NATO

This tag is associated with 80 posts

Ein Kurz-Schluss als Lösung für die Vogel Strauß-Politik der EU?

Moskau ist zu kurz gekommen

deshalb kommt Kurz nach Moskau

aber nicht geschwommen

denn schau schau

der Kurz, der ist zwar nicht alt

doch zum Schwimmen ist`s zu kalt

trotzdem wurde er bald

zum Bundeskanzler bestellt

so ist er in die Höhe geschnellt

Österreich und Russland haben viel gemeinsam

sie waren früher größer, aber sind nicht einsam

Sie kennen beide Sanktionen

für einige Millionen

Vor Jahren sanktionierte die EU Österreich wegen  Schwarz-Blau

das war damals ein großer Super-GAU

Doch jetzt sind die beiden Kurz und Strache

und machen wieder gemeinsame Sache.

Russland Uncle Sam nicht folgt

drum er gegen Putin grollt

und das bringt Uncle Sam und anderen viel Geld

obwohl das Defizit von Trump zum Himmel schnellt

Auch das Englein Merkel

sie hat keine Stärke

liebt es wenn das Rüstungsgeschäft floriert

und auch Putin bald pariert

Man kann den Bock zum Gärtner machen

 

dann haben alle was  zu lachen

Doch ein Chef eines neutralen Landes

und Herr Kurz, der Junge fand es,

dass jetzt Zeit zum Frieden ist

Wer hat einen guten Plan dabei vermisst?

Der Plan der wäre doch so leicht

wenn man sich vergleicht

die Ukraine auf die NATO verzicht‘

und Putin beendet die Kriegsgeschicht

Doch die Oligarchen

die wollen lieber schnarchen

Denn ohne Krieg

trifft sie der Hieb

der Armen im Land

ein armes Land in Waffen,

wie sollten die Reichen das schaffen?

Drum verlaufen die Verhandlungen im Sand

Auch wenn die EU dann Ordnung macht,

dann keiner der Oligarchen mehr lacht

Drum wird lieber sanktioniert

Atomraketen stationiert

Man konnte Janukowitsch leicht,

er war nicht clever vielleicht,

mit seinen Schwarzkonten im Europäischen Bankensegen

nachhaltig  zum raschen Rücktritt  bewegen!

Doch bei den jetzigen Oligarchen

die greift man mit Samtpfötchen an

bis sie schnarchen

da will man nicht an die Konten ran

Obwohl Unrecht drin steckt

die sind eben so keck!

Die EU stellt die Oligarchen unter Schutz

die ist eben zu nichts nutz

Erst der Atomwaffenknall

der bringt alle aus dem Stall?

Das Völkerrecht das ist nicht klar

wollte die Krim doch fürwahr

schon 1994 von der Ukraine weg

das wurde von den Medien gut versteckt.

Und dass auch Uncle Sam hat Hawaii annektiert,

das wurde vollkommen wegradiert

Lasst uns lieber schlafen

bis uns die Kriege wegraffen?

Schlaf Kindlein schlaf

die Merkel ist kein Schaf

Uncle Sam der wird zum Stier

da kann er aber schon dafür

Wach auf Kindlein wach auf

sonst kriegst Du eine drauf

Wacht auf zum Licht

durch dies Gedicht

zu kräftigen Gedanken

die auch in der Krise nicht wanken

zu feurigen Ideen

damit wir wieder stehen!

 


Quellen:

https://derstandard.at/2000075266493/Kurz-in-Moskau-Russische-Medienberichte-ueber-Wunderkanzler-und-Wunderkind

https://de.wikipedia.org/wiki/Autonome_Republik_Krim

https://derstandard.at/1218534157053/Hintergrund-Proteste-zum-Jahrestag-der-Annexion-Hawaiis

https://deutsch.rt.com/gesellschaft/47774-krim-geschichte-drei-jahre-referendum/

 

Bild: Vogel Strauß Politik aus Lustige Naturgeschichte Illustration Adolf Oberländer / Gemeinfrei / Quellenlink

 

Regierungsterror der Natostaaten im Kampf gegen … die Bürger

Donnerstag, 8.6.2017. Eifel. Nun – heute mute ich Ihnen ziemlich starken Tobak zu. „Regierungsterror der Natostaaten“ – hört sich verschwörerisch an. Wir sind doch die Guten – was also soll das? Dann auch noch „im Kampf gegen die Bürger“ – als ob die Nato nicht dafür da wäre, uns zu schützen – vor den Bösen. Und doch muss ich gestehen: mir fiel keine andere Überschrift ein. Mir fiel auch keine ein, die auch nur annähernd beschreibt, was wir seit vielen Jahren – genau genommen: seit dem 11.9.2001 – erleben, was unser Alltag ist, was wir tagtäglich in den Nachrichten hören … und schon gar nicht mehr reflektieren können, weil gleich nach wichtigen entscheidenden Nachrichten sofort Meldungen über den Handballverein Gummersbach und den neuesten Hut der schwedischen Prinzessin kommen: Bullshitnews sollte man solche Nachrichtensmoothies nennen, in denen wervolle Informationen zur politischen Bildung mit absolutem Müll kombiniert werden, um die ganze Mischung wertlos zu machen. Zudem ist – fein verborgen – ja noch eine andere Botschaft in diesem Bullshit verborgen: solange wir noch Zeit haben, uns bundesweit über Leibesübungen in Gummersbach zu informieren, kann die Lage doch gar nicht so schlimm sein, oder?

Das ist die Botschaft, die man uns durch den Bullshit-Nachrichtenmix täglich stundenlang um die Ohren haut – und die die wirklich wichtigen Meldungen nicht völlig verschwinden lassen … aber sie verblassen dadurch, werden an den Rand gedrängt, entwertet. Insofern ist der Begriff „Lügenpresse“ nicht ganz korrekt – oder völliger Nonsens. Bullshitpresse wäre da treffender – passend zu unseren Bullshitjobs und unserem Bullshitleben.

Ist das schon Regierungsterror?

Nein. Das ist eher Quotenterror, der ist für sinnvolle Nachrichten, die umfassend informieren und alle Aspekte von Wirklichkeit beleuchten, ebenfalls tödlich. Kommen wir zuerst zu einer der wichtigen Meldungen, die uns das renommierteste deutsche Nachrichtenmagazin liefert. Es geht um einen erneuten Anschlag in England, der mal wieder zeigt, dass der Frieden unseren Alltag endgültig verlassen hat. Nicht Atomraketen und Panzerschwärme bedrohen unsere Sicherheit – wie in den Zeiten des Kalten Krieges – sondern Lieferwagen und Brotmesser wie jüngst in England. Und die neue Premierministerin – Theresa May – reagiert darauf in … sagen wir mal … ganz besonderer Art (siehe Spiegel):

„Für Radikale sei das Internet der perfekte Rückzugsort, klagt Theresa May nach den Anschlägen von London. Die britische Premierministerin deutet umfassende Pläne an, wie Staaten das Netz überwachen sollen.“

Schon zuvor wurden strenge Sicherheitsgesetze erlassen :

Damals sprachen Bürgerrechtler von einem „der extremsten Überwachungsgesetze, das je in einer Demokratie verabschiedet wurde„.“

Käme nicht direkt eine wischi-waschi-Nachricht zur Verwässerung der Terrorabsicht, glauben Sie mir: Sie kämen ins Grübeln. Schauen Sie sich noch mal dieses Zitat genau an – es lohnt sich:

„Die Unternehmen sollten zum Beispiel verpflichtet werden, Technologien zu entwickeln, die automatisch aufwieglerische Beiträge identifizieren – und löschen. Es wäre ein massiver Eingriff in die Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung online.

May schimpfte auf dem Gipfel über eine „Ideologie des Hasses, die sich online ausbreitet“. Sie warnte: „Lassen Sie sich nicht täuschen: Der Kampf verlagert sich vom Schlachtfeld ins Internet.““

Kennen Sie eigentlich das Internet? Waren Sie schon mal an diesem Ort, der für unsere Bundeskanzlerin „Neuland“ ist? Es ist … ein ziemlich offener, transparenter Ort. Jeder kann dort seine Meinung sagen, jeder hat die Möglichkeit, sich mit „Usern“ aus der Ukraine, den USA, Russland oder dem Sudan in Verbindung zu setzen – oder Liveberichte über die Horrorbombardements der US-finanzierten Saudis im Jemen zu verfolgen, Berichte, die von echten, lebenden Menschen vor Ort erstellt worden sind. Das Internet schafft eine globale Zivilisation – allein durch Technik – eine friedliche Zivilisation, in der jede bislang übliche Kriegspropaganda im Sand verläuft, weil jeder Nato-Soldat die Möglichkeit hat, seine russischen Kollegen jenseits der Grenze persönlich zu fragen, ob sie denn nun wirklich einmarschieren wollen oder nicht.

Der perfekte Rückzugsort für Terroristen? Wo jede ihrer Äußerungen sofort tausendmal kopiert und verteilt werden kann? Völliger Irrsinn – und überhaupt eine ganz seltsame Art zu denken. Wenn das Internet „böse“ wird, weil sich dort Terroristen „zurückziehen“ … wie sieht es dann aus mit Parkbänken und Bahnhofstoiletten? Ja: es gibt Terroristen, die sich auf Bahnhofsklos versteckt haben, es gibt auch Terroristen, die sich auf Parkbänke zurückgezogen haben – wollen wir jetzt Parkbänke und Bahnhofstoiletten zu Schlachtfeldern erklären? Noch schlimmer: Terroristen benutzen auch Papier um Anschläge zu skizzieren – wollen wir nun auch Krieg gegen das Papier führen? Wie irrsinnig ist dieses Denken eigentlich inzwischen geworden?

Ja – die großen Technokonzerne Facebook, Google und Twitter sollen international verpflichtet werden, „aufwieglerische Beiträge“ zu löschen. Sie lesen gerade einen dieser Beiträge. Stellen Sie sich mal vor, wie verdächtig Sie sich dabei machen. Ja, ich wiegle auf – und gedenke, gleich noch etwas mehr zu wiegeln.

Würde sich der Kampf wirklich vom Schlachtfeld ins Internet verlagern – wie Theresa May behauptet – so wären wir außerhalb des Internets doch wirklich vollkommen sicher! Prima! Augenwischerei der übelsten Art: noch nie ist aus einem Bildschirm ein Übeltäter gehüpft um den User zu erstechen … und doch wird uns dieser Bullshit ganz offen von der Regierung präsentiert … als ob der Terrorist in Ihrem Rechnergehäuse hocken würde, zwischen Lüfter und Festplatte.

Welche Logik steckt eigentlich dahinter, die eigenen Bürger – und zwar alle – unter Generalverdacht zu stellen und sie bis aufs Bahnhofsklo zu verfolgen, wenn nur eine kleine Gruppe Irrer gerade mal durchdreht – mit vielhundertfach weniger Toten als der übliche Straßenverkehr? 600 Menschen werden jedes Jahr in Großbritannien ermordet – seit Jahrzehnten schon – kommen die einmal in die Nachrichten? Wurde über Ausgangssperren nachgedacht? Verhängung des Kriegsrechts? Einschränkung der Bürgerrechte?

Nein.

Ganz anders ist es, wenn der Moslem die Taten verübt. Zwar gelten nur „Rechte“ als „islamophob“, aber die Regierungen des Westens neigen in ihrer Berichterstattung dazu, diese Phobien breitflächig zu fördern.

Schauen wir mal nach Frankreich. 500 Tote und Verletzte forderte dort eine koordinierte Serie von Anschlägen. Ganz schlimm. Unausstehlich schlimm, aber: wie regierte die Regierung? Mit Terror gegen das eigene Volk: das Kriegsrecht wurde verhängt. Was das bedeutet? Hier mal ein paar Beispiele (siehe humanrights):

„Am 19. Nov. 2015 um 04:30 Uhr morgens drangen Spezialeinheiten der französischen Polizei mit Sprengstoff in das Haus der Familie ein. Die Splitter der Explosion haben die 6-jährige Tochter an Kopf und Hals verletzt. Kurz darauf verlassen die Polizisten das Haus. Sie haben sich in der Adresse geirrt. Eine weitere Episode handelt von einem Paar in der Dordogne, welches eine Hausdurchsuchung am frühen Morgen über sich ergehen lassen musste. Es wurde verdächtigt, drei Jahre zuvor an einer Demonstration gegen ein Flughafenprojekt teilgenommen zu haben. Ein letztes Beispiel betrifft einen Familienvater, den die Polizei am 15. Nov. 2015 unter Hausarrest stellte. Sein ehemaliger Arbeitgeber hatte ihn angezeigt. Erst einige Zeit später stellte die Polizei fest, dass es sich um eine Verwechslung handelte.“

Kann Ihnen also auch passieren – bei dem nächsten Frankreichurlaub. Noch mehr Einzelfälle?

Ja – sogar noch brisanterer Art (siehe Telepolis):

„Laut Amnesty International wurden durch die Ausnahmeregelungen über 600 Personen daran gehindert, an Demonstrationen gegen das Arbeitsrecht teilzunehmen“.

Was „aufwieglerisch“ ist, liegt halt immer im Auge des Betrachters. Manchmal reicht es schon, als gebürtiger Franzose in der falschen Moschee zu beten (siehe SRF):

«Ich hätte nie erwartet, dass die zu mir kommen», erzählt der 31-jährige Julien in der Rundschau. Der zum Islam konvertierte Franzose lebt in Lagny-sur-Marne, einer Gemeinde im Osten von Paris. «Seit über einem Jahr stehe ich nun unter Hausarrest», sagt er. Der Vorwurf: Terrorismusverdacht. Dreimal täglich muss er sich bei der Polizei melden, darf seine Gemeinde nie verlassen, muss in der Nacht in der Wohnung bleiben. Es sei ein Schock gewesen. «Ich habe mit all dem nichts zu tun», sagt er. Er verlor die Arbeit, das soziale Netz, lebt wie in einem Gefängnis unter freiem Himmel.

Der Grund: Julien betete in der Moschee seines Wohnortes.“

Nun – ähnliche Regeln gelten in Deutschland für Arbeitslose, die Hartz IV beziehen – allerdings melden die sich regelmäßig bei der Arbeitspolizei (die allerdings bei uns nicht so genannt wird: wäre allzu aufwieglerisch), nicht im Polizeirevier.

Natürlich ist eine der ersten Amtshandlungen des aus dem Nichts aufgetauchten Superstars Macron, das Kriegsrecht weiter zu verlängern. Immerhin sind ihm die Demonstrationen gegen seine neuen Arbeitsrechte ein Dorn im Auge – da ist so ein Kriegsrecht schon ganz in Ordnung.

Da töten Islamisten die Bürger des Landes – und die Regierung überzieht sie als Strafe dafür mit Terror. Nicht die Terroristen natürlich, sondern die schon zuvor terrorisierten Bürger. Uninteressant, wenn es einen selbst nicht berührt, ein Horror, wenn man aber doch in die Mühlen das kalten Staates gerät … weil sich jemand in der Adresse geirrt hat. In den USA ist das ja schon ein Sport, habe ich mal bei Spiegel-online gelesen (finde den Artikel gerade nicht: bitte selber suchen, ist schon eine Weile her): auch Jugendliche machen sich einen Spaß daraus, mal das Nachbarhaus von Sondereinheiten stürmen zu lassen, indem man anonym „Informationen“ verbreitet.

Die Phillipinen sind da im übrigen zivilisierter als Frankreich: sie verhängen den Ausnahmezustand nur über einen Teil ihrer Inseln, auch nur für dreißig Tage – nach massiven innerstädtischen Kämpfen mit dutzenden Islamisten … und schaffen es so in die Tagesschau (siehe Tagesschau).

Es gibt nun eine Erklärung für die seltsame Reaktion unserer Staatsdiener auf den medial groß forcierten und aufgebauschten Terror (siehe Deutschlandfunk):

„Für den Juristen Beaud ist der Ausnahmezustand im Prinzip ein hilfloses Signal eines schwachen und damit autoritären Staats – und er kann der Willkür Tür und Tor öffnen.“

Ja – das kann man so sehen. Ein schwacher Staat. Ein hilfloser Staat: drischt auf alle ein, die um ihn herumstehen … weil er völlig überfordert ist. Gilt ja auch für Deutschland, wo der Innenminister Heiko Maas ebenfalls an einem Zensurgesetz arbeitet, dass der Willkür Tür und Tor öffnet und von Juristen für „verfassungsfeindlich“ gehalten wird (siehe Heise): hier ist allerdings der „Kampf gegen Rechts“ das Feigenblatt, das zur Einschränkung der Freiheit genutzt wird (zur Erläuterung: „Rechts“ sind vor allem diejenigen, die vor islamistischen Terror warnten, bevor er zuschlug – irre, aber Fakt. Neuerdings sind auch die „Rechts“ – oder „Reichsbürger“ – die in urdemokratischer Art und Weise jedwede Regierungserklärung oder Regierungshandeln hinterfragen – auch eine Art Terror, der Bürger verängstigen kann).

Man kann es aber auch anders sehen. Erinnern Sie sich noch an die Mutter allen Regierungsterrors – den „Patriot Act“? Erlassen nach den Anschlägen vom 11.9.2001 … jenen Anschlägen, in deren Folge jedes Hinterfragen von Regierungslegenden sofort von der Natopresse geahndet wurde – als „Verschwörungstheorie“ (offiziell ausgegebener Sprachcode heute: „Reichsbürger“)? Und das obwohl seriöse Kreise durchaus interessante Fragen stellten, die man mal hätte diskutieren können?

Ich möchte Ihnen dazu mal ein paar Erkenntnisse vermitteln, die der kürzlich verstorbene Zbigniew Brzezinski in seinem Werk „Die einzige Weltmacht“ (Koppverlag, 4. Auflage 2017, Seite 257) im Jahre 1997 niederschrieb:

„Da Amerikas Gesellschaft in steigendem Maße multikulturelle Züge annimmt, dürfte, außer in Fällen einer wirklich massiven und unmittelbaren Bedrohung von außen, ein Konsens über außenpolitische Fragen zunehmend schwerer herbeizuführen sein. Während des Zweiten Weltkrieges und auch in der Zeit des Kalten Krieges herrschte weitgehend ein solcher Konsens. Er hatte seine Wurzeln jedoch nicht allein in einem gemeinsamen System demokratischer Werte, das die Öffentlichkeit bedroht sah, sondern auch in einer kulturellen und ethischen Affinität zu den vorwiegend europäischen Opfern feindlicher totalitärer Systeme.

Da es keine vergleichbare äußere Herausforderung mehr gibt, dürfte es schwer sein, in der amerikanischen Gesellschaft Übereinstimmungen über außenpolitische Aktivitäten zu erzielen, die nicht direkt mit der demokratischen Grundüberzeugung  und weithin verbreiteten ethnisch-kulturellen Sympathien zu tun haben und nicht selten einen anhaltenden und manchmal kostspieligen Einsatz amerikanischer Macht erfordern.“

Kurz gefasst – auf Deutsch: in naher Zukunft würden die USA keine Mehrheiten mehr für diese – für weite gehobene Kreise der oberen Zehntausend äußerst lukrative – Kriege bestehen. Es sei denn … es passiert was. Ebenfalls 1997 wurde das PNAC gegründet – zu dem auch führende deutsche Politiker gehörten – das sich gerade mit dem Erhalt der nun so gefährdeten Vorherrschaft der USA beschäftigte, es bedauerte, dass es leider kein neues „Pearl Habour“ geben würde, dass den Einmarsch in Irak, Afghanisten, Lybien und Syrien möglich machen würde. Und dann … gab es zufälligerweise dieses „neue Pearl Harbour“, das all die Weltmachtsträume einschlägiger Kreise in den USA möglich machte, jenes Ereignis, dessen Diskussion mit massiver Wucht („Verschwörungstheorien!“) verboten wurde.

Schade, dass wir Brzezinski nicht mehr dazu befragen können – mich würde interessieren, wie er sich denn die für die USA lebensnotwendigen Schachzüge vorgestellt hätte, die er zur Kontrolle der eurasischen Weltinsel zuvor für dringend notwendig gehalten hatte (zuvor in den ersten hundertfünf Seiten akribisch ausgeführt) … wenn es denn jenen überraschenden (und nach wie vor sehr kontrovers diskutierbaren) Vorfall am 11.9.2001 nicht gegeben hätte … dass die USA ohne nine-eleven jede Möglichkeit internationaler Vormachtsstellung einbüßen würden, hatte er ja ausführlich erläutert.

Und seitdem: überall das Gleiche. Terroristen – oft durch zufällig gefundene Ausweise identifiziert – greifen normale Bürger mit körperlicher Gewalt an … und die Regierungen regieren darauf, dass sie umgehend den normalen Bürger mit juristischer Gewalt überziehen.

Verstehen Sie nun, warum ich diese provokante Überschrift benutzt habe?

Mir wirds langsam unheimlich hier. Mag sein, dass wir nur schwache, unfähige, hilflose Regierungen haben, die gegen  Terror nichts unternehmen können – sie müssten schnellstens weg, damit der demokratische Rechtsstaat wieder handlungsfähig wird und wir die Wurzeln des Terrors angehen können … die liegen unter anderem in den weltweiten kriegerischen Einsätzen der Natostaaten (immer mehr unter Einbeziehung der Bundeswehr), denen man mit fortlaufender Einschränkung der Bürgerrechte im Inneren wohl kaum Herr werden kann.

Liegt es vielleicht nur am Personal (siehe Handelsblatt)?

„Die Spitzen unserer Gesellschaft reflektieren diese gesamte Gesellschaft, die vom Hilfsarbeiter bis zum CEO der größten Unternehmen der Welt reicht. Diese Gesellschaft ist in weiten Teilen von Naivität, Dummheit und Bösartigkeit gekennzeichnet. Die Grenzen zwischen diesen Übeln sind fließend.“

Gruselig, wenn jene, die für uns die Macht im Staate und die Macht in der Wirtschaft ausüben, naiv, dumm oder bösartig wären – und ihre Wähler ebenso. Wäre auch eine Sonderform von Terror. Wird aber noch schlimmer … und wir merken auf einmal, wie oft wir solche Prinzipien in den Nachrichten vorgesetzt bekommen:

„Auf den Augenklappen dieser Blindheit steht in großen Lettern: „Ich tue das Richtige“ oder „Wahrheit“ und noch besser „Wo wir sind, ist vorne, wir stehen über dem Gesetz“, übrigens auch vermeintlich über dem Gesetz der Natur. Genauigkeit im Denken, Differenzierung wird durch Glauben ersetzt, den Glauben an Rezepte.“

Und wenn diese „Bösen“ mal eine Allianz gründen? Nichts als Hinterhofverschwörer mit kruden Systemphantasien, sondern als Schwarmintelligenz der Abzocker, Schmarotzer und Abgreifer, die ihre Pfründe in Gefahr sehen? Wo werden ihre Grenzen sein? Welche Grenzen werden sie nicht überschreiten?

Wissen Sie eigentlich, dass wir über die gesellschaftliche Funktion des Terrors schon lange Bescheid wissen?

„Vertraut sind auch die Folgeerscheinungen weit verbreiteter Gewaltanwendung, die den „Wohlstand des kapitalistischen Weltsystems“ sichern soll. Eine Konferenz der Jesuiten in San Salvador kam zu dem Ergebnis, dass „die Kultur des Terrors“ mit der Zeit „die Erwartungen der Mehrheit in die Schranken weist.“ Die Menschen denken dann nicht mal mehr an „Alternativen zu den Vorstellungen der Mächtigen“, die das Ergebnis als großen Sieg für Freiheit und Demokratie bezeichnen“. (Noam Chomsky, Profit over People, Piper, 2. Auflage 2006, Seite 29)

Wie der Terror sich langsam in Ihren Alltag schleicht? Nun – durch Projekte für Gratiszwangsarbeit für Arbeitslose … ein Gedankenspiel von Andrea Nahles (SPD) und dem neuen Vorstand der Bundesagentur für Arbeit Detlef Scheele (der Arbeitslose bald einer „fürsorglichen Belagerung unterziehen will“ – siehe Spiegel) (siehe TAZ), durch ständig neue Rekordzahlen von Kindern bei der Bundeswehr (siehe rp) oder das ziemlich eilig und eifrig durchgezogene Verbot von UKW-Radios (siehe Weser-Kurier). UKW-Radios? Nun – für den Fall, dass das Internet mal ganz ausfällt (oder abgeschaltet wird wie in Ägypten – siehe Spiegel) wäre die gute alte Ultrakurzwelle – gern genutztes Vehikel von „Piratensendern“ – eine Möglichkeit, weiterhin kritische Stimmen zu verbreiten … eine Möglichkeit, die nun bald ausfällt, weil bald keiner mehr Empfangsgeräte dafür erwerben kann.

Und nun?

Was sagen Sie?

War ich ich in meiner Überschrift zu harsch?

Sind die Sorgen und Bedenken, die mich umtreiben, völlig gegenstandslos?

Bitte – widersprechen Sie ruhig!

Es würde mich wirklich … sehr beruhigen, wenn ich mich irren sollte.

 

 

Die Rolle Deutschlands auf dem Wege der Weltherrschaft der USA – und seine jetzigen und künftigen Kriege

Freitag, 5.5.2017. Eifel. Trauen Sie sich noch selber zu denken? Also – so ganz allein, ohne Anleitung eines „seriösen“ TV-Kommentators? Natürlich werden Sie jetzt „ja“ sagen, denn diese Antwort ist von Schule und Staat vorprogrammiert: wir leben in einem freien, demokratischem Rechtsstaat ergo darf hier jeder denken was er möchte. Da Sie „jeder“ sind, Sie natürlich auch. Zum Beispiel über „nine-eleven“, jenen Anschlag von Osama bin Laden und seinen neunzehn Teppichmesserräubern auf die größte Militärmacht der Welt: da dürfen Sie genau dieses Märchen aus tausend und einer Nacht glauben – und zwar nur das, wer auch nur das Geringste in Frage stellt – trotz einer ganzen Reihe von Indizien – wird sofort an den sozialen Pranger gestellt. Oder „Chemtrails“. Sorry – ich habe keinen anderen Begriff für diese Spinnwebmuster am Himmel, habe aber bislang noch keine stichhaltigen Informationen darüber, dass dort ein weltweites Vernichtungsprogramm zur Auslöschung der Menschheit, zur Verfinsterung des Planeten oder zur Vergiftung der Umwelt läuft, aber schon einige Indizien dafür, dass sie nicht ganz gesund sein können … auf jeden Fall haben sie mir als Hobbyfotografen schon oft die schönsten Aufnahmen versaut … weshalb ich überhaupt erst auf sie aufmerksam geworden bin. „Chemtrails“ – nun das sind diese Kondensstreifen am Himmel, die sich auf einmal nicht mehr auflösen. Die bleiben stehen, diffundieren in die Atmosphäre und erzeugen irgendwann am Nachmittag eine flächendeckende Schicht von dünnen, häßlichen Schleierwolken. Führende Nachrichtenmagazine informieren uns darüber, dass es sie nicht gibt … obwohl der Text im Artikel etwas ganz anderes hergibt (siehe Spiegel):

„Unter den 49 Kondensstreifen-Experten bestätigten allerdings 18 (37 Prozent), dass Kondensstreifen sich heute länger am Himmel halten als zu Beginn der Flugzeugära. Das begründeten sie jedoch unter anderem damit, dass die Flugzeuge heute höher fliegen und modernere und größere Motoren haben.“

Um nichts anderes ging es mir: das war auch meine Beobachtung. Was sind das eigentlich für Experten, die dieses Phänomen nicht wahrnehmen – hiermit meine ich vor allem die anderen 63 Prozent: Menschen, die ihr Wetterlabor wahrscheinlich schon seit Jahrzehnten nicht mehr verlassen haben? Wieso bekommt man zu einem solch´ einfachen Tatbestand nicht eine einfache, klare Meinung? Machen diese größeren Motoren vielleicht auch mehr Dreck? Sollten wir uns um diesen Dreck nicht mal kümmern?

Ihnen wird jetzt schon mulmig, wetten? Wir sind an verbotene Themen gestoßen – und von diesen verbotenen Themen haben wir fast täglich mehr. Putin, Syrien, Ukraine, Terror, Gladio, Frieden – um nur einige zu nennen. Selbst sicherlich nicht als ultralinks anzusehende Intellektuelle aus den USA ist schon aufgefallen, was hierzulande so geschieht (siehe Spiegel):

„Es gibt keinen Journalismus mehr, vor allem in Deutschland nicht. Stattdessen gibt es Aktivismus. Journalisten berichten nicht mehr, was geschieht, sondern was wir denken sollen.“

Wirkt schrecklich wahr dieser Satz, oder? Und wehe, jemand wagt es, den Bütteln des richtigen Denkens zu widersprechen: ein Shitstorm der Extraklasse wird über ihn hereinbrechen, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat, er wird „rechts“ geschimpft werden (so als ob Angela Merkel Kommunistin wäre, dieses „rechts“ ist 2017 gleichbedeutend mit dem „links“ der siebziger Jahre – also eine völlig wert- und inhaltslose Wertung). Aber keine Sorge, lieber Leser, ich werde Sie nicht weiterhin in Versuchung führen, unerlaubtes Denken zu praktizieren: das war nur eine Vorwarnung, die ich für nötig hielt, um Sie zu sensibilisieren: was ich Ihnen gleich darlegen werde, ist geeignet, diese Themen noch zu übertrumpfen: also überlegen Sie gut, ob Sie weiterlesen wollen … Sie werden noch viel weiter über die Grenzen des erlaubten Denkens hinausgehen müssen, um folgen zu können. Trauen Sie sich das? Oder geben Sie sich lieber zufrieden mit den seichten Wichtigkeiten, die Ihnen die Medien präsentieren … als ob das Schicksal der Menschheit davon abhinge, welche Promiehen mal wieder gescheitert sind, wer für vier Minuten Schlagersuperstar wird, welche Reisetipps jetzt völlig „in“ sind oder wie „Ihr“ Bundesligaverein gespielt hat. Täuschen Sie sich nicht: diese Überflutung mit „Shitnews“ macht schon Sinn, sie überfordert ihr Hirn, ihre Aufmerksamkeit und ihre Fähgkeit, logische Schlussfolgerungen aus den Informationen zu ziehen: Infomüll hat keine Logik, der man folgen kann … er müllt nur die Nachrichtenkanäle zu, damit Sie als demokratischer Souverän dieses Landes handlungsunfähig sind … also genau so, wie man Sie haben will.

Würde man Sie nicht für so unglaublich gefährlich halten (Sie könnten versehentlich mal eine Partei wählen, die nicht nur von Änderungen redet sondern sie durchführt – wie Island, das den Banken jetzt die Möglichkeit der Geldschöpfung nehmen will – siehe Forschung und Wissen), würde man sich nicht so viel Mühe geben, sie gezielt zu verblöden … mit Müllshows, Müllmusik, Mülltexten, Müllnahrung und Müllparolen. Wer sind diese „sie“?

Nun – jene Menschen, die dem amerikanischen Imperium treu dienen und seine weltweite Herrschaft ausbauen wollen – mit Ihrer Hilfe. Nein, keine Sorge: jetzt kommen keine Verschwörungstheorien. Nur ein paar Zitate von Zbigniew Brzeniski aus seinem Werk: „Die einzige Weltmacht. Amerikas Strategie die Vorherrschaft“ (4. Auflage 2017, Koppverlag … ja, der „böse, rechte Verlag“ hat als einziger dieses zentrale Werk der us-amerikansichen Geostrategie aufgelegt – schon deshalb gehört er verboten, glaube ich, weil das ja im Prinzip „Geheimwissen“ ist).

Es würde schon reichen, wenn Sie den Titel ernst nehmen. Die USA als erstes, weltweites Imperium – als Nachfolgemacht des römischen, chinesischen, mongolischen und britischen Imperiums. Brzezinski denkt nicht als Mensch, er denkt als Geostratege – was ein Mensch ist, der so tut, als seien Länder Wesen mit Charakter anstatt künstliche Konstrukte der Vergangenheit. Und diese Wesen befinden sich in einem irren Wettstreit durch die Geschichte hindurch … so wie zum Beispiel Deutschland, wobei es erschreckenderweise egal ist, ob Deutschland von einem realitätsblinden Kaiser, einem größenwahnsinnigen Diktator oder einer negativcharismatischen Mutti aus Ostdeutschland regiert wird. Ja – sowas stört „Geostrategen“ nicht viel, weil es ändert nichts an dem Verhalten des Landes gegenüber seiner Umwelt:

„Napoleon soll einmal gesagt haben, dass man über die Außenpolitik eines Landes Bescheid wisse, wenn man dessen geographische Lage kenne“ (a.a.O., Seite 54) – das ist alles, was man wissen muss. Kein Wunder, dass in dem historischen Abriss des Geostrategen die französische Revolution oder Adolf Hitler keine Rolle spielen: die Führer eines Landes werden sicher immer den Bedingungen der geographischen Lage beugen. Ob das stimmt, sei mal dahin gestellt: wichtig ist nur zu wissen, dass einflussreiche Geostrategen so über „Länder“ denken – und dieses Denken zu erschließen und zu verstehen ist wichtig, um die Politik der Gegenwart und Zukunft zu verstehen (und zu verstehen, warum es nichts nützt „Grüne“ ins Parlament zu wählen, selbst wenn sie aus der Friedensbewegung stammen … einer Bewegung, die ein wichtiges Mittel imperialer Politik lähmen will: das Militär … was natürlich gar nicht geht).

Wir erfahren auch, worum es wirklich geht … in der Politik der letzten und nächsten hundert Jahre:

„Wer über Osteuopa herrscht, beherrscht das Herzland. Wer über das Herzland herrscht, beherrscht die Weltinsel. Und wer die Weltinsel beherrscht, beherrscht die Welt“. (a.a.O., Seite 54, hier zitiert B. den Briten Mackinder, dessen Ideen auch die Nazis inspierierten … und jetzt die Berater von US-Präsidenten).

Mehr bräuchten Sie eigentlich nicht wissen – den Rest könnten Sie sich selber denken … wenn Sie noch selber denken würden und nicht nur die Parolen der Journaille nachplappern würden. Herzland? Nun: das ist Mittelosteuropa. Die Weltinsel? Der euro-asiatische Riesenkontinent. Kaufen Sie sich mal eine Landkarte und schauen selber nach … dann verstehen Sie die Gründe für die unsinnige, gefährliche und hinterhältige Nato-Osterweiterung, die zur Kontrolle des Herzlandes wegen dem Zugriff auf die Weltinsel unverzichtbar ist.

Brauchen Sie schon eine Pause? Fürchten Sie, wir kommen jetzt zu Verschwörungstheorien? Nein – wir kommen nur zum Herzen der Grundüberzeugungen der US-Politik, die 1997 zum ersten Mal veröffentlicht wurden und Ihnen eigentlich alle Fragen beantworten können, die Sie sich über politische Entwicklungen der letzten Jahre gestellt haben. Sie werden überrascht sein, welche großen Akteure der US-Denker im eurasischen Raum ausgemacht hat:

„Unter den gegenwärtigen globalen Gegenbenheiten lassen sich mindestens fünf geostrategische Hauptakteure und fünf geopolitische Dreh- und Angelpunkte auf der neuen politischen Landkarte Eurasiens ermitteln. Frankreich, Deutschland, Russland, China und Indien sind die Hauptakteure“

„Die Ukraine, Aserbaidschan, Südkorea, die Türkei und der Iran stellen geopolitische Dreh- und Angelpunkte von entscheidender Bedeutung dar“ (a.a.O., Seite 59)

Sind Sie nun überrascht? Nun – Sie waren wahrscheinlich auch 2013 überrascht, als Ihnen Jakob Augstein eine unangnehme und unverständliche Wahrheit präsentierte (siehe Spiegel):

„Die Amerikaner überwachen rund 500 Millionen deutsche Datenverbindungen im Monat, sie behandeln uns wie einen Feind. Wir alle sind Opfer des größten Spionageskandals aller Zeiten.“

„Ähnlich eifrig wie in China, dem Irak und Saudi-Arabien überwachen die Amerikaner in Deutschland. Genau 50 Jahre nach Kennedys Ich-bin-ein-Berliner-Rede müssen wir einsehen: Wir sind ein Ziel, keine Verbündeten.“

„Aus den jüngsten Enthüllungen lernen wir mit Schrecken, dass in den USA nicht nur das Verhältnis von Sicherheit und Freiheit in Schieflage geraten ist. Es ist viel schlimmer. Es geht den Amerikanern längst nicht mehr um Sicherheit. Es geht um Kontrolle. Als es die Stasi noch gab, haben ihre Agenten Geruchsproben von ihren Gegnern gesammelt. Das haben die Amerikaner nicht nötig. Sie müssen nicht unter unseren Achseln schnüffeln. Ihre Algorithmen erlauben es ihnen, in unseren Kopf zu kriechen. Sie kennen unsere Vergangenheit, und sie wollen unsere Zukunft ausrechnen. Sie streben die totale Kontrolle an – über jeden einzelnen von uns. Dieses Bestreben macht ausgerechnet das Land, das wie kein anderes auf der Welt für die Freiheit des Einzelnen stand, zu einem totalitären Staat.“

Putzig, diese Empörung des Jakob Augstein, oder? Hätte er Brzezinski gelesen: er wüßte, dass die NSA gar keine andere Möglichkeit hat als uns abzuhören. Wir gehören zu den tributpflichtigen Vasallenstaaten … was vielleicht das wahre Grund dafür ist, dass ein Wolfgang Schäuble der Welt erklärte, dass Deutschland seit 1945 niemals mehr souverän war (siehe Handelsblatt). Für die USA sind wir einer der geostrategischen Hauptakteure beim Kampf um das Herzland … und wir dürfen absolut nicht aus der Reihe tanzen, wenn sie die Herrschaft über die Weltinsel anstreben … die ohne Deutschland unmöglich wäre aber durch die brave Osterweiterung von Nato und EU schon einen guten Schritt vorangekommen ist.

Gab es übrigens Konsequenzen aus diesem NSA-Skandal (die ja sogar das Handy der Kanzlerin abgehört hatten)? Nein. Wie auch: das Imperium kontrolliert jede kleine Regung in Deutschland, es gilt in Reih´ und Glied zu marschieren: „Antiamerikanismus“ gilt als größte Sünde … als wäre „Amerikanismus“ eine Tugend. Aktuell machen selbst US-Konzerne bei der Bespitzelung mit (siehe Heise), Widerstand gegen den Willen des Imperiums zur Weltherrschaft ist zwecklos, seine Macht größer als die jedes Imperiums zuvor … und nicht nur aus militärischen Gründen.

„Kurz, Amerika steht in den vier entscheidenden Domänen globaler Macht unangefochten da: Seine weltweite Militärpräsenz hat nicht ihresgleichen, wirtschaftlich gesehen bleibt es die Lokomotive globalen Wachstums, selbst wenn Japan und Deutschland in einigen Bereichen eine Herausforderung darstellen mögen; es hält seinen technologischen Vorsprung in den bahnbrechenden Innovationsbereichen, und seine Kultur findet trotz einiger Missgriffe nach wie vor weltweit, vor allem bei der Jugend, unübertroffen Anklang. All das verleiht den Vereinigten Staaten von Amerika eine Schlagkraft, mit der es kein anderer Staat aufnehmen könnte“. (a.a.O., Seite 40)

Militär, Wirtschaftskraft, Innovationskraft und eine coole Kultur: die größte Macht der Welt. Ohne sie hätten wir kein Amazon, kein E-Bay, weder Disney noch Cola, ja noch nicht mal Internet, keine Jeans, keine Rockmusik, keine Hamburger, keine coolen Serien im Fernsehen und keine optisch immer brillianteren Spielfilme. Sie könnten auf ihre Flotte verzichten und wären immer noch Supermacht – aber wozu verzichten, wenn man alles haben kann. Alles auf Pump (siehe Haushaltssteuerung) und dank einer beliebig nachdruckbaren inoffiziellen Weltwährung – dem Dollar.

