Naturwissenschaft

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Die Existenz Gottes und der Sinn des Lebens: Spiegel-online im Einsatz

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Montag, 28.12.1015. Eifel. Nun – es gibt aktuell viele spannende Themen, zu denen Position außerhalb von Eigeninteresse bezogen werden sollte, doch aktuell gibt Deutschlands führendes politisches Nachrichtenmagazin die Themen vor: „Glaube und Wissenschaft – gibt es Gott?“.  Diese Frage hatte die griechische Philosophie lange vor Christus erschöpfend behandelt, aber das ist ja kein Grund, sie nicht einfach jedes Jahr nochmal zu stellen. Sie mögen jetzt meinen: die Entsendung von deutschen Awacs in die Türkei ist aber doch viel wichtiger, diese Maschinen sind entscheidend für die Erlangung der Luftüberlegenheit in einem Gebiet – doch glauben Sie mir: Sie irren. Wir werden recht schnell in ein Gebiet vorstoßen, dass hochpolitisch ist, ja, unsere Probleme überhaupt erst produziert – versprochen.

Zwei Menschen wurden zur Führung dieser Debatte aufgerufen – der eine ein Astrophysiker, der andere in Pastor. Schon weiß man, dass man diese Debatte gar nicht mehr zu verfolgen braucht: hier diskutiert ein Fachmann für Tiefseefische mit einem Flötisten über die Reparatur meines Autos, das Ergebnis ist von vornherein klar: die Karre bleibt stehen.

Ich weiß wenig über „Gott“ – außer vielleicht, dass wir ihn besser „Vater/Mutter-Kosmos“ nennen – so hat Christus ihn genannt, das wäre eine korrekte Übersetzung aus dem Aramäischen, seiner Muttersprache. „VAMUKO“ hört sich aber doof an – also bleiben wir bei dem Arbeitsbegriff „Gott“ – aber ich kann Ihnen sagen: mit absoluter Sicherheit ist er nicht ein Teilchen der Natur. Weder das stärkste Teleskop noch das größte Elektronenmikroskop werden ihn auffinden können – was soll ich also mit einem Naturwissenschaftler über dieses Thema reden? Sobald einer von denen sein Fachgebiet verläßt (genau gesagt: physikalische Theorienbildung), ist er ein Scharlatan, der Aufgabe und Ziel seines Schaffens nicht begriffen hat – es ist jemand, der nach MACHT trachtet, Macht über Menschen, im Rahmen der Naturwisenschaft sogar Allmacht über Menschen. Was daraus wird, haben wir schon gelernt: Auschwitz ist die direkte Folge lieblosen naturwissenschaftlichen Denkens. Nun schauen Sie nicht so: wenn wir dieses kalte Denken nicht aus den Kreisen menschlicher Entscheidungen verbannen, ist „Auschwitz“ für alle Ewigkeiten das erprobte Muster für den Umgang mit unerwünschten Personen. Hören wir doch mal diesem Naturwissenschaftler zu:

„Einen Sinn des Lebens gibt es nicht, nein. Wir sind durch Zufall hier, wir sind hier, weil Moleküle diesen erstaunlichen Weg von Bakterien zu Elefanten hin zu Menschen eingeschlagen haben, es gibt keine Regeln, wie Moleküle sich verhalten sollen. Es ist erstaunlich, es ist großartig, dass wir hier sind, aber es steckt kein Sinn dahinter. Gefühle sind eine molekulare Interaktion, Hormone führen dazu, dass wir uns gut fühlen oder schlecht.“

Ja – der Weg ist in der Tat erstaunlich. So erstaunlich wie die Tatsache, dass dieser angeblich so chaotische Planet viel Harmonie im Miteinander erzeugt, um überhaupt Leben zu ermöglichen. Die Vorstellung, dass dies alles sich zufällig ergeben hat, ist mutig – in etwa so mutig wie die Vorstellung, dass ich alle Buchstaben einer Druckerei in eine große Wanne packe, diese in die Luft schmeiße und als Resultat dann eine komplette Zeitung auf dem Boden liegen habe. Auch ohne große Kenntnisse in Wahrscheinlichkeitsrechnung können Sie erahnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass dies geschieht – „Null“ ist da eine recht sichere Wette.

Ja – es geht um Macht – nicht um Vernunft und Weisheit. Es geht um Forschungsgelder und das hemmungslose, ungebremste Ausleben aller Triebe, die gerade über einen kommen – und um eine Philosophie, die dies legitimiert. Unser Professor für Astrophysik weiß dass auch – nicht umsonst kommt er ins Staunen über die Wunder, die seine maschinelle, geistlose Evolution ohne Sinn und Verstand so über Millionen Jahre hinweg geliefert hat. Der Mensch ist wertlos in dieser Philosophie, eine zufällig, sinnlose Kombination von Molekülen, die weg kann, wenn sie stört. Sicher: Eliteatheisten wie Richard Dawkins würden hier argumentieren, dass es sehr wohl einen angeborenen Moralkodex gibt (siehe Richard Dawkins.net): „Der „Gute-Puppe/Böse-Puppe“-Test bei Babys legt nahe, dass uns allen ein grundlegender Sinn für Fairness, Gerechtigkeit und leider auch Bigotterie geboren ist. Die menschliche Moralität kann nicht mit Religion oder dem Fehlen von Religion erklärt werden; dafür ist sie zu komplex.“

Komplex ist sie nur, wenn man ein eingeschränktes Weltbild hat. Schließe ich in meinem Weltbild die Existenz von „Strom“ willkürlich aus, habe ich enorme Probleme, das Glühen meiner Zimmerlampe zu erklären – ja, ich wäre geneigt, es „erstaunlich“ zu finden. Der „eingeborene Sinn für Fairniss und Gerechtigkeit“ ist nichts anderes als das altbekannte „Gewissen“ – jene Instanz, deren Existenz aus dem glühenden Atheisten Clive Staple Lewis einen überzeugten Katholiken gemacht hat (siehe „Pardon, ich bin Christ“ – ein so humorvolles Werk, dass es heute noch verlegt wird). Ich kann mir sogar gut vorstellen, dass wir hier zum eigentlichen Lebenssinn vorgestoßen sind (und zu dem Grund, warum „Gott all´dies Leid zuläßt“): das Gute zu leben trotz der Herausforderungen einer lebensfeindlichen (ergo: bösen) Welt.

Was sagt eigentlich der Herr Pastor dazu?

„Ich widerspreche entschieden. Menschen haben Gedanken und Gefühle. Wie wollen Sie die Selbstwahrnehmung, das Selbstbewusstsein des Menschen mit diesem Modell verstehen? Sicher, jedes Gefühl, jeder Gedanke ist mit einem materiellen Prozess im Gehirn verbunden, lässt sich aber nicht auf diesen reduzieren. Die Frage, wie man sich bewusst zu einem Gegenstand verhält, wie man ihn interpretiert und versteht, geht doch weit über neurophysiologische Reaktionen hinaus“.

Nun: der Herr Naturwissenschaftler kann es nicht verstehen, deshalb staunt er ja. Er gleicht einem Menschen, der jede Schwingung eines Instrumentes bis ins Detail mit mathematischen Begriffen umschreiben kann, Begriffen, die sich dem Schwingungswert des Tones immer mehr annähern, der aber so die Harmonie der Symphonie niemals erlebt – und deshalb messerscharf schließt: da gibt es gar kein Konzert, da sind nur einzelne Töne, die zufällig aufeinandertreffen.

Nun – ich bin kein Pastor, muss nicht eine einzige Religonsform als absolut trefflich verkaufen noch mich wie er auf erstmal rein subjektive Gefühle zurückziehen – ich neige auch eher dazu, die Evangelien psychoanalytisch zu verstehen (wie andere Märchen auch), so wie es Eugen Drewermann getan hat: das tut ihrer  Heiligkeit überhaupt keinen Abbruch. Ich würde deshalb auch anders argumentieren: die Erfahrungen, die wir in der schlecht ausgestatteten, massiv bekämpften und bislang nur rudimentär durchgeführten Nahtodesforschung gemacht haben (exemplarisch seien hier zwei Mediziner genannt Pim von Lommel, ein Kardiologe, der aufgrund seiner Erfahrungen mit wiederbelebten Menschen davon überzeugt ist, dass „Bewusstsein“ nicht an einen Körper gebunden sein muss, oder Dr. med Eben Alexander, der seine eigenen unkonformen und unerwünschten Erfahrungen in seinem Werk „Blick in die Ewigkeit“ veröffentlicht hatte – und vom Saulus zum Paulus wurde), entsprechen den Erfahrungen, die wir aus ältesten religiösen Schriften haben: dem tibetanischen Totenbuch oder dem ägpytischen Totenbuch – um nur zwei zu nennen. In der Bekämpfung der Erfahrungen dieser Menschen wiederholt sich der Kampf um die Sicht der Erde als Scheibe: alle Erfahrungen, die dem „Scheibencharakter“ widersprechen, werden systematisch ausgegrenzt – das die Erde eine Scheibe ist, wird als gottgegeben vorausgesetzt. Wir wissen, wie das ausgegangen ist.

Bewusstsein, dass sich selbst in der Interaktion mit langsam schwingender Energie („Materie“) erfahren will – das wäre ein „Sinn des Lebens“, den auch der Neandertaler, der Elefant und die Mikrobe erfüllen kann – auf unterschiedlichem Bewusstseinsniveau. Mehr brauchen wir auch nicht über ein „Jenseits“ zu wissen – im Gegenteil: zu viel Wissen über die „letzten Dinge“ würde unsere Erfahrungsdimension einschränken – wir modernen Menschen kennen das nur zu gut. Denken Sie nur an sich selbst, wenn Sie ins Kino gehen: Sie wollen gar nicht dauernd an das Studio denken, an den Beleuchter, den Toningenieur, den Kameramann, wollen nicht dauernd reflektieren, warum der Film gerade hier und jetzt geschnitten wurde, noch wie Naturwissenschaftler die Töne und Helligkeitsgrade benennen – Sie wollen eine überzeugende Geschichte genießen, so gruselig sie auch manchmal sein mag (diese Idee führt Richard Bach, der Vater der „Möwe Jonathan“, in seinem Werk „Illusionen“ an).

Zurück zur Naturwissenschaft, die in der stetigen (und ehedem notwendigen) Auseinandersetzung mit der katholischen Kirche selbst zu einem dogmatischen Glaubenssystem wurde, das nicht mehr der Wahrheit sondern (wie ehedem „Religion“) dem Machterhalt der Elite verpflichtet ist. Im Jahre 2015 wird es da mal dringend Zeit, Bilanz zu ziehen – eine kurze Zwischenbilanz nach 200 Jahren Terrorherrschaft.

Sie haben – aus der Sicht eines Metaphysikers und Kosmologen – einen weisen, liebevollen, hochintelligenten Urgrund des Seins (also: eigentlich die pure Essenz von Güte, Liebe und Intelligenz im höchsten Ausmaß) durch etwas anderes ersetzt: einen blinden, dummen, chaotischen, lebensfeindlichen Klumpen mächtigen Matsches, der in seinen Auswirkungen auf die Menschheit die finstersten Dämonen jeder Mythologie bei weitem übertrifft. Das Ergebnis: die Menschheit als solche war noch nie so sehr in ihrer Existenz gefährdet wir jetzt. Durch dümmlichem, überheblichem und grundlosem Herumspielen mit Atomen und der sie zusammenhaltenden Energie wurden Waffen geschaffen, mit denen wir 600 Planeten vernichten können – dabei haben wir nur einen. Ebenso verdanken wir der Spielerei mit Öl einen plastikverseuchten Planeten, dessen Atmosphäre so sehr mit Giftstoffen zersetzt ist, dass das gesamte Klima in Gefahr ist. Unsere Nahrung ist überwiegend nur noch optisch ok, der Gehalt der Speisen sinkt beständigt – trotz „überlegener“ Naturwissenschaft, dafür steigen die Krebsraten kontinuierlich an – und vor allem der Geist des Menschen nimmt in der Maschinenwelt großen Schaden: 2030 werden Depressionen in den reichen Industriestaaten (also jenen, die mit „naturwissenschaftlicher Kultur“ die meisten Erfahrungen haben) Volkskrankheit Nr. 1 sein (siehe Ärztezeitung), ebenso verarmt die Vielfalt des Lebens zusehends von Jahr zu Jahr – das Artensterben nimmt rapide zu (siehe Unric).

Und die andere Seite, die „gottgefällige“ Welt? Kennen wir historisch noch nicht, wurde von den Priestern der Macht bislang immer untergraben. Wir werden sie aber kennenlernen, in Zukunft: es wird die Welt der planetaren Zivilgesellschaft sein, auf die uns unsere Vernunft (und unser Gewissen) automatisch hinführen wird, eine Welt, in der Liebe, Weisheit und Intelligenz einen höheren Stellenwert als Mathematik, Eigenkapitalrendite oder physikalisch messbare Leistung haben werden.

Ach ja: die Messbarkeit. Ich schätze naturwissenschaftliche Methodik ohne Weiteres: immerhin war es die Philosophie, die sie in die Welt gesetzt hat. Um sich in der Welt zurecht zu finden und sich gegen ihre Unannehmlichkeiten durchzusetzen, ist sie recht nützlich – es hilft ungemein, zu wissen, dass Feuer Wasser zum Kochen bringt – und nicht etwa Schnee. Was die (undogmatische) Naturwissenschaft von einer Kraft fordert, um sie anzuerkennen, ist „Wirkung“. Hat nun die Kraft „Gott“ Wirkung? Nun – zumindest auf ein Element der beobachtbaren Welt: den Menschen. Ich könnte nun auf die Welt der Altväter verweisen, jener Menschen, denen das Erleben Gottes so wichtig war, dass sie sich in abgelegene Wüstenhöhlen jenseits allen imperialen Treibens zurückgezogen haben (wie „Weise“ in allen bekannten Kulturen zuvor) und in der Lebensfeindlichkeit der Wüste mehr Leben fanden als im Trubel des Stadtlebens, doch diese Altväter, Urväter aller christlichen Mönchsorden, sind bei Google kaum bekannt. Bekannter ist Anselm Grün, ein noch lebender Mensch und Mönch, der viel Erfahrung mit Gott gemacht hat – was einzigartige (aber in jenen Kreisen normale) Wirkungen gezeigt hat (siehe Süddeutsche):

„Wenn ich unterwegs zu meinen Vorträgen bin, genehmige ich mir manchmal einen Cappuccino in der Raststätte. Das ist mein Luxus. Aber ich gebe keine 50 Euro Bargeld im Monat aus.“

Sagt ein Mann, der ein Vermögen von 100 Millionen Euro hätte haben können – doch es gibt da etwas, was ihm wichtiger war. Er spekuliert im Übrigen auch sehr erfolgreich an der Börse – doch bleibt bei seinen fünfzig Euro im Monat. Sein Geheimnis? Alles Sehnen und Streben, alle Bedürfnisse des Menschen, die über das bloße funktionieren des Körpers hinausgehen, entstehen nur aus einem tiefen Loch, dass durch die Entfremdung von Gott entsteht – einem Loch, das wir verzweifelt mit Sondermüll füllen, der das Leben das ganzen Planeten vernichtet. Ist diese Entfremdung überwunden, schrumpfen die Bedürnisse gewaltig zusammen.

Fragen Sie ihn mal nach dem Sinn des Lebens – er hat da eine deutliche Antwort:

„Das eigentliche Ziel meines Lebens besteht nicht darin, möglichst viel zu leisten, sondern darin, meine ganz persönliche Lebensspur in diese Welt einzugraben. Und um diese Spur zu entdecken, brauche ich Zeit und Stille“. (aus A. Grün, 365 Tagesimpulse, Herder 2012, Seite 101).

Und ein bedingungsloses Grundeinkommen – aber das ist ein anderes Thema … obwohl wir gerade damit in die Welt der Politik zurückkehren. Wir werden aber noch einen kleinen Schlenker machen, ein wichtiges Korrektiv einbauen, einen wichtigen wissenschaftlichen Schritt vornehmen – und die Frage nach dem Nutzen stellen … es gibt eine ganze philosophische Schule, die sich damit beschäftigt, doch die braucht uns nicht interessieren, wir bleiben auf dem Boden. Entscheiden Sie selbst: welche Philosophie bringt Ihnen und Ihrem Leben das höchste Maß an Glück, welcher kosmologische Rahmen fördert ihr Glück – welcher hemmt es? Ist es die Kosmologie eines blinden, dummen Idiotengottes, der Sie durch zufälliges Herumspielen mit Materie aus Versehen erschaffen hat (das ist die moderne Version, für die es kaum Belege aber viele Theorien gibt) und genug Rechtfertigung gibt, „unwertes Leben“ in Massen zu vernichten – oder ist es die Kosmologie eines weisen, liebevollen, intelligenten Gottes (… immer im Sinne von „Vater/Mutter-Kosmos“), der seine geliebten Kinder eine Weile auf dem Pausenhof Erde herumtollen läßt (das ist eher die Vision, die sich aus den Berichten von jenen speist, die von dem Tode zurückgekommen sind – und es ist die Vision, die die Existenz unseres Gewissens hinreichend erklärt) und den Sie in der Stille und Einsamkeit der Wüste persönlich kennenlernen (oder eher: spüren) können?

Sie werden sich entscheiden müssen.

Unsere Unkenntnis in diesen Dingen ist der Preis, den wir für dieses Leben bezahlen müssen – und unser Sinn, unser Verstand, unsere Denkkategorien sind auch zu beschränkt, um das Konzert in seiner Gänze verstehen zu können: soviel hat die Philosophie als Mutter der modernen Naturwissenschaft schon verstanden. Diese „Entscheidung“ ist alles, was Gott von Ihnen verlangt – und selbst ohne sie können Sie ins Paradies zurückkehren. Aber diese Entscheidung bestimmt viel, sie ist die ursächliche Entscheidung aller Politik. Folgen Sie dem blinden Idiotengott, der eine lieblose Welt des ultimativen Krieges aller gegen alle verlangt, wird die Welt früher oder später in einem nuklearen Chaos versinken, das Leben wird ein Kampf aller gegen alle, lieblos, dumm und äußerst grausam. Oder sie folgen der Essenz von Liebe, Intelligenz und Weisheit – und werden selbst für eine Zeit ein Licht in der Welt. Sie brauchen für diese Entscheidung keinen Astrophysiker oder Pastor – etwas Zeit und (vor allem) Stille reicht völlig aus, Vernunft und Gewissen haben Sie von Geburt an hinreichend mitbekommen. Nutzen Sie es einfach – zu Ihrem eigenen Nutzen und dem Nutzen des gesamten menschlichen Universums, bevor es die „Naturwissenschaft“ in blindem Zerstörungsdrang völlig vernichtet (siehe z.B. Stephen Hawking, N 24).

Diese Entscheidung nennen die Christen in Ihrem Umfeld „Glauben“ – es hat also nichts mit üblem, beliebigen Einhornwahn zu tun, sondern mit einer hochbewussten intelligenten Leistung, von allen verfügbaren Kosmologien mangels eindeutig erkennbarer Wahrheit diejenige zu wählen, die den Menschen den meisten Nutzen bringt. Dafür haben Sie ja Ihre „Freiheit“.

Entscheiden Sie sich zwischen jener Philosophie, die jede Art von menschlichem Leben (und überhaupt jede Art von Leben) schätzt und selbst dem tumbsten Tor das gleiche Lebensrecht und seinem Leben die gleiche Wichtigkeit einräumt wie einem Lehrstuhlinhaber für theoretische Physik oder jener Philosophie, in der optimalerweise der zeitweilig Stärkere als Sieger aus dem ewigen chaotischen Kriegsgetümmel hervorgeht, solange er jung und stark ist, einer Philosophie, in der es keinen Platz für alte, kranke, schwache Menschen oder Kinder gibt.

Diese Entscheidung ist wichtig: sie bestimmt jedes von Menschen erlassene Gesetz und all´ sein politisches Handeln samt der bekannten Folgen.

In der Spiegel-Umfrage haben sich 57  % der Leser (insgesamt stimmten bislang 40000 ab) für den Idiotengott entschieden – was die Entsendung von Awacs in die Türkei erklärt oder die Akzeptanz von „sozialem Waterboarding“ durch Hartz IV.

 

 

 

 

Der Sinn des Lebens

Der Sinn des Lebens

Samstag. 28.9.2013. Eifel. Der Sinn des Lebens – kann man sich heute überhaupt noch ein solch ein Thema wagen? In Zeiten von Promi-Big-Brother, allgemeiner medialer Hatz auf religiöse Menschen und der unterschwelligen Botschaft des „Systems“, dass solche Fragen keinen Sinn mehr machen? Das System hat einen Sinn: arbeiten bis 67 – (bald bis 70 oder 80) und dabei soviel Geld zusammenraffen wie es nur irgendwie geht. Der Sieger ist, wer am Lebensende die meisten Milliarden hat, Verlierer sind die Milliarden, die am Ende des Lebens mangels Geld den meisten Ärger haben. Im Rahmen aller Sinnfindungen der Menschheit ist dies die trübste, armseligste und gemeinschaftsfeindlichste aller Philosophien, die in Verbindung mit Wissenschaft und Technik gerade für das größte Artensterben der bekannten Geschichte verantwortlich ist – ein Massensterben, dass auch unabhängig von jeder Klimaänderung stattfindet.  Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist eine Frage höchster politischer Brisanz – wenn man weiter denkt. Doch bevor wir dahin kommen, müssen wir – wie üblich – einen großen Bogen schlagen.

Ganz schnell kommen hier Menschen auf den Gedanken: jetzt geht es um Gott.

Völliger Blödsinn. Wir wollen uns der Frage nach dem Sinn des Lebens rein rational nähern – alle emotionalen Wahrheiten müssen wir hier ausblenden, auch wenn die Erlebnisse noch so intensiv sind. Ein Blick auf die Religion, die neben der modernen kapitalistisch-naturwissenschaftlich geprägten Gesellschaft existiert – das Christentum – zeigt auch, dass die Frage nach Gott nicht zielführend und sogar streng verboten ist: der menschliche Geist ist zu klein, solche Dimensionen zu erfassen. Manche unternehmen den Versuch aus politischen Gründen, um Macht zu bekommen („sehet her: ich habe das oberste Wesen gefunden. Folgt mir – und ich führe euch direkt in seine Wohnküche … gegen eine kleine Spende, versteht sich!“) – ein weiterer Grund, jedem Reden von Gott aus dem Wege zu gehen.

Folgt daraus aber zwangsläufig, dass wir uns dem Lebenssinn der kapitalistisch-naturwissenschaftlichen Materialistik-Philosophie ergeben müssen, die so wunderbar die Massenverwaltung, Massenausbeutung und Massenvernichtung ermöglicht und für die Gefährdung der Lebensgrundlage der gesamten Menschheit verantwortlich ist?

Nein.

Nichts gegen die Evolutionstheorie. „Evolution“ ist hinreichend beobachtbar. Zwar wäre es denkbar, dass Gott die Erde mit allem was drauf ist vor 6000 Jahren erschaffen hat (der christliche ist so konstruiert, dass er es könnte) und die Dinosaurierknochen samt Höhlenmalereien und versteinerten Bäumen als running Gag hineingelegt  hat – aber eine solche Theorie widerspricht dem Oghamschen Gesetz: zu viele Fragen, zu viele Hypothesen. Er könnte sie auch vor fünf Minuten geschaffen haben – wir würden es nicht merken noch das Gegenteil beweisen können. Das aber führt uns in den Bereich der Beliebigkeit aus der die Krise der Philosophie entstanden ist, als man erkannte, dass man eigentlich überhaupt gar nichts beweisen konnte: der Höhepunkt jeglicher Rationalität.

Wir hätten in dem Moment auch die Philosophie beenden können, wenn nicht schlaue und heute wenig bekannte Menschen eine neue Kategorie eingeführt hätten: die Nützlichkeit. Schopenhauer hatte auch noch eine andere Idee, die uns aus der Sackgasse herausführen sollte („Mitleid“) – doch wir wollen wir ja „wissenschaftlich“ bleiben: dort spielen Emotionen keine Rolle (Liebe, Güte, Mitleid, Empathie, Fürsorglichkeit, der Wunsch nach Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Wohlstand und Sicherheit hat im kapitalistisch-naturwissenschaftlichem Universum keinen Platz – und ist deshalb aktuell stark rückläufig im Rahmen gesellschaftlicher Werte).

