Moral

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Warum die Menschheit ausgerottet gehört – und ausgerottet wird. Über Elite und Gemüse.

Samstag, 15.9.2012. Eifel. Seltsame Gefühle treiben mich derzeit um. Das erste mal in meinem 52-jährigen Leben trauere ich um den scheidenden Sommer - so als ob es der letzte Sommer der Menschheit gewesen wäre. Und vor allem: was war das für ein Sommer! Keine einzige Kirsche war zu ernten - und kein Mückenstich zu verzeichnen. Nun, das mit den Mücken war vorherzusehen, die Welt hatte dies schon im Januar angekündigt: der laue Winter sollte dafür verantwortlich sein. Aber was war mit den anderen lästigen Insekten, die uns hier auf dem Land (mit Schafen, Ziegen, Pferden und Kühen in direkter Nachbarschaft) Jahr für Jahr plagen? Keine Bremsen, keine Marienkäfer, eine einzige Zecke - und trotz 5000 Kilometer Fahrstrecke mit dem PKW kaum Insektenreste auf dem Auto. Gut, das erspart die gründliche Wäsche - aber lässt einen etwas nachdenklich zurück. Schon als Kind dachte ich: was würde eigentlich die arrogante, eingebildete und von der eigenen grenzenlosen Überlegenheit völlig überzeugte Menschheit machen, wenn die Natur ... mal einen Tag durchschläft, wenn im Frühjahr einfach mal nichts blüht? Genau genommen ... wissen wir gar nicht, was Pflanzen eigentlich dazu bringt, jedes Jahr wieder aus dem Winterschlaf zu erwachen und für das Überleben der gesamten Tierwelt zu sorgen - uns eingeschlossen. Wir können einige Prozesse mit Begriffen aus unseren Theorien über Chemie beschreiben - was aber genau genommen nur den Beweischarakter von Verschwörungstheorien hat.  In den neunziger Jahren gab es eine Fernsehserie, die erstaunliche Dinge über das geheime Leben der Pflanzen zutage förderte: Erkenntnisse über ihre Wahrnehmungen, Empfindungen und über viele unerklärliche Wunder des Pflanzenreiches. Es mag sein, das es in hundert Jahren einmal ein so mutiges Werk über das Prekariat der Menschheit gibt, in dem man auch hier - zur Überraschung aller - feststellt, das die unnützen Esser in der Tat Gefühle hatten, bewusst kommunizieren und erstaunliche Intelligenz vortäuschen konnten. Nehme ich aktuelle Verschwörungstheorien ernst, dann wird es dann aber kein Prekariat mehr geben - die Bosse haben beschlossen, uns auszurotten (siehe Politaia.org).

Samstag, 15.9.2012. Eifel. Seltsame Gefühle treiben mich derzeit um. Das erste mal in meinem 52-jährigen Leben trauere ich um den scheidenden Sommer – so als ob es der letzte Sommer der Menschheit gewesen wäre. Und vor allem: was war das für ein Sommer! Keine einzige Kirsche war zu ernten – und kein Mückenstich zu verzeichnen. Nun, das mit den Mücken war vorherzusehen, die Welt hatte dies schon im Januar angekündigt: der laue Winter sollte dafür verantwortlich sein. Aber was war mit den anderen lästigen Insekten, die uns hier auf dem Land (mit Schafen, Ziegen, Pferden und Kühen in direkter Nachbarschaft) Jahr für Jahr plagen? Keine Bremsen, keine Marienkäfer, eine einzige Zecke – und trotz 5000 Kilometer Fahrstrecke mit dem PKW kaum Insektenreste auf dem Auto. Gut, das erspart die gründliche Wäsche – aber lässt einen etwas nachdenklich zurück. Schon als Kind dachte ich: was würde eigentlich die arrogante, eingebildete und von der eigenen grenzenlosen Überlegenheit völlig überzeugte Menschheit machen, wenn die Natur …  mal einen Tag durchschläft, wenn im Frühjahr einfach mal nichts blüht? Genau genommen … wissen wir gar nicht, was Pflanzen eigentlich dazu bringt, jedes Jahr wieder aus dem Winterschlaf zu erwachen und für das Überleben der gesamten Tierwelt zu sorgen – uns eingeschlossen. Wir können einige Prozesse mit Begriffen aus unseren Theorien über Chemie beschreiben – was aber genau genommen nur den Beweischarakter von Verschwörungstheorien hat.  In den neunziger Jahren gab es eine Fernsehserie, die erstaunliche Dinge über das geheime Leben der Pflanzen zutage förderte: Erkenntnisse über ihre Wahrnehmungen, Empfindungen und über viele unerklärliche Wunder des Pflanzenreiches. Es mag sein, das es in hundert Jahren einmal ein so mutiges Werk über das Prekariat der Menschheit gibt, in dem man auch hier – zur Überraschung aller – feststellt, das die unnützen Esser in der Tat Gefühle hatten, bewusst kommunizieren und erstaunliche Intelligenz aufweisen konnten. Nehme ich aktuelle Verschwörungstheorien ernst, dann wird es dann aber kein Prekariat mehr geben – die Bosse haben beschlossen, uns auszurotten (siehe Politaia.org).

Diesen Theorien stehen wir Menschen in aller Regel sehr ungläubig  gegenüber – und doch gibt es eine unbekannte (aber einflussreiche) Gruppe von Menschen, die offensichtlich schon eine Obergrenze für menschenwürdiges Leben auf diesem Planeten festgesetzt hat: die Georgia Guidestones nennen hier 500 Millionen als das absolute Maximum. Was mit den anderen 6,5 Milliarden geschehen soll, überlassen sie allerdings der Phantasie der Bewunderer dieses Ökomanifests.

Natürlich ist der Massenmord an 6,5 Milliarden Menschen für uns undenkbar, er würde jeder den Deutschen in den letzten Jahrzehnten mühsam anerzogenen Menschenfreundlichkeit diametral widersprechen – und wenn ich mich auf meinen Wanderungen durch die Medienwelt so umschaue, so scheinen mir die Exzesse des Dritten Reiches in Deutschland mehr und mehr in den Bereich der Phantasie zu wandern denn in den Bereich konkret ausgelebter Weltanschauung: so unglaublich sind die Vorfälle der Zeit von 1933-1945, das allein Hollywood ihnen eine angemessene Heimat geben kann – mit deutschen und österreischischen Schauspielern in den Hauptrollen.

Was war dort geschehen?

Eine Gruppe von Menschen hatte Theorien gebildet, die dem Verhältnis der Menschheit zur Pflanzenwelt entsprachen. „Mensch“ war der blonde, blauäugige Arier mit einer überlegenen genetischen Ausstattung, „Pflanze“ war der Jude, der Kommunist, der Zigeuner, der Christ, der „Andere“, der auch gerne mal der Nachbar sein konnte, dessen Frau/Auto/Haus/Grundstück/Vermögen der Parteibonze/Goldfasan (wie der Volksmund die damaligen „Leistungsträger“ nannte) gerne haben wollte.

Das System funktionierte toll, Berge von Goldzähnen machten aus armen Ariern reiche Stützen der Gesellschaft, wer nicht Arier war, konnte sich leicht in das Seelenleben einer Pflanze hineindenken: in jenen Zustand, wo man nur noch als materielle Substanz nützlich ist aber nicht mehr als Lebewesen gewürdigt wird.

Auch heute bildet eine Gruppe von Menschen Theorien über ihre eigenen Überlegenheit: ein „leadership-Gen“ teilt die neoliberal traktierte Menschheit in „gut“ und „böse“, in „wertvoll“ und „Ramsch“, in „Wolf“ und „Schaf“, in „oben“ und „unten“.

Ihre Argumente sind durchaus plausibel, denn wie es aussieht, arbeiten wir Normalschafe sowieso nur an unserer eigenen Vernichtung. Es ist ja nicht mehr die Frage, „ob“ die Welt untergeht, sondern nur noch „wie“. Werden wir an Plastik ersticken – oder ausgerottet, weil irgendwann eine zufällig in die menschliche Gensequenz eingeschleuste Plastikinformation unsere Fähigkeit Kinder zu bekommen eliminiert? Oder werden wir ausgerottet, weil die Klimakatastrophe den Planeten in einen für Säugetiere unbewohnbaren Staubklotz verwandelt? Schaffen wir es vielleicht doch noch, die große atomare Konfrontation zwischen China/Russland und den USA zu arrangieren? Immerhin arbeitet man gerade gezielt an Krisenherden (siehe z.B. Stern), die letztlich – wenn sie nicht gelöscht werden – den Einsatz deutscher Soldaten im Pazifik möglich machen, wenn wir im Rahmen der Nato-Verpflichtungen den USA zur Hilfe kommen müssen, die angegriffen wurden, als sie den Japanern beistanden.

Undenkbar? Wir sind schon wegen weniger in andere Länder einmarschiert.

Und der Rest? Wird uns doch Tag für Tag gepredigt. Das der „american way of life“ mit Einfamilienhaus, Zweitwagen, Swimming-Pool und jährlich wechselnden Komplettmöblierungen den Planeten in eine Mülldeponie verwandelt, ist doch heute jedem Deutschen klar: darum haben wir doch die gelben Tonnen vor jeder Haustür und verzichten mannhaft auf den Gebrauch von Bierdosen. Was wir dabei nur übersehen: jener „way of life“ ist der Hauptmotor der „Konjunkturlokomotive“ Amerika, siehe FTD:

Knapp zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung entfallen auf den Konsum. Ein ungewöhnlich hoher Wert. Mit der Ausgabenfreude der Verbraucher steht und fällt damit die Wachstumsdynamik in den USA.

Nur wenn der US-Konsument weiter fleissig an der Zumüllung des Planeten arbeitet, können wir die Weltwirtschaft retten.

Wenn der US-Konsument aber weiter fleißig an der Zumüllung des Planeten arbeitet (und Inder, Brasilianer und Chinesen ihm gleich tun), dann brauchen wir mehrere neue Planeten, die die Ressourcen für den „american-way-of-life“ liefern – und eine neue Heimat. Laut Stern sind wir Deutschen (Stand: 2011) immerhin noch auf Platz 6 der schlimmsten Klimasünder der Welt, in Deutschland selbst ganz vorne mit dabei: NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD), dessen 450-PS-Audi satte 20 Liter Sprit auf 100 Kilometer verbraucht (siehe Der Westen). So etwas kann man sich nur gönnen, wenn man bereit ist, hemmungslos auf die Lebensarbeitsleistung seiner Mitmenschen zuzugreifen und die Zukunft der Kinder gerne für einen steuerfinanzierten Geschwindigkeitsrausch auf der Autobahn verheizt.

Aktuell verbrauchen wir die Ressourcen von 1,5 Planeten – ab 2050 brauchen wir einen kompletten zweiten Planeten dazu (siehe Foodprintnetwork), der uns hilft, Ressourcen in Müll zu verwandeln. Der Wirtschaft geht es dann allerdings gut, wir werden eine ganze Reihe von theoretischen Werten auf den Konten haben – nur Güter wie Luft, Wasser und Nahrung werden etwas knapper werden – aber wer braucht das schon, wenn man Geld hat?

Frecherweise würde ich behaupten, das ein Großteil der Wissenschaftler, die den aktuellen Umweltdaten folgen, logischerweise einen rabiaten Abbau der Weltbevölkerung begrüßen werden … und ich denke auch, ein Großteil der moralinsauren Bundesbürger werden betreten wegschauen, wenn eine Bevölkerungsreduktion außerhalb Europas den eigenen überdimensionierten Lebensstil sichert: als Reichsbürger haben sie es schon mal getan und seit Hartz IV gibt es kaum einen Grund anzunehmen, das sich hier an der Grundeinstellung etwas geändert hat – oder ist es etwa übertrieben, zu behaupten, das die Menschen in Deutschland zum überwiegenden Teil weggeschaut haben, als Millionen ihrer Mitbürger zu menschlichem Unkraut degradiert wurden, zu nutzlosen Essern und „Parasiten“ (so SPD-Minister Clement, Parteigenosse der steuerfinanzierten „Umweltsau“ Jäger) und als Millionen von Kindern die Zukunft genommen wurde, als sie per Gesetz zu sozialem Abschaum deklariert wurden, der in Deutschland nie wieder eine Zukunft haben wird (siehe OECD-Bericht im Spiegel)? Nebenbei bemerkt – diese Entwicklung setzt sich aktuell in Spanien fort, siehe FAZ.

Das war – jedenfalls für pingelige Philosophen, die eher nach Prinzipien messen denn nach Parteipropaganda – ein großer Schritt … ein Schritt, der jetzt aktuell in größerem Maßstab nachgemacht wird, siehe Welt: 13-Stunden Tage, sechsmal in der Woche bis zum 67. Lebensjahr (natürlich bei sinkenden Stundenlöhnen) sollen Griechenland in ein Arbeitgeberparadies verwandeln, in das die deutsche Wirtschaft dann hemmungslos ihre Produktion verlegen wird … wenn der Deutsche nicht mitzieht. Wir kennen das Prinzip schon: die Agenda 2010 hat den deutschen Sozialstaat in ein Leiharbeitsparadies verwandelt, in dem jeder, der nur skrupellos genug ist, an der Arbeitskraft der Arbeitslosen super verdienen kann und dabei noch die Rendite der Superreichen fördert und jeder, der sich nicht verleihen möchte, mit der kompletten Streichung des Regelsatzes rechnen muss – was derweil schon zu ersten Hungertoten im eigentlich sehr reichen Deutschland geführt hat.

So gingen wir früher nur mit Nutzpflanzen auf dem Feld um – aber wir gewöhnen uns von Jahr zu Jahr mehr daran, das das auch mit Menschen (den „Kosten auf zwei Beinen“, die „nicht essen sollen, wenn sie nicht arbeiten“) geht, was zur Zunahme solcher hirnloser Eskapaden führt, die der Schraubenfabrikant Würth aktuell aufführt (siehe z.B. Spiegel): völlig abgehoben von jeglicher Normalität des bundesdeutschen Berufsalltages will er seine Aussendienstler nun ab 7.30 beim Kunden sehen – sonst droht Kündigung -, freuen wir uns also in Zukunft auf Würth-Mitarbeiter, die stundenlang auf Parkplätzen lagern, während ihre Kundern erst ab 9.00 ihre Geschäfte öffnen. Man fragt sich, was droht, wenn dieser Rüffel keine Erfolg hat – sollen die dann in Zukunft vielleicht schon ab 6 Uhr vor verschlossenen Türen stehen anstatt erst ab 8 Uhr?

Man schüttelt nur den Kopf über die Irrationalität solcher Provinzfürsten … und doch ist dies nur ein aktuelles Beispiel dafür, wie weltfremd aber siegessicher sich unsere „Elite“ gebärdet.

Und von diesen Menschen erwarten wir ernsthaft die Rettung der Welt – für alle?

Auch für Arbeitslose, Frührentner, Zigeuner, Schwule, Juden, faule Säcke und nutzlose Esser?

Undenkbar – erst recht in Zeiten, wo der Moslem an sich ebenfalls in die Kategorie „Unkraut“ fällt – mit zu erwartenden Folgen auch für deutsche Botschaften (siehe Welt).

Eher kann man erwarten, das die Elite (mit besten ökologischen Argumenten ausgestattet) mit einem mutigen Schnitt, einer beispiellosen Amputation dafür sorgen wird, das das Unkraut vom Feld verschwindet.  So denkt die Elite – und der deutschte Schraubenkönig demonstriert dies ungeniert in aller Öffentlichkeit. Sie werden sich sogar als Helden fühlen, als Menschen, die mit einer schier übermenschlichen Kraftanstrengung schmerzliche aber notwendige Einschnitte vornehmen mussten, um das Überleben der ganzen Menschheit zu sichern: Statuen, Gedenktage und Orden werden den „Rettern der Menschheit“ sicher  sein, die sprachlichen Muster, die dann angewandt werden, sind im Faschismus ausprobiert worden, finden aktuell bei jeder Sozialkürzung Verwendung und gehören zum Standardvokabular der Euroretter, wenn sie von ihren „alternativlosen Einschnitten“ fabulieren.

Es ist somit nach der betriebswirtschaftlichen Logik des Marktes nicht die Frage, ob es eine Bevölkerungsreduktion gibt, sondern nur, wann sie in die heiße Phase eintritt und wen es zuerst trifft.

Zu ungeheuerlich?

Illustrieren wir die aktuellen Ungeheuerlichkeiten anhand eines weiteren Beispiels, das fast für eine Unzahl von Kältetoten in Deutschland gesorgt hätte – oder noch sorgen wird: laut Handelsblatt wollen führende Stromversorger ihre Kraftwerke abschalten – mit möglichen katastrophalen Folgen für die Stromversorgung Deutschlands im kommenden Winter. Ohne Strom werden viele Ölheizungen nicht laufen, viele Arme werden sich keine Alternativen erlauben können und bei entsprechenden Temperaturen einfach eingehen. So etwas nimmt die deutsche Wirtschaft im Jahre 2012 ernsthaft in Kauf – weil sie zu wenig Gewinne macht.

„Ausdrücklich: Ich denke nicht daran, den Außendienst abzuschaffen, appelliere aber an Sie alle, die Geduld der Zentrale nicht zu überfordern.“

So wird der Schraubenkönig im oben genannten Spiegelartikel zitiert.

Ausdrücklich: Wir denken nicht daran, den Sozialstaat abzuschaffen, appellieren aber an Sie alle, die Geduld der Regierung nicht zu überfordern“ – das ist die politische Botschaft der Agenda 2010, die sich nun europaweit durchsetzt.

Ausdrücklich: Wir denke nicht daran, den Menschen abzuschaffen, appellieren aber an alle, die Geduld der Elite der Entscheidungsträger  nicht zu überfordern“ – so mag die Botschaft der Zukunft aussehen – und mehrheitlich würden wir uns der betriebswirtschaftlichen Logik dieses Denkens Widerspruchslos anschließen.

So gesehen … ist es nicht unglaublich, das die Elite die Menschheit ausrotten will, sondern eher, das sie es noch nicht getan haben.

Gründe dafür gäbe es genug.

Was hätten wir aber für eine Menschheit werden können, wenn wir die Botschaft über das „geheime Leben der Pflanzen“ in den neunziger Jahren verinnerlicht und ein partnerschaftliches Verhältnis zum Gemüse aufgebaut hätten: wir wären fern von jeder Sozialreform und überrascht, wieviel empfindungsfähiges Leben es wirklich auf diesem Planeten gibt …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie der Finanzkapitalismus mit leistungslosem Einkommen erst Europa und dann die Welt gezielt zerstörte.

Wie der Finanzkapitalismus mit leistungslosem Einkommen erst Europa und dann die Welt gezielt zerstörte.

Mittwoch, 9.5.2012. Wer denkt, das heute nichts los ist in der Welt, der irrt. Sehr sogar. Wir leben in einzigartigen Zeiten des Umbruchs … und tanzen am Abgrund wie noch nie. Nur wenige wollen es wahr haben – aber unsere Superparty ist vorbei. Noch steht Schnaps reichlich auf der Theke, aber die Vorratskammer für Lebensmittel ist leer. Deshalb hält Reinhold Messner seine Burg für seine beste Investition … und seine drei Bauernhöfe:

Mittlerweile habe ich drei Bauernhöfe. Dort produziere ich alles, was ich zum Leben brauche, vom Holz bis zum Wein. Die bringen zwar momentan nichts, aber dorthin kann ich mich zurückziehen, wenn die Krise schlimmer wird.

Zustände wie im alten Rom? Richtig. Der Philosoph Peter Sloterdijk sagt im Handelsblatt deutlich, was auf uns wartet:

Ich habe einen anderen schlimmsten Fall vor Augen, die vollkommene allgemeine Demoralisierung. Auf die steuern wir zu.

Diese vollkommen allgemeine Demoralisierung wurde gezielt gesteuert.

Seit Jahrzehnten leben wir in einer gespenstischen Atmosphäre, in der ständig verrückt machende Doppelbotschaften auf die Menschen einprasseln: Sie sollen zugleich sparen und verschwenden, sie sollen zugleich riskieren und solide wirtschaften, sie sollen hoch spekulieren und mit den Füßen auf dem Boden bleiben. Auf die Dauer führt das zu einer absoluten Zermürbung. Derselbe demoralisierende Effekt geht auch von der Tatsache aus, dass die leistungslosen Einkommen rasend schnell wachsen. Das vergiftet die jungen Leute, weil sie anfangen, sich in Scheinkarrieren hineinzuträumen.

