Napoleon

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Wahl in Griechenland: Europa zittert vor … der Demokratie. Und zwar zurecht.

Sonntag, 17.6.1789. Eifel. Unglaubliches geschieht gerade.  Der ganze Kontinent ist in Aufruhr. In Frankreich gab es Revolution, in ganz Europa rüstet der Adel zum Krieg. Schon jetzt merkt man, das ein kleiner unbedeutender Korse sich bereit macht, den Adel vom Kontinent zu verjagen. Überall wird Geld von den Konten abgehoben, wer es sich leisten kann, flieht, wohin es ihn sicher dünkt. Ähhhh ... nein, Entschuldigung. Das war ein Fehler. Seitdem mein Kollege Regenbogenbieger mit einer Fischvergiftung im Nichts verschollen ist, kommen hier die historischen Archive durcheinander. Fangen wir nochmal von vorne an:

Sonntag. 17.6.1939. Unglaubliches geschieht gerade.  Der ganze Kontinent ist in Aufruhr. In Deutschland gab es Revolution, in ganz Europa rüstet man sich zum Krieg. Ein kleiner, unbedeutender Österreicher macht sich bereit, seine eingebildeten Feinde (also eigentlich jedermann) vom Kontinent zu verjagen. Überall wird Geld von den Konten abgehoben, wer es sich leisten kann, flieht, wohin es ihn sicher dünkt. Ähhhh ... nein, Entschuldigung. Das war ein Fehler. Seitdem mein Kollege Regenbogenbieger mit einer Fischvergiftung im Nichts verschollen ist, kommen hier die historischen Archive durcheinander. Fangen wir nochmal von vorne an:

Sonntag, 17.6.2012. Eifel.  Unglaubliches geschieht gerade.  Der ganze Kontinent ist in Aufruhr. Griechenland wählt.

Sonntag, 17.6.1789. Eifel. Unglaubliches geschieht gerade.  Der ganze Kontinent ist in Aufruhr. In Frankreich gab es Revolution, in ganz Europa rüstet der Adel zum Krieg. Schon jetzt merkt man, das ein kleiner unbedeutender Korse sich bereit macht, den Adel vom Kontinent zu verjagen. Überall wird Geld von den Konten abgehoben, wer es sich leisten kann, flieht, wohin es ihn sicher dünkt. Ähhhh … nein, Entschuldigung. Das war ein Fehler. Seitdem mein Kollege Regenbogenbieger mit einer Fischvergiftung im Nichts verschollen ist, kommen hier die historischen Archive durcheinander. Fangen wir nochmal von vorne an:

Sonntag. 17.6.1939. Unglaubliches geschieht gerade.  Der ganze Kontinent ist in Aufruhr. In Deutschland gab es Revolution, in ganz Europa rüstet man sich zum Krieg. Ein kleiner, unbedeutender Österreicher macht sich bereit, seine eingebildeten Feinde (also eigentlich jedermann) vom Kontinent zu verjagen. Überall wird Geld von den Konten abgehoben, wer es sich leisten kann, flieht, wohin es ihn sicher dünkt. Ähhhh … nein, Entschuldigung. Das war ein Fehler. Seitdem mein Kollege Regenbogenbieger mit einer Fischvergiftung im Nichts verschollen ist, kommen hier die historischen Archive durcheinander. Fangen wir nochmal von vorne an:

Sonntag, 17.6.2012. Eifel.  Unglaubliches geschieht gerade.  Der ganze Kontinent ist in Aufruhr. Griechenland wählt.

Da stockt auf einmal der Schreiber und wundert sich. Gut, Napoleon und Hitler waren ordentliche Kaliber, der erste der typische linke Revolutionär, der sich nach Machterhalt sofort in einen Ultrarechten verwandelt (aber das ist ja das, was Linke wollen: das Geld der Rechten. Was die einen sich durch Betrug und unfaire Geschäftemacherei angeeignet haben, wollen sie sich mit Gewalt holen. Auch illegal, geht aber schneller) während der letztere im linken Gewande nach der Machteroberung noch eins draufsetzte und zum internationalen Prototyp des Antichristen wurde, eine Gestalt, deren  Weltanschauung heute noch tief in der deutschen Gesellschaft nachhalt: „Wer nicht arbeitet, der soll nicht essen“ …. und wird schnellsten vergast, um ihm den Hungertod zu ersparen. Das war wohl das „soziale“ im nationalen Sozialismus, der keine Armen kannte, weil Armut damals wie heute eine indirekte Straftat darstellte.

Bei den beiden versteht man den Aufruhr … aber bei einer Wahl in Griechenland? Vor zehn Jahren hätte man die als Randnotiz im kostenlosen Wochenblättchen wiedergefunden, zwischen den Nachrichten vom Kaninchenzüchterverein und den Anzeigen für Diätmittel. Heute macht die Wahl richtige Endzeitstimmung, Armageddon und Apokalypse finden gerade heute satt – und nicht erst am 22.12.2012.

Eine Kostprobe?

Gern.

Carta-info hat zusammengetragen, was ich heute morgen zusammentragen wollte: von „Marktschock“ und „Eurobeben“ ist da die Rede, „Bange Blicke“ voller „Zittern“ zeugen von der „Angst vor weltweiter Schockwelle“  kurz: ALLES IST VORBEI!

Warum?

Weil ein demokratisches Land einen in einer demokratischen Gemeinschaft ganz normalen Vorgang abwickelt: man wählt ein Parlament.

Das ist schon etwas anderes als Hitler oder Napoleon, oder?

Scheinbar nicht, denn die Wirkungen sind die gleichen. Von „Panikgefahr“ reden die Mittelstandsnachrichten, angeblich gibt es heute in vielen Banken eine Notbesetzung, um auf die kommende große Katastrophe auch am arbeitsfreien Sonntag vorbereitet zu sein.

Wie es zu dieser Katastrophe kommen konnte? Der Spiegel klärt in einer kurzen Sequenz darüber auf …. obwohl ich mir nicht sicher bin, ob die wirklich wissen, was sie dort wirklich schreiben:

Klar ist, dass sich die politische Elite mit Tricks und Manipulationen der Statistik die Aufnahme in die Euro-Zone erschlichen hat. Das Ziel: Die Regierung in Athen wollte von den niedrigen Zinsen profitieren, die Anleger Euro-Ländern für neue Schulden gewährten.

Die „politische Elite“ sind wohl auch jene Leute, die gerade ihre Euros außer Land schaffen. Klar eigentlich … die normalen Bürger haben keine mehr.  Warum ich meine, das der Spiegel hier seine redaktionelle Kontrolle für einen Moment verpennt hat? Nun, gleichen Sie mal diese Aussage mit einer älteren Information aus dem Spiegel ab:

Im Schönen ihrer Haushaltszahlen waren die Griechen Meister – und offenbar hatten sie dabei Hilfe von echten Profis. Nach SPIEGEL-Informationen unterstützte die US-Bank Goldman Sachs den nun vor der Pleite stehenden Staat mit komplexen Finanztransaktionen.

Klar ist, das Goldmann-Sachs mit Tricks und Manipulationen die Aufnahme in die Euro-Zone erschlichen hat. Das Ziel: die Regierung in Athen wollte von den niedrigen Zinsen profitieren, die Anleger Euro-Ländern für neue Schulden gewährten … und Goldman-Sachs und der Bankenclan wollte im Anschluss dann die Zinsen kräftig erhöhen, weil die griechische Wirtschaft bei weitem nicht so stark war, wie der Zinshunger der Banken. Das war aber schon vor zehn Jahren bekannt. Natürlich war es auch den deutschen Regierungen und der deutschen Wirtschaft bekannt, die sich mit ihren Rüstungslieferungen (und dem Absatz von überteuerten Konsum- und Arzneiprodukten) eine goldene Nase an den billigen Krediten für Griechenland verdient haben.

