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Deutschland aktuell: Balkonsex verboten, Kinderklau, Leichenschändung, Hass und Kannibalismus erlaubt.

Deutschland aktuell: Balkonsex verboten, Kinderklau, Leichenschändung, Hass und Kannibalismus erlaubt.


Montag, 23.6.2014. Eifel. Kennen Sie Stephen King? Autor berühmter Horrorgeschichten? Er schrieb mal etwas Interessantes über die Autoren von phantastischen Geschichten (zitiere aus dem Gedächtnis): man kann sie an einem gewissen Glitzern in den Augen erkennen, sie sind in der Lage, einzelne, besondere Informationen herauszufiltern, an denen andere spurlos vorübergehen. Als Beispiel erwähnte er die Nachricht über einen schrecklichen Zirkuszeltbrand, bei dem viele Menschen umkamen … am Ende der Aufräumarbeiten war jedoch ein Mädchen übrig. Seine Eltern waren weder unter den Toten noch unter den Lebendigen, woher sie kam, was sie in dem Zelt allein wollte, wie sie den Brand überlebt hatte – das alles blieb fraglich bis ans Ende der Tage.

Ich habe mich heute daran erinnert, weil ich mich an einer Nachricht gestoßen habe, die viele meiner Mitmenschen übersehen haben. Sicherlich gibt es heute enorm wichtige Nachrichten von elementarer Bedeutung: Kriege mit und ohne Ball bewegen die Menschheit wie selten zuvor: warum soll man sich da um Sex auf dem Balkon scheren?

Trotzdem bin ich gerade an dieser Nachricht hängen geblieben.

Ich möchte Sie auch einfach mal bitten, mir zu folgen. In die Städte, die Museen, die Kunstaustellungen, die Kirchen, die Klöster, Gerichte und Parlamente in diesem Land, ja – folgen Sie mir bitte auf diesem geistigen Flug durch die Republik, sehen sie die 80 Millionen Menschen, die momentan die deutschsprachige Gemeinschaft im Herzen Europas bilden, sehen Sie, wie sie geschäftig hin und her laufen, reden, kaufen, verkaufen, handeln. arbeiten, singen und lachen. Wissen Sie, was Sie da sehen? Das Ergebnis von SEX.

Gruselig, oder?

Dabei scheint das Anschauen von Sex dem Deutschen zu gefallen – monatlich erscheinen über tausend Porno-DVD´s,  die NICHT verboten sind (Daten aus 2007 auf Wikipedia). Aus der Erinnerung heraus kann ich sagen: auch in normalen Spielfilmen findet man sexuelle Handlungen in zunehmender Deutlichkeit, ohne das die Gerichte einschreiten. Was stört also an Sex auf dem Balkon? Wir alle haben unsere Existenz der Sexualität zu verdanken – selbst der Papst wäre ohne nicht hier. Ist es einfach Missgunst?

Die hoch geschätzte Sybille Berg inspirierte mich heute zu diesem Gedanken, siehe Spiegel:

Das passiert also, wenn die Bewohner eines Landes enttäuscht sind. Aber von was eigentlich? Von der Welt, die sich verändert? Vom eigenen Lebensentwurf? Von dem Deal, der nicht eingelöst wurde und der so ging: Ich verkaufe dir meine Arbeitskraft, ich halte mich an die Regeln, ich mache ein Kind, ich heirate eine Frau, und dann bekomme ich eine prächtige Rente. Und nun? Die Frau ist scheiße, das Kind ist in der Großstadt und schwul, und die Bank hat den Kredit gekündigt. Die Steuern zahlen nur die kleinen Leute und die Ausländer – boah, flog da der erste Stein?

Tja – der Deal. Der ist gelogen – doch das ist ein anderes Thema. Ist das es, was deutsche Gerichte dazu anleitet, Sex auf dem Balkon zu verbieten? Purer Neid der Frustrierten?

Halten wir inne. Nein – wir denken hier erstmal nicht weiter, wir verändern die Perspektiven. Schauen wir mal, was in Deutschland ERLAUBT ist – die Ruhrnachrichten haben hier ein Detail bezutragen:

Seitdem Medien 2004 berichteten, dass Gunther von Hagens in China Leichen ungeklärter Herkunft sowie von Hingerichteten aufkaufe und zu Ausstellungszwecken präpariere, kochen die Anschuldigungen immer wieder hoch. Eine Initiative ruft nun Bochums Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz und Abgeordnete des Bundestags dazu auf, die Ausstellung „Körperwelten – Der Zyklus des Lebens“ zu stoppen.

In ihrem Offenen Brief „Stoppt Organraub in China“ heißt es: „Es besteht schon seit längerer Zeit der Verdacht, dass für die Herstellung der Plastinate unter anderem auch Falun Gong-Praktizierende, die in Arbeitslagern zu Tode gefoltert wurden oder bei erzwungenen Organentnahmen starben, verwendet wurden.“

Der Anblick unbestatteter Leichen war dem Babylonier noch ein Gräuel: böse Geister umgaben die nicht ordnungsgemäß bestatteten Toten, die o.g. Ausstellung wäre für sie ein Teufelspfuhl gewesen, ein Stück Hölle auf Erden … lange bevor das Christentum überhaupt ersonnen wurde. Es geht hierbei noch nicht mal um den Vorwurf, dass die ausgestellten Körper möglicherweise unter gruseligen Umständen fabriziert wurden, sondern um die Tatsache, dass wir Sex auf dem geschützt liegenden Balkon verbieten – aber Leichenschändung in aller Öffentlichkeit gut finden. Leichenschändung? Ja – sie sind alle verstümmelt, zerstückelt, zu bloßer organischer Masse entwürdigt, waren mal lebende, atmende, liebende sexuelle Wesen, die jetzt zu Horrorbildern für die Ewigkeit werden und uns Anschauungen ermöglichen, die wir sonst nur auf Schlachtfeldern oder in den Küchen der Kannibalen erhaschen können – und selbst von dem Kriegsherren Napoleon ist überliefert, dass ihm der Anblick von Schlachtfeldern zuwieder war.

Wir sind da ein ganzes Stück weiter – für uns ist das Belustigung.

Aber Balkonsex verbieten – wie schräg ist das denn?

Doch damit nicht genug – auch das Essen, der Konsum von Menschen durch Verzehr rückt langsam schrittweise … im Rahmen des „forever young“-Konzeptes der globalisierten Konzerndiktatur … ins Visier der Nahrungsmittelkonzerne, siehe netzfrauen.org:

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé will ein weiteres Standbein ausbauen:  Zu diesem Zweck ist der Konzern eine langfristige Zusammenarbeit mit der US-Biotechnologiefirma Cellular Dynamics International (CDI) eingegangen. Dieses Unternehmen besitzt 100 Patente und produziert menschliche iPS-Zellen – nun auch für Nestlé.

Stammzellen in Schokolade: COOL. Sex auf dem Balkon: UNCOOL.

Ich glaube, Sexualität in der Öffentlichkeit ist schon länger verboten. Jetzt wird sie in die Betonschachteln zurückgedrängt, in die dunklen, kalten, schimmeligen Schlafzimmer der Wohnsilos … dabei weiß jeder, der das Leben liebt und schätzt, wie anregend Sonne und Wind auf Haut sein können – und wie wichtig Sexualität ist, um einen neuen Papst zu produzieren.

Noch ein paar Ausblicke darauf, was erlaubt ist?

Man darf verfolgte und gejagte Kinder entführen und in die Psychiatrie stecken, siehe Nürnberger Nachrichten:

Sein Martyrium ist in dicken Aktenbänden dokumentiert. Als Schüler fühlte sich Stefan (Name geändert) über Jahre hinweg gemobbt. „Du fette Sau“ haben sie ihm, laut Klageschrift, nachgerufen, ihn per Telefon terrorisiert. Die Lehrerin habe ihn vor der gesamten Klasse als „Blaumacher“ hingestellt. Als die Familie den Schulpsychologen einschaltete, hänselten ihn Mitschüler wieder. Er sei wohl reif für die Klapse. Der Rektor, so die Mutter, habe ihr mit einer Verleumdungsklage gedroht, wenn sie behaupte, an der Schule werde gemobbt. Als alle anderen Bemühungen, die Schulprobleme zu lösen, gescheitert waren und Stefan immer öfter gesundheitlich nicht in der Lage war, den Unterricht zu besuchen, wandte sich Ellen Jordan auch an das zuständige Jugendamt. Die Behörde ging massiv vor. Das war im April 2007.

Wegen der Fehltage in der Schule sei, so der Amtsleiter, eine „psychiatrische Abklärung“ des Jungen dringend erforderlich.

Die Schadensersatzklage wurde abgeschmettert, die Vernichtung soziale Existenzen durch Mobbing und Jugendamt stellt für deutsche Gerichte kein Problem dar – Sex auf dem Balkon schon. Fehltage in der Schule fordern Abklärung durch die Psychiatrie – Sexverbot auf dem Balkon nicht.

Ebenso zögern Gerichte nicht, ganze Familien zu zerschlagen und das Leben von Kindern nachhaltig zu traumatisieren und zu zerstören, siehe Spiegel:

Morgens um acht Uhr kamen Polizei und Jugendamt: Ein hessisches Gericht hat Eltern das Sorgerecht entzogen, weil sie ihre vier Kinder nur zu Hause unterrichten wollten. Das Paar ist streng religiös und lehnte sogar den Unterricht an einer christlichen Privatschule ab.

Wie die Kinder diesen elementaren Eingriff in ihre Privatsphäre erleben, interessiert Gerichte nicht, in alter Tradition und im Gehorsam gegenüber dem Reichsschulpflichtgesetz von 1938, das die Gleichschaltung der Jugend sicherstellen sollte, wird hart durchgegriffen – andere Länder mit anderer historischer Vergangenheit begnügen sich hier mit „Unterrichtspflicht“: hier reicht es, wenn die Eltern für kontrollierbare Lernerfolge sorgen.

Was auch geht: Rassismus. Damit hat man in Deutschland kein Problem, siehe Spiegel:

Der Europarat sorgt sich um den Umgang mit Rassismus und Intoleranz in der Bundesrepublik. Deutschland müsse mehr gegen die Diskriminierung von Minderheiten unternehmen, fordert eine Expertenkommission. Oft werde Rassismus gar nicht als solcher erkannt.

Der Artikel ist sehr lesenwert … enthält er doch präzise Schilderungen ausgewiesener Mängel im Bereich der Justz.

Sex auf dem Balkon wird verfolgt, Menschenhass ist akzeptabel.

Merken Sie jetzt langsam, das wir hier ein Thema von kaum einschätzbarer Wichtigkeit haben – die weitere Zurückdrängung der Sexualität aus dem öffentlichen Raum, während man mit Kinderklau, Kannibalismus, öffentliche Leichenschändung und Menschenhass großherzig duldet?

Was ist das für eine Gesellschaft, die den Quell allen menschlichen Lebens in dunkle Grotten verbannt, aber Leichen zu Kunstobjekten erhebt? Wie wird man über diese Gesellschaft in tausend Jahren denken – im Vergleich der historisch bekannten Kulturen?

Wir werden weit hinter der Bestialität des römischen Zirkus landen als unverständliche, unmenschliche Kultur, die einen abscheulichen Totenkult praktizierte – ein Urteil, das auch zu unsere Art des Wirtschaftens, des Krieg führens und der Alltagsgestaltung paßt.

Und jetzt kann man langsam auch verstehen, warum Hippies Sex in der Natur als heilsam und Sexualität als politisch außerordentlich bedeutsam verstanden haben. Die waren schon sehr vorauschauend.

Was man aber auch weiß: wie man ganz bequem und angenehm Widerstand gegen die dominante Unkultur des Todes leisten kann … wenn man einen Balkon sein Eigen nennt.

PS: wer das Thema noch ein wenig vertiefen möchte, sei auf den Aufsatz „Über die kapitalistische Transformation unseres Körperbildes“ verwiesen, der bei meinem geschätzten Kollegen Martin Bartonitz auf Faszination Mensch zu finden ist. Ein ganz anderer Ansatz – und eine denkwürdige Ergänzung zu den o.g. Ausführungen.

 

 

 

Monsieur Nestlé – We Feed the World

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Wasser ein Allgemiengut? Nestlé Manager sieht das anders, er sagt Wasser ist ein Produkt wie jedes andere auch, und warum sollte man Ihm kein Wert geben, dann würde man auch mit mehr Sorgfalt mit dieser Ressource umgehen, klar doch lieber Nestlé Manager, als weltweit größter Wasserabfüller hat man natürlich vorrangig Interessen, sich dieses nasse Gold zu sichern.

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