Nun – es ist nicht Sloterdijks Meinung, das das gezielt gesteuert wurde, sondern meine. Glaubt jemand wirklich, das die Schauspieler einfach zu ihren geldgeilen Bossen gehen und sagen konnten: gib´ mir anstatt 500000 Dollar für die Rolle 60 Millionen und damit durchkamen? Das ein Modell einfach so von heute auf morgen sagen konnte: nee, ich will jetzt aber 5 000 000 für das Photo anstatt 2000 Euro wie üblich? Oder das Fussballspielen wirklich 33 Millionen Euro wert ist? Das Geld kann kein normaler Mensch in seinem Leben ausgeben – es sei denn, er stürzt sich in den hemmungslosen Konsum unnützer Dinge, die keine braucht.

Hinter diesen Summen stecken Überlegungen und Gedanken (es sei denn, man glaubt, das Superreiche Geld verschenken und Jesus nächste Woche Präsident der USA wird), da wurde nicht gwürfelt, da wurde bewusst entschieden, den Wertekanon der Gesellschaft mit finanzieller Gewalt umzudrehen, die Jugend der Welt sollte fort von den Hippiephantasien eines glücklichen, friedlichen, verantwortungsbewußten freien und selbstbestimmten Wesens gelockt werden hin zu gedankenloser „Leistung“ und einem umweltzerstörerischen Konsumrausch ohne Ende.

Die Methode war denkbar einfach: man überschüttete einfach junge Leute mit Geld. Egal, ob sie Fussball spielten, schlecht sangen, superkünstlich aussahen oder einfach nur keinen Schulabschluss hatten: der Konzern überschüttete sie mit Geld. Manche durften „Boy Groups“ werden, manche wurden Broker, andere bekannte Modells – aber alle wurden sie superultrareich. Die Konzerne kaperten nebenbei die gesamte Musikszene, das Kapital dafür wurde von den Banken gerne zur Verfügung gestellt. Da die das Geld quasi aus dem Nichts schaffen durften, hatte bei diesem Riesenumbauprozess der Gesellschaft niemand wirklich finanzielle Risiken zu tragen – ausser natürlich die „Arbeitnehmer“, bei denen erstmal kräftig gespart wurde: wir bekamen „Promis“ anstelle von Sozialleistungen.

Diese Doppelbotschaften, die auf die Menschen einprasselten, hatten einen gemeinsamen Ursprung: die Konzerne hatten in einer konzertierten Aktion beschlossen, die Bedrohung der konsumfeindlichen Hippiekultur auszulöschen: nie zuvor hatte jemand das Establishment so sehr in Gefahr gebracht wie jene Aussteigerwelle, die vor allem gebildete Menschen erfasste. Mit Hitler, Stalin und allen übrigen Diktatoren der Welt konnte man gut Geschäfte machen, aber diese „love-and-peace“-Typen zogen der Maschine einfach den Stecker ´raus – das sah jeder Geschäftemacher sofort ein. Diese Kultur war für den Kapitalismus so gefährlich wie Kennedy für Vietnam-Aufträge der Militärindustrie, also musste sie weg.

Es war ja auch erfolgreich … aber das leistungslose Einkommen von „Promis“ hat einfach einen Riesenpreis, den wir jetzt alle zahlen müssen. Je länger wir mit der Bezahlung warten, umso größer wir die Rechnung werden. „Schwere Zeiten“ sagt Warren Buffet der Eurozone im Manager-Magazin voraus. Die fangen für manche deutsche Firmen gerade jetzt schon an – die Stromrechnungen werden unbezahlbar. Der globale Ausblick ist noch katastrophaler, der Club of Rome macht klar, das die Urlaubsflieger- Traumschiff- SUV-Kultur völlig am Ende ist … mit Folgen nicht nur für die Umwelt, siehe Spiegel:

Bis 2052 werde es weniger Armut in den Entwicklungsländern, jedoch mehr Armut und Ungleichheit in den Industriestaaten und überall mehr Umweltzerstörung geben, schreibt der argentinische Investmentmanager Carlos Joly in seinem Ausblick für den Report „2052“. Zugespitzt formuliert sei der Grund für den Niedergang im Westen der „Triumph des Finanzkapitalismus“.

Dabei ist der „Triumph des Finanzkapitalismus“ schon jetzt für gravierende Schäden verantwortlich, schon jetzt sterben viele Menschen aufgrund von „Hilfspaketen“: die Selbstmordraten in europäischen Ländern steigen dramatisch. Kein Wunder – die Staat versorgt die Banken mit nahezu unbegrenzten Kapitalmengen zu  einem Euro Zinsen, welches die dann für bis zu 18 Prozent Zinsen an die Staaten weiterverleihen: so kann jeder Dummkopf Millionär werden … wenn der denn skrupellos genug ist. Wie eine normale Volkswirtschaft dieses leistungsloses Einkommen aber finanzieren soll – das weiß keiner.

Von diesem System leben viele gut – wahrscheinlich ein Grund, warum die gebildete Presse in Deutschland so vehement den aktuellen Selbstmordkurs verteidigt, siehe Nachdenkseiten:

Da stellt sich unweigerlich die Frage, ob Medien, die ganz offen die Interessen der Eliten und der Finanzlobby über die Interessen des Volkes stellen, überhaupt noch der freiheitlich demokratischen Grundordnung entsprechen.

Sieht so eine Berichterstattung aus, die das Volk als Souverän respektiert? Wohl kaum. So sieht vielmehr eine Berichterstattung aus, die die Interessen der Finanzmärkte als Souverän respektiert und akzeptiert. Angela Merkels Leitbild der „marktkonformen Demokratie“ wurde mittlerweile kritiklos von den Medien übernommen. Jede Art von Politik, die „die Märkte verunsichern“ könnte, wird verteufelt, Kritik an der neoliberalen Agenda ist unerwünscht.

Das machen die Medien nicht selbstlos. In Zeiten steigender Arbeitslosigkeit unter Journalisten ist ein sicherer Platz bei den großen unkritischen Werbeblättchen wie Spiegel oder Focus Gold wert, wo andere Hartz IV kriegen kann man selber eine Pferdezucht aufbauen – ein Grund weshalb wir in Deutschland so wenig von der Brisanz der Krise wissen, eher am Rande davon erfahren, das auch unsere Städte hochverschuldet vor dem Aus stehen.

Das es in Deutschland auch anders geht, machen Linke und CSU vor, siehe Handelsblatt:

„Wer den Nutzen hat, muss auch den Schaden tragen“, zitiert Wagenknecht den Wissenschaftler der Freiburger Schule und fordert, dass die griechischen Millionäre und Multimillionäre über eine Vermögensabgabe für das Griechenland-Desaster zu Verantwortung gezogen werden sollten. Denn sie hätten letztlich mit ihren Profiten den Staat zugrunde gerichtet. Daher sei es besser, die Euro-Politiker strichen Griechenland sämtliche Schulden und bürdeten diese den Reichen auf.

Das beeindruckt dann auch Gauweiler, der es vor allem imposant findet, wie Wagenknecht die knallharte Marktwirtschaftlerin gibt.

Machen wir die Staatsschulden doch zu den Schulden der Reichen: die haben doch auch das Geld, sie zu begleichen. Die Armen können angesichts der Horrorschulden einfach nur verzweifeln und sich umbringen: denen zahlt keiner 60 Millionen Dollar, auch wenn sie noch so gut im dörflichen Fussballverein oder der Theatergruppe der Volkshochschule mitspielen. Wäre doch besser, als die öde Reichensteuer. Wir legen einfach die gesamten Schulden auf die zehn Prozent um, die  – mit stark steigender Tendenz – 2007 schon über 60 % des gesamten Vermögens hatten.

Warum wir als Bürger dies fordern müssen? Vielleicht mal ein akutelles Beispiel zur völlig demoralisierten Gesellschaft aus China: dort schlachtet und schreddert man schon Babys, um sie als Drogen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit zu verkaufen, siehe Welt.

18% Zinsen erwirtschaftet man halt nicht mit normaler menschlicher Leistungsfähigkeit … da muss man schon zu ganz neuen Methoden greifen, um da noch mithalten zu können.

Was die Herren des Geldes davon haben?

Darüber darf ich mich nicht äußern, Theorienbildung in politischen Bereichen gilt in der westlichen Welt als „unfein“.

Ich weiß auch, warum.  Ich habe die „Süddeutsche“ gelesen:

Verschwörungstheorien gelten als unfein. Aber es gibt doch, so Streeck, Verschwörungen. Wer die Krise verstehen will, muss die „geballte Präsenz“ der „Goldmänner“ in der amerikanischen Politik und inzwischen global ebenso zur Kenntnis nehmen wie die absurde Tatsache, dass man als Rettungssanitäter regelmäßig die ruft, die den Wagen an die Wand gefahren haben. Man muss von den Machttechniken der Experten reden.

Wird die Bezahlpresse aber zum Organ der Goldmänner, dann werden Theorien über ihre globalen Verschwörungen ganz schnell enorm geschäftsgefährdend.

Wäre nicht schön, wenn alle Bürger wussten, das Goldman-Sachs aus Staaten „Inkassoagenturen im Auftrag einer globalen Oligarchie von Investoren“ gemacht hat.

Das fänden die Oligarchen unfein.

Nicht unfein ist die Behauptung, das die Welt gezielt zerstört wurde.

Das läßt sich relativ gut belegen.

 

 

Weihnachtsansprache Eifelphilosoph: unser tägliches Elend gib uns heute …

24.12.2011. Weihnachten. "Heilig Abend". Zeit für eine Ansprache. Ist ja so üblich in dieser Zeit - für den Bundespräsidenten sind mir ja schon ein paar Worte eingefallen ... er hat leider andere gewählt, was ich schade finde. Ich denke, die Bürger Europas hätten eine Chance verdient, zu erfahren, wo denn ihr Platz im "neuen amerikanischen Jahrhundert" ist: auf der Straße, aber nicht als Demonstranten, sondern als Obdachlose. Als ich vor fast drei Jahren anfing - mehr ein Ergebnis von Zufällen und karnevalsbedingter Langeweile - einige Gedanken ins Netz zu stellen, war ich ein sehr optimistischer Mensch. Meine Ziele wären gewesen - wenn es überhaupt welche gegeben hätte - ein Lob der Armut zu schreiben, weil mich die durch staatliche Gewalt erzeugte Armut und Hoffnungslosigkeit bei den jungen, den alten, den kranken und den geistig nicht auf Hochleistung getrimmten (aber trotzdem oft sehr anständigen) Mitmenschen ankotzte.  Demut und Bescheidenheit sind wichtige Bestandteile überlebensfähiger Gemeinschaften - überzeugend leben kann man eine solche Geisteshaltung dann, wenn man glücklich damit wird. Man sollte stolz darauf sein können, mit wenig auskommen zu können - Diogenes hat daraus eine Philosophie des Glücks gemacht.

24.12.2011. Weihnachten. „Heilig Abend“. Zeit für eine Ansprache. Ist ja so üblich in dieser Zeit – für den Bundespräsidenten sind mir ja schon ein paar Worte eingefallen … er hat leider andere gewählt, was ich schade finde. Ich denke, die Bürger Europas hätten eine Chance verdient, zu erfahren, wo denn ihr Platz im „neuen amerikanischen Jahrhundert“ ist: auf der Straße, aber nicht als Demonstranten, sondern als Obdachlose. Als ich vor fast drei Jahren anfing – mehr ein Ergebnis von Zufällen und karnevalsbedingter Langeweile – einige Gedanken ins Netz zu stellen, war ich ein sehr optimistischer Mensch. Meine Ziele wären gewesen – wenn es überhaupt welche gegeben hätte – ein Lob der Armut zu schreiben, weil mich die durch staatliche Gewalt erzeugte Armut und Hoffnungslosigkeit bei den jungen, den alten, den kranken und den geistig nicht auf Hochleistung getrimmten (aber trotzdem oft sehr anständigen) Mitmenschen ankotzte.  Demut und Bescheidenheit sind wichtige Bestandteile überlebensfähiger Gemeinschaften – überzeugend leben kann man eine solche Geisteshaltung dann, wenn man glücklich damit wird. Man sollte stolz darauf sein können, mit wenig auskommen zu können – Diogenes hat daraus eine Philosophie des Glücks gemacht.

Die Jahre zuvor hatte ich mir eine Medienabstinenz verordnet. Ich wußte jahrelang gar nicht, was in diesem Land geschieht – und auch nicht, was in der Welt geschah. So etwas kann schon von ganz allein glücklich machen … auch wenn es nicht sonderlich verantwortungsbewußt ist. Umso verwunderter war ich dann, als ich mir nach und nach wieder mehr Kenntnis der politischen Welt erarbeitete. „Das darf doch alles nicht wahr sein … “ war noch das Geringste, was ich mir dachte.

Anfangs war ich noch etwas optimistisch … das war ja auch noch 2009. Aus einer Laune heraus hatte ich mich auch mal der Regierungsverantwortung gestellt … und mal überlegt, was man anstoßen könnte, wenn man König von Deutschland wäre. Keine große Meisterleistung, dieses Gedankenexperiment, aber dafür fehlt mir auch die Zeit. Wie alle anderen Bundesbürger auch arbeite ich 14 Stunden am Tag … da bleibt wenig Zeit für Muße. Mir wäre es ja auch eher wichtig, dem Bürger verständlich zu machen, das ER der BOSS ist im Jahre 2011, das es in Zeiten wachsender feudalistischer Strukturen wieder Sinn macht, sich zu festen Gemeinschaften zusammenzuschließen … so wie man sich im Mittelalter zu freien Städten zusammenfand, um der Macht des Adels entfliehen zu können.

„Stadtluft macht frei“ – hieß es früher … heute denkt man eher daran, das Stadtluft den frühen Tod durch Abgase oder Nachbarn bringt, weshalb man – unbequemerweise – das Mittelalter nicht einfach kopieren kann.

Der Ruf nach mehr Gemeinschaft kommt auch aus der Wirtschaft, siehe Handelsblatt:

Auch der einstige BASF-Chef Jürgen Hambrecht beschäftigt sich mit diesen Themen: „Wir haben in Deutschland heute viele Krankheitssymptome, die daher kommen, dass viele gesellschaftliche Gruppen ihre eigenen Agenden fahren.“ Seine Forderung: „Wir brauchen eine Agenda Deutschland, ein gemeinsames Anpacken aller.“

Leider präsentieren sich die wirtschaftlichen Entwicklungen eher so, das man solche sinnvollen Appelle in Deutschland eher so verstehen kann, das die Galeerensklaven nun Vollgas geben sollen, weil der Manager Wasserski fahren will – aber generell zustimmen kann man diesen Thesen schon: es existieren eine Vielzahl von Agenden zur progressiv steigenden Privatisierung des Volksvermögens, aber keiner hat mehr einen Plan, wie das Schiff Detuschland denn noch weiter segeln können soll, wenn viele sich aus dem Segeltuch einfach nur feine Anzüge nähen.

Im Jahre 2011 haben wir zusätzlich eine neue Lektion gelernt. Selbst wenn sich das Volk – in Anlehnung an die Staatstheorie Hobbes – einen Kaiser wählen würden (oder einen erfolgreichen marxistischen Revolutionär hervorbrächte) wie es die Franzosen nach der Revolution taten (zuzutrauen wäre es den Deutschen … einen Österreicher hatten sie ja schon mal als Führer gewählt), so wüssten wir heute, was geschehen würde: unser Rating würde in den Sturzflug übergehen. Selbst wenn wir zu einer Ausnahmeregelung greifen würden, einer Regelung, die schon demokratische nordamerikanische Indianerstämme in Kriegszeiten als unumgänglich ansahen – einen Kriegshäuptling zu wählen, der das Notwendige anpackt, um den Stamm vor Übel zu bewahren und die Feinde von den eigenen Jagdgründen zu vertreiben – so würden wir umgehend von den Finanz- und Warenströmen abgeschnitten werden.

2011 sind wir politisch so ohnmächtig geworden, das selbst Imperatoren dem Souverän keinen Schutz mehr bieten können: das hat das EU-Theater deutlich genug demonstriert.

2005 würde in Deutschland eine ganze Volksgruppe stigmatisiert und zur Entwürdigung und Erniedrigung frei gegeben – obwohl sie genauso wie Politiker, Ärzte, Beamte und ARGE-Mitarbeiter vom Geld der Steuerzahler lebten (und das auf viel niedrigerem, bescheidenerem und ökologisch sinnvollerem Niveau), wurden sie zu „Parasiten“ und „Schmarotzern“ gemacht, deren Lebensberechtigungsscheine jederzeit entzogen werden können.

2011 wird der Vorgang wiederholt – nun mit einem ganzen europäischen Land, dem offiziellen Mutterland des demokratischen Gedankens. Wir pumpen Milliarden in ein Land, damit dort die Obdachlosigkeit steigt … und alle finden das normal.

Warum das so ist, kann uns vielleicht Georg Diez beantworten, der heute in Spiegel Gedanken zu Weihnachten veröffentlicht:

Weihnachten, das hätten wir also etabliert, ist das unmögliche Fest, das den Menschen in seiner grenzenlosen Willfährigkeit zeigt, all das zu tun, was von ihm erwartet wird, und das dann Glück zu nennen.

Deshalb lieben die Menschen Weihnachten so sehr.

Ein Artikel, der mir als Weihnachtsansprache des Präsidenten gefallen hätte, weil er den Blick auch auf unseren Alltag lenkt – einen Alltag, der voller Streß und Hetze ist, weil wir nicht nur zu Weihnachten tun müssen, was von uns erwartet wird.  Karneval, Halloween, Ostern (die ersten Schmucksachen sah ich letzte Woche bei TEDI – alles für einen Euro): unser Leben wird zunehmen mehr durchgeplant – MAN sagt uns an allen Ecken und Enden, was MAN von uns erwartet … und wir rennen um unser Leben, um auch ja alles zu erfüllen.

Schon mal überlegt, WER diese NORMEN SETZT?

Die fallen nicht vom Himmel – hinter jedem TREND steckt ein kluger Kopf. Über die dürfen wir aber nicht reden … dann ganz schnell kam man – wenn man Mächtigen mit Geld, Verbindungen und Einfluss ABSICHTEN unterstellt, in eine finstere Asozialenecke gestellt werden: die Ecke der „Verschwörungstheoretiker“, die das endgültige AUS bedeutet. Wir schließen lieber von uns auf andere und denken, das auch die Superreichen von ihren vielen Termine zu Tode gehetzt werden.

Das ist allerdings ein verhängnisvoller Irrtum – wie ein Blick in deren Terminkalender zeigen würde, wenn man ihn nehmen dürfte. Ein Blick in die Klatschmagazine beim Friseur tut es aber auch.

Wer ist nun dieser MAN, der uns sagt, was wir tun sollen?

Ein großer, flacher Bildschirm, vor dem wir immer mehr Zeit verbringen – als Gruppe und als Individuum mit steigendem Alter – um ja nichts von dem zu verpassen, was MAN uns sagt. Dort zeigt man uns, was MAN anzieht, was MAN isst, wie MAN Kinder macht, erzieht und ihre Zimmer einrichtet, wie MAN seine Frisur zu gestalten hat, wo MAN Urlaub macht, wie MAN seine Freizeit gestaltet, immer mit dem kleinen Wink: „DAS MACHEN JETZT ALLE SO!

Und wir machen freiwillig mit, weil wir das glauben, denn wir nicht mitmacht … bekommt ganz schnell „PROBLEME AM ARBEITSPLATZ“, die zur Aussortierung und Endlagerung bei der örtlichen ARGE (Neusprech: JOBCENTER) führen. 

Und kaum einer denkt sich etwas dabei, das wir Jahr für Jahr mehr erleben, wie unsere ehedem auf Werten wie FREIHEIT, GLEICHHEIT, BRÜDERLICHKEIT gegründete Gesellschaftsordnung mehr und mehr abschaffen zugunsten einer Gesellschaftsordnung, die ABHÄNGIGKEIT, FEUDALISMUS und immerwährende hasserfüllte FEINDSCHAFT also neue Leitwerte implantiert.

