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Steinmeier: Präsident der Elite und des kommenden Krieges.

Freitag, 17.2.2017. Eifel. Nun, lieber Bundesbürger: wir müssen reden. Über Sie, Ihre Kinder und den Krieg, in den die gesellschaftliche Elite uns gerade führt, den großen Kreuzzug für westliche Werte, der letztlich die ganze Welt umspannen soll, bis Konzerne auch den hintersten Winkel Chinas kontrollieren. Wir werden auch etwas länger reden müssen, setzen Sie sich also lieber hin. Reden wir erstmal … über den Krieg. Das geht schnell. Wie Sie vielleicht auch hatte ich eine gewisse – zugegebenermaßen verzweifelte – Hoffnung in diesen Donald Trump gesetzt. Klar, der wirkt eigenartig, ich weiß – aber die fortlaufende Eskalation mit Russland beunruhigte mich mehr als Mauern an der US-Grenze. Mit Clinton hätte ich an einer Fortsetzung der Kriegspolitik gerechnet – bei Trump gab es eine 10-prozentige Chance, dass er verrückt genug ist, sich gegen den laufenden Prozess zu stellen. Seit seiner Forderung, dass Russland die Krim „zurückgeben“ soll, ist diese Hoffnung vorbei. Der Zug läuft wieder wir seit Jahren auf die Vernichtung Russlands zu – und Sie werden noch sehen, dass Sie dabei eine zentrale Rolle spielen werden.

Können Sie sich noch an die Kuba-Krise erinnern? Die Welt stand am Rande des Abgrundes. Die Sowjetunion wollte Raketen auf Kuba stationieren, der Präsident Kennedy (ja: DER Kennedy, der später zum Heiligen werden sollte) drohte mit Versenkung der sowjetischen Schiffe und damit mit Weltkrieg. Die Sowjetunion gab nach: nur deshalb können wir hier noch miteinander reden. Ich möchte an Kuba erinnern, um Ihnen klar zu machen, was gerade geschieht: die Nato marschiert an der russischen Grenze auf, deutsche Soldaten stehen das erste Mal seit 1944 wieder in Litauen, US-Truppen sind auf dem Marsch Richtung Osten. Wäre Putin Kennedy, so müsste er jetzt mit der Bombadierung der Bahnlinien in Deutschland drohen, um eine vergleichbare Situation wie in Kuba zu vermeiden. Scheinbar ist Putin weiser als Kennedy, Trump aber nur ein weiterer Kandidat der Elite … also jener Kreise, die bis zum Hals in den Geldmitteln des Landes versinken, die ihnen zugeschustert wurden. Ja- ich spreche nicht von“verdient“, sondern von „zugeschustert“: die erschaffen kein Geld, die erhalten es von anderen, meistens vom Staat selbst.

Ach ja: Präsident. Wir haben jetzt auch einen neuen bekommen, der bald ins Amt kommt: Frank-Walter Steinmeier. Ich will gar nicht viel persönliches über ihn sagen: er ist halt ein Mensch mit Verantwortung – und alle Menschen mit Verantwortung machen Fehler … obschon sie bei uns so bezahlt werden, als würden sie keine machen. Zu den „Fake-News“, die er selbst – erst noch kürzlich – in die Welt gesetzt hatte, haben die Nachdenkseiten ausführliches berichtet: getürkte Arbeitslosenzahlen und willkürliche Setzungen bei der Beurteilung der Ukraine-Krise fernab jeglicher Realität sind sicher die bedeutendsten „Leistungen“ Steinmeiers in diesem Bereich, der ursprünglich während seiner Studentenzeit in ziemlich linken Kreisen verkehrte. Er ist nicht der erste Politiker, dem das Amt des Präsidenten zugeschustert wird – eigentlich läuft das schon oft so, Scheel, Rau, Wulff – alle kamen aus den Kreisen der politischen Elite, waren Ergebnisse der Pöstchenschieberei der Parteien, die mit Demokratie nicht mehr viel zu tun haben. Vielleicht war es auch der Moment, als er seiner Frau eine seiner eigenen Nieren spendete, der den Ausschlag gab, den Strippenzieher von Hartz IV ins höchste Amt zu befördern – es wirkt jedoch insgesamt mehr als ein strategischer Schachzug zur Sicherung der Groko über das Jahr 2017 hinaus.

Er ist aber der erste Präsident, der von einem deutschen Nachrichtenmagazin ganz offiziell zum Präsidenten der Elite gekrönt wurde – der Spiegel hat sich da deutlich positioniert:

„Steinmeier wird Bundespräsident, weil das Establishment es so will. Ja, stimmt. Er ist durch einen Deal der Parteichefs der Großen Koalition zum Kandidaten geworden, die Bundesversammlung wird ihn mit großer Mehrheit wählen. Na und?“

Na und? Wenn drei bis vier Leute bestimmen, wer das höchste Amt im Staat bekommt, erinnert das an die Wahlen, die Fürsten abhalten, um einen ihnen genehmen König einzusetzen. Wer daran nichts seltsam findet, muss wohl zu den Höflingen der Macht gehören. Gut – es verstößt nicht gegen das Gesetz … aber gegen den Geist des Gesetzes, dass solche informellen Machtballungen nie vorausgesetzt hatte, dass auch keine „Fraktionsdisziplin“ kannte sondern den freien, nur sich selbst verantwortlichen Abgeordneten wollte. Wissen die jungen Leute vom Spiegel wohl gar nicht mehr. Doch lauschen wir weiter:

„Höchste Zeit also für ein antizyklisches Loblied auf das Establishment.

Die Wahl von Frank-Walter Steinmeier, des Mister Establishment schlechthin, zum neuen Bundespräsidenten bietet dazu einen guten Anlass. Zum Glück gibt es Leute wie Steinmeier. Zum Glück gibt es das Establishment. Zum Glück gibt es Politiker, die wissen, was unsere westliche Welt im Inneren zusammenhält – und im Auftrag der Wähler einigermaßen verlässlich so handeln, damit sie möglichst nicht auseinanderfliegt.“

Ja – so einfach kann man Demokratie aushebeln. Da gibt es die guten Hirten, die wissen, was „unsere“ westliche Welt im Inneren zusammenhält – und dann gibt es uns da draußen, die dieser kleinen Hand voll auserwählter Herrenmenschen blind folgen sollen, denn sonst …. fliegt hier alles auseinander. Natürlich müssen wir damit leben, dass unsere Elite nicht sonderlich schlau ist, deshalb finden wir ja im selben Artikel auch folgenden Satz:

„Die Populisten beschwören stets den Untergang, in den die Eliten uns angeblich führen würden.“

Also: jenen Untergang, wenn alles auseinanderfliegt. Wer hat denn da – populistisch – den Untergang beschworen … wenn die guten Eliten uns nicht davor schützen? Der gleiche Mensch, der uns davor warnt, wenn andere den Untergang beschwören. Es gibt halt guten Untergang und schlechten Untergang. Aber … wir erfahren halt auch, was die Qualitäten der Elite ausmacht:

„Leute wie Frauke Petry, Nigel Farage, Alexander Gauland, sie alle sind seit vielen Jahren Outsider, ihre intellektuellen Kapazitäten, Netzwerke, ja, vielleicht auch ihr Glück, reichten nicht aus, um es im politischen Betrieb ganz nach oben in die Entscheiderebene zu schaffen.“

Wer in die „Entscheiderebene“ will, der braucht … Netzwerke. Intellektuelle Kapazitäten finde ich im Bereich der Hartz-IV-Empfänger genug, kann auf Wunsch einige Schicksale dort beibringen. Glück … sollte mit dem Besetzen von Entscheiderebenen im Sinne des Volkes nun überhaupt nichts zu tun haben, aber Netzwerke … nun: da kommen wir zum Kern des Ganze. Wissen Sie, was Netzwerke im Prinzip sind? Hinter diesem so schön gefassten Begriff verbirgt sich ein anderer: wie nennt man es denn sonst noch, wenn sich Menschen – auch aus unterschiedlichen Parteien und gesellschaftlichen Positionen – im Geheimen zusammenfinden um zum eigenen Vorteil zusammen zu wirken – jenseits der Augen der Öffentlichkeit? Ja, genau: Verschwörung. Darum werden die im Prinzip so harmlosen aber geistreichen Theorien über Verschwörungen ja so verteufelt, denn wie schon oft beschrieben ist es gerade diese Oligarchie von lang gewucherten Netzwerken, die unsere Demokratie erstickt, weil sich selbst täglich aufs neue beweihräuchernde Eliten zentrale Entscheidungen ganz allein unter sich auskungeln … ohne Rücksicht auf jene Menschen, die aus Anstand, Vernunft und Ethik vom „Netzwerken“ Abstand nehmen und lieber die offene Auseinandersetzung suchen, den freien Wettbewerb, das engagierte Ringen um die bestmögliche Lösung in voller Transparenz für die Öffentlichkeit, die den ganzen Zirkus bezahlt.

Welche Qualitäten haben denn eigentlich diese Eliten, außer im Geheimen (also: äußerst undemokratisch) für sich selbst den meisten Vorteil zu suchen? Schauen wir nochmal zum Trump hinüber, einen Mann, den unsere Eliten nicht mögen … weil ihre transatlantischen Netzwerke (die oft fruchbaren Autobahnen zum großen Geld) hinter den Kulissen mal wieder die übliche, monarchistisch anmutende Erbregel anwenden wollten, nachdem Präsidenten der USA immer und überall aus den alten Familien stammen sollten: Sohn Bush folgt Vater Bush, Frau Clinton folgt Herrn Clinton. Was finden wir da für Sätze in unseren „Qualitätsmedien“, die sich ja so sehr von den „Fake News“ abgrenzen wollen? Schauen wir nochmal in den Spiegel:

„Besonders aktuell ist die Frage nach dem Kontakt zwischen Trumps Leuten zu russischen Stellen im Wahlkampf. Dass es Kontakte gab, ist laut „New York Times“ ein Fakt. Die Berichte darüber sind allerdings recht nebulös. Weder ist klar, wer genau mit wem telefonierte, noch ob Trump oder Hillary Clinton überhaupt Thema in den entsprechenden Gesprächen waren. Offen ist zudem, ob jene Trump-Vertrauten, die angeblich mit Moskau sprachen, heute als Berater im Weißen Haus sitzen.“

Schon mal so einen Mist gelesen? Das ist „seriöser Journalismus“: wir wissen nicht, wer mit wem worüber telefonierte noch wo die Leute heute sind, aber das ist Fakt.

Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit – und das wird aktuell ganz offen demonstriert. Sie kennen das ja: die Kampagne gegen „Fakenews“, die aktuell auch von Steinmeier forciert wird. Was sind das eigentlich, diese „Fake-News“? Nun – jeder Witz basiert auf Fake-News. Ohne funktioniert er gar nicht. Witze gibt es schon seit Jahrtausenden, ohne das sich jemand darüber aufregt. Dann gibt es noch die üblichen Lügen – für die brauchte man keinen neuen Begriff. Und wenn Lügen gegen Menschen eingesetzt werden, ist das sogar üble Nachrede – und strafbar.

Lügen jedoch … müssen widerlegt werden. Das ist anstrengend und erfordert Diskussion, Offenheit und Transparenz – alles Gift für einen guten Netzwerker, der lieber hinter den Kulissen die Fäden zieht wie Steinmeier bei der Agenda 2010.

Und dann gibt es natürlich auch noch Gerüchte. Die können … müssen aber nicht wahr sein. Hier kommen wir in den Bereich der Arbeitswahrheiten, der Annahmen und Theorien – wie zum Beispiel der, dass der irakischen Präsident Atomwaffen baut. Oder es einen internationalen Kinderschänderring auf höchster Ebene gibt. Oder die USA weite Landstriche der Welt mit Uranmunition verseuchen, die scheußlichste Folgen für Neugeborene haben – ach nein, das ist ja kein Gerücht, das machen sie ja aktuell in Syrien wieder (siehe Spiegel) … und das obwohl sie wissen, wie sehr sie damit die Ungeborenen treffen. Dann nehmen wir eben das Gerücht, dass die Reichen sich insgeheim eigene Welten bauen wollen, um sich und die Beute ihrer Netzwerke fernab der ausgeplünderten Bevölkerung in Sicherheit zu bringen – wie ehedem die Raubritter sich auf ihre Burgen zurückzogen. Ach – das ist auch kein Gerücht (siehe Spiegel): der Traum von eigenen, schwimmenden Nationen für die, die es sich leisten können (weil sie ihre Mitmenschen mit erfolgreichem netzwerkeln erfolgreich hintergangen haben), wird gerade Wirklichkeit. Oder das Gerücht, dass deutsche Behörden Bürger dazu nötigen, „Gnadengesuche“ einzureichen, um illegal kassierte Bußgelder zurückzubekommen. Nein, das ist auch kein Gerücht, das ist deutsche Wirklichkeit (siehe rundschau-online, betraf 430 000 Autofahrer). Oder das Gerücht, dass unser Benzinpreis künstlich hoch gehalten wird, um die Elitenetzwerke weiterhin fürstlich versorgen zu können. Klar – auch kein Gerücht: das billige Öl schwimmt nutzlos in Riesentankern auf den Meeren und wartet auf Zeiten, bis man uns damit mehr Geld aus der Tasche ziehen kann (siehe diepresse).

Klar gibt es Lügen. Menschen tun das. Zum eigenen Schutz, zum Zwecke des Betruges, zwecks Erlangung von Vorteilen. Das ist nicht neu. Und sie verbünden sich auch gerne im Geheimen, um die sinnvolle Gewaltenteilung zu umgehen – dass ist ja das Gefährliche am „Establishment“, dass aus verständlichem Eigennutz auf den großen Griff in die Gemeinschaftskasse nicht verzichten will. Denken Sie nur an das Geburtstagsdinner von Ackermann, dem Ex-Chef jener „Deutschen Bank“, die angesichts von tausenden von Klagen wohl eher an organsiertes Verbrechen erinnert denn an seriöse Geschäftsleute. Da sitzen Politik, Banken, Konzerne, Medien und ihr Dienstpersonal an einem Tisch und reden … über irgendwas (siehe Netzpolitik.org).

Es gibt auch schlimme Gerüchte … so in etwa könnte man den Bericht der New York Times über Trump benennen … die Schaden anrichten sollen, weil sie Ängste schüren. Ja – die Brutkastenlüge war so etwas. Es gibt eine Seite, die solchen Gerüchten nachgeht und sei entlarvt (siehe Hoaxmap) aber leider nicht näher an die Quellen heranreicht: jene Roboter, die hauptsächlich für die Verbreitung solcher finsteren Gerüchte verantwortlich sind … und für deren Betrieb man viel Geld braucht (siehe swr), über das unsere erfolgreichen Netzwerker ja auch verfügen.

Ich möchte Ihnen auch einen kurzen Blick auf die moralischen Qualitäten unserer Netzwerke geben, unsere „Elite“, die uns so sicher durch die Welt geleitet, weil sie weiß, was uns im Inneren zusammenhält. Kinderarmut zum Beispiel, seit Jahren ein Thema – aber keinen interessierts (siehe Zeit). Statt dagegen vorzugehen … steckt man lieber Geld in die Arbeitslosenverwaltung, wo man richtig gut verdienen kann – mit Glück und entsprechenden Netzwerken. Ja – auf sechs Milliarden sind unsere Ausgaben für die von Steinmeier durchgepaukte Hartz IV-Verwaltung gestiegen (siehe biaj), trotz sinkender Arbeitslosenzahlen (angeblich … die Wahrheit sieht wohl anders aus) ist für die Arbeitspolizei immer mehr Geld da: grob geschätzt wären das pro Monat 100 Euro pro Arbeitslosen – Geld, das man durch tödliche Sanktionen wieder einspart, um letztlich Überschüsse trotz Kostensteigerung präsentieren zu können, die man perverserweise „Gewinn“ nennt. Ja – so denkt unsere „Elite“, die sich nicht scheut, erbärmliche Gerüchte über Arbeitslose in die Welt zu setzen, die nie im Hoax-Atlas auftauchen. Ja- Kai Diekmann von der Bildzeitung war auch bei Ackermanns Dinner dabei – und diese Zeitung war führend beim „Hate-Speech“ über die eigenen Mitbürger (siehe Nachdenkseiten) – die Folgen sind katastrophal (siehe die Arbeit von Professor Zick, Uni Bielefeld):

„Es scheint, dass hinter der Abwertung Arbeitsloser eine konventionelle Ideologie der Macht der Starken und der Nutzlosigkeit von Schwachen steckt.“

Und wie nennt man diese Ideologie noch? Na? Sozialdarwinismus, Kern jeder faschistoiden Philosophie, die große Lüge darüber, dass alle, die viel Geldmacht haben, diese vom Schicksal (Glück!) zurecht bekommen haben, während die übrigen … froh sein dürfen, wenn sie leben dürfen. Vielleicht brauchen wir bald auch „Gnadengesuche“ um Arbeitslosengeld zu beantragen – und vielen Bittstellern kommt das ja auch gerade so vor. Darum ist es in Ordnung, wenn die Elite (hier: Frau Kraft, SPD) Südamerikareisen für 129000 Euro macht (siehe rp-online) während kein Geld für Kinder da ist. So denkt halt … das „Establishment“.

Es denkt jedoch noch viel weiter – und das wird gerade vorbereitet (siehe Spiegel):

„Trump und Putin bedrängen die EU von außen, Populisten wollen sie von innen auflösen. Der britische Politikforscher Anthony Glees fordert im Interview, dass Deutschland zu einer „muskulösen Demokratie“ wird – und Europa führt.“

Diese Meinung hatte der Führer Adolf Hitler auch schon. Sie hat – aufgrund fleißiger Arbeit der Netzwerke des Establishment – inzwischen wieder Öffentlichkeitsreife erlangt. Man hätte diesen „hatespeech“ gegen Russland und die USA auch einfach … verschweigen können, aber nun können Sie sehen, wie die Netzwerke jener, die schon Hitler groß gemacht haben, wieder das neue großgermanische Reich predigen … und wer dagegen ist, ist „rechts“. Offen wird hier Angst mit „Fake-News“ gemacht – man denke nur an die o.g. Illusion der Achse „Trump-Putin“ – von der man jetzt aktuell wohl nicht mehr reden kann. Da wird ein Krieg vorbereitet: Deutschland als Führungsmacht Europas an den Fronten im Osten und im Mittelmeer:

„Dafür muss Deutschland eine muskulöse Demokratie werden. Es muss bei Weitem mehr Verantwortung für die physische Sicherheit Europas übernehmen, insbesondere in Osteuropa und im Mittelmeerraum.“

Das er die Masseneinreise von „Flüchtlingen“ gleichzeitig massiv kritisiert, hätte im letzten Jahr aus ihm selber noch einen Nazi gemacht – aber jetzt ist so eine Meinung salonfähig:

„Bisher hat Deutschland vor allem in einer Hinsicht geführt: Bei der Missachtung von Europas Grenzen, indem es seine Türen für mehr als eine Million Flüchtlinge und Migranten geöffnet hat.“

Ja, aber wenn man die Supermacht Deutschland fordert – mit dem Hartz-IV-Mr.Establishment an der Spitze, hinter verschlossenen Türen ausklüngelt von Netzwerken, die nicht durch Können, sondern durch Intrigen (ja: das ist auch ein Wort für „Netzwerken“) und „Glück“ an die Macht gekommen sind – und das für eine besondere Leistung halten, die sie sich exzellent bezahlen lassen – dann darf man auch die Masseneinreise von Migraten als Fehler eines „Hippiestaates“ geißeln.

