisation Ordine Nuovo (Neue Ordnung) ausgeführt. Der Geheimdienst legte falsche Spuren und höchste Polizei- und Geheimdienstkreise lenkten die Ermittlungen nach links. Es wurde sofort gegen AnarchistInnen ermittelt, wenige Tage später, auch einige von ihnen verhaftet.

12 Personen, welche mit diesem Fall zu tun hatten, begehen Selbstmord oder erleiden tödliche Unfälle. Ein Anarchist „fällt“ bei der Einvernahme aus dem Fenster im 3. Stock, der Polizeikommissar wird während den Ermittlungen ermordet. Auch der Rechtsanwalt und Geheimdienstagent Vittorio Ambrosini starb. Er hatte zwei Tage vor dem Attentat an einer Einsatzbesprechung der TerroristInnen teilgenommen. Er informierte den damaligen Innenminister Franco Restivi, dass der Anschlag von Ordine Nuovo ausgeführt wurde und nannte 15 FaschistInnen – er stürzte Tage später aus dem 7.Stock einer Klinik, in welcher er sich einer medizinischen Behandlung unterzog. Gianadelio Malett, ehemaliger Geheimdienstchef, belastet den CIA in Zusammenhang mit dem Massaker durch seine Aussage vor Gericht massiv

Darf einem das bekannt vorkommen – als lange eingeübtes „Muster“?

Darf ich an diese „ollen Kamellen“ noch erinnern – die weite Teile der deutschen Linken geprägt hatten? Auch weite Teile der Grünen … denen deshalb „Antiamerikanismus“ unterstellt wurde? Alles schon vergessen? Oder fällt das jetzt auch unter den Bann des Tabus, alternative Theorien zur Regierungsmeinung zu formulieren?

Wie weit ist unser Demokratieverständnis eigentlich schon degeneriert, wie unkritisch sind wir eigentlich geworden, dass wir einer Philosophie gehorchen, die Regierungserklärungen als UNANTASTBARE WAHRHEIT akzeptieren? Wieviel Geld muss man Linken eigentlich zahlen, damit die an solchen Bewegungen des Unmenschentums teilhaben?

NATÜRLICH gehen auch Nazis zu den Montagsdemos (die gehen aber auch nach Aldi, zum Fußball und zum Karneval). Natürlich findet man da auch Leute, die gar nicht merken, dass ihre Kapitalismuskritik schleichend in Judenkritik umgewandelt wird – so wie auch noch weniger merken, dass alles Reden vom „Zionismus“ seinen Ursprung in den „Protokollen der Weisen von Zion“ hat – jetzt wage man aber mal, das offen in Deutschland auszusprechen, dass all die engagierten Linken mit ihrer wohlgemeinten Israelkritik auf altfaschistischen Pfaden wandeln, in dem sie heute beweisen, wie toll es gewesen wäre, wenn man die bösen Juden so vollständig ausgerottet hätte, wie der Führer es vorhatte: es gäbe gar kein „Usrael“, das Palästinenser quälen könnte.

Der größte Triumph der altfaschistischen Kreise in Deutschland war gerade die Verknüpfung von Antisemitismus im Gewande der Israelkritik als „Antizionimus“, der heute breite Schichten in Deutschland erreicht … und nebenbei völlig außer Acht läßt, dass dort eine Glaubensgemeinschaft ums Überleben kämpft, die in Europa fast völlig ausgerottet worden wäre (was jetzt ihre Methoden nicht legitimieren soll – aber bei der Urteilsfindung schuldmindernde Berücksichtigung finden darf, anstatt beständig völlig ausgeblendet zu werden).

Nazis – gehen im übrigen auch mal auf Gewerkschaftsdemos, führen Aktionen gegen Hartz IV durch, plädieren für soziale Gerechtigkeit … sogar Hitler selbst hatte Hunde und Kinder lieb. Weder soziale Gerechtigkeit, noch Hunde und Kinder werden dadurch faschistisch … es sei denn, man befindet sich selbst in einem pseudolinken Herrenmenschenwahn, der getrieben wird duch die (für Frank Schirrmacher plausible) Haltung des EGO: „an meinem Wesen soll die Welt genesen“.

Wir haben – als deutsche Wirtschaftsgemeinschaft, als europäische Wirtschaftsgemeinschaft und vor allem als Weltwirtschaftsgemeinschaft gravierende Probleme. Existenzielle Problem, verursacht durch eine Wirtschaftsform, die nicht den Menschen und die Gemeinschaft als Ziel und Zweck ihres Daseins sieht, sondern das Gewinnstreben des Einzelnen – das hemmungslose Gewinnstreben des Einzelnen.

Wir haben andere Probleme als eingebildete Neurechte, die die Weltherrschaft durch Montagsdemos übernehmen wollen … aber diese Montagsdemos stoßen natürlich jenen übel auf, die an den laufenden Übeln gut verdienen – und sei es nur durch Bücher, die diese Übel beschreiben und durch deren Vermarktung durch kapitalistische Systeme man ein gutes, arbeitsfreies Leben genießen kann.

Was hindert einen eigentlich daran, auf diese Demos zu gehen, und genau dort einzuhaken, wo der Kurs nach ultrarechts geht? Auch Hitler hat Kapitalismuskritik betrieben (wie es allerdings jeder an Selbsterhaltung interessierte Humanist ebenfalls tun würde) … aber dann ganz schnell „Kapitalismus“ mit „Judentum“ gleichgesetzt. Natürlich gibt es reiche Juden – aber die machen nicht die unpersönliche, mechanistische Gewalt einer Wirtschaftsordnung aus, die mehrheitlich absolut von Nicht-Juden getragen wird. Würde Gott selbst morgen alle Juden aus dem Schöpfungsprogramm löschen … es würde sich nichts ändern. Gar nichts.

Und die Kritik an dem Geschäftsgebahren der Wallstreet mit dem Siegel „neurechts“ zu versehen, ist schon eine Wirklichkeitsverzerrung, die ihresgleichen sucht – obwohl Hitler die gleiche Kritik hatte. Aber der mochte ja auch Hunde, wodurch nicht jeder Hundefreund zum Nazi wird.

Und darum ist es eigentlich erste Bürgerpflicht, zu diesen Montagsdemos hinzugehen als aufgeklärter Demokrat. Wie schön wäre es, wenn Jutta Ditfuhrt nicht herummäklend mit peinlichen Aluhut in der Ecke stehen würden, um in übler Stasimanier Berichte über die Versammlungen anzufertigen (die – ganz neu jetzt – alle zu Jutta Ditfurth geschickt werden sollen), sondern selbst durchs Land reisen würde, um mit den Leuten dort zu reden. Die paar echten Nazis wären schnell verscheucht: die Leute, die dort hin gehen, wollen Frieden. Und – wie ich höre – darf dort jeder seine Meinung sagen. Wunderbar: das ist Sinn und Zweck einer Demokratie.

Es ist ein sehr abstruser Weg, eine Aktion demokratischer Meinungsäußerung zu dämonisieren, weil dort auch – vermeintliche und echte – Nazis sind.

Sollen wir etwa auch die Europawahl absagen, weil dort rechtsextreme Parteien mitmachen?

Es ist eine sehr seltsam inkonsequente, inhumane und undemokratische Auffassung von Politik, die sich dort breit macht … und vielleicht auch die Erklärung dafür, warum sich die politische Linke in Deutschland in die völlige Bedeutungslosigkeit verabschiedet hat, nachdem sie in den siebziger Jahren noch Gesellschaft prägen konnte.

Ich frage da abschließend auch gerne mal sehr ketzerisch: wenn uns nur die Rechten bleiben, um nuklearen Holocaust, sozialen Kahlschlag, völkerrechtwidrige Luftangriffe der Bundeswehr, entmündigende Handelsabkommen oder weitere Verseuchung der natürlichen Umwelt aufzuhalten … sollten wir dann lieber in den Untergang gehen – laut alte linke Lieder singend?

Lieber wäre mir jedoch, wir schüfen uns noch andere Alternativen – doch um das zu tun, muss man nunmal hingehen zu diesen Demos, den Dialog und nötigenfalls sogar die Auseinandersetzung suche: selbst wenn das für eine Weile die geregelten und gut durchstrukturierten Mahlzeiten verzögert.

Aber dann bitte nicht den Stasimann mit Aluhut machen, der alles akribisch notiert und schwarze Listen anfertigt, sondern den mutigen Streiter für seine Sache geben: hinauf auf die Bühne und mutig aufgeklärt! Wahrscheinlich wird man dann merken: da steht weniger Nazi vor der Bühne, als man denkt.

Ein PS für die Neofaschisten, die meine Artikel gerne verbreiten: trotz aller Kritik schätze ich Jutta Ditfuhrt sehr. Warum sie gerade den Don Quichote macht und Windmühlen bekämpft, die sie für böse Riesen hält, kann ich nicht beurteilen noch verstehen. Es wird die Art des Umgangs mit ihrer Person sein, die belegt, ob man sich selbst nicht lieber eine Hakenkreuzarmbinde umlegen sollte, um offen und ehrlich seinen soziopathischen Charakter zu demonstrieren. „Haut Jutta Ditfurth in die Fresse“ ist nicht besser als die Hetzjagd auf angeblich „Neurechte“ … die zur Not auch mal von den Marxisten sein dürfen, wenn man sonst keine findet.

Und ein PS für die Jäger der verlorenen Neurechten: die Strategie „wer nicht meiner Meinung, der ist ein Nazi“ ist selten dämlich – und überhaupt nicht mehr demokratisch.

 

 

 

 

 

 

 

Die Zukunft unserer Enkel: jetzt online. Die Pläne der Herren Europas … und der Welt.

Die Zukunft unserer Enkel: jetzt online. Die Pläne der Herren Europas ... und der Welt.

Sonntag, 11.5.2014. Eifel. Wieder mal Sonntag. Ein Tag der Besinnung – doch nicht heute. Heute liegt das fehlende Puzzlestück auf dem Tisch, das uns helfen wird, einen kurzen Blick auf die Zukunft zu werfen. Mal wieder. Wer diesen Blick zuerst gewagt hatte, war Vivianne Forrester in ihren beiden Schriften „Terror der Ökonomie“ (1997) und „Diktatur des Profits“ (2000). Ich hatte sie damals gelesen und mir war schon nach dem ersten Buch klar, dass Hartz IV kommen würde … 1997, während der Rest der Republik noch Privatfernsehen erforschte. Wo ich für meine Erkenntnisse Gesprächspartner fand? Im Topmanagement der Pharmaindustrie. In Managementkreisen war die Entwicklung bekannt, immerhin war man im direkten Kontakt mit den Priestern der neuen Religion, den Unternehmensberatungen, die im Auftrag des Kapitals die Wirtschaftswelt umbauten. Die Reaktion? Soviel zusammenraffen wie nur irgendwie ging, damit man genug hat, wenn es richtig losgeht, wenn der totale Zusammenbruch der US-Wirtschaft politisch ganz neue Realitäten schaffen wird. 17 Jahre später zeigt sich, dass Vivianne Forrester richtig lag – anders als viele Ökonomen, Politforscher und Freizeithellseher. Ihre Horrorvision der Zukunft wird langsam unser Alltag, es gibt auch immer mehr Menschen, die das wahrnehmen, immer mehr Bücher beschreiben die Ungeheuerlichkeiten, die sich auf internationaler Ebene Bahn brechen, mehr und mehr wundern wir uns über unsere eigene Machtlosigkeit – sogar ein neuer blutiger Krieg mit Russland steht aktuell auf dem Speiseplan.

Das ist schön – aber zu spät. Das dürften wir seit dem Genmaisdebakel dieses Jahr erfahren haben: keiner wollte ihn, die große Koalition versprach, Rücksicht auf den Willen des Volkes zu nehmen – jetzt kommt er. Die Zukunft ist alternativlos geworden. Ich denke: die Menschen wissen das. Politisches Engagement wird geringer, die Wahlbeteiligung sinkt, Friedensdemonstrationen von Millionen von Menschen gehören trotz akuter Kriegsgefahr der Vergangenheit an: man ist sich seiner Machtlosigkeit bewusst.

Zeit, sich diese alternativlos Zukunft mal anzuschauen. Ich habe es da leicht, ich brauche nur in das Werk „Terror der Ökonomie“ zu schauen (Paul Zsolnay Verlag, Seite 202):

Unser Jahrhundert hat uns gelehrt, daß nichts andauert, auch nicht das starrste Regime Es hat uns aber auch gelehrt, daß an Grausamkeiten alles möglich ist. Die Grausamkeit kann sich heute schneller verbreiten als je zuvor. Wir wissen, daß sie mit der neuen Technologie heute über gigantische Möglichkeiten verfügt, angesichts derer die vergangenen Greuel nur schüchterne Entwürfe wären. Wir können uns unschwer Szenarien ausmalen, die unter einem totalitäten Regime möglich wären, das keine Schwierigkeiten hätte, sich zu „globalisieren“ und über Vernichtungsmittel von nie geahnter Effizienz, Weite und Schnelligkeit verfügen würde: schlüsselfertige Völkermord.

Das war 1997. Der 11.9.2001 war zwar schon abzusehen – als Startschuss des neuen, globalen, totalitären Regimes – aber von Drohnen und dem unaufhaltsamen Überwachungsmonstrum NSA war noch nicht die Rede, völkerrechtswidrige Angriffskriege durch „demokratische“ Staaten wie z.B. auf den Kosovo, Afghanistan oder dem Irak lagen noch in weiter Ferne – oder zumindest war es undenkbar, das Krieg mal zum Instrument eines entarteten Völkerrechts werden könnte. Doch lauschen wir Vivianne noch weiter – schauen auf die nächsten Jahre.

Vielleicht würden es bestimmte Gruppen aber auch bedauern, von den menschlichen Herden nicht besser profitieren zu können und sie für verschiedene Zwecke am Leben lassen. Zum Beispiel als Vorrat für Organtransplantationen. Eine menschliche Herde als Schlachtvieh, ein lebender Organvorrat, aus dem man nach Belieben und je nach Bedarf der Priviligierten schöpfen darf.

Als ich das 1997 weiter erzählte, erntete ich absolutes Unverständnis (nicht innerhalb der Führungsebene der Konzerne, deren Job es war, weiter zu denken als der Betriebsrat): so sehr können wir zivilisierten Menschen überhaupt nicht degenerieren. Heute haben wir uns daran gewöhnt, Organe durch Jagd auf freies Wild (im Sinai, siehe Zeit) oder durch Zugriff auf inhaftierte Menschen (in China, siehe Zeit) zu „ernten“. Es gibt einen zahlungskräftigen Markt dafür. Kaum jemand stört sich daran. Dort, wo das Böse reale Gestalt annimmt, sind die Salonlinken schnell leise: die Existenz menschlicher Bosheit schreckt ab, will ignoriert werden. Nur – sie verschwindet dadurch nicht.

Auch wir in Deutschland haben uns seitdem an vieles gewöhnt. Im Jahre 2000 hätten wir noch groß über „Veschwörungstheorien“ gemeckert … wenn das Wort damals überhaupt eine Bedeutung gehabt hätte. Damals hatte man noch gewusst, dass die Verschwörungstheorien von heute die Geschichtsbücher von morgen füllen. Lauschen wir der herzallerliebsten Vivianne zu diesem Thema (Diktatur des Profits: Paul Zsolnay Verlag 2000, Seite 202 – 203):

Nun geht es darum, der Allmacht eines uniformierten, weltweiten Regimes ohne Gegenmacht, das ich jeden Tag durch seine Räubereien, seine mehr oder minder verschleierten Gewaltstreiche stärkt und sich aus seinen eigenen Erfolgen nährt, unverzüglich entgegenzutreten. Das Regime ist bereits zu weit gegangen, und wenn es sich weiterentwickelt, besteht die Gefahr, daß es uns zu jenem Schlimmsten treibt, auf das es uns geradezu abrichtet, in dem es alles, was dorthin führt, alltäglich erscheinen läßt.

Ja – das hätten wir damals machen können. Das hätten wir damals machen müssen. Hartz IV hätte damals – im Jahre 2000 – bekämpft werden müssen. Aber wer hätte damals schon geglaubt, dass es so was gibt? Nun – die liebe Vivianne:

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Es hinzunehmen, daß Menschen als überflüssig angesehen werden und daß sie selbst soweit kommen, sich als störend zu empfinden, bedeutet zuzulassen, daß sich die Vorraussetzungen für die schlimmstmögliche Entwicklung ausbreiten. Es ist keineswegs lächerlich zu behaupten, daß am Anfang aller Totalitarismen diese Verweigerung von gegenseitigem Respekt steht: sie ist es, die allen Faschismen den Weg ebnet; und auf diesem Wege breitet sie sich aus.

Was haben wir seitdem erlebt – allein in Deutschland? Arbeitslose wurden  – aus Regierungsmunde – zu „Sozialschmarotzern“ und „Parasiten“, Menschen an sich zu „Kosten auf zwei Beinen“, christliche Nächstenliebe (der Basiswert unserer Demokratie, für den wir viel Kirchensteuer bezahlen) wurde „Sozialromantik“, Politik wurde „alternativlos“, der Marsch zu den menschlichen Organherden ist alltäglich geworden – dank „nine-eleven“. Die Oligarchien der Welt sollten Osama bin Laden auf Knien danken, dass er da aktiv geworden ist: er hat ihnen den größten Gefallen überhaupt getan und Dinge möglich gemacht, die sonst nie zu realisieren gewesen wären. Kein Wunder, dass die Theorie nicht unterzukriegen ist, dass es US-amerikanische Putschisten waren, die den Coup geplant hatten.

Oh ja – ich weiß, da darf man nicht mal daran denken, des ist „Verschwörungstheorie“. 2014 gibt es nur noch zwei Arten von Aussagen: Regierungsmeinung und ihr Gegenteil – und das Gegenteil nennt man „Verschwörungstheorie“. Darum gibt es auch nur noch zwei Arten von Journalisten im Land: Regierungssprecher sowie ihre ausschließlich durch private Institute genormten Kollegen in den ausgelagerten Pressestellen der großen Medienkonzerne …. und die arbeitslosen. Gerade in der aktuellen Krise um die Ukraine haben die meisten Deutschen deutlich vor Augen geführt bekommen, wie differenziert die Aussagenvielfalt zwecks eigener Meinungsbildung ist: gar nicht.

Der Journalist bekennt sich schon lange in seinem Selbstbild dazu – es hat nur wieder keiner gelesen, siehe Wikipedia:

Das Rollenselbstbild, wie die Akteure im Journalismus ihre Aufgabe in der Gesellschaft sehen, hat sich gemäß zweier repräsentativer Journalistenbefragungen von 1993 und 2005 in Deutschland ebenfalls gewandelt: Die Ambitionen von Kritik und Kontrolle haben abgenommen, es dominieren die reinen Informationsjournalisten und News-Manager.

Der Anteil der Journalisten, die „Kritik an Missständen üben“ als Ziel angeben, ist von 63 Prozent auf 57 Prozent gesunken. Der Anteil der Journalisten, die „sich einsetzen für die Benachteiligten in der Bevölkerung“ ist von 43 auf 29 Prozent gesunken und der Anteil jener, „die Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kontrollieren“ von 37 auf 24 Prozent.

Umgekehrt stieg der Anteil der Journalisten, die „möglichst neutral und präzise informieren“ wollen von 74 auf 89 Prozent. Der Anteil der Journalisten, der „komplexe Sachverhalte erklären und vermitteln“ wollen, stieg von 74 auf 80 Prozent und jener, welche „die Realität genau so abbilden wollen, wie sie ist“, von 66 auf 74 Prozent.

D.h. 74 % der Journalisten haben gar kein Verständnis mehr dafür, dass „Realität“ immer von der Perspektive des Betrachters abhängt. Man bekennt sich offen dazu, Propaganda von Regierung und Wirtschaft ungefiltert – gegen Bezahlung – zu verbreiten. Das passt überraschend gut zu jenen 24 %, die noch nicht auf die Kontrollfunktion von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verzichtet haben.