Eine Philosophie der rationalen Vernunft ist absolut unnütz, wenn sie nur zur eigenen Nichtigkeit führt. Der Kapitalismus brauchte aber eine nützliche Philosophie: weise Menschen, die staunend und ehrfüchtig die Schöpfung betrachten, fahren keine Rendite ein. Die gehen auch nicht in die Fabrik (oder die Kirche), die bleiben auf der Wiese davor sitzen und genießen die Sonne, nachdem sie für ihren eigenen Bedarf das Feld bestellt haben.

Hier haben wir auch den ersten Sinn, den uns unsere Existenz aufträgt: dem Körper Substanz zuzufügen, aus der er die Energie für den Betrieb ziehen kann. Unterlassen wir das ist schnell Schluss mit der Existenz. Die letzten Bundesregierungen scheinen das nicht ganz verstanden zu haben, als sie die Totalsanktionierung für ungehorsame Arbeitslose eingeführt haben: die sterben dann in der Tat einfach weg. Welch´ Überraschung.

Ohne Lebendigkeit kein Lebenssinn – es gäbe keinen, der die Frage überhaupt erstmal stellen könnte.

Bleiben wir bei dem Körper, weil er uns sehr viel verrät – auch wenn er nicht vom Affen abstammt, sondern vorgestern erst von Gott entworfen wurde.

Vom ersten Moment unserer Existenz haben wir Arbeit – eigentlich schon vorher. Viren und Bakterien trachten danach, unseren Körper zu zerstören, der ein komplexes System entwickelt hat, dagegen an zu gehen.

Fangen wir dann an zu laufen, so galt es Millionen Jahre lang, Zähnen, Klauen, Stacheln und Giften auszuweichen … was im übrigen den von der Kirche vernichteten Katharern den Gedanken eingab, dass ein Gott, wenn es ihn denn gab, nur ein Monster sein kann: fressen oder gefressen werden passt in das Bild der allumfassenden Liebe Gottes nicht ganz hinein.

Eine recht düstere Welt – die Welt des Neuen Testamentes. Hier sind es aber Dämonen, die hinter jeder Ecke lauern, um Krankheit, Unglück und Tod zu bringen.

Nun – im Prinzip sind wir hier in der Welt des kapitalistisch-naturwissenschaftlichen Materialismus (Mächte, die man nicht trennen sollte – sie gehören eng zusammen und erklären, warum die Bewegung der Aufklärung Auschwitz und Hiroshima hervorbrachte – und  immer wieder hervorbringen wird).

Aber hat diese Bewegung die Welt nicht vollständig erklärt?

Ist sie nicht wirklich so, die Welt? Entstanden aus flüssigem Stein, der IRGENDWIE Einzeller hervorgebracht hat, sie sich IRGENDWIE zu höheren Lebensformen entwickelt haben, die dann IRGENDWIE intelligent wurden?

Die Vorstellung, dass Staub Leben hervorbringen kann, läßt sich scheinbar schnell wiederlegen: der Mars hat Staub und Atmosphäre, aber kein Leben. In der Tat läßt sich auch denken, dass sich flüssiges Gestein wie Lava verhält: sie bleibt ewig tot liegen, wenn sie erstmal erkaltet ist. Darüber schwebt nutzloses Gegase in verschiedenster Form, das einfach  zur Ruhe kommt anstatt ruhelos weiter Verbindung einzugehen – viele Planeten scheinen diese Theorie zu bestätigen. Es gibt keinerlei hinreichenden Grund dafür, anzunehmen, dass sich aus lebloser Materie überhaupt irgendwas entwickelt, weshalb die chinesische Philosophie „Leben“ als eigenständiges, fünftes Element entwickelt hat – sowie manche modernen Physiker dieses Element „Bewußtsein“ als Faktor ins Spiel bringen.

Jedenfalls denken wir aufgrund dieser beobachtbaren Tatsachen, dass wir ziemlich allein im Weltall sind.

Der kapitalistisch-naturwissenschaftliche Materialismus behauptet nun, es wäre mal ein Setzkasten in die Luft geworfen worden (der Urknall) und zufällig hätten wir auf der Erde dann eine ganze Zeitung bekommen. Ein schönes, treffendes Bild – und so fremd wie der Gott, der Dinoknochen aus Spaß in eine Welt setzt, um die Menschheit in die Irre (- die Evolutionstheorie) zu führen. Also – beides KANN sein … scheint aber eher unwahrscheinlich.

Zudem ist eine solche Sichtweise extrem unnütz – ja gefährlich sogar. Ausbeutung der Natur und des Menschen – kein Problem. Folter, Mord, Vergewaltigung, Genozid – warum nicht? In einer chaotischen Welt ist doch eh´ alles egal. Zu radikal? Nein – der soziopathische Egomane hat genau dieses gedankliche Umfeld, in dem seine Taten wachsen können: er vernichtet feindliche Matschklumpen, die ihm im Wege stehen: was soll daran falsch sein? Jeder Zombiefilm benutzt dieses Muster – und die Leute sehen es ein.

Wir sehen schon als Menschheit, dass diese Philosophie unsere eigene Auslöschung hervorbringen kann. Den Klauen, Zähnen, Stacheln und Giften der Umwelt konnten wir entkommen, weil wir zusammen gearbeitet haben, Stämme bildeten, effektive Organisationsformen mit Stabs- und Linienfunktion, die mehr waren als nur die Summe der Teile. Die römischen Armeen haben so Weltreiche erobert – und der Mensch an sich sein Leben gesichert.

Der Sinn des Lebens?

Überleben in feindlicher Umwelt.

Ist das Alles?

Nein.

Überleben in feindlicher Umwelt, die …. unserem Geist konstruiert erscheint.

Dafür, dass hier das absolute Chaos der Ursuppe herrscht, haben wir ziemlich viel Harmonie in der Natur – sogar ein „Gleichgewicht“. Siebzehnäugige Tentakelmonster sind so selten wie Landläufer mit drei Beinen.

Wir sehen aber noch mehr – wenn wir wollen.

Wechseln wir das Thema und wenden wir uns der Waffentechnik in Kriegszeiten zu. Dort wird immens entwickelt, jeder Krieg bringt einen enormen Zuwachs an Wissen und Technik, der Krieg ist „der Vater aller Dinge“. Der eine erfindet einen Panzer, der nächste ein Geschütz, mit dem man Panzer beschießen kann, was dazu führt, dass der Panzer zusätzliche Panzerplatten erhält und ein Maschinengewehr, das die Mannschaft des Geschützes bekämpft, woraufhin die Gegenseite größere Kanonen auf Selbstfahrlafetten packt. Am Ende des Krieges haben die Waffen eine gewisse Evolution hinter sich gebracht, um ihre Effektivität im Gegeneinander zu verbessern.

Ähnliches sehen wir in der Natur – und zwar überall. Ein Krieg der Arten, der Entwicklungen potenziert. Und die Arten reagieren mit intelligenten Gegenmaßnahmen, die sich manchmal durchsetzen – und manchmal nicht. Was aber nicht geschieht: nirgends gibt es eine chaotische Panikreaktion. Treten auf der einen Seite fleischfressende Arten auf, wachsen der anderen Seite Hörner – oder sie setzt auf Schnelligkeit und Flucht. Die Entwicklungen im Kampf ums Überleben sind  zwingend folgerichtig – und nicht willkürlich und chaotisch.

Wir sehen auch nirgendwo, dass eine Art auf eine neue Bedrohung erstmal mit neuen Augen, Ohren, Beinen oder Darmausgängen reagiert, um das herauszufinden, was jetzt wirklich nützt: die „Erstentwürfe“ sind schon folgerichtig, nur die „Feinabstimmung“ führt zur Selektion der Modelle.

Wir sehen, dass der große Rahmen sich nicht abzeichnen will. Ein lieber Gott, in einer Welt, in der der Krieg der Vater aller Dinge ist – der Krieg der Arten auf jeden Fall, oder ein chaotisches, sinnloses Universum, dass zufällig immer wieder in intelligenter Art und Weise neue überlebenstüchtige Entwürfe produziert … beides beleidigt die menschliche Intelligenz.

Wie wollen wir so zu einem Sinn des Lebens kommen?

Wir wechseln einfach mal die Perspektive.

Nehmen wir den Menschen aus diesem System des Krieges der Arten völlig heraus und schauen, was er macht. Das können wir inzwischen. Wer die Idee hatte, Affen das Hirn zu vergrößern, hat im Krieg der Arten einen großen Trumpf ausgespielt: der Mensch kann sich eigene Welten bauen.

Er sucht nicht den Krieg, die Vernichtung, den Kampf auf Leben und Tod sondern … baut sich Maschinen, die ihm fremde Welten vorgaukeln.

Spielfilme, Videospiele, Bücher: der Mensch sitzt gerne im Warmen und Trockenen – doch womit unterhält er sich?

Mit Abenteuern. Aus der Geborgenheit seiner Existenz als westeuropäischer Wohlstandsbürger heraus schaut er sich Filme an, die er selber nie würde erleben wollen, spielt Videospiele, in denen er Abenteuer erlebt, die er selbst fliehen würde. Sehe ich, welche „Knaller“ bei den Erwachsenen verkauft werden, so handelt es sich um Realitätssimulationen von Zuständen, die wir im realen Leben meiden würden.

Verrückt, oder?

Was aber … und hier wage ich einen entscheidenden Schritt … wenn wir nur im Kleinen nachahmen, was im Großen der reale Rahmen ist?

Wenn unsere ganze materielle Existenz nur diesen Sinn hat: abenteuerlustigen Bewußtseinen einen kurzen Tripp in die Hölle der Materie zu erlauben?

In seinem Werk „Illusionen“ nimmt Richard Bach diesen Vergleich auf und stellt die Frage, warum wir eigentlich in ein Kino gehen. Tja – warum? Ist doch alles gelogen da – und trotzdem kann man damit (und mit gefärbtem Zuckerwasser) zu einem der größten Konzerne der Welt werden. Damit werden Billionen Dollar bewegt.

Richard Bach kommt auf zwei Gründe für den Kinobesuch: wir wollen was lernen – oder uns unterhalten. Ich füge noch einen dritten hinzu: wir wollen reale Erfahrungen verarbeiten, in denen wir ihnen Bilder geben: darum der Horrorfilm, die moderne Form von Mythos und Märchen.

Wir investieren viel in das Erleben solcher eingebildeten Geschichten – der Konsum dieser Form der Unterhaltung nimmt von Jahr zu Jahr zu, obwohl er rein rational überhaupt keinen Sinn macht: ist doch alles nur Lüge, was dort geschieht – und wir wissen das. Die Naturwissenschaft kann das auch leicht beweisen, dass dort nur Lüge praktiziert wird – aber das wissen wir selber. Gehen wir ins Kino, wollen wir die Geschichte erleben – alles, was uns daran stört, blenden wir aus. Wir könnten uns Gedanken darüber machen, wie der Set hinter dem sichtbaren Bild aussieht – doch wozu sollten wir das machen? Es würde den Zauber des Filmes zerstören.

Der Sinn des Lebens – die Erfahrung von Krieg?

Der Gedanke könnte einem kommen und ist doch schon falsch. Wenn, dann haben wir hier ein Rollenspiel, dass wir nur gemeinsam gewinnen können. Wie können wir hier überleben?

Durch Gemeinsamkeit. Die wunderbare Erfahrung von Hilfsbereitschaft, Solidarität, sozialem Verhalten, die sich geradezu zwangsläufig entwickeln muss, wenn die Umwelt ein gewissen Niveau an Feindseligkeit aufweist. Das macht das Spiel reizvoll und lehrreich zugleich.

Besteht diese Philosophie den „Ausschwitztest“ – oder gehören wir damit zu denjenigen, die freundlich winkend vor dem Lager stehen und den Insassen viel Glück ob ihrer einmaligen Erfahrung wünschen?

Ja, sie besteht ihn. Unser Job wäre es,  in das Lager zu gehen und es aufzulösen, koste es, was es wolle.

Das Spiel wird auf diesem Niveau sehr schwierig, weil es nicht mehr gegen andere Arten sondern gegen die eigene Art geführt wird. Es kann nur verloren werden, Sieger werden die nachfolgenden Insektenrassen sein – oder die Völker der Ratten.

Der Sinn des Lebens: Gemeinschaften bilden, die sich gegenseitig helfen, die Gefahren des Lebens zu überstehen … geht mit und ohne „Gott“.

Den Rahmen des Spiels allerdings können wir uns aufgrund unsere gedanklichen Prägung nicht anders als konstruiert vorstellen, wir als „Linie“ in der Schöpfung finden nur Ordnung im System, wenn wir uns auch einen „Stab“ denken, der das „Backoffice“ unserer Existenz bildet – und dort die notwendigen Anpassungen der jeweiligen Arten plant. Das dies nur einer leistet, ist schwer vorstellbar.

Die Leistungsunfähigkeit unseres Verstandes kann jedoch nicht der Maßstab für Wahrheit sein. Die jedoch können wir – das zeigt die Geschichte der Philosophie insgesamt – überhaupt nicht nähern.

Aber wir können uns für Wahrheiten entscheiden (als Notkonstruktionen, wie sie gelegentlich in der Mathematik auftauchen), die nützlich sind.

Welche Wahrheit bringt uns als Menschheit einen größeren Nutzen:

die Konstruktion, das wir hier auf einem gigantischen Spielfeld sind, um unsere Gemeinschaftstüchtigkeit zu beweisen

oder die Konstruktion, das wir zufällig in einem unerklärlichen, komplexen, chaotischen, völlig sinnlosem Universum sind, das zufällig millionen Jahre lang immer wieder lebenstüchtige Elemente entwirft?

Die Frage entscheidet sich eigentlich im Tode. Auf der einen Seite bedeutet er, dass wir das Spielfeld verlassen – zur ewigen Pause oder um einen neuen Charakter zu erhalten – auf der anderen Seite lockt die absolute, endgültige Vernichtung.

Welcher von diesen Glaubenssätzen eignet sich wohl eher zur Ausbeutung von Menschen durch Menschen? Leider berühren wir hier ein Thema, das zeigt, wie politisch die Frage nach dem Sinn des Lebens eigentlich ist. Was von der fundamentalistisch-materialistischen Naturwissenschaft aktuell gepredigt wird, eignet sich hervorragend zur sozialen und finanziellen Ausbeutung der Menschheit, die vor dem schwarzen Nichts des Todes zittert und alles unternimmt, ihm zu entkommen.

Ist das Leben nur (bitter ernstes) Spiel, fällt es uns leichter, korrekt und solidarisch zu leben – also so, wie es im Rahmen der feindlichen Umwelt geboten ist: es gibt auf einmal Wichtigeres, als nur die ganze Zeit dem eigenen Tod zu entkommen.

Finster wird es jedoch, wenn wir uns nicht zufällig einen liebenden Gott hinzu denken, sondern eine Kraft, die das System Erde zur Selektion geschaffen hat, um Seelen daraufhin zu testen, ob sie in Krisensituationen auch standhalten. Wirkt das in der Natur erkennbare Prinzip der Selektion auch über den Tod hinaus, wird es übel für jene Priester und Konstrukteure des naturwissenschaftlich-kapitalistischen Weltbildes, die die Zelebration des EGO als höchstes Ziel der Menschheit predigen: sie und ihre Gläubigen würden im Leben mit größter Kraft daran arbeiten, nach dem Tode als untaugliches Bewußtseinsmaterial auf dem Müll zu landen: der „zweite Tod“ würde sie erwarten, Bestandteil der Nachtodphilosophien der Mehrheit der bekannten menschlichen Weltanschauungen.

Haben wir ihn nun, den Sinn des Lebens?

Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ein Vorteil der Unmöglichkeit, die „Wahrheit“ zu erkennen, ist, dass wir uns dann auch einfach mal für jene Modelle entscheiden können, die uns selbst den maximalsten Nutzen bringen. Hier wählte der eine das Modell, dass seine Seele für die Unsterblichkeit und Ewigkeit konfiguriert, der andere sammelt lieber Sportwagen auf Kosten von Menschenleben.

Leicht zu sagen, welches Modell für Menschheit und Umwelt am Nützlichsten ist, das Individuum kann jedoch anders entscheiden: immerhin sind wir keine Automaten (wie etwa Ameisen), die nur dem größeren System dienen sollen.

Vielleicht gehen wir auch gar kein Risiko ein, vielleicht gibt es in der Tat einen liebenden Gott, der alles verzeiht und unsere Klimasauereien mit einem Fingerschnippen in die Tiefsee verbannt, damit das Spiel weiterlaufen kann – aber wir wollten wissenschaftlich bleiben: unser System läuft auch ohne Gott.

Es läuft nur nicht ohne Bewusstsein als eigenständiger Kraft im Universum, in der Bedeutung Erde, Wasser, Feuer und Luft völlig gleichgestellt, ein Bewusstsein, das als solches schon erklären kann, wie Evolution funktioniert: es bringt das Element „Willen“ und „Absicht“ mit, das „Gestaltung“ erlaubt. Schon plausibler als „Zufall“, der als Hauptwort keine Aussage hat und den Fehler enthält, das man einem Adjektiv durch Verwandlung in ein Hauptwort eine übergeordnete Realität andichtet: das Wort „Gott“ entwickelte sich vielerorts ebenso.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sensation! Spiel Naturwissenschaft gegen Religion steht aktuell 0 : 7!

Sensation! Spiel Naturwissenschaft gegen Religion steht aktuell 0 : 7!

Montag, 26.8.2013. Eifel. Die Menschheit hat momentan enorme Probleme. Gleich heute morgen berichtete der Spiegel von neuer drohender Kriegsgefahr im Mittelmeerraum, gestern war schon in den Deutschen Wirtschaftsnachrichten zu lesen, dass Russland seine Streitkräfte im Mittelmeer verstärken will, um die Amerikaner in ihre Schranken zu weisen. Geht nur ein bischen fehl, haben wir russische Panzer in Berlin oder deutsche Soldaten vor Moskau – alles schon mal dagewesen. 1914 zum Beispiel, als ein kleines Attentat eine Kaskade von Ereignissen ins Leben rief, die in der schlimmsten Menschenschlächterei der bekannten Menschheitsgeschichte endete. Das war ein Ereignis von nicht geringer Reichweite – der Erste Weltkrieg vernichtete weltweit den Glauben an die Überlegenheit der weißen Rasse, die sich zuvor so sehr im Lichte von Rationalität, Wissenschaft und Aufklärung gesonnt hatte. Trotz dieser Entwicklungen, die die Welt in ein nukleares Chaos versinken lassen könnten, gibt es viele Wissenschaftler, die vor allem ein Ziel haben: die Auslöschung der Religion, die man gerne als größtes Übel der Welt hinstellt.

Mir  fällt da oft die Giordano Bruno-Stiftung ein. Liest man nur oberflächlich, so scheint es sich um einen netten humanistischen Verein zu handeln, der viele interessante Themen anspricht. In Wirklichkeit aber handelt es sich um eine Gemeinschaft von Menschen, die der Menschheit in Notzeiten ihr Opium verweigern will (um es mal mit Marx zu sagen) – aus medizinischer Sicht eine brutale Gemeinheit. Ärzte würden nicht auf die Idee kommen, so mit Patienten zu verfahren – aber „Wissenschaftler“ … allen voran „Naturwissenschaftler“ … tun das schon.  Nun – ich will gar nicht den alten Streit Kirche gegen Freimaurerei wieder aufleben lassen. Ich bin auch nicht befugt, darüber zu sprechen, weil ich kein Mitglied irgendeiner Kirche oder Religion bin, noch bin ich Mitglied eines weltanschaulichen Vereins. Ich kann nur als frei denkender Normalbürger eine Bilanz der „Wissenschaften“ erstellen – und sie mal der Bilanz der Religionen gegenüberstellen.

Fangen wir gleich mit dem Atom an. Genau genommen wissen wir bis heute noch gar nicht, was ein Atom ist. In erster Linie ist es ein Denkmodell, welches früher mal für die kleinste unteilbare Einheit des Universums stand. Heute wissen wir: es gibt noch viel kleinere Teilchen – und je tiefer wir in die subatomaren Ebenen vorstoßen, um so weniger Materie bleibt da übrig. Eigentlich … fast gar keine.  Man findet darüber kaum allgemeinverständliche Aussagen: wie immer, wenn der Wissenschaftler nicht will, dass das Volk etwas von dem versteht, was er sagt, flüchtet er sich ins Latein, die alte Herrschaftssprache, die nur deshalb noch lebt, damit sich eine Wissenselite vom Bürger abgrenzen kann.  Wäre nicht gut, wenn der Bürger verstünde, dass das nächste Monster des Dr. Frankenstein in Arbeit ist.  Und ein Monster haben wir aus  der atomaren Forschung gemacht: die Atombombe. Allein nur wegen ihr wäre ein Krieg Russland-USA ganz schnell das Ende der Welt (obwohl: in Hiroshima und Nagasaki wohnen doch heute auch wieder Millionen von Menschen, oder?). Und wegen der Atombombe steht es zwischen Religion und Wissenschaft: 1:0. Trotz aller schädlichen Erscheinungsformen von Religion (man denke nur an Selbstmordsekten) erreicht keine auch nur annähernd das Vernichtungspotential einer nukelaren Explosion.

Schön war auch die Lehre, die die Naturwissenschaft aus der Atombombe gezogen hatte: gar keine. Stattdessen entwickelte man Kobaltbomben (besonders stark strahlend) oder Neutronenbomben (die vernichten sämtliches Leben, verwandeln es in langsam zerfallende Zombies, die sich innerhalb von drei Tagen in Flüssigkeit auflösen).

Alles natürlich zum Wohle der Menschheit.

Natürlich liefert die Wissenschaft nicht nur Atombomben, das ist uns allen klar. Befiehlt der Führer „baut mir ein Gas, das Menschen tötet“ eilen sie sofort los und entwickeln Zyklon-B oder „Agent-Orange“. Egal für wen, wenn man damit Menschen töten kann, können sich die Laborratten gar nicht mehr bremsen. Allein dem Herrn Hitler haben sie tolle Geschenke gemacht: Interkontinentalraketen, die im Zusammenarbeit mit Atombomben erstmal so richtig zur Geltung kamen.

Wegen chemischer Kampfstoffe: Religion 2 – Wissenschaft 0.

Reicht natürlich immer noch nicht. Über die neuen Benzinbomben will ich gar nicht reden, aber über die Biokampfstoffe. Tödliche Krankheiten schneller, besser, resistenter zu machen: da sind Wissenschaftler ganz vorne mit dabei. Na ja – wird ja nur Volk vernichtet, die können eh´kein Latein.

Religon 3 – Wissenschaft 0.

Gehen wir fort vom Krieg. Wäre ja unfair – nicht alle Wissenschaftler bauen Waffen … oder schaffen die Grundlagen dazu. Manche machen nur Benzinmotoren, Kohlekraftwerke, Atomkraftwerke, liefern tödlichen Wechselstrom in Wohnungen oder schütten uns mit Plastik zu. Sicher, Wissenschaftler argumentieren da wie die Waffenlobby: wir liefern nur, was damit geschieht, geht uns nichts an.  Kann man so sagen – aber dann sollte man nicht mit Religion in den Ring steigen.

Umweltverschmutzung (Chemikalien): Religon 4 – Wissenschaft 0

Klimakatastrophe (Gase): Religon 5 – Wissenschaft 0

Plastik (Krebs, Unfruchtbarkeit, Autismus, Allergien): Religion 6 – Wissenschaft 0

Halbzeit.

Schon eine nur oberflächliche Bilanz der Wirkungen von Religon und Naturwissenschaft in den letzten 150 Jahren zeigt, das Naturwissenschaft in der Schädlichkeit für Mensch, Tier und Pflanze weit vorne liegt, während die singenden, betenden, meditierenden und Moral predigenden Weltreligionen sich hier vornehm zurückhalten. Natürlich werden jetzt viele schon nach dem Galgen für mich schreien, weil ich hier einfach Wissenschaft und Naturwissenschaft gleichgesetzt habe. Das mache ich auch gerne weiter – einfach, weil wir unsere Gelder in Naturwissenschaft investieren … und nicht in Germanistik. Und letztlich geht es doch nur ums Geld – um Kirchensteuer, wohlgemerkt, die „Wissenschaftler“ gerne zur Erfindung neuer Vernichtungsmethoden auf ihrem eigenen Konto sehen würden.