Was heißt das nun für Sie?

Die Wahl Steinmeiers war ein deutliches Signal – für Hartz IV, für einen Krieg mit Russland … und den Kampf gegen den gewählten Präsidenten der USA.

Und das ist die Welt, die Sie Ihren Kindern hinterlassen, weil Sie nur den beängstigenden, bedrohlichen und gehässigen Fakenews der Regierung lauschen, die sich in einem gigantischen Abwehrkampf wähnt: gegen die bösen Arbeitslosen, die bösen Regierungskritiker, die bösen Supermächte aus dem Außen … man könnte meinen, das deutsche Establishment führt gerade „wir gegen den Rest Deutschlands und der Welt“ auf – und die Wahl Steinmeiers sollte zeigen, dass sie diese Aufführung nun gegen jeden Widerstand (alle „rechts“, auch die Linken) durchziehen wollen.

Ich kann Ihnen aber sagen, was das Establishment „im Innersten zusammenhält“: der feste, starke Griff nach Ihrem Geldbeutel, der in Zukunft noch brutaler werden wird.

Und wahrscheinlich dürfen ihre Kinder dann wieder dort bluten, wo schon der Uropa von Granaten zerfetzt wurde: im russischen Winter an der Ostfront – oder in der tunesischen Wüste beim Kampf für das glorriche Afrikakorps.

Und das ganze Volk singt dazu: „Deutschland geht es gut- und das ist ein Grund zur Freude“.

Der Weltkrieg und die kommende Dunkelheit

Freitag, 10.Februar 1017. Eifel. Ja, was haben wir nicht gerade für ein Chaos in der Welt. Riesengroße Kriegsgefahr wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Wie bitte? Das stimmt nicht? Alles friedlich, alles nur postfaktische Fakenews? Alternative Fakten? Dann bitte ich doch mal das Handelsblatt zu lesen:

„Wir haben seit Jahrzehnten keine so potenziell gefährliche weltpolitische Lage gehabt wie heute. Deshalb kommen auch mehr wichtige Entscheidungsträger als je zuvor nach München.“

Sagt: Wolfgang Ischinger, Oberhaupt der Münchener Sicherheitskonferenz. Ja: es sind Wirtschaftszeitungen, in denen noch mehr Wahrheit herüberkommt als in den „politischen“ Medien, die gerne auch über Kino, Videogames, Leibesübungen und Klatsch und Tratsch berichten – wie der einst renommierte „Spiegel“. Seltsam, dass eine solche Bedrohungslage nicht Gegenstand allgemeiner Diskussion wird, gerade im Wahlkampf sollte man doch dazu mal Stellung beziehen: erst recht, wenn wieder ein „starkes Europa“ gefordert wird, das gegen Trump und Putin bestehen soll.

Doch heute wollte ich mal nicht über „Politik“ reden. Viel zu viel wird da geredet, eine „Trump“-Kampagne von unglaublich antiamerikanischen Ausmaß hält alle in Atem, als wäre der Beelzebub persönlich auf die Erde gekommen … und nur der deutsche Meinungsmacher ist schlau genug, ihm Widerstand zu leisten. Spiegel-online rettet das Universum.

Ach ja: Universum. Haben Sie sich darüber schon mal Gedanken gemacht? Nein, nicht wahr? Komisch: das machen Menschen seit Jahrtausenden, die klassische alte griechische Philosophie ist voll davon … doch die moderne Philosophie meidet dieses Thema, schwafelt lieber über Geistiges. Ich habe da letztens was gefunden, was schon seit Jahrtausenden diskutiert wird (siehe Grenzwissenschaften):

In Unregelmäßigkeiten in der kosmischen Mikrowellenhintergrundstrahlung will ein internationales Astrophysikerteam erstmals auf der Grundlage direkter Beobachtungen Hinweise darauf gefunden haben, dass unser Universum ein gewaltiges und komplexes Hologramm sein könnte. Die Beweise für eine derartige Theorie seien nicht weniger stichhaltig wie jene bisheriger, sozusagen natürlicher Erklärungen auf der Grundlage etwa der Inflation – also der raschen Ausdehnung des Universums nach dem Urknall.

Man belästigt uns selten in der Tagesschau mit solchen epischen Dimensionen, in denen man über das Sein an sich reflektiert. Warum wohl? Nun: wahrscheinlich ist das Herrschaftswissen, das nur für wenige Eingeweihte vorgesehen ist. Dabei wäre das doch mal interessant: wir kämen – mal wieder – direkt in die Welt der platonischen Philosophie (und vieler Religionen), wonach diese Welt nur ein blasses Abbild jener Welt der „Ideen“ ist, die hier unten die Welt der Formen steuert. Wer würde denn noch fleißig arbeiten gehen, wenn er erfahren würde, dass er nur die blasse Gestaltwerdung eines Gedankens ist, der aus anderen Welten herüberweht? Wer würde noch den Tod fürchten, wenn Gewissheit herrschen würde, dass man nach Erlöschen der blassen Erscheinung zurück in präsentere Wirklichkeiten kehrt – in eine Welt, in der alle Menschen in der Idee (der Druckschablone, um in dem Bild zu bleiben) „Mensch“ hängen, alle erleben würden, wie war der indische Begriff des „tat twam asi“ … des Bekenntnisses dazu, dass alles eins ist und verbunden mit höheren Wirklichkeiten? Wie sollte man noch Kriege führen, wenn solche Wahrheiten flächendeckend Verbreitung finden?

Vielleicht wäre es das definitive Ende der „Bequemlichkeitsverblödung“ (siehe Focus), wenn die Medien in breiter Front die philosophische Diskussion anstoßen würden, die Menschen erkennen würden, dass „der Russe“, der „Putin“, der „Trump“ nur Wesen wie sie selbst wären. Frieden könnte einkehren … auch sozialer Friede, denn niemand würde mehr einen anderen Menschen leiden lassen, da: tat twam asi.

Doch heute … arbeiten Milliardäre lieber an anderen Unheimlichkeiten: der Erlösung der Mensch aus der „Matrix“. Nein – das holografische Universum hat wenig mit der Matrix zu tun, der Film- Trilogie um jene Helden, die die Menschheit aus einer Alptraumwelt (unserer Realität) befreien …. und in eine noch viel düsterere Realität bringen, in denen Roboter Menschen die Lebenskraft aussagen, um ihre Maschinen am Laufen zu halten … dass dürfen Sie jetzt nicht durcheinander bringen. Die Milliardäre geben ihr Geld dafür aus, uns in eine andere Welt zu bringen, unsere „Idee“ für immer und ewig in der Welt der Materie gefangen zu halten (siehe Standard):

„Leben wir Menschen in einer „Matrix“-ähnlichen Computer-Simulation? Glaubt man Tech-Milliardär Elon Musk ist dem tatsächlich so. Bereits im Juli sagte der Tesla- und SpaceX-Gründer, dass die Chance, dass wir nicht in einer Simulation leben bei „eins zu einer Milliarde“ liege. Doch nicht nur Musk teilt diese Ansicht, auch Analysten der Bank of America haben im September offiziell bekannt gegeben, dass die Chancen für ein „Matrix“-ähnliches Leben der Menschheit bei 50 Prozent liegt“.

Und die wollen jetzt unsere Gehirne mit Computern verschmelzen, um die Matrix dirigieren zu können. Für diese Forschungen ist Geld da. Denken Sie mal weiter: was würden solche Menschen wohl zu dem Phänomen „Krieg“ sagen? Nun – der ist egal, ist ja nur ein Illusion, diese ganze Welt. Ist wie eine Religion, die sich da entfaltet – eine dunkle, düstere Religion ohne gütigen Gott, die Maschinengötzen verehrt. Es muss eine irre Welt sein, in der die Milliardäre da leben – in einer Welt, in der man gleichzeitg vor künstlicher Intelligenz warnt – und Milliarden dafür ausgibt, sie zu erforschen (siehe Heise).

Überhaupt: die Forscher. Die sind jetzt ganz stolz darauf, das erste lebendige Mischwesen aus Mensch und Schwein geschaffen zu haben (siehe Focus). Man will gezielt Organe züchten, die man dann transplantieren kann. Natürlich wissenschaftlich absolut wichtig – für den Materialismus. Der eine sehr eigentümliche und historisch außerordentlich isolierte Philosophie des Todes zeichnet und den Tod als die völlige Vernichtung allen Seins darstellt, der es unter allen Umständen zu entgehen gilt. Mit dieser Philosophie kann man natürlich Weltkriege inszenieren und Scharen junger Männer in den Tod treiben, immer mit der Drohung: schießt Du nicht auf den Feind, erschießen wir Dich! Sogar der deutsche Sozialstaat hat ja dieses Muster inzwischen verinnerlicht: gehst Du nicht arbeiten, lassen wir Dich verhungern!

Ach – wo sind wir nun wieder gelandet. Wir wollten ja über den Weltkrieg reden – und die kommende Dunkelheit. Na gut: Dunkelheit haben wir ja schon. Habe heute erst privat über eine seltsame Beobachtung gesprochen, die mich seit Jahren beschäftigt. Hatte damals ein Buch eines Theologen (Rothkrantz 666) gelesen, der sich später zu einer führenden Figur des Rechtsradikalismus entwickelte (siehe Holocaust-Referenz). Gut – man denkt an einen paranoiden Wahn, wenn man den Ausführungen dieses Mannes folgen möchte … aber eins blieb bei mir hängen: nicht nur die dreifache Sechs in allen Strichcodes, sondern auch auf jedem Apothekenrezept. Habe heute draufgeschaut: die Zahl ist immer noch da, angeblich dient die „666 rl“ der Justierung von Scannern im Abrechnungszentrum (siehe Deutschesapothekenportal), aber hätte man da nicht einfach mal ganz harmlose Zahlen nehmen können … anstatt diese unheilige Kombination mit dem potentiellen Kürzel für „Reich Luzifers“? Immerhin sind wir im christlichen Abendland, da hat die Zahl eine gewisse Brisanz – nicht wegen Juden, Freimaurern oder den üblichen Verdächtigen, sondern wegen der Apokalypse des Johannes, der gruseligen Endzeit der Geschichte. Huch – da sind wir schon wieder beim Weltkrieg. Wäre trotzdem neugierig, wieso gerade diese Zahlen auf jedem Pharmarezept stehen.

Nun – kehren wir zurück in die Realität, weg von düsteren Zahlen, irren Forschungen und verrückten Propheten, hin zu der Welt der Wirtschaftsmagazine, in der Entscheider Informationen für Entscheidungen finden müssen – weshalb man dort wohl auch noch veritable Nachrichten auffindet. Was findet man da? Jenseits der „Deutschland geht es gut“-Propaganda einer Regierung, der die Realität so weit über den Kopf gewachsen ist, dass sie den Kopf nur noch in den Sand stecken kann, jenseits der Jubelmeldungen über gar keine Arbeitslosen mehr und Superexporte (man wundert sich, dass bei soviel Export überhaupt noch Ware im Land bleibt) findet sich Apokalyptisches in einem älteren Artikel, der jetzt nochmal veröffentlicht wurde: „Rettet den Kapitalismus vor den Kapitalisten“(siehe Manager Magazin):

„Laut Berechnungen des McKinsey Global Institute erwirtschaften mittlerweile 10 Prozent der weltweit gelisteten Börsenfirmen 80 Prozent aller Gewinne. Zwischen 1994 und 2013 ist in den USA der Anteil, den die Profite der 100 größten Aktiengesellschaften zum Bruttosozialprodukt beitragen, von 33 auf 46 Prozent gestiegen. Big Corporate rules.“

Wenn das Managermagazin schon Alarm schlägt … warum hört man davon nichts in der Politik? Gut, dass wir heute über Politik gar nicht reden wollten.

Und der Weltkrieg? Ist in vollem Gange. Nur ist es bislang ein anderer Krieg, als wir es gewohnt sind: Konzerne vernichten Staaten, ersetzen sie, die Vereinigten Staaten von Silicon Valley rücken immer näher – und wären mächtiger als die USA.

Ist Ihnen eigentlich klar, wieviel Geld da in wenigen Händen ist? Gut, über Geld redet man nicht … aber wir haben da trotzdem Zahlen, zum Beispiel von einem jungen Scheich aus den Vereinigten Arabische Emiraten (siehe Manager Magazin):

„Dank des Ölgeschäfts wird sein Familienvermögen aktuell auf über eine Billion US-Dollar geschätzt. Scheich Mansour selbst soll laut „Forbes“ derzeit rund 26 Milliarden US-Dollar besitzen.“

Die Familie hat mehr Geld als die zwanzig reichsten Menschen der Welt zusammen. Und es ist nur eine von vielen Familien. Was wäre … wenn die sich mal zusammenschließen, um die Welt zu verändern? Zu ihren Gunsten, versteht sich, denn Geld verdirbt den Charakter. Ihre Funktionäre, ihr reiches Dienstpersonal schließt sich ja schon zusammen, sogar hier in Deutschland haben wir seltsame Allianzen von Managern, Fußballern und Gesichtsfürsten aus den Medien (siehe Manager Magazin), wobei man sagen muss: so heterogen ist die Truppe gar nicht, wenn man sieht, wo die ihren kleinsten gemeinsamen Nenner haben … in dem großen Geld, dass hinter ihren großen Karrieren steckt. Auch im politischen Bereich gibt es da denkwürdige Allianzen und Verschwörungen (siehe Deutschlandfunk).

Eine Billion Dollar – das ist dreimal der Bundeshaushalt. Was könnte man damit die Wirtschaft ankurbeln. Ach ja: die reichen Saudis und ihre Kollegen waren jetzt nicht von Trumps Einreisestopp in die USA betroffen, sie sind zwar Hauptfinanziers des islamistischen Terrors … aber auch Brüder jener Mächte, die gerade den Kapitalismus zugrunde richten; den Kapitalismus, die Demokratie und den Staat an sich, den sie sich nur als als Exekutivorgan ihrer Interessen vorstellen können – und nicht mehr als freien Zusammenschluss freier Menschen. Warum denke ich jetzt eigentlich gerade daran, dass Schwarzfahren eine Straftat ist, die mit Gefängnis bestraft werden kann? Ebenso wie der Verstoß gegen die Krankenversicherungspflicht in den Knast führen kann, Angriffskriege gegen den Irak, Jugoslawien, Afghanistan und Mali aber nicht?

Undenkbar, solche Verschwörungen zum Schaden der Menschheit an sich? Ich fand da unlängst eine Arbeit, die überzeugend darlegte, wie selbst große Verschwörungen denkbar werden (siehe Grenzwissenschaften) … und dabei stieß ich auf einen Kernsatz, der mir im Konzernwesen beruflich oft begegnet ist – bei unterschiedlichen, global agierenden Konzernen: „need to know“ (also: das Minimum an Wissen, dass ein Mitarbeiter haben muss, um seine Aufgabe zu erfüllen, ohne einen Blick auf das Ganze zu bekommen), ein Satz, der das zentrale Element jeder erfolgreichen Verschwörung ist.

Da sind wir schon wieder bei der Tagesschau und dem Phänomen, dass Erörterungen des holographischen Universums dort überhaupt nicht vorgenommen werden – weil auch der Bürger inzwischen nur noch nach „need to know“ mit Informationen gefüttert wird. Der Manager muss wissen, dass die Kriegsgefahr groß wie nie ist – aber der Bürger doch nicht. Der darf weiter vom Reichtum durch Lotto träumen, ein Leben als Frühaufsteher und ordentlich freundlicher, sanfter Mitläufer führen … während intelligente Menschen eigentlich eher spät ins Bett kommen, fluchen und unordentlich sind (siehe Edition F).

So – sind Sie jetzt so verwirrt wie ich? Die Welt der Wissenschaft – schon seltsam, oder? So weit weg von dem, was unser „need to know“ ist . Wenn wir wüßten, dass Roboter für einen großen Teil fremdenfeindlicher Kommentare verantwortlich sind (siehe Nachdenkseiten) würden wir uns fragen, was denn dann die Kampagne gegen „Hatespeech“ soll? Sollte man nicht eher schauen, wer das Geld hat, diese Roboter zu bauen und das Geld dafür auf den Tisch zu legen? Wohin will man uns da eigentlich führen?

Und wer plant diese ekeligen Versuche mit dem Blut junger Menschen, das lebensverlängernd auf Körper und Hirnealte Mäuse wirkt (siehe New Scientist)? Nun – die tollen Ergebnisse dieser Studie wurden schon längst wiederrufen, sind nicht unser „need to know“ … könnten aber das Verschwinden so vieler Kinder erklären … und andere Hintergründe der „Kinderschänderringe“ erläutern, die durch unsere Presse geisterten. Unverantwortlich, solche Veröffentlichungen: ich frage mich ernsthaft, wer sich nun schon alles Kinderblut injizieren läßt, um 100 zu werden – mit viel Geld ist da vieles denkbar.

Der Weltkrieg – nun, der spukt in vielen Köpfen herum. Der Trump, der Putin, die Chinesen: auf der Klaviatur der Angst wird gerade bravourös gespielt – hauptsächlich von jenen, die immer vor Angstmacherei warnen. Und währenddessen … baut die Konzernwelt still und heimlich an einer dunklen Zukunft für die ganze Menschheit – und erobert sich eine Macht, die die Macht von Staaten weit übertrifft.

Staaten haben noch Atomwaffen? Und militärische Macht?

Nun – wir werden sehen, wem die Loyalität materialistischer Egoisten (unser Konsumentennormbild) gehört, wenn der Staat keinen Sold mehr zahlt … und der Konzern mit Milliarden winkt. Ein kleiner Staatsbankrott der USA – und die Welt kann morgen schon ganz anders aussehen. Mit ganz anderen „Nationen“ … die dann eher Google und Facebook heißen, oder Microsoft und Goldman Sachs.

Diese Visionen dürften jedoch für Wohlstandsverblödete gar nicht mehr zu verarbeiten sein – und außerdem übersteigen sie unser „need to know“, weshalb man sie jetzt Fakenews nennt.

 

 

 

 

 

Ohnmacht des deutschen Bürgers angesichts des Untergangs des Abendlandes?

Ohnmacht des deutschen Bürgers angesichts des Untergangs des Abendlandes?

Donnerstag, 16.1.2014. Eifel. Eine gute Nachricht für GEZ-Spender: endlich hat sich der Einsatz Ihres Geldes einmal gelohnt. Normalerweise subventionieren Sie mit ihren Beiträgen nur die Hofberichterstattung aus dem Kanzleramt oder befördern die Parolen von Partei und Wirtschaft – doch an manchen Monaten lohnt es sich, mal 17,98 Euro für eine 40-Minuten-Dokumentation auszugeben, obwohl man für das Geld auch einen Hollywoodblockbuster als Blue-Ray in Besitz nehmen könnte. Nun – Politik und Wirtschaft schleifen sich ihre „Journalisten“ normalerweise an privaten Journalistenschulen durch mehrjährige Probezeit und perfekter Gruppenkontrolle eng zusammen, um die zwei- drei Gestalten herauszusieben, denen man zutrauen kann, den Job im Sinne der Allianz von Regierung und Lobbyistenverbänden zu machen – aber manchmal kommt man immer noch nicht daran vorbei, zur Verblüffung der Öffentlichkeit Fakten zu präsentieren, die einem Normalbürger den Atem rauben würden. Darum sendet man so etwas ja auch um 22.45, wo der normale Bürger schon längst – wie ich – im Bett liegt.