Das uniformierte globale Regime hat still und heimlich die vierte Macht gefressen, der Putsch läuft weiter – still und leise, dank vollständiger Kooperation der journalistischen Huren, die als Wachhunde nebenbei auch die Denkverbote hinsichtlich der Verschwörungstheorien durchsetzen. Diese Vernichtung der freien Berichterstattung und Meinungsbildung ist der zentrale Punkt der Revolution, das hat das Regime von den Kommunisten gerlent: immer erst Radio und Fernsehen besetzen: damit steuert man die Millionen.

Gelegentlich fallen noch Informationskrumen aus dem Diskurs heraus, die versehentlich nicht gründlich genug bearbeitet worden sind – Jürgen Roth hat in seinem Buch „Der stille Putsch“ einige davon aufgesammelt, siehe Amazon:

Was derzeit in Griechenland, Portugal, Spanien und Italien passiert, ist erst der Anfang. Auch Deutschland und anderen europäischen Staaten soll es so ergehen: Durch drastische Sparprogramme werden die Löhne gesenkt, Einschnitte in die Sozial-, Gesundheits- und Bildungssysteme durchgesetzt, die Arbeitnehmerrechte reduziert und der Verkauf öffentlichen Eigentums vorangetrieben.
Unter dem Vorwand der Krisenbewältigung geht es um die gnadenlose Durchsetzung einer marktfundamentalen Politik – ein kalter Putsch gegen die europäische Zivilgesellschaft. Doch wer steckt dahinter? Eine mächtige Elite aus Wirtschaft und Politik, der nur ausgewählte Personen angehören und deren Ziel die Durchsetzung langfristiger wirtschaftsfreundlicher Strategien und die Entmachtung des Staates ist. Jürgen Roth nennt die Putschisten und ihre Helfershelfer beim Namen, er deckt auf, wie sie über das Schicksal Europas entscheiden, und zeigt, warum wir uns nicht länger belügen und täuschen lassen dürfen.

Nur eine Momentaufnahme – aber man erfährt, was man leisten muss, um zu den Dirigenten des Putsches zu gehören: 500 Millionen Euro Umsatz. Das ist der Eintrittspreis, ab dann gehört man zu jener Elite, die Europa gerade umgestaltet. Frank Bürger zeichnet in seinem Kommentar zu diesem Buch in groben Umrissen die aktuellen Dynastien nach:

Es ist lohnenswert, mit dem Autor auf Reise zu den international agierenden Machtzirkel der Welt zu reisen. Mitglieder des in der Schweiz beheimateten „Entrepreneurs’ Roundtable“ treffen sich auf privater Ebene und sind laut Roth alle per Du. Mitglieder der Kategorie
I müssen pro Jahr mindestens 500 Millionen Jahresumsatz machen beziehungsweise Vorstandsvorsitzende sein“, erzählt ein Insider. „Wer nicht so viel bringt, wird nicht mehr eingeladen“, fügt er hinzu. Die Treffen sollen sieben- bis achtmal im Jahr an unterschiedlich exklusiven Orten stattfinden. Anfang 2013 zählte der „Entrepreneurs’ Roundtable“ in der Schweiz nach Recherchen mindestens 100 und in Deutschland mindestens 90 Mitglieder – ausschließlich die Elite insbesondere der Finanzindustrie, aber auch Vorstandsvorsitzende von Pharmaunternehmen und Lebensmittelkonzernen sowie Medienrepräsentanten.

Ja – das ist eine Verschwörung. Sie ist auch nicht mehr aufzuhalten – erst recht nicht, wenn man sich beständig nur noch „unterhalten“ und „beschäftigen“ lässt.

Aber auch den „anerkannten Journalisten deutscher Leitmedien“ entfleucht gelegentlich eine Information, die von außerordentlicher Brisanz ist – siehe Spiegel:

Der amerikanische Journalist George Packer hat in seinem Buch „The Unwinding“, das demnächst auch auf Deutsch erscheint, beschrieben, wie sehr sich die USA schon zu einer Oligarchie hin entwickelt haben. Er hat auch beschrieben, dass die Zeit der an Gerechtigkeit und Partizipation orientierten Demokratie eine recht kurze Phase gewesen sein könnte, von Roosevelt bis Reagan in etwa – fünfzig Jahre, weniger die Regel als die Ausnahme, um eine Formulierung von Thomas Piketty zu verwenden, dem Kapitalismuskritiker der Stunde.

Piketty schildert in seiner jetzt schon klassischen Analyse „Le capital au XXIe siècle“, wie das Kapital, wenn man es ungezügelt lässt, die Gesellschaft unvermeidlich zu immer mehr Ungleichheit hin verändert – Gleichheit ist eher eine Anomalie des Kapitalismus, die Mittelschicht eine Erfindung des 20. Jahrhunderts: Prinzipiell, so Piketty, sind alle Errungenschaften und Emanzipationsprozesse umkehrbar, nichts ist sicher. „Es ist eine gefährliche Illusion zu glauben“, sagt er im SPIEGEL-Gespräch, „die Demokratie würde der wirtschaftlichen Entwicklung folgen.“

Na und? Wusste Vivianne Forrester schon vor 17 Jahren. In nochmal 17 Jahren werden wir solche Äußerungen nicht mehr hören. Wie von Frau Forrester beschrieben, greift das Regime der Konzerne weltweit nach der Macht. Erst Wirtschaftsmacht, dann Regierungsmacht, dann Medienmacht. 2004 durfte das letzte Mal ein Journalist über den laufenden Putsch schreiben – Arno Luik im Stern. 2014 wird das letzte mal ein Buch zu dem laufenden Putsch erscheinen – das von Herrn Roth. 2024 ist die Machtübernahme abgeschlossen: die Militärmacht wird direkt von privaten Konzernen ausgeübt, weil die Staaten sich das gar nicht mehr leisten können. Kommen wir zu der Meldung, die oben versprochen wurde, siehe Spiegel:

Laut „Bild am Sonntag“ werden die ukrainischen Sicherheitskräfte von 400 Academi-Elitesoldaten unterstützt. Sie sollen Einsätze gegen prorussische Rebellen rund um die ostukrainische Stadt Slowjansk geführt haben.

Gab ja auch schon Aufnahmen von perfekt italienisch sprechenden „ukrainischen Soldaten“ – und Aufnahmen von Truppen in US-Jeeps. Was meinte die Firma selbst noch kürzlich:

Es war ein eindeutig formuliertes Dementi. „Unverantwortliche Blogger und ein Onlinereporter“ hätten „Gerüchte“ verbreitet, wonach Angestellte der Firma Academi in der Ukraine im Einsatz seien. Das sei falsch und nichts mehr als ein „sensationalistischer Versuch, eine Hysterie zu kreieren“. So äußerte sich der US-Militärdienstleister, ehemals unter dem Namen Blackwater zu unrühmlicher Bekanntheit gelangt, am 17. März auf seiner Webseite.

Unverantwortliche Blogger scheinen die letzten Partisanen im Informationskrieg geworden zu sein. Sie – und ein paar verantwortliche Journalisten, die zwischendurch ein paar Informationen unters Volk streuen, die zeigen, dass die von Vivianne Forrester prognostizierte Zukunft unabänderlich eintritt – bis hin zu den Herden aus Menschenvieh. Bald werden führende Entscheider, flankiert von Journalisten, Wissenschaftlern und Politikern, das Wort „Sozialballast“ einführen – mit dem nichts anderes gemeint sein wird als Rentner, Kranke und Behinderte. Das Wort wurde durch das Wort „Minderleister“ schon vorbereitet.

Und was so entscheidend ist an der Meldung aus der Ukraine? Jenseits jeglicher Politik schaffen Konzerne mit Militärmacht Fakten, erschießen Zivilisten, machen Stimmung, üben Druck aus, ziehen ungebremst als Mörderbanden zwecks Disziplinierung der Bevölkerung durch die Lande. Dabei ist es egal, ob sie das im Auftrag der US-Regierung tun – oder auf Wunsch der Oligarchie. Es ist die Demonstration, dass Konzerne die letzte Macht auch noch erobert haben: die Exekutive, Militär- und Polizeimacht.

Der Mittelstand – heute noch Träger unserer Gesellschaft – wird bald der Vergangenheit angehören, er war nur ein kurzes Zwischenspiel. Die Welt unserer Enkel ist allerdings schon als Film zu erleben: „Die Tribute von Panem“ oder „Oblivion“ zeichen inzwischen überzeugend zwei Versionen von Zukunft, die mit großer Wahrscheinlichkeit bald Realität werden … oder schon längst Realität sind: eine kleine Kaste von äußerst dekadenten Superreichen ohne jegliche Moral herrscht in verwüsteten Ländern über Herden von „Restmenschen“, deren einziger Lebenszweck die Organspende ist.

Bald wird man merken, dass „1984“ eine sehr liebliche, sozialromantische Utopie wahr. In Wirklichkeit will man die Massen verwerten … nicht beherrschen. Sie sind überflüssig … zerstören aber die Umwelt.

Ist also logisch, welche Zukunft unsere Enkel nach der endgültigen Eliminierung christlicher Werte erwartet – oder?

Und ebenso … dass sie uns und unsere „Spaßgesellschaft“ abgrundtief hassen werden.

 

 

Eilmeldung: akute Kriegsgefahr an der Südflanke der Nato

Eilmeldung: akute Kriegsgefahr an der Südflanke der Nato

Samstag, 29.3.2012. Eifel. Wir unterbrechen unser aktuelles Programm erneut aufgrund einer Warnmeldung. Erneut droht dem europäischem Kontinent ein Krieg. Wieder liegen die Informationen offen vor, wieder informiert die Presse nur sehr umständlich darüber, um politische Vorgaben nicht zu verletzen. Das ist die neue Herausforderung der Meinungsbildung im 21. Jahrhundert: man ist gezwungen, wieder zum Jäger und Sammler zu werden, um sich eine Meinung bilden zu können, die der Wahrheit näher kommt als die vorgekaute Einheitskost des deutschen Medienapparates. Bevor wir uns der aktuellen Kriegsgefahr zuwenden, möchte ich Ihnen ein Beispiel über den deutschen Qualitätsjournalismus vorführen. Am 30.9.2012 meldete die Welt:

Die religiös geprägte AKP hat in der Türkei seit ihrer Gründung 2001 mehrere Parlamentswahlen mit großen Mehrheiten gewonnen. Im politischen Ringen mit dem weltlich-laizistischen Lager hat sie bisher die Oberhand behalten. Wegen ihrer Herkunft aus dem politischen Islam werden ihre Reformen von der kemalistischen Elite, die sich auf den Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk beruft, mit Argwohn verfolgt.

Am gleichen Tag meldete der Spiegel:

Die religiös geprägte AKP hat in der Türkei seit ihrer Gründung 2001 mehrere Parlamentswahlen mit großen Mehrheiten gewonnen. Im politischen Ringen mit dem weltlich-laizistischen Lager hat sie bisher die Oberhand behalten. Wegen ihrer Herkunft aus dem politischen Islam werden ihre Reformen von der kemalistischen Elite, die sich auf den Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk beruft, mit Argwohn verfolgt.

Wer schreibt da von wem ab?

Wahrscheinlich niemand, dafür liegen die Artikel zeitlich zu nahe. Da wir mal „Zufälle“ ausschließen wollen, erlaubt uns dieser Fund einen tiefen Einblick in die „konkurrierende“ Medienwelt: in Wirklichkeit gibt es jemanden, der die Meldungen erfindet – und die linke und rechte Presse in Deutschland veröffentlicht diese Meldungen. Gelegentlich werden sie vielleicht noch etwas umformuliert. So erhalten wir nur einen sehr verzerrten Blick auf die politische Realität.

Andere wissen da mehr als wir. Sind wie wach und aufmerksam, investieren wir viel Zeit in das Studium der Nachrichtenwelt, so erhalten wir auch Informationen, die einen tieferen Blick in die politische Alltagswirklichkeit erlauben, wie zum Beispiel heute im Spiegel:

Der Vorstandsvorsitzende der Post, Frank Appel, sagte dem Blatt, die Eskalation sei nicht überraschend, wenn man sich die vergangenen zwei Jahre ansehe. „Man sollte vielleicht früher bedenken, was das Ergebnis ist, wenn man im Vorhof einer anderen Großmacht von außen für politische Veränderungen sorgt.“

Wirtschaftsführer wissen mehr als der kleine Mann. Deshalb pflegt man ja Netzwerke zur Politik. Was hier ein führender deutscher Manager offen von sich gibt, ist das, weshalb nicht systemtragende Normalbürger als „Verschwörungstheoretiker“ gebrandmarkt, verächtlich gemacht und ausgeschlossen werden: das Eingeständnis, dass der Umsturz in der Ukraine von Außen gesteuert wurde – von Merkel und Obama.

Was ist eigentlich los in unserer Demokratie, dass diese brisante Aussage in einem Nebensatz erwähnt wird, in dem es um ganz andere Themen geht? Hätten wir Bürger unsere Regierung im Griff – oder wäre die Regierung noch das, als was sie einst angedacht war: es hätte nie einen Umsturz in der Ukraine gegeben. Wahrscheinlich auch nicht in Tunesien, Lybien, Ägypten oder Syrien. Erst recht würden keine deutsche Soldaten in Asien sterben – was sollen wir auch da, bitte schön?

Genauso locker erfahren wir von einem neuen Krieg, der gezielt vorbereitet wird. Natürlich kann man schon heute sagen, wie er letztlich in den Medien dargestellt werden wird: als Angriffskrieg gegen ein Natoland. Das ist die Logik eines jeden Krieges der letzten hundert Jahre: Angreifer sind IMMER die Anderen. Sie die Anderen erstmal tot – wie Gaddafi, Osama bin Laden oder Saddam Hussein – können die sowieso nichts mehr richtig stellen. Aber: lauschen wir erstmal dem Spiegel, der eine kaum aufgearbetete Nachricht verbreitet – wahrscheinlich gibt es noch keine offizielle Sprachregelung dazu:

Zuvor war am Donnerstag ein neues, besonders heikles Video veröffentlicht worden. Zu hören sind dabei angeblich Außenminister Ahmet Davutoglu, Geheimdienstchef Hakan Fidan, Unterstaatssekretär Feridun Hadi Sinirlioglu und Vize-Armeechef Yasar Güler. Die Männer suchen in dem Gespräch nach einem Grund für einen Krieg mit Syrien.

Das ist die VORBEREITUNG EINES ANGRIFFSKRIEGES.

DAS ist die Meldung, die zu interessieren hat. Sie versteckt sich hinter dem Titel, dass Erdogan Youtube hat sperren lassen. Wenigstens steht der Beitrag nicht auch noch unbemerkt unter „Netzwelt“.

Die kurze Meldung enthält aber noch mehr. Wenn Politik, Geheimdienst und Militär im Geheimen einen Kriegsgrund suchen, dann … nennt man das auch eine VERSCHWÖRUNG.

Wie man das inszeniert, weiß man.

Aber dann unterhalten sich die Männer doch darüber, wie man einen Krieg gegen Syrien beginnen könnte. So erwägen sie dem Mitschnitt zufolge, Anschläge auf schützenswerte Grabstätten zu inszenieren, um einen Angriffsgrund gegen Syrien zu haben. Alternativ könnten auch türkische Agenten von syrischem Boden aus Raketen auf türkisches Territorium feuern.

Wörtlich sagt ein Mann, angeblich Fidan: „Wenn es nötig ist, kann ich vier Männer nach Syrien schicken und acht Raketen auf die Türkei abfeuern lassen, um einen Kriegsgrund zu schaffen. Wenn nötig, kann auch ein Angriff auf die Grabstätte erfolgen.“

Warum man das inszeniert, weiß man auch:

Das syrische Militär sei durchaus schlagkräftig, daher sei man bislang noch nicht einmarschiert.

Ich hätte also gerne eine Meldung, die mich darüber aufklärt, dass eine Gruppe von Verschwörern in der Türkei plant, die Nato in einen heißen Krieg mit Syrien zu ziehen. Ebenso hätte ich gerne eine Meldung, die laut in die Welt schreit, wie die „Rebellen“ überhaupt nach Syrien kamen:

Am Ende könnten die Rebellen unterliegen und Assad an der Macht bleiben. Für die Türkei wäre das ein Problemfall. Das Land hat von Anfang an Rebellen die Einreise nach Syrien über die Türkei ermöglicht und ihnen Rückzugsmöglichkeiten gegeben.

Ach ja? Die haben Rebellen nach Syrien geschickt – so wie Angela Merkel Vitali Klitschko in die Ukraine?

Wo ist eigentlich unsere alte Welt geblieben, in der Diplomatie den Krieg verhindern sollte? Heute wird Krieg anstandslos als Mittel der Diplomatie eingesetzt – seit dem 11.9.2001 scheint das Völkerrecht außer Kraft gesetzt zu sein.

Wird die Türkei jetzt umgehend aus der Nato ausgeschlossen? Immerhin: kein Land kann Mitglied der „westlichen Wertegemeinschaft“ sein, dass im Geheimen einen Krieg gegen seinen Nachbarn plant – zudem einen Krieg, in dem mit Hilfe einer „false-flag“-Operation bewusst Natotruppen involviert werden. Das ist schon so kriminell, dass ist gar nicht mehr in Worte zu fassen.

Oder sind solche „Operationen“ inzwischen schon Bestandteil der westlichen Wertegemeinschaft? Alltag, sozusagen?

Auf jeden Fall stellt der Focus heute schon mal die Frage nach der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht. Man wird einige Soldaten mehr brauchen, folgt man dem Horrorgemälde, dass der Focus heute über die Welteroberungspläne Russlands berichtet. Es scheint klar: in der Schlacht um Kiew entscheidet sich das Schickal der Welt.

Die Zeit hat den bei Youtube gefundenen Telefonmitschnitt aktuell im Wortlaut veröffentlicht: jeder kann hören, auf welche Art und Weise Nato-Militärs inzwischen Politik gestalten wollen – wie selbstverständlich übelste Verschwörungen zur Schaffung von Tatsachen in die Wege geleitet werden.

Seit dem 11.9.2001 ist dies möglich – und mir scheint, die Weltbevölkerung hätte mehr auf rücksichtslose Aufklärung drängen sollen, auf ordentliche Prozesse, wie sie in demokratischen Rechtsstaaten üblich ist. Dann hätte man möglicherweise erklären können, wie ein nierenkranker alter Mann aus einer Höhle in Afghanistan einen unglaubliche präsise gesteuerten, von seltsamen „Zufällen“ begleiteten Terroranschlag im Herzen der USA ausführen konnte.

Oder … man hätte gemerkt, dass an jenem Tag etwas in die Wege geleitet wurde, dass die gesamte westliche Wertegemeinschaft pervertierte und korrumpierte. Etwas, bei dem die Türken jetzt einfach auch mal mitmachen wollen. Aber – so predigen ja unsere Medien den ganzen Tag: Verschwörungen gibt es nicht. Erst recht nicht innerhalb der westlichen Wertegemeinschaft – und besonders nicht in den USA.

Damit diese „Wahrheit“ auch weiterhin überall gültig ist, erhält man vom Zentralkommando der westlichen Wertegemeinschaft gleichlautende Texte, die zu veröffentlichen sind – siehe oben.

 

 

Hitler, die Juden, die Deutschen und die Macht des Persönlichkeitsmanagement

Freitag, 14.2.2014. Eifel. Reden wir doch einfach mal über Adolf Hitler. Eigentlich hieß der ja Schicklgruber - aber das hätte man in den USA nicht verstanden. To hit (schlagen) währenddessen ist für die ein sehr bekanntes Wort und entspricht auch sehr ihrem Politikverständnis: "Willst du nicht mein Kunde sein, hau´ ich Dir die Fresse ein" - um es mal auf einen kurzen Reim zu bringen.