So – jetzt wissen Sie genug. Hans-Dietrich Genscher hat übrigens das Vorwort zu diesem Klassiker der Verschwörungstheorie geschrieben … wozu das lange nicht erhältliche Werk sicherlich bald werden wird. Jetzt wissen Sie, warum die Amerikaner (und wir) wählen können was sie wollen und trotzdem immer dasselbe bekommen, Helmut Schimdt hat empfohlen, es ernst zu nehmen … womit ich ihm hiermit folgen möchte.

Zwanzig Jahre ist es alt – und schauen Sie mal, wie sich die Welt seitdem entwickelt hat. Denken Sie nur an die Ukraine. Wissen Sie, was wir dazu bei Brzezinski lesen können?

„Die Ukraine, ein neuer, wichtiger Dreh- und Angelpunkt, weil Ihre bloße Existenz als unabhängiger Staat zur Umwandlung Russlands beiträgt. Ohne die Ukraine ist Russland kein europäisches Reich mehr. Es kann trotzdem nach einem imperialen Status streben, würde aber dann ein vorwiegend asiatisches Reich werden, das aller Wahrscheinlichkeit nach in lähmende Konflikte mit aufbegehrenden Zentralasiaten, die den Verlust ihrer erst kürzlich erlangten Eigenstaatlichkeit nicht hinnehmen und von den anderen islamischen Staaten im Süden Unterstützung erhalten würden.“ (a.a.O., Seite 65).

Toll, dass die Ukraine – unter anderem durch massive Arbeit der CDU-nahen Konrad-Adenauerstiftung (siehe Spiegel) – nun für Russland verloren scheint … mal abgesehen von der Krim. Aus geostrategischer Sicht war die Annektion der Krim die einzige Möglichkeit, das völlige Herausdrängen Russland aus dem europäischen Raum zu verhindern – selbst wenn es dadurch zu einem Krieg kommen würde.

Zwanzig Jahre später sieht die Welt anders aus – und Teile des Werkes Brzezinskis wirken wie Gestalt gewordene Utopien. Hätte … zufällig, wie die heutige Parole lautet … Osama bin Laden nicht die USA angegriffen … es wäre kaum möglich gewesen, dass Imperium so schnell so weit auszuweiten. Dadurch wurde aber alles möglich – auch die weltweite Stationierung an den von Brzezinski definierten drei strategischen Fronten, die bedeutsam sind für die Eroberung der Weltinsel: die Ukraine, Afghanistan/Syrien/Irak und … Nordkorea. Zufällig … Orte wo es 20 Jahre später brennt. Und die Westpresse macht fleißig mit.

Nebenbei bemerkt: es sind nicht nur ein paar „Schurkenstaaten“, die da im Visier der Weltherrscher sind. Auch Sie sind da mit im Fokus … ja: Sie ganz persönlich – sofern Sie nicht dem Imperium durch Ausbeutung ihrer Mitmenschen so sehr dienen, dass man ihnen ein paar Millionen zuschanzt. Die Grundlage jedes Reichtums – das wussten schon Babylonier, Griechen, Römer, Chinesen und Mongolen sowie die Briten ist die Gratisarbeit der Armen – und darum muss zur Stabilisierung des Imperiums der Sozialstaat fort:

„Die Krise der politischen Glaubwürdigkeit und des Wirtschaftswachstums, die Westeuropa zunehmend zu schaffen macht – und die es nicht zu überwinden vermag -, ist in der alle gesellschaftlichen Bereiche erfassenden Ausweitung des sozialstaatlichen Systems, das Eigenverantwortlichkeit kleinschreibt und Protektionismus und Engstirnigkeit begünstig, tief verwurzelt. Die Folge ist kulturelle Lethargie, eine Kombination von eskapistischem Hedonismus und geistiger Leere…“ (a.a.O., Seite 95).

Hartz IV kommt direkt aus den USA: Anweisung des Imperators. Deshalb unternimmt in Deutschland auch niemand ernsthaft den Versuch, es abzuschaffen. Der Sozialstaat an sich ist Feind des Imperiums, er schadet unserer „Vitalität“, unserer Kriegslust und unserer Position als Speerspitze der USA an der Westfront der Weltinsel.


Noch ein Wort zum Schluss: sollten jetzt „Reichsbürger“ aufmarschieren und diesen Aufsatz dazu nutzen, die „fortdauernde Besetzung Deutschlands durch die USA“ zu behaupten, so kann ich nur sagen: die haben den Knall nicht gehört. Das Megaimperium braucht keine Besatzungstruppen, um sich Länder gefügig zu machen.

Brzezinski ist wahrscheinlich kein böser Mensch – nur scheinen seine Gedanken eine Inspiration für jene zu sein, die mit ihrem Kapital großzügig die US-Politik subventionieren, damit ihre Milliarden stetig weiter wachsen. Und das sind – liebe Reichsbürger – keine Juden. Er soll ja sogar den Begriff „Tittytainment“ erfunden haben, mit der 80% der bald arbeitslosen Weltbevölkerung unterhalten werden sollen (siehe Wikipedia): zur Veranschaulichung dieses Begriffes schalten Sie bitte zu einer beliebigen Zeit ihren Fernseher auf ein beliebiges Programm.

Wir werden nicht nur Krieg bekommen … wir haben jetzt schon Krieg. Wir reden nicht darüber, aber deutsche Truppen sind an der Südwestfront des Angriffs auf die Weltinsel im Einsatz (Afghanistan, Syrien – wo wir direkt mitverantwortlich für Massaker sind, siehe Tagesschau – und Irak … wo kürzlich ein deutscher Jagdbomber notlanden musste – siehe Zeit). Russland bereitet atomare Schläge gegen polnische und deutsche Ziele vor (siehe Spiegel), während deutsche Truppen an der Westfront (aus Sicht der Weltinsel) bis nach Lettland vorgedrungen sind; Bundeswehreinsätze sollen allmählich dem Parlament entzogen werden (siehe Frankfurter Rundschau), die Rückkehr der Wehrpflicht für den Einsatz eines Millionenheeres Richtung Moskau wird ins Gespräch gebracht (siehe ntv), zufällig haben wir ca. eine Million Migranten im Land, deren militärische Verwendung kurz nach ihrem Eintreffen schon diskutiert wurde (siehe Zeit) … eine passende Verwendung für heimatlose Menschen, die hier kurzfristig kaum wirtschaftlich Fuß fassen können (siehe Bericht der OECD z.B. bei evangelisch) – während Millionen von Kindern in Syrien ohne jede Hilfe vor sich hinvegetieren (siehe Zeit).

Nun – lieber Leser – wissen Sie Bescheid über die Hintergründe der sonderbaren politischen Verwerfungen der Gegenwart, wissen, wieso es egal ist, wer hier regiert (oder in Russland, das allein aufgrund seiner Lage „Feind“ bleibt, auch wenn die Kommunisten fort sind), wissen, warum der Frieden nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion dann doch ausgeblieben ist. Der neue Weltkrieg begann im Jahre 2001, „und wiederum haben radikale Kritiker argumentiert, dass das Weiße Haus das Attentat vom 11.September, den größten terroristischen Anschlag der Geschichte, aus geostrategischen Gründen manipuliert habe“. Ob dies so war, kann heute nicht abschließend beurteilt werden“. (Daniele Ganser in: Nato Geheimarmeen in Europa, Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung, 7.Auflage 2014, Seite 382).

Und wenn Sie wirklich vorhaben, etwas dagegen zu unternehmen dass Ihre Kinder und Enkel in Steppen Eurasiens Menschen töten und selbst getötet werden, sollten Sie daran denken, dass immer noch nicht klar ist, wie viele dieser Geheimarmeen es noch gibt. Vielleicht – gehört ihr Nachbar dazu. Auf jeden Fall werden entscheidende Stellen in den USA sofort mitbekommen, wenn Sie mit anderen Menschen über Pläne reden, die die Herrschaft des Imperiums in Frage stellen. Ach was – das wissen Sie ja: Kritiker werden schon heute verfolgt. Schauen Sie sich nur an, mit welchen hahnebüchenen Unterstellungen und gehaltslosen Übertreibungen die – stetig an Lesern verlierende – FAZ die „Söhne Mannheims“ angreift … letztlich wegen – bitte nicht lachen – „Antistaatlichkeit“ (siehe FAZ). Früher musste man für solche Bezeichnungen schon zur RAF gehören, heute reicht es, wenn man … auch nur verdeckt … die Macht des Imperiums herausfordert.

Und bevor jetzt jemand hier „Verschwörungstheorie!“ blökt, empfehle ich, Brzezinski selbst zu lesen. Der ist halt … Verschwörungspraktiker – neben Kissinger der einflussreichste in den USA.

Ich selbst übrigens … mag die USA. War ja gelegentlich mal da. Dort leben nette, freundliche, hilfsbereite Menschen. Aber … halt nicht nur.

 

 

 

 

DIE GRÜNEN – das verdiente Ende einer überflüssigen Partei

Freitag, 29.4.2017. Eifel. Ja, was waren das für Zeiten – Ende der siebziger Jahre. Die Gesellschaft war im Umbruch. Ganz große treibende Kraft: die Musik – besonders die „Negermusik“ mit „Stromgitarren“. Aber es gab noch mehr: ein Erwachen an Spiritualität, an Verantwortungsgefühl für den ganzen Planeten, zunehmen mehr Menschen wurde klar: es ist unwichtig, ob die Fabrik vom kapitalistischen Ausbeuterbaron der Union oder vom Kommissar der KPD geleitet wird: die Fabrik musste weg, sie verseuchte den Lebensraum ganzer Generationen. Es war ja damals auch eine gefährliche Zeit: gegen Kapitalismus zu sein war verboten und führte per Berufsverbot schnell zur Arbeitslosigkeit, überhaupt war echtes „links-sein“ gefährlich, damals war man dann sofort ein „RAF-Sympathisant“ so wie man heute bei jeder Kritik an staatlichem Handeln ganz schnell „rechts“ wird (…also ob „links sein“ in diesem Land jeweils „gut“ war). Darum war es elegant, den Protest gegen die Nato, gegen die Atommeiler, gegen die grassierende Umweltzerstörung auf einer bislang unbeobachteten Flanke durchzuführen: dem Kampf um die Umwelt. Das verunsicherte das Establishment (das sich gerade positionierte, um die Oberherrschaft über die Musikkultur wieder zurück zu gewinnen – was heute zu 95% gelungen ist), war man sich doch nicht klar, ob „Umweltschutz“ nicht vielleicht doch irgendwie „antiamerikanisch“ war – oder vielleicht sogar irgendwie „links“.

Man konnte derzeit interessante Beobachtungen machen: es ging das Gerücht herum, dass Wale intelligent seien … und die Aktivitäten des Greenpeaceschiffes wohlwollend begleiteten. Die große Liebe meines Lebens brach damals zu einer Wochenendreise zu einem Bauernhof auf (heute würde man sagen: Öko- oder Biohof), wo der Kohl nach Mondzyklen gepflanzt wurde: ich war sehr interessiert an den Ergebnissen – leider starb mein großer Schwarm auf dieser Reise bei einem Autounfall – kam nie am Zielort an. Es gab diese erstaunlichen Berichte vom schottischen Dorf Findhorn, wo Biologen und Theologen aus aller Welt anreisten, um einem Mysterium auf die Spur zu kommen: auf kargstem Boden wuchsen dort Riesenkürbisse … weil man mit Naturgeistern sprach. Der amerikanische Ethnologe Carlos Castaneda brachte der Welt die spirituelle Sichtweise indigener Völker nach (wobei es egal ist, ob er es selbst erlebt hat oder es eben nur aus den alten Schriften über die Indianer herausfilterte), in Deutschland reagierte die wissenschaftliche Welt positiv auf diese Veröffentlichungen, mit seinen Werk „Der Wissenschaftler und das Irrationale“ vereinte Hans-Peter Duerr Dutzende von Wissenschaftlern, die Beobachtungen gemacht hatten, die das materialistische Weltbild des Kapitalismus massiv in Frage stellten – und so seine Wurzeln angriffen. Es ging nicht nur um ein „kleines bischen Umweltschutz“ (Dosenpfand) – es ging um eine ganz andere Art zu leben, eine Art, die den nichtmenschlichen Lebewesen auf diesem Planeten auch noch eine Chance gab, das nächste Jahrtausend zu überstehen.

Es gibt sie auch heute noch, diese Informationen, die unser pseudowissenschaftliches, kapitaldogmatisches Weltbild in Frage stellen – zum Beispiel die Existenz von Pilzen, die zwei Milliarden Jahre älter als erlaubt sind und ohne Licht und Sauerstoff überleben konnten (siehe Grenzwissenschaften) … was zeigt, das älteste menschliche Vorstellungen von „Leben“ als eigenständigem Element (in China neben Feuer, Wasser, Erde und Luft als „Holz“ beschrieben) der Wahrheit näher kommen als der barbarische Steinzeitmaterialismus der Moderne, der aber unabdingbar zum Betriebssystem des umweltvernichtenden Kapitalismus gehört. Was aus diesem Fund folgert? Nun – wir dürfen mit einem Universum voller Leben rechnen, dass sich überall – aus eigener Kraft – manifestiert. Da wir ein sehr junger Planet sind, wird es wahrscheinlich, dass „dort draußen“ Zivilisationen existieren, die Milliarden von Jahren älter sind als wir – und deren Technik uns so unbegreifbar ist wie dem Neandertaler ein I-Phone. Ja- damals behandelten wir im Philosophiestudium die Intelligenz von Walen und Delfinen – gemäß den Definitionen der Philosophie waren sie als intelligent anzusehen, gemäß den Definitionen des Kapitalismus waren sie nur verwertbare Biomasse … woran Sie schon jetzt erkennen können, welche Qualifikationen ein Biologe haben muss, um eine Festanstellung in der Industrie zu bekommen.

Aus dieser gewaltigen, die ganze Republik umfassenden Gegenbewegung erwuchsen bald die GRÜNEN – eine Partei, die der politische Arm der alternativen Kultur sein sollte, eine Partei, die den Satz „Mehr Demokratie wagen“ (Willy Brandt, SPD) in die Realität umsetzen wollte: Basisdemokratie war gefragt, alternativ zu Ämterhäufung und Machtkonzentration.

Und heute – 37 Jahre nach ihrer Gründung: sind die Grünen am Ende. Es ging schnell. Innerhalb nur eines Jahres verloren die Grünen zwei Drittel ihrer potentiellen Wähler, aktuell drohen sie aus den ersten Landsparlamenten (NRW) zu fliegen. Die Hälfte der deutschen Wähler könnte insgesamt ganz auf die Partei verzichten (siehe Mopo) – und schaut man genauer hin, versteht man auch warum (siehe Basisgruen):

„Zu Beginn machten Studenten einen Großteil der Grünen aus. Daher galt die Partei nach ihrem Einzug in verschiedene Landesparlamente und den Bundestag als Nachfolger der sogenannten Außerparlamentarischen Opposition (APO) auch 68er-Bewegung genannt. In den Anfangsjahren sahen auch viele Erwerbslose und Hausbesetzer ihre Interessen von den Grünen vertreten.

Heute stellen Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes mit rund 45 Prozent fast die Hälfte aller Parteimitglieder von Bündnis 90/Die Grünen. Hinzu kommen jeweils etwa ein Viertel Freiberufler und Angestellte. Lediglich vier Prozent stammen aus der Arbeiterschaft.“

Die Grünen sind … die Partei der Staatsdiener geworden. Eine Partei von Bessermenschen, deren Mitglieder vor allem eins im Sinn haben: aus der Position der wirtschaftlichen Gewinner des Kapitalismus heraus andere als unvollkommene Untermenschen zu definieren, weil sie Fleisch essen, Diesel fahren oder kein Haus mit steuerlich subventionierten Solarzellen auf dem Dach haben … und kein Geld für Einkäufe im Bioladen (siehe Bpb):

„Seit Gründung der GRÜNEN hat sich das Alter ihrer Wählerschaft geändert: Von 80 Prozent ist der Anteil der unter 35-Jährigen auf 10 Prozent gesunken. Auch die soziale Zusammensetzung hat sich gewandelt. Die Wähler der Partei haben überdurchschnittlich hohe Einkommen und sind vornehmlich im Dienstleistungs- und Bildungsbereich beschäftigt.“

Koalitionen mit dem „Klassenfeind“ – der Banken- und Kapitalpartei CDU – sind inzwischen nicht nur möglich, sondern sogar ausdrücklich erwünscht – und sie funktionieren auch gut … wie man in Hessen und Baden-Würtemberg sieht.

Die Ergebnisse grüner Politik? Das größte Artensterben seit den Dinosaueriern (siehe ntv), wobei als Ursache gerne „der Mensch“ genannt wird – und nicht der Moloch Kapitalismus mit seiner eindimensionalen „Macht-euch-die-Erde-untertan“-Wissenschaft. Menschen an sich – das beweisen die indigenen Stämme – können sehr wohl mit der Natur in Einklang leben; wo Natur jedoch nur aus geistlosem Urschlamm hervorgekrochene Biomasse ist,  kann man bedenkenlos frei schalten und walten: völlig ohne Hirn und Verstand. Das Umweltbundesamt sieht inzwischen das Artensterben noch nicht mal mehr als Problem an, in seinen Datensammlungen (siehe Umweltbundesamt) sucht man vergeblich nach dem Feldhamster – so vergeblich wie auf unseren Feldern. Unglaublich, oder? Es dreht sich alles nur noch um das Einfamilienhaus des Grünbonzen: es will für sich möglichst saubere Luft, gesundes Essen, ein feines Gewissen und einen SUV der Marke Audi – uninteressant sind die 1,7 Millionen Kinder, die jedes Jahr an Luftverschmutzung sterben (siehe Zeit), die Tatsache, dass unsere Umweltgifte jetzt schon in 10000 Metern Tiefe die Fische vergiften (siehe Zeit) oder das der kapitalistische Lebensstil selbst einzig und allein Ursache für das ökologische Desaster ist und zu neuen Herrenmenschentypen führt, wie wir sie aus der Kolonialzeit kennen (siehe Zeit):

„Je freizügiger und egozentrischer sich die Abkömmlinge der konsum- und technikaffinen Kulturen aufführen, desto überlegener dürfen sie sich fühlen, und desto gedemütigter stehen die Zurückgebliebenen da. Kulturen, die an traditionellen, zumal religiösen Maßstäben ausgerichtet sind, verlieren jeden Schutz davor, ihren Modernisierungsrückstand vorgeführt zu bekommen“

Der pseudogrüne Herrenmensch zeigt sich als besonders widerlicher Verwandter des alten Kolonialherren und seines Schwagers, des Industriebarons. Er sieht sich gerne in der Rolle als Ankläger und Lehrmeister der ganzen Nation, jagt die Fleischesser mit besonderer Niedertracht … vergisst aber ganz zu erwähnen, dass die Zustände in der Massentierhaltung im Prinzip erstmal nichts mit dem Fleischkonsum zu tun haben, sondern mit der industriellen Mechanisierung der Nahrungsmittelproduktion. Hier würde man aber die Wurzeln das Kapitalismus angreifen … wer möchte das schon wirklich. Nachher streichen die Arbeitgeber wohldotierte Pöstchen für verrohte Grüne. Verroht? Ja – das kommt von der Ex-Grünen Jutta Ditfurth, die die Grünen als „Partei der vorrohten Mittelschicht“ ansieht – und uns darüber aufklärt, warum das so ist (siehe Spiegel):

„Die Täuschung irgendwie „anders“ zu sein gelingt nur, weil die heutigen grünen Wähler getäuscht werden wollen und selber täuschen. Die Grünen sind die Partei der gehobenen und auch der verrohenden Mittelschicht. Man attestiert sich wechselseitig ein alternatives Image. Mittvierziger in gutbezahlter Position mit zwei Kindern, Eigenheim, Vermögen, Aktien und regelmäßigen Flugreisen, die die Grünen wählen, weil sie schick sind, werden sich von mir nicht davon überzeugen lassen, dass die Grünen keine soziale Partei sind, weil sie das gar nicht interessiert.“

Wir erfahren sogar noch mehr von den Dimensionen des grünen Verrats an den eigenen Idealen … und dem knallharten Willen unserer Leitkultur, alle politischen Alternativen in Europa umgehend zu kontrollieren:

„Özdemir war 2002 nach der Bonusmeilen-Affäre und dem Skandal um einen Privatkredit, den er von dem PR-Berater Hunzinger bekommen hatte, eine Zeitlang aus der deutschen Öffentlichkeit verschwunden. Er war in den USA, gefördert vom German Marshall Fund, und hat eine Art Zusatzausbildung gemacht. Danach folgte der steile politische Aufstieg – und plötzlich sitzt er in allen möglichen Gremien, die immer etwas damit zu tun haben, wie sich Europa und Deutschland zu den USA verhalten. Im Oktober 2010 veröffentlichte Wikileaks rund 400.000 Geheimdokumente zum Irak-Krieg. Das fand Cem Özdemir ethisch bedenklich. Aber die Grünen waren mal für Transparenz!“

Klingt irgendwie nach „Verschwörungstheorie“ … allerdings ist „Verschwörungstheorie“ ja nur ein Terminus Technikus für „verbotene Wahrheiten“ – an die wir uns längst gewöhnt haben. Noch eine Wahrheit aus dem Hause Ditfurth (… die ja selber gerne Verschwörungstheoretiker jagt)? Gerne, aus gleicher Quelle:

„Ich habe die Einflussnahme der US-Regierung auf hiesige Politiker ja selbst erlebt: Als ich Bundesvorsitzende der Grünen war, wollte das US State Department Kontakt zu mir aufnehmen. Ich sagte: kein Interesse. Bei meiner Vortragsreise 1987 durch die USA haben sie es trotzdem versucht. In der Georgetown University in Washington stand ich plötzlich vor einem geladenen Publikum – darunter jede Menge Uniformträger und CIA-Mitarbeiter. Wir haben uns lautstark gestritten – ein ehemaliger Stadtkommandant von Berlin brüllte los: „Wenn wir gewollt hätten, hätte es die Grünen nie gegeben!“ Mein Gastgeber von der Universität versuchte nach der Veranstaltung, mich dazu zu überreden, an einer Studie über die Grünen mitzuschreiben. Da hätten auch schon andere Grüne zugesagt – „gute Freunde“ wie Otto Schily und Lukas Beckmann.“

„An einer Studie mitschreiben“ heißt auf Deutsch: Geld nehmen. Jetzt führt der Mann mit der unklaren Anbindung an ausländische Machtapparate die Grünen … und es wird einem fast schon übel, wenn man liest, wo er sich so herumtreibt (siehe Deutsch-türkische Nachrichten):

„Cem Özdemir gehört zu den wichtigsten deutschen Unterstützern der neokonservativen US-Denkfabrik „Project for a New American Century“ (PNAC). Die wichtigsten Mitglieder des PNAC sind unter anderem Dick Cheney, Donald Rumsfeld, Paul Wolfowitz oder auch der Ex-CIA-Chef James Woolsey.“

Was man da nicht alles erfährt: Abschaffung des Kündigungsschutzes – für Grüne kein Problem, Abschaffung des Antidiskriminerungsgesetzes – Grüne voll dabei; Jagd auf Wikileaks – der Cem ist ganz vorne mit dabei – zum Schutz der geopolitischen Ziele der USA … weshalb der gute Cem auch mit dem Baron von Guttenberg einer Meinung war, dass Deutschland sich an der Zerstörung des lybischen Staates hätte beteiligen sollen.

Er tritt damit in die Fußstapfen eines ganz großen Grünen – Joschka Fischer – der die Grünen in den Krieg gegen die Armen im In- und Ausland geführt hat, einen Krieg, den der deutsche abhängige Eigenheimbesitzer nur zu gern führt, hält er ihm doch die lästige Konkurrenz vom Markt: im Ausland wurde Jugoslawien bombardiert (begleitet durch eine kriegslüsterne Medienkampagne in Deutschland, die auch mal zu platten Lügen griff – siehe Nachdenkseiten), im Landesinneren wurde der Krieg „Reich“ gegen „Arm“ vom Zaun gebrochen, in dem man einfach mal den Spieß umdrehte und den Arbeitslosen selbst dafür verantwortlich machte, dass sein Stahlwerk abgebrochen, seine Autofabrik geschlossen oder seine Drogeriekette bankrott gegangen war. Er selbst war auf einmal verantwortlich dafür, dass die Konzerne lieber Kinderarbeit in Asien in Anspruch nahmen anstatt Qualitätsarbeit aus deutschen Landen: der grüne Herrenmensch brauchte keine Arbeiter, er wurde ja von den Herren gewählt, die peinlich darauf achteten, sich ein Werteuniversum zu schaffen, in dem sie – vegan, kosmopolitisch, amerikagläubig – die Krone der Menschheit darstellten.

Ja – Joschka Fischer, der sich einer „strategischen Partnerschaft“ mit Madelein Albright rühmt (siehe Stern), jener Frau, die den Tod von 500 000 iraktischen Kindern für „akzeptabel“ hät (siehe Fembio) und von Professoren in den USA selbst als Kriegsverbrecherin gehandelt wird (siehe claremontindipendent): kein Problem für einen echten Grünen von Schrot und Korn, der bis heute nicht gegen die Aussage des RWE-Chefs vorgegangen ist, dass er ihn gekauft hätte (siehe Stern, wie oben). Für solche Grünen – die den Menschen im allgemeinen als das große Übel des Planeten ansehen – sind Massen von Toten nur gut für die Umwelt – wenn es denn ungrüne Untermenschen sind, die ihren Müll nicht ordentlich trennen und kein Geld für den grünen Bioladen haben.

Selbst aktuell erleben wir heute die andere supergrüne Führungskraft – Katrin Göring-Eckhard – als äußerst klassenkämpferisch … wahrscheinlich, ohne dass sie es noch selbst bemerkt (siehe Tagesspiegel):

„Ich habe dafür gekämpft, dass das Schulessen in die Hartz-IV-Pauschale aufgenommen wurde. Das hatte zur Folge, dass das Essen nicht mehr vom Amt bezahlt werden musste, sondern von der Familie. Leider meldeten daraufhin viele Eltern ihre Kinder vom Schulessen ab. Kinder wurden dadurch ausgegrenzt. Das war für mich eine bittere Erfahrung.“

Nun – der Hartz-IV-Abhängige ist durch reine Not gezwungen, streng betriebswirtschaftlich (wie jeder Unternehmer) zu handeln: Schulessen ist teuer (bis zu 3,90 Euro pro Mahlzeit – siehe Der Westen) … das Mittagessen allein würde den Regelsatz für Kinder (2,90 Euro am Tag) weit übersteigen, der Arbeitslose hat aber nicht nur den grünen Gnadenakt zu bedienen, sondern auch für Frühstück und Abendbrot seiner Kinder zu sorgen. Zu hohe Mathematik für die abgebrochene Theologiestudentin – aber lebensnotwendige Handlung für die Entscheider und Finanzverantwortlichen in der Bedarfsgemeinschaft. Aber man darf ja auch „bitter“ reagieren und den Armen so einfach mal ein hohes Maß an Asozialität unterstellen … weil man dank staatlicher Subventionierung ganz oben auf der Leiter steht.

Klar gäbe es noch grüne Politikfelder, die zu bearbeiten wären. Umweltschutz, zum Beispiel. Doch dafür ist die Lehrerpartei einfach zu blöde – um es mal deutlich zu sagen. Ja, es gibt ein Fahrverbot der schwarz-grünen Landesregierung für Diesel in Stuttgart, um die Feinstaubwerte zu senken (siehe Zeit). Das Schiffsdiesel jedes Jahr 60000 Menschen töten und allen die 15 größten Dieselqualmer mehr Schwefeldioxyd produzieren als alle Autos der Welt zusammen (siehe 20minch) – uninteressant. Arme haben keine Schiffe. Dass man ohne Dieselautos in Deutschland das Klimaziel unmöglich erreichen kann (siehe Spiegel): unwichtig, dass Dieselautos deutlich weniger vom seltenen Rohstoff Öl verbrauchen: egal, Hauptsache, es lebe der selbstherrliche grüne Aktionismus, der uns schon das Dosenpfand eingebracht hatte.

Zu Zeiten, wo selbst Regierungsmitglieder vor einer drohenden Oligarchie der Reichen reden (siehe Tagesspiegel), wo der Finanzwirtschaft Billionengeschenke des Steuerzahlers zu neuen Höhenflügen durch Gratisspielgeld verhelfen (siehe Spiegel), wo eine gezielt von oben angekurbelte Inflation (siehe Tagessschau) eine breitflächige Enteignung von Armen befördert, wo Feministinnen bemerken, dass die vielgeliebte Abtreibung zu einem neuen Euthanasieprogramm (zur „eugenischen Selektion“) verkommen ist (siehe Standard), dass – seltsamerweise – die Kinder der Amish in den USA … ohne Impfung … deutlich gesünder leben (ohne Allergien!) als ihre Zeitgenossen (siehe Epochtimes) und inzwischen 40 Prozent der Arbeitnehmer keine Vollzeitstelle mehr haben (siehe Spiegel) gäbe es genug Themen … weit jenseits jenes „Elektroautos“ der NRW-Grünen, das sich bei genauerem Hinsehen auch als Trugschluss erweist (siehe Tagesanzeiger) … mal abgesehen davon, dass sich kaum einer (außer Joschka Fischer) so ein Gefährt für 170000 Euro leisten kann (siehe Teslamotors).

Es wird also dringend Zeit, dass die grüne Lüge in der Versenkung verschwindet – und Platz macht für echte, bürgernahe, realitätsbewusste humane Alternativen, die nicht vom Umweltschutz sondern für den Umweltschutz leben wollen. Alternativen gibt es schon – zum Beispiel die Humanistische Friedenspartei, die echte, zeitgemäße „grüne“ Politik macht – oder die Bewegung „Demokratie in Bewegung„, die sogar zur Bundestagswahl antritt und das alte basisdemokratische Element wieder aufleben läßt.

Was immer die auch bringen: alles wird besser sein als die grüne Lügenpest, über deren Ableben vor allem SPD und CDU erschrocken sind: sie verlieren ihren besten und treuesten Partner. Und echte Alternativen sind dringend nötig: ein Drittel aller Arten sind allein in Deutschland vom Aussterben bedroht (siehe Zeit), nach dem Insektensterben („Der Trend geht zur sauberen Frontscheibe“ – siehe FAZ) folgt nun das große Vogelsterben (siehe bund) – Fakten die zeigen, wie überflüssig, nutzlos und sogar schädlich der grüne Häuslebauer und seine Partei für dieses Land und diesen Planeten geworden sind.

 

 

 

 

 

Xi bei Trump oder Mach Dich frei, Madame Butterfly!

(Autor: Till Eulenspiegel, Foto: freiebilder.org

Vor kurzem war der chinesische Präsident in Florida. Nur die Financial Times veröffentlichte danach, dass vereinbart wurde, das Außenhandelsdefizit zwischen beiden Ländern zugunsten der USA zu entspannen. Man wolle in Zukunft gut zusammenarbeiten. Nun, was hat der Schmetterling mit dieser Frage zu tun? Da gab es immer wieder vor allem Buben, die fingen Schmetterlinge und spießten sie dann auf Nadeln auf. Wenn diese Buben später Burschen wurden, dann machten sie vielleicht Listen, wie viele Mädchen sie rumgekriegt haben. Und wenn diese Burschen dann Länder regieren, dann prahlen sie damit, wie viele Staaten ihnen folgen müssen?

Was haben diese Fragen denn mit uns zu tun? Wenn heute die Beziehungen zwischen Russland und USA auf einem Tiefpunkt sind, so besteht die Gefahr Nato gegen China-Russland. Deshalb ist die Spannungslinie zwischen dem Gläubiger China und Schuldner USA, dem Produzenten China und dem Konsumenten, dem Westen, den Inhabern des „Geistigen Eigentums“ nämlich uns, und denen, die das Kopieren von „Geistigem Eigentum“ als Ehrung für den Meister (nämlich uns als die Meister) sehen, durchaus etwas, was uns interessieren sollte. Puccini hat diese koloniale Spannung zwischen Sklaven und Herren in weiser Voraussicht schon im 19 Jahrhundert in eine Oper eingebaut (siehe Wikipedia siehe auch die Oper auf Youtube). Es geht dabei um eine Tragödie, die sich zwischen  einem Gringo und einer Japanerin, die für die Ehe mit dem Gringo Familie, Tradition und letztlich sich selbst aufgibt. Der Gringo heiratete sie, geht wieder auf Reisen. Madame Butterfly hat ein kleines Kind von ihm. Sie liebt ihn treu und abgöttisch. Der Gringo kümmert sich überhaupt nicht um die Gefühle Madame Butterflys. Er kommt wieder neu verheiratet nach wenigen Jahren zurück, möchte dem Kind eine gute Erziehung in Amerika geben. Madame Butterfly, die dabei erkennt, dass er sie sitzen gelassen hat, ersticht sich.

Ja die Italiener, die haben ein hoch entwickeltes Gefühl für vieles. Bei den Auffanglagern der ins KZ zu deportierenden Menschen , da wurden die zu deportierenden Menschen in Italien von Italienern  in Schlössern sehr gut untergebracht. Erst als die Nazis dort das Kommando übernahmen, da wurde alles viel brutaler und schlechter. Wohin wanderten die Heuschreckenfonds, wohin wanderte die Globalisierung? Zur Sklavenarbeit nach Fernost. Und warum leistete die chinesische Führung am Platz des himmlischen Friedens militärischen Widerstand? (siehe Spiegel: Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens) – Weil China in Osteuropa das Inferno der Schocktherapie Gaidars unter der Beratung des Harvardökonomen Jeffrey Sachs schon absehen konnte? (siehe Berliner Zeitung:

Nach dem Vorbild der „Schocktherapie“, die der Harvard-Ökonom Jeffrey Sachs Polen verschrieben hatte, wurden zu Neujahr 1992 fast alle Preise freigegeben. Anders als in Polen führte der Schritt bald zur Hyperinflation. Liberale Niederlagen serienweise. Auch die rasante Privatisierung verlief schmerzhaft. Die Anteilscheine, die an die Bevölkerung vergeben wurden, landeten schnell in den Händen weniger. Viele Russen erinnern sich an die frühen Neunziger als eine Zeit des Hungers und der völligen Verarmung, die Sterblichkeit stieg drastisch .Insgesamt war Gaidar nur ein Jahr in der Regierung. Präsident Jelzin tauschte den amtierenden Premier im Dezember 1992 auf Druck des Parlaments durch Viktor Tschernomyrdin aus, einen ehemaligen Kombinatsdirektor. Gaidar blieb eine Hassfigur der Opposition. Der Streit zwischen Präsident und Parlament, der im Herbst 1993 mit dem Beschuss des Parlamentsgebäudes durch Panzer kulminierte, entzündete sich unter anderem an Jelzins Versuch, Gaidar erneut zum Vizepremier zu ernennen.)

Wer die überwältigende Staatsgewalt der alten Sowjetunion erlebt hat, der versteht, warum man ein so freiheitsraubendes System durch eine wirtschaftliche Radikalkur eben austilgen wollte. Doch wäre es auch möglich gewesen, zunächst einen klaren rechtlichen und menschlichen Rahmen für das Wirtschaften aufzubauen und dann mit dem Wirtschaften in kleinem Rahmen zu beginnen. Vor allem war das Sowjetsystem auf den Aufbau von Befehlsempfängern aufgebaut und nicht auf  Menschen, die mit Phantasie und Kreativität selbstständig im Wirtschaftsbereich handeln konnten. Denn eine Aktivität, die anders als sowjetisch war, wurde nicht geduldet. Nämlich von denen nicht, deren Familien dann die besten Kapitalisten wurden, wobei eben jahrzehntelang von diesen Familien ein System der Passivität bewahrt wurde und die einzigen, die aktiv werden durften, eben die oberen Mitglieder dieses Systems waren? Sehr wahrscheinlich galt das genauso für China.

Das chinesische Verteidigungsministerium hat seine Gebäude-Spitze gegen Washington gerichtet, was nach Feng Shui genau die Richtung des Feindes anzeigt  Peking setzt inzwischen Kopfgeld auf Spione aus (siehe homepage Österr.Staatsfernsehen:

„Gefährliche Liebe, Superman und ein paar Fischer: Während des ersten „National Security Education Day“ im April vergangenen Jahres veröffentlichten die Pekinger Behörden Plakate mit einem Comic, das vor „gefährlichen Liebschaften“ bzw. „schönen Ausländern“ warnte. Dargestellt ist die Geschichte einer Regierungsangestellten namens Xiao Li, die dem rothaarigen ausländischen Akademiker David verfällt und infolgedessen Geheimdokumente ihrer Arbeitsstelle übergibt. Der „schöne Ausländer“ erweist sich prompt als Spion.“

Bei uns ist das ganz anders? (siehe heise.de: BND spähte Journalisten aus)

Ist Madame Butterfly da besser beraten als die EU? Ist die EU nicht wie ein kleines Mädchen, das auf Schritt und Tritt von Papa Trump mit dem Babyphone überwacht wird? Also, Madame Butterfly (in diesem Falle China) hat schon gelernt. Sie hat aufgerüstet, sie hat aber während der Wirtschaftskrise 2007 massenhaft Dollars zur Stützung der Weltwährung gekauft. Trump handelt mit Seifenblasen und Kartenhäusern? China musste und muss hart arbeiten. Durch die Globalisierung ist die Umweltverschmutzung in den chinesischen Großstädten katastrophal. Jahrzehntelange Sklavenarbeit an Stelle von ausreichenden Menschenrechten. Gegenseitige Provokationen während des Inselstreites und immer wieder gewaltige Spannungen zwischen Nordkorea und der USA (siehe homepage Österr.Staatsfernsehen). China möchte den Nordkorea Konflikt friedlich beilegen. China versicherte Trump, bei der Ein-Kind Politik zu bleiben. Doch bleiben die Menschenrechte noch immer auf der Strecke (siehe homepage Österr.Staatsfernsehen: „Erfolg für Sicherheit – Chinas Justiz hat die jüngsten harten Urteile gegen Verteidiger der Menschenrechte im vergangenen Jahr als großen Erfolg des Rechtssystems interpretiert. In seinem Jahresbericht lobte der Leiter der chinesischen Justizbehörden, Zhou Qiang, die „schwere Bestrafung des Verbrechens der Gefährdung der Staatssicherheit“, was eine wichtige Maßnahme für die Wahrung der Menschenrechte sei“.)

Auch wenn die atomare Rüstung und auch sonstige Rüstung von Russland und China der Rüstung der NATO gewachsen wäre, hoffentlich haben sich die Pläne diesbezüglich geändert, denn einen Atomweltkrieg kann die Menschheit nicht überleben. Wie können wir gemeinsam mit Fernost eine gute Zukunft entwickeln? Durch die Idee von Menschenrechtszöllen und Ökozöllen. Warum? – Weil hier die Betriebe einem Lohngefälle und dem Unterschied bei den Gesetzen zum Schutz der Umwelt nicht standhalten können und hier Industriefriedhöfe mit vielen Arbeitslosen entstehen.

Doch streben unsere Verantwortlichen noch immer zu weiteren Freihandelszonen, z.B.  mit China, aber jetzt vor allem mit Japan. Gerade die Idee von Menschenrechtszöllen und Ökozöllen, die dem Ausmaß der Nichtbeachtung der Menschenrechte und dem ökologischen Schaden proportional sind,  dadurch hätte Madame Butterfly in der Baumwollfabrik in Pakistan, China oder Indien vollkommen andere Bedingungen. Denn wenn EU und vielleicht auch Nordamerika solche Zölle auf Waren mit Kinderarbeit, ungeregelten Arbeitszeiten, abscheulichen Arbeitsbedingungen und u.a. die Verschmutzung von Luft und Natur einhebt, dann müssten die Betriebe dort entweder gute Arbeitsbedingungen und Ökologie schaffen, oder sie müssen hohe Zölle zahlen, ja sie können die Produkte gar nicht mehr in ein „zivilisiertes Land“ einführen. Sklavenarbeit soll sich nicht rechnen! Vor allem nicht in Regionen, die den Mund sehr voll mit Menschenrechten nehmen, aber leider immer mehr darauf vergessen, wie Europa oder Nordamerika.