Jeder Mercedes, VW und Audi in Griechenland ist letztlich von diesen von Goldman-Sachs eingefädelten Krediten bezahlt worden, genauso wie jedes U-Boot, jede Fregatte und jeder Panzer. Jeder Normalbürger hätte das auch schon vor zehn Jahren gesehen: die Wirtschaftskraft Griechenlands hätte niemand auf der Höhe von Frankreich oder Deutschland vermutet. Jeder wusste, das die außer Oliven nichts haben.

Wirklich nicht?

Die griechische Botschaft ist da anderer Meinung. Hören wir ihr doch mal kurz zu:

Durch die Erweiterung der Europäischen Union ist Griechenland zu einem regelrechten Giganten in der europäischen Handelsschifffahrt aufgestiegen. Der Großteil der Flotten der neuen EU-Mitglieder Zypern und Malta wird von Griechen kontrolliert. (Jahresbericht der griechischen Reederunion 2003/04)
Insgesamt 58,34 % des Volumens der EU-Handelsflotte (nach Großtonnage – GT) werden von Cargos und Tankern unter griechischer, zypriotischer und maltesischer Flagge gestellt, und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass ein überaus großer Anteil an den Flotten Zyperns und Maltas von griechischen Reedern kontrolliert wird, beherrschen letztere insgesamt 46,15 % des Volumens der EU-Handelsflotte.
Laut des in London ansässigen Greek Shipping Cooperation Council (GSCC) geht der Einfluss griechischer Reeder aber noch weiter. Zu den insgesamt rund 70 Mio GT griechischen Volumens unter EU-Flaggen kommen noch weitere 39 Mio GT, die unter Nicht-EU-Flaggen fahren – überwiegend aus folgenden Ländern: Panama (14,5 Mio.), Liberia (6,9 Mio.), Bahamas (5,9 Mio.).

Wie Bitte? Griechische Reeder kontrollieren 46,15 % ALLER EUROPÄISCHER HANDELSFLOTTEN? Stehen laut Stern weltweit auf Platz 2?

Die sind aber sehr reich, die Griechen. Superreich. Mit diesen Flotten könnten die locker den kleinen Küstenstaat finanzieren – so wie wir Deutschland mit der Automobilindustrie hochhalten. Von wegen „die haben nur Oliven“.

Die haben nur ein Problem, das wir alle in Europa haben. Das ist das, was der Spiegel so lapidar „die politische Elite“ nennt jene Menschen, die von Goldman-Sachs zum Essen eingeladen werden – oder gleich direkt bei ihnen gearbeitet haben. Oder – formulieren wir es anders:

 „Es heißt, dass Leistung nicht fruchtet. Wer die anderen hereinlegt, gilt mehr als der, der arbeitet. Würde sich diese Mentalität ändern, würde sich alles ändern.“

Dieses Zitat stammt aus dem Jahre 2002 – und wird wieder aktuell, wie der Artikel in der Zeit zeigt, aus dem er entnommen ist. Ebenso wie die Zeit erinnert das Handelsblatt daran, das wir die Krise schon mal hatten: 2002 in Argentinien. Die Parallelen sind erstaunlich … auch wenn die Artikel manches gerne unterschlagen, siehe Wikipedia:

Eine Privatisierungswelle Anfang der 90er Jahre, bei der viele Staatsbetriebe zum Teil unter Wert verkauft wurden, führte dazu, dass weite Teile der argentinischen Wirtschaft vom Ausland abhängig wurden. Dies machte das Land anfällig für Spekulation und Kapitalflucht, ein Phänomen, das Ende 2001 maßgeblich zur Bankenkrise beitrug.

Man glaubt es kaum, wenn man es liest – und sogar den Deutschen sollte es mulmig werden, wenn sie dies lesen, denn den Verkauf der Staatsbetriebe haben wir erlerbt, die ganze DDR wurde verramscht (wobei jene, die andere hereinlegten, auch in unserem Land mehr gelten als jene, die einfach nur gearbeitet haben) – und nun haben wir eine Bankenkrise.

Klar ist, das die politische Elite mit Tricks und Manipulationen die Argentinienkrise verursacht hat, klar ist, das dort ein Modell ausprobiert wurde, mit dessen Hilfe man sich jetzt Zugriff auf die finanziellen Reserven des gesamten europäischen Kontinents verschafft – und nicht nur auf die kläglichen Reste Griechenlands.

Die Presse“ aus Österreich klärt darüber auf:

Dazu bedarf es einerseits der kurzfristigen, demokratisch nicht legitimierten Zentralisierung von Wirtschafts- und Fiskalpolitik und andererseits einer Rekapitalisierung der europäischen Banken direkt aus den Mitteln von EFSF und ESM. Vor allem Letzteres scheint tatsächlich unausweichlich

Wir erinnern und vielleicht mal besser für einen Moment an das griechische Erbe: die Hebelgesetze des Aristoteles. Griechenland ist der Punkt, mit dem Goldman-Sachs und die Lumpenelite ganz Europa aus den Angeln hebt – dabei ist es völlig egal, wie die Wahl in Griechenland ausgeht. Es geht ja auch gar nicht um Griechenland: das war nur die Eintrittskarte, die man ab 2001 nach argentinischem Vorbild vereinnahmt hat … und weil ich Banker nicht für blöd halte (erst recht nicht die von Goldman-Sachs, die jetzt als „politische Elite“ in Griechenland, Italien und Brüssel sitzen), nehme ich an, das das genauso geplant war: das Bankenparadies sollte Wirklichkeit werden, der Enteignungspakt für Staaten und Menschen (ESM) wird das Mittel werden, mit dem man uns ohne jede demokratische Kontrolle auch noch den letzten Cent aus der Tasche klaut.

Sieht man ja auch jetzt an Spanien … einerseits wird langsam klar, das dank verstärkter Kapitalflucht die 100 Milliarden bei weitem nicht ausreichen (siehe Mittelstandsnachrichten), andererseits ist aber auch klar, das eine Rettung Spaniens einer Studie der Deutschen Bank zufolgt scheitern wird (ebenfalls Mittelstandsnachrichten) … aber trotzdem läuft der Rettungsautomatismus weiter.

In der Welt finden wir den Ökonomen Hans-Werner Sinn, der uns mit kurzen Worten erklärt, was hier abläuft:

Banken und andere Investoren, darunter viele reiche Griechen, dagegen konnten ihre toxischen griechischen Staatsanleihen an die EZB und damit in die Haftung des Steuerzahlers der europäischen Kernländer übergeben.

Und noch einen weiteren denkbaren Satz finden wir dort:

Die große Lücke zwischen dem, was Griechenland erwirtschaftet, und dem, was es verbraucht, wird längst vollständig von der EZB und der Staatengemeinschaft finanziert. 

Und hier halten wir einen Moment inne und erinnern uns daran, was wir kurz zuvor lasen: die Griechen haben die zweitgrößte Handelsflotte in einer globalisierten Welt – wie kann das sein, das die nichts erwirtschaftet?

Nun – die erwirtschaften schon Einiges, aber: sie zahlen ihre Miete nicht. Griechische Reeder zahlen keine Steuern (siehe z.b. Focus). Kein Wunder, das die angesichts der Wahl nun das Land verlassen wollen (siehe Standard), weil sie Lynchjustiz fürchten (siehe Finanznachrichten).