Ja, ich weiß: Gespräche über Hitler sind langweilig und vor allem in Deutschland sehr verpönt.

Freitag, 14.2.2014. Eifel. Reden wir doch einfach mal über Adolf Hitler. Eigentlich hieß der ja Schicklgruber – aber das hätte man in den USA nicht verstanden. To hit (schlagen) währenddessen ist für die ein sehr bekanntes Wort und entspricht auch sehr ihrem Politikverständnis: „Willst du nicht mein Kunde sein, hau´ ich Dir die Fresse ein“ – um es mal auf einen kurzen Reim zu bringen.

Ja, ich weiß: Gespräche über Hitler sind langweilig und vor allem in Deutschland sehr verpönt.

Stunden über Stunden wurde uns das Thema im Geschichtsunterricht vorgekaut – ich selbst muss allerdings gestehen, dass ich dieses Thema in Geschichte nicht hatte. Wir hatten stattdessen Buchführung – die Schule schaute weit voraus.

Wir kennen die ganze Geschichte. Adolf Hitler arbeitet sich mühevoll vom Schützengraben bis in die Spitze des deutschen Staates (die klassische Geschichte „vom Tellerwäscher zum Millionär“, die mag man in den USA so gern) um die gravierende Ungerechtigkeit im Land zu beseitigen. Irgendwie gelingt es ihm auch, die deutsche Wirtschaft wieder auf Vordermann zu bringen – doch dann fängt er an massenhaft Juden zu töten, weil er sie nicht mag. Letztlich will er sogar ganz Europa erobern – was ihm fast gelingt. Unaufhaltsam scheinen in den ersten Jahre die Heere der deutschen Wehrmacht, ein Land nach dem anderen fällt – bis „der größte Führer aller Zeiten“ in seinem Größenwahn auch noch der Sowjetunion und den USA den Krieg erklärt.

Das war es dann mit dem Führer.

Die Deutschen selbst haben die Zeit gut überstanden (wenn sie denn nicht zu den  7 Millionen Toten gehörten, die die Kriege so mit sich brachten): sie wussten von nichts.

Das erspart einem vieles.

Das ist die Kurzform: Adolf Hitler hat die Juden umgebracht.

So erzählt man es sich heute.

Wenn ich nun sage: das ist so nicht ganz richtig – habe ich sofort die Aufmerksamkeit aller Holocaustleugner, an der mir überhaupt nicht gelegen ist. Ich habe keinerlei Zweifel an der Realität des Holocaustes, weil ich – anstatt in hoch theoretisch fabulierenden Schriften nach der Wahrheit zu suchen – einfach mit Zeitzeugen gesprochen habe, Zeitzeugen, die grauenvolles berichtet habe. Das reicht mir, um den Realitätsgehalt des Holocaust zu bewerten.

Warum ist es nicht richtig?

Weil wir durch diese Formulierung die Sichtweise Adolf Hitlers unterstützen, es hätte im Deutschen Volk einen Fremdkörper gegeben, den man „Juden“ nennen konnte. Wir akzeptieren seine Sicht – und übernehmen sie. In einer aufgeklärten Demokratie sollte die Sprachregelung aber eine andere sein.

Die getöteten Menschen sollten in allererste Linie MENSCHEN sein, dann DEUTSCHE … und dann, irgendwann, kann die Kategorie „Religion“ und die Unterkategorie „Jude“ kommen, gleichberechtigt mit den Kategorien „Fahrradfahrer“ oder „Briefmarkensammler“. Achten wir diesen Schritt nicht … definieren wir diese Menschen selbst 2014 immer noch als „Juden“ im Sinne von „Fremdkörper“. Sie sind nicht in erster Linie Deutsche – die noch im ersten Weltkrieg voller nationalistischem Pathos für den Kaiser an die Front gezogen sind – sie sind nicht in erster Linie Menschen – wie der Rest auch – sondern etwas besonderes, etwas anderes, etwas … fremdes.

Formulieren wir also den Satz einmal um: Adolf Hitler brachte die Deutschen um.

Eine Lüge? Nein – außer Juden wurden auch Arbeitslose, Kranke, Andersdenkende, Männer, Frauen, Kinder, Großeltern, Professoren, Lehrer, Ärzte, Pfarrer und eigentlich jeder umgebracht, der irgendeinem Parteimitglied irgendwie im Wege stand: das nannte man „Terror“.

Toll ist ja auch: der Mann war (zuerst) gar kein Deutscher, er war Österreicher. In Deutschland finanzierte ihn zuerst die Münchener „Bohemé“ und die gehobene Mittelschicht, nach dem verlorenen Putsch sprangen Ford und Shell ein, die deutsche Industrie kam erst später an Bord.

Nochmal den Satz umformuliert: der Österreicher Adolf Hitler brachte in Deutschland mit US-Geldern Millionen Deutsche um.

Merken sie, wie sich die Deutung langsam ändert? Wie sie … unangenehmer wird? Fragen nach dem Warum aufwirft? Deshalb formulieren wir ja lieber: Hitler brachte die Juden um – und stellen uns so in ein recht antisemitisches Licht, weil wir die Religion vor den Menschen und der Nation stellen, ihn über seine Religion definieren – was wir bei den anderen Opfer nicht tun. Die werden auch schnell dabei vergessen. Letztlich war jedermann durch die NS-Vernichtungsmaschinerie in Gefahr – aber in Erinnerung bleiben die „Juden“, die man … als „Israel“ … auch heute noch gerne aus der ganzen Welt herausoperieren möchte.

Wir haben jetzt das Jahr 2014 und sicher denken sich jetzt alle: was fabuliert der da wieder herum? Hat der Langeweile? Das alles ist doch vergessen und vorbei! Und überhaupt hat niemand auch nur irgendwie von irgendwas gewusst. Sie waren ja auch alle in der Emigration – wenigstens in der inneren. Sind sie heute auch wieder, das nennt man nur „Cocooning“. Anstelle des Fensters hat man einen Bildschirm, durch den man fast vier Stunden täglich die Welt aus größter Distanz betrachtet, um ja nicht mit ihr in Berührung zu kommen, denn: der Terror ist wieder da.

Weiß man denn, ob nicht wieder ein im Leben gescheiterter Österreicher eingekauft wird, um Millionen Deutsche umzubringen?

Wie kam es eigentlich genau dazu, dass ein gescheiterte Aktmaler soviel militärische Macht in die Hände gelegt bekam, dass er ein ganzes Volk an den Rand der Ausrottung bringen konnte? Und wie viele gescheiterte Aktmaler existieren eigentlich heute noch?

Welche Sicherheitsvorkehrungen hat eigentlich die deutsche Demokratie eingebaut, dass nicht wieder Reiche einen armen Lumpenhund zum Superstar aufbauen, um das Volk zu terrorisieren … um mal wieder das alte Geschehen in eine neue Form zu fassen?

Gut, wir haben Hakenkreuze verboten, die NSDAP verboten, Hitlerbilder verboten, Hitlerbücher verboten … aber was, wenn die Geldgeber des braunen Terrors dieses mal auf Uniformen verzichten? Wenn der Geist, der sich früher Bahn brach, erneut über das Land hereinbricht – finanziert von „interessierten Kreisen“?

Gut – wir haben auch deutsche Mitbürger mit jüdischer Religionszugehörigkeit besonders geschützt. Um die würde ich mir keine Sorgen machen.

Aber – wie sieht es denn mit den Kommunisten aus?

Nein, nicht „Linke“, auch nicht „SPD“ – ich meine „Kommunisten“? Hitlers Erzfeinde?

Haben wir so gut wie gar nicht mehr. Die haben Berufsverbot – und landen somit alle in Hartz IV, es sei denn, sie tarnen sich und jobben irgendwo unerkannt im Niedriglohnsektor. Gesellschaftlich bedeutsame Jobs bekommen sie nicht, dafür sorgt schon der Verfassungsschutz.

Und wie sieht es aus mit „Arbeitslosen“?

Werden enteignet, gemobbt, entrechtet und öffentlich im Fernsehen als Volksfeinde zur Schau gestellt – im aufgeklärten, demokratischen Deutschland des 21. Jahrhundert. Wieder … wissen die Deutschen von nichts. Aber sehen es sich jeden Tag im Fernsehen an.

Gibt ja auch keine Hakenkreuzarmbinden, keine NSDAP, keine Aufmärsche von Regierungsfans, die Juden sind ausgerottet oder in Israel  – wo sie der strengsten Observanz durch Deutsche unterliegen, die nur darauf lauern, dass die auch nur irgendetwas falsch machen … wie schön wäre es doch, wenn man dem Führer im Nachhinein Recht geben könnte – dann könnte man sich ja vielleicht auch wieder an die Zeit erinnern?

Natürlich war Hitler antisemitisch. Natürlich war Deutschland antisemitisch – das wissen wir seit den „Hephep-Unruhen“ von 1819. Auch der Sozialismus hat eine lang anhaltende antisemitische Tradition – das darf man nicht übersehen. Kein Wunder, das Juden oder Israelis heute immer noch keinen guten Ruf im Land genießen – am Stammtisch.

Ich denke nur … man tut sich keinen Gefallen, wenn man das Phänomen Hitler als Betriebsunfall der Geschichte deklariert und vergisst, dass ganz viele Hände an seiner Karriere gewirkt haben, Hände, die womöglich heute auch schon wieder fleißig „Geschichte“ stricken.

Manchmal sehen wir die Stricknadeln wirken, selten blitzen sie mal auf – nur um schnell wieder in Vergessenheit zu geraten. Eine dieser Nadeln fand ich letztens bei Neopresse: die deutsche Übersetzung jenes Telefonates der Unterstaatssekretärin Nuland mit dem ukrainischen Botschafter der USA. Es geht um „Persönlichkeitsmanagement“ – d.h. darum, mit allen Mitteln und viel Raffinesse den Wunschkandidaten der Cowboys durchzubringen, um unanständige Dinge mit den besten Verbündeten der USA zu tun – der EU:

Das wäre toll, glaube ich, es würde helfen, diese Sache zu festigen und die Hilfe der Vereinten Nationen zum festigen zu haben, und, weißt du was, die Europäische Union zu ficken.

Wichtiger als das Zitat, das seine Runde machte, ist wohl die Art der Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines fremden Landes … die von der deutschen Presse nicht wahrgenommen wurde. Kein Wunder: das wäre ja auch eine Verschwörung, das wäre ja: die geheime Steuerung politischer Prozesse durch eine fremde Macht. So etwas gibt es ja nicht – und wenn: dann haben wir von allem wieder nichts gewusst.

Wenn wir aber nun sehen, wie Politfprofis der USA zu der EU stehen (da sind wir eher der verachtete Feind – aber haben wieder von nichts gewusst), wie sie mit „Persönlichkeitsmanagement“ politische Prozesse im Ausland steuern … dürfen wir uns dann fragen, ob das früher auch schon mal geschehen ist? So um 1923 – 1933 herum?

Dürfen wir fragen, ob vielleicht die Existenz unserer eigentümlichen Kanzlerin und des immer seltsamer werdenden Kriegspräsidenten nicht vielleicht auch das Ergebnis gezielten Persönlichkeitsmanagementes ist, ob der gezielte Abbau der westlichen Demokratien, die Krise des Euro und die Vernichtung der sozialen Marktwirtschaft nicht auch Ergebnis eines gezielten Managements sind?

Nein – dürfen wir nicht.

Cowboys mögen keine Meinungsfreiheit und haben Mittel und Wege („to hit“), dies auch allen anderen klar zu machen.

Dafür gilt die Sprachregelung: „wir haben von allem nichts gewusst“. Die hat sich in Deutschland bewährt. Deshalb wird auch jede Hintergrundinformation als „Verschwörungstheorie“ gebrandmarkt – obwohl doch gerade diese Theorien (mögen sie nun wahr sein oder nicht) die kritische Distanz zu politischen Prozessen und das kritische Nachdenken über politische Prozesse enorm fördern, also dem politisch bewussten Denken und Handeln sehr dienlich sind.

Dies jedoch ist amtlicherseits extrem unerwünscht, weshalb wir mit einfachen Bildern arbeiten, die Cocooning fördern.

„Hitler bracht die Juden um“ hinterläßt keine Fragen, „der Österreicher Adolf Hitler brachte mit US-Geldern Millionen Deutsche um“ schon. Man denke, wie sich das Bild der Deutschen in Hollywood ändern würde, wenn man die letzte Formulierung wählen würde und man die Tatsache einfließen ließe , dass dem Österreicher dies vor allem dank der Hilfe der Lochkartensysteme von IBM gut gelang.

Man würde wohl zu dem Schluss kommen, dass der böse Geist, der einen Hitler an die Macht brachte, heute immer noch durch die Welt wandert … und jetzt die EU ficken will.

Die besten Verbündeten der politischen Klasse der USA sind die Tyrannen von Saudi-Arabien – mit denen haben die nie Ärger.

Von dort kamen auch die meisten Attentäter von „nine-eleven“ – wenn man der offiziellen Theorie folgt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Quellen des Rechtsextremismus

Die Quellen des Rechtsextremismus

Mittwoch, 8.1.2014. Eifel. Kürzlich wurde ich darauf angesprochen, dass ich doch sicher wüßte, dass Christoph Hörstel gesagt habe, dass Angela Merkel Wunschkandidatin der „jüdischen Lobby“ gewesen sei. Ich konnte die Frage nur verneinen – und wüßte auch nicht, wieso eine jüdische Lobby den Herrn Hörstel darüber informieren sollte, welche Kandidaten ihre Wunschkandidaten sind. Gäbe es sie wirklich, diese jüdische Lobby, würde sie doch lieber im Geheimen ihre Politik betreiben, oder? Das soll sie ja auch angeblich. Der Urmythos aller Rechtsradikalen aus dem 19. Jahrhundert lautet: die Juden dieser Welt haben sich verschworen, um die Weltherrschaft zu übernehmen – im extremsten Fall sogar für Satan persönlich. Das besagen die „Protokolle der Weisen von Zion„. Vor dem Hintergrund dieser Sage liest sich dann auch das Wort „Zionist“ auch gleich anders – doch dazu muss man diese Sage kennen.

Für den „Eingeweihten“ (also jenen, der alles viel besser weiß als alle anderen) hat das Wort „Zionist“ eine besondere Bedeutung. Oberflächlich betrachtet, wird es seit geraumer Zeit in den deutschen Sprachgebrauch hineingetragen – gezielt und mit Absicht, möchte ich unterstellen – um damit jene Kreise zu kennzeichnen, die das Land Israel ins Leben rufen wollten … und es auch getan haben.

Insgeheim weiß man aber, dass alle „Zionisten“ nur Agenten der Protokolle der Weisen von Zion sind – bzw. Agenten der zwölf Stammeshäupter der zwölf jüdischen Stämme. Ja – so dachte man noch im 19. Jahrhundert: dort war es bibeltreuen Fachleuten noch bewußt, dass es zwölf israelitische Stämme gab – dass die zehn verlorenen irgendwo existierten, war im 19. Jahrhundert noch Allgemeinwissen. Heute stellen wir sogar die ganze Bibel in Frage …. aber akzeptieren, dass die Führer der zwölf Stämme die Weltherrschaft an sich reißen wollen, darunter auch Indianer aus Nordamerika und dem Amazonasgebiet?

Nun -heute wissen wir, dass dieser Mythos der Weisen von Zion falsch war. Es sind nicht die Juden, die die Weltherrschaft anstreben, sondern die Roma, die Arbeitslosen und die Moslems: der wanderende, arbeitslose Muselmann ist der wahre Feind der Welt, das ist jedem klar. Deshalb sind ja auch die westlichen Demokratien in Afghanistan und dem Irak einmarschiert, bombadierten Lybien und den Jemen. Über die große jüdische Weltverschwörung können wir nur laut lachen, die große muslimische Weltverschwörung ist es, die bekämpft werden muß!

So züchtet sich jedes Jahrhundert seinen Sündenbock – eigentlich klar zu erkennen.

Natürlich ist es nicht nur Wunsch nach einem Sündenbock, der zur Handlung treibt. Die Enteignung der Arbeitslosen in Deutschland zum Beispiel hat womöglich manch einem SPD-Politiker per Zwangsversteigerung der mühsam erarbeiteten Immobilie des Arbeitslosen zu Wohneigentum verholfen, das er sich sonst nie hätte leisten können, die Verstaatlichung und Veräußerung jüdischen Besitzes ergab eine ordentliche Rendite, von der noch heute viele deutsche Familien gut leben, und der Moslem sitzt auf Öl, dass ganz sicher uns gehört.

Natürlich gibt es im Deutschland des Jahres 2013 immer noch Menschen, die nicht dem neuen Mythos folgen („Al Kaida will die Weltherrschaft“) sondern lieber bei dem alten bleiben („der Zionist wars!“). Er ist bequem: ferne (und in Wirklichkeit nicht existente) Mächte anzuklagen, für alles Übel in der Welt verantwortlich zu sein, ist immer leichter, als direkt vor seiner eigenen Haustür echten Gräueln zu begegnen … wie zum Beispiel der Nato-Geheimarmee Gladio, deren gesicherter Existenz in etwa so heruntergespielt wurde wie aktuell die NSA-Abhöraffäre mit großem Aufwand totgeschwiegen wird.

Die Beschäftigung mit Gladio ist auch unangenehm: CIA-gesteuerte, rechtsextreme Bombenleger, deren Taten linksextremen Gruppen in die Tasche geschoben wurden, könnten ein ganz anderes Licht auf die RAF werfen, als wir es gewohnt sind – möglicherweise müßten wir uns damit anfreunden, dass weite Teile unserer politischen Wirklichkeit geschickt von Geheimdiensten inszeniert und gesteuert werden. Der Vater der NSU-Terroristen Mundlos äußerte sich im Spiegel dazu:

Siegfried Mundlos hat sich seine eigene Theorie zurechtgelegt, um das Unbegreifliche zu begreifen: Der Verfassungsschutz habe die rechtsextreme Szene in Thüringen aufgebaut, bei der Gründung des Thüringer Heimatschutzes (THS), dem Sammelbecken verschiedener Kameradschaften, „maßgeblich mitgewirkt“, regelrecht „eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme betrieben“, sagt Mundlos senior.

Warum sollte man so etwas tun?

Nun – das rechts=NSDAP=Hiter=böse ist, ist eine Lektion, die die ganze Welt dank Hollywood bis in die heutigen Tage erfährt … was auch gut so ist. Viele freut das, weil man so tun kann, als wäre das Böse selbst mit Hitlers Tod endgültig aus der Welt geschafft … dabei hat es nur seine Form geändert. Es ist aber ganz nützlich, wenn so etwas echtes rechtes Böses immer am Rande der Gesellschaft lauert, weil man damit mehr Budget für den eigenen Dienst kassieren kann, als eigentlich angemessen wäre. Außerdem kann man diese Gruppen dann gezielt mit Mythen versorgen, die von den wirklich echten Skandalen gut ablenken, ja, sogar die Nachforschung zu aktuellen Terrorakten unterbindet.

In der Süddeutschen fand man dazu vor einiger Zeit einen interessanten Artikel über „unsterbliche Verschwörungstheorien“: da wurde munter alles in einen Topf geworfen: nine-eleven, der unsterbliche Elvis, die Protokolle der Weisen von Zion, Area 51, der Kennedymord und was es sonst noch so an Klassikern gab. Dort erfahren wir auch etwas über die Protokolle der Weisen von Zion:

Erstmals veröffentlicht wurden die „Protokolle“ in Russland in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. 1905 tauchten sie in einem Buch des russischen Antisemiten Sergei Nilus auf. Wer sie geschrieben hat, ist bis heute nicht ganz klar. Der Verdacht, es seien Mitarbeiter der zaristischen Geheimpolizei gewesen, konnte bislang nicht bewiesen werden.

