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Die unerträgliche Trägheit der Deutschen: G 20 in Hamburg

Freitag, 7.7.2017. Eifel. Es ist mal wieder Zeit, kurz etwas in eigener Sache zu schreiben. Rufen Sie mal den „Nachrichtenspiegel“ auf, das nichtkommerzielle Nachdenkmagazin, das am 4.7.2010 startete. Ja – wir sind jetzt sieben Jahre alt geworden, haben die Kleinkindphase hinter uns. Vor 2015 waren es zehn Millionen Leser, heute sind es: 18.536.882 Zuschauer seit dem 09.12.2011 12:00. Gut – die kommen nicht alle täglich vorbei, es verteilt sich auf eine lange Zeit: aber es scheint mir schon erstaunlich zu sein, wie viele Menschen man als Privatmann erreichen kann, auch mit langen, komplizierten Texten, die ihre Quellen hauptsächlich aus dem Mainstream beziehen. Ja – ist ja oft kritisiert worden: ich lese Mainstream. Ich bin ja auch kein Verfechter des Wortes „Lügenpresse“, ja manchmal scheint mir halt „Lückenpresse“ zu hart, ich würde eher von „Willkürpresse“ reden, die reale Informationen mit massiver sprachlicher Gewalt in irreale Schemata presst – mein Job ist es da nur, sie in anderen Schemata abzubilden, kleine Geschichten darüber zu schreiben, aus welcher Sicht man das noch sehen könnte, um sich umfassend eine Meinung bilden zu können. „Even the worst case“ war die Devise, als ich damals anfing zu schreiben – für jemanden aus dem Management ganz normal, für die Politik in Berlin: eine fremdartige Perspektive, dort herrschte eher Pippi Langstrumpf – man machte sich die Welt, wie es einem gefällt.

Kurz nach unserem fünften Geburtstag erhielt ich einen offenen Brief von dem Herrn Parkwächter – ich hatte wohl den Eindruck erweckt, als wäre ich hoffnungslos und würde bald das Schreiben einstellen; er wollte mir ins Gewissen reden, warum das gar nicht geht. Ich gestehe, er hatte Recht – und immer wenn mich der Gedanke beschleicht, dass ich vielleicht doch lieber Fernsehen schauen oder Bier trinkend am Strand liegen sollte, dann weiß ich, dass ich dort in seinen Worten die Gründe finde, nochmal ein paar Worte zu machen – und zwar heute auf Wunsch eines Menschen, der die Welt nicht mehr versteht.

Gehen wir dazu erstmal in die jüngere Vergangenheit. Können Sie sich noch an das Jahr 1987 erinnern? Ich zitiere da mal was aus dieser Zeit (siehe Spiegel):

„Die Belagerung begann mitten in der Nacht. Lange vor Beginn der Frühschicht rückten Trupps mit Hunderten von Stahlarbeitern in die Stadt aus. Sie riegelten Bundesstraßen ab und sperrten eine Autobahnauffahrt. Knapp 16 Stunden lang blockierten die Männer eine dreispurige Rheinbrücke.“

Faszinierend, oder? Obwohl ich auch zu den Menschen gehörte, denen die Staus an jenem Tage zu schaffen machten, war meine Laune gut: solange sowas noch auf deutschen Straßen geschah, war die Demokratie sicher. Wenn wirklich was schief lief in der Bürokratie, konnte man sicher sein: die Jungs vom Stahlwerk machen die Autobahnen dicht:

„Der Duisburger Stadtteil Rheinhausen war vorigen Mittwoch fast abgeriegelt. Hinter Straßensperren und heißen Kokskörben hatten sich Tausende von Stahlarbeitern in Stellung gebracht. Arbeiter drohten, dicke Stahlbrammen auf die Autobahn zu werfen oder die A 2 zu besetzen. Selbst NRW-Ministerpräsident Johannes Rau konnte nur auf Schleichwegen in die Stahlfestung gelangen.“

Ja. Es kam keine Polizei, sondern der Ministerpräsident. Persönlich – um mit den Jungs zu reden. Die Jungs zeigten auch deutlich, dass der Spaß vorbei war, sie wurden sehr persönlich und zeigten Konsequenzen auf:

„In Rheinhausen verbrannten Arbeiter eine Stoffpuppe. Sie trug den Namen des für den geplanten Abbau verantwortlichen Chefmanagers Gerhard Cromme. Ein Demonstrant trug ein Pappschild vor dem Bauch: „Wenn Krupp-Rheinhausen stirbt, dann stirbt auch Cromme“.“

Und das Volk? War auf ihrer Seite:

„Der ganze Stadtteil, geprägt von Krupp und verschweißt mit Stahl, macht mobil. Rund 12000 Duisburger Schüler bauten sich vorigen Donnerstag neben einem Galgen auf und forderten „Zukunft für die Kinder von Rheinhausen“.“

Sie hatten verstanden, welche taktischen Schritte sie zu unternehmen hatten, um ihre strategischen Ziele zu erreichen: ist die Autobahn dicht, geht nichts mehr in den Städten. 18 Jahre später verriet die SPD zusammen mit den Grünen mal wieder ihre ganze Wählerschaft, zersägte den Sozialstaat, brach der Arbeitnehmerschaft das Rückgrat, führte stolz den besten Niedriglohnsektor Europas ein – also: Sklavenarbeit für Millionen – und nichts rührte sich. Man konnte sich wundern: wenn schon ein paar hundert Stahlarbeiter erfolgreich Straßen blockieren konnten, wenn ein paar tausend Stahlarbeiter einen ganzen Stadteil erobern konnte – was konnten da Millionen ausrichten? Nun: eine ganz neue Republik schaffen, eine Republik, die aktiv auf die Herausforderungen der Gegenwart zum Schutze der Eigentümer des Landes (der Bürger – also: uns alle) reagiert und nicht nur Arbeitslose als Sündenböcke an die Wand stellt, die auf einmal ganz allein für die Folgen der irren und willkürlichen Globalisierungsorgien verantwortlich gemacht wurden – als Faulpelze, Parasiten und Schmarotzer, nicht in der Lage, sich durch positiv Denken einen echten Arbeitsplatz herbeizuphantasieren.

Was war geschehen in den Jahren?

Nun – manche sagen, es seien die Arbeiter, denen  durch Hartz IV der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Ich habe dazu mal in privatem Kreise eine Umfrage gestartet, bekam dazu unter anderem diese Antwort:

„Lieber Reiner, wie du weißt, habe ich 6,5 Jahre als Gründer und Vorsitzender einer Unternehmerbewegung viele Vorträge gehalten. Darüber was sich in diesem unserem Lande ändern muss. Ganz ohne linke Gesinnung. Während und danach sagten die meisten, genau so isses. Kaum war eine Nacht vergangen, stiegen sie in ihr Hamsterrad und machten weiter wie zuvor. Dabei könnten wir sovieles tun. Wir müssten nicht nach den Parteien und Verbänden rufen. Wir müssten nur lernen ungehorsam zu sein. Ungehorsam gegen den Konsum, gegen die Behörden, gegen die Parteien, gegen Zwangsgebühren, gegen Banken und, und , und…..“

Das – sagt ein Unternehmer. Sogar der Chef einer Unternehmerbewegung. Der Chef von Unternehmern, die wissen, das wir wirtschaftlich mit Vollgas an die Wand fahren – um hier Panik zu kriegen, braucht man auch gar keine „linke Gesinnung“, volkswirtschaftlich geschulter Sachverstand reicht völlig aus – oder die Erkenntnis, dass Deutschland wieder von einer kleinen Elite regiert wird (siehe Welt), die uns erlaubt, alle vier Jahre einen von zwei Kanditaten ihrer Wahl zu wählen. Hören wir nochmal eine andere Stimme dazu – eine weitere Perspektive aus dem Freundeskreis:

„Für die Passivität gibt es zahlreiche Gründe:
die allgemeine Verblödung und Angst, aufzufallen und bestraft zu werden, sind wohl die wichtigsten. Sie sind ein Ergebnis der autoritären bis totalitären Prägungen unserer Geschichte, in der mindestens seit dem Mittelalter die schamlose Ausbeutung und Versklavung der Bevölkerungsmehrheit mit äusserster Brutalität durchgesetzt wurde. Wer sich dagegen auflehnte, hing schnell am nächsten Galgen, wurde bei den Bauernaufständen niedergemetzelt oder im KZ vergast. Die braven Vollstrecker hingegen wurden befördert und grosszügig beschenkt. Ihre Nachfahren leben oft heute noch von diesen geerbten Reichtümern.
Nur wenige Jahrzehnte lang, nach dem letzten verloren Krieg, musste der deutsche Michel auf Druck der Siegermächte und wohl auch infolge der Kriegsmüdigkeit nach den Elensdsjahren mal kleinere und demokratische Brötchen backen: die allgemeinen Menschenrechte sollten plötzlich in Deutschland Staats- und Erziehungsziel sein. Sie wurden in den 60er und 70er Jahren propagiert, aber nach dem Zusammenbruch des Kommunismus schnell wieder in die Mottenkiste verstaut, weil sie „die da oben“ beim „Durchregieren“ zu sehr stören. Daher breiten sich wieder die Urinstinkte des Obrigkeitsstaates aus, spätesten seit dem mit H4 wieder ein wirksames Folterinstrument bereitgestellt wurde. Unterwürfigkeit und Anpassung sind also in Deutschland fast kontinuierlich durchgesetzte Erziehungsziele und wurden, besonders von den weniger gebildeten Schichten, internalisiert. Sie müssten in einem aufwendigen Lernprozess erstmal wieder abgebaut werden, bevor eine wirksame Emanzipation einsetzen könnte.“

Ja – vielleicht ist das was spezifisch deutsches? Duckmäusertum, Biedermeierphantasien, Anpassungsfanatismus? Ich habe kürzlich Unterlagen sichten dürfen, die Schüler beschrieben, die vor echten Unternehmern Bewerbungsgespräche simulierten, hier konnte man ankreuzen: „Kleidung: angepasst – nicht angepasst“. Zu meinen Schulzeiten hätte das einen Aufstand gegeben – heute wird dieser Übergriff in die intimsten Bereiche des Menschen klaglos hingenommen, ja, noch nicht mal verstanden, was das für ein Übergriff ist.

Gut – wir haben ja noch Demonstrationen wie beim G-20-Gipfel in Hamburg, wo jetzt schon hunderte Menschen verletzt sind (siehe Spiegel) und die Staatsgewalt auch bewusst auf Journalisten einprügelt (siehe Neues Deutschland) – aber es sind ja auch sehr wenig Demonstranten, die dort aufmarschiert sind – und eine bemerkenswerte Unterstützung durch die Bevölkerung erhalten. Ist es wieder da, das neue, vierte Reich, das ganz Europa unter seine Macht zwingt? Ist es vielleicht genau das, was Arbeitnehmer und Unternehmer in ihrer Apathie eint: die gnadenlose Furcht vor dem unbarmherzigen Staat, der jederzeit hemmungslos zuschlagen kann?

Es waren nur 6000 Arbeitsplätze, die damals in Duisburg auf dem Spiel standen und eine Revolte auslöste, die schnell hätte blutig werden können. Sind nämlich harte Jungs, diese Stahlarbeiter. Hart wie Kruppstahl, sozusagen. Sie wollten auch nicht „demonstrieren“ (was nur Sinn macht, wenn die Obrigkeit dieses Ritual als Zeichen akzeptiert), sondern … richtig dicken Stunk machen. Gnadenlos, umbarmherzig, hemmungslos – die symbolische Verbrennung eines Menschen ist keine Kleinigkeit … und wenn man ihren Worten traut, war das nicht nur ein Zeichen, sondern ein Versprechen. Es war keine Demonstration – es war eine Barrikade, die eine deutliche Linie in den Sand zieht und sagt: bis hierher und nicht weiter. Es ging auch um viel: das Überleben einer Stadt … die heute enorme soziale Probleme hat. Und es gab erstaunlich viel Solidarität (siehe sozialismus.info).

Heute geht es um viel mehr: aber die Meldung, dass US-Investoren den Abbau von 20000 Arbeitsplätzen bei der Deutschen Post fordern (ein erstaunlicher Eingriff in die „inneren Angelegenheiten eines Landes“) findet man nur noch am Rande (siehe junge Welt), niemand käme auf die Idee, den Frankfurter Flughafen dafür zu blockieren. Ja – stellen Sie sich doch einfach mal vor, es wären eine Million Demonstranten (so viele wie früher mal auf den Ostermärschen), die in Hamburg gegen den irrsinnigen G-20 Gipfel (im Grunde eine reine Privatveranstaltung auf Kosten der Steuerzahler, die nur die Interessen der „Investoren“ vertritt) angehen – und sie hätten den Flughafen blockiert, damit die ganze Invasion der Funktionselite überhaupt nicht ins Land gelangen kann? Mit 19000 Polizisten kann man sehr gut auf ein paar hundert Demonstranten einprügeln (siehe Zeit), da ist noch kein großes persönliches Risiko zu erwarten – muss man jedoch Barrikaden stürmen, die von einer Übermacht gehalten werden … fällt einem vielleicht ein, das hinter den Barrikaden die Steuerzahler stehen, denen man sein eigenes Gehalt zu verdanken hat … und dass man in erster Linie zum Schutze dieser Steuerzahler im Dienst ist und nicht zum Schutze ausländischer Potentaten. Selbst im Flaggschiff der deutschen Nachrichtenfront wird offen diskutiert, dass die Polizei nur Prügelknabe für die Politik ist (siehe Tagesschau) … einer Politik, die sich ganz offen das Verhandeln mit dem Bürger abgewöhnt hat und lieber offen den Knüppel regieren läßt.

Aber: wo bleiben die Millionen … deren Arbeitsplätze durch die „Industrie 4.0“ in unglaublicher Menge (man spricht für Deutschland von 18 Millionen) abgebaut werden? Die Millionen, die erwarten dürfen, dass das aktuelle Pilotprojekt – Gratisarbeit durch Arbeitslose für Behörden und Unternehmen (siehe taz) … also: konsequente Rückkehr zur Sklavenhaltergesellschaft … bald für sie alle Standard werden wird?

Was ist der Grund dafür, dass ein ganzes Land in ohnmächtige Apathie verfällt?

Ich habe da an ungewöhnlichem Orte eine Erklärung gefunden, mitten im ehemaligen „Sturmgeschütz der Demokratie“ (heute eher: die Haubitze des Konformismus) – von einem ehemaligen Manager und Karrierecoach (siehe Spiegel):

„Wir lesen dieselben Bestseller, pfeifen dieselben Hits, nutzen dieselbe Suchmaschine, tummeln uns im selben sozialen Netzwerk und schmieden die gleichen Karrierepläne. Und natürlich sehen wir im Fernsehen dieselbe Werbung, die Millionen Menschen individuelles Glück verspricht, sofern diese – aufgepasst! – alle das gleiche Duschgel, die gleiche Versicherung oder die gleiche Schlaftablette kaufen. Da weiß man, was man hat: ein Reihenleben im Reihenhaus.

Und doch weigert sich das Glück, bei uns einzuziehen. Denn tief innen fragen sich viele: „Was hat dieses Leben eigentlich mit mir zu tun?“ Immer mehr Menschen fühlen sich im falschen Film. Vier von zehn Deutschen geben an, die Qualität ihres Lebens nehme ab. Hinter hektischer Aktivität, hinter lächelnden Gesichtern, hinter makellosen Fassaden gähnt ein Abgrund aus Sinnlosigkeit. Die Depression ist zur Volkskrankheit geworden, Menschen verlieren ihr Leben durch Anpassung.“

Ja – deshalb hatte ich 2015 den Begriff „Zombiefizierung der Gesellschaft“ gewählt, auf den mein Kollege Parkwächter dann geantwortet hatte. „Menschen verlieren ihr Leben durch Anpassung“ … und wandeln nur noch als lebende Tote durch ihr sinnloses Leben. Ja – schauen Sie mal in den Spiegel: dann sehen Sie einen. Und Sie können heute schon sicher sein, dass Sie das, was Sie ihr „Leben“ nennen, zum Zeitpunkt ihres Todes (der Sie mit absoluter Sicherheit ereilen wird … selbst, wenn Sie derzeit ganz feste nicht daran glauben) am meisten bereuen werden (siehe Tagesanzeiger).

Und die Quelle dieser Pest?

Nun – was der Karrierecoach erkannt hat, findet man –  mit anderen Worten – auch bei Jean Ziegler (siehe Junge Welt):

„Die neoliberale Wahnidee will uns eintrichtern, dass sich der Markt selbst reguliert, dass er Naturkräften folgt und der Mensch nichts anders tun kann, als sich diesen Marktkräften zu unterwerfen. Dadurch wird der Mensch seiner historischen Subjektivität und Singularität beraubt. Er verhält sich nur noch so, wie ihm die Warengesellschaft das diktiert.“

Schwieriger formuliert, gleiche Botschaft: die absolute Vernichtung des „Ich“ durch … Werbung, jenem Motor der Informationsindustrie, ohne den sie keinen Tag überleben könnte, einem Motor, der von den „raffiniertesten Manipulatoren“ (siehe Zeit) betrieben wird, einer Manipulation, die den Reichen so wichtig ist, dass sie per EU-Richtlinie in Zukunft noch viel mehr Raum einnehmen darf  (siehe Handelsblatt).

Vier Stunden am Tag schauen sie fern – davon sind 1,3 Stunden raffinierteste Werbung, der Sie sich auch in Printmedien wie Stern, Spiegel, Focus nicht entziehen können – die sind ja inzwischen reine Werbeblätter mit kleinem Raum für das – meiner Meinung nach sinn- und zweckfreie – „aneinanderfügen scheinbar relevanter Fakten“ (so ein ARD-Mann über die Tagesschau, dem Leitmedium der Deutschen – siehe Spiegel). Die Kernbotschaft? „Deutschland geht es gut – und das ist ein Grund zur Freude“ … und Sie können daran teilnehmen, wenn Sie sich für ein Reihenleben im Reihenhaus entscheiden und alles so ausführen, wie es Ihnen die Warenwirtschaft und ihre Unterhaltungsclowns diktieren. Die sind sogar so gut, dass sie den Deutschen einreden, dass man – trotz perfektestem Straßensystem der Welt – einen geländetauglichen radikal umweltschädlichen Protzwagen (SUV) braucht, um sich sicher im Straßenverkehr bewegen zu können … wer das schafft, kann auch Eskimos Kühlschränke verkaufen.

Was manipuliert wird? Alles. Gezielt ausgerichtet auf Ihr Unterbewusstsein. Ich persönlich schaue schon allein deshalb keine Werbung mehr, weil die in wenigen Sekunden so massive Angriffe auf meine Lebensziele, mein Selbstwertgefühl und die Sinnhaftigkeit meiner Existenz ausführen (mit Bildern geht das deutlich schneller, hierzu später mal mehr) und ich – wirklich – Stunden brauche, um die so implementierten „Werte“ aufzufinden und zu eliminieren, dass ich schlichtweg kapitulieren musste: die sind mir einfach über – und ich denke, das gilt für jedermann.

Und so … fehlt einfach die Kraft, das Selbstbewusstsein, das Solidaritätsgefühl (das ja immens abgenommen hat in den letzten Jahren – siehe Heitmeyerstudie bei Boell.de) weil die Werbewirtschaft elementarste Bereiche unseres Selbstseins zertrümmert – Tag für Tag. Und weil wir es auch – weitgehend umbewusst – zertrümmern lassen.

Daneben … fiel mir aber letztens noch ein ganz andere Aspekt auf, den ich so kaum in der Literatur fand: die, die vor dem Fernseher sitzen, werden behandelt, als seien sie die Könige der Welt. Boten bringen ihnen Nachrichten aus aller Welt, bekannte Stars singen nur für Sie und erniedrigen sich zur Unterhaltung des Königs im Dschungelcamp, wichtige Menschen diskutieren im TV nur für sie, Kanzlerin und Präsident berichten direkt an sie – so wurden früher nur Könige behandelt. Vielleicht – wenn man es nicht hinterfragt – fühlt man sich dann sogar auch so, wenn man auf dem Sofa sitzt: wie der kleine Herr der Welt. Eine tödliche Illusion, die zerbricht, sobald der Ausbeutungsplatz abgeschafft wurde (ja – von Arbeitsplatz rede ich da gar nicht mehr, ich habe verstanden und erlebt, welchen Zweck „Führen mit Zielen“ im Arbeitsleben hat).

Warum sollte der Herr der virtuellen Welt – der jederzeit zwischen hunderten Programmen wählen kann – überhaupt Autobahnen blockieren?

„Deutschland geht es gut – und das ist ein Grund zur Freude“: wir haben direkt die Kanzlerin, die dieses Gefühl wohl am besten aufgegriffen hat.

Sie zweifeln?

Gut, ich mache Ihnen einen Vorschlag. Vielleicht nur … ein Gedankenexperiment. Setzen Sie sich in Zug und Auto und fahren Sie nach Hamburg, bevor die Potentaten ankommen. Ein paar Millionen von Ihnen reichen völlig – die Stadt wird aus allen Nähten platzen, es ist noch nicht mal eine Demonstration … aber an G 20 wäre nicht mehr zu denken. Ist das plausibel für Sie? Machen Sie es jetzt … oder schauen Sie genau in sich hinein, welche Widerstände in Ihnen auftauchen, beobachten Sie genau, was die Stimmen der Werbewirtschaft in Ihnen sagt. Wäre der erste Schritt, sie zu identifizieren – und abzuschalten, damit Sie ihr eigenes Leben wiederbekommen.

Warum Sie nach Hamburg fahren sollten?

Schauen Sie mal an, was dort ausgeheckt wird (siehe Spiegel):

„In Wahrheit verfolgten die G20 jedoch eine „neoliberale“ Agenda, die aus Deregulierung, Privatisierung, rigider Haushaltsführung und Öffnung für ausländische Investoren bestehe. Es fehle der Bezug zur massiven Arbeitslosigkeit, schlechter Infrastruktur und Strategien, wie man gezielt afrikanische Unternehmen stützen kann. Das wichtige Thema Bildung blende der Plan ganz aus.“

Da geht es um Afrika – aber diese „neoliberale Agenda“ ist halt der kleinste gemeinsame Nenner der G 7 … die damit die G 20 infizieren und dominieren wollen. Für die Ärmsten der Armen haben die gar keinen Platz mehr – weder hier noch in Afrika.

Kommen Sie ins Handeln, bevor … auch Sie zu den Ärmsten der Armen gehören.

Und glauben Sie mir: Sie werden mir am Ende Ihres Lebens dankbar sein, weil Sie … dann letzen Endes doch noch mal ein eigenes Leben hatten.

Oder irre ich da?

 

 

 

Die Münchner Sicherheitskonferenz!

Oder Münchner Unsicherheitskonferenz?

Autor: Dr. Eulenspiegel

Um ein paar dem Karneval entsprechende Vergleiche zur aktuellen Situation aufzuzeigen, erlauben Sie mir bitte den Ausflug  in die Medizin und später auch in die Schiffahrt. Bitte nehmen Sie mir am Ende während,  der Karnevalszeit, einen Ausflug meiner Phantasie über die Frage, was ein tatsächlich freies Deutschland  Positives bewirken könnte, nicht übel. Aber jetzt zurück zur Medizin und zur Münchner  Sicherheitskonferenz:

Ein Patient liegt am OP Tisch. Er ist nur durch Kreuzstich Narkose vorbereitet. Er ist also ziemlich wach und aufgeregt. Der sympathische Arzt kommt nach langem Warten.  Er sagt:  Machen Sie sich keine Sorgen ich mache diese Operation zum hundertsten Mal. Einmal wird sie schon gut gehen!

Wenn seit zumindest 100 Jahren alle Revolutionen schiefgehen, könnte man eine ähnliche Frage auch an die Organisatoren der Revolutionen in der arabischen Welt, der Ukraine, aber auch, (da Lenin in seinem Tagebuch schreibt: Die Wallstreet wird die kommunistische Revolution …. finanzieren, …..) bezüglich der Kommunistischen Revolution z.B stellen??

http://www.sueddeutsche.de/politik/proteste-in-der-arabischen-welt-die-umsturz-gmbh-1.1061251

Aber es gibt noch andere Vergleiche: Können Sie sich noch an den Unfall mit der Costa Concordia erinnern. So weit ich mich erinnern kann, war der Kapitän nicht angeheitert oder betrunken. Vielleicht war er verliebt. Doch beschuldigt man den Kapitän des viel größeren „EU – Schiffes“ ein Problem mit dem Alkohol zu haben. Also wenn dem Schiff EU etwas passiert, so können wir uns vorher trösten, dass auch bei der Costa Concordia viele überlebt haben.

Wie allseits bekannt, fand die Münchner Sicherheitskonferenz statt.  Die Größen der weltweiten Politik waren da. Und was heißt Politik: Poly heißt Lateinisch viel und dicere heißt reden. Das heißt, die die weltweit viel zu reden haben, aber nichts zu sagen haben(?) treffen sich? Um die Sache noch komplizierter zu machen: Wenn jemand viel redet so muss er diesbezüglich auch gut geschult werden. Also diese Sprachtrainer kann man ja auch einmal fragen: Ja die armen Politiker, die viel zu reden haben, die fürchten sich vor jeder Ansprache. Warum, weil sie so die Wahrheit so verbiegen müssen. Was dazu kommt, die sehr verehrten europäischen Festgäste in München haben Wahrnehmungsstörungen. Zum einen wegen nun keinesfalls freien Medien und auch sehr dicht verflochtenen Geheimdienste. Ein weiterer Grund für die schwierige Sicherheitslage der Welt ist, dass die Verantwortlichen und Unverantwortlichen, der EU, nicht auf die Bedenken der allerersten Gründungsmitglieder, die Benelux Staaten bildeten den allerersten Kern der EU, hören.

Niederlande blockiert den für die jetzige Ost-West Krise letztlich ausschlaggebenden Assoziierungsvertrag mit der Ukraine. Und Belgien, wollte CETA blockieren! Vielleicht kann eine bei der Unterzeichnung von CETA auf Druck Walloniens geforderte Anrufung des EU Höchstgerichtes, doch noch einiges diesbezüglich bewirken.

Also eines ist klar, wenn die Staaten mehr Waffen haben, so wird die Welt sicherer ? Jedenfalls ist das für den Vizepräsidenten Mike Pence so. Denn wenn der Wahlkampf des Chefs von der Waffenlobby bezahlt worden ist, so sollen auch die Europäer etwas davon haben. Immerhin finanzieren lediglich 158 Familien den Großteil des Präsidentschaftswahlkampfs bei unserem großen Bruder.

http://www.lemonde.fr/ameriques/article/2015/10/11/etats-unis-comment-seulement-158-familles-financent-l-election-presidentielle_4787161_3222.html

Ja seit Herbst 2013, als der Maidan in Kiew, nach der WeigerungJanukowitschs, den Assoziierungsvertrag zu unterschreiben, startete, ist es nicht mehr nötig, dass unser großer Bruder im Westen den Budgetrahmen erweitert.

Denn durch die entstandene Spannung zwischen Ost und West hat die Waffenlobby gute Einnahmen. Daran ändert auch nichts, dass Trump im Wahlkampf eine Versöhnung mit Rußland versprochen hat. Denn vor der Wahl ist nicht nach der Wahl. Ich komme später nochmals darauf zurück. https://www.tagesschau.de/ausland/trump-berater-manafort-101.html. Und warum hat Janukowitsch nicht mehr auf seinen Berater Manafort gehört? Auf den ja jetzt sogar wieder Trump hört…aber auch Marcos und eben Janukowitsch ?

Schwerer wiegt der Vorwurf, wen Manafort sonst noch so alles beraten hat, wenn er sich nicht um republikanische Präsidentschaftskandidaten kümmerte. Auf seiner Liste stehen anti-kommunistische Rebellen in Angola, der damalige philippinische Diktator Ferdinand Marcos, eine Interessengruppe aus dem Kaschmir, hinter der der pakistanische Geheimdienst stecken soll.

Denn in der Ukraine gehört das Familiensilber des Staates, die Kornkammer Europas, dem Staat. Da der pleite ist, winken noch sehr gute Geschäfte, wenn die Felder dann den Agrokonzernen gehören

http://www.imi-online.de/2015/06/26/expansion-assoziation-konfrontation/

Informationsstelle Militarisierung z.B. 2.5 S.18 Assoziierungsabkommen, spricht Bände. Also man erzählt der Bevölkerung von den goldenen Tauben  im Westen und bekommt ein Assoziierungsabkommen, das tatsächlich einigen wenigen viel Gold bringt.

 

Aus S19 Informationsstelle Militarisierung:

„Einfuhr einer Ware aus dem Gebiet der anderen Vertragspartei oder bei der Ausfuhr einer Ware oder dem Verkauf einer Ware zwecks Ausfuhr in das Gebiet der anderen Vertragspartei keine Verbote oder Beschränkungen oder Maßnahmen gleicher Wirkung erlassen oder beibehalten, es sei denn, dieses Abkommen oder Artikel XI GATT 1994 und die Anmerkungen zu seiner Auslegung sehen etwas anderes vor.“ (Titel IV, Artikel 35)

Eine weitere Passage mit erheblicher Tragweite verbirgt sich hinter der unscheinbaren Überschrift „Annäherung von technischen Vorschriften, Normen und Konformitätsbewertungen“. Dort wird die Ukraine auf die Übernahme europäischer Produktions- und Zertifizierungsstandards verpflichtet, um überhaupt Waren in der EU verkaufen zu dürfen. Dazu dürften aber in nahezu sämtlichen ukrainischen Betrieben derart umfassende Investitionen nötig sein, dass dies eine fast unüberwindliche Handelsbarriere darstellt, die nur dort durchlässig werden dürfte, wo dies seitens der EU explizit gewünscht wird. Es liegt auf der Hand, dass sich der „freie und faire Wettbewerb“ mit den produktiveren und technisch deutlich weiter fortgeschrittenen westeuropäischen Unternehmen für die ukrainischen Betriebe unter solchen Bedingungen als hochgradig nachteilig entpuppen dürfte, wie auch der bereits zitierte Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien, Joachim Becker, kritisiert: „Die geo-ökonomische und geo-politische Stoßrichtung der Abkommen wird im Fall der Ukraine besonders augenfällig. Weit über die Handelsliberalisierung hinausgehend, soll die Ukraine teilweise in den EU-Binnenmarkt integriert werden. Das würde bedeuten, dass die Ukraine substanzielle Teile der Wirtschaftsgesetzgebung der EU übernimmt. Die Ukraine würde nicht nur Möglichkeiten des Außenschutzes für die nationale Ökonomie verlieren, sondern auch Schlüsseloptionen für die nationalstaatliche Industriepolitik (z.B. über öffentliche Ausschreibungen). […] Eine ‘tiefe und umfassende’ Freihandelszone ist Kernbestandteil des Abkommens. Für die Ukraine dürfte ‘vertiefter’ Freihandel und die Übernahme von Kernbestandteilen der EU-Wirtschaftsgesetzgebung allerdings auf eine Vertiefung der De-Industrialisierung und vertiefte Abhängigkeitsstrukturen hinauslaufen.

Wie kann ein Europa mit Löhnen zumindest über 1000 Euro mit der Arbeitskraft eines Staates mit ca. 80 Euro Monatslohn mithalten. Wollen die Macher in Europa denn überall Industriefriedhöfe erzeugen ? Und bezüglich der Landwirtschaft ist der Boden der Ukraine den Europäischen Böden haushoch überlegen.

Eine konventionelle Landwirtschaft dort, wird unserer Landwirtschaft immense Probleme bereiten, und  in der Ukraine die Trinkwasserreserven durch verpestetes Grundwasser  zerstören. Eine heilsame Idee wäre biologischer Landbau in der Ukraine !

Also in Bezug auf den Assoziierungsvertrag hatte Janukowitsch vielleicht recht. Auch wenn er sonst ein geldgieriger Präsident war, der das Vermögen seine Sohnes vertausenfachte und auf die Staatskasse und auf die Menschen vergaß.

Eine kleine Anektote : Wissen Sie warum Janukowitsch so rasch aufgab ? Er war in Athos gewesen und hatte sich seine Zukunft vorhersagen lassen. Ihm wurde sein  Tod  im Jahr 2014 prophezeit. Deshalb versuchte er alles für seinen  Sohn zusammenzuraffen. Die Prophezeiung hatte sich nicht nur in der Person ,sondern auch im Jahr geirrt:
Sein Sohn ertrank im Baikalsee 2015!

Die Menschen am Maidan hatten sicher nicht den Assoziierungsvertrag gelesen. Sie demonstrierten für Freiheit europäischer Werte und gegen goldene Toilettenmuscheln der dortigen Eliten. Sprich gegen die allgegenwärtige Korruption.

Es gibt gerade wieder einen Maidan, der ähnliche Ziele hat, und sich z.B gegen Poroschenko richtet, doch davon schweigen unsere Medien beharrlich.  Das einzige, was der Maidan 2014 vielleicht gebracht hat ist der Assoziierungsvertrag, wobei wahrscheinlich die Niederländer die einzigen in Europa waren, die den Assoziierungsvertrag gelesen haben. Die blockieren ihn eben auch! Obwohl beim Flugzeugabsturz in der Ostukraine die meisten Opfer Niederländer waren.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/eu-ukraine-referendum-in-den-niederlanden-wie-geht-es-weiter-a-1085990.html

Auch Wallonien versucht CETA zu blockieren weil es weiß wohin der Globalisierungswahnsinn führt:

homepage des österr.Staatsfernsehens

 

Eine Stadt in der Krise

Zum Gesicht dieses Widerstands wurde der Ministerpräsident der Region, Paul Magnette. Seit wenigen Tagen ist der wallonische Regierungschef wohl ganz Europa bekannt. Was schon weniger wissen: Seit 2012 ist der sozialdemokratische Politiker Bürgermeister von Charleroi jener Stadt, die 2008 in einer Umfrage der niederländischen Tageszeitung „De Volkskrant“ zur „hässlichsten Stadt der Welt“ gekürt wurde……

Rostende Zeugen der Abwanderung

Wer Buissart folgt, bekommt zumindest eine Ahnung, warum das so ist: Westlich der Innenstadt, keine zehn Minuten Fußweg vom Bahnhof entfernt, liegen die Überreste dessen, was einmal der ganzen Stolz der Stadt und der Region war. Jahrzehntelang war Charleroi ein Zentrum der wallonischen Stahlindustrie: Heute zeugen davon nur noch Ruinen. Verlassene Industriehallen, kalte Schlote und rostende Kräne zeugen von der Abwanderung in Richtung günstiger Produktionsländer.

Also weil Janukowitsch den Assoziierungsvertrag nicht unterzeichnete, gibt es jetzt die größte Spannung zwischen Ost und West seit dem kalten Krieg. Und die Staats und Regierungschefs der Welt zerkriegen sich für eine Frage, die sie eigentlich nicht beurteilen können?  So wie die armen Politiker eigentlich nicht wissen woher ihre meisten Informationen stammen.

https://swisspropaganda.wordpress.com/der-propaganda-multiplikator/

 

2

Einleitung: »Etwas Eigenartiges«

»Woher weiß die Zeitung, was sie weiß?«

Die Antwort auf diese Frage dürfte manchen Zeitungsleser überraschen: »In der Hauptsache bezieht sie ihr Wissen von Nachrichtenagenturen. Die  nahezu  anonym  arbeitenden  Nachrichtenagenturen  sind  gewissermaßen  der  Schlüssel  zu den Geschehnissen in der Welt.Wer also sind die Nachrichtenagenturen, wie arbeiten sie und wer  finanziert  diese  Unternehmen?  All  dies  sollte  man  wissen,  um  sich  ein  Bild  machen  zu können,  ob  man  auch  wirklich  über  die  Ereignisse  in  Ost  und  West  zutreffend  unterrichtet wird.« (Höhne 1977, S. 11)

Ein Schweizer Medienforscher gibt deshalb zu bedenken: »Die Nachrichtenagenturen sind die «AktualiTäter», sind die  wichtigsten Stofflieferanten der Massenmedien.  Kein tagesaktuelles Medium kommt ohne sie aus. () So beeinflussen die Nachrichtenagenturen unser Bild von der Welt; wir erfahren vor allem das, was sie ausgewählt haben.« (Blum 1995, S. 9)

Angesichts  ihrer  essentiellen  Bedeutung  erstaunt  es  umso  mehr,  dass  diese  Agenturen  in  derÖffentlichkeit  kaum  bekannt  sind:

»Einem  Großteil  der  Gesellschaft  ist nicht  klar,  dass  es Nachrichtenagenturen überhaupt gibt … Dabei nehmen sie tatsächlich eine enorm wichtige Rolle auf dem Medienmarkt ein. Doch trotz dieser großen Bedeutung wurde ihnen in der Vergangenheit nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt.« (Schulten-Jaspers 2013, S. 13)Selbst der Vorsitzende einer Nachrichtenagentur wunderte sich: »Es ist etwas Eigenartiges um die Nachrichtenagenturen. Sie sind in der großen Öffentlichkeit wenig bekannt. Im Gegensatz beispielsweise zu einer Zeitung vollzieht sich ihre Tätigkeit nicht so stark im Scheinwerferlicht, obwohl sie doch immer an der Quelle der Nachricht zu finden sind.«

(Segbers 2007 , S. 9)

 

»Das unsichtbare Nervenzentrum des Mediensystems«

Wer also sind diese Agenturen, die »immer an der Quelle der Nachricht« zu finden sind? Globale Agenturen gibt es inzwischen nur noch drei:

1. Die amerikanische
Associated Press(AP) mit weltweit über 4000 Mitarbeitern. Die AP gehört  US-Medienunternehmen  und  hat  ihre  Hauptredaktion  in  New  York.  AP-Nachrichten werden von rund 12 000 Medien genutzt und erreichen dadurch täglich mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung.

2. Die  quasi-staatliche  französische
Agence  France-Presse(AFP)  mit  Sitz  in  Paris  und ebenfalls  rund  4000  Mitarbeitern.  Die  AFP  versendet pro  Tag  über  3000  Meldungen und 2500 Fotos an Medien in aller Welt.

3. Die britische
Reuters in London, die privatwirtschaftlich organisiert ist und etwas über 3000 Mitarbeiter beschäftigt. Reuters wurde 2008 vom kanadischen Medienunternehmer Thomson –einer der 25 reichsten Menschen der Welt –gekauft und zu Thomson-Reuters mit Sitz in New York fusioniert.

 

Kleines Kürzel, große Wirkung

Es  gibt  jedoch  einen  einfachen  Grund,  warum  die  globalen  Agenturen  trotz  ihrer  Bedeutung dem  breiten  Publikum  so  gut  wie  unbekannt  sind,  denn:  »Radio  und  Fernsehen  nennen  ihre Quellen in der Regel nicht, und die Quellenangaben in Zeitschriften entziffern nur Spezialisten.« (Blum 1995, S. 9)

Das Motiv für diese Zurückhaltung dürfte indes klar sein: Unsere Medien sind nicht besonders stolz  darauf,  dass  sie  viele  ihrer  Beiträge  in  Wirklichkeit  gar  nicht  selbst  recherchiert  haben, sondern aus den immer gleichen Quellen beziehen.

Z.B die Menschenrechtsstelle in London, die über Syrien berichtet besteht nur aus einem Mann!

Also die Informationen, die wir erhalten sind weitgehend aus dem angelsächsischen Einflussbereich und damit gut gebündelt. Vielleicht noch eine Anmerkung diesbezüglich: Magret Thatcher hatte während ihrer Regierungszeit immer schlechte Umfragewerte. Doch vor den Wahlen stieg  ihre Beliebtheit immer so weit, dass sie wieder weiterregieren konnte. So unabhängig waren die Medien und sind sie heute noch. Es hat sich sogar noch etwas verschlimmert:

Durch die Abhängigkeit der meisten Medien von Reklame und die immer weniger werdenden Abonnenten, sind die Zeitungen immer von der Industrie abhängig. Nicht nur, dass die Medienbesitzer und die Industrie normalerweise in sehr ähnlichen Clubs und Netzwerken verkehren, die Medien können gar nicht für eine sparsame Politik und für eine von den Lobbies unabhängige Politik schreiben, denn dann wären viele Werbeeinschaltungen weg. Das sogenannt freie Internet finanziert sich eben auch normalerweise über Werbung! Und damit ist der Spielraum für eine unabhängige Presse sehr klein. Weitgehend unbekannt ist, wie die Staatsverschuldungen tatsächlich aussehen.. Auch bei Staaten wie der Schweiz. Die bräuchte laut einer Insiderinfo auch einige Generationen, um ihre Schulden zurückzuzahlen. Das macht die Staaten eigentlich sehr abhängig von den Gläubigern, die eigentlich wieder  nur ganz wenige Menschen sind. Wahrscheinlich ist die Waffenlobby eine der mächtigsten Lobbies? Womit wir wieder bei der Münchner Sicherheitskonferenz gelandet wären. Auch die Universitäten haben immer mehr Drittmittelbedienstete: Das heißt eine freie Forschung ist eine Illusion, da damit die Forschung von der Industrie abhängig ist.

Und gerade die Staaten, die die EU als Benelux Staaten gegründet haben, sowie Belgien und Niederlande, die sind jetzt die einzigen und ersten, die sich über die Folgen der Globalisierung im Klaren sind. Die Politik ist Spielball des Zentralkommitees über dem großen Teich? Oder Ausführungsorgan des Geldadels? Oder haben wir einen Indischen  Kastenstaat, wo es verschiedene Hierarchien gibt und jeweils die höhere Machthierarchie gibt die Befehle an die darunterliegende weiter.

Da Merkel so überarbeitet war, schlief sie während der Ruhepause bei der Sicherheitskonferenz in München ein. Sie träumte: Sie wäre gestorben. Sie wird von Petrus empfangen. Der sagt ihr: Du kannst wählen zwischen Himmel und Hölle. Sie schaut sich den Himmel an. Sie findet wenige Bekannte, die Verpflegung ist dürftig und immer Chorsingen, das ist langweilig. Dann geht sie in die Hölle. Der Höllenfürst selbst empfängt sie und zeigt ihr alles: Die Unterkunft und Verpflegung sind wie in einem 7 Stern Hotel.  Für Unterhaltung ist gesorgt und sie trifft viele Bekannte. Sie entscheidet sich für die Hölle. Der Höllenfürst bindet sie an glühende Eisen. Sie windet sich vor Schmerzen. Sie fragt den Höllenfürsten, warum er ihr den vorher die ganze Hölle so anders vorgegaukelt hatte? Der Höllenfürst antwortet mit einem breiten Lachen: „Vor der Wahl ist nicht Nach der Wahl! Genauso wie bei Dir !“

Da wacht sie wieder auf: Das erste, was sie macht, sie entlässt Finanzminister Schäuble. Sie schickt ihn auf die Osterinsel. Sie sagt ehrlich, dass sie durch den fehlenden Friedensvertrag nicht wirklich unabhängig entscheiden kann. Doch setzt sie alle Schritte, damit Deutschland endlich einen Friedenvertrag bekommen kann. Bei den fehlenden Reparationskosten für WW 2 wird der Verlust Deutschlands durch die Einführung des Euros berücksichtigt, womit dann eine wesentlich bessere Handlungsfähigkeit gegeben wäre. Dann schlägt sie aus  Selbsterhaltungstrieb aber vielleicht auch aus Reue über die Situation in Russland 1998, die der Westen  im Wesentlichen mitverursacht hat, einen deutlich freundlicheren Ton mit Russland an. Dann drängt sie die EU die Steuergelder aus den Steueroasen zurückzuholen. Sie macht Hartz IV rückgängig und achtet auf einen tief menschlichen Umgang mit Griechenland und Italien und dem restlichen Süden der EU, wo dann eben auch die Oligarchen zur Kasse gebeten werden. Sie schickt den Kommissionspräsidenten auf Entziehungskur. Es wird eine Europäische Ratingagentur gegründet, eine große europäische Nachrichtenagentur wird ebenfalls gegründet. Die bisherige Leitung Europas durch transatlantische Wirtschaftsklubs, wird durch europäische menschliche Klubs ersetzt, wobei die eigentlich großartigen und tiefen Werte dieser Clubs wieder ihre tiefe Bedeutung zurückbekommen. Um sowohl den Wirtschafsstandort Europa zu sichern, als auch um überall in der Welt Menschenrechte und ökologische Wirtschaftsweise zu fördern, werden von der EU Zölle, die proportional dem Umweltschaden der Produktion und des Transportes sind, eingehoben.

Das Menschenrecht auf  freie Meinungsäußerung wird durch tatsächlich von Industrie und Politik unabhängige Medien gewährleistet. Die Wissenschaft und die Bildung werden ebenso unabhängig von politischen und wirtschaftlichen Einflüssen gemacht.

Dann achtet sie, dass die gewaltigen Umweltschäden durch den Flugverkehr veröffentlicht werden und gleichzeitig die Autoindustrie Fahrzeuge produziert, mit denen man in Fernost  keinen Umweltschaden mehr anrichtet:

Nach dem Motto: “Wer sein Auto lieb der schiebt!“ So dass der fleißige chinesische Arbeiter mit seinem VW zeigen kann, was er alles erreicht hat. Das Auto wird in Zukunft beim Stehen nicht mehr kaputt gehen und er kann sogar bei Geburtstagen und hohen Feiertagen damit fahren. So wird viel Fläche wieder frei, auf der die Chinesen wieder Nahrungsmittel anbauen können.

Und wenn  Merkel nicht gestorben  ist dann lebt sie noch heute!

 

Diagnose Deutschland Politischer – Moralischer – Geistiger Totalschaden

Na liebe Leser, reiben Sie sich nicht auch die Augen, wenn Sie über Deutschland nachdenken, ganz schön was los hier.
Die großen „demokratischen Freiheitskämpfer“ sehen die Demokratie in Deutschland in Gefahr.

Wenn man den „aufrechten Demokraten von CDU/CSU/SPD/Grünen/Linken“ Glauben schenken darf, herrscht „Anarchie“, ja sogar nicht wenige befürchten gar eine „Revolution“ im Land der Dichter und Denker.

„Braune Horden wollen das Land übernehmen und der Russe steht auch schon wieder vor der Tür“, wird uns von „Gehirnlosen Experten und Klugscheißern“ fast Tag für Tag eingetrichtert.

Liebe Leser und „aufrechten Demokraten“, ich kann Sie beruhigen, dass mit der Revolution im Land der Dichter und Denker wird nichts, lehnen Sie sich zurück, denn einer der größten Revolutionsführer Russlands Lenin soll gesagt haben:
„Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas: Wenn die Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen sie sich erst noch eine Bahnsteigkarte!“
Also alles im grünen Bereich , oder wie meine Oma sagen würde, Friede Freude und Eierkuchen.

Um es vorweg zu sagen, eigentlich geht es um die schwindende Macht des etablierten Parteien Establishment.
Immer wenn sich eine neue Partei gründet, ist die Demokratie in Gefahr, die Wahrheit ist, Politik funktioniert nach dem gleichen Schema.
„Die etablierten Parteien bescheißen das Volk, die neue Partei bescheißt das Volk besser!“

Und das mit der Gefahr für die Demokratie in Deutschland ist ja nichts neues, dass sollten die Damen und Herren von BÜNDNIS DIE GRÜNEN und die Genossen/innen von der LINKSPARTEI eigentlich noch in Innerinnerung haben.

Wie sind einst die „aufrechten Demokraten“ von CDU/CSU/SPD/FDP über die GRÜNEN nach ihrer Gründung hergezogen.
Und heute geht so mancher schwarzer und roter Politik, mit diesen als früher bezeichneten „Rechte Baumschützer und gescheiterte Bewegungslinke ins Bett, natürlich demokratisch.
Selbst für jeden, vom aussterbenden bedrohten Frosch, sind die Grünen heute nicht mehr wählbar.

Und die LINKSPARTEI, meine lieber Gott, was soll man über diese Partei noch sagen. Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht oder Ernst Thälmann würden sich in ihren Gräbern rumdrehen, könnten sie sehen, was aus ihren linken Nachfolger geworden ist. DIE LINKE einstige Hoffnungsträger der Sozialwachen, wird vom normale Wähler inzwischen zum Establishment gezählt.

Ganz von der Hand ist dieser Eindruck nicht, denn dort wo die LINKE in den Ländern mit Regierungsverantwortung war und ist, hat sich für die Sozialwachen nichts geändert, dass nennt man dann Kompromiss.

Als bestes Beispiel war das Ergebnis von Rot-Rot in ihrer zehnjährigen Amtszeit von 2001 bis 2011 in Berlin. Verheerend war der soziale Kahlschlag mit der Zustimmung der LINKEN, Privatisierung der Wohnungsbaugesellschaft, die der Startschuss massiver Mieterhöhungen zur Folge hatte. Die Kürzung des Blindengelds und die Abschaffung des Sozialtickets und vieles anderes mehr.

Es Ergebnis ist eindeutig, Berlin steht an der Spitze der Kinderarmut, die Einkommen der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst liegen um rund zehn Prozent unter dem Bundesdurchschnitt, ein Drittel der Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst wurde vernichtet, die Zahl der Leiharbeiter stieg um fast 120 Prozent, der massiven Ausweitung der Billiglohnarbeit.

Da wird mal noch fragen dürfen, für WAS steht eigentlich noch ihre Politik und vor WEM will uns die LINKEN eigentlich noch retten!

Immerhin, träumt die LINKE noch von der Macht 2017, wenn man sich da nicht verzockt, denn für die Koalitionsparteien CDU, SPD und CSU gilt nach wie vor, „Truppe zusammenzuhalten“, die LINKSPARTEI ist nicht regierungsfähig weil sie eine Partei von Gestern ist.

Egal, dass Vergessen und die Erinnerung von Politischen Parteien an ihrer Vergangenheit, wofür stehen und ihre Ideale ist eine chronische Krankheit.

Die Analyse der Politik in Deutschland herrscht „Anarchie“ stimmt zu hundert Prozent……..
Nämlich die „Anarchie“ der viele Ackermänner, die Herrscher über die Banken, welche die Politik wie einen Ochsen mit einen Nasenrink in aller Öffentlichkeit vorführt,
In Deutschland herrscht „Anarchie“ von Privatgesellschaften die über die Grenzen hinweg problemlos ihre Geschäfte abwickeln können.

In Deutschland herrscht „Anarchie“ der globalen Fürsten in Deutschland
wie etwa Nestlé, Coca Cola, Mc Donald´s, E.ON, Bayer, BASF, Monsanto, Syngenta, Citygroup, Philip Morris, Tschibo, und noch vielen mehr, die unsere Staatskassen vorsätzlich plündern, während die Politiker eifrig dem Volk gegenüber patriotische Reden schwingen.

In Deutschland herrscht „Anarchie“ von Lobbyisten, denn sie sorgen dafür, dass Politiker/innen die Interessen von Wirtschaftslumpen gegenüber dem Volk gnadenlos durchsetzen.

In Deutschland herrscht „Anarchie“ der Lügen von Politik
Deutschland geht es gut.
Scheiß auf die Millionen von Arbeitslosen, Scheiß auf die Marode Schul- und Verwaltungsgebäude, Scheiß auf die Maroden Straßen, Scheiß auf die halbfertigen Bauwerken, Scheiß auf Arm trotz Arbeit, Scheiß auf alle Menschen die Obdachlosen sind, Scheiß auf die Menschen welche nach Essen aus der Mülltonne suchen, Scheiß auf Kinderarmut, Armut von Familien,
Armut im Alter. Ach höre jetzt auf!

Eine gute Nachricht habe ich noch!!!!!

Seine Meinung darf hier in Deutschland jeder sagen, einzige Bedingung:
Die Meinung muss politische Korrekt sein und im Einklang mit dem Zeitgeist stehen.
Wer das nicht beachtet, bekommt die „Anarchie“ des Rechtsstaates zu spüren.

SCHÖNES LEBEN NOCH!!!!!!!!

Die Suche nach Wahrheiten

Wer einmal damit anfängt entdeckt ungeheuerliches und kommt nicht mehr zurück zur Tagesschau & Co. Und schlimmer: Wer einmal damit anfängt wird ein Sonderling im Freundeskreis, weil sich die gesamte Weltanschauung vom Mainstream entfernt. Einige rasten aus. Andere werden Depressiv. Wieder andere ziehen sich zurück und nochmal andere machen einfach weiter wie vorher auch, nur um nicht aufzufallen.

(mehr …)

Amerika, die größte Nation der Welt?

Einen Link zu diesem Filmausschnitt hat Frau Naja gerade rumgeschickt. Ich habe mir erlaubt, die Version mit deutschen Untertiteln zu suchen. Natürlich distanziere ich mich aufs Entschiedenste von dem in dem Video getätigten Aussagen. Auch wenn Sie stimmen. Ein Vorbild sieht anders aus. Und hier siehts auch nicht besser aus…

[Video, bitte Beitrag anklicken]

 

 

 

Die Medien als Werkzeug der Geldmachtelite: ein aktueller Beweis

Sonntag, 17.3.2013. Eifel. Sonntage sind Tage der Entspannung, der inneren Einkehr, der Ruhe und Beschaulichkeit. So waren sie gedacht. Für die meisten unsere Mitmenschen ist Sonntag jedoch ein Horrortag - der letzte freie Tag vor Montag, jenem Tag, an dem man in die Maschine zurückkehrt, jene Maschine, die einen immer stärker kontrolliert - und wir arbeiten dank Handy, Facebook und Internet ja auch beständig daran mit, dass wir auch möglichst kontrollierbar sind und vor allem den Anspruch der beständigen Erreichbarkeit immer und überall erfüllen. Kaum zu glauben, oder? Heutzutage kann einen der Chef per Firmenhandy um vier Uhr Morgens aus dem Schlaf reißen - einfach mal aus Spaß. Ich kenne Chefs, die das machen - das ist kein Spaß. Oder versuchen sie mal nicht erreichbar zu sein, während die Schule Sie morgens anruft, damit Sie ihr verschnupftes Kind abholen ... die reißen ihnen den Kopf ab, falls sie nicht sofort das Jugendamt informieren, das hier ein Kind nicht richtig versorgt ist.  Wie die Schule derzeit glauben kann, das sie denselben Anspruch auf absolute Verfügbarkeit des Bürgers hat wie der Chef, wird uns nie im Detail erklärt, aber die Folgen bekommen wir zu spüren. Was Erreichbarkeit angeht, so lüge ich manchmal, obwohl ich Lügen generell hasse.  "Habe kein Handy" (nur halb gelogen, ich benutze es nie und verlege es deshalb dauernd), "habe kein Fax" (stimmt), "kenne kein Internet" (voll gelogen) oder "habe kein Telefon" (ebenfalls: pralle Lüge). Die Reaktionen wären eine eigene Sendung wert: manche erschrecken sich sichtlich zu Tode: WIE, SIE SIND NICHT ERREICHBAR??!!!?!?

Sonntag, 17.3.2013. Eifel. Sonntage sind Tage der Entspannung, der inneren Einkehr, der Ruhe und Beschaulichkeit. So waren sie gedacht. Für die meisten unsere Mitmenschen ist Sonntag jedoch ein Horrortag – der letzte freie Tag vor Montag, jenem Tag, an dem man in die Maschine zurückkehrt, jene Maschine, die einen immer stärker kontrolliert – und wir arbeiten dank Handy, Facebook und Internet ja auch beständig daran mit, dass wir auch möglichst kontrollierbar sind und vor allem den Anspruch der beständigen Erreichbarkeit immer und überall erfüllen. Kaum zu glauben, oder? Heutzutage kann einen der Chef per Firmenhandy um vier Uhr Morgens aus dem Schlaf reißen – einfach mal aus Spaß. Ich kenne Chefs, die das machen – das ist kein Spaß. Oder versuchen sie mal nicht erreichbar zu sein, während die Schule Sie morgens anruft, damit Sie ihr verschnupftes Kind abholen … die reißen ihnen den Kopf ab, falls sie nicht sofort das Jugendamt informieren, das hier ein Kind nicht richtig versorgt ist.  Wie die Schule derzeit glauben kann, das sie denselben Anspruch auf absolute Verfügbarkeit des Bürgers hat wie der Chef, wird uns nie im Detail erklärt, aber die Folgen bekommen wir zu spüren. Was Erreichbarkeit angeht, so lüge ich manchmal, obwohl ich Lügen generell hasse.  „Habe kein Handy“ (nur halb gelogen, ich benutze es nie und verlege es deshalb dauernd), „habe kein Fax“ (stimmt), „kenne kein Internet“ (voll gelogen) oder „habe kein Telefon“ (ebenfalls: pralle Lüge). Die Reaktionen wären eine eigene Sendung wert: manche erschrecken sich sichtlich zu Tode: WIE, SIE SIND NICHT ERREICHBAR??!!!?!?

Dabei bin ich erreichbar. Post öffne ich immer und lese ich auch regelmäßig – nur die Reklame vom bayrischen Münzkontor schmeiße ich sofort weg. Ich lese sogar lange Briefe an mich, selbst, wenn sie mit der Hand geschrieben sind.  Aber ich habe es nicht gern, beständig für jedermann verfügbar zu sein – immerhin muss ich noch richtig arbeiten – da stört mich das Gelaber enorm. Immerhin lebe ich nicht ewig und will noch ein paar persönliche Ziele künstlerischer Natur erreichen – da brauche ich meine Zeit.

Die Pflicht zur „Erreichbarkeit“ hat mit dem heutigen Thema nur indirekt zu tun. Ich habe sie erwähnt, damit SIE auch verstehen, das das, was jetzt kommt, schon längst massive Auswirkungen auf IHREN Alltag hat.

Ich schreibe nun seit über vier Jahren Anmerkungen, Artikel, Aufsätze, Kommentare, Meinungen ins Netz, die in die Tausende gehen. Warum mache ich das? Weil ich Fragen habe. Ganz einfache Fragen – hauptsächlich eine: warum nimmt das Leid in der Welt trotz effektiver Marktwirtschaft, sozialer Demokratie und Weltfriedenswunsch aller immer weiter zu? Kein König steht dem mehr im Wege, kein Reichsgraf, kein Großgrundbesitzer und erst recht kein abgehalfteter Aktmaler aus Österreich. Die Industriebarone sind fort, die König geköpft, die Diebesbanden verjagt: warum leben wir trotz aller Maschinengewalt (für die wir einen Großteil unsere natürlichen Wohlfühlumwelt geopfert haben, die wir jetzt nur noch in fernen Ländern genießen können) noch nicht im Paradies? Entsprechend Pläne für das Jahr 2000 habe ich als Kind Ende der sechziger Jahre gesehen: wunderschöne Wohnanlagen in riesigen Parklandschaften, wo wie nach unserem drei – Stunden-Arbeitstag das Leben voll genießen können. Endlich wieder nur so viel arbeiten wie früher – drei Stunden braucht ein primitiver Stammesangehöriger, um seinen Lebensunterhalt der Natur abzutrotzen.

Die Wirklichkeit entwickelt sich aber anders, wird dunkler, Tag für Tag. Wir müssen immer mehr Angst vor unserem Chef haben, weil er uns mit einem Federstrich in die Hartz-Hölle befördern kann, wo wir von gut bezahlten Journalisten mit Dreck beschmissen werden, die miesesten Arbeiten umsonst erledigen sollen und als Leibeigene von „Fördermaßnahmen“ dahinvegetieren müssen, wenn wir der potentiellen Todesstrafe „Sanktion“ entkommen wollen.

Nein – da lasse ich kein Gemecker zu: „Sanktionen“ sind potentielle Todesstrafen, der Sanktionator ein potentieller Mörder: nehme ich einem Menschen Essen, Trinken, Obdach und Wärme, dann verurteile ich ihn zu einem langsamen, qualvollen Tode – auch wenn im Schaufenster des nächsten Geschäftes nebenan Günther Jauch im TV Millionen verteilt.

Warum ist das so? Warum merken so wenig Menschen, das sich die dunkle Entwicklung der Geschichte nur durch das Wirken dunkler Kräfte erklären lässt?

Nun – das hat seinen Grund. Ich hätte mir all die mühevollen Artikel ersparen können, wenn ich mich mit der Elitenforschung befasst hätte, konkreter mit der Elitensoziologie: der systematischen Erforschung der Wirkungsmechanismen, Einflussmöglichkeiten und Reichweite deutscher Geldmachtelite.

Leider gibt es so etwas in Deutschland nicht – oder kaum. Wir haben so etwas nicht – weshalb Verschwörungstheorien hierzulande verpönt sind. In den USA ist das anders, die beobachten ihre Eliten seit den fünfziger Jahren sehr kritisch – und haben deshalb auch viele Wahrheiten jenseits der offiziellen Regierungserklärungen, weil sie einfach ganz viele Verschwörungen schon aufgedeckt haben … über die wir hierzulande noch nicht mal denken, geschweige denn reden dürfen, ohne von den Angestellten des Geldmachtapparates sofort beschossen zu werden.

Bei uns spricht man nicht drüber. Bei uns ist es möglich, das die Bundeskanzlerin die Pressechefs einlädt und um verhaltene Berichterstattung bittet – und die Chefs folgen.

Warum ist das so?

Macht das alles der Ackermann?

Nein – aber es gibt Menschen, die Ackermänner machen.

Der französische Soziologe Mattei Dogan … hat bezüglich der französischen Elitenkonfiguration die Frage gestellt, ob und wie man diese Gruppen zahlenmäßig fixieren könnte. So kann die Zahl der Angehörigen etwa der Wissenseliten je nach Zählperspektive sowohl in Bezug auf EU-Europa oder auf ein einzelnes Land jeweils in die Millionen gehen, die Zahl für die politischen Eliten in die Hunderttausende, die Zahl für die Konzerneliten in die Zehntausende und die Zahl für die Geldelite in die Tausende. 

(Krysmanski, Hirten und Wölfe, Westfälisches Dampfboot 2012, Seite 201).

Man muss sich das vorstellen wie ein Spinnennetz. In der Mitte sitzt der Geldadel, der in Europa eng mit den Resten des nicht geköpften Adels zusammenarbeitet, weil diese Reste die Organisationsstruktur für die neuen Eliteverbände lieferte – zum Beispiel die Festspiele in Bayreuth und den Wiener Opernball als Orte der Konspiration, Verbrüderung und Demonstration von Gemeinsamkeit und Macht.

Dann folgen in einem nächsten Kreis im Netz die mächtigen Konzernchefs, eingesetzt von der Geldmachtelite, die die Anteile hält – so werden Ackermänner gemacht.

Die gehen dann zu ihrem Geburtstag ins Kanzleramt und prägen dort den nächsten Kreis der Elite: die politische Elite. Von den Königen sind wir über den Grafen jetzt bis hin zu den Rittern gekommen, unter denen nur noch die Büttel, Söldner und Landsknechte stehen: das Massenheer der Wissenselite.

Ein Superreicher kommandiert zehn CEO´s, die wiederum jeder zehn Politiker befehligen, von denen wiederum jeder zehn Personen der Wissenselite leitet. So einfach ist das Organisationsschema der Geldmachtelite, mit der sie über Deutschland, Europa und der Welt herrscht, es unterscheidet sich in Deutschland nicht sonderlich von den Strukturen, die in Angola, Pakistan oder Indonesien gelten.

Wer gehört zur „Wissenselite“?

Wie der Name schon sagt: Wissenschaftler. Aber nicht nur. Auch Ärzte, Schauspieler, Rockmusiker, Mafiabosse, Fußballspieler, Unternehmensberater und … Journalisten.

Natürlich nehmen die nicht jeden. Dafür gibt es – ganz öffentlich ausgestellt – „Rankinglisten“ für alles und jeden. Der beste Fußballer, der beste Rennfahrer, der beste Urologe, der beste Bassist und so fort. Wer dort den Segen der Superreichen erhält, bekommt sehr viel Geld. Es ist gesellschaftlich völlig akzeptiert, das ein Fußballer, ein Entertainer oder eine Hupfdohle der Popindustrie mehr verdienen, als ein Topmanager der Industrie – dagegen klagt niemand, da wird auch nichts gedeckelt. Ebenso fragt sich niemand, wo denn die Millionen eigentlich herkommen.

Natürlich kommen die nicht aus den Taschen der Superreichen – das zeichnet diese Klasse aus. Sie geben keinen einzige Cent an Privatvermögen aus – es sei denn, sie müssen Gelder vor dem Finanzamt in Stiftungen verstecken, die dann gesellschaftliche Wühlarbeit zur Erhalt des Geldmachtapparates leisten wie in Deutschland zum Beispiel die Bertelsmannstiftung.

Das Geld kommt von uns: den Leiharbeitern, Arbeitslosen, Rentnern, Kindern, Studenten, Schülern – kurzum: von all´ jenen, die in den letzten Jahrzehnten enteignet worden sind.

Das Geld kriegen dann Jauch, Ballack und Schumacher zwecks erfolgreicher Volksbedödelung, wobei hier ein erfolgreicher Söldner ohne Weiteres mehr Geld machen kann als ein dienstverpflichteter Ritter: sie lenken hervorragend ab von den Gewalten und Gewaltigen, die die Geschicke das Landes mit massivem Personaleinsatz lenken.

Wenn also im Fernsehen ein Wirtschaftswissenschaftler zur aktuellen Krise befragt wird: was passiert dann?

Erstmal kommt er in die Maske, damit er ein gottgleiches, fehlerfreies Äußeres bekommt: das ist ganz wichtig. Schon visuell sollen sich die Diener des Geldmachtapparates vom Bauernpöbel unterscheiden, Pickel und fettige Haut gibt es nur bei der Unterschicht.

Und dann? Führt die Wissenselite vor der Kamera eine Show zur Volksverblödung auf. Macht sie das gut, steigt sie im Ranking und wird immer reicher. Macht sie es schlecht – bleibt nur noch der Blog im Internet zur Meinungsäußerung … oder man fristet sein Gnadenbrot in den Feigenblättern der Mediokratie, den mickrigen politischen Magazinen der öffentlich rechtlichen Sender, deren Existenz beweisen soll, das das gesamte System völlig in Ordnung ist.

Das System ist perfekt und fehlerfrei – wie auch damals zu Zeiten des Absolutismus. So wird es auch in den Geschichtsbüchern der Zukunft stehen: die Netzstrukturen des Adels führten im 20. und 21. Jahrhundert zum Aufbau neuer absolutistischer Feudalstrukturen, mit deren Hilfe die Errungenschaften der französischen Revolution bis weit ins 24. Jahrhundert hinein zurückgedrängt wurden.

Nun – ganz so perfekt ist das System noch nicht. Ein amerikanischer Komiker (Conan O`Brien) präsentiert uns hier eine Merkwürdigkeit, die er selbst „scary“ nennt:

in vierzehen verschiedenen Nachrichtensendern wird exakt derselbe Satz verwendet:

Interessant auch die Kommentar dazu – von Sexy Melon:

In tyranny, comedy is the last refuge of truth.

Noch treffender: Sunny Brian:

Actually is that not funny ..

Auch eine Stimme aus Deutschland meldet sich: der Rueganer 70

then welcome to Germany with the highest gas prices in the world

Ja, die haben wir. In den USA ist der Sprit deutlich billiger. So etwas entscheiden die Kosmokraten, die Herrscher der Welt, die Superreichen mit Zeit und Lust an Weltgestaltung mit einem Knopfdruck – und schon haben die deutschen Fillialen Geld für Werbung, mit dessen Hilfe sie die Wissenselite steuern können.

„Wir fördern den Jauch, weil der so schön Arbeitslosenbashing im Fernsehen betreibt, gebt dem 30 Millionen dafür, dem Ballack und dem Schuhmacher auch, das fördert den Traum des Weges vom Tellerwäscher zum Millionär und bringt das Volk dazu, die Füße still zu halten“. 

So steuert man ein Volk.

Sunny Brian hat aber Recht: vierzehn Mal der gleiche Satz von Nachrichtenmoderatoren verwendet … da hat jemand den Text vorgeschrieben.

Nein, das macht nicht die Geldmachtelite selbst. Die plant planetarer, zum Schutz des eigenen Reichtums. Für so etwas hat sie ihre Leute, die dann aus guten Gründen vorgefertigte Texte in die Sendeanstalten schickt.

Für dieses Dokument von Conan O´Brian sollten wir dankbar sein: so etwas gibt es nur noch selten. Über sechzig Jahre nach dem Start der  Machtergreifung und dreissig Jahre nach dem politischen Putsch der Superklasse in den USA ist das System perfekt durchorganisiert – und jeder Superreiche kann jederzeit jeden Vasallen per Telefon, E-Mail oder Fax erreichen.

Und – zufällig – klingelt mein Telefon die ganze Zeit, während ich dies schreibe. Sicher nur Zufall … und nicht die Bertelsmannstiftung, die mich zum besten Blogger des Jahres gewählt hat (nach internem Bertelsmannranking, das von führenden deutschen Intellektuellen durchgeführt wurde), mir 100 000 Euro schenkt („Preisgeld“) und einen Job in der Forschung anbietet … nur damit ich die Klappe halte.

Wie gut, das ich Disziplin genug habe, nicht immer zum Hörer zu springen, wenn der befiehlt. Wie gut, das ich Geld nur noch in winzigen Mengen zum Überleben brauche – das gibt mir die unglaubliche Freiheit mich als Akademiker gegen den Geldmachtapparat zu stellen.

Das ist viel lustiger, als für ihn zu arbeiten.

Und ich brauche nicht erreichbar zu sein.

Mein Dank gebührt auf jeden Fall Conan O´ Brien für diese wundersame Entdeckung.

Kann sich jetzt jeder vorstellen, was „Talkshow“ in Wirklichkeit ist?

Bis ins Detail geplante Veranstaltungen, in denen sich die Diener der Geldmachtelite selbst darstellen.

Und Nachrichten? Lügen mit Bildern als System – präsentiert von den „Besten der Besten der Besten“.

Und wir gucken uns das an … und vergeuden dann am Arbeitsplatz noch Zeit, um uns über das geplante Gewäsch zu unterhalten – so steuerbar sind wir schon.

Ich hätte lieber einen „schlechten“, der mir die Wahrheit sagt, als einen „Besten“, der mir das sagt, wovon andere meinen, das es nützlich für sie ist.

Und Nachrichten … mache ich mir inzwischen lieber selber. Ist umständlich, aber notwendig. Und weil´s nichts kostet, kann ich die hier auch einfach mal teilen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Postillon24 – Die neue Nachrichtensendung

Die erste Ausgabe der Postillon24 Nachrichten – Wir berichten, bevor wir recherchieren:

 

Ganz viele kommentierte Nachrichten

Hier ein Beispiel:

Ministerin Schröder (CDU) meldet kritische Twitterer ans BKA
Erst lässt sich die Tante quasi von ihren untergebenen Ministeriums-Mitarbeitern ein Buch schreiben, um es dann unter eigenem Namen zu verkaufen – und als sich zu ihrem Buchvorstellungs-Termin dann auf Twitter hämische Kommentare häufen, schwärzt Ministerin Schröder diese beim BKA (!!) an. Und falls ihr jetzt denkt: Naja, zugunsten der Sicherheit muss man ja schliesslich auch was tun – nun denn, hier mal die Sache, vor der Ministerin Schröder so grosse Angst hatte (Zitat): „Da hab ich mir schon gedacht, dass das welche sein werden, die auch ein bisschen reinrufen.“

Seht ihr, alles ganz normal. Da würde ich auch das BKA informieren

Niemand anderes verkörpert die Sachkompetenz und Souveränität der CDU besser, als Kristina Schröder. Einen von der eigenen Partei zugearbeiteten „Doktor“ als Titel, Befürworterin von Internetzensur, bereits gut im abschmierenden Filz schwimmend, als allererste Amtshandlung einen Millionenflop „Aussteigerprogramm Links“ aufgelegt (inklusive eigener Hotline für ganz eilige Fälle  ), Steuergeld zugunsten von Sauffahrten der eigenen CDU-Jugend umgeleitet, zwischendurch immer mal gerne für Hetze gegen Erwerbslose zu haben, dafür aber „zum Ausgleich“ in ihrem Ministerjob völlig überfordert (Elterngeld- und Betreuungsgeld-Debatte, nach wie vor fehlender Kita-Ausbau, usw.), nach Kräften beim Vertuschen der katholischen Kindermissbräuche mitgeholfen, sowie Breivik-Fans unterstützt und Rechtsextremismus subventioniert

Kurzum: Das sind die Sympathieträger der CDU, die der Pöbel so gerne wählt.

 

Mehr…

Aprilscherze 2011

Nein, ich denke, die Hälfte der Meldungen sind Wahr und nur zum Schein als Aprilscherz ausgegeben worden.

Ein großer Teil ist vom Bildschirmarbeiter. Eine Seite, die politisch völlig Irrelevant ist, mich aber ständig zum Lachen bringt und die ich hiermit unbedingt empfehlen möchte!

Los gehts:

Die Linke meldet Erlaubnis zum Betrieb von Coffee-Shops nach holländischen Vorbild in NRW
Da bin ich ja fast ein wenig traurig geworden als ich aufs Datum schaute

Guttenberg wird BILD-Chef
Und?

Apple eröffnet Store im Vatikan
Wird Steve Jobs endlich Heilig gesprochen?

Sarrazin kandidiert für Berliner FDP
Warum FDP?

Deutsche E-Mails ab 2013 ohne “@”

Ungeklärter Mordfall: FBI bittet um Mithilfe beim Code-Knacken

Aus PIRATEN wird CPU
In Bayern…

Arschlecken24.de
Kein Kommentar…

Obama: Dollar ist nur Illusion
Hmm, so falsch ist das doch gar nicht

 

Und wenn da versehentlich ein Nichtaprilscherz dazwischen war, sollten wir um Entschuldigung bitten. Tun wir aber nicht.

Viele weitere Versuche Lustig zu wirken gibt es:

Hier, und hier und wenn ich noch weitere finde auch hier.

Deutscher Staat erschießt seine Bürger, macht krank und verkauft seine Sprache in der Festung Europa

Wenn ich schreiben würde: „Deutscher Staat erschießt seine Bürger!“ … würde das wirklich jemanden wundern? Würde sich wirklich noch jemand darüber entsetzen? Lange kann ich auch nicht mehr darüber schreiben, denn bald werde ich das Wissen nur noch gegen Geld verarbeiten dürfen, wenn die Pläne der deutschen Verleger in die Tat umgesetzt werden, wie NZZ berichtet:

Deutsche Pressehäuser wollen ihre Online-Angebote stärker schützen. Ein Leistungsschutzrecht soll dies ermöglichen. Zudem sollen selbst kleinste Textbausteine wie Überschriften oder bestimmte Formulierungen als «Leistung» durch das neue Recht geschützt werden. Kritiker sehen darin einen erheblichen Konflikt mit der Zitatfreiheit und die Gefahr einer Monopolisierung der Sprache.

In der Tat dürfte geisteswissenschaftliches Arbeiten dann unbezahlbar werden – möglicherweise müssen wir Bürger letztendlich sogar eine eigene Sprache erfinden, weil der Gebrauch der deutschen Muttersprache gesetzlich geschützt ist und nur gegen Erstattung einer Gebühr erlaubt ist. Zu phantastisch? Nein – einfach mal weiterdenken: irgendwann ist jede Formulierung irgendwo registriert und gesetztlich geschützt.

Nun, ich mache mir um diese Entwicklung erstmal keine Sorgen. Dann werde ich eben keine Textbelege mehr liefern können – und irgendwann auch keine Nachrichten mehr verarbeiten dürfen. Dann denke ich mir eben selber welche aus – das machen die großen Redaktionen doch auch, ja, die ganze Geschichte der BRD wird doch mitlwerweile bis ins Detail vor Ort gesteuert, wenn ich dem tagesanzeiger aus der Schweiz glauben darf:

Wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» und die Zeitung «Bild» auf ihren Webseiten berichten, soll der 1991 verstorbene Ex-Chef des Hamburger Landesamtes für Verfassungsschutz, Christian Lochte, im April 1977 gesagt haben, dass Verena Becker auf Buback geschossen habe – und zugleich eine Informantin des Verfassungsschutz gewesen sei.

Wer hätte das gedacht: der Verfassungsschutz baut seine eigenen Morde auf. War nicht schon die NPD nur noch dank des Verfassungsschutzes überlebensfähig, der – gefühlt – alle Vorstandsposten innehatte?  Aber wer würde sich im Jahre 2011 noch groß darüber aufregen?

Niemand, sage ich.

Niemand, weil alle es schon längst geahnt haben, alle es schon längst wissen, weil schon längst die Angst vor der Keule des Diktators die Straßen beherrscht, während die Medien noch lustig Demokratie verkünden. Darum wird auch diese Meldung keinen großen Sturm auslösen, die wsws brachte:

In den vergangenen Wochen wurden mehrere Spitzel von Polizei und Geheimdienst entlarvt. Dabei zeigte sich, dass sogenannte verdeckte Ermittler in der deutschen und europäischen linken Szene systematisch aktiv sind. Ihr Auftrag besteht offensichtlich nicht nur darin, möglichst viele Informationen über oppositionelle Gruppierungen zu sammeln und detaillierte Personenprofile anzulegen. Sie handeln auch als Agents Provocateurs und stiften zu Straftaten an, die dann zur Rechtfertigung staatlicher Angriffe benutzt werden.

Auch bei Stuttgart 21 wurde die Party erst richtig lustig, als die Polizei für Stimmung sorgte, so jedenfalls behauptet die Arbeitsgemeinschaft kritischer Polizisten:

Die Analyse der Bilder führt zu dem Schluss, dass der angebliche Demonstrant, der Polizeibeamte mit einem Reizstoffsprühgerät angegriffen hat, in einem Team mehrer Personen im staatlichen Auftrag gehandelt hat.

Weder greifen die Polizeibeamten trotz Beobachtung des Vorgangs in unmittelbarer Nähe ein, noch zeigt irgendeine Person eine Reaktion auf den angeblichen Reizstoff, noch wird der angebliche Täter verfolgt, während ihm einige andere Begleiter beim Rückzug in die Polizeireihen helfen. Das auf den Aufnahmen erkennbare Gerät Pfefferspray RSG Zivil wird nur an Polizeibehörden verkauft. Es handelt sich offenkundig um einen Agent Provokateur.

Man sieht also … es handelt sich um eine gute alte Tradition. Der Staat baut sich seine Täter selbst – und wahrscheinlich muß man damit rechnen, das irgendwo ein geheimes Bartwuchskommando seine Arbeit tut, um in Zukunft als „Islamisten“ Anschläge verüben zu können. Da kann jetzt  mal jeder selber ausrechnen, ab wann wirklich Gefahr besteht, das bärtige Turbanträger Terrorwarnungen Substanz geben – hängt direkt von der Bartwuchsgeschwindigkeit deutscher Sicherheitsorgane ab.

So was bleibt natürlich beim Bürger nicht in den Klamotten hängen. Dauernd dröhnt die heile Welt in den Medien – nur der Alltag kann der Medienwirklichkeit nicht länger standhalten. Sowas hat Folgen für den Geist, wie die Frankfurter Rundschau berichtet:

Die Zahl psychischer Erkrankungen ist bei Arbeitnehmern in Deutschland im vorigen Jahr so stark angestiegen wie noch nie. Das ergibt sich aus dem DAK-Gesundheitsreport 2011, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Am Schlimmsten erwischt es laut Berliner Umschau die Jungen:

Jüngere Beschäftigte zwischen 15 und 25 Jahren sind jedoch etwa doppelt so häufig arbeitsunfähig wie ihre älteren Kollegen. Ursachen hierfür könnten die gestiegenen Anforderungen der Arbeitswelt sein: „Von den Berufseinsteigern werden heute immer vielfältigere Qualifikationen und Flexibilität erwartet. Dazu kommt häufig die Unsicherheit durch befristete Arbeitsverhältnisse, die es immer schwerer machen, Zukunft zu planen und Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren“, so TK-Expertin Gudrun Ahlers.

Ist ja auch irgendwie logisch: die Jungen müssen dem Wahn am Längsten standhalten.

Kann sich noch jemand an die Jubelreden bezüglich der Aufstände in Tunesien und Ägypten erinnern? Wie auf einmal alle von Freiheit gesprochen haben und das Volk beglückwünschten?

Nun … mitlerweile marschieren die freien Menschen Richtung Europa, und das zeigt dann auch da mal sein wahres Gesicht, hier in der Welt:

Angesichts der Flüchtlingswelle von Afrika nach Europa fordern Polizeigewerkschaften den Aufbau einer EU-Küstenwache mit 2.500 Grenzschützern. Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Mit dem Sturz der Diktatoren Nordafrikas wird der Flüchtlingsstrom nach Europa massiv wachsen.“ Dieser Ansturm lasse sich nur stoppen, wenn Europa zur Festung umgebaut werde.

„Festung Europa“ … das hatten wir schon mal. Auch damals spielte Deutschland eine führende Rolle im europäischen Staatenverbund. In Zeiten der allgemeinen Angst lassen sich solche Forderungen leichter durchsetzen.

Diese Festung sollte natürlich laut Welt nicht ganz so geschlossen sein – nützliches Menschenmaterial sollte man schon noch durchlassen, damit unser Prekariat intelligente Konkurrenz bekommt:

Jeder dritte Arbeitslose in Tunesien ist Umfragen zufolge Akademiker. Es wäre für beide Seiten hilfreich, wenn sich die EU die Frage stellt, welche tunesischen Akademiker wir auf welchen Arbeitsmärkten brauchen könnten.

Und wenn ich jetzt auf die Idee komme, das die Aufstände zur Behebung deutschen Fachkräftemangels vom Verfassungsschutz gesteuert worden sind?

Es ist allerdings unfair, den medialen Wahn nur auf Deutschland zu beschränken – das ist eine globale Abwanderungsbewegung, die dazu führt, das „Wahrheit“ und „Wirklichkeit“ immer weiter auseinander driften, so zitiert die junge Welt Obama:

»Zwei Jahre nach der schlimmsten Rezession, die die meisten von uns jemals erfahren haben, sind die Börsenkurse wieder mächtig gestiegen, ebenso die Gewinne der Konzerne. Die Wirtschaft wächst wieder«, so Obama. Offensichtlich sind wirtschaftlicher Wohlstand und Fortschritt für den Präsidenten synonym mit kräftigen Gewinnsteigerungen für Unternehmer und Börsenspekulanten.

Dementgegen stehen die Meldungen der alten Welt über den Bankrott der USA:

Den US-Staaten fehlen 125 Milliarden Dollar, einige stehen kurz vor der Pleite. Kalifornien und Texas geht es besonders schlecht.

Und während noch Obama den Aufschwung bejubelt und der Aufschwungcheerleaderin  Merkel einen Orden verleiht, sucht das Kapital laut diePresse.com das Weite:

Der weltgrößte Anleiheninvestor Pimco hat den Anteil an US-Staatsanleihen binnen zwei Monaten von 30 auf 12 Prozent reduziert.

Die zumindest trauen dem Aufschwungjubel nicht. Gut, das das ganze Theater bald vorbei ist, wenn Bürger die Nachrichten nur noch bezahlen aber nicht mehr lesen geschweige denn verstehen oder diskutieren dürfen.

Was mich aber nicht mehr wundert ist: das es Menschen gibt, die glauben, der Eifelphilosoph sei vom Verfassungsschutz.

Ich bin mir da selbst mitlerweile nicht mehr sicher …




In Deutschland gehen die Lichter aus – dank Politik und Wirtschaft

Thilo Sarrazin ist ja jetzt arbeitslos. War er schon vorher – wie aus der Welt zu erfahren ist:

„Als Bundesbanker war die Arbeit der Woche nach eineinhalb Tagen dienstagmittags getan“, erzählt Sarrazin, weiterhin ohne sich zu regen. „Am Montag gibt man Anweisungen und bereitet sich ein bisschen vor, am Dienstagvormittag diskutiert man intelligent in der Vorstandssitzung mit und am Dienstagnachmittag fragt man sich, was man den Rest der Woche tun soll.“

Dafür bekommt man 220000 Euro im Jahr – vom Steuerzahler. Nun ist Thilo Sarrazin ja kein Unbekannter. Irgendwer hat halt entschieden, das gerade dieser Mann diesen Posten bekommt. Wer das war … wissen wir nicht. Das gehört zu den vielen intransparenten Personalentscheidungen in dieser Republik, die auch über Nacht aus Roland Koch einen Weltklassemanager gemacht haben.

Auf einmal hatte Herr Sarrazin Zeit, sein lang geplantes Buch zu schreiben, das dann so intensiv beworben wurde, das er neben all den Versorgungsansprüchen gegen Vater Staat auch noch ein nettes Sümmchen nebenbei einfahren konnte, um weiterhin gegen Schule, Beamte und Bürger wettern zu können.

Wenn ich nun mal sinniere: das könnte doch auch von langer Hand so geplant gewesen sein … ist das dann schon der Tabubereich? Jene Sphäre, über die man nicht spricht?

So wie Ägpyten. Da jubeln ja jetzt alle über die tolle Revolution und die tolle Demokratie. Doch was muß ich da in der Welt lesen?

Seit die Armee im Jahr 1952 die Monarchie stürzte, kamen alle Führer Ägyptens – Naguib, Nasser, Sadat, Mubarak – aus der Armee.

Also hat sich doch in Ägypten eigentlich nichts geändert. Praktisch. Warum habe ich mir also jetzt tagelang den Demokratiejubel der deutschen Medien angetan? Oder, anders gefragt: wer hat entschieden, das über die Vorfälle in Ägypten auf diese Art und Weise berichtet wird?

Kommt man auf der Suche nach den „Entscheidern“ in diesem Land möglicherweise in Gebiete, wo die Repräsentanten des Volkes soviel Macht haben wie Mubarak … und ebenso leicht entfernt werden können, wenn ihre Zeit abgelaufen ist? Wäre schlecht für eine „repräsentative Demokratie“. Dann würden Amtsträger zu Pappkameraden.

Entscheidungen fallen jetzt auch im Wirtschaftsbereich. Die deutsche Börse löst sich auf … und zahlt in Zukunft woanders Steuern. Das wird so nicht kommuniziert … sieht aber laut Welt praktisch so aus:

Allerdings zeichnet sich immer klarer ab, wie der neue Börsenriese aussehen wird: Er soll die Rechtsform einer Europäischen Aktiengesellschaft (SE) oder eine niederländische NV haben. Als Firmensitz der Holding-Gesellschaft haben sich die Beteiligten den Angaben zufolge auf Amsterdam verständigt.

Hört sich doch so an, als ob Deutschland wieder einen guten Steuerzahler verliert, oder? Ist auch – denke ich – kein gutes Zeichen für die Bürger der USA, das sie ihre traditionsreiche Börse jetzt in Amsterdam wiederfinden. Und wo die großen Steuerzahler das Land verlassen, das sie groß gemacht hat, müssen andere wieder die Lasten tragen, damit der Sarrazin genug Geld zum Bücherschreiben hat – wieder in der Welt:

Schlechte Nachrichten für Millionen Bürger: Viele hoch verschuldete Städte und Gemeinden drehen trotz des Aufschwungs in den nächsten Monaten an der Kostenschraube. 86 Prozent der Kommunen wollen im laufenden Jahr Steuern und Gebühren erhöhen. Das geht aus einer neuen Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young hervor, die 300 Kommunen befragt hatte. Mehr als jede zweite Kommune (55 Prozent) plant, Leistungen zu reduzieren oder abzuschaffen, etwa bei der Straßenbeleuchtung oder der Kinder- und Seniorenbetreuung.

Somit ist heute der Tag an dem man sagen kann: in Deutschland gehen die Lichter aus – dank Politik und Wirtschaft.

Bleibt nur die Frage: gibt es da … „Entscheider“?

In Ägypten merkt man gerade, das es welche gibt. Die Demokratie … scheint schon vorbei, siehe Spiegel:

Das Militär will die letzten verbliebenen Demonstranten vom Tahrir-Platz in Kairo vertreiben. Die wollen aber erst gehen, wenn das Parlament aufgelöst ist. Es gab erste Rangeleien. Hunderte neue Demonstranten strömen zu ihrer Unterstützung auf den Platz.

Falls sie allerdings Glück haben, bekommen sie eine Demokratie wie wir. Dann können sie sich auf eine Zukunft freuen, in der das Geld für Kinder, Senioren und Straßenbeleuchtung fehlt.



Deutschland 2011: absahnen, abhauen oder … Vollnarkose

Wir werden etwas ändern müssen. Was heißt „etwas“ – wir müßten alles ändern. Unsere gesamte Wirtschaftsordnung hat ihr endgültiges Ende erreicht. Wer etwas von Wirtschaft versteht, hat deshalb nur noch eins im Sinn (und das schon seit zwanzig Jahren): absahnen und abhauen. So hieß mal ein Buch von Günther Ogger, hier bei Buchfreund.de:

Ogger zeigt, dass uns eine verfehlte Wirtschafts- und Sozialpolitik in eine Situation gebracht hat, in der Veränderungen dringend notwendig sind, aber kaum versucht werden. Er sieht eine in zwei ungleiche Klassen gespaltene Gesellschaft auf uns zukommen: einige wenige Reiche stehen einer großen Zahl Geringverdienender gegenüber. Eine Konstellation, die enormen Zündstoff birgt und so bisher in der Bundesrepublik unbekannt war. Und unser System der behördlichen Überregulierungen, der viel zu weit gehenden Sozialhilfe und der in alten Ideen verharrenden Interessengruppen tut wenig, um das alles zu ändern. Als Vorbild führt Ogger das seiner Meinung nach besser funktionierende System der USA an. Dort ist es zu Wirtschaftswachstum und nahezu Vollbeschäftigung gekommen, während hier die Situation immer schwieriger wird.

Das war 1999, als Menschen wie Ogger den Neoliberalismus als großen Ausweg aus der finanziellen Misere predigten. 2010 dürfte auch Günther Ogger klar geworden sein, das sein Vorbild USA samt Heilsbotschaft des Neoliberalismus nur ein weiterer Weg in die Sackgasse war, denn die haben laut Welt ganz andere Probleme:

Es ist ein dramatischer Appell: US-Finanzminister Timothy Geithner hat die Abgeordneten des US-Kongress mit drastischen Worten gewarnt, dass die USA kurz vor der Zahlungsunfähigkeit stehe. Das Land könne bereits vor April die gesetzliche festgelegte Staatschulden-Obergrenze erreichen. Dann seien die USA zahlungsunfähig – mit dramatischen Folgen: „Selbst ein kurzfristiger Ausfall hätte katastrophale wirtschaftliche Konsequenzen, die jahrzehntelang zu spüren wären“, schrieb Geithner in einem Brief an den Senat.

Nun – auch hier fabulieren jetzt noch die Politiker vom Wirtschaftswachstum und vom Aufschwung, währenddessen sogar das ZDF einfach und plastisch aufzeigt, wie Deutschlands Zukunft aussieht, wenn wir nichts ändern, wieder Welt:

Aktuelle Studien prophezeien Deutschland schwere Zeiten: Mit einem prognostizierten Rentneranteil von 46,2 Prozent wird die deutsche Bevölkerung im Jahr 2030 die älteste in Europa sein. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ein durchschnittlicher Arbeitnehmer 37 Jahre lang in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen muss, um eine Altersversorgung auf Sozialhilfeniveau zu erreichen. Der Gesellschaft drohen dadurch einschneidende Risse.

Davon geht zumindest diese ernüchternde ZDF-Doku-Fiction aus, die nach Angaben des Senders auf aktuellen Forschungsergebnissen basiert. Mit jeder Minute des Films zeichnet sich ein immer trüberes Gesellschaftsbild ab.

Die Optik trägt nachhaltig zu diesem Eindruck bei. Es werden Elendsviertel gezeigt, die an die Nachkriegszeit erinnern. In Lumpen gehüllte Gestalten humpeln durch die Straßen, ziehen klapprige Bollerwagen hinter sich her.

Und das wirklich verblüffende ist – in der gleichen Zeitung finde ich eine Analyse der Ursachen der Entwicklung, also nochmal Welt:

Dieser schon vor langer Zeit begonnene Prozess beschleunigte sich mit der Industrialisierung, die nicht nur Wirtschaftswachstum und materielle Wohlstandsmehrung, sondern auch deren Kosten seit Mitte des 20.Jahrhunderts fast buchstäblich explodieren ließ.

Letztere bestehen jetzt nicht mehr nur aus abgearbeiteten Menschen, überbeanspruchten Feldern und Weidegründen und der einen oder anderen ausgebeuteten Erzmine. Nunmehr wird ein beispielloser Raubbau an allen Ressourcen betrieben: Die Umwelt wird in nie da gewesener Weise mit den Schadstoffen der Güterproduktion befrachtet. Viele nicht menschliche Lebensformen werden ausgerottet. Und die Bevölkerung wird oft bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gefordert.

Einfach mal selber fragen: würde das Leben ohne Betäubungsmittel noch Spaß machen? Ohne Alkohol, Nikotin, Schokolade, Medikamente, Dauerberieselung durch Musik und TV? Wie wäre ein Test: einfach mal eine Woche versuchen, nur in der bundesdeutschen Alltagsrealität zu leben ohne täglichen Einsatz von Lebenskrücken und dann mal schauen, wie die Stimmung ist: das ist dann das reale echte Lebensgefühl der Alltagswirklichkeit ohne Drogen und Drogenersatzstoffe.

Ich habe Verständnis dafür, das jede Form von Betäubungsmittel momentan maximal ausgereizt wird. Das sehe ich wie Franz Weingartner, der Regisseur von Free Rainer, ebenfalls in der Welt:

Meiner Meinung nach wird Fernsehen als Betäubungsmittel verwendet. Die Leute standen tagsüber im harten kapitalistischen Wettkampf: mussten sich durchsetzen, hatten Angst um ihren Arbeitsplatz. Dann kommen sie abends nach Hause und verwenden die Glotze, um sich wegzubeamen, wie mit einer Droge.

Und dieses Betäubungsmittel läßt uns die unerträgliche Wirklichkeit ertragen … obwohl wir mit jeder Minute, die wir untätig vor dem Fernseher sitzen, genau zwangsläufig auf jene Zukunft zusteuern, vor denen uns das ZDF warnt. Wir wissen, das unsere Wirtschaftsordnung am Ende ist, genauso wie die Wirtschaftsordnung der USA. Wir merken jeden Tag, wie bescheiden unser Leben geworden ist, wie scharf-links bemerkt:

Fast 900 Tafeln versorgen die Armen und vormals Lohnabhängigen mit Lebensmitteln. Das Lob für die Tafeln ist überschwänglich, menschenwürdige Versorgung und bürgerliches Engagement haben scheinbar eine gute Verbindung gefunden. Aber: Die Blüte der Tafeln ist gleichzeitig der Niedergang des bröckelnden Sozialstaats.

Wir merken jeden Tag, das unser demokratisches System keine Problemlöser mehr befördert, sondern vor allem Absahner und Abgreifer, wieder aus der Welt:

Die Bundestagsabgeordneten sind 2010 so viel gereist wie nie zuvor. Für 2011 stehen ihnen noch ein paar Millionen Euro mehr für Dienstreisen zur Verfügung.

Währenddessen zeigen sich immer deutlicher die Schattenseiten der Aufschwungpropaganda, hier aus PR-Inside:

Der Traum von der Selbständigkeit ist groß. Wer ihn sich erfüllt, erhofft sich neben einem selbstbestimmten Leben ohne Chef und Vorgesetzte meist die finanzielle Unabhängigkeit. Leider sieht in der Bundesrepublik Deutschland die Realität anders aus. Immer mehr Selbständige, die durch eine Existenzgründung eigentlich der Arbeitslosigkeit und damit staatlichen, sozialen Zuwendungen entkommen wollten, sind darauf angewiesen ihren Lebensunterhalt mit Hartz IV aufzustocken. Im Jahre 2009 bezogen monatlich durchschnittlich etwa 114.000 Gewerbetreibende und Freiberufler Leistungen aus dem Arbeitslosengeld II. Die Zahl der sogenannten Aufstocker unter Männern und Frauen mit eigenem Gewerbe habe sich damit mehr als verdoppelt – Tendenz steigend, wie die Bundesagentur für Arbeit damals mitteilte. Kaum vorstellbar, dass das Ergebnis der hochgelobten Arbeitsmarktreformen ist.

Ein Armutsanstieg bei Selbständigen, den Helden und Motoren der freien Marktwirtschaft, um EINHUNDERT PROZENT. Und was macht die Presse? Das, was Regierung und Wirtschaft verlangen: vernebeln.

Nicht das öffentlich gelogen wird … aber lebenswichtige Informationen werden zwischen Katzenbergers Ausschnitt und Westerwelles Dauerwelle verstreut, so das alles zu einem ungenießbaren unverdaubaren Einheitsbrei wird, der, wenn man Pech hat, auch noch ganz gegensätzliche Informationen erhält um den Bürger völlig aus der Realität zu schießen. So melde Spiegel-online heute:

Mit drastischen Worten hat der amerikanische Finanzminister Geithner vor einer Staatspleite der USA gewarnt, dem Land drohten „katastrophale Schäden“. Auf den ersten Blick ein politisches Manöver. Doch es zeigt auch, wie schlecht es der Großmacht wirklich geht.

Und im nächsten Artikel:

Amerika steckt noch mitten in der Krise, doch langsam kommt die US-Konjunktur wieder in Fahrt.

Solche zweideutigen Botschaften können in der Kindererziehung zu schizophrenen Störungen führen. Vielleicht ist hier die Ursache dafür zu suchen, das psychische Krankheiten in Deutschland immer mehr zunehmen: es ist einfach nicht mehr auszuhalten.

Und so … ändern wir nichts und warten drauf, das das Nachrichtenchaos in reales Chaos übergeht, während jene, die es sich leisten können, das sinkende Schiff verlassen.



Pisa, Klima und Fachkräftemangel – alles Schwindel, aber die Wahrheit wird verhaftet

Ich gebe mir ja Mühe, auf dem Laufenden zu bleiben. In unserem kleinen Eifeltal würde man ja sonst auch nichts mitkriegen von der Welt – außer eben das Handwerksmeister keine Arbeit mehr bekommen, wenn sie erstmal vierzig sind, das Ingenieure 60 Stunden die Woche arbeiten müssen – bei sinkendem Einkommen, das die Schulwelt immer brutaler und sinnloser wird und auch sonst das Klima immer kälter.

Erst durch die Nachrichten habe ich erfahren, das das alles falsch ist. Nachrichten und Zeitungen haben mich darüber aufgeklärt, das alte Leute superprima Arbeit kriegen – überall, für ganz viel Geld. Manche erhalten sogar einen ganzen Euro – für nur eine Stunde Arbeit! Gut, Schüler werden immer blöder (das konnte man aber auch vor Ort merken), besonders die Unterschichtsschüler, die man in vornehmen SPD-Deutsch Prekariat nennt, taugen für nichts, erst recht nicht, wenn da irgendwo ein Opa keinen Ariernachweis hat. Na, und dann habe ich auch mühevoll gelernt, das wir Klimakatastrophe haben, die wir den Rindern und den Autos zu verdanken haben (schlimmer sind zwar Flugzeuge und Kreuzfahrtschiffe, aber über diese Kategorien wird selten geredet, weil dem Deutschen Urlaub wichtiger als als das Überleben).

Ich fand, ich war auf der Höhe der Zeit – obwohl hier vor Ort die Winter wieder schlimmer werden und ich mit Nachbarn schlecht über die Klimakatastrophe reden kann. Die Flüche, die früh morgens durchs Tal hallen und ungebremste Freude über neu gefallene Schneemassen zum Ausdruck bringen, sprechen eine eigene Sprache und die Aktzeptanz für amtliche Nachrichtenwahrheiten sinkt in diesen Momenten stark.

Heute morgen habe ich – nach dem üblichen Schneeschaufeln – wieder mal in die Nachrichtenwelt geschaut. Die „Welt“ erregt da immer meine erste Aufmerksamkeit, weil ich bei diesem konservativen Blatt oft interessante Dinge finde – wie auch heute.

Dass Deutschland heute besser dasteht als vor zehn Jahren, verdankt es vor allem den eigentlich schwächeren Schülern und den Kindern von Migranten. Die Abstände im Kompetenzniveau zwischen Angehörigen höherer und niedrigerer sozialer Schichten haben sich reduziert. Und zwar nicht, weil die Kinder aus Akademikerhaushalten schlechter geworden wären, sondern weil die übrigen besser geworden sind. Der Abstand ist zwar nach wie vor eklatant, Chancengerechtigkeit bleibt die vorderdringlichste Aufgabe. Doch stimmt die Tendenz hoffnungsvoll.

Da haben die Aussortierten ja mal richtig zugelegt….und damit die Sarrazinaden des Sommers widerlegt. Das ließe natürlich große Hoffnung aufkeimen – der besser gebildete Nachwuchs könnte uns ja bei einem sehr gravierenden gesellschaftlichen Problem helfen: dem Fachkräftemangel.

Der jedoch löst sich – jedenfalls in der Welt – pünktlich zur Pisa-Studie in Luft auf:

Deutschland fehlen angeblich Tausende Fachkräfte. Dabei suchen viele verzweifelt einen Job – und scheitern am Perfektionismus der Firmen.

Die Firmen suchen die eierlegende Wollmilchsau, die schon immer der Liebling der Personalchefs war. Aber so langsam kommen Nachrichten und Wirklichkeit wieder zusammen – jedenfalls in meinem kleinen Eifeltal. Nach wie vor kann man die Behauptung nicht widerlegen,  das die Grundschule im Nachbarort nach Einkommen aussortiert (was zum Ende des vierten Schuljahres zu steigendem Umsatz in der Luxusklamottenbranche führt, um das Kind gymnasialfähig zu halten), nach wie vor ist es in Ordnung, das fünfzigjähre Ingenieure keine Arbeit finden – liegt am System, nicht an der Person, da braucht man nicht zu verzweifeln.

Nun warte ich nur noch auf die Nachricht, das die Klimakatastrophe auch offiziell im Papierkorb gelandet ist – was Schade wäre. So ein bischen Erderwärmung täte uns hier vor Ort gerade ganz gut. Plus zwei Grad wäre schon ganz Klasse.  Wenn ich mir allerdings die Dynamik in Cancun anschaue (soll ja einen schönen Badestrand haben, das Dorf), dann gehe ich nicht davon aus, das die Regierungsvertreter das Problem „Klimawandel“ sonderlich ernst nehmen. Man traut sich wohl nur noch nicht so ganz, zuzugeben, das das auch ein großer Joke war, weil man mit diesem Mythos gerade wieder viel Geld machen kann. Und ohne diesen Mythos wäre man jetzt im eingeschneiten Deutschland anstatt in Cancun am Strand, wo man mit Temperaturen bis 28 Grad rechnen kann. Kein Wunder, das die nicht in der Eifel tagen … wäre gerade eine ganz schlechte Kulisse für Mythen über die globale Erwärmung.

Nun – wenigstens hat man jetzt diesen Wikileaks-Hauptquerulanten gefaßt. Das ist schon mal ein Fortschritt. Der hat mit seinen Veröffentlichungen ja die ganze fein staatsbürgerliche verantwortlich handelnde Medienwelt durcheinandergebracht, in dem er Notizen aus der politischen Wirklichkeit veröffentlichte. Wenn der erstmal weg ist, dann können sich die honorierten Medien wieder voll und ganz darauf konzentrieren, endlich wieder eine gemeinsame Wahrheit zu formulieren, die allen – und vor allem der Wirtschaft – nützt und Freude bereitet.

Nachrichtenspiegel-online, der Eifelphilosoph und das Fernsehen: über Blogger und Journalisten

Ich bin – persönlich – gerührt und dankbar für die Einladung von  Medienvertretern, persönlich im Fernsehen auftreten zu sollen … erst recht wenn es der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist.  Dankbar vor allem, weil es mich dazu genötigt hat, mir wieder einmal grundsätzliche Gedanken zu machen über unser Bloggermagazin und welche Stellung wir eigentlich in der Welt einnehmen sollten.

Sinn des Nachrichtenspiegel-online ist, eine Reflexion von  Nachrichten vorzunehmen. Ich persönlich ziehe einen großen Nutzen aus „alternativen“ Medien. Ich folge nicht sklavisch den Verschwörungstheorien, die dort kursieren, nehme aber ihre Gedankenansätze interessiert wahr, weil ich mir über die Unfreiheit des klassischen Journalismus in der Welt der Korporatokratie im Klaren bin, nur halt nicht im jeden Moment berechnen kann, welche Rücksicht bei der Formulierung der Nachricht gerade genommen wurde oder in welche Richtung mich der Lotse gerne schicken würde. Ich selbst würde dort wohl auch nicht freier schreiben – weiß aber andererseits auch, das die Formulierung alternativer Positionen zur eigenen politischen Willensbildung wichtig ist.

Im Rahmen von Managerschulungen habe ich sogar mal die Nützlichkeit von „Tarotkarten“ und ihren Legesystemen in dieser Hinsicht herausgestellt … nicht, das die dort gelegten differenzierten Informationsmuster die Zukunft oder verborgene Wahrheiten enthüllen – aber sie fordern einen selbst zu einer deutlichen Stellungnahme heraus … zu einer deutlichen begründeten Absage zu den angedeuteten Tendenzen hinsichtlich der Entwicklung der Gesellschaft, des eigenen Lebens und der politischen Wirklichkeit oder aber zu einer begründeten Zustimmung.

Insofern bleibe ich auch relativ ungerührt durch Nachrichten, die weit über den Tellerrand hinausgehen, horche aber in diesem Bereich gerne hinein, weil UFO-Nazis in der Antarktis einen gedanklich genauso herausfordern wie die willkürlichen Legemuster von Tarotsystemen.

Geschult in den Gedankenwelten des Rationalismus (der angeblich die Grundlage unserer westlichen Zivilisation ist) kenne ich die Begrenztheit dieses Systems – das sich ansonsten als unbegrenzt wahrheitsfindend präsentiert – sehr gut, ebenso wie die Möglichkeit, dieses System jeder beliebigen Wahrheit unterzuordnen.

Rational kann ich die Existenz von Totengeistern in Bielefeld ebenso beweisen wie die Tatsache, das es diese Stadt gar nicht gibt.

„Verschwörungstheorien“ als solche spielen gerade mit dieser Schwäche des Rationalismus, der nämlich einfach als solcher wirklich alles beweisen kann – auch die UFO-Nazis in der Arktis, die ja nicht als empirische Beobachtung in den Geschichtenkreis der Welt getreten sind sondern als rationale Schlußfolgerung (mit großen Fehlern in der Beweisführung, nebenbei bemerkt – was bei „Nazi-Ufos“ nicht weiter verwundern sollte).

Darum ist der Leitfaden der Wirtschaft – „even the worsest case“ – (eine Frage, der man sich im Prinzip als Bürger bei jeder Kreditaufnahme stellen muß oder von der Bank gestellt kriegen sollte) auch im Nachrichtengeschäft sinnvoll angewendet, zumal der nachrichtenverzerrende Charakter resultierend aus der umfangreich nötigen Rücksichtnahmen bekannt ist und gerade jetzt durch Wikileaks besonders an die Oberfläche und ins Bewusstsein tritt – einfach  nur weil die umfängliche Rücksichtnahme  hier mal ausgelassen wurde.

Die Blogger, die sich hier in diesem Bloggermagazin versammelt haben, sind sich – so mein Eindruck – dieser Tatsache bewußt. Wir kennen uns kaum persönlich und waren weitgehend auch die Anonymität untereinander, wir sind mit Sicherheit politisch nicht einer Meinung noch eignen wir uns persönlich dazu, brüderlich grölend durch Innenstädte zu ziehen, aber wir haben eine erkennbare Gemeinsamkeit: eine kritische Distanz zu den Informationen des bezahlten Medienbetriebs.

Würden wir bereit stehen, im Fernsehen oder Zeitungen aufzutreten und in Folge persönlichen Kontakt zu den Menschen zu knüpfen, deren Nachrichten wir kritisch spiegeln, so würde das unsere Perspektive automatisch verzerren. Im Rahmen der Pharmaindustrie habe ich gelernt, das der persönliche Kontakt das entscheidende Instrument zur Manipulation von Ärzten ist – nicht nur die geschönte Botschaft. Aus diesen Gründen wäre für uns als Blogger der „Bundespresseball“ und ebenso alle anderen gesellschaftlich einbindenden (und in letzter Konsequenz verpflichtenden) Auftritte Gift für unseren Job, den wir nur dann gut machen können, wenn wir selber so weit draußen wie möglich bleiben. Insofern – um bei dem Beispiel zu bleiben – sind wir wie jene (selten anzutreffenden) Ärzte, die jeden Kontakt zu Pharmareferenten ablehnen, um ihre Unabhängigkeit absolut sicher zu stellen.

Und darum wird es einen „Eifelphilosophen“ nie im Fernsehen geben dürfen – würde man ihn dort sehen, wäre er sofort sinnlos.

„Wer zahlt, befiehlt“ … und wer mich einlädt, Flug, Unterkunft und Essen bezahlt, könnte auf die Idee kommen, mir Sichtweisen nahezulegen, die ihm selber nützen. Und ich als Mensch könnte – aus rein menschlichen Gründen – auf die Idee kommen, mich durch eine gewisse Gewogenheit dem edlen (und gutmeinenden) Spender gegenüber unkritischer zu verhalten.

Das darf nicht geschehen.

Aus den gleichen Gründen habe ich persönlich alle Kontakte zu Menschen einschlafen lassen, die im Medienbereich tätig sind – und achte auf begrenzte Anonymität, um nicht zufällig wiedergefunden zu werden. Die Rolle „Eifelphilosoph“ ist nicht kompatibel zu anderen Rollen – und sich absichtlich in Rollenkonflikte zu stürzen, bringt nur Magenschmerzen und keinen Nutzen.

Die geringen Kosten des Mediums Internet erlauben eine solche – arrogante – Haltung, die sich Menschen, die von dem Geschäft leben müssen, nicht leisten können. Letzteres darf – nebenbei bemerkt – aber nicht zu einer Verurteilung der Sold-Journalisten führen. Blogger – und andere „Graswurzel“- und „Bürgerjournalisten“ liefern nicht automatisch bessere Nachrichten. Sie können sich eine kritischere Distanz zu gelieferten Nachrichten erlauben, die dem journalistischen Söldner als Preis für die gute finanzielle Versorgung und den professionelleren Zugang zu Informationen abhanden gekommen ist.

Um sich diese kritische Distanz erlauben zu können, muß man diszipliniert Abstand wahren – von der Verführbarkeit durch Ruhm, Anerkennung, Ehre, Geld und „Quote“, denn das hat uns schon genug Unfug beschehrt – „wetten dass“?

Was dem Soldjournalisten vielleicht helfen könnte (und die Bloggerei nicht mehr als Bedrohung für den Job erscheinen läßt), ist die Vorstellung, das dieser Ort hier (wie andere auch) der Ort für unzensierte Leserbriefe ist – und somit ein Ort, an dem man authentischen Bürgern bei der Meinungsbildung zuschauen und sehen kann, was man mit seinen eigenen Nachrichten so anrichtet.

Insofern – sind wir eine logische Fortentwicklung der Nachrichtenwelt. Der reitende Barde wurde auch irgendwann überflüssig, als man vom Nachbarn durch die Zeitung erfahren konnte, was beim Fürsten nebenan so los war.  Der Barde selbst – der dadurch eine Festanstellung bekam, die ihm erlaubte, witterungsunabhängig zu arbeiten – war über die Entwicklung sicher nicht traurig. Hier … organisieren sich die Leser von Nachrichten – und ich möchte an dieser Stelle vor einer Entwicklung warnen, die sich mancherorts abzeichnet und in politischen Bloggern eine Konkurrenz sieht. Diese Entwicklung würde letztlich dazu führen, das man eine Zeitung noch kaufen (für sehr viel mehr Geld als bisher, wenn ich die Ansprüche des „Qualitätsjournalismus“ ernst nehme) aber auf gar keinen Fall mehr lesen soll – geschweige denn sich über das Gelesene Gedanken machen und darüber mit dem Nachbarn reden. In letzter Konsequenz … wäre dann auch der „Qualitätsjournalismus“ überflüssig und man könnte gewünschte Wahrheiten gleich durch das Innenministerium und die „Experten“ anordnen lassen, um ganz sicher zu gehen, das kein „geistiges Eigentum“ unrechtmäßig verteilt wird.

Wer das möchte … wird den Jugendmedienschutzstaatsvertrag als Waffe gegen die Leser mißbrauchen und so die demokratische Zivilgesellschaft weiter untergraben. Und er wird Wikileaks mit Gewalt ausrotten wollen … was ja – überraschenderweise (?) –  auch gerade passiert. Und weil das Folgen für alle hätte, findet man diesen Beitrag in der Kategorie „Politik“ und nicht in der Kategorie „Medien“.

Loveparade und Gangster – ihr seid unsterblich aber niemals satt … und der Sinn von Nachrichten

Es sind ja nun einige Menschen bei der Loveparade umgekommen. Da gibt es wieder großes Geschrei und viele viele Worte der Betroffenheit. Nüchterne Menschen fragen sich: warum? Die Zahl der an diesem Wochenende getöteten entspricht dem, was JEDES WOCHENENDE getötet wird.

Jedes Wochenende sterben ein- bis zwei Dutzend Menschen auf deutschen Straßen – nur ist das nie eine Zeile Wert…außer einmal im Jahr eine Statistik. VIERTAUSENDUNDFÜNF TOTE … das wäre mal eine Schlagzeile, die es aber nie geben wird. Früher waren das mal dreizehntausend im Jahr,  die im Dienste der Infrastruktur völlig überflüssigerweise ihr Leben liessen.  Heute freut man sich wie Bolle, das es so wenig sind und man auch dieses Thema bald zu den Akten legen darf.

Das Entsetzen über die Toten funktioniert im Prinzip auch nur, wenn die Menschen nie gelernt haben, das sie sterblich sind, wenn sie den in den Medien indirekt verbreitetem Mythos der eigenen Unsterblichkeit folgen.  Dieser Mythos wird selten direkt erwähnt (aber auch, z.B. bei denen, die es geschafft haben, denen, die sich mit ihrer Lebensleistung ein Denkmal gesetzt haben) aber unterliegt dem beständig überall verbreitetem Unsinn, das die Welt völlig in Ordnung ist, wir schon längst im Paradies leben, das wir beständig weiter verfeinern – mit I-Pods, Blue Ray und Push-up-BH´s.  Die Diagnose Krebs, morgen früh vom Hausarzt überreicht, macht diesem Traum ein schnelles Ende. und entlarvt mit einem Schlag die Lügen, die uns umgeben.

Im Alten Testament finden wir einen Begriff, den die Menschheit landauf landab kennt, einen Begriff, der nur in jenen Ländern verschwunden ist, in denen die Konsumkonzerne die absolute Lufthoheit in den Hirnen erreicht haben.  Dieser Begriff heißt: „Lebenssatt“.  Er bedeutet: soviel vom Leben gehabt zu haben, das man ruhig und friedlich sterben kann, weil es an der Zeit ist.  Manche konnten das schon mit vierzig, da gilt man heutzutage noch als junger Spund.  Heutzutage … ist es aber auch üblich, das man nicht genug vom Leben bekommen kann, weil die Qualität der Nahrung, die wir zu uns nehmen, so erbärmlich ist wie die Qualität der Leben, die wir leben: jedes Detail vorgeplant, jede Lebensäußerung normiert und standardisiert,  jedes Leben ein Fließbandprodukt, designt in den Zentralen der Großkonzerne, die bald auch noch bestimmen wollen, wie wir aussehen oder ob wir überhaupt wert sind geboren zu werden.

Der Tod wurde als störender Faktor aus unserem Leben verbannt. Ist man krank, kommt man ins Krankenhaus, damit das Leiden nicht öffentlich sichtbar wird, ist man alt, kommt man ins Altenheim, damit der Tod nicht öffentlich sichtbar wird,  ist man letztendlich tod, kommt man auf den Friedhof … weit draußen, außerhalb der Stadt, damit einen niemand sehen kann.  Tod und Sterben sind aus dem öffentlichen Raum verdrängt, umso unverschämter und aufdringlich von Gevatter Tod, wenn er sich auf einer Liebesparade blicken läßt.  Und das … genau das! … regt uns so auf.  Das der Tod so einfach den Mythos unserer Unsterblichkeit in einer ganz normalen alltäglichen Partysituation entlarvt, wo wir doch gerade auf Partys das absolute Recht haben uns um die Scheißrealität mal überhaupt nicht kümmern zu müssen.  Eigentlich sind wir bestrebt, das ganze Leben zur Party zu machen … und in den virtuellen Realitäten der Medien ist es ja auch schon so.

Wirtschaftskrise?

Nicht bei uns.

Verarmung?

Alle selbst schuld.

Kriegsgefahr?

So was gibt es nur im Fernsehen. Sowas war nie Realität noch wird es jemals Realität werden.

Klimakatastrophe?

Na ja, die scheint von Anfang an gelogen gewesen zu sein.

Kriminelle Verschwörungen?

Gibt es überhaupt ganz und gar nicht und es ist krank, böse und gemein überhaupt an so etwas zu denken, das ist therapiepflichtig und eigentlich sollte es auch strafbar sein.

Der Kuschelkokon des Wohlstandsbürgers darf nicht angetastet werden, sonst erschrecken die sich.

Für die Loveparade jedenfalls wird dieser Vorfall Konsequenzen haben. Ich schätze mal, folge ich dem Handelsblatt, dann war das die letzte Parade dieser Art:

„So stelle ich mir Krieg vor“

…und…

Petra Vennebusch, die als Videoreporterin vor Ort war, sagte im WDR, die Leute seien aggressiv geworden und hätten versucht, sich Zugang zum Loveparade-Gelände zu verschaffen. „Da war Ärger im Spiel“, sagte Vennebusch. „Viel Alkohol, viel Drogen.“ Die Polizisten seien teilweise überfordert gewesen.

Soll ich jetzt mal richtig fies werden und sagen: Das war von Anfang an geplant?

Es wäre ein Leichtes, daraus eine Verschwörungstheorie zu machen. Anders als bei 9/11, das ohne Verschwörung gar nicht denkbar ist, kann man sich hier sogar noch die Richtung aussuchen. Eine Massenpanik ist leicht erzeugt. Ein Schuss in der Menge, ein Messerstich … selbst ein einfacher Schrei kann genügen.  Und natürlich war das Gelände dann auch zuvor mit Absicht ausgesucht worden, weil der Tunnel eben die meisten Toten versprach.

Die WELT stellt ein solches Denken jetzt als Beispielhaft dar. In einem neuen Artikel berichtet sie darüber, was Manager von Gangstern lernen können.

Gangsterbosse haben ein deutlich größeres Verständnis dafür, dass alle Krisen von den Menschen gemacht sind, die an dem System beteiligt sind. Umso sorgfältiger sorgen sie personaltechnisch vor und umso sorgfältiger beobachten sie die Wettbewerber. Da sie ständig auf überraschend entstehende Krisen eingestellt sind, verstehen sie es einfach besser, im konkreten Fall Teams zu bilden und dagegen vorzugehen. Und wie wichtig ein gutes Risiko- und Krisenmanagement ist, haben wir ja gerade in der jüngsten Wirtschafts- und Finanzkrise gesehen.

Vielleicht sollten wir Gangsterbosse an die Spitze unseres Landes stellen. Menschen, die der Denkmöglichkeit Raum geben, das es Menschen gibt, die Böses planen und ausführen können.  Ich denke ja sowieso, die Zukunft eher den Gangs als der Revolution gehört.  Revolution braucht Intelligenz, Wissen, Träume und Führer – und das alles zur gleichen Zeit. Gangs brauchen viel weniger davon. Und für uns bieten sie zudem noch Vorteile:

Tatsächlich haben die meisten Gangs – wie die meisten Unternehmen – eine Organisationsstruktur mit Arbeitern, die auf Basis von Mindestlöhnen bezahlt werden, einem mittleren Management und einem Vorstand, der das große Geld macht. Und um seine Mitarbeiter zu Höchstleistungen zu animieren, setzt der Gangsterboss ebenso wie gute Firmenchefs unter anderem auf Boni und andere Leistungsanreize.

Denen geht es doch besser als bei der ARGE, oder? Mindestlöhne kontra Ein-Euro-Job. Boni bei guter Leistung….das ist was Anderes als …Bürgerarbeit.

Außerdem fördert der Untergrund eine ganz besonders wichtige menschiche Ressource,  die das Leben selbst erst lebenswert macht: die Aufmerksamkeit:

WELT ONLINE: Würden Sie so weit gehen, dass die psychologischen Fähigkeiten von Gangsterbossen wie J.T., der rund 250 Crackdealern vorstand, bisweilen deutlich höher sind als die der meisten Vorstandschefs?

Venkatesh: Zum Teil trifft das sicher zu, ja. Allein weil im Untergrund ständig Gefahren lauern, auch scheinbare Freunde oder loyale Mitarbeiter sich plötzlich als falsch entpuppen können, muss ein Gangsterboss qua Bestimmung seine Leute kontinuierlich beobachten und jede, auch emotionale Veränderung seismografisch mitschneiden. Davon kann man lernen. Um sich gegen die durchaus beinharte Konkurrenz in der Szene auseinanderzusetzen, ist ein Gangleader zudem ständig dabei, das Potenzial seiner Gangmitglieder abzuchecken – die Besten zu fördern, allerdings auch die Schlechten auszusortieren. Das tun zwar auch Unternehmen, aber oft nicht so kompromisslos wie Manager im Untergrund.

Die wissen nicht nur, das sie sterblich sind, die kriegen das auch mit und glauben daran. Deshalb ist ihr Leben intensiver.

Muß man heutzutage nun wirklich Gangster werden, um Mindestlöhne und fähige Chefs erhalten zu können?

Wir werden es sehen. Mit der Geschwindigkeit, mit der sich das kriminelle Kapital in die Wirtschaft einbringt, werden wir bald alle neue Chefs haben….jetzt schon im Hintergrund, aber bald auch deutlich erkennbar im Vordergrund. Das ist dann eine Entwicklung wie in der SPD: auf einmal gab es Hartz IV und die Meisten waren völlig von der Rolle, während andere die Entwicklung schon vorher gesehen haben.

Das ist ja der Grund, weshalb es Nachrichten gibt, damit auch wir Bürger schon im Vorfeld Veränderungen seismografisch mitschneiden können.

Nur deshalb brauchen uns Nachrichten zu interessieren. Deshalb wäre es eine unglaubliche Entlastung, wenn es einen Ort gäbe, wo Nachrichten auf ihren Gehalt hin destilliert werden und nur noch jene zu uns kommen, die Bedeutung haben. Dann würden wir allerdings niemals von Toten bei der Loveparade in Duisburg erfahren – es sei denn, wie wohnen da und müssen aufräumen.

Nachrichtendienstliche Unterwanderung der Bloggerszene?

Es gibt ja Dinge, an die denke ich überhaupt nicht. Erst recht nicht, weil ich ja weiß, das ich in einer freiheitlichen, demokratischen Republik lebe, wo jeder seine Meinung sagen kann – was ich ja auch ausgiebig tue. Doch jetzt bin ich durch Zufall auf etwas gestoßen, was ich nicht uninteressant finde – die Frage, ob es in der Tat Aktivisten geben könnte, die versuchen, die alternative Medienwelt von Blogs zu unterwandern.

Anlaß der Gedanken war unter anderem der Eifelphilosoph selber, bzw. gewisse Ereignisse, in die ich verstrickt war:

http://www.mein-parteibuch.com/blog/2009/10/30/wie-die-amsel-das-parteibuch-fuer-rechtsextremismus-zu-gewinnen-versuchte/

So hat der beispielsweise der bis kurz zuvor auch zum “Partnernetzwerk” gehörende Eifelphilosoph am 12.07.2009 den Beitrag “Deutschnationale Offensive bei Blogverbund Saarbreaker?” veröffentlicht. Teile des Netzwerkes wehrten sich gegen die Kritik gemeinsam. Womblog und Julie veröffentlichten beispielsweise eine Gegendarstellung von Hans-D. Ziran dazu und erklärte gar, sie möchte “zum Schutze unseres gesamten Netzwerkes keine Verlinkungen mehr zum Eifelphilosophen” haben. Auch wurde der Eifelphilosoph unter Druck gesetzt, seine Beiträge zu löschen, weil er den “Bloggerverbund” diffamiere. Wer sagt, was er über die “deutschnationale” Propaganda von Moltaweto denkt, muss also anscheinend damit rechnen, juristisch angegangen zu werden. Wir schätzen uns glücklich, dass der Eifelphilosoph seitdem durch den Parteibuch Ticker läuft.

In der Tat … das wurde mir da sehr unheimlich. Und bis zum heutigen Tage fehlt es mir da an Logik, zeigen doch die Autoren, das sie ansonsten in gesellschaftlichen und politischen Fragen sehr differenziert und analytisch denken können … dann jedoch aber in mancherlei Hinsicht merkwürdige Monströsitäten ablassen, wie z.B. die Frage der „deutschen Ostgebiete“ betreffend:

Danach folgt von Moltaweto eine ungeheure Lüge. Zitat Moltaweto: “Da es „auch“ in Kreisen seriöser Historiker und Völkerrechtler nicht bestritten werden kann, dass die seinerzeit erfolgte „Vereinnahmung der deutschen Ostgebiete“ durch die damals geltenden Rechtsnormen (s. o.) nicht gedeckt war, sollte es ein legitimer Vorschlag sein, diese endgültige Abklärung als Teil eines anzustrebenden Friedensvertrags vornehmen zu lassen.”

Wer die Monstrosität dieses Satzes nicht versteht, dem sei folgendes erklärt: Die “damals geltende Rechtsnorm” war die bedingungslose Kapitulation des deutschen Reiches. Das hat seinen Grund darin, dass es kurz zuvor einen von Deutschland verschuldeten Weltkrieg gab, bei dem Zig Millionen Menschen ermordet wurden. Dieer Krieg wurde geführt unter der Führerschaft der rechtsextremen Partei NSDAP, die sich die Rückgewinnung “verlorener deutscher Ostgebiete” auf die Fahnen geschrieben hatte und diese Forderung nach ihrer Machtergreifung unter anderem mit Druck für Volksabstimmungen vorantrieb. Die dazugehörende Parole “Heim ins Reich” war ein Kernbestandteil der nationalsozialistischen Ideologie und einer der wichtigsten Gründe für den 2. Weltkrieg.

Wie gut, das es mein Parteibuch gibt. Und wie gut, das ich auf diese Artikel gestoßen bin. Sie regen an, einfach mal einen Perspektivwechsel vorzunehmen. Es wurmt mich nämlich immer noch, das ich nicht verstehe, wie man so kritiklos und anstandslos rechtsextreme Parolen vertreten kann und damit versucht, die gesamte alternative Nachrichtenszene in den rechtsnationalen Sumpf zu ziehen.

Eine Analyse er in weiträumigen Geschwafel verteilten rechtsextremen Positionen findet man hier:

http://kritische-massen.over-blog.de/article-amsel-ick-hoer-dir-trapsen-37849981.html

Jeder, der seinen Deutschkursus in der Hauptschule erfolgreich abgeschlossen hat, kann das verstehen – aber nicht jeder bringt den Mut auf, 28 Seiten Gechwafel durchzublättern. Wer es macht, hört den Führer im Stechschritt auf die deutsche Bloggerszene zumarschieren.

Hören wir nochmal das Parteibuch:

Mein Parteibuch hat inzwischen einen Grundlagenartikel zum Thema nachrichtendienstliche Unterwanderung veröffentlicht, in dem als Methode zur Erkennung nachrichtendienstlicher Unterwanderungsversuche die Methode die Analyse von Positionen und der Diskussionskultur vorgeschlagen wurde. Inzwischen ist das Bild auch beim Blog Moltaweto deutlicher geworden. Nicht nur Mein Parteibuch ist es aufgefallen, dass Hans-D. Ziran öffentlich und insbesondere im linken Spektrum für Positionen wirbt, deren Natur – freundlich formuliert – “deutschnational” ist. Das ist verwunderlich, denn Moltaweto hat sich in die von Frank Benedikt initiierte Liste “100 Blogs für die Linke” aufnehmen lassen.

Und ich muß sagen … so langsam macht das Sinn. Es wäre unangenehm, sich vorstellen zu müssen, das es
Kräfte gibt, die weite, unkritische Kreise der alternativen Nachrichtenszene in den braunen Sumpf ziehen wollen – einfach nur, um ihre Glaubwürdigkeit zu diskreditieren.

Aber eine solche Deutung der Vorkommnisse hat eine höhere Wahrscheinlichkeit als die Vorstellung, das es sich hier um einen geschickten Versuch von deutschnationalen, revanchistischen Kreisen handelt, mehr Menschen in ihre Reihen zu bekommen.

Warum?

Weil die denkbaren Kreise irgendwann ihre Maske fallen lassen müßten. Irgendwann müßte dem Geschwafel
Taten folgen … und die wären dann klarer erkennbar und würden viele, die jetzt noch stolz im angeblichen Kampf gegen die Ungerechtigkeit der Agenda 2010 gemeinsame Sache mit den dubiosen Subjekten machen, die Augen öffnen. Für intelligente Menschen ein letztendlich sinnloser Versuch der Mitgliederwerbung … es sei denn, man hat lediglich vor, die sich anbahnende Menschenrechtsbewegung in der Bundesrepublik als fünfte Kolonne der NPD zu diskreditieren. Dies wäre in der Tat ein schwerer Schlag für alternative Medien in den Augen der Öffentlichkeit.

Natürlich ist die fünfte Kolonne des Führers auch im Internet unterwegs. Aber sie arbeiten auf ein Ziel hin. Selbst wenn sie geschickt auftreten, haben sie ihr Ziel fest im Auge, für sie würde es keinen Sinn machen, unter Linken zu werben – auch nicht verdeckt. Denn wenn der Tag der Machtergreifung kommt (und den sehnen sie ja herbei, das ist ein fester strategischer Bestandteil ihres Denkens) hätten sie viele
unberechenbare Zeitgenossen in ihren Reihen. „Die Reihen fest geschlossen“ könnte man dann im entscheidenden Moment vergessen. Das riskiert noch nicht mal der dümmste Neonazi … denn dann kann man die ganze Aktion auch gleich sein lassen.

Es muß auch noch nichtmal ein Nachrichtendienst sein, der solche Aktionen startet (an so etwas zu denken, wäre mir auch unheimlich, darüber hinaus erlaube ich mir mometan noch die Naivität, die Blogwelt für
relativ unwichtig zu halten – da kann ich mich aber irren), es mag auch ein Medienkonzern dahinterstecken, der prophylaktisch mögliche Konkurrenz der Zukunft elilminiert, in dem er sie mit geschickt verklausulierten deutschnationalen bis klar faschistoiden Gedankengut verseucht um dann zu einem gewissen besonders günstigen Zeitpunkt mit der großen Keule auszuholen und alle Kritiker mit einem Schlag mundtot zu machen, weil sei gemeinsame Sache mit Leuten machen, die wieder Krieg gegen Polen führen wollen um die deutschen Ostgebiete zurück zu bekommen (und das wäre die letzte Konsequenz, zu der man bereit sein müßte, wenn man den Ausführungen der Agenten folgt).

So etwas wäre sehr plausibel.

Es muß nicht wahr sein, aber … möglich und denkbar wäre es. Gut auf jeden Fall, das ich nicht mehr in diesem unheimlichen Boot sitze.

Und gut das es Leute wie das Parteibuch und Sepp Aigner gibt, die ein waches Auge und einen kritischen Geist haben und denen nicht auf den Leim gehen. Bleibt nur zu wünschen, das mehr Leute in dieser Hinsicht wach werden, bevor man sie aufruft, nach Polen einzumarschieren um das deutsche Reich in den Grenzen von 1937 wieder zu errichten. Ich denke, manche würden ziemlich blöde dreinschauen, wenn sie wüßten, wohin die Reise geht …

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