Denen wird gestattet, was man keinem anderen Bürger gestatten würde: Miete nicht bezahlen. Während dem Bürger die Zwangsräumung droht, kriegt der Unternehmer ein Bundesverdienstkreuz fürs reich werden – ein spannendes Beispiel findet sich hier bei „Extremnews„.

„Wer die anderen hereinlegt, gilt mehr als der, der arbeitet“.

Besser kann man die bundesdeutsche Wirklichkeit im Jahre 2012 gar nicht beschreiben … und auf einmal sehen wir, warum die Wahl in Griechenland medial soviel Angst verbreitet: es könnte passieren, das der Bürger merkt, das genau dies das Problem ist:

„Wer die anderen hereinlegt, gilt mehr als der, der arbeitet“.

Das würde auch erklären, warum die deutschen Leitmedien in einer gesellschaftliche so brisanten Situation (die schnell zu einer Neuauflage von 1789 führen könnte) einen merkwürdigen Kurs fahren, den wir heute der FAZ entnehmen können:

Denn für den Sonntag, wenn dort Wahlen sind, die für ganz Europa Folgen haben, planen die öffentlich-rechtlichen Sender, das sind die mit dem Kirchhofschen zwangsgebührenbegründenden Gesamtdiskursauftrag, für die Zeit nach 20Uhr folgende Beiträge: Erst Deutschlanddänemark und „Traumschiff“, gefolgt von „Kreuzfahrt ins Glück“ und Hollandportugal, dann „Waldis Club“ und „Mysteriöse Kriminalfälle der Geschichte“. 

Die Bundesanstalt für Volksbespaßung nimmt ihren wahren Sendeauftrag ernst und lenkt mit großem Tamtam von der historischen Dimension der momentanen Ereignisse ab. Es steht auch viel auf dem Spiel – für die, die als Funktionselite eingesetzt sind. Schauen wir doch mal, wie es Argentinien heute geht, siehe Wikipedia:

Die soziale Situation des Landes ist in mehrerlei Hinsicht durch eine starke Ungleichheit gekennzeichnet. So gibt es einerseits ein sehr großes Wohlstandsgefälle zwischen Ober- und Unterklasse. So gehören die argentinischen Top-Manager-Gehälter zu den höchsten in Südamerika, während die ärmsten 40 % nur über zehn Prozent des gesamten Volkseinkommens verfügen.

Sehr viele Funktionsträgern droht das Millionärsparadies, wenn der momentane „große Coup“ wirklich gelingt. Wundert man sich da, das der Widerstand in Wirtschaft, Politik und Medienwelt so seltsam gering ausfällt – die führenden Köpfe des Landes verdienen alle daran.

Jetzt verstehen wir, warum das mediale Europa vor der Wahl zittert wie das politische und wirtschaftliche Europa. Dort, wo das Volk mitbestimmen kann, hat man kein Verständnis für eine Gesellschaft, in der derjenige, der andere hereinlegt, mehr gilt, als derjenige, der arbeitet.

Und es zeigt sich, das der Vergleich mit 1939 auch nicht falsch ist – siehe NZZ:

Viele Deutsche wählten Hitler, weil sie sich von ihm ein Ende der Wirtschaftsmisere wie der in Versailles oktroyierten Bedingungen versprachen. Der Wunsch nach Selbstbestimmung mündete in der Katastrophe

Das wird dann eins er möglichen Ergebnisse sein, wenn sich der „Anti-Europa-Kurs“ nicht durchsetzt und der ESM kommt: der Hunger nach einem neuen Führer, der uns aus der alternativlosen wirtschaftlichen Misere führt, wird beständig größer werden.

Man sieht: man fürchtet sich zurecht in diesen Zeiten … vor einem ganz normalen gesellschaftlichen Vorgang.

 

 

 

Nachrichten am Dienstagmittag – 2012.03.27

Wahlnachlese:

Überraschungserfolg im Saarland: FDP knackt Null-Prozent-Hürde
Deutschland ohne FDP
Die Gründe der Piratenwähler

Wir habens ja…

Stattdessen legt das siebenseitige Papier der Kommission nahe, dass EFSF und ESM vollständig miteinander kombiniert werden sollten, wodurch das Ausleihvolumen auf 940 Milliarden Euro stiege. Noch besser wäre demnach eine Überführung des EFSF in den ESM. Der deutsche Haftungsrahmen würde in diesem Fall von 211 auf 400 Milliarden Euro steigen.

Tyrannei:

Tyrannei geht von Tyrannen aus, nicht von Tyrannisierten
“Tyrannei der Masse” und der Kampf um das liberale Erbe

´Tyrannei der Masse´ – Das neue Schlagwort im Kampf gegen das Volk

Der Masse´ – Patrick Döring (FDP) redet sich um Kopf und Kragen
Dörings Tyrannei-Vergleich empört die Piraten
Ne, die hab ich nicht alle gelesen, so wichtig ist der Knabe auch nicht…

Hat irgendwer gedacht, daß Frau von der Laien was anderes als Bockmist abliefert?

Heftige Kritik an Hartz-IV-Bildungspaket. Paritätischer Wohlfahrtsverband: »Totalreinfall«

Bundesweit am häufigsten abgerufen wurden laut DGB mit knapp 60 Millionen Euro Zuschüsse für den Schulbedarf, an zweiter Stelle stand mit 38 Millionen Euro die Finanzierung mehrtägiger Klassenfahrten.

Na klar, der Schulbedarf wird (imho) automatisch überwiesen und Klassenfahrten werden (ebenfalls imho) über die Schulen beantragt.

Die Echtheit glaube wer mag, aber .es verstärkt Vorurteile es bestätigt Meinungen:

 Mittels versteckter Derivate sind die griechischen Schulden wesentlich höher als bekannt. Die Preise von Edelmetallen unterliegen ständiger Manipulation. Banker und Politiker arbeiten im Geheimen zusammen. All dies steht in einem Schreiben, dessen Autor sich als JP-Morgan-Chase-Mitarbeiter ausgibt. Ähnlich wie Greg Smith, bis vor kurzem ein Mitarbeiter von Goldman Sachs, scheint auch der Verfasser dieses Bekenntnisses aus moralischen Gründen zu handeln.

Warum muß ich zum Kopp-Verlag um so was zu lesen?

Wie die ägyptische Altertümerverwaltung bekannt gibt, werden sechs Gräber des Alten Reichs bald wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, darunter auch das Grab der Enkelin des Cheops. Die Gräber sind seit rund 25 Jahren wegen Restauration gesperrt gewesen. Die neuerliche Öffnung wird die Zeit des berühmten ägyptischen Königs wieder deutlicher ins Blickfeld rücken. Was aber sagen die Gräber über das Alter der gewaltigen Monumente sowie über ihre Erbauer aus?

Ob er auch bald nach Elba zieht:

Um Missverständnissen vorzubeugen: Der Sinn dieses Beitrages ist es nicht, Nicolas Sarkozy seine familiären, freundschaftlichen und beruflichen Beziehungen vorzwerfen, sondern dass er den Franzosen seine Bindungen vorenthalten hat und sie hat glauben machen, sie wählten einen freien Mann.

Um zu verstehen, wie es kommt, dass ein Mann, den heute fast alle übereinstimmend als den Agenten der Vereinigten Staaten und Israels wahrnehmen, Chef der gaullistischen Partei Frankreichs und dann Präsident der Republik Frankreich hat werden können, muss man das Rad der Geschichte zurückdrehen, und zwar ziemlich weit. Wir müssen etwas ausholen, um aufzeigen zu können, wer die Protagonisten sind, die heute für ihre Dienste belohnt werden.