Auch wir könnten Madame Butterfly befreien! Damit würde die Umverteilung von den Armen und dem Mittelstand zu den Reichen auch bei uns sehr viel schwerer werden. Dadurch hätte bei uns wieder heimische Produktion eine Chance, den Arbeitnehmern und vor allem den Rentnern würde es besser gehen und  auch dem Klima würde eine erhebliche Bremsung der Globalisierung sehr gut tun (siehe homepage des österr.Fernsehens). Die Globalisierung ist für fast ein Viertel der Treibhausgase verantwortlich. Also was ist besser, Globalisierung und als Folge Weltkrieg, weil die Sklaven nicht immer Sklaven bleiben wollen, oder Menschenrechte und Rechte für die Natur überall?

2017 … das deutsche Horrorjahr

Donnerstag, 5.1.2017. Eifel. Na – gut ins neue Jahr gekommen? Ich auch, die Party war super – doch danach drohte gleich wieder Arbeit. Viel Arbeit. Weshalb ich kaum  noch zum Schreiben komme – und unsere Leser viel zu spät im neuen Jahr begrüßen kann. Viele, die mich privat kennen, wissen, dass ich ein gutes Gefühl für dieses Jahr habe. Ich gebe nicht so viel auf Gefühle zwecks Zukunftsschau – aber letztes Jahr habe ich überraschend richtig gelegen – die Jahre davor auch. Für mich – als undogmatischer Philosoph – ein interessantes Experiment: sich in Zukunftsverläufe einfühlen. Darf auch gerne scheitern, bin da – wie gesagt – völlig undogmatisch. Frage ich jedoch den Verstand – und nicht das Gefühl, das ja bekanntlich sehr trügen kann – so muss ich Ihnen eine schlechte Nachricht überbringen: uns droht – aller Propaganda zum Trotz – ein Horrorjahr. Eins das schlimmer werden wird als wir es uns vorstellen können – so wie auch 2016 schon schlimmer geworden ist, als wir es uns vorgestellt haben.

Nun gut – wir haben den heißen Krieg noch nicht. Doch er ist auch nicht weg. Im Gegenteil: als die Maschine mit dem russischen Armeechor kurz nach der Eroberung Aleppos abgeschossen wurde, hatte ich ein ganz mulmiges Gefühl, es schmeckte nach Rache einer Kriegspartei, deren Offiziere in Aleppo aufgegriffen wurden – an Orten, wo sie gar nichts zu suchen hatten, mitten unter den „Rebellen“. Rache – und ein deutliches Zeichen, so eine Art Mafiaangebot, das man nicht ablehnen kann: bis hierher und nicht weiter – sonst wird es heftig. Gleichzeitig werden US-Truppen an die russische Grenze verlegt: man hat den Eindruck, Diplomatie ist völlige Vergangenheit: blutrünstige Militärs greifen durch.

Wissen Sie, was mir dazu einfällt? Gedanken von Imanuel Kant – über „stehende Heere“. Sie wissen wahrscheinlich gar nicht, was das ist – dabei sind sie seltsamerweise inzwischen völlig normal geworden … obwohl sie allein durch ihre Anwesenheit Frieden und Wirtschaft enorm gefährden. Stehende Heere sind Armeen, die auch in Friedenszeiten unter Waffen stehen. Ja – das war nicht immer so: es gab Zeiten, der herrschte wirtschaftliche Vernunft: Heere stellte man nur auf, wenn Krieg drohte. Stehende Heere waren für die Wirtschaft völlig nutzlos (auch wenn sie heute von grenzdebilen Idioten als Wirtschaftsfaktor gepriesen werden – meistens Leuten mit Adelstitel und hohem  Militärsrang) und sogar schädlich: das Geld, das in sie floss, brachte keinen Nutzen; Soldaten wurden als nutzlose Esser angesehen, die man ohne irgendeinen Nutzen durchfüttern musste … jeder vernünftige König (und erst recht sein Wirtschaftsberater) wusste: das war ein richtiger Klotz am Bein. Dass wir diese Klötze immer noch am Bein haben, verdanken wir den Erfindern des „Feindes“, der immer und überall vor der Tür steht. Achten Sie mal drauf: wann immer Frieden droht, präsentieren Ihnen die Fürsprecher und Nutznießer stehender Heere einen Feind, der Ihnen an den Kragen will: aktuell ist es eine Welt voller islamistischer Feinde, die – welch´ Horror – oft unsichbar sind aber brutal zuschlagen: nicht auf wichtige Ziele in der Infrastruktur oder auf die Global Player der Manager der „stehenden Heere“, sondern … auf harmlose Zivilisten (sinnvolle Gedanken hierzu: siehe Heise).

Ja: stehende Heere fressen nicht nur völlig unnütz … sie können auch eine Eigendynamik zum Selbsterhalt gewinnen. Sogar – man höre und staune – in aufgeklärten Demokratien.

Ein Teil der Eigendynamik liegt natürlich darin begründet, dass jedes stehende Heer vom Nachbarn sofort als Bedrohung empfunden wird – und er auch eins will, weil der Faschist, die linke Sau, der Moslem oder der Türke vor der Tür steht.

Logisch, oder?

Wundern Sie sich eigentlich nicht ein wenig, dass dies vor 200 Jahren – im Feudalstaat – offen (wenn auch nicht einfach) diskutiert werden konnte … und wir diese Diskussion gar nicht mehr führen, sondern stehende Heere als selbstverständlich hinnehmen … obwohl die mehr kosten als Hartz IV? Sie wissen: die bösen Sozialschmarotzer, die uns auffressen wollen – so jedenfalls die Propaganda und das Feindbild der Politik, mit der wir das stehende Heer der Arbeitspolizei legitimieren … in dem es für Politiker und Militärs gleichmaßen lukrative Pöstchen gibt. Gleiche Methode, anderes Heer, anderer Feind. 20 Milliarden kosten die Arbeitslosen, 34 Milliarden unser stehendes Heer, das – der Logik entsprechend – alle Nachbarn dazu verführt, selbst so ein gefräßiges unnützes Monster zu produzieren.

Bleiben wir bei dem Horrorjahr 2017. Hier müssen wir davon Notiz nehmen, dass es eine kleine, kaum bemerkte Gesetzesänderung gab: „Vorbereitung eines Angriffskrieges“ stand hier einst unter Strafe und wurde jetzt geändert hin zum „Aufstacheln zur Aggression“ (siehe Epochtimes). Der feine Unterschied? Wenn ich Sie dazu motiviere, über stehende Heere nachzudenken, könnten Sie aggressiv werden – einfach deshalb, weil die volkswirtschaftlich gesehen großer Blödsinn sind – und … ohne Feind …. völlig überflüssig.

Ach ja – der Feind. Die Natooffiziere in Aleppo – politisch gesehen eine Katastophe, sollte es sie denn gegeben haben – sind nur in nicht regimetreuen Medien präsent: in der Tagesschau habe ich sie nicht gefunden, noch in den „kritischen Medien“ der Großkonzerne. Unerwünschte Nachricht … oder „Fake News“?

Hier will man uns jetzt ja gesondert disziplinieren: wer das Feindbild der stehenden Heere verwässert, wird bald staatlich verfolgt … ich sprach schon über die Eigendynamik dieser Heere? In dem unsrigen haben viele Abgeordnete stolz gedient, sind ihm weiterhin verbunden – das schafft Kameradschaft, die über den Dienst hinausgeht. Um solche Informationen zu bekämpfen wird nun im Kanzleramt eine Stelle geschaffen, die „Desinformationskampagnen“ bekämpfen soll (siehe Spiegel): es geht speziell um russische Desinformationskampagnen – oder, sprachlich anders ausgedrückt: darum, die Verteidiger der politischen Position Russlands mundtot zu machen. Dem Angeklagten wird der Anwalt genommen, wer Schuld ist oder nicht, bestimmen die Profiteure des militiärisch-industriellen Komplexes – wie man „stehende Heere“ heute nennt. Der preußische König würde im Grab rotieren, würde er sehen, was aus den von ihm geförderten Gedanken der Aufklärung wurde … in einem System, das sich kackfrech noch Demokratie nennt. Das er selbst stehende Heere forciert hat … ist eine andere Geschichte, die mit ihm als Aufklärer wenig zu tun hat – mehr jedoch mit der Stellung Preußens im damaligen Europa.

Dabei wird in dem aktuell laufenden Krieg „Geld gegen Staat“ (ausführende Gedanken hierzu: siehe Werner Rügemer in den Nachdenkseiten) der Souverän dieses Landes immer weiter direkt unter Beschuss genommen. Früher war der Souverän zum Beispiel der preußische König, heute … sind Sie es. Ja: SIE. Nun schauen Sie nicht so entsetzt: das ist die Grundlage jeder Demokratie.

Wie sieht das aber für 2017 aus? Der Souverän wird zum Problem (siehe Jasper von Altenbockum in der FAZ):

„Von der Silvesternacht in Köln bis zum Massenmord in Berlin: Es gibt keinen Grund, dem Hassjahr 2016 hinterherzutrauern. Doch wer ehrlich ist, muss zugeben: Die größeren Defizite liegen auf Seiten der Bürger – nicht der Politiker.“

Ja – Sie lesen richtig. Silvesternacht in Köln: wer hat hier versagt?

Sie.

Massemord in Berlin?

Überlegen Sie sich mal gut, was Sie da falsch gemacht haben. Vielleicht nicht stramm genug hinter der Kanzlerin und dem Staat gestanden? Ja – ich merke: Sie fangen an zu denken. Brauchen Sie nicht, für Sie wird weitergedacht:

„Es verging kaum eine Woche, in der nicht über Hassausbrüche, Hassreden, Hetze und „Hate Speech“ geklagt wurde. Nach Jahren des Glaubens daran, dass die neue Öffentlichkeit, die das Internet herstellt, ein Reich der Autonomie sei, wird der Ruf nach dem Staat nun wieder lauter. Es ist ein Staat, dem schon angesichts der Flüchtlingspolitik in vielen Ecken seiner Domäne ein eklatanter „Kontrollverlust“ vorgehalten wird. Das zurückliegende Jahr wird vom Schrecken über die Konsequenzen geradezu eingerahmt, von der Silvesternacht in Köln und vom Massenmord in Berlin.“

Elegant, oder? Massive sexuelle Belästigungen von Zivilisten oder Massenmord an Zivilisten ist nur dem Internet zu verdanken. Auf solche Ideen muss man erst mal ohne Drogen kommen. Rational nachvollziehbar sind sie nicht. Hatten Sie übrigens irgendwann mal das Bedürfnis, über „hate speech“ zu klagen? Oder … war es nicht eher eine Erleichterung, wenn mal ein anderer Ihren eigenen Frust in markige Worte gefasst hat? Über „Hassreden“ klagte nur eine kleine Subgruppe … gerade jene, die am Ende der Nahrungskette standen: nicht die, die vergewaltigt oder ermordet wurden.

Haben Sie nach dem Staat gerufen? Oder etwa sogar nach dem Einsatz der stehenden Heere im Inneren des Landes – so als wäre das die Raubritterschaft von Räuberbaronen? Immer daran denken: wenn die Polizei im Inneren eingesetzt wird, ist der Verbrecher der Feind – wird die Armee dort eingesetzt, ist das Volk der Feind.

Wollten Sie, dass der Staat jetzt ins Internet einmarschiert: dort, wo die Opposition (also: DER FEIND) ungebremst seine Stimme erheben kann, wo man mit ihm diskutieren kann, ja, sogar virtuelle Freundschaften mit den Bürgern des Feindlandes pflegen kann, wo man sich ein eigenes Bild machen kann, das bei einer sauberen öffentlichen Berichterstattung die Nachrichten sinnvoll ergänzen kann, bei unsauberer Berichterstattung (Propaganda) aber die Gefahr der Wehrkraftzersetzung in sich birgt … und die Lügen der Propaganda aufdecken könnte?

Verstehen können Sie das, wenn Sie an den Krieg Geld gegen Staat denken: der wahre Feind sind …SIE. SIE sind der Chef des Staates. Sehr hilfreich für die Herren des Geldes, wenn Sie mit dem Russen im polnischen, ukrainischem oder weißrussischem Schlamm ringen, während das Geld den Staat zerstört. Raten Sie mal, wie die Welt dann aussieht, wenn Sie versehentlich vom Schlachtfeld gesund zurückkehren.

Dann bekommt der Terror auch gleich ein anderes Gesicht: da kämpft der christliche Arme gegen den muslimischen Armen und umgekehrt – und für die wahren Verbrecher läuft das Geschäft super weiter. Dafür brauchen Sie nur diese „stehenden Heere“. Aufgeklärte Könige haben das verstanden … jedenfalls in der Theorie, in der Praxis haben sie aus dem Land eine Militärmaschine gemacht- doch dies ist ein anderes Thema aus einer anderen Zeit: festzuhalten bleibt nur, dass ein Herr Kant sich nicht scheuen brauchte, über die Last und Bedrohung stehender Heere zu reflektieren, obwohl er auf des Königs Gunst angewiesen war.

Wir … schweigen heute zu diesem Thema ganz.

Auch die Linke übrigens. Also – nicht die Partei, sondern die Gesamtheit der eher politisch sozial orientierten Bevölkerung. Anstatt Opposition zu machen, betreibt sie mit großer Leidenschaft das Spiel der Geldmächte: macht Jagd auf Abweichler, denunziert ihre Mitmenschen (selbst wenn die radikal für Frieden sind), setzt Hasskampagnen ins Land („gegen rechts“ genannt, aber „gegen Merkelgegner“ in der Realität gerichtet: als wäre die Bundeskanzlerin die Frontfrau der sozialistischen Internationale), produziert eine widerliche Menschenjagd nach der anderen – mit Methoden, die direkt aus den finsteren Werkzeugkästen der europäischen Diktaturen stammen. Wirklich „links“ ist da nur noch der Aufkleber, der Inhalt jedoch … stinkt nach Gülle.

Obendrauf noch eine dicke Portion antimenschlicher Arroganz: „Wer uns nicht versteht, ist dumm“ (siehe hierzu Hans-Dieter Rieveler bei Heise) – eine völlig irrwitzige Position, denn: wenn ich mich nicht verständlich machen kann, bin im Prinzip ich erstmal unfähig (also: dumm) und nicht unbedingt mein Konversationsopfer.

Die Linke macht mal wieder das, was sie am Besten kann: sie zerlegt sich im kritischsten Moment selbst, spielt „Spiele der Erwachsenen“ nach dem Motto: „mein Linkssein ist viel schöner, eleganter, wahrer, edler, lichter und wichtiger als Deins!“ – und gerade diese auf breiter Front versagende bürgerliche Linke ist der wahre Grund dafür, dass die Menschen sich nach den Rechten sehnen: als alte Militärs kennen Sie die Bedeutung von Disziplin und Geschlossenheit für das Erreichen politischer Ziele, sie versprechen Erfolge, sie greifen durch, demonstrieren Handlungsmacht an Stelle von Selbstzerfleischung.

Überlegen Sie ruhig mal selbst, wen Sie gerne dabei haben würden, wenn Ihr Haus brennt: den Rechten, der sagt „Ich geh´ mal Wasser holen, wir brauchen auch eine Eimerkette, ich trommle mal die Jungs zusammen“ oder den Linken, der erstmal debattieren möchte, mit wem er alle keine Leiterkette bilden möchte – vor allem mit jenen nicht, die nicht zuvor seine eigene Dogmenkette heruntergebetet haben -und der erst auch mal reflektieren möchte, ob die Rettung Ihres Hauses in seinem Dogmenapparat überhaupt abbildbar ist.

So einfach erklärt sich Trump – ganz ohne Fakenews über böse russische Desinformationskampagnen, die in allererster Linie Aggressionen gegen „den Russen“ schüren sollen – aber nicht verboten sind. Die neueste Blödheit in dieser Hinsicht kommt von Herrn Ganslmeier, er durfte damit in die Tagesschau (siehe dort):

„Und täglich grüßt das Trampeltier! Mit markanten Tweets scheint Donald Trump die Welt regieren zu wollen. Das mag komfortabel sein – für ein Oberhaupt einer Supermacht ist das aber ein Unding.“

Ja – Sie lesen richtig: das sind echte Hassposts, die zu Aggression aufstacheln sollen. Über gute Aggression und guten Hass sowie böse Aggression und bösen Hass müssen wir ein andermal reden: das läßt sich nicht mit kurzen Worten erklären.

„Wenn Trumps Mitarbeiter im Weißen Haus nicht wahnsinnig werden wollen, dann müssen sie ihm das iPhone wegnehmen – oder zumindest dafür sorgen, dass er seine Botschaften nicht mehr ohne jede Abstimmung aus dem Bauch heraus abschießt.“

Das muss man sich mal überlegen: für wen hält sich der von öffentlichen Beiträgen lebende Herr Ganslmeier denn, dass er den zukünftigen amerikanischen Präsidenten öffentlich so angeht, ihn verunglimpft, Richtlinien für das Verhalten von Supermachtsoberhäuptern herausgibt und zu körperlichen Aggressionen gegen ihn aufstachelt?

Was ich dem Herrn Ganslmeier raten würde: gehe mal in die echte Arbeitswelt und schaue Dir die Kommunikation bei der Feuerwehr, im Operationssaal, bei der Autoproduktion, bei Rettungsanitätern oder im Straßenbau an: die kommunizieren dort mit weniger als 140 Zeichen, weil die Zeit drängt.

Was Trump macht: er führt – mit Kommandos. Das ist sein Job. Sicher läuft das in Journalismusseminaren anders – aber da brennt´s auch nicht. Und für Trump brennt gerade vieles – und weil viele das genauso sehen, wurde er gewählt.

Verstehen Sie jetzt, warum mein Verstand für das Jahr 2017 nichts Gutes erwartet? Die Weichen sind auf eine sehr dunkle Zeit gestellt – die ich am liebsten nicht erleben würde.

Wir bekommen wieder eine Welt vorgesetzt, in der die Meinung der Führer der „stehenden Heere“ absolute Wahrheit ist – und ihre Feinde unsere Feinde werden. Und das heißt: Krieg. Und ohne machtvoll waltende gesellschaftliche Gegenkräfte, die sich mit Effizienz gegen diese Entwicklung stellen, werden wir den Krieg nicht mehr verhindern können … den heißen – mit Russland und dem Rest der Welt.

Den Krieg Geld gegen Staat verlieren sowieso wir zusehends auf breiter Front, weil er nicht so deutlich sichtbar ist. Wissen Sie, welche Nachricht dazu gut passt – so als Abschluss (siehe katholisch-info):

„Unter rätselhaften Umständen ist ein hoher NATO-Beamter ums Leben gekommen, der über die Finanzierung des Islamischen Staates (IS) ermittelte.“

Da stoßen wir nämlich in die Kernbereiche des Krieges Geld gegen Staat vor – und in die Kernbereiche des Terrors. Das ist lebensgefährlich.

PS: ich stelle natürlich nicht in Frage, dass die offizielle Version über die Todesursache „Selbstmord“ korrekt ist. Immerhin wurde kein Ausweis eines Täters am Tatort gefunden.

Jemen: Testgebiet von Natowaffen – ein Augenzeugenbericht

Donnerstag, 29.12.2016. Eifel. Ja, der Krieg ist ein Deutschland angekommen. Tunesier rasen mit LKW´s in Menschengruppen, Syrier zünden Obdachlose an, Heiko Maas reagiert scharf mit der Installation eines Wahrheitsministeriums. Ja – so etwas braucht man im Krieg: eine Instanz, die sagt, was wahr ist und was nicht. Dort wird dann entschieden, dass die Erde von Dienstag bis Donnerstag als Scheibe zu betrachten ist, den Rest der Woche als Kugel, während sie Montags überhaupt nicht erwähnt werden darf. Jahrtausendealte Debatten über den Sinn des Lebens, über Gerechtigkeit, über Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit werden einfach so beendet, in dem irgend ein schlecht ausgebildeter Funktionär eine Entscheidung trifft – natürlich jene, die seinen Auftraggebern am Besten nützt. Zentraler Punkt des Angriffs auf die Meinungsfreiheit ist: Facebook, jener Ort, der bald mehr „Einwohner“ hat als China. Facbook ist: der Feind. Ihn braucht man immer im Krieg – das wollen wir mal  nicht vergessen. Was dieses Wahrheitsministerium beschließen wird? Nun – Erfahrungen haben wir doch schon: Nachrichten, die den Merkel-Mythos von friedliebenden, fleißigen, hoch gebildeten Neubürger aus Syren, Afghanistan, dem Irak oder sonstwo in Gefahr brachten wurden erst mal unterdrückt, um den heldenhaften Kurs der Kanzlerin nicht zu gefährden, zudem wurde eine Horde von Bekloppten mit staatlichen Mitteln ausgerüstet – in enormer Höhe – um flächendeckend Bürger aktiv denunzieren zu können: als „rechts“, „rechtsoffen“ oder einfach als Nazi. Wie in jeder Diktatur geschah dies ohne Anhörung des Opfers, ohne ihm die Möglichkeit zu geben, sich zu verteidigen und zu erklären: im Kampf gegen die Vorverurteilung von Ausländern wurde die Vorverurteilung von Inländern gesellschaftsfähig – es ist schon längst niemand mehr übrig, der weiß, warum Vorverurteilungen aller Art zum Faschismus gehören – egal aus welchen Motiven sie geschehen.

Ja – Facebook. Wir sind ja schon länger da – ich erst seit einem Jahr. Jener finstere, düstere Ort voller Hass und Lügen, die Festung des ultimativen Bösen, das Mordor des Wahrheitsministeriums, wo ein dunkler Fürst auf finstrem Thron nach dem Ende der Menschheit trachtet offenbart sich mir anders: ich kann mich an so gut wie keinen Hasskommentar in diesem Jahr erinnern, der mich erreicht hätte. Sogar Kritik bleibt weitgehend aus, Diskussionen können sachlich geführt werden … und man bekommt Kontakt zu Menschen aus aller Welt. Ja: endlich kann man mit „dem Feind“ erstmal reden, bevor man auf ihn schießt: ein Segen für den „kleinen Mann“, dem das Schießen sonst immer aufgebürdet wird. Was hätten wir uns für Weltkriege ersparen können, wenn Facebook früher möglich gewesen wäre: wir hätten mit „dem Russen“ sprechen können, der immer drohend vor der Tür stand und schnell gemerkt, dass seine Führung vor dem Nazi warnt, der vor seiner Tür steht. Die Schreckgespenster der Regierungen hätten sich schnell aufgelöst, wenn man gemerkt hätte: es gibt nichts Böses jenseits der Grenzen – nur Lügen und Kriegspropaganda.

Kriegspropaganda? Jetzt sind wir schon wieder beim Krieg angekommen. Ja – seit drei Jahren sind die Zeitungen wieder voll Kriegspropaganda, der Feind ist mal wieder – Trommelwirbel – der Russe. Wie schon immer. Der russische Untermensch gehört einfach ausradiert, die Slawen kann man nur als Sklaven tolerieren, besser aber: sie verschwinden ganz, egal, welche Regierungsformen sie haben. Russland hat fast endlose Bodenschätze, die Nato eine ebenso große Gier danach: schon ist der Grund für den Krieg bekannt. Jetzt muss nur noch ein Kriegsgrund her – so etwas wie der Abschuss eines Zivilflugzeuges, zum Beispiel einem mit einem Armeechor an Bord: dann sollte Putin die Nerven verlieren, zurückschlagen und somit beweisen, dass die Propaganda recht hatte. Nun – die Tupolev ist nicht abgeschossen worden, es wurde auch sofort – ohne jede Untersuchung – bekannt gegeben, dass es kein terroristischer Akt war, zum Glück nur ein … na, irgendwas halt. Zum Glück für die Welt – nicht für die unglücksseligen Menschen an Bord.

Nur – Debatten über solche Ereignisse werden in Zukunft wohl unterbleiben müssen: da wird das Wahrheitsministerium eingreifen. Was Wahrheit ist, verkündet der Regierungssprecher. Was der nicht verkündet – also zum Beispiel die Namen der Spender des Herrn Helmut Kohl, der Verbleib von 100000 Euro, Geschenk eines Waffenhändlers an Herrn Schäuble oder den Inhalt einer großen Menge an Stasi-Akten, die in die USA geschickt wurden – ist keine Wahrheit, Spekulationen über diese Themen sind … mutmaßlich … „Fake News“.

Kommen wir also mal zu diesen Fake-News die man bei „Fakebook“ erhalten kann. Seit einiger Zeit habe ich dort einen Freund, der im Jemen wohnt, ein netter, freundlicher Herr, der Unmengen an Bildern über den Jemen veröffentlicht – ein wunderschönes Land mit uralter Kultur. Wusste ich bislang nicht: „Jemen“ ist ein Thema, über das nur selten gesprochen wird in unseren Medien – und wenn, dann äußerst dürftig (siehe Spiegel). Wir erfahren dort, dass es einen Bürgerkrieg gibt, dass der Westen wegschaut – und dass eine große Armee unter Führung Saudi-Arabiens die „Rebellen“ bekämpft. Was die Bürger selbst erleben, schilderte mir Herr Algoffi selbst:

Thank you very much for your letter to me. First of all, we are a civilians, and we are peace loving people. We don’t want wars. We don’t like wars. We want to live in peace with ourselves, with our neighbours, and with all the world. People of Yemen specially in North Yemen, are civilised, peaceful, friendly, and proud of their history, and culture, that goes more than 5000 years. Also, it is a tribes society, where there are 2 major tribes that observe tribal laws more than they observe religious beliefs. These 2 tribes are Hashid and Bakeel within these tribes hundreds of smaller tribes, and the Yemeni people are multi religious beliefs, the majority are Muslims, zaidi, ( moderate Shaeet) and Shafee (moderate Sunni), and Jewish believe. All have enjoyed peaceful coexistence, and prosperity for more than 1000 years. However, in 1978, Saudi Arabia planned an assination and killed our most loved and respected president Ibrahim Al Hamdi. And stared a long program of Wahabbism of Yemen, which radicalisation of the society, and started to create division between the people specially Zaidi and Jews. But, it favoured Shafee. In 2011 Saudi Arabia wanted to divide Yemen to 6 states according to religious beliefs and natural resources in order to take control of Yemen , which further marginalise the Zaidi people, So, the people resist that. Then, it wanted to install a dictator Hadi by force. Then , it started all over major war against us. It destroyed 100% of our infrastructure which took us more than 54 years to build. It has been attacking with Neutron bomb, nuke like bombs, cluster bombs, white phosphorus bombs, chemical bombs, unknown bombs that destroys human’s flesh from inside (like unseen flesh eating and destroying things ) people who were affected by this strange weapons were sent to Russia for treatment, (we thank Russian people for their humanity ) Saudi Arabia has been supporting sectarian violence, and extremists, and radical Islamsts in Yemen. They attacked our mosques, schools, and markets. We are in self defence only. We do not need war we need peace. We are under blockade, we have major starvation in some parts of Yemen, we need to left the blockade so food and medical aid can come in. We need help. Saudi Arabia buys its weapons from all over the world, and from the British and USA. Thanks

Übersetzung:

Vielen Dank für Ihren Brief an mich. Zuerst sind wir Zivilisten, und wir sind friedliebende Menschen. Wir wollen keine Kriege. Wir mögen keine Kriege. Wir wollen in Frieden mit uns leben, mit unseren Nachbarn und mit der ganzen Welt. Menschen von Jemen speziell in Nord-Jemen, sind zivilisiert, friedlich, freundlich und stolz auf ihre Geschichte und Kultur, die mehr als 5000 Jahre geht. Auch es ist eine Stämme Gesellschaft, in der es 2 große Stämme gibt, die Stammesgesetze mehr beobachten, als sie religiöse Glauben beobachten. Diese zwei Stämme sind Hashid und Bakeel innerhalb dieser Stämme Hunderte von kleineren Stämmen, und die jemenitischen Leute sind multi religiösen Überzeugungen, die Mehrheit sind Muslime, Zaidi, (moderate Shaeet) und Shafee (moderate sunnitische) und jüdischen glauben. Alle haben friedliche Koexistenz und Wohlstand für mehr als 1000 Jahre genossen. Im Jahr 1978 plante Saudi-Arabien eine Ermordung und tötete unseren beliebtesten und respektierten Präsidenten Ibrahim Al Hamdi. Und sah ein langes Programm von Wahabismus des Jemen, die Radikalisierung der Gesellschaft und begann Trennung zwischen den Menschen zu schaffen, speziell Zaidi und Juden. Aber es bevorzugte Shafee. Im Jahr 2011 wollte Saudi-Arabien Jemen bis 6 Staaten nach religiösen Überzeugungen und der natürlichen Ressourcen zu teilen, um die Kontrolle über Jemen zu nehmen, was die Zaidi Menschen ausgrenzen, so widersetzen sich die Leute das. Dann wollte sie einen Diktator Hadi mit Gewalt installieren. Dann begann alles im großen Krieg gegen uns. Es zerstörte 100% unserer Infrastruktur, die uns über 54 Jahre baute. Es wurde mit Neutronenbombe angreifen, nuke wie Bomben, Streubomben, weiße Phosphorbomben, chemische Bomben, unbekannte Bomben, die (wie ungesehen Fleisch essen und Dinge zu zerstören) Menschen aus dem Inneren menschlichen Fleisches zerstört, die von dieser seltsamen Waffen betroffen wurden geschickt wurden Russland für die Behandlung, (wir danken russische Volk für ihre Menschlichkeit) Saudi-Arabien sektiererische Gewalt unterstützt hat, und Extremisten und radikale Islamsts im Jemen. Sie griffen unsere Moscheen, Schulen und Märkte an. Wir sind nur in Selbstverteidigung. Wir brauchen keinen Krieg, wir brauchen Frieden. Wir sind unter Blockade, wir haben große Hungersnot in einigen Teilen des Jemen, müssen wir die Blockade verlassen, damit Nahrung und medizinische Hilfe hereinkommen können. Wir brauchen Hilfe. Saudi-Arabien kauft seine Waffen aus der ganzen Welt, und aus den Briten und den USA. Vielen Dank

So liest man es selten im Westen. Die Meinung eines einfachen Bürgers, der täglich Berichte aus dem Jemen schickt (siehe Abdullah Algoffi), auch aus der umkämpften Hauptstadt, die täglich Ziel von Bombenangriffen der „Allianz“ wird. Seine Berichte über die Wirkungen der Waffen sind … erschreckend. Man könnte meinen: dort existiert ein Waffentestfeld jenseits der Weltöffentlichkeit, in der die Nato neueste Vernichtungsmittel an der Zivilbevölkerung testet, Waffen, die pures Entsetzen auslösen.

Man findet bei ihm auf Fotografien von Neugeborenen: Totgeburten mit dicken roten Augen und Lippen, die Haut Mosaik aus weißen Fetzen, die an Keramik erinnern. Ich dachte zuerst, es würde sich um verbrannte Puppen handeln, dabei waren es Kinder, die nie zum Leben kamen. Was wird dort eingesetzt? Es gibt in der Tat Aufnahmen, die erinnern an den Explosionspilz von Atombomben – auch wenn es sehr unwahrscheinlich klingt. Dann diese Waffen, die das Fleisch selbst angreifen – oder die breit geächteten Streubomben, die Menschenmassen in kurzer Zeit vernichten können: sie kommen sogar offiziell zum Einsatz, ohne dass es große Proteste gibt (siehe Spiegel).

Die Armee, die diese Waffen einsetzt wird in Zukunft von der Bundeswehr ausgebildet – jedenfalls war das Diskussionspunkt einer lange geheim gehaltenen Reise unserer Verteidigungsministerin (siehe Spiegel), die wohl keine Skrupel hat, mit Menschen zu reden, die schon vor dem Frühstück ein paar Dutzend Menschen köpfen.

Lauschen wir noch ein wenig dem Augenzeugen:

Abdullah Algoffi This was last year, in Sana’a Yemen, in Faj Attan Mountain. It was real. We don’t know what type of weapons they dropped. But, hundreds of innocent civilians died with the impact but thousands of innocent people have been dying daily of cancer and fear that had been inside them , thousands of homes have been destroyed. We have been under daily Saudi Arabia’s led coalitions air strikes day and night for more than 600 days, last night Sana’a was attacked with 13 air raids, we were unable to sleep. We are civilians, not fighters, we have been under strictest blockade in history, no food, or medicine are allowed to Yemen. We only need peace.

Abdullah Algoffi Dies war im vergangenen Jahr, in Sana’a Jemen, in Faj Attan Mountain. Es war echt. Wir wissen nicht, welche Art von Waffen sie fallen ließen. Aber, hunderte von unschuldigen Zivilisten starben mit dem Aufprall, aber Tausende von unschuldigen Menschen sterben täglich an Krebs und Angst, die in ihnen waren, Tausende von Häusern wurden zerstört. Wir haben unter täglich Saudi-Arabien geführt Koalitionen Luftangriffe Tag und Nacht für mehr als 600 Tage, letzte Nacht Sana’a wurde mit 13 Luftangriffen angegriffen, konnten wir nicht schlafen. Wir sind Zivilisten, keine Kämpfer, wir haben die strengste Blockade in der Geschichte, kein Essen und keine Medizin in Jemen erlaubt. Wir brauchen nur Frieden.

Er versucht sich auch mal in deutsch:

Es gibt viele Bilder für unschuldige, die verbrannt sind. Aber ich kann es nicht teilen, weil es sehr beunruhigend ist. Es ist Grausamkeit der Saudis, die den unschuldigen Zivilisten so viel Schaden zufügen, wir sind nicht huthis, wir sind friedliche Menschen, die in Frieden mit allen Menschen leben wollen, wir brauchen keine Kriege, wir brauchen Frieden. Jeden Tag leben wir unter Luft.

Es ist Wahnsinn und unmoralisch. Als Sie die Waffe auf sana ‚ a fallen lassen, war es wie in der Hölle, jeder Mensch war verwirrt, und schockiert Kinder wurden beim spazieren, weinen und vögeln tot auf der Straße, Katze und Hunde alle tot, und viele Menschen waren tot in Die Straßen, und sehr viel Staub und Steine und die Kunststoff an der Spitze der Gebäude waren geschmolzen und Wasser war auf den Häusern, Brocken überall. Es war ein katastrophale Tag, mein Bruder hat völlig zerstört, und seine Familie wurde schwer verletzt, obwohl sie unter 7 Meter im Bunker waren.

Herr Algoffi ist Wirtschaftswissenschaftler, hat in den USA studiert. Er ist kein Waffenexperte, der genau schildern kann, welche Höllenbomben aus den USA und England dort gerade an der Zivilbevölkerung ausprobiert werden – aber sicher sind auch unsere Soldaten an Erkenntnissen über ihre Wirksamkeit interessiert – diese würde jedenfalls hinreichend erklären, warum die Bundeswehr auf einmal nach Saudi-Arabien soll.

Geschichten wie diesen verdanken wir einem weltumspannenden Netzwerk namens „Facebook“. Gelingt es Saudi-Arabien – vielleicht bald sogar unter Anleitung von erfahrenen Bundeswehroffizieren – eine neue Diktatur zu erreichten, wird Herr Algoffi wohl …. verlöschen. Oder Facebook wird verpflichtet, nur noch Katzenbilder zu veröffentlichen und sich aus politischen Debatten völlig heraus zu halten, weil alle politischen News nur noch von besonders ausgewählten Medien veröffentlicht werden dürfen: nach vorheriger Kontrolle durch Regierungsstellen.

Tägliche Bombenangriffe auf eine Großstadt – mit Waffen von unglaublicher Vernichtungskraft. Und von der Leyen spricht mit den Invasoren – denn das sind die Saudis im Jemen: Invasoren.

Nun – wir können jetzt lange diskutieren, wer im Jemen die Bösen sind. Sunniten kämpfen gegen Schiiten  – ein Kampf, den man auch in anderen Ländern beobachten kann. Würden wir nicht wegschauen: wir hätten wahrscheinlich schon jetzt einen Bösen. Ach – haben wir ja auch: Putin, der wieder Hilfsmaterial in den Jemen schickt, was nun – dank einer von den Saudis zerstörten Brücke – nur noch schwer in die Hauptstadt zu bringen ist (siehe Zeit).

Wir könnten auch andere Definitionen von „Böse“ aufstellen: Krieg – ist böse. Und alle, die ihn führen, Waffen für ihn erfinden, Munition und Treibstoff liefern, auch.

Was wäre das für eine Welt – sähen es wir alle so.

„Krieg dem Kriege“ so hieß es einst Schaue ich mir an, wie die Friedensbewegung in Deutschland denunziert wird (alle irgendwie „rechts“, früher war das mal „links“, noch früher „jüdisch“ – also einfach: urböse), so muss ich sagen: dieser Spruch hat schon lange meine Chance mehr, denn hier … ist Krieg gut geworden.

Vielleicht auch ein Grund, weshalb er unseren Alltag erreicht hat.

Herrn  Abdullah Algoffi für seinen Mut und seine Worte an dieser Stelle vielen, herzlichen Dank.

Revolution in Deutschland 2018

Digital StillCamera

Freitag, 2.12.2016. Eifel. Ja – da stutzen Sie, oder? Revolution in Deutschland 2018. Dann, ja dann endlich kommt die Erlösung: die Erlösung von einem durch und durch korrupten, verblödeten Selbstbedienerstaat, die Erlösung von der elendigen Last der sozialen Ungleichheit und der Verfolgung der Armen durch staatliche Behörden, die Erlösung von der erdrückenden Macht raffinierter Lobbyisten und die Erlösung von einer Politik, die uns an den Rand eines atomaren Krieges mit Russland brachte und vielen Ländern dieser Welt Tote durch deutsche Soldaten bescherte. Ja: 2016 wandern wieder deutsche Soldaten durch fremde Länder und töten ihre Bewohner – soweit sind wir schon. Die Resultate aus den Erkenntnissen des zweiten Weltkrieges, dass dies nie wieder geschehen soll, sind lang vergessen, Blutdurst zieht durchs fremdbestimmte Parlament, in dem Fraktionsführer kommandieren, wann der Arm gehoben werden soll. Aber schauen wir erstmal: ist das überhaupt notwendig, so eine Revolution? Schauen wir erst mal nach.

Zum Beispiel bei der CSU. Die bläst ja jetzt wieder ins alte Angsthorn: „die Roten kommen“. Und was machen diese „Roten“? Nun – sie wollen die Sanktionen gegen Hartz IV-Empfänger lockern. Unglaublich! Und wie bezeichnet man jene Menschen, die durch die Globalisierung (also: durch die inhumane und asoziale Ausbeutungspolitik gewissenloser Kreise Wirtschaft – um das Wort mal auf Deutsch zu übersetzen) ihre Arbeit, ihre Familie, ihre Würde verloren haben: nun – als „Schmarotzer“ (siehe Erwerbslosenforum)… womit die endlich auf SPD-Niveau herabgestiegen sind. Wollen wir uns das gefallen lassen? Dass unsere armen, alten und kranken Brüder, deren größter Fehler es war, nicht schnell genug beim Staat untergekrochen zu sein, um für das Arbeitsamt Arbeitslose zu knechten und viele Papiere hin- und her zu schieben, deren Fehler es war,  zu altern oder krank zu werden, die im gnadenlosen Konkurrenzkampf jeder gegen jeden vielleicht einfach nur verloren haben, weil es ihnen an „Ellbogen“ fehlte, so gedemütigt werden? Bei den Erfahrungen, die wir in diesem Land mit dem Umgang mit „Ballastexistenzen“ gemacht haben? Jeder dritte von ihnen muss „erhebliche materielle Entbehrungen“ in Kauf nehmen – nach Definition der EU (siehe Der Westen); dazu gehört u.a. dass man seine Stromrechnung nicht bezahlen kann – oder die Heizkosten. Vernichtung durch Armut.