Der Bericht kam am 13.1.2014 – wie gesagt, viertel vor Elf – im ARD als Beitrag der Reihe „Die Story im Ersten: Geld regiert die Welt„. Man erfährt dort etwas über Blackrock, den größten Finanzinvestor der Welt. 4 Billionen Euro beträgt sein Anlagevolumen – mehr als das Bruttoinlandsprodukt des deutschen Staates. Man erfährt, dass es nur noch 174 Firmen sind, die die gesamte Weltwirtschaft kontrollieren – eine überschaubare Menge, deren Chefs sich regelmäßig zu „Incentives“, Schulungen und Fortbildungen treffen, oder beim Gedankenausstauch beim Essen, beim Golf, auf dem Wohltätigkeitsball, dem Presseball oder der Oper.

Nein – das erwähnt der Film nicht, er pocht darauf, dass es keine Verschwörungen gibt – die Schulung der Journalisten durch private Träger macht sich halt bezahlt. Ich kenne Treffen dieser Art aus der Pharmaindustrie – sie finden auch auf niedrigem Level statt: zum Beispiel als Arbeitstreffen der Außendienstleiter jener Unternehmen, die öffentlich als harte Konkurrenten in einem Verdrängungsmarkt auftreten, sich aber nicht scheuen, gezielt Verabredungen zur besseren Kontrolle der Mitarbeiter zu treffen … und sich regelmäßig über Bewerbungen austauschen, die sie aus dem jeweils anderen Hause bekommen. Konzerne und Anteilseigner verdienen enorm bei diesem Geschäft.

Würde ich diese Treffen nicht kennen, so würde mir die Aussagen, dass der Chef von Blackstone „bestens vernetzt ist“ nicht weiter auffallen, so jedoch weiß ich, wie das System der „kleinen Gefälligkeiten“ funktioniert, das letztlich auch in Aufsichtsratsposten oder gut dotierten Beratertätigkeiten mündet. Es ist schon niedlich zu sehen, wie der Film versucht, jegliche Verschwörungsgedanken beiseite zu drängen, dann aber auf die vielen guten Beziehungen dieses Chefs bis hinein in die Spitzen der EU zu verweisen.

Warum investiert der Chef von Blackrock überhaupt in so ein Netzwerk … wenn er keinen Gewinn daraus ziehen kann?

Die Wirkungen dieser Beziehungen erfahren wir in Deutschland sehr schnell: kommt die Regierung auf die Idee, mal der Machtausdehnung der Finanzwirtschaft Grenzen zu setzen, liest man in den Wochen danach mit schöner Regelmäßigkeit von Massenentlassungen der DAX-Unternehmen, an denen Blackrock beteiligt ist: so steuert man Wirtschaft.

Zu weit gedacht?

Wikipedia beschreibt die Mechanismen anschaulich:

Blackrock investierte im Januar 2013 80 Millionen Dollar in Twitter (und macht den Dienst somit rund sieben Prozent wertvoller als Ende 2011). Insgesamt werde Twitter dadurch nun mit neun Milliarden Dollar bewertet, schreiben die Nachrichtenagentur Reuters und die britische Financial Times unter Berufung auf Insider

Eine Investition von noch nicht mal einem Prozent führt zu einem Wertzuwachs von sieben Prozent. Man stelle sich mal vor, was einem Unternehmen droht, wenn Blackrock sich mit lautem Getöse aus ihm zurückzieht: das wird kein angestellter Manager riskieren, weshalb die vielen Dax-Unternehmen den Teufel tun werden, sich dem Investitionsgiganten zu wiedersetzen … zumal der auch gute Beziehungen zu Ratingagenturen hat – was die Regierungen der Welt zusätzlich sehr vorsichtig weden läßt. Griechenland, Spanien, Italien und Portugal können ein Lied davon singen, was geschieht, wenn man sich den Zorn dieser Agenturen zuzieht.

„Netzwerken“ ist halt kein Selbstzweck, der aus Langeweile geboren wird, sondern der strategische Griff zur Macht in demokratisch geordneten Gesellschaften. Es gibt auch einen realeren Begriff dazu, der beschreibt, was beabsichtigt ist: Bandenbildung. Das organisieren sich Räuberbanden, die erfolgreich durch die Lande ziehen und Beute machen.

In der Dokumentation des ARD kommt auch Max Otte zu Wort, der dem Bürger klar sagt, wo er sich befindet: in einem Krieg der Wirtschaftssysteme. Der angelsächsische Raubtierkapitalismus gegen die soziale Marktwirtschaft in Europa.

Was geschieht, wenn die Angelsachsen gewinnen, beschreibt Herr Otte anschaulich: eine neue feudale Kaste entsteht, neue „Cäsaren“ erobern die Welt – mit Geld, das ihnen gar nicht gehört, von dem sie aber immer mehr für sich abzweigen.

Wer unter die Räder kommt? Nun – der Bürger, der in der ARD-Doku oft genug zu Wort kommt: als Mieter, der in verrottenden Gebäuden wohnt, die nur noch dem Kapitalgewinn dienen, als Arbeitnehmer, der zusehen muß, wie „seine“ Firma zugunsten des Kapitalgewinns zerschlagen wird – gefehlt hat nur noch der Obdachlose, der die Krönung der Renditeschneiderei um jeden Preis darstellt. Die USA haben genug davon.

Laurence Fink – so heißt der Chef von Blackrock – ist in 9 Daxunternehmen der größte Einzelaktionär, fünf Prozent hält er von der deutschen Bank (siehe Deutsche Bank). Wenn man sieht, wie er Twitter mit einem Prozent Investment genutzt hat, kann man sich vorstellen, was er mit 5,14 Prozent für einen Schaden anrichten kann – den kein Vorstand überleben würde.

Es lohnt sich, einen genaueren Blick auf die Deutsche Bank zu werfen, die laut Spiegel zu den „vier gefährlichsten Banken der Welt“ gehört. Kein Wunder: mmnews verweist unter Bezugnahme auf einen Auszug des Geschäftsberichtes der Deutschen Bank im vierten Quartal 2012 auf homment.com auf die unvorstellbare Summe von 55 Billionen Euro Derivatevolumen.

Was waren noch einmal Derivate? Der Spiegel hilft beim Erinnern:

Komplexe Wetten

Derivate sind Finanzinstrumente, mit denen man auf die Entwicklung von Preisen, Kursen oder Indizes wetten kann. Mit geringem Kapitaleinsatz lässt sich so viel Geld gewinnen. Oder viel verlieren. Allerdings ist das Geschäft oft undurchsichtig: Während die Banken die mathematischen Formeln ihrer Produkte kennen, tappen die Kunden meist im Dunkeln.

Wetten … kann man auf alles. Auch auf den Untergang des Abendlandes. Das erzeugt hohe Wellen in der Bilanz, der Gewinn könnte enorm sein und macht sich heute schon gut in jenen Geschäftsberichten, in denen er schon jetzt als Sicherheit hinterlegt ist (in der Art hat die Hypothekenkrise der USA die Weltwirtschaft zerrüttet) … wer den Gewinn nach Untergang in welcher Form auszahlen soll, bleibt fraglich, interessiert aber in Wirklichkeit keinen Spekulanten, der auch ohne Erfolg seine Abschlußprovision bekommt.

Das sind die Verhältnisse, denen sich die Bürger demokratischer Rechtsstaaten ausgesetzt sehen … sehen würden, wenn man sie regelmäßig darüber informieren würde – was schon mal nicht geschieht. Nicht umsonst braucht man einen Kurs Wirtschaftsenglisch, um die Geschäftsberichte der Deutschen Bank lesen zu können – und wahrscheinlich auch ein paar Semster Finanzwirtschaft und Buchführung, um sie dann auch zu verstehen.

Doch selbst wenn es gelänge, genügend Bürger zu  mobilisieren, die verstehen, das wir nicht nur auf dem Vulkan tanzen sondern sogar schon auf der Innenwand heraubrutschen … was wäre zu tun, um das unvermeidliche aufzuhalten?

Selbst wenn es einem Land gelänge, sich aus dem System heraus zu ziehen – einem System, dass Millionen von Gewinnern hat, die von den Verlusten der Milliarden super profitieren: es wäre nicht mehr geschäftsfähig, besäße in einer durch und durch vernetzten Warenwelt kein akzeptiertes Zahlungsmittel mehr, mit der es seine Nahrungsmittel importieren könnte, seine Rohstoffe und seine technischen Spielereien.

Zur Abschüttelung des Bankenjochs müßte das Volk bereit sein, auf das Versorgungsniveau des 19. Jahrhunderts zurück zu fallen – was angesichts der massiven Verstädterung der Bevölkerung undenkbar ist: die ständig wachsenden Stadtbevölkerungen sind die Geiseln des Finanzkapitals. Sie kann man mit noch so viel Selbstversorgergemüse nicht durchfüttern – noch gäbe es jemanden, der eine solche Versorgung insgeheim im Vorfeld organisieren könnte. Geheim müßte das schon sein, damit die Fonds nicht mitbekommen, dass sich da ein Land aus der Lohnsklaverei verabschieden will – in die sich das kommunistische China gerade freiwillig begibt.

Vielleicht sollten wir aber mal auf Max Otte hören – der ein großer Fan des Philosophen und Historikers Oswald Spengler ist, dessen größtes Werk der 1918 erschienene Untergang des Abendlandes war. Wikipedia faßt hier die wichtigsten Momentes Untergangs kurz zusammen:

Den späten Zustand der Zivilisation charakterisiert nach Spengler:

  • das Greisenhafte statt des Jugendlichen, Geschichtslosigkeit,
  • Künstlichkeit und Erstarrung aller Lebensbereiche,
  • Herrschaft der anorganischen Weltstadt anstelle des lebensvollen bäuerlich geprägten Landes,
  • kühler Tatsachensinn anstelle der Ehrfurcht vor dem Überlieferten,
  • Materialismus und Irreligiosität,
  • anarchische Sinnlichkeit, panem et circenses, Unterhaltungsindustrien,
  • Zusammenbruch der Moral und Tod der Kunst,
  • Zivilisationskriege und Vernichtungskämpfe,
  • Imperialismus und die Heraufkunft formloser Gewalten.

Man mag nun zu Spengler stehen wie man will – vor allem sein Idealstaat ist mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung nicht zu vereinbaren – Fakt bleibt, dass er einige Entwicklungen richtig vorausgesagt hat. Und schaut man sich den „späten Zustand der Zivilisation“ (die Spengler als Gegenteil von Kultur ansieht) an, dann sieht man, wie gut sie unseren deutschen Alltag beschreibt.

Nach dem Übergang der Kultur in Zivilisation verschwindet allmählich die gesamte kulturfähige Bevölkerung, indem sie in den Vernichtungskriegen der Zivilisationskrise sich selbst zerstört bzw. durch einen Drang, nur noch als Individuum zu existieren, die Produktion von Nachkommen vernachlässigt.

Der Drang, nur noch als Individuum zu existieren, ist seit dem Beginn des kalten Krieges gezielt in die Bevölkerung implementiert worden (siehe Frank Schirrmachers Werk Ego) und auch heute noch Bestandteil jeglicher Werbung und jeglichen Unterrichtes – und führt dazu, dass „Selbstversorgertum“ in höchsten Tönen gelobt wird … dabei stellt es nur einen hilflosen Reflex des egoistischen Individuums gegen den Untergang des Abendlandes durch „formlose Gewalten“ dar, die sich derzeit mit dem fast dreissigfachen Wert unseres Bruttoinlandsproduktes in den Bilanzen der größten Bank Deutschlands niederschlagen.

Und jetzt verlangt man ernsthaft von diesem Individuum, das es sich ALLEIN gegen eine möglicherweise zyklisch wiederkehrenden Untergang wendet – gegen formlose Gewalten, die ein vielfaches der Leistungsfähigkeit seiner ganzen Volkswirtschaft präsentieren?

Auch eine Million dieser Egomanen wird das nicht zustande bringen, weil sie nicht mehr in der Lage sind, schlagkräftige Armeen zu bilden – darum bilden ja auch „Survivalseminare“ den Höhepunkt ihrer politischen Aktivität.

Andere investieren – aus dem gleichen Hintergrung – in Fonds von Black Rock, die viel Rendite versprechen.

Man schaue sich auch an, was Spengler von uns erwarten würde, würden wir uns mit aller Macht dem Untergang entgegen stellen wollen: Abwendung vom Materialismus, Hinwendung zum Religiösen, Zerstörung der großen Städte zugunsten einer ländlich geprägten Kultur, Rettung der Moral, Lebendigkeit und Ehrlichkeit in allen Lebensbereichen – möglicherweise würde er sogar Uhren, Prostitution und Fussball verbieten wollen … ungeheuerlich. Wo wir doch gerade mit Berlin eine eigene deutsche anorganische Weltstadt bauen, deren Auswirkungen auf die Sozialkultur durch Hartz IV und allen damit verbundene Dimensionen treffend zum Ausdruck kommt.

Wir bräuchten eine straff organisierte, hoch disziplinierte Truppe von Kulturrebellen, die den Wert der Überlieferung schätzen, den Wert des Religiösen erkennen und den Materialismus verachten, die die Inszenierungen von Brot und Spiele als dekadent von sich weisen, anarchise Sinnlichkeit als tierisch ablehen, die Lebensfülle (und Erlebensfülle) kühlem Tatsachensinn vorziehen und zum flächendeckenden Rückbau von Großstädten aufrufen – musikalisch hieße die Parole: Beethoven statt Bohlen, Oper statt Popkultur.

Manchmal sehe ich diese Truppe aber trotzdem wirken. Gelegentlich musizieren sie in den Jobcentern, Wartehallen und U-Bahnen dieser Welt – mit erstaunlichem Erfolg.

So müßte die Armee aussehen, die sich der größten Aufgabe der Geschichte stellt: zum ersten Mal den Zyklus des mechanischen Aufstiegs und Abstiegs von Hochkulturen aufhalten – mit zwanzig Euro Taschengeld und der gebrauchten Geige gegen 639 Billionen weltweitem Derivatevolumen – anderen Quellen zufolge sind es 1 500 Billionen.

Nun – eine Clown-Armee gibt es schon … mit beeindruckenden Erfolgen:

Auf dem bundesweiten Vernetzungstreffen gegen Studiengebühren auf dem Bochumer Uni-Campus am 14. April 2007 wollte die Polizei die Personalien aller anwesenden Personen aufnehmen. Nach verschiedenen Aktionen wie einem Clown-Marsch durch die Polizeiabsperrungen, dem Einkesseln der Beamten oder Anschleichübungen verloren die Polizisten den Überblick und brachen die Aktion nach zwei Stunden ab.

In Deutschland ist diese Armee jedoch schwer zu formieren … Clowns verstoßen gegen das Vermummungsverbot.

Na – dann bleiben wir lieber ohnmächtig, oder?

Angesichst der finanziellen Übermacht des Feindes wäre der Hang zu sofortigen äußerst devoten Unterordnung mehr als verständlich … und wir merken ja erst ein paar Jahre später, das am Ende des Rutsches entlang der Innenwände des Vulkans, auf dem wir so lange so schön tanzten vernichtend heiße, glühende Lava auf uns wartet, sprich: Zivilisationskriege und Vernichtungskämpfe, wie sie zu Zeiten des Untergangs des Abendlandes gang und gäbe waren … die ersten beiden Weltkriege haben wir schon hinter uns gebracht – ohne bisher überhapt auch nur im Ansatz zu verstehen, warum sich zivilisierte Länder so an den Kragen gehen und Demokratien Atombomben auf Zivilisten werfen.

Zu warnen ist vor Aktionen wie sie mir selbst vorschweben: ein freundlich lächelndes Gesicht oder eine Blume auf Geldscheine zu malen, um dem Mammon ein freundliches Gesicht zu geben. Gemäß Amtsgericht München Az: 233 C 7650/10 brauchen Geschäfte diese Scheine nicht anzunehmen.

Aber wer weiß: vielleicht finden die Geschäfte das ja auch gut?

Und vielleicht finden sich Bürger, die mal einen Schein riskieren können?

Und vielleicht formieren sich diese Bürger sogar zu einer Bewegung – als Teil von etwas ganz Großem, das zum ersten Mal die historische Notbremse zieht?

Das Internet gäbe uns die Möglichkeit dazu – und nur unser Drang, nur noch als Individuum zu existieren, hält uns davon ab, das durchzusetzen.

Wir können natürlich auch darauf hoffen, dass am Grunde des Vulkans ein warmes Meer aus bunten Blüten auf uns wartet. Ich möchte da aber lieber das von Spengler entliehene Lebensmotto des Max Otto zitieren:

Optimismus ist Feigheit … oder einfach nur Flucht vor der Realität.

Regierung und Wirtschaft in Deutschland wissen das – sie sind schon seit vielen Jahren sehr optimistisch.

PS: anbei noch einmal ein anschauliches Beispiel einer erfolgreichen Aktion … organisiert durch einen Radiosender. Solche Sender brauchen wir bei uns auch. Wir arbeiten hier täglich daran. Versprochen.

 

 

 

 

 

Status Quo in diesem unserem Land und Wege aus der Lethargie

von Christian Carls im November 2013 (christian.carls@gmx.de)

Die Bundesrepublik Deutschland im Spätherbst 2013. Der Bundespräsident a.D. steht vor Gericht wegen der lächerlichen Summe von 753,90 €, die er sich auf einem Besuch des Oktoberfestes vor vier Jahren von einem befreundeten Filmproduzenten geliehen hat.

Die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewinnt 1:0 in Wembley gegen England, die Koalitionäre in Berlin streiten in immer längeren Verhandlungen über die Einführung einer PKW-Maut für Ausländer bzw. für alle Autofahrer und die Gesellschaft regt sich darüber auf, dass ausländische Geheimdienste ihrer eigentlichen Bestimmung nachgehen…zu spionieren.

Die Stimmung des Bundestagswahlkampfes, sollte es je eine gegeben haben zwischen „Stinkefinger-Peer“, „Grabscher-Brüderle“ und „Allgemein und unverbindlich Merkel“, ist längst verpufft und einer schleichenden aber doch fühlbaren Lethargie gewichen.

Hat dieses Land keine anderen Probleme über die es sich zu streiten, zu debattieren und die es anzugehen lohnt?  Nahezu ein Viertel  der deutschen Bevölkerung lebt in der Nähe, an oder sogar unterhalb der Armutsgrenze. Die Auswirkungen der Agenda 2010 und das menschenverachtende „Forder- und Förder-Instrument“ Hartz IV sind allgegenwärtig und doch wird dieser offensichtliche Missstand schweigend hingenommen. Die Alternative  seitens einer Regierung, ganz gleich aus welcher Koalition oder aus welcher Mehr- oder Minderheit sie bestehen wird, heißt „gesetzlicher Mindestlohn“. Dabei wird noch zwischen einer Anhebung für den Osten und für den Westen unterschieden. In meinen Augen ein untrügliches  Zeichen,  wie es um die Deutsche Einheit und die Chancengleichheit 24 Jahre nach dem Mauerfall bestellt ist. Die Erhöhung beträgt im Maximalfall 1,40 € pro Stunde. Dies wird der Bevölkerung als soziale Gerechtigkeit verkauft und allgemeiner Applaus für die gönnerhaften Politiker wird erwartet. Gleichzeitig soll Hartz IV um im besten Fall 50 € pro Monat erhöht werden. Dafür werden neuerdings die Aktivitäten von Beziehern der Grundsicherung auf dem zweiten bzw. dritten „Arbeitsmarkt“, genauer bei eBay, strengstens überwacht. Natürlich regen sich im selben Atemzug alle Berufenen über Ausspähaktivitäten der Amerikaner und Briten auf, wenn aber Vater Staat bzw. die Arbeitsagentur Big Brother spielt ist das Teil der „sozialen Gerechtigkeit“ und ganz im Sinne des Forderns und Förderns….

Gefördert werden in diesem Land die Wohlhabenden und die Superreichen, die 80-90 % des sich im Umlauf befindlichen Geldes besitzen, dies aber durch Anlagestrategien nicht in den Geldkreislauf zurückgeben. Dort gehen dem Staat Millionen von Geldern verloren bzw. werden ihm bewusst vorenthalten und nicht durch vereinzelte eBay Verkäufe, um sich zusätzlich zur lange nicht ausreichenden Grundsicherung etwas dazuzuverdienen.
Grundsicherung, dieser Begriff ist mehr als irreführend…Wer kann denn im Ernst glauben, dass man mit 382 € im Monat auch nur annähernd ein Leben führen kann, welches in diesem unseren Land als menschlich und gesellschaftlich partizipierend angesehen wird? Sicher muss niemand verhungern oder auf der Straße bei Kälte erfrieren. Niemand? Auch hierüber gibt es Statistiken und die Dunkelziffer derer, die im wahrsten Sinne „nicht gesehen“ werden, ist wie so oft sicher um ein Vielfaches höher. Um es mit einem Zitat des Berliner Liedermachers Reinhard Mey auf den Punkt zu bringen: „Ist das nicht eine Schande…? In diesem unseren Lande…“.

Jedoch ist das Sterben aufgrund Hungerns oder Kälte wohl kaum die Maßgabe eines Systems, welches sich selbst den Titel „Sozialstaat“ verleiht, es erinnert vielmehr an längst vergangene Zeiten. In einem Land der Dichter und Denker sollte niemand unterhalb eines gewissen Standards leben müssen, bei all dem Reichtum, der von einer Minderheit angehäuft wird, muss auch Platz für die Schichten der Gesellschaft sein, die bisher allenfalls als Sündenböcke herhalten und auf die sich nur zu leicht die Ängste und Vorurteile der restlichen Bevölkerung projizieren lassen.
Dies ist nicht nur eine theoretische Beobachtung, es ist längst Realität…Wie viele Menschen sieht man heute im Vergleich zu vor ein paar Jahren, die Flaschen sammeln und dies längst nicht mehr auf Großereignissen sondern in ganz normalen Wohngegenden und das Tag für Tag. Nicht wenige schieben einen Einkaufswagen vor sich her und haben die unterschiedlichsten „Werkzeuge“ um Flaschen aus Glascontainern zu fischen. Dieser Anblick berührt die meisten Menschen, aber entsetzt er sie auch? Führt dieses krasse Beobachten der Armut zu einem Handeln, zu einem Umdenken oder auch nur zu einem Überdenken der Verhältnisse in diesem Land? Nein bisher nicht….
Die Menschen drehen sich um, gehen weiter ihren Weg und sind froh, dass sie nicht im Glascontainer fischen. Ich bin sicher, den meisten Menschen, die beim Flaschen sammeln beobachtet werden, ging es mal genauso.

Die Linke hat im BT-Wahlkampf diesen krassen Umstand zum Thema auf Wahlplakaten gemacht. Dort war der Slogan „Weg mit Hartz IV – Gerechtigkeit statt Flaschen sammeln“  zu lesen. Gebracht hat es freilich wenig. Aber wo liegt der Grund? Ich kann mir das nur mit einer allgemeinen Lethargie erklären und einer immer mehr um sich greifenden Politikverdrossenheit in der deutschen Bevölkerung. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben die Menschen gelehrt, dass die Machteliten in Berlin um sich selbst und höchstens noch um finanz-, das heißt überzeugungsstarke, Lobbyisten kreisen. Sie sind rein selbstreferentiell und haben sich längst von den Bedürfnissen und dem Willen des Souveräns in unserer Demokratie, dem Willen des deutschen Volkes, abgewandt. Diese Haltung führt bei den Menschen zu einer „was kann ich schon ändern“ Einstellung und genau dies ist,  was dieses Land in Lethargie verharren lässt. Vergleichbar mit dem Verhalten von Tieren, die sich bei Bedrohung einfach totstellen und warten bis die Gefahr vorüber ist.
Im Falle der BRD wäre vielleicht die Taktik „Angriff ist die besten Verteidigung“ das Mittel der Wahl. Dies ist nicht als Aufruf zu Revolten zu verstehen, vielmehr zielt es auf die Mobilisierung der Bevölkerung zur Bekämpfung, zu Beeinflussung und schließlich zur Beseitigung der sozialen Missstände ab.

In jedem anderem Land der Europäischen Union geht das Volk für seine eigenen Rechte auf die Straße, wird sich gegen die Entscheidungen der Exekutive mit aller dem Volk zur Verfügung stehenden Macht gewehrt. Dabei kommt es nicht selten zum Schulterschluss sonst sehr unterschiedlicher Gruppen bzw. Verbänden. Im Gegensatz dazu demonstrieren in der BRD wochenlang Menschen gegen die Tieferlegung bzw. gegen den Umbau eines historischen Bahnhofes und den Schutz einer seltenen Käferart. Daher nochmal meine Frage: Gibt es keine anderen Probleme?  Wo ist die Solidarität der Menschen untereinander,  die Zusammenarbeit der Gewerkschaften und sozialen Verbände, der politischen Kräfte in diesem Land, die eine Verbesserung für 20 Millionen Menschen, Tendenz stark steigend, und dadurch eine gesamtgesellschaftliche Veränderung herbeiführen kann? Sie bleibt aus….es bleibt bei Treffen von Netzwerken,  die immer  unter sich bleiben und bei vereinzelten Demonstrationen,  oft ohne jede Wirkung..

Am Beispiel der Netzwerke, die sich  für die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) einsetzen, ist die Machtlosigkeit und Ohnmacht solcher Initiativen, bei aller Wertschätzung des Engagements, sehr gut zu beschreiben. Letztes Wochenende traf sich in Köln das BGE-Netzwerk der Region West. Das Netzwerk insgesamt  erreicht nach eigenen Angaben über einen E-Mail-Verteiler rund 3000 Personen. Man traf sich in einem kleinen Raum in Köln und es kamen neun Personen, davon einer erst kurz vor Ende.
Darunter waren  zwei Teilnehmer aus dem Raum Köln. Der Rest setzte sich aus Aktivisten aus dem Saarland, dem Kreis Aachen, Wuppertal und Duisburg sowie dem Rhein Main Gebiet zusammen. Der Ablauf einer solchen Veranstaltung trägt sicher zur Information der Anwesenden bei und führt zu manch nachhaltigen Diskussionen und einem schicken  Protokoll, welches über den E-Mail-Verteiler der abwesenden Mehrheit des Netzwerkes zugeführt wird.  Aber die Essenz,  der Spirit solcher Treffen ist gleich null genau wie die Relevanz zur Umsetzung der Idee des BGE. Man bleibt unter sich und unterhält sich mit Menschen, die der Idee zwar wohlgesonnen aber zum Teil nicht zum gemeinschaftlichen Handeln dafür bereit oder in der Lage sind. Dieser Umstand wird aber nur von einer Minderheit der schon wenigen Anwesenden wahrgenommen. Im Gegenteil, es wird sich noch über die bewusste Ignoranz der Medien bzgl. des Themas BGE beschwert. Dieses allgemeine Lamentieren über die Steuerung der öffentlichen  Meinung seitens der Medien ist ein nur zu gern genommenes Argument zur Deckung der eigenen Unfähigkeit, wirklich etwas zu verändern oder wenigstens eine Veränderung anzustoßen. Um die Medien dazu zu bewegen, über etwas zu berichten, muss man die öffentliche Meinung hinter sich bringen, eine Öffentlichkeit schaffen,  die nicht ignoriert werden kann. Dies schafft man nicht durch immer wieder stattfindende interne Treffen,  die sich im Ergebnis fast deckungsgleich überlagern und zwangsläufig zu einem nächsten und übernächsten Treffen der oft sehr überschaubaren Personenkreise führen. Um eine Idee im wahrsten Sinne unter das Volk und in die öffentliche Diskussion zu bringen, muss man die Öffentlichkeit wachrütteln und auf diese Idee aufmerksam machen. Dies hat nichts mit der Verbreitung von radikalen Ideen oder obskuren Theorien zu tun. Wenn es die AfD innerhalb von knapp zwei Jahren schafft,  mit einer sehr fragwürdigen Strategie zur Absetzung des Euro und zur Rückkehr zur D-Mark aus dem Stand bei einer bundesweiten Wahl 4,7% zu erreichen,  dann sollte dies doch mit einer Idee, die mindestens einem Viertel  der Bevölkerung eine maßgebliche Verbesserung der Lebensverhältnisse ermöglicht, genauso zu erreichen sein. Die AfD dient in diesem Zusammenhang lediglich als Beispiel,  was  mit guter Öffentlichkeitsarbeit und der Besetzung von Interessen der Öffentlichkeit innerhalb relativ kurzer Zeit gelingen kann.

Diesen Weg muss auch die Initiative BGE gehen, hin zu einer Ein-Themen-Partei zur Bündelung aller Kräfte für  die Einführung dieses Instruments zur Rückerlangung einer wirklichen sozialen Gerechtigkeit in der BRD. Hinter dieser Partei müssen sämtliche die Interessen der wirtschaftlich Schwächeren schützenden Gruppierungen wie bspw. Attac oder Sozial- und Kirchenverbände inhaltlich stehen.  Vergleichbar mit einer Pyramide, die von einem breiten Unterbau ihre Kraft zieht und so bis in die Spitze vordringt und durch diese öffentlich wie politisch vertreten wird.  Mittelfristiges  Ziel muss die Teilnahme an der Bundestagswahl 2017 sein,  also von heute an knapp vier Jahre Zeit zur Bildung und zum Ausbau einer Basis und eines wirklich funktionierenden Netzwerkes und eines Bündnisses,  das wirklich handlungsfähig ist und auch nicht vor der politischen Auseinandersetzung mit den etablierten Parteien zurückschreckt. Mit der Initiierung eines BGE würde man 80 % der sozialen Probleme in der BRD lösen können. Die Kosten, die eine solche Einführung verursachen würde (ca. 1 Billion € / Jahr) könnten durch eine Erhöhung der Einkommen-, Körperschaft-,  Vermögen-  sowie der Erbschaftsteuer und durch den gleichzeitigen Wegfall der 550 Mrd. Euro/Jahr teuren Leistungen des Sozialbudgets, darunter die Renten-  und  Arbeitslosenversicherung relativ einfach und sicher gegenfinanziert werden.  Dies wäre ein wirklich gerechtes  „umfairteilen“  und würde den Menschen zuallererst helfen , die bis heute aufgrund der Gängelung durch Hartz IV am Rande des Existenzminimums leben müssen.

Natürlich sollen mit der Initiatividee  BGE auch andere politisch bedeutsame Themenbereiche abgedeckt werden. Dazu könnte man sich an den Programmen der Parteien wie der Linken und den Grünen orientieren. Wichtig bleibt eine unmissverständliche Abgrenzung zu den Vorstellungen des Sozialstaates der etablierten Parteien. Dies schärft zum einen das eigene Profil und führt automatisch zur politischen Auseinandersetzung auf diversen Ebenen und damit zu einer Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.
Lange genug hat die Mehrheit in diesem Land geschwiegen. Es ist an der Zeit,  die Kräfte, hervorgerufen durch den Wunsch nach der Reform des Sozialstaates, zu bündeln und endlich eine wirkliche demokratische Alternative zur Besserung der Lebensverhältnisse einer großen Mehrheit der Menschen in Deutschland auf den Weg zu bringen.

 

„some men see things as they are and say `why`, I dream of things that never were and say `why not`“

 

John F. Kennedy

Terror in Deutschland – made in USA.

Montag, 3.12.2012. Eifel. In den USA ist ja gerade die Hölle los. Die hatten ja gemerkt, das sie langsam zum Dritte-Welt-Land werden (siehe: Hintergrund): 

Ikea eröffnete vor kurzem eine Fabrik in Virginia, einem Bundesstaat, in dem gegenüber Gewerkschaften keine Gastfreundschaft herrscht. Im Heimatland Schweden bekommen Ikea-Arbeiter 19 US-Dollar die Stunde und erhalten mindestens fünf bezahlte Urlaubswochen pro Jahr. Das sind ziemlich hohe Arbeitskosten. Also ging das Unternehmen in die USA, wo es den Arbeitern gerade einmal acht Dollar pro Stunde und nur zwölf Urlaubstage pro Jahr zahlen muss.

Da sieht man mal, was im Mutterland des Kapitalismus möglich ist. Ikea brauchte auch so ein Land: die Gefängnisse in Ostdeutschland stehen nicht mehr zur Verfügung, da brauchte man Alternativen. Was lag näher, als in die USA zu gehen, einem Land, das sich zusehends in ein Riesengefängnis verwandelt.

Montag, 3.12.2012. Eifel. In den USA ist ja gerade die Hölle los. Die hatten ja gemerkt, das sie langsam zum Dritte-Welt-Land werden (siehe: Hintergrund):

Ikea eröffnete vor kurzem eine Fabrik in Virginia, einem Bundesstaat, in dem gegenüber Gewerkschaften keine Gastfreundschaft herrscht. Im Heimatland Schweden bekommen Ikea-Arbeiter 19 US-Dollar die Stunde und erhalten mindestens fünf bezahlte Urlaubswochen pro Jahr. Das sind ziemlich hohe Arbeitskosten. Also ging das Unternehmen in die USA, wo es den Arbeitern gerade einmal acht Dollar pro Stunde und nur zwölf Urlaubstage pro Jahr zahlen muss.

Da sieht man mal, was im Mutterland des Kapitalismus möglich ist. Ikea brauchte auch so ein Land: die Gefängnisse in Ostdeutschland stehen nicht mehr zur Verfügung, da brauchte man Alternativen. Was lag näher, als in die USA zu gehen, einem Land, das sich zusehends in ein Riesengefängnis verwandelt.

Wir haben ja viel erwartet von der Homeland-Security, nur hört man nicht mehr sehr viel von ihr – außer jetzt. Auf der Seite der Regierung selbst findet man eine überraschende Ankündigung (siehe White-House.gov):

White House Homeland Security Partnership Council. There is established a White House Homeland Security Partnership Council (Council) to foster local partnerships — between the Federal Government and the private sector, nongovernmental organizations, foundations, community-based organizations, and State, local, tribal, and territorial government and law enforcement — to address homeland security challenges. The Council shall be chaired by the Assistant to the President for Homeland Security and Counterterrorism (Chair), or a designee from the National Security Staff.

Ein Sicherheitspartnerschaft, die sich auf alle gesellschaftlichen Sektoren ausweiten soll – sogar auf die Stammesregierungen der Reservate oder Nichtregierungsorganisationen. Jede lokale Behörde (und auch jede lokale Firma) werden Mitarbeiter der Staatssicherheit (übersetzen wir das heute mal so, damit wir besser verstehen, was dort gerade abläuft), Greenpeace, Amnesty International, Gewerkschaften, Bürgerinitiativen – alles Agenten der Staatssicherheit.

Gruselig, oder? Kommt aber noch besser.

In einem weiteren Memorandum kündigt Obama ein Programm zur Abschreckung von Insiderbedrohungen an:

This Presidential Memorandum transmits the National Insider Threat Policy and Minimum Standards for Executive Branch Insider Threat Programs (Minimum Standards) to provide direction and guidance to promote the development of effective insider threat programs within departments and agencies to deter, detect, and mitigate actions by employees who may represent a threat to national security. These threats encompass potential espionage, violent acts against the Government or the Nation, and unauthorized disclosure of classified information, including the vast amounts of classified data available on interconnected United States Government computer networks and systems.

Das verwirrt den fernen und landesfremden Leser nun ein wenig. „Violent acts against the Government or the Nation“von Insidern? Das hört sich an, als ob alle Alpträume der Verschwörungsanalytiker wahr geworden wären. Die reagieren auch gleich auf der Seite Veterans-today und skizzieren die Bedrohung, die – wie schon von anderen Präsidenten wahrgenommen – als Offensive des militärisch-industriellen Komplexes, auf die Obama sich vorbereitet. Vielleicht ist dies der Hintergrund für ein ominöses Treffen, das das Wallstreet-Journal ausgemacht hat: überraschend und unerwartet hatte sich Obama mit Mitt Romney getroffen, der sich zuvor mit seinem Jetzt-nicht-mehr-Vize Paul Ryan getroffen hatten. Angeblich haben sie sich Anekdoten aus dem Wahlkampf erzählt – aber auch der Wallstreet-Autor scheint nicht so ganz davon überzeugt zu sein.

Es ist schwierig, diese Aktionen zu bewerten, zumal uns unsere eigenen Geheimdienste und Medien dort völlig im Regen stehen lassen. Ginge es um Nordkorea, wäre die Gerüchteküche schon am Brodeln, es geht aber nur um die USA … und deren geheime Pläne sind für uns tabu. Immerhin sind wir mit denen verbündet, stellen ihnen Soldaten und Schiffe zur Verfügung, zahlen Unmengen an Geld für die Aktionen – was sollen wir uns da noch in Dinge einmischen, die uns nichts angehen? Warum sollen wir uns Gedanken darüber machen, das Obama gleich zu Beginn seiner zweiten Amtszeit erstmal die Sozialhilfe gestrichen hat (wir berichteten), jetzt eine große CIA-Offensive im Ausland beginnt (siehe Spiegel) und nebenbei eine der führenden Terrorgruppen der Welt aus der Terrorliste streicht (siehe Hintergrund).

Was sollen wir uns auch darum kümmern, wir haben unseren eigenen Terror, über den auch nichts geschrieben wird. Sicher, wir regen uns fürchterlich darüber auf, das beispielsweise der Strom immer teurer wird – auf Kosten des kleinen Bürgers, während die Industrie wieder einmal Geld geschenkt bekommen: 2000 Euro pro Megawatt haben die Gutachter als Ausgleichszahlungen für die Zeitweise Abschaltung stromintensiver Industrien gefordert … 20 000 Euro will die Regierung ihnen schenken (siehe Welt). Warum auch nicht? Ist ja nicht ihr Geld, sondern unser, was da aus dem Fenster geschmissen wird:

Nach „Welt am Sonntag“-Informationen haben sich wirtschaftsnahe Kreise sehr für diese Regelung starkgemacht.

Diese Prämie für die Nichtnutzung von Strom (siehe Welt) führt schon heute dazu,das die Firmen die Maschinen in der Nacht in Leerlauf durchlaufen lassen, um in jene Großverbraucherkategorie zu kommen, wo man für die Abschaltung der Maschinen bezahlt wird. Ich habe hier im Haus auch schon Bescheid gesagt, das wir alle Energiesparlampen abschaffen und alle Geräte beständig laufen lassen müssen – wenn wir nur genug verbrauchen, dann haben wir unser Grundeinkommen.

Das ist doch genau dieser Terror aus dem Inneren, den Obama gemeint hat, oder? Da versteht man auch, wie er islamistische Terroristen aus der Terrorliste streichen und dafür viel mehr CIA-Agenten im Ausland einsetzen kann: die deutsche Strommafia ist halt mit lokalen Behörden nicht mehr in den Griff zu bekommen.

