Neokolonialismus

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Tod im Schatten der Pandemie – Ralph T. Niemeyer im Gespräch mit Dirk Pohlmann | Das 3. Jahrtausend

John Magufuli, promovierter Chemiker und Präsident Tansanias, war weltberümt geworden, als er Proben von einer Ziege, einem Schaf, einer Papaya und von Getriebeöl mit Daten tansanischer Menschen versah, die Teststäbchen in ein PCR Testlabor einschickte und von dort die Rückmeldung „Corona positiv“ bekam. Magufuli, ein charismatischer Politiker mit dem Spitznamen „Der Traktor“, dem die Einigung Afrikas zugetraut wurde, weigerte sich, die weltweiten Coronamaßnahmen mitzumachen und verzichtete auf Lockdowns in seinem Land. Er wurde daraufhin in vielen Medien westlicher Industriestaaten, auch von den selbsternannten Faktencheckern von ZDF und Correctiv, als unglaubwürdig dargestellt. Der promovierte Chemiker Magufuli mutierte in den Nachrichten zum Corona „Wegbeter“ und „Kräutertrunk“-Verabreicher, es sei sogar unklar, ob bei der Papaya-Affäre überhaupt Tests durchgeführt worden seien. Allerdings: Die COVID-19 Infiziertenrate in Tansania war und ist sehr gering, mit Stichtag 21. März werden auf dem Dashboard der Johns Hopkins Universität 509 Fälle aus Tansania gemeldet. Und der „Kräutertrunk“ wird mittlerweile an einem Max Planck Institut mit erstaunlichen Ergebnissen auf seine Wirksamkeit gegen SARS-COV-2 untersucht, auch die WHO will ihn jetzt wissenschaftlich evaluieren.
In diesem Interview, dass Dirk Pohlmann mit Ralph T. Niemeyer führt, der Magufuli als Öko Unternehmer im Oktober 2020 persönlich traf und das Land aus eigener Anschauung gut kennt, berichtet Niemeyer, dass der Präsident ihm im Gespräch gesagt habe, dass die globalen Pharma-Multis ihn wegen seiner Politik mit allen Mitteln „loswerden“ wollten. Politisch war das schwer möglich, Magufuli hatte gerade die Wiederwahl 2020 mit 85% der Stimmen gewonnen, nach seiner ersten Wahl 2015 zum Präsidenten, die er mit 58% gewann.

Magufuli hatte viele politische Gegner, die es mit der Wahrheit nicht genau nehmen. Die BBC und die Tagesschau verbreiteten nach Magufulis Tod die nur gerüchteweise umlaufende, aber schadenfrohe Fake-Nachricht, der Corona-Leugner Magufuli sei an Covid-19 verstorben. Tatsächlich lautet die bestätigte Todesursache auf eine chronische Herzerkrankung.

Die Berichterstattung zu Magufulis Tod ist in den afrikanischen Medien betont vorsichtig, weil der Fall politisch explosiv ist.

Wie Niemeyer berichtet, der Magufuli mit Hugo Chavez vergleicht, wird dessen Tod aber auf den Straßen in Tansania und Kenia anders besprochen als in den Medien und in afrikanischen Regierungskreisen. Bedeutende afrikanische Politiker, die keine Ambitionen auf eine Karriere mehr haben, zweifeln an der offiziellen Version eines Herztodes. Dirk Pohlmann lässt Ralph T. Niemeyer den Fall und seine Interessenlagen aus verschiedenen Blickwinkeln gründlich erörtern.

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