Zum Beispiel für Gentechnik. Menschengene, gemischt mit Maus und Schwein hat es schon gegeben. Mäuse wurden größer, Schweine sahen entsetzlich aus und konnten noch nicht mal aus eigener Kraft stehen. Oder Schweine mit Kuhhaut – auch ein Fehlschlag. Genutzt hat Gentechnik bis heute noch niemandem, aber ein paar Tote hat es schon gegeben. Wer sich aber für Schaden von Gentechnik interessiert, der sei allein auf Monsanto verwiesen – und auf die sozialen und wirtschaftlichen Katastrophen, die ihre (dann letztlich doch nicht schädlingsresistenten) Genpflanzen in Indien oder Argentinien hinterlassen haben.

Als Konsequenz droht uns die Vernichtung des ganzen natürlichen Gleichgewichtes durch genveränderte Lebewesen, die ihre natürlichen Artgenossen ausrotten. Ausgestattet mit einem Selbstmordgen sind sie dann auch die letzten Lebewesen, die die Erde gesehen hat … es sei denn, jemand hat noch Geld, die Wissenschaft für neue Monstren zu bezahlen. Karotten mit Menschengen, die von selbst auf den Teller laufen?

Nein, ich werde albern. Aber schon jetzt weiß ich, wen ich lieber als Nachbarn hätte. Habe ich die Wahl zwischen einem friedlich vor sich hinmurmelnden Schamanen oder einem Miet-Naturwissenschaftler von Bayer mit eigenem Genlabor, wähle ich den Schamanen. Von dem geht wenigstens keinerlei reale Gefahr aus.

Religion 7 – Wissenschaft 0.

Wobei die Wertung hier nicht ganz korrekt ist – immerhin geht es um die genetische Verseuchung des ganzen Planeten (und an Waffen haben wir da noch gar nicht gedacht – das ist erstmal nur der Alltag).

Nun – aktuell feiert die Giordano-Bruno-Stiftung als Speerspitze des Kampfes gegen religiöses Denken im Namen einer „Aufklärung“, die weder Ausschwitz noch die Atombombe verhindern konnte, einen besonderen Triumph:

In Deutschland leben mittlerweile mehr konfessionsfreie Menschen als Katholiken oder Protestanten. Doch sie finden weder in der Politik noch in den Medien die Beachtung, die sie verdienen. Die Giordano-Bruno-Stiftung versucht diesem Missstand entgegenzuwirken. So war sie maßgeblich an der Gründung des „Koordinierungsrats säkularer Organisationen“ (KORSO) beteiligt, der künftig die vielen Millionen Menschen vertreten soll, die keiner Glaubensgemeinschaft angehören.

Die wollen mich vertreten. Wie üblich, ohne mich zu fragen. Ich frage auch lieber nicht, denn je kritischer die Frage, umso mehr Latein enthält die Antwort. Notfalls formulieren die auch gerne in Denglisch, einem absurden Gemisch deutscher Sprache vollgestopft mit englischen Wörtern.

Welche Botschaft dieses Gruppe hat, erschließt sich aus einem Vortrag über Rationalität und Mystik, gehalten bei den Salzburger Festspielen am 24.7.2013.

So wissen wir heute, dass das „Ich“, das uns so ungeheuer wichtig erscheint, bloß ein virtuelles Theaterstück ist, das von einem blumenkohlförmigen Organ in unseren Köpfen inszeniert wird. 

Das wissen wir nicht. Das ist eine Theorie, oder schlimmer noch: ein Dogma. Auf subatomarer Ebene hat der Gedanke wohl bald mehr Substanz als das Atom – aber das wollen wir gar nicht wissen. In Salzburg: da sitzen die Herren dieser Welt. Hier stellt die Wissenschaft ihnen ein Denkmodell vor, dass ihnen Ablass verschafft von lästigen Gewissensbissen. Solchen Ablass braucht man, wenn man gerade die Flotten aufeinander losschickt.

Jeder von uns besteht, so lehrt die moderne Physik, aus mehr als 1027Atomen, die seit etwa 13,7 Milliarden Jahren alle erdenklichen Formen von Materie hervorbringen. Bevor diese Atome sich in Ihnen, meine Damen und Herren, vereinigten, bildeten sie intergalaktische Gaswolken und Sterne, Felsen, Vulkane, Ozeane. Sie waren Bestandteile von Insektenflügeln, Fischkiemen, Dinosauriermägen und natürlich auch von unzähligen menschlichen Lebewesen.

Auf atomarer Ebene, so könnte man sagen, gibt es tatsächlich so etwas wie „Reinkarnation“: Die Atome, die einst dem historischen Buddha, dem historischen Jesus oder Mohammed Gestalt gaben, sind nicht nur bis heute erhalten geblieben, viele Millionen dieser „Buddha-, Jesus- oder Mohammed-Atome“ befinden sich jetzt, in diesem Moment, in unveränderter Form in Ihren Händen, Füßen, Beinen oder inneren Organen. Insofern ist jeder Mensch, aber natürlich auch jeder Hai oder jede Spitzmaus, ein „ökumenisches Religionsstiftertreffen“.

Die Atome, die Ihre jetzige Gestalt bilden, werden selbstverständlich auch nach Ihrem Tod fortexistieren. Sie werden überstehen, was kein irdisches Lebewesen überstehen kann, nämlich, dass sich die Erde in den nächsten zwei Milliarden Jahren in einen Wüstenplaneten und die Sonne sich allmählich in einen Roten Riesen verwandelt. Nach dem Tod unserer Sonne werden die Atome, die Ihr jetziges Sein ermöglichen, an der Bildung neuer Gaswolken, neuer Sonnen, neuer Planeten beteiligt sein, ja vielleicht sogar werden einige Atome, die sich gerade jetzt in Ihrer rechten Hand befinden, in einer weit entfernten Zukunft auf einem weit entfernten, noch gar nicht geborenen Planeten, die Gestalt einer neuen intelligenten Spezies mit hervorbringen, die über das Wunder des Universums ebenso wird staunen können, wie wir es heute tun.

Eine ganz tolle Aussicht, oder? Sicher auch für viele ein erhabenes Gefühl, ein paar Jesusatome in sich zu haben und sich sicher zu sein, dass man in zwei Milliarden Jahren noch an der Gestalt der Welt mitarbeiten kann – als Atom.

Doch was ist das für eine Botschaft an die versammelten Mächtigen in Salzburg?

Läuft es ihnen jetzt schon eiskalt den Rücken herunter?

Ich mag das übersetzen:

verbreitet ruhig Seuchen, löscht das Ökosystem aus, verstrahlt, verbrennt, zersetzt und zerfetzt die Menschheit mit unseren Erfindungen: die Kirche des heiligen säkularen Atoms wird Euch heilig dafür sprechen. Ist ja auch ganz bedeutungslos: das Atom ist ewig, und nur das ist wichtig.

Der Redner – Michael Schmidt-Salomon – hat ein ganzes Buch darüber geschrieben, „warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind“ – der Bund der deutschen Anlagebetrüger, Straßenräuber, Zinsmanipulateure und Wirtschaftskriminellen gibt ihm schon vor Erscheinen völlig recht und ist sich der Wahrheit des Satzes vollkommen bewusst.

Wer hat eigentlich die Giordano Bruno-Stiftung gegründet? Ein Unternehmer ehemaliges Mitglied des Diözesanrates der Diözöse Trier.

Und was haben die mit Giordano-Bruno zu tun?

Nichts. Der wurde nicht von der Kirche ermordet, sondern vom Staat. Die Kirche hatte sich sogar vehement gegen die Todesstrafe ausgesprochen (siehe Wikipedia).

Der war auch nicht Vorreiter einer modernen Naturwissenschaft, sondern eher das Gegenteil, siehe Spiegel:

Laut Bruno gibt es keinen toten Winkel im Weltraum. Alles lebt, sogar die tote Materie – nur anders, als wir Erdlinge aus unserem beschränkten Blickwinkel es uns vorstellen können. Die Brunosche Allbeseeltheit, die den Gedanken der Wiedergeburt einschließt, kennt keine absolute Trennung von Lebendigem und Unlebendigem. So gesehen, erscheint Bruno fast wie eine Art „Buddha des Westens“.

in der Schrift „De immenso“ (Vom Unermesslichen) von 1591 heißt es, es sei „unsinnig anzunehmen, irgendein Teil der Welt sei ohne Seele, ohne Leben und folglich unbelebt“: „Es ist ausgesprochen töricht und gemein zu glauben, es gäbe keine anderen Lebewesen, keine anderen Sinne, keine anderen Intelligenzen, als sie unseren Sinnesorganen erscheinen.“

Wäre doch toll, wenn die Giordano Bruno-Stiftung auch dessen Lehre vertreten könnte. Aber man nennt sich nur so, weil man einen Mythos ohne konkrete Substanz geschaffen hat. Mit Giordano Bruno selbst will man sicher wirklich nichts zu tun haben:

Weder für die Kirche noch für die Naturwissenschaft ist der unendliche Weltseele-Raum des Giordano Bruno eine integrierbare Größe. Denn die herrschende Kosmologie propagiert mit Inbrunst den rundum toten Raum, den Raum ohne Leben und damit ohne Weltseele.

Hier liegt die geheime Achse der Anti-Bruno-Koalition von Christen und Mainstream-Kosmologen: Beide eint die ideologisch motivierte Überzeugung von der Nichtexistenz der Weltseele, der Allgegenwart des Lebens.

Was wäre wenn nun wirklich der Philosoph Giordano Bruno das Leitbild der Moderne hätte entwerfen dürfen?

Wir hätten einen unendlichen Respekt vor dem Leben. Undenkbar, hochgerüstete Flotten gegeneinander zu lenken. Das wäre echte Aufklärung, die Krieg schon längst überflüssig gemacht hätte – aber auch Atombomben, Umweltgifte, Genverseuchung und andere Formen hirnloser brutaler Machtausübung.

Sogar Arbeitslose könnten als Menschen anerkannt werden, weil nicht irgendwelche Menschen ohne Moral sie nur für Illusionen blumenkohlförmiger Organe halten.

Mit Giorano Bruno hätte es auch keinen Holocaust gegeben. Aber dann hätte Mengele nichts zum Forschen gehabt – und seine Forschungen haben der Wissenschaft viel gebracht.

Da wir eine andere Kosmologie haben – eine Kosmologie des Todes, der Wertlosigkeit und Unmoral – ist die Welt, wie sie ist. Verseucht, vergiftet, zugemüllt, immer am atomaren Abgrund entlangtaumelnd, ein ewiger Kampf aller gegen alle, künstlich gezüchtet von einer Handvoll Wissenschaftler und ihrer Herren.

Wäre ich ein Vertreter einer Religion, so wäre diese Form von Wissenschaft das beste Beispiel für eine Kultur des Satans, des Antichristen, der schrecklichen Mutter Tiamat, die tausend Ungeheuer gebahr – oder der Eisriesen, die das Ende der Welt bringen werden.

So wie die Bilanz bislang aussieht, sind die Heilsversprechen des Naturwissenschaften völlig ausgeblieben. Als Ersatz dafür will man nun den Menschen ihren letzten Trost nehmen.

Ach ja – dafür gibt es ja auch Ersatz: das Fernsehen, das weitgehend das soziale Leben in den Gemeinden vernichtet hat.

Hoffentlich gelingt es ihnen wenigstens, den Krebs, den bösen Killer Nr 1,  wieder in den Griff zu kriegen, den es ohne sie gar nicht geben würde. Sterben jährlich viele Millionen dran – insgesamt mehr, als jeder Weltkrieg je gekostet hat. Vielleicht wird uns aber auch ein baldiger neuer Weltkrieg vor dieser Erkenntnis bewahren.


 

 

 

1933 – 2013: Ist ein Vergleich gestattet?

1933 - 2013: Ist ein Vergleich gestattet?

Montag, 13.5.2013. Eifel. Ich bin kein Freund von „Godwin´s Law„. Das liegt nicht darin begründet, das ich Godwin für einen schlechten oder dummen Menschen halte,  sondern einfach daran, dass viele strunzdumme User Godwin´s Law in dem Sinne zitieren, das jeglicher Nazi-Vergleich sofort das Ende einer Diskussion bedeutet. Godwin selbst meinte etwas anderes … aber wen stört das schon. Wieder mal zeigt sich, das unsere technische Intelligenz nur allzu oft das geisteswissenschaftliche Niveau einer Briefmarke hat: zackiger Rand, aber ansonsten recht flach. Es wird zeitweise schon ziemlich schwer, nur über Hitler zu reden – am liebsten wäre es doch allen, wir würden über diese Zeit für immer schweigen, jene Zeit, die uns die Lust am Deutschsein so verleidet. Wie stolz könnten wir Deutschen wieder ungehemmt deutschtümeln – so wie bei der Fußballweltmeisterschaft – wenn es nur diesen Hitler nicht gäbe. Nun gut – reden wir eben nicht über Hitler. Reden wir heute mal über Himmler – bzw. lassen wir ihn selber reden, hier in der Freitag-Community

“Erwerbsfaehige, die angebotene Arbeitsplaetze zweimal ohne berechtigte Gruende abgelehnt oder die Arbeit zwar aufgenommen, aber ohne stichhaltigen Grund wieder aufgegeben haben, sind der Gestapo zu melden. (…) Diese Menschen sind in polizeiliche Vorbeugehaft zu nehmen. Vor allem sind hier zu beruecksichtigen:

Landstreicher, Bettler, Asoziale, Zigeuner und nach Zigeunerart herumstreunende Personen (…), die gezeigt haben, dass sie sich in die Ordnung der Volksgemeinschaft nicht einfuegen wollen.“

Sollte man zweimal lesen … bevor man sich das Pendant zu Gemüte führt, siehe Sozialhilfe 24:

Der Hartz IV Leistungsbezieher muss eine zumutbare Arbeit, Ausbildung oder Arbeitsgelegenheit wahrnehmen. Gegen diese Pflicht verstößt er nicht nur, wenn er sich ausdrücklich weigert, sondern auch, wenn er ein entsprechendes Verhalten zeigt, etwa bei einer Bewerbung unangemessen auftritt. Er muss sich als ernsthaft um eine Arbeitsstelle bemüht zeigen.

Verstößt der Hilfebezieher gegen diese Pflicht, so dies eine Absenkung der Regelleistung um 30 Prozent als Sanktion zur Folge.

Heinrich Himmler hätte seine wahre Freude daran gehabt. Und zudem ist diese Lösung sogar recht preiswert – man hat also gelernt aus dem Dritten Reich. Man kann die Leute doch einfach auf der Straße verhungern lassen – das ist ja noch billiger als die Lagerlösung! Im Dritten Reich wäre das nicht so gut gegangen, legte die „Partei“ doch wert darauf, dass man das vorhandene Elend nicht mehr auf den Straßen sah. Warum das heute keine Rolle mehr spielt, Parteien heute Elend auf der Straße in Serie produzieren … na, da soll sich mal jeder selbst seine Gedanken zu machen.

Auch heutzutage machen sich viele Menschen Gedanken über den rechten Umgang mit Arbeitslosen. Himmler wollte selbst die allerletzte Arbeitsminute für den Krieg herausschinden, auf welchen Krieg sich unsere politische Elite heute vorbereitet, kann ich noch nicht sagen. Unser Freund Grilleau hat da mal ein paar Aussagen gesammelt, die man in ihrer Gesamtheit ruhig mal auf sich einwirken lassen kann:

• Henner Schmidt, FDP-Fraktionsvize meint: Hartz-IV-Empfänger sollen Ratten jagen.

• SPD-Arbeitsminister Franz Müntefering meint: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.

• AltkanzlerGerhard Schröder meint: Es gibt kein Recht auf Faulheit.

• FDP-Chef Guido Westerwelle meint: Es gibt kein Recht auf staatlich bezahlte Faulheit und
Hartz IV-Empfänger sind eine Gruppe, die anstrengungslosen Wohlstand genießt, und bezeichnete diesen Zustand als „spätrömische Dekadenz“.

• Michael Glos, CDU Bundesminister für Wirtschaft und Technologie meint: Arbeitspflicht für alle Arbeitslosen muss eingeführt werden.

• Genozidsforscher Professor Dr. Gunnar Heinsohn, meint: Man müsse der Unterschicht den Hahn zu drehen, denn nur ein ungeborenes Kind aus diesem Milieu, ist auch ein gutes Kind, denn es schlägt einem schon keinen Baseballschläger den Kopf.

• Grünenpolitikerin Claudia Hämmerling meint: Hartz IV Empfänger könnten als
Hundekotkontrolleure eingesetzt werden.

• Vorstandsmitglied der Bundesbank, Thilo Sarrazin (SPD) meint: Finanznot wäre angeblich nicht das zentrale Problem bei Hartz IV-Beziehern, sondern ihr übermäßiger TV-Konsum, ihre Wortarmut und Fettleibigkeit.

• CDU-Philipp Mißfelder meint: Kinder von ALG II BezieherInnen solle es keine Anhebung des Regelsatzes geben, denn diese Maßnahme würde ja nur zu einer Absatzsteigerung führen bei Alkohol- und Tabakindustrie.

• FDP-Dr. Oliver Möllenstädt meint: Die Empfängerinnen würden das Geld eher in den nächsten Schnapsladen tragen, als es in Vorsorge und selbstbestimmte Familienplanung zu investieren.

• CDU-Vorsitzende Roland Koch meint: Hartz IV eine „angenehme Variante” des Lebens und fordert eine Arbeitspflicht für Arbeitslose zur Not in Billig-Jobs.

• Wolfgang Clement SPD vergleicht Hartz IV Empfänger mit Parasiten.

• Heinz Buschkowsky Bezirksbürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln und seit 1973 Mitglied der SPD meint: Elterngeld sei Fortpflanzungsprämie für Unterschicht.

• Gesundheitsexperte Peter Oberender meint: Wenn jemand existenziell bedroht ist, weil er nicht genug Geld hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu finanzieren. So muss er seiner Meinung nach die Möglichkeit haben, durch den Verkauf von Organen dies zu sichern.

• Frank Steffe CDU-Politiker meint: „Hartz IV-Familien“ die Bildungsgutscheine aus dem Bildungspaket nicht wollen, weil diese sich nicht „zu Bargeld machen lassen“ „Die Bildungsgutscheine sind ausschließlich für das Wohl der Kinder, man kann sie nicht für Nikotin und Alkohol benutzen. Sie lassen sich eben nicht verrauchen und versaufen.“

• Die bayrische Arbeits- und Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) meint: Fordert härtere Sanktionen bei Hartz IV. Nach ihrer Ansicht gebe es bei Hartz IV noch „zu wenig Leidensdruck“ für die betroffenen Menschen.

• Frank Steffe CDU-Politiker meint: „Hartz IV-Familien“ die Bildungsgutscheine aus dem Bildungspaket nicht wollen, weil diese sich nicht „zu Bargeld machen lassen“ „Die Bildungsgutscheine sind ausschließlich für das Wohl der Kinder, man kann sie nicht für Nikotin und Alkohol benutzen. Sie lassen sich eben nicht verrauchen und versaufen.“

• Dr. Dietmar Bartsch Die Linke meint: In Zeiten schlechter Wahlergebnisse die Mandate knapper seien, würden sich die Abgeordneten der Linkspartei um die Posten streiten wie die“ die Hartzvierer um den Alkohol“.

• Ehemaliger Hessischer Justizminister Dr. Christean Wagner meint: Die elektronische Fußfessel bietet damit auch Langzeitarbeitslosen und therapierten Suchtkranken die Chance, zu einem geregelten Tagesablauf zurückzukehren und in ein Arbeitsverhältnis vermittelt zu werden. Viele Probanden haben es verlernt, nach der Uhr zu leben, und gefährden damit gerade auch ihren Arbeitsplatz oder ihre Ausbildungsstelle. Durch die Überwachung mit der elektronischen Fußfessel kann eine wichtige Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden.“

• In einem Interview gibt der scheidende Vorsitzende des Vermieter-Arbeitskreises „Stadtspuren“, Ulf Hahn, zu, dass durchgespielt wurde, „wie es wäre, alle Potsdamer Hartz-IV-Empfänger“ umzusiedeln und in leer stehenden Plattenbauten unterzubringen. Auf Nachfrage gibt er zu, dass dieses Gedankenspiel zwar „absurd“ sei, aber angesichts der Tatsache, dass in Potsdam „jährlich 2.000 Menschen zuziehen“ und es an entsprechenden Wohnungen mangele, sei „querdenken“ erlaubt und Lösungen müssten gesucht werden. Durch eine Umsiedlung der Hartz-IV-Empfänger, so Hahn, würden dann wieder Wohnungen in Potsdam frei und die Umgesiedelten hätten es von Brandenburg/Havel auch nicht allzu weit nach …

Ein Haufen perverser Spinner – jedenfalls hätte das die Nachkriegsgeneration so empfunden. Meine Mutter gehörte dazu, ihre Meinung zu Hartz IV: ES GEHT WIEDER LOS. Das hat meine Meinung nicht unwesentlich geprägt. Schön auch, das die LINKE hier mit aufgelistet ist – ja, man buhlt um die „Regierungsfähigkeit“. Geht ja nicht, das die anderen Parteien einen für schwach oder nachher sogar für „sozial“ halten. Lieber KZ-Arzt als Sozialromantiker, das ist doch die Devise der harten Kerle der Neuzeit.

Dieser kulturelle Umbruch wird auch gezielt vorbereitet – da sind unsere Politiker nur ausführende Organe eines dunklen Zeitgeistes, der mit dem Ende des Dritten Reiches nur eine Filiale verlor, inzwischen aber in anderen Ländern munter weiter expandierte. Wir finden das Wirken dieses Ungeistes primär in der Wissenschaft, sogar in so harm- und nutzlosen Bereichen wie der Biologie, siehe Humanistischer Pressedienst:

Die auffälligste Ausprägung findet der Biologismus derzeit in der „Evolutionären Psychologie“. Diese führt menschliches Verhalten im Wesentlichen auf genetisch fixierte Programme zurück, die sich in der Steinzeit als vorteilhaft erwiesen und daher in der Evolution durchgesetzt hätten. Kaum eine menschliche Verhaltensweise bleibt von solchen Erklärungsversuchen verschont, evolutionspsychologisch argumentierende Autoren haben für so unterschiedliche Phänomene wie Selbstmordattentate, Sadomasochismus und die Vorliebe junger Mädchen für die Farbe rosa „Erklärungen“ parat. Diese Erklärungen werden gerne als wissenschaftlich bezeichnet, was verschleiert, dass es sich in vielen Fällen um Gedankenspiele handelt, die empirisch nicht überprüfbar sind.

Der Mensch als seelenlose Maschine. Ist er so – dann spricht nichts mehr gegen Lagerhaltung. Insofern führen die Politiker nur aus, was ihnen vorgegeben wurde – von einer Naturwissenschaft, die natürlich (wie auch bei der Erfindung von Atombomben, Automobilen, Giftgasen und tödlichen Seuchen) wieder alle Verantwortung von sich weist – gegen ihre Kritiker aber nichtsdestotrotz ganz entschieden vorgeht:

In Reaktion auf die moralistische Kritik haben die Biologisten sich eine Verteidigungsstrategie zurecht gelegt, die in Kritikern immer nur naive Gutmenschen sieht, die die Realität nicht wahr haben möchten – und die man daher auch nicht ernst nehmen muss. In dieser Atmosphäre ist eine vernünftige Diskussion über Wert und Grenzen der Evolutionären Psychologie kaum möglich.

So wird Wissenschaft zum religiösen (!) Dogma unter der Fahne es aufgeklärten Atheismus. Nebenbei bereitet man neue Leichenberge vor (an denen man natürlich gar keine Verantwortung hat, weil man ja nur harmlos und unschuldig die „Natur“ beschreibt), gibt den neuen Nazis (die ihre Uniformen gegen Brioni-Anzüge getauscht, ihre Moral aber beibehalten haben) einen „wissenschaftlichen Rahmen“, innerhalb dessen sie ihre „Bevölkerungspolitik“ ausführen können: die gezielte Schaffung eines Prekariats, über dessen Existenz man sich dann später fürchterlich aufregt … und bei dessen Beseitigung man immer absonderlichere Wege einschlägt.  Dabei gäbe es eine ganz einfache Methode, das Prekariat zu beseitigen: einfach mal bei den reichen Bundestagsabgeordneten sammeln und das Geld dem Prekariat geben – schon ist es weg!

Aber dann könnte man ja seine sado-maso-Gelüste nicht mehr ausleben – deren Korrektheit ja die Naturwissenschaft bewiesen hat. Alles genetisch fixierte Programme, denen wir (gerne!) machtlos ausgeliefert sind. Eine Kultur der perversen Verantwortungslosigkeit – von höchster Autorität abgesegnet, alternativlos und undiskutabel.

1933 wurde in Deutschland der erste landesweite Feldversuch gestartet, 2013 ist die Welt so weit, eine weltweite Ausprägung des Horrors durchzuexerzieren.

Bleiben wir aber in Deutschland, in unserem Alltag – und schauen, wie die offenbar von Heinrich Himmler inspirierte Gesetzgebung unsere Nachbarn tötet … leise, heimlich, ohne große Öffentlichkeit, ohne großen Presserummel, ohne Lager und Giftgas. Grilleau´s Leser Andy 67 hat das zusammengetragen:

28.01.2005: In H4 abgerutschter, arbeitsloser Familienvater begeht nach Differenzen mit dem zuständigen Jobcenter in Höxter Suzizid durch Erhängen. [Quelle]

31.01.2005: In Berlin vergiftet sich das Ehepaar Stahl durch Autoabgase; ihr Abschiedsbrief besagt “Lieber tot als arm!” [Quelle]

23.02.2005: In Potsdam-Babelsberg erfriert der arbeitslose, 41jährige Maler und Familienvater Andreas H., nachdem er sich den Hausdurchsuchungen seitens der BA-Behörden verweigerte und es zur Zwangsräumung seiner Wohnung kam. [Quelle]

13.07.2005: 38jähriger Arbeitsloser in Pockau/ Sachsen begeht Selbstmordversuch durch Selbstverbrennung. [Quelle]

29.11.2005: In Schwerfen (Eifel) erschießt sich eine 48jährige Arbeitslose wegen Zwangsräumung. [Quelle]

18.08.2006: In Frankfurt (Oder) springt der arbeitslose Tim S. vor den Augen des Gerichtsvollziehers aus dem Fenster und in den Tod. [Quelle]

20.08.2006: Der 54jährige Uwe N., Ort unbekannt, begeht Selbstmord wg. Arbeitslosigkeit – achtung, diese Quelle ist NICHT verifizierbar! [Quelle]

19.04.2007: Die zuständige ARGE in Speyer macht Sascha K. zum Statistikbereinigten und lässt ihn verhungern. [Quelle]

16.07.2007: Der 47jährige Invalide, Frührentner und Familienvater Detlef Rochner (Journalist) springt aus dem 10. Stock eines Hochhauses in Berlin-Lichtenberg, weil er seitens der Behörden keinerlei Hilfe erhält und auch Wowereit für ihn keinen Finger rührt. [Quelle]

20.11.2007: Die Hartz-IV-bedingte Stromsperre zwingt eine Frau in Neumarkt St. Veit zur Verwendung von Kerzen; es kommt dadurch zum Wohnungsbrand und die Frau verbrennt. [Quelle]

13.12.2007: Der 58jährige, frühere Außendienstmitarbeiter Hans-Peter Z., arbeitslos und statistikbereinigt, verhungert zwischen Stehberg und Dingberg nahe Uslar. [Quelle]

07.12.2008: Mittellos gewordener Architekt erschießt sich in München wegen Zwangsräumung. [Quelle]

08.12.2008: In Taufkirchen bei München tötet die arbeitslose Silvia W. ihren Sohn und sich selbst wegen Zwangsräumung. [Quelle]

31.10.2009: Der 30jährige Fabian Rappel aus Aichach, Maschinenbauingenieur, begeht nach Schikanen und Demütigungen durch das zuständige Jobcenter Selbstmord. [Quelle]

19.05.2011: Die arbeitslose Christy Schwundeck wird im Jobcenter Gallus, Frankfurt/Main, von der Polizei “in Notwehr” erschossen, nachdem ein Antrag abgelehnt wurde und sie in ihrer Verzweiflung zum Messer griff. [Quelle]

07.08.2011: In Saarbrücken–Burbach verhungern eine arbeitslose Frau und ihr zweijähriges Kind, nachdem die Leistungen zwecks Statistikbereinigung eingestellt worden sind. [Quelle]

15.09.2011: Ein Arbeitsloser aus Berlin begeht wegen der Schikanen und Nötigungen seitens des Jobcenters Kreuzberg in Portugal Selbstmord durch Klippensprung. [Quelle]

04.07.2012: In Karlsruhe erschießt ein arbeitsloser Mann im Rahmen eines “Mitnahme-Suizids” sich selbst und vier Geiseln während einer Zwangsräumung. [Quelle]

10.09.2012: Nach Totalsanktion zwecks Statistikbereinigung verhungert eine 55jährige Arbeitslose in Halle/Saale. [Quelle]

26.09.2012: Die Jobcentermitarbeiterin Irene N. wird im Jobcenter Neuss von dem verzweifelten, dreifachen Familienvater und Arbeitslosen Ahmet S. erstochen. [Quelle]

13.10.2012: In Berlin überschüttet sich der 32jährige, arbeitslose Marius vor dem Reichstagsgebäude mit Benzin, zündet sich an und ersticht sich. [Quelle]

02.11.2012: In Thüringen sterben ein Vater und seine drei Kinder durch Kohlenmonoxidvergiftung, nachdem es – bedingt durch Arbeitslosigkeit – zur Stromsperre gekommen war und sie zur Benutzung eines Notstromaggregat gezwungen waren. [Quelle]

28.11.2012: In Höxter erhängt sich der 43jährige, arbeitslose Jörg G. aus Verzweiflung in seiner Wohnung. [Quelle]

Die Quellenangaben funktionieren nicht. Ich persönlich lese genug, um die Glaubwürdigkeit dieser Information nicht in Frage zu stellen – und könnte aus meinen Artikeln noch weitere Fälle hinzufügen.

Als ausgebildeter Geisteswissenschaftler schaue ich aber noch ganz anders.

Ich schaue aufs Prinzip.

Und im Prinzip stellt die Gesetzgebung der Agenda 2010 Arbeitslosigkeit unter Strafe – unter Todesstrafe, um genau zu sein. Über eine Million mal wurde im letzten Jahr versucht, einen Menschen durch Sanktionen in den Freitod zu treiben … wenn ich das mal so formulieren darf.

Was aber schlimmer ist:

2013 ist es wieder möglich, das Mitbürger aufgrund staatlicher Gewaltanwendung zu Tode kommen. Nicht als „Kollateralschaden“, nicht als Unfall oder Versehen, sondern aufgrund konkret geplanter Gesetze zur Bestrafung von Arbeitslosigkeit. 

Der Unterschied zu 1933?

1933 war das noch nicht möglich. Da war erst das Jahr der Machtergreifung, erst im Zuge der Machtausübung wurde es schlimmer – und je näher der Krieg kam, um so monströser wurde es.

Um es mit anderen Worten zu sagen: der Zeitgeist ist wieder äußerst braun geworden. Merkt man jeden Tag – zum Beispiel an der Ministerin Haderthauer, die härtere Maßnahmen gegen Hartz IV-Abhängige fordert, Maßnahmen, die mir als Bürger eine Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung einbringen würden.

Der Mann dieser Frau verkaufte von Mördern in seiner Anstalt produzierte Modellautos für 30000 Euro durch seine eigene Firma (siehe Spiegel)… ohne sich irgendwie zu denken, dass das schon an die Geschäftspraktiken von Konzentrationslagern erinnert.

Warum denken wir uns schon nichts mehr dabei?

Weil wir aus lauter Angst, von einem naiven Gimpel wieder mit „Godwin´s Law“ angeprangert zu werden, viel zu selten über Hitler reden … und wie es sein konnte, das er in einem der zivilisiertesten Länder dieser Welt ungehindert sein Unwesen treiben konnte.

Und weil wir zu selten drüber reden, lebt das Unwesen eben einfach wieder auf – und selbst eine christliche Ministerin merkt nicht mehr, wie ungeheuerlich das ist, was sich in ihrer eigenen Familie und ihrem eigenen Denken abspielt.

Und die Vergleiche?

Haben wir viel zu lange nicht durchgeführt.

Dafür werden wir alle noch einen hohen Preis zu zahlen haben – selbst dann, wenn wir jetzt noch „Arbeit“ haben.

War früher auch so.

Erst hat es die Juden, Kommunisten, Sozialdemokraten, Zigeuner, Arbeitslosen, Christen und freien Geister erwischt – dann den ganzen Rest per Weltkrieg.

Ach – das gibt es heute nicht?

Afghanistan – jenes Land, in das unsere Truppen schon vor einigen Jahren einmarschiert sind – hat eine direkte Grenze zu China … jenem Land, das unsere kriegswütigen amerikanischen Freunde als große Bedrohung empfinden – samt Russland.

Das passt aber zu dem Vergleich – die Behandlung der Arbeitslosen ähnelt dem Jahr 1938 – dem Jahr vor dem Beginn des großen, profitträchtigen Völkerschlachtens.

Bundeswehr in Lybien und die Evolutionsbiologie: zwei Schritte zum Umbau der Demokratie

Schritt für Schritt schreitet die Degeneration der politischen Wirklichkeiten voran und wir gewöhnen uns daran. Das ist das Unangenehme dabei. Wir empören uns zu wenig und schlucken zuviel. Kein Wunder, das alle schlecht drauf sind. Dabei brauchen wir nichts mehr zu schlucken, wir leben offiziell noch in einer  Demokratie (auch wenn das für viele nicht mehr der erfahrbaren Lebenswirklichkeit im Alltag entspricht) – noch können wir uns versammeln, noch können wir unsere Meinung frei äußern. Vieles aber … lassen wir einfach so mit uns machen. Gefährlichere und ungefährlichere Dinge.

Nehmen wir erstmal die ungefährlicheren. Man stelle sich einfach mal vor, da gäbe es einen Chemiker, der Bücher darüber schreibt, das Germanisten alle geisteskrank sind, das ihre Gedichte nicht den Erkenntnissen der Naturwissenschaft genügen und schlichtweg falsch sind: wir würden uns über den Hansel kaputtlachen – offensichtlich hat er nicht mehr alle Tassen im Schrank. Oder denken wir uns einen Physiker, der sich für ein Verbot von Musik ausspricht, weil er sie für unsinnig hält, einen Biologen, der sich gegen Geschichtsbücher ausspricht, weil sowieso alles Zufall ist – wir kämen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Das würden wir noch merken.

Was wir nicht mehr merken ist, was wir mitlerweile schon widerstandslos schlucken ist, wenn ein Evolutionsbiologe einen Kreuzzug gegen Religion startet, wie jetzt wieder im Spiegel.

Der Biologe erkennt seine Grenzen eigentlich selber und bekennt sich sofort dazu, das es ihm egal ist:

Wissenschaftsphilosophen werden sagen, dass alles nur Hypothesen sind, die niemals endgültig bestätigt werden können, und dass wir alle aufwachen könnten und entdecken, dass alles nur ein Traum war. Aber in dem Sinne, wie wir alle normalerweise das Wort Tatsache benutzen, ist Evolution eine.

In dem Sinne, in dem wir normalerweise das Wort Tatsache benutzen, ist die Erde eine Scheibe, wurde die Welt vor 6000 Jahren erschaffen und war Hitler der gottgewollte Führer des deutschen Volkes. Philosophen merken das schnell, Biologen scheinbar noch nicht mal, wenn sie es selber sagen.

Naturwissenschaftler haben ein Problem mit dem menschlichen Geist – sie können ihn nicht erfassen, nicht wiegen, nicht messen, nicht einpacken oder umbauen, sind aber ohne ihn selber nichts. Darum haben wir Geisteswissenschaften erschaffen – einen riesengroßen Komplex Geisteswissenschaften, die vor allem eins sollen: Kriege verhindern, die Selbstvernichtung der Menschheit aufhalten. Der Angriff der Naturwissenschaften auf die Religion ist deshalb keine Kleinigkeit – und an dieser kleinen oben zitierten Sequenz merkt man, das es nicht nur ein Angriff auf die Religion ist, sondern vielmehr: ein Angriff auf alle Geisteswissenschaften, deren Erkenntnisse über die naturgegebenen Grenzen menschlicher Erkenntnis uns egal sein sollen.

Wenn uns diese Grenzen aber egal sein sollen, dann … ist ein neuer Hitler wieder jederzeit möglich. Mit Formeln, Reagenzgläsern oder Erlenmeyerkolben hält man keine politische Bewegung auf – sogar Gedichte sind da schon nachhaltiger. Man kann unglaubliche Waffen erschaffen, das stimmt, aber … die Hand, die diese Waffen bedient, folgt mehr ihrem Herzen als naturwissenschaftlichen Erkenntnissen.

Darum ist es wichtig, zu sehen, wo „Naturwissenschaft“ (so nennt die Bewegung sich in diesem Moment selber) versucht, nach politischer Macht zu greifen – und im Konfliktfeld Evolutionsbiologie versus Kreationisten (als dem Kampf des Chemikers gegen Gedichte, des Physikers gegen Musik, des Biologen gegen Geschichtsschreibung)  sogar nach religiöser Macht, denn was dort konkret geschieht (aus der Perspektive des  Religionsphilosophen) ist die Etablierung einer neuen Religion, eines neuen Gottes: eines blinden, gleichgültigen, grausamen Gottes, der eine brutale Welt voller Lieblosigkeit, Ungerechtigkeit und sinnloser Qual geschaffen hat: eine Hölle auf Erden.

Der Horrorschriftsteller Howard Phillip Lovecraft hat solche Gottheiten in seinen düstersten Kunstmythen beschrieben. Das sich in den Zeiten der aufklärerischen Gesellschaft unglaubliche Gräuel entfalten können, wird auf einmal – aus dieser Perspektive – recht plausibel, weil wir eben nicht in der Gelassenheit altgriechischer lebenspraktischer Philosophie einen pragmatischen Atheismus leben, sondern unbemerkt im Hintergrund eine finsterste Religion wirken lassen, die aber wiederum die wachsende Akzeptanz „satanischer“ (sprich inhumaner, menschenfeindlicher, asozialer) Werte in der bundesdeutschen Gesellschaft hinreichend erklärt.

Das war nun ein weiter Bogen. Man muß dem Leser zwischendurch mal dafür danken, das er den Weg mitgegangen ist. Um sich empören zu können, um sich erfolgreich mit aller Kraft wehren zu können, sind solche Bögen manchmal notwendig, damit man sieht, wohin die Reise geht, woher der Kurs stammt, auf den die Bevölkerung – alternativlos – zugetrieben wird. Wenn wir uns nicht gegen die politische Machtergreifung naturwissenschaftlichen Denkens mit aller Kraft wehren, dann werden wir irgendwann wieder vor Konzentrationslagern stehen, in denen aus purer „Alternativlosigkeit“ Türken verbrannt werden, denn „Alternativlosigkeit“ ist ein direktes Produkt des mechanistischen naturwissenschaftlichen Denkens des 19. Jahrhunderts, das gerade in seiner primitiven, unreflektierten Form Religion wird.

Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, das gewisse Absonderlichkeiten der politischen Wirklichkeit einfach so hingenommen werden – womit wir nun zu den gefährlicheren Aspekten der Degeneration der politischen Wirklichkeiten kommen – zum Beispiel der Einmarsch der Bundeswehr in Lybien, der kam, während ich noch scherzhaft davor warnte, siehe Spiegel:

In einer geheimen Mission haben Bundeswehr und britische Royal Air Force 132 Europäer aus Libyen gerettet, darunter 22 Deutsche. Die Transall-Maschinen landeten mitten im Krisengebiet. Trotz des hohen Risikos sah die Bundesregierung keine Alternative.

Eine Alternative gäbe es schon: „Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um!“ Wo kommen wir dahin, wenn wir jedesmal die Bundeswehr losschicken, wenn deutsche Touristen und Beutemacher sich weltweit in Lebensgefahr begeben? Die Antwort ist einfach: in einen neuen Kolonialismus. Das Prinzip der „Selbstverantwortung“, das man jedem Arbeitslosen mit der Hungerpistole auf der Brust aufdrückt, existiert außerhalb der deutschen Grenzen scheinbar nicht. Deshalb ist diese Aktion politisch eine Katastrophe … trotz allem Verständnis für die menschliche Dimension der in Lybien gestrandeten Deutschen. Ich würde mir nur das gleiche Verständnis innerhalb Deutschlands für jene Menschen wünschen, die in Armut und Arbeitslosigkeit gestrandet sind … und auch den gleichen finanziellen Aufwand, um sie zu retten. Dort versagt dann aber auf einmal die international gern so offen und dynamisch demonstrierte Mitmenschlichkeit.

Die schnelle Entscheidung stellt durchaus eine neue Qualität für zukünftige Krisenfälle dar. Einsätze der Bundeswehr oder gar der Spezialeinheiten sind in Deutschland stets ein schwieriges Thema. Oft überwiegen im Krisenstab die Zweifler, die fürchten, bei einem Fehlschlag könnten sie politisch verantwortlich gemacht werden.

Nun haben wir sie, die „neue Qualität„, weshalb zu erwarten ist, das in Zukunft die Einsätze der Bundeswehr im Ausland problemlos durchgewunken werden können, zumal wir ja bald dort nur noch unsere Arbeitslosen verheizen.

Für alternativlose politische Wirklichkeiten braucht man ein enges, naturwissenschaftlich dogmatisches Weltbild jenseits der Geisteswissenschaften – dann bekommt man auch eine Welt jenseits von Frieden, Humantität, Freiheit und Selbstbestimmung – und jenseits der Demokratie. So erklären sich die Gräuel des 20. Jahrhunderts.

In einem mechanischen Universum gibt es sowenig Freiheit, wie es in einer Welt der Alternativlosigkeiten noch Demokratie gibt. Man braucht dann nur noch Manager, die die „alternativlosen“ (aber in Wirklichkeit völlig beliebigen)  Entscheidungen durchwinken … und schon kann man eine Vorstellung davon haben, warum die Religion (oder Philosophie) der Evolutionsbiologie kritiklos durchgewunken wird … obwohl man auf Seiten der Kreationisten ebenso Naturwissenschaftler findet, hier bei creationwiki:

Dr. Ken Ham ist der Präsident von Answers in Genesis USA. Er ist ein bekannter Redner und Autor zum Thema des Junge-Erde-Kreationismus. Er hat einen Bachelorabschluss in angewandten Wissenschaften mit dem Schwerpunkt Umweltbiologie vom Queensland Institute of Technology

Junge-Erde-Kreationismus?

Der Junge-Erde-Kreationismus (auch „Kurzzeitkreationismus“ oder „24-Stunden-Tag-Theorie“) ist der hauptsächlich von evangelikalen und fundamentalistischen Christen, aber auch von ultraorthodoxen Juden vertretene Glaube, dass die Erde von Gott vor wenigen tausend Jahren erschaffen wurde. Anhänger vertreten eine wörtliche Auslegung der Bibel und interpretieren den Schöpfungsbericht in der Bibel als Tatsachenschilderung.

Das passiert, wenn Naturwissenschaftler die Bibel (oder überhaupt Literatur) lesen. Gedichte von Ingenieuren sind häufig ähnlich grausam.

Und so wurde die Erde vor 6000 Jahren geschaffen … in dem Sinne, in dem wir normalerweise das Wort Tatsachen benutzen.  Meinen jedenfalls Naturwissenschaftler.

Und ja –  ich gestehe: ich benutzte für diese Artikel die geisteswissenschaftlichen Methoden des Naturwissenschaftlers Dawkins … damit man sieht, was dabei herauskommt.

 

 

 

 

 

Apokalypse 2012, Gaia, das Bienensterben und der Weg der Naturwissenschaften ins Konzentrationslager

Der „freie Wille“ ist eine religiöse Erfindung, die aus vorwissenschaftlicher Zeit stammt. Es gibt Krankheiten, die zu bestimmten Handlungen zwingen, z.B. der Tollwuterreger zwingt den Wirt, Wasser und Licht zu meiden und zu beißen. Nix mit „Freier Wille“.

So schreibt der Leser Henkersknecht im Stern.  Das ist die … „naturwissenschaftliche“ Meinung zur Grundlage unserer westlichen demokratischen Wertegemeinschaft.  Seit 150 Jahren versucht die Naturwissenschaft zu beweisen, das wir in einer großen Dampfmaschine leben. Einige Physiker und Biologen sind zwar schon ausgeschert, aber der Mainstream marschiert streng weiter.

Naturwissenschaftler als Menschen durfte ich als Wirt in meiner Studentenkneipe beobachten – danach hatte ich keine weiteren Fragen mehr. Wer mit dem Menschen nichts anfangen kann, der wendet sich dem Atom oder der Kröte zu und verbringt seine Freizeit gerne mit Bier und Kartenspielen, falls er nicht gezwungen ist, infolge eines eingefleischten Hangs zur Unauffälligkeit unbemerkt in einer Ecke zu sitzen. Ich weiß, das ist jetzt ein Vorurteil – mein Vorurteil – gebildet aus einer ganz kleinen Beobachtungsgruppe. Aber mal ehrlich … würde man sich zehn Naturwissenschaftler einladen wenn man  einen aufregenden, unterhaltsamen Abend voller Geist, Witz und Humor erleben möchte … oder würde das eher dröge?

Die naturwissenschaftliche Art zu Denken hat Vor- und Nachteile, wie alle Sichtweisen. Sie ist nicht uneingeschränkt falsch – noch uneingeschränkt wahr. Es ist eine Definitionswirklichkeit, der allerdings langsam aber sicher die Materie ausgeht, von der die Physiker immer weniger finden … noch ein bischen weiterforschen, dann ist alles Geist und wir müssen komplett umdenken.

Immer weniger fällt uns bei der Betrachtung der Welt auf, das es da auf jeden Fall außerhalb der Materie noch etwas anderes gibt, etwas, das uns selbst aber viel mehr ausmacht als unsere Zellen. Wir Menschen sind nicht nur Hardware, wir sind auch Software … und ohne diese Software gäbe es keine Menschen. Jeder Mensch weiß das und merkt es in dem Moment, wo er diese Zeilen liest, ist sich aber wohl nicht der Bedeutung dessen bewußt, was da gerade geschieht – weil es so schrecklich selbstverständlich ist.

Trotz der Bedeutung der Software, für die wir die „Geisteswissenschaften“ überhaupt erst ins Leben gerufen haben,  werden Geisteswissenschaften bei der Beurteilung der gesellschaftlichen Prozesse immer weniger berücksichtigt. Der Bundestag ist voller spitzfindiger Juristen und halbgebildeter Lehrer, während Psychologen, Philosophen und Soziologen mehrheitlich draußen bleiben müssen. Fachkompetenz in menschlichen Fragen würde augenscheinlich beim Regieren sehr stören. Das entspricht dann auch in vollem Umfang dem Ergebnis, das wir tagtäglich präsentiert bekommen.

Konfliktbereiche zwischen Software und Hardware sind tabu … und fast alle ausgeräumt, entsorgt, in Lager gesperrt. Ein Grund, warum auch die „Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung“ sowie die politische Bildung in den Schulen zugunsten einer Verstärkung der technisch-naturwissenschaftlichen Fächer vernachlässigt wurden. So werden wir uns in Zukunft an Amokläufe und Konzentrationslager gewöhnen müssen – sie korrespondieren völlig mit betriebswirtschaftlichem und naturwissenschaftlichem Denken, in dem die freie politische Willensbildung keine Rolle spielen braucht – wir sind ja sowieso alle nur irgendwelche Affen, die man für Tierversuche im Namen der Wissenschaft hemmungslos verbrauchen darf.

Diesen Zusammenhang zwischen einer Denkmode, einem Wirklichkeitsmodell und dem konkreten politischen Alltag würde ich mir täglich an jeder Schule vorgestellt wünschen. Dann könnte ich wieder daran glauben, das westliche Welt eine Zukunft  jenseits von Umweltkatastrophen, Wirtschaftskrisen und Weltkriegen hat.

Stattdessen finde ich folgende Sätze bei Yahoo:

Kartenlegen darf kostenpflichtig sein. Mit dem Urteil gab der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch in Karlsruhe einer selbstständigen Lebensberaterin teilweise recht, die ihre Ratschläge anhand von Kartenlesen gewann, wie das Gericht mitteilte.