Wir kennen sie auch – das wird nur immer wieder vergessen. Ein Blick in die TAZ hilft uns, uns daran zu erinnern:

Bezahlte Wissenschaftler, instrumentalisierte Frauen: Interne Papiere zeigen, wie die Atomkonzerne und ihre Lobbyorganisation die Öffentlichkeit beeinflusst haben.

Die internen Unterlagen zeigen auch, wie im Rahmen der Kampagne ein Verein von Frauen gegründet wurde, die sich für die Atomkraft einsetzten. Sie zeigen, wie die Agentur über Pressereisen und Hintergrundgespräche mit Journalisten ihre Botschaften in den Medien platzierte. Und sie zeigen, wie die Agentur Kontakte in die Politik kauft, indem sie ehemalige Abgeordnete und Staatssekretäre beschäftigt.

Wenn wir also heute wieder Artikel darüber lesen, wie teuer doch die Energiewende wird, können wir eigentlich auch wissen, wer den Artikel geschrieben hat: die deutsche Atomlobby im Auftrag des deutschen Atomforums.

Ein Jahr früher berichtete die Zeit darüber, das andere Branchen von den Erfolgen der Atomlobby so begeistert waren, das sie deren Methoden einfach mal übernehmen wollen:

„So dreist ist in Deutschland noch nie der Eindruck erweckt worden, Politik sei käuflich“, wetterte SPD-Chef Sigmar Gabriel. Und der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz, Hubert Weiger, moniert: „Die Gier der Atomstromkonzerne nach Extra-Profiten bestimmt die Energiepolitik der Bundesregierung.“ In jedem Fall habe die Kampagne „Einfluss auf die Entscheidungsfindung gehabt“, sagt Klaus Dittko, Geschäftsführer der politischen PR-Agentur Scholz & Friends Agenda.

Es ging immerhin um 57 Milliarden Euro. Ein dicker, hoch subventionierter Kuchen, dessen Kosten vielfältig verschleiert werden, um die goldene Atomkuh nicht zu gefährden. Ganz offen und unverblümt wird das Ende der politischen Souveränität in Deutschland beschrieben:

Allein in Berlin gibt es inzwischen mehr als 100 Firmenrepräsentanten, beinahe alle Dax-30-Unternehmen sind vor Ort. Die Folge: Das Know-how der Unternehmen über politische Prozesse und deren Korrigierbarkeit ist in den vergangenen Jahren rapide gestiegen. Das Vorgehen der Energiebosse belegt das eindrucksvoll.

Auch die Medien fielen auf diese Kampagne herein, die einen frischen amerikanischen Wind in unser Land brachte, siehe FTD:

Pro-Atom-Beiträge von Prominenten, wissenschaftliche Studien und versuchte Einflussnahme sogar in Frauenzeitschriften: Erstmals werden Details bekannt, wie sich die Atomlobby vor der Wahl 2009 bemühte, die Stimmung zu drehen. Viele Medien fielen darauf rein.

Und alle weisen vor allen Dingen auf eins hin: das ist in unsere Land erlaubt. Wirkt irgendwie anrüchig – ist aber völlig legal.

Wenn wir jetzt unsere Lehren aus dieser Stromposse ziehen wollen – was sagt uns das Stück dann?

Wählen gehen ist nutzlos, Zeitung lesen auch. Politik und Wahrheit kann man kaufen wir Frauen. Ja – das ist ein neuer Trend: der Frauenkauf wird gesellschaftsfähig. Erst informierte der Spiegel darüber, wie „glücklich und spirituell“ doch Pornodarstellerinnen sind, jetzt setzt die Welt nach und erwähnt nebenbei mal die lukrativen Stellenangebote in diesem Bereich: 2000 Euro die Nacht kann man dort verdienen – und nebenbei wird man glücklich und spirituell. Das wird den Jobcentern ganz neue Angebotsmöglichkeiten an die Hand geben. Nebenbei erwähnt der Autor aber etwas das uns eher nachdenklich stimmen sollte:

Wie weit das Geld schon vorgedrungen ist und selbst die letzten menschlichen Austauschverhältnisse besetzt hat: Wir scheinen es, zunehmend klaglos, hingenommen zu haben.

Wenn wir jetzt noch überlegen, wer denn für diese Artikel bezahlt – in welche Gegenden kommen wir dann. Bundesministerium für Arbeit?

Das Handelsblatt führt den Gedanken des Welt-Autors weiter aus:

An die Stelle humaner und kultureller Ziele ist die Geldschein-Heiligkeit als oberste Wertinstanz getreten. Der Mensch und seine Errungenschaften sind zur Handelsware verkommen. Nun geht es darum, sich irgendwie zum eigenen Vorteil auf den Märkten zu behaupten. Das führt zwangsläufig dazu, dass jeder nur seine eigenen Interessen vertritt. Vor dem Hintergrund einer technisch, ökonomisch und medial vernetzten Welt hat diese Entwicklung desaströse Folgen, die nur durch scheinheilige Sprechblasen verschleiert werden. 

Das ist nun ein Terror, der uns alltäglich umfänglich in allen Lebensbereichen betrifft – aber gegen diesen Terror suchen wir vergeblich nach Hilfe, erst recht, seitdem Konzerne unverblümt politische Macht einkaufen. Solche Zustände kennen wir zur Genüge aus der Geschichte, wo reiche Barone ihre Ansichten mit Bargeld verbreiteten. Das war aber Feudalismus. Na ja – wahrscheinlich ist unser Begriff von Demokratie auch nur noch eine scheinheilige Sprechblase. Wenn es jetzt im Mutterland der Atombombe ein Bündnis zwischen Regierung und Sicherheitskräften gibt, das auch den privaten Sektor mit einbezieht: dürfen wir dann hoffen, das die uns auch vor dem Terror in unserem Land schützen?

Wohl eher nicht. Ein Blick in die Geschichte der USA zeigt, wie dort schon wesentlich früher Gesellschaft von Konzernen gestaltet wurde – mit großem Schaden für die Umwelt, siehe Welt:

Damals wollte Los Angeles S-Bahnschienen verlegen in größerem Stil, und zwar immer die Freeways entlang. Die Ölfirmen hätten dann jedem einzelnen Mitglied des Stadtrates so lange Geld gegeben, bis der Plan fallen gelassen wurde. Keine Bahn bedeutet mehr Autos, und die brauchen wieder Sprit – die Investition in die Bestechung hat sich schnell ausgezahlt.

Eine gruselige Geschichte aus den Sechzigern – aber doch eine mit Tradition:

Kann das wirklich sein? Doch, das kann es wohl, denn es klingt wie eine Variation des „Great American Streetcar Scandal“: Von den 30er- bis zu den 50er-Jahren hatte die Firma National City Lines eine Menge Straßenbahnnetze und ihre Betreiber aufgekauft – um sie zu schließen.

Hinter National City Lines standen, wie sich später herausstellte, General Motors und auch ein paar Ölfirmen.

Und wie viele Aktionen dieser Art laufen in unserem Land? Immerhin: von dem erfolgreichen Atomlobbyfeldzug haben wir nur durch Zufall erfahren, hätte es das Informationsleck nicht gegeben: man hätte das als Triumph der Vernunft gefeiert.

Lehren daraus haben wir bis heute nicht gezogen, das merken wir ja aktuell an dem Thema „Euro-Rettung“, das nächste Superrenditethema, das den Kontinent erschüttert, siehe Welt:

In dieser Woche war Michel Barnier, der EU-Kommissar für den Binnenmarkt, zu Besuch: Er gehört zu den wichtigsten Köpfen der Kommission, ist er doch der Architekt der geplanten Bankenunion, ohne die eine Lösung der Schuldenkrise als unmöglich gilt.

Es geht um nicht weniger als gut 34 Billionen Euro, für die auch die deutschen Bankkunden bürgen könnten. Selbst wenn es nicht zu Pleiten und Verwerfungen kommt, ist jeder Bankkunde betroffen, denn mehr Bürokratie und eine europaweite Aufsicht drohen Gebühren und Kreditkosten hochzutreiben.

34 Billionen Euro.  Das sind für jeden Deutschen 425 000 Euro. Angesichts der Tatsache, das jetzt schon 42 Millionen Deutsche im Umfeld ihrer Jobcenter dahinvegetieren, ein mutiger Plan. Und auf jeden Fall zahlen wir wieder für eine Menge mehr „Pöstchen“. Die haben wirklich total gut von der Atomlobby gelernt. Jetzt sieht man auch, warum man den Frauen in Deutschland solche Jobs schmackhaft macht: bei einer Tagesgage von 2000 Euro könnten die ihren Anteil an den Schulden in 212, 5 Tagen abarbeiten – und werden dabei noch glücklich und spirituell.

Klar, das Vorschläge, das Geld für diese Abenteuer der Reichen einfach mal von den Reichen selbst zu nehmen, in breiter Front nach Atomlobbymanier bekämpft werden: Reichensteuer wird uns alle nur noch ärmer machen, liest man immer wieder – aktuell gerade in der Welt. Es muß – das wissen wir alle – einfach andere Wege geben, diese Krise zu bewältigen – und wir sehen diese Wege ja auch schon.

Die aktuelle Mietpreisexplosion (neben steigenden Strom- und Versicherungskosten und den ständig steigenden Kosten für Benzin und Nahrung ein weiterer Terrorakt gegen die deutsche Bevölkerung) zum Beispiel führt bei Maybritt Illner zu der spannenden Frage, was denn der Staat dagegen tut, siehe Welt. Das gleiche Medium gibt in einem anderen Artikel die Antwort:

Falsches Parken wird im kommenden Jahr teurer. So verdoppelt sich der Preis für das bisherige Fünf-Euro-Knöllchen ab dem 1. April 2013 auf 10 Euro

Nach dem Motto „wer nicht wohnen kann muss parken“ eröffnen sich hier ja schon ganz neue Geschäftsfelder – wie auch bei der ständig zunehmenden Zahl von Menschen, die in Deutschland aus Kostengründen auf Campingplätzen leben. Der Spiegel berichtete über diese Kultur der neuen Armen schon 2009, die Welt legte 2012 nach: auch hier ahmen wir den US-amerikanischen Lebensstil nach, der uns mit Coca Cola und Walt Disney, McDonalds und McKinsey schon voll im Griff hat.

Deshalb denken wir uns ja auch nichts dabei, das die Deutschen jetzt mit viel Geld über die Griechenlandhilfe die Hedgefonds retten, siehe Welt. Geld ist unser neuer Gott, unser Lebenssinn, unser Lebensinhalt: und wir begrüßen jede Erniedrigung, Entwürdigung, Enteignung und Entmündigung, wenn sie uns doch nur ein kleines bisschen von dem heiligen Geld bringt.

Wäre es nicht schön, wenn wir wenigstens in diesem kleinen unwichtigen Land ebenfalls eine große Heimatschutzbehörde ins Leben rufen können, die eine Allianz von Parteien, Verbänden, Firmen und Vereinen schmiedet, um den Wirtschaftsterror, der uns in breiter Front heimsucht, zu unterbinden? Dafür können wir dann auch die muslimischen Terroristen von den Terrorlisten streichen … so aktiv wie befürchtet sind die ja gar nicht.

Aber in unserem Land gibt es schon längst andere Netzwerke, die Steuergelder im großen Stil verbrauchen, siehe Handelsblatt:

Mit keiner Lobby ist die Politik so eng verbandelt wie mit den Wohlfahrtsunternehmen. Rund ein Drittel aller Bundestagsabgeordneten hat zugleich eine Leitungsfunktion bei Diakonie oder Caritas inne, auf kommunaler Ebene sind die Verbindungen noch frappierender, mancherorts betreiben Staat und Wohlfahrt sogar gemeinsame Tochtergesellschaften. Unter so engen Verbündeten verzeiht man dann schon mal, wenn die Wohlfahrer gar nicht so gemeinnützig wirtschaften, wie es ihre Steuerklasse vermuten lässt. „Gemeinnützig ist an den meisten Wohlfahrtsunternehmen nur ihr steuerlicher Status“, sagt Wohlfahrtsskeptiker Graf.

Gerade hat das Diakonische Werk eine neue Hauptverwaltung für den Bundesverband in Berlin eröffnet, Kostenpunkt: 65 Millionen Euro. Auf kommunaler Ebene wird von Dienstwagen-Fuhrparks berichtet, die viele Politiker klein aussehen lassen.

Wir bereichern uns sogar an der Armut unserer Mitmenschen, das „Kartell der Gutmenschen“ hat uns fest im Griff:

Unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit haben Caritas und Diakonie ein trickreiches Geschäftsmodell konstruiert: Sie erfinden für sich selbst immer neue Aufgaben, der Staat und damit die Steuerzahler geben das Geld.

Und viele verdienen gut daran – nur nicht die, die es wirklich brauchen.

Hören wir doch zum Schluss nochmal eine Rat von einem sehr erfolgreichen Deutschen: Karsten Maschmeyer, hier im Handelsblatt:

Interessante Jobs findet man heutzutage viel eher durch die Nutzung von Netzwerken als durch Print- oder Internet-Stellenanzeigen. Viele Statistiken belegen, dass die meisten Menschen ihre Jobs durch persönliche Beziehungen finden. Machen Sie sich also nichts vor: Das gilt umso mehr für Politiker: Ihr Erfolg hängt auch von ihrem Netzwerk, von ihren Beziehungen ab. Man wird kaum in den Ortsbeirat gewählt, wenn man keine guten Verbindungen hat. Als Politiker brauchen Sie – gerade in Ihrer Partei – die richtigen Unterstützer, die sich für Sie einsetzen und propagieren, warum die Leute Sie wählen sollen.

Weil die meisten Menschen Jobs durch persönliche Beziehungen finden, macht es auch soviel Sinn, Arbeitslose mit Reisebeschränkungen und einer Residenzpflicht zu belegen: zu Hause vor dem Fernseher beim einer Scheibe trockenem Toastbrot wird man sicher seinen Traumjob finden.

Terror wohin man nur das Auge blicken lässt. Terror des Kapitals, Terror made in USA, ein Terror, der sicher noch wachsen wird, wenn die Konzerne in Zukunft ganz eng mit einer Regierung zusammenarbeiten, die schon jetzt die Sozialhilfe kürzt.

Was droht uns da erst, wenn die neue Agentenflut die Welt umgestaltet?

 

 

 

 

Die geheimen Zirkel der Macht – Kampfbünde der neuen genetischen Elite

Montag, 3.9.2012. Eifel. Glauben Sie eigentlich an Geister? Wahrscheinlich nicht. Carl-Gustav Jung, einer von Deutschlands einflußreichsten Psychologen, hat mal einen erlebt – in einem alten britischen Spukhaus, das nach seinem Besuch abgerissen wurde. Die Geschichte wird in einem Werk aus den fünfziger Jahren beschrieben: „Spuk, Rätsel der Menschheit“ von Fanny Moser. Ein interessantes Werk, nebenbei bemerkt, doch: auf die Art von Geistern will ich gar nicht hinaus. Mir geht es nicht um Herausforderungen für die menschliche Wahrnehmung oder Aufmerksamtkeit, sondern um echte, reale, politische Geister, die einen enormen Einfluss haben. Gut, sie haben ihn nicht selbst. Sie fliegen nicht als weißes Laken mit Augenlöchern durch Schweizer Scheunen (wie in dem bei Fanny Moser eindrucksvoll geschilderten Bericht über die Geschehnisse auf dem Anwesen des Schweizer Nationalrates Joller, die zu seiner Zeit tausende von Menschen angezogen hatte). Die Geister die ich meine, sind eher als kulturelle Strömungen zu begreifen, werden im Volksmund auch eher Zeitgeist genannt – beschreiben aber ein interessantes Phänomen. Überall tauchen auf einmal die gleichen Gedanken auf, die gleichen Ansichten und Überzeugungen, dann sammeln sich Menschen im Geheimen, um diese Ansichten zu besprechen, um sich zusammen zu raufen und den Wunsch des (Zeit)-Geistes in die Tat umzusetzen.  Das führt dann zu überraschenden Erscheinungen in der Gesellschaft.

Nehmen wir zum Beispiel mal den Günther Jauch, jenen Menschen, der viele Millionen damit verdient, das er wenige Millionen verschenken hilft und nebenbei dafür sorgt, das sich viele Menschen bis auf die Knochen blamieren. Diesen Günther Jauch (abgebrochener Jurastudent) findet man in einem ziemlich geheimen Zirkel wieder, der im Manager Magazin ausführlich beschrieben wird:

Die Runde ist derart diskret, dass die Beteiligten deren Existenz am liebsten mannhaft leugnen würden. Trotzdem soll hier dezidiert auf die extraordinäre Bedeutung des Kreises hingewiesen werden, die man gemeinhin mit einem Begriff aus dem Edelsteingenre umschreibt: hochkarätig.

So zählen folgende Dax-Chefs dazu: Johannes Teyssen (51, Eon), Frank Appel (49, Post), Martin Blessing (47, Commerzbank), Kasper Rorsted (48, Henkel). So sind folgende Großkaliber dabei: Hartmut Ostrowski (52, Bertelsmann-Chef), Oliver Bäte (45, Vorstand Allianz), Günther Jauch (54, TV-Eminenz), Oliver Bierhoff (42, Fußballmanager). So rundet das Gremium folgender Unternehmsberater ab: der Kölner McKinsey-Direktor Klaus Behrenbeck (43).

Martin Blessing ist ein Duzfreund des Herrn Asmussen, der aktuell als Chefvolkswirt der EZB jenen Schaden wieder gut macht, den er zuvor als Deregulierer der Finanzmärkte möglich gemacht hat. Das Banken und Großindustrie zusammen was zu besprechen haben, ist ja normal – was machen aber die Volksbespaßer Jauch und Bierhoff dabei? Kaffee kochen, Gebäck reichen, durch kleine Späßchen oder Einlagen aus dem Bereich der Leibesübungen für Entspannung zwischendurch sorgen?

Der Artikel im Managermagazin führt uns im Weiteren vielleicht auf die richtige Spur:

Die Geheimniskrämerei speist sich aus der Tatsache, dass Gemeinschaften auf diesem Niveau nun mal per definitionem auf Schweigen beruhen. Die Herrschaften sind gern unter sich und einander genug. Nur so können sie interdisziplinär und diszipliniert besprechen, was die Öffentlichkeit nichts angeht, aber gleichwohl bewegt. Schließlich repräsentieren sie rund 280 Milliarden Euro Umsatz sowie zig Millionen Fernsehzuschauer und Fußballfans.

280 Millliarden Euro Umsatz, zig Millionen Fernsehzuschauer und Fußballfans“ – auf einmal sieht man den kleinsten gemeinsamen Nenner der Herrenrunde: MACHT. Da treffen sich im Geheimen Menschen mit Macht und besprechen Dinge, die „die Öffentlichkeit nichts angeht“ – obwohl sie auf unserem Rücken ihre Millionen gemacht haben. In aufgeklärten Gesellschaften nennt man dies „Verschwörung“.

Doch damit nicht genug, denn in dem kunterbunten Treiben fällt noch ein Mann auch: Klaus Behrenbeck. Im Spiegel findet sich eine Übersicht der wichtigsten Netzwerke der deutschen Wirtschaftselite. Ganz vorne weg: die „jungen CEO´s“. Gründer: Klaus Behrenbeck, McKinsey. Auf zweitem Platz der Fotostrecke: „Deutschlands mächtigstes Netzwerk“ (Zitat ebenfalls aus Manager Magazin), die Similauner. Gründer: Herbert Henzler, McKinsey. Den finden wir auch auf der Mitgliederliste (hier bei Contramotion) der Atlantikbrücke, Nummer vier auf der Liste der wichtigsten Netzwerke.

Nun könnte man versucht sein, den vielen Netzwerken in Deutschland nachzugehen (was zu erstaunlichen Erfahrungen führen kann, siehe Nachrichtenspiegel), allerdings würde ein ganzes Buch nicht ausreichen, die seit den fünfziger Jahren gezielt aufgebauten und heute vielfach verästelten Strukturen aufzuzeigen. Stattdessen scheint es fruchtbringender zu sein, einfach mal dem Geist zu folgen, der aktuell seine Gefolgsleute zusammenführt. Diesen Geist findet man unter anderem natürlich – bei McKinsey.

In der Zeit finden wir hierzu ein denkwürdiges Dokument aus dem Jahre 2006: McKinsey und ich heißt es und schildert die Erfahrungen der jungen Journalistin Julia Friedrichs als Bewerberin bei McKinsey:

Wir können es mit ihnen nach ganz oben schaffen, sagt uns McKinsey. Teure Hotels, schnelle Autos, schöne Reisen, Macht und Einfluss: Das alles kann uns gehören, wenn wir uns für das Unternehmen entscheiden.

Man dachte eigentlich, Unternehmensberatungen sammeln Erfahrungen von erfolgreichen Unternehmungen und geben die an andere weiter – so jedenfalls wurde uns in der Pharmaindustrie in den neunziger Jahren der Einsatz der Stoppuhrkünstler verkauft. Es geht aber um etwas ganz anderes – um sehr viel Geld, Macht und Einfluss. Das sagen die ihren Bewerbern ganz offen.

Doch sehen wir noch weiter.

John sagt, dass die Realität für jeden eben anders sei. Ein wahrer Führer müsse in der Lage sein, für seine Gefolgschaft die Realität zu definieren. Dieser Gedanke beschäftigt und erschreckt mich. Werden Führungskräfte wirklich dafür ausgebildet, die Mitarbeiter im Sinne der Firma zu manipulieren, gar zu täuschen? Rät McKinsey den Vorständen, so vorzugehen? 

So langsam bekommen wir eine Ahnung, was die McKinsey-Netzwerke für ein Spiel spielen – und wie Günter Jauch und Oliver Bierhoff in das Bild hineinpassen. Ihre gesellschaftliche Funktion erlaubt die Definition von Realität weit über die einzelnen Firmen hinaus, endlich erreicht man auch die Rentner – und die Jugend. Doch unsere tapfere Bewerberin erfährt noch mehr.

Das Unternehmen hat sich hier vor allem leistungsbereite junge Leute, meistens aus wohlhabenden Verhältnissen, eingeladen, die den Gedanken, dass sie Europas Elite sind, nicht nur reizvoll, sondern auch nachvollziehbar finden. McKinsey suggeriert uns, dass wir wertvolle Persönlichkeiten sind, die das leadership-Gen in sich tragen. Das schmeichelt jedem hier. Die Tage in Athen sollen der erste Schritt dazu sein, aus uns eine Gruppe zu machen, die sich überlegen fühlt.

So etwas kennen wir schon aus der Geschichte. Auch hier wurde es genetisch begründet, es gab sogar ein Amt für Ahnenforschung, das sich direkt darum kümmerte.  Die Herrschaft des genetisch besseren Menschen über den genetisch minderwertigen Untermenschen hatte schon mal ein fürcherliches Schauspiel in Deutschland aufgeführt, an dessen Ende der genetisch bessere Mensch den genetisch schlechteren Menschen millionenfach abgeschlachtet hat. Man hätte eigentlich denken sollen, das man daraus gelernt und diesen Geist für alle Zeiten ausgerottet hat.

Falsch gedacht.

Der alte Geist scheint immer noch zu leben – diesmal direkt befördert durch eine Unternehmensberatung, die sich charakterlose Wohlstandskinder als Verbreiter der wahren Lehre heranzüchtet. Dort ist die Geburtsstätte des Gedankens, das es in einer Gesellschaft Gewinner und Verlierer gibt, in den Dunstkreisen jener Netzwerke, jener SA der globalisierten Wirtschaft wurde folgerichtig der Gedanke des Prekariats entworfen, das dann später durch die Agenda 2010/Hartz IV  überhaupt erstmal geschaffen wurde: mit Gewalt per Gesetz.

Vorher … gab es gar kein Prekariat. Natürlich ist dieses Prekariat sehr nützlich, weil es Millionen von Menschen zur billigen Leiharbeit anhält – und genau von jenen angesparten Kosten bezahlt McKinsey dann seine Apostel, die die Lehre vom überlegenen Gen  voller Inbrunst und Überzeugung in die Welt tragen.

Die Folgen bemerken wir aktuell wieder. Die Kollegen von McKinsey – die Unternehmensberatung Roland Berger – haben gerade wieder einen ganz großen Coup gestartet. Roland Berger? Ja, die haben auch Hartz IV mit entworfen. Roland Berger selbst gehört auch der Stiftung für Verhalten und Umwelt an, die  im Sinne der Tabakindustrie Einfluss auf deutsche Ärzte, Wissenschaftler und die Medien nehmen soll (siehe Wikipedia).

Deren genetisch überlegenen Realitätsverdreher haben nun einen ganz besonderen Anschlag auf Deutschland geplant, der uns eine Billion Euro neuer Schulden bringen soll, siehe Handelsblatt:

Thüringens Wirtschaftsminister fordert neue Gelder für den strukturschwachen Osten Deutschlands. Für eine Angleichung der Wirtschaftskraft ist laut einer Studie eine Investitionssumme von 1.000 Milliarden Euro nötig.

Wenn diese Summe erstmal fließt, ist wieder ganz viel Geld für neue Unternehmensberater da, die neue gesellschaftliche Realitäten formulieren und so langsam über sicher dafür sorgen, das die ganze  Gesellschaft von einer Solidargemeinschaft hin zu einer faschistoiden Asozialgemeinschaft umgebaut wird.

Vielleicht sollten wir uns auch daran gewöhnen, alle Netzwerke einfach mal Asozialgemeinschaften zu nennen, die faschistische Züge im Sinne des italienischen Wortes tragen (siehe Wikipedia):

Das italienische Substantiv Fascismo wird historisch auf die „fasci di combattimento“ zurückgeführt: jene „Kampfbünde“, die Mussolini im März 1919 gründete.

Kampfbünde, die im Geheimen Dinge besprechen, „die die Öffentlichkeit bewegt, aber nichts angeht“ – zum Beispiel wie man mit Hartz-IV-Opfern wie Johannes Ponader im öffentlich-rechtlichen Rundfunk umzuspringen hat, jenen Gestalten, die es wagen, mit ihrem minderwertigem genetischen Potential die politische Wirklichkeit in Deutschland umgestalten zu wollen.

Kampfbünde, die vor allem eins im Sinn haben: teure Hotels, schnelle Autos, schöne Reisen, Macht und Einfluss. 

Kampfbünde, die ihre Mitstreiter in allen entscheidenden Positionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft untergebracht haben, um einen alten Geist wieder zum Leben zu erwecken: den Geist der genetisch überlegenen Herrenrasse. Da wundert es nicht, das der Deregulierer Asmussen in Deutschland nochmal eine ganz neue, diesmal seinem alten Treiben ganz entggegengesetzte Karriere machen kann.

Natürlich muss man manchmal das ganz große Rad drehen: die Deregulierung der Finanzmärkte hat Billionen von Dollar umverteilt, die Krise des Euro (die laut FTD jetzt auch auf Slowenien übergegriffen hat, bevor wir noch Griechenland richtig verdaut haben) schlägt ebenfalls mit Billionen zu Buche, da sind die neuen Billionen für den neuen Aufbau Ost ja nur ein kleines Zubrot.

Währenddessen marschieren die genetisch minderwertigen Verlierer geschlossen in die Altersarmut, „schockierend“ nennt die Welt die aktuellen Altersarmutsprognosen der Arbeitsministerin … dabei sind die neuen Kosten für den neuen Aufbau Ost noch gar nicht mit eingerechnet, ebensowenig die Traumhonorare der bundesdeutschen Ärzteschaft, die laut Welt ärgerlicherweise mit dem Porsche zur Demonstration ihrer Armut auffahren (obwohl die Mehrheit ihre Luxuskarrossen und Nobelhobel verschämt in Seitenstraßen parkt, um dann mit Bus und Bahn weiterzureisen).

Im Vergleich zu Unternehmensberatern sind sie ja auch arme Schlucker – und im Vergleich zu dem, was die Netzwerke in Deutschland an Vermögen abgreifen, erst recht.

Die Kosten, die diese geheimen Zirkel aufwerfen, sind mittelfristig auch für ein reiches Land wie Deutschland unbezahlbar – was die Täter nicht weiter stört, hat man doch dank Atlantikbrücke gute Beziehungen in die USA, die für reiche weiße Männer immer sehr aufgeschlossen sind.

Was aber nebenbei noch mitschwelt ist jener Geist, der Deutschland schon einmal in den Abgrund geführt hat. Aber – was wollen wir uns beschweren: der Geist der rassischen Überlegenheit der weißen Rasse über die „farbigen“ lebte in den USA schon vor Hitler und hatte hier eigentlich nur ein kleines Gastspiel – wenn auch eins mit schweren Folgen. Vielleicht war es aber auch nur ein hilfreiches Experiment, mit dem man mal testen wollte, wie man effektiv die ganzen genetisch minderwertigen Verlierer aussortieren kann. Eins sollte immerhin klar sein: die Anzahl der weißen Herrenmenschen schrumpft jeden Tag, Kinder kriegen ist zu teuer für den weißen Mann. Da muss man sich beizeiten Gedanken darüber machen, wie man seine gehobenen Ansprüche auch in Zukunft erfolgreich befriedigen kann.

Geheime Machtzirkel sind da schon sehr nützlich – allein schon deshalb, weil man sich zwischendurch immer schöne Geschäfte zuschieben kann, um seine genetische Überlegenheit auch mit Kontoauszügen belegen zu können.

Und wir glauben wirklich, wir würden die politische Wirklichkeit in Deutschland durch Wahlen bestimmen.

Wir glauben ja auch noch an die Rente … dabei hat der Geist, der hinter der „marktkonformen Demokratie“ steckt, etwas ganz anderes mit uns vor.

„Altersarmut“ wird vielleicht nicht unser größtes Problem sein.

Ich schätze mal … wir könnten noch ganz andere kriegen.

McKinsey, Roland Berger und Konsorten werden sicher dabei helfen.

 

 

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Deutschlands Lügen kotzen einen an – wie die Diktatur der Netzwerke Staat, Gesellschaft und Europa zersetzt

Donnerstag, 24.5.2012. Eifel. Ich schreibe zu lange Artikel, sagt man mir. Dabei gebe ich mir solche Mühe, mich kurz zu fassen. In einer personellen Diktatur wäre es auch einfach, sich kurz zu fassen: "Hitler ist doof" - und schon hat man die Lacher auf seiner Seite .... und die Polizei im Nacken. Wir haben aber keine personelle Diktatur, sondern eine unpersonelle, informelle Diktatur. Es ist nicht ein böser Pimpf, der uns das Leben schwer macht, sondern eine Allianz fluktuierender Netzwerke. Genau jene Gebilde, die für die Karriereentwicklung absolut lebensnotwendig sind, sind für die Mitmenschen ganz schnell tödlich. Darum verschwindet auch der Gewaltgedanke aus dem Widerstand: Diktatoren kann man töten, Netzwerke nicht.

Donnerstag, 24.5.2012. Eifel. Ich schreibe zu lange Artikel, sagt man mir. Dabei gebe ich mir solche Mühe, mich kurz zu fassen. In einer personellen Diktatur wäre es auch einfach, sich kurz zu fassen: „Hitler ist doof“ – und schon hat man die Lacher auf seiner Seite …. und die Polizei im Nacken. Wir haben aber keine personelle Diktatur, sondern eine unpersonelle, informelle Diktatur. Es ist nicht ein böser Pimpf, der uns das Leben schwer macht, sondern eine Allianz fluktuierender Netzwerke. Genau jene Gebilde, die für die Karriereentwicklung absolut lebensnotwendig sind, sind für die Mitmenschen ganz schnell tödlich. Darum verschwindet auch der Gewaltgedanke aus dem Widerstand: Diktatoren kann man töten, Netzwerke nicht.

Das besonders Ungesunde an Netzwerken ist: sie leben länger als ihre Mitglieder … und das ist dann das endgültige Ende kurzer Artikel. Der Grund, warum sie länger leben, ist einfach: als Kampfgemeinschaft zur Durchsetzung überdurchschnittlicher Versorgungsansprüche haben sie im Laufe der Zeit Kanäle aufgebaut, die auch funktionieren, wenn die Kernmannschaft aus Altersgründen ausfällt. Ganz schnell finden sich Freiwillige, die die leeren Stellen übernehmen – Netzwerke mögen wie die Natur kein Vakuum. Nicht umsonst filtert man schon im Kindergarten und der Grundschule besonders stark – undenkbar wäre es, wenn Personal die Netzwerke übernimmt, die auf einmal anfangen, von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit zu reden, von Gerechtigkeit, Edelmut und Mitleid. Solche unerwünschten Personen wären tödlich für das Netzwerk an sich … und da zeigt sich dann eine ganz andere Form von Schwarmintelligenz als die, die die Piratenpartei beständig anruft.

Wie solche Netzwerke funktionieren, sehen wir gerade deutlich an der Exekution Griechenlands. Die gleichen Banken, die über ihre Stellvertreter in der Politik (Merkel, Müntefering, Steinmeier, Fischer, Schröder, Clement und wie sie alle heißen) die Griechen zum Sparen (bzw. zur Einstellung aller Lebensfunktionen) auffordern, öffnen ihre Tore  (und Konten) weit, wenn die griechische Netzwerkallianz mit ihren Milliarden kommt. 72 Milliarden sind schätzungsweise schon von Griechenland aus auf die Konten europäischer Banken geflossen … viele davon nach Deutschland. Da steht keiner auf und sagt: wir wollen das Geld nicht, das soll mal schön in Griechenland bleiben und für Wachstum sorgen.

Ohne mit der Wimper zu zucken schaut man zu, wie die griechischen Netzwerke (intern nennt man sie wohl die „Drachmen-Gang“) ihre Beute aus dem Lande schaffen und das Land in Armut versinken lassen. Ohne sich zu schämen will man dann Rentner, Arbeitlose, Kinder, Angestellte und Arbeiter dafür bluten lassen, das die Reichtümer des Landes auf den eigenen Konten liegen.

Der Grund für diese Perversion der Menschlichkeit ist einfach: ein Netzwerk sticht dem anderen kein Auge aus – und für die Netzwerke sind die Folgen der Eurokrise „beherrschbar„.  Deutsche Netzwerke profitieren gerade mal wieder besonders: Null Prozent Zinsen zahlt man hier für Staatsanleihen. Wieviel davon von superreichen Griechen gekauft wurden, die ihre Raubbeute auf unsere Kosten in Sicherheit bringen wollen, erfahren wir nicht.

Wir erfahren dafür, wie das Leben ausserhalb der Netzwerke ist – zum Beispiel die Jungs und Mädels bei HP. 27000 dürfen jetzt gehen. Solche Zahlen hören wir oft. Ebenso oft hören wir, das wieder neue Leute eingestellt werden. Das beruhigt uns – was wir wiederum nicht erfahren ist: die neu eingestellten Mitarbeiter sind deutlich jünger als die entsorgten. So weiß ich aus internen Quellen, das die Telekom gerade alles über 50 entsorgt … heimlich, still und leise – und mit viel Geld. Dafür werden dann „High Potentials“ für ganz wenig Geld eingestellt – und weil sich „Telekom“ so gut anhört, arbeiten die fast für umsonst. Immerhin sind die gewohnt, als Praktikant für gar nichts zu arbeiten, die sind kleine Gehalts-Almosen schon ein Gewinn.

Was geschieht nun mit jenen Menschen, die über fünfzig sind?

Die Welt informiert uns über das Schicksal einer „Fachkraft“ im Lande des Fachkräftemangels:

Der gelernte Bauingenieur arbeitet inzwischen als  Lagerarbeiter, war aber von August 2005 bis Februar 2006 arbeitslos und beantragte daher Hartz IV. Mit Blick auf eine wertvolle  Münzsammlung verneinte das Jobcenter jedoch seine  Hilfsbedürftigkeit.

Nun – so ganz kann das nicht stimmen, das merkt man gleich. Als Bauingenieur hätte er noch ein Jahr ALG 1 bekommen müssen – aber hier sieht man halt die Ursache des deutschen Fachkräftemangels: die Netzwerke entsorgen ihre Konkurrenz. Wer über 50 ist und noch nicht in Staat, Partei oder Wirtschaft in einem Netzwerk sicher geborgen  ist, der wird gnadenlos entsorgt, muss alles zu Geld machen, was er bisher angesammelt hat.

Asozialer geht es wohl kaum noch … aber an solchen Beispielen sieht man gleichzeitig auch, das wir uns von „Demokratie“ weit entfernt haben. Wir leben in einer Oligarchie der Netzwerke, wo ein Maschmeyer, ein Schröder, ein Wulff, die Hell´s Angels und die Skorpions (um nur ein Netzwerk zu nennen) eine fest gefügte Front gegen die fünfzigjährigen Angestellten und Arbeiter bilden , die für die strukturelle Überversorgung der Netzwerke bluten müssen.

Ein weiteres Beispiel für die Diktatur der Netzwerke?

Frankreich will jetzt die Rente ab 60 einführen. Angesichts der Realitäten am Arbeitsmarkt müsste in Deutschland die Rente ab 50 dringend eingeführt werden – es gäbe dann auch auf einmal gar keine Langzeitarbeitslosen mehr. Widerstand gegen diese Pläne kommt aus Deutschland – aber nicht von einer Partei, sondern von den Vertretern der Netzwerke, die ihre Pfründe in Gefahr sehen: dadurch, das Arbeitslose nach 17 Jahren Hartz IV in die Altersarmut entlassen werden, haben die Selbstbereicherungsnetzwerke ganz viel Potential an Staatsgeldern, das sie für sich verbuchen können.  Das nennt der Müntefering dann „deutsche Interessen“ – womit konkret die Interessen der oben genannten Kampfgemeinschaften gemeint ist – Gemeinschaften, die sich quer durch die Parteien und gesellschaftlichen Gruppierungen bilden.

Selbst kleine, unbedeutende Lichter können im Netzwerknest  zu faschistoiden Ungeheuern mutieren – die Welt berichtet gerade über eins. Es sind Entgleisungen wie diese, die zeigen, wie selbstsicher die Elite der Selbstbereicherer schon geworden ist, jene „Leistungsträger“, die sich vor allem dadurch auszeichnen, das sie die Leistungen anderer Menschen davontragen um sie (völlig nutz- und funktionslos) auf eigenen Konten zu lagern.

Das gleicht den gesellschaftlichen Realitäten der Zeit von 1933 – 1945. Im Gegensatz zu heute trugen damals die Netzwerker noch Uniformen, und nach dem Krieg konnte man sie eindeutig indentifizieren und die Spuren ihrer hauptsächlich aus jüdischem Besitz stammenden Beute identifizieren.

Daraus haben sie gelernt.

Heute arbeiten sie nicht weniger öffentlich (eigentlich sogar erstaunlich offen, wenn man recht bedenkt), haben aber die gemeinsame Uniform oberflächlich abgelegt … aber auch wirklich nur oberflächlich. Schaut man genauer hin, so ist die Uniform schon längst wieder da:

Die Knopflöcher an den Jackett-Ärmeln, die Schuhsohlen, der Aktenkoffer oder die Armbanduhr – das äußere Erscheinungsbild ist entscheidend für den beruflichen Erfolg. Ein Mode-Fauxpas kann in der Upperclass schon das Karriere-Aus bedeuten. Denn die erfolgreiche Berufs-Elite scannt ihr Gegenüber genau und erkennt schon an kleinen Details, wen sie vor sich hat.

Und so erkennt die deutsche Elite schon nach kurzer Musterung ihre griechische Filliale … und hilft ihnen, ihr Vermögen in die Sicherheit der Berliner Republik zu bringen.

Und wer zahlt das alles?

Wie immer: der Jude. Der braucht heutzutage aber keinen Stern mehr – man erkennt ihn am Alter: 50 plus – und man ist automatisch draußen, wo heulen und zähneknirschen angesagt ist.

Was man vor sieben Jahren schon erkennen konnte: die Gier der Netzwerke würde bei der Ausplünderung von Arbeitslosen nicht aufhören, ihr Hunger nach strukturell gesicherter Überversorgung kann nicht nur allein durch gezielte Züchtung von Armut im eigenen Land gestillt werden, auf Dauer müssen da neue Quellen erschlossen werden – wie aktuell  unsere europäischen Brüder und Schwestern merken.

Was vorgestern noch die Juden und gestern die Arbeitslosen waren, sind heute die Griechen, während man gleichzeitig schon nach Portugal, Spanien und Italien schielt.

Die Diktatur der Netzwerke braucht ihre Juden – Männer, Frauen, Kinder – egal.

Hauptsache, da ist was zu holen, was die Netzwerke in die nächste Generation rettet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum die Kritik an Wulff lebensgefährlich ist und die Hells Angels Hartz IV erfunden haben: Netzwerke in Deutschland

Warum die Kritik an Wulff lebensgefährlich ist und die Hells Angels Hartz IV erfunden haben: Netzwerke in Deutschland

Dienstag, 20.12.2012, Eifel. Mit großer Sorge beobachte ich die augenblickliche Berichterstattung über unseren Bundespräsidenten. Alle Blätter sind voller Kritik, empören sich über die seltsame Nähe von Politik, Prominenz und Wirtschaft, echauffieren sich über die Selbstverständlichkeit, mit denen sich der Bundespräsident Deutschlands die Annehmlichkeiten des Millionärslebens genießt, ohne auch nur einmal in Gelsenkirchen im Schrebergarten zu übernachten. Der Mann positioniert sich halt, er ist der Präsident der Gewinner – was soll´s? Selbst Schuld, wenn man durch Anstand, Ethik und Sorgfalt, Mitleid und Gemeinschaftsgefühl nicht genug Geld auf die Seite gebracht hat, um den Landesherren mal auf seine Villa in den Tropen einladen zu können. Das alles besorgt mich nicht. Was mich besorgt ist … die Journalisten begeben sich in Lebensgefahr. In akute Lebensgefahr … es ist ihnen nur noch nicht bewußt. Und obwohl ich nur ein kleiner Hobbyjournalist bin, der erst gestern wieder feststellen durfte, das in Deutschland 35 Kinder pro Oberschulklasse vom Staat her als „normal“ angesehen werden, weil man kein Geld für Lehrer hat (aber immer Geld für Diätenerhöhungen), mache ich mir doch Sorgen darüber, was den hauptberuflichen Kollegen wiederfahren kann.

Auf der sicheren Seite steht natürlich Jan Fleischhauer vom „Schwarzen Kanal“. Er präsentiert sich als Vorbild für Kleinkriminelle, Steuerhinterzieher und Großbetrüger, in dem er sagt, wo es lang geht:

Das Urteil über Bundespräsident Wulff scheint festzustehen, bevor überhaupt geklärt ist, gegen welches Gesetz er verstoßen haben soll. Doch sein Vergehen ist moralischer Natur – und damit gelten die Regeln der Tugendjustiz.

Es stimmt, der Mann hat gegen kein Gesetz verstoßen. „Vorteilsname im Amt“ kann man ihm erst dann vorwerfen, wenn bewiesen werden könnte, das er den Privatkredit  als … sagen wir mal … Postbote, Krankenpfleger oder Ortspolizist NICHT bekommen hätte. „Freunde“ schenken sich gegenseitig schon mal ein paar Tausender, weil das in Deutschland bekannt ist, werden solche Schenkungen z.B. an verarmte Kinder von Langzeitarbeitslosen vom Staat ja auch beschlagnahmt: wo kämen wir da hin, wenn private Spender die staatlich verordnete Zwangsarmut einfach aufheben würden?

„Nicht gegen ein Gesetz verstoßen“ ist die Ziellinie der meisten Betrüger in Deutschland, die in großem Stil arbeiten und gut leben wollen. Dafür halten sie sich eine Armee von Steuerberatern, Anwälten und Unternehmensberatern, die beständig gegen den Willen des Gesetzgebers arbeiten und den ganzen Tag „Schlupflöcher“ suchen …. und finden.

Das ist ja auch der Kern der „schwarzen Seele“: durch Unmoral reich werden, andere übervorteilen und aufs Kreuz legen. „Schwarze“ machen in Deutschland seit sechzig Jahren vor, wie das geht: bei uns in der Eifel ist das der einzige Grund, in die Politik zu gehen … Politik nennt man bei uns aber noch „CDU“.

Wenn nun der Eindruck entsteht, ich halte diese Partei insgesamt für eine kriminelle Vereinigung von Pöstchenhubern und Auftragsschacherern, dann möchte ich mich einerseits davon distanzieren – und andererseits mal anregen, sich zu fragen, wo denn dieser Eindruck herkommen könnte. Einfach mal CDU-Spendenaffäre googeln.

Tugend, Moral, Ethik und Anstand haben bei „Schwarzen“ nun mal wirklich nichts verloren, Gold, Silber und Edelsteine sind ihre einzigen Werte – das weiß doch jeder.

Der Bundespräsident jedoch … sollte ja der Präsident für ALLE sein – auch für die ohne Villa im Ausland – weshalb er sich etwas „roten“ Anstand doch erlauben darf.

Warum er darauf verzichtet – nun, das ist ja dann wohl seine Privatsache.

Nun aber … zur Lebensgefahr. Dazu muss ich etwas weit ausholen. In Mexiko, wo der Staat mit Militärgewalt gegen die Kriminalität vorgeht, könnte man offen darüber reden und jeder würde verstehen, worum es geht. In Deutschland, wo die privaten Netzwerke die Macht im Staat, die Regierungsgewalt und die Setzung moralischer Normen übernommen haben, weiß im ersten Moment keiner, das er sich in Gefahr begibt, wenn er Herrn Wulff kritisiert.

Nur die, die die Netzwerke kennen, merken: es herrscht Lebensgefahr!

Robert Lucius hatte dereinst das Hannoveraner Netzwerk in der FAZ beschrieben:

Es sind vor allem zwei Namen, die in Hannover immer wieder genannt werden, wenn es um
die Erbfreundschaften geht: der Gründer des Finanzdienstleisters AWD, Maschmeyer, und
der Rechtsanwalt Götz von Fromberg. Beide gelten als große Plauderer und begnadete
Netzwerker. Sie umgeben sich mit Prominentenärzten, den Rockmusikern der „Scorpions“,
aber auch Politikern.
Gerhard Schröder (SPD) ist als Rechtsanwalt in einer Bürogemeinschaft mit Götz von
Fromberg. In gutem Kontakt zu von Fromberg steht auch „Erbfreund“ Christian Wulff, in
minderem Maße galt das auch für den heutigen SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel – doch
dessen Amtszeit in der Staatskanzlei in Hannover war zu kurz.

Man merkt: in Hannover haben Netzwerke eine Macht, die an die Macht des einstigen „Royal House of Hanover“ erinnert. SPD, CDU, links, rechts – vollkommen egal, Hauptsache ist: abkassieren. Man hilft sich in diesen Kreisen … und merkt es angeblich nicht einmal, siehe Spiegel:

Der Bundespräsident ist schon wegen eines fragwürdigen Privatkredits in Bedrängnis – jetzt kommt heraus, dass Versicherungsunternehmer Carsten Maschmeyer Anzeigenkosten für ein Wulff-Buch bezahlt hat. Beide versichern, der damalige niedersächsische Ministerpräsident habe davon nichts gewusst.

Maschmeyer wußte nicht, das er eine Anzeige bezahlt, Wulff nicht, das es eine gab, der Verlag nicht, wer die Rechnungen bezahlte und wo die Anzeigen gedruckt wurden? Die Erklärungen will man doch – ehrlich – gar nicht wissen, oder?

Schröder hilft Maschmeyer beim abkassieren, Maschmeyer  hilft Schröder beim zerschrödern des Sozialstaates (irgendwo muss in einem geschlossenen System das Geld halt generiert werden) … und der Freund Fromberg hilft, wenn es mal brenzlig wird. Alle verdienen gut, werden von den Netzwerkern in den Medien hoch gelobt und haben jetzt sogar einen Bundespräsidenten aus ihren Reihen.

Fromberg – Deutschlandweit nicht so bekannt wie Schröder, Maschmeyer oder Wulff – hat doch eine zentrale Rolle in Hannover inne, nochmal Robert Lucius:

Der Anwalt Götz von Fromberg erhält prominente Mandanten dank seines Netzwerkes und
des Rufs als „graue Eminenz von Hannover“. Die bösen Zungen berichten von früheren
angeblichen Mandantenaufträgen aus Berlin, „obwohl“ Schröder zur Kanzlei gehört. Wenn
Schröder prüfen lässt, ob seine Persönlichkeitsrechte durch Zeitungsberichte verletzt werden,
hält er sich natürlich an seinen Kanzleipartner.

Und dieser Kanzleipartner wiederum hat … persönliche Kontakte zu den Hells Angels in Hannover.

Zu dessen Mandanten zählt Frank Hanebuth, den Fromberg als Freund bezeichnet und mit
dem er gerne feiert. Hanebuth, Präsident der hannoverschen „Hells Angels“, gilt als
einflussreichster Vertreter der Motorradrockerbande in Deutschland. Diese kontrolliert das
Rotlichtmilieu von Hannover um das Steintor herum. Fromberg besitzt dort Immobilien.
Wenn er zu seinem sechzigsten Geburtstag lädt, kommen Schröder, Gabriel, Maschmeyer,
Klaus Meine, Udo Lindenberg, die Brüder Gottschalk. Zu den in Hannover legendären
Herrenabenden in Frombergs Partykeller, abgebildet in der „Bild“-Zeitung, die zum
Erbfreundeskreis bevorzugten Zugang hat, kommt zum Tischfußball (“Krökeln“) auch, aber
erst spät, Hanebuth.

Solche Freundschaften zahlen sich auch für die Hells Angels aus – wenn zum Beispiel die Polizei mal zu frech wird, siehe Spiegel:

So flatterte dem Rocker-Sonderermittler des niedersächsischen Landeskriminalamts (LKA), Volker Kluwe, Anfang Juli ein Schreiben des Hannoverschen Staranwalts Götz-Werner von Fromberg ins Haus. Darin übermittelte der Jurist, der sich ein Büro mit Altkanzler Gerhard Schröder teilt, die Verärgerung des örtlichen Hells-Angels-Präsidenten Frank H. Der fast zwei Meter große, kahlköpfige Ex-Boxer sei unzufrieden mit einigen öffentlichen Äußerungen seines verbeamteten Gegenspielers.

Kluwe hatte im Juni in Interviews mit dem „Hamburger Abendblatt“ und der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ vor den Entwicklungen in der Hannoverschen Rockerszene gewarnt. Den Hells Angels sei es in einem „Drei-Phasen-Modell“ gelungen, tief in die Wirtschaftsstruktur der niedersächsischen Landeshauptstadt einzudringen. Dort verdienten sie nun unter anderem als Immobilienkaufleute, Sicherheitsunternehmer und Getränkevertreiber viel Geld.

Auch die Presse – so erfährt man – wird von dem Staranwalt angegangen, einem Anwalt, der laut Weser-Kurier selbst schon mal im Visier der Ermittler stand:

Die Polizei handelte sich mit diesen Ermittlungen ordentlich Ärger ein. DerHannoveraner Rechtsanwalt und Notar Götz von Fromberg, der Hanebuth seit Jahrzehnten vertritt, beschimpfte die Kriminalisten in einem Schreiben vom 31. Mai 2000 als unfähig und drohte juristische Schritte an. Die Empörung kam nicht überraschend, war die Polizei doch bei ihrer Arbeit auf von Fromberg selbst gestoßen – und glaubte am Ende genügend Belastungsmaterial für ein Ermittlungsverfahren gegen den Anwalt gesammelt zu haben. Der Vorwurf: Geldwäsche. Doch die Staatsanwaltschaft Hannover beurteilte das anders, sie ließ von Fromberg unbehelligt.

Auch über die Ermittlungen des Volker Kluwe berichtet der Weser-Kurier:

Nach Meinung des OK-Abteilungsleiters im Landeskriminalamt (LKA), Volker Kluwe, gehen Hannovers „Höllenengel“ strategisch ähnlich wie kriminelle Organisationen vor. Diese Strategie zielt zunächst auf Einschüchterung: Die Mitglieder provozieren und prügeln, sie demonstrieren ihre extreme Gewaltbereitschaft, wann immer sie können. Vor dieser Drohkulisse beginnen sie sich dann zu etablieren, schleichen sich in die Legalität, investieren im Milieu verdientes Geld in scheinbar seriös arbeitende Firmen und funktionieren ganze Straßenzüge vom schmuddeligen Rotlichtbezirk in eine attraktive Vergnügungsmeile um, die neben Bars und Bordellen auch Kneipen und Diskotheken bietet.

Über die Auswüchse dieser Gewaltbereitschaft berichtete der Spiegel schon 2008:

Sie fesselten, knebelten, folterten: In Hannover steht ein gutes Dutzend Hells Angels vor Gericht. Sie sollen Rockerrivalen schwer misshandelt haben. Die „extreme Brutalität“ der Täter wirft ein Schlaglicht auf eine gefährliche Szene, die enorm an Zulauf und Einfluss gewinnt.

Und – wie der Weser-Kurier weiter berichtet – macht man auch vor Journalisten nicht halt:

Einer kritischen Journalistin sagte Hanebuth einmal, er werde es sich nicht gefallen lassen, mitsamt seinem „Club“ in die „kriminelle Ecke“ gestellt zu werden. Ob das eine Drohung sei, wollte die Frau wissen. Das sei keine Drohung, das sei ein Versprechen, antwortete der Rockerchef. 

Merkt man, in welchen Zuständen wir in Deutschland im Jahre 2011 schon leben? Nochmal zu Robert Lucius. Phillip Edelsheim von der FAZ ist den hannoveranern Netzwerken mal nachgegangen … und berichtet von äußerst denkwürdigen Erscheinungen im Zusammenhang mit Lucius Artikel:

Der Artikel erregte Aufsehen noch an höchster Stelle. Einwendungen wurden erhoben. Gerhard Schröder bestand auf einer Richtigstellung.

Außerdem kam zwei Tage nach Veröffentlichung des Artikels ein anonymer Brief: an Robert von Lucius, adressiert allerdings an die Frankfurter Redaktion. Das Kuvert, normale Größe, fand sich im Postkoffer, mit dem Material zwischen der Frankfurter und der Berliner Redaktion ausgetauscht wird. Es war nicht frankiert und vollkommen durchsichtig, transparenter noch als Butterbrotpapier, so dass man schon von außen den gedruckten Text auf dem gleichfalls durchsichtigen Zettel lesen konnte, der in dem Kuvert lag: „Danke, dass wir Frankfurter das gegen die Hannoveraner geschafft haben. Auf weitere gute Zusammenarbeit“.

Vielleicht noch interessanter als der Zettel war das Geld in dem Umschlag, ebenfalls von außen gut zu sehen: pinkfarbene 500-Euro-Scheine, gleich zwanzig Stück. Also 10.000 Euro in bar. Über den Hintergrund kann man nur spekulieren. Über eines nicht: Dem anonymen Absender fällt es nicht schwer, 10.000 Euro für obskure Zwecke auszugeben.

Und hier erfahren wir auch, warum die die Kritik an Wulff tödlich sein kann:

Der Aufenthalt im Steintorviertel war wirklich aufschlussreich. Auch weil mir ein Gesprächspartner aus der Szene – sein Name bleibt hier unerwähnt – einen väterlichen Rat mitgab: Ich soll vorsichtig sein mit dem, was ich schreibe. Man habe so schnell ein Messer im Rücken. Ich sei doch jung. Ich wolle doch noch ein schönes, langes Leben. Manche Leute seien unberechenbar. Die könnten schon für 5000 Euro jemanden umbringen lassen.

Wer gegen Wulff ist, ist auch gegen das Netzwerk. Ist gegen Schröder, Maschmeyer, Gabriel, Fromberg und die Hells-Angels in Deutschland. Man muss in diesem Land wieder aufpassen, was man schreibt. Das hat auch aktuell die Polizei begriffen:

Die Polizei Hannover sagt: „Wir haben keine Erkenntnisse, dass die Hells Angels in Hannover aktuell als verbrecherische Organisation einzustufen sind.“

Aber vielleicht lieferten sie das Vorbild für die Agenda 2010 des Ex-Kanzlers Gerhard Schröder, siehe FAZ:

„Sozialschmarotzer dulden wir nicht“, sagt Hanebuth. „Wenn einer keinen Job hat, dann wird ihm einer besorgt. Wer nicht arbeiten will, der fliegt.“

Das sah die SPD dann genauso: wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen. Ein schönes Foto der meist beleibten Leistungsträger dazu gibt es bei der Frankfurter Gemeine Zeitung:

SPD-Herrenrunde mit Erfolgsmenschen 2004 (v. l.): Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, AWD-Chef Carsten Maschmeyer, Rechtsanwalt Götz-Werner von Fromberg, TUI-Chef Michael Frenzel, SPD-Chef Sigmar Gabriel und Ex-VW-Personalvorstand Peter Hartz 

Womit sich der Kreis schließt und bewiesen wäre: Kritik an Wulff kann lebensgefährlich sein – und die Hells Angels waren die Ideengeber für Schröders Sozialpolitik. Den Arbeitslosen in Deutschland jedoch empfehle ich, Mitglieder der Hells Angels zu werden. Dort bekommt man wenigstens einen Job … und ein Motorrad, siehe Zeit:

Ein V-Mann berichtete der Polizei im Oktober 2001: Gernot S.*, ein Hells Angel aus Hanebuths „Charter“, habe ihm erklärt, wie der „Motorradclub“, Hanebuths Sicherheitsfirma und seine Bordelle „kooperieren“. Der Club leihe den laut Gernot S. meist „hirnlosen“ Rockern 30.000 bis 40.000 D-Mark für ihr Harley-Davidson-Motorrad. Diesen Kredit würden die Männer dann abarbeiten. 

So schafft man sich Freunde. So kriegt man Jobs.

Wäre … auch mein Lieblingsmotorrad.

PS: mir ist jetzt etwas mulmig, weil ich gar nicht die Genehmigung der Hells Angels für diesen Artikel eingeholt habe.  Ich zitiere ja aber auch nur andere, das ist dann doch ok, oder? Bitte Bescheid sagen – ich lösche sofort. Ich habe kleine Kinder – ich kann da kein Risiko eingehen … und ich weiß, wer in diesem Staate die Macht innehat, siehe Zeit:

Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) richtete sich 2010 in Deutschland fast jedes zehnte polizeiliche Ermittlungsverfahren im Bereich der organisierten Kriminalität gegen Rockerclubs oder mit diesen zumindest lose verbundenen Gruppen.

Und wenn die Polizei mal einen V-Mann schickt, wird der schnell kalt gestellt, siehe TAZ:

Er wusste vom VW-Skandal, Jahre bevor er aufflog, er war den Hells Angels in Hannover auf der Spur – dann wurde Bernd Kirchner als V-Mann kaltgestellt. Seitdem kämpft er um sein Geld. Und um seine Ehre.

Bernd Kirchner war der erste V-Mann in Niedersachsen, der auf organisierte Kriminalität angesetzt wurde. Er berichtete aus der Hannoverschen Rotlichtszene, dank seiner Kontakte wusste er von der Sexparty-Affäre bei VW, lange bevor der Skandal aufflog.

Er machte Schießübungen mit den Hells Angels, er sah die Geldkassette, aus der sie ihre Scheine nahmen. „Niemand war näher an den Hells Angels dran als er“, sagt einer aus dem Polizeiapparat, der lieber ungenannt bleiben möchte.

Und nachdem wir nun den Kreis zwischen Hells Angels und Peter Hartz durch die VW-Sexpartys und ihre gemeinsame Arbeitsmoral geschlossen haben, erfahren wir auch, warum die Polizei Hannover aktuell keine Verdachtsmomente hat:

Andererseits beobachtete Kirchner, wie Staatsanwälte bei Prostituierten verkehrten, wie sie Bordell-Besitzerinnen, die im Gefängnis saßen, übers Wochenende eine Ausgangserlaubnis beschafften. Es habe geheißen, „wenn du dem einen umsonst bläst, gibts später keinen Ärger“, sagt Kirchner. Die Staatsanwälte gaben an, selbst verdeckte Ermittlungen zu führen, doch zu einer Anklage führten diese Ermittlungen nie.

Auf die Idee, seine Party im Sansibar als Ermittlung zu tarnen, kam der Polizeichef Hannovers leider nicht. Aber jetzt weiß man, warum „einer aus dem Polizeiapparat lieber ungenannt bleiben möchte“.

 

Wer Deutschland regiert … und zu welchem Preis.

Eifel, 10.10.2011. Ein stürmischer Herbstag. In der Welt ist nichts Besonderes los. Gut, das Weltfinanzsystem droht zusammenzubrechen, wenn die Deutschen nicht ihre letzten Ersparnisse spenden und in Ägypten werden als Folge der bejubelten Revolution Christen in Massen abgeschlachtet - auch vom Militär - während die USA unter der Last von 14 000 000 Arbeitslose und 14 000 000 000 000 Dollar Schulden leiden - eine Million Dollar Schulden pro Arbeitslosen, wenn man es so sieht. Aber das alles interessiert uns nicht, weil ja Altkanzler, Brioni-Modell und Lobbyist Gerhard Schröder in der FTD schon längst die Lösung der Probleme benannt hat - einen Teilschuldenerlass für Griechenland:

Eifel, 10.10.2011. Ein stürmischer Herbstag. In der Welt ist nichts Besonderes los. Gut, das Weltfinanzsystem droht zusammenzubrechen, wenn die Deutschen nicht ihre letzten Ersparnisse spenden und in Ägypten werden als Folge der bejubelten Revolution Christen in Massen abgeschlachtet – auch vom Militär – während die USA unter der Last von 14 000 000 Arbeitslose und 14 000 000 000 000 Dollar Schulden leiden – eine Million Dollar Schulden pro Arbeitslosen, wenn man es so sieht. Aber das alles interessiert uns nicht, weil ja Altkanzler, Brioni-Modell und Lobbyist Gerhard Schröder in der FTD schon längst die Lösung der Probleme benannt hat – einen Teilschuldenerlass für Griechenland:

„Dieser Teilschuldenerlass muss so gestaltet sein, dass weder der Bankensektor nachhaltig geschädigt wird, noch dass es zu einer Kettenreaktion in anderen europäischen Staaten kommt.“

Heist auf Deutsch: weder Banken noch andere Staaten müssen auf Geld verzichten müssen. Das übernimmt der deutsche Steuerzahler gern allein, da sind wir ganz generös.

In Wikipedia finden wir einen denkwürdigen Satz von Gerhard Schröder, den er auf einer AWD-Tagung gesagt haben soll:

Bundeskanzler Schröder trat im Jahr 2004 vor AWD-Führungskräften auf und soll laut einer internen AWD-Mitarbeiterzeitung erklärt haben: „Sie als AWD-Mitarbeiter erfüllen eine staatsersetzende Funktion. Sichern Sie die Rente Ihrer Mandanten, denn der Staat kann es nicht.“ 

Nun – die AWD-Mitarbeiter haben natürlich nicht die Rente der Mandanten gesichert, sondern das Einkommen ihres Chefs.

Unter Schröders Bundesregierung war es AWD schließlich möglich, in Deutschland hochriskante Finanzprodukte zu vertreiben, deren Verkauf in vielen anderen europäischen Ländern nicht möglich gewesen wäre. Nach der gewonnenen Bundestagswahl soll es nach Angaben einer federführenden Mitarbeiterin der Staatskanzlei auch ein „Dankeschön-Abendessen“ mit Maschmeyer gegeben haben.

Weniger zum „Danke-Schön-Essen“ neigen jene Menschen, die unter der letzten kostenträchtigen Agenda das Kanzlers gelitten haben – der Agenda 2010, die das Ende des deutschen Sozialstaates einleitete.

Blicken wir doch mal zurück – in das Jahr 2002. Der Westen erinnert sich noch daran:

Die Reform begann nach dem „Vermittlungsskandal” der Bundesanstalt für Arbeit (BA) im Jahr 2002. Die BA hatte ihre Statistiken geschönt. In der Folge wurde eine Kommission unter Leitung von VW-Vorstand Peter Hartz ins Leben gerufen. Sie sollte Vorschläge für eine effizientere Vermittlung von Arbeitslosen machen. Dazu gehörten die Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zum „Arbeitslosengeld II” und eine verbesserte Betreuung der Jobsuchenden.

2010 werden die Zahlen immer noch geschönt, die Vermittlungserfolge sind eine reine Katastrophe.

Die nackten Zahlen schmeicheln den Schöpfern der Hartz-Reformen nicht: Nur 1 bis 1,5 Prozent der Bezieher von Arbeitslosengeld II werden in ungeförderte Beschäftigungen vermittelt (also nicht in 1-Euro-Jobs oder andere Stellen mit Arbeitgeberzuschüssen). Nur einer von vier Arbeitslosen findet im Laufe eines Jahres irgendeine Stelle.

Angesichts dieser Reformpleite ist es doch mal Zeit, genauer auf die Köpfe zu achten, die diese Reform ins Rollen gebracht haben. 14 Menschen waren es, die die Vorschläge zu dem Gesetz ausgearbeitet haben – 15 mit dem mitlerweile vorbestraften Peter Hartz.

Mit Daimler Chrysler, Deutscher Bank, Volkswagen und BASF waren vier große deutsche Konzerne durch Lobbyisten vertreten (ja, Eggert Voscherau wird eindeutig als BASF-Lobbyist genannt). Mit  Klaus Luft (unterstützte Goldman Sachs bei der Privatisierung der Telekom) und den Consultants von McKinsey und Roland Berger haben wir drei weitere Lobbyisten der Konzernherrschaft.  Heinz Peter Gasse wird zwar zu dem Zeitpunkt noch als IG-Metall-Mann gezählt, wurde aber 2004 Direktor im Krupp-Mannesmann-Konzern und machte dort positive Erfahrungen mit Kurzarbeit – wie viele andere Konzerne auch.  Damit sind wir bislang bei 8 Menschen, die von dem Konzernwesen profitieren. 9, wenn man Professor Jann aus Potsdam hinzunimmt, der als Referent an der Hertie School of Governance tätig ist, einer privaten Hochschule, wo man für 5000 Euro pro Semester im früheren Staatsratsgebäude der DDR gutes Regieren im 21. Jahrhundert lernen kann.  Das Konzerne in den Räumen ehemaliger Diktaturen reiche Studenten für zukünftige Regierungsarbeiten ausbilden, scheint bislang niemanden zu stören.

Bleiben noch sechs übrig.

Harald Schartau – damals noch Arbeitsminister NRW – ist inzwischen Konzerndirektor.

Wolfgang Tiefensee – bekannt durch die Bonusaffäre bei der Privatisierung der Deutschen Bahn-AG  oder durch großzügige Auftragsvergabe an Unternehmensberatungen – kein überzeugendes Gegengewicht zu der Konzernfraktion.

Bleiben … vier.

Einer davon ist Hanns-Eberhard Schleyer, zehn Jahre lang Generalsekretär des Zentralverbandes des deutschen Handwerks, eines Verbandes, der selbst massive finanzielle Probleme hatte.  Nebenbei – ein Mensch mit bemerkenswerter internationaler Karriere – die so gar nicht zu dem Profil eines Handwerkskammerpräsidenten passt. Einen Hammer hatte der wahrscheinlich noch nie in der Hand:

Herr Schleyer war zunächst in der Kanzlei Mudge, Rose, Guthrie & Alexander (New York) und als Partner von Haver & Mailänder (Stuttgart) tätig, bevor er als Bevollmächtigter beim Bund und später als Chef der Staatskanzlei in die Dienste des Landes Rheinland-Pfalz wechselte.

Hanns-Eberhard Schleyer war an der Entwicklung der Medienlandschaft in Deutschland maßgeblich beteiligt . So war er u. a. Vorsitzender der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten und hat wesentlich am Aufbau des Privatrundfunks (SAT 1, RTL plus) mitgewirkt. 

Doch mehr als ein Funktionär, der nur von Beiträgen anderer lebt wie Gewerkschafterin Isolde Kunkel-Weber , die für 4500 Euro begeisterte Teilnehmerin am „Matrix-Seminar“ 2010 der „Common Purpose“ Organisation war – einer Seminarplattform, die (mit viel sozialem Touch) die Vernetzung von Politik und Konzernwesen weltweit betreibt.

Die Kanzlei, in der Schleyer arbeitete, brachte übrigens den einzigen kriminellen Justizminister der USA hervor.

Modern Government eben.

Bleibt noch: Günther  Schmid – den wir unter anderem gemeinsam mit einer Dozentin der Hertie School of Modern Government finden, wo sie gemeinsam Wege zur gemeinsamen europäischen Finanzpolitik aufzeigen.  Die Kollegin – Dr. Inge Kaul – macht auch durch Überlegungen zu einer neuen Weltregierung von sich reden – womit wir von der ganz kleinen Hartz-Reform auf einmal in der großen Weltpolitik gelandet sind – und mittendrin sind in der Ausplünderung europäischer Nationalstaaten zugunsten des internationalen Konzernwesens.

Partner der Hertie School of Modern Governance?

McKinsey, Deutsche Bank, Roland Berger, Georgsmarienhütte (ja, da wo der Schartau untergekommen ist) – mit Jobst Fiedler haben wir sogar den Hartz-Kommissions-Mann von Roland Berger als Dozenten und „Associate Dean“.

Schon unheimlich?

Wird noch besser – hören wir die Schule selbst:

Absolventinnen und Absolventen des Master of Public Policy und Executive Master of Public Management -Programme und ehemalige Teilnehmer in Executive Education Seminare bilden zusammen das Alumni-Netzwerk der Hertie School of Governance. Das Netzwerk wächst schnell und ist schnell zu einem der wichtigsten Teile der Hertie School of Governance Gemeinschaft. 

Natürlich vernetzen sich auch die Alumnis der Hertie School of Governance mit den Common Purpose – Fans, deren Geschäftsführer Frank Trümper mit dem ehemaligen Marketingleiter der Hertie School of Modern Governance Alecander Ross im „Rückblick 2006“ der „Internationalen Fachtagung für Public Relations“ auftaucht, die seit 2004 Medien und Konzerne mit Nichtregierungsorganisationen (Tierschutzbund, Amnesty Interantional, Transparency International, foodwatch) vernetzt.

Mit dabei: Deutsche Bank, AWD, E-Bay, ZDF, Siemens, Phillips, Deutsche Bahn, Bertelsmann und viele andere große Namen.

Organisiert wird das vom Bundesverband Deutscher Pressesprecher.

Der Bundesverband deutscher Pressesprecher (BdP) ist die berufsständische Vereinigung für Pressesprecher und Kommunikationsbeauftragte aus Unternehmen, Verbänden, Organisationen und Politik. Er vernetzt die Sprecherinnen und Sprecher und bietet ihnen Plattformen, um Meinungen, Erfahrungen und Wissen auszutauschen.

Und weiter:

Ein großer Vorteil des neuen Verbandes liegt darin, dass ausschließlich hauptberufliche Pressesprecher Mitglied werden können. Das bedeutet optimale Voraussetzungen, um „unter sich“ Netzwerke zu bilden und Grenzen zwischen Branchen der Wirtschaft, Verbänden und Politik zu überwinden.

Da werden in der Tat Grenzen überwunden – da kann schon mal der Pressesprecher der Hartz-Koalition problemlos zum AWD wechseln – da diesem nun „staatsersetzende Funktionen“ zukommen, eigentlich ein logischer Weg. Da wir auf der Tagung auch nahezu alle großen Tageszeitungen sowie die politischen und wirtschaftlichen Magazine vertreten haben, gibt es dort unglaubliche Möglichkeiten der Meinungsmache … und Verfilzung. Damit ist sichergestellt, das die Verfilzungen selber gar nicht mehr so sehr an die Öffentlichkeit kommen.

Kehren wir nochmal zurück zu Jobst Fiedler – hier in einem Artikel der Zeit aus dem Jahre 2004:

In der Staatskanzlei trifft sich Sigmar Gabriel mit Jobst Fiedler, einem Parteigenossen, von 1990 bis 1996 Oberstadtdirektor von Hannover. Mittlerweile leitet Fiedler bei Roland Berger jene Abteilung, die sich um die Beratung der öffentlichen Verwaltung kümmert. Public Sector Consulting heißt der neue Branchenzweig im Beraterjargon. Fiedler holt sich den Zuschlag. Ohne das Projekt auszuschreiben, ohne also eventuelle Vergleichsangebote einzuholen, schließt die Landesregierung einen Beratervertrag über 516 000 Euro mit Berger, „Prüfung der Konsolidierungspotentiale für den Landeshaushalt“ heißt der Auftrag.

Für 2500 Euro Tageshonorar leisten die Berater bemerkenswerte Arbeit:

Der damalige Präsident des Landesrechnungshofs, Wolfgang Meyerding, schätzt, zwei Drittel des kostspieligen und als vertraulich eingestuften Haushaltsgutachtens, das der ZEIT vorliegt, bestünden aus nichts anderem als aus der bekannten Expertise der Verwaltung.

Der heutige Bundespräsident Christian Wulff bringt die Sache auf den Punkt:

Zwischen Politik und Beratern, zürnte Wulff, seien „Kartelle“ und „Seilschaften“ entstanden und „Freundschaften, die sich gegenseitig einen Dienst erweisen“.

500 Millionen Euro hat die Beraterbranche innerhalb eines Jahres von der Hartz-Koalition erhalten – Geld, das man an anderer Stelle eingespart  hat. Zum Beispiel bei den Arbeitslosen ohne Netzwerke in Politik, Wirtschaft und Medien – und ohne die Möglichkeit, sich die Schulen zu leisten, die diese Netzwerke in Zukunft ganz gezielt aus dem Nachwuchs der reichen Bevölkerung rekrutieren wollen.

Christian Wulff – der große Kritiker des Beraterfilzes – ist leider selber eng verfilzt … was aber dank der „staatsersetzenden“ Funktion der Konzerne nicht weiter wundern sollte.

Einer bleibt noch übrig von der „Hartz-Komission“. Wilhelm Schickler, einst Präsident des Landesarbeitsamtes Hessen, dann Leiter der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg. Er durfte die Suppe auslöffeln, die andere eingebrockt haben.

Von ihm abgesehen zeigt die Zusammensetzung der Hartz-Kommission, wer Deutschland regiert – und zu welchem Preis.

Der Preis … das sind jene Milliarden, die das System gerade aus Europa herauspresst, um sie auf Privatkonten zu transferieren. Wozu? Um zum Beispiel die kostspieligen Duftkerzen der Firma Artedana kaufen zu können, die die Firma des Hartz-Komissionsmitglied Klaus Luft anbietet: 53 Euro für eine Kerze muss man sich halt leisten können.

Damit sich das nicht ändert, bilden die Mitglieder Fiedler und Jann schon mal den Nachwuchs aus, der dann das Geschäft weiter betreibt. Das Fiedlers Auftraggeber Sigmar Gabriel (wie die Maschmeyerfreunde Wulff und Schröder) aus Niedersachsen stammt, möchte ich nicht unerwähnt lassen. Sicherlich ist er nicht deshalb SPD-Chef geworden, weil dort alles so schön nahe beieinander liegt, oder?

Wird jetzt klar, warum von Seiten der vereinigten Pressesprecher und bezahlten Medienleute die Theorienbildung über Verschwörungen mit einem Tabu belegt worden ist – und wie die Auswahl der Hartz-Komission bewerkstelligt wurde?

Wenn nicht – ich habe noch einen … Namen. Thomas Middelhoff. Er war auf dem oben zitierten Pressesprecherevent – obwohl er gar kein Pressesprecher ist. Ja, genau der Middelhoff, der jetzt vom Karstadt-Insolvenzverwalter auf Schadensersatz verklagt worden ist. Was der mit der Hartz-Komission zu tun hat?

Nichts.

Aber mit den Hintermännern viel, siehe Wikipedia:

Im Februar 2009 gründete Thomas Middelhoff mit Roland Berger und Florian Lahnstein (dem Sohn von Manfred Lahnstein) in London die Investmentgesellschaft BLM (Berger Lahnstein Middelhoff & Partners LLP), deren Chairman Middelhoff seitdem ist. Für den Aufsichtsrat konnten prominente Mitglieder wie Wolfgang Clement, Manfred Lahnstein und Mark Wössner gewonnen werden. 

Der kann aber noch mehr – außer Karstadt pleite gehen und die Menschen arbeitslos werden zu lassen:

Seit September 2003 ist Middelhoff Mitglied im Board of Directors der New York Times Company, welche neben der New York Times, die International Herald Tribune, den Boston Globe und zahlreiche weitere Zeitungen herausgibt und Inhaber von TV- und Radiostationen ist.

Er ist Mitglied des Kuratoriums der Atlantik-Brücke.

Und so …. kommen wir doch nochmal auf den Einfluss der US-Politik (samt ihren Schulden und Arbeitslosen) auf die deutschen Arbeitslosengesetze zu sprechen…oder auch besser nicht.

Aber wir haben einen kleinen Einblick darauf erhalten, wie Deutschland regiert wird – und was uns in Zukunft erwartet.

Den konkreten Preis entnimmt man bitte der Staatsverschuldungsuhr beim Bund der Steuerzahler oder dem Verzeichnis deutscher Privatinsolvenzen.

 

 


 

 

 

 

 

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