Hmm, lecker. Whisky mit gequirlten Babynieren? Diese Genehmigung zu beantragen ist so dämlich, da fällt mir echt nichts mehr ein. Wer trinkt das Zeug denn jetzt noch. Und ist das nicht eigentlich Kannibalismus? Hey, wo sind die moralinsauren Christen wenn man sie mal braucht? Und den Namen „Senomyx“, merken!

Die Regierung Obama hat dem Unternehmen PepsiCo die Genehmigung erteilt, weiter die Dienste eines Herstellers für Geschmacksstoffe in Anspruch zu nehmen, der Zellgewebe von abgetriebenen Föten verwendet. Wie die Webseite LifeSiteNews.com berichtet, hat Obamas Börsenaufsichtsbehörde Security and Exchange Commission (SEC) entschieden, die Zusammenarbeit zwischen PepsiCo und der Firma Senomyx aus San Diego in Kalifornien, die unter Verwendung von menschlichem embryonalen Nierengewebe Geschmacksverstärker für Pepsi herstellt, sei eine »ganz normale Geschäftstätigkeit«.

Auch eine Sichtweise. Von einem meiner Lieblingsmagazine für wilde und phantasievolle Verschwörungstheorien:

Bis heute war offiziell nicht klar wer den eigentlich für die Wende in Mittel- und Osteuropa und somit auch für den Fall der Mauer und die deutsche Wiedervereinigung verantwortlich war. Doch jetzt und nur wenige Stunden vor der Wahl eines neuen Bundespräsidenten, den wir zumindest schon nach Köhler und Wullf auch niemanden empfehlen können, sollen Sie erfahren wer den in der Tat damals die führenden Initiatoren waren, welche hintergründig und heimlich diese gigantische Umwälzung in Europa planten und durchführten. Bisher waren bei jedem Jahrestag des Mauerfalls Diskussionen zum Thema „Helden“ entbrannt.

Noch was zum Thema tote Tiere essen. (Nee, müsst ihr nicht klicken):

Ein weiteres Video zeigt, wie sich Delphine in einem Spiegel erkennen können. Und dann habe ich einen Artikel verlinkt, in dem ein Video zu sehen ist, wo eine traurige Schimpansen-Mutter ihr 18 Monate altes, gerade verstorbenes Kind immer wieder am Hals und im Gesicht prüft, ob es noch lebt. Es sieht also so aus, dass ihr so etwas wie tot sein bewusst sein könnte. Dann kommt ein anrührendes Video, in dem gezeigt wird, wie eine Katze ihren gerade totgefahrenen Kameraden versucht wiederzubeleben (es reichen die 30 Sekunden der 5 Minuten). Das letzte Video berichtet von einem Polizeieinsatz, in dem ein kleiner Hund zusammen mit gerade geborenen Katzenbabys, auf die er aufgepasst hat, gerettet wurden. Zu Hunden findet man noch viel mehr Videos, wie sie sich um tote Herrchen oder rührend um verletzte Kameraden kümmern. Andere erzählten mir von weinenden Kühen, die in einem Experiment beobachten mussten, wie ihre Wegbegleiter zum Schlachten getötet wurden.

Über Dilettanten – ausgerechnet in der Zeit:

Die völlige Abwesenheit von Wissen ist kein Hindernis auf dem Weg nach oben, sondern Voraussetzung für einen erfolgreichen Aufstieg, findet der Publizist Thomas Rietzschel.

Keine Sorge, auch das werden sich die Spekulanten nicht entgehen lassen:

Oft wird argumentiert, Spanien sei nicht wirklich gefährdet, weil die Staatsschulden weniger als 70 Prozent des Bruttoinlandproduktes ausmachen. Leider greift dieses Argument zu kurz. Viel zu kurz. Spanien besitzt alle Ingredienzen für einen toxischen Cocktail: einen überschuldeten Privatsektor, ein marodes Bankensystem, einen aufgeblähten Immobilienmarkt, der noch einen grossen Abwertungsschub vor sich hat, ein chronisch hohes Leistungsbilanzdefizit und eine schwache internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Und wo werden die Milliarden für die Banken eingespart?

Der europäische Automarkt steuert in die größte Krise seit Mitte der 1990er Jahre, so das Ergebnis einer Studie des Zentrums für Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen.

Diese Methode spart Munition:

Aufgrund des Brennstoffmangels im Gazastreifen konnte das Krankenhaus, in dem dieses Mädchen behandelt worden war, nicht die nötige Energie bekommen.
Auch schon am Freitag ist ein palästinensisches Kind aufgrund des Brennstoffmangels für das einzige Kraftwerk im Gazastreifen und des dadurch bedingten Ausfalls eines Beatmungsgerätes gestorben.

Wenn das Wahr™ ist, werden wir es bald bemerken:

Der Jetstream auf der Nordhalbkugel bewegt sich gegen den Uhrzeigersinn in einem durchgehenden Band von West nach Ost und bringt feuchte und milde Luft nach Europa. Dieses Modell kann man auch auf der Südhalbkugel beobachten, auch dort bewegt sich der Jetstream vom West nach Ost. Meteorologen haben bereits 2010 ungewöhnliche Unterbrechungen bei diesem Strom festgestellt. Was dazu führt, dass in bestimmten Regionen das Wetter “stehenbleibt” und extreme Wetterbedingungen auslöst.

Und Herr Fulford wähnt das GUTE™ fast am Ziel:

Laut Aussagen von Vertretern der Dragon-Familie ist das neue Finanzsystem jetzt online und genügend Finanzmittel stehen entweder jetzt schon zur Verfügung, oder werden bald verfügbar sein. Der letztendliche Sturz der kriminellen Kabale hat nun ernsthaft begonnen, wobei angeblich in der letzten Woche alleine 200 Spitzenbanker verhaftet wurden und 450 zurücktraten. Laut Quellen aus japanischen Regierungskreisen arbeitet Japan jetzt an den letzten Dokumenten, um die Internationale Wirtschaftsplanungsbehörde aufzubauen; die anfängliche Finanzierungssumme beläuft sich auf 10 Billionen Dollar, das ist das 200fache dessen, was die Weltbank jedes Jahr verleiht.

Genauso hätte die Operation 100 funktioniert:

Cruddas, der inzwischen zurückgetreten ist, wurde heimlich gefilmt, als er den Reportern, die sich als Vertreter eines Fonds aus Liechtenstein ausgaben, der Interesse habe, sich in Großbritannien zu betätigen, dass man mit einer Spende von 200.000 oder 250.000 Pfund auf jeden Fall zur „premier league“ zähle und dadurch Zugang zu den Parteiführern und zu privaten Essen von Regierungschef David Cameron und seiner Frau sowie dem Finanzminister George Osborne erhalte:

„Two hundred grand to 250 is premier league… what you would get is, when we talk about your donations the first thing we want to do is get you at the Cameron/Osborne dinners.

Das ist noch nicht der wirkliche Skandal, sondern das damit verknüpfte Versprechen, dass jede Spender in dieser Höhe bei den politischen Plänen der Partei berücksichtigt werden könnte. Zunächst hatte er noch geleugnet, dass man sich den Zugang zu Cameron kaufen könne, aber dann wurde er doch genauer, indem er umriss, was man erwarten könne.

Über die Eisfläche des Nordpols:

Falls sich jemand Sorgen macht, was die Eisfläche des Nordpol so treibt, hier ein Vergleich vom 17. März 2012 mit dem selben Datum 1995. Wie man sieht ist die Ausdehnung fast genau gleich wie vor 17 Jahren.

Wer braucht denn Bienen:

Das als Bienenkiller bekannte Gift Clothianidin darf wieder eingesetzt werden. Es ist zwar nur vorübergehend erlaubt, doch das schon im dritten Jahr in Folge.