Der BGH räumte in seinem Urteil zwar ein, dass die von der Klägerin versprochene Leistung objektiv unmöglich sei. Das bedeutet, dass die Leistung nach den Naturgesetzen oder nach dem Stand wissenschaftlicher Erkenntnis und Technik nicht erbracht werden kann. Dies sei laut Gericht der Fall, wenn der Einsatz übernatürlicher, „magischer“ oder parapsychologischer Kräfte und Fähigkeiten versprochen werde.

Selten hat ein Gericht so daneben gegriffen – und selten wird es so deutlich, wie sehr Geisteswissenschaften schon aus der Wirklichkeitsbeschreibung verdrängt wurden.

Wenn Beethoven sich faule Äpfel in den Schreibtisch legt, weil der Geruch ihn zu genialen Kompositionen stimuliert, dann berührt der Prozess in keiner Weise das Aufgabengebiet von Naturwissenschaften. Wenn eine psychologische Beraterin Tarotkarten (die in ihrer psychischen Bilderdimension sämtliche Kernthemen des menschlichen Lebens kritisch berühren) zur Stimulation braucht, berüht das auch nicht den Aufgabenbereich der Naturwissenschaften. Wenn aber Naturwissenschaften über diesen Bereich urteilen (also ihr Aufgabengebiet verlassen) verhalten sie sich wie Militärdiktaturen oder die Inquisition: sie benutzen Macht, um Wahrheit zu schaffen. Ein sehr unwissenschaftliches Prinzip, das infolge fortschreitender Reduzierung der Wirklichkeit und fortschreitender Dogmatik ganz schnell ein ganz enger Denkkäfig wird, in dem der Mensch nur noch Platz als lästiger Kostenfaktor hat. Aber das ist ja vielleicht auch der Grund, warum wir anstelle von Beethoven „Modern Talking“ haben.

Dabei ist es die Naturwissenschaft selbst, die immer wieder an beunruhigende Grenzen stößt … wie an die Grenze, das der Tollwutvirus es schafft, seinem Träger Angst vor Wasser zu vermitteln, woraus sich die Frage ergibt: wie viele unsere Entscheidungen sind eigentlich noch von den drei Kilo Bakterien- und Virenmasse beeinflußt, die jeder Mensch in sich trägt? Da begegnete mir schon mal die Meinung, das der Mensch nur als Transportvehikel für Genmaterial entworfen wurde … alles kleine Bausteine, die seine Vernichtung (im Einzelnen oder in der Masse) als ethisch und moralisch bedeutungslos erscheinen lassen, wie sowieso Ethik und Moral in einer strikt naturwissenschaftlich ausgerichteten Welt keinen Platz haben. Ethik und Moral sind nach dem Stand von Wissenschaft und Technik unrelevant … nur für die Menschheit als solche spielen sie eine Rolle, weil sie nicht beliebig vergast werden möchte. Noch darf sie sich diesen freien Willen erlauben, bevor der alternativlose Sachzwang (eine Sichtweise, die direkt aus den Naturwissenschaften und aus dem Versuch, sie auf das Leben selbst zu übertragen stammt) die Massenvernichtung unwerten Lebens unausweichlich werden lässt – natürlich alles im Namen der Wissenschaft.

Wenn wir allerdings davon ausgehen (und hier stoßen wir auch gleich an das nächste Tabu), das der Mensch möglicherweise nur durch seine kleinen Gen-Gäste gesteuert wird … müßten wir dann nicht davon ausgehen, das so etwas vielleicht auch in größerem Umfang der Fall ist? Wir hätten dann überhaupt keine Probleme, die Merkwürdigkeiten zum Jahresbeginn zu deuten, hier bei Yahoo:

Seit Tagen sorgen Berichte über ein plötzlich auftretendes, weltweites Massensterben bei verschiedenen Tierarten für Schlagzeilen. Zunächst verendeten in den US-Bundesstaaten Arkansas und Louisiana zahlreiche Vögel und Fische. Auch in Schweden entdeckte man mehrere Vogelkadaver auf der Straße. Jetzt wurden an der Südostküste in Großbritannien Zehntausende Krebse und andere Meerestiere leblos an Land gespült. Experten nennen nun erste mögliche Ursachen für das weltweite Massensterben.

Experten nennen nicht Ursachen, sie formulieren Theorien. Das wird sprachlich in den letzten Jahren gerne mal unterschlagen, vor allem seit Theorienbildung selbst ebenfalls zum politischen Tabu geworden ist – siehe „Verschwörungstheorien“.

Wenn schon dem Menschen untergeordnete Biosysteme solche Macht über ihn bekommen können, wäre es dann nicht einfach konsequent, die gleiche Macht auch den übergeordneten Biosystemen zuzugestehen, was folgerichtig zur „Gaia-Hypothese“ führt? Von da aus ist es nur ein kleiner Schritt bis zu der „Erkenntnis der Ursache“, das uns die Gesamtheit der aussterbenden Biosysteme (früher gerne auch mal „Gott“ genannt, insofern eigentlich nichts Neues, könnte man sagen) einen Schuß vor den Bug schickt, bevor sie sich anschickt, unsere Art und Weise zu leben mit Gewalt zu korrigieren.

Darum kriegen Propheten auch Träume von sterbenden Vögeln und Fischen, der Allgegenwart der „unheiligen Zahl“ 666 (die seltsamerweise wirklich auf jedem Apothekenrezept steht … was mir immer noch keiner plausibel erklärt hat) und drohender Apokalypsen.

Die Softwarekünstler der Menschheit hätten kein Problem damit.  Sie wissen, das sie Geist haben, der lachen und leinen, glücklich und traurig sein kann, der geniale Ideen und zukunftsweisende Visionen entwickeln oder einfach nur ästhetische Kompositionen von atemberaubender Schönheit schaffen kann, während die kulturelle Leistung einer rein naturwissenschaftlich ausgerichteten Zivilisation sich in der Konstruktion von Plattenbauten erschöpft, die auch warm und trocken halten. Die naturwissenschaftlichen  Hardwareschrauber jedoch … verstehen das nicht, weil trotz aller „Aufgeklärtheit“ ein weiteres Tabu wirkt: der Mensch, so minderwertig er auch ist, bleibt weiterhin die unantastbare Krone der Schöpfung – oder weil Naturwissenschaftler einfach wirklich keinen Geist haben und sich deshalb am Rest der Welt rächen wollen.

Und so … haben wir doch noch eine Chance auf einen Weltuntergang 2012, der ganz einfach beginnen kann: stirbt die Biene aus, hat die Menschheit noch vier Jahre zum Überleben.  Und der Biene geht es nicht gut, siehe  Wirtschaftsblatt.at:

So hat sich beispielsweise in den USA der Bestand von vier weit verbreiteten Bienenarten in den vergangenen Jahrzehnten um rund 96 Prozent reduziert. Ähnlich alarmierend seien die Zahlen für Großbritannien. Einige Arten sind in den vergangenen 40 Jahren um 70 Prozent zurückgegangen, so die Zeitung „The Guardian“ in einem ­Artikel vergangene Woche.

So einfach könnte der von den Maya ausgerechnete Weltuntergang kommen: am 22.12.1012 stirbt die letzte Biene. Und dann werden uns unsere Techniker auch nicht mehr helfen können, trotz aller Heilsversprechen, die sie seit hundertfünzig Jahren jährlich ausgeben, haben sie uns nur in erster Linie eins gebracht: aus unserem Garten ist ein Parkplatz für einen Supermarkt geworden, wo uns minderwertige Waren neue Gifte für neue Krankheiten liefern.

Vielleicht sollten wir es einfach mal versuchen, doch noch den guten alten freien Willen wiederzubeleben, jenes eigentliche Produkt der Aufklärung und formulieren: wir wissen, das es keine Alternative gibt – aber wir sind in der Lage, etwas Anderes zu wollen … und wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.  Besser als alternativlos auf dem Supermarktparkplatz zu verhungern (was einem bald schon aus einfachem Mangel an Tauschmitteln für Waren – sprich Geld – gelingen kann) ist es auf jeden Fall.

Der alternativlose Untergang des Euro 2011 und Harry Potter als Globalisierungsrebell

Wenn Vögelschwärme tot vom Himmel fallen, ist das immer ein Anzeichen für eine Apokalypse.  So jedenfalls dachten die Einwohner von Arkansas, als ihnen 1000 tote Vögel zum Jahresbeginn vor die Füße fielen und stellten sofort die Knallerei ein.  Geschichten dieser Art wurden dereinst von Charles Fort gesammelt, auch ich habe mal damit begonnen, mußte jedoch Mitte der neunziger Jahre feststellen, das sie systematisch aus den Nachrichten verschwanden. Pragmatischere Blätter wie die Ärztezeitung berichteten noch eine Weile über Phänomene, die außerhalb der Normalität waren (zum Beispiel jener Junge aus England, der mit seinem körpereigenen Magnetfeld regelmäßig Alarmanlagen in Kaufhäusern aktivierte) , doch dann wurde auch dort ein anderer Kurs gefahren.

Die tausend toten Vögel haben es jedenfalls nochmal in die Nachrichten geschafft … und noch bevor man sich des Rätsels bewußt werden konnte, waren auch schon die Experten da – hier in der WELT:

Das mysteriöse Vogelsterben in den USA ist nach ersten Einschätzungen von Wissenschaftlern durch Feuerwerk verursacht worden. Die fast 3000 getöteten Tiere seien vermutlich erschrocken, hätten die Orientierung verloren und seien dann gegen Häuser, Autos und andere Hindernisse geflogen, sagten Vogelkundler. Doch gelöst sei das Rätsel noch nicht, solange ausführliche Tests auf Vergiftungen oder Krankheiten ausstünden. Die Vögel waren auf einer Strecke von etwa zwei Kilometern tot vom Himmel gefallen.

Alles war wieder in Ordnung, Gott sei Dank. Wäre schlimm, wenn man den biblischen Geschichten eine neue hätte hinzufügen müssen. Wieder einmal war eine Ursache gefunden worden, bei der alle wieder ruhig vor dem Fernseher einschlafen können. Zwar stellt sich den „Verschwörungstheoretikern“ die Frage, warum man nicht regelmäßig große Mengen toter Vögel  zu Sylvester zu beklagen hat, aber solche Unkereien sind ja nicht umsonst seit dem 11.9.2001 tabu. Jetzt greifen nämlich die Experten richtig durch und wollen ihre eigenen Theorien kritiklos als Wahrheit verbreiten.

Diesmal haben sie jedoch die Rechnung ohne den Wirt gemacht, wie die WELT weiter berichtet:

Der plötzliche, mysteriöse Tod Tausender Vögel in der Nacht von Silvester zu Neujahr im US-Bundesstaat Arkansas war nur der Anfang: Rund 500 weitere Vögel sind in der Gemeinde Pointe Coupée im US-Bundesstaat Louisiana tot aufgefunden worden, sagte eine Sprecherin des Amtes für Fischerei und Fauna des Bundesstaats. Die Todesursache werde noch untersucht.

Und damit nicht genug, die Fische haben nochmal einen draufgesetzt, um die Böllertheorie endgültig ins Aus zu schießen:

Weiteres Rätselraten verursachte der Fund von 80.000 bis 100.000 toten Fischen in einem 160 Kilometer entfernten Fluss am Neujahrstag. Zwar konnten die Behörden einen Zusammenhang mit dem Massensterben der Vögel ausschließen, doch blieb die Ursache für den Tod der Fische in Erwartung der Ergebnisse der Autopsie zunächst ebenfalls unklar.

So funktioniert heute „Wissenschaft“ – und darum ist diese kleine Anekdote über tote Vögel so wichtig. Es geht nicht mehr darum, die Wahrheit herauszufinden – so etwas würde in der Tat sehr lange dauern – sondern nur noch darum, möglichst schnell eine Theorie zu veröffentlichen, die irgendwie plausibel klingt. Hat man diese Theorie formuliert, interessiert sich für das Phänomen selber niemand mehr – möglicherweise ein Grund, weshalb wir in Richtung „Fortschritt“ kaum noch Fortschritte machen aber immer besser beweisen können, das die Erde eine Scheibe ist.

Man fragt sich ja im Jahre 2011 schon, warum wir 1968 auf dem Mond gelandet sind, tolle Spekulationen über Ferienhotels, Müllentsorgung und Mienenwunder gestartet hatten und dann … 43 Jahre lang keine weiteren Schritte in diese Richtung unternehmen. 43 Jahre nachdem das erste Flugzeug gestartet war, konnte schon jedermann fliegen, wenn … er es bezahlen konnte. Dabei wäre der Mond eine ideale Endlagerstätte für Atommüll, könnte Energien mobilisieren wie ein Weltkrieg und somit enorme Profite generieren … doch seltsamerweise will man da nichts mehr von wissen.

Der war doch nicht etwa bewohnt – und die haben zurückgeschossen?

Um mal auf die Vögel und Fische zurückzukommen … da schießt bzw. schlägt schon jemand zurück. „Die Natur“ … so jedenfalls laut Handelsblatt:

Die Natur schlägt brutal zurück

Rückversicherer Munich Re erwartet im kommenden Jahr aufgrund des Klimawandels mehr Unwetter und Überschwemmungen. 2010 hatte der Katastrophenspezialist bei den Schäden aber Glück: Trotz einer vergleichsweise hohen Zahl an Naturkatastrophen lagen die Schäden nur knapp über dem Zehnjahresdurchschnitt.

Rekorde bei Umweltkatastrophen, tote Fische, tote Vögel … die Propheten des Alten Testament hätten damit keine Probleme gehabt. „Zorn Gottes“ droht. Wir haben Gott jedoch aus unseren Systemen herausdefiniert. Das das korrekt ist, können wir nicht beweisen, aber als Arbeitshypothese liegt der Satz „Gott ist tot“ seit hundertfünfzig Jahren der Naturwissenschaft zugrunde.  Schaut man sich die soziale Lage weltweit (und auch in Deutschland) an, so ist es keine Frage, das der alte jüdische Gott der Armen, der Entrechteten, der Kranken, Alten und Verfolgten keine Rolle mehr spielt und heute wohl als „Hartzi-Gott“ nur noch Tempel neben Sondermülldeponien bauen dürfte.  Die Naturwissenschaft hat den Armen ihren mächtigsten Anwalt genommen … und ihren größten Trost: die Hoffnung auf ein Jenseits.

Für die Armen (die wirklich Armen) hat der Tod keine Schrecken mehr. Wer tagtäglich befürchten muß, das er von Banden aufgegriffen wird, die ihm die Organe klauen, wer täglich nur noch Hunger leidet, durstig ist, friert und vor Schmerzen nicht mehr schlafen kann, der empfängt den Tod mit offenen Armen. Für den Armen bedeutet der Tod das endgültige Ende seiner Armut, die endgültige Befreiung vom Elend. Der Reiche jedoch verliert alles, was ihn Zeit seines Lebens ausgemacht hat … und hier sehen wir langsam die politische Dimension, die sich in dem Bereich der „Wissenschaft“ entfaltet.

Eine Diktatur der Ökonomie setzt voraus, das man die Ausgänge dicht macht. Kein Jenseits, keine Geister, keine Götter, keine Anderwelt – so ist sicher gestellt, das keiner entkommt. Da darf es auch keine unerklärlichen Todesfälle bei Vögeln geben (und auch kein intelligentes  Leben auf anderen Planeten, keinen menschlichen Geist und erst recht keine Seele), denn alles, was aus der Reihe tanzt, alle „unerwünschten Phänomene“ würden das Weltbild in Gefahr bringen … jenes Weltbild, das einigen Wenigen soviel virtuelle Geldhaufen einbringt.

Schaut man sich die 3000-jährige bekannte Geschichte der Philosophie an, so wundert man sich, wie eng und dogmatisch das Denken der Moderne geworden ist … so eng, das „Alternativlosigkeiten“ zur Tagesordnung gehören. Wir Menschen, die 1789 dafür gesorgt haben, das jeder immer und überall eine Alternative hat, marschieren gerade sehenden Auges in den Untergang …. und halten uns immer noch für eine fortschrittliche, aufgeklärte Gesellschaft, weil die Experten uns das mal gesagt haben. Doch hören wir erstmal die WELT zu dem Thema:

Die Euro-Zone taumelt – nach einer kurzen vorweihnachtlichen Atempause – weiter dem Abgrund entgegen: Die Risikoaufschläge für zehnjährige griechische, spanische und italienische Anleihen haben zwischen den Jahren neue Höhen erreicht. Neben Portugal, Spanien und dem führungslosen Belgien gerät jetzt auch die zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft Frankreich zunehmend ins Visier der Finanzmärkte.

Die Stimmung auf der europäischen Polit-Bühne verharrt – trotz milliardenschwerer Rettungsaktionen – weiterhin in einem Schwebezustand zwischen Verunsicherung und Angst: In Brüssel erwartet eine überwältigende Mehrheit, dass der EU-Hilfsfonds für Pleite-Länder von derzeit 440 Milliarden Euro bis zum Sommer zumindest verdoppelt wird, weil nach Irland und Griechenland noch mehr Staaten gerettet werden müssen.

Und spätestens jetzt wird jeder merken, das mein weiter Exkurs zu toten Vögeln, toten Göttern und toten Philosophen ein direktes Loch in seinem Geldbeutel beschreibt, ein Loch, das täglich größer wird. Wer soll diesen Rettungsschirm von 880 Milliarden bezahlen? Nun … Deutschland, so lange wir es können. Und wenn wir das nicht mehr können, dann wird der Euro fallen.

So dicht am Abgrund könnte man auf die Idee kommen, den Weg nach vorn nicht weiter fortzusetzen, allerdings hat man hinter sich einen Chor von Experten, Politikern und Krisengewinnlern, die einhellig blöken, das dieser Kurs „alternativlos“ sei.

Die alten Propheten hatten es da einfacher.  Schon sie waren mit den gleichen scheinbar unüberwindlichen weltlichen Gewalten konfrontiert … aber hatten sich mit viel Arbeit einen Joker bewahrt. Wann immer der Schulterschluß von politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Macht das Volk alternativlos in den Abgrund führte: Auf einmal schoß der liebe Gott persönlich in sie hinein und forderte Armenspeisungen, Einstellung der Menschenopfer und sogar renditefeindliche Nächstenliebe. Schon gab es eine gesellschaftliche Pattsituation … die wir jetzt international wieder erleben. Globalisierung gegen Islam ist im Prinzip nichts anderes … allerdings darf man nie vergessen, das die „Priesterkaste“ eine eigenständige gesellschaftliche Macht darstellt, die als „Showmaster des Jenseitigen“ in die Schulterschlußfront der Mächtigen gehört. Priester sind in etwa so heilig, wie Kaufleute ehrlich und Politiker gerecht sind.

Um ein System zu erkennen, muß man sich gedanklich außerhalb des Systems bewegen können – eine Erkenntnis, die jedem Naturwissenschaftler bekannt sein dürfte. Ich will auch nicht kleinlich sein und verzichte auf die Herumunkereien bezüglich der Quantentheorien, die besagen, das schon das reine Beobachten von Systemen diese verändert. Wir bleiben da mal ganz konservativ … und erkennen trotzdem, das die Eleminierung sämtlicher Metapositionen in der Weltdeutung einen Absolutheitsanspruch generiert, der uns jetzt – logisch und konsequent – in den Untergang des Abendlandes führt. Alternativen dazu … sind undenkbar, weil wir dem Denken selbst so viele Schranken und Tabus auferlegt haben, das uns Alternativen gar nicht mehr in den Sinn kommen.

Und wer rettet uns da? Unglaublicherweise der unsägliche Harry Potter – jedenfalls nach „Grenzwissenschaft-aktuell“:

Lancaster/ England – Eine Studie des Psychologen Eugene Subbotsky von der „University of Lancaster“ belegt, dass magische Vorstellungen die Kreativität bei Kindern erhöhen, ohne, dass die Kinder allerdings durch entsprechende Stimulation, beispielsweise in Form von Filmen automatisch auch an Magie und das Übernatürliche zu glauben beginnen.

Eine einfache Funktion setzt ein: magisches Denken erlaubt die Schaffung einer Metaposition (die selber gar nicht „wahr“ sein braucht) – und schon sind Alternativen da.

Und schon weiß man, warum Atheismus die Voraussetzung totaler alternativloser Unterdrückung ist. Hoffen wir, das vor dem wirtschaftlichen Kollaps der Eurozone (deren Erhalt wir für unsere Exporte dringend brauchen) ein Prophet auftritt, der mit Hilfe von toten Vögeln, toten Fischen und Naturkatastrophen vor dem Zorn Gottes warnt und so verdeutlicht, das es unbedingt eine Alternative geben muß. Wir Normalbürger brauchen nämlich ganz dringend eine, bevor wir die achtzig-Stunden-Woche mit drastischen Lohnkürzungen und einer Rente mit 99 bekommen … und dann auch noch glauben sollen, das Demokratie wirklich besser als als das Kaiserreich, das uns wenigstens eine Rente mit 65 zubilligte.

„Leistungsträger“ leben uns übrigens schon Alternativen vor: Downshifting nennt sich das, erklärt bei Karriere.de:

In seiner neuen Position leitet der 62-Jährige das Marketing – aber auch das nicht mehr mit voller Kraft. Denn Müller verzichtete vor acht Jahren nicht nur auf den Chefsessel, sondern reduzierte auch seine Arbeitszeit drastisch. Zunächst auf 70, mittlerweile sogar auf 60 Prozent. – „Weil ich mehr Zeit haben wollte für meine Familie, für Freunde.“

So was geht also….jedenfalls unter Herrenmenschen. Ich höre aber gerade die Stimme Gottes im Hintergrund, der meint, das sollte für alle gelten, erst recht, wenn die Bürger eines demokratischen Landes mit einer grundgesetzlichen Garantie der Menschenrechte sind und den Gleichheitsgrundsatz im Grundgesetz verankert haben. Da wir ja diese christliche Leitkultur haben … dürfte das ja erst recht kein Problem sein, auch wenn diese Kultur an vielen Schulen Harry Potter verboten hat.

Aber es gibt halt weite Kreise, die an Alternativlosigkeiten ein elementares Interesse haben. Allerdings … können wir uns Alternativlosigkeiten finanziell schon jetzt nicht mehr leisten.


Kühe gibt es nicht: Wissenschaft und Dogma

Die Stadt Denver läßt ja gerade laut ntv darüber abstimmen, ob sie eine „Kommission für außerirdische Angelegenheiten“ beruft:

Was soll man anstellen mit diversen „Hinweisen“ auf Außerirdische oder fliegende Untertassen? Über diese wichtige Frage können jetzt die Einwohner Denvers abstimmen. Stimmen sie mit Ja bekommt die Stadt im US-Staat Colorado eine „Kommission für außerirdische Angelegenheiten“.

Der Autor versucht sich weiterhin im Spott. „Hahaha … wie dumm muß man sein, um an Ufos´s zu glauben„! – diese Reflexhaltung hat man uns über viele Jahre anerzogen und ich persönlich finde auch: mit diesen Themen kann man sich köstlich amüsieren … allerdings nur auf Kosten anderer, was wiederum nicht so lustig ist, weil hier der Witz die Menschenrechte angreift. Witze reißen über Ufos, Geister und Spukgestalten können jene, die noch keine Erfahrung damit gemacht haben – man macht ja auch eher Frauenwitze, Judenwitze und Ausländerwitze, wenn man mit den Phänomenen eigentlich selbst überhaupt nichts zu tun hat – übrigens auch alles Witze, die auf Kosten der Menschenrechte gehen.

Was man sich für einen Moment ins Gedächtnis rufen sollte, ist die Tatsache, das 90% der Menschheit – mindestens – in irgendeiner Form einer religiösen Strömung angehören.  Sogar im materialistisch geprägten Konsumdeutschland – jetzt im Moment – sind es 70% der Bevölkerung, nur 28% sind ausgewiesene Atheisten oder Agnostiker.

Da wird Atheismus schnell zur eingebildeten Spinnerei, zur Idiotie einer verschwindend kleinen Minderheit.  Wie kann man also … allen Ernstes … über eine Stadt in Colorado Witze reißen, die ein viel geringeres (und besser dokumentiertes) Phänomen als den lieben Gott ernst nimmt?