Vielleicht sollte man allerdings besser auch sagen: Wer sie abgeschrieben hat, ist unklar. Wie der britische Journalist Philip Graves bereits 1920 in der Times aufdeckte, stammen große Teile der „Protokolle“ aus einem französischen Buch aus dem Jahre 1864 – die allerdings im Sinne der Antisemiten verändert wurden.

Wer ist eigentlich der wirkliche Nutznießer der Protokolle?

Nun – das steht ganz offen in den Protokollen selbst, zitiert bei Wikipedia:

Daher gelte es, die Vorrechte und den Landbesitz des Adels zu beseitigen, der „das einzige Abwehrmittel der nicht jüdischen Völker und Staaten gegen uns“ sei,

So einfach findet man die Täter. Mitte des 19. Jahrhunderts brauchte der Adel dringend eine Legitimation, um seinen enormen Landbesitz (die Quelle allen Reichtums) zu verteidigen. Wie schön, wenn man sich einfach durch Landbesitz als edler Verteidiger des Volkes gegen das Böse präsentieren konnte: nur mein riesengroßer Besitz in Bayern und Pommern schützt Deutschland vor der jüdischen Internationale! So wird Hartz IV, die Deregulierung der Finanzmärkte und die Schaffung eines neuen Geldadels durch Umverteilung von unten noch oben zur einem Akt der Selbstverteidigung gegen den bösesten aller Feinde, den man sich nur vorstellen kann: den Teufel selbst.

Sehr nützlich, diese Juden. Prangert man dann noch die Menschenrechtsverbrechen Israels unter dem Begriff des „Zionismus“ an, sorgt man dafür, dass das Gefühl der fortschreitenden Bedrohung durch etwas extrem Böses weiter vorhanden bleibt … und dem Verfassungsschutz Steuergelder in die Kassen spült.

Nebenbei erfüllt der Mythos aber noch einen weiteren Zweck: stellt man sich nicht allzu blöde an, lassen sich mit seiner Hilfe andere Problemzonen leicht überspielen. Einfach mal vom zuständigen V-Mann auf dem Stammtisch der örtlichen Chemtrail-Gruppe auf die Zusammenhänge zwischen UFO´s, Neuschwabenland und den Weisen von Zion hinweisen, die für nine-eleven, die RAF-Morde und den Tod des Uwe Barschel verantwortlich sind und schon ist genug Gift ins Hirn gesät, dass jegliche ernste Kritik im Sande verläuft. Nebenbei sorgt man dafür, dass sich sich der rechtsnationale Mob wie ein Freiheitskämpfer, ein moderner Robin Hood fühlt, der für Wahrheit, Gerechtigkeit und Nächstenliebe gegen den Teufel selbst streitet: das hält die Motivation oben.

Und ganz nebenbei … sinkt das Interesse an echten, wirklichen, folgenschweren Bombenattentaten, deren Aufklärung einfach nicht gelingen will, obwohl die Netzwerke Gladios (korrekter als „Stay behind“ bezeichnet) in fast allen Ermittlungen zu Terrorakten immer wieder auftauchen – wie zum Beispiel erst 2013 im Rahmen der Ermittlungen zur luxemburgischen Bombenlegeraffäre, siehe Wort.lu:

Dass der Srel den Stay Behind hinter den Anschlägen vermutete, bestätigte gestern allerdings der angesprochene Gérard Reuter gegenüber RTL. Reuter, der offensichtlich über gute Kontakte zum Srel verfügt oder verfügt haben muss, bezeichnete zudem die US-amerikanische CIA als Auftraggeber der Bombenserie. Des Weiteren bestätigte Reuter den Aufenthalt des Loge-P2-Gründers und Gladio-Mitglieds Licio Gelli Mitte der 1980er-Jahre im Großherzogtum. Me Vogel stellte den Italiener gestern nochmals in Zusammenhang mit der Attentatsserie.

Srel ist der Geheimdienst Luxemburgs, Licio Gelli der Drahtzieher jener Loge, die ganz Italien staatsstreichartig übernehmen wollte – und fast übernommen hatte, der CIA ist eine Bruderorganisation der NSA, die gerade durch einen breitflächigen Informationskrieg gegen Deutschland und Europa aufgefallen ist … was viele auch nicht wahr haben wollen.

Gérard Reuter ist der ehemalige Präsident des luxemburgischen Rechnungshofes. Dem Srel waren Dokumente zugestellt worden, die ihn in eine Schwarzgeldaffäre verstrickt sehen, so dass seine Zeugenaussage (wie die anderer in jenem Prozess aufgetretenen) gleich schon wieder fragwürdig ist … aber das ist ja ein altbekanntes Handwerk von Geheimdiensten: Destabilisierung durch Desinformation.

Kommte man der Wahrheit zu nahe, findet man sicher in seiner Nähe plötzlich einen engen Freund, der die Protokolle der Weisen von Zion zitiert – womit man ungefähr so glaubwürdig wird wie jemand, der erst gesten mit Elvis in Bottrop ein Bier an der Bude getrunken hat: für solche Assoziationen sorgen die „staatstragenden Medien“ schon … und nebenbei verschwinden die vielen unanständigen, unangenehmen und unbeantworteten gerechtfertigten Fragen zu nine-eleven vollständig aus dem Bewusstsein … zum Beispiel die, warum man im Umfeld der Attentäter immer wieder auf Geheimdienste (im Falle Bin Ladens sogar des CIA) stößt.

Ach ja – und die Wahrheit?

Wahr ist, das Luxemburg (wie viele ander Länder Europas auch) von Bombenattentaten überzogen wurde, deren Ursprung unbekannt ist.

Sie können sich jederzeit wiederholen – auch in Deutschland … und im Prinzip auch in einer Größenordnung, wie man sie am 11. September 2001 in New York erlebt hat.

Wahr ist, dass der CIA gezielt deutsche Politiker anspricht, gezielt Informationen streut, gesellschaftliche Entwicklungen steuert und massiven Einfluss auf die Öffentlichkeit nimmt, über Jahrzehnte hinweg auch in Deutschland eine Geheimarmee (aus SS-Veteranen und ihren Fantruppen) aufgebaut hat, die jederzeit wieder zuschlagen kann … wie in Luxemburg oder Italien.

Wahr ist, dass die NSA die gesamte Welt bespitzelt, als wäre sie Feindesland – auch wenn Herr Pofalla die Affäre tausendmal für beendet erklärt, so wie die Bundesregierung die Existenz der Geheimarmeen für beendet erklärt hat … das erste Mal 1972, dann aber auch noch mal 1991 – und sicher noch öfter, sollte es nötig sein.

Wahr ist, dass die jüdische Religion zu den verfolgtesten der Welt gehört, wahr ist, dass der Staat Israel nur durch militärische Geschick überhaupt noch existent ist. Wahr ist, dass der Adel im 21. Jahrhundert als Geldadel neu erblüht – und deshalb ein gehobenes Interesse daran hat, die Protokolle der Weisen von Zion unter dem Ladentisch weiter zu verbreiten, weil sie sein Recht auf Grundbesitz so schön legitimieren.

Falls der Herr Popp mit seinem Plan B wirklich mal erfolgreich zu werden droht, wird man ihm das schnell ankreiden: wie die Zionisten will der den Grundbesitz antasten. Wahrscheinlich ist er selber einer der Weisen von Zion.

Bis dahin aber gestalten Geheimdienste weiter unsere Wirklichkeit  – wie im Falle des Anschlags von Bologna, zu dem die NZZ 2010 schrieb:

Nach dem Bombenanschlag in Bologna versuchten Gelli und seine Vertrauensleute im militärischen Geheimdienst, die Ermittler von dem schon frühen Verdacht gegen rechtsextreme italienische Täter abzubringen. Dabei liessen zwei Sismi-Agenten durch einen Unteroffizier der Militärpolizei in einem Zug in Bologna auch einen Koffer deponieren, der nicht nur Sprengstoff von derselben Art wie beim Anschlag auf den Bahnhof enthielt, sondern auch Reisedokumente, die den Verdacht auf einen französischen und einen deutschen Rechtsextremisten lenken sollten.

Sismi … ist der italienische Geheimdienst.

Natürlich muss man im Jahre 2013 vorsichtig sein. Wer heute von Verschwörungen der Geheimdiensten redet, gilt schnell als rechter Spinner. Manchmal arbeiten Geheimdienste eben auch sehr effizient – und eine Armee von V-Leuten sorgt dafür, dass jeder Kritiker des „Systems“ ganz schnell mit den Anhängern der Protokolle der Weisen von Zion verwoben wird und damit zum Clan der Dauervollspinner zu zählen ist.

Wenn das nicht reicht, findet man eben einen Koffer mit Sprengstoff in seinem Keller … alles schon mal da gewesen – zum Schutz des Privateigentums.

Oder wird – wie es uns vom Nachrichtenspiegel widerfahren ist – von unbekannten Experten glasklar als Ableger des AfD mit nationalistischem und linkenfeindlichem Hintergrund erkannt.

Da scheinen wir dem örtlichen V-Mann ein Dorn im Auge gewesen zu sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nine-eleven, die NSA und Merkels Handy

Samstag, 2.11.2013. Kennen Sie noch den Watergateskandal? Jenen Skandal, der aus einem Konglomerat unterschiedlichster Sauereien der US-Regierung unter Nixon bestand - wie zum Beispiel den Verkauf von Botschafterposten im Tausch gegen Wahlkampfspenden? Was die US-Bürger am Meisten beeindruckt hat, war die Art und Weise, wie Nixon über sie sprach, wenn er meinte, niemand würde zuhören. Abfällig, verächtlicht, geringschätzend - das hat dem Ansehen der US-Regierung mehr geschadet als all ihre Verbrechen. Eine kleine Beobachtung am Rande, die in Deutschland kaum kommuniziert wird. Ein ähnlich abfälliges Reden habe ich innerhalb der Pharmaindustrie beobachten können - weshalb es mich nicht wundert, dass Medikamente, denen 1998 noch die Zulassung wegen tödlicher Nebenwirkungen verweigert wurde zehn Jahre später verordnet werden können - mit tödlichen Folgen für die Bevölkerung. Die Zuhälter des Systems besitzen eine erstaunliche, unmenschliche Skrupellosigkeit - weshalb manche Menschen auf die Idee kommen, es könne sich bei ihnen nur um reptiloide Ausserirdische handeln.

Samstag, 2.11.2013. Kennen Sie noch den Watergateskandal? Jenen Skandal, der aus einem Konglomerat unterschiedlichster Sauereien der US-Regierung unter Nixon bestand – wie zum Beispiel den Verkauf von Botschafterposten im Tausch gegen Wahlkampfspenden? Was die US-Bürger am Meisten beeindruckt hat, war die Art und Weise, wie Nixon über sie sprach, wenn er meinte, niemand würde zuhören. Abfällig, verächtlicht, geringschätzend – das hat dem Ansehen der US-Regierung mehr geschadet als all ihre Verbrechen. Eine kleine Beobachtung am Rande, die in Deutschland kaum kommuniziert wird. Ein ähnlich abfälliges Reden habe ich innerhalb der Pharmaindustrie beobachten können – weshalb es mich nicht wundert, dass Medikamente, denen 1998 noch die Zulassung wegen tödlicher Nebenwirkungen verweigert wurde zehn Jahre später verordnet werden können – mit tödlichen Folgen für die Bevölkerung. Die Zuhälter des Systems besitzen eine erstaunliche, unmenschliche Skrupellosigkeit – weshalb manche Menschen auf die Idee kommen, es könne sich bei ihnen nur um reptiloide Ausserirdische handeln.

Fremd ist die Art zu denken schon – weshalb ich einfachen Gemütern nicht vorwerfe, dass sie in Ermangelung einer Erklärung Außerirdische oder Dämonen für menschliche Entgleisungen verantwortlich machen … und in der Tat haben diese Erklärungsmuster etwas für sich, einen deutlich positiven Nutzen: sie geben einem die Hoffnung auf die Menschheit wieder, die man oft genug angesichts ihrer Taten verlieren kann.

Schauen wir uns doch mal an, was allein die dereinst hoch gelobte westliche Zivilisation hervorgebracht hat: landesweite Verseuchung mit Giften, industriell organisierte Vernichtung von unwertem Leben, gezielte Erforschung und Produktion von Massenvernichtungsmitteln (die jedes Gerede von „gerechter Kriegsführung“ ad absurdum führen: in einem gerechten Krieg gibt es keine unschuldigen Opfer) – um nur ein paar Prinzipien des Grauens zu nennen, die sie geboren hat.

Hinter diesen Erscheinungen – der gerne als „Unfälle der Geschichte“ deklariert werden – steckt ein Geist (Zeitgeist nennen wir das heute, Dämon oder Teufel hätte man das früher genannt) der ganz anderen Werten folgt, als wir uns selbst in der Erklärung der allgemeinen Menschenrechte gegeben haben. Wir können uns diesen Geist, diesen „common sense“, auf verschiedene Arten vorstellen, je nach metaphysischem Rahmen, in dem wir uns bewegen, seine Ergebnisse sind immer gleich – ebenso wie seine Prinzipien: für die Rendite ist einem jedes Mittel recht. Aus einem solchen Geist rinnt dann schnell so ein Wort wie „Sozialromantik“ heraus und bahnt sich seinen Weg durch die Welt – nur der Dummheit der Mitmenschen ist es zu verdanken, dass nicht allgemein erkannt wird, wie tief unter jeder Menschlichkeit jene Wesen gesunken sind, die Mitleid und Nächstenliebe durch diesen Begriff lächerlich machen und entwerten wollen.

Nixon hatte uns einen kurzen Einblick in diesen Geist gegönnt, wenn die Elite der USA im Bohemian Grove symbolische Kinderopfer darbringt, ist das nichts weiter als die entsprechende Untermalung dieses Geistes, der – aus der Sicht von Geisteswissenschaftlern – eine bestimmte Art und Weise zu denken beschreibt, die insgesamt den „Zeitgeist“ prägen: man braucht nichts Okkultes oder Außerirdisches hinzuzufügen, um das Phänomen beschreiben zu können.

Es ist nur unserer unglaublichen Naivität zu verdanken, dass wir nicht lernen, Weltgeschichte aus der Sicht dieses Zeitgeistes – des Geistes jener, die ihren Tanz um das goldene Kalb für die Krönung der Menschheitsgeschichte halten – zu beobachten.

Dabei fügt sich manches nahtlos und folgerichtig zusammen, wenn man es aus dieser Perspektive betrachtet, während andererseits … eine unerklärliche Verwirrung herrscht, will man den Tatsachen mit herkömmlichen Deutungsmustern Herr werden.

Nehmen wir zum Beispiel man die NSA-Affäre.

Ganz Deutschland wird abgehört. Millionen von Telefonaten täglich. Wir werden als Feindland geführt – was unsere bisherige Sichtweise des transatlantischen Verhältnisses völlig auf den Kopf stellt. Wir können unsere Freunde das eigentlich tun?

Nun – unsere Freunde haben sich schon längst selbst zu „Partnern“ degradiert und weisen den Begriff „Freundschaft“ weit von sich … doch ist das nur eine von hundert Nebelkerzen, die gezündet wurden, um den Megaskandal unserer Verbündeten klein zu reden, zu vertuschen, aus dem Bewusstsein zu drängen … was ja auch erfolgreich gelang. Selbst die US-Bevölkerung zeigte sich  nicht beunruhigt – obwohl sie selbst ebenso in das Feindesraster gerutscht sind wie die europäischen Partner.

Hierzulande wurde die Fragerei über diesen Skandal durch einen Minister beendet: Herr Pofalla hat sich durch die Art und Weise wie er – diktatorisch – die Rederei für beendet erklärt hat, ziemlich lächerlich gemacht.

Dann aber geschah etwas Neues – und auf einmal war das Geschrei groß.

Die USA hatten den Pöbel abgehört – das stört die Luden des Systems nicht groß, sie selbst haben kein gutes Verhältnis zu jenen 99 % der Bevölkerung, die aus ihrer Sicht zum Zahl- und Wahlpöbel der Nation gehören. Sie hatten aber auch die Kanzlerin Angela Merkel abgehört – zu einer Zeit, als sie noch keine Kanzlerin war und sich vor allem den USA als unterwürfigste Dienerin angespriesen hatte.

Wieso dass jetzt?

Die Fragen verunsicherte die ganze Nation so sehr, dass finanziell starke Kreise aktuell erstmal Umfragen präsentieren, die uns beruhigen sollen: zwei Drittel der Deutschen fühlen sich von der NSA nicht bedroht, 98 Prozent der Befragten wussten noch nicht mal was NSA ist, 38 % hielten es spontan für ein Waschmittel oder eine Automarke.

Andererseits werden uns Erklärungen präsentiert, die überraschend leicht geschluckt werden: hören wir Jan Fleischhauer aus dem Spiegel dazu:

Wer die Sicherheit Amerikas ohne Truppeneinsätze garantieren will, muss sich andere Formen des Heimatschutzes überlegen. Deshalb schickt Obama Drohnen mit einer solchen Häufigkeit, dass man mit deren Flugplan einen eigenen Airport unterhalten könnte, und lässt seine Späher den halben Globus belauschen. Die Totalüberwachung ist die Kehrseite seines Friedensversprechens, das ihm den Nobelpreis eintrug. 

Spannend, oder?

Nein?

Wahrscheinlich nur, weil Sie nine-eleven vergessen haben, so wie Sie momentan die NSA-Affäre verdrängen sollen.

Am 11.9.2001 hat der militärisch-industrielle Komplex der USA in Zusammenarbeit mit der Regierung, den über sie herrschenden Konzernen und einigen ausländischen Geheimnissen einen großen Anschlag gegen das eigene Volk inszeniert – nur einer von vielen, aber ein ganz zentraler. Er sollte der Punkt sein, von dem man aus den Hebel ansetzt, um ein neues amerikanisches Jahrhundert möglich zu machen und den Niedergang eines wirtschaftlich kannibalistischen weil kapitalistischen Systems aufzuhalten.

Gut – das ist jetzt nicht die offizielle Lesart, es ist die alternative Wahrheit, die ich hier zitiere. Wir wollen mal für einen Moment zu tun, als ob diese alternative Wahrheit besser funktioniert als die offizielle mit Osama und seinen dreizehn Räubern – nur ein Gedankenspiel also, keine Verschwörungstheorie.

Wenn es so eine Clique gibt, die nach sechzig Jahren Schlafmützendemokratie viele Schaltstellen der Macht gezielt erobert und gleichgeschaltet hat (in Medien, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft) und die sehr „dämonisch“ denkt, das Opfer von 3000 Amerikanern billigend im Kauf nimmt, um Machtstrukturen für ihre Erben zu erhalten – wie würde die nach dem Anschlag denken?

Nun – die Wahrheit darf nie ans Licht kommen – obwohl es viele Bürger, die dem Zeitgeist blind folgen, wohl so wenig stören würde wir die Tatsache, dass sie von der NSA abgehört werden: wenn der american way of life nur durch Menschenopfer überleben kann, dann braucht man eben diese Menschenopfer – Millionen Indianer können davon ein Lied singen, eine große Zahl hungernder Obdachloser und Arbeitsloser  auch.

Wen muss man aber zentral abhören, wenn man aus der Perspektive dieser Mächtigen schaut?

Die anderen, nicht direkt involvierten Mächtigen.

In Folge von nine-eleven war es zentral wichtig, zu beobachten, wie die System-Zuhälter in Europa über die Ente denken, die man ihnen präsentiert hat. Schlucken die die wirklich – oder schmieden die insgeheim Allianzen gegen des neue amerikanische Jahrhundert, dass ihnen selbst Macht und Einfluss kosten wird?

Darum will man natürlich die vollständige Kontrolle über die politische Kaste des stärksten europäischen Landes – was mal wieder Deutschland ist.

Ich bitte Sie: schauen Sie sich die Entwicklung mal genau an. Die Süddeutsche fasst das schön zusammen:

Wie der Spiegel schreibt, erklärte Obama Kanzlerin Merkel am Telefon, dass er eine Abhöraktion sofort gestoppt hätte, falls er davon informiert gewesen wäre. Der US-Präsident habe sich bei Merkel entschuldigt und sein Bedauern ausgedrückt.