Hier gibts weitere Nachrichten. Ein Auszug:

DAX-Konzerne machen Rekordgewinn
„Die Dax-Konzerne haben 2011 die Rekordmarke von 100 Milliarden Euro Gewinn geknackt“, schreibt die Süddeutsche Zeitung. „Im Vergleich zu 2010 seien die operativen Gewinne um acht Prozent gestiegen.“

Aber wenn man von denselben Konzernen verlangt, dass sie sich auch angemessen an den Sozialsystemen beteiligen sollen, wird man ja sofort als klassenkämpferischer Linksextremist betitelt

 

Bewegte Bilder

Übers Fernsehen. Vielleicht ein wenig albern?

Gedanken zur Revolution in Deutschland: über die Demokratie, den freien Menschen und seine Feinde

Samstag, 17.3.2012. Wochenende. Wagen waschen, dann großer Familieneinkauf, Rasenmähen, Sportschau - die nächste Saison des Sommerprogramms für Bundesbürger beginnt genau heute. Wochenende war mal der Tag der Ruhe, der Besinnung, wo man Zeit für Bildung hatte. Heute wird gebildet. Ist Ihnen schon mal der mediale Druck aufgefallen, den die Beschäftigungsindustrie entfaltet, um Ihnen Ihre Zeit zu stehlen? Welchen Sinn machte es, für "SAT-1-Knaller" oder "RTL-Super-Events" mit viel Geld zu werben, wenn man das sowieso umsonst schauen kann ... und es besser überhaupt nicht sehen sollte? Welchen Sinn macht es, das große Printmedien die Knaller dann auch noch vorkauen und breittreten, so dass man bald denkt, man würde wegen "unterlassener Hilfeleistung" angezeigt, wenn man lieber auf einer einsamen Bergkuppe sitzt und den Sonnenuntergang genießt, an kleinen Bächen dem Murmeln des Gewässers zuhört oder sich mal ein einen großen, alten Baum setzt (die seit der Erfindung der Motorsäge auch vom Aussterben bedroht sind) und sich mal vorstellt, wie die menschliche Geschichte wohl aus seiner Sicht aussieht - immerhin überblicken Bäume da ganz andere Zeiträume als Bürger.

Samstag, 17.3.2012. Wochenende. Wagen waschen, dann großer Familieneinkauf, Rasenmähen, Sportschau – die nächste Saison des Sommerprogramms für Bundesbürger beginnt genau heute. Wochenende war mal der Tag der Ruhe, der Besinnung, wo man Zeit für Bildung hatte. Heute wird gebildet. Ist Ihnen schon mal der mediale Druck aufgefallen, den die Beschäftigungsindustrie entfaltet, um Ihnen Ihre Zeit zu stehlen? Welchen Sinn machte es, für „SAT-1-Knaller“ oder „RTL-Super-Events“ mit viel Geld zu werben, wenn man das sowieso umsonst schauen kann … und es besser überhaupt nicht sehen sollte? Welchen Sinn macht es, das große Printmedien die Knaller dann auch noch vorkauen und breittreten, so dass man bald denkt, man würde wegen „unterlassener Hilfeleistung“ angezeigt, wenn man lieber auf einer einsamen Bergkuppe sitzt und den Sonnenuntergang genießt, an kleinen Bächen dem Murmeln des Gewässers zuhört oder sich mal ein einen großen, alten Baum setzt (die seit der Erfindung der Motorsäge auch vom Aussterben bedroht sind) und sich mal vorstellt, wie die menschliche Geschichte wohl aus seiner Sicht aussieht – immerhin überblicken Bäume da ganz andere Zeiträume als Bürger.

Nun, der Sinn ist: wir sind beschäftigt. Mit irgendetwas, Hauptsache: beschäftigt. Religiöse Menschen warnen seit den fünfziger Jahren ganz gezielt vor dieser Entwicklung. Gut: religiöse Menschen (also die wenigen, die es wirklich ernst meinen – nicht die Kasperle der Taufscheinkirchen) stellen wie alte Bäume eine Minderheit dar – und ihre offene Diskriminierung und Verfolgung durch halbseidene Formate wie „Esowatch“ hat ein erstaunlich geringes Echo im Kreis der sogenannten „Menschenrechtler“ … dabei sind ihre Warnungen ernst und kaum von der Hand zu weisen: wir Menschen sind sterblich und tun gut daran, uns auf unser Ende vorzubereiten, sagen sie. Der Teufel – so ihre Meinung – wird alles daran setzen, das die Menschen sich niemals aus dem Kreislauf der Widergeburt befreien und sich so tief in Sünde verstricken, das sie niemals wieder in die himmlischen Gefilde zurückkehren, die ihre wahre Heimat sind. Diese Heimat war alten Hochkulturen so wichtig, das sie aus der Kunst des rechten Sterbens eine Wissenschaft gemacht haben – jedenfalls für die, in deren Händen das ganze Wissen jener Kultur zusammenfloss.

Wissen Sie, wer das bei uns ist? Wie bitte? Sie wissen, was heute abend dringend geguckt werden muss – aber Sie wissen nicht, wer im 21. Jahrhundert die zentrale Macht unserer Kultur ist?

Sie halten sich aber für gut informiert und denken, sie wären Bürger eines demokratischen Rechtsstaates, der die dunklen Zeiten mittelalterlicher Barbarei überwunden hat und sich nun mit vollem Recht der Wäsche seines Autos und der Sportschau hingeben darf, nicht wahr?

Sie sollten mal Schopenhauer lesen. Sinngemäß hat er geschrieben: alle Versuche, das aus der Welt zu verbannen, führen nur dazu, das es sein Gesicht ändert.

Übertrage ich das auf die politische Welt, so hieße dies: alle Versuche, den Diktator zu töten, führen nur dazu, das er seine Gestalt ändert. Heute zum Beispiel ist er nicht unsichtbar, er arbeitet auch nicht im Verborgenen oder brütet geheim in finsteren Kammern immer neue Gräuel aus – er lebt ganz offen mitten unter uns – wir sind nur zu beschäftigt, um uns für ihn zu interessieren. Das ist nicht neu -im alten Rom hat man diese Strategie schon mal erfolgreich angewendet: die Bürger starrten gebannt auf die Geschehnisse im Zirkus, wo B-Promis gegen Gladiatoren kämpften oder von Löwen gefressen wurden, während nur ganz wenige merkten, das sich das ganze Imperium in Auflösung befand und sein Hauptquartier schon längst in die Kolonien nach Konstantinopel verlegt hatte.

Konstantinopel würde heute in den USA liegen, eifrige Diener des Imperiums finden dort jederzeit eine neue Heimat – auch wenn sie hierzulande wegen getürkter Doktorarbeiten keinen Platz mehr für sich finden. Unser Geld nehmen sie übrigens immer gerne mit dahin, gilt ja als Schick, dort mit dem Geld der deutschen GEZ eine Millionenvilla zu kaufen.

Das wird Sie jetzt überraschen, das sie eigentlich dachten, Sie wären freier Bürger eines freien Landes – in Wirklichkeit sind sie aber der Sklave eines Imperiums, das gerade wieder sie Welt für sich umstellt. Wir sind da ganz vorne mit dabei – seit der Wiedervereinigung sind wir vom Bündnispartner zum Leiharbeiter geworden – siehe Serbien, Piratenjagd oder Afghanistan. Ich weiß, das hören Sie jetzt nicht gerne, denn wenn es wirklich so wäre, dann würden Sie ja den Knaller heute abend verpassen, weil sie für Ihre Zukunft etwas tun müssten. Was wäre, wenn dann am Montag die Kollegen im Büro den üblichen Sozialspionagetest machen und abfragen, was sie alles gesehen haben – und vor allem, wen? Den Gottschalk? Den Jauch? Den Schmidt?

Was wäre, wenn Sie den Kollegen am Montag im Büro sagen, das sie eine Bürgerwehr gegen die Folgen der Globalisierung gegründet haben, um der Bundesrepublik das Schicksal des alten Roms zu ersparen? Die Griechen zum Beispiel fangen gerade mit der Milizgründung an. Wir kennen das schon – aus der Geschichte. Adolf Hitler hat gezeigt, was man mit diesen von Konzerngeldern finanzierten Milizen im politischen Raum alles bewegen kann – ich hoffe, sie wissen noch, wie übel das endete – nicht nur für Hitler.  Nimm den Sklaven ihren Brei und ihren Zirkus und sie werden zu wütenden Bestien. Sie merken auf einmal, das sie die ganze Zeit nur armselige Würstchen waren, weit entfernt vom Ideal des „freien Menschen“, dem es egal wäre, das Deutschland jetzt mit aller Macht Globalisierungsweltmeister werden muss – was letztlich heißt, das wir uns die seltenen Erden mit Waffengewalt holen müssen. Köhler und Guttenberg haben da ja schon mal was zu gesagt.

Sicher, Sie schimpfen auch über die Halbgott-Gehälter der Kapitalbüttel, den geplanten Impfzwang oder die Tatsache, das Kleinsparer – anders als Großbanken – durch die Griechenlandpleite mehr verloren haben als sie investiert hatten: ein Verlust von 140 % ist ja rational auch kaum noch nachzuvollziehen. Sie regen sich auf über die Arbeitsplatzmisere in Deutschland, wo Arbeit zunehmend durch „Beschäftigung“ ersetzt wird – aber heute abend werden sie am staatlich kontrollierten Beschäftigungsfunk wieder freiwillig teilnehmen, oder? Griechenland hat durch die „Hilfe“, die Ihnen nochmal 40 Euro für jeden Hunderter kostet, den Sie dank der Maschmeyers dieser Republik dort investiert hatten, jetzt eine Arbeitslosigkeit von über 20% – noch mehr von dieser Art Hilfe, dann sind wir hochverschuldet und die tot.

Und während Sie sich selbst beschäftigen, weil Sie wissen, das Freizeit eigentlich der Volkswirtschaft schadet und nur noch zwecks besserer Verwertbarkeit des Humankapitals gewährt wird, wird um Sie herum ein Überwachungsstaat aufgebaut, vor dem selbst Hitler Angst gehabt hätte – zurecht. Indect heißt er – und erlaubt die totale Kontrolle über jeden von uns. Drohnen und Ballons mit hoch auflösenden Kameras verwandeln alle freie Städte in Orte, die wie Gefängnisse kontrolliert werden – der Adel des Mittelalters wäre dankbar für diese Erfindung.  Der neue Adel ist es auch – mit Stadtluft macht frei ist es dann endgültig vorbei.

Der neue Adel … nun, ist auch irgendwie der Alte. Doch, ja, wenn Sie sich Mühe geben (aber sehr viel Mühe, aus der Perpektive des römischen Zirkus werden Sie das nicht erkennen können, dazu müssen Sie schon dem Zirkus aufs Dach steigen), dann finden Sie die alten Drogenbarone wieder: Rothschild zum Beispiel mit einem geschätzten Vermögen von mehreren Billionen.  Der hat privat mehr Geld, als Deutschland Schulden hat. The Intelligence erwähnt das nebenbei … und klärt uns auf, wie weit man dem Zirkus aufs Dach steigen muss, um überhaupt erstmal zu erkennen, das man absolut keinen Überblick hat:

Die Besitzverhältnisse von Konzernen und Großbanken sind so verschachtelt, dass es absolut unmöglich ist, herauszufinden, wer tatsächlich die Besitzer sind. Auch das Verbergen von Vermögen in sogenannten „Wohltätigkeitsstiftungen“, die absolut nichts mit „Wohltätigkeit“ zu tun haben, gehört zu den Verschleierungsmechanismen.

Diese Erkenntnis ist aber wichtig – weil Sie direkt zu den Herren dieser Welt führt. Sie herrschen noch genau wie früher über Land, über das Essen, das Holz, die Kohle – nur Erdöl und Strom sind zusätzlich noch hinzugekommen. An manchen Tagen demonstrieren Sie ihre Macht über den DAX (das goldene Kalb unserer angeblich so freien Marktwirtschaft) ganz deutlich, wie Start Trader beschreibt:

Heute ist wieder Hexensabbat. Terminkontrakte und Optionen auf Aktien und Indizes verfallen. An solchen Tagen wie dem heutigen merkt man die Hilflosigkeit der privaten Anleger gegenüber dem Großkapital besonders deutlich. Egal was der Markt macht, in welche Richtung die Kurse gehen, es wird von vom Großkapital gesteuert, die Kurse werden so zurechtgehievt, dass ein möglichst günstiges Abrechnungslevel erreicht werden kann. An solchen Tagen legen sich die großen Investoren den Markt zurecht, die Kleinen schauen mit großen Augen zu.

Und da stellen Sie sich allen Ernstes hin und behaupten, Sie seien ein freier Mensch in einem freien Land mit freier Marktwirtschaft?

Sie sind noch nicht mal so frei, den heutigen Abend in der Natur auf einem Platz mit alten Bäumen im Gebet zu verbringen. Mit dieser ökologisch und ökonomisch belastungsarmen Freizeitbeschäftigung würden Sie – wenn Sie damit an die Öffentlichkeit gehen – merken, wie vielen Grenzen und Tabus Sie momentan wirklich unterliegen. Der Feind der Freiheit der Menschen hat sein Reich hinter ihnen errichtet, während sie gebannt auf den blutigen und grausamen Zirkus im römischen Collosseum starren – und froh sind, das Sie nicht gerade selbst dort unten gefressen oder zerstückelt werden.

Denken Sie sich mal für einen Augenblick in die Macht von Menschen hinein, die Billionenvermögen steuern – das sind tausende von Milliarden. Die organisieren ihnen ein „nine-eleven“ mit teppichmesserschwingenden Afghanen (die eigentlich aus Saudi-Arabien oder Deutschland kamen) allein, um von anderen Aktivitäten abzulenken – und wenn man damit noch ein günstiges Klima für weitere Geschäfte schaffen kann, umso besser.

Der „alte Feind der Menschheit“ hört sich zu theatralisch an, zu religiös? Gut, ich kenne auch einen anderen Begriff: der Adel. Früher bekam der Land und eine Burg mittendrin, heute bekommt er hunderte von Millionen (als kleiner Ritter im Vorstand), aus den Burgen sind Banken geworden. Fortschritt gab es halt schon immer – mit Galeeren gewinnt man heute ja auch keine Seeschlacht mehr, auch nicht in Griechenland.

Generell ist ihnen der religiöse Aspekt mit satanischen Mächten, die Seelen für ewig an die Erde binnen wollen, zu gruselig?

Auch gut – aber dann wird es noch schlimmer, denn dann hilft beten überhaupt nicht. Dann bleibt ihnen nur eins: dieses eine kleine Leben, das sie jetzt haben. Sie funktionieren nur noch als Konsumameise in verdreckten Städten voller Lärm, Gestank, Gift und Hässlichkeit, während andere über grüne Wiesen reiten, mit ihrer Yacht zum Picknick an Traumstränden anlegen, Golf an den erlesensten Orten der Welt spielen, sich von talentierten Musikern die auserlesensten Köstlichkeiten der Musikkultur im hauseigenen Privatkabinett vorspielen lassen oder sich auch einfach beim nächsten VIP-Event wie dem Wiener Opernball als Herren der Welt feiern lassen … einem Event, bei dem Sie für einige Momente zuschauen dürfen.  Ihre Kinder hungern bei Hartz IV, während deren Kinder trotz Drogenkonsum und Vorstrafen allein schon Körperschmuck tragen, der den Geldwert ihrer Lebensarbeitsleistung weit übertreffen dürfte.

Sie sollten sich klar machen, das die ganze Beschäftigungskultur nur darauf aufgelegt ist, Sie von der Erkenntnis der Wahrheit abzulenken – jener Wahrheit, das es der Adel zweihundert Jahre nach der Revolution wieder geschafft hat, die Zustände vor der Revolution wieder herzustellen … oder glauben Sie wirklich, das es Sinn macht, mit großen Nachdruck in Form von „Rationalisierungen“ Arbeitsplätze abzubauen und nachher die Opfer durch Hartz IV dafür zu bestrafen, das die weg sind?

Für uns macht es keinen Sinn – für jene Menschen, die bewusst und absichtlich diese fein verschachtelten Konzerngiganten geschaffen haben, schon. Die sind nämlich nicht von Aliens in die Welt gesetzt worde, noch haben sie uns Götter aus einem Paralelluniversum herübergeschickt und erst recht nicht sind sie aus der Ursuppe des Materialismus gekrochen.

Es waren Menschen, die sich das ausgedacht haben und die Nebenwirkungen billigend in Kauf nahmen: sie wurden so unermesslich reich, das sie auf einmal tausend Hebel bezahlen in in Bewegung setzen konnten, um die Geschicke der Menschheit in ihre Richtung zu lenken. Leider sind sie von adeligem Geblüt, was heißt: sie sind äußerst egostisch, gewalttätig, gemeingefährlich und extrem psychopathisch veranlagt – sie sehen aber selten so aus. Da sieht man mal wieder, wie wohltuend ein arbeitsfreies Leben für die äußere Gestalt eines Menschen sein kann – hängt man da noch eine teure Kutte dran: niemand käme auf die Idee, das dort ein bestialischer Massenmörder drin steckt.

Und nun, werden Sie zurecht fragen, was ist zu tun?

Nun – für sich selbst können Sie etwas tun,  in dem Sie ihre Sinne schärfen und in die Natur gehen, so oft es noch geht. Ihre Sinne verkümmern zusehends durch die Stadtkultur – dadurch geht ihnen ein gewaltiger Reichtum verloren und das, was wirklich Leben und Lebendigkeit ausmacht.

Machen Sie mit: am 4.Juli 2012 ist nationaler Kaufnixtag (den internationalen gibt es leider schon – aber der hat ganz andere Hintergründe): eine Gelegenheit, mal seinen politischen Willen auszudrücken ohne sofort die Keule der neuen Herren zu spüren zu bekommen … und nebenei ein erster Schritt zur demokratischen und bürgerlichen Selbstorganisation, die allem wirksamen politischen Widerstand vorausgehen muss.

Beschäftigen Sie sich mal mit Helden – die Geschichte und Literatur sind voll von ihnen – und vergleichen Sie ihre Biografie mit deren. Fällt Ihnen etwas auf? Die haben alle für etwas gekämpft, das größer war als sie selbst. Das ist … ganz normal menschlich. Uns will man mit großer Geldgewalt dazu bringen, so zu werden wie sie selbst: habgierig, egoistisch, niederträchtig und gemein.

Wir sind aber nicht so – die Menschheit hat sich durch die Jahrmillionen gekämpft und gegen alle Fressfeinde behauptet, weil sie zusammengehalten hat, weil sie … sozial war. Die Asozialität des Adels war immer nur ein hässlicher Eiterpickel im Antlitz der Menschheit. Lesen Sie heute lieber mal die Biografie von Che Guevarra, Spartakus, Gandhi oder Napoleon, damit Sie sehen, was andere Menschen leisten konnten, anstatt sich von den drollig giggelnden Kamerahanseln in den Fernsehstudios beschäftigen zu lassen.

Napoleon – war das nicht so eine Art Hitler? Wird der nicht heute von Hollywood als ganz böse verkauft?

Ja. Das ist halt die späte Rache des wieder mächtig gewordenen Adels – das er mit dem Code Zivil ein heute noch gültiges Grundlagenwerk bürgerlichen Rechts geschaffen hat, wird gerne vergessen, bekannt sind eher die Schlachten, die er für die junge, unerfahrene Republik gegen die Truppen des Adels geführt hat, der eben diese Republik vernichten wollte.

Der erste Schritt, den jeder heute noch für sich machen kann, ist: hören Sie auf, sich beschäftigen zu lassen.

Das haben Sie wirklich nicht nötig.

Es gibt viel wichtigere Dinge im Leben als ein gewaschenes Auto, einen prall gefüllter Gefrierschrank, einen gemähten Rasen oder die Fussballergebnisse vom Wochenende. Und sie sollten anfangen zu beten, das die religiösen Menschen nicht recht haben – würden die nämlich recht haben,  dann hätte Ihre Wischi-Waschi-Seele ganz schlechte Chancen bei den Totenrichtern, von denen die ältesten Kulturen der Menschheit und die Nahtodesforscher der Neuzeit berichten … da will man gestandene Kerle sehen.

Oder einfach mal bei Jesus oder Buddha nachschauen – auch so Helden, die mit Elan gegen Habgier, Egoismus, Niedertracht und Gemeinheit gekämpft haben.

Stellen Sie sich nur mal vor, wie paradiesisch die Welt sein könnte, wenn alle Menschen alles verkaufen würden was sie haben und den Armen geben: wir bräuchten gar keine religiösen Heilsversprechen mehr. Stattdessen arbeiten wir mit aller Kraft daran, uns Tag für Tag weiter vom Paradies zu entfernen.

Da kann doch was nicht stimmen, oder?

Besser also … wir bleiben einfach mal stehen und halten inne mit dem, was wir gerade tun.

Ist doch sowieso nur Zirkus.

 

 

Die Angst des weißen Mannes … vor Hartz IV und Napoleon

Mit seinem neuen Buch „Die Angst des weißen Mannes“ ruft Peter Scholl-Latour derzeit viel Widerspruch auf den Plan. Viele weiße Männer empören sich und wissen nicht, wovor sie Angst haben sollten … weiße Männer kennen weder Schmerz noch Angst.  Scholl-Latour bleibt da nüchtern, wie hier im Tagesspiegel:

„Hier sind wir nicht nur in der ,Neuen Welt’ angekommen, hier begegnen wir einer neuen Menschheit, und die Vermutung stellt sich ein, dieses könnte die Menschheit der Zukunft sein. Mit seiner vielfältigen Harmonie der Rassen nimmt Brasilien eine ethnische Vermengung vorweg, die für den ganzen Globus Gültigkeit gewinnen könnte.“

Mit solchen Visionen vom Ende der herrschenden Kultur dieser Welt steht der weit gereiste Scholl-Latour nicht allein da. Schon vor ein paar Jahren wurde nüchtern der Untergang des weißen Mannes skizziert, hierzu was aus dem Deutschlandradio über den Autor Manfred Pohl:

Es sind ernüchternde Szenarien, die er beschreibt, etwa, wenn die heute geborenen Kinder in der Mitte ihres Lebens wesentliche Rohstoffe der Gegenwart nicht mehr zur Verfügung haben werden: Öl, Gas, Kupfer oder Uran. In 200 Jahren würden die weißen Deutschen lediglich eine ethnische Minderheit in ihrem Heimatland sein, als Fremdenführer für Touristen, die die Denkmäler der deutschen Hochkultur besichtigen.

Pohls Verdienst ist der Verweis auf Entwicklungen, die uns heute in ihrer Größe noch gar nicht bewusst sind: etwa, dass europäische und amerikanische Unternehmen den Wettbewerb mit asiatischen Konzernen verlieren werden. Die Übernahme des größten europäischen Stahlunternehmens Arcelor durch die indische Mittal Steel Company ist demnach erst der Anfang.

Pohl geht noch etwas weiter als Scholl-Latour, er sieht nicht nur das Verschwinden des weißen Mannes sondern auch eine besondere Gefahr für ihn:

Gleichzeitig verweist der Autor auf eine noch kaum beleuchtete Gefahr für den Weißen Mann: die seit den Zeiten der Sklaverei ihm aus bisher benachteiligten Regionen der Erde entgegengebrachte Distanz bis Antipathie. Pohl erwartet, dass die über Jahrhunderte ausgebeuteten Völker sich gegen ihn erheben werden.

Mitlerweile machen auch wir ehedem geliebten Deutschen uns wieder unbeliebt, zum Beispiel in Afghanistan oder auch mit der Aussicht, das ein Generalfeldmarschall Guttenberg mit seinen dann sechzigjährigen Soldaten deutsche Wirtschaftsinteressen im Ausland verteidigt.

Es ist eine Kultur, die ihre Zukunft in den letzten Jahren auf Fernreisen verheizt hat und nun noch droht, gewalttätig zu werden. Dabei hat der Rückzug der Sowjetarmee aus Afghanistan gezeigt, das unsere technische Überlegenheit gar nicht so viel wert ist, wie Hollywood uns immer beibringen will.  Der Mythos vom Cowboy, der mit seinem überlegenen Repetiergewehr Indianer mit Pfeil und Bogen reihenweise vom Pferd holt, ist ein Mythos von Gestern und nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat man konkrete Vorstellungen und Vergleichsmöglichkeiten über eine Welt, in der Europa und die USA ebenfalls den Weg überschuldeter Konsumnationen gehen, die in einer globalisierten Welt keine Chance mehr haben, ihre Kultur zu leben.

Allerdings hat der weiße Mann – sofern ich den Medien wenigstens in dieser Hinsicht Vertrauen kann – noch gar keine Ahnung von seinem Ende, mal abgesehen davon, das ihm die Konjunktur in den USA relativ egal geworden ist und er genauestens auf die kleinsten Zuckungen aus China achtet. Möglicherweise wird auch deshalb soviel in seine Verblödung investiert, damit er nicht sieht, warum es keine tragfähigen Utopien mehr für die Zukunft Europas gibt: ganz einfach deshalb, weil die momentanen Parameter überhaupt nicht die Vorstellung erlauben, dieser kleine rohstofflose Räuberkontinent hätte überhaupt noch eine Zukunft.

So ist man überrascht, wenn man nach Uganda schaut und dort politische Utopien vernimmt, die für uns völlig fremd sind, angesichts der herrschenden Oligarchie der Parteien aber möglicherweise sehr erfrischend wären, hätte man sie bei uns entwickelt und gebe es ein Klima, das die Veränderung der Gesellschaft überhaupt als notwendig erachtet: so lehnt der ugandische Präsident Museveni Parteien ab, weil alle Parteien uni-ideologisch sind, er will aber multi-ideologische Parteien. Nun, als Autokrat darf er das fordern … aber es würde auch unseren Parteien nicht schlecht zu Gesicht stehen, sich von dem ideologischen Erbe des 19. und 20. Jahrhunderts zu verabschieden, da wir mehr und mehr vor einem Scherbenhaufen stehen, der nur nicht auffällt, weil die Aufschwungpropagande so laut tönt – und alles übertönt, was unter anderem aus  Brüssel, Washington, Peking und Kabul an schrägen Zwischentönen zu vernehmen wäre.

Solche Forderungen nach multi-ideologischen Parteien würden im Land der Dichter und Denker (eher wohl: Richter und Henker) mitlerweile das Volk überfordern. Darf ich der aktuellen Ausgabe des Sterns glauben,  sind es allerdings wirklich eher die gebildeten, etablierten Mittelschichtler, die in Gorleben auf die Barrikaden gegangen sind – und das in voller Absicht als Protest gegen das System verstanden sehen wollten. Sie sehen, das ihr Wohlstand möglicherweise in einer Hartz IV-Rente endet, die einzige Utopie, die wir als Gesellschaft noch zustande bringen: Hartz IV für alle.

Darum ist es jetzt wohl ein kleiner Schock für viele, das die ersten Prominenten bei Hartz IV landen: Ingrid Steeger hat es laut Welt aktuell erwischt:

Fremde Männer wollen für Ingrid Steeger sorgen

Männer hätten sie in den finanziellen Ruin getrieben, sagte Ingrid Steeger über ihre Hartz-IV-Not. Andere Männer wollen ihr nun helfen.

Da stürzen Welten ein. Unsere Promis auf dem Haufen der asozialen Schmarotzer … das geht ja gar nicht, da sind die Hilfsangebote groß, da werden die Fans von Fußball, Porno und Alkohol (die tragenden Grundsäulen unserer Powerspaßkultur) auf einmal aktiv … und bekommen ein wenig Angst:

„Wenn es  unsere  Promis schon erwischt … wann bin ich dann dran?“

Schon Arthur Schopenhauer sah in der Vermischung der Rassen eine große Chance, das all die einzelnen Qualitäten sich zu mehr als der Summe der einzelnen Fähigkeiten erheben und die Geschichte der USA deutet darauf hin, das er damit nicht ganz falsch lag.

Vielleicht liegt Peter Scholl-Latour falsch mit seiner Vorstellung einer neuen Menschheit, andererseits … käme eine andere Menschheit ganz gelegen. Die momentane scheint die Grenzen ihrer Schaffenskraft erreicht zu haben und an die Grenzen ihrer Möglichkeiten zu stoßen.  Es wird eine spannende Zukunft, wenn endlich mal nicht mehr weiße Männer wie Luther, Kant, Marx, Freud (huch, alles Deutsche …) die geistige Welt des Planeten dominieren, sondern Menschen, die ganz anders zu denken gelernt haben und Wege finden, an die wir – mangels Kategorien – gar nicht denken konnten. Kant zumindest hätte das im Prinzip verstanden – aber auch erstmal keine Lösung gewußt.

Und  – mal ehrlich: brasilianischer Karneval ist doch was ganz anderes als das Kölner Besäufnis am Rosenmontag, das seine Wurzeln im Kampf gegen die französische Besetzung des Rheinlandes durch die republikanischen Armeen hat. Die haben doch bis heute nicht verstanden, das Napoleon sich nicht mehr über die Verballhornung französischer Militärkultur aufregen wird.

Vielleicht ist es aber auch die Angst des weißen Mannes vor der Tatsache, das er … zum Vermischen nicht gewählt werden würde und nicht mehr Teil der neuen Menschheit wird. Jenen Aspekt der Integrationsdebatte beleuchten wir selten … was denn an uns so integrationsbegeisternd sein soll.  Das wir eine Kultur haben, die nach den Alten, den Kranken und den Kindern nun auch die Arbeitslosen ausgesondert hat? Oder das wir uns besaufen können, bis uns schlecht wird? Komasaufen soll ja bald olympische Disziplin werden, damit wir wieder Medallienchancen haben.

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