Vernichtung durch Armut? Das hat mir von Intellektuellen schon mal harsche Kritik eingebracht: wie kann man das denn vergleichen? Ja – das ist die bequeme Definition der Sofa-Linken: Faschismus, dass war mal in der Vergangenheit und kommt auch nie mehr wieder! So kann man gemütlich bei Kaffee und Kuchen sitzen und sich enorm wichtig machen mit überzogenen Warnungen vor „den Rechten“, an deren wirkliche Wiederkehr jedoch niemand wirklich glaubt … obwohl sie wieder Listen mit jüdischen Geschäften in Umlauf bringen – geschehen am Jahrestag der Progromnacht (siehe Spiegel). Wenn schon normale Arbeitslose erhebliche materielle Entbehrungen hinnehmen müssen – obwohl der Grundgedanke des Sozialstaates war, dass nie wieder Menschen in einem reichen, demokratischen Land nur aufgrund ihrer geringeren Ausbeutbarkeit aus dem normalen Alltagsleben herausfallen sollten, weil man damals noch genau wusste, wie das enden wird – wie wird es dann erst jenen gehen, die mit einer Million Sanktionen gequält werden – bis hin zu Strafzahlungen in Höhe von 5000 Euro (siehe n-tv). Die erheblichem Psychoterror (Verhör durch vier SA-Mitarbeiter … äh, nein: BA Mitarbeiter) ausgesetzt werden, wenn sie es wagen, sich einen Anwalt zu nehmen (siehe Gegen-Hartz)? Sie erleben etwas, was in reichsdeutschem Nazidenken die erste Stufe der Vernichtung war, jene Stufe, mit der man zig-Millionen Polen und Russen vernichten wollte und vernichtet hat: durch den kalten gnadenlosen Entzug der materiellen Lebensgrundlage. Einfach mal nachlesen, Götz Aly hat ein ganzes, dickes Buch über die „Vordenker der Vernichtung“ geschrieben, die alles andere waren als verblendete Vollidioten, die Hitler für Gott hielten: sie waren eiskalte, akademisch gebildete Bürokraten, die auch nach dem Krieg ihre Karrieren in Deutschland fortsetzen – echte Nazis waren sie ja … trotz Planung der Vernichtung – nie gewesen.

Wissen Sie, wie Aly sein Werk abschließt? Ich möchte es mal zitieren:

„Den Planern einer neuen europäischen Ordnung wurde nach dem Krieg so wenig der Prozeß gemacht, wie ihre Methoden Gegenstand von Analyse und Aufarbeitung waren. Nachhaltig aber durchaus nicht irreversibel verändert haben sich seit 1945 die äußeren Bedingungen. Die historische Konstellation, in der solche mörderischen Pläne realisierbar waren, ist hier und heute nicht gegeben. Vielleicht ist sie einmalig. Das konzeptionelle Denken aber, in dem der Massenmord zum „sinnvollen“ Mittel struktur- und entwicklungspolitischer Planungen wurde, ist nach wie vor aktuell.“ (Götz Aly, Vordenker der Vernichtung, Hoffmann und Campe, 5. Auflage 2004, Seite 492).

Das schrieb er 2004. 2005 setzten dann skrupel- und gewissenlose Kräfte innerhalb der Republik die alte Vernichtungsmaschine wieder in Gang … erstmal im Low-Level-Modus, weil man ja die faulen Arbeitslosen erziehen musste – wie schon früher die Regimegegner in Konzentrationslagern erzogen werden mussten? Wehret den Anfängen? Schon längst vergessen. Hunger wird als Waffe gegen das eigene Volk eingesetzt – und niemand schreit auf, weil man wieder alles in schöne Worte verpackt. Selbst in Dokumenten führender Nazis wurde nicht von Vernichtung durch Gas gesprochen … sondern fein von „Umsiedlung“ schwadroniert, obwohl jeder wusste, was gemeint war. Ja: einfach mal Aly lesen – die konnten fein reden, diese Nazis. Als ob sie gewusst hätten, dass der Endsieg ausbleiben wird … und eine Zeit kommen wird, wo man sagen kann, man hätte von allem nichts gewusst.

Und was ist das Ergebnis der glorrreichen Agenda 2010? Ein paar verschwiegene Tote – und eine wachsende Zahl von Unterstützungsempfängern jeder Art, inzwischen 8 Millionen … anstatt der 5 Millionen, über die man sich früher immer aufregte (siehe Spiegel). Und selbst diese Zahlen täuschen – aber wir wollten ja über Revolution reden, nicht über dämliche Arbeitsmarktpolitik … wie man – mögliche – Vernichtung durch Hunger heute nennt.

Wie toll ist eigentlich unser „Kapitalismus“? Ja – ich gehe mal davon aus, dass man hier gebildet genug ist, um zu begreifen, dass „Merkel muss weg“ eine äußerst dämliche, wahrscheinlich vom Verfassungsschutz implementierte Forderung ist, auch niemand die Demokratie weg haben will, aber gewaltige Änderungen in der Wirtschaftsordnung als unverzichtbar begreift – bevor uns die nächste, sich schon jetzt anbahnende Bankenkrise in den Ruin treibt (an der aber alle „Entscheider“ wieder vorzüglich verdienen werden) oder wir für die Benutzung unserer eigenen Autobahnen Banken und Versicherungen Maut zahlen müssen, damit die ihre fürstlichen Traumgehälter weiter zahlen können.

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft – schon im Dritten Reich an der Planung der Vernichtung beteiligt – weist schon heute darauf hin, dass die neuen Rekordsubventionen für „Wirtschaft“ eine Katastrophe sind: über 168 Milliarden pumpen wir da hinein. Kritisiert werden aber nicht die vielen Schenkungen an „die Wirtschaft“ (z.B. für die Entwicklung einer Software zum Innenausbau von Luxusyachten – siehe Spiegel), sondern Gelder für Straßen und Kranke, da bleibt man alten Konzepten treu verbunden.

Jetzt habe ich wieder so viele Worte gemacht – dabei wollten Sie doch was über Revolution lesen. Ich könnte noch mehr Gründe aufführen, die dafür sprechen … die schleichende Degeneration unsere westlichen Kinderschutzwerte durch in Kaufnahme von Kinderehen (siehe Spiegel) oder die gezielte Züchtung von Spezialmenschen durch Crispr (siehe Zeit), die den ganzen Homo Sapiens überflüssig machen werden oder noch viel mehr – doch das würde ein Buch werden. Ich hoffe, Sie akzeptieren durch die bisherigen Ausführungen, dass gewaltige Änderungen in unserem System notwendig sind? Dass die rücksichtlose Achtung der sozialen Menschenrechte in Deutschland Ziel sein muss – und der schleichende Übergang in eine neue Form der Vernichtungsgesellschaft aufgehalten werden soll – einer Gesellschaft, die 10 Prozent alles schenkt und 90 Prozent dafür schuften läßt?

Gut – jetzt zu Ihrem Traum: der Revolution.

Wir hatten ja schon ein paar in Deutschland. 1848 zum Beispiel – da gab es viel Hunger, der zum Aufstand rief. Oder November 1918 … ein kaum gefeiertes Datum, das auch kaum zu Spielfilmen inspirierte (obwohl wir mehr und mehr historische „Heldendramen“ verfilmen – über Stauffenberg zum Beispiel). Da hatte sich die deutsche Nordseeflotte geweigert, zu einem letzten Gefecht mit der überlegenen Royal Navy auszulaufen, um im Auftrag des Adels noch ein paar tausend Briten zu töten – aus Rache für den verlorenen Krieg. Da man Matrosen in schwerst bewaffneten Kriegsschiffen nicht mit Polizeigewalt bezwingen kann, wurde aus diesem Aufstand eine reichsweite Revolution …. die aber mit Hilfe der SPD (Friedrich Ebert) zerschlagen wurde: dort arbeitete man lieber mit Feudalismus und faschistischen Freikorps zusammen, die später einen Adolf Hitler gebaren.

Auch die russische Revolution kam erst in Gange, als sich bedeutende Armeeeinheiten anschlossen: Revolution heißt halt Krieg – und zwar im eigenen Lande. Äußerst unbequem, äußerst blutig, schlecht für geregelte Mahlzeiten und flächendeckenden Konsum der aktuellen Freizeitangebote. Ist echt nichts für Veganer weil: äußerst blutig für Mensch und Tier. Was treibt Revolutionen an? Ungerechtigkeit? Nein, das ist nur oberflächlich. Ungerechtigkeiten stören selten jemanden – nur wenn es ein Objekt trifft, dem man sich in Liebe verbunden fühlt, bricht jener Zorn und jene Wut aus, die zum Waffengebrauch verleitet. Liebe ist die Grundlage jeder Revolution – ein Begriff, der heute mit „Sex“ übersetzt wird – was die Liebe völlig entwaffnet: aus Liebe zu seinen Kindern, seiner Familie, seinem Dorf kann man bereit sein, sein Leben zur Rettung der anderen zu opfern – was das komplette Ende von „Sex“ bedeuten würde, weshalb es ja blöde wäre, sein Leben zu opfern. Doch kommen wir erst mal nicht zum Personal, bleiben wir bei den strategischen Grundlagen.

Hier erkennen wir, dass die Regierung Merkel der Revolution einen enscheidenden Nachteil verpasst hat: aus der Bürgerarmee Bundeswehr ist eine Privatarmee von freiwilligen Gesinnungsbrüdern geworden, die eher am rechten politischen Rand siedeln (siehe z.B Focus) – was man gerne toleriert, während man „Mahnwachen für den Frieden“ mit aller Gewalt stigmatisiert. Woher nehmen wir also die kampfbereiten Einheiten für diese Revolution? Geht auch friedlich – wie bei Gandhi, meinen Sie? Gandhi kämpfte gegen Fremde, die sowieso gerne nach Hause wollten. Und welche Gesellschaft hat er hinterlassen? Eine kampfbereite Atommacht, die mehrere brutale Kriege geführt hat. Ich weiß: das zerstört jetzt Träume, die auch ich gerne träume – aber fahren Sie mal nach Indien und schauen sich das Land an! Gut – die Briten sind weg. Aber die Ausbeuter – auch viele Deutsche – sind immer noch da.

Ich will Sie aber nicht völlig entmutigen. Denken wir uns einfach, wir hätten unsere Revolutionsarmee, mit der wir gegen Berlin marschieren können. Wissen Sie, wie lange Sie diese Armee versorgen können? Fünf Lebensmitteldienstleister haben die gesamte Versorgung des ganzen Landes in der Hand. Nein – das Land ist nicht mehr voller Felder und Nutztiere, aus denen sich die Revolutionsarmee jederzeit versorgen ließe (gäbe auch massiven Ärger mit Veganern): und wie lange man Fidel und Ché bei Aldi und Lidl einkaufen ließe, um die Truppen zu versorgen, können Sie sich selber denken. Bleiben die Flotten der Konzern-LKW´s in den Zentralen der Versorger, muss die Armee rennen, um nicht zu verhungern. Und Sprit? Ganz gefährlich – wollen Sie gar nicht wissen. Der wird ebenfalls schnell knapp, wenn nicht täglich der Nachschub läuft. Was glauben Sie, warum man davon ausgeht, dass ein nicht-atomarer Weltkrieg in Europa nach drei Tagen vorbei wäre? Ganz einfach: Sprit ist alle, Straßen zerstört, Nachschub kommt nicht mehr durch.

Und jetzt: mal Schluss mit der Träumerei. Sicher, es gäbe Möglichkeiten des Widerstandes – auch ohne Waffengewalt. Es gibt Pläne für den waffenlosen Widerstand gegen hochgerüstete Armeen, die auch im Bereich des zivilen Ungehorsams funktionieren könnten – und wir sind ja zivilisiert genug, dass wir ja auch gar keine Köpfe rollen sehen wollen. Es gibt auch Pläne für den schleichenden friedlichen Umbau des Kapitalismus zu einer kooperativen Gemeinwirtschaft im Sinne von Genossenschaften – aber welche Pläne man auch andenkt, sie haben alle ein Problem: es fehlt an Personal. Wir haben reichlich Häuptlinge, die Veränderungen durchführen könnten – dazu braucht man nicht viel. Wenn sich jene 60 Prozent der Deutschen, denen die Dominanz von Hinterzimmernetzwerken über die demokratische Politik bewusst geworden sind, sich Montag morgen in ihre Autos setzen würden und die auf den Autobahnen abstellen … dann hat man schon mal eine Diskussionsgrundlage – ohne einen einzigen Schuss. Sicher: die Bundeswehr würde mit Panzern kommen, um die lebenswichtigen Versorgungslinien wieder frei zu schaufeln … aber wenn jeder in seinem Auto sitzen bleibt, könnte man hoffen, Gespräche in Gang setzen zu können.

„Wir“ – würden ja auch nicht viel wollen. Entprivatisierung der Energieversorgung, Etablierung einer preisgerechten Grundsicherung, Löhne, von denen man leben kann, Abschaffung der Hinterzimmerpolitik, eine Marktwirtschaft, die auch dem inhabergeführten Einzelhandel wieder Überlebensfähigkeiten sichert – und die Teilhabe der Reichen an den Kosten des Landes. Volker Pispers hat mal ausgerechnet, wie billig das für Reiche wäre: gibt man allein 10 Prozent ab einem Barvermögen von 5 Millionen Euro – unsere finanzielle Staatsmisere wäre im Nu gelöst. Nur … sind diese Reichen moralisch inzwischen wieder soweit degeneriert, dass sie nur noch danach sinnen, noch mehr Geld aus den Menschen zu pressen – und zwar mit ordentlichen Steigerungsraten. Wer nicht spurt, wird sanktioniert – wie in einer mittelalterlichen Leibeigenengesellschaft, wo man Ernten kleiner Höfe niederbrannte, wenn der „Zehnte“ nicht pünktlich kam.

Hört sich schlimm an, diese Gegenwartsbeschreibung – oder? Schaut man nur auf die Prinzipien – ist es auch schlimm. Ab dem Moment, wo „Regierung“ sich anmaßt, die Hungerwaffe gegen unbotmäßige Bürger einzusetzen – nichts anderes ist Hartz IV – ist die Demokratie vorbei und wurde durch etwas anderes ersetzt … für das es noch nicht mal einen Namen gibt. Laufen diese Prinzipien so weiter, werden wir sehen, ob Moral und Ethik im Land noch in ausreichendem Maße vorhanden sind, um neue Massenvernichtungen unmöglich zu machen. Mir wäre es lieber … wir bräuchten diese Risiken nicht eingehen, ging schon mal schief.

Doch was ist nun mit der Revolution? Oder der friedlichen Evolution?

Nun – was damit ist, erklärt uns ein alter Indianer, der seinem Stamm ein paar Zweige hinhält: einzeln sind sie leicht zu brechen, doch im Bündel unzerstörbar. Kann jeder mal im Wald selbst ausprobieren. Uns jedoch … wird seit 1950 etwas anderes gepredigt: dass nur der einzelne Zweig stark und überlebensfähig ist. Ein leider verstorbener Konservativer hat versucht, uns darüber aufzuklären (siehe Jakob Augstein über Frank Schirrmacher im Spiegel):

„Im Kalten Krieg haben amerikanische Militärs und Physiker die Sowjets mit den Instrumenten der Spieltheorie in die Knie gezwungen. Als es keine Sowjets mehr gab, sind die Physiker an die Wall Street gegangen und zwingen seitdem mit ihrer Theorie die Welt in die Knie. Wir alle sind Opfer einer Ideologie des Egoismus. Sie wurde für eine Welt des Krieges entwickelt und verheert heute den Frieden. Eine Ideologie der Kälte und des Autismus. Eine Ideologie von Psychopathen für Psychopathen.“

Das geht 2016 soweit, dass die allerletzte Bastion der „Liebe“ (die man früher auch für Heimat, Kinder, Frauen, Musik, Kunst, Literatur oder Natur empfinden durfte – und nicht nur für Sex), die einfache Beziehung zwischen Junge und Mädchen gefallen ist und jetzt die unverbindliche „Nicht-Beziehung“ gelebt wird: die letzte Grenze, die aus uns ein Heer von einzelnen, „flexiblen“, isolierten „Wanderarbeitern“ macht, die jederzeit überall verfügbar und einsetzbar sind. Wer sich diesem Nazi-Wahn widersetzt – wird einfach Nazi genannt und ist ´raus. So einfach ist das.

Wo sollen also die Revolutionäre herkommen – die aus Liebe zu den Armen, den Einfachen, den Geknechteten ihr Leben geben, um ihren Kriegshäuptlingen, ihrem Ché oder Fidel den Sieg zu ermöglichen?

Ich merke: es wird immer leiser in dem Saal der Revolutionsbegeisterten … viele verlassen schon frühzeitig den Raum.

Darf ich Ihnen, die geblieben sind, noch mal ein Beispiel für die Gesellschaft geben, in der wir leben? Jener Gesellschaft, die sich so fürchterlich sozial für die Aufnahme von Flüchtlingen engagiert hat und alle kritischen Stimmen als „Nazis“ verunglimpfte? Hat nur ein Jahr gedauert – dann haben sie ihre Masken ganz offiziell fallen gelassen (siehe Spiegel):

„Aufregung um eine Publikation der Bundespressekonferenz: In einem „Almanach“ veröffentlicht die Journalisten-Vereinigung einen satirisch gemeinten Beitrag mit dem Titel „Schwimmkurs für Flüchtlinge“.“

Ja – schauen Sie sich das ruhig mal im Detail an:

„Dann folgen verschiedene „Kursangebote“, darunter „Baby-Flüchtlingsschwimmen“ („dient der motorischen, geistigen und sozialen Entwicklung des Flüchtlingskindes“) und „Einzelunterricht für erwachsene Flüchtlinge („Es ist nie zu spät, das richtige Schwimmen und die richtigen Techniken zu lernen, die ihren Fluchtstil optimieren“).“

Alter Nazi-Witz: „Wie kommt ein Jude aus dem KZ? Durch den Schornstein!“ Merken Sie, wie ähnlich der Grad der Verrohung bei unserem Führungspersonal schon ist? Weder AfD noch Pegida sind so weit gegangen – aber auf dem Bundespresseball ist das Realität, ohne dass einer „Nazi“ schreit. Ich hoffe für die zu uns geflüchteten Menschen sehr, dass sie schnell den erwarteten Profit einfahren … sonst sehe ich schwarz für sie.

Sie sollten – wenn Sie immer noch von sozialer Revolution träumen – aber auch wissen, wer wirklich ihr Gegner sein wird:

„Der amerikanische Journalist Arthur Rowse behauptete in seinem Artikel über Gladio, dass „eine geheime Klausel im ersten Nato-Übereinkommen von 1949 forderte, dass ein Land, bevor es dem Bündnis beitreten konnte, schon eine nationale Sicherheitsbehörde eingerichtet haben musste, um Kommunisten durch geheime zivile Kader zu bekämpfen.“ (aus: Ganser, Nato-Geheimarmeen in Europa, Orell Füssli Verlag, 7. Auflage 2014, Seite 64)

Lesen Sie an der Stelle weiter, hören sie von Geheimabkommen der BRD zum speziellen Schutz von Rechtsradikalen in Deutschland aus dem Jahre 1955 – und die Ungereimtheiten über die NSU-Morde werden auf einmal überraschend plausibel: die alten Freikorps, die die Novemberrevolution niederschossen, sind immer noch eine besonders geschützte Art.

Dieses … nennen wir es mal: Bündnis zur Verhinderung jeglicher sozialer Reformen … ging angeblich sogar der Natogründung voraus. Jetzt können Sie auch verstehen, warum wir wählen können, was wir wollen, aber nichts ändern werden: die Nato selbst garantiert das Bestehen der sozialen Ungleichheit so wie die römischen Legionen den Erhalt des römischen Sklavenhalterstaates garantierten … sie und die lieblosen Idioten, die sich in den Gladiatorenarenen an dem Leid der anderen ergötzten – am Kampf jeder gegen jeden.

Revolution in Deutschand 2018?

War nur ein Scherz.

Kann man denn da gar nichts tun?

Nun – was für eine blöde Frage. Sehr viel sogar. Lesen Sie den hier geschriebenen Text noch mal – und Sie haben die Antwort auf Ihre Frage. Mehrere sogar. Und diese Antworten werde ich Ihnen auch nicht vorkauen … diese Leistung selbst zu erbringen, ist der erste Schritt zur nächsten Revolution –  und Ihr erster persönlicher Beitrag dazu.

 

 

 

 

 

 

Deutschland marschiert in den Krieg. Keiner merkts. Keinen interessierts.

Digital StillCamera

Samstag, 15.10.2016. Eifel. Guten Morgen, lieber Bürger! Ja momentan hören Sie etwas weniger von mir, ich bin halt „beschäftigt“ – wie man so schön sagt, was schade ist, denn die Dramen überschlagen sich. Jetzt muss ich mich sogar am Wochenende hinsetzen und noch mal nachfragen, ob Sie verstanden haben, dass wir im Krieg sind? Ja – ich weiß: seit 2014 schreibe ich über die wachsende Kriegsgefahr, teils mit sehr drastischen Worten – in der Hoffnung, das Dornröschenland wieder auf die Straße zu treiben. Sicher, Sie haben es da nicht leicht: die Marketingabteilungen der Armeen leisten ganze Arbeit – man spricht nicht mehr so über den Krieg wie früher, er heißt jetzt „bewaffneter Konflikt“ und wird vor allem immer nur aus guten „humanitären“ Gründen geführt. Seitdem sind sogar die deutschen Grünen mit Feuer und Flamme dabei, „gut sein“ gefällt denen sowieso, humanitär möchten sie auch sein und Molotowcocktails haben sie schon immer gerne geworfen: das brutzelt so schön, wenn es auf Fleisch trifft. Menschenfleisch, wohlgemerkt, der Grüne ist ansonsten vegan, um beim „gut sein“ noch eine Schippe drauf zu legen. Manchmal spricht man auch von einer „begrenzten Aktion“, von „Befriedung“, vom „Schutz der Bevölkerung“ – die Anzahl der Täuschkörper ist inzwischen riesig.

Diesmal jedoch wurde es offiziell im Fernsehen verkündet: Deutschland ist bald im Krieg – mit absoluter Sicherheit. Es waren keine kleinen Blogger, die in jenen Ecken wühlte, wo die Nachrichten auf dem Müll liegen, die Regierung und Opposition niemals hören möchten, sondern das Flaggschiff der deutschen Nachrichtenkultur (siehe Tagesschau):

„Das Bundeskabinett hat die deutsche Beteiligung an AWACS-Aufklärungsflügen über Syrien und dem Irak beschlossen. Wenn auch der Bundestag zustimmt, kann die Mission in wenigen Wochen beginnen. Militärisch ergibt sie Sinn, aber die NATO wird damit offiziell Kriegspartei.“

Sie haben wahrscheinlich überhaupt keine Ahnung, was da in Syrien passiert, oder? Sie haben ja noch nicht mal eine Ahnung davon, was in Deutschland passiert – doch dazu später mehr. Ihnen ist klar, dass Sie zur Nato gehören, oder? Und Ihnen ist klar, dass sich Ihr Land im Krieg befinden wird, wenn die Nato sich im Krieg befindet? Es ist Ihnen klar, dass gerade etwas ganz entscheidendes passiert – oder? Ich zitiere nochmal die Tagesschau – die haben Ihnen das ganz deutlich erklärt:

„Doch um militärische Fragen geht es bei dem, was das Bundeskabinett heute beschlossen hat, nur am Rande. Es ist vor allem politisch ein gewichtiger Schritt. Denn mit der AWACS-Mission wird die NATO ganz offiziell zur Konfliktpartei in Syrien und dem Irak. Bislang flog dort neben Russland nur eine Koalition der Willigen unter Führung Washingtons Angriffe. Mit dem AWACS-Einsatz ist nun die gesamte Allianz dabei.“

Ja – es geht nur um ein paar Aufklärungsflugzeuge, in denen viele Deutsche sitzen. Große Passagiermaschinen mit dicken Tellern auf dem Rücken, in denen massig Radar steckt. Die erkennen feindliche Maschinen auf riesige Entfernungen und können sie von anderen abschießen lassen: es besteht also keine Gefahr für „unsere“ Jungs. Darum geht es aber gar nicht: es geht darum, dass die Nato dann „Kriegspartei“ wird – ohne das jedoch irgendjemand das tolle Verteidigungsbündnis angegriffen hätte. Ein reiner Willkürakt, ein Angriffskrieg. Gegen wen? Wissen Sie wahrscheinlich auch nicht, ist auch nicht ganz so einfach, dass zu verstehen.

Mit erstaunlicher Offenheit klärt uns die ARD auch darüber auf, was hinter diesem Akt steht:

„Denn dort – gewissermaßen vor der Haustür der Allianz – agiert nun Russland mit beachtlicher militärischer Macht. Das sieht man vor allem in Washington mit Sorge. Auch deshalb haben sich die Vereinigten Staaten für den Einsatz der NATO-Aufklärer stark gemacht. Benötigt wurden die eigentlich nicht. Die Amerikaner haben fast doppelt so viele eigene AWACS-Maschinen wie die NATO, doch für ihr Kräftemessen mit Moskau wollen sie die Allianz an ihrer Seite wissen. Gut möglich, dass die USA auch aus diesem Grund Druck auf Ankara gemacht haben.

Nochmal: zum mitschreiben: „für ihr Kräftemessen mit Moskau wollen sie die Allianz an ihrer Seite wissen„.

Wir geben deutsche Steuergelder für eine unnnötige Aktion aus, die unser Land in einen Krieg mit Syrien bringt. Und anschließend mit Russland. Auf Befehl der USA.

Wissen Sie eigentlich noch, worum es da geht in Syrien? Ich war mal bei der deutschen Bundesregierung, dort liegen die Antworten ja offen herum, Antworten auf jene Fragen, die man noch stellen darf, ohne Verschwörungstheoretiker geschimpft zu werden. Warum sind wir also in Syrien? (siehe Bundesregierung.de):

Deutschland unterstützt Frankreich, den Irak und die internationale Allianz in ihrem Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS). Der Einsatz soll die Fähigkeit des IS zerstören, aus dieser Region heraus weltweite Terror-Angriffe zu steuern. Und der IS darf nicht länger die Möglichkeit haben, die Bevölkerung in Syrien und im Irak zu töten, zu foltern und zu versklaven. Ziel muss es sein, dass die Menschen in dieser Region wieder eine Perspektive haben.

Nun – wir kämpfen also gar nicht gegen Russland oder Syrien, sondern gegen den IS? Der hat gar keine Flugzeuge. Militärisch gesehen ist das eine Räuberbande: also Aufgabe der syrischen Polizei, sie zur Strecke zu bringen. Spannend auch die Landkarten, die den IS als riesige Bedrohung darstellen: hauptsächlich herrschen die über lebensfeindliche Wüste…und wären theoretisch den Luftschlägen der Regierung hilflos ausgeliefert.

Es ist natürlich nicht nur der IS, der dort tötet, foltert und versklavt. Töten und foltern ist dort Hobby aller Milizen – außer vielleicht der kurdischen, weshalb die dann vom Natoland Türkei bombadiert werden – aber ich will Sie jetzt nicht überfordern. Bleiben wir einfach mal in Syrien und überlegen, wie es dort zu diesen Feierlichkeiten kam („Krieg“ sagt man ja nicht mehr, da muss auch ich mir Synonyme ausdenken). Die Information dazu kann man ganz offen der sogenannten „Lügenpresse“ entnehmen (hier mal: die FAZ):

Die Vereinigten Staaten bildeten eine Allianz mit Israel und Saudi-Arabien, um das Assad-Regimes zu stürzen. Von Wikileaks wurden kürzlich geheime Unterlagen aus dem Jahr 2006 veröffentlicht, wonach die Vereinigten Staaten aufgrund einer Schwachstellenanalyse des Assad-Regimes Strategien zum Umsturz in Syrien entwickelte. Der amerikanische Investigativjournalist Seymour Hersh hat 2007 die Allianz zwischen den drei Staaten zum Sturz der syrischen Machthaber aufgedeckt und nachgewiesen, dass hier Terrorkämpfer für einen Machtwechsel in Syrien ausgebildet wurden.

Ja – so war das geplant – und so wurde das auch durchgeführt. Und wir erfahren gleichzeitig auch, warum Lügenmedien zurecht Lügenmedien genannt werden – welchen Wert diese von Lügenmedien stammende Aussagen allerdings hat, ist bei dieser Ausgangslage natürlich fraglich:

Die Destabilisierung der Herrschaft von Assad ist in dem Augenblick zum Tragen gekommen, als die ersten syrischen Proteste einsetzten. Während westliche Medien nur von dem brutalen Vorgehen des Regimes gegen friedliche Demonstranten berichteten, sind inzwischen etliche Terroranschläge auf die Sicherheitskräfte belegt worden, bei denen Dutzende von Soldaten des Regimes getötet wurden.

Ja – wie von vielen aufrechten Demokraten vermutet, werden wir nicht immer über alle Facetten der Wirklichkeit informiert, sondern nur über die, die der Regierung (bzw. den USA) nützlich sind. Alle anderen Fakten sind „Verschwörungstheorie“, die erst sehr viel später Wirklichkeit werden dürfen – oft Jahre später.

Man stelle sich mal vor, die Medien hätten von Anfang an von Bombenangriffen auf unschuldige Soldaten durch die CIA berichtet: wir hätten eine neue „raus aus der Nato“-Bewegung. Diese Art der Informationssteuerung durch regierungstreue Journalisten kennt man auch in anderen totalitären Staaten – wie Syrien. Ja – sicher ist Syrien ein totalitärer Staat – der zehntausende Menschen auf dem Gewissen hat. Aber wir haben auch eine Waffe gegen diese Staaten entwickelt, aus unseren eigenen Erfahrungen mit pychopathischen Regimen, deren „Rechtsnachfolger“ wir ja als Bundesrepublik unbedingt werden wollten: wir gewähren Asyl, wie auch uns Asyl gewährt worden ist, nehmen den Zorn der Despoten billigend in Kauf, in dem wir ihren Gegnern Obdach gewähren … jedenfalls momentan noch. Von den Medien vervielfältigte Bilder zu immensen Massen von Flüchtlingen, die – zumindestens visuell – Deutschland „überfluteten“, haben zu einer Stimmung geführt, die … gewaltige Einschränkungen im Asylrecht befürchten lassen, dass die Regierung im Handumdrehen aus dem Asylrecht ein „Einwanderungsrecht“ gemacht hat – in einem der dicht bevölkertsten Länder der Welt – hat diesen Trend noch verstärkt. Ohne diese Lügen wären Pegida und AfD heute gar kein Thema.

Ach ja – Pegida und AfD. Um Ihnen klar zu machen, was hier passiert, mal eine Gedankenspiel. Stellen Sie sich mal vor, Nordkorea, China und der Iran hätten für sich beschlossen, „Merkel muss weg“. Einfach mal so. Sie hätten viel Geld in die Hand genommen und Führungskader ausgebildet, die die Pegida-Jugend an der Waffe ausbildet und einige Bundeswehreinrichtungen in die Luft jagen … dutzende Tote inklusive. Die Waffen dazu hätte man in Kroatien gekauft, dort, wo auch Saudi-Arabien die Waffen für „seine“ islamistischen „Rebellen“ in Syrien kauft – mit Hilfe der CIA (siehe Spiegel). Was hätten wir hier für eine Aufregung! Gut – China, Nordkorea und der Iran scheinen hinreichend rechtstreu und moralisch so weit hochstehend zu sein, dass die bislang auf solche Ideen gar nicht gekommen sind.

Saudi-Arabien jedoch – da laufen die Uhren anders. In den USA sowieso.

Wissen Sie, was die Tagesschau über Saudi-Arabien weiß? Hören Sie mal genau zu (siehe Tagesschau):

Seit Jahrzehnten predigen die mächtigen Religionsgelehrten des Königreichs einen aggressiven, antiwestlichen Islam. 15 der 19 Attentäter des 11. September 2001 waren saudische Staatsbürger. Der Untersuchungsbericht des US-Kongresses zu 09/11 deckte auf, dass einige von ihnen sogar Geld von saudischen Staatsbediensteten erhalten hatten. Der Export des religiösen Extremismus ist seit Langem saudisches Programm, auch in Deutschland. 2003 enthüllte Panorama, dass in der König-Fahd-Akademie, einer saudischen Schule in Bonn, muslimische Eltern aufgerufen wurden, ihre Kinder auf den Dschihad, den „Heiligen Krieg“, vorzubereiten. „Das haben wir damals nicht gewusst“, bekennt der frühere Staatssekretär im Auswärtigen Amt Jürgen Chrobog. „Es gab noch keine Gefahr der Destabilisierung durch den Djihad oder Ähnliches“, beschreibt der ehemalige deutsche Spitzendiplomat die damalige Haltung zu Saudi-Arabien im Panorama-Interview.

Ja – die haben nicht nur in Syrien zum“heiligen Krieg“ ausgerufen – den wollen die auch in Deutschland sehen. Sie köpfen Regimegegner wie die IS, sie steinigen Frauen wie die IS – und sie versklaven Menschen wie die IS. Ja – die versklaven sogar Menschen in Deutschland – wir achten nur nicht so sehr darauf (siehe Tagesspiegel). Wir können nur nichts dagegen tun, weil sonst die diplomatische Immunität der Saudis in Gefahr wäre. Auch Deutsche werden versklavt – in Katar, dem weiteren Verbündeten der USA im Kampf gegen Syrien (siehe Focus).

Saudi-Arabien, Katar und die USA sind unsere Kampfgenossen in der Schlacht um Syrien, in die wir jetzt eintreten … mit einer kleinen Entscheidung über unnötige Awacs. Nun – wir sind ja sowieso schon dabei – als Deutsche. Eine Fregatte zum Schutz eines französischen Flugzeugträgers (gegen den IS, der weder Schiffe noch Flugzeuge hat) und moderne Recce-Tornados zur Aufklärung – die angesichts der vielen „Kollateralschäden“ aber wohl völlig versagen. Warum sind wir eigentlich schon da – ohne, dass das groß diskutiert wurde? Immerhin – wir würden ja auch blöd gucken, wenn syrische Kampfjets Bielefeld fotografieren würden – was eine enorme Verletzung unsere nationalen Souveränität darstellen würden. Ich frage noch mal die Bundesregierung:

„Rechtsgrundlage für die Entsendung ist das Recht auf kollektive Selbstverteidigung in Artikel 51 der UN-Charta. Zudem hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen alle Nationen dazu aufgerufen, die notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung des sogenannten IS in Syrien zu ergreifen (Resolution 2249 vom 20. November 2015).

In dieser Resolution heißt es unter anderem: Die Nationen werden aufgefordert, „sofern es ihnen möglich ist, sich dem Kampf gegen den IS anzuschließen und ihre Anstrengungen zur Verhinderung von weiteren Angriffen der Gruppe zu verdoppeln.“ Die Staaten werden zudem dazu aufgerufen, „in den vom IS kontrollierten Gebieten im Irak und in Syrien mit allen Mitteln in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht, der UN-Charta und den Menschenrechten tätig zu werden, um Terrorakten zuvorzukommen, diese zu unterbinden sowie die Rückzugsräume zu zerstören.“

Deutschland unterstützt Frankreich auch im Rahmen der Beistandspflicht unter den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Diese Pflicht steht in Artikel 42 (7) des EU-Vertrags. Die Entsendung erfolgt im Rahmen und nach den Regeln eines „Systems gegenseitiger kollektiver Sicherheit“ nach Artikel 24 (2) des Grundgesetzes.“

Kollektive Selbstverteidigung? Hat Syrien Frankreich angegriffen? Behalten Sie bitte in Erinnerung, dass die Tagesschau (siehe oben) Sie über den Kriegseintritt der Nato informiert hat. Kriege … sind Auseinandersetzungen zwischen Staaten – und als solcher hat dieser Krieg ja auch begonnen: Israel, Saudi-Arabien und die USA gegen Syrien. Methode: Destabilisierung durch Banditengruppen, Terroranschläge gegen das syrische Militär, fortlaufende Bewaffnung von staatsfeindlichen Banden … bitte um Entschuldigung, ich kann die moderne Sprache noch nicht ganz, habe den Kopf noch zu sehr voller Staats- und Menschenrechte. Den EU-Artikel können Sie mal selbst nachlesen (siehe dejure.org) … mich verwirrt es zu sehr, weil ich kein Jurist bin und mir keine Meldung vorliegt, dass syrische Streitkräfte französischen Boden betreten haben – ich habe nur Meldungen über islamistische Bombenleger vorliegen, deren antiwestliches Zentrum im menschenrechtsfeindlichen Saudi-Arabien liegt … das wir aber dann nicht bombadieren.

Kommandiert eigentlich Frankreich dann unsere Streitkräfte – wenn die doch nur im Rahmen der Beistandspflicht der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union eingesetzt sind?

Nein. Wird Sie jetzt nicht wundern, wenn Sie die Botschaften zwischen den Zeilen lesen können … immerhin arbeiten auch bei der „Lügenpresse“ – neben eiskalten Karrieristen mit festen Blick auf fette Pöstchen – ganz aufrechte Demokraten. Ich frage mal die Bundesregierung, wer unsere EU-Streitkräfte kommandiert:

„Ganz oben steht das US-amerikanische Hauptquartier CENTCOM in Tampa (Florida), das die gesamte Operation der internationalen Koalition koordiniert.

Darunter gibt es das Hauptquartier der Koalition in Kuwait, das auch die Marine-Einsätze steuert.

Die Luftwaffenbasis in Al Udeid (Katar) koordiniert die Luftstreitkräfte. Von dort aus werden die Aufträge an die Tornados erteilt. In diesen Stab sind auch deutsche Soldaten integriert.“

Unsere Soldaten werden von Kuweit und Katar aus kommandiert. Über allem thronen die USA. Ich frage lieber nicht weiter – sonst heißt es nachher wieder, ich sei ein rechter Verschwörungsnazi. Ich zitiere lieber noch ein wenig Günther Meyer, den Leiter des Zentrums zur Forschung der arabischen Welt  (siehe FAZ):

„Es handelt sich hier vorrangig um nationale Interessen und strategische Zielsetzungen. Dabei werden Menschenrechte und Forderungen nach Demokratie nur vorgeschoben, um die Unterstützung der Bevölkerung zu gewinnen. Bei keinem der politischen Akteure, weder Russland noch den Vereinigten Staaten noch Großbritannien und Frankreich, geht es primär um humanitäre Ziele. Gerade von den Vereinigten Staaten wissen wir, dass Menschenrechtsverletzungen vorwiegend bei den politischen Gegnern, dagegen kaum bei befreundeten Staaten angeprangert oder gar geahndet werden. Solange es diese doppelten Standards in der westlichen Außenpolitik gibt, kann man den angeblichen humanitären Interessen keinen Glauben schenken.“

Deshalb laufen ja die Grausamkeiten wie Folter und Zwangsheirat junger Mädchen zur Belustigung der Kämpfer (wir würden diese Mädchen „Sexsklavinnen“ nennen) einfach weiter – trotz Klage der UN (siehe UNorg). Warum wir nicht einfach die vielen jungen Mädchen aus Syrien und dem Irak aufnehmen, anstatt die jungen Männer – ich will da gar nicht nachfragen, da hängen zu viele Tabus dran.