Natürlich glauben wir daran, das der ZUFALL diese gleichlautenden Botschaften auf die Mattscheibe bringt. ZUFALL – das haben die Naturwissenschaften bewiesen – ist der Motor aller Entwicklung … und weil man für die Verbreitung dieser Botschaft gut bezahlte Jobs bekommt (den den guten alten „Beruf“ 2011 vollständig verdrängt haben), ist sie auch in allen Köpfen präsent und wird automatisch auf alle Lebensbereiche übertragen. Vorbei die Zeiten, in denen man noch wissen durfte, das ein guter Führer nichts dem Zufall überlässt – weshalb die Superreichen viel Geld für einen großen Beraterstab ausgeben, während wir ratlos vor dem Fernseher sitzen und das alles beim besten Willen nicht mehr sortiert bekommen, ohne finsterste irrationale Kräfte wirken zu sehen.

Deshalb: besser gar nicht erst sortieren, sondern besser funktionieren und machen, was einem gesagt wird.  Das das Unsinn ist, wußte schon jener Diogenes, von dem ich zu Anfang sprach:

Für Diogenes ist der Mensch Sklave seiner eigenen künstlichen Bedürfnisse. Dies sei eine Folge der vielen Hilfsmittel, die er sich ersonnen hatte, um ein möglichst bequemes und angenehmes Leben zu führen. Bequemlichkeit ist demnach für Diogenes der Ursprung von künstlichen Bedürfnissen und diese seien schlecht. Der Irrtum der Menschen sei es, Bequemlichkeit mit Freiheit zu verwechseln. Denn die Suche nach zivilisatorischen Errungenschaften, nach möglichst genussvollem Leben, bedeutet in der Konsequenz auch die Sorge um den Verlust des Errungenen. Damit führt ein bequemes Leben zur Unfreiheit des Menschen.

So etwas nimmt man auch heute wahr:

Peter Sloterdijk fasst die Kritik mit heutigen Begriffen zusammen: „Ideale, Pflichtideen, Erlösungsversprechen, Hoffnungen auf Unsterblichkeit, Ziele des Ehrgeizes, Machtpositionen, Karrieren, Künste, Reichtümer. Aus kynischer Sicht sind das alles Kompensationen für etwas, was sich ein Diogenes erst gar nicht rauben läßt: Freiheit, Bewußtheit, Freude am Leben.“

So gesehen arbeiten wir alle mit Hochdruck daran, uns unsere Freiheit stehlen zu lassen. Was Diogenes von unserer dekadenten, entarteten Suizid- und Schmarotzerkultur halten würde, kann sich jeder selbst denken:

Diogenes predigte die Bedürfnislosigkeit. Er pflegte zu sagen, „es sei göttlich, nichts zu bedürfen, und gottähnlich, nur wenig nötig zu haben.“ Denn wer nichts bedarf, der kann auch nichts verlieren, der muss sich auch keine Sorgen um Verlust machen, der kann einfach leben. Doch sollte diese Art der Bedürfnislosigkeit nicht falsch verstanden werden. Es handelt sich hier nicht um einen Asketismus der Selbstgeißelung und der Demut, wie ihn beispielsweise das Christentum später gelegentlich praktizierte. Diogenes praktiziert Bedürfnislosigkeit weder um ihrer selbst, noch um eines anderen Menschen oder eines Gottes Willen.

Diese Freiheit, diese Bewußtheit, diese Freude am Leben müssen wir uns erst einmal wieder zurückerobern – auch mit Gewalt. In erster Linie bedarf es hier der Gewalt gegen jene Stimmen in uns selbst, die die Marketingabteilungen der Großkonzerne in uns hineingelegt haben … jenes überwältigende Über-Ich der Werbegurus, das wir täglich mehrere Stunden lang mit neuen Updates füllen. Dann Bedarf es der Gewalt gegen das Außen, wo wir alles unternehmen sollten, jenen Botschaften zu entgehen.

Und dann … als freie Menschen … können wir anfangen, aus den Trümmern der Konzernwirtschaft wieder eine Marktwirtschaft aufzubauen, in der ARBEIT mehr Wert hat als virtuelles BUCHGELD.

Ansonsten – so fürchte ich gerade – wird uns nichts anderes übrig bleiben, als zu beten: unser tägliches Elend gib uns heute …

Und ich bin mir sicher, das es in den nächsten Tagen wieder eine ganze Menge Elend geben wird, nachdem unterm Baum entschieden wurde, wer jetzt der Sieger ist.

Den Lesern meiner inzwischen viel zu langen Artikeln möchte ich trotzdem Dank sagen für die Geduld mit meinen Wortschwällen und ein frohes Fest wünschen – und vor allem: besinnliche Tage. Dazu kann man den Großkonsumtag vielleicht nutzen … sich darauf zu besinnen, das es auch anders gehen könnte, wie zum Beispiel bei jenem denkwürdigen „Weihnachtsfrieden“ von 1914, an den aktuell die Welt erinnert:

Es war Krieg, aber keiner wollte schießen: An Weihnachten 1914 kamen mitten im 1. Weltkrieg die Gegner aus den Schützengräben und feierten gemeinsam.

Wie, fragt man sich, wäre die Geschichte verlaufen, wenn die Soldaten einfach weitergemacht hätten mit Pudding essen und Zigaretten rauchen, mit Frieden schließen? Die meisten Offiziere billigten zunächst die Verbrüderungen. Doch an einigen Abschnitten dauerten sie zu lang, teilweise bis in den Januar hinein. Die Angst der Befehlshaber, die Soldaten würden gar nicht mehr kämpfen, wuchs. 

Spannende Gedanken, oder?

Wir wäre unsere Geschichte 2011 weiter verlaufen, wenn wir alle aus unseren Gräben, durch die wir Tag für Tag getrieben werden, herauskommen wären und mit unseren Mitmenschen Weihnachtslieder gesungen hätten?

Was zu erwarten wäre? Was auch damals geschah:

Drastische Disziplinarmaßnahmen wurden angedroht. Es musste weitergehen. Bisweilen soll es zu Szenen gekommen sein, in denen die Soldaten auf die Schießbefehle nicht reagiert hätten. Kurze Momente des Widerstands, der bald gebrochen wurde. 

ES MUSSTE WEITERGEHEN!

Das würden wir heute auch zu hören bekommen.

Aber ehrlich: warum sollte ein Prozess, in dem Menschen, die sich nicht kennen aber gut zusammen feiern können, sich gegenseitig aufs Übelste massakrieren, weitergehen müssen?

Warum sollte ein Prozess, der die Erde mit tödlicher Sicherheit in einen plastikverseuchten, lebensfeindlichen Müllplaneten verwandelt, einfach so weitergehen müssen?

Aus Faulheit, Bequemlichkeit und Anpassungswahn – was sonst?

Vielleicht hilft etwas Besinnung, uns klar zu machen, das Weihnachten 2011 unsere allerletzte Chance ist.

Dann hätte dieses Fest doch wieder einmal den Sinn, den es eigentlich haben sollte – oder?

 

 

Weihnachtsansprache Bundespräsident

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger.  Wieder einmal ist Weihnachtszeit. Wieder einmal sitzen die Bürger sehnsüchtig an den Bildschirmen um einige aufmunternde Worte ihres Staatsoberhauptes zu empfangen. Doch dieses Jahr muß die Ansprache leider ausfallen denn ... der Bundespräsident ist momentan noch dabei, eine Liste derjenigen Menschen zu erstellen, von denen er kleinere Gefälligkeiten erhalten hat. Das kann dauern. Der deutsche Bürger hat jedoch ein paar Worte verdient - weshalb sich ein kleiner unbedeutender Eifelphilosoph daran macht, für das Volk ein paar Worte zu spenden - weil das Volk die Wahrheit verdient hat. Sie kommt zu spät, diese Wahrheit, sie ist unbequem, sie macht Angst ... und wird dazu führen, das die Bürger dieses Landes sich ohnmächtig, hilflos und restlos ausgeliefert fühlen. Da fühlen sie auch richtig. Vielleicht - geht aber auch mal ein Ruck durch dieses Land, wir trauen uns, eine geistig-moralische Wende durchzuführen, die schon von Helmut Kohl angekündigt worden war, aber nie durchgeführt worden ist.

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger.  Wieder einmal ist Weihnachtszeit. Wieder einmal sitzen die Bürger sehnsüchtig an den Bildschirmen um einige aufmunternde Worte ihres Staatsoberhauptes zu empfangen. Doch dieses Jahr muß die Ansprache leider ausfallen denn … der Bundespräsident ist momentan noch dabei, eine Liste derjenigen Menschen zu erstellen, von denen er kleinere Gefälligkeiten erhalten hat. Das kann dauern. Der deutsche Bürger hat jedoch ein paar Worte verdient – weshalb sich ein kleiner unbedeutender Eifelphilosoph daran macht, für das Volk ein paar Worte zu spenden – weil das Volk die Wahrheit verdient hat. Sie kommt zu spät, diese Wahrheit, sie ist unbequem, sie macht Angst … und wird dazu führen, das die Bürger dieses Landes sich ohnmächtig, hilflos und restlos ausgeliefert fühlen. Da fühlen sie auch richtig. Vielleicht – geht aber auch mal ein Ruck durch dieses Land, wir trauen uns, eine geistig-moralische Wende durchzuführen, die schon von Helmut Kohl angekündigt worden war, aber nie durchgeführt worden ist.

Als Bundespräsident dieses Landes muss ich erstmal meinen Dank aussprechen – meinen Dank an jene Menschen, die unermüdlich ihre Arbeit für die Gemeinschaft tun und gelegentlich ihr Leben gefährden, weil sie Netzwerke aufdecken, die lieber verborgen bleiben wollen. Als Eifelphilosoph habe ich erst kürzlich zusammengetragen, was man sich so über den gewählten Bundespräsidenten und seine Hannoveraner Netzwerke erzählt. Es ist schon ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, das wieder Reporter von Schlägertypen eingeschüchtert werden, die Freunde von Freunden der Hochfinanz und der Parteien sind. Früher nannte man so etwas die SA, heute redet man lieber nicht darüber, weil Mächtige aus Politik und Gesellschaft sie wieder hofieren.

Es sind jene Netzwerke, die die akute Bedrohung des Weltfriedens ausmachen – und kein geringerer als Michael Gorbatschow, dessen Leistung bei der Beendigung des Kalten Krieges in Ost und West immer kleiner geredet wird, warnte in einer Ansprache genau vor diesen Kräften – und vor einem drohenden dritten Weltkrieg.

Zentraler Punkt seiner Rede war nicht die Warnung vor dem Kriege – sondern die Identifizierung der Täter und ein kleiner Hinweis auf ihre wirkliche Macht: der militärisch-industrielle Komplex der USA, dessen Einfluss möglicherweise so weit reicht, das er ungestraft und unerkannt Präsidenten ermorden konnte. Ich weiß, das Nachdenken über solche Möglichkeiten ist dem Bürger verboten – schneller als man denkt, könnten Hells Angels in Zivil die Kinder der Ermittler im Visier haben, ich möchte aber doch noch einmal bei dieser Gelegenheit auf die sensationellste Nachricht der letzten Jahre verweisen, die der Spiegel im Jahre 2007 veröffentlichte:

Ballistische Untersuchungen unter Rückgriff auf moderne Methoden der Statistik und der chemischen Analyse zeigten, dass Lee Harvey Oswald damals nicht der einzige Schütze gewesen sei, heißt es in der jüngsten Ausgabe des Fachblatts „Annals of Applied Statistics“. Die seinerzeit von den Experten angeführten Belege, wonach die Möglichkeit eines zweiten Mörders ausscheide, hielten den Tatsachen nicht stand, schreibt der Ex-FBI-Agent William Tobin, der die Arbeit gemeinsam mit dem Statistik-Professor Cliff Spiegelman und dem Chemiker William James von der Texas A&M University vorgelegt hat.

Eine Meldung, die als Schlagzeile auf die Titelseite einer jeden Zeitung und eines jeden Magazins gehört, würde sie doch beweisen, das der parlamentarische Untersuchungsausschuss recht gehabt hat, wie die Süddeutsche erwähnt.

In den 70er Jahren kam darüber hinaus ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zu dem Schluss, dass Kennedy „wahrscheinlich getötet wurde als Ergebnis einer Verschwörung“.

Ich weiß – vielen Bürgern wird es jetzt mulmig zumute, sie bekommen Angst: hoffentlich macht der Bundespräsident jetzt keinen Fehler. Hoffentlich wagt der es nicht, Verdächtigungen auszusprechen, die verboten sind. Immerhin hatte das CIA ja schon zu Zeiten des Kennedy-Attentates indirekt entsprechende Denkverbote erteilt, an die man sich dann auch brav gehalten hat, siehe Wikipedia:

In den zahlreichen Verschwörungstheorien, die auf Grund dieser Einseitigkeiten der Warren-Kommission rasch um sich griffen, wurde auch die persönliche Integrität der Kommissionsmitglieder und des Präsidenten Lyndon B. Johnson selbst öffentlich in Zweifel gezogen. Daraufhin gab die CIA im Januar 1967 Hinweise zum Umgang mit der Kritik am Warren-Report an ihre Mitarbeiter mit dem Ziel, die um sich greifenden Verschwörungstheorien zu diskreditieren und zu widerlegen. Heute ist die Ansicht weit verbreitet, dass die Kommission keine unvoreingenommene und ergebnisoffene Untersuchung des Falles leistete. Die Möglichkeit, dass es auch andere Täter gegeben habe oder Oswald unschuldig sein könnte, zog die Kommission nicht in Betracht.

Man sieht: die Täter leisteten schon damals ganze Arbeit. Seit 44 Jahren arbeitet die Abteilung für Desinformation gezielt an der Verdummung der Bürger – und im Jahre 2011 haben wir gemerkt, wie der harte Arm der Täter Europa in die schwerste Krise seiner jüngeren Geschichte stürzte. Viele waren verwirrt, viele waren erschrocken, manche verblüfft, alle verängstigt, weil man diese Entwicklung niemals geahnt hätte.  Erstes Ziel der Offensive war Griechenland, welches als Wiege der gesamten europäischen Kultur hohen Symbolwert hatte.

Ein paar Daten zu Griechenland, die sie in anderen Darstellungen vergeblich suchen? Sie werden sie brauchen, um so richtig Angst zu bekommen. Griechenland hat Steuereinnahmen von 90 Milliarden Euro. Demgegenüber standen Ausgaben von 114 Milliarden Euro – siehe Wikipedia. Macht 24 Milliarden Verlust – den man nicht zuletzt macht, um den in den siebziger und achtziger Jahren von der Nato geforderten Rüstungsbeitrag zu leisten.

Um diese 24 Milliarden auszugleichen, beschließen wir Maßnahmen mit Billionenvolumen? Sicher, wenn mein Sohn sein Taschengeld um 24 Euro überzieht, nehme ich auch sofort einen Kredit in Höhe von 2000 Euro auf – man kann ja nie wissen.

Darf ich nochmal eine nüchterne Gegenmeinung veröffentlichen – wieder Wikipedia?

Jean-Paul Fitoussi, Ökonom und Wirtschaftsberater des französischen Staatspräsidenten, verwies hingegen darauf, dass Griechenland nur 3 % der Eurozone ausmache und sich nicht in einem katastrophalen Zustand befinde. Auch zweifelte er die Beurteilungen der Ratingagenturen an, die in der Vergangenheit falsch gelegen und dadurch die Wirtschaftskrise ausgelöst hätten.

Immerhin: 10 Milliarden Dollar investieren die Griechen in die Modernisierung ihrer Streitkräfte, um Natoaufgaben erfüllen zu können, die auch andere Staaten hätten übernehmen können – siehe Wikipedia:

Derzeit sind die griechischen Streitkräfte in den Streitkräfteplanungsprozess der NATO eingebunden. Als Beitrag zur NATO Response Force sind die griechischen Streitkräfte darauf eingestellt, jederzeit Kampfeinheiten in hoher Bereitschaft zu halten. Im Rahmen der NATO Erweiterung übernahm Griechenland die Kontrolle und Sicherung des Luftraumes über Bulgarien und Rumänien.

Jederzeit könnten die USA diese Aufgaben übernehmen und dem griechischen Staat so die Kosten für die Modernisierung der Luftwaffe ersparen … doch man sorgt lieber dafür, das die Bürger Griechenlands in Scharen obdachlos werden, während der Staat der größte Rüstungsimporteur Europas ist.

Und hier, liebe Mitbürger, kommen wir wieder zurück zu der Rede des Herrn Gorbatschow – und seiner Warnung vor dem militärischen-industriellen Komplex der USA. Diese Warnung kommt ja auch nicht von irgendwem – sondern von jemandem, der einst einen der mächtigsten Geheimdienst der Welt zur Verfügung hatte … mit Spitzeln und Informanden in den höchsten Kreisen der US-Industrie und der Regierung.

Mit dieser Warnung steht er auch nicht allein da – er beruft sich auf die Aussage eines scheidenden US-Präsidenten. Aufgrund der Bedeutung, die diese Rede hatte, möchte ich die NZZ hier umfangreicher zitieren:

Doch Eisenhower, der als Oberkommandierender der alliierten Streitkräfte 1944/45 der militärische Verantwortliche für die Befreiung Europas von der Nazi-Tyrannei gewesen war, mochte kein rosarotes Bild der Gegenwart zeichnen, keine selbstzufriedene Bilanz ziehen. Der Präsident machte sich bereit, seinen Landsleuten eine Mahnung mit auf den Weg zu geben, die unvergessen ist und die seine Abschiedsrede («farewell address») zu einer der beiden berühmtesten Ansprachen dieser Art machte – neben jener des Gründervaters George Washington, der seine Mitbürger 1797 davor warnte, die junge Nation durch Allianzen in die Querelen des alten Europa hineinziehen zu lassen.

Eisenhower sprach am Abend des 17. Januar 1961 im Fernsehen und kam nach allgemeinen Bemerkungen zur Lage der Nation zu seinem Anliegen: «Wir müssen auf der Hut sein vor unberechtigten Einflüssen des militärisch-industriellen Komplexes, ob diese gewollt oder ungewollt sind. Die Gefahr für ein katastrophales Anwachsen unbefugter Macht besteht und wird weiter bestehen. Wir dürfen niemals zulassen, dass das Gewicht dieser Kombination unsere Freiheiten oder unseren demokratischen Prozess bedroht.» Die Mahnung vor dem Militär und der Rüstungsindustrie war vor allem deshalb so authentisch – und für viele Zuhörer so überraschend –, da sie aus dem Munde eines Mannes kam, der fast sein gesamtes Berufsleben in Uniform verbracht hatte, von seinem Eintritt in die Militärakademie West Point 1911 bis zu seinem Abschied aus der Armee 1952 vor seiner Kandidatur für die Präsidentschaft.

Man sollte also meinen, der Mann wußte, wovon er redet.

Wir schreiben nun das Jahr 2011 – jenes Jahr, das uns die wundersamen Einflüsse von US-Ratingagenturen auf EU-Politik demonstriert hat. Vor dem jetzt von mir geschilderten Hintergrund erscheint die wachsende Distanz Großbritanniens von Europa auch in einem anderen Licht – die Ratten, die sich grundsätzlich eher den USA als Europa verpflichtet fühlen, verlassen das sinkende … von den USA torpedierte … Schiff, die Zeit der Ernte ist gekommen.

Als Bundespräsident aus Hannover weiß ich um die Existenz von Netzwerken und weiß, welche angenehmen Vorteile sich im Leben dadurch überraschenderweise ergeben können. Ich kann es mir also erlauben zu sagen: es gibt auch in den USA solchen Netzwerke. Eisenhower hat sie gesehen und ihre Gefährlichkeit erkannt, Kennedy ist ihnen zum Opfer gefallen … und die Bundeszentrale für politische Bildung informiert auch über sie. Für uns Politiker ist es kein Geheimnis, was zur Zeit geschieht – und wir wollen uns auch nicht vorwerfen lassen, wir hätten nichts gesagt:

Die Kombination aus Steuersenkungen und Milliarden-Subventionen hat bedeutende wirtschaftliche Auswirkungen. Die Politik der Bush-Administration führt im amerikanischen Bundeshaushalt jedes Jahr zu einer gigantischen Neuverschuldung, die im kommenden Jahr auf über 540 Milliarden US-Dollar ansteigen wird. Der Ökonom John Kenneth Galbraith sieht hier eine gesellschaftspolitische Strategie am Werke. Die nationale Sicherheit dient demnach als öffentliche Legitimation für eine massive Staatsverschuldung, die für alle Zukunft einen nachhaltigen Ausbau des Sozialstaates verhindern soll. Statt zum Teil dringend benötigte Wohlfahrtsprogramme für die Unterschicht aufzulegen, alimentiert die Bundespolitik stattdessen über Steuersenkungen und Subventionen das wohlhabendeBürgertum in den USA.[29] Die Nutznießer sind Millionen von Amerikanern im oberen Drittel der Einkommenspyramide:Unternehmer, Manager, hoch bezahlte Spezialisten derIndustrie und Offiziere der Streitkräfte. Die Verteilungswirkungen in der amerikanischen Gesellschaft sind längst deutlich erkennbar: 1979 verfügten die Spitzenverdiener in den USA (ein Prozent der Erwerbsbevölkerung) über ein Nettoeinkommen, das halb so hoch war wie das Nettoeinkommen der unteren 40 Prozent der Einkommensbezieher zusammen; im Jahr 2000 verdiente das eine Prozent an der Spitze netto bereits ebenso viel wie die unteren 40 Prozent zusammen.[30] 

Der lesenwerte Artikel, dem wir kostenlos jedem Bürger zur Lektüre zur Verfügung gestellt haben, stellt auch eine abschließende Frage, auf die wir in diesem Jahr eine Antwort wissen können:

Kann es Zufall sein, dass deutsche Wirtschaftspolitik dem amerikanischen Vorbild zunehmend nacheifert?

Kann es Zufall sein, das gerade die Mitglieder der Hannoveraner Netzwerke in Deutschland die Weichen für die Deregulierung der Finanzmärkte bei gleichzeitiger Zerschlagung der sozialen Marktwirtschaft gestellt haben, die auch exzellente Kontakte in die USA hatten? Kann es Zufall sein, das nine-eleven dem militärisch-industriellen Komplex die größten Gewinne auf Kosten des US-Bürgers beschehrt haben – organisiert von Menschen wie Osama Bin-Laden, der zuvor fleissig für die CIA gekämpft hatte? Kann es Zufall sein, das Heilig Abend ist und in den deutschen Wohnzimmern Weihnachtsbäume stehen?

Natürlich.

Alles andere wäre Verschwörungstheorie, und die hat George W. Bush zwecks Deckung diverser Netzwerke endgültig verboten. Wir tun gut daran, dieses Gebot einzuhalten – zumal wir auch nicht wissen, wer alles in Deutschland mit Hilfe amerikanischer Gelder diskreditierende Arbeit leistet. Natürlich ignorieren wir deshalb auch die Arbeit der Bundeszentrale für politische Bildung – wir wollen ja nicht irgendwann als „Verschwörungstheoretiker“, „Arbeitslose“ oder „Juden“ gebranntmarkt werden:

Der Militärisch-Industrielle Komplex ist der eigentliche Nutznießer der politischen Wende vom Januar 2001. Die Rüstungsmilliarden aus dem Pentagon fließen zu weit über 50 Prozent an nur fünf Unternehmen, die heute den Weltmarkt für Großwaffensysteme dominieren: Lockheed-Martin, Boeing, Northrop-Grumman, Raytheon und General Dynamics. Europäische Rüstungsmanager prophezeien bereits, dass der gesamte Weltmarkt für Großwaffensysteme in einigen Jahren von nur noch drei bis fünf Industriegruppen beherrscht sein wird.[13] Die amerikanischen Konzerne haben dank der Milliardenaufträge aus dem Pentagon große Chancen, alle diese Gruppen anzuführen. Offen ist im Grunde nur noch, ob sich eine eigenständige europäische Rüstungsgruppe rund um die Teilhaber von Airbus Industries am Markt behaupten kann. In den wirtschaftlichen Interessen der USA rundet sich der hegemoniale Charakter der amerikanischen Außen- undSicherheitspolitik ab, die eben nicht nur von der Machtpolitik bestimmt wird.

Offen ist, ob überhaupt ein europäischer Staat diese Großoffensive des militärisch-industriellen Komplexes überleben wird, oder ob wir letztlich alle – wie aktuell Griechenland und Italien – Notverwaltungen bekommen, die mit dem militärisch-industriellen Komplex der USA über Goldman-Sachs gut verknüpft sind.

Was wir nun dagegen tun können?

Kehren wir nochmal zurück zu Eisenhower – dem Mann, der als Präsident zu uns gesprochen hatte, nochmal NZZ:

Eisenhower hatte indes bei seiner «farewell address» auch die Remedur, quasi das Gegengift gegen den krakenhaften Machtanspruch des militärisch-industriellen Komplexes, parat: «Nur eine aufmerksame und kenntnisreiche Bürgerschaft kann eine angemessene Verbindung der riesigen industriellen und militärischen Maschinerie der Verteidigung mit unseren friedlichen Zielen und Methoden sicherstellen, so dass Sicherheit und Freiheit zusammen gedeihen können.» Wahrscheinlich hätte dem alten General die heutige Präsenz allgegenwärtiger Nachrichtensender, investigativer Journalisten und aufmerksamer Blogger Respekt abgenötigt. 

Wahrscheinlich wäre der alte General heute viel verspotteter „Verschwörungstheoretiker“, wie die Täter die Juden der Moderne gerne bezeichnen. Zitieren wir also sicherheitshalber nochmal einen anderen „Verschwörungstheoretiker“, der in den dreissiger Jahren im Auftrag der US-Konzerne einen Coup gegen Eisenhowers Vorgänger Roosewelt führen sollte, Generalmajor Semdley D. Butler:

Es gibt keinen Gaunertrick, den die militärische Gang nicht auf Lager hat. Sie hat ihre Spitzel, die mit dem Finger auf die Feinde zeigen, sie hat ihre ‚Muskelmänner‘ zur Vernichtung der Feinde, sie hat ein Gehirn, das die Kriegsvorbereitungen trifft, und einen Big Boss, den supernationalistischen Kapitalismus.

Es mag merkwürdig anmuten, dass ausgerechnet ich als Angehöriger des Militärs einen solchen Vergleich wage. Aber die Wahrhaftigkeit zwingt mich dazu. Ich habe dreiunddreißig Jahre und vier Monate als Mitglied der agilsten Militärmacht dieses Landes, der Marineinfanterie, im aktiven Dienst verbracht. Ich habe in allen Rängen gedient, vom Leutnant bis zum Generalmajor. Und einen Großteil dieser Zeit war ich ein erstklassiger Muskelmann für das Big Business, für die Wall Street und die Banker. Kurzum, ich war ein Gangster des Kapitalismus.

Ich ahnte damals, dass ich nur ein Teil eines großen Gangsterplans war. Jetzt weiß ich es.

… Ich habe 1903 mitgeholfen, Honduras für die amerikanischen Obsthandelsfirmen „zuzurichten“. Ich habe 1914 mitgeholfen, Mexiko und insbesondere Tampico für die wichtigen amerikanischen Ölinteressen abzusichern. Ich habe dazu beigetragen, dass die Jungs von der National City Bank, die in Haiti und Kuba abkassierten, einen angenehmen Aufenthalt hatten. Ich half mit bei der Plünderung von einem halben Dutzend Republiken in Mittelamerika zugunsten der Wall Street. Die Liste der Gangstereinsätze ist lang. 1909–12 war ich an der Säuberung Nicaraguas für das internationale Bankhaus Brown Brothers beteiligt. 1916 machte ich in der Dominikanischen Republik den Weg frei für die amerikanischen Interessen am Zucker. In China sorgte ich zusammen mit anderen dafür, dass Standard Oil ungestört seine Ziele verfolgen konnte.

In all diesen Jahren habe ich, wie die Drahtzieher zu Hause sagen würden, ein tolles Ding nach dem anderen gedreht. Im Rückblick glaube ich, dass ich Al Capone ein paar wertvolle Tipps hätte geben können. Er operierte bestenfalls in drei Bezirken. Ich operierte auf drei Kontinenten.

Ehrliche Worte eines ehrlichen Mannes, der sich dem Ansinnen, Roosevelt zu stürzen, widersetzt hatte. Ein Mann, der uns daran erinnern sollte, das nicht der US-Amerikaner unser Feind ist – sondern nur jenes Netzwerk der Macht, das nun nach Weltherrschaft greift.

Das Netzwerk zahlt gut.

Es hat seine Verbindungen bis weit in die europäische Regierungsstruktur ausgebaut – ganz offen und unverdeckt üben Bilderberger und Atlantikbrücke ihren Einfluss auf führende Politiker aus, während der europäische Mittelstand von US-Konzernen verdrängt wird, die wiederum selbst Vorbild für die Umgestaltung großer europäischer Firmen sind, die sich zu immer größeren Gebilden zusammenballen um letztlich selbst irgendwann von den letzten überlebenden Konzernen geschluckt zu werden.

Zeit, sich daran zu erinnern, das Mikusa (der militärisch-industrielle Komplex der USA) nicht weniger gefährlich für unser Gesellschaft sind wie die Yakuza in Japan – nur, das sie noch verdeckter arbeiten, was ihre wirklichen Ziele und Absichten sind.

Dies ist nun eine weihnachtliche Botschaft, die nicht erfreut – doch wenn wir die Botschaften des Michail Gorbatschow ernst nehmen wollen, müssen wir uns einigen unangenehmen Tatsachen stellen.

Als Bundespräsident muss ich diese Botschaft senden – bevor uns kriminelle Elemente in ein neues Weltkrieg-Abenteuer stürzen. Im gemeinsamen Haus Europa sind wir gerade dabei, uns zu zerfleischen – die Griechen bekommen … wie die deutschen Arbeitslosen von unseren Hannoveraner Netzwerkern … den Stempel der Asozialen, womit nebenbei die historische Quelle der europäischen Demokratie mit Schmach und Schande überhäuft wird, im Gegenzug wird Deutschland wieder unbeliebter: Rüstungskonzernen eröffnen sich neue Absatzmärkte.

Zeit, sich daran zu erinnern, das die Griechen unser europäisches Brudervolk sind, dem wir – ohne Horrorstaatsverschuldungen – mit winzigen Geldbeträgen helfen könnten, wieder auf die Beine zu kommen.

Stattdessen führen wir aus, was von Mikusa angedacht und eingeleitet wurde.

Das brauchen wir aber nicht zwingend zu tun. Wir können auch anders handeln – gerade jetzt.

Gerade zu Weihnachten könnten wir mal einem Rat folgen, den einer der zwanzig einflussreichsten Männer der USA einmal gegeben hat: Anthony Robbins. In Abwandlung seiner Idee, jedem Sozialhilfeempfänger zu Weihnachten unerkannterweise einen Präsentkorb zu schenken, möchte ich die mindestens 830000 Vermögensmillionäre dieses Landes auffordern, zu heilig Abend die Wohnungen der Armen aufzusuchen – jener Menschen, denen wir … dank US-Netzwerke … Hartz IV zumuten.

Nehmt fünf Prozent Eures Vermögens, steckt es in Portionen a´zehntausend Euro in Briefumschläge und schenkt es … ohne Aufsehen … den Kindern von langzeitarbeitslosen Eltern. Keine Sorge, das die das Geld nicht behalten werden – von dem Geld muss ein Arbeitsloser sein Kind zehn Jahre lang ernähren, das wird sofort wieder in den Wirtschaftskreislauf fließen … und so zu euch zurück.

Für Euch ist es nicht viel – für die zwei Millionen verarmten Kindern könnte dies die Zukunft bedeuten….sofern der Staat nicht davon Wind bekommt: die Kinder sollen nach staatlichem Willen mit Gewalt arm gehalten werden – eure Spende wäre also in direkter, revolutionärer Akt gegen menschenfeindliche staatliche Willkür, der direkt Kindern zugute kommt … wenn die Eltern dicht halten können.

Ich selbst werde als Bundespräsident dieses Jahr auch ein Zeichen setzen und zu Heilig Abend eine besondere Dankestour machen. Morgens besuche ich Erzieherinnen im Kindergarten – kaum weniger arm als unsere Globalisierungsopfer leisten zu fast völlig umsonst unglaubliches zur Erziehung einer ganzen Generation Zukunft. Gegen Mittag kehre ich dann in ein Krankenhaus ein, wo ich nach meiner Tour in einem Mehrbettzimmer mit chronisch Kranken übernachten werde. Dort kümmere ich mich zuerst um die Krankenpfleger, die für immer weniger Geld die Arbeit machen, für die die Ärzte reich werden. Anschließend kehre ich in ein Altenheim ein, wo ich mir anschauen kann, wie wir mit Menschen umgehen, die beim besten Willen keine Harley Davidson mehr fahren können. Ich gedenke, dort etwas aus der Bundeszentrale für politische Bildung vorzulesen und mich bei den Altenpflegern zu entschuldigen, die mangels Geld mehr und mehr zu Sterbebegleitern werden. Nachts besuche ich dann eine Polizeiwache, wo jene Menschen Dienst tun, die den Bürger vor den Schläger- und Mördertrupps der Netzwerker schützen sollen und deshalb nicht bei ihren Familien sind.

Nach der Nacht im Krankenhaus mache ich mich auf den Weg, um mit meiner Regierungslimousine Obdachlose einzusammeln, die ich dann für die Feiertage bei mir bekannten finanziell überversorgten gesellschaftlichen Kreisen unterzubringen. Ich hoffe, das viele Bürger bei dieser Aktion mitmachen.

Ich glaube, ich werde dann mit einem richtig guten Gefühl in das neue Jahr starten – mit dem Gefühl, den Startschuss für ein anderes Deutschland gegeben zu haben, für ein besseres Deutschland des Mitanders, das sich den hohen Werten der alten griechischen Kultur eher verpflichtet fühlt als den Dividenden des degenerierten Finanzwesens.

Und mit diesem Gefühl des Miteinanders werden wir als deutsche Bürger jede Krise der Zukunft bewältigen können, weil wir wissen: Einigkeit macht stark.

Gemeinsam … braucht niemand mehr Angst zu haben vor Alter, Krankheit, Einsamkeit, den prügelnden Freunden unserer Netzwerker oder dem asozialen Treiben ihrer politischen Schachfiguren.

Gemeinsam – sind wir als Bürger stark, allein jedoch … werden bald aus Bürgern wirklich nur noch Bürgen.

Und das wird dann unbezahlbar.

Also dann, in diesem Sinne: Fröhliche Weihnachten und ein frohes Fest wünscht …

Euer Eifelphilosoph

(ich hoffe, da war jetzt wirklich alles drin, was der Herr Wulff hätte sagen sollen. Wenn nicht … gibt ja noch Platz hier. Ach ja, und Herr Wulff, speziell für Sie: wenn Sie möchten, dürfen Sie das wirklich auch aufsagen. Nur für den Fall, das die anderen Redenschreiber nicht rechtzeitig fertig werden).

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum die Kritik an Wulff lebensgefährlich ist und die Hells Angels Hartz IV erfunden haben: Netzwerke in Deutschland

Warum die Kritik an Wulff lebensgefährlich ist und die Hells Angels Hartz IV erfunden haben: Netzwerke in Deutschland

Dienstag, 20.12.2012, Eifel. Mit großer Sorge beobachte ich die augenblickliche Berichterstattung über unseren Bundespräsidenten. Alle Blätter sind voller Kritik, empören sich über die seltsame Nähe von Politik, Prominenz und Wirtschaft, echauffieren sich über die Selbstverständlichkeit, mit denen sich der Bundespräsident Deutschlands die Annehmlichkeiten des Millionärslebens genießt, ohne auch nur einmal in Gelsenkirchen im Schrebergarten zu übernachten. Der Mann positioniert sich halt, er ist der Präsident der Gewinner – was soll´s? Selbst Schuld, wenn man durch Anstand, Ethik und Sorgfalt, Mitleid und Gemeinschaftsgefühl nicht genug Geld auf die Seite gebracht hat, um den Landesherren mal auf seine Villa in den Tropen einladen zu können. Das alles besorgt mich nicht. Was mich besorgt ist … die Journalisten begeben sich in Lebensgefahr. In akute Lebensgefahr … es ist ihnen nur noch nicht bewußt. Und obwohl ich nur ein kleiner Hobbyjournalist bin, der erst gestern wieder feststellen durfte, das in Deutschland 35 Kinder pro Oberschulklasse vom Staat her als „normal“ angesehen werden, weil man kein Geld für Lehrer hat (aber immer Geld für Diätenerhöhungen), mache ich mir doch Sorgen darüber, was den hauptberuflichen Kollegen wiederfahren kann.

Auf der sicheren Seite steht natürlich Jan Fleischhauer vom „Schwarzen Kanal“. Er präsentiert sich als Vorbild für Kleinkriminelle, Steuerhinterzieher und Großbetrüger, in dem er sagt, wo es lang geht:

Das Urteil über Bundespräsident Wulff scheint festzustehen, bevor überhaupt geklärt ist, gegen welches Gesetz er verstoßen haben soll. Doch sein Vergehen ist moralischer Natur – und damit gelten die Regeln der Tugendjustiz.

Es stimmt, der Mann hat gegen kein Gesetz verstoßen. „Vorteilsname im Amt“ kann man ihm erst dann vorwerfen, wenn bewiesen werden könnte, das er den Privatkredit  als … sagen wir mal … Postbote, Krankenpfleger oder Ortspolizist NICHT bekommen hätte. „Freunde“ schenken sich gegenseitig schon mal ein paar Tausender, weil das in Deutschland bekannt ist, werden solche Schenkungen z.B. an verarmte Kinder von Langzeitarbeitslosen vom Staat ja auch beschlagnahmt: wo kämen wir da hin, wenn private Spender die staatlich verordnete Zwangsarmut einfach aufheben würden?

„Nicht gegen ein Gesetz verstoßen“ ist die Ziellinie der meisten Betrüger in Deutschland, die in großem Stil arbeiten und gut leben wollen. Dafür halten sie sich eine Armee von Steuerberatern, Anwälten und Unternehmensberatern, die beständig gegen den Willen des Gesetzgebers arbeiten und den ganzen Tag „Schlupflöcher“ suchen …. und finden.

Das ist ja auch der Kern der „schwarzen Seele“: durch Unmoral reich werden, andere übervorteilen und aufs Kreuz legen. „Schwarze“ machen in Deutschland seit sechzig Jahren vor, wie das geht: bei uns in der Eifel ist das der einzige Grund, in die Politik zu gehen … Politik nennt man bei uns aber noch „CDU“.

Wenn nun der Eindruck entsteht, ich halte diese Partei insgesamt für eine kriminelle Vereinigung von Pöstchenhubern und Auftragsschacherern, dann möchte ich mich einerseits davon distanzieren – und andererseits mal anregen, sich zu fragen, wo denn dieser Eindruck herkommen könnte. Einfach mal CDU-Spendenaffäre googeln.

Tugend, Moral, Ethik und Anstand haben bei „Schwarzen“ nun mal wirklich nichts verloren, Gold, Silber und Edelsteine sind ihre einzigen Werte – das weiß doch jeder.

Der Bundespräsident jedoch … sollte ja der Präsident für ALLE sein – auch für die ohne Villa im Ausland – weshalb er sich etwas „roten“ Anstand doch erlauben darf.

Warum er darauf verzichtet – nun, das ist ja dann wohl seine Privatsache.

Nun aber … zur Lebensgefahr. Dazu muss ich etwas weit ausholen. In Mexiko, wo der Staat mit Militärgewalt gegen die Kriminalität vorgeht, könnte man offen darüber reden und jeder würde verstehen, worum es geht. In Deutschland, wo die privaten Netzwerke die Macht im Staat, die Regierungsgewalt und die Setzung moralischer Normen übernommen haben, weiß im ersten Moment keiner, das er sich in Gefahr begibt, wenn er Herrn Wulff kritisiert.

Nur die, die die Netzwerke kennen, merken: es herrscht Lebensgefahr!

Robert Lucius hatte dereinst das Hannoveraner Netzwerk in der FAZ beschrieben:

Es sind vor allem zwei Namen, die in Hannover immer wieder genannt werden, wenn es um
die Erbfreundschaften geht: der Gründer des Finanzdienstleisters AWD, Maschmeyer, und
der Rechtsanwalt Götz von Fromberg. Beide gelten als große Plauderer und begnadete
Netzwerker. Sie umgeben sich mit Prominentenärzten, den Rockmusikern der „Scorpions“,
aber auch Politikern.
Gerhard Schröder (SPD) ist als Rechtsanwalt in einer Bürogemeinschaft mit Götz von
Fromberg. In gutem Kontakt zu von Fromberg steht auch „Erbfreund“ Christian Wulff, in
minderem Maße galt das auch für den heutigen SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel – doch
dessen Amtszeit in der Staatskanzlei in Hannover war zu kurz.

Man merkt: in Hannover haben Netzwerke eine Macht, die an die Macht des einstigen „Royal House of Hanover“ erinnert. SPD, CDU, links, rechts – vollkommen egal, Hauptsache ist: abkassieren. Man hilft sich in diesen Kreisen … und merkt es angeblich nicht einmal, siehe Spiegel:

Der Bundespräsident ist schon wegen eines fragwürdigen Privatkredits in Bedrängnis – jetzt kommt heraus, dass Versicherungsunternehmer Carsten Maschmeyer Anzeigenkosten für ein Wulff-Buch bezahlt hat. Beide versichern, der damalige niedersächsische Ministerpräsident habe davon nichts gewusst.

Maschmeyer wußte nicht, das er eine Anzeige bezahlt, Wulff nicht, das es eine gab, der Verlag nicht, wer die Rechnungen bezahlte und wo die Anzeigen gedruckt wurden? Die Erklärungen will man doch – ehrlich – gar nicht wissen, oder?

Schröder hilft Maschmeyer beim abkassieren, Maschmeyer  hilft Schröder beim zerschrödern des Sozialstaates (irgendwo muss in einem geschlossenen System das Geld halt generiert werden) … und der Freund Fromberg hilft, wenn es mal brenzlig wird. Alle verdienen gut, werden von den Netzwerkern in den Medien hoch gelobt und haben jetzt sogar einen Bundespräsidenten aus ihren Reihen.

Fromberg – Deutschlandweit nicht so bekannt wie Schröder, Maschmeyer oder Wulff – hat doch eine zentrale Rolle in Hannover inne, nochmal Robert Lucius:

Der Anwalt Götz von Fromberg erhält prominente Mandanten dank seines Netzwerkes und
des Rufs als „graue Eminenz von Hannover“. Die bösen Zungen berichten von früheren
angeblichen Mandantenaufträgen aus Berlin, „obwohl“ Schröder zur Kanzlei gehört. Wenn
Schröder prüfen lässt, ob seine Persönlichkeitsrechte durch Zeitungsberichte verletzt werden,
hält er sich natürlich an seinen Kanzleipartner.

Und dieser Kanzleipartner wiederum hat … persönliche Kontakte zu den Hells Angels in Hannover.

Zu dessen Mandanten zählt Frank Hanebuth, den Fromberg als Freund bezeichnet und mit
dem er gerne feiert. Hanebuth, Präsident der hannoverschen „Hells Angels“, gilt als
einflussreichster Vertreter der Motorradrockerbande in Deutschland. Diese kontrolliert das
Rotlichtmilieu von Hannover um das Steintor herum. Fromberg besitzt dort Immobilien.
Wenn er zu seinem sechzigsten Geburtstag lädt, kommen Schröder, Gabriel, Maschmeyer,
Klaus Meine, Udo Lindenberg, die Brüder Gottschalk. Zu den in Hannover legendären
Herrenabenden in Frombergs Partykeller, abgebildet in der „Bild“-Zeitung, die zum
Erbfreundeskreis bevorzugten Zugang hat, kommt zum Tischfußball (“Krökeln“) auch, aber
erst spät, Hanebuth.

Solche Freundschaften zahlen sich auch für die Hells Angels aus – wenn zum Beispiel die Polizei mal zu frech wird, siehe Spiegel:

So flatterte dem Rocker-Sonderermittler des niedersächsischen Landeskriminalamts (LKA), Volker Kluwe, Anfang Juli ein Schreiben des Hannoverschen Staranwalts Götz-Werner von Fromberg ins Haus. Darin übermittelte der Jurist, der sich ein Büro mit Altkanzler Gerhard Schröder teilt, die Verärgerung des örtlichen Hells-Angels-Präsidenten Frank H. Der fast zwei Meter große, kahlköpfige Ex-Boxer sei unzufrieden mit einigen öffentlichen Äußerungen seines verbeamteten Gegenspielers.

Kluwe hatte im Juni in Interviews mit dem „Hamburger Abendblatt“ und der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ vor den Entwicklungen in der Hannoverschen Rockerszene gewarnt. Den Hells Angels sei es in einem „Drei-Phasen-Modell“ gelungen, tief in die Wirtschaftsstruktur der niedersächsischen Landeshauptstadt einzudringen. Dort verdienten sie nun unter anderem als Immobilienkaufleute, Sicherheitsunternehmer und Getränkevertreiber viel Geld.

Auch die Presse – so erfährt man – wird von dem Staranwalt angegangen, einem Anwalt, der laut Weser-Kurier selbst schon mal im Visier der Ermittler stand:

Die Polizei handelte sich mit diesen Ermittlungen ordentlich Ärger ein. DerHannoveraner Rechtsanwalt und Notar Götz von Fromberg, der Hanebuth seit Jahrzehnten vertritt, beschimpfte die Kriminalisten in einem Schreiben vom 31. Mai 2000 als unfähig und drohte juristische Schritte an. Die Empörung kam nicht überraschend, war die Polizei doch bei ihrer Arbeit auf von Fromberg selbst gestoßen – und glaubte am Ende genügend Belastungsmaterial für ein Ermittlungsverfahren gegen den Anwalt gesammelt zu haben. Der Vorwurf: Geldwäsche. Doch die Staatsanwaltschaft Hannover beurteilte das anders, sie ließ von Fromberg unbehelligt.

Auch über die Ermittlungen des Volker Kluwe berichtet der Weser-Kurier:

Nach Meinung des OK-Abteilungsleiters im Landeskriminalamt (LKA), Volker Kluwe, gehen Hannovers „Höllenengel“ strategisch ähnlich wie kriminelle Organisationen vor. Diese Strategie zielt zunächst auf Einschüchterung: Die Mitglieder provozieren und prügeln, sie demonstrieren ihre extreme Gewaltbereitschaft, wann immer sie können. Vor dieser Drohkulisse beginnen sie sich dann zu etablieren, schleichen sich in die Legalität, investieren im Milieu verdientes Geld in scheinbar seriös arbeitende Firmen und funktionieren ganze Straßenzüge vom schmuddeligen Rotlichtbezirk in eine attraktive Vergnügungsmeile um, die neben Bars und Bordellen auch Kneipen und Diskotheken bietet.

Über die Auswüchse dieser Gewaltbereitschaft berichtete der Spiegel schon 2008:

Sie fesselten, knebelten, folterten: In Hannover steht ein gutes Dutzend Hells Angels vor Gericht. Sie sollen Rockerrivalen schwer misshandelt haben. Die „extreme Brutalität“ der Täter wirft ein Schlaglicht auf eine gefährliche Szene, die enorm an Zulauf und Einfluss gewinnt.

Und – wie der Weser-Kurier weiter berichtet – macht man auch vor Journalisten nicht halt:

Einer kritischen Journalistin sagte Hanebuth einmal, er werde es sich nicht gefallen lassen, mitsamt seinem „Club“ in die „kriminelle Ecke“ gestellt zu werden. Ob das eine Drohung sei, wollte die Frau wissen. Das sei keine Drohung, das sei ein Versprechen, antwortete der Rockerchef. 

Merkt man, in welchen Zuständen wir in Deutschland im Jahre 2011 schon leben? Nochmal zu Robert Lucius. Phillip Edelsheim von der FAZ ist den hannoveranern Netzwerken mal nachgegangen … und berichtet von äußerst denkwürdigen Erscheinungen im Zusammenhang mit Lucius Artikel:

Der Artikel erregte Aufsehen noch an höchster Stelle. Einwendungen wurden erhoben. Gerhard Schröder bestand auf einer Richtigstellung.

Außerdem kam zwei Tage nach Veröffentlichung des Artikels ein anonymer Brief: an Robert von Lucius, adressiert allerdings an die Frankfurter Redaktion. Das Kuvert, normale Größe, fand sich im Postkoffer, mit dem Material zwischen der Frankfurter und der Berliner Redaktion ausgetauscht wird. Es war nicht frankiert und vollkommen durchsichtig, transparenter noch als Butterbrotpapier, so dass man schon von außen den gedruckten Text auf dem gleichfalls durchsichtigen Zettel lesen konnte, der in dem Kuvert lag: „Danke, dass wir Frankfurter das gegen die Hannoveraner geschafft haben. Auf weitere gute Zusammenarbeit“.

Vielleicht noch interessanter als der Zettel war das Geld in dem Umschlag, ebenfalls von außen gut zu sehen: pinkfarbene 500-Euro-Scheine, gleich zwanzig Stück. Also 10.000 Euro in bar. Über den Hintergrund kann man nur spekulieren. Über eines nicht: Dem anonymen Absender fällt es nicht schwer, 10.000 Euro für obskure Zwecke auszugeben.

Und hier erfahren wir auch, warum die die Kritik an Wulff tödlich sein kann:

Der Aufenthalt im Steintorviertel war wirklich aufschlussreich. Auch weil mir ein Gesprächspartner aus der Szene – sein Name bleibt hier unerwähnt – einen väterlichen Rat mitgab: Ich soll vorsichtig sein mit dem, was ich schreibe. Man habe so schnell ein Messer im Rücken. Ich sei doch jung. Ich wolle doch noch ein schönes, langes Leben. Manche Leute seien unberechenbar. Die könnten schon für 5000 Euro jemanden umbringen lassen.

Wer gegen Wulff ist, ist auch gegen das Netzwerk. Ist gegen Schröder, Maschmeyer, Gabriel, Fromberg und die Hells-Angels in Deutschland. Man muss in diesem Land wieder aufpassen, was man schreibt. Das hat auch aktuell die Polizei begriffen:

Die Polizei Hannover sagt: „Wir haben keine Erkenntnisse, dass die Hells Angels in Hannover aktuell als verbrecherische Organisation einzustufen sind.“

Aber vielleicht lieferten sie das Vorbild für die Agenda 2010 des Ex-Kanzlers Gerhard Schröder, siehe FAZ:

„Sozialschmarotzer dulden wir nicht“, sagt Hanebuth. „Wenn einer keinen Job hat, dann wird ihm einer besorgt. Wer nicht arbeiten will, der fliegt.“

Das sah die SPD dann genauso: wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen. Ein schönes Foto der meist beleibten Leistungsträger dazu gibt es bei der Frankfurter Gemeine Zeitung:

SPD-Herrenrunde mit Erfolgsmenschen 2004 (v. l.): Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, AWD-Chef Carsten Maschmeyer, Rechtsanwalt Götz-Werner von Fromberg, TUI-Chef Michael Frenzel, SPD-Chef Sigmar Gabriel und Ex-VW-Personalvorstand Peter Hartz 

Womit sich der Kreis schließt und bewiesen wäre: Kritik an Wulff kann lebensgefährlich sein – und die Hells Angels waren die Ideengeber für Schröders Sozialpolitik. Den Arbeitslosen in Deutschland jedoch empfehle ich, Mitglieder der Hells Angels zu werden. Dort bekommt man wenigstens einen Job … und ein Motorrad, siehe Zeit:

Ein V-Mann berichtete der Polizei im Oktober 2001: Gernot S.*, ein Hells Angel aus Hanebuths „Charter“, habe ihm erklärt, wie der „Motorradclub“, Hanebuths Sicherheitsfirma und seine Bordelle „kooperieren“. Der Club leihe den laut Gernot S. meist „hirnlosen“ Rockern 30.000 bis 40.000 D-Mark für ihr Harley-Davidson-Motorrad. Diesen Kredit würden die Männer dann abarbeiten. 

So schafft man sich Freunde. So kriegt man Jobs.

Wäre … auch mein Lieblingsmotorrad.

PS: mir ist jetzt etwas mulmig, weil ich gar nicht die Genehmigung der Hells Angels für diesen Artikel eingeholt habe.  Ich zitiere ja aber auch nur andere, das ist dann doch ok, oder? Bitte Bescheid sagen – ich lösche sofort. Ich habe kleine Kinder – ich kann da kein Risiko eingehen … und ich weiß, wer in diesem Staate die Macht innehat, siehe Zeit:

Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) richtete sich 2010 in Deutschland fast jedes zehnte polizeiliche Ermittlungsverfahren im Bereich der organisierten Kriminalität gegen Rockerclubs oder mit diesen zumindest lose verbundenen Gruppen.

Und wenn die Polizei mal einen V-Mann schickt, wird der schnell kalt gestellt, siehe TAZ:

Er wusste vom VW-Skandal, Jahre bevor er aufflog, er war den Hells Angels in Hannover auf der Spur – dann wurde Bernd Kirchner als V-Mann kaltgestellt. Seitdem kämpft er um sein Geld. Und um seine Ehre.

Bernd Kirchner war der erste V-Mann in Niedersachsen, der auf organisierte Kriminalität angesetzt wurde. Er berichtete aus der Hannoverschen Rotlichtszene, dank seiner Kontakte wusste er von der Sexparty-Affäre bei VW, lange bevor der Skandal aufflog.

Er machte Schießübungen mit den Hells Angels, er sah die Geldkassette, aus der sie ihre Scheine nahmen. „Niemand war näher an den Hells Angels dran als er“, sagt einer aus dem Polizeiapparat, der lieber ungenannt bleiben möchte.

Und nachdem wir nun den Kreis zwischen Hells Angels und Peter Hartz durch die VW-Sexpartys und ihre gemeinsame Arbeitsmoral geschlossen haben, erfahren wir auch, warum die Polizei Hannover aktuell keine Verdachtsmomente hat:

Andererseits beobachtete Kirchner, wie Staatsanwälte bei Prostituierten verkehrten, wie sie Bordell-Besitzerinnen, die im Gefängnis saßen, übers Wochenende eine Ausgangserlaubnis beschafften. Es habe geheißen, „wenn du dem einen umsonst bläst, gibts später keinen Ärger“, sagt Kirchner. Die Staatsanwälte gaben an, selbst verdeckte Ermittlungen zu führen, doch zu einer Anklage führten diese Ermittlungen nie.

Auf die Idee, seine Party im Sansibar als Ermittlung zu tarnen, kam der Polizeichef Hannovers leider nicht. Aber jetzt weiß man, warum „einer aus dem Polizeiapparat lieber ungenannt bleiben möchte“.

 

Über die Ursprünge der europäischen Schuldenkrise – eine Frage der Moral

Montag, 12.12.2011. Eifel. Die Novemberstürme sind endlich da. Schön, das der Herbst noch kommt, bevor der Winter eintritt. So ein bischen Normalität schadet ja nicht. Ein Blick in die Medien zeigt, das der Weltuntergang vor der Tür steht. Immer noch. Zum Beispiel in der FAZ:

„Geht’s jetzt auch mit Deutschland bergab?“, fragte Günther Jauch nach dem EU-Krisengipfel. Man muss es wohl befürchten, wenn der Oberlinke Lafontaine und der Neoliberale Sinn so oft einer Meinung sind.

In der Tat sollte man sich Sorgen machen, wenn die politischen Gegner sich derart zusammenschließen. Das ist normalerweise nur im Kriegsfall zu beobachten - aber den Krieg haben wir ja.

Montag, 12.12.2011. Eifel. Die Novemberstürme sind endlich da. Schön, das der Herbst noch kommt, bevor der Winter eintritt. So ein bischen Normalität schadet ja nicht. Ein Blick in die Medien zeigt, das der Weltuntergang vor der Tür steht. Immer noch. Zum Beispiel in der FAZ:

„Geht’s jetzt auch mit Deutschland bergab?“, fragte Günther Jauch nach dem EU-Krisengipfel. Man muss es wohl befürchten, wenn der Oberlinke Lafontaine und der Neoliberale Sinn so oft einer Meinung sind.

In der Tat sollte man sich Sorgen machen, wenn die politischen Gegner sich derart zusammenschließen. Das ist normalerweise nur im Kriegsfall zu beobachten – aber den Krieg haben wir ja. Gestern schrieb ich noch darüber, das die Republikaner einen Wirtschaftskrieg gegen Europa planen, heute wird klar, wer ihnen das Geld dafür gibt – siehe Fokus:

Die Bundesbank ist bereit, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zusätzliche Kreditlinien von bis zu 45 Milliarden Euro zur Krisenbekämpfung einzuräumen, will dafür aber die Zustimmung des Bundestags….

„Zusätzliche“ Kredite … man will gar nicht wissen, was die sonst schon bekommen haben und bald auf Grund republikanischer Initiativen in den USA für sich behalten dürfen. Hoffen wir, das Obama gewinnt, sonst ist noch mehr Geld im Eimer. Die Aussichten für 2012 sind sowieso schon düster genug, 2011 haben alle für billiges Geld nochmal deutsche Maschinen gekauft …. aber die laufen jetzt eine Zeit lang. Und ob alle Käufer auch ihre Rechnungen bezahlen können, kann aktuell niemand voraussagen.

Der deutsche Bürger nimmt dies alles gelassen hin. Keine großen sozialen Bewegungen, keine Demonstrationen, keine Protestparteien (na, außer vielleicht der Piratenpartei). Andererseits … gibt es schon Erscheinungen, die darauf hindeuten, das man sich auf einen ganz großen Knall vorbereitet. Die Welt hat sie mal aufgelistet:

Umsatzsteigerungen bei Tresorkäufen zwischen 15 und 25%, bei Geländewagen um 295%, bei Bunkern mit Stahlbetonwänden ebenfalls um 25%. Viele machen Flugscheine, kaufen sich Notrationen oder decken sich mit Schusswaffen ein – auch in Deutschland.

Warum nimmt die Mehrheit die Entwicklung eigentlich so gelassen hin? Immerhin geht es hier um ganz existentielle Bedrohungsszenarien. Ein weitere Artikel aus der Welt klärt auf:

„Beim Besuch Berlins überrascht die Diskrepanz zwischen der weitverbreiteten Propaganda in den Zeitungen, dem Film, dem Radio und an Anschlagsäulen – und der völligen Apathie der Leute, die nur von den materiellen Schwierigkeiten des täglichen Lebens beansprucht sind.“

Das ist wohl die treffende Beschreibung unsere gegenwärtigen Lage. Wir müssen halt täglich das Kunststück vollbringen, mit immer weniger Geld immer mehr Rechnungen zu bezahlen. Das wird 2012 auch nicht besser, siehe Manager-Magazin:

Im neuen Jahr müssen die Bundesbürger einige bittere Pillen schlucken. Dazu gehört der Start der umstrittenen Rente ab 67. Das Rentenalter von heute 65 wird ab 2012 in Tippelschritten um zwei Jahre hochgeschraubt. Auf den Geldbeutel nahezu aller drückt, dass Strom- wie Gaspreise zum Jahreswechsel wieder einmal kräftig steigen. Zahnersatz wird teurer, ebenso die private Krankenversicherung und das Bahnfahren. Was steigt, sind auch die Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung.

Die gleiche Prozedur wie jedes Jahr. Wer die Gewalt über Preise hat, erhöht diese. Die Konkurrenz zieht sofort mit. Alternativlos. Natürlich sehen wir, das die Preise zu hoch sind. Woher kommt denn das Geld für solche Luxusreisen – siehe Handelsblatt:

Die traditionsreiche Bausparkasse Wüstenrot bemüht sich fieberhaft um Aufklärung einer Incentive-Reise nach Brasilien. Wie der Konzern auf Anfrage des Handelsblattes bestätigte, drehen sich die Nachforschungen um einen 203.000 Euro teuren Ausflug der besten freien Handelsvertreter der Bausparkasse nach Rio de Janeiro. Im Rahmen dieser Reise im April 2010 fuhr der Reisebus der Truppe auch zum Nachtclub „Barbarella“. Hierbei handelt es sich um ein so genanntes „Boate“, einen Kontakthof für käuflichen Sex.

So fördern wir mit unseren Bausparverträgen nebenbei die Prostitution in der Dritten Welt. Man stelle sich vor, wie gut wir unsere Rechnungen bezahlen könnten, wenn wir in den Versicherungsprämien die Zuschläge für Sex-Reisen streichen könnten. Aber – machen wir uns nichts vor: Pharmaindustrie und Bankenwesen sind da ebenfalls sehr großzügig in der Preisgestaltung. Und was macht Berlin? Wie hilft uns unsere Regierung gegen diese Verbrecher, gegen die wir kleinen Bürger vor Ort völlig hilflos sind?

Kehren wir nochmal zu dem Artikel aus der Welt zurück, der uns über die Apathie der Deutschen informiert hat:

 „Die Berliner Moral ist heute schon unter jeder Kritik. Wäre Berlin Deutschland, wir hätten diesen Krieg schon verloren.“

Den Krieg? Reden jetzt schon alle über den großen aktuellen Wirtschaftskrieg, der die Aufbauleistung der letzten Jahrzehnte zu vernichten droht?

Nein – das sprach ein Soldat auf Heimaturlaub 1941, das Zitat über die Apathie der Bevölkerung bezog sich auf das Kriegsjahr 1941, die Beobachtungen machte der schwedische Botschafter.

Also mich haben – ganz ehrlich – die Paralellen erschrocken. „Wann begann der totale Völkermord der Nazis“ – fragt der Autor des Artikels und ich frage mich, wie andere Artikel in ferner Zukunft die aktuelle Situation beschreiben. „Wann begann der totale Völkermord des Bankenclans?“

Immerhin: Menschen sind Kosten auf zwei Beinen, wer etwas anderes behauptet, ist hoffnungsloser Sozialromantiker. Mit der Philosophie ist Massenmorden jeder Art Tür und Tor geöffnet – wenn der politische Wille und die Macht dazukommen.

Den Klagen über die Berliner Moral können wir uns offensichtlich auch sofort anschließen. Aktuell ist der neue Justizsenator Braun im Visier der Verbraucherschützer, er soll an dubiosen Immobiliengeschäften mitgewirkt haben. Einfachen Bürgern 86000 Euro für eine unbewohnbare Schimmelbude aus der Tasche zu ziehen – ja, das ist die Welt der tollen, engagierten Leistungsträger der Berliner Republik, solche Helden des Alltags – die anschließend ihre „Leistung“ im Bordell in Brasilien feiern – haben wir gern. Die dürfen bei uns auch immer reicher werden.

Moral? Ist unter jeder Kritik, da hat der Landser schon recht.

Die Zeit widmet sich diesem Problem umfassend – und listet die Todsünden der Schuldenkrise Europas detalliert auf:

Allein in der Schweiz haben ausländische Privatpersonen, die meisten davon EU-Bürger, 1560 Milliarden Euro liegen, in Großbritannien, und dort vor allem auf den Kanalinseln, sind es 1400 Milliarden, in Luxemburg 440 Milliarden, in Liechtenstein 78 Milliarden. All diese Staaten leisten Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Sie saugen fremdes Volksvermögen ab und leben von den Zinsen.

Der Traum vom leistungslosen Einkommen wird für mutige Steuerhinterzieher schnell Realität, während der heute noch fleissige Unternehmer morgen schon in eine sehr düstere Röhre schauen kann:

In diesem Jahr beläuft sich der deutsche Exportüberschuss mit den Ländern der EU auf 62 Milliarden Euro. Das bedeutet nichts anderes, als dass die in Deutschland produzierten Waren nicht gegen ausländische Waren getauscht, sondern praktisch auf Kredit ausgeliefert werden. Die Südeuropäer verschulden sich also bei den Deutschen, um deren Waren zu kaufen. Sprich: Der Reichtum der Deutschen beruht auf den Schulden der anderen. Bloß, wer beschwert sich am lautesten über diese Schulden? Genau. Deutschland.

Irgendwann droht den Schuldnern der Bankrott, und den Gläubigern damit die Entwertung ihrer Forderungen. Die Deutschen haben in den vergangenen Jahren Auslandsvermögen in Höhe von fast 1000 Milliarden Euro angesammelt – ein großer Teil des Geldes ist weg, wenn der Süden nicht mehr zahlen kann.

Nur zwei von sieben Beispielen, die der Artikel auflistet. Wir wissen also, woran es liegt. Wir wissen, das unser Steuergeld auf den britischen Kanalinseln liegt: 1,58 Billionen Euro. Aber für den Untergang des Abendlandes wird der deutsche Arbeitslose verantwortlich gemacht, der das wundersame (und nahezu unmögliche) Kunststück verbringen soll, seine Kinder für 2,67 Euro am Tag gesund zu ernähren. Sogar in der Eifel ist zwei Stunden Parken teurer.

Es ist eine Frage der Moral bzw. der Verantwortung.

Als guter Kaufmann verkaufe ich nicht an Menschen, die sich meine Waren nicht leisten können – ich könnte sie in den Hungertod treiben. Ich leiste auch meinen Beitrag zur Gemeinschaft so gut ich kann, ja, ich bin dankbar für jeden Euro Steuern, die ich zahlen darf, weil verantwortungsbewußte Politiker damit Frieden, Fortschritt und die Sicherheit des Wohlstands auf Dauer festigen.

Als schlechter Kaufmann verkaufe ich Glasperlen an Indianer und handele ihnen damit ihre Jagdgründe ab, so das der Stamm den nächsten Winter nicht überleben wird.

Als asozialer Bürger plündere ich die Gemeinschaft aus, wo ich kann, nutze ihr Infrastruktur für meine Gewinne, schöpfe alles an Förderung ab, wo ich nur kann – und schicke den Gewinn weit weg ins Ausland.

Räuberethik. Nach wie vor plädiere ich für den Entzug der Staatsbürgerschaft und der politischen Bürgerrechte als Strafe für Steuerhinterziehung. Ist wie Schwarzfahren – und dafür gibt es in Berlin inzwischen sogar Gefängnis.

Der Niedergang der Moral in Deutschland hat einen Namen: Helmut Kohl. „Parteispendenaffäre“, genauer gesagt. Ein Ehrenwort jagte das andere und der Kanzler stellte sich demonstrativ vor seine Spender – gegen das Volk. Wer für die Politik der CDU bezahlte, ging das blöde Wahlvieh nichts an. Dann kamen Schröder und Fischer, der Hartz-Kanzler und sein Bombenminister, der Deutschland in den ersten heißen Krieg seit der Nazizeit führte.

Der kleine Bürger vor Ort weiß schon längst, das er im Krieg ist – und reagiert wie 1941. Er versucht, über die Runden zu kommen. Er versteht, was auf ihn zukommt, wenn der Edmund Stoiber lobend die Chinesen zitiert, die meinen: „Demokratien können nur Schulden machen“.

Dann kann man sich Demokratien eben nicht mehr leisten.

Viele unserer Politiker finden das auch, das lästige Wahltheater stört nur die Planungen zum persönlichen Vermögensaufbau.

Natürlich hat Moral bei uns keine Chance mehr. Die Naturwissenschaften haben bewiesen (in West und Ost), das der Mensch nur ein Haufen Biomüll ist. Zudem atmet er, was dem Klima schadet – ebenso wie seine Darmwinde. Will der Reiche mehr Natur geniessen, muss der Arme entsorgt werden – das wissen wir inzwischen alle, wir kleinen armen Bürger vor Ort. Wir wissen, was am Ende der Klimadebatte steht: unser eigenes Ende. Und da die Natur keine Moral kennt, die Kirche böse ist, es ganz sicher kein Existenz nach dem Tode gibt … steht hemmungslosem Massenmorden überhaupt nichts mehr im Wege.

Man ist auch stolz darauf – wie hier in einer Rezension eines Buches über das „Kooperative Gen“ durch einen … bezeichnenderweise – Gymnasiallehrer und einem Biologen bei Literaturkritik.de:

Die Entkopplung naturwissenschaftlicher Erkenntnismaximen von der Moral war eine der Vorbedingungen dafür, überhaupt Wissenschaft für die Erkenntnis der Welt fruchtbar machen zu können, statt sie auf bloßes Zuträgerhandwerk zu beschränken.

Die Folgen dieser Entkoppelung kann man heute bei Wikipedia nachlesen.

Die Medizin im Nationalsozialismus war geprägt durch das Bemühen der nationalsozialistischen Politik, das Gesundheitswesen für ihre Ziele nutzbar zu machen. Wesentliche Merkmale waren die Etablierung der sozialdarwinistischen „Rassenhygiene“ als neuer Leitideologie, eine ausgeprägte Leistungsmedizin und die „Gesundheitsführung“. 45 Prozent der 52.000 Mediziner wurden NSDAP-Mitglieder. Diese Konzepte fanden ihre zugespitzte Umsetzung in hunderttausendfach durchgeführten Zwangssterilisationen, skrupellosen Menschenversuchen mit tausenden Todesopfern und euphemistisch als Euthanasie bezeichneten zehntausenden Morden an Kranken und Behinderten.

Die Nazis haben genauso gedacht: Moral ist was für Juden. Für Feiglinge und Schwächlinge. Folgen wir dem Urteil des Landsers, dann haben wir deshalb den Krieg verloren – weil die Nazis keine Moral hatten.

Die Deutschen an sich übrigens schon. Es bestehen da Unterschiede zwischen Nazis und Deutschen. Wir Deutschen an sich können sehr moralisch sein – einfach so. Kostet ja auch nichts. Wir sind auch sehr gemütlich, fahren lieber zivilisiert im Kreuzfahrtschiff als im Uboot über den Atlantik, fliegen nach London lieber zum shoppen als zum Bomben abwerfen und verbringen den russischen Winter lieber zu Hause vor dem warmen Kamin als im Schützengraben vor Moskau.

Wir sehen auch den Zustand unserer Schulen, unserer Rathäuser, unserer Polizeiwachen. In der Eifel kenne ich einige dieser Einrichtungen, die man umgehend als Museum ausweisen könnte. In unserer Polizeiwache vor Ort (der letzten überlebenden) ist noch nicht mal genug Geld da, einen Fenstergriff reparieren zu lassen, in den Schulen renovieren Schüler und Eltern inzwischen alles selbst – manchmal gibt es aber noch  einen Zuschuss für Farben.

Die mir bekannten Konzernzentralen der Pharmaindustrie hingegen sind Tempel der Moderne. Alles von den Geldern der Beitragszahler finanziert – nicht etwa durch kluges Wirtschaften erarbeitet. Ehrbare Kaufleute würden so etwas berücksichtigen – und demütiger auftreten.

In einer Welt ohne Moral ist der ehrbare Kaufmann aber nur ein Depp – oder?

Die Ursprünge der europäischen Schuldenkrise liegen im Denken. Auch in den Extremformen des naturwissenschaftlichen Denkens, die glaubt, das aufgeführte Theaterstück wird schon gelingen, wenn wir nur die Bühne richtig analysiert haben. Entkoppelt sich Wissenschaft von Moral, baut sie Atombomben, Giftgas, Seuchen … und Staatsverschuldung. Forschung kostet halt.

Dafür machen sie dann dem Rest des Volkes klar, das „Moral“ böse ist, weil sie sich naturwissenschaftlich nicht belegen lässt.

Die Verbrecher der Welt jubeln: sie haben ihre Kirche gefunden.

„Es gibt keinen Gott, also lasst uns unsere Nachbarn fressen!“ – könnte der Schlachtruf der atheistischen Union werden.

Demut, Bescheidenheit, Menschlichkeit sind Werte, die in unserer Welt keinen Platz mehr haben – dafür stehen Hochmut, grenzenlose Gier und Unmenschlichkeit hoch im Kurs: man fühlt sich gerne hart und stark. „Flink wie ein Windhund, zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl“ – so sah auch Hitler sein Volk gerne. Bei Bankern, Börsianern und Anlageberatern wären solche Werte wohl auch gerne gesehen.

Der Nationalsozialismus als naturwissenschaftliche Verbrecherreligion – so langsam verstehe ich, warum diese Perspektive gerade in Deutschland kaum eingenommen wird.

Die neue Tätergeneration will unentdeckt bleiben. Und deshalb rücken Lafontaine und Sinn enger zusammen – der Krieg läuft schon längst. Vielleicht könnte man ihn auch als Krieg der atheistischen Egomanen gegen den Rest der Welt beschreiben, für die „Naturwissenschaft“ das ist, was für Nazis früher „Deutschland“ war – jener inhaltsloser Wert, von dem sie alle anderen ableiten und der ihnen gestattet, straflos jedes Verbrechen zu begehen. Geht „im Namen der Wissenschaft“ genauso wie „im Namen Deutschlands“ oder „im Namen Gottes“ (um fair zu bleiben).

Man sollte nie vergessen, das sich die Nichtexistenz irgendwelcher Götter ebenso wenig beweisen lässt wie die Heiligkeit Deutschlands. Aber mit der Postulation dieser Hypothese nimmt man dem asozialen Charakter die allerletzte Bremse, die ihn von seinen Taten abhalten könnte.

Warum macht man das wohl?

Die Antwort auf diese Frage findet sich wohl auf den Konten der Kanalinseln – und stellt den wahren Ursprung unserer Schuldenkrise dar.

 

 

 

 

Apokalypse 2012: für den Euro ganz sicher! Für Europa auch. Vielleicht … auch für den Rest der Menschheit

Donnerstag, 1.12.2011. Eifel. Apokalyptiker haben ja gerade richtig goldene Zeiten. Wäre ich einer, ich würde ja nur jeden Tag predigen: Das Ende der Welt ist nah! Beweise fände ich genug: Wetter, Politik, Wirtschaft, Moral - alles wird immer absonderlicher, Beispiele findet man jeden Tag in solcher Menge, das es sich kaum noch lohnt, darüber zu schreiben. Denkt sich niemand etwas daran, wie es um die geistige Verfassung eines Landes bestellt sein muss, in der die Begriffe "Gutmensch" oder "Sozialromantiker" Schimpfworte sind? Ist man schon so verblödet, das man nicht merkt, das eine solches Faktum darauf hindeutet, das der asoziale Verbrechertypus zur Norm geworden ist, während der anständige Normalbürger Freiwild für ihn geworden? Doch - einer hat´s gemerkt, heute in der Welt:

Donnerstag, 1.12.2011. Eifel. Apokalyptiker haben ja gerade richtig goldene Zeiten. Wäre ich einer, ich würde ja nur jeden Tag predigen: Das Ende der Welt ist nah! Beweise fände ich genug: Wetter, Politik, Wirtschaft, Moral – alles wird immer absonderlicher, Beispiele findet man jeden Tag in solcher Menge, das es sich kaum noch lohnt, darüber zu schreiben. Denkt sich niemand etwas daran, wie es um die geistige Verfassung eines Landes bestellt sein muss, in der die Begriffe „Gutmensch“ oder „Sozialromantiker“ Schimpfworte sind? Ist man schon so verblödet, das man nicht merkt, das eine solches Faktum darauf hindeutet, das der asoziale Verbrechertypus zur Norm geworden ist, während der anständige Normalbürger Freiwild für ihn geworden? Doch – einer hat´s gemerkt, heute in der Welt:

Es gibt mehr Verbrecher als Ideologen. Und wenn ein Verbrecher keine Ideologie vorfindet, mit der er seine Taten rechtfertigen kann, sucht er sich irgendeine neue. Man kann dafür die Religion benutzen oder den Nationalismus. Aber die Gewalt, die gefährliche Gewalt, existiert in jedem Fall. Theorien wie die Fukuyamas verführen uns dazu, die Feinde für so klein zu halten, dass wir nicht mehr mit ihnen rechnen müssen.

Ich denke genauso. In der NS-Zeit schienen die Straßen so sicher zu sein, weil die Verbrecher Uniform trugen und ihre Taten nicht als „Verbrechen“ registriert wurden. Oder nehmen wir als Beispiel die Sowjetunion (die ich jetzt nicht mit dem NS-Staat gleichsetzen möchte): kaum waren die Uniformen weg, explodierte das Verbrechen, weil es öffentlich registriert wurde.

Wir befinden uns in einer Zeit, die Deutschland im Jahre 1911 gleicht. Niemand hätte damals gedacht, das es jemals nochmal zu einem Krieg in Europa kommen würde. Er war politisch undenkbar, weil (zumindest noch in der öffentlichen Meinung) alle mit allen verbündet waren, er war militärisch nicht mehr führbar, weil die Kombination von Maschinengewehr und Stacheldraht nur ein endloses Gemetzel aber keine Sieg mehr zuließ und er war wirtschaftlich vollkommener Unsinn: dem Volk ging es gut wie nie, die Sozialgesetzgebung des Kaisers trug mehr Früchte als der Sozialabbau der SPD 2005, Technik und Wissenschaft boomten – warum sollte man sich … erst recht nach so vielen Jahrzehnten des friedlichen Zusammenlebens … in einen europäischen Krieg stürzen, bei dem alle nur verlieren konnten?

Die Antwort ist die Gleiche wie damals: wir glauben nicht mehr daran, das es Verbrecher gibt:

Die westliche Welt leidet an einer Krankheit, die aus dem Glauben kommt, an das Ende der Geschichte gelangt zu sein. Wenn man sich aber am Ende der Geschichte wähnt, hat man keinen wirklichen Feind, existiert kein wirkliches Risiko mehr. Diese rosarote Brille ist gefährlich. Das gilt nicht nur für die Politik, sondern auch für die Finanzwirtschaft.

Das Ende der Geschichte scheint nur das Ende der Ideologie zu sein – die Verbrecher aber arbeiten weiter.

Und darum werden wir wohl oder übel unsere Apokalypse bekommen, die diesmal umfassender sein wird als 1914 – 1918. Nehmen wir das gestrige Drama um den Einsatz der Zentralbanken, die Unsummen an Geld für die Banken gegeben haben, damit die es für viel Geld weitergeben. Das Notprogramm gegen die Krise half exakt einen Tag lang:

Die Euphorie über die weltweite Rettungsaktion der wichtigsten Notenbanken ist schon nach einem Tag wieder verpufft. Die Europäische Zentralbank will nach eigener Aussage nicht auf Dauer zur Krisenlösung einspringen. Und das Misstrauen der Banken untereinander wächst.

Der Grund für die Rettungsaktion ist einfach: unsere US-Freunde haben uns schon jetzt abgeschrieben – obwohl wir das so deutlich nie sagen dürfen:

Das Vertrauen der Banken untereinander ist radikal gesunken. Einige europäische Institute kommen deshalb nur noch schwer an Dollar-Mittel, andere erhalten von US-Banken gar kein Geld mehr.

Das Misstrauen gegen den Euro erreicht auch den kleinen Mann auf der Straße, der jetzt gerade fleissig versucht, die Ramschwährung irgendwie an den Mann zu bringen. 

 

Der Spiegel sagt deutlich, wie es um Europa steht:

Die Chance auf eine bezahlbare Euro-Rettung ist vertan – und schuld ist die Bundeskanzlerin. Angela Merkel wird uns alle ruinieren, weil sie mit ihrem Zaudern die Krise verschärft. Jetzt hat sie nur noch zwei politische Optionen: Bankrott oder Ruin.

Bankrott oder Ruin dürften für uns alle die Folgen sein. Da der Ölmarkt immer noch fest in der Hand des Dollar ist, wir aber bald keine Dollar mehr bekommen, heißt das für uns: wir sind bald am Ende angekommen – nicht am Ende DER Geschichte, aber am Ende unserer Geschichte.

Man kann es – in vornehme Worte ausgedrückt – auch in den Studien der Deutschen Bank finden:

Wer wissen will, wie Banker über das Verhalten der Politiker in der Euro-Krise denken, der wird in einem Papier der Deutschen Bank fündig. Der von einem Forschungsteam erstellte Report „Focus Europe – 2012: Eine tiefere Rezession“ beginnt mit den Worten: „Das Versagen der EU-Regierungen, eine Lösung für die Schuldenkrise zu finden, bedeutet, dass die Abwärtsrisiken sich materialisieren.“

Kein Wunder also, das die Medien noch gegen die Krise anschreiben, damit die Wirtschaft noch schnell ihre Ramschwaren los wird. Ganz nebenbei erfährt man, das sie europäische Politik dies wohl schon längst weiß und die weiße Fahne schwenkt:

Die Mitglieder der Euro-Zone begraben die Hoffnung, die Staatsschuldenkrise auf dem Kontinent aus eigener Kraft lösen zu können. Die europäischen Finanzminister sprachen sich bei einem Treffen in Brüssel für Hilfe von außen aus. EU-Währungskommissar Olli Rehn brachte eine stärkere Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) ins Spiel.

Damit wird ganz Europa Finanzkolonie jener Verbrecher, die die Wirtschaftskrise überhaupt ausgelöst haben. Man kann sich vorstellen, was die mit uns vorhaben. Das Denken großer Konzerne und Unternehmen wird zusehends die Gesellschaft bestimmen. Wie das Verhalten jener Machtgruppierungen im Rahmen der Klimakatastrophe zeigt, haben die aber eher eine kannibalistische Ethik:

Die Klimakonferenz wird scheitern. Die einzigen, die die Erderwärmung jetzt noch aufhalten können, sind deren Hauptverursacher: die Unternehmen. Doch ernsthafter Klimaschutz wird weh tun. 

„Ist doch egal, wie es Milliarden Menschen in zehn Jahren gehen wird, Hauptsache, das meine Aktien heute steigen!“

Das wird – allein bei ungebremsten Bauwahn der Bauindustrie – zu einem Planeten führen, der verstaubt, vertrocknet und zubetoniert ist aber enorme virtuelle Reichtümer angesammelt hat. Gut, Leben ist da nicht mehr möglich, aber wer will denn bei diesen Traumrenditen noch Gedanken an Nebensächlichkeiten verschwenden?

Aber niemand will sich vorstellen, das es wirklich Menschen gibt, die so denken. Das diese Menschen sich zusammenschließen und Maßnahmen ergreifen, um ihre Interessen skrupellos durchzusetzen und dabei das veraltete Modell des Nationalstaates Schritt für Schritt über Bord werfen zugunsten einer weltweiten Herrschaft des Verbrechens.

Dabei gibt es eine einfache Begründung dafür, das ganz viele Menschen an der Vernichtung des Euros, Europas und der Menschen hier mitarbeiten: es wird höllisch gut bezahlt, siehe Handelsblatt:

Den Briten geht es schlecht, wenn sie nicht gerade bei einer Bank arbeiten. Inflation fünf Prozent, die Löhne stagnieren und die Arbeitslosigkeit war zuletzt vor bald zwanzig Jahren so hoch. Nur im Londoner Finanzviertel steigen die Grundeinommen – um satte zwölf Prozent in den vergangenen zwölf Monaten. Rund 96.000 Euro brutto verdienen Finanzexperten im Schnitt während die Briten landesweit gerade mal 20.000 Euro erwirtschaften.

Noch besser geht es Bankern in Top-Positionen: Ihre Gehälter klettern um ganze 21 Prozent auf rund 272.000 Euro und UK-Banker in der Konzernleitung bringen es laut einer Studie des unabhängigen Equity-Research-Unternehmens Alpha Value sogar auf 5,78 Millionen Euro. 

Arbeitet man am Aufbau und Erhalt der Volkswirtschaften des Landes, so bekommt man 20000 Euro, arbeitet man an seiner Ausplünderung, bekommt man fünf mal soviel – plus die Aussicht auf satte Steigerungen, von denen der Rest der Menschheit nur träumen kann.

Noch Fragen?

Verbrechen lohnt sich wieder. Dort, wo der Gutmensch und der Sozialromantiker sagen würde: „Mensch, den Griechen geht es schlecht, wir wollen an derem Elend nicht noch verdienen und senken mal die Zinsen“, da legt der Sozialfaschist nochmal richtig drauf und versetzt dem Land den finanziellen „Bordsteinkick“.

Und da wundert man sich über mordende Neonazis im Land? Das wird doch international vorgelebt!

Wenn wir dann nächstes Jahr 30 – 40 Euro für den Liter Benzin bezahlen, 50 Euro für die Bratwurst auf dem Weihnachtsmarkt oder 100 Euro für ein Pfund Kaffee (bei gleichbleibendem Einkommen, versteht sich), dann werden auch die letzten Dödel merken, das Verbrecher keine Gnade kennen… und wie das Ende des alten Europa aussehen wird.

Vielleicht erlaubt man uns noch eine Weile, US-Kolonie zu sein – mit neuen alten Führern, frisch aus den USA importiert, siehe Welt:

So bewegt die jüngste Vergangenheit Guttenbergs war, so wild sind bei „Anne Will“ Spekulationen über seine Zukunft: Gründet er gar eine rechtspopulistische Vereinigung?

Oder aber man investiert noch ein bischen mehr Geld in die niedlichen, bastelfreudigen und völlig skrupellosen Naturwissenschaften, die gerade mal wieder auf ihre Art und Weise an der Apokalypse arbeiten:

Wissenschaftler haben den gefährlichen Vogelgrippe-Erreger so verändert, dass er ebenso ansteckend ist wie Schnupfen.

Die Frage, warum die so etwas machen?

Und wenn ein Verbrecher keine Ideologie vorfindet, mit der er seine Taten rechtfertigen kann, sucht er sich irgendeine neue.

Und sei es auch nur die „Wissenschaft“.

Also: Apokalypse wird es geben. Es ist nur die Frage, wer das Rennen macht: Politik, Wirtschaft, Klima oder Unmoral?

Wetten, die Banken wetten auch darauf – und verdienen daran?

 

Krieg mit dem Iran als logische Folge deutscher Kitas – Achtung: Verschwörungstheoriealarm und Naturwissenschaftskritik

Aktuell wurde ich an anderer Stelle mal wieder auf den alten Zwist zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft verwiesen. Als Philosoph ist man da manchmal irritiert - erst recht, wenn man zu den Geisteswissenschaftlern gezählt wird. Als ob Natur mit der Liebe zur Weisheit (oder Wahrheit) nichts zu tun hat - oder als ob Naturwissenschaftler keinen Geist hätten. Nun, geistlose Naturwissenschaftler gibt es zu Hauf - und ihrer Existenz verdanken die Geisteswissenschaftler ihre Existenzberechtigung. Würden Naturwissenschaftler geistig kranke Menschen nicht mit immer besseren Waffen ausrüsten, dann hätten Geisteswissenschaftler mehr Zeit, ihre Arbeit zu machen - die wichtigste Arbeit der Welt. Wir haben die Geisteswissenschaften gegen Ende des 19.Jahrhunderts nicht gegründet, weil wir den Damen der gehobenen Gesellschaft gehobene Unterhaltung gönnen wollten, sondern weil weise Menschen gesehen haben, das der Mensch selbst die letzte und größte Herausforderung der Wissenschaft werden wird - und selbst die größte Bedrohung für die Menschheit darstellt. Ihn zu verstehen wurde überlebenswichtig, die Jahre 1914-1918 und 1933 - 1945 haben bewiesen, das die Geisteswissenschaftler die Lage richtig eingeschätzt haben - und seit der Erfindung der Atombombe dürfte es selbst der letzte Depp verstanden haben, das es für uns immens wichtig ist, den Menschen nicht zu unterschätzen. Geisteswissenschaften sind friedenswahrende Wissenschaften - das ist ihr Job. Den Menschen zu verstehen, damit wir ihn nicht erschiessen müssen.

Aktuell wurde ich an anderer Stelle mal wieder auf den alten Zwist zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft verwiesen. Als Philosoph ist man da manchmal irritiert – erst recht, wenn man zu den Geisteswissenschaftlern gezählt wird. Als ob Natur mit der Liebe zur Weisheit (oder Wahrheit) nichts zu tun hat – oder als ob Naturwissenschaftler keinen Geist hätten. Nun, geistlose Naturwissenschaftler gibt es zu Hauf – und ihrer Existenz verdanken die Geisteswissenschaftler ihre Existenzberechtigung. Würden Naturwissenschaftler geistig kranke Menschen nicht mit immer besseren Waffen ausrüsten, dann hätten Geisteswissenschaftler mehr Zeit, ihre Arbeit zu machen – die wichtigste Arbeit der Welt. Wir haben die Geisteswissenschaften gegen Ende des 19.Jahrhunderts nicht gegründet, weil wir den Damen der gehobenen Gesellschaft gehobene Unterhaltung gönnen wollten, sondern weil weise Menschen gesehen haben, das der Mensch selbst die letzte und größte Herausforderung der Wissenschaft werden wird – und selbst die größte Bedrohung für die Menschheit darstellt. Ihn zu verstehen wurde überlebenswichtig, die Jahre 1914-1918 und 1933 – 1945 haben bewiesen, das die Geisteswissenschaftler die Lage richtig eingeschätzt haben – und seit der Erfindung der Atombombe dürfte es selbst der letzte Depp verstanden haben, das es für uns immens wichtig ist, den Menschen nicht zu unterschätzen. Geisteswissenschaften sind friedenswahrende Wissenschaften – das ist ihr Job. Den Menschen zu verstehen, damit wir ihn nicht erschiessen müssen.

Man kann es sich nun einfach machen und sagen: „der Mensch ist schlecht“ – und dabei schlichtweg übersehen, das „gut“ und „schlecht“ letztlich religiöse Kategorien sind. Die Vernunft selbst findet nichts dabei, aus Menschenhaut Lampenschirme und aus Menschenfleisch Bratwurst zu machen – erst recht nicht, wenn der Mensch „schlecht“ ist.  Wir sehen das jeden Tag – die Nachrichten lesen sich dann so:

Die Einkommen in den USA fielen innerhalb von einem Jahr um fast sieben Prozent. Laut einem Bericht sind sie nach der Wirtschaftskrise stärker gefallen als noch während der Rezession selbst.

Oder so – siehe Welt:

Ohne ersichtlichen Grund griffen drei Schüler in Bad Pyrmont einen zehnjährigen Jungen an. Immer wieder traten sie auf ihn ein, auch als er schon am Boden lag.

Beide Nachrichten handeln vom selben Thema: wie Menschen Menschen vernichten – wobei die erste Nachricht die indirekte Gewalt aufzeigt, die dadurch noch gesteigert wird, das von „Job“ und „Geld“ inzwischen „essen“ zu 100% abhängig ist …. trinken und (im Sommer) schlafen geht noch billiger.

Wem das noch zu harmlos ist, der sollte gewahr werden, das gerade geplant wird, die eigenen Kinder im Iran von den Erzeugnissen der Naturwissenschaft zerfetzen zu lassen. Während der Präsident des Iran noch vor der UNO schwere Anschuldigungen gegen die USA aussprach, lieferte das FBI den USA einen Kriegsgrund:

Skrupellose Drahtzieher, mexikanische Auftragskiller, hochpolitische Anschlagsziele: Die US-Justiz will einen spektakulären Attentatsplan aufgedeckt haben. Iranische „Elemente“ hätten den saudi-arabischen Botschafter in Washington ermorden wollen. Iran dementiert – dennoch drohen weitreichende Folgen. 

Entwicklungen dieser Art waren vor 150 Jahren schon bekannt. Sie führten zur Wissenschaft des menschlichen Geistes, damit es – angesichts der sich anbahnenden technischen Möglichkeiten – keine weiteren großen Katastrophen gibt. Das Kriege immer schlimmere und vernichtendere Gemetzel nach sich ziehen, wussten all jene, die die Entwicklung des US-Bürgerkrieges studiert hatten. „Krieg“ war schon immer schlimm gewesen – aber jetzt bekam er immer mehr technische Macht, was verheerende Folgen für die Opfer hatte.

Ich könnte mir vorstellen, das man deshalb unter den Geisteswissenschaftlern mehr Anhänger von Verschwörungstheorien findet. Geisteswissenschaftler verstehen auch komplizierte Gedankengänge, sie entfremden sich berufsmässig häufiger vom gängigen Modell „Mann“ und haben wenig übrig für die „meine Rakete ist aber größer als deine Rakete“ – Kultur. Man könnte fast sagen: sie wissen, das der Mensch gut ist und sich gut entfalten könnte, wenn – wie bei anderen Tieren auch – die Umgebung stimmt, das Millieu in Ordnung ist, die Umweltbedingungen optimal sind:

Das menschliche Gefühl für Gerechtigkeit entwickelt sich offenbar schon sehr früh. Das lassen die Ergebnisse einer aktuellen Studie vermuten, die Psychologen mit Kleinkindern durchgeführt haben. Babys erkennen demnach bereits ab dem 15. Monat den Unterschied zwischen gleicher und ungleicher Verteilung von Nahrungsmitteln. Diese Empfindung stand auch in Verbindung mit ihrer Bereitschaft, ein Spielzeug zu teilen, berichten Jessica Sommerville von der Universität von Washington in Seattle und Marco Schmidt vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass wir uns Regeln von Fairness und Großzügigkeit früher aneignen als gedacht,“ sagt Sommerville.

Wie nun dieses „faire Baby“ dazu kommt, Sprengsätze an Bahnhöfen zu deponieren, seine Mitmenschen zu schlagen, auszubeuten und zu ermorden – ist eine lange Geschichte. „Umweltbedingungen“ spielen da eine wichtige Rolle … weshalb man aktuelle politische Entwicklungen in Deutschland nochmal gründlich durchdenken sollte, siehe Welt:

Laut der noch laufenden „Wiener Krippenstudie“ zeigen Kinder unter zwei Jahren bereits zehn Wochen nach Krippeneintritt ungünstige Stressreaktionen. „Mit fortschreitender Krippenbetreuung sinkt der morgendliche Cortisolwert, die Tagesprofile werden flacher, die Stressverarbeitung wird ungünstiger“, so Studienautorin Tina Eckstein. Je jünger ein Kind sei, desto empfindlicher reagiere es auf Stress.

Und es kommt noch besser:

Die bislang umfangreichste US-Krippenstudie Nichd hat gezeigt, dass selbst der Besuch einer guten Krippe später vermehrt mit sozialen Auffälligkeiten wie Streiten, Kämpfen, Prahlen, Lügen und Sachbeschädigung einhergeht. Noch bei 15-jährigen Jugendlichen – der zuletzt gemessenen Altersgruppe der Kohorte – stellte man die negativen Auswirkungen fest.

So machen wir aus guten Babys asoziale Elemente, die keine ethischen Bedenken haben, Länder militärisch zu vernichten oder ihnen wirtschaftlich den Boden unter den Füssen weg zu ziehen: was im Endergebnis das Gleiche ist.

Und so … führt eine Missachtung der Geisteswissenschaften, eine Schwächung ihrer gesellschaftlichen Position zugunsten von Technik, Finanzen und Handel direkt in große menschliche Katastrophen. Die Wissenschaft als solche weiß das auch, sie hat aber nicht die Macht, das zu verhindern. Nehmen wir zum Beispiel die Philosophie des „Positiven Denkens“, die Grundbestandteil der egozentrischen Nützlichkeitsethik der USA (und der ganzen westlichen Hemisphäre) ist:

Dem positiven Denken auf der Spur

Das Gehirn notorischer Optimisten blendet Negativinformationen aus

So einfach ist das: die haben einen Defekt – nur so funktioniert dieses Denken. Negativinformationen werden einfach nicht wahrgenommen – noch Fragen, warum die Kultur des positiven Denkens, diese „Tschakka – Du schaffst es“-Philosophie serienmässig Kriege produziert und eine Wirtschaftskrise nach der anderen in die Welt setzt?

Möglicherweise hätte man sich das ersparen können, wenn man Kinder einfach in einem natürlichen Umfeld aufwachsen lässt. Aber … woher würden wir Killer, Soldaten, Zuhälter, Prostituierte, Drogenabhängige, Diebe, Betrüger, Politiker, Journalisten, Unternehmensverräter und Anlagevernichter nehmen, wenn wir eine Kultur hätten, in der niemand Streiten, Kämpfen, Prahlen, Lügen oder Sachbeschädigung praktizieren möchte?

Hier merken wir langsam … das es gefährlich wird. Der Geisteswissenschaftler kann sich ab diesen Punkt der gedanklichen Entwicklung nur noch einen Reim auf die aktuelle Situation der Menschheit machen: da wird ABSICHTLICH dran gedreht.

Wie auch sonst? Wir haben keine Säbelzahntiger mehr, die uns auflauern, auch Höhlenbären und Mammuts haben wir ausgerottet, Krankheiten in die Schranken gewiesen und Götter in die Schränke der Geschichte verbannt (jedenalls offiziell, das der Kult des Materialismus ebenfalls eine – sehr dunkle – Religion ist, wird selten öffentlich reflektiert …. er hat halt gerade die Oberhand) … wir sind nur noch SELBST VERANTWORTLICH für unseren ganzen Mist.

Und wenn der Mist geschieht – wie an der Börse, auf dem Bürgersteig oder in den Kitas – dann darf man getrost ABSICHT unterstellen, dann darf man zurecht vermuten, das hier absichtlich asoziale Elemente innerhalb der Gesellschaft gezüchtet werden. „Marines“ fallen halt nicht vom Himmel, da braucht man schon eine gewissen Arbeitslosenquote, um genug „ernten“ zu können. Das ähnelt der Kartoffelzucht – die brauchen auch eine gewisse Bodenqualität und ein gewisses Klima, um so richtig gut zu gedeihen. Im Hippieumfeld der 68´er gedeihen Marines ganz schlecht.

Leider dürfen wir so nicht mehr denken. Die positiv denkende naturwissenschaftlich orientierte dogmatische Kultur der Moderne blendet Negativinformationen gerne aus – wie zum Beispiel die über den 11.9.2001. Ein Test? Einfach mal auf der „Tagung der Pressesprecher“ aufs Podium gehen und laut rufen „nine-eleven war selbst gemacht“ – und dann die Reaktionen genau beobachten.  Wetten, die Reaktionen werden nicht geisteswissenschaftlichen Regeln folgen – sondern sehr emotional gefärbt sein? Das gleiche geht auch mit der Aussage „Ich kriege Hartz IV“ oder „Ich glaube an Gott“.

So muss man auch reagieren, wenn man Realitäten ausblendet. Dort, wo die Erde eine Scheibe sein muss, gehört der weltumrundende Seefahrer unbedingt auf den Scheiterhaufen. War schon immer so – wird auch so bleiben, solange der einseitig naturwissenschaftlich geprägte dogmatische Typus politische Macht ausübt.

Den Krieg zu vermeiden ist die oberste Aufgabe einer geisteswissenschaftlichen Kultur. Dort, wo die Geisteswissenschaften zurückgedrängt werden, wächst die Kriegsgefahr automatisch. Das habe ich in den siebziger Jahren von einem Deutschlehrer der Höheren Handelsschule gelernt. Dann wurden die Geisteswissenschaften zurückgedrängt – zugunsten der „heiligen“ Ingenieure – und in Folge wurde Deutschland wieder kriegführende Nation.

Für Geisteswissenschaftler ein normaler logischer voraussehender Prozess.

Auch Naturwissenschaftler nehmen diesen Prozess wahr – in der Regel aber erst, wenn sie sich im Schützengraben oder bei Menschenversuchen im KZ wiederfinden … auf beiden Seiten.

Dann merken sie, das sie eine Information ausgeblendet haben: sie sind selber auch nur Menschen.

Wenn wir den momentanen Kurs beibehalten, werden wir logischerweise in immer mehr Kriege hineingezogen. Wenn ich den Menschen nicht verstehe, dann muss ich ihn vernichten – weil er eine Bedrohung ist. Eine Weile kann man noch so tun, als gäbe es „böse“ Gesellschaftsschichten (Arbeitslose), „böse“ Religionen (Moslems) oder „böse“ Völker (Griechen, Iraner, Chinesen, Serben, Russen, Juden usw), sind die aber alle ausgerottet, ist die Hoffnung auf Frieden durch immer mehr Kriege wieder mal dahin – und man sieht den eigentlichen Täter im Spiegel (nein, diesmal nicht das bekannte ehemalige Nachrichtenmagazin). Wenn dann noch genug „Welt“ übrig ist, werden wir eine neue Kultur aufbauen müssen – diesmal jedoch völlig ohne Metall: die oberflächennahen Vorkommnisse sind schon jetzt völlig abgegrast und Werkzeuge zum tiefer graben werden wir deshalb dann nicht mehr so leicht herstellen können.

Bis dahin jedoch – werden wir noch einige Kriege führen können, den „bösen Feind“ noch im Aussen orten müssen. Der Iran ist als nächster dran, dann China, Indien, Brasilien – Russland wird sicher auch gerne wieder genommen. „Anders sein“ plus Rohstoff klappt immer heutzutage. Wir nennen das „Demokratie bringen“, so wie früher die Missionare das Christentum gebracht haben.

Einfach mal etwas Kolonialgeschichte studieren – schon sieht man, wie sehr sich die Muster inzwischen gleichen. Wenn man dann sieht, wie Kolonialgeschichte gelenkt wurde … dann ist man mittendrin in Verschwörungspraktiken der übelsten Art.

Wer übrigens meint, ich würde jetzt nichts von Naturwissenschaften halten, der irrt. Philosophie hat eine große Nähe zur Naturwissenschaft wie auch zur Geisteswissenschaft. Ich nehme schon wahr, das es bahnbrechende Erkenntnisse in naturwissenschaftlichen Bereich gibt – wie zum Beispiel die Entdeckung intelligenten Lebens auf der Erde … vor vielen Millionen Jahren:

Im US-Bundesstaat Nevada wurden Fossilien von 37 Fischsauriern entdeckt, die teilweise eine höchst seltsame Anordnung aufweisen. Neun der bis zu 14 Meter langen Skelette lagen in einer Reihe, genau in Nord-Süd-Richtung. Die Sedimentgesteine um die Fossilien lassen vermuten, dass sich die toten Fischsaurier auf dem Meeresgrund befanden. Das spricht gegen die These, sie seien gestrandet, ähnlich wie es bei den heutigen Walen manchmal vorkommt. Es wird noch bizarrer: Die einzelnen Glieder der Wirbelsäule verschiedener Tiere liegen seltsam geordnet vor – Wirbel von verschiedenen Stellen des Rückgrats sind in doppelten Linien in einem nahezu perfekten geometrischen Muster geordnet. 

Da spielte ein intelligenter Tintenfisch mit Fischknochen – vor 200 Millionen Jahren – und schuf ein Abbild seiner selbst.

Er geht sogar noch einen Schritt weiter und lässt sich zu einer skurrilen Spekulationen hinreißen: Ihn erinnert die Anordnung einer Reihe der scheibenförmigen Rückenwirbel an die Verteilung der Saugnäpfe am Arm eines Kraken. Vielleicht hat der urzeitliche Räuber eine Art Selbstporträt zusammengepuzzelt, so die Vorstellung von McMenamin.

Warum man hier die Formulierung „skurril“ wählt, erschließt sich nur, wenn man im Hinterkopf hat, das die Religion des Materialismus und der von ihr abstammenden Naturwissenschaften so dogmatisch ist wie der Katholizismus des 18. Jahrhunderts … und das man eine solche „fehlerfreie“ Ideologie zur Kolonisation der „Anderen“ braucht … so wie wir auch für unser kleines, gerechtes Baby-ich immer noch eine Ausrede brauchen, um anderen Menschen das Essen zu klauen.

Und wer es jetzt genau wissen will … ja, wir laufen hier Gefahr, in einem Gottesbeweis zu landen (Huch!): weil der Mensch einen moralischen Befehl zum Guten in sich trägt, den man mit Gewalt ausrotten muss, kann man von der Existenz einer befehlsgebenden Macht ausgehen.

Aber auch das ist heutzutage tabu.

Wir führen lieber Kriege.

Der nächste wird gerade vorbereitet – aber dank des Dogmas der Religion das atheistischen Materialismus, die als Quelle allen Seins nur plan- und ziellose chaotische Ursuppen kennt (und trotzdem davon ausgeht, eine komplette Zeitung zu erhalten, wenn sie eine Kiste Buchstaben auf den Boden fallen läßt) – müssen wir diese Kriege als „alternativlos“ einfach hinnehmen.

Gottgegeben, sozusagen.

Und wir nennen uns wirklich „aufgeklärt“?

 

 

 

 

Papstbesuch in Deutschland und die Warnung vor einem neuen Auschwitz

Es sind denkwürdige, spannende Zeiten, in denen wir leben.  Ein neuer, großer Krieg deutet sich an - die USA umschließen China, die Chinesen stellen hinsichtlich Pakistan ein Ultimatum, das die USA aber nicht einhalten, Tokio müsste eigentlich wegen zu hoher Radioaktivität evakuiert werden infolge von Naturkatastrophen, die von Jahr zu Jahr desaströser werden. Gleichzeitig fliegt uns unsere Wirtschaft um die Ohren - nicht als Unfall, wohlgemerkt, sondern als asozialer Akt einer Bande skrupelloser Finanzjongleure, die im Prinzip nichts anderes machen als Menschen beim Sozialamt .... wenn auch in ganz anderen Dimensionen: sie rechnen sich ihre Ansprüche schön, die sie - angeblich - aufgrund ihrer Spekulationen haben und verlangen, das wir diese Ansprüche umgehend in echte Werte umsetzen.

Blöd wie wir sind, tun wir das auch, wundern uns aber, das auf einmal kein Geld mehr da ist. Und in diesen Zeiten besucht der Papst Deutschland.

Es sind denkwürdige, spannende Zeiten, in denen wir leben.  Ein neuer, großer Krieg deutet sich an – die USA umschließen China, die Chinesen stellen hinsichtlich Pakistan ein Ultimatum, das die USA aber nicht einhalten, Tokio müsste eigentlich wegen zu hoher Radioaktivität evakuiert werden infolge von Naturkatastrophen, die von Jahr zu Jahr desaströser werden. Gleichzeitig fliegt uns unsere Wirtschaft um die Ohren – nicht als Unfall, wohlgemerkt, sondern als asozialer Akt einer Bande skrupelloser Finanzjongleure, die im Prinzip nichts anderes machen als Menschen beim Sozialamt …. wenn auch in ganz anderen Dimensionen: sie rechnen sich ihre Ansprüche schön, die sie – angeblich – aufgrund ihrer Spekulationen haben und verlangen, das wir diese Ansprüche umgehend in echte Werte umsetzen.

Blöd wie wir sind, tun wir das auch, wundern uns aber, das auf einmal kein Geld mehr da ist. Und in diesen Zeiten besucht der Papst Deutschland.

Ich hätte gedacht: das ist ein Ereignis, das man einfach mal so übergehen kann, ein Nebensatz sollte reichen, dem Tatbestand gerecht zu werden, wenn er überhaupt erwähnenswert ist. Es ist nett und freundlich von uns, einen Papst im Bundestag reden zu lassen – Gorbatschow, Putin und Bush waren ja auch schon da. Gut – er ist Häuptling eines kleinen Landes, aber: umso nobler ist die Geste. Aber politisch gesehen … ist das doch wohl völlig uninteressant.

Dann jedoch nahm ich mehr und mehr am Rande die Kritik am Papstbesuch in Deutschland wahr, mehr und mehr sah man wieder, das sich die deutsche Blödheit nicht auf das Thema Wirtschaft beschränkt, das es in der Tat Menschen gibt, die das Heil der Menschheit in der Vernichtung der katholischen Kirche sehen.

Natürlich stoßen wir hier an Grenzen, die historisch bedingt sind – und an Mythen, die anzutasten uns nicht gestattet ist. Im Kampf der freien Gesellschaft gegen den Feudalismus hat die Kirche personell oft auf der falschen Seite gestanden, was kein Wunder ist: personell gesehen war der Adel bei ihnen immer gut vertreten, sie war sozusagen oft der linke Arm der Unterdrückung – vor vielen hundert Jahren. Der erste Sohn des Grafen wurde sein Nachfolger, der zweite ging in die Kirche, der dritte zum Militär: so war die Rollenaufteilung, die dem Adel die Macht über das Volk garantierte.

Gleichzeitig aber – und das hören wir nicht so gerne, weil es dann wieder kompliziert wird – hat die Kirche selbst während der parasitären Besetzung durch den Adel weiterhin die Botschaft das Humanismus getragen … und zwar eines Humanismus, der sehr ernst ist, ein Humanismus, der keine Grenzen kennt, auch Arme, Alte, Kranke und Behinderte einschließt, Ausländer und Zigeuner ebenso. Diese Kirchenleute bringen halt seit zweitausend Jahren kontinuierlich „Sozialromantiker“ hervor – schon das ist ein Grund, sie im Berliner Bundestag nicht mehr willkommen zu heißen, denn Sozialromantiker wollen wir nicht mehr haben.

Nun ist die Geschichte der Kirche selber voll von Beispielen, das sie ihren Ansprüchen nicht genügt – jedes Schulkind kennt sie heute (und niemand fragt sich, warum das eigentlich so ist).  Das ist aber ein Maßstab, den ich gar nicht anlegen würde, weil aus Menschen keine Engel werden, bloß weil sie katholisch geworden sind.

Sie bleiben Mörder, Zuhälter, Vergewaltiger, Räuber, Folterer, Unterdrücker, Betrüger – kurz: Arschlöcher (wenn ich mal so drastisch werden darf). Aber – sie haben beständig die Mahnung im Ohr, das dies nicht in Ordnung ist und eine Chance, sich zu ändern. Es gibt auch eine leise Drohung hinter dieser Mahnung – eine Drohung, die aber den meisten Religionen immanent ist: im Jenseits gibt es kein Arschlochabteil – außer vielleicht der Hölle, die es nicht nur bei Katholiken gibt – und selbst dort ist sie theologisch betrachtet nicht existent, sondern nur ein im Laufe der Jahre gewachsener Mythos, während die Feuerhöllen des Buddhismus dort ganz andere Qualitäten aufweisen. Vielleicht wird uns ja der Dalai Lama darüber aufklären, den die Grünen jetzt aus Rache am Papstbesuch in den Bundestag einladen wollen.

Nun ist die Höllengeschichte  sicherlich Glaubenssache. Für die Philosophie jedoch ist ALLES Glaubenssache, dort ist man sich der fürchterlichen Relativität der Kultur der Vernunft bewußt. Nationalsozialismus zum Beispiel – war absolut vernünftig. Wenn der Jude an sich böse ist – dann ist es vernünftig, so mit ihm zu verfahren, wie geschehen. Und die Freiheit, den Juden als „an sich böse“ darzustellen, gibt mir ebenfalls – die Vernunft. Weil das so schrecklich schief gegangen ist, weil wir ganz vernünftig, sachlich, nüchtern und ruhig die Hölle auf Erden installiert hatten,  haben wir die allgemeinen Menschenrechte etabliert: als festes, niemals mehr zu hinterfragendes Dogma.

Angesichts des offensichtlichen Scheiterns der vernünftigen, wissenschaftlich ausgerichteten Gesellschaft haben wir unser eigenen Dogmen errichtet, die durch nichts zu belegen oder beweisen sind – wir sind in diesen Momenten  ziemlich katholisch geworden.

Daran hat uns der Papst in seiner Rede im Bundestag erinnert, eine Rede, die mich zuvor nicht interessiert hat, die mir aber Angst machte, als ich sie las.

Warum?

Nun … weil ich Texte immer im Umfeld beurteile. Ich bin ein Freund der Kunst der Hermeutik – und beurteile Menschen ihrem Umfeld gemäß.

Im Umfeld eines Christen spielt „das Böse“ eine zentrale Rolle. Man kann das Christentum eigentlich nur aus der Realität des „Bösen“ heraus verstehen, so wie man Christus nur verstehen kann aus der Realität der Wunder – alle anderen Verdrehungen der Moderne zugunsten des Zeitgeistes führen nur dazu, das man eigentlich überhaupt nicht versteht, was und warum dort gesellschaftliche Realität gewachsen ist.

Ein langhaariger Hippie mit Sandalen an den schmutzigen Füssen sondert colle Sprüche ab? Das soll die Menschen vor zweitausend Jahren beeindruckt haben? Oder die Geschichte eines Menschen, der wider die „Mächte der Welt“ aufstand, über Wasser laufend seine Macht über Krankheit und Tod bewies um den Menschen zu verkünden, das sie sich bitte nicht wie Arschlöcher benehmen sollen, weil das Universum nicht gut auf Anlageberater, Imperatoren oder Priester zu sprechen ist?

Wir merken: der Papst kommt schnell selber ins Feld der Kritik – und das dürfte ihm auch bewusst sein, denn er nimmt die Geschichte ja ernst. Er weiß auch, das die Geschichte mit seiner Unfehlbarkeit ein Marketingtrick der Kirche war, mit der sich die Christen vor den durch die Freimaurer entfesselten Gewalten schützen und den Zusammenhalt ihrer Gemeinschaft wahren wollten – oder, um es drastisch zu formulieren: die Gemeinschaft der Christen (und letztlich die ganze Menschheit) vor dem Antichrist zu schützen, der am Ende aller Tage mit großer Macht auftritt.

Das ist nun der Hintergrund, vor dem ich die Rede des Papstes sehe – und schon bekommen seine Worte (hier im Spiegel gedruckt) eine ganz andere Qualität:

Die Bibel will uns mit dieser Erzählung sagen, worauf es für einen Politiker letztlich ankommen muss. Sein letzter Maßstab und der Grund für seine Arbeit als Politiker darf nicht der Erfolg und schon gar nicht materieller Gewinn sein. Die Politik muss Mühen um Gerechtigkeit sein und so die Grundvoraussetzung für Friede schaffen.

Natürlich wird ein Politiker den Erfolg suchen, der ihm überhaupt die Möglichkeit politischer Gestaltung eröffnet. Aber der Erfolg ist dem Maßstab der Gerechtigkeit, dem Willen zum Recht und dem Verstehen für das Recht untergeordnet. Erfolg kann auch Verführung sein und kann so den Weg auftun für die Verfälschung des Rechts, für die Zerstörung der Gerechtigkeit. „Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande“, hat der heilige Augustinus einmal gesagt.

„Politik muss Mühen um Gerechtigkeit sein“ … doch was macht Politik?

Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen„: das ist die moralische Realität im Deutschen Bundestag – und die offene Kampferklärung an die sozialen Dimensionen der allgemeinen Menschenrechte.

Dem Recht zu dienen und der Herrschaft des Unrechts zu wehren ist und bleibt die grundlegende Aufgabe des Politikers. In einer historischen Stunde, in der dem Menschen Macht zugefallen ist, die bisher nicht vorstellbar war, wird diese Aufgabe besonders dringlich. Der Mensch kann die Welt zerstören. Er kann sich selbst manipulieren. Er kann sozusagen Menschen machen und Menschen vom Menschsein ausschließen.

Wenn nun der Papst eine „historische Stunde“ sieht, in der es der „Herrschaft des Unrechts“ zu wehren gilt – mit deutlichen Bezügen auf die Greuel des Dritten Reiches – dann scheint es schlimm zu stehen um die Realitäten im Deutschen Bundestag.

In diesen Zeiten an die Grundsätze von Recht im deutschen Bundestag zu appellieren, würde keinen Sinn machen, ginge man davon aus, das das Recht dort einen festen Sitz hat – eher versucht man Menschen auf diese Weise ins Gewissen zu reden, die ihren Kurs völlig aus den Augen verloren haben. Es gibt kein Lob für den deutschen Bundestag als Hort von Gerechtigkeit, als Versammlung edler Streiter für Frieden, Wohlstand und Glück der Menschen, sondern eine Warnung davor, das der Staat sich schnell in eine große Räuberbande verwandeln kann.

Das soll der einfach so dahergesagt haben?

Vor seinem Hintergrund sehe ich das als klare Warnung vor der widernatürlichen Herrschaft des Antichristen, als letzten Versuch, die Notbremse zu ziehen, bevor die Herrschaft des Unrechts wieder bis in die letzten Winkel des Landes und ganz Europas vordringt, als Warnung vor einer kommenden Bestialität des Menschen, die wieder ganz leise beginnt – mit wie üblich sehr vernünftigen Argumenten. Letztlich aber ist klar, wohin der Zug fährt.

Menschen werden vom Menschsein ausgeschlossen … wenn sie nicht genügen. 

Schon mal von Hartz IV gehört? Keine Bange – wie üblich ist das erst der Anfang.

Jacob Augstein weist im Spiegel auf die nächsten Schritte hin, die uns in ein neues (nationalsozialistisches) Paradies führen werden:

Wir brauchen den Papst zum Beispiel, weil das deutsche Forschungsministerium mit öffentlichem Geld die Entwicklung eines Tests fördert, der ohne jedes Risiko für die Mutter feststellt, ob ihr Baby das sogenannte Down Syndrom aufweist. Dieser Test hat nur einen Zweck: Selektion.

Ich kann mich da dem Herrn Augstein im Weiteren nur anschließen: Kritik am Papst wird da wirklich pubertär. Auch wenn es unbequem ist, weil sich niemand mit geistig behinderten Menschen herumärgern will: das Prinzip der Selektion endet – wenn es erstmal installiert ist – immer in Auschwitz.

Wenn der Papst im Deutschen Bundestag solche Worte spricht, dann werde ich sehr hellhörig, weiß ich doch, das er einer der bestinformiertesten Menschen der Welt ist: kaum jemand hat so viele Millionen Zuträger wie er.

Und das unser Staat schon längst eine große Räuberbande geworden ist, merken wir doch fast jeden Tag – wenn wir in den Wirtschaftsteil der Zeitungen oder auf unser Konto schauen. Was das für die Herrschaft des Rechtes bedeutet, hat der Papst gerade mal ganz deutlich der versammelten Räuberbande gesagt. Schade das die Linken das nicht hören wollten – es bestätigt den Verdacht, das die nur so lange „links“ sind, bis sie endlich auch einen Anteil an der Beute bekommen.

Wer nun schreit: „Aber die Kirche hat doch auch Fehler gemacht“ bekommt eine gute Note in sonstiger Mitarbeit, hat aber nicht verstanden, das es gerade mal wieder darum geht, die Öfen für die Massenvernichtung zu installieren: wo sollen wir auch mit den Massen der Armen hin, die beim shoppen stören, weil sie hungernd und verfaulend auf der Straße herumliegen?

Und hungern werden sie – einfach nochmal die Ansprüche der Herren des Geldes durchrechnen, dann weiß man: die haben jetzt schon mehr Ansprüche als die Welt Güter hat.

Den Rest regelt dann wieder die Vernunft.

 

 

 

 

Deutschlands Kriminalstatistik … ist sicher, Verrohung und Betrug sind es auch.

Die Welt wird jeden Tag besser und sicherer. Wir sind auch dem direkten Weg zum Endsieg, nur noch ein paar Huckel stören die ansonsten reibungsfreie Reise ins Paradies. Die reichen Menschen spenden Milliarden Dollar an die Pharmaindustrie, damit die grossflächig Kinder in der Welt impfen kann (die kurz danach verhungern, verdursten oder erschossen werden), während sauberes Wasser, genügend Nahrung und mimimale Sozialstandards für viel weniger Geld viel mehr für die Volksgesundheit tun könnte - das war in Europa auch so.  Sicher, in den USA geht die staatliche Post pleite und die ersten Banken bereiten sich auf die Zahlungsunfähigkeit der USA vor, aber das rummst erst im August und ist außerdem weit weg.

Die Welt wird jeden Tag besser und sicherer. Wir sind auch dem direkten Weg zum Endsieg, nur noch ein paar Huckel stören die ansonsten reibungsfreie Reise ins Paradies. Die reichen Menschen spenden Milliarden Dollar an die Pharmaindustrie, damit die grossflächig Kinder in der Welt impfen kann (die kurz danach verhungern, verdursten oder erschossen werden), während sauberes Wasser, genügend Nahrung und mimimale Sozialstandards für viel weniger Geld viel mehr für die Volksgesundheit tun könnte – das war in Europa auch so.  Sicher, in den USA geht die staatliche Post pleite und die ersten Banken bereiten sich auf die Zahlungsunfähigkeit der USA vor, aber das rummst erst im August und ist außerdem weit weg. Wir freuen uns schon über die ersten Bilder von Hungeraