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Star Wars … das Ende der Macht

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Montag, 11.1.2016. Eifel. Lang ist´s her, dass ein junger Eifelphilosoph ins Kino ging – nur um Zeit zu überbrücken – und sich einem seltsamen Machwerk gegenüber sah: „Star Wars“ hies der Film. Um Gottes Willen, dachte ich – damals noch strenger Atheist – was ist das für ein Schund. Dabei war ich doch gerade so begeistert von der Entfaltung der demokratischen Zivilgesellschaft, die ich erleben durfte: wohin man schaute bildeten sich Bürgerinitiativen zu allen erdenkbaren Zwecken: die Republik hatte endlich das dunkle Imperium und seine Diener hinter sich gelassen, erprobte neue Arten des Zusammenlebens, neue Arten der Gestaltung der politischen Mitwirkung und neue Perpektiven der Lebensqualität … und dann das. Ein Märchen. Dann auch noch eins mit sehr bekannten, altehrwürdigen Schauspielern – aber sonst? Was hatte das mit Science Fiction zu tun? Sicher – positiv zu bemerken war: endlich sah auch in der Zukunft alles gebraucht aus – in der Zukunft, oder in einer längst vergangenen Zeit weit weit weg, was im Prinzip noch phantastischer war. Aber sonst? Die Raumschiffe machten lauten Krach im luftleeren Universum – man war erinnert an Filme aus den dreißiger Jahren, wo Realitäten noch jenseits der Physik spielten. Und dann die faschistische Symbolik: manche „Sturmtruppen“ trugen schlechte Kopien des Nazi-deutschen Mg 34, Darth Vader trug einen modifizierten deutschen Stahlhelm, seine Offiziere Uniformen, für die die Uniformen der Wehrmacht Pate gestanden hatten – oder die von Hugo Boss entworfenen SS-Trachten. Ansonsten: eine Prinzessin, ein alter Zauberer, ein Strahlemannheld, als böser Drache ein fieser Kunstmond – nach Jahrzehnten der Aufklärung waren Grimms Märchen wiedererstanden.

Ein Film, den man schnell vergessen sollte. War peinlich, in ihm gesehen zu werden.

Nur … er berührte die Herzen der Menschen. Ich verstand nicht, warum. Was ist eigentlich an einem blöden Märchen dran, dass die Menschen so faszinierte, dass man sogar Fortsetzungen drehte? Drehten alle wieder durch?

Nun – ich wurde älter, lernte dazu: vor allem jene Erkenntnis, dass Atheismus Urteile fällt, zu denen der Mensch gar nicht in der Lage ist – was prinzipiell auf ein Dogma hinweist … welches sich mit der Liebe zur Weisheit, der Philosophie, nicht vereinbaren läßt. Ich fing an, das Phänomen „Religion“ zu studieren, weil ich es nicht verstand … und näherte mich ihm von einer Seite mit großer Bodenhaftung: durch Märchen. Jung und Naiv wie ich war, dachte ich: ich fange mit den kleinen Göttern an, mit Elfen, Gnomen und Zwergen – und geriet prompt in eine wissenschaftlich abgesicherte Welt, in der diese Gestalten erlebbare Realität waren …. jedenfalls für ethnologische Feldforscher in Afrika. Es war die Zeit, als sich die Philosophie mit dem „Irrationalen“ auseinandersetzte – etwas, dass vom Imperium heute verboten wird, obwohl seine Führer und Trainer gerne darauf zurückgreifen.

Es war ein Hinweis darauf, dass sich unsere Gesellschaft ebenfalls ihre Mythen und Märchen schafft (bezog sich speziell auf die Beatles), der mich zurück zu George Lukas und seinen Märchen brachte … und zu der Erkenntnis, dass dieses Märchen aus einer gewissen Perspektive brandaktuell war. Während der Beschäftigung mit den „kleinen Geistern“ – auf dem Weg zum „Großen Geist“ – hatte ich mich in die „kleinen Religionen“ verliebt: die Religionen der einfachen Menschen, der Indianer, Schamanen und alten Tibetaner, der Griechen und Germanen, der Ägypter und Sumerer – kurzum in die Welt der Mythologie, jenen Geschichten, die so viel älter waren als die modernen Weltreligionen, die sich hemmungslos ihrer Erfahrungen und Weisheit bedienten. Ich merkte, dass unsere Art die Welt zu sehen – die moderne, angeblich aufgeklärte – eine sehr isolierte und in der Menschheitsgeschichte erstmalig vorgekommene Theorie war, eine, die aus der Sicht des Mythenforschers finsterste Mythen wahr werden ließ – als ob alle die Werke des Horrorautors Howard Phillip Lovecraft gelesen hätten und aus seinen finstersten Gottheiten den großen Urschlamm samt dem wahnsinnigen Zufall schufen, Begriffe, die im System des Atheismus die Position und Wirkung von Göttern eingenommen hatten. Es waren aber häßliche Götter – so häßlich und vernichtend wie das, was sie in der Welt anrichteten.

Auf einmal war ich wieder mitten drin in Star Wars, denn die Welt des Imperiums war unsere Welt, die Welt der Hierarchien und angeordenten Wahrheiten, der Einförmigkeit und Uniformität, die alle Herrschenden anstrebten, um den Überblick bewahren zu können. Es war das Geheimnis hinter allen Mythen und Märchen, dass sie große Geschichten durch die Zeiten transportierten – manchmal auch große Geschichten aus der Politik, die man aus Angst vor Verfolgung anders nicht erzählen konnte. Als Umweltaktivist nahm ich auch schon wahr, dass das Imperium (wir würden heute – im Sinne von Podemos – „die Kaste“ sagen) seine Versprechungen nicht wahr machte – im Gegenteil: die Umwelt wurde großflächig im Dienste der Technik vernichtet, wir sägten massiv an dem Baum, auf dem wir saßen.

Ich nahm wahr, dass die „Jedi-Ritter“ Vorfahren in der Welt der Sagen und Legenden hatten – und in der realen Welt des Schamanismus. Sie – diese keuschen Kriegermönche – erinnerten an die Dorfschamanen, die es weltweit gab – in verschiedenster Ausprägung. Ich denke: die Menschen … besser gesagt: ihr Instinkt … wurde von diesen Bildern angesprochen und man erinnerte sich an Zeiten, in denen die Welt für das Gemüt noch Heil war, in der „böse Geister“ für alles Unheil verantwortlich war …. und nicht der schlechte Mensch oder die böse Welt. Und gegen die bösen Geister, die Krankheit, Streitsucht, Krieg, Drogenmissbrauch und Lügen in die Welt brachten, gab es von der Natur selbst auserwählte Menschen, die als Heiler, Seher, Lehrer oder Geistkrieger mit den bösen Geistern rangen, sie vertrieben und so Heilung brachten – Jesus Christus war auch so einer. Star Wars – die Erinnerung an eine heile Welt, an eine Welt, die noch nicht aus den Fugen geraten war.

Warum heil? Nun – das Böse lag damals außerhalb des Menschen. War der böse Geist fort, der zu Missetaten anstiftete, konnte der Mensch wieder in der Gemeinschaft leben – man führte Krieg gegen böse Geister, nicht gegen böse Menschen. Heute ist das anders – und wir sehen an unseren Kriegen, welchen Preis wir dafür zahlen müssen. Und noch ein alter Traum steckte dahinter: der Traum vom guten König, der Traum von König Artus, der Traum der alten griechischen Philosophie, dass weltliche Macht mit Weisheit ausgeführt werden sollte – und nicht nur mit Effizienz und Gewalt.

Die Star Wars Saga wurde weiter erzählt, der böse Lord überwand die bösen Geister in sich selbst, rettete seinen Sohn und vernichtete den Imperator, die Republik konnte wieder erstarken, alles war gut.

Und dann änderte sich die Geschichte, ging weit in die Vergangenheit … und politisch präziser an die Gegenwart. Drei Spielfilme und gut hundert Zeichentrickfolgen lang wurde die Geschichte erzählt, wie die alte Republik durch böse Kräfte verändert wurde, wie aus einem kleinen, lieben Jungen ein böser, finsterer Lord wurde – durch Leid, Schmerz und Demütigungen. Ein kleines, menschliches Lehrstück, wie Menschen böse werden können – ohne ursächlich böse zu sein. Doch die Hintergrundgeschichte … entsprach der Zeit.

Die Republik – ein Bild der Gesellschaft des ewigen Friedens, der planetaren Zivilgesellschaft, die keine stehenden Heere kennt – wird von Konzernen zerstört. Bankenclan, Technologieunion, Handelsgilde haben sich verschworen, den demokratischen Zirkus zu beenden, der Kunden einfach zu viel Macht gab: große Geschäfte wurden versprochen … von dem, der später Imperator werden sollte. „Machtergreifung“ ist das Thema, ohne große Zaubertricks – aber durch viele Intrigen, Hinterhältigkeiten und ausgeklügelten Winkelzüge erobert sich eine einzelne Gestalt – unbemerkt von allen – die absolute Macht im Staate und rottet durch eine finstere Verschwörung mit einem Schlag alle Jedi-Schamanen aus, die so lange über den Frieden wachten. Doch nicht nur das: das Wissen um „die Macht“ (wir würden modern sagen: die Transzendenz … oder die Heiligkeit der Welt) wird ebenfalls ausgerottet. Die Welt … wird Maschine.

Wir kennen das – es ist unser Alltag. Auch unsere Schamanen wurden ausgerottet – bzw. ihre Kultur, weltweit. Wer von ihnen spricht – wie ich derzeit von den aktiven „Gesundbetern“ in der Eifel – wird massiv angegangen, weil er gegen die Ordnung verstößt. Anstelle einer kunterbunten, lebendigen Tradition des ewigen Lebens ist eine einförmige Kultur des ewigen Todes getreten, ein dunkler Kult. „Ewiger Tod“? Ja: das ist die Quintessenz des modernen Materialismus: auf ein kurzes Leben folgt ein ewiger Tod – die düsterste Vorstellung der Menschheitsgeschichte, durchgeboxt mit großer verbaler Gewalt … unter Ignoranz so mancher Fakten aus dem medizinischen Bereich.

Das war nun eine lange Vorrede, eine (viel zu kurze) Einführung in die mythischen Dimensionen eines modernen Märchens, das gar nicht so künstlich war, wie es erst erschien (siehe Star Wars):

„Genauso wie sich George Lucas bei der Entwicklung seines modernen Märchens bei einer Vielzahl antiker Quellen bedient hat, weist sein Einsatz gleich mehrerer Arten von Parallelismus darauf hin, dass er sich auch für die Struktur (oder Form) seiner Saga bei den Urahnen umgesehen hat.“

Doch jener George Lukas, der uns ein modernes Märchen erzählt hat, das uns half, uns als lebendige Wesen in einer modernen aber recht toten Welt zurecht zu finden, einem Märchen, das unserem Gemüt eine neue Hoffnung geben sollte, hat sein eigenes Imperium verkauft …. und es Disney gegeben, einem jener Konzerne, die … sagen wir mal: in Verdacht stehen, der Republik nicht wohlgesonnen zu sein – wie alle Konzerne. Was macht also der Konzern mit jenem Mythos, der über vier Jahrzehnte viele Menschen auf einen Pfad führte, der sie träumen ließ, dass es in der Wirklichkeit mehr Realitäten gibt als die Schulweisheit sich träumen läßt?

Als Teil des Imperiums verhält er sich auftragsgemäß und zerstört den Mythos.

Es hätte viele Möglichkeiten gegeben – und diese wurden von vielen freien Autoren auch genutzt – die Geschichte weiter zu erzählen: spannend, abenteuerlich, motivierend. Doch Disney wählte einen anderen Weg, der sich eher im Hintergrund abspielt … und jede Hoffnung vernichtet.

Der Film heißt „Das Erwachen der Macht“ – doch erzählt er eher das Ende der Macht. Nachdem man sechs Spielfilme lang mit dem Bösen gerungen und es niedergeworfen hat, ist es auf einmal wieder da: als unmenschliche Horrorgestalt auf einem riesigen Thron. „Widerstand ist zwecklos“ – so die Botschaft. Das Böse kommt immer wieder, es ist sinnlos, es zu bekämpfen – besser man arrangiert sich. Das erfährt auch der alte Held „Han Solo“, dessen Sohn ein Bösewicht geworden ist, der seinen rebellischen Vater ermordet. Das hat er nun davon, der alte Rebell. Es fehlt jede innere Logik – die zuvor so fein bedacht worden war – wo denn das Böse jetzt wieder herkommt. Musste es sich zuvor mühsam entwickeln, ist es jetzt einfach wieder da – ausgestattet mit einem ganzen Todesplaneten (wo vorher ein kleiner Mond reichte), der zwar auch zerstört wird, aber zuvor mit einem einzigen Schuss die ganze lästige Idee von einer Republik des ewigen Friedens zerstört. Ebenso schleichend die Botschaft, dass es gerade die mythischen Spinner sind, die das Böse lebendig halten: der neue böse Schüler der dunklen Seite wurde vom Helden der ersten Filme ausgebildet – einem Helden, der sich enttäuscht von der Welt und sich selbst zurückgezogen hat. Das hat er nun davon, der alte Rebell, dessen Schwester (bzw. „magischer“ Zwilling) immer noch in leitender Position für den Widerstand arbeitet (so, als wäre nichts geschehen) aber Mutter des neuen bösen Stahlhelmträgers, der „Exekutive“ der unbekannten Horrorgestalt ist.

Politische Paralellen zu unsere Welt? Gar keine mehr. Der erfolgreichste Film aller Zeiten vernichtet den Zauber der alten Filme, wird von einem sinngebenden Mythos zu albernem Klamauk und kunterbuntem Spektakel, das … „die Marke pflegt“. Das ist ganz im Sinne der „allgemeinen Kritik“, die beschlossen hatte, dass „Star-Wars-Fans“ geistig krank seien (bzw. einer Gehirnwäsche unterzogen wurden … siehe „Welt“): „gut aussehen und coole Dinge tun“ (so eine US-Moderatorin im zitierten Welt-Artikel) ist angesagt anstatt sich über die Machtergreifung der Konzerne, die Transzendenz der menschlichen Existenz oder „das Gute“, den Frieden und politische Intrigen Gedanken zu machen (dass dieses Subjekt der „Generation Doof“ Morddrohungen für ihre Aussagen bekam, kann ich nicht gut heißen – aber nachvollziehen: da sind Menschen sehr verletzt worden, die nach dem Guten streben – und einer besseren Welt; sowas ist aber nicht gern gesehen heutzutage).

Nun – George Lukas gefiel es auch nicht … war es doch auch einfach ein billiger Abklatsch einer zuvor schon billigen Geschichte (siehe Spiegel), doch nur einen Tag später entschuldigte er sich beim Imperium (siehe Spiegel): vielleicht war ihm klar geworden, mit wem er sich da gerade anlegte.

Auch wenn man die alten Geschichten nochmal erzählt, hat man viel Energie darauf verwendet, „die Macht“ zu Grabe zu tragen – und alle Hoffnung im Keim zu ersticken. Das passt zur Zeit … die ebenfalls alle Hoffnung auf Demokratie und einer Gesellschaft des ewigen Friedens aufgegeben hat, stattdessen „coole Dinge tut“ (was immer das sein mag – riecht nach Leibesübungen) oder „gut aussieht“.

Und währenddessen … wird die reale Welt immer dunkler, verläßt den Pfad der historischen Entwicklung, die die reine und praktische Vernunft vorgab, entfernt sich immer weiter von einer Gesellschaft des ewigen Friedens, die sie schon längst hätte sein sollen – immerhin hatten wir dafür vor 70 Jahren die Vereinten Nationen gegründet, unsere Form der „galaktischen Republik“. Es scheint, als ob eine böse Macht hinter den Kulissen wirkt, die den natürlichen Verlauf der Geschichte manipuliert, sie zurückdreht zu finsteren feudalen Zeiten, wo der Gutsherr noch allmächtig war … doch wir wollen mal nicht zu weit gehen mit unseren Gedanken, das gäbe Ärger mit dem Imperium und brächte uns auch den Verdacht ein, dass man uns einer Gehirnwäsche unterzogen hat.

Es reicht schon der rebellische Akt, diese Streitschrift unter die Rubrik „Politik“ zu stellen … das sei erstmal Widerstand genug.

 

 

 

 

Der dunkle Wahn der Veganer

Der dunkle Wahn der Veganer

Sonntag, 1.12.2013. Eifel. Der Tag, den die Kirche den Leibeigenenhaltern schon im Mittelalter geklaut hat, damit diese frei werden. Ja, ist euphemistisch formuliert – aber ich mag auch die Perspektive, die das Gute in der Welt sieht. Beruflich muss ich sie oft vernachlässigen, aber privat hält sie mich aufrecht – erst recht jetzt, wo wieder ein Papst versucht, den Kurs der ganzen Kirche zu ändern und so eine Milliarde Menschen in den Kampf gegen den alles verschlingenden Kapitalismus führt – und so meinen Pessimismus Lügen straft. Man wird sehen, ob er diesen Kurs überlebt – schon einmal verstarb ein Sozialreformer im Vatikan, die Todesursache ist ungeklärt, die Umstände enthalten allerlei Seltsamkeiten: die Macht der dunklen Seite ist groß, junger Jedi – erfuhr ich kürzlich aus Kindesmund.

Sie ist wirklich groß, dass kann ich nur bestätigen. Jedi mag es nicht geben, aber das Wirken eines dunklen Zeitgeistes können wir jederzeit erkennen. In Deutschland sitzt er unter anderem in Berlin, wo ganz offiziell der Thron des Teufels steht: der Pergamonaltar. Nun – auch wenn Sonntag ist, möchte ich heute nicht die Verirrungen deutscher Politik dem Wirken eines in Stein manifestierten Zeitgeistes zuschreiben – noch nicht. Vielmehr geht es mir um beunruhigende Worte, die ich an diesem Orte vernehmen musste.

Ich kenne sie, die Argumente für ein veganes Leben. Ich kenne die Zustände in den Schlachthöfen – sie haben mich mal dazu geführt, selber vegan zu leben. Ging gewaltig auf Kosten meiner Arbeitsleistung, das konnte ich mir nicht erlauben, selbst heute nicht, wo mein Alltag viel ruhiger geworden ist. Das Leben als Sammler (oder als Kuh) ist überwiegend der Nahrungsaufnahme gewidmet. Lebt man dekadenten Müßiggang, kann man sich das erlauben – stundenlange Nahrungszubereitung, tagelange Nahrungssuche, umfangreichste Vorratshaltung für den Winter – das kostet schon was. Man denkt aber nur daran, wenn man erkannt hat, dass Nahrungsmittel nicht von Gott persönlich nach Aldi, Lidl, Norma und Co. geliefert werden.

Ich gehe dabei selbstverständlich davon aus, dass wir den empfindsamen Pflanzen das gleiche Lebensrecht zubilligen, wir wir es bei den empfindsamen Tieren fordern, weshalb die industrielle, die Böden auslaugende und durch Schädlingsmittel verseuchende Landwirtschaft sicher auch veganen Forderungen zum Opfer fallen wird – und fallen muss.

Ein schöner Traum, den ich gerne mitträumen würde. Die Erde: ein Paradies. Der Tod? Verbannt. Friede, Liebe, Mitgefühl herrschen überall, wir wandern unbekleidet in einer Ekstase des Glücks durch erfreuliche Auen: schon als Kind habe ich mich an solche Zustände erinnert und fühlte mich  – je mehr ich von meiner wirklichen Umwelt erfuhr – immer mehr wie jemand, der auf seiner Reise des Lebens an der falschen Haltestelle ausgestiegen ist: so wie ich sie vorfand, konnte die Welt doch unmöglich jemals gemeint sein

Die Trauer, die ich seit diesen Kindheitstagen über den Zustand der Welt empfinde, hat mich seit diesen Tagen nicht verlassen – ebenso wenig das Urbild eines glückseligen Lebens, das in den archetypischen Mythen der Menschheit als das „Goldene Zeitalter“ eingegangen ist. Gern würde ich meine Arbeit ganz im Dienste der Verwirklichung dieses Traumes stellen – doch leider musste ich einsehen, dass dies in dieser Welt gar nicht geht. Leider verbreitet die Kirche nicht jene Kunde, die man – auf die eine oder andere Art und Weise – in allen Religionen widerfindet: diese Welt ist eine gefallene Welt, eine mit und von Dämonen verseuchte Welt – ja, manche halten sie für die Hölle selbst.

Man mag zu „Religion“ stehen wie man will, eins kann man nicht leugnen: ihre Vordenker standen dem natürlichen Leben viel näher als der hunderudelhaltende Edelvegetarier aus der US-Luxusvilla (mein Vorbild an Dekadenz), der Kreislauf des Lebens und Sterbens war ihnen bewusst – und ebenso der natürliche Zustand der Welt – und der ist Krieg und nicht Frieden.

Zu diesem Krieg gibt es nur eine Alternative: den Tod. Darum entfliehen Mönche und Schamanen der Welt so weit es geht – die respektabelsten unter  ihnen fegen den Weg vor ihren Füssen, um das Insekt nicht zu verletzen: eine Haltung, der ich persönlich höchsten Respekt zolle – und sie gleichzeitig ablehne, weil sie Basiskonstanten des menschlichen Lebens negiert: die Menschheit als solche könnte mit diesen Maximen nicht leben, die Mönche leben ihr „gutes“ Leben nur auf Kosten jener, die im „bösen“ verharren müssen und den Mönchen die mühevoll erwirtschaftete Nahrung stiften.

Das System funktioniert nur, wenn jemand die Schmutzarbeit macht – jemand Niedriges.

Zu einseitig?

Gehen wir noch etwas weiter.

Denken wir uns für einen Moment, der Vizepräsident der Citibank hätte sich mit seinem Anliegen durchgesetzt: die Welt wäre vegan geworden. Gehen wir sogar davon aus, wir hätten Wege gefunden, auch Insekten und Bakterien zu schützen – wobei letztere uns jeden Tag nach dem Leben trachten und eine jener Lebensformen sein können, die uns schnell vom Antlitz der Erde tilgen könnten – und vielleicht auch tilgen werden, weil sie immer resistenter gegen alle Formen von Antibiotika werden.

Wer tötet dann die Tiere für uns?

Tiere vermehren sich. Exponentiell – wenn die natürlichen Feinde ausbleiben, die wir schon alle erledigt haben – oder als Haustiere halten. Ich frage jetzt auch nicht noch mal nach, was die Hunde und Katzen, die wir so fein gerettet haben, denn sonst essen sollen, wenn „vegan“ verpflichtende Weltethik für jedermann geworden ist.

Es wird ein spannendes Experiment werden – erst recht, wenn die veganen Tiere uns unsere Gärten wegfressen. Wer da keinen gesunden Hund hat, wird feststellen müssen, dass Tierrechtler dem Tier indirekt ein höheres Lebensrecht als dem Menschen eingeräumt haben – was im Extremfall zur dunkelsten denkbaren Seite des Ökofaschismus führt: zur Ausrottung der Menschheit als Schädling im Dienste der Natur – in Zusammenhang mit den Georgia Guide Stones ist eine Bewegung einer selbsternannten Elite, die die Reduzierung der Menschheit ins Auge gefasst hat, nicht mehr undenkbar geworden – und das plakativ angeklagte große Leid der Tiere wäre ein günstiger Türöffner für eine Bewegung, die sich der menschlichen Konkurrenz gezielt entledigen und sich dabei noch hochethisch fühlen möchte.

Mal von den Exzessen der Superveganer abgesehen, die auch ihre Haustiere in Umerziehungslager stecken, bis sie mit Möhrchen glücklich werden: warum hat der verhätschelte Hausköter mehr Recht auf Fleisch als der Mensch? Ich diskutiere hier auch nicht mit jenen Menschen, die meinen, an sich wäre der Mensch kein Fleischesser – würde der Satz stimmen, hätten wir das Problem gar nicht.

Es wird eine Oberschicht geben, die sich gerne hochethisch fühlen möchte, besser als der Rest der degnerierten Menschheit – und eine Unterschicht, die den erbitterten Krieg gegen Bambi, das zarte, sanfte Reh führen muss, das – wenn es sich ungebremst auslebt – unsere Wälder vernichten kann, während wilde Kuhhorden die Ernten vernichten. Ist alles schon mal dagewesen – und wer will, kann heute in Australien sehen, wie verzweifelt der Kampf gegen vegane Tiere wird, wenn die natürlichen Feinde fehlen.

Warum wir das erjagte Fleisch von Rehen und Kühen dann nicht selber achtungsvoll verzehren sollen sondern es ethischer ist, es vergammeln zu lassen, wird sicher eine interessante Debatte nach sich ziehen.

Viele echte Tierschützer (sind ja nicht alles Ökofaschisten) werden jetzt unruhig werden: ist man nun selber schädlich, weil man so sensibel ist?

Nein – man kann sich ruhig weiter hochethisch schätzen, mit einer Wahrnehmung ausgestattet, die erlaubt, Mitleid auch auf Tiere zu übertragen (was immer die Gefahr enthält, gegenüber ihren Peinigern in großen Hass zu verfallen – und somit den ersten Schritt zum erfolgreichen Ökofaschisten hinter sich gebracht zu haben).

Was man aber bedenken sollte: es ist eine gefallene Welt, in der wir uns befinden. Fressen und gefressen werden ist eine Grundkonstante – und wie angesichts einer so grausamen Welt ein guter Gott gedacht werden kann, beschäftigt die Denker der Menschheit seit Jahrtausenden – leglich die überversorgten, dekadenten Wohlstandsblasen der modernen Städte in ihrem unnatürlichen Umfeld haben dieses Weltbild in gewissen Phasen ihrer Existenz aus den Augen verloren.

Sitzt man nicht voll im Strom der industriellen Warenströme, weiß man noch, dass die meisten Tiere Feinde des Menschen sind – weil er halt auch ein Tier ist. Es ist das industrielle Leben generell, dass täglich viele Arten ausrottet – die meisten davon sind ungenießbar.

Innerhalb eines einzigen Tages werden auf der Erde über 50000 Hektar Regenwald vernichtet, 13 Millionen Tonnen giftiger Chemikalien freigesetzt, sterben mehr als 45000 Menschen an Hunger, werden durch menschliche Aktivität 130 Pflanzen- und Tierarten ausgerottet.

(aus der Buchbeschreibung von Tom Hartmann, Unser ausgebrannter Planet, bei amazon).

DAS sind Fakten, die nachdenklich stimmen sollten. Das wir viele der Tiere, die wir zur Aufrechterhaltung der natürlichen Ordnung töten müssen, auch – denaturiert – zum Verzehr zubereiten, ist da ein ganz untergeordnetes Problem, das der Kuhpups die Klimabilanz ungünstig beeinträchtig und die Weiden in Argentinien die Artenvielfalt einschränken, ebenfalls: die Kühe lösen sich nicht in Luft auf, wenn wir sie nicht mehr essen – aber vermehren, essen und pupsen werden sie weiterhin.

In diesen Dimensionen gedacht, wird mir der „Tierrechtler“, der in seiner Luxusvilla samt Swimmingpool und Hunderudel für eine bessere Welt streitet, zum hinterhältigen Heuchler: das Zelt ist einer der wenigen Wohnformen, die ein natürliches Leben in Harmonie mit der Umwelt gestatten – das Bürohochhaus mit seinen Versorgungsansprüchen ist es nicht … und die Großstadt müssen wir aufgrund der Ökobilanz als Feind der Menschheit bezeichnen, so vernichtend sind ihre Versorgungsansprüche.

Die tägliche Ausrottung der 130 Tier- und Pflanzenarten hat mit dem Fleischkonsum nur bedingt zu tun – mit unserem dekadenten Luxusleben insgesamt aber viel mehr. Die gezielte Vernichtung einer der Nahrungssäulen der menschlichen Gesellschaft durch eine sich selbst elitär heroisierende Oberschicht wird hieran nichts ändern, ist nur Makulatur, die dazu dient, Milliarden von Menschen ein häßliches Schuldgefühl zu vermitteln, weil sie zufällig in eine Welt hineingeboren wurden, in der Fleischkonsum Standard ist – für die ganze natürliche Ordnung, wohlgemerkt.

Manche passen sich den herrschenden Umständen an, andere setzen sich in den Schnee und leugnen trotzig die Konstanten ihrer Umwelt: beide zahlen einen Preis dafür.

Ist nun Fleischkonsum moralisch?

Gegenfrage: ist rot süß?

Moral betrifft den Verhaltenskodex von Menschen untereinander. Reden wir über Tierrechte, übertragen wir den Kodex auf das Tierreich – einseitig, denn das Tierreich hat die Frage nach der Legitimität von Fleischkonsum schon längst beantwortet und einige hochgezüchtete Jagdmodelle hervorgebracht, von denen wir manche als lustige Schmusekatzen auf unserem Sofa liegen haben. Das kann man machen – sollte aber sehr respektieren, wenn andere einem da nicht folgen, weil sie die Anforderungen der modernen Arbeitswelt nur mit hoch konzentrierter Nahrung bewältigen können. Ebenso muss man sehen, dass man hier Kategorien vermischt, die normalerweise nichts miteinander zu tun haben – auch wenn man rot persönlich als süß empfindet.

Wir können natürlich auch versuchen, das von mir so geliebte Gartenparadies Standard werden zu lassen – aber da sage ich euch gleich: da werden viele Tierarten vom Planeten verschwinden müssen, damit meine Blumen glücklich werden. Veganer stehen da ganz oben auf der Liste, Löwen stören kaum.

Und die Schlachthöfe? Die Massentierhaltung? Die Quälerei?

Gehört verboten, weil sie die Menschen verrohen und ihre Seele verletzen. Das reicht schon als Grund. Aber – das ist eine andere Geschichte, die wir später mal erzählen müssen, eine Geschichte darüber, warum Tiere heilig sein müssen um Kriege unmöglich zu machen, es sind Geschichten über Paradiese, Götter, Schlangen und Dämonen, die man nur an einem Sonntag erzählen kann.

Aber noch gibt es den ja.

Und persönlich? Bleibe ich hier ethischen Rat schuldig?

Nun – wenn der Körper nach Fleisch verlangt, sollte man ihm keine Gewalt antun – und Tier und Metzger dankbar für Opfer und Arbeit sein. Verlangt der Körper nicht danach, sollte man ihm das nicht nur aus Gründen des Anstands und der guten Sitte aufdrängen. Ernährung – ist keine Frage der Moral, sondern in erster Linie eine Frage von Treibstoff für Materie. In einer Welt ohne Magen – was könnten wir da alle für Heilige sein. In zweiter Linie ist es unser natürlicher Körper, der jeden Tag einen harten Abwehrkampf gegen die Umweld führen muss – neben Bakterien trachten uns auch Viren nach dem Leben … wobei man bei letzteren noch nicht mal sicher sagen kann, ob sie überhaupt leben sind: aus der normalen biologischen Definition fallen diese Biowaffen der Natur auf jeden Fall heraus.

In der Welt, in der wir leben, kann uns Hunger in den Wahnsinn treiben – einen Wahn, der noch schlimmer ist als der der Veganer. Wir haben das nur vergessen – und kommen deshalb auf Gedanken, die naturnahe Völker eher als dekadent emfpinden: Luxusprobleme von Luxusmenschen.

Na ja: heilig zu sein in einer gefallenen Welt – ist schwierig wie die Navigation durch verdeckte Riffe. Wer meint, er könne es sich einfach machen, versenkt sich schnell selbst.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Sinn des Lebens

Der Sinn des Lebens

Samstag. 28.9.2013. Eifel. Der Sinn des Lebens – kann man sich heute überhaupt noch ein solch ein Thema wagen? In Zeiten von Promi-Big-Brother, allgemeiner medialer Hatz auf religiöse Menschen und der unterschwelligen Botschaft des „Systems“, dass solche Fragen keinen Sinn mehr machen? Das System hat einen Sinn: arbeiten bis 67 – (bald bis 70 oder 80) und dabei soviel Geld zusammenraffen wie es nur irgendwie geht. Der Sieger ist, wer am Lebensende die meisten Milliarden hat, Verlierer sind die Milliarden, die am Ende des Lebens mangels Geld den meisten Ärger haben. Im Rahmen aller Sinnfindungen der Menschheit ist dies die trübste, armseligste und gemeinschaftsfeindlichste aller Philosophien, die in Verbindung mit Wissenschaft und Technik gerade für das größte Artensterben der bekannten Geschichte verantwortlich ist – ein Massensterben, dass auch unabhängig von jeder Klimaänderung stattfindet.  Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist eine Frage höchster politischer Brisanz – wenn man weiter denkt. Doch bevor wir dahin kommen, müssen wir – wie üblich – einen großen Bogen schlagen.

Ganz schnell kommen hier Menschen auf den Gedanken: jetzt geht es um Gott.

Völliger Blödsinn. Wir wollen uns der Frage nach dem Sinn des Lebens rein rational nähern – alle emotionalen Wahrheiten müssen wir hier ausblenden, auch wenn die Erlebnisse noch so intensiv sind. Ein Blick auf die Religion, die neben der modernen kapitalistisch-naturwissenschaftlich geprägten Gesellschaft existiert – das Christentum – zeigt auch, dass die Frage nach Gott nicht zielführend und sogar streng verboten ist: der menschliche Geist ist zu klein, solche Dimensionen zu erfassen. Manche unternehmen den Versuch aus politischen Gründen, um Macht zu bekommen („sehet her: ich habe das oberste Wesen gefunden. Folgt mir – und ich führe euch direkt in seine Wohnküche … gegen eine kleine Spende, versteht sich!“) – ein weiterer Grund, jedem Reden von Gott aus dem Wege zu gehen.

Folgt daraus aber zwangsläufig, dass wir uns dem Lebenssinn der kapitalistisch-naturwissenschaftlichen Materialistik-Philosophie ergeben müssen, die so wunderbar die Massenverwaltung, Massenausbeutung und Massenvernichtung ermöglicht und für die Gefährdung der Lebensgrundlage der gesamten Menschheit verantwortlich ist?

Nein.

Nichts gegen die Evolutionstheorie. „Evolution“ ist hinreichend beobachtbar. Zwar wäre es denkbar, dass Gott die Erde mit allem was drauf ist vor 6000 Jahren erschaffen hat (der christliche ist so konstruiert, dass er es könnte) und die Dinosaurierknochen samt Höhlenmalereien und versteinerten Bäumen als running Gag hineingelegt  hat – aber eine solche Theorie widerspricht dem Oghamschen Gesetz: zu viele Fragen, zu viele Hypothesen. Er könnte sie auch vor fünf Minuten geschaffen haben – wir würden es nicht merken noch das Gegenteil beweisen können. Das aber führt uns in den Bereich der Beliebigkeit aus der die Krise der Philosophie entstanden ist, als man erkannte, dass man eigentlich überhaupt gar nichts beweisen konnte: der Höhepunkt jeglicher Rationalität.

Wir hätten in dem Moment auch die Philosophie beenden können, wenn nicht schlaue und heute wenig bekannte Menschen eine neue Kategorie eingeführt hätten: die Nützlichkeit. Schopenhauer hatte auch noch eine andere Idee, die uns aus der Sackgasse herausführen sollte („Mitleid“) – doch wir wollen wir ja „wissenschaftlich“ bleiben: dort spielen Emotionen keine Rolle (Liebe, Güte, Mitleid, Empathie, Fürsorglichkeit, der Wunsch nach Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Wohlstand und Sicherheit hat im kapitalistisch-naturwissenschaftlichem Universum keinen Platz – und ist deshalb aktuell stark rückläufig im Rahmen gesellschaftlicher Werte).

Eine Philosophie der rationalen Vernunft ist absolut unnütz, wenn sie nur zur eigenen Nichtigkeit führt. Der Kapitalismus brauchte aber eine nützliche Philosophie: weise Menschen, die staunend und ehrfüchtig die Schöpfung betrachten, fahren keine Rendite ein. Die gehen auch nicht in die Fabrik (oder die Kirche), die bleiben auf der Wiese davor sitzen und genießen die Sonne, nachdem sie für ihren eigenen Bedarf das Feld bestellt haben.

Hier haben wir auch den ersten Sinn, den uns unsere Existenz aufträgt: dem Körper Substanz zuzufügen, aus der er die Energie für den Betrieb ziehen kann. Unterlassen wir das ist schnell Schluss mit der Existenz. Die letzten Bundesregierungen scheinen das nicht ganz verstanden zu haben, als sie die Totalsanktionierung für ungehorsame Arbeitslose eingeführt haben: die sterben dann in der Tat einfach weg. Welch´ Überraschung.

Ohne Lebendigkeit kein Lebenssinn – es gäbe keinen, der die Frage überhaupt erstmal stellen könnte.

Bleiben wir bei dem Körper, weil er uns sehr viel verrät – auch wenn er nicht vom Affen abstammt, sondern vorgestern erst von Gott entworfen wurde.

Vom ersten Moment unserer Existenz haben wir Arbeit – eigentlich schon vorher. Viren und Bakterien trachten danach, unseren Körper zu zerstören, der ein komplexes System entwickelt hat, dagegen an zu gehen.

Fangen wir dann an zu laufen, so galt es Millionen Jahre lang, Zähnen, Klauen, Stacheln und Giften auszuweichen … was im übrigen den von der Kirche vernichteten Katharern den Gedanken eingab, dass ein Gott, wenn es ihn denn gab, nur ein Monster sein kann: fressen oder gefressen werden passt in das Bild der allumfassenden Liebe Gottes nicht ganz hinein.

Eine recht düstere Welt – die Welt des Neuen Testamentes. Hier sind es aber Dämonen, die hinter jeder Ecke lauern, um Krankheit, Unglück und Tod zu bringen.

Nun – im Prinzip sind wir hier in der Welt des kapitalistisch-naturwissenschaftlichen Materialismus (Mächte, die man nicht trennen sollte – sie gehören eng zusammen und erklären, warum die Bewegung der Aufklärung Auschwitz und Hiroshima hervorbrachte – und  immer wieder hervorbringen wird).

Aber hat diese Bewegung die Welt nicht vollständig erklärt?

Ist sie nicht wirklich so, die Welt? Entstanden aus flüssigem Stein, der IRGENDWIE Einzeller hervorgebracht hat, sie sich IRGENDWIE zu höheren Lebensformen entwickelt haben, die dann IRGENDWIE intelligent wurden?

Die Vorstellung, dass Staub Leben hervorbringen kann, läßt sich scheinbar schnell wiederlegen: der Mars hat Staub und Atmosphäre, aber kein Leben. In der Tat läßt sich auch denken, dass sich flüssiges Gestein wie Lava verhält: sie bleibt ewig tot liegen, wenn sie erstmal erkaltet ist. Darüber schwebt nutzloses Gegase in verschiedenster Form, das einfach  zur Ruhe kommt anstatt ruhelos weiter Verbindung einzugehen – viele Planeten scheinen diese Theorie zu bestätigen. Es gibt keinerlei hinreichenden Grund dafür, anzunehmen, dass sich aus lebloser Materie überhaupt irgendwas entwickelt, weshalb die chinesische Philosophie „Leben“ als eigenständiges, fünftes Element entwickelt hat – sowie manche modernen Physiker dieses Element „Bewußtsein“ als Faktor ins Spiel bringen.

Jedenfalls denken wir aufgrund dieser beobachtbaren Tatsachen, dass wir ziemlich allein im Weltall sind.

Der kapitalistisch-naturwissenschaftliche Materialismus behauptet nun, es wäre mal ein Setzkasten in die Luft geworfen worden (der Urknall) und zufällig hätten wir auf der Erde dann eine ganze Zeitung bekommen. Ein schönes, treffendes Bild – und so fremd wie der Gott, der Dinoknochen aus Spaß in eine Welt setzt, um die Menschheit in die Irre (- die Evolutionstheorie) zu führen. Also – beides KANN sein … scheint aber eher unwahrscheinlich.

Zudem ist eine solche Sichtweise extrem unnütz – ja gefährlich sogar. Ausbeutung der Natur und des Menschen – kein Problem. Folter, Mord, Vergewaltigung, Genozid – warum nicht? In einer chaotischen Welt ist doch eh´ alles egal. Zu radikal? Nein – der soziopathische Egomane hat genau dieses gedankliche Umfeld, in dem seine Taten wachsen können: er vernichtet feindliche Matschklumpen, die ihm im Wege stehen: was soll daran falsch sein? Jeder Zombiefilm benutzt dieses Muster – und die Leute sehen es ein.

Wir sehen schon als Menschheit, dass diese Philosophie unsere eigene Auslöschung hervorbringen kann. Den Klauen, Zähnen, Stacheln und Giften der Umwelt konnten wir entkommen, weil wir zusammen gearbeitet haben, Stämme bildeten, effektive Organisationsformen mit Stabs- und Linienfunktion, die mehr waren als nur die Summe der Teile. Die römischen Armeen haben so Weltreiche erobert – und der Mensch an sich sein Leben gesichert.

Der Sinn des Lebens?

Überleben in feindlicher Umwelt.

Ist das Alles?

Nein.

Überleben in feindlicher Umwelt, die …. unserem Geist konstruiert erscheint.

Dafür, dass hier das absolute Chaos der Ursuppe herrscht, haben wir ziemlich viel Harmonie in der Natur – sogar ein „Gleichgewicht“. Siebzehnäugige Tentakelmonster sind so selten wie Landläufer mit drei Beinen.

Wir sehen aber noch mehr – wenn wir wollen.

Wechseln wir das Thema und wenden wir uns der Waffentechnik in Kriegszeiten zu. Dort wird immens entwickelt, jeder Krieg bringt einen enormen Zuwachs an Wissen und Technik, der Krieg ist „der Vater aller Dinge“. Der eine erfindet einen Panzer, der nächste ein Geschütz, mit dem man Panzer beschießen kann, was dazu führt, dass der Panzer zusätzliche Panzerplatten erhält und ein Maschinengewehr, das die Mannschaft des Geschützes bekämpft, woraufhin die Gegenseite größere Kanonen auf Selbstfahrlafetten packt. Am Ende des Krieges haben die Waffen eine gewisse Evolution hinter sich gebracht, um ihre Effektivität im Gegeneinander zu verbessern.

Ähnliches sehen wir in der Natur – und zwar überall. Ein Krieg der Arten, der Entwicklungen potenziert. Und die Arten reagieren mit intelligenten Gegenmaßnahmen, die sich manchmal durchsetzen – und manchmal nicht. Was aber nicht geschieht: nirgends gibt es eine chaotische Panikreaktion. Treten auf der einen Seite fleischfressende Arten auf, wachsen der anderen Seite Hörner – oder sie setzt auf Schnelligkeit und Flucht. Die Entwicklungen im Kampf ums Überleben sind  zwingend folgerichtig – und nicht willkürlich und chaotisch.

Wir sehen auch nirgendwo, dass eine Art auf eine neue Bedrohung erstmal mit neuen Augen, Ohren, Beinen oder Darmausgängen reagiert, um das herauszufinden, was jetzt wirklich nützt: die „Erstentwürfe“ sind schon folgerichtig, nur die „Feinabstimmung“ führt zur Selektion der Modelle.

Wir sehen, dass der große Rahmen sich nicht abzeichnen will. Ein lieber Gott, in einer Welt, in der der Krieg der Vater aller Dinge ist – der Krieg der Arten auf jeden Fall, oder ein chaotisches, sinnloses Universum, dass zufällig immer wieder in intelligenter Art und Weise neue überlebenstüchtige Entwürfe produziert … beides beleidigt die menschliche Intelligenz.

Wie wollen wir so zu einem Sinn des Lebens kommen?

Wir wechseln einfach mal die Perspektive.

Nehmen wir den Menschen aus diesem System des Krieges der Arten völlig heraus und schauen, was er macht. Das können wir inzwischen. Wer die Idee hatte, Affen das Hirn zu vergrößern, hat im Krieg der Arten einen großen Trumpf ausgespielt: der Mensch kann sich eigene Welten bauen.

Er sucht nicht den Krieg, die Vernichtung, den Kampf auf Leben und Tod sondern … baut sich Maschinen, die ihm fremde Welten vorgaukeln.

Spielfilme, Videospiele, Bücher: der Mensch sitzt gerne im Warmen und Trockenen – doch womit unterhält er sich?

Mit Abenteuern. Aus der Geborgenheit seiner Existenz als westeuropäischer Wohlstandsbürger heraus schaut er sich Filme an, die er selber nie würde erleben wollen, spielt Videospiele, in denen er Abenteuer erlebt, die er selbst fliehen würde. Sehe ich, welche „Knaller“ bei den Erwachsenen verkauft werden, so handelt es sich um Realitätssimulationen von Zuständen, die wir im realen Leben meiden würden.

Verrückt, oder?

Was aber … und hier wage ich einen entscheidenden Schritt … wenn wir nur im Kleinen nachahmen, was im Großen der reale Rahmen ist?

Wenn unsere ganze materielle Existenz nur diesen Sinn hat: abenteuerlustigen Bewußtseinen einen kurzen Tripp in die Hölle der Materie zu erlauben?

In seinem Werk „Illusionen“ nimmt Richard Bach diesen Vergleich auf und stellt die Frage, warum wir eigentlich in ein Kino gehen. Tja – warum? Ist doch alles gelogen da – und trotzdem kann man damit (und mit gefärbtem Zuckerwasser) zu einem der größten Konzerne der Welt werden. Damit werden Billionen Dollar bewegt.

Richard Bach kommt auf zwei Gründe für den Kinobesuch: wir wollen was lernen – oder uns unterhalten. Ich füge noch einen dritten hinzu: wir wollen reale Erfahrungen verarbeiten, in denen wir ihnen Bilder geben: darum der Horrorfilm, die moderne Form von Mythos und Märchen.

Wir investieren viel in das Erleben solcher eingebildeten Geschichten – der Konsum dieser Form der Unterhaltung nimmt von Jahr zu Jahr zu, obwohl er rein rational überhaupt keinen Sinn macht: ist doch alles nur Lüge, was dort geschieht – und wir wissen das. Die Naturwissenschaft kann das auch leicht beweisen, dass dort nur Lüge praktiziert wird – aber das wissen wir selber. Gehen wir ins Kino, wollen wir die Geschichte erleben – alles, was uns daran stört, blenden wir aus. Wir könnten uns Gedanken darüber machen, wie der Set hinter dem sichtbaren Bild aussieht – doch wozu sollten wir das machen? Es würde den Zauber des Filmes zerstören.

Der Sinn des Lebens – die Erfahrung von Krieg?

Der Gedanke könnte einem kommen und ist doch schon falsch. Wenn, dann haben wir hier ein Rollenspiel, dass wir nur gemeinsam gewinnen können. Wie können wir hier überleben?

Durch Gemeinsamkeit. Die wunderbare Erfahrung von Hilfsbereitschaft, Solidarität, sozialem Verhalten, die sich geradezu zwangsläufig entwickeln muss, wenn die Umwelt ein gewissen Niveau an Feindseligkeit aufweist. Das macht das Spiel reizvoll und lehrreich zugleich.

Besteht diese Philosophie den „Ausschwitztest“ – oder gehören wir damit zu denjenigen, die freundlich winkend vor dem Lager stehen und den Insassen viel Glück ob ihrer einmaligen Erfahrung wünschen?

Ja, sie besteht ihn. Unser Job wäre es,  in das Lager zu gehen und es aufzulösen, koste es, was es wolle.

Das Spiel wird auf diesem Niveau sehr schwierig, weil es nicht mehr gegen andere Arten sondern gegen die eigene Art geführt wird. Es kann nur verloren werden, Sieger werden die nachfolgenden Insektenrassen sein – oder die Völker der Ratten.

Der Sinn des Lebens: Gemeinschaften bilden, die sich gegenseitig helfen, die Gefahren des Lebens zu überstehen … geht mit und ohne „Gott“.

Den Rahmen des Spiels allerdings können wir uns aufgrund unsere gedanklichen Prägung nicht anders als konstruiert vorstellen, wir als „Linie“ in der Schöpfung finden nur Ordnung im System, wenn wir uns auch einen „Stab“ denken, der das „Backoffice“ unserer Existenz bildet – und dort die notwendigen Anpassungen der jeweiligen Arten plant. Das dies nur einer leistet, ist schwer vorstellbar.

Die Leistungsunfähigkeit unseres Verstandes kann jedoch nicht der Maßstab für Wahrheit sein. Die jedoch können wir – das zeigt die Geschichte der Philosophie insgesamt – überhaupt nicht nähern.

Aber wir können uns für Wahrheiten entscheiden (als Notkonstruktionen, wie sie gelegentlich in der Mathematik auftauchen), die nützlich sind.

Welche Wahrheit bringt uns als Menschheit einen größeren Nutzen:

die Konstruktion, das wir hier auf einem gigantischen Spielfeld sind, um unsere Gemeinschaftstüchtigkeit zu beweisen

oder die Konstruktion, das wir zufällig in einem unerklärlichen, komplexen, chaotischen, völlig sinnlosem Universum sind, das zufällig millionen Jahre lang immer wieder lebenstüchtige Elemente entwirft?

Die Frage entscheidet sich eigentlich im Tode. Auf der einen Seite bedeutet er, dass wir das Spielfeld verlassen – zur ewigen Pause oder um einen neuen Charakter zu erhalten – auf der anderen Seite lockt die absolute, endgültige Vernichtung.

Welcher von diesen Glaubenssätzen eignet sich wohl eher zur Ausbeutung von Menschen durch Menschen? Leider berühren wir hier ein Thema, das zeigt, wie politisch die Frage nach dem Sinn des Lebens eigentlich ist. Was von der fundamentalistisch-materialistischen Naturwissenschaft aktuell gepredigt wird, eignet sich hervorragend zur sozialen und finanziellen Ausbeutung der Menschheit, die vor dem schwarzen Nichts des Todes zittert und alles unternimmt, ihm zu entkommen.

Ist das Leben nur (bitter ernstes) Spiel, fällt es uns leichter, korrekt und solidarisch zu leben – also so, wie es im Rahmen der feindlichen Umwelt geboten ist: es gibt auf einmal Wichtigeres, als nur die ganze Zeit dem eigenen Tod zu entkommen.

Finster wird es jedoch, wenn wir uns nicht zufällig einen liebenden Gott hinzu denken, sondern eine Kraft, die das System Erde zur Selektion geschaffen hat, um Seelen daraufhin zu testen, ob sie in Krisensituationen auch standhalten. Wirkt das in der Natur erkennbare Prinzip der Selektion auch über den Tod hinaus, wird es übel für jene Priester und Konstrukteure des naturwissenschaftlich-kapitalistischen Weltbildes, die die Zelebration des EGO als höchstes Ziel der Menschheit predigen: sie und ihre Gläubigen würden im Leben mit größter Kraft daran arbeiten, nach dem Tode als untaugliches Bewußtseinsmaterial auf dem Müll zu landen: der „zweite Tod“ würde sie erwarten, Bestandteil der Nachtodphilosophien der Mehrheit der bekannten menschlichen Weltanschauungen.

Haben wir ihn nun, den Sinn des Lebens?

Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ein Vorteil der Unmöglichkeit, die „Wahrheit“ zu erkennen, ist, dass wir uns dann auch einfach mal für jene Modelle entscheiden können, die uns selbst den maximalsten Nutzen bringen. Hier wählte der eine das Modell, dass seine Seele für die Unsterblichkeit und Ewigkeit konfiguriert, der andere sammelt lieber Sportwagen auf Kosten von Menschenleben.

Leicht zu sagen, welches Modell für Menschheit und Umwelt am Nützlichsten ist, das Individuum kann jedoch anders entscheiden: immerhin sind wir keine Automaten (wie etwa Ameisen), die nur dem größeren System dienen sollen.

Vielleicht gehen wir auch gar kein Risiko ein, vielleicht gibt es in der Tat einen liebenden Gott, der alles verzeiht und unsere Klimasauereien mit einem Fingerschnippen in die Tiefsee verbannt, damit das Spiel weiterlaufen kann – aber wir wollten wissenschaftlich bleiben: unser System läuft auch ohne Gott.

Es läuft nur nicht ohne Bewusstsein als eigenständiger Kraft im Universum, in der Bedeutung Erde, Wasser, Feuer und Luft völlig gleichgestellt, ein Bewusstsein, das als solches schon erklären kann, wie Evolution funktioniert: es bringt das Element „Willen“ und „Absicht“ mit, das „Gestaltung“ erlaubt. Schon plausibler als „Zufall“, der als Hauptwort keine Aussage hat und den Fehler enthält, das man einem Adjektiv durch Verwandlung in ein Hauptwort eine übergeordnete Realität andichtet: das Wort „Gott“ entwickelte sich vielerorts ebenso.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pisa, Klima und Fachkräftemangel – alles Schwindel, aber die Wahrheit wird verhaftet

Ich gebe mir ja Mühe, auf dem Laufenden zu bleiben. In unserem kleinen Eifeltal würde man ja sonst auch nichts mitkriegen von der Welt – außer eben das Handwerksmeister keine Arbeit mehr bekommen, wenn sie erstmal vierzig sind, das Ingenieure 60 Stunden die Woche arbeiten müssen – bei sinkendem Einkommen, das die Schulwelt immer brutaler und sinnloser wird und auch sonst das Klima immer kälter.

Erst durch die Nachrichten habe ich erfahren, das das alles falsch ist. Nachrichten und Zeitungen haben mich darüber aufgeklärt, das alte Leute superprima Arbeit kriegen – überall, für ganz viel Geld. Manche erhalten sogar einen ganzen Euro – für nur eine Stunde Arbeit! Gut, Schüler werden immer blöder (das konnte man aber auch vor Ort merken), besonders die Unterschichtsschüler, die man in vornehmen SPD-Deutsch Prekariat nennt, taugen für nichts, erst recht nicht, wenn da irgendwo ein Opa keinen Ariernachweis hat. Na, und dann habe ich auch mühevoll gelernt, das wir Klimakatastrophe haben, die wir den Rindern und den Autos zu verdanken haben (schlimmer sind zwar Flugzeuge und Kreuzfahrtschiffe, aber über diese Kategorien wird selten geredet, weil dem Deutschen Urlaub wichtiger als als das Überleben).

Ich fand, ich war auf der Höhe der Zeit – obwohl hier vor Ort die Winter wieder schlimmer werden und ich mit Nachbarn schlecht über die Klimakatastrophe reden kann. Die Flüche, die früh morgens durchs Tal hallen und ungebremste Freude über neu gefallene Schneemassen zum Ausdruck bringen, sprechen eine eigene Sprache und die Aktzeptanz für amtliche Nachrichtenwahrheiten sinkt in diesen Momenten stark.

Heute morgen habe ich – nach dem üblichen Schneeschaufeln – wieder mal in die Nachrichtenwelt geschaut. Die „Welt“ erregt da immer meine erste Aufmerksamkeit, weil ich bei diesem konservativen Blatt oft interessante Dinge finde – wie auch heute.

Dass Deutschland heute besser dasteht als vor zehn Jahren, verdankt es vor allem den eigentlich schwächeren Schülern und den Kindern von Migranten. Die Abstände im Kompetenzniveau zwischen Angehörigen höherer und niedrigerer sozialer Schichten haben sich reduziert. Und zwar nicht, weil die Kinder aus Akademikerhaushalten schlechter geworden wären, sondern weil die übrigen besser geworden sind. Der Abstand ist zwar nach wie vor eklatant, Chancengerechtigkeit bleibt die vorderdringlichste Aufgabe. Doch stimmt die Tendenz hoffnungsvoll.

Da haben die Aussortierten ja mal richtig zugelegt….und damit die Sarrazinaden des Sommers widerlegt. Das ließe natürlich große Hoffnung aufkeimen – der besser gebildete Nachwuchs könnte uns ja bei einem sehr gravierenden gesellschaftlichen Problem helfen: dem Fachkräftemangel.

Der jedoch löst sich – jedenfalls in der Welt – pünktlich zur Pisa-Studie in Luft auf:

Deutschland fehlen angeblich Tausende Fachkräfte. Dabei suchen viele verzweifelt einen Job – und scheitern am Perfektionismus der Firmen.

Die Firmen suchen die eierlegende Wollmilchsau, die schon immer der Liebling der Personalchefs war. Aber so langsam kommen Nachrichten und Wirklichkeit wieder zusammen – jedenfalls in meinem kleinen Eifeltal. Nach wie vor kann man die Behauptung nicht widerlegen,  das die Grundschule im Nachbarort nach Einkommen aussortiert (was zum Ende des vierten Schuljahres zu steigendem Umsatz in der Luxusklamottenbranche führt, um das Kind gymnasialfähig zu halten), nach wie vor ist es in Ordnung, das fünfzigjähre Ingenieure keine Arbeit finden – liegt am System, nicht an der Person, da braucht man nicht zu verzweifeln.

Nun warte ich nur noch auf die Nachricht, das die Klimakatastrophe auch offiziell im Papierkorb gelandet ist – was Schade wäre. So ein bischen Erderwärmung täte uns hier vor Ort gerade ganz gut. Plus zwei Grad wäre schon ganz Klasse.  Wenn ich mir allerdings die Dynamik in Cancun anschaue (soll ja einen schönen Badestrand haben, das Dorf), dann gehe ich nicht davon aus, das die Regierungsvertreter das Problem „Klimawandel“ sonderlich ernst nehmen. Man traut sich wohl nur noch nicht so ganz, zuzugeben, das das auch ein großer Joke war, weil man mit diesem Mythos gerade wieder viel Geld machen kann. Und ohne diesen Mythos wäre man jetzt im eingeschneiten Deutschland anstatt in Cancun am Strand, wo man mit Temperaturen bis 28 Grad rechnen kann. Kein Wunder, das die nicht in der Eifel tagen … wäre gerade eine ganz schlechte Kulisse für Mythen über die globale Erwärmung.

Nun – wenigstens hat man jetzt diesen Wikileaks-Hauptquerulanten gefaßt. Das ist schon mal ein Fortschritt. Der hat mit seinen Veröffentlichungen ja die ganze fein staatsbürgerliche verantwortlich handelnde Medienwelt durcheinandergebracht, in dem er Notizen aus der politischen Wirklichkeit veröffentlichte. Wenn der erstmal weg ist, dann können sich die honorierten Medien wieder voll und ganz darauf konzentrieren, endlich wieder eine gemeinsame Wahrheit zu formulieren, die allen – und vor allem der Wirtschaft – nützt und Freude bereitet.

Ufomythen, Bibelrätsel, Erkenntnistheorie und der Ursprung des Bösen

Was Wahrheit ist, was Wirklichkeit ist, wird von den Herrschenden festgelegt. Das ist seit Jahrtausenden so – einfach mal die Opfer der jeweiligen Inquisition fragen.

Legen wir – mit dem „Economic Hit Man“ John Perkins – eine Korporatokratie (eine Diktatur der Konzernstrukturen und ihrer Werte) zugrunde, dann werden die Werte klar erkenntlich: „Konsumismus“ als  Materialismus in brutalster Form.

Obwohl selbst unsere Schüler schon merken, das wir – angesichts der riesigen Entfernungen zwischen Atomkern (der selbst auch kaum „da“ ist) und Elektronen – eigentlich aus „nichts“ bestehen, die Welt mehr und mehr Hologramm wird, predigt die Koropratokratie nur eins: nur das, was wir sehen und anfassen können ist wahr, was wir hören, riechen, fühlen, schmecken schon weniger.

Den Widerstand – und die „gute Erziehung“ durch die Konzerne – wird man schnell merken, wenn man Perkins Rat verbreitet zur Rettung der Welt lieber mal zu meditieren anstatt shoppen zu gehen. „Ich kaufe, also bin ich“ ist die Devise der modernen Wohlstandsblase, und was sie zu kaufen hat, was „man“ kauft, ißt, trägt, singt, wie „man“ seine Wohnung einrichtet, wohin „man“ in Urlaub fährt und welche Farbe in diesem Sommer „in“ ist – das sagen einem schon die vielen Agenten der Korporatokratie.  Philosophie ist da unerwünscht – es sei denn, als Philosophiegeschichte, als etwas Totes und Vergangenes im Museum.

Philosophie ist auch deshalb unerwünscht, weil sie schon zu den Barrikaden eilt, wenn jemand daherkommt der einem weismachen will was man diesen Sommer anzieht und was Trendfarbe zu sein hat. Zuviele Menschen sind für die Freiheit gestorben als das man sie nun zwecklos einem Modegecken opfert – und doch geschieht genau das. Von der Wiege bis zur Bahre begleitet uns Bertelsmann und sagt uns auf breiter Front, was „man“ so tut – bis ins kleinste Detail. Wer davon abweicht, riskiert ins Fernsehen zu kommen und öffentlich gemaßregelt zu werden.

Natürlich werden auch viele Themen „Tabu“. Ufos gehören dazu, dabei sind sie als „Moderne Mythen“ Bestandteil unserer Kultur und gehören zu den Forschungsobjekten der Religionswissenschaft.

Neben vielen merkwürdigen Gestalten, die solcherart tabuisierte Themen immer hervorbringen respektierte ich unter anderem die Arbeit von David M. Jacobs, weil seine persönliche Geschichte – die Entwicklung vom Skeptiker und Historiker zum Gläubigen – glaubwürdig ist (aber auch gelogen sein kann) , obwohl die Resultate seiner Forschung eher beängstigend sind:

Dieses Buch liefert die Beweise dafür, daß sich hinter der wohlwollenden Fassade der Aliens etwas ganz anderes verbirgt – rücksichtslose Invasoren, die ihren eigenen Fortbestand auf Kosten unserer Menschheit sichern wollen. Die Züchtung von Hybriden dient seiner Ansicht nach nicht der Erschaffung einer neuen Menschheit, sondern vielmehr der Erhaltung der vom Aussterben bedrohten Aliens. Und wenn der große Plan aufgeht, wird die Erde bald nicht mehr den Menschen, sondern den Aliens gehören …

Quelle: tatjana ingold

Das Buch habe ich mal für einen Euro erstanden (wie eigentlich alle Bücher der grenzwissenschaftlichen Kategorie – da hat man nie das Gefühl, zuviel gezahlt zu haben) und es hat mich nicht sonderlich beeindruckt. Es fehlte was. Eine plausible Hintergrundgeschichte für die Erschaffung von Hybriden. Dabei … gibt es sie.

Einfach mal Bibel lesen:

Da sich aber die Menschen begannen zu mehren auf Erden und ihnen Töchter geboren wurden, da sahen die Kinder Gottes nach den Töchtern der Menschen, wie sie schön waren, und nahmen zu Weibern, welche sie wollten.{Matthäus.24,38} Da sprach der HERR: Die Menschen wollen sich von meinem Geist nicht mehr strafen lassen; denn sie sind Fleisch. Ich will ihnen noch Frist geben hundertundzwanzig Jahre.{1 Petrus.3,20} Es waren auch zu den Zeiten Tyrannen auf Erden; denn da die Kinder Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren, wurden daraus Gewaltige in der Welt und berühmte Männer. Da aber der HERR sah, daß der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar.

Ein Mythos, der sich in vielen anderen Kulturen wiederfindet: die Götter rauben Menschenfrauen und zeugen mit ihnen Ungeheuer (in manchen Bibelübersetzungen werden aus den „Tyrannen“ auch „Helden“ oder „Ungeheuer“). So etwas kannten auch schon die alten Griechen.  Die alten Griechen wußten aber auch schon, das UFOs gar nicht auf der Erde existieren können – eben so wenig wie Götter. Diese Erkenntnis erleichterte vielen das Leben und sparte viele Opfer an die Priesterkaste – sehr zu derem Ärgernis.

Platon skizziert das Grundmuster dieser Überzeugung in seiner „Ideenlehre“ (die übrigend in groben Zügen der Interpretation der Theorien des Physikers Burghard Heim durch den Physiker und Ufo-Forscher Ilobrand von Ludwiger entspricht), wonach alles Seiende unstofflichen Ideen zugrunde liegt, alle Löwen dieser Welt  zum Beispiel der Idee der „Leonitas“, der „Löwheit“ entspringen.  Was nicht dementsprechend in der Ideenwelt manifestiert ist, würde auf der Erde keinen Platz finden können, abgestoßen werden wie Fremdkörper im Blut. Insofern gäbe es keinen Grund, sich vor Göttern, Engeln, Ufos Teufel und Dämonen zu fürchten – sie mögen zwar irgendwo vorhanden sein (weshalb wir auch Begriffe von ihnen haben) aber sie gehen uns schlichtweg nichts an weil sie nicht in den Definitionskreis der Erde gehören.

Plausibel, oder? Das würde dann auch für die Ufonauten gelten und man könnte ruhig schlafen gehen, wenn nicht der Henoch einen kleinen Fehler in der Geschichte entdeckt hätte: die Invasion der Gottessöhne wurde durch die Sintflut beendet. So eine Art Immunreaktion der Erde. Aber ihre Kinder … waren nicht von der Art der „Gottessöhne“, sie konnten nicht einfach „in die Sterne“ geschickt werden. Hören wir Henoch selbst dazu:

Aber die Riesen nun, die von den Geistern und Fleisch gezeugt worden sind, wird man böse Geister auf Erden nennen, und auf der Erde werden sie ihre Wohnung haben. Böse Geister gingen aus ihrem Leibe hervor, weil sie von Menschen geschaffen wurden, und von den heiligen Wächtern ihr Ursprung und erste Grundlage herrührt; böse Geister werden sie auf Erden sein und böse Geister genannt werden. Die Geister des Himmels haben im Himmel ihre Wohnung, und die Geister der Erde, die auf der Erde geboren wurden, haben auf der Erde ihre Wohnung. Die Geister der Riesen werden böse handeln, Gewalttaten begehen, Verderben stiften, angreifen, kämpfen, Zertrümmerung auf Erden anrichten und Kummer bereiten; sie werden nicht essen, sondern hungern und dürsten und Anstoß erregen. Und diese Geister werden sich gegen die Söhne der Menschen und gegen die Weiber erheben, weil sie von ihnen ausgegangen sind.

Die Kinder blieben als böse Geister auf der Erde. Körperlos, aber nicht machtlos noch wirkunglos. Sie haben nämlich ein konkretes Ziel: die Erde wieder beherrschen zu können wie dereinst. Geht nur nicht: sie haben keine materielle Struktur (besser gesagt: definierte  holografische Form) mehr und können auch ihre alten Formen nicht mehr bilden, da Minotauren (und ähnliche Chimären) nicht mehr zur Grundstruktur des Hologramms gehören.

Vielleicht können sie menschliche Gestalt annehmen. Oder tierische Gestalt. Darüber – gibt es noch keine Geschichten. Aber auf andere Art können sie Einfluß nehmen: durch Ideen.

Woher die menschliche Erkenntnis kommt, ist bis heute unklar, aber Theorien gibt es genug: Erkenntnistheorien.

Wenig Berücksichtigung findet in diesen Artikeln die Theorie der Intuition … auf die sich u.a. Einstein bezieht:

Intuitiv klar schien es mir von vornherein, dass sich für einen solchen Beobachter alles nach denselben Gesetzen abspielen müsse wie für einen relativ zur Erde ruhenden Beobachter.“

Quelle: Lehrer-online

Auch Träume scheinen eine Rolle bei Schöpfung und Erkenntnis spielen zu können:

Bekannt ist, dass sich viele Naturwissenschaftler und Nobelpreisträger intensiv mit ihren Träumen befasst haben und nützliche Informationen und schöpferische Eingebungen gewinnen konnten. Hier einige Beispiele:

  • Niels Bohr, der Entdecker des Atommodells – er hat im Traum Atom und Elektronen gesehen
  • Kekulé – ihm erschien im Traum die für die Chemie wichtige Benzolringverbindung
  • Einsteins Relativitätstheorie – „… die Lösung kam über Nacht …“
  • Giuseppe Tartini (Violinist und Komponist) – sein berühmtestes Werk ist die Teufelssonate. Im Traum spielte der Teufel auf der Violine eine wunderschöne Melodie. Tartini versuchte sofort nach dem Erwachen diese Musik nachzuspielen.
  • Paul McCartney von den Beatles – träumte den Erfolgssong YESTERDAY

Quelle: Philognosie

Hier sei dann auch die Spekulation erlaubt, das nicht alle Ideen der menschlichen Wissenschaft unbedingt auf ihrem eigenen Mist gewachsen sein müssen – manches wurde vielleicht einfach nur „eingegeben“ um die Grundkonstanten der „Schöpfung“ (die wir uns einfach mal ohne den zu sehr belasteten Begriff „Gott“ vorstellen wollen) zu zerrütten, einerseits die Spaltung des Atoms, andererseits … die langsame Zerrüttung der Definitionskonstanten unserer Schöpfung durch „Chimären“.

Die Chimären-Forschung ist das zurzeit wohl umstrittenste Gebiet der modernen Biomedizin. «Jetzt machen sich Wissenschafter daran, sich über das letzte Tabu der natürlichen Welt hinwegzusetzen», umschrieb der Gentech-Kritiker Jeremy Rifkin vor einiger Zeit sein Unbehagen gegenüber den Mixturen von menschlichen und tierischen Zellen. «Mit den Chimären-Experimenten riskieren wir, die biologische Integrität unserer eigenen Spezies zu unterminieren.»

Quelle: NZZ.ch

Und hier schließt sich der Kreis. Während die einen von innen die Definitionskonstanten aufweichen und die Grundlagen der Schöpfung durch Kernspaltung zerrütten, gleichzeitig aber große Bestrebungen haben, die Anzahl von definierten und manifestierten „Ideen“ zu verringern (weshalb uns nicht umsonst das größte Artensterben der Geschichte erwartet, das ein gewissesn Vakuum an Ideen hinterläßt) , erledigen die anderen die gleiche Arbeit von außen, mit dem Ergebnis, das irgendwann die Rückkehr der Götter möglich sein wird – und die Manifestation der bösen Geister in ihren ursprünglichen Formen.

Hier … ist dann die Arbeit des Philosophen auch schon getan. Nicht „wahr“ oder „falsch“ gilt es zu beurteilen (das ist die Welt der einfältigen Dogmatiker und Inquisitoren), sondern nur „möglich“, „denkbar“ und allerhöchsten „wahrscheinlich“.

Persönlich halte ich den oben skizzierten Mythos für denkbar, möglich aber unwahrscheinlich.

Was mir an ihm gefällt ist, das er eine mögliche Erklärung dafür bietet, das die Welt trotz 60 Jahren UNO und Menschenrechten immer mehr ins Chaos stürzt – das deutet schon darauf hin, das wir es mit kriegstreibenden Kräften zu tun haben, die wir in vielen Fällen sogar genau benennen können: es stecken Konzerne und ihre Lobbyisten dahinter. Ästhetisch betrachtet paßt  die aufkeimende Korporatokratie zeitlich harmonisch zur Kernspaltung – so als ob da letzte Hürden eingerissen worden wären (auch diese Theorie habe ich mal „unterwegs“ aufgegriffen, weiß aber nicht mehr genau, von wem sie stammt. Der Erfinder möge sich bitte melden).

Letztlich nehmen Konzerne als juristische und politische „Wesen“ (was sie per Gesetz sind) im Vergleich zu Individuum in Ansicht ihrer Machtfülle die Position von Göttern in archaischen Gesellschaften ein, auch wenn – hoffe ich – noch niemand zum großen Walt Disney, zu Coca Cola oder Ford betet (aber wohl entsprechend ehrfürchtige Gefühle hegt – erst recht wenn es um den eigenen Arbeitsplatz geht).

Anders als andere mythische und religiöse Konstrukte stellen Konzerne allerdings  politisch, wirtschaftlich  und gesellschaftlich eine außerordentliche Gefahr da und sind – wie in dem Film „Corporation“ geschildert – als Psychopathen anzusehen.  Kein schöner Ausblick für die Zukunft – aber eine schöne Illustrierung für die neue Gestalt der alten Ungeheuer.

Was jedoch bei all dem nicht vergessen werden darf ist das, was uns die Religionswissenschaft (die als solche nichts mit Theologie oder Kirche zu tun hat bzw. haben sollte) ins Poesiealbum schreibt:

Die Befunde, die wir vor allem im interdisziplinären und internationalen Netzwerk der Evolutionary Religious Studies (ERS) austauschen, belegen immer stärker, dass wir es bei Religiosität – vergleichbar etwa zur Musikalität – mit einer biologischen Veranlagung zu tun haben, die nicht einfach Defekte markiert, sondern empirisch beschreibbar wichtige Funktionen im Leben von Menschen erfüllt hat und weiter erfüllt. [1, 2] Unsere Vorfahren und auch heutige Jäger und Sammler wussten und wissen dabei aber, dass es einen Unterschied gibt zwischen jener Realität, in der zum Beispiel Tiere sprechen und Helden zur Sonne klettern und der Realität, in der täglich gejagt, gesammelt und gelebt wird. Die Grenzen sind und bleiben jedoch stets fließend und manchmal streitig, auch können die Einsichten dieser Welten natürlich das Verhalten in der je anderen beeinflussen. Ich werde Ihnen aufzeigen, dass genau an dieser Bruchstelle, die viele Menschen verunsichert, seit Ende des 19. Jahrhunderts verstärkt Außerirdische gesichtet bzw. konstruiert werden.

Quelle: Blume-Religionswissenschaft

Insofern ist die Reduktion des Phänomens „UFO“ auf außerirdische Dampfmaschinen schon ein – verständlicher – Fehler. In einer älteren Dämonologie fand ich einmal den Hinweis darauf, das „Ufos“ nur die sichtbare Ausprägung der tausend Diener eines einzelnen Dämonenfürsten sind (von denen es sehr viele gibt).

Aber glaubt man Henoch, so ist auch dieses nicht ganz falsch.

Andererseits aber … muß man all jenen Kritikern der UFOs entgegenhalten, das ihre großen „Gegenkonstrukte“ gleich morgen in sich zusammenfallen, wenn auch nur eins dieser Dinge über Berlin schwebt.  Dann … ist es allerdings vielleicht schon zu spät.

Das wäre schon eine drolliges und absurdes Ende der menschlichen Geschichte: die Bibel hatte doch Recht – aber auf eine sehr unangenehme Art und Weise.

Und gerade kurz bevor wir verstehen, wie flüchtig und zerbrechlich „Wirklichkeit“ doch sein kann und warum wir unsere Frauen gerne in Burkas eintüten oder im Haus einsperren (ein archaischer Reflex, um sie vor aufdringlichen “ Gottessöhnen“ zu verbergen) , wie Welt auf mehrdimensionaler Art und Weise funktioniert, wird uns die Welt schon wieder genommen.

Für Letzteres brauchen wir allerdings keine UFOs, das Wirken der Konzerne reicht völlig aus. Folgen alleine Baukonzerne noch weiter der Logik der letzten fünfzig Jahre, dann ist die Erde in 100 Jahren zubetoniert. Dann gehört alles Saatgut gehört Monsanto und jeder Zwergstaat hat hundert Atombomben.  Aber vielleicht nehmen wir ja Konzerne und ihre Arbeit, ihre Wirkung in der Welt ernster, wenn wir die religiöse Dimension mit ins Spiel bringen – und den Bürgern aufzeigen, das David gegen Goliath denkbar und möglich ist.

PS: und was der Computer mit diesem Text rein optisch veranstaltet, entzieht sich meiner Verantwortung. Trotzdem möchte ich mich für die seltsamen Schriftbilder entschuldigen … sie entziehen sich allerdings völlig meiner Einflußnahme.

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