Es geht um Krieg mit Russland (siehe oben). Und dem Iran. Und … wohl auch China, wenn ich mir die fortlaufende Eskalation in Asien anschaue. Darüber wurde ja schon oft gesprochen – nur interessiert das hier keinen. Warum auch?  Die Armee Russlands ist so klein, die würden Deutschland wohl nie erreichen. Panzerschlachten in Polen und der Ukraine – gibt coole Sondersendungen im Fernsehen. In HD. Superbilder. Auch live – das gibt Superquoten. Ob in einem denkbaren Krieg mit Russland die Nuklearkarte gezogen wird, ist fraglich: selbst Massenmörder Hitler ist davor zurückgeschreckt, Gas gegen London einzusetzen – obwohl die Lager voll waren. Der nächste große Krieg wird in den Ländern des Warschauer Paktes ausgetragen, in den Wüsten Arabiens und den Inselwelten des Pazifik – der deutsche Michel kann sich entspannt zurücklehnen … weil er das weiß. Klar, einige seiner Kinder werden im russischen Matsch verrecken, in der Wüste verdursten, im Pazifik von Haien gefressen werden – aber wenn das alles vorbei ist, geht es der Wirtschaft wieder richtig gut: da locken Billionenaufträge zum Wiederaufbau – so die eiskalte Kalkulation des fetten Bildungsbürgers.

Hier jedoch … muss ich mal meine Stimme erheben.

Krieg – ist teuer. Dutzendmal so teuer wie „Sozialstaat“. Krieg frisst Geld wie ein unersättlicher Moloch – mehr, als der Staat jemals hat. Darum greift er dann auf Ihr Geld zu: ob Ihnen das passt oder nicht. Das macht er heute schon. Ein kleines Beispiel aus Norddeutschland zeigt, was ich meine (siehe NDR): da kostet die Beihilfe zur Straßensanierung jedem Häuslebauer bis zu 140 000 Euro – wer sein Haus schon abbezahlt hat, darf es nochmal tun. Wenn die Nato jetzt bald im Krieg ist – wie die Tagesschau meldet – können Sie sich schon mal für Ihr Häuschen einen Multiplikator der Summe ausdenken: 1,2; 1,5; 1,8; … oder 3 – 5. „Zwangshypothek“ nennt sich dass dann, ein beliebtes Mittel zur Kriegsfinanzierung. Wie Sie sehen, laufen schon jetzt enorme Summen auf, um unsere maroden Straßen zu finanzieren – Sie werden Augen machen, was erstmal alles möglich ist, wenn Kriegsrecht herrscht – was im Kriegsfalle ja der juristische Normalzustand ist.

Sie sehen: es gibt doch noch einen Grund auf die Straße zu gehen. Wohl den einzigen, den Sie akzeptieren werden: der Krieg wird Ihnen all´ Ihre Ersparnisse klauen … und Ihnen sogar ihr Häuschen kosten, dass die Bank dann einzieht, wenn Sie die Horrorraten monatlich nicht mehr begleichen können. Alles schon mal dagewesen. Für die, die an den Hebeln der Macht sitzen, wird dieser Krieg – mal wieder – einen Riesengewinn bringen. Ja – „wir“ werden ihn aller Wahrscheinlichkeit nach gewinnen (weshalb Ihnen das ganze Drama ja bis jetzt egal ist) … aber SIE werden ihn bezahlen – und deshalb mit Sicherheit verlieren.

Darüber sollten Sie mal schnell nachdenken, bevor der Bundestag der Kabinettentscheidung zustimmt – was er wegen dem „Fraktionszwang“ der „freien und ungebundenen“ Abgeordneten zweifellos tun wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schokolade als Planungsgrundlage der Weltpolitik

7_schokolade

(Gastbeitrag von Till Eulenspiegel, Foto: vom Autor)

Der Militärputsch in der Türkei ist misslungen. Doch die Suche nach den Schuldigen bleibt nicht aus.

Aus der Homepage des österreichischen Staatsfernsehens:

Die USA sind über Vorwürfe, in den Umsturzversuch involviert zu sein, massiv verärgert. Höchst irritiert zeigten sich indessen die USA von Unterstellungen, auf irgendeine Art und Weise mit dem gescheiterten Militärputsch zu tun gehabt zu haben. Außenminister John Kerry habe am Samstagabend erneut mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlut Cavusoglu telefoniert, um Hilfe bei der Aufklärung der Ereignisse anzubieten, erklärte sein Sprecher John Kirby. Gleichzeitig habe Kerry klargestellt, dass „öffentliche Andeutungen oder Behauptungen“ über eine Beteiligung der USA „völlig falsch“ und „schädlich“ für die Beziehungen zwischen beiden Ländern seien.

Die Hilfe bei der Aufklärung von Verbrechen kann aber leider auch so sein (siehe Die Zeit):

Die Verteidiger der fünf mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 haben eine Verfahrensunterbrechung wegen angeblicher Ausforschung ihrer Unterlagen gefordert. E-Mail-Konten der Anwälte seien überwacht worden und „Hunderttausende“ Dateien von einem Computernetzwerk der Militärjustiz verschwunden, über das die Verteidiger sich austauschten, sagte die Verantwortliche für die Verteidigung vor militärischen Sondergerichten, Oberst Karen Mayberry.

Also die „Drahtzieher“ des 11.09.2001 waren zu diesem Zeitpunkt 2013 schon 12 Jahre ohne Urteil im Gefängnis. Es ist allerdings schon sehr lange bekannt, dass die Geheimdienste unseres großen Bruders um die riesigen Rohstoffreserven Afghanistans buhlten. Aus dem Spiegel erfährt man:

„Washington – Das karge Afghanistan ist reich an Bodenschätzen. Erst investierte in den achtziger Jahren die Sowjetunion massiv, dann spekulierten die Taliban auf die Ausbeutung – nun brüsten sich die USA mit einer Sensationsmeldung: US-Geologen hätten einer Untersuchung zufolge riesige Mineralvorkommen entdeckt. Schätzwert: fast eine Billion Dollar.“

Indes erzählt uns N-TV über 1000 Nazis als Spione unseres großen Bruders: Die USA haben nach dem Zweiten Weltkrieg mindestens 1000 Nazis als Spione eingesetzt. Das zeigen ehemals geheime Dokumente, die mittlerweile freigegeben wurden. Die CIA schützte sie sogar vor Verfolgung.

Woher die lückenlose Überwachung, die Snowden so kritisiert, also wohl stammt?

Es gibt die Info über riesige Lithium- und Goldvorkommen in Afghanistan  aber auch schon wesentlich früher. Man kann auch über die Drogengeschäfte der Geheimdienste unseres großen Bruders googeln. Lieber über https://ecosia.org – denn da schützt man noch zusätzlich Regenwald. Also die Triebfeder des Afghanistan-Krieges war Drogen und Rohstoff -Schokolade?? Aber jetzt geht es ja noch weiter.

Denn Saudi-Arabien soll schuld am 11.09.2016 sein (siehe CNN). Da geht es eben um gute schwarze Ölschokolade (bezüglich WTC  gibt es ja im Nachrichtenspiegel ohnehin schon einige effiziente Links). Ja, also eines ist klar: Der Umsturz hat nichts mit der gut in der Süddeutschen Zeitung nachvollziehbaren Revolutionswelle von Marokko über Libyen, Tunesien, Ägypten , Syrien … Ukraine zu tun. Sondern es entdecken findige Geister, dass Erdogan angeblich den Umsturz mit teilweiser Zerstörung des Parlamentes selbst gemacht hat. Vorher hatte er sich mit Russland versöhnt, die Angriffe gegen Syrien bleiben lassen wollen und dann sich selbst einen Angriff mit teilweiser Zerstörung  des Militärgerätes, mit Kidnapping des Militärstabschefs, des Luftwaffenkommandanten und  sogar laut griechischen Meldungen Kidnapping des Flottenkommandanten geleistet? Der große Bruder im Westen ist natürlich vollkommen unschuldig. Sputniknews: Seit Wochen kursierten im politischen Washington Gerüchte über einen Militärputsch in der Türkei. Ausgelöst hatte diese Vermutungen der Artikel „Could there be a coup in Turkey?“ von Michael Rubin im Blog des neokonservativen „American Enterprise Institute“.

Also Erdogan wurde nicht etwa vom russischen Geheimdienst informiert, und auch im Putsch beschützt, und hatte deshalb eine Versöhnung mit Russland durchgeführt und angekündigt, Syrien in Zukunft in Ruhe zu lassen … ?? Also Erdogan ist der Gute, oder der Böse. Gerade in der letzten Zeit wurde der Genozid gegen die Armenier immer öfter völkerrechtlich anerkannt. Und gerade so wie vor der Maidan Revolution in  der Ukraine gegen Russland, fand ja ein richtiges Türkeibashing statt. Warum jetzt? Warum nicht schon vor 100 Jahren?  Und dann kam der Putsch, den Erdogan ja angeblich selbst initiiert haben soll. Und die Türken in Europa, eigentlich europäische Staatsbürger, demonstrieren in Berlin oder Wien für Erdogan?  Die fühlen sich eigentlich als Türken?

Ja, die Frage ob ein Mensch ein Terrorist oder ein Freiheitskämpfer, ein weiser Staatsmann oder ein Massenmörder ist, das ist oft nur eine Frage des Bezugsystems. Also der Geographie oder der Zeit. Also Atatürk hat in Izmir ein riesiges Denkmal. Die Menschen verehren ihn sehr. Einige Kilometer weiter auf einer griechischen Insel, ist dieser Mann ein Massenmörder.

Prinz Eugen, ein österreichischer Feldherr, der die Türken weit zurückdrängte, wurde einige Jahrhunderte in Österreich verehrt, für die Türken ist er ein Massenmörder.

Auch so Bandera aus der Ukraine. Für die Russen ein Faschist, der auch gegen die Stalintruppen aber wohl auch gegen Hitler gekämpft hat. Für die Ukrainer ist er ein Nationalheld? Ein Journalist hat recherchiert, dass sowohl er, als auch die Familie Banderas im KZ waren und Bandera in München vom KGB ermordet wurde.

Jürg Jenatsch, der für die Schweiz viel gekämpft hat, ist ein Schweizer Nationalheld. Für die Österreicher war er wohl damals ein Terrorist? Die Taliban? Die Kurden? Stalin selbst, eigentlich ein Massenmörder. Doch scheint sogar das nationale Russland immer wieder zu vergessen, dass Stalin nicht nur Massenmorde, Massendeportationen durchführen ließ? Stalin ließ sämtliche jüdischen Berater bis auf einen hinrichten, und ließ auch die Juden verfolgen.

Und Putin? Im Moment der Zar von Russland? Der ist doch der Böse? Der hat doch verhindert, dass der Westen zu seiner Schokolade kam?

In Griechenland wurden nun die Goldvorkommen an einen  Kanadier verkauft, auch die Ölreserven müssen verkauft werden? Seither sind die Griechen wieder die Guten? In Italien wurde trotz Wirtschaftskrise das Vermögen der Oligarchen steuerfrei und nicht angetastet, da müssen aber die Pensionisten 50% Steuer zahlen, die Italiener sind eben auch die Guten. Und wenn jemand nicht folgt, so wie die Schurkenstaaten nach Bush, dann gibt es Missernten, Erdbeben, Unwetter? (kaum zu glauben, aber wie zuletzt schon berichtetet, wird das, was man nicht nur z.B. auf dieser Homepage eines Segelfliegers und Klima-Umwelt-Friedensaktivisten über Geo-Engineering und Wettermanipulation zu lesen bekommt und was man früher als platte Verschwörungstheorie  abgetan hätte, mittlerweile auch hochoffiziell von Spiegel und ORF berichtet  und von US Konzernen auf internationalen Kongressen neuerdings als profitables Geschäftsmodell propagiert.)

Aber Denken wird wohl nicht verboten sein? Es ist zwar gefährlich, doch wenn z.B. die bayrische Regierung zu viel denkt, und auch die Bundeslinie nicht mitträgt, dann gibt es Unwetter? Allerdings kann kein Erdbeben oder Unwetter nur annähernd den Schaden eines Atom-Weltkrieges erreichen. Also wäre es im Sinne des Überlebens vielleicht doch nötig, auch weiter zu denken und nicht nur transatlantisch zu folgen? Außer man hat Suizidabsichten? Oder man steht unter Drogen? (siehe Spiegel: „Deutsche koksen ungeahnte Mengen“).

Und in der Ukraine, da gehört das Familiensilber des Staates, die Kornkammer Europas dem Staat. Da der pleite ist, winken noch sehr gute Geschäfte, wenn die Felder dann den Agrokonzernen gehören werden. Ja und es gibt tatsächlich Schokolade in Hülle und Fülle. Da ist der Schokokönig Poroschenko der Chef. An jeder 2. Gasse in Kiew gibt es einen Schokoladeladen von Poroschenko. Er hat sein Vermögen nicht so wie Janukowitsch (für seinen Sohn) vertausendfacht, sondern nur einige Male vermehrt. Der größte Teil der Fabriken Poroschenkos steht in Russland! Allerdings war Janukowitsch bei Amtsbeginn auch kein Oligarch. Aber auch für Janukowitsch war die Schokolade in Form von Schwarzkonten in Europa wichtiger als seine Funktion als Ministerpräsident, deshalb hatte er Russland nur wenig um Unterstützung gebeten.

Und wenn jemand wie Erdogan oder Putin dem großen Bruder im Westen nicht ganz folgen, dann sind sie halt die Bösen?  Auch wenn das Budapester Referendum, in dem Russland die Unversehrtheit der ukrainischen Grenzen garantiert wurde, nicht eingehalten worden ist. Die Ukraine hatte in Vertrauen auf dieses Referendum sämtliche Atomwaffen an Russland weitergegeben. Doch hat Russland die damaligen Grenzen eben nicht akzeptiert.Ja, Putin der Zar Russlands. Da gibt es eine Oper von Lortzing, die heißt Zar und Zimmermann. Da kam Peter der Große nach Europa und lernte Schiffsbau. Der Statthalter der Stadt sang da in etwa: „Denn ich bin gut und weise, und mich betrügt man nicht“ – und bemerkte nicht, dass der Zar von Russland gerade da war. Vielleicht ein kleiner Vergleich mit Istanbul jetzt? Wer weiß?

Testament Peters des Großen Fälschung oder nicht, dieses Testament beschreibt die Politik Russlands gegenüber Nachbarn und Minderheiten. Wenn man liest, wie die Politik Russlands gegen Polen oder z.B. Tschechien, Ukrainern, Protestanten u.a. über Jahrhunderte war, dann versteht man, wieso Madeleine Albright oder  Obama-Berater Zbigniew Brzezinski die Welt als Schachbrett ansahen und das alte Russland als Feind hatten. Nicht umsonst ist Russland so riesig geworden.

Doch der spätere „Zar  Putin“, dessen  Wunsch es war, Russland nach dem Bilde Deutschlands zu formen, der als Geheimdienstagent die Stärken Deutschlands kennenlernen konnte, der wird durch die Adenauer Stiftung massiv bedrängt. Sein wichtigster Beraterumkreis sind deutschsprachige Experten.

Auch Friedensbemühungen behindern, möglicherweise, dass genug Kohle verdient werden könnte, aktuell z.B. ein riesiger Friedensmarsch der Orthodoxen Kirche in der Ukraine.

Wenn das alles so einfach wäre: In der Ukraine gibt es vor allem die ukrainische griechisch katholische Kirche, die eben auch sehr aktiv beim Maidan involviert war. Die strebt nach Westen. Die hat ihren Sitz in Rom und die orthodoxen Kirchen haben teilweise ihren Sitz in Moskau oder Kiew (siehe Wikipedia/Ukrainische Kirchen): Die Ukraine ist ein mehrheitlich konfessionsloses Land, wobei meisten gläubigen Einwohner Christen sind. Seit Jahren besteht zwischen fünf Kirchen, des orthodoxen wie des lateinischen Ritus, ein heftiger, emotional und auch politisch geprägter Streit um Legitimation und Immobilien. Der Islam stellt eine regional starke Minderheit.

Die Situation der Kirchen untereinander ist oft sehr schwierig. Auch werden die Kirchen immer wieder politisch von West und Ost instrumentalisiert. Beachtenswert ist es aber doch, dass über einen so riesigen Friedensmarsch nirgendwo in den offiziellen Medien des Westens berichtet wird.

Informationsstelle Militarisierung z.B. 2.5 S.18 Assoziierungsabkommen, spricht Bände. Also man erzählt der Bevölkerung von der Schokolade im Westen und bekommt ein Assoziierungsabkommen, das tatsächlich einigen wenigen viel Schoko bringt.

Aus S19 Informationsstelle Militarisierung:

„Einfuhr einer Ware aus dem Gebiet der anderen Vertragspartei oder bei der Ausfuhr einer Ware oder dem Verkauf einer Ware zwecks Ausfuhr in das Gebiet der anderen Vertragspartei keine Verbote oder Beschränkungen oder Maßnahmen gleicher Wirkung erlassen oder beibehalten, es sei denn, dieses Abkommen oder Artikel XI GATT 1994 und die Anmerkungen zu seiner Auslegung sehen etwas anderes vor.“ (Titel IV, Artikel 35)

Eine weitere Passage mit erheblicher Tragweite verbirgt sich hinter der unscheinbaren Überschrift „Annäherung von technischen Vorschriften, Normen und Konformitätsbewertungen“. Dort wird die Ukraine auf die Übernahme europäischer Produktions- und Zertifizierungsstandards verpflichtet, um überhaupt Waren in der EU verkaufen zu dürfen. Dazu dürften aber in nahezu sämtlichen ukrainischen Betrieben derart umfassende Investitionen nötig sein, dass dies eine fast unüberwindliche Handelsbarriere darstellt, die nur dort durchlässig werden dürfte, wo dies seitens der EU explizit gewünscht wird. Es liegt auf der Hand, dass sich der „freie und faire Wettbewerb“ mit den produktiveren und technisch deutlich weiter fortgeschrittenen westeuropäischen Unternehmen für die ukrainischen Betriebe unter solchen Bedingungen als hochgradig nachteilig entpuppen dürfte, wie auch der bereits zitierte Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien, Joachim Becker, kritisiert: „Die geo-ökonomische und geo-politische Stoßrichtung der Abkommen wird im Fall der Ukraine besonders augenfällig. Weit über die Handelsliberalisierung hinausgehend, soll die Ukraine teilweise in den EU-Binnenmarkt integriert werden. Das würde bedeuten, dass die Ukraine substanzielle Teile der Wirtschaftsgesetzgebung der EU übernimmt. Die Ukraine würde nicht nur Möglichkeiten des Außenschutzes für die nationale Ökonomie verlieren, sondern auch Schlüsseloptionen für die nationalstaatliche Industriepolitik (z.B. über öffentliche Ausschreibungen). […] Eine ‘tiefe und umfassende’ Freihandelszone ist Kernbestandteil des Abkommens. Für die Ukraine dürfte ‘vertiefter’ Freihandel und die Übernahme von Kernbestandteilen der EU-Wirtschaftsgesetzgebung allerdings auf eine Vertiefung der De-Industrialisierung und vertiefte Abhängigkeitsstrukturen hinauslaufen.

Wollt Ihr Ukrainer wirklich in die EU? (siehe Welt)? Die jetzige Situation in der Ukraine in den Zentren ist, dass es tatsächlich etwas mehr freien Geist gibt. Aber die Inflation hat die Währung seit 2014 auf ein Drittel reduziert. Die Bevölkerung leidet! Vielleicht sieht Poroschenko sein Schokoimperium, das er auch mit einigen Fabriken in Russland aufgebaut hat, in Gefahr, wenn die Stimmung zwischen Russland und Ukraine zu warm wird? Denn in der Wärme schmilzt bekanntlich die Schokolade. Für die Ukrainer ist es eine ausgemachte Sache, dass Putin und Poroschenko sich schon völlig anders als in Minsk über die Ostukraine geeinigt haben. Nämlich so wie Georgien und Ossetien.

Nicht so das westliche Militärbündnis und die EU, die mancherorts vor allem bei den Waffen nun durchaus gute Geschäfte machen. Was wäre die Rüstungsindustrie ohne Feind?

Es wäre so einfach den Konflikt zu beenden, denn alle Betroffenen haben genug davon. Eine blockfreie Ukraine, deren Unantastbarkeit der wohl neuen Grenzen, von EU und westl. Militärbündnis sowie GUS und Russland garantiert würden. Also kein Referendum mehr, sondern ein Staatsvertrag!

Der Brexit und seine wirklichen Folgen

Digital StillCamera

Montag, 27.6.2016. Eifel. Die Online-Zeitschrift „Der Spiegel“ – Deutschlands führendes Nachrichtenmagazin – wirbt gerne mit einer Rubrik: „Thema xy, endlich verständlich“. Selten hat mich etwas so amüsiert, gibt dieses Blatt doch durch diese Kategorie zu, dass sie eigentlich in der Regel völlig unverständliche Artikel schreiben. Es lohnt sich auch nicht, diese „endlich verständlich“ Artikel zu lesen: der Inhalt ist oft äußerst dürftig und klingt nach Pressemitteilung aus dem Kanzleramt. Was will man auch erwarten, wenn die Redaktion voll mit jüngen Bürschlein ist, die womöglich noch bei Mama wohnen, aber in der Anschaffung und im Unterhalt äußerst renditefreundlich sind und ihr Essen noch selber mitbringen. Es ist vielleicht aber gerade diesem Umstand zu verdanken, dass manchmal Informationen durchsickern, die wirklich wichtig sind – nur in den Artikeln halt untergehen, die überwiegend regierungskonformen Einheitsbrei servieren.

Worum es geht? Den Brexit. Sie haben vielleicht schon davon gehört. Die Geschichte, die dazu erzählt wird, ist hahnebüchen: es geht um die Rivalität von zwei kleinen Jungs, Mitglieder im selben Club, dem Bullingdonclub in Oxford, wo die alte Elite ihre neue Elite heranzüchtet (siehe Spiegel):

„Diese Episode erzählt alles über die dünne Schicht Auserwählter, die einmal das Land regieren werden. Sie sind Mitglieder des Bullingdon Club von Oxford, in dem sich die Nachwuchselite versammelt, sie wissen, dass sie ganz nach oben kommen. Einer der vier im Gras heißt Boris Johnson, später Bürgermeister von London, ein Zweiter ist David Cameron, derzeit No. 10 Downing Street. Die beiden anderen sind Söhne von Finanzleuten und inzwischen selbst Teil des Londoner Geldadels.“

Sie sollten diese Zeilen mehrfach lesen: mehr brauchen Sie nicht, um zu verstehen, was unsere „repräsentative europäische Demokratie“ wirklich bedeutet: politsche Macht und Finanzmacht werden schon in jungen Jahren eng verbandelt, damit später auch ja nichts schief geht. Und gewählt kann werden, was in den Bullingdonclub gesetzt wurde – so funktioniert Herrschaft in Zeiten der gelenkten Massenmedien. Nennen Sie das aber bloß nicht Verschwörung: das würde Ihnen nicht gut tun – in der Familie, im Verein, in der Nachbarschaft oder auf der Arbeit. Dafür wurde schon gesorgt: wir leben in im „Liebesherzen-Heidi-Land“ (so meine Übersetzung der geheimen Parole), wo die Wiesen grün, der Himmel blau, die Berge weiß sind – hier gibt es keine Verbrechen, keine Not, kein Ungemach und keine egoistischen Menschen mit egozentrischen Absichten, die sich untereinander absprechen, um ganz viel Geld zu machen.

Garantiert nicht.

Ganz Europa ist ein Paradies ehrlich, aufrichtiger Friedensfreunde, denen nur gelegentlich – als kleines Maleur – ein Krieg mit neutralen Ländern aus der Tasche fällt. Nur manchmal kommt ein Feind daher und bringt die Ordnung durcheinander: ein „Populist“ – also jemand, der in der Tat wenigstens die Sprache des Volkes spricht, die alle anderen schon längst hinter sich gelassen haben, um sich den Humor der plutonomischen Oberschicht anzugewöhnen. Einer dieser Populisten hat jetzt etwas ganz schlimmes getan, was er sofort bitter bereut hat (siehe Manager-Magazin):

„Boris Johnson ist Britanniens begnadetster Populist. Er verführte das Volk zum Brexit – und könnte dafür Premier werden. Darben werden diejenigen am meisten, die ihn unterstützten.“

Ja – er „verführte“ das Volk. Aus alter Rivalität zu seinem Freund David Cameron – so jedenfalls soll es (wie mir zugetragen wurde) im öffentlich-rechtlichen Rundfunk dargestellt worden sein. Auch das Managermagazin erweckt den Eindruck, dass die „Leave“-Kampagne ein Produkt von gelangweilten Bullingdon-Club-Mitgliedern am Ende ihrer persönlichen Karriere war, zu dem auch der Justizminister gehört  – denken Sie jetzt aber bitte nicht an eine verschworene, von Geburt an privilegierte Elite, die den Pöbel nur zum Machtgewinn missbraucht – denken Sie nur an die Folgen für sich selbst, wenn Sie sich erlauben würden, so zu denken, wie Sie es nicht sollen – Sie kämen sonst schnell zu dem Schluss, zu dem auch die Modeschöpferin Vivienne Westwood gekommen ist: „Politiker sind Kriminelle“ (siehe Epochtimes).

Es kann natürlich nicht sein, dass es an dem Konstrukt der „EU“ – einem Projekt der priviligierten Elite – etwas zu kritisieren gäbe, etwas, das den Zorn der wahlberechtigten Bürger erregt und sie nach Gerechtigkeit dürsten läßt. Es sei denn … man schaut genauer hin. Es gibt hierzu eine Grafik in einem Spiegel-Artikel, die sehr aufschlussreich ist – aber untergeht in dem „unverständlichen“ Wörterwust – das schließe ich jedenfalls aus der Tatsache, dass dieser Artikel nicht zu den „endlich verständlich“ Artikeln für den Pöbel gehört, sondern zu den unendlich unverständlichen Artikeln für den Rest. Der Artikel selbst ist jedoch schon Erwähnung wert: es geht um die „Bestrafung“ der Briten im Falle des Brexits, da wird mit harter Hand durchgegriffen („Wie die Europäische Union die Briten für den Brexit bestrafen würde“ , siehe Spiegel am 2.6.2016.)

Der Satz allein reicht schon, um den demokratischen Status der EU zu beschreiben: „Strafen“ werden bei „Straftaten“ verhängt – hier geht es jedoch um die demokratische Entscheidung eines Volkes, die möglicherweise den Granden der EU nicht gefällt. So etwas gibt es aber nur in autoritären Staaten, wo die Opposition dafür erschossen wird, dass sie Opposition ist (wie zum Beispiel der kurdische Anwalt Tarhi Elci, der sich zuvor den „Unmut der Behörden zugezogen hatte“ – siehe Spiegel). In der Türkei regt uns so etwas vielleicht ein klein wenig auf – wobei wir etwas unsicher sind, weil wir nicht wissen, welche Gebote gerade in der Meinungsbildung über die Türkei zu beachten sind, weshalb die aktuelle Verhaftung eines deutschen Bundestagsabgeordneten dort nur ganz kleine Wellen schlägt (siehe Spiegel).

Niemand echauffiert sich darüber, dass die „EU“ als hoheitliche Macht eins ihrer Gründungsmitglieder bestrafen möchte – so als wäre sie Kaiser der Europäer, dem Gehorsam geschuldet wird, niemand scheint auf die Idee zu kommen, dass allein schon diese Einschätzung Grund genug ist, dieses größenwahnsinnige Gebilde schnellstmöglichst zu verlassen (oder aufzulösen), wenn man die aussterbenden Restdemokratien noch schützen will vor Kräften wie in Polen, die sich nicht scheuen, ihre eigenen Verfassungsgerichte mit politischer Gewalt auf Parteikurs zu zwingen (siehe Spiegel).

Doch lesen wir weiter in jenem Artikel, wo es um die Strafen ging. Wir finden dort ein sehr interessantes Schaubild (das Dritte von oben), das uns Aufschluss über die Meinung der Menschen in Europa über ihre kaiserlicher Verwaltung gibt. „Mit welchen Begriffen assoziieren Sie die EU“ wird da gefragt – und die Ergebnisse ähneln sich in ALLEN LÄNDERN.

VERSCHWENDERISCH, ARROGANT, UNNAHBAR, UNEHRLICH – das sind die Begriffe, mit denen europäische Bürger die EU beschreiben. Nur eine kleine Minderheit hält sie für demokratisch (11 Prozent maximal, Ergebnis aus Deutschland), verantwortungsvoll (Maxium 13 Prozent aus Norwegen, die sind gar nicht in der EU), effizient (13 Prozent Maximum, wieder Norwegen, in Deutschland sind es nur drei Prozent) oder ehrlich (Bestergebnis: wieder Norwegen mit 6 Prozent, Deutschland: 2!). Da es es sich um absolute, überwältigende Mehrheiten handelt, möchte ich das Gegenteil nochmal deutlich herausstellen: die absolute Mehrheit der Europäer (vor allem jener, die wirklich in der EU sind) hält die EU für

UNDEMOKRATISCH (89 Prozent, Frankreich, Großbritannien, Schweden 92 Prozent)

VERANTWORTUNGSLOS (87 Prozent)

UNEFFIZIENT (87 Prozent, in Deutschland: 97 Prozent)

VERLOGEN (94 Prozent, in Deutschland: 98 Prozent)

Diese Ergebnisse einer Umfrage von Handelsblatt und Guardian erklären, wo es wirklich stinkt – und kommen Sie mir jetzt nicht mit dem üblichen Politikgewäsch, es handele sich nur um ein Marketingproblem in der Außendarstellung der EU! Das ist die Meinung der Bürger über ein Konstrukt, das ein idiotischer, psychopathischer, tyrannischer verlogener  Moloch geworden ist – wenn ich die Urteile der Bürger einmal in konkreten Beschreibungen zusammenfassen darf. Da bedarf es keines „Populisten“, der Menschen „verführt“, da sprechen Bürger aus Erfahrung – und je älter sie sind, umso deutlicher ist die Erfahrung. So einfach erklärt sich die Tatsache, dass die ältere Generation die EU so negativ sieht, während Generation Praktikum die Fördertöpfe in der EU vermissen würde.

Wie bitte? Stimmt nicht? Lesen Sie mal die Artikel zum Thema „Verschwendung in der EU“ (siehe Wiwo 2015, Wiwo 2014 oder Spiegel für das Jahr 2007), zu verantworten von fürstlich bezahlten Systemdienern, die das doppelte des bulgarischen Präsidenten verdienen (siehe Handelsblatt): da kommt Freude auf – beim Steuerzahler, der die luxuriöse Prasserei bezahlen darf – und bei den großen Parteien, die dadurch eine Extraportion Zuckerchen für verdiente Veteranen zu verteilen haben.

Und das „Demokratiedefizit“ der EU? Das ist schon ein Fachbegriff – und die Bundeszentrale für politische Bildung erklärt uns, was wir darunter zu verstehen haben (siehe bpb):

„Der Begriff D. beschreibt die mangelnde Legitimation des politischen Systems der EU aufgrund zu geringer Partizipationsmöglichkeiten der Parlamente und Bürger. Seit dem Vertrag von Maastricht (1992) nimmt die Zahl europ. Gesetze und Verordnungen beständig zu. Betrachtet man die EU als ein den Nationalstaaten vergleichbares politisches System, dann stellt sich die Frage, wie die EU politisch legitimiert ist: Das D. in der EU resultiert v. a. aus der mangelnden Anbindung der Kommission an das Europäische Parlament (EP) sowie aus der starken Stellung des Ministerrats, der nur indirekt legitimiert ist (die nationalen Minister sind durch nationale Wahlen legitimiert). Die Entscheidungen sind oft intransparent. Das EP besitzt (noch) nicht die gleichen demokratischen Rechte wie die nationalen Parlamente, und die Europawahlen sind mehr an nationalen und innenpolitischen als europ. Themen orientiert.“

Muss ich die anderen Vorwürfe auch noch belegen? Ich denke nicht: sie sind hinreichend lange genug bekannt – ohne das etwas dagegen unternommen wurde. Die Arroganz der Macht in Brüssel wird täglich demonstriert – sei es allein durch den Eindruck, es gäbe hier eine Instanz, die das Recht (ja, das RECHT – nicht nur die Macht) besitzt, demokratische Entscheidungen bestrafen zu dürfen.

Das ganze Drama Brexit zeigt allerdings noch mehr. Nicht nur, dass „Politik“ inzwischen von einer kleinen, verantwortungslosen Kaste gemacht wird (ja – nicht nur in Großbritannien), nicht nur, dass die EU in Europa ein Ansehen genießt wie die deutsche Wehrmacht ehedem in besetzten Ländern, sondern auch, dass unsere Regierung und die gesamte Wirtschaftsintelligenz an Dämlichkeit kaum zu übertreffen sind. Ja, harte Worte – aber wie soll ich die Tatsache kommentieren, dass am Tag des Brexits alle – quer durch die Bank – völlig ratlos da standen? Die Meinung der Europäer zur EU ist eindeutig, die Zustimmung zum Brexit (so unvernünftig sie auch scheint) war klar auszurechnen – doch die ignorante Arroganz der selbstverliebten „Entscheider“ ließ sie die Möglichkeit des Brexits völlig aus den Augen verlieren, ganz nach dem Motto, dass nicht sein kann was nicht sein darf. Nach diesem Motto könnte man keine Pommesbude erfolgreich führen – geschweige denn Megakonzerne oder Industriestaaten.

Diese Haltung zeigt sich auch in den Medien – niemand weiß genau, ob der Austritt der zweitgrößten Wirtschaftsmacht wirklich Geld kostet oder vielleicht sogar Gewinn bringt (aus Platzgründen erspare ich mir hier mal die Ausführlichkeit – recherchieren Sie selbst, ich habe aufgegeben … bin zu entsetzt über die Orientierungslosigkeit). Wahrscheinlich ist aber, dass Weingummi, Orangenmarmelade und schottischer Whisky billiger werden (siehe Tagesschau).

Dies ist wohl die wichtigste Folge des Brexits: die Erkenntnis, wie inkompetent unsere „Elite“ ist – gerade in den Themenbereichen, für die sie sich viel Kompetenz anmaßen und sich fürstlich entlohnen lassen. Aber sie würden sich auch fürs erfolgreiche „Bäuerchen machen“ fürstlich entlohnen lassen – daran habe ich keine Zweifel mehr.

Natürlich werden jetzt mehr „Exits“ folgen. Es werden sich genug Gimpel finden lassen, die das organisieren. Schon jetzt stehen genug Bullingdon-Promis der B- und C-Klasse (nun: die „Clubs“ heißen in jedem Land anders, das ist klar) in den Startlöchern, um Europa in seine Einzelteile zu zerlegen. Und sie werden Recht haben – wonach kaum noch einer fragt. 14000 reiche Lobbyisten aus der Konzernwirtschaft (siehe Lobbykontrol) haben dafür gesorgt, dass die EU ein blinder, idiotischer Tyrann wird – aber halt auch einer, dem man sich leicht durch Flucht entziehen kann. Jedenfalls – für eine Weile. In Zeiten, in denen Konzerne mehr Finanzmittel haben als europäische Staaten wird die Aufsplitterung der EU in viele kleine Einzelstaaten eine Katastrophe für die schwächeren Länder sein. Die Abspaltung Großbritanniens von der EU wird zu einem engeren Schulterschluss der „Five Eyes“ (zu diesem „Geheimbund“ siehe Tagesspiegel) führen, die Kluft zwischen den „Angelsachsen“ und „Europäern“ unter „deutscher Führung“ wird größer werden – und ein Krieg zwischen Europa und Russland beständig risikoärmer für die Insel, die sich auf dem gleichen Wege auch schnell aus der Nato verabschieden könnte – wenn die Saat der letzten Jahre aufgeht.

Wie bitte? Das geht Ihnen zu weit? Bitte informieren Sie sich – diese Bewegung läuft schon, angeregt von der EU (siehe Spiegel):

„Die EU will ihre Zusammenarbeit in der Außen- und Sicherheitspolitik massiv ausbauen. „Die Zusammenarbeit in Verteidigungsangelegenheiten muss die Norm werden“, heißt in der sogenannten Globalen Strategie von EU-Chefdiplomatin Federica Mogherini. „Wir Europäer müssen für unsere Sicherheit mehr Verantwortung übernehmen. Wir müssen bereit und in der Lage sein, abzuschrecken, auf Gefahren zu antworten und uns vor ihnen zu schützen.““

Weise von den Briten, sich dieser Entwicklung zu entziehen. Lauschen Sie mal, was unsere Intellektuellen gerade formulieren (hier Georg Diez im Spiegel):

„Auch das wurde hier schon mehrfach gesagt, vor allem in Zusammenhang mit der fatalen Griechenland-Politik der vergangenen Jahre: Der Zweite Weltkrieg hat einen überraschenden Sieger, und der heißt Deutschland.“

Wir wachsen in ein neues großdeutsches Reich hinein – ohne England, dass unser Anker in der angelsächsischen Welt war. Und wie zufällig sind gerade wieder deutsche Truppen in großer Zahl an der russischen Grenze aufmarschiert, an der Grenze zu jenem Volk, das fast dreimal soviel Tote im Zweiten Weltkrieg zu beklagen hatte wie die Deutschen – die meisten durch Deutsche Besatzungspolitik des gezielten Verhungerns (siehe hierzu: Götz Aly, Hitlers Volksstaat, Fischer Verlag, 2. Auflage 2011, Seite 201 – 205) Da – kommt Freude auf.

Und was gerade noch eingeht wie eine Primel: der Traum der kleinen Leute von Europa, einem konstruktiven Europa, kräftig genug, um sich gegen die Supermächte zu behaupten, menschlich genug, um ein sicherer Hort der Demokratie zu sein, eine kunterbunte Mischung vielfältiger Qualitäten, die – konstruktiv geführt und nicht nur dämlich verwaltet – großes hätten erreichen können, ein Leuchtturm der planetaren Zivilgesellschaft, die die Menschheit in den Zustand ewigen Friedens führen sollte.

Stattdessen … führen uns nun Nationalisten in den nächsten Krieg – infolge unserer Bequemlichkeitsverblödung ist sogar wieder ein Krieg Deutschland gegen Frankreich denkbar (siehe Focus) … Ende dieses Jahrhunderts.

Die wirklichen Folgen des Brexits – sind viel düsterer als das, was die Medien uns zu denken gestatten.

Ach ja – die Medien. Konzentriert in den Händen weniger reicher Mogule (siehe z.B. TAZ) waren sie im Endeffekt große Fürsprecher für den Brexit (siehe Deutschlandfunk) wobei der sich der Murdochkonzern  auch erlaubte, in manchen seiner Zeitungen die gegenteilige Meinung zu vertreten – um im unwahrscheinlichen Falle des Scheiterns auf auf der Seite der Sieger zu sein. So – bleibt man auf jeden Fall „oben“.

Und „Bregret“ – das Bedauern? Wohl auch nur eine Ente – wobei ich schon glaube, dass viele, die nur einen „Denkzettel“ verteilen wollten, nun blöd dreinschauen, wenn sie die Rechnung für diesen Zettel präsentiert bekommen.

 

 

 

 

 

 

Der „Merkel muss weg“-Blödsinn: über neoliberale Strategien und den nächsten Krieg

Digital StillCamera

Montag, 2.5.2016. Eifel. Ja, was für eine Gaudi. Die AfD hatte Parteitag. Neue Umfrageergebnisse zeigen sie bei 18 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern. Eine neue Macht erhebt sich in Deutschland, alle schreien: sie sei „rechts“. Ja: so weit sind wir schon – die Rückkehr der NSDAP ist kaum noch zu verhindern … so jedenfalls gebärden sich die Politiker des etablierten Systems, die um ihre Pfründe fürchten – und so gebärden sich auch die an ihnen dran klebenden Journalisten, die genau wissen, was nun zu geschehen hat: Merkel muss weg (siehe Spiegel – oder Focus).

Seltsam, oder? Wir erinnern uns: Spiegel, Focus, ARD, ZDF – das war doch die „Lügenpresse“. „Merkel muss weg“ – das war doch die Forderung der „Rechten“, die genau diese „Lügenpresse“ als Feindbild hatten.

Rechts? Ach ja.

Fordern Sie doch mal von ihren Nachbarn, ihren Arbeitskollegen, ihrer Familie eine Definition von „rechts“. Was genau ist das eigentlich? Nun – „rechts“ ist: Merkel muss weg. Dafür gab es ja eigens eine Demo von „Rechten“ (siehe ntv). Die deutsche Bundeskanzlerin muss ziemlich „links“ sein, wenn die „Rechten“ das Heil in ihrer Abwahl sehen. Da spricht ja auch einiges für: war doch ihr erste Kabinett ein Sammelsurium von Randgruppen – ein Behinderter, ein Mann mit Migrationshintergrund, eine Frau, ein Homosexueller. Merkel realisierte die Träume aller „Linker“ in diesem Land und hob diskriminierte Minderheiten in Machtstellungen. Was hat uns das gebracht?

Gar nichts. Außer eine Reduktion der Hotelsteuer für Reiche.

Zur Erinnerung: die letzten siebzig Jahre galt die CDU als „rechte“ Partei – mit dem Ausruf: „Multikulti ist gescheitert“ (Angela Merkel). Eine klassische „Ausländer raus“-Partei – mit entsprechendem Wahlkampf (siehe – zur Erinnerung – Hagalil aus dem Jahre 1999, die auch die CSU ins Auge fasste). „Links“ war damals „rot-grün“, die berühmt wurden durch die ersten Bombereinsätze im Ausland nach dem Zweiten Weltkrieg und die völligen Entrechtung nicht mehr mit Gewinn vermarktbarer Mitmenschen, bekannt als „Hartz IV“.

Warum heißt es eigentlich nicht: CDU muss weg? Immerhin: wir haben keine Monarchie, Angela Merkel wird von einer ganzen Partei gestützt, ja, sogar von einem ganzen Establishment. Ein einziger Misstrauensantrag im Bundestag, unterstützt von der Mehrheit der Abgeordneten: schon wäre Merkel weg. So einfach ist das. So machtlos ist sie – allein. Was soll also dieses „Merkel muss weg“-Geschrei?

Nun – es erfüllt seinen Zweck. Wir handeln wieder nach dem alten Sündenbockprinzip: verbrennt die Hexe, dann hat der Teufel keine Macht mehr über das Dorf. „Generation Doof“ macht Politik – mal wieder.

Hinter Angela Merkel steht ein ganzer Apparat, ein ganzer Konzern – ach was: die ganze, geballte Macht der Konzerne, der Wirtschaftskonzerne, der Religionskonzerne, der Politikkonzerne. Keinen Millimeter würde die Politik von ihrem Kurs abweichen … selbst wenn wir Che Guevarra als Bundeskanzler wählen würden. Ist Merkel weg – kommt eben der nächste Kanzlerdarsteller, der die gewünschte Politik durchführen würde. „Merkel muss weg“ – lautstark geäußert von den Kritikern des „Systems“, des „Establishment“ – ist nur ein weiterer Schachzug dieses Establishment, die – angeblich „rechten“ Kritiker nur weiteres ausführendes Organ des Systems, das in seinem Inneren in der Tat zutiefst faschistisch ist – zumindest, wenn Sie meiner persönlichen Auffassung folgen wollen, dass der Faschismus immer und überall eine Bewegung ist, die Macht (und Geld) um ihrer selbst willen anstrebt. Hören wir dazu eine Stimme aus der Wissenschaft (siehe Nachdenkseiten):

Daher ist es aus Sicht der herrschenden Eliten sogar gewollt und erwünscht, dass sich die Bevölkerung über die Gier von Bankern, die Verlogenheit von Politikern, die intellektuelle Korruptheit von Journalisten oder die Grausamkeit oder den Sadismus von Folterexperten ereifert – also über Eigenschaften von Personen, die gerade das Produkt tieferliegender, struktureller Bedingungen sind und in deren Kontext geradezu Qualifikationsmerkmale darstellen – und dabei die strukturellen und institutionellen Ursachen und somit die eigentlichen Zentren der Macht aus dem Blick verliert!

Die ganzen „alternativen“ Medien – eifrige Diener des Systems. Der ganze Aufstand gegen Merkel – ein weiteres von hundert Ablenkungsmanövern. Wollen Sie wissen, wo die Quelle dafür liegt? Nein, dass wollen Sie nicht, es wird dort richtig gefährlich. Ich sage es Ihnen trotzdem, beunruhige Sie gern (siehe Ag-Friedensforschung):

„Der Chef der US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP), Tom Curley, enthüllte vor wenigen Tagen eine fast unglaubliche Geschichte über die globale PR-Arbeit des US-Verteidigungsministeriums. Das Pentagon beschäftigt nur für ihre Öffentlichkeitsarbeit fast so viele Spezialisten, 27.000, wie das gesamte Außenministerium Beschäftigte hat (30.000).“

Nachrichtenagenturen – dorther beziehen unsere Medien den Hauptteil ihrer Nachrichten.

„Daß viele »westliche« Medien lügen, was das Zeug hält, ist kritischen Beobachtern seit langem klar. Neu hingegen ist, daß jetzt auch die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) etwas gemerkt hat: Ihr Chef Tom Curley kritisierte am Wochenende in der Universität von Kansas, der Druck der US-Streitkräfte auf Berichterstatter werde allmählich unerträglich. Hohe Generäle hätten gedroht, daß man »die AP und ihn zerstören wird, wenn er und die Nachrichtenagentur weiterhin auf journalistischen Prinzipien bestehen«. Seit 2003 seien elf AP-Journalisten für längere oder kürzere Zeit festgenommen worden.“

Das war 2009. Und diese Divisionen produzieren ziemlich viel Müll:

Für 2009 sei die Herausgabe von 5400 Pressemitteilungen, 3000 Fernsehspots und 1600 Rundfunkinterviews geplant – doppelt so viel wie vor zwei Jahren.

Wieviel die heute produzieren? Man weiß es nicht. Man kann aber andeuten, in welche Richtung das geht. 2013 schrieb ich etwas über seltsame Symbole im Vatikan, zitierte dabei einen Vatikan-Kenner (siehe Nachrichtenspiegel):

„Gegen Ende Dezember 1989 waren zehn Männer an den amerikanischen Präsidenten herangetreten, die als wahre Riesen in den größten, wichtigsten und wohlhabensten transnationalen Unternehmen galten. Männer, die die Kontrolle über Telekommunikation, und Elektronik und Öl, Agrarwirtschaft, Finanz- Versicherungs- und Rückversicherungswesen hatten“. (M.Martin, Der letzte Papst, Schneekluth 1997, Weltbild, Seite 221).

Ihr Anliegen? Die Warnung vor einem „Großeuropa“ inklusive Russlands, denen die USA nichts mehr entgegen zu setzen hätte.

Also wurde der große Pentagon-Apparat in Bewegung gesetzt, die Vorherrschaft der US-Konzerne über Europa (und den Rest der Welt) sicher zu stellen. Anfang 2014 standen wir am Rande eines neuen Krieges mit Russland, niemand nahm mehr Anstoß daran, dass wir das Hand in Hand mit faschistischen Kampfgruppen in der Ukraine taten. Wie durch Zauberhand waren in den letzen Jahren Nato-Basen rund um Russland geschaffen worden – „vertrauensbildende Maßnahmen“ sehen anders aus. Die deutsche CDU flankierte diese Maßnahmen im Rahmen der ihr nahestehenden Konrad-Adenauer-Stiftung und mischte sich massiv in die inneren Angelegenheiten der Ukraine ein, schickte sogar einen Wunschpräsidenten in dieses Land, der es bis zum Bürgermeister von Kiev schaffte. „Putin“ wurde überraschend ein Schimpfwort in Deutschland, trotz exzellenter wirtschaftlicher Beziehungen zu Russland marschierte die ganze deutsche Presse gegen ihn auf … ein Schulterschluß, der ihr letztlich den Titel „Lügenpresse“ einbrachte, so offensichtlich waren die Manipulationsversuche.

Das hiermit auch das Ende der freien Presse in Deutschland offenbar wurde, wurde nur am Rande diskutiert.

2016 ist das Großeuropa vom Tisch – dafür haben wir eine Reihe von enormen Krisen, viele begleitet von der US-Bank Goldman-Sachs, ohne deren Hilfe die „Elite“ in Griechenland gar nicht so viele Kredite auf Kosten der europäischen Bürger bekommen hätte – ja, sie wären gar kein Bestandteil der EU geworden. Die Anzahl der Krisen wurde 2015 um eine bereichert: die Flüchtlingskrise, die dem ganzen europäischem Kontinent einen beispiellosen Rechtsruck einbrachte, bis hin zu marodierenden Banden im Osten, die Jagd auf Flüchtlinge machen. Für Deutschland wurde medial ein massiver Druck für eine gedankenlose „Willkommenskultur“ ausgeübt, der – wie zu erwarten – massiven Gegendruck hervorbrachte. Wie durch Zufall kamen hauptsächlich junge, gesunde Männer ins Land. Während unser Wissenschaftler vor großen gesellschaftlichen Verwerfungen in China, Vietnam und Indien warnen, weil die Gesellschaften einen massiven Überschuss an jungen Männern haben (siehe z.B Stuttgarter Zeitung aus dem Jahre 2011), wird dieser Zustand in Deutschland künstlich herbeigeführt – unter dem Deckmantel einer „Willkommenskultur“, die schnell endete – und momentan darin gipfelt, dass in ganz Europa das Asylrecht praktisch abgeschafft wurde – außer für Syrer.

Man hätte Willkommenskultur auch anders gestalten können: Frauen und Kinder zuerst. Kinder vor allen Dingen – hätten sich hervorragend integrieren können, denn Kinder (auch Deutsche) kennen keinen Rassismus, finden das Fremde noch spannend und begegnen ihm mit großer Aufgeschlossenheit. Väter jedoch – sehen massive Konkurrenz um den Arbeitsplatz – eine Befürchtung, die in breiter Front von deutschen Konzernen angefeuert wurde, die sofort Platz hatten für die neuen Männer. Sicherlich erfolgt diese Selektion (die durch die Sperrung der Grenzen jetzt endgültig wird, da der Familiennachzug wohl der Vergangenheit angehört) nur zufällig.

Vielleicht sind Regierung und Wirtschaft ja einfach nur blöd, fällen ihre Entscheidungen ohne Plan nach aktueller Befindlichkeit, dem Wetter und dem willkürlichen Fall der Würfel – so jedenfalls könnte man vermuten, weshalb „Verschwörungstheorien“ ja auch massiv angegangen werden: immerhin setzen sie voraus, dass über Entscheidungen der Politik noch nachgedacht wird, dass Entscheidungen Ziele verfolgen und folgerichtig gefällt werden oder dass kriminelle Menschen geheime Pläne zum Machtgewinn schmieden … wie zum Beispiel TTIP. TTIP – ein „Handelsabkommen“ – wurde im Geheimen verhandelt. Beständig kommen neue „Geheimnisse“ heraus (siehe Spiegel). Zur Begriffsklärung: wenn mächtige Menschen im Geheimen Strategien zur Machtergreifung ausarbeiten, so ist das: eine VERSCHWÖRUNG. Kein Wunder, dass es verboten ist, sich über Ziel und Zweck dieser Geheimpolitik Gedanken zu machen. Was auch immer in diesen Geheimpapieren noch stehen mag, die auch unsere Abgeordneten nur unter entwürdigenden Bedingungen einsehen dürfen: von „Demokratie“ sind wir weit entfernt, wenn Regierungen im Geheimen zum Nachteil der Verbraucher und Bürger verhandeln.

Was die „Flüchtlingskrise“ brachte, die allein aus der Türkei her gesteuert wurde (weshalb auch gerade die Türkei ganz Europa erpressen kann, in dem sie den Flüchtlingshahn zu- und aufdreht, wie es ihr gerade gefällt): in ganz Europa bildet sich eine längst ausgestorben geglaubte Front von „autoritären“ (oder auch: faschistischen) Strömungen, wie geschaffen dafür, Unruhen im Volk nieder zu schlagen. Und dafür wird auch mitten in Deutschland geübt (siehe jungewelt):

„Rund 600 Polizisten und Militärangehörige haben in Weeze in Nordrhein-Westfalen angesichts verschiedener möglicher Szenarien in einer bürgerkriegsähnlichen Situation an einer Übung teilgenommen. Das am 15. April beendete Training fand auf einer privaten Kampfanlage statt, die auf einer verlassenen Kaserne des britischen Militärs entstand. Unter dem Titel »Lowlands Grenade« war dies Teil eines Programms, mit dem die Europäische Union die Zusammenarbeit bei gemeinsamen sogenannten Missionen verbessern will. Zur ersten Staffel 2014 waren Spezialeinheiten aus Kenia, Kamerun, Ruanda, Uganda und dem Sudan zugegen, in diesem Jahr waren Gendarmen aus der Türkei, Tunesien und Kamerun beteiligt.“

Was hier geschmiedet wird? Zufällig? Eine globale Schutzstaffel.

„2008 hatte die Europäische Kommission drei ähnliche Übungen in Italien, Frankreich und Deutschland finanziert. Damals war die Bundespolizei federführend und organisierte zuletzt ein sechswöchiges Training auf einer Kampfanlage der Bundeswehr. Mit von der Partie waren Gendarmen der berüchtigten »Berkut«-Einheit aus der Ukraine, die für Erinnerungsfotos in deutschen Wasserwerfern posierten.“

Der Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko informiert in dem Artikel über seine vergeblichen Versuche, die Übungen besuchen zu dürfen. Die waren wohl auch: geheim.

Ebenfalls hinter verschlossenen Türen beschlossen: die Entsendung von je einem Batallion der deutschen Bundeswehr nach Litauen, Polen und Rumänien (siehe Spiegel), als „Abschreckung“ gegenüber Russland:

„Obama hatte im Vorfeld des Treffens in Hannover signalisiert, dass er vor allem Militärbeiträge aus Deutschland und Großbritannien erwarte.“

Der Artikel enthält einen besonders süffisanten Spaß:

„Deswegen pocht Berlin auf eine strikte Einhaltung der Nato-Russland-Akte, die eine dauerhafte Stationierung von Truppen der Allianz an der Ostgrenze verbietet.“

Ja – die pochen – und schicken derweil drei Batallione an die Ostgrenze der Nato.

Und da wollen Sie mir wirklich klar machen, dass mit „Merkel muss weg“ das Paradies kommt? Ich möchte noch etwas zitieren. Es lohnt, den ganzen Artikel zu lesen, eine Warnung aus den frühen sechziger Jahren vor den Mächten, die heute ganz offen jetzt Weltherrschaft ausüben (siehe Telepolis):

Diese Verbindung eines gewaltigen Militärapparates mit einer großen Rüstungsindustrie stellt eine neue Erfahrung in den USA dar. Der gesamte Einfluss – wirtschaftlich, politisch, ja sogar spirituell – wird wahrgenommen in jeder Stadt, in jedem Parlament unserer Bundesstaaten und jeder Behörde der Bundesregierung.

Wir erkennen die Notwendigkeit dieser Entwicklung an. Wir dürfen aber auch nicht die Augen verschließen gegenüber ihren schwerwiegenden Folgen. All unsere Bemühungen, Mittel und Existenzgrundlagen sind betroffen; das gilt auch für die Struktur unserer Gesellschaft.

Das waren die Worte von Eisenhower, 34. Präsident der USA, der auch ganz konkret wusste, was „Rüstung“ für die Welt bedeutet:

„Jedes angefertigte Gewehr, jedes zu Wasser gelassene Kriegsschiff, jede abgeschossene Rakete bedeutet im Endeffekt einen Diebstahl an jenen, die hungern und die nicht ernährt werden und an jenen, die nichts anzuziehen haben. Diese waffenstarrende Welt verausgabt nicht nur Geld. Es kostet den Schweiß seiner Arbeiter, die Erfindungsgabe seiner Wissenschaftler, die Hoffnungen seiner Kinder Die Kosten eines einzigen modernen Kampfbombers entsprechen dem Wert von: einer modernen Schule aus Stein für mehr als 30 Städte. Es bedeutet zwei Kraftwerke, von denen jede den Bedarf einer Stadt mit 60.000 Einwohnern versorgt.“

Mit dem Geld hätte man die Welt in ein friedliches Paradies verwandeln können – gäbe es nicht jenen „Komplex“, der die Geschicke der Welt in eine andere Richtung lenken wollte – und dies mit Vietnam demonstrierte. Heute hat dieser Komplex 27000 Mitarbeiter allein für die Kontrolle der Nachrichten – ohne, dass es jemanden aufregt.

Ja: meckern Sie nur über TTIP. Ich kann Ihnen sagen, was geschieht, wenn die EU das wirklich ablehnt: das „Rating“ der Staaten wird massiv abgesenkt (weil ja die Investoren hier weniger Sicherheit haben), wir kriegen keine neuen Kredite und können weder Renten noch Hartz IV bezahlen … um es mal drastisch auszudrücken. Wir könnten damit sowieso Probleme bekommen: dieses Land mit seinen massiven Staatsschulden investiert gerade gigantische Summen für … Autobahnen (siehe Spiegel). Wir haben andere Probleme: grassierende Armut, eine Welle von Altersarmut, große Mängel bei der Bildung, ja – von dem Geld könnte man ganz Syrien wieder aufbauen. Aber: Autobahnen sind bei mobiler Kriegsführung unverzichtbar für den immensen Nachschubbedarf moderner Armeen. Da müssen die Menschen eben mal – zurückstecken.

Wissen Sie übrigens, wie man unter anderem politische Systeme nennt, in denen die Macht von Konzernen und die Macht der Militärs Hand in Hand gehen? Faschistisch. Nicht „neoliberal“, wie wir das heute gerne benutzen. Und dieser faschistische Komplex (fein zu trennen von der freiheitsliebenden Bevölkerung der USA) hat nun die größte Armee der Welt, die meisten Atomwaffen – und das meiste Geld.

Und den wollen Sie allen Ernstes mit „Merkel muss weg“ beseitigen?

Schon über ihn zu reden ist … gefährlich für den, der es tut. Man ist dann „rechts“ – woraus man folgern kann, dass es sich bei der Machtzusammenballung innerhalb der USA um eine linke Gruppierung handelt, die für Frieden, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit weltweit antritt. Selten so gelacht.

Und die Motivation der Menschen, die diesem Komplex dienen? Alles sadistische Psychopathen mit großem Lustgewinn bei Folter, Verstümmelung und Massenmord?

Nicht nur. Vielleicht nur Menschen, die der Tatsache ins Auge sehen, dass unsere Kultur dicht vor dem sicheren Kollaps steht, wie eine Studie der NASA darlegt (siehe Tagensanzeiger.ch) – und die für sich persönlich und ihre Familien eine bessere Ausgangsbasis schaffen wollen.

Sie sehen: man braucht gar nicht viel „Verschwörung“, um zu erkennen, warum die absolute Macht wollen. Und warum „Merkel muss weg“ ein klasse Ablenkungsmanöver ist – wie vieles in dieser Zeit. Ein Manöver, das verhindern will, dass wir erkennen, dass „Neoliberalismus“ die Rückkehr des Faschismus in der Maske der Demokratie ist.

Dritter Weltkrieg 2016: über großosmanische Reiche, Kriegsrecht in Europa und atomare Erstschläge

Digital StillCamera

Mittwoch, 25.11.2015. Eifel. Wer momentan die Grenze von Belgien nach Deutschland überquert, bekommt einen Geschmack von der Zukunft: schwer bewaffnete Truppen kontrollieren jedes Fahrzeug, viele Deutsche, die in Belgien wohnen (also: Miet- und Hausbauasylanten, die vor deutschen Hochpreisen flüchteten) müssen lange Wartezeiten in Kauf nehmen und blicken in die Mündungen scharfer Waffen. Die Begründung? Die Geheimdienste haben die Macht übernommen, können jederzeit durch Anschlagswarnungen Anschläge gegen die Menschenrechte zu jeder Zeit an jedem Ort vornehmen. In Frankreich ist es  noch schlimmer: 66 Millionen Franzosen stehen akut unter Kriegsrecht – so erfolgreich war bislang kaum ein Terroranschlag. Für Frankreich finden wir bei Telepolis einen Aufsatz, der schon jetzt die weit reichenden Hintergründe beleuchtet (siehe Heise):

„Außerdem dienen die Maßnahmen gegen den IS der Vorbereitung auf größere soziale Konflikte im Inneren. Insbesondere Frankreich steht wegen der Eurokrise unter zunehmendem wirtschaftlichem Druck. Um seine Konkurrenzfähigkeit am Weltmarkt zu erhöhen, muss das Land demnächst Sozialleistungen einschränken, die Arbeitsgesetze verschärfen und das Lohnniveau senken (In Deutschland bereits durch die Agenda 2010 geschehen). All diese Maßnahmen werden wegen der schon bestehenden sozialen Ungleichheit im Lande erheblichen sozialen Widerstand hervorrufen, der dann unter Zuhilfenahme der jetzt beschlossenen Einschränkungen des Versammlungsrechts, der erweiterten Überwachung des Internets und der Ausweitung polizeilicher und militärischer Befugnisse unterdrückt werden kann.“

Das gilt nicht nur für Frankreich:

„Die Regierungen der übrigen Euroländer haben keine Sekunde gezögert, sich dieser Strategie umgehend anzuschließen, ebenfalls demokratische Rechte einzuschränken und die Aufrüstung von Militär und Polizei anzukündigen.“

Auch wir bekommen mehr Geheimdienstler – gerade noch bevor eine Historikerkommission die Nazi-Netzwerke in den Geheimdiensten aufdecken würde. Ob das Ergebnis noch veröffentlicht wird oder vielleicht dann eher doch die nationale Sicherheit gefährdet, steht heute noch in den Sternen, denn: die Antwort könnte uns möglicherweise dann doch sehr verunsichern.

Während wir mit zumeist nutzlosem Nachrichtenmüll zugeschüttet werden (Mode, Fußball, Promis, Autos und vor allem: Fernseh“events“) und viel Zeit investieren müssen, die wirklich wichtigen Fakten mühsam selbst herauszufiltern, bereitet sich die westliche Welt auf einen Kriegsalltag vor, gewöhnt sich Tag für Tag mehr an Bilder, die wir schon längst vergessen glaubten.

Ja: der wäre schon schön bequem, so ein Krieg: für viele, vor allem für jene Kreise, die momentan drum bangen müssen, dass ihre Selbstbereicherungsorgien in den diversen Bankenskandalen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt werden, wie britische Militärs erforschten, droht sogar ein neuer Neomarxismus die Welt zu erobern: Zeit, sie mal ein wenig durcheinander zu bringen.

Es ist noch nicht lange her, da offenbarte uns Vizekanzler Gabriel die Existenz kriegstreibender Mächte in der Nato (siehe Spiegel), gestern haben diese Kräfte einen weitern kräftigen Schritt in Richtung Dritter Weltkrieg unternommen.

Was war geschehen? Ein russisches Flugzeug wurde über syrischem Gebiet abgeschossen – allerdings lesen Sie das so nicht in der Millionärspresse. Die formuliert das anders, um den Russen eine große Mitschuld zu geben und von den wahren Verantwortlichen abzulenken (siehe Spiegel):

„Ein Sprecher des US-Militärs bestätigte, dass die russischen Piloten über Funk zehnmal gewarnt worden seien: „Wir konnten alles mithören.“ Wahr ist offenbar aber auch, dass die Su-24 nur wenige Sekunden im türkischen Luftraum war. Das bestätigte ein Nato-Insider nach dem Sondertreffen des Nordatlantikrats, das direkt nach dem Vorfall in Brüssel einberufen worden war. Ein US-Regierungsvertreter hatte sich zuvor ähnlich gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters geäußert.“

Nur wenige Sekunden war die russische S-24 in türkischem Luftraum. Zehnmal war über Funk gewarnt worden, drei Kilometer legte die Maschine über türkischem Luftraum zurecht, man davon ausgehen, dass die Maschine also erst über Syrien abgeschossen wurde – warum sollte sich ein Flugzeug, dass über Syrien fliegt, auf Warnungen der türkischen Luftwaffe einlassen? Hätte man Frieden im Sinn, wäre das auch gar kein großes Thema: dafür gibt es Diplomatie. Doch leider … hat die Türkei ganz andere Pläne, die schon lange bekannt sind. Immer wieder tauchen Meldungen auf, die eigentlich beunruhigen sollten: die Türkei sei auf dem Weg zu einem neuen Sultanat (siehe Welt), von „wuchtigen historischen Dimensionen“ ist die Rede, wenn die Ausmaße dieses neuen Sultanats beschrieben werden: das reicht von Österreich bis nach Russland hinein, von Tunesien bis tief in den Saudi-Arabischen Raum (siehe Welt). Nachrichten, die einen verstören sollten: was geschieht dort im Reich der Türken?

Nun – es wird ein neuer Traum vom osmanischen Reich inszeniert, ein neo-osmanischer Kult erhebt sich, verherrlicht das Osmanische Reich und unterdrückt unbequeme Wahrheiten (siehe Deutschlandfunk), doch nicht nur kitschige Fernsehserien, die zufällig die dunklen Seiten des Sultans beleuchten, werden abgesetzt: auch große, regierungskritische Medienkonzerne werden ohne richterliche Legitimation besetzt und abgeschaltet (siehe Tagesschau) – wären das nicht unsere großen Freunde, man könnte von einem Polizeistaat reden, in dem auch Richter und Staatsanwälte unter enorem politischen Druck stehen (siehe Hintergrund).

Mehrere Minuten lang hatte der Pilot der türkischen Maschine Zeit, seine Entscheidung zu überdenken – beachtet man die üblichen Befehlsketten, so dürfte der Befehl von ganz oben gekommen sein – gerade angesichts der Tragweite der Aktion: immerhin schießt dort ein Natojet eine russische Maschine im fremden Luftraum ab – das ist unter normalen Umständen ein Kriegsgrund. Wir können nur von Glück reden, dass Putin nicht der Kriegstreiber ist, als den die Presse ihn gerne darstellt: sonst hätten wir heute schon Meldungen über Wellen russischer Raketen, die türkische Flugplätze zerstören.

Dass die Türkei sich mit dieser Aktion auf die Seite des IS gestellt hat und quasi als deren Luftwaffe fungiert, wird kaum wahrgenommen: immerhin war die Türkei einer jener Kunden, die den Mordbrennern vom IS das von denen geklaute Öl zu guten Preisen abkauften – jenes Öl, dass russische Bomber zuerst angriffen, um den Banden, die in Paris 130 Europäer getötet haben, die Finanzierungsgrundlage zu entziehen. Eigentlich ein logischer Schritt – wäre nicht die IS für Neoosmanen ein nützliches Instrument zur Durchsetzung ihrer Ziele: ein neues, großes, osmanisches Reich braucht ein destabilisiertes Umfeld, eine schwache UN, womöglich auch einen Krieg in Europa, um sich ausbreiten zu können, auch die Lenkung von Flüchtlingsströmen nach Europa – durch die Türkei aktiv vorgenommen (siehe FAZ) – ist eine wichtige Maßnahme zur Schwächung Kerneuropas, zudem kann man in Zukunft davon ausgehen, in Europa Verbündete zu haben, die dem neuen Reich dankbar sein werden.

Es ist nicht so, dass sich die Nato nicht bewusst wäre, dass sie einen Wahnsinnigen in ihren Reihen hat, der mit „westlichen Werten“ so viel anfangen kann wie die IS (allerdings noch lange nicht so brutal gegen die eigene – arme – Bevölkerung vorgeht wie Saudi-Arabien): erst vor kurzem warnte Jochen Bittner in der Zeit davor, dass die Nato „Erdogans nützliche Idioten“ seien (siehe Zeit), dazu missbraucht, seinen eigenen Krieg gegen die Kurden zu führen – unter dem Schutz der Nato. „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufspringen, bis wir am Ziel sind.“ – so ein Versprechen des neuen Sultans (siehe Zeit), der sein Ego schon mal mit einem gigantischen neuen Palast aufpolierte (siehe FAZ):

„Es sollte ein neuer großer Tag im Leben des großen Herrschers Recep Tayyip Erdogan werden. Einen Palast hatte er sich bauen lassen, in den das Weiße Haus sechsmal passen würde und der Amtssitz des französischen Präsidenten gar 27 Mal. Überhaupt soll es der modernste Regierungssitz der Welt sein.“

Dabei hat er auch gleich neue Maßstäbe in Punkto Autokratie gesetzt, die im Westen undenkbar wären:

„Dass Erdogan bei dem Bau, der 340 Millionen Euro gekostet hat, gegen die Bauordnung der Türkei verstoßen hat, ficht ihn nicht an. Der Palast wurde in ein Naturschutzgebiet hineingebaut, das auf Atatürk zurückgeht. Ein Verwaltungsgericht in Ankara hatte einen Baustopp angeordnet. Verächtlich soll Erdogan gesagt haben, dann solle das Gericht das Gebäude doch einreißen, „wenn es das kann“.“

Schauen Sie sich den Palast ruhig an: mit tausenden von Zimmern ist er wohl für einen Weltenherrscher gemacht. Vor dem Hintergrund wird verständlich, warum die Nato aktuell vor Eskalation warnt (siehe Spiegel), doch die Eskalation ist schon da: Russland läßt seine Bomber jetzt von Jägern begleiten und hat seinen Kriegsschiffen klare Anweisungen gegeben (siehe Spiegel):

Außerdem wurde der russische Raketenkreuzer „Moskwa“ angewiesen, vor der syrischen Mittelmeerküste Position zu beziehen und alle Ziele zu vernichten, die Russlands Luftwaffe in dem Bürgerkriegsland gefährden könnten.

Nachdem hunderte russische Bürger von der IS ermordet wurden, dürfte klar sein, dass Putin sein Gesicht verliert, wenn er die Türkei als Schutzmacht der IS weitere russische Bürger töten läßt. Und natürlich ist damit zu rechnen, dass Großmufti Erdogan seinen Kurs weiter fortsetzt, den Traum vom großosmanischen Reich unter seiner Führung weiter träumt und die Nato zu diesem Zwecke missbraucht – eine Nato, die sich Schritt für Schritt ebenfalls weiter auf den Krieg vorbereitet, in der ebenfalls Kräfte wirken, die gerne wieder einen großen Brand auf der Welt entfachen wollen – einfach, weil´s so schön laut knallt und es wieder Orden gibt.

Man muss schon weit außerhalb der Millionärspresse suchen, um zu sehen, was aktuell im Pentagon diskutiert wird – in aller Öffentlichkeit, was ein Reporter des WSWS vor Ort bei drei Kongressanhörungen  mitbekam (siehe Linkezeitung):

„Der amerikanis­che Mil­itär– und Geheim­di­en­stap­pa­rat bere­itet sich derzeit sys­tem­a­tisch auf den drit­ten Weltkrieg vor. Das Pen­ta­gon betra­chtet einen mil­itärischen Kon­flikt mit China oder Rus­s­land, oder sogar mit bei­den Staaten gle­ichzeitig, als unver­mei­dlich. Diese Per­spek­tive ist mit­tler­weile die treibende Kraft hin­ter den aktuellen tak­tis­chen und strate­gis­chen Projekten.“

Die Pläne des Natopartners USA reichen so weit, dass sie den Natopartner Türkei fast freie Hand zur Jagd auf russische Flugzeuge geben. Sogar die konservative deutsche Presse weist darauf hin (siehe Focus):

„Die USA sind die größte Bedrohung für den Westen. Da ist sich der kanadische Professor Michel Chossudovsky sicher. Er behauptet, dass die Amerikaner einen atomaren Erstschlag gegen Russland in Erwägung ziehen – was zwangsläufig zum dritten Weltkrieg führen müsse. Eine krasse These, für die der Kanadier jedoch Unterstützung von anderen Experten bekommt.“

Ein atomarer Erstschlag gegen Russland – der Traum aller Psychopathen, die selbst kaum etwas zu befürchten haben. 19000 Bomben werden jetzt – im laufenden „Kampf gegen den Terror“ – an Saudi Arabien geliefert (siehe jungeWelt): hier bereitet man sich auf groß angelegte, lang andauernde Kriegsoperationen vor. Wer wird dort bewaffnet? Der Spiegel informiert (siehe Spiegel):

Was den Terror gegen Frauen, Homosexuelle oder Andersdenkende angeht, sind die Saudis die Großmeister der Arabischen Halbinsel. In diesem Jahr haben sie schon mehr Menschen geköpft als der IS. Sogar Teenager werden hier hingerichtet. Enthauptung und anschließende Kreuzigung lautet das Urteil gegen Ali Mohammed Baqir al-Nimr, weil er es als 17-Jähriger gewagt hatte, gegen das Königshaus zu demonstrieren.

Was muss ich da lesen? Todesstrafe wegen Homosexualität? Todesstrafe wegen Abwendung vom Islam? Amputationen von Händen und Füßen bei Raub und Diebstahl? Steinigung bei Ehebruch? Saudi-Arabien – der Freund des Westens, der – nach offizieller Verschwörungstheorie – die meisten Attentäter zu „nine-eleven“ beisteuerte, die höchste Twitter-Begeisterung für die Taten des IS aufbringt, dessen Mitglieder des Königshauses in großem Stil Kokain aus Syrien schmuggeln (siehe t-online) und die besten Kunden deutscher Waffenexporteure sind, die  – ganz ungeniert – 350 Bundestagsabgeordnete mit „exklusiven Lobbyreisen“ gefügig machen, finanziert von der „Deutschen Gesellschaft für auswärtige Politik“ (siehe Spiegel): wo bleibt da eigentlich die große Empörung der deutschen Zivilgesellschaft, die sich gerade daran ergötzt, wem man eigentlich alles ungeniert und unverschuldet einen „Nazi“-Aufkleber verpassen kann … so wie früher einen Judenstern?

Gleichzeitig erfolgen Angriffe auf die Krim, die dort natürlich die gesamte Zivilbevölkerung treffen, der man von heute auf morgen die Stromversorgung zerbombt hat (siehe Zeit) während die Ukraine den „Islamischen Staat“ mit Luftabwehrraketen ausstattet (siehe Epochtimes): so sind die dann in der Lage, auch mal ein paar französische Passagiermaschinen abzuschießen und können auf die Rekrutierung von Selbstmordattentätern verzichten. Gleichzeitig müssen wir Deutsche erfahren, dass wir 15 – 20 Millionen illegale Waffen im Land haben (siehe Spiegel): wer Geld hat, kann hier jederzeit kleine Privatarmee nach dem Vorbild der Oligarchen in der Ukraine aufstellen und im Krisenfall schnell die Herrschaft über eine weitgehend unbewaffnete Bevölkerung übernehmen: diesen Waffen stehen nur 240000 Polizisten gegenüber (siehe Statista): ein Krisenpotential der besonderen Art.

Natürlich kämen wir noch gegen diesen Wahn an – noch. Doch nicht mit diesem Personal, denn den deutschen „Selbstoptimierern“ mangelt es an der wichtigsten Fähigkeit zur Politikgestaltung, an einer Kernkompetenz: der Ernsthaftigkeit (siehe Prof.Dr. Heinz Bude im Spiegel): was kann einem auch schon geschehen, wenn man selbst „Fit for Job“ ist, einen „heißen Body“ hat und finanziell „voll im Lack“ ist?

Nun – die Antwort auf die Frage ist ganz einfach: das Kriegsrecht und die Einberufung, der man nichts mehr entgegensetzen kann, weil alle Bürgerrechte durch das Kriegsrecht ausgehebelt werden. Wäre einem das klar: die deutsche Friedensbewegung (jetzt auch schon „Nazis“ … also: „superultrahyperböse“, ganz anders also als die Saudis …so weit sind wir schon wieder) könnte wieder Millionen von Menschen auf die Straße bringen, Parlamentsmehrheiten verschieben und für produktive Allianzen quer durch alle Parteien sorgen, politische Entscheidungen mitgestalten (wie den ´Rausschmiss der Türkei aus der Nato, was die Kriegsgefahr enorm minimieren würde – oder die Auflösung der Nato zugunsten einer EU-Verteidigung, mit der Russland und China kein Problem mehr hätten … und die Islamisten wahrscheinlich auch nicht).

Doch was geschieht im Land der „Schpassfanatiker“?

Nichts. Noch nicht mal, als ein Innenminister ihnen dringende Informationen vorenthielt, um die kleinen Doofen nicht zu verunsichern: man hätte ihm ja auch „Populismus“ vorwerfen können. Dass so die Geheimdienste einen Freibrief bekommen, jederzeit und überall für Terror zu sorgen, wird gar nicht mehr gesehen.

Wirklich: fahren Sie mal an die belgische Grenze – sie ist nicht weit von hier. Dort können Sie für einen kurzen Moment erleben, wie es es, wenn Bürgerrechte im Kriegsfall außer Kraft gesetzt werden, können erleben, wie es ist, wieder in die Läufe geladener Maschinenpistolen zu blicken. Oder reisen Sie auf die Krim: Strom ist im Kriegsfall ganz schnell Mangelware. Könnte ganz schnell ein Blick in die deutsche Zukunft sein … bevor die Bomben fallen.

Vielleicht sogar genau die, die die USA jetzt an Saudi-Arabien verkaufen.

 

Weltkrieg 2016 – die Player bringen sich in Position

Digital StillCamera

Freitag, 6.11.2015. Eifel. Wir Bürger werden ja derzeit medial sehr beschäftigt: in Deutschland droht eine neue Machtergreifung der NSDAP. 20000 Sachsen in Dresden stellen die größte Gefahr für Deutschland dar, die es seit Hitler gegeben hat. Wie üblich, wenn etwas absolut ungefährlich und unbedeutend ist, stürzt sich der Nobelvierteljournalismus voller Begeisterung auf die verschwindend kleine Minderheit, die mit der Einwanderungspolitik der Bundesregierung nicht völlig konform geht. Kein Tag vergeht, ohne dass nicht vor der neuen „rechten Gewalt“ gewarnt wird, die den gesamten Staat in Gefahr bringt, zudem machen sich breite Teile der Bevölkerung auf der Jagd nach – vermeintlichen – Rechten, um die Gefahr möglichst groß zu reden: die Zeiten erinnern an 1944, wo Kinder und Nachbarn die größten Feinde jener Menschen waren, die im Radio das falsche Programm gehört hatten.

In diesem hysterischem Getöse gehen wirklich wichtige Nachrichten vollkommen unter, ja, selbst wirklich wichtige offizielle politische Aktivitäten werden kaum wahrgenommen. So war Vizekanzler Sigmar Gabriel – sonst auch gerne auf der Jagd nach dem „Pack“ in Deutschland – zwei Tage in Moskau zu Gesprächen mit Wladimir Putin, was kaum eine Zeitung zum Anlaß großer Kommentare nahm. Dort äußerte er etwas Sensationelles (siehe Spiegel):

„Es sei eine „Riesenhürde“, dass die ukrainische Regierung die Grenze des Separatistengebiets zu Russland weiterhin nicht kontrollieren könne, sagte Gabriel. Es gebe Kräfte in Europa und in den USA, die kein Interesse an der Beilegung des blutigen Konflikts hätten. „Denen wollen wir keine Chance geben.““

Der deutsche Vizekanzler im Reich des Bösen. Und was erfahren wir nebenbei – wie üblich nicht interessiert an dem Artikel, der schon eine  irreführende Überschrift hatte, um möglichst viele Leser zu desinteressieren? Dass es Kriegstreiber gibt, Menschen in Europa und den USA, die einen Krieg forcieren … um mal die diplomatische Formel „kein Interesse an der Beilegung des blutigen Konfliktes“ in verständliche Sprache zu übersetzen. Es gibt Menschen in der Nato, die wollen einen Krieg … und zwar gegen Russland, so schließe ich aus den Aussagen, denn sonst macht es keinen Sinn, dies gegenüber Putin zu erwähnen. Hier wurde offen mit Weltkrieg und nuklearem Holocaust gedroht – fein in diplomatische Sprache gepackt

Die demokratische Zivilgesellschaft würde nun zuerst fragen: ja, wer ist denn das? Welche Lumpen und Halunken wollen einen Krieg in Europa entfesseln – oder einfach nur einen Bürgerkrieg in der Ukraine hochkochen? Nun – das werden wir aus den Kreisen des Nobelvierteljournalismus nie erfahren: da begeben wir uns in die Sphäre echter, auch lebensbedrohender Gefahr. Kritik an den USA ist in Deutschland tabu wie Kritik an der Einwanderungspolitik, das Stichwort ist: „Antiamerikanismus“, der von enschlägigen transatlantischen Agenten schon mit „Antisemitismus“ gleichgesetzt wurde – als ob irgendwo schon jemand gefordert hätte, alle US-Bürger auszurotten. Das Magazin „Hintergrund“ beschrieb vor einiger Zeit, wie mit dem Schlagwort „Antiamerikanismus“ Kritiker auch innerhalb der USA zum Schweigen gebracht werden (siehe Hintergrund): so als ob „Amerikanismus“ eine Religion wäre, die keinen Gott neben sich duldet. Dabei gibt es ofiziell gar keinen Amerikanismus – weshalb „Antiamerikanismus“ in ziemlich dämlicher Begriff ist.

Nun wartet ein gutes Stück Arbeit auf uns, denn: die Existenz kriegstreibender Elemente innerhalb der Nato geht uns persönlich was an und wäre sogar ein Fall für den Staatsanwalt: Vorbereitung eines Angriffskrieges ist auf dem Boden der Bundesrepublik Deutschland ausdrücklich verboten. Welcher Staatsanwalt würde sich aber schon dem Vorwurf des „Antiamerikanismus“ aussetzen wollen? Wenn aber die Medien sich nicht für die Kriegstreiber des Westens interessieren, bleibt uns nichts anderes übrig, als uns unsere eigenen Gedanken zu machen. Das wird zum Teil sehr schwierig werden, weil wir es mit einem Untersuchungsobjekt zu tun haben, das zur Herbeiführung eines völkerrechtswidrigen Angriffskrieges vor großen Lügen nicht zurückschreckt … wie eine bei t-online veröffentlichte Meldung von AP im Dezember letzten Jahres erkennen lies (siehe t-online): welch´ ungeheures Ausmaß an krimineller Energie muss vorhanden sein, um eine ganze Nation zu belügen – und sie zu Henkern einer anderen Nation zu machen. Wir sollten das im Hinterkopf behalten, wenn wir uns dem zweiten Thema nähern.

Putins Sondergesandter und ehemaliger Botschafter Russlands in den USA Wladimir Lukin erklärte im Februar 2015 dem Spiegel, wie die Nato in Russland wahrgenommen wird, wobei er vielen Verschwörungstheorien über den Maidan-Aufstand jedoch eine Absage erteilte (siehe Spiegel):

Die verhängnisvollste Rolle spielte und spielt leider der Westen. Er versucht, mit EU und Nato die frühere Trennlinie in Europa zu verschieben – und zwar von der Elbe bis vor die Tore von Smolensk an unsere Westgrenze. Gleichzeitig schließt der Westen Russland aus diesem angeblichen Sicherheitssystem aus. Die Doktrin, Russland seiner historischen Einflusszone zu berauben, der Ukraine und am besten noch Weißrusslands, hat sich leider durchgesetzt gegenüber der Pariser Erklärung von 1990. Damals ging es darum, gemeinsam eine dauerhafte Friedensordnung in Europa zu schaffen.

Wenn es heute nicht mehr darum geht, eine dauerhafte Friedensordnung in Europa zu schaffen – worum geht es dann? Nun – das hat ja Putin direkt von Sigmar Gabriel erfahren: um Krieg – was er allerdings die letzten Jahre deutlich gemerkt haben müsste, seitdem Natotruppen immer dichter an russische Grenzen heranrückten – ohne Not und ohne direkte Bedrohung durch ein Russland, das man einfach auch bequem in eine europäische Sicherheitsordnung hätte einordnen können – zum Beispiel durch eine Nato-Mitgliedschaft. Dies wurde ja 2010 diskutiert (siehe Spiegel) – und was wäre das für ein großer Schritt in Richtung Frieden geworden – die ukrainische Frage hätte man im Nato-Hauptquartier lösen können, ohne Gewalt. 2015 sieht die Welt dann anders aus: voller Stolz präsentiert die Nato ihre „Very High Readiness Joint Tast Force“ mit deutlichem Einsatzziel: Russland (siehe Handelsblatt).

Die russische Schlussfolgerung ist also plausibel: angesichts der erdrückenden Übermacht der „Nato-Agressoren“ (als solche werden sie von vielen in Russland empfunden – wie ich dem Spiegel-Artikel von 2010 entnehme) sucht man sich Verbündete, die eine zukünftige russische Westfront entlasten werden und stationiert Truppen in Syrien, die dort wiederum mehr Natotruppen binden. Dort bombadieren nun russische Jagdbomber IS-Anhänger (oder sonstwen, wenn man der „amerikanistischen Reklame“ glaubt) – jene IS-Anhänger, die von der Türkei unterstützt wurden, um die Kurden auszurotten (siehe Spiegel). Zwar versichert mir der Spiegel, er würde mir den Krieg in Syrien endlich mal verständlich erklären (was machen die denn dann eigentlich sonst in ihren Artikeln?), doch sorgen die Worte nur für noch mehr Verwirrung, wenn ich erfahre, dass die von der Türkei unterstützte Bewegung IS die größte Gefahr für westliche Journalisten und Entwicklungshelfer ist.

Erinnern Sie sich noch daran, dass die Maidan-Revolution sich eigentlich gegen die Oligarchen des Landes richtete? Gegen jene Oligarchen, die nun mit eigenen Kampfeinheiten die Ukraine unsicher machen und die Regierung stellen, jene Oligarchen, die mit Leichtigkeit einen Schuldenschnitt bekamen (siehe Spiegel), von dem das Natomitglied Griechenland nur träumen kann – jenes arme, ausgeplünderte Griechenland, das von der Nato ganz offen aufgefordert wird, bloß nicht an den Rüstungsausgaben zu sparen (siehe Nato-Generalsekretär Stoltenberg im ZDF) – was ja Sinn macht, wenn einem der nahe Krieg vor Augen steht.

Wie üblich bei kriegerischen Auseinandersetzungen spielt man Schach, auf jeden Zug folgt ein Gegenzug, die Automatik des Krieges läuft ohne Unterlass weiter. Durch die Stationierung russischer Truppen in Syrien ist zudem der Kriegsfall nochmal wahrscheinlicher geworden: schnell könnten russische und türkische Flugzeuge in Gefechtshandlungen verwickelt werden – was den Bündnisfall auslösen würde, wenn man es als Angriff Russlands auf ein Nato-Mitglied ansehen würde. Ähnliches wird auch über der Ostsee riskiert, wo deutsche Jagdflugzeuge das erste Mal seit 1945 wieder voll bewaffnet patrouillieren  … nebenbei erfährt man, dass ähnliche Flüge schon seit Januar 2014 unternommen werden … und man kann erahnen, welche Brisanz hinter der Entscheidung steckt (siehe Spiegel)

„Im Inland dürfen die „Eurofighter“ die Mittelstreckenwaffen nur im Kriegs- oder Spannungsfall tragen, teilte die Luftwaffe mit.“

Die New York Times spricht inzwischen schon ganz offen von einem „Stellvertreterkrieg“ in Syrien (siehe Spiegel) … wobei die Ukraine eigentlich das erste Land ist, das diesen Stellvertreterkrieg ganz jenseits der ursprünglichen Absichten der Maidanbewegung austragen muss.

Bleiben wir jedoch bei Sigmar Gabriel und jenen Kräften innerhalb der Nato, die diese Kriege herbeiwünschen, für die die Ukraine ein willkommener Anlass war, einen neuen Krieg vom Zaun zu brechen. Was überrascht: diese Kräfte sind bekannt, sie haben schon 2004 Präsident Clinton aufgefordert, den Irak anzugreifen und sind bekannt dafür, dass sie „nine-eleven“ sehnlichts herbeigewünscht haben (siehe Wikipedia):

“Further, the process of transformation, even if it brings revolutionary change, is likely to be a long one, absent some catastrophic and catalyzing event – like a new Pearl Harbor.”

PNAC – der Plan für ein neues amerikanisches Jahrhundert – eine Denkfabrik, die von einer von den USA beherrschten Welt träumte, durch „nine-eleven“ zufällig genau das Ereignis bekam, dass sie dringend brauchten, um ihre verrückten Pläne in die Tat umzusetzen. Da gibt es auch bekannte – und in Folge sehr mächtige – Namen: Cheney, Rumsfeld, Wolfowitz, Armitage, Jeb Bush und auch John R. Bolton, der den Vorsitz des „Gatestone-Instituts“ inne hat, dass massive Fremden- bzw Flüchtlingsfeindlichkeit in Deutschland und Europa verbreitet (siehe Neopresse), ohne je von (pseudo)“linken“ Kreisen der deutschen Gesellschaft als „Nazis“ kategorisiert zu werden. Ja – hier greift das Tabu „Antiamerikanismus“, welches uns hindert, jene Kriegstreiber offen zu benennen, vor denen Sigmar Gabriel Putin warnt.

Immerhin hat das PNAC auch in Deutschland Sympathisanten, die schon 2004 warnende Briefe an Putin schrieben – unter der Schirmherrschaft des PNAC – Cem Özdemir zum Beispiel, Hand in Hand mit Karl Theodor von und zu Guttenberg (siehe den Originalbrief bei Archive-org): Allianzen, die den normalen Tagesschau-Bürger verblüffen dürften.

Nun – die Flüchtlingswelle: eine direkte Folge einer Welt, die sich auf den ganz großen Schlag vorbereitet, Schritt für Schritt, Zug um Zug: die Vernichtung ehedem sowjetfreundlicher Regime (Irak, Libyen, Syrien) hat ihnen ihrer zum Teil überraschend sozialen Staatsformen beraubt und potentielle Verbündete Russlands im Vorfeld eleminiert. Ob sie nun von „interessierten Kreisen“ gesteuert wurde oder nicht: die Flüchtlingskrise könnte schnell zum Anlass werden, die Bürgerrechte in Deutschland (und in ganz Europa) komplett auszuhebeln, wie EU-Präsident Junker offen zugibt (siehe Spiegel):

„Die Staatschefs verpflichten sich, die Fähigkeit ihrer Länder zu erhöhen, um denen in Not vorübergehend Unterkunft, Nahrung, Gesundheitsfürsorge, Wasser und sanitäre Einrichtungen zur Verfügung zu stellen“, heißt es. Sollten die Staaten dazu nicht in der Lage sein, stimmen sie zu, den sogenannten EU-Zivilschutzmechanismus (Civil Protection Mechanism) auszulösen. Darin wird die Zusammenarbeit der EU-Staaten im Katastrophenfall geregelt.

Zur Erinnerung: der Katastrophenfall – in Deutschland ausgerufen – beraubt uns augenblicklich einer ganzen Reihe von Bürgerrechten (siehe bbk.bund.de):

„§ 31 Einschränkung von Grundrechten Die Grundrechte der körperlichen Unversehrtheit (Artikel 2 Abs. 2 Satz 1 des Grundgesetzes), der Freiheit der Person (Artikel 2 Abs. 2 Satz 2 des Grundgesetzes), der Freizügigkeit (Artikel 11 Abs. 1 des Grundgesetzes) und der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 des Grundgesetzes) werden nachMaßgabe dieses Gesetzes eingeschränkt.“

Das heißt auf deutsch: Deutschland und ganz Europa können aufgrund der Flüchtlingskatastrophe schnell einer dem Kriegsrecht ähnlichen Notstandsgesetzgebung unterworfen werden: ganz bequem, wenn man Widerstand gegen kriegerische Handlungen im Ansatz unterdrücken möchte (allerdings wurde dieser Widerstand in Deutschland schon im Keim erstickt, in dem man die Friedensbewegung „nazifizierte“, also mit einem modernen „Code“ zu Aposteln des Bösen machte).

Die Kräfte, denen Sigmar Gabriel keine Chance geben will, haben alle Eventualitäten eingeplant und agieren mit großem Erfolg: niemand prostestiert mehr gegen die Erneurung der Atombombenlager in der Eifel, nur noch wenige trauen sich als „Friedensbewegung“ auf die Straße zu gehen – viele bleiben zu Haus, weil sie nicht als „Nazis“ diffamiert und verfolgt (bzw. gekündigt) werden wollen; notfalls könnte jeder Widerstand gegen die Kriegstreiberei durch Ausrufung des Katastrophenfalles mit brutaler Gewalt niedergeschlagen werden: 3 Millionen neue Flüchtlinge im nächsten Jahr (siehe Focus) erlauben der EU jederzeit, den Katastrophenfall auszulösen.

Ganz im Sinne des PNAC (über dessen Vernetzungen mit anderen Think-Tanks und Lobbyorganisationen ein andermal gesprochen werden muss) entwickelt sich auch die Situation im Pazifik, wo China (ähnlich Russland) gegen eine Einkreisung kämpft und eigene Zerstörer auf US-Schiffe hetzt, die Bauarbeiten der chinesischen Marine observieren (siehe Welt), ebenso verfolgen chinesische U-Boote US-Flugzeugträger, die im Pazifik patroullieren (siehe yahoo).

Nun – für den, der aktiv Nachrichten verfolgt (was ich Wladimir Putin zutraue), ist schon längst klar: der Krieg läuft. Durch Sigmar Gabriel wird – im Zusammenhang – die neue Botschaft deutlich: „knicke ein, oder PNAC macht Dich platt“. Er wird wohl nicht einknicken – angesichts des Putinhasses in deutschen Medien würde ihn wohl persönlich ein Pfahl wie Gaddafi erwarten: das motiviert nicht gerade dazu, klein beizugeben. Die bislang ungeklärte Mordserie an prorussischen Oppositionellen in Kiew (siehe Spiegel) zeigt, wohin die Reise gehen würde, wenn die Planer des PNAC mit ihren Plänen durchkommen.

Ach was: „wenn“.

Bislang läuft alles nach Plan. Schritt für Schritt wird das „neue amerikanische Jahrhundert“ Wirklichkeit: eine Wirklichkeit, die sich dann vollenden wird, wenn Russland und China so fest in Oligarchenhand sind wie der Westen.

Entwickelt sich mit dieser Geschwindigkeit alles weiter, dürften wir 2016 unseren Weltkrieg haben – und können absolut nichts mehr dagegen unternehmen.

Doch – wer länger nachdenkt, sieht: diesen Krieg haben wir seit 2001, als zufällig jenes Ereignis in die Welt trat, dass die Weltherrschaft einer Nation über alle anderen erst möglich machte. In jenem Krieg ist die Bundeswehr schon längst mit einem Asienkorps in Afghanistan vertreten, einem Land, dass eine direkte Grenze mit China hat. Nur dürfen wir über diesen Weltkrieg nicht reden – er ist in Kriegszeiten tabu wie viele andere Dinge auch, dafür sorgen die Agenten des PNAC in Deutschland … über die wir ein andermal reden müssen.

PS: PNAC hat sich 2006 aufgelöst, das stimmt. Die Nachfolgeorganisation jedoch ist weiterhin aktiv – mit martialischen Tönen und Kritik an Deutschland (siehe aktuell von gestern: foreignpolicy.org), dem man vorwirft, dass es leicht ist, sich gegen Provokationen und Eskalationen gegen Russland zu wenden, wenn man zehntausende US-Soldaten als Schutz im Land hat. Dank Nato-Strategie und PNAC-Freund Theodor von Gutenberg ist die neue, „schlanke“ Bundeswehr gar nicht mehr in der Lage, großartig an Gefechten mit modernen Streitkräften teil zu nehmen: von den ehedem sechs Panzerdivisionen der Bundeswehr sind nur noch zwei übrig, ohne die USA wäre an Kriegsführung gar nicht mehr zu denken … was eigentlich eine gute Nachricht wäre, gäbe es da nicht die „Kräfte in Europa und den USA“, die den Krieg wollen … und von denen wir jetzt dank Vizekanzler Kenntnis haben dürfen, ohne dass man uns als „Verschwörungstheoretiker“ verunglimpft … jenes moderne Wort, das den alten „Staatsfeind“ ersetzt hat und zum absoluten Gehorsam gegen die Obrigkeit aufruft … was man gerade in Kriegszeiten gut gebrauchen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

STATIONIERUNG NEUER ATOMRAKETEN IN DEUTSCHLAND – ODER WARUM…

…WARUM MAN BEI SCHLECHTER SICHT ZUERST DIE BRILLE UND DIE SCHEIBE  PUTZEN SOLLTE, BEVOR MAN LOSFÄHRT

abomb

(Fotoquelle: United States Department of Energy /Public Domain)

Wenn man mit dem Auto im Winter losfährt, so putzt man normalerweise seine Autoscheibe, wenn diese vereist ist?

Wenn der BND eigentlich so mehr oder minder doch sehr starke Querverflechtungen zum Geheimdienst unseres großen Bruders im Westen hat, so sind wahrscheinlich die Informationen, die der BND bekommt, ähnlich genau wie vor dem Irakkrieg bezüglich der Massenvernichtungs­waffen? Oder sind die Informationen des CIA deshalb so präzise, weil sein Brotgeber der größte Waffenexporteur der Welt ist?

Wenn „Reporter ohne Grenzen“ auf ihrer Homepage die Probleme der ukrainischen Journalisten bezüglich der Einflussnahme der Oligarchen – wobei die meisten ukrainischen Medien den Oligarchen gehören – anprangern, so wird es sehr schwierig, die Wahrheit über die Situation der Ukraine zu erfahren. Zusätzlich sind viele Journalisten emigriert und schreiben auf ukrainischen Online-Plattformen. Eine Sanktionsliste Poroschenkos mit Einreiseverboten für ausländische Reporter ging nahezu über alle deutschen Medien. Wenn also die Bundesregierung Deutschlands eine klare Einschätzung der Lage der Ukraine möchte, so ist sie eigentlich durchaus sehbehindert?

Sowohl das Wirtschaftsblatt oder auch das Handelsblatt berichten relativ kritisch über die Situation der Ukraine. Daher die Frage: Gegen wen möchte die Bundesregierung neue Atomwaffen stationieren, wenn sie nur meint – mit durchaus feststellbarer Sehbehinderung -, Russland einschätzen zu können, aber weit davon entfernt ist, eine klare Einschätzung des Konfliktpartners Ukraine abgeben zu können? Jedenfalls ist die Sicht, die die Bundesregierung über die Ukraine veröffentlicht, in einem klaren Gegensatz zu dem, was die Menschen dort sehen und berichten.

Wenn der Maidan (sogar lt. Wikipedia) teilweise mit deutscher Beteiligung finanziert worden ist, dort von Demonstranten auch Gewalt angewendet worden ist und die „Übergangsregierung“ sich an die Kompromissabmachungen nicht gehalten hat, so war eine heftige Reaktion Russlands wohl zu erwarten. So wie Russland alle Details dieser Revolution mit klarer Aufdeckung der Hintergründe dargestellt hat, so haben die westlichen Medien eben ihre „Standpunkt-gefärbte“ Sichtweise abgegeben. Manche Mücken werden zu Elefanten gemacht, und umgekehrt?

Wenn nun viele ehemalige deutsche Bundeskanzler, aber auch einige Minister der Clinton-Regierung, Europa schon seit 2 Jahren Friedensratschläge erteilen, so werden die wenig ernst genommen? Wesentlich weniger, als wenn in den USA, für die USA weise Strategen wie Kissinger ihre Einschätzung der Lage abgeben?

Kann es sein, dass es bei uns einmal so eine Gesinnung gegeben hat, dass der alte Mensch lebens­unwertes Leben ist? Sehr traurig, wenn eine Gesellschaft, die Erfahrung und die Weisheit des Alters, ja auch nicht die heftige Kritik eines Jean Ziegler aus der Schweiz ernst nimmt?

Kann es aber auch sein, dass die jeweils bestehenden Verantwortungsträger ihr Gehirn während ihrer Amtszeit in der Ruhestand schicken und die wichtigen Entscheidungen ihren Beratern überlassen, um dann im Ruhestand erst wieder zu entdecken, was dieses wunderbare Werkzeug in unserem Kopf tatsächlich bewirken kann? Warum entscheiden die weisen Herren und Damen von Italien über Deutschland bis in die USA nicht schon während ihrer Amtszeit richtig?

Es brächte der Bevölkerung wahrscheinlich mehr, wenn z.B. der Leiter des amerikanischen Atomarsenals nicht erst als Rentner dem Spiegel berichtet: „Wir handelten wie Betrunkene!“

(http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7956935.html )

Butler: Es gab viele Krisensituationen, die meisten wurden niemals bekannt.

SPIEGEL: Zum Beispiel?

 Butler: Zum Beispiel wurde ein Nato-Manöver von den Sowjets als Vorbereitung eines realen Angriffs missinterpretiert.

 (…) Die nuklearen Beziehungen zwischen den USA und der Sowjetunion waren voller Krisen. Lange Zeit, oft Jahre, passierte wenig, worüber wir ernsthaft hätten besorgt sein müssen. Plötzlich gab es einen simplen Computerabsturz oder die falsche Interpretation eines Radarbildes – schon stolperten wir in eine Krise und standen am Abgrund zur nuklearen Apokalypse.“

 SPIEGEL: Sie hatten aber doch den nuklearen Krieg geplant, was haben Sie denn in das Papier hineingeschrieben?

 Butler: Der strategische nukleare Kriegsplan bestand hauptsächlich aus mathematischen Formeln (…) Bei der Frage nach der Zahl der Opfer fühlte ich mich an Josef Stalin erinnert, der gesagt hatte, der Tod eines einzelnen Menschen ist eine Tragödie, der von Millionen aber eine statistische Größe.

 (…) In den 50 Jahren des Kalten Krieges haben die Vereinigten Staaten rund sechs Billionen Dollar für ihre Nuklearbewaffnung ausgegeben. Wir haben 70 000 nukleare Sprengköpfe für 116 unterschiedliche Waffentypen entwickelt, die von 65 verschiedenen Trägersystemen abgefeuert werden konnten. Wir haben sogar Artilleriegranaten mit Atomsprengsätzen bestückt. Nein, wir haben niemals die volle Bedeutung unseres Arsenals verstanden.

 SPIEGEL: Ob die atomare Zerstörung Hiroschimas und Nagasakis moralisch zu rechtfertigen sei, wurde außerhalb Amerikas oft diskutiert. Gab es in den USA offizielle Gremien, die sich damit befassten?

 Butler: Nicht dass ich wüsste. (…)

 SPIEGEL: Sie waren mitverantwortlich für die Auswahl der 12 500 Ziele, in die Amerikas Nuklearsprengköpfe im Ernstfall einschlagen sollten. Wussten Sie eigentlich, was Sie da geplant hatten?

 Butler: Ich war als Direktor der strategischen Nuklearkriegsplanung im Pentagon mitverantwortlich; ich habe aber nie die Bedeutung des Gesamtplans begriffen.

 (…)

 SPIEGEL: Fühlt sich Rußland bedroht?

 Butler: Das wäre kein Wunder. Es gibt keinen Warschauer Pakt mehr, wir aber erweitern die Nato und versichern, das habe weiter nichts zu bedeuten. Und wir modernisieren unsere Atomwaffen. Wir verspielen die kostbare Gelegenheit, neue Regeln der internationalen Sicherheit zu entwickeln, in denen Nuklearwaffen keinen Platz mehr haben.

 

Es gibt aber auch andere Beispiele: Z.B. Gorbatschow, der in der Amtszeit schon gezeigt hat, was Menschlichkeit ist, und wie wenig sich andere dann auf die Handschlagsvereinbarungen halten. Genscher hatte einmal auf diese Frage in etwa so geantwortet: Wir machten den Russen glauben, dass es so wäre….

Es gibt auch Mahatma Ghandi, der schon in seiner Amtszeit gezeigt hat was Weisheit und Menschlichkeit ist, aber auch Jimmy Carter aus der USA, war sehr menschlich.
Er hatte einmal in etwa gemeint: „Ich fürchte mich vor dem Einsatz von Atomwaffen!“
Er wurde dann als Kriegstreiber hingestellt, während Reagan, der „von der Möglichkeit eines begrenzten Atomkrieges sprach“ – wo …in Europa ?? – als derjenige hingestellt wurde, der die Sowjetunion zu Tode gerüstet hätte, obwohl man die Menschheit damals 7 x vernichten hätte können.

Ein Gleichgewicht des Schreckens, wie wir es über Jahrzehnte erlebt haben, wurde als Friedenssicherung bezeichnet, obwohl es zahlreiche, jeweils das Ende des Großteils der Menschheit einleitenden Fehlalarme gegeben hat??

Hier die Schilderung so eines Fehlalarmes vom Verantworlichen der damaligen UDSSR ,der seinem Kopf und Gefühl mehr vertraute als den technischen Daten:
http://www.spiegel.de/einestages/vergessener-held-a-948852.html
Die derzeitigen Eliten gehen einen Weg der Konfrontation mit dem Osten, mit Waffen, deren Einsatz die Menschheit eigentlich nicht überleben kann.

Deutschland möchte ein Atomarsenal auf seinem Gebiet erneuern lassen, wo unter Umständen ein Herr Donald Trump am Atomdrücker sitzt?

 

Gregor Gysi, ein sehr brillanter Redner, erklärt die Fehler Deutschlands seit der mündlichen Abmachung mit Gorbatschow, die NATO – Osterweiterung zu unterlassen:
https://www.youtube.com/watch?v=DB6t7NOwthE

Hier Gabriele Krone Schmalz im NDR, ein großartiges Interview über viele Fehler der Bericht­erstattung, die zur weiteren Eskalation geführt haben:
„Um es kurz zusammenzufassen: Ein gewaltsamer bewaffneter Umsturz von Deutschland und USA unterstützt, gegen einen zwar gewählten aber hoch korrupten Staatschef, wobei die Proteste erst dann anfingen, als er das Assoziierungsabkommen nicht unterzeichnete, und sehr heftige Reaktionen Russlands darauf, führen wieder zum Kalten Krieg?“

Detail am Rande, J.Paul Manafort, Wahlkampfkoordinator und Berater von Yanukowitsch:
https://en.wikipedia.org/wiki/Paul_J._Manafort

Man könnte nun lange darüber reden, welche Richtung für die Ukraine die bessere wäre, nach Westen oder nach Osten, vielleicht wäre das Beste für die Wirtschaft und für die Menschen, einen Mittelweg zu gehen. Man könnte darüber diskutieren, wie beide Großmächte die Ukraine zerreißen und ihr ihren Willen aufzwingen wollen?

 

Man könnte aber auch schauen, was die Menschen eigentlich z.B. am Maidan wollten:

Freiheit und Gerechtigkeit.

Da ist die Ukraine meilenweit davon entfernt:
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/09/23/ukraine-nun-droht-ein-buergerkrieg-im-westen-der-ukraine/

Eine Robin Hood Gruppe, der „rechte Sektor“, bildet immer mehr eine eigene Dynamik, wegen des Versagens Kiews und des Versagens Europas. Bei uns allen schrillen die Alarmglocken, weil uns erinnert das an die Anfänge der Nazis!

Doch wenn z.B. eine Mutter mit 70 € Monatslohn nun eine regulär erhaltene Kinderbeihilfe von 3000 € zurückbezahlen muss, während die Oligarchen ihren Reichtum schamlos zeigen, dann steigt die ohnmächtige Wut und der Hass der Menschen! Und Europa, vor allem Mitteleuropa, schaut zu (mit schmutzigen Augengläsern ). Obwohl es leicht wäre, diese Eliten zur Gerechtigkeit zu zwingen: Sie waschen und haben alle ihr Geld in Europa und brauchen Europa, weil sonst ist die Ukraine pleite! Das heißt: Die, die den Staat ausgeplündert haben und dabei das Recht mit Füßen getreten haben, auf die hört Europa und Deutschland! Die, die Opfer dieser vom Westen organisierten Veränderungen waren, die sind für ein Mitteleuropa uninteressant!

Ein Mitteleuropa, das vor ca. 80 Jahren mitverursacht durch große NOT sehr Ähnliches erlebt hat, feiert erfreulicher Weise das Ende des Wahnsinns, und hilft gleichzeitig, dass Ähnliches in der Ukraine geschieht!

Genau in dem Augenblick, wo Europa eine riesige Flüchtlingswelle erlebt, die eben größtenteils durch die Ost West-Spannung in Syrien entstanden ist, da stationiert Deutschland neue Atomraketen. Genau da, wo man Russland am Nötigsten zum Aufbau von Ordnung und Frieden im Mittelmeerraum brauchen würde!

Nach unseren Erfahrungen mit pensionierten Staatsoberhäuptern wird Merkel in ihrer Pension dann so sprechen wie Gysi jetzt.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/09/21/merkel-einverstanden-usa-stationieren-neue-atombomben-in-deutschland/

WARUM HANDELT SIE NICHT SCHON JETZT VERNÜNFTIG?

Der Autor ist Arzt und unter anderem ehem. Vorstandsmitglied der „Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW)“. Er unterhält enge Beziehungen zur Ukraine.

Am Vorabend einer Völkerwanderung und globalen Katastrophe – auf der Suche nach einer Lösung, die keinesfalls „humanitär“ sein darf

14_512px-Hurricane_Isabel_from_ISS

Foto: Hurrican Isabel, von Raumstation ISS, Earth Sciences & Image Analysis Laboratory , Johnson Space Center (PD)

In einem jüngsten Essay erzählt uns einer, der es wissen muss, was uns in Zukunft bevorsteht: Nichts anderes als eine epochale Völkerwanderung, welche die uns derzeit bekannte Welt aus den Fugen bringen wird.

Peter Vonnahme, emeritierter Asylrichter bzw. Richter am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof räumt hierbei alle Illusionen und Emotionen, die derzeit zum Thema Flüchtlinge und Asyl hochkochen, beiseite und führt uns die nüchterne Realität vor Augen:

Was wir momentan an Zuwanderung erleben (die vom Innenministerium verlautbarte Jahresprognose allein für die in Deutschland ankommenden Asylbewerber wurde vor Kurzem auf 800.000 angehoben), sei nur die Vorhut. Viele weitere Millionen stünden bereit, dieser Vorhut nachzufolgen.

„Wir tun gut daran, uns mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass diesen Zug nichts aufhalten wird, weder das Dampfgeplauder der Stammtische, noch die Militanz der Pegidaaktivisten und auch nicht die zum Ritual verkommenen Wir-haben-alles-im-Griff-Parolen der Politiker und deren Claqueure in dienstbeflissenen Medien.

Wenn der CSU-Vorsitzende Seehofer beim Politischen Aschermittwoch mit heiserer Stimme tönt, dass er sich „bis zur letzten Patrone … gegen eine Zuwanderung in die deutschen Sozialsysteme“ sträuben werde, klingt das unerschrocken und heldenhaft. Es hat jedoch die gleiche Verlässlichkeit wie die Ankündigung eines durch Alkoholgenuss enthemmten Sprücheklopfers auf dem Marktplatz, er könne den bevorstehenden Sonnenuntergang aufhalten. Tatsache ist nämlich, dass es nichts mehr zum Aufhalten gibt. Denn die Zuwanderung ist seit Längerem im Verlauf und wir sind ohnmächtige Zeugen derselben. Es wird kein Zurück in die Beschaulichkeit der letzten Jahrzehnte geben“

Vonnahme schildert, dass es den Afghanen, Irakern und Syrern vollkommen egal sei, ob sie hier etwa Abschreckungen in Form gekürzten Taschengeldes oder sogar rechtsradikale Anfeindungen erwarten, denn bei ihnen gehe es ums nackte Überleben. Kann es ihnen jemand verübeln? An ihrem derzeitigen Heimatort fliegen ihnen Kugeln, Granaten und Bomben um die Ohren. Es ist nicht sicher, ob ihre Kinder abends wieder vom Spielen auf dem Feld heimkommen oder ob sie von Warlords grausam niedergemetzelt oder, etwas humaner, von einer US Drohne erfasst und als Kollateralschaden im von George W. Bush ausgerufenen und von Friedensnobelpreisträger Obama geflissentlich fortgesetzten „War against Terror“, buchhalterisch abgeschrieben werden. – Drohnen, deren Surren die Menschen in manchen Krisengebieten ständig über sich haben und die wie aus dem Nichts zuschlagen und auch schon mal ganze Hochzeitsgesellschaften in Sekundenbruchteilen ausgelöscht und in den Himmel befördert haben.

Wobei nicht nur die Infrastruktur zerstört wurde und am Boden liegt, sogar normaler Ackerbau oder das Zeugen von Nachkommenschaft stellt in manchen Ex-Kriegsgebieten nun einen Hochrisikoakt dar. Warum? – Nun, eben nicht nur, weil man beim Kartoffelernten das Pech haben kann, in eine Landmine zu treten. Die Zerstörung geht sogar noch viel tiefer und betrifft weite Landstriche und Ökosysteme, obwohl das von den etablierten Medien beharrlich verschwiegen wird.

Bereits in Wikipedia erfährt man, dass z.B. der Irak das am stärksten durch Uranwaffen kontaminierte Land ist. Die USA und Großbritannien hätten dort in den Kriegen von 1991 und 2003 mindestens 400.000 Kilogramm Uranmunition verschossen. Die als erbgutschädigend und hochtoxisch eingestufte Uran-Munition wurde auch im Kosovo, in Afghanistan und an weiteren Kriegsschauplätzen eingesetzt.

Die Folgen des Einsatzes von Urangeschossen schildert der WDR-Filmemacher und Journalismus-Preisträger Frieder Wagner z.B. in diesem Interview: „Die Geburtsklinik von Basra war ein Blick in die Hölle“.

>> Der Besuch in der Uni-Geburtsklinik von Basra war für mich ein Blick in die Hölle. Ich haben Babys gesehen, die man nicht mehr als menschliche Wesen erkennen konnte. Mit monströsen Hinterköpfen, mit einem Hautsack am Rücken, der die inneren Organe enthielt. Sie hatten keine Arme, keine Beine, keine Nase oder nur ein Auge in der Mitte. Davon träume ich heute noch. Die Frauen von Falludschah, einer irakischen Stadt, die im Frühjahr 2004 hart umkämpft war, weigern sich heute, Kinder zu bekommen – aus Angst vor Missgeburten. Die Mütter fragen dort nach der Geburt nicht mehr danach, ob ihr Kind ein Junge oder ein Mädchen ist. Sie wollen wissen, ob ihr Baby Strahlenschäden hat oder nicht.

(…)

Den Menschen wird damit Angst gemacht, dass die Terroristen von Al Kaida mit radioaktivem Material eine „schmutzige Atombombe“ bauen könnten, die nicht explodiert, aber ganze Landstriche verseucht. Genau das ist aber schon massenhaft geschehen. <<

Hier übrigens die preisgekrönte, aber aus dem WDR-Archiv wieder „verschwundene“ Doku über die Uranverseuchung (nach deren Aufdeckung der Regisseur vom deutschen Fernsehen keinen einzigen Filmauftrag mehr bekam:)

 

Warum wollen die Menschen dort nicht einfach weiter Gemüse anbauen, im Bombenhagel, bei zerstörter Infrastruktur, auf drohnenüberkreisten, über weite Landstriche vergifteten und mit US Uranmunition radioaktiv verseuchten Feldern?

Wir brauchen es nur einmal kurz umgekehrt zu denken: Wenn wir hungrig und barfuß in einer zerbombten, vergifteten Hölle leben müssten, ohne Aussicht auf ein geregeltes Leben, gleichzeitig aber im Fernsehen die Bilder aus Ländern sehen, in denen alles in Luxus glänzt und sich die Tische mit fünfgängigen Menüs biegen (dass das bei uns auch nicht mehr unbedingt der Regelfall ist, wissen die dort drüben natürlich nicht, die stehen nur fassungslos vor dem Überfluss und obszönen Exzess, der da über die Flachbildschirme als „western way of life“ ausgestrahlt wird) – würden wir da nicht auch schleunigst das Weite suchen wollen?

Wie auch immer, der couragierte Asylrichter Vonnahme nennt in seinem jüngsten Essay jedenfalls auch die Ursachen des Elends und der vor der Tür stehenden Völkerwanderung ganz klar beim Namen:

„völkerrechtswidrige Militärinterventionen, zumeist der USA und ihrer Bündnispartner“.

Und er nennt auch einen der Lösungsschritte:

„Wer Massenflucht eingrenzen will, muss in einem ersten Schritt militärische Abenteuer unterbinden“ und „Militärbündnisse wie die NATO auf reine Verteidigungsaufgaben zurückführen“.

Wenn man bedenkt, dass unter Bundeskanzler Willy Brandt im SPD Grundsatzprogramm die Auflösung der NATO als Ziel festgeschrieben war, da den führenden Politikern damals sehr wohl bewusst war, dass nach Auflösung des Warschauer Pakts die Dinosaurierstrukturen des Kalten Krieges mit ihren machtpolitischen Globalstrategien selbst das allergrößte Sicherheitsrisiko für den Frieden und die Zukunft Europas bilden würden, dann muss man mit Schaudern beobachten, inwieweit sich unsere Spitzenpolitiker heute in US Machtpolitik haben verstricken lassen, die unseren eigenen Interessen in eminentester Weise schadet – und uns so wie in der derzeitigen Ukraine-Krise Kopf und Kragen kosten könnte.

Zitat aus dem Berliner Grundsatzprogramm der SPD vom 20. Dezember 1989:

   „Unser Ziel ist es, die Militärbündnisse durch eine europäische Friedensordnung abzulösen. Bis dahin findet die Bundesrepublik Deutschland das ihr erreichbare Maß an Sicherheit im atlantischen Bündnis, vorausgesetzt, sie kann ihre eigenen Sicherheitsinteressen dort einbringen und durchsetzen, auch ihr Interesse an gemeinsamer Sicherheit. Der Umbruch in Osteuropa verringert die militärische und erhöht die politische Bedeutung der Bündnisse und weist ihnen eine neue Funktion zu: Sie müssen, bei Wahrung der Stabilität, ihre Auflösung und den Übergang zu einer europäischen Friedensordnung organisieren. Dies eröffnet auch die Perspektive für das Ende der Stationierung amerikanischer und sowjetischer Streitkräfte außerhalb ihrer Territorien in Europa.

   Im Bündnis muss der Grundsatz gleicher Souveränität gelten. Das Bündnis muss verteidigungsfähig, defensiv und entspannungsbereit sein. Der politische Wille muss über Militärstrategie, Militärtechnik und wirtschaftliche Interessen der Rüstungsindustrie herrschen, nicht umgekehrt. Friede ist eine politische, keine waffentechnische Aufgabe. ..

   Die Bundeswehr hat ihren Platz im Konzept gemeinsamer Sicherheit. Sie hat ausschließlich der Landesverteidigung zu dienen. Ihr Auftrag ist Kriegsverhütung durch Verteidigungsfähigkeit bei struktureller Angriffsunfähigkeit. …

   Von deutschem Boden muss Frieden ausgehen.“

—————————————————————————————————————————————————————————————————

Auf der Suche nach einer Lösung des schon eskalierenden Chaos kehren wir noch einmal kurz zurück zu Regisseur Frieder Wagner. Da ihm das Thema seiner Reportage im Nahen Osten selbst sehr an die Nieren gegangen war, suchte er das Gespräch mit hohen deutschen Regierungsbeamten – und bekam eine verblüffende Antwort:

>> Der Völkerrechtler Manfred Mohr und der Chemiker Albrecht Schott und ich waren 2008 und 2010 eingeladen ins Auswärtige Amt, jeweils zu eine Zwei-Stunden-Gespräch über Uranmunition. Unsere Gesprächspartner haben uns gesagt, dass wir sie sehr beeindruckt haben und auch der anwesende Spezialist vom Helmholtz-Institut für Strahlenschutz in Neuhersberg in München meinte, dass die DU-Munition verboten werden müsse – wenn auch nicht wegen der Radioaktivität, sondern wegen ihrer chemischen Giftigkeit. Der Moderator dieses zweiten Gespräches im Auswärtigen Amt hat zum Abschluss gesagt – und das bitte ich Sie wörtlich zu zitieren – unsere Faktensammlung sei beeindruckend bis beängstigend gewesen. Aber im Grunde genommen seien all unsere Argumente gegen diese Waffe doch nur humanitäre Argumente. Und mit humanitären Argumenten könnte man dem Pentagon nicht kommen. Was diese Äußerung bedeutet, kann sich jeder selbst überlegen… <<

Wie man sieht, weiß unsere Regierung also ganz genau, dass man unseren „verlässlichen Freunden“ nicht mit humanitären – also AUF DEN MENSCHEN BEZOGENEN Argumenten kommen könne.

Um das global eskalierende Chaos zu bewältigen, dürfen wir uns also finanztechnische, sachzwängliche, militärische, machtpolitische, technokratische, unterhaltungsindustrielle Argumente und dergleichen überlegen, die wir vorm Imperator eventuell vorbringen können. Es dürfen auch durchaus unmoralische und teuflische Argumente sein, kein Problem. Aber bei Gott keine humanitären! Denn Gott Mammon soll ja bekanntlich humanitäre Bekundungen scheuen wie der Teufel das Weihwasser.

Unsere verlässlichen Freunde und Mammon … in einem Topf … – Geht das jetzt nicht ein bisschen zu weit?

Nun, dann halten Sie sich mal kurz fest. Lassen wir einfach einmal einen der Architekten des derzeitigen Finanz-/Ökonomiesystems unserer „verlässlichen Freunde“ höchstpersönlich zu Wort kommen. In einer Antwort auf die Frage des US Kongresses, wie er einen drohenden wirtschaftlichen Niedergang der USA verhindern wolle, antwortete der FED-Chef Alan Greenspan am 7.6.1996 (zitiert aus „Proceedings US-Congress, Washington D.C., Bd.555, S.732f.):

„Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren, nicht monetäre Techniken und Details können uns sicher davor retten, sondern nur allein der immer feste, inbrünstige Glaube aller an die Kraft des Geldes, unserer Geld-Verfassung der Freiheit und Demokratie. Wenn wir nicht mehr an den US-Dollar glauben, an die wunderbare Stärke der USA und ihre Aufgabe für die Welt, … dann sind wir verloren. Und die Kräfte der Finsternis, die nur darauf warten, uns zu verderben, werden die Oberhand gewinnen. Wir werden immer wieder nur gerettet in der göttlichen Vorsehung und seinem uns gnädigen Willen, wenn wir an die rettende Kraft des Geldes immer wieder so fest glauben, wie an Gott und unsere Verfassung. Denn unsere unabhängige Notenbank in ihrer Weisheit, ist mit der Verfassung unter Gott, unsere alleinige Garantie von Freiheit, Recht und Demokratie.“

Nach diesem mammonistischen Offenbarungseid vor dem US Kongress war jedenfalls das Manadat Greenspans für seine weitere Tätigkeit als oberster FED-Chef gesichert. – Und er durfte den Weg ebnen für jene Finanzprodukte, die Warren Buffet später als „Massenvernichtungswaffen“ bezeichnet hat.

In seiner vor Kurzem erschienenen Biografie geizt Greenspan auch nicht weiteren klaren Aussagen. Z.B. erklärt er uns in einem Satz, was die Globalisierung, die uns derzeit ökonomisch, ökologisch und allgemeinmenschlich an den Rand des Abgrunds treibt, denn ihrem Wesen nach eigentlich ist:

„Globalisierung ist die Ausdehnung des Kapitalismus auf die Weltmärkte“

US-Außenminister Henry Kissinger, der seinerzeit an derselben George Washington High School die Schulbank gedrückt hatte wie Greenspan, gibt uns dazu eine noch griffigere Definition:

„Globalisierung ist nur ein anderes Wort für US-Herrschaft“ (Quelle: Wiki).

Noch Fragen?

Schachspiel am Abgrund – über das größte NATO Manöver seit 25 Jahren und depressive Soldaten im Neuen Kalten Krieg

12_256px-Gorbatschow_DR-Forum_256

Michail Gorbatschow (Fotolink / By user:Bernd_vdB CC SA 1.0 via Wikimedia Commons)

Nach Aussage von US-Präsidentenberater Zbigniew Brzezinski „befinden wir uns wieder im Kalten Krieg“ (siehe Spiegel). Brzezinski fordert Waffenlieferungen an die Ukraine und droht Putin mit Krieg.

In einem Spiegel-Interview hat sich vor Kurzem auch Michail Gorbatschow zu Wort gemeldet und eindringlich vor einer akuten Kriegsgefahr mit Russland gewarnt, die Europa auslöschen würde. Er kommt ohne Umschweife zur Sache:

„Ein solcher Krieg würde heute wohl unweigerlich in einen Atomkrieg münden. Wenn angesichts dieser angeheizten Stimmung einer die Nerven verliert, werden wir die nächsten Jahre nicht überleben“, erklärte der Friedensnobelpreisträger dem SPIEGEL. „Ich sage so etwas nicht leichtfertig. Ich mache mir wirklich allergrößte Sorgen.“

Die Konfrontation des Westens mit Putin bezeichnet er als „saudumm und höchst gefährlich“.

In dieser angeheizten Stimmung findet aktuell das größte NATO-Militärmanöver seit 25 Jahren bzw. seit dem Ende des Kalten Krieges statt: Operation Swift Response (übersetzt: „schneller Gegenschlag“). – Und treibt Russland nun genau in die Richtung, vor welcher Politexperten gewarnt haben: in die Arme Chinas, mit dem Russland jetzt ebenfalls ein Militärmanöver startet. Im Zuge dieses Manövers sind auch nuklear bestückte Interkontinentalraketen im Einsatz.

Weil das Reizen des atomar bestückten russischen Bären so viel Spaß macht, ist Deutschland beim Säbelrasseln natürlich an vorderster Front dabei.

Der folgende Gedanke soll nun nicht zu schlaflosen Nächten führen, aber irgendwie erscheint es in der eskalierenden Situation notwendig, unsere Köpfe wieder ein bisschen abzukühlen und uns auf den Teppich der Tatsachen zurückzubringen.

Vielen ist nämlich inzwischen die Brisanz der Lage durchaus bewusst und sie bangen mit, dass die Zenturios in diesem russischen Roulette (die Breedloves, Kerrys, Merkels, Van der Leyens) Nerven und Vernunft bewahren und keinen Fritze-Lacke hinlegen. Kaum jemand denkt jedoch über die Legionäre nach, das sind jene zigtausend behelmten Ameisensoldaten, die in dem aufgestocherten Meisenhaufen nun kreuz und quer durch die Gegend laufen, schwimmen und fliegen. Denn ein jeder dieser Ameisensoldaten hat ebenfalls irgendwo zu Luft, zu Land oder zu Wasser seine Hand auf einem Joystick, auf dem er mit einer einzigen Bewegung seines Zeigefinders eine tödliche Sprengladung auf die Reise durchs Mündungsrohr schicken und somit den Gegenschlag gegen uns alle auslösen könnte. Das muss nicht notwendigerweise ein Yankee sein, auch auf russischer Seite soll es ja angeblich Männer geben, die dem Wodka nicht abgeneigt sind und deshalb zeitweise unter Linsentrübung und zittriger Hand leiden.

Wenn also sogar Maschinen und dreifach abgesicherte Hochsicherheitstechnologien wie Kernkraftwerke versagen können, ist es da sehr abwegig, sich vorzustellen, dass es auch unter Soldaten depressive bzw. suizidal gestimmte Personen in der Art des German Wings-Piloten Andreas L. gibt, der ja vor Kurzem in einem Anflug von psychischer Schwäche anscheinend beschlossen hat, mit Beendigung seines Lebens gleich möglichst viele andere Menschen mit ins Jenseits zu nehmen? Menschen in persönlicher Krise, die – vielleicht nach mehreren schlaflosen Nächten, Medikamentenwirkungen, Überforderung, sonstigen externen Einflüssen oder nervlicher Zerrüttung wie Andreas L. – mit einem kleinen Torpedo an der richtigen Stelle zur richtigen Zeit die Initialzündung für das Ende einer für sie persönlich unerträglich gewordenen Welt geben? So etwas wagt man nicht zu denken? – Warum denn, wo doch heute das Risk-Management in allen Wirtschaftssparten und Ratingagenturen sämtliche Eventualitäten bis ins kleinste Detail evaluiert und in hard facts bzw. Ziffern gießt. Wo auch die Märkte wie Seismographen auf jede kleinste psychische Verstimmung der Anleger reagieren und eine Versicherung keinen Vertrag abschließt, wenn ihr das Schadensrisiko zu hoch ist.

Stellen wir zu diesem Anlass mal eine kleine Laienrechnung an. Lt. Statistik der Psychotherapeutenkammer NRW sind ca. 8 Prozent der Bevölkerung depressiv krank (Tendenz übrigens stark steigend, laut WHO Prognose werden in den nächsten 15 Jahren Depressionen die Volkskrankheit Nr. 1 sein). Versicherungsmathematiker und Risk-Manager unter uns können nun ausrechnen, wie hoch das Risiko einer irrationalen bzw. suizidalen Handlung ist, wenn man die der deutschen Statistik geschuldeten 8 Prozent depressiver, d.h eher schwarz sehender Personen nun großzügigerweise einfach einmal auf US- und sonstige NATO-Soldaten umlegt (über die Zulässigkeit dieser fiktiven Annahme lässt sich streiten; aber wenn man die Annahme zugrunde legt, dass der tägliche Fernsehkonsum und der Lebensstil eines US Bürgers heute im Wesentlichen dem eines deutschen Bürgers entsprechen, dann erscheint es nicht abwegig, dass sich auch die depressive Gestimmtheit interkontinental in einer ähnlichen Größenordnung bewegt.)

However, die „gewachsene Verantwortung Deutschlands“ auf Brzezinskis „Grand Chessboard“ fordert eben ihren Tribut (aus dem Klappentext des Buches des US-Präsidentenberaters von Carter bis Obama: „Brzezinski erklärt, warum Deutschland und Frankreich zentrale geostrategische Rollen spielen werden…“)

Was zählen da schon Sicherheit, die Zukunft Europas und unsere Kinder? Im Schachspiel unserer „verlässlichen Freunde“ müssen wir gute Figur machen. Und in einem Schachspiel muss man eben bekanntlich schon mal all seine Pferde und Bauern opfern, um in eventu den König zu schützen.

Auch wenn unsere „verlässlichen Freunde“ inzwischen ganz unverblümt aus der Schule plaudern und offen sagen, was seit Ende des 2. Weltkrieges oberste Priorität in ihrer Europapolitik hatte: Eine Freundschaft zwischen Mitteleuropa, insbesondere zwischen Deutschland und seinem Nachbarn Russland zu verhindern, da der eurasische Kontinent somit zur größten und prosperierendsten Wirtschafts- und Kulturmacht werden würde. Damit wir erst gar nicht auf diese unverschämte Idee kommen und man notfalls diplomatisch oder geheimdienstlich intervenieren kann, werden wir auch von unseren „verlässlichen Freunden “ bis ins Bundeskanzleramt hinein nach Strich und Faden überwacht und abgehört. – Und als willfährige Handlanger in unnötige Konflikte hineinverwickelt, die uns jederzeit Kopf und Kragen kosten könnten.

Obwohl also das russische Roulette rund um die Ukraine ein Spiel ist, bei dem wir nichts gewinnen, dafür aber alles verlieren können – „verlässlichen Freunden“ zuliebe muss man eben alles, was man hat, aufs Spiel setzen um den globalpolitischen Interessen dieser „verlässlichen Freunde“ Nachdruck zu verleihen. Und selbst wenn es ganz unmissverständlich durch den Mund dieser „verlässlichen Freunde“, z.B. aus dem Mund der ranghöchsten mit der Europapolitik betrauten NATO Beamtin und US Vize-Außenministerin Victoria Nuland tönt, dass ihnen unser Schicksal vollkommen egal ist (Zitat: „Fuck the EU“), dann spornt uns das nur an, ihnen um so mehr zu Diensten zu sein, uns ins eigene Fleisch zu schneiden und ins offene Messer zu laufen.

Da unsere führenden Politiker anscheinend vollkommen umnachtet sind und nicht mehr zwischen Videospielrealität und echtem Leben unterscheiden können, kann man derzeit jedenfalls nur raten: Machen Sie täglich einen Waldspaziergang … und atmen Sie nochmals in vollen Zügen die frische Luft und die Schönheit der Natur ein … erfreuen Sie sich der Sonne und des Vogelgezwitschers und bestaunen Sie das Wunderwerk einer Blume am Wegrand. Wir sind hier keine Pessimisten, aber es ist nämlich durchaus nicht mehr so sicher wie vorgestern, dass Ihnen das übermorgen noch möglich sein wird.

Nun, wir wollen das Beste hoffen, vielleicht geht auch alles gut, die dem Wahnsinn dienenden Politiker werden rechtzeitig psychiatrisiert und die menschliche Vernunft gewinnt wieder Oberhand … aber während wir fernsehenden Bürger derzeit die Bundesliga und unser Gute-Nacht Bier genießen, hat ein Global Risk-Manager, der um die sensiblen Parameter in der Gleichung des aktuellen globalen (Un-)Gleichgewichts weiß, indes schlaflose Nächte.

 

Akute Kriegsgefahr: Nato marschiert in die Ukraine ein, Russland ist entsetzt, Oligarchie jubelt.

Digital StillCamera

Freitag, 14.8.2015. Eifel. Die Zeit bringt derzeit eine Vorabmeldung, die es in sich hat, eine Verschwörungstheorie von ungeahntem Ausmaß (siehe Zeit):

„Anders als vom Bundeskanzleramt behauptet, hat das Weiße Haus der Bundesregierung nicht untersagt, den Geheimdienstausschüssen des Bundestags die sogenannte Selektorenliste des US-Nachrichtendienstes NSA zur Einsicht vorzulegen.“

Ungeheuerlich, oder? Da behaupten doch die Amerikaner, dass Madam „Deutschland-geht-es-gut“-Merkel das deutsche Volk belügt. Wären es  nicht die Amerikaner, die diese Meinung äußern würde: wir hätten es mit einer klassischen Verschwörungstheorie zu tun. Wir haben ja den Umgang mit dem Begriff „Verschwörungstheorie“ gelernt: alles, was nicht Regierungsmeinung „des Westens“ ist, ist Verschwörungstheorie oder gleich knallharter Terrorismus. Wie soll man also damit umgehen, dass jetzt die „Guten“ sich gegenseitig der Lügerei bezichtigen?

Die „Guten“, das sind die USA, die derzeit schweres militärisches Gerät in die Ukraine verlegen (siehe Spiegel) und deren Polizisten in nur fünf Monaten 385 eigene Bürger erschossen haben (siehe Spiegel) – würde es sich nicht um die USA sondern um die Ukraine handeln, würde man von „heftigen Gefechten innerhalb der USA“ reden, so wie man aktuell in einer bei Yahoo veröffentlichten AFP-Meldung von heftigen Gefechten in der Ukraine redet, weil innerhalb eines Tages zwei Menschen starben (siehe Yahoo).

Die „Guten“, dass sind die Freischärler in der Ukraine, die gegen den bösen, kriegstreibenden Putin kämpfen. Ja – die mächtige Madam Merkel hat das jetzt so beschlossen, Putin will Europa in den Krieg treiben. Das sagt sie zwar nicht uns (weil: Deutschland-geht-es-gut … und jedes Kriegsgerücht ist somit Verschwörungstheorie und Terrorismus), aber das war ihre Botschaft für einen auserlesenen Kreis in Australien (siehe Geolitico). Wir brauchen ja so einen „Bösen“, um unsere Agressionen rechtfertigen zu können, ja, das ist ja der eigentlich Sinn von „Bösen“: sie sollen unsere eigenen Taten in einem guten Licht erscheinen lassen. Verrückt, oder? Aber das war doch Sinn der Agenda 2010: nicht die abartigen Finanzheuschrecken bedrohen unser Land, die zigtausende von Arbeitsplätzen vernichtet haben und viele Menschen in den Ruin trieben, sondern die Menschen, die durch die Finanzheuschrecken ihren Job verloren haben (sowie durch die Privatisierungsorgie der diversen Bundesregierungen, die mit den Erlösen die fetten Diäten der nun ziemlich folgsamen weil übersatten Abgeordneten finanziert) sind die Bösen, deren Faulheit, Dummheit und Verlogenheit die ganze westliche Welt in Gefahr bringt. Das jedenfalls haben alle geschluckt.

Selbst ein Monster wie Adolf Hitler brauchte seine Bösen – seltsam eigentlich, da doch psychopathische „Monster“ über kein Gewissen verfügen, dass sie zur Rechtfertigung treibt: bei ihm war es das ominöse Judentum, dass hinter allem Übel der Welt steckte, ja, dass die Nemesis der arischen Rasse darstellte. Dort tobte ein brutaler Religionskrieg – aber wir wissen da heutzutage gar nichts mehr drüber, weil wir uns sowieso nicht mehr mit den Hintergründen des Dritten Reiches beschäftigen – wieso auch: Hitler war so böse wie Putin und damit hat sich die Sache.

Schweifen wir nicht ab, bleiben wir bei den „Guten“, den Freischärlern, den Freunden des Westens. Der Spiegel hat kürzlich über sie berichtet (siehe Spiegel)

„Die Kämpfer hätten Gefangene „mit Hilfe eines Gegenstands gefoltert, der einem Stromgenerator ähnelt. Die im Keller gefangen gehaltenen Männer wurden nackt ausgezogen, an eine Betonwand gestellt und mit Wasser übergossen. Danach berührte man sie mit stromführenden Drähten an verschiedenen Körperteilen, etwa an der Schläfe, dem Geschlechtsteil und den Hoden“. In einer Aussage gibt ein ehemaliger Gefangener an, man habe ihn „unter Androhung des Todes gezwungen, einen anderen Gefangenen zu vergewaltigen“.“

Ja – das sind die „Guten“. Erinnert an US-Gefängnisse im Irak oder an Guantanamo. Deshalb: „gut“. In Deutschland wächst gerade die Zahl der „Freischärler“, die so gerne mit Asylbewerbern umgehen würden, deren Häuser in Syrien mittels Natogeld in Schutt und Asche gelegt wurden – hier jedoch verläßt die Komplexität des Themas endgültig das „Bild“ungsniveau des deutschen Mittelstands und wandelt deshalb ebenfalls in die Kategorie „Verschwörungstheorie“ – die an sich ja eine Art „Meinungsterrorismus“ ist. Ein Wunder, dass „der Westen“ diesen Begriff noch nicht für sich entdeckt hat. Kommt sicher noch, damit man im Kampf gegen den Terrorismus mal ganz andere Seiten aufziehen kann – zum Beispiel Blogger durch den Bundesstaatsanwalt jagen zu lassen.

Jetzt haben Sie bis hier gelesen, um Informationen über die reißerische Überschrift zu bekommen – die können Sie aber nur im Zusammenhang verstehen, weshalb wir im Vorfeld mal einige Begriffe wie gut und böse klären mussten, ebenso wie klargestellt werden muss, dass „Verschwörungstheorie“ heutzutage nichts anderes ist als das Gegenteil der Presseerklärung des Bundeskanzleramtes.

Kommen wir nun zum Einmarsch der Nato in die Ukraine. Er ist ganz öffentlich erfolgt, Sie konnten überall davon lesen – also tun Sie bitte nicht so überrascht: ich habe nur die Formulierung geändert (was mich in die Nähe zum Terrorismus rückt – zum Meinungsterrorismus), aber nichts an den Fakten (siehe Yahoo):

„Inmitten der andauernden Spannungen mit Russland hat die ukrainische Armee ein Großmanöver mit umfangreicher US-Beteiligung im Westen des Landes gestartet“

Dabei sind auch deutsche Soldaten. Können Sie sich vorstellen, was wir hier für Schlagzeilen hätten, wenn russische Truppen in der Ostukraine offiziell Manöver abhalten würden? Genau die, die oben stehen. Der bundesdeutsche Oberschichtsjournalismus würde geifern vor Wut, Günter Jauch würde persönlich mit dem G 3 in die Ukraine fahren um für Ordnung zu sorgen und dort vielleicht Gerard Depardieu treffen, der „für Russland sterben würde“ (siehe N-tv). Was wäre das für ein TV-Event!

Fakt ist: Natotruppen sind in die Ukraine einmarschiert. Natürlich auf Einladung der Regierung – aber diese Einladung hätte man ja auch ausschlagen können, immerhin weiß jeder um die „Spannungen“, die dort vorherrschen, Spannungen, die innerhalb kürzester Zeit – sagen wir mal: nächsten Monat – zu kriegerischen Auseinandersetzungen führen können, die uns unseren Fernsehabend gründlich versauen werden – ebenso wie die Bundesligaspiele oder das Grillfest der Feuerwehr. Gut – diese Manöver gibt es schon seit vielen Jahren (siehe Spiegel) …. also unter JEDER ukrainischen Regierung. Egal wen die wählen, die Nato ist vor Ort. Verständlich, dass manche Politiker äußern, dass die Nato einen Angriff auf Russland plant, der jetzt in die Tat umgesetzt wird (siehe Focus), nachdem man zwanzig Jahre lang vor Ort üben konnte.

Es gibt natürlich eine Macht, die – unabhängig von jeder Regierungsform, die sich das ukrainische Volk verpasst – immer in der Ukraine regiert und derzeit den Präsidenten stellt: die ukrainischen Oligarchen mit ihren Privatarmeen und Privatabgeordneten: der Traum eines jeden Multimilliardärs. Das hier die Nato Seite an Seite mit folternden, privaten Freischärlern kämpft, erfährt man nicht so leicht. Hierzu muss man erst in die „Zeit“ schauen (siehe Zeit):

„Zu den Bataillonen, die er aufgebaut hat, gehören Aidar, Asow, Dnepr 1, Dnepr 2 und das Donbass-Bataillon.“ 

Nebenbei erfährt man in dem Artikel, dass diese Oligarchen auch ihre eigenen Abgeordnetengruppen im Parlament haben (woran erinnert mich das nur?) und Journalisten Morddrohungen schicken: das Paradies der Superreichen scheint in greifbare Nähe gerückt, der Staat an sich entmachtet – dank der Schutzmacht Nato, die dort offenbar Gleichgesinnte vorfindet. Schauen wir nun in die Neue Rheinische Zeitung:

„Auf ukrainischer Seite nimmt neben den regulären Armeeeinheiten auch die Nationalgarde an den Kriegsspielen teil. In dieser ist ein Großteil der Freiwilligenverbände wie das berüchtigte Asow-Bataillon zusammengefasst. Die deutschen Medien gehen auf Nummer sicher und berichten erst gar nicht von dem bisher größten NATO-Manöver in der Ukraine.“

Die Nato rückt als Schutzmacht von Oligarchen in die Ukraine ein – kein Wunder, dass die Oberschichtmedien unserer Oligarchen nicht darüber berichten, dass ihre Abgeordnetenabteilungen im Bundestag das Thema nicht anrühren wollen. Wer mal sehen möchte, wie das Asow-Batallion einen Kriegsgefangenen kreuzigt und bei lebendigem Leibe verbrennt, der wird hier fündig: schon der Ku-Klux-Klan fand diese Form der Unterhaltung brilliant.

40 private Battallione dieser Art marschieren in der Ukraine: Verbrecher, Vergewaltiger, Mörder, Räuber, Folterknechte – ganz dicht an der polnischen Grenze. „Unsere“ Freunde – bzw. die Freunde unsere Oligarchen, für die „wir“ jetzt in die Ukraine einmarschiert sind, um die Freunde unserer superreichen Plutokraten zu schützen, für die die Ukraine ein besonders wichtiges Land ist – und Putin ein besonders wichtiger Feind. Ja, wir schweifen jetzt ab – aber da geht kein Weg dran vorbei, wenn wir die akute Kriegsgefahr begreifen wollen, die jenseits der Parole „Deutschland-geht-es-gut“ vor unserer Tür lauert. Nur zu Erinnerung: die IS begann ihren Siegeszug mit ein paar hundert Kämpfern – was einen riesigen Medientrubel nach sich zog. Ein paar tausend zum Teil in den USA ausgebildete Schlächter hingegen werden … kaum erwähnt. In den USA ausgebildet? Ja – was meinen Sie, woher die diese Ku-Klux-Klan-Marotten herhaben (siehe Zeit):

„Die Ukraine will nach Angaben des Präsidentenamtes in Kürze 780 Soldaten der Nationalgarde zu einer US-Militärausbildung schicken. Diesen Umfang hatte US-Vizepräsident Joe Biden in einem Telefonat dem ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko angeboten, teilte das Amt mit“

Kommen wir kurz zum Thema „Putin und die Oligarchen“ – dem Hauptgrund, warum die westliche Oligarchie seinen Kopf will. Der Grund steht auch offen im „Spiegel“, in einem Artikel, der sich eigentlich um eine Kriegswarnung eines Ex-Oligarchen dreht (siehe Spiegel):

Chodorkowski war in den Neunzigerjahren mit Bank- und Ölgeschäften zu einem der reichsten Männer des Landes aufgestiegen. 2003 wurde er verhaftet und in zwei Prozessen zu langen Haftstrafen verurteilt. In den Verfahren ging es um Steuerhinterziehung und planmäßigen Betrug. Die Anklageerhebung galt aber als politisch motiviert, Chodorkowski hatte Präsident Putin die Stirn geboten und die Opposition finanziert.

„Die Opposition finanziert“ hört sich ganz niedlich an, man kann das auch anders formulieren, wie man es momentan bei Wikipedia lesen kann (siehe Wikipedia):

„Im Vorfeld der Ermittlungen gegen Jukos hatte er als vermutlich reichster Mann Russlands angesichts der bevorstehenden Duma- und Präsidentenwahlen mehrfach verkündet, dass er nicht nur Parlamente, sondern auch Wahlergebnisse kaufen könne“

Ein Oligarch, wie man ihn im Westen gerne sieht, einer jener Männer, mit der die „unsichtbare Hand des Marktes“ sichtbar Russland ebenso unterwerfen wollte wie man schon die westlichen Demokratien unterworfen hatte – doch dort hatte der Staat etwas Ungeheuerliches getan und den Konzern, der Parlamente kaufen wollte (wie in der Ukraine) einfach zerschlagen – eine Entscheidung, die der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte als legal deklarierte – was den „Spiegel“ aber nicht davon abhält, weiter die Mär von politisch motivierter Enteignung zu tradieren (siehe Stern):

„Im Rechtsstreit um die Auflösung des russischen Erdölkonzerns Yukos vor knapp vier Jahren hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Russland weitgehend Recht gegeben. Moskau habe die gesetzlichen Vorgaben nicht für eine „versteckte Enteignung“ oder „absichtliche Zerstörung“ des Konzerns missbraucht, urteilten die Straßburger Richter am Dienstag. Alle Verfahren der beteiligten Behörden hatten eine legale Grundlage. Die rechtlichen Bestimmungen waren präzise und klar genug, um den Maßstäben der Europäischen Menschenrechtskonvention zu entsprechen.“

Merken Sie langsam, warum Putin plötzlich ein gefährlicher Kriegstreiber wurde und Russland wieder mal zum „Reich des Bösen“? Er hatte sich der globalen Plutokratie wiedersetzt – und muss jetzt dafür bezahlen. Darum übt die Nato jetzt auf ukrainischem Territorium zusammen mit den den USA ausgebildeten Privatarmeen, die in der Ukraine aktuell als „Nationalgarde“ organisiert sind.

Ach ja – wir wollten noch über die akute Kriegsgefahr reden. Ich möchte Sie hier nicht mit alarmierenden Schlußfolgerungen eines einzelnen Bloggers im Regen stehen lassen, so folgerichtig diese auch sein mögen. Von einer akuten Kriegsgefahr reden nämlich ganz andere Leute – man muss nur lange genug im Nachrichtenmüll („Iris Berben wird 65“, „Perfekter Sommersoundtrack“ oder „Die beste Sex-Zeit“, um nur ein paar jener „Nachrichten“ zu nennen, die unsere Aufmerksamkeit lähmen und uns vermitteln, dass die Welt in der Tat ein großer Ponyhof ist) wühlen, um sie aufzustöbern (siehe Spiegel):

„In einem Papier mit dem Titel „Vorbereitung auf das Schlimmste: „Machen die Militärübungen von Russland und Nato einen Krieg in Europa wahrscheinlicher?“ hat ELN zwei Manöver genauer untersucht und dabei Anzeichen dafür gefunden, dass „Russland sich auf einen Konflikt mit der Nato vorbereitet und die Nato sich auf einen möglichen Konflikt mit Russland vorbereitet“.“

„“Wir behaupten nicht, dass die Führung einer Seite entschieden hätte, in den Krieg zu ziehen oder dass es ein militärischer Konflikt unausweichlich wäre – aber dass es Tatsache ist, dass sich das Profil der Übungen verändert hat““

Geübt wird für einen realen Krieg – und für diesen realen Krieg hat die Nato ihre „schnelle Eingreiftruppe“ zum Schutz der privaten ukrainischen Freiwilligenbattallione verdoppelt (siehe Spiegel). China übrigens – eine Macht, die im Konflikt um die Ukraine gar nichts zu tun hat, hat den massiven Ausbau seiner Flotte beschlossen (siehe Spiegel) und so die Zeichen der Zeit erkannt. Von Russland – dem langjährigen Feind – fühlt man sich allerdings nicht bedroht, hier intensiviert man beständig die Zusammenarbeit. Das der Krieg immer wahrscheinlicher wird, versteht man aber nur, wenn man die Hintergründe des plötzlichen Konflikts mir Russland begreift: es ist ein Teil des Weltkrieges „reich gegen arm“, einen Krieg, den wir im Westen immer weiter verlieren und in dessen Rahmen das Volk belogen und Bürger des Westens in Massen erschossen werden. Es ist der Krieg der superreichen Oligarchien des Westens gegen den gesamten Rest der Welt – doch dass wird Ihnen so niemand sagen.Für Sie bleibt das der Krieg der „Guten“ gegen die „Bösen“.

Und gut ist, wer reich ist – oder?

 

 

 

 

Griechenland und die mörderische Diktatur der Finanzelite

Digital StillCamera

Montag, 21.7.2015. Eifel. Kennen Sie Michael Chossudovsky? Wahrscheinlich nicht. Jedenfalls nicht persönlich. Der Mann hat ein Buch geschrieben, Titel: „Global Brutal“, ein Werk, dass zu den wichtigsten Büchern der Menschheit gehört, auch wenn es schon älter ist. In ihm beschreibt er die brutalen Folgen der Neokolonialisierung, die ewig gleichen Methoden, mit denen „Anleger“ ihren Willen durchdrücken. Der Deutschlandfunk hat das mal kurz skizziert (siehe Deutschlandfunk):

„Man zerschlage eine lokale Selbstversorgungsökonomie im Namen des „freien Marktes“, degradiere den Staat zum Empfänger von Weltbankkrediten (die natürlich an strenge Auflagen im Sinne eines globalen Marktliberalismus gebunden sind), zwinge den Staat zu einem permanenten Schuldendienst, der nur mit immer neuen Krediten, also neuer Verschuldung, aufrecht erhalten werden kann, zwinge ihn weiterhin zur Deregulierung staatlicher Daseinsvorsorge und zu deren Privatisierung – und nenne das Ganze „Marktreform“, Demokratisierung und good governance. Chossudovsky spricht angemessenerweise von „Marktkolonialismus“ und „ökonomischem Völkermord“, der nebenbei von enormen Umweltzerstörungen begleitet und im Bedarfsfall – die Ereignisse des 11. September 2001 lieferten den geeigneten Anlass – um den Modus des Krieges ergänzt wird.“

So lange ist die Methode bekannt, doch niemand ist in der Lage, diesem Streben Einhalt zu gebieten. Die Methode ist sehr einfach: man sucht sich eine Regierung, die man mit Geld, Pöstchen und vielen guten Worten davon überzeugt, dass es gut ist, Kredite aufzunehmen. Von diesen „Krediten“ hat die Weltbank unendlich viele, sie – bzw. die Banknoten, die ihnen zugrundeliegen – können jederzeit nachgedruckt werden und führen durch diverse Hebelmaßnahmen (quasi einer Kreditschöpfung aus dem Nichts) so gigantischen Kreditmengen, die man quasi risikofrei unter das Volk mischen kann … unter jedes Volk, also auch unter den Deutschen. Verbunden mit dem Kredit ist die Forderung nach dem Umbau der gesamten Volkswirtschaft … vor allem nach dem Abbau jeglicher Sozialstandards – wir haben das in Deutschland durch die Agenda 2010 erlebt, gleichzeitig wurde das Tafelsilber des Landes verkauft –  z.B. die Post. So verwandelt man erdachtes Geld in harten Besitz – auf Kosten aller Steuerzahler.

Natürlich kann man auch andere Forderungen stellen und durchsetzen: angesichts der Marktmacht der Plutokratie (wie wir die Herrschaft der Superreichen in Anlehnung an Jean Ziegler einmal nennen wollen) ist es ein leichtes, ein paar hundert Abgeordnete in Form zu bringen – immerhin: wozu gibt es Lobbyisten? Die können diskret die Wünsche der Geldgeber überreichen – und noch diskreter die persönlichen Vorteile aufzeigen, die der Gehorsam gegenüber dem Geld mit sich bringt: Aufsichtsratsposten, Karrierechancen für Ehefrau und Kinder, kostenlose Kredite für den Hausbau, regelmäßige Einladungen zu exklusiven Clubs (oder zur Bertelsmannparty) Fluchtwohnraum in den USA – falls mal alles gewaltig schiefgeht – es gibt viele Möglichkeiten, Regierungen gefügig zu schießen.

Dies gilt sogar für äußerst linke Regierungen wie die griechische, die aktuell ein besonderes Tollhausstück aufführt: für viele Millionen Euro wurde das Volk nach seiner Zustimmung zu den Reformplänen der Ausländer befragt – und das Volk lehnte ab. Was gab es für einen Jubel in der Szene der europäischen Linken über diesen Sieg, was wurden dort für Träume vom Sieg des Proletariats geträumt, was wurden Hoffnungen auf diesen überwältigenden Sieg des Volkswillen aufgetürmt … bis die Ernüchterung kam: die Befragung – schon mal von einer Vorgängerregierung angedacht – war nur eine Farce, ein feuchter Traum von Phantasten, die noch nicht verstanden haben, „wo der Hammer hängt“ – also Leute, die weder Chossudovsky noch John Perkins (Bekenntnisse eines Economic Hit Man, siehe Spiegel) lesen und erst recht nicht die dort dargebotenen Informationen wahr haben wollen.

Warum sollte auch mit Griechenland anders verfahren werden als mit jedem anderen, beliebigen Land? Hier ist sogar besonders deutlich, was mit den Krediten angeschafft wurde: hauptsächlich deutsche Waffen für die (relativ) größte Armee Europas (siehe Welt), an der nach Ansage der NATO auf gar keinen Fall gespart werden darf (siehe ZDF). Zusätzlich braucht man jetzt Kredite, um die Zinsen für andere Kredite zu zahlen – d.h. der europäische Steuerzahler zahlt dafür, dass sich viele Konzerne in Griechenland eine goldene Nase verdient haben. Für die Bevölkerung bleibt nichts übrig, sie muss mit einem Anstieg der Kindersterblichkeit um 43 Prozent und einem Anstieg der Suizidrate um 45 Prozent leben (siehe Ärztezeitung) – alles nur, damit die griechische Regierung die von der Nato verlangten Waffenkäufe in Deutschland tätigen kann.

Völliger Wahnsinn, oder? Und doch Alltag in Europa, ein Alltag, der jeden Tag näher an Deutschland heranrückt. 60 Firmenpleiten pro Tag gab es allein in Folge der Bankenschließung in Griechenland (siehe Tagesschau), zusammen mit der massiven Erhöhung der Mehrwertsteuer Faktoren, die die Arbeitslosigkeit und die Armut weiter in die Höhe treiben werden – für den Umsatz deutscher Panzer- und U-Boot-Bauer.

Natürlich sieht das Volk so etwas nicht gern – aber genau deshalb haben sie ja mit NEIN gestimmt … was letztlich zum Austausch aller Linken in der Regierung geführt hat – und zur Demonstration der absoluten Macht der Diktatur der Finanzelite, die sich jetzt erstmal die schönsten griechischen Inseln – etwa 6000 stehen zum Verkauf – privat aneignen (siehe Spiegel). Was wohl den Herrn Tsipras umgestimmt hat? Nun – sein Finanzkollege Varoufakis spricht im Neuen Deutschland ganz offen über seine Erfahrungen mit der „Elite“ (siehe Neues Deutschland):

„Aber die Informationen, die man aus dem inneren Kreis erhält… deine schlimmsten Befürchtungen werden bestätigt… Die Mächtigen sprechen direkt mit dir, und dann ist es so wie man befürchtet – sogar schlimmer als man es sich vorgestellt hat!“

Schlimmer, als man sich vorgestellt hat? Klar – die gehen über Leichen und sprechen das auch deutlich aus.

„Das vollständige Fehlen demokratischer Skrupel unter den angeblichen Verteidigern der europäischen Demokratie. Das ziemlich deutliche Verständnis auf der anderen Seite, dass wir analytisch übereinstimmen – aber das selbstverständlich niemals etwas herauskommen wird. [Und dann] schauen dir sehr mächtige Personen in die Augen und sagen: »Sie haben recht mit dem, was Sie sagen, aber wir werden Sie trotzdem zerquetschen.«“

Braucht man sich da noch Hoffnungen zu machen, dass Wahlen etwas ändern könnten? Die Affäre Tsipras hat gezeigt, dass selbst linke Mehrheiten im Parlament bedeutungslos sind: die Finanzelite hat schon längst die halboffene Diktatur ausgerufen – mit tödlichen Konsequenzen für das griechische Volk, das – wie früher nur „Entwicklungsländer“ – auch in einen permanenten Schuldendienst gezwungen wurde.

Ein wichtiger und wertvoller Blick hinter die Kulissen des Politiktheaters, das für uns aufgeführt wird – ein Blick, der zeigt, wie Weltpolitik gemacht wird … und was eine Angela Merkel sich von einem US-Präsidenten anhören muss, wenn man „unter vier Augen“ spricht, was in den Gängen der Bilderbergertagungen oder in kleinen Gruppen in Davos ausgetauscht wird: „bist Du nicht willig, zerquetschen wir Dich“: da gibt die Nachricht, dass die US-Armee Anthrax in Deutschland eingesetzt hat (siehe Spiegel), gleich einen ganz anderen, düsteren Sinn.

Doch damit nicht genug: man braucht nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, wie sehr sich diese Finanzeliten gegen einen neuen, großen europäischen Krieg stemmen würden, der ihnen enorme Renditen verspricht: gar nicht. Eher sollte man vermuten, dass sie ihn fördern, wo sie nur können.

Was haben wir aus der Griechenlandkrise gelernt?

Eine Mehrheit von 60 Prozent für „Linke“ …. ändert gar nichts. Der Ton der feinen Herrschaften untereinander gleicht dem Sprachgebrauch im sozialen Brennpunkt … und die Wahrheit hinter der öffentlichen Schmierenkomödie ist schlimmer als erwartet, sprich: die Finanzdiktatur geht immer offener vor – und gerne auch über Leichen, auch über Kinderleichen, gerade jetzt und heute in Griechenland.

Diese Diktatur wieder los zu werden … scheint unmöglich, zumal sie durch den Einsatz gezielter, breitflächiger angesetzter Methoden des Meinungsmanagements die Lufthoheit über den Stammtischen und Kantinentöpfen hat … und die Täter mit großem Wohlstand belohnt – groß jedenfalls im Verhältnis zur Normalbevölkerung. Haus, Auto, Flugzeug, Yacht, dreimal pro Jahr in den Urlaub, Kontakt zu Prominenten – kurz: alles, was das Herz begehrt. Wer möchte da nicht gerne Täter sein?

 

 

 

Die letzten 100 Artikel