Dem entgegen stehen die Informationen der Bild am Sonntag, die sich auf US-Geheimdienstkreise beruft: Demnach wurde Barack Obama 2010 von NSA-Chef Keith Alexander persönlich über die Überwachung von Kanzlerin Merkel informiert. Obama habe alles über die deutsche Staatschefin wissen wollen, der Präsident habe gefragt: „Wer ist diese Frau?“. Das Weiße Haus soll später ein weitreichendes Dossier über die Kanzlerin beim NSA bestellt haben, schreibt die Zeitung weiter.

 

Wer herrscht – wer folgt?

Die NSA herrscht, der Rest folgt. Kein Wunder – die NSA wird nicht demokratisch gewählt und überdauert jede Präsidentschaft.  Da wird man als Präsident eines Landes spontan mit der Tatsache konfrontiert wird, dass man die mächtigste Frau der Welt (und beste Freundin der USA) seit Jahren illegal abhören lässt – und dies zu verantworten hat. Oder aber er wusste von dem Eigenleben der NSA, die Dossiers über alle Verbündeten anfertigt, weil man so die „Partner“ am besten steuern kann.

Ich habe schon gelegentlich darauf hingewiesen, was das für das deutsch-amerikanische Verhältnis bedeutet (wir sind Kolonie und Menschen zweiter Klasse).

Mir scheint es aber wichtiger, einen Blick darauf zu werfen, was diese Konstellation für die Bewertung von nine-eleven bedeutet.

Welchen Sinn macht es, ab 2002 Angela Merkel zu observieren, wenn man davon ausgeht, dass Osama bin Laden der Täter war? Welchen Sinn macht es, hier ein gigantisches System aufzubauen, dass in erster Linie Freunde und Verbündete observiert – Menschen, die man doch eigentlich auf seiner Seite im Kampf gegen die bösen Taliban sehen möchte? Würde man nicht sofort zurückschrecken bei dem Gedanken, sich diese Freunde zu verärgern … wenn man diese Geschichte selbst glauben würde?

Ich denke: ja.

Schaue ich aber aus der Perspektive eines Zeitgeistes. der schon bei Nixon das Volk erschrocken hat, so werden mir andere Erkärungslinien plausibler: viel wichtiger als illusionäre Terroristen zu jagen ist die Kontrolle über die westliche Welt, die als Hilfstruppen und Diener des neuen amerikanischen Jahrhunderts einen festen, demütig-dienenden Platz in der Hierarchie einnehmen sollen.

Dafür muss man kontrollieren, wie die die Gesamtgeschichte aufnehmen – vor allem ihre Führer und möglichen Führer. Ob man die verärgert oder nicht, wird auf einmal völlig egal – ebenso, ob zukünftige Präsidenten damit kompromitiert werden (falls sie nicht sowieso schon eingeweiht sind). Wer ein solches Maß an krimineller Energie aufbringt, eigene Bürger zu töten um einen weltpolitischen Kurswechsel möglich zu machen, der scheut sich auch nicht, engsten Verbündeten eine Wanze ins Bett zu legen – oder das Handy abzuhören.

Das neue amerikanische Jahrhundert ist auf jeden Fall jetzt da – welch´ Zufall. Die NSA definiert die Ziele, die Drohnen erledigen sie. Die USA können wieder kritiklos weltweit Militäreinsätze fahren, Angriffskriege gegen unbeteiligte Länder wie den Irak fahren oder ganz offen politische Morde ausführen, ohne das diese Begriffe überhaupt noch Verwendung finden: der „Kampf gegen den Terror“ rechtfertigt ALLES.

Osama bin Laden hat denen (sofern die Regierungslegende keine Lügengeschichte ist) ein Riesengeschenk gemacht: endlich können sie den Zeitgeist voll ausleben – sogar Folter wird wieder gesellschaftsfähig … oder eben das Abhören von engsten, loyalsten Verbündeten.

So gesehen war Osama bin Laden auf einmal ein treuer Diener des Zeitgeistes im Sinne gerade jener Kräfte, die von einem neuen amerikanischen Jahrhundert träumten – angesichts seiner Nähe zum Geheimdienst bliebe die ganze Geschichte auch selbst dann sehr fragwürdig, wenn die Regierungslegende der Wahrheit entspräche … was ich von hier aus (Eifel!) nicht beurteilen kann.

Wir sind hier schon froh, wenn der Sturm die Stromversorgung nicht unterbricht oder die Telefonleitungen kappt.

Aber ein paar Gedanken um den medialen Narrentanz um Merkels Handy kann man sich auch ohne Strom und Telefon machen – hier vielleicht sogar besser als in anderen Gebieten, wo die Systempropaganda den Alltag schon vollständig durchdrungen hat und jeder Versuch, sich selbst Gedanken über die Vielzahl der Ungereimtheiten der neueren Geschichte zu machen, als potentielle Geisteskrankheit geächtet wird … was an sich schon sehr verdächtig ist.

Wer nichts zu verbergen hat, braucht Verschwörungstheorien nicht zu verbieten.

Wer aber was zu verbergen hat, der hört auch seine eigene Frau und die eigenen Kinder ab.

Gerade die …  sind so nahe, dass sie Lügen leicht entlarven könnten. Deshalb wundert es halt auch nicht, dass neben Deutschland der beste Freund der USA im Nahen Osten observiert wurde: Saudi-Arabien. Auch dort war es wichtig, zu schauen, wie die Geschichte über den Saudi der mit vielen Saudis die USA angreift, ankommt und welche Folgen sie dort hat.

Und wissen Sie, wen die NSA ebenso intensiv überwacht wie Deutschland, Saudi-Arabien oder China?

Die USA (siehe Bild).

Macht das Sinn, wenn der große Feind in afghanischen Höhlen haust?

Zu verrückt jetzt?

Nun – die wahren Täter von nine-eleven bilden inzwischen eine feste, starke Allianz, siehe N 24:

Der NSA zur Seite stehen über 80 „große globale Firmen“, die dem US-Geheimdienst bei der Verteidigung nationaler sowie beim Abhören ausländischer Netze helfen. Eine informelle Allianz, die Unternehmen zum Teil des weltweiten Spionagenetzwerkes der USA macht. „Jedes Mal, wenn eine solche Kooperation auffliegt, wird sie für kurze Zeit eingestellt, nur um dann wieder von Neuem zu beginnen“, so der US-Journalist James Bamford. Den Nutzen stellt er indes infrage. Er sehe keine Anzeichen, dass die erhöhte Überwachung Terroranschläge aufhalte.

Es geht ja auch nicht um die Verhinderung von Terror – es geht um die Weltherrschaft des militärisch-industriellen Komplexes, die unaufhaltsam angestrebt wird.

Gut, dass das jetzt nur ein Gedankenspiel war – nicht wahr?

 

Dokumente deutsche Dämlichkeit: Merkels Handy, die NSA und die deutsche Wirtschaft

Freitag, 25.Oktober 2013. Eifel. Wunderbare Welt, oder? Das Ende Deutschlands steht bevor – und keiner merkts. Das jedenfalls sollte man glauben, wenn man Wolfram Weiler vom Handelsblatt folgt: er sieht den „Neosozialismus“ auf dem Vormarsch, ganz vorne weg marschiert die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Historische Errungenschaften sind in Gefahr: die deutschen Niedriglöhne drohen abgeschafft zu werden, auf breiter Front ärgert sich „die Wirtschaft“ über Eingriffe des Staates in die Lohnpolitik. Ich würde sagen: richtig so! Der Staat sollte sich in die Wirtschaft nicht einmischen, er ist für die Menschen da, nicht nur für die Geldsäcke. Deshalb mein Vorschlag: Schluss mit der Einmischung des Staates in die Lohnpolitik. Wir führen die alte Arbeitslosenhilfe wieder ein, die den Arbeitslosen ein würdevolles, geachtetes Leben in der deutschen Solidargemeinschaft ermöglichte. Wer kein Interesse daran hat, für entwürdigende Billiglöhne zu erbärmlichsten Bedingungen zu schuften, wird – wie es einem steuerzahlenden, freien Souverän gebürt – vom Staat mit hinreichenden Geldmitteln versorgt, die sich der Staat von jenen Firmen holt, die alle Vorteile des Standortes BRD nutzen, ohne sich an den Kosten des Standortes beteiligen zu wollen. Alternativ dazu könnte auch ein bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt werden, das den Menschen nicht mehr erspressbar macht. Die Androhung staatlicher Gewalt bei der Ablehnung von entwürdigender Billigarbeit sollte sofort beendet werden – aber darauf werden wir wohl noch lange warten müssen.

Wer wohl den Neosozialismus ebenfalls fürchtet, ist der vielgelobte Heiland der freien Welt: der Friedensnobelpreisträger Barrack Obama, der den Friedensnobelpreisträger „Europäische Union“ massiv abhören läßt. Es gab äußerst bedenkliche Informationen zu diesem Thema, die in Deutschland mit großer Gewalt unter den Tisch gekehrt wurden: wie schon zu Zeiten der Golfkriege beeilte sich die neosozialistische Kanzlerin, dem großen Bruder zu versichern, dass wir Deutschen immer und überall an seiner Seite stehen.

Als Dank dafür hörte uns der große Bruder massiv ab – doch das zählte nicht. Hören wir noch einmal den Innenminister zu diesem Thema (siehe Spiegel):

„Noch bevor man überhaupt weiß, was die Amerikaner da genau machen, regen sich alle auf, beschimpfen die Amerikaner. Und diese Mischung aus Anti-Amerikanismus und Naivität geht mir gewaltig auf den Senkel.“

Nur mal zur Erinnerung: Herr Friedrichs ist Angestellter des deutschen Volkes. Seine Privatmeinung interessiert niemanden, er soll seine Arbeit ordentlich machen. „Anti-Amerikanismus“ ist keine offizielle Straftat, „Naivität“ ist Grundvoraussetzung zur Wahl der CDU/CSU/SPD/FDP-Diätengemeinschaft, ohne Naivität der Bürger würde der Bundestag ganz anders aussehen.

Worum es eigentlich ging? Jakob Augstein hat die Dimension der Affäre – entgegen dem beschwichtigenden Mainstreamtrend – in kurzem Worten deutlich auf den Punkt gebracht – als einziger Prominenter im deutschen Blätterwald, siehe Spiegel: 

Der SPIEGEL hat enthüllt, dass der US-Geheimdienst NSA jeden Monat die Metadaten von einer halben Milliarde deutscher Kommunikationsverbindungen speichert, egal ob Telefon, SMS oder E-Mail. Ähnlich eifrig wie in China, dem Irak und Saudi-Arabien überwachen die Amerikaner in Deutschland. Genau 50 Jahre nach Kennedys Ich-bin-ein-Berliner-Rede müssen wir einsehen: Wir sind ein Ziel, keine Verbündeten. Hier zerbricht ein deutsches Weltbild. Einstweilen schweigt die Bundeskanzlerin. Aber Totstellen wird auf Dauer nicht genügen. Der Spionageskandal wird Folgen haben: Mit diesen USA können wir nicht mehr rechnen. Darauf wird sich die deutsche und die europäische Sicherheits- und Außenpolitik einstellen müssen.

500 Millionen Kommunikationsverbindungen in Deutschland – gespeichert in Geheimdienstdatenbänken. „Wir sind Ziele, keine Verbündeten“ – das wäre die Lehre gewesen, die man aus diesem Tatbestand hätte ziehen müssen. Es ist eine historische Wende, die uns klar macht: die Legenden von der westlichen Wertegemeinschaft haben ausgedient, wir sind in der knallharten Realität der kapitalistischen Welt angekommen, in der es keine Freunde mehr gibt. Wir sind „Feindland“ der USA – und zwar zurecht: Euro und deutsche Billiglöhne haben der US-Wirtschaft massiv zugesetzt – das vergessen die Cowboys nicht so schnell.

Umso wichtiger ist es, dass sie von weiteren Narreteien der skrupellosen Deutschen umgehend in Kenntnis gesetzt werden: die US-Wirtschaft wünscht keine weiteren Milliardenverluste durch Pläne des deutschen Kapitals. Weiterhin wünscht das deutsche Kapital keine Diskussionen über die Realitäten der Weltpolitik: wir brauchen einen gewissen konsumstabilisierenden Rahmen, eine Disney-Sicht der Weltgeschichte, in der der Deutsche nach Hobbit-Art fleißig sein Haus mit Gütern füllen kann. Es wäre vollkommen unnötig, ihn mit Geschichten zu behelligen, die ihn im Visier einer Atommacht wähnen, mit der man einen heftigen Wirtschaftskrieg ausficht – einen Krieg, der der deutschen Volkswirtschaft dank Hartz IV, Leiharbeit und Billiglöhnen Rekordgewinne bescherte … die letztlich für die Rekordstaatsverschuldung verantwortlich sind, weil sie die sozialen Sicherungssysteme vernichten.

Nicht umsonst haben wir dem Deutschen einen Bann auferlegt und ein Tabu über „Verschwörungstheorien“ ausgesprochen: nichts soll bei der Einrichtung seiner gemütlichen Hobbithöhle stören – erst recht keine Gedanken darüber, dass außerhalb dieser Höhle eine bedrohliche Welt wartet, in der nichts berechenbar scheint: darum wurde die „NSA-Affäre“ auf einfach für beendet erklärt – was für viel Spott sorgte (siehe WAZ), weil der Umgang der Regierung Merkel mit Wirklichkeiten kaum noch zu ertragen war.

Es ging ja auch nur um Bürger, die ausgespäht werden – angesichts der Planspiele des IWF, in Zukunft unfreiwillige Beiträge zur Bankenrettung direkt von Sparerkonten abzubuchen (siehe Deutsche Wirtschaftsnachrichten) ein ganz vernünftiges Vorgehen, nebenbei kann man sich durch Wirtschaftsspionage den einen oder anderen kleinen Vorteil verschaffen (siehe Zeit). Kein Problem gab es auch damit, dass der NSA auch Banken- und Kreditkartendaten in großem Rahmen ausspähte (siehe Spiegel): wieso auch – diese Daten wird man bei der großen IWF-Abbuchungsaktion noch brauchen.

Jetzt aber ändert sich alles: der Verdacht, dass die heilige Kanzlerin abgehört wurde, entsetzt die politischen Machtzirkel der Republik. Auf einmal gibt es „naiven Antiamerikanismus“ auf Regierungsebene: jetzt ist der Spaß vorbei.

Aber warum?

Was hat die Kanzlerin eigentlich zu verbergen, dass man so entsetzt auf diese alltäglichen NSA-Machenschaften reagiert, die der deutschen Wirtschaft jährlich Milliarden kosten?

Die FAZ weist hier auf interessante Dimensionen hin:

Apropos Misstrauen: Da einige der Attentäter vom 11. September 2001 die Anschläge in Deutschland vorbereitet hatten, wäre es nicht unlogisch, wenn amerikanische Dienste sich für bestimmte Kommunikationen in Deutschland interessierten. Das schließt auch deutsche Unternehmen ein, die in der Vergangenheit enge Verbindungen zu Iran unterhielten, zum Irak unter Saddam Hussein und zu Syrien. Schließlich waren auch deutsche Unternehmen an der Aufrüstung des Iraks beteiligt, an Syrien sollen aus Deutschland sogenannte Dual-use-Güter geliefert worden sein. 

Wir sind – wie Afghanistan, Pakistan und der Irak – Heimatland von Terroristen.

Unsere Wirtschaft unterstützt massenhaft Terrorregime bei der Herstellung von Massenvernichtungswaffen.

„Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt“.

Doch es kommt noch schlimmer:

In Washington wird übrigens noch heute darauf hingewiesen, dass „Erkenntnisse“ über Saddam Husseins Massenvernichtungsprogramm, die sich als falsch herausstellten, aber in die amerikanische Begründung des Irak-Krieges einflossen, von deutschen Diensten stammten.

Deutschland hat die USA durch Falschinformationen in den Irakkrieg getrieben.

Merkt man langsam, welches Bild unsere Verbündeten von uns haben? Merkt man, dass wir selbst (bzw. die deutsche Industrie, die deutschen Geheimdienste und die deutsche Politik) einen gewissen Anteil an diesem Bild haben?

Schon vergessen, dass deutsche Firmen – ungeachtet der speziellen deutschen Geschichte zum Thema „Gas“ – Lybiens Diktator halfen, eine Giftgasfabrik zu errichten (siehe Spiegel von 1989)?

Man sollte das in Erinnerung behalten, wenn man folgende Zeilen aus der Zeit liest:

ZEIT ONLINE: Die Bundesanwaltschaft will die Lauschaktion gegen die Kanzlerin nun rechtlich prüfen.

Foschepoth: Dafür gibt es keine Grundlage. Ihre Überwachung ist durch die Verträge mit den USA gedeckt. Deshalb hat sich die Kanzlerin ja auch so merkwürdig zu der NSA-Affäre verhalten. Sie hat sich ein paar Mal ausweichend dazu geäußert, aber nichts dazu, was hier eigentlich mit dem Rechtsstaat passiert. Das deutsche Recht verhindert die Überwachung nicht. Die Verträge mit den USA verpflichten die Bundesregierung vielmehr, ihre Informationen darüber für sich zu behalten.

ZEIT ONLINE: Die Bundesregierung schützt nicht die Grundrechte der Bürger, sondern die Interessen der USA?

Foschepoth: So ist es! Die Zusammenarbeit der Geheimdienste ist zur Staatsräson in Deutschland geworden. Wir werden beherrscht von einem großen nachrichtendienstlichen Komplex, der sich immer weiter ausbreitet, egal wer gerade regiert, und der kaum noch zu kontrollieren ist. Das ist ein zentrales Thema für den Rechtsstaat und die Zivilgesellschaft.

Ja – so passt das zusammen. Merkel weiß natürlich von der Grundrechtsänderung der Großen Koalition aus dem Jahre 1968. Man weiß auch, warum Deutschland kritisch observiert wird, man weiß auch, welche Macht diese Observation der Politik über die Bürger gibt. Man weiß auch, dass das Handy der Kanzlerin abgehört wird, das hat laut Foschepoth Tradition in Deutschland.

Wieso also die künstliche Aufregung?

Die Süddeutsche Zeitung liefert dazu eine Erklärung:

Kein Wunder, dass Alexander nun einen Schuldigen für das ganze Schlamassel sucht. Und was liegt da näher, als auf die Medien zu schimpfen? „Wir müssen das stoppen“, sagte er im Video-Interview, das über den offiziellen Youtube-Kanal des US-Verteidigungsministeriums verbreitet wird. „Es ist falsch, dass Reporter all diese Dokumente, diese 50.000, oder wie viele es auch immer sind, die sie da haben, verkaufen und rausgeben.“

Der NSA-Chef hat sich gegen die Presse gewendet. Das darf die sich bei aller Regierungstreue nicht gefallen lassen – also führt man ganz offiziell die blöde Kanzlerin und ihre blöden Minister vor.

Noch blöder zeigt sich die SPD, die jetzt nachträglich (und vor allem NACH der Wahl) die Affäre um Merkels Handy zum Anlass nimmt, auch mal über Bürgerrechte zu reden (siehe Spiegel) – 500 Millionen Daten Deutsche Bürger monatlich abzurufen, war kein Problem für die SPD … aber das Handy der Kanzlerin ändert alles.

Ein seltsamer Zufall, dass diese Information gerade jetzt an die Öffentlichkeit kommt – wo doch jeder seit 1968 wusste, dass da abgehört wird (siehe Süddeutsche).

Oder gibt es da etwa eine Zusammenhang zwischen dem Aufschrei der deutschen Wirtschaft über die neosozialistische Kanzlerin und der Tatsache, dass man sie jetzt offensichtlich als ziemlich dämlich darstellt, als „Mutti“, die man ungestraft abhören kann, die aus reiner Blödheit Affären für beendet erklärt obwohl sie selber bestens darüber informiert gewesen sein musste? Gut, dass solche Gedanken inzwischen zu den Tabus im Lande gehören, sonst müßte ich jetzt noch ausführlicher werden.

Auf jeden Fall ist die Affäre um Merkels Handy ein wichtiges Dokument deutscher Dämlichkeit und bildet hanebüchene politische Realitäten korrekt ab. Man darf gespannt sein, was die giftgasfördernde deutsche Wirtschaft noch alles unternimmt (oder interessierte Medien unternehmen läßt), um die fortschreitende Verarmung der deutschen Bevölkerung zu fördern. Neben Dax-Rekorden haben wir Dank Agenda 2010 ständig neue Armutsrekorde, siehe Spiegel:

Mit 16,1 Prozent ist die Armutsgefährdungsquote in Deutschland höher als in vielen anderen Staaten. In Tschechien etwa gelten nur 9,6 Prozent der Menschen als armutsbedroht, in den Niederlanden sind es 10,1 Prozent. Auch in Frankreich lag die Quote mit 14,1 Prozent deutlich unter dem deutschen Wert.

 

 

Feindesland Deutschland – Aussichten und Konsequenzen

Feindesland Deutschland - Aussichten und Konsequenzen

Mittwoch, 3.7.2013. Eifel. Zunächst Grüße ich einmal unsere Freunde von den mitspeichernden Geheimdiensten, von deren Existenz ich immer wusste, über die ich mich aber nie zu sprechen gewagt  habe. „Antiamerikanismus“, „Verschwörungstheorie“ und was weiß ich nicht noch alles an modernen Pseudodiagnosen wären einem um die Ohren geschlagen worden hätte man sich nur in die Nähe dieses Themas gewagt. Das ist nicht ungefährlich: immerhin leben wir in Deutschland, einem Land, in dem man schon in die Psychiatrie kommen kann, nur weil man – wie im Fall Gustl Mollath – über heute überall bekannte krumme Geschäfte einer Bank berichtet. Wir sind da immer noch gründlich.

Um Verschwörungstheoretiker zu werden, braucht man sich heutzutage nicht viel Mühe zu machen: es reicht schon, wenn man ein Gedächtnis hat. So etwas ist zwar selten geworden in der „Fit-for-Job“-Spaßgesellschaft, die wir nach US-Vorbild seit „Dallas“-Zeiten gezielt auch in Deutschland implementiert haben, aber manche leisten sich noch eins: Sascha Lobo gehört dazu. In einer aktuellen Kolumne für den Spiegel zitiert er einen 15 Jahre alten Artikel:

Amerikas geheimster Geheimdienst, die National Security Agency (NSA), lauscht weltweit und rund um die Uhr, ganz besonders in der Bundesrepublik. Von alliierten Sonderrechten ermächtigt und durch Gesetze geschützt, von […] elektronischen Schutzschilden umhüllt, hat sich die NSA zu einer Monsterorganisation entwickelt, die in einem politischen Vakuum weitgehend nach eigenem Gutdünken operiert.

Die Agentur ist auch nicht zufällig zu jenem Monster geworden, dass sie nun darstellt. Das war ein gezielter, undemokratischer Akt:

Einen solchen Freibrief für die NSA hatte der damalige US-Präsident Harry S. Truman wohl im Sinn, als er am 24. Oktober 1952 seine Unterschrift unter ein siebenseitiges Schriftstück setzte, dessen Wortlaut bis heute geheim ist. Das Memorandum des Präsidenten bedurfte nach amerikanischem Recht keiner Zustimmung des Kongresses. Mit der Geheimorder wurde die NSA gegründet. […] Der Auftrag an die NSA lautete verkürzt: Spionage zugunsten der USA in allen Fällen von nationalem Interesse – politisch, militärisch und wirtschaftlich.

Man sieht also: die alten Geschichten der UFO-Gläubigen, die Mythen um Majestic 12 haben einen ganz realen Ursprung. Ebenso gibt es für all die Anhänger von Verschwörungstheorien jeder Art einen handfesten Grund, so überkritisch und besonders aufmerksam zu sein: in ihrem eigenen Land existiert eine Superbehörde, eine „Monsterorganisation“ die jenseits aller politischen Kontrolle die Welt gestaltet, wie es ihr gefällt: Hauptsache, die US-Wirtschaft hat einen Nutzen davon.

Nun gibt es ein großes mediales Getöse um die Vorfälle, das sicher auch seine Berechtigung hat.

Hört man aber genauer hin, so hat dieses Getöse hauptsächlich einen Sinn: von dem wahren Skandal abzulenken.

Die Tagesschau – Leitmedium Nr. 1 – sagt uns Deutschen unverblümt, was wir zu tun haben:

Alle, die jetzt laut „Skandal“ schreien, müssten beim nächsten Terroranschlag auf deutschen Boden, der eben nicht verhindert wurde, weil man ja keine Informationen aus dubiosen Geheimdienstquellen wollte, den Rücken gerade machen und sagen: Das ist der Preis.

Das Abhören von EU-Botschaften und EU-Vertretungen, die Speicherung unserer E-Mails und Telefonate dient nur unserem eigenen Schutz. Wollen wir das nicht akzeptieren, dann sprengt man eben so lange Menschen an Bahnhöfen in die Luft, bis wir das endlich kapieren.

Eine ähnliche Strategie findet man im Handelsblatt, der Nr. 1 der Wirtschaftsmedien. Mit einem kecken „Na und ?!“ will man dort das Thema beenden.

Dabei ist der eigentliche Skandal nicht die Tatsache, wie skrupellos und kriminell ein außer Rand und Band geratener Inlandsgeheimdienst die Grundfesten der Demokratie auch im Ausland zersägt.

Der eigentlich Skandal, von dem alle ablenken wollen, ist: Deutschland muss sich bewusst werden, dass es immer noch (oder: wieder) FEINDLAND geworden ist.  Jakob Augstein erwähnt es in seiner Spiegel-Kolumne:

Ähnlich eifrig wie in China, dem Irak und Saudi-Arabien überwachen die Amerikaner in Deutschland. Genau 50 Jahre nach Kennedys Ich-bin-ein-Berliner-Rede müssen wir einsehen: Wir sind ein Ziel, keine Verbündeten. Hier zerbricht ein deutsches Weltbild.

Das in China überwacht wird, ist klar: das ist das neu auserkorene Reich des Bösen. Die Cowboys brauchen halt ihre Indianer, sonst können sie nicht helfenhaft um sich schießen.

Das der Irak überwacht wird, ist klar: auf keinen Fall dürfen sich dort Strömungen etablieren, die den US-Interessen entgegenstehen. Hier hat man nach dem Einmarsch auch eine besondere Verantwortung.

Das Saudi-Arabien überwacht wird, ist klar: die Familie von Osama bin Laden ist dort zu Hause, die meisten der offiziellen Attentäter vom 11.9.2001 kamen von dort. Außerdem befindet sich das Land im Krieg mit Israel, ein Zustand, den deutsche Medien gerne ausblenden, weil er nicht ins offizielle Bild passt.

Aber Deutschland, dass demokratische Musterland Europas? Klar, wir hatten auch einen Diktator, wurden auch befreit – aber das ist bald siebzig Jahre her! Wir tragen alle Jeans, essen bei McDonalds, kaufen bei E-Bay und Amazon, schauen brav jeden Propagandafilm aus Hollywood, bomben mit in aller Welt und stehen unserem großen Bruder als Hilfstruppen mit Flugzeugen, Schiffen und Bodentruppen überall und jederzeit zur Verfügung! Wir haben US-Unternehmensberater in unsere Firmen gelassen und ihre Sicht der Dinge auswendig gelernt, wir haben unseren Sozialstaat nach US-Vorbild abgebaut und sogar angefangen, unsere Gefängnisse nach US-Vorbild zu privatisieren (wie den Rest der Staatswirtschaft auch). Wieso sind wir dann noch Feindesland?

Ja, wir sind nicht nur „Ziel“. Wir sind FEIND. Das ist eine äußerst unbequeme Wahrheit, vor allem, weil Generationen von Deutschen versucht haben, alles richtig zu machen um genau das zu vermeiden.

Warum wir Feind sind, erklärt Dirk Müller in einem Interview für das Handelsblatt:

Ich glaube, dass hier geostrategische Interessen im Spiel sind. Gehen wir ein paar Jahre zurück: Der Euro war auf dem besten Wege, den Dollar als Leitwährung anzugreifen. Davor hat unter anderem Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman gewarnt. Aus Sicht der Amerikaner wäre es fahrlässig gewesen, nichts dagegen zu tun. Amerika ist existenziell darauf angewiesen, dass der Dollar die Leitwährung der Welt bleibt. Weltweit gibt es Öl fast ausschließlich gegen US-Dollar. Wenn es hierdurch nicht eine beständige Nachfrage nach US-Dollar geben würde, würde das amerikanische Modell überhaupt nicht mehr funktionieren. Die Frage ist nicht: Kann es sein, dass die Amerikaner etwas gegen den Euro haben? Sondern: Ist es realistisch, dass sie tatenlos zuschauen, wie der Euro den US-Dollar als Weltleitwährung gefährdet.

Noch Fragen?

In seinem Film „Kapitalismus – eine Liebesgeschichte“ erwähnt Michael Moore nebenbei, wie überaus nützlich es war, dass im Krieg die deutschen und japanischen Autoindustrien zerstört wurden: so konnte die US-Industrie nach dem Krieg enorm wachsen.

Viele Jahre später droht der US-Wirtschaft wieder Gefahr aus dem Osten: Europa wird zu einem gewaltigen Konkurrenten, der Euro gefährdet den Dollar – deshalb muss er vernichtet werden.  Ist auch nicht persönlich gemeint – es geht nur ums Geschäft. Die stärkste Wirtschaftsnation Europas? Deutschland – und damit der Hauptfeind. Von hier aus kann man – entsprechenden Einsatz vorausgesetzt – die ganze EU vernichten. Entsprechendes hatte man zuvor in Argentinien erprobt.

Zu weit gedacht?

Nicht weit genug.

Kann sich noch jemand an die Mittelmeerunion erinnern? Von Sarkozy 2007 initiiert, hätte sie Nordarabien und Südeuropa miteinander verzahnt – auf eine recht elegante Art und Weise sogar völlig neue Perspektiven für Palästina eröffnet … und die USA aus dem Norden Afrikas herausgedrängt. Sechs Jahre später sind Tunesien, Lybien, Ägypten und bald auch Syrien vernichtet, Spanien, Italien, Griechenland, Zypern und Portugal wirtschaftlich ruiniert, der Einfluss der USA in Nordarabien durch islamistisch gefärbte Rebellenbanden enorm gewachsen.

Zufall?

Vielleicht. Aber wenn wir eine monströse Macht im Hintergrund wissen, die gerne nichts dem Zufall überlässt, wird der Zufall unwahrscheinlicher.  Ist die Macht aber wirklich „monströs“? Ist diese Wertung nach dem „gut“ und „böse“-Schema nicht hoffnungslos veraltet?

Vielleicht – aber eine Gruppe von Menschen, die „millionenfachen Rechtsbruch“ (auch gegen Nachbarn, Freunde und Verbündete) begeht (siehe Spiegel), kann man zurecht als böse – und ziemlich psychopathisch – definieren, ohne großartig moralisch zu werden.

Man stelle sich nur vor, wie groß das Geschrei gewesen wäre, wenn Nordkorea, Russland oder der Iran in diesem Umfang in Deutschland „aktiv“ gewesen wären – und man sollte sich jetzt mal vor Augen halten, wie das Weltbild jener NSA-Verantwortlichen aussieht, die in Deutschland ein wichtigeres Angriffsziel sehen als in diesen klassischen „Feindstaaten“.

Es sind jene Menschen, mit denen die Amerikaner selber unangenehme Erfahrungen machen – und es gibt sie nicht nur beim NSA, sondern auch bei der CIA, dem FBI oder der neu gegründeten „Homeland Security“ (neben den vielen anderen „Diensten“, die dort noch aktiv sind).

„Journalisten, die sich mit der Regierung und der militärischen Macht anlegen, sterben oft unter mysteriösen Umständen.“

So zitiert die Frankfurter Rundschau die US-Plattform „Infowars“ in bezug auf den tödlichen Unfall, bei dem der Enthüllungsjournalist Hastings bis zur Unkenntlichkeit verbrannte … obwohl wir ja wissen, dass diese „Auto-brennt-nach-Unfall-Geschichte“ nur höchst selten auftritt.

Natürlich überwachen sie auch das eigenen Land mit ihren Drohnen (siehe Spiegel) und morden mit dieser wachsenden Flotte von Terrorinstrumenten ungeniert in aller Welt herum – auch von Deutschland aus (siehe Tagesschau). Das schon allein ist Grund genug, Deutschland gezielt besser zu überwachen als Nordkorea. Noch besser ist es aber, wenn man sich dann dank gezielter NSA-Informationen die Sahnestücke der deutschen Industrie gezielt unter den Nagel reißen kann (siehe FAZ).

Der Feldzug gegen Deutschland jedenfalls war ein voller Erfolg – der Euro hat laut einer neuen EZB-Studie deutlich an Einfluss verloren (siehe Handelsblatt). Die Mittelmeerunion wurde zerschlagen, bevor sie überhaupt richtig loslegen konnte, wirtschaftlich ist Europa ein Wrack, das im Namen der Rendite von Goldman-Sachs nun völlig ausblutet: führend dabei auch die fünften Kolonnen des hemmungslos blinden Amerikanismus: Rotarier, Atlantik-Brücke, American Council of Germany, Deutsch-amerikanische Handelskammer und wie sie alle noch heißen.

Darf ich an Obamas Rede in Deutschland erinnern? Hier, zitiert aus dem Handelsblatt:

Wollen wir frei leben oder in Ketten? Unter Regierungen, die unsere Menschenrechte wahren oder unter Regimes, die diese unterdrücken. Wollen wir in einer offenen Gesellschaft leben, die die Unverletzbarkeit des Einzelnen achtet oder in abgeschotteten Gesellschaften, die die Seele ersticken?

Die Frage war rein rhetorischer Natur, wie in einer Nation von Verkäufern üblich.

Die NSA (samt den anderen Geheimdienstmonstren voller ungebremster krimineller Energie) hat diese Frage für uns schon entschieden. Wir leben schon in abgeschotteten Gesellschaften, die die Seele ersticken – in Form von Hartz IV, Jugendarbeitslosigkeit, Renditeterror, Arbeitsplatzunsicherheit, Zeitarbeit, massiver Staatsverschuldung, Bildungsarmut, Medienverblödung, Pressezensur, Netzwerkverschwörungen, minderwertiger Nahrung, beständiger Arbeitsbeschleunigung und fortschreitender Zerrüttung aller sozialer Strukturen – um nur ein paar der Erscheinungsformen des modernen Lebens zu nennen, die uns als ernst zu nehmende Konkurrenten auf den Weltmärkten mangels eigener Identität zunehmend ausschalten.

Berücksichtigt man dann noch die Folgen des Einsatzes der Massenvernichtungswaffe Derivate (siehe Neopresse), so wird schnell klar, dass wir Feindesland mit allen Konsequenzen geworden sind.

Und das ist der eigentliche Skandal: das man uns unsere Feinde tagtäglich als Freunde verkauft – und Freunde wie Edward Snowden als Feinde. Ja, ein „Verräter“ ist er in den Augen unseres Bundespräsidenten Joachim Gauck (siehe Zeit).

Gauck ist Mitglied der Atlantik-Brücke.

„Die USA werden von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben.“ – so 2002 der damalig Vorstand Arndt Oetker in der Berliner Zeitung. 

Und so erklärt sich, warum die Medien in breiter Front von dem eigentlichen Thema ablenken: Deutschland ist wieder Feind der USA. Viele Deutsche arbeiten daran mit, dass es so bleibt.

Meine Lehre aus dem Husarenstreich der Geheimdienste?

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein unkontrollierbares Geheimmonstrum innerhalb der USA ein paar New-Yorker Bürotürme aus taktischen Gründen in die Luft jagd, um sich jahrzehntelang weltweit enorme strategische Vorteile (auch wirtschaftlicher Art) zu sichern, erscheint mir deutlich größer als herkömmliche Verschwörungstheorien über nierenkranke, ehemals in CIA-Diensten stehende  saudi-arabische Millionäre, in von afghanischen Höhlen aus ohne Blutwäschegeräte mit saudi-arabischem Personal Anschläge auf der anderen Seite der Welt durchführen – im am besten gesichertsten Land der Welt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Monstrum auch in Deutschland mordet (siehe RAF-Phantom), scheint mir ebenfalls sehr hoch.

Immerhin sind wir Angriffsziel – ein Feindland Nr. 1. Noch vor Nordkorea.

Deutschland – der Schurkenstaat.

Schade, dass wir keine Konsequenzen aus dieser Erkenntnis ziehen werden, weil die Vasallen des Molochs über ihre „Freundesorganisationen“ schon längst alle zentralen Position in Deutschland besetzt halten. Sicher haben wir das auch bald wieder vergessen, die Medien arbeiten mit Hochdruck daran, überschütten uns mit Nebensächlichkeiten, spülen alles fort mit der üblichen deutschen Sauberkeit und Gründlichkeit.

Bald ist Kritik am Geheimdienstmoloch wieder Antiamerikanismus, der mit Psychiatrie nicht unter zwanzig Jahren bestraft wird.

Dabei fällt mir ein: ich hatte dieses Jahr schon drei Autopannen mit tödlichem Potential.

Da denke ich mir jetzt aber noch nichts bei.

 

 

 

 

Osteransprache: Nahtodeserfahrungen und das Imperium des Antichristen

Ostersonntag, 31.3.2013. Eifel. Aktuelle politische Ereignisse zwingen die Philosophie schnell dazu, eine Art Feuermelder zu werden und immer dann aufzuheulen, wenn Rauch in der Luft ist. Es gibt gerade viel Rauch: Korea erklärt den Kriegszustand, die Eurozone fliegt uns mit Wucht um die Ohren, Gerechtigkeit wird zunehmend ein Fremdwort, die Gesellschaft beginnt den Sozialdarwinismus als Leitbild für soziales Miteinander zu akzeptieren und ein Imperium der Superreichen etabliert sich weltweit in einem nie dagewesenem Ausmaß, vernichtet dabei Demokratie und Sozialstaat gleichermaßen: Material genug, um damit sein Leben zu verbringen. Doch ist es nicht nur die Aufgabe der Philosophie, Feuermelder zu sein, vielmehr hat sie Scoutfunktion, ist der Teil der Menschheit, der mutig über den Tellerrand hinausschauen soll ... einen Tellerrand, der seit dem Zeitalter der Aufklärung viel enger geworden ist - und nicht etwa weiter, wie man hätte annehmen können. Zugleich hat sich ein Weltbild breit gemacht, das sehr dunkel ist - dunkler als alle anderen Weltbilder, die Menschen je entworfen haben. In der Gegenwart ist der Mensch ein zufällig entstandener Zellklumpen - der einzige im Universum - der gleich einem Dynamo so etwas wie "Bewußtsein" erzeugt, das nach seinem Tode völlig verlischt: man nennt dieses Zeitalter zurecht das Dunkle Zeitalter, möchte man meinen.

Ostersonntag, 31.3.2013. Eifel. Aktuelle politische Ereignisse zwingen die Philosophie schnell dazu, eine Art Feuermelder zu werden und immer dann aufzuheulen, wenn Rauch in der Luft ist. Es gibt gerade viel Rauch: Korea erklärt den Kriegszustand, die Eurozone fliegt uns mit Wucht um die Ohren, Gerechtigkeit wird zunehmend ein Fremdwort, die Gesellschaft beginnt den Sozialdarwinismus als Leitbild für soziales Miteinander zu akzeptieren und ein Imperium der Superreichen etabliert sich weltweit in einem nie dagewesenem Ausmaß, vernichtet dabei Demokratie und Sozialstaat gleichermaßen: Material genug, um damit sein Leben zu verbringen. Doch ist es nicht nur die Aufgabe der Philosophie, Feuermelder zu sein, vielmehr hat sie Scoutfunktion, ist der Teil der Menschheit, der mutig über den Tellerrand hinausschauen soll … einen Tellerrand, der seit dem Zeitalter der Aufklärung viel enger geworden ist – und nicht etwa weiter, wie man hätte annehmen können. Zugleich hat sich ein Weltbild breit gemacht, das sehr dunkel ist – dunkler als alle anderen Weltbilder, die Menschen je entworfen haben. In der Gegenwart ist der Mensch ein zufällig entstandener Zellklumpen – der einzige im Universum – der gleich einem Dynamo so etwas wie „Bewußtsein“ erzeugt, das nach seinem Tode völlig verlischt: man nennt dieses Zeitalter zurecht das Dunkle Zeitalter, möchte man meinen.

Schon das Bild des Dynamos hinkt – wann hat schon mal das Licht der Fahrradlampe die Fahrtrichtung des Fahrrades bestimmt, oder, anders gefragt: wann hat sich ihr Körper schon mal ohne ihren bewußten Willen in Bewegung gesetzt, um auf die Toilette zu gehen oder sich etwas zu essen zu holen? Während dramatischer Fußballspiele können wir sogar die Bedürfnisse drastisch zurückdrücken, um ja nicht den entscheidenden Moment zu verpassen – von außen betrachtet, hat die untergeordnete Funktion „Bewußtsein“ schon eine erstaunliche Dominanz über den Knochensack, in dem sie sich eingenistet hat.

Nun – wir bewegen uns hier in sehr gefährlichen Gebieten – in politisch gefährlichen Gebieten. Würde ich an der Universität arbeiten, hätte ich die ungeschriebenen Gesetze der Moderne zu beachten: schaue nicht über den Tellerrand, sonst entziehen wir dir die Lehrbefugnis und … das Geld. Das Imperium der Superreichen hält seine Schafe gerne sehr eng angeleint, sehr nützlich ist da eine Philosophie, die ihnen mitteilt, das es nichts außerhalb der hohen Gatter des Schlachthauses gibt … weshalb ohne, das ich je ein bezahlter Wissenschaftler darüber verwundert – Nahtodeserfahrungen, Religion, Telepathie, Fernwahrnehmung, Ufos und das Monster von Loch Ness in die gleiche Kategorie fallen … in die Kategorie des verbotenen Wissens.

Eine letzte Bastion des verbotenen Wissens wird gerade geschliffen: die katholische Kirche. Ihre Vernichtung ist extrem wichtig, denn sie steht dem neuen moralischen Dogma mitten im Wege – einem Dogma, das den ewig jungen, ewig gesunden, blendend aussehenden Leistungsträger als Idealbild menschlicher Existenz propagiert – ein Bild, das eine offensichtliche Lüge ist aber mit Gewalt auf allen Medienkanälen verbreitet wird … und Angst macht.

Angst?

Ja. Wir werden alle älter, wir werden alle mal krank – und wir sehen auch nicht immer super aus, manche hatten schon von Geburt an Pech: wir werden also mit Sicherheit irgendwann mal zum Kreis der „unerwünschten Personen“ gehörden … mit entsprechenden Konsequenzen.

Ostern ist nun einer jener Tage, an denen man sich mal zurücklehnen und sich befreien kann von all jenen Zwängen, die das Imperium der Superreichen über uns ausübt – durch eine Vielzahl hoch bezahlter Experten.

Was wir heute feiern? Den Sieg eines Menschen über den Tod. Jesus soll er geheißen haben – und seine Geschichte ist (mal abgesehen von dem Zank über sein unerklärliches Grabtuch) ein kleines Wunder: wie hat es dieser kleine, unscheinbare Wanderprediger mit seinen oft verworrenen und unverständlichen „Gleichnissen“ es geschafft, über hundert Jahre im Bewußtsein einer breiten Masse von Menschen zu bleiben? Es hat immerhin gut hundert Jahre gedauert, bis die Evangelien aufgeschrieben worden sind – alle anderen Wanderprediger (die damals ein normales Erscheinungsbild des Alltages darstellten) waren schon längst vergessen, aber an den einen konnte man sich noch gut erinnern. So gut, das sehr ähnliche Geschichten kursierten.

Meine recht frische Meinung dazu ist: die Wunder waren echt. Okhams Rasiermesser gebietet mir die „Wahrheit“ mit den wenigsten Hypothesen – die erhalte ich, wenn ich nur eine Hypothese annehme: die Zeugen Jesu´ haben in der Tat äußerst beeindruckende Dinge erlebt, so etwas bleibt im Gedächtnis.

Natürlich könnte man fragen: was geht uns das an? Wir haben unsere eigenen Probleme. Ja, sicher, es gibt am Rande des erlaubten Wissens Beobachtungen von Zauberern, der erstaunliche Kunststücke bewerkstelligen können – deshalb wurde Jesus ja schon mal in den Kreis der Huna-Magier aufgenommen, andere sehen in ihm einen Zen-Buddhisten, der einfach erstaunlich bewußtseinsverändernde Tricks beherrschte. Aber was sollen wir heute mit solchen Geschichten anfangen?

Nun – zum einen steht Jesus in unserem Kulturkreis für eine ethische Maxime der Nächstenliebe. Viele erschöpfen sich in Klagen über die Kirche und übersehen dabei, das nie jemand behauptet hat, das das Personal der Kirche aus Engeln besteht. Alles, was an Kritik an „der Kirche“ vorgebracht werden kann (Bereicherung, Korruption, Kindesmißbrauch, Betrug, Heuchelei und was es sonst noch alles gibt) kann man eins zu eins als Kritik am Menschen selbst vorbringen – es ist nicht die Kirche, die den Menschen schlecht macht, Sauereien hat er schon vor Christi Geburt vollbracht – Völkermord, Massenvergewaltigungen, grausame Brandopfer von Kindern inklusive … sogar „Dschungelcamp“ und „DSDS“ fanden im römischen Kolosseum schon ihre Vorgänger – allerdings noch ohne die christliche Bremse, die in den letzten zweitausend Jahren die Entwicklung der Kultur verändert hatte.

Hier brauchen wir aber nicht weiter spekulieren – wir erleben gerade die Geburt der antichristlichen Kultur, die ihre alten Fesseln mit Gewalt abwirft und sich bereit macht für ein neues Zeitalter, in dem das hemmungslose Ausleben der eigenen Triebe oberstes Gebot werden wird: weltweite Foltercamps, Vernichtung des Sozialstaates (und wahrscheinlich auch des Staates als solchem), Angriffskriege nach Lust und Laune, gezielte Destabilisierung von Ländern, Massenausbeutung der Arbeitskraft, systematisierter Kindesmissbrauch, weltweite Verarmung der Menschheit, Rückkehr der Seuchen (in Griechenland schon jetzt ein Riesenthema) und des absolutistischen Feudalstaates sind einige der Schatten, die das neue Zeitalter vorauswirft, während sich unsere „linke Elite“ das Maul über die Kirche zerreist.

Nun – eine Gemeinschaft, die der Nächstenliebe verpflichtet ist, haut einem nicht aufs Maul, wenn man sie diffamiert: man geht bei dieser Menschenjagd überhaupt kein Risiko ein während man ganz schnell seinen Job verliert, wenn man Dinge erzählt, die zum verbotenem Wissen gehören – ich denke da immer noch an den Fall des Herrn Wisnewski (siehe Heise), der aus der Gemeinschaft herausgeworfen wurde, weil er in Shanksville weder Wrack noch Leichen fand, wie die oberste Behörde für Wahrheitsgestaltung angeordnet hatte – die Legende, die zur Ermordung hunderttausender (oder Millionen) Iraker, Afghanen, Lybier und Pakistani geführt hat, darf unter keinen Umständen angetastet werden … jedenfalls nicht, bevor die neue antichristliche Kultur sich nicht fest im Herzen aller machtvoller Menschen etabliert hat. Man will ja bei dem angestrebtem Paradigmenwechsel (der anders als von „Esoterikern“ erwartet leider zu einem dunklen Paradigma führt) kein unnötiges Risiko eingehen.

Ja, darum geht es: um einen Paradigmenwechsel, einen Wechsel der grundlegenden Rahmenbedingungen unserer Kultur, die wir im Westen mit christlichen Begriffen beschreiben: die Kultur, die Nächstenliebe als Ideal propagierte (daraus – und nur daraus – erwuchs die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte), wird ersetzt durch eine Kultur der Eigenliebe, die den Nächsten als Störfaktor, als Feind, als Schmarotzer, als „Kosten auf zwei Beinen“ begreift … wir werden in den nächsten Jahrhunderten noch erleben, zu welchen außerordentlichen Exzessen eine solche Kultur in der Lage sein wird, eine Kultur, die aus „Menschenrechten“ „Menschenpflichten“ macht: die Pflicht, dem Reichen in jeder Hinsicht unentgeldlich zur Verfügung zu stehen – als Arbeitskraft, als Lustobjekt, als Organspender.

Paradigmenwechsel haben halt ihren Preis – und dieser wird den höchsten Preis fordern, den die Menschheit je gezahlt hat.

Zurück zu Jesus, dessen Einfluss auf unsere Kultur sich nicht nur in einem geforderten (und bis heute nie konsequent durchgesetztem) Paradigmenwechsel bestand, sondern auch in einer Botschaft, derer wir am heutigen Tage eigentlich besonders gedenken sollten: die Botschaft, das der Tod nicht das Ende ist.

Diese Botschaft ist für die Herren des Imperiums die tödlichste Botschaft, ist doch die Angst vor dem Tode (und dem darauffolgendem NICHTS) eine wichtige Peitsche, mit der die Herde im Zaum gehalten wird. Mehr als diese kleine bisschen Elend gibt es nicht für euch im ganzen Universum – paßt bloß auf, das wir euch nicht auch das noch nehmen!

Nun – Jesus wurde diese bisschen genommen: nicht von der Kirche, sondern vom römischen Imperium, das sich heute in anderer Form wieder erhebt. Er ging den Weg – so die Legende – sogar absichtlich, um zu demonstrieren: das ist nicht das Ende.

Nun – wir brauchen keinen Jesus, um wissen zu können, das der Tod nicht das Ende ist. Immerhin präsentiert uns die moderne Medizin eine Vielzahl von „Wiederkehrern“ … Menschen, die nach dem Tode die Erfahrung gemacht haben, dass das Bewußtsein nicht erlischt. Ihre Erfahrungen gleichen verblüffend jenen Vorstellungen, die man im (völlig unchristlichem) tibetanischen Totenbuch findet – oder im ägyptischen Totenbuch – wobei man vorsichtig sein muss, deren Deutungen des Nachtodeszustandes nicht unkritisch zu übernehmen. Es kann auch nicht Sinn der Erörterung sein, hier alle Facetten der Nahtodeserfahrungen zu beleuchten – es reicht vielleicht kurz der Blick eines Mediziners, hier bei „die Oberpfalz„:

Der Mediziner M. Schröter-Kunhardt dagegen kam im Rahmen seiner Untersuchung von hunderten von Betroffenen zu der Überzeugung, dass dieses Programm auf ein Leben nach dem Tod vorbereitet, wobei das Gehirn das eigene Sterben ganz im Gegenteil überaus bewusst durchlebt. Die Nah-Toderlebenden berichten von einem göttlichen Licht, Kontakten mit Verstorbenen und einem kurzen Einblick in eine andere Realität. Sie machen auch Beobachtungen aus einer außerkörperlichen Perspektive, die die These einer Fehlfunktion im Gehirn eindeutig widerlegen!

Mit seinen Forschungen provoziert Schröter-Kunhardt oft, weil das Thema für viele seiner Kollegen zu esoterisch erscheint, als dass man es wissenschaftlich angehen möchte. Aber genau das Letztere ist seine Motivation. Zu viele selbsternannte Sterbeforscher ohne Fachkompetenz verbreiten nur halbe Wahrheiten oder subjektive Deutungen. Dr. Schröter Kunhardt belegt, dass die Nahtoderfahrungen nur auf einen Übergang ins Jenseits vorbereiten; und in manchen Schilderungen lassen sich aber sogar erste Bilder davon erkennen. Dabei gibt es aber auch negative Nah-Toderfahrungen, die in der Esoterik gern verschwiegen werden. Diese treten vor allem bei Selbstmördern und bei Menschen auf, die ihr rationalistisches Weltbild durch diese Erfahrungen erschüttert sehen. Umso wichtiger ist die Aufklärung von seriöser, fachlicher Seite, sagt Dr. Schröter Kunhardt.

Wer Zeit und Muße hat, kann sich mit der Apologetik der Büttel des Imperiums auseinandersetzen, mir selbst reicht mein Ockham´sches Rasiermesser, um für mich zu erkennen: ich brauche viel mehr Hypothesen, um die Erfahrungen der Verstorbenen rational zu erklären, als ich brauche, wenn ich eine einfache Tatsache anerkenne: der Tod ist nicht das Ende des Bewußtseins.

Arbeiten von Pim van Lommel, Raymond A. Moody, Kenneth Ring sowie Sam Parnia unterstützen diese Sicht der Dinge, die persönlichen Erfahrungen eines „ungläubigen“ Neurochirugen (siehe u.a. Focus) bestätigen auf verblüffende Weise die Erkenntnisse Schröter-Kunhardts.

Nun – eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Phänomen muss an anderer Stelle erfolgen … wenn überhaupt, denn für uns als normale Menschen reicht der Blick über den Tellerrand und das Wissen, das mit einiger Wahrscheinlichkeit der Tod nicht das Ende ist … und somit das Imperium eigentlich nichts in der Hand hat, um mich zu devotem Verhalten zu zwingen … es sei denn, ich habe Spaß daran.

Uns Menschen reicht ein kurzer Seitenblick auf das Phänomen, um uns dann gestärkt und mit neuer Kraft dem Leben vor dem Tode zu widmen, einem Leben, das zusehends von einem neuen Paradigma bestimmt wird: dem Paradigma der Unmenschlichkeit, das erstaunlich konsequente Menschentypen produziert, siehe Yahoo:

„Diese Hand, die den Auslöser betätigt hat, um eure Söhne zu töten, masturbiert nun auf die Erinnerung. F**** euch alle.“

Nur einer von vielen „Amokläufern“, die das neue Zeitalter einläuten, jenes Zeitalter, in dem das hemmungslose Ausleben der eigenen dämonischen Triebe Alltag wird.

Zu hart formuliert?

Ich möchte ein kleines Beispiel aus dem bundesdeutschen Alltag hinzufügen, das deutlich illustriert, welche Folgen der Paradigmenwechsel schon jetzt in der Kultur hinterlassen hat – gefunden von unserem Leser Falbrand auf Facebook:

Ernährungspauschale Hartz IV: 4,32 Euro am Tag.

Ernährungspauschale Polizeihund: 6,80 Euro am Tag. 

Kinder schneiden da noch schlechter ab: mit einer Pauschale von 2,55 Euro pro Tag wird sichergestellt, das wir ein Millionenheer von Fehlernährten bekommen, das in Zukunft keine andere Wahl hat, als im Hartz-Ghetto zu verbleiben.

Schön auch die Kommentare zu diesem Vergleich: Irgendwie hat der Hund mehr Nutzen oder der Hund tut wenigstens was für sein Geld: der Geist des Antichristen offenbart sich immer deutlicher. 

Tod dem unwerten Leben wird schon bald die nächste Forderung sein, die offen ausgesprochen wird – was heißt bald: die Definition des Menschen als „Kosten auf zwei Beinen“ wurde von der deutschen Wirtschaft schon vorgenommen, die Politik sekundierte mit der Definition des „Schmarotzers“ und „Parasiten“, ohne das der gewaltige Paradigmenwechsel groß in den Medien reflektiert wurde.

Ostern ist nun der Tag im Jahr, wo wir uns diese Geschichte vor Augen führen können und wo wir aufgerufen sind, eine Entscheidung zu treffen, die Entscheidung, wem wir folgen wollen: dem Gebot der Nächstenliebe oder dem Gebot des Antichristen (den man sich hier wirklich nicht als Teufel in Menschengestalt vorzustellen braucht, sondern als Symbolfigur für ein neues Wertesystem, das Hunde mehr schätzt als Kinder).

Kein Wissenschaftler oder Politiker kann uns diese Entscheidung abnehmen, sie treffen wir ganz allein – und ganz persönlich. Viele entscheiden sich für das Imperium des Antichristen, für blinde Gefolgschaft gegenüber den neuen superreichen Feudalherrschern, in der Hoffnung, den anstehenden Orgien der Ausbeutung und Entwürdigung durch möglichst devotes Verhalten entkommen zu können: ein Ergebnis der deutschen „Jobangst“ und gezielter „Sozialpolitik“.

Wir dürfen uns aber auch anders entscheiden. Die Tatsache, das wir unser Bewußtsein (samt der Erinnerung an die Unterwerfung) für alle Ewigkeiten mit unser herumtragen, sollte uns vielleicht kurz mal innehalten lassen, ob wir uns nicht doch lieber im Sinne der Nächstenliebe und der Erklärung der allgemeinen Menschenrechte zu der Forderung hinreißen lassen sollten, deutsche Kinder besser zu versorgen als deutsche Hunde – die Wahrheit der Unsterblichkeit menschlichen Bewußtseins kann auch mehr Warnung als Trost darstellen … und das Leben auf einmal sehr unbequem werden lassen.

Vielleicht ist es auch gerade diese Erkenntnis, die die Diener des antichristlichen Paradigmas der Menschenfeindlichkeit Sturm gegen solche „Wahrheiten“ laufen läßt: für sie selbst wäre es die Hölle, mit ihren eigenen asozialen Entscheidungen, ihrer eigenen sozial deformierten Seele auf ewig leben zu müssen – vielleicht die einzige Hölle, die es wirklich gibt.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern des Nachrichtenspiegels ein frohes Osterfest – ein besinnliches, nachdenkliches Fest, das vielleicht zu der Erkenntnis führt, das es schlimmere Dinge im Leben als unsere eigene Sterblichkeit gibt.

Und was ist nun mit der Kirche, jener Gemeinschaft von Menschen, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, die Botschaft der Nächstenliebe durch die Wirren der Geschichte zu tragen?

Um die muss man sich keine Sorgen machen, die löst sich selbst auf, siehe den Theologen Georg Schwickhart im Spiegel:

Wissen Sie, Jesus hat mit zwölf Männern zusammengelebt, als armer Wanderprediger. Das war radikal, aber dahin will und kann keiner zurück.

Auch dort ist die Botschaft des Antichristen schon längst angekommen – weshalb man aus dieser Ecke auch keine Hilfe erwarten darf. Jesus war denen viel zu radikal … und zu arm. Auch die folgen heute … anderen … „Werten“.

Aber dabei muss man ihnen nicht folgen.

 

 

 

 

 

 

Auswärtiges Amt gibt Reisewarnung für die ganze Welt! Nordkorea bleibt aber sicher …

Mittwoch, 27.3.2013. Eifel. Es lebt sich gut hier in Deutschland, oder? Auf der kleinen Insel der Glückseligen mitten im Meer der Verdammnis - das ist sie doch, oder? Gut, viele werden jetzt klagen: nein, uns geht es so schlecht. Das Schlimme ist: obwohl das Leid des ärmsten deutschen Arbeitslosen nicht mit dem Leid mithalten kann, das gerade in diesem Moment Folteropfer der US-Armee erleiden, ist die Klage doch berechtigt ... wenn man über seinen deutschen Tellerrand nicht hinausschaut. Wieso sollte man das auch tun? Uns geht es doch super, was geht uns der Rest der Welt an - Lybien zum Beispiel. Das Auswärtige Amt informiert zu dem Thema:

Mittwoch, 27.3.2013. Eifel. Es lebt sich gut hier in Deutschland, oder? Auf der kleinen Insel der Glückseligen mitten im Meer der Verdammnis – das ist sie doch, oder? Gut, viele werden jetzt klagen: nein, uns geht es so schlecht. Das Schlimme ist: obwohl das Leid des ärmsten deutschen Arbeitslosen nicht mit dem Leid mithalten kann, das gerade in diesem Moment Folteropfer der US-Armee erleiden, ist die Klage doch berechtigt … wenn man über seinen deutschen Tellerrand nicht hinausschaut. Wieso sollte man das auch tun? Uns geht es doch super, was geht uns der Rest der Welt an – Lybien zum Beispiel. Das Auswärtige Amt informiert zu dem Thema:

In jüngster Zeit konnte außerdem ein starker Anstieg aller Arten der Allgemeinkriminalität, vor allem in den großen Städten, festgestellt werden, von der zunehmend Ausländer betroffen sind. Es handelt sich in erster Linie um Wohnungseinbrüche, bewaffneten Raub und das sogenannte „car-jacking“, das vorwiegend auf hochwertige Fahrzeuge und Geländewagen/Sport Utility Vehicles (SUV) zielt.

Für deutsche Staatsangehörige gilt unverändert, dass sie sich nicht in Libyen aufhalten sollenDies gilt für ganz Libyen und vor allem für die Cyrenaika mit den Städten Bengasi und Derna im Osten sowie den Fezzan im Süden des Landes.

Das war früher mal anders (wir berichteten). Heute aber – regiert dank Natobomben der nackte Terror in den Straßen, das ganze Land ist eine „no-go“-Zone. Schon früher war ein Natomitglied sehr engagiert, siehe Human Rights Watch:

Die Regierung der Vereinigten Staaten unter George W. Bush ließ Gaddafi-Gegner foltern und diese dann nach Libyen bringen, wo sie misshandelt wurden, so Human Rights Watch in einem heute veröffentlichten Bericht. Dies belegen Aussagen von ehemaligen Gefangenen und jüngst enthüllte Dokumenten der CIA und des britischen Geheimdienstes.

Und dann haben sie aus diesen Opfern eine Rebellenarmee zusammengebaut, die Lybien als Staat in den Abgrund stürzte? Oder war das Al Kaida? Das passt zu Nachrichten, wie „Gegenfrage“ veröffentlicht … dort findet man Nachrichten, die andere weglassen:

Afghanistans Präsident Karzai lässt nicht locker: Erneut hat er die US-Regierung der Zusammenarbeit mit den Taliban bezichtigt, um sein Land zu destabilisieren. In einer neuen Rede fügte er sogar hinzu, dass der Kampf gegen Terror der Vereinigten Staaten überhaupt nicht existiert.

Äußerst bedenkliche Worte – von einem, dem die USA doch nur helfen wollten. Doch liest man weiter, kommen einem Zweifel:

Zahllose Beobachter kamen zum Schluss, dass sich die USA nur in Afghanistan befinden, um den im Jahr 2000 von der Taliban-Regierung verbotenen Opiumhandel wieder anzutreiben. Afghanische Opium-Anbauflächen haben sich unter US-Herrschaft zwischen 2001 und 2004 um 1500% auf 131’000 Hektar vergrößert, was auch dem heutigen Stand entspricht. Im Jahr 2010 schätzte die Russische Drogenbekämpfungsbehörde den Wert der Opiumernte in Afghanistan auf 65 Milliarden Dollar.

Eine äußerst bedenkliche Nebenwirkung dieser Kriege. Kann man daraus vielleicht ein Gesetz machen? Wo immer die USA einmarschieren, wird´s kriminell im Land? Schauen wir doch mal kurz zum Irak ´rüber, da waren die ja auch drin. Das Auswärtige Amt informiert:

Auch wenn sich die Sicherheitslage in den vergangenen beiden Jahren kontinuierlich entspannt hat, bleibt der Aufenthalt zumindest in einigen Teilen des Landes gefährlich. Jeder längerfristige Aufenthalt ist mit zusätzlichen Risiken behaftet; deutschen Staatsangehörigen wird daher geraten, sich nicht auf Dauer in Irak aufzuhalten.

Also – im Prinzip wie Lybien.  Interessant ist allerdings eine Ausnahme:

In der Region Kurdistan-Irak gilt die Reisewarnung aufgrund der vergleichsweise guten Sicherheitslage nur eingeschränkt. Aufenthalte können hier nach Prüfung der aktuellen örtlichen Gegebenheiten in Betracht gezogen werden. Wegen wiederholter türkischer Militäroperationen gegen Stellungen der kurdischen Arbeiterpartei PKK im grenznahen Gebirge wird vor Reisen in das unmittelbare türkisch-irakische Grenzgebiet gewarnt.

Also – im Prinzip garantieren die Kurden die Sicherheit im Irak, wenn sie nicht gerade von Nato-Truppen angegriffen werden. Oder gehören Türken nicht mehr zur Nato, sobald sie in den Irak einfallen? Und wo bleibt da die internationale Staatengemeinschaft, die damals Kuweit vor dem Irak beschützt hat? Der war auch einfach einmarschiert – das mochte niemand so richtig gern. Wo bleiben die Protestwellen europäischer Botschafter, die den Angriffskrieg gegen den Irak brandmarken? Kriegen die Kurden auch deutsche Raketen, um ihre Dörfer vor türkischen Luftangriffen zu beschützen?

Und wo bleibt die westdeutsche Friedensbewegung, die als „Grüne“ im Bundestag sitzen? Haben die inzwischen alle eine Regierungsjob und widmen sich nur noch der Kunst und der Kultur?

Armin Wertz schreibt in Journal21.ch über Amerikas schmutzige Kriege – er macht eine interessante Entdeckung:

Einige der amerikanischen Spezialisten für verdeckte Aufstandsbekämpfung, die im Irak Folter und Terror einsetzten, sind alte Bekannte. Sie haben in Südostasien ihre Spuren ebenso hinterlassen wie in Mittelamerika.

Wir dürfen ja nicht mehr über Verschwörungen nachdenken, was schade ist, denn hier haben wir eine klassische Regierungsverschwörung zwecks gezieltem, weltweiten Bruch der Menschenrechte, Massenmorde und Folter inklusive. Wie gut, das wir Deutschen wissen, das es keine Verschwörungen gibt.

Dürfen wir jetzt daraus schließen, das die Kurden im Irak die Menschen vor den Folterknechten der USA schützen – jedenfalls, solange sie nicht von den Türken gejagt werden? Die USA hatten auf jeden Fall andere Pläne mit den Kurden, wie Armin Wertz weiter schildert:

«Ein Vorschlag aus dem Pentagon war, irakische Schwadronen, am besten kurdische Peshmerga-Kämpfer und shiitische Milizionäre, gegen sunnitische Aufständische einzusetzen und deren Sympathisanten bis nach Syrien zu verfolgen», berichtete Newsweek.

Dürfen wir jetzt schlußfolgern, das diese „Schwadrone“ jetzt in Syrien angekommen sind und dort das nächste Land destabilisieren? Nein, dürfen wir nicht. Wir dürfen solche Informationen noch lesen, sie aber zu einem funktionierendem Bild zusammenfassen, ist verboten: Verschwörungstheorie droht.

Nun – die Folterspezialisten und „Aufstandsbekämpfer“ der USA haben bei ihrem Einsatz zur Sonderbehandlung „befreiter“ Völker auch in Asien tausende von Leichen produziert, ohne das irgendeine Gerichtsbarkeit es wagen würde, sie anzuklagen.

In Asien gibt es nun ein Land, das von sich reden macht: Nordkorea.

Die „verhöhnen“ die Präsidentin Südkoreas als „giftig rauschenden Rock“ (siehe Handelsblatt). Immerhin: die Frau ist die Tochter des ehemaligen Militärdiktators, der selbst während des 2. Weltkrieges in den Diensten der Japaner gestanden hatte – was vielleicht erklärt, warum die Verhandlungen über Entschädigungen so sehr zu ungunsten der Koreaner verliefen. Wie wir weiter im Handelsblatt erfahren, wird Nordkorea immer rühriger:

Das kommunistische Regime hatte zuletzt fast täglich vor einem Krieg gewarnt. Zugleich hatte Pjöngjang erklärt, sein Atomwaffenprogramm ausbauen zu wollen und den Waffenstillstand von 1953 zur Beendigung des Korea-Kriegs und sämtliche Entspannungsabkommen mit Südkorea nicht mehr anzuerkennen. Nordkorea reagiert damit auf die Ausweitung von UN-Sanktionen wegen des Atomtests am 12. Februar und auf die jährlichen südkoreanisch-amerikanischen Militärübungen.

Da geht es jetzt richtig zur Sache – das Handelsblatt erwähnt es nebenbei:

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und der südkoreanische Ministerpräsident Chung Hong Won haben ihre jeweiligen Truppen an der Seegrenze im Gelben Meer auf einen möglichen Krieg eingeschworen.

Die USA werden nervös – eigenes Hoheitsgebiet und eigene Militärbasen könnten Atomschlägen der Nordkoreaner zum Opfer fallen, die Raketenabwehr wird ausgebaut, siehe Handelsblatt.

Gestern meldete Die Presse:

Nordkorea hat nach eigenen Angaben seine Truppen für eventuelle Angriffe gegen das US-amerikanische Festland, Hawaii und den US-Stützpunkt auf Guam in Stellung gebracht. Auch „strategische“ Spezialeinheiten seien in Einsatzbereitschaft versetzt worden, teilte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag mit.

„Das Oberkommando der nordkoreanischen Armee erklärt, dass alle Artillerietruppen, darunter auch die strategische Raketeneinheit sowie die Einheit für Artillerie langer Reichweite in sofortige Einsatzbereitschaft versetzt werden sollen“, verkündete KCNA.

Die Erklärung erfolgte, nachdem US-Militärjets erneut Manöver geflogen waren und Nordkorea bedroht hatten.

Zuvor hatten die USA und das von der Diktatorentochter geführte Südkorea bekannt gegeben, das sie (neben gerade gemeinsam übenden Truppen, die nur selten erwähnt werden) einen „Notfallplan“ hätten, mit dem man sofort auf „Provokationen“ reagieren kann (siehe Welt).

Wir stehen dicht vor dem nächsten Nuklearkrieg der Menschheit (ja, es waren ja schon mal Atombomben auf Zivilisten geworfen worden – von den USA am 6.August 1945 auf Hiroshima und am 9. August auf Nagasaki) – und die Medien tun so, als wäre das alles nichts.

Was wissen wir eigentlich in Deutschland über Nordkorea? Wieder mal das Auswärtige Amt:

Die Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea) gilt als vergleichsweise sicheres Reiseland.

Bitte? Ein „vergleichsweise sicheres Reiseland“ – kurz vor einem atomaren Schlagabtausch? Lesen die denn keine Nachrichten?

Doch – nur sie bewerten sie anders:

Zwar wird derzeit nicht von einem erhöhten konkreten Risiko oder einer Gefahr für die in Nordkorea lebenden oder reisenden Personen ausgegangen, Reisende sollten jedoch dennoch aktuelle Nachrichten über die Region aufmerksam verfolgen.

Normalerweise würde man sagen, man versteht die Welt nicht mehr. Mitten im Reich des Bösen ist man als deutscher Tourist ziemlich sicher, während in den „befreiten“ Ländern die Hölle los ist.

Man kann es aber auch anders sehen: überall, wo die USA keinen Einfluss auf die Innenpolitik eines Landes haben, reist man vergleichsweise sicher. Schauen wir doch mal nach Mali, dem Land mit dem Gold. Auch dort waren die USA präsent, zufällig kam es während dieser Präsenz zu einem Militärputsch, dann kamen die Franzosen, um die Lage zu stabilisieren – und jetzt?

Wieder mal Auswärtiges Amt:

Bis auf weiteres wird vor Reisen nach Mali gewarnt. Alle Deutschen, deren Aufenthalt in Mali nicht unbedingt erforderlich ist, sollten das Land mit den bestehenden kommerziellen Flügen verlassen.

Die Warnung wird sogar auf den ganzen Großraum bezogen:

In den nordafrikanischen und den südlich an die Sahara grenzenden Ländern besteht eine erhöhte Gefahr terroristischer Gewaltakte, gezielter Entführungen und krimineller Übergriffe; sowohl kriminelle Banden als auch Al-Qaida im Maghreb (AQM) suchen derzeit gezielt nach Ausländern zum Zwecke der Entführung. In Algerien, Niger, Mali und Mauretanien kam es auch in jüngster Zeit zu Entführungen. Es ist, wie aktuelle Hinweise bestätigen, jederzeit mit weiteren Entführungen westlicher Staatsangehöriger zu rechnen. Gerade auch deutsche Staatsangehörige sind einer deutlich ansteigenden Anschlags- und Entführungsgefahr ausgesetzt.

Doch nicht nur das: die Warnung, seine Nase nicht all zu weit aus dem Fenster zu  hängen, bezieht sich auf die ganze Welt – wieder Auswärtiges Amt:

Die weltweite Gefahr terroristischer Anschläge und Entführungen besteht fort.

Vorrangige Anschlagsziele sind Orte mit Symbolcharakter. Dazu zählen Regierungs- und Verwaltungsgebäude, Verkehrsinfrastruktur (insb. Flugzeuge, Bahnen, Schiffe), Wirtschafts- und Tourismuszentren, Hotels, Märkte, religiöse Versammlungsstätten sowie generell größere Menschenansammlungen. Es kommt unter anderem zu Sprengstoffanschlägen, Angriffen mit Schusswaffen, Entführungen und Geiselnahmen.

Tote durch islamisch motivierte Terroranschläge weltweit seit 1993:  knapp 4000, siehe Statista. 

Die ersten vier Kandidaten?

World Trade Center 2001: 3000 Tote. Ermittlungslage? Zweifelhaft, siehe Wikipedia.

Daressalam 1998: 223 Tote. Verurteilungen? Überraschend milde, siehe Wikipedia:

Im November 2010 wurde der Tansanier Ahmad Chalfan al-Ghailani von einem US-Zivilgericht verurteilt. Er wurde der „Verschwörung zur Zerstörung von US-Eigentum“ von den Geschworenen für schuldig befunden. In weiteren 285 Anklagepunkten, darunter Verschwörung zur Ermordung von US-Bürgern, Verschwörung zum Einsatz von Massenvernichtungswaffen und Mord, wurde er freigesprochen

Bali 2002: 200 Tote. Ermittlungen und Verurteilungen? Ziemlich konfus, siehe Wikipedia. Hauptverdächtiger wird von zentralen Anklagepunkten freigesprochen.

Schließlich Madrid 2004: 51 Tote. Ergebnis der Ermittlungen? Siehe Wikipedia:

Zum Abschluss der Zwei-Jahres-Ermittlungen wurde hingegen festgestellt, dass es keine direkten oder erkennbaren Verbindungen zwischen den Terroristen und al-Qaida gab.

Allerdings wird von den Ermittlern angenommen, dass al-Qaida gerne, da die Anschläge ins angekündigte Schema der Organisation passten, die Verantwortung für diese übernahm, ohne in den Vorbereitungen involviert gewesen zu sein.

Selbst wenn wir wirklich von 4000 Toten durch islamistischen Terror in zwanzig Jahren ausgehen sollten, verblassen diese Zahlen vor denen, die die amerikanische Zivilgesellschaft in Friedenszeiten produziert. 30 000 Tote durch Schusswaffen, darunter 12 ooo Morde – pro Jahr, siehe Taz. Das macht für zwanzig Jahre …           240 000 Mordopfer.

Opfer des Irakkrieges? Sehr umstritten – zwischen 120 000 und  1 000 000, siehe Wikipedia.

Afghanistan? Die AG-Friedensforschung überrascht mit erstaunlichen Zahlen: 100 000 Tote in Afghanistan, zusätzlich 65000 in Pakistan (nebenbei kommen die auf 1,5 Millionen Tote im Irak). In Pakistan ist „offiziell“ noch nicht mal Krieg.

Lybien? Laut ARD-Angaben 50 000 Tote und 40 000 Vermisste.

Oder Syrien, wo die CIA gerade nach Angaben des Spiegel Saudi-Arabien beim Verteilen von Waffen hilft?

Nach ARD-Angaben schon 60 000 Tote.

Besonders brisant: Tote durch Angriffe von US-Drohnen in neutralen Ländern. Laut Spiegel hat allein Pakistan 3200 Tote durch US-Flugroboter zu verzeichnen, darunter viele hundert Zivilisten – mehr als bei jedem „islamistischen Terrorangriff“ sonst (mal abgesehen von nine-eleven).

Konsequenzen?

Keine. Das von der UN verurteilte Roboterattacken inzwischen zum pakistanischen Alltag gehören, erfährt man vom Auswärtigen Amt nicht. Ebensowenig gibt es Reisewarnungen in die USA, die in einem Jahr dreimal soviel Morde haben, wie der „islamistische Terror“ in zwanzig Jahren produziert hat.

Nun gut – wie leben ja in Deutschland, mitten im ruhigen Europa, das jedes Jahr über 27 000 Verkehrstote zu beklagen hat (siehe Westdeutsche Zeitung). Trotzdem gibt es keine Reisewarnung für Europa – abgesehen natürlich von der Reisewarnung, die für die ganze Welt gilt. Es ist auch gut, wenn wir diese Reisewarnung berücksichtigen, sonst geht es uns wie französischen Journalisten in Mali, siehe WSWS:

Am 8. Februar wurden mehrere ausländische Journalisten in Bamako stundenlang von den „Green Berets”, die im vergangenen März geputscht haben, inhaftiert. Der Reuters-Fotograf Benoît Tessier und zwei weitere Journalisten, die den Vorfall beobachtet und fotografiert hatten, wurden geschlagen und abgeführt. Ihre Ausrüstung und ihre Handys wurden konfisziert.

Der französische Fernsehrat reagierte auf diesen Affront umgehend:

Am 7. Februar zeigte der französische Fernsehsender France 2 im Rahmen der Sendung „Envoyé Spécial” unter dem Titel „Gräuel in Mali?” einen 22-minütigen Film, in dem 45 Sekunden lang Bilder von Opfern der malischen Armee zu sehen waren. Der staatliche französische Fernsehrat CSA verwarnte die Verantwortlichen und warf ihnen vor, die „Aufnahmen toter Körper… stellten eine Verletzung der Menschenwürde” dar.

Am 28. Februar verschärfte der CSA seine Warnungen und erklärte, „die wiederholte und exzessive Präsentation der Überreste menschlicher Körper” sei vor allem für junge Zuschauer „schwer zu ertragen”. Seither hat es im französischen Fernsehen keinen weiteren kritischen Bericht zum Krieg in Mali gegeben.

Man möchte nicht, das wir über den Tellerrand schauen – und wenn wir es dann doch mal wagen, dann sollen wir dort eben nichts zu sehen bekommen.

Wir haben uns vor dem islamistischen Terror zu fürchten, der eine Handvoll Tote in zwanzig Jahren verursacht hat – einen Bruchteil von dem, was wir IM JAHR an Verkehrstoten produzieren – und nichts im Vergleich zu dem, was der „Krieg gegen den Terror“ an ungezählten und unzählbaren Leichenbergen produziert.

Trotzdem sollte man die weltweite Reisewarnung beachten – US-Folterer, US-Drohnen und US-finanzierte Banden morden, verstümmeln, branschatzen und vergewaltigen in aller Welt (und sogar in den Reihen der US-Armee selbst – wir berichteten) … und dabei möchten sie nicht von deutschen Touristen gefilmt werden.

Verständlich.

Aber es ist doch gut zu wissen, das man notfalls noch in Nordkorea sicheren Unterschlupf findet. Allerdings leiden die Hunger, weil die sich die Riesenarmee zur Abwehr des realen internationalen Terrorismus gar nicht leisten können.

 

 

 

 

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