Für einen gläubigen Menchen … das sollten sich Naturwissenschaftler mal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen … ist ein Naturwissenschaftler, der sich auf die Straße stellt und sagt: „Es gibt in Wirklichkeit keinen Gott“ genauso wie jemand, der sich auf die Straße stellt und sagt: „Es gibt in Wirklichkeit keine Kühe„. Da es keine Kühe gibt, wird der Wissenschaftler alle Erfahrungen, die Menschen mit Kühen machen, alternativ interpretieren. Absichtliche Täuschungen, Einbildungen, Fehlinterpretationen von Erscheinungen von Pferden, Ziegen und Schafen – die Bandbreite von wirklichkeitsdeformierenden Taktiken und Argumenten ist sehr groß.  Übt man dann noch viel Druck aus, arbeitet mit Spott und Häme, Verachtung und Mobbing, dann werden auch die Zahl der Kuhmeldungen zurückgehen, schafft man es dann noch, mit entsprechenden Sendeformaten die Menschen in ihren Wohnungen zu halten, werden Kuhsichtungen erst recht selten.

Wäre schlimm für Rinderzüchter, weil die Bewegung für sie wahrscheinlich tödlich enden wird … sie sind ideologisch einfach zu sehr verblendet.

Andere werden nur ausgeladen, selbst wenn sie Nobelpreisträger sind. Wer an Kühe glaubt oder ihre Existenz allein schon theoretisch für möglich hält, hat in der Welt der Wissenschaft nichts verloren, so berichtet „Grenzwissenschaft-aktuell

London/ England – Bereits im vergangenen Frühjahr wurden drei hochrangige Wissenschaftler und Autoren aufgrund ihrer wissenschaftlich unkonventionellen Ansichten und ihres, auch öffentlich bekundeten, Interesses am Paranormalen von einer Fachkonferenz zur Quantenmechanik wieder ausgeladen.

So macht man Wissenschaft – wer Kühe sieht oder Geschichten von Kühen glaubt oder Kühe überhaupt theoretisch für möglich hält, wird einfach ausgeladen, weil die Existenz von Kühen schlicht und einfach schon lange widerlegt worden ist.  So kann man auch die Sichtung von fliegenden Kühen durch mehrere Augenzeugen ignorieren, weil man ja nichts davon erfahren hat und sie weiterhin im zweifelhaften Kosmos der Geschichten und Mythen verbleiben, wieder aus „Grenzwissenschaft-aktuell„:

Telefonisch in die Sendung zugeschaltet, erklärte Erdogan Karakus, er habe gemeinsam mit sieben weiteren Militärpiloten die UFOs im Mai 1983 über der westtürkischen Provinz Balikesir gesehen.

„Die UFOs schwebten und nutzen dabei eine uns unbekannte Technologie“ zitiert die Zeitung den ehemaligen General. Dieser erklärte weiter, er sei damals Teil einer Gruppe aus acht Piloten in vier türkischen Jets auf einem Trainingsflugs auf dem Weg in die südtürkische Stadt Adana gewesen, als plötzlich einer der Männer etwas ungewöhnliches am Himmel bemerkt habe: „Zunächst dachten wir, dass es sich um ein in Not geratenen Flugzeug mit Signallichtern handeln könnte, doch diese Vermutung konnte von der Flugaufsicht nicht bestätigt werden.“

Laut Karakus begleiteten die unbekannten Objekte die Flugstaffel etwa 15 Minuten lang und verschwanden dann in Richtung der Stadt Denizli. Nachdem man sich darüber einig war, dass es sich nicht um konventionelle Flugzeuge gehandelt hatte, habe er noch andere Piloten im Luftraum vor den Objekten gewarnt.

Während der Nahebegegnung habe einer der Piloten alle Lichter seiner Maschine ausgeschaltet, woraufhin die Objekte sich dem dritten Flugzeug genähert und ebenfalls ihre Beleuchtung ausschaltet hätten

Acht Zeugen, geschulte Beobachter (die sich als Kampfpiloten vor allem auch in der Identifikation von irdischen Flugobjekten auskennen sollten) … also, ich wüßte jetzt erstmal nicht, warum ich nicht sagen sollte: Vielleicht gibt es ja doch Kühe, erst recht, wenn sogar die Nasa auf die Möglichkeit eines sehr vollen Universums verweist, wieder „grenzwissenschaften-aktuell„:

Washington/ USA – Fast jeder vierte aller sonnenartigen Sterne beherbergt wahrscheinlich Planeten von der Größe der Erde – also insgsamt mindestens 41 Milliarden an der Zahl. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle gemeinsame Studie der „University of California“ und NASA und lässt somit auch Vermutungen zur Häufigkeit von potentiell lebensfreundlichen Planeten zu.

41 Milliarden Planeten … aber die „Krone der Schöpfung“ wohnt nur hier, zwischen Datteln, Castrop-Rauxel und Oer-Erkenschwick. Und das wirkt jetzt nur auf mich irgendwie mittelalterlich?

Nun ja, die können auch gar nicht hier vorbeikommen, weil wir es uns nicht denken können, wie die das denn schaffen sollten. Und damit das so bleibt, laden wir jene Wissenschaftler, die sich das denken können, einfach mal aus. Dann haben wir unsere Ruhe.  Nun, vielleicht sollten wir eher Bienen als Wissenschaftler einstellen, die scheinen mit viel weniger Gehirn viel mehr drauf zu haben, wieder „grenzwissenschaften„:

London/ England – Obwohl sie nur über ein Hirn von der Größe eines Grassamens verfügen, lösen Honigbienen das mathematische „Problem des Handelsreisenden“ schneller als Computer, die zu dessen Lösung oft mehrere Tage benötigen.

Das im Englischen als „Traveling Salesman Problem“ (TSP) bezeichnete Problem besteht darin, eine möglichst kurze Reihenfolge für den Besuch mehrerer Orte zu wählen. Besagte Honigbienen lernen in erstaunlich kurzer Zeit, die kürzeste Route zwischen zufällig gefundenen Blüten zu finden.

Soviel Kompetenz gleich nebenan. Gut, das wir jetzt Bienensterben haben, dann haben die Wissenschaftler wieder einen Konkurrenten weniger.

Wollen wir mal für uns alle hoffen, das Kühe wirklich nicht existieren. Eine Meldung bei Grenzwissenschaften beunruhigt mich schon:

Ithaca/ USA – In einer Reihe von Experimenten scheinen US-amerikanische Psychologen Beweise für übersinnliche Präkognition gefunden zu haben. In neun Testreihen untersuchte das Team um Dr. Daryl Bem von der „Cornell University“ (CU) die Idee, dass unser Gehirn die Fähigkeit besitzt, nicht nur die Vergangenheit zu reflektieren, sondern auch zukünftige Ereignisse vorauszusehen.

Warum mich das beunruhigt? Ich kenne persönlich hinreichend Menschen, die Träume, Visionen, Bilder von einer … sehr häßlichen Zukunft haben.  Ich würde mir gerne weiter einreden, das die nicht eintrifft.

Gut, das es keine Kühe gibt, Wissenschaftler undogmatisch sind und wir nun dank der Frankfurter Rundschau wissen, das die USA nur 80.000 Millionen Euro dafür ausgeben, uns ihre Sicht der Wirklichkeit weiß zu machen, was letztendlich dazu führt, das der Soziozid einer Kultur weitgehend unbemerkt geblieben ist – allerdings nicht bei der world socialist website:

Die Zerstörung, der die irakische Bevölkerung ausgesetzt wurde, ist in den vergangenen siebeneinhalb Jahren nur immer noch schlimmer geworden. Die USA haben einen Soziozid begangen, d.h. die Zerstörung einer gesamten Kultur. Neben Hunderttausenden Toten hat das Land Millionen Flüchtlinge zu beklagen. Krankheiten, Kindersterblichkeit und Mangelernährung haben enorm zugenommen. Die amerikanische Soldateska hat die Infrastruktur des Landes zerstört und die Wirtschaft in Trümmer gelegt. Die Arbeitslosigkeit liegt bei siebzig Prozent.

Wundert es da wirklich, das die Einwohner von Denver nach neuen Rettern suchen? Die müssen als Täter mit diesen Informationen leben – und möchten das vielleicht gar nicht, wissen aber gleichzeitig, das es kein entkommen gibt … jedenfalls nicht mehr auf normalem Wege.

Man stelle sich nur einmal wirklich für fünf Minuten vor, was geschehen würde … wenn es intelligente Kulturen dort draußen gäbe, die uns technisch weit überlegen sind … und kulturell beispielsweise die vollendete demokratische Gesellschaft leben – ein Zustand, der letztlich sehr ähnlich den Utopien von Kommunismus und Urchristentum ist.

Man stelle sich nur mal fünf Minuten vor, Seher könnten wirklich mit Toten reden – oder man könnte wirklich Gedanken lesen.

Alle Lumpen dieser Welt würden völlig unabhängig vom Parteibuch stramm zusammenstehen, um diese Kühe zu ignorieren, zu verfolgen und tot zu reden. Ich weiß aber jetzt nicht, ob das auch die Ursache fürs Bienensterben ist.



Schwulenhass, Yetispott, die Trümmerwelt der Naturwissenschaft und Swedenborgs „Eigenrealitäten“

Die Chinesen machen ja gerade etwas Ungeheuerliches: sie suchen den Yeti. Ungeheuerliche Ungeheuersuche.  Wie können die nur so etwas machen, weiß doch jeder, das man sich in Europa mit der Suche nach dem Yeti lächerlich macht, gerade bei den großen Nachrichtenagenturen wie dem „Spiegel“:

Man könnte meinen, es sei hinlänglich bekannt, dass es das Wesen nur in der Mythologie gibt. Schließlich gibt es bislang keinen stichhaltigen Beweis für seine Existenz. Nur ein paar Augenzeugenberichte und verwaschene Fotos.

Ein einziger Satz nur … und schon ist man im Herzen der wissenschaftlichen Finsternis und der Manipulation. Es sei … „hinlänglich bekannt“ … ja, wem denn? Was den Yeti betrifft, so ist es wie mit allen Phänomenen, die nicht jederzeit herbeirufbar sind (sich also der menschlichen Kontrolle und Machtausübung aus freiem Willen entziehen können):  entweder, man gehört zu denen, die einen gesehen haben oder aber man gehört zu jenen, die keinen gesehen haben. Nach guter alter naturwissenschaftlicher Tradition der Empirie ist „hinlänglich bekannt“ das ein Zeuge ausreicht. Nach guter alter naturwissenschaftlicher Tradition beugte sich sogar der „Alleszertrümmerer“ Kant (hier aus einem Spiegelartikel von 1974) den Fakten:

Gleichwohl, auch einige Rationalisten blieben im Zweifel. Sogar Immanuel Kant, der „Alleszertrümmerer“, rätselte darüber, wie es dem schwedischen Ingenieur Emanuel Swedenborg an einem Abend des Jahres 1759 gelingen konnte, von Göteborg aus einen in Stockholm stattfindenden Großbrand „fernzusehen“.

Kant lehnte jede Form von „Geisterseherei“ aus guten Gründen ab, in der Welt des Rationalismus hat Empirie aus methodischen Gründen nichts verloren – aber die Welt des Rationalismus ist nicht die Welt selbst, sondern nur das Kategorienraster,  durch das die Menschen „Welt“ betrachten. Über seine Erfahrungen mit Swedenborg schrieb Kant 1766 ein eigenes kleines Werk: Träume eines Geistersehers.

Er beschreibt dort auch die „Modes des Unglaubens“, die zur damaligen Zeit politisch wichtig und deshalb per Vernunft geboten war. In Zeiten, wo die Kirche als Weltmacht hinter den Thronen stand und jede widersprüchliche Glaubenslehre als „Geheimnis des Glaubens“ postulieren konnte, war es unverzichtbar, sich im Widerstand gegen weltliche Mächte ein heiles Reich der Vernunft zu schaffen, um nicht durch „Träume eines Geistersehers“ lenkbar zu werden. „Hellsichtigkeit“ als empirische Beobachtung stand da der Vernunft im Wege.

Heute sind wir weiter … eigentlich. Heute wissen wir über die Einflüsse des Mondes auf Psyche und Natur … und manche Passagen des Seher Swedenborg könnten heute von den neuen Predigern der Metaphysik kommen: den Quantenphysikern (hier bei Kant:)

Ein Hauptbegriff in Schwedenbergs Phantasterei ist dieser: Die körperliche Wesen haben keine eigene Subsistenz, sondern bestehen lediglich durch die Geisterwelt; wiewohl ein jeder Körper nicht durch einen Geist allein, sondern durch alle zusammengenommen. Daher hat die Erkenntnis der materiellen Dinge zweierlei Bedeutung, einen äußerlichen Sinn, in Verhältnis der Materie aufeinander, und einen innern, in so ferne sie als Wirkungen die Kräfte der Geisterwelt bezeichnen, die ihre Ursachen sind. So hat der Körper des Menschen eine Verhältnis der Teile untereinander nach materiellen Gesetzen; aber, in so ferne er durch den Geist, der in ihm lebt, erhalten wird, haben seine verschiedene Gliedmaßen und ihre Funktionen einen bezeichnenden Wert vor diejenige Seelenkräfte, durch deren Wirkung sie ihre Gestalt, Tätigkeit und Beharrlichkeit haben.

Wenn es denn Materie nicht gibt, die Welt der Formen und Farben nur Illusion ist, so werden wir irgendwann zu der Frage stoßen: welche Kraft hält das alles zusammen?

Nun, Swedenborgs Geister- und Höllenvisionen haben mich nie sonderlich interessiert – was vielleicht ein Fehler ist. Die Vorstellung von Wesen (Engeln wie Teufeln) die aufgrund ihrer natürlichen Beschaffenheit in der Lage sind, „Eigenrealitäten“ zu bilden, fand ich jedoch für jemanden in der Mitte des 18.Jahrhunderts sehr fortschrittlich, da „Eigenrealitäten“ ein abstrakter Begriff ist, der wir uns erst durch die Physik der letzten Jahre faßbarer erscheint. Und die Vorstellung, das nur jene in der Hölle landen, die selbst dort hineinwollen, fand ich sehr beruhigend – und irgendwie auch überzeugend.

Wir schreiben aber nun nicht mehr das 18. Jahrhundert in dem sich die Welt von der Kirche emanzipieren mußte, wir schreiben das 21. Jahrhundert, in dem man wissen können müßte, das die Sichtung von „Yetis“ mit der „Mythologie“ nichts zu tun haben. Trotzdem finden sich noch Anhänger der „Mode des Unglaubens“. Die Welt der Mythologie ist die Welt der Schöpfungsgeschichten, der Sagen und Legenden. Die Welt der Yetis ist die Welt der Biologie – bzw. die Frage, ob es noch große Tierarten in der Welt gibt, die in geringen Populationen leben.

Das sind zwei ganz verschiedene  Felder. Mit dem Yeti ist es wie mit dem Riesentintenfisch, der lange Zeit als „Mythos“ verächtlich gemacht wurde, bis er im britischen Museum hing. Es gibt keinen Grund für Spott oder Hohn, was die Yetiforschung betrifft – es sei denn, man hält Mode für Wissenschaft.

In der Waldregion, die nun untersucht werden soll, wurden im Laufe der Zeit 400 Sichtungen des mysteriösen Wesens registriert. Demnach ist die Kreatur größer als ein Mensch, geht aufrecht und ist von Kopf bis Fuß mit Haaren bedeckt.

So berichtet der Spiegel weiterhin. 400 Sichtungen sind eine Menge. Grund genug, mal zu schauen, ob es sich um eine neue Bärenart handelt – oder um eine alte Bärenart und ungenaue Beobachtung. Oder um die Kleinpopulation eines seltenen Großtieres, von denen man heute immer noch einige findet.  Seit dem mit dem Quastenflosser ein angeblich schon vor den Dinosauriern ausgestorbener Urahn alle Landlebewesen fröhlich schwimmend in den Weltmeeren gefunden wurde, würde es mich nicht wundern, wenn jüngere Vertreter seiner Art auch im Loch Ness schwimmen. Es wäre im Prinzip nicht unvernünftig….nur unmodern.

Die Mode des Unglaubens selbst könnte man heutzutage noch tolerant akzeptieren, wenn sie nicht … eine ganz häßliche politische Schattenseite hätten. Ignoranz, Dogmatik, Ideologie, Intoleranz, die im wissenschaftlichen Bereich noch existieren können ohne großen Schaden anzurichten (aber auch keinen großen Nutzen bringen), werden außerhalb der wissenschaftlichen Sphäre ganz schnell ganz häßlich, hier laut Spiegel:

Belgrad im Ausnahmezustand: Tausende rechtsextreme und nationalistische Randalierer lieferten sich in der serbischen Hauptstadt Straßenschlachten mit Polizisten. Diese versuchten den ersten Umzug von Homosexuellen seit neun Jahren zu schützen – Dutzende Menschen wurden verletzt.

In Polen laut Welt:

Der Zug durch Warschau wurde begleitet von rund 2000 Polizisten, die die Teilnehmer vor möglichen Angriffen von Rechtsextremen oder ultrakonservativen Katholiken schützen sollten. Beide Gruppen hatten Gegendemonstrationen angekündigt. Vereinzelt wurden Eier und Flaschen auf Teilnehmer geworfen. Nach Polizeiangaben wurden acht Menschen festgenommen, weil sie Polizeibeamte angegriffen hatten. Beim Marsch durch die polnische Hauptstadt trugen die Gegendemonstranten unter anderem Transparente „Perverse nach Berlin“.

„Es ist hinlänglich bekannt, das Schwule pervers sind und das der natürliche homosexuelle Mann ins Reich der Mythologie gehört“. Homosexualität als Krankheit … das bricht sich wieder Bahn, hier ebenso wie in den USA. Dahinter steckt der gleiche Geist, der Yetiforscher verspottet: der Mensch mit Gier nach Macht.

Im 21. Jahrhundert stehen wir vor einem Trümmerhaufen, den uns das naturwissenschaftliche Weltbild gebracht hat. Umweltkatastrophen (mit einen drohenden Rekordwinter 2010/2011, den viele Hartz IV-Abhängige dann wohl diesmal wirklich nicht überleben werden) ,  Umweltgifte, Atombomben, Artensterben … die Liste der Vernichtungen ist schier unendlich lang. Zeit sich mal Gedanken darüber zu machen, was denn da schief gelaufen ist, wie denn aus der harmlosen und begrüßenswerten vernünftigen Beobachtung und des ruhigen Studiums der Natur eine Vernichtungsmaschinerie derselben werden konnte … oder wollen wir lieber weiter in den sicheren Untergang ein überbevölkerten, waffen- und giftverseuchten Welt marschieren, weil die Mode des Unglaubens es uns befiehlt?

Es ist Zeit, sich zu Fragen, was denn da schief gelaufen ist … in nur 150 Jahren. Zeit, einfach mal die Frage nach dem letztendlichen „Nutzen“ von Naturwissenschaft zu stellen – was man heutzutage auch tun kann, ohne gleichzeitig die Kirche wieder aus dem Sack der Geschichte hervorholen zu müssen.

Was die Herrscher der Welt am Yeti, am UFO, an der Telepathie stört ist … es sind Objekte menschlicher Wahrnehmung, die nicht ihrer Kontrolle unterliegen. Sie stellen die Allmacht ihres Gottes in Frage, mit dessen Hilfe sie über die Menschheit herrschen … und der auch Quell für viele wunderbare renditefreundliche „Sachzwänge“ ist.

Deutet mein Gott „Naturwissenschaft“ den Menschen als Tier, so kann ich die Population in Auschwitz logisch und vernünftig mit Gas reduzieren, das gleiche gedankliche Prinzip gebar im Nachkriegsdeutschland das Sozialmonster Hartz IV: Massentierhaltung in Zeiten (künstlich hervorgerufener) knapper Ressourcen – solche Vergleiche dienen auch nicht der Verharmlosung des Nationalsozialismus, sondern lediglich der Verhinderung seiner (bevorstehenden und laufenden) Wiedergeburt, die in Deutschland mit großen Schritten voranschreitet und die neuen „Juden“ trifft: die Arbeitslosen, denen nicht nur der billige Wohnraum weggenommen wird sondern auch noch (laut Spiegel) der Artzbesuch unmöglich gemacht:

Um die Kosten im Gesundheitssystem zu senken, sollen Patienten laut Gesundheitsminister Rösler ihre Rechnung selbst bezahlen – und das Geld dann von der Krankenkasse erstattet bekommen. Der Chef der Kassenärzte hält das für richtig.

Es ist das gleiche Denkprinzip, das auch Ausschwitz errichtete: Das Kosten/Nutzendenken der Tierhaltung auf den Menschen übertragen. Rationalismus ohne Religion wird schnell gefährlich, das wußte schon Kant. Er findet keinen Halt in der Welt und hat keine eigenen Werte, wähnt sich aber selbst von allem gefährdet, was er sich nicht Kraft seiner Gedanken selbst erschließen kann und was seinen jeweiligen aktuellen Modewerten wiederspricht. Es sind aber nur … Modewerte, keine „ewigen Werte“.

Wie anders würde die Welt aussehen, wenn wir uns  – nur um ein Beispiel zu denken – eher an Swedenborg denn an Kant orientiert hätten … möglicherweise wäre schon jeder Mensch soweit, das er Kraft seine Willens seine eigenen Realitäten schaffen könnte. Wen sollte das schon stören?

Seltsamerweise die gleichen, die auch den Yeti lächerlich machen. Aber vielleicht ist das gerade die Wahrheit, die die Reichen und Mächtigen vor uns verbergen wollen: jene Fähigkeiten, die wir erlangen, wenn wir 100% unsere Gehirnkapazität nutzen können. Dann würde ja niemand mehr Macht über Menschen ausüben können … und das wäre für gewisse Charaktere schlimm.

Es ist weder wünschenswert noch notwendig, das man nun den naturwissenschaftlichen Modeglauben durch esoterischen Modeglauben ersetzt.  Aber ich denke es ist notwendig und wünschenswert, bevor aus verständlichen und vernünftigen Sachzwängen die nächsten Hassorgien angesagt werden und neue Leichenberge zeugen, mal das grundsätzliche Übel anzugehen: den naiven und primitiven Glauben an die Allmacht rationaler Vernunft … denn es ist ebenso unvernünftig an den Yeti zu glauben wie den Schwulen am Leben zu lassen.

Ein Werkzeug ist kein Wert an sich … und es mutet schon fast wie ein Zaubermärchen an, das die Menschen sich aus der Flucht vor der kalten und mitleidlosen Bestialität ihres Werkzeuges wieder in die Arme der Kirche flüchten müssen – und alles wieder von vorn beginnt. Aber vielleicht wählen die Menschen gerade deshalb wundersame Auswege:

Die mächtigste Frau der Welt ist laut „Forbes“ Michelle Obama, in Großbritannien dagegen hat die einflussreichste Dame nichts mit Politik am Hut: Die Rangliste wird von Joanne K. Rowling angeführt, Autorin der Harry-Potter-Saga.

Die Harry-Potter-Saga ist in vielerlei Hinsicht eine Sage von … „Eigenrealitäten“.  Ich schätze sie nicht, weil man (wie auch im „Herrn der Ringe“, in dem „Star Wars Mythos“, der „Matrix-Sage“ oder den vielen Vampirlegenden) sehr vorsichtig auf das Element des „Herrenmenschentums“ in jenen Geschichten achten muß, was bei ihr durch die Einführung des minderen „Muggel“ (unmagische Normalmenschen) schon einen finstereren Beigeschmack hat, aber das eine Zauberbuchautorin als einflußreicher gilt als die Spitzen der Gesellschaft … das hat was freundliches. Was sehr freundliches.


Ufos, Kornkreise, Viehverstümmelungen, Stuttgart und die Religion des „naturwissenschaftlichen Materialismus“ bei Lovecraft

Ufo´s gibt es nicht, was wissen wir. Wenn jemand seine politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Karriere gern beenden möchte oder gleich von Anfang an drauf verzichten möchte, eine zu haben, dann bekennt er sich dazu, das er „an Ufos glaubt“.  An „Ufos“ muß man „glauben“ oder nicht. Der Glaube ist frei und deshalb glauben auch manche Menschen an Bielefeld. Ist ja auch in Ordnung.

Was macht man aber mit einer Meldung wie dieser bei „Yahoo“:

In China musste ein großer Flughafen schließen, da am Himmel ein Ufo-ähnliches Objekt gesichtet wurde. Mehrere Flüge wurden umgeleitet, um einen Zusammenprall mit dem unbekannten Flugobjekt zu vermeiden. Es ist bereits der dritte vermeintliche Ufo-Fall in diesem Jahr – und alle spielten sich in China ab.

Ich hatte mal – es ist viele Jahre her, mehr als sechs (solange schaue ich kein Fernsehen mehr) – einen Bericht über einen Herrn Namens „Werner Walter“ gesehen, der betrieb in einer kleinen Wohnung eine UFO-Meldestelle und hatte sich als Hobby gemacht, für alle „Ufos“ eine natürliche Erklärung zu finden. Wetterballons, militärische Testflüge, Einbildung – so in etwa. Welch´ ein Unfug, dachte ich damals. Mit der gleichen wissenschaftlichen Rechtfertigung könnte man Bielefeld wegerklären – was ja dann auch prompt jemand gemacht hat. Benutzt man menschliche Logik als Machtinstrument, können die Ergebnisse verheerend sein.

Was macht Cenap: ersetzt in der Regel einen Begriff durch einen anderen. „Ufo“ durch „Wetterballon“. Ein Wechsel der Etiketten. Was geschieht dadurch? Das herrschende Weltbild wird nicht mehr in Frage gestellt. Wir sehen also:  Ufos sind hochpolitisch, nicht nur, weil man wegen Einbildungen Flughäfen schließen muß, weil die Wetterballons seit mindestens sechzig Jahren Flugmanöver hinlegen, die auch die „militärischen Testobjekte“ sechzig Jahre später nicht schaffen. Ein UFO ist in erster Linie … ein unbekanntes fliegendes Objekt. Mehr nicht. Sogar die Naturwissenschaft kennt viele davon, kann sie jedoch nicht fassen.

Das herrschende Weltbild ist – seit erst einhundertfünfzig Jahren, eine erstaunlich kurze Zeit – das Weltbild des „naturwissenschaftlichen Materialismus“.  Es ist eine exakte Kopie des katholische Weltbildes, arbeitet mit ähnlichen und zum Teil deckungsgleichen Methoden und hat auch weitreichend die gleichen Dogmen wie die Kirche: Der Mensch ist die Krone der Schöpfung im Universum, so sein Credo. Ausser ihm hat es nichts zu geben.

Der Unterschied liegt im Ursprung: dort, wo die Kirche eine intelligente,  liebende, kreative Kraft vermutet (bzw. von ihrer Existenz weiß) vermutet das naturwissenschaftliche Dogma eine dumme, gleichgültige, chaotische Ursuppe: die von Howard Phillip Lovecraft beschworenen Höllengötter werden existent – die Attribute wählte er für Azathot. Bei ihm ist es ein Dämonensultan, bei den Naturwissenschaften ein „Nichts“. Dem würde auch Lovecraft zustimmen.

Das als Folge der Ablösung von JHWH durch AZATOTH die Welt vernichtet wird – Umweltzerstörung, Massenvernichtung und die Ausbreitung menschenfeindlichen Wahns – wäre ihm auch klar: immerhin hat er seine Götter ja erfunden und Auschwitz vorausgesagt: als logische Folge von Entwicklungen im Reich der Ideen.

Lovecraft war sehr belesen, seine „Geistergeschichten“ hat er teilweise als Verhöhnung traditioneller Geschichten geschrieben, andererseits … gibt es heute Menschen, die Bücher schreiben, mit deren Hilfe Azatoth beschworen werden kann. Man sieht: dem Wahnsinn ist mitlerweile wirklich keine Grenze mehr gesetzt.

Kehren wir zurück zu den UFOs, die in anderen Zusammenhängen als Legionen eines der Lovecraft´schen Teufel erwähnt werden. Ihre Existenz ist nur deshalb so bemerkenswert, wenn … ja wenn wir davon ausgehen, das der Mensch die Krone der Schöpfung im Universum und die Naturwissenschaft sein Gott ist. Dann stören diese kleinen Lichtlein. Gerade unsere Eitelkeit hält uns davon ab, eine plausible Erklärung für ihre vornehme Reserviertheit zu finden: wir sind ihnen zu unwichtig.

Sie sind wie Naturforscher, die auf einer Insel voller brutaler Kannibalen treffen: man landet lieber abseits, nimmt ein paar Gewebeproben und macht sich davon.

Seit einem Jahr werden die Viehweiden einer Farmerfamilie im Hall County im US-Bundesstaat Georgia von bizarren Vorfällen heimgesucht. Schon 20 Kühe wurden auf bislang unerklärliche Weise verstümmelt, ohne das an den Tatorten Spuren oder sonstige Hinweise auf die Täter gefunden werden konnten. Auch die Wunden selbst stellen sowohl die Farmer als auch die Behörden vor ein Rätsel.

Die ersten Fälle von Viehverstümmelungen, sogenannter „Animal Mutilations“, die sich deutlich von perfiden menschlichen Angriffen auf Pferde und Vieh unterscheiden, wurden in den 1960er Jahren in den USA entdeckt. Seither hat sich das Phänomen weltweit verbreitet und wird seither in zunehmendem Maße beobachtet und dokumentiert. Bislang wurden weltweit bereits Zehntausende der bizarren Vorfälle registriert.

Ich wußte gar nicht, das es die heute noch gibt. Häßliche Sachen, diese Viehverstümmelungen … erst recht, wenn das Vieh ein Mensch ist – was bislang erst einmal aufgetreten ist. Einmal ist keinmal.

Viehverstümmelungen wurden auch beobachtet, zum Beispiel in England:

Farmer in der Umgebung von Shrewsbury in der englischen Grafschaft Shropshire sind über eine Zunahme mysteriöser Viehverstümmelungen beunruhigt. Untersucher wollen die Ereignisse nun sogar mit eigenen Augen beobachtet haben und machen kugelförmige „UFOs“ für die bizarren Tode der Schafe verantwortlich.

Laut dem Bericht der „Sun“ beobachteten die APFU-Forscher leuchtende Lichtkugeln, welche die Tiere laserartig attackierten: „Die bei diesen Angriffen angewandte Technologie war wirklich erschreckend und war ganz bestimmt nicht von dieser Welt“, so Hoyle. „Für kurze Zeit sah das ganze wie eine Schlacht aus Star Wars aus.“

Alles Spinner, nicht wahr? Weiß man ja. Diese Kugeln kennt man übrigens von den Kornkreisen in England.  In einem älteren Film über dieses Phänomen tauchen sie auch auf. Sie widersprechen den klassischen UFO-Mythen, denn sie sind augenscheinlich sehr klein – kleiner als ein Fußball, würde ich sagen. Da passen noch nicht mal die „kleinen grauen Männchen“ hinein. Da Kornkreise von Menschen gemacht werden, glaube ich, wenn man ähnliche Strukturen ohne Licht in einer Nacht zustande bringt wie die hier.  Ich selbst würde mit Licht und Zeichenbrett länger als eine Nacht brauchen um so etwas zu entwickeln – das dann noch fehlerfrei auf Korn übertragen – ohne Licht – würde mir schwerfallen. Man braucht diese Kreise ja auch nicht zu erklären. Wozu auch? Es sei denn … man ist Naturwissenschaftler und hat den Anspruch: „Ich weiß alles, ich bin wie Gott“. Dann stören UFOs und Kornkreise gewaltig, allein schon die Möglichkeit, das man nicht alles weiß, stellt den göttlichen Anspruch des naturwissenschaftlichen Materialismus in Frage.

Dabei hatten wir doch dereinst ZWEI Wissenschaften geschaffen (nun, eigentlich drei, aber der Theologie möchte ich hier keinen Sonderstatus einräumen). NATUR-Wissenschaften auf der einen Seite, GEISTES-Wissenschaften auf der anderen Seite. Geisteswissenschaften generel scheinen heute aber auch immer mehr den „Spinnerbonus“ zu bekommen, dabei geht es da um uns selbst. Das einzige Objekt dieser Welt das wir von „innen“ kennen sind Menschen und deren Erfahrungen unterscheiden sich sehr von der Realität der Naturwissenschaften.

Menschen sind nicht ewig. Sie kommen von irgendwo her (aus dem Reich der brodelnden Ursuppe) und gehen irgendwo hin (… Ursuppe). Zwischendurch müssen sie schlafen, vor allem ihr Gehirn muß abschalten. Sie müssen Träumen, sonst werden sie wahnsinnig. Auch während des Lebens müssen sie in einen Bereich, der außerhalb naturwissenschaftlicher Beweisführung existiert, gehen sie dort nicht hin, werden sie krank und sterben. Das sind die Realitäten, mit denen Menschen leben.  Kommt die Naturwissenschaft an und bringt uns ihr Dogma bei von „ZEIT“, die einem „Strahl“ gleichen soll, so muß der Mensch sagen: noch nie hatte er eine andere Realität als das „JETZT“ erlebt. Es gibt kein „VORJETZT“ oder kein „NACHJETZT“, es gibt nur ein „JETZT“, das sich verändern läßt. Was wirklich beobachtbar ist, ist ein Zustand der dem eines Fernsehzuschauers gleicht: obwohl die Bilder von unendlichen Weiten und phantastischen Reisen zeugen, sitzt der TV-Konsument doch völlig ungerüht auf seinem Sofa. So sitzen wir in unseren „JETZT“ und das Leben rauscht an uns vorbei. Es wirkt sehr echt und lebendig … aber „Fernsehen“ wird es wohl auch bald werden. Gestern war ich mal eingeladen zu einer dieser Technikmessen, es gab Schampus, Häppchen, viele Leute … und das sichere Wissen, das das Ende von Videowelten eine komplette Simulation der Wirklichkeit sein wird, die vom Subjekt in nichts mehr von der Wirklichkeit unterschieden werden kann, wenn man erstmal in sie eingetaucht ist: darauf arbeitet man mit großer Kraft hin.

Ich schätze mal … so gut 98% aller Menschen sind sich dieser Tatsachen bewußt – also, aller Menschen, die je gelebt haben. Wohin man auch geht, wann man auch Eintritt in die Ideengeschichte der Geisteswelten: die Theorie der „Anderwelt“ ist stets präsent, jener Welt, die unsichtbar neben der unseren existiert, die wir aber auf jeden Fall vor der Geburt, nach dem Tod und im Traum tangieren … oder in der Meditation, in Traumreisen und Visionen.

In dem Film wären Naturwissenschaftler diejenigen Menschen, die völlig am Sinn des Hologramms vorbei die Erscheinungen analysieren, während das eigentliche Leben selbst an ihnen vorbeizieht. Sie würden Menschen gleichen, die im Kino die Beschaffenheit von Sitz und Leinwand analysieren, aber den Film verpassen.

In diesem Film war der Papst jetzt letztlich in England und kaum war er wieder fort, geschah laut Spiegel etwas seltsames:

Sie himmeln die Sonne an und beschwören Geister, die aus Flüssen aufsteigen: Druiden glauben an Naturgötter. In Großbritannien dürfen sie ihr Heidentum jetzt offiziell als Religion leben – mit allen Steuervorteilen.

Sie mögen seltsam wirken, aber Recht haben sie doch:

Das Druidentum spreche Menschen an, die sich von monotheistischen Religionen abwendeten, aber trotzdem Sehnsucht nach einem spirituellen Aspekt in ihrem Leben hätten, erklärt Adrian Rooke, Druide und Rechtsberater. Die alte Tradition „erhebt die Seele“. Angesichts der zunehmenden Knappheit von Ressourcen werde es immer wichtiger, dass die Menschen eine Beziehung mit der Natur gestalten könnten.

Von diesen Menschen gibt es immer mehr, auch in Deutschland. Ich kenne einige von ihnen – und einige wenige nehme ich sogar sehr ernst. Ihre Lebensphilosophie ist nützlicher als die des naturwissenschaftlichen Materialismus, würde eine ausgewogenere Existenz im Gleichgewicht mit der Umwelt schaffen – also ist sie besser weil überlebenstauglicher als die Philosophie des naturwissenschaftlichen Materialismus.

Sie hätten auch keine Probleme damit, Naturwissenschaft und Mystik zu vereinen. Den Menschen würde das helfen, denn dann würden die Forschungen über den „Urzeit-Code“ nicht mehr verboten werden:

Der Pharmakonzern patentierte das revolutionäre Verfahren – und unterband die Forschung. Warum? Weil »Urgetreide« aus dem Elektrofeld im Gegensatz zu modernen Saatgut-Züchtungen kaum Pestizide benötigt – also Pflanzenschutzmittel, wie sie Ciba damals vorrangig vertrieb. Die Elektrofeld-Technologie ist die ökologische Alternative zum umstrittenen Gentech-Saatgut. Im Grossversuch soll sie nun Bauern in Afrika kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Und vielleicht … würden „die“ dann ja auch mal landen. Na ja, landen tun sie ja schon, aber sie wollen sich nicht mit uns unterhalten. Vielleicht weil … wir (hier laut grenzwissenschaft.aktuell nicht die intelligenteste Lebensform auf diesem Planeten sind, sondern nur die wahnsinnigste:

Begegnen sich zwei unterschiedliche Delfinarten, so bemühen sich die Tiere darum, eine gemeinsame Sprache zu finden. Diese erstaunliche Beobachtung haben Wissenschaftler aktuell vor der Küste Costa Rica gemacht.

Vor dreissig Jahren habe ich während des Philosophiestudiums die ersten Arbeiten über die Intelligenz von Delfinen gelesen. Aus philosophischer Sicht sind diese Tiere dem Menschen gleichzusetzen – in allen Bereichen. Seit der Antike helfen Delfine havarierten Seefahrern und bezeugen so ihre artenübergreifendes Sozialverhalten – und wie gehen wir mit ihnen um? Laut Welt so:

Ungeachtet von Protesten internationaler Umweltschutzorganisationen machen japanische Fischer mit Billigung der Regierung derzeit Jagd auf Tausende von Delfinen. Bei der alljährlichen Treibjagd würden im Schnitt 16.000 bis 17.000 Tiere gefangen, teilte Hideki Moronuki, Sprecher der Fischereibehörde in Tokio, mit. Umweltschützer sprechen dagegen von über 20.000 getöteten Delfinen.

Teile der getöteten Delfine sollen zu Haustierfutter und Düngemittel verarbeitet werden.

Also … die „Krone der Schöpfung“ würde anders mit ihren Mitgeschöpfen umgehen. Und das die Ufonauten lieber mit Delfinen anstatt mit Politikern reden, würde mich nicht wundern. Delfine sind nette Leute, wie es scheint. Politiker … na ja.

Warum ich dies schreibe?

Weil sich in Stuttgart Menschen zur Rettung von Bäumen in Lebensgefahr gebracht haben. Ok, sie wußten vielleicht nicht, das sie sich in Lebensgefahr bringen und waren selbst erstaunt ob der Wucht, mit der sie der Schlag getroffen hat, aber: sie kamen wieder, mehr als je zuvor. Zur Rettung von … Bäumen.

Offensichtlich gibt es zwei Arten von Menschen. Von der einen kann ich nur sagen: sie ist beängstigend. Die andere aber … macht Hoffnung.

Ob die Rituale der Druiden allerdings etwas mit den Ritualen im Bohemian Grove zu tun haben, die der Ex-Kanzler Helmut Schmidt als die besten druidischen Rituale bezeichnete, die er je erlebt hat, kann ich nicht sagen. Ich schätze mal: das scheinen da wohl andere Druiden zu sein. Ganz andere, denn ihr Eulensymbol steht für die kinderfressende Lillith (weshalb es nicht verwunderlich ist, das man hier ein symbolisches Menschen/Kinderopfer bringt) , welche von den Anbetern des Lovecraftmythos mit einer jener chaotischen Kräfte in Verbindung gebracht wird, die (einige wenige) freimaurerische Kabbalisten als Qlipoth bezeichnen würden … das Gegenteil des Baumes des Lebens.

Und als eifrige Diener und Schützer des Lebens kann man die Kosmokraten vom Bohemian Grove wohl wahrlich nicht bezeichnen.  Atombomben … sind halt nicht lustig. Aber dort, im Grove, schließt sich halt politisch der Kreis, der vor 150 Jahren als isolationistische „Naturwissenschaft“ ganz harmos begonnen hat, sich aber nie von seiner antigöttlichen Komponente befreien konnte, so wie die Freimaurer nie ihren Kampf gegen die Kirche aufgegeben haben.

Aber solche „geisteswissenschaftlichen“ Realitäten werden öffentlich nicht gerne diskutiert. Diese Sphäre ist den Mächtigen vorbehalten, für das Volk gibt es: Ursuppe mit Delfinfleisch. Mir dünkt, wenn wir nicht aufpassen, ist auch bald ein Rentner drin.

Esoterik, Geisterspuk, Marx und die Gesundbeter

Kaum ein Feld betrete ich ungerner als das der Esoterik. Und kaum ein Feld ist nötiger zu betreten als gerade dies. Gerne würde ich dem Religionswissenschaftler Harmut Zinser folgen, hier bei Wikipedia zitiert:

So schreibt der Religionswissenschaftler Hartmut Zinser in einer Aufklärungs-Broschüre der Hamburger Innenbehörde: „Über ein Verborgenes können eigentlich keine Aussagen gemacht werden, dann wäre es kein Verborgenes mehr. Anhänger des Okkultismus und der Esoterik aber machen genau dies. Sie schreiben dem Unbekannten und Verborgenen bestimmte Eigenschaften zu, beispielsweise die Wirkung von Geistern, Toten, anderen Lebenden oder eines Weltbewusstseins usw. zu sein. Es ist dies der Grundfehler der Esoterik und des Okkultismus, dass er über ein tatsächliches oder angenommenes Unbekanntes Aussagen macht. Wenn immer es möglich ist, diese Aussagen zu überprüfen, stellt sich heraus, dass die esoterischen Aussagen über ein Unbekanntes und Verborgenes falsch, unnötig und irreführend sind. Esoteriker wie Okkultisten ertragen offensichtlich die Tatsache nicht, dass uns Menschen vieles unbekannt und verborgen ist und schreiben sich ein Wissen und auch Macht über das Unbekannte und Verborgene zu. Dies mag ihren Wünschen entsprechen, nicht aber der Wirklichkeit.“[70]

Genauso gut könnte er diese Zeilen aber den Naturwissenschaften ins Heft schreiben, die auch dem Unbekannten und Verborgenen bestimmte Eigenschaften zuschreiben, nämlich NICHT die Wirkung von Geistern, Toten, anderen Lebenden oder eines Weltbewußtseins zu sein. Wann immer es möglich ist, diese Aussagen zu überprüfen, stellt sich heraus, da die naturwissenschaftlichen Aussagen über ein Unbekanntes oder Verborgenes falsch, unnötig und irreführend sind. Naturwissenschaftler wie Materialisten ertragen offensichtlich die Tatsache nicht, das uns Menschen vieles unbekannt und verborgen ist und schreiben sich ein Wissen und auch Macht über das Unbekannte und Verborgene zu. Dies mag ihren Wünschen entsprechen, nicht aber der Wirklichkeit.

Wenn man in einer Kritik die Hauptworte austauschen und durch ihr Gegenteil ersetzen kann, ist die Kritik gegenstandslos. Das hätte auch die Hamburger Innenbehörde merken müssen, die mit dem Geld der Steuerzahler eine somit dogmatische und den Grundsätzen menschlicher Freiheit (und auch der staatliche garantierten Religionsfreiheit) zuwiderlaufende Schrift finanziert hat.  Dabei gäbe es eine Kritik, die fundiert wäre – und auch bei Wikipedia genannt wird – eine Kritik, die auch die Variationen und Dimensionen von Esoterik begiffen hat:

Viele Kritiker, aber auch manche Esoteriker selber beklagen einen „Supermarkt der Spiritualität“:[72] Verschiedene, teils widersprüchliche spirituelle Traditionen, die über Jahrhunderte in unterschiedlichen Kulturen der Welt entstanden, würden in der Konsumgesellschaft zur Ware, wobei sich verschiedene Trends und Moden schnell abwechselten („gestern Yoga, heute Reiki, morgen Kabbala) und als Produkt auf dem Marktihres eigentlichen Inhalts beraubt würden (Lifestyle). Dieser Umgang sei oberflächlich, reduziere Spiritualität auf Klischees und beraube sie ihres eigentlichen Sinnes.

Dabei ist aber wiederum auch verblüffend, was alles in einen Topf geworfen wird. Yoga empfiehlt auch mein Orthopäde, es ist die Königsdisziplin der Rückengymnastik. Das jetzt Staat und Kirche Yoga verbieten wollen, verwundert mich aber nicht: an Schmerzen verdienen beide. Reiki kenne ich nicht (und möchte es auch nicht kennenlernen), die Kabbala ist ein komplexe Farben- und Formenlehre, die den Ausfluß Gottes in die Welt beschreibt – ein elementarer Bestandteil jüdischer Mystik. Das zu verbieten lohnt sich auch, wer sich damit beschäftigt, konsumiert nicht mehr und zahlt vielleicht auch keine Kirchensteuer.

Kein Wunder, das auch die Kirche gegen Esoterik wettert (nach Wikipedia, gleicher Ort):

Gott kann seinen Propheten und anderen Heiligen die Zukunft offenbaren. Die christliche Haltung besteht jedoch darin, die Zukunft vertrauensvoll der Vorsehung anheimzustellen und sich jeglicher ungesunder Neugier zu enthalten. (…) Sämtliche Formen der Wahrsagerei sind zu verwerfen: Indienstnahme von Satan und Dämonen, Totenbeschwörung oder andere Handlungen, von denen man zu Unrecht annimmt, sie könnten die Zukunft „entschleiern“. Hinter Horoskopen, Astrologie, Handlesen, Deuten von Vorzeichen und Orakeln, Hellseherei und dem Befragen eines Mediums verbirgt sich der Wille zur Macht über die Zeit, die Geschichte und letztlich über die Menschen, sowie der Wunsch, sich die geheimen Mächte geneigt zu machen. Dies widerspricht der mit liebender Ehrfurcht erfüllten Hochachtung, die wir allein Gott schulden. Sämtliche Praktiken der Magie und Zauberei, mit denen man sich geheime Mächte untertan machen will, um sie in seinen Dienst zu stellen und eine übernatürliche Macht über andere zu gewinnen – sei es auch, um ihnen Gesundheit zu verschaffen –‚ verstoßen schwer gegen die Tugend der Gottesverehrung.[64]

Also die „guten“ Esoteriker gegen die „bösen“ Esoteriker. Der Wille zur Macht über die Zeit, über die Geschichte und letztlich über die Menschen ist doch auch Antrieb der Kichenpolitik der letzten zweitausen Jahre gewesen – warum sollte man sie anderen vorwerfen? Nun – aus einem einfachen Grund. Wer Macht will, braucht Menschen. Viele Menschen. Der Sucht nach Macht entspringt auch die Religionskritik von Marx, die in erster Linie Kritik gegen die „Tugend der Gottesverehrung“ ist:

Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüth einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.

Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist. “

Quelle: Wikipedia

Dabei bedient sich Marx der gleichen Prinzipien, mit der auch die Kirche ihre Schäfchen im Stall hält: Folgt mir und ich werde Euch ins Paradies führen. Sein Paradies ist die klassenlose Gesellschaft, die im Detail der Paradiesvorstellung der Kirche entspricht – beide liegen im Jenseits, das marxistische Paradies in unerreichbarer Zukunft, das kirchliche Paradies im unerreichbaren Himmel hinter den Himmeln, beide gelten aber mit viel Arbeit auch auf Erden als erreichbar, wobei der christliche Weg der einfachere ist:

Gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen,

Quelle: Bibeltext

Das darf man keinem Christen in diesem Land ernsthaft vorschlagen, weshalb das Christentum an der gleichen Krankheit leidet wie der revolutionäre Marxismus, hören wir dazu mal Trotzki, einen Revolutionär der ersten Stunde:

Die durch und durch philisterhafte, unwissende und einfach dumme Hetze gegen die Theorie der permanenten Revolution entsprang gerade diesen psychologischen Quellen. Bei einer Flasche Wein oder auf dem Heimweg vom Ballett sprach ein selbstzufriedener Bürokrat zu dem anderen: „Der hat immer nur die permanente Revolution im Kopfe.“ Eng damit verbunden sind die Anschuldigungen wegen meiner Ungeselligkeit, wegen meines Individualismus, Aristokratismus und so weiter. „Aber doch nicht immer und nicht alles nur für die Revolution, man muß auch an sich denken“ – diese Stimmung wurde übersetzt mit: „Nieder mit der permanenten Revolution“ Der Widerstand gegen die theoretischen Ansprüche des Marxismus und die politischen Ansprüche der Revolution nahm für diese Menschen allmählich die Form des Kampfes gegen den „Trotzkismus“ an. Unter dieser Flagge vollzog sich die Entfesselung des Kleinbürgers im Bolschewik. Darin eben bestand mein Verlust der Macht, und das ergab die Form, in der dieser Verlust erfolgte.

Quelle: marxists.org

Das hier Religion als Opium des Volkes empfunden wird, ist klar: wie bei der Esoterik geht es um Macht über Menschen. Aber da tun sich Christen, Esoteriker und Marxisten überhaupt nichts, in ihren Zielen sind sie sich da einig: alle wollen ins Ballett. Die einen sind schon drin, die anderen wollen auch hinein, weshalb das Proletariat die Diktatur ausrufen muß:

Das Proletariat (ursprünglich im nicht-marxistisch vom lat. proletarius „der untersten Volksschicht angehörend“) bezeichnet die mit der Entwicklung des Kapitalismus und der Industrialisierung entstandene neue Klasse von abhängig Beschäftigten in den aufkommendenManufakturen und Fabriken. Marx definiert den Proleten als doppelt freien Lohnarbeiter: Frei von Leibeigenschaft, also im Besitz seiner selbst und „frei“ von Produktionsmitteln, die ihm ein Überleben durch Arbeit sichern könnten.

Quelle: Wikipedia

Heute, mit der Erfahrung der Korporatokratie, der weltweiten Diktatur der Konzerninteressen im Hintergrund, sehen wir die Fronten noch deutlicher, die sich im 19.Jahrhundert schon abzeichnen: alle Revolution führte nur dazu (und sollte einzig diesem Zwecke dienen) dem Intellektuellen einen besseren Platz am Fleischtopf der Konzerne zu sichern. Hatte er den inne, baute er auch den Ford in Lizenz. War Religion Opium fürs Volk, so war es der Marxismus erst recht. Der Marxist braucht den Konzernarbeiter um einen Sitz im Vorstand zu bekommen – und nur darum geht es. Marxismus gegen Kapitalismus war eine Lüge – von Anfang an. Es ging nur um eins: die Ausbreitung der Konzernherrschaft und die Mobilisierung der Massen zu diesem Zweck, weil die Konzernherrschaft eine weltweite Ausbreitung des westlichen Feudalismus versprach, der sich „der Arbeiter“ gerne anschloß. Sein Engagement (und das der Gewerkschaften)  gegen die Agenda 2010 war dementsprechend … entlarvend.

Und doch hatten alle drei Großmächte und Fangarme der Korporatokratie einen gemeinsamen Feind, gegen den sie heute noch vorgehen: die Esoterik. Der friedliche meditierende Zen-Buddhist auf der Bergspitze läßt sich nicht in revolutionäre Masse umwandeln, noch in Produktivkapital, noch in Kirchensteuer, der Medizinmann der Sioux führt den Kampf gegen die Eisenbahn und die Fabriken des weißen Mannes nicht aus territorialen Ansprüchen heraus, sondern weil nach seiner Überzeugung die Kultur des weißen Mannes zur Vernichtung der Welt führt, die Indianer des Amazonasbeckens führen ihren Krieg, weil ihnen das Leben des Waldes heilig ist.  Darum brachte die US-Armee gezielt die Medizinmänner um – nicht die Kriegshäuptlinge, darum sterben auch heute noch weltweit die „heiligen“ Männer des Volkes – und darum führen in der Eifel die Gesundbeter und dörflichen Heiler ein Leben im Verborgenen.

Was können die Gesundbeter? Schmerzen nehmen – gerade die Schmerzen von Brandwunden. Sie können Blutungen stillen, gerade bei schweren Verletzungen. Ärzte schwören darauf, schicken ihre Patienten lieber zum Heiler als ins Krankenhaus. Überraschend für mich war, das ich die einige der Ärzte persönlich von früher kenne – und jetzt ihre andere Seite kennenlerne. Überraschend ist auch, das ich – nach zwanzig Jahren – ein Fremder bin, dem man mit Zurückhaltung begegnet. Die Angst ist groß – vor der Kirche, vor dem Staat, vor den Medien – kurz: vor den Herrschern der Welt.

Mitten in Deutschland (und dann noch in der Eifel) solcher Angst zu begegnen, betrübt. Man berichtet mir von Heilern, gibt mir sogar Daten zu Kontaktpersonen (wenn ich mal persönlich was brauchen sollte) … aber jene Plätze, die Migräne heilen, verrät man mir nicht.  Überraschend ist – in unserer ach so freien, ach so aufgeklärten Gesellschaft gibt es schon viel Literatur über diese Phänomene – doch keine Konsequenzen hinsichtlich ihrer Nutzbarmachung für die Menschen.

Stattdessen überschwemmt man den Markt mit US-amerikanischer Wischi-Waschi-Esoterik, die die Menschen immer weiter in die Fangarme der Korporatokratie führt.

Nun – ich halte mein Versprechen, erzähle nichts über Gesundbeter…. nur etwas über ihr Weltbild. Grob und unpersönlich.  Es ist das älteste Weltbild der Menschheit, dem man dort begegnet, es ist die Welt der Hindu, der Buddhisten, der alten Juden, der Urchristen. In ihr ist Gott keine durch die Bibel vermittelte Annahme, sondern eine lebendige, erfahrbare Realität – wie auch die Dämonen. Es ist das alte, schamanische Weltbild, das sich hier offenbart – weil es Wirklichkeit ist. Keine Wahrheit – nur Wirklichkeit. Es ist ein Weltbild, das der Realität von Menschen sehr gerecht wird, denn wir Menschen sind alle auf einer „esoterischen“ Reise. Sie beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod – wir kommen aus der Welt der Rästel und gegen in eine Welt der Rätsel, was uns eine gewissen Gelassenheit angesichts der aktuellen Politik verleihen kann, eine Gelassenheit, die man gut gebrauchen kann, um angesichts des Wahns nicht selbst zur Bestie zu werden. Es ist die Aufgabe des Heilers, den Menschen auf dieser Reise vor Schaden zu bewahren,  wie es die Aufgabe des Philosophen sein sollte, ihn vor der Manipulation zu schützen … und die Frage zu stellen: wo ist der Platz der Vegetarier beim Kampf um die Fleischtöpfe?

Wenn wir Fronten in dieser Welt ziehen wollen, wenn wir die Welt als Kampf von Ideen verstehen wollen, so verläuft die Front der Auseinandersetzung anders. Es ist der Kampf des Indianervolkes am Amazonasbecken gegen die Ölindustrie.

Auf der einen Seite Menschen, die glücklich und zufrieden mit drei Stunden Arbeit am Tag im Paradies leben, auf der anderen Seite eine gigantische Maschinerie, die das Paradies verspricht … in Zukunft, im Jenseits, im Himmel, in der Utopie, mit einem zehn-Stunden-Arbeitstag in der Betonwüste am Stadtrand von Bitterfeld.  Die einen leben nachhaltig, gesund, umweltverträglich und schützen sich erfolgreich vor bösen Geistern, die anderen schützen sich nicht … und werden selbst zu bösen Geistern, die die Welt ausplündern und vernichten.

Es ist letztendlich der Mythos des Kampfes des Zauberers gegen die seelenlosen Ungeheuer – und er erscheint aktueller denn je.

Dort, wo Esoterik Wirklichkeit wird, wird sie zur Gefahr für die herrschenden Kasten … von denen es halt nicht nur eine gibt.  Sie ist geeignet, den Mob zu demobilisieren, den Menschen zu sensibilisieren, seine Aufmerksamkeit zu schärfen, seinen Horizont flexibel zu erweitern und ihn unabhängig zu machen von den Heilsversprechen der Kosmokraten aller Art …. und das stört den Kirchenmann, den Revolutionär und den Kapitalisten – man braucht ja den Mob, um ins Ballett zu kommen.

Und was den Geisterspuk generell angeht: den Luxus, nicht an ihn zu glauben, kann man sich nur erlauben, wenn man noch keinem begegnet ist. Das unterscheidet Kant von Goethe, Darwin von Jung. Allerdings hatte Kant einen gewissen Respekt davor, er meinte nur: das geht uns nichts an. Auch das ist eine Grundüberzeugung der Medizinmänner und zauberkundigen Heiler.

Es gibt übrigens eine möglicherweise hilfreiche Richtschnur im Umgang mit Esoterik, falls man nun doch dem Rat von Kant (und Castaneda – doch das ist ein anderes Thema) nicht folgen möchte: Esoterik im ursprünglichen Sinne ist kostenlos und ideologiefrei. Wer Geld nimmt oder Führerschaft beansprucht, ist ein Heuchler. Todsicher. Wer Reklame für sich macht, auch. Darum darf man ruhigen Gewissens die Abteilung „Esoterik“ in der Buchhandlung meiden, alles, was relevant ist, findet sich bei Platon – und mehr braucht kein Mensch.

Der Sinn des Lebens und der Käfig der Kultur

Die Frage nach dem Sinn des Lebens beschäftigte hunderte von menschlichen Generationen. Heute ist sie gelöst: Beschäftigung, Konsum und Fernsehen sind an die Stelle von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit getreten, alles andere gilt als Unsinn, der scharf angegriffen wird.  Wir reagieren so, weil wir so erzogen worden sind, möchten uns das aber verständlicherweise nicht zugestehen, weil wir ja sonst nicht mehr ganz so frei wären und die ganze künstliche Werteblase, die uns die Werbeagenturen tagtäglich verkaufen, in Frage stellen müßten.

Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist hochpolitisch – und darum darf man sie nicht umgehen.  Gleichzeitig führt sie in das Gebiet der Mystik, der Magie und der Religion, Gebiete, die zu betreten für die moderne  Konsumameise verboten sind. Nur der Bundeskanzler darf wissen, das es druidische Rituale (nur für Männer!) gibt und daran teilnehmen, für das Volk ist schon die bloße Vorstellung es gäbe so etwas verboten – darum beschäftigen sich keine großen Medien mit diesem eigentlich großen Thema.

Entscheide ich mich dazu zu sagen: das Leben hat einen Sinn … dann berühre ich automatisch eine ganze Reihe anderer Themenfelder, die letztlich in die Frage münden: „Welchen Gott hätten sie denn gern?“ Dabei kann man andererseits sagen: die Frage noch Gott oder Nichtgott braucht uns nicht zu berühren.  Offensichtlich reichen unsere Erkenntnisinstrumente nicht aus um es aus der Welt heraus erkennen zu können – und Erinnerungen scheinen bei der Geburt komplett gelöscht zu werden, so das wir uns ein einen „Sinn“ überhaupt nicht mehr vorstellen können.

Erinnert an … Prüfung ohne Spickzettel.

Manche Menschen haben schon den Sinn der menschlichen Gattung einfach gesetzt: gezüchtet als Futter für die Götter (Lovecraft) oder als ihre Arbeitskräfte (Präastronautik), nach Abmarsch der Züchter vergessen worden und … jetzt haben wir den Salat … als Gattung deshalb auch lebensunfähig.  Das wäre … denkbar. Auch wenn die Garde der materialistischen Welterklärer jetzt aufschreit … dazu gibt es keinen Grund, denkbar sind diese Weltmodelle, hinreichende Indizien sind vorhanden. Hinreichende, nicht ausreichende … ich hoffe, man kennt den Unterschied.

Unsere Lieblingssinngebung geht ungefähr in diese Richtung: der Mensch ist ein zufälliges Produkt einer chaotischen materiellen Ursuppe – ungefähr so wahrscheinlich wie die Vorstellung, das ich eine Zeitung erhalte, wenn ich einen Haufen Buchstaben nur oft genug in die Luft werfe. Auch denkbar, übrigens, selbst wenn die Garde der Gläubigen zun aufschreit, allerdings sind letztendlich für diese Vorstellung mehr Hypothesen nötig als für die religiöse/magische Deutung der Welt, weshalb sie vernünftigerweise unwahrscheinlich ist.

Die materialistische Weltsicht ist und war jedoch nötig, um die Lufthoheit der politischen Kirche über die Welt für das Denken zurückzudrängen, deshalb wollen wir den Materialismus nun nicht zu sehr verunglimpfen … allerdings scheint mir seine Zeit gezählt, wenn die Physiker unter den Materialisten sagen, das die ganze Welt eher ein Hologramm und Materie mehr so eine Art eine Einbildung ist.

Letztere Vorstellung kommt so ziemlich zeitgleich in allen Weltkulturen vor … so vor cirka 2000 – 3000 Jahren treten weltweit Individuen auf, die alle das Gleiche predigen: die Materie ist das Gefängnis des Geistes, der bestrebt ist, sie zu verlassen.  Auch diese Vorstellung verleiht der Menschheit kein Ruhmesblatt, denn … man wird wohl seine Gründe gehabt haben, uns hier einzusperren.  Jedoch sollte man uns zugute halten, das … es vielleicht auch Verführung war, Glitzertand oder das Versprechen von Macht, das uns hier hereingelockt hat. Oder aber … und das ist im Kreise der Möglichkeiten eine der wenigen Ehrenhaften … wir haben uns freiwillig zu genau diesem Leben entschieden, das wir jetzt führen, so wie wir in einen Film ins Kino gehen bzw in einem mitspielen (an letztere Möglichkeit arbeiten wir ja ganz gezielt).   Das meinte Platon/Sokrates und auch weite Teile der unreligiösen griechischen Philosophie (deren Leistung unter anderem war, das die die Götter aus dem Leben der Menschen herausdrängte).

Letztere Überzeugung hat viel Logik, das muß man ihr lassen … und sie würde auch erklären, warum wir alles vergessen, was vorher war – nur so können wir unsere Rolle überzeugend spielen.  Andererseits … eine schauderhafte Vorstellung, das man seinen morgendlichen Tagesgruß an die Welt in die Kanalisation entrichtet und dabei Trillionen von Seelen im Universum als Zuschauer hat: Big Brother der Galaxis-West, sozusagen.

Was nun letztlich der Sinn des Lebens ist … wir können ihn vernünftigerweise kaum erfassen. Wir brauchen uns aber andererseits nicht verbieten zu lassen, darüber nachzusinnen, denn die momentan in westlichen Gefilden vorherrschende Maxime „das Leben ist sinnlos also beute es zu Lebzeiten maximal aus“ funktioniert nur mit einer Reihe von Hilfshypothesen … denn in der sinnlosen Welt darf es keine dem Menschen übergeordneten bzw. höherentwickelten Wesen geben, auch muß der Tod zwangsläufig das absolute Ende sein.

Als Naturwissenschaftler wissen wir jedoch: je mehr Hypothesen wir zu Erkärung eines Phänomens brauchen umso unwahrscheinlicher ist die Wahrheit, die daraus resultiert.  Ein Universum mit dem Menschen an der Spitze jeglicher Entwicklung zu konstruieren, ist für den Konsum und die Ausbeutung der Masse sehr nützlich, aber wissenschaftlich gesehen ein viel zu enger Käfig … doch gerade um diesen Käfig geht es ja.

Was macht denn diese Philosophie der Sinnlosigkeit aus uns? Vergängliche unbedeutende kleine Würmer, die man nach belieben zertreten kann, denn: es gibt ja nach dem Tode nichts, was an Strafe kommen würde, noch gäbe es eine Seele, die Schaden nimmt noch einen Gott, der ob Auschwitz in Zorn geraten würde.  Und somit ist die Philosophie des Atheismus eine Philosophie die Massenvernichtung und maximale menschliche Entwürdigung möglich macht (was aber nicht heißt, das Atheisten jetzt Massenmörder sind … es gibt gute Gründe, Atheist zu sein).

Noch ein Beispiel?

Was hat Hartz IV zu tun mit „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“? Viel, wenn man unterstellt, das die Schröder-Maschmeyer-Gang sich selbst nicht ausstehen kann, aber sonst? Aber Weihnachten in der Kirche singen, ja? Nur … für den Fall, das man sich dann doch geirrt hat. Denn das man sich da irren kann, weiß man….erzählt es aber nicht gerne weiter.

Wir machen eine ganze Reihe von Annahmen, wenn wir über die Welt urteilen, wie wir es gerade tun, dabei sieht unser Verstand seine Grenzen – es ist reine Politik, die uns vormachen will, diese Grenzen gäbe es nicht.  Dabei sind sie vielfältiger Art.

Noch ein Beispiel.

Wir halten uns für die Krone der Schöpfung und die einzige intelligente Lebensform auf diesem Planeten, dabei gibt es Untersuchungen über die Intelligenz von Delfinen und die Komplexität des Struktur von Walgesängen, die das Gegenteil belegen, aber solche Wahrheiten würden unsere Beweisführung stören und deshalb ignorieren wir sie bis  Wale und Delphine endlich ausgerottet und im Reich der Mythen und Sagen angelangt sind.

Denken wir uns aber jetzt mal die Welt aus der Sicht eines Baumes. Ich weiß, Bäume haben kein Gehirn und können nicht denken (andererseits gibt es medizinisch gut belegte Fälle, in denen Menschen noch gut funktionierten, obwohl das Gehirn durch eine Axt … beeinträchtigt wurde, aber wir wollen jetzt mal nicht kleinlich werden)  doch  es soll ja ein Gedankenexperiment werden.

Wenn wir uns jetzt denken, wir wären ein Baum … was würden wir von Menschen wahrnehmen (ungefähr in der Art, wie wir wahrnehmen, das unsjemand in einer Menschenmenge anstarrt) ? Unsere Sinne … wären anders. Langsamer. Unsere Wahrnehmung wahrscheinlich ebenfalls, möglicherweise auch die Zeitwahrnehmung. Sommer – Winter wären wie Tag und Nacht. Manchmal … ganz selten … bleibt ein Mensch lang genug in unserer Nähe, das wir seine Aura wahrnehmen können. Aber seine Existenz beweisen könnten wir nicht … das Gebot der experimentellen Wiederholbarkeit könnten wir nicht erfüllen. Dieser Mensch kommt und geht halt wie er will. Und bevor er mit der Axt kommt … beenden wir lieber das Gedankenexperiment, denn so weit trägt der Vergleich nur in Gruselgeschichten.

Alle menschlichen Kulturen weltweit berichten von Wesen, die in Anderwelten neben uns leben. Die Berichte sind manchmal erstaunlich deckungsgleich und selbst unsere materialistische Kultur konnte „Geister“ nicht ausrotten, Fanny Mosers Buch „Spuk“ liefert hier einige bemerkenswerte Geschichten. Um diese Phänomene denkbar zu machen, müßten wir nur einen Schritt machen: nämlich unterstellen, das sich die Existenz dieser Wesen zu uns verhält wie unsere zu einem Baum: unsere Existenzebenen sind zu verschieden, als das man mit naturwissenschaftlichen Methoden Zugriff bekommen könnte (so wäre auch für einen Baum allein den Denkkategorie „Gehen“ unvorstellbar und wahrscheinlich sogar undenkbar – so etwas gibt es in seinem Begriffs- und Vorstellungsvermögen gar nicht. Wozu auch? Er kann gut ohne das Baum sein), es gibt nur zufällige Begegnungen mit außergewöhnlichem Charakter.

Vergleichende Kulturwissenschaften führen bei uns jedoch – leider – ein sehr kümmerliches Dasein, dabei könnten ihre Ergebnisse abendfüllende Shows liefern, die die ganze Welt verzaubern würden. Und präsentiert man dann doch lieber Dieter Bohlen.

Man wird wissen, warum.

Es kam in unserem Autorenkreis die Frage auf, ob wir eigentlich die Welt des „Übernatürlichen“ den Rechtsradikalen überlassen wollen. „Übernatürlich“ ist da schon ein Wort, auf das ich allergisch reagiere. „Übernatürlich“ gibt es nicht, das Wort gewinnt nur dadurch Existenz, das man den Rahmen der Realität sehr eng knüpft – so eng, das selbst einem eingefleischten Materialisten die Luft wegbleibt … und natürlich darf man das nicht den Rechtsradikalen überlassen. Ein Erfolg Hitlers war, das er das Wunderbare, das Fantastische wieder zurück in den Kreis der erlaubten Wirklichkeiten zurückholte, das er … auf die Möglichkeit einer Tür im Käfig hinwies, jenem Käfig, an dem damals schon so kräftig gebaut wurde.

Es wäre ein Riesenfehler, diese essentiellen Bereiche der Deutungshoheit von Deutschnationalen zu überlassen, ebenso wie es ein Fehler ist, die Fragen betreffs der Götter den Priestern zu überlassen, beide Gruppierungen neigen dazu, vollkommen unsinnigen Mumpitz zu verkaufen, Mumpitz, der nur deshalb ankommt, weil Verdurstende sogar Eselspisse dankbar annehmen.

Brauchen wir uns denn überhaupt Gedanken um Themen machen, die unsere Lebenskreise nicht direkt berühren, gibt es überhaupt einen Anlaß, ein erstes Moment, das zum Innehalten anregt?

Ja. Leider. Leider deshalb, weil man sich viel harte gedankliche Arbeit sparen könnte, wenn es jenes Phänomen nicht gäbe.

Die allerwenigsten Menschen kämen auf die Idee, angesichts eines Verkehrsunfalls erstmal Wagen und Opfer nach plünderbaren Wertgegenständen zu untersuchen. Sie helfen spontan und ohne großartige Reflexion.  Menschen tragen eine Moral in sich, obwohl das sehr unvernünftig ist – ein Phänomen, dessen sich schon Mao bewußt war und das sich der rationalen Erklärung entzieht. Wir haben ein Gespür dafür, was gut und richtig ist und diese Gespür bleibt, obwohl im Jahre 2010 das „Über-ich“ völlig anders geprägt ist als noch in den dreissiger Jahren, als es zur Erkärung von „Moral“ erfunden wurde.  Daraus kann man folgern … das es „das Gute“ wohl doch gibt. Und schon steht jemand mit Jesuslatschen vor der Tür und verlangt Einlaß.

Andererseits … gibt es dann auch das Böse. Das bewußte absichtliche Quälen und Vernichten …. und das Verführen dazu.

Und schon sind wir in der Welt von STAR WARS angelangt, Bankenclan, Technologieunion und Handelsgilde wollen die Republik zerstören … und hinter all dem steckt als leitende Intelligenz ein „Sith-Lord“ als Manifestation des absolut Bösen.

Lese ich Nachrichten, so ist das allerdings nicht mehr Star Wars sondern Deutschland 2010.  Nur diesen Lord habe ich noch nicht gefunden … aber die arbeiten ja auch immer im Verborgenen.

Wenn wir uns der Frage nach dem Sinn des Lebens stellen wollen (man muß es nicht tun …. aber man kann es tun, man darf es tun, es ist nicht verboten), dann müssen wir die Fähigkeit haben, Wahrheiten in Wahrscheinlichkeiten auszudrücken – immer mit der sicheren Gewißheit, das 30% schon sehr viel sind -mehr als Menschen mit ihren beschränkten Mitteln erreichen können.

Wenn wir uns Gedanken über das „Übernatürliche“ machen wollen (das ist verboten, das ist „kulturell unangemessener Wahn“ und wird mit Psychiatrie nicht unter zwei Jahren bestraft), müssen wir uns vorsichtig bewegen. Die einzige Sicherheit die wir dort haben ist die Sicherheit, das wir überhaupt nicht im Ansatz wissen, was um uns herum vor sich geht – und je weiter die Physiker in das innere der Welt schauen, umso mehr merken wir, wie wenig wir eigentlich wissen.

Schön, als die Erde noch eine Scheibe war, um die sich die Sonne drehte – aber die Wahrheit scheint viel komplizierter zu sein.

Der Kampf um die Deutungshoheit ist jedoch wichtig … existentiell wichtig. Der Deutungskäfig unserer Kultur ist nicht nur eng … er richtet auch eine Menge Schaden an. In ihm wachsen Überzeugungen und Handlungsstrategien, die geeignet sind, alles Leben auf unserem Planeten auszulöschen … und über kurz oder lang wird das auch geschehen: die vollständige Umwandlung von natürlichen Ressourcen in Geld.

Dann haben wir gigantische Vermögen auf den Konten … aber nicht eine Kartoffel ist mehr übrig.

Darum sind wir gezwungen, zu neuen Ufern aufzubrechen … oder auch einfach zu vergehen.

Möglicherweise sind wir ja doch eher eine Plage, ehedem gezüchtet als Arbeits- und Nutzvieh. Aber zumindest hätten wir die Wahl, uns zu entscheiden und zu etwas anderem zu entwickeln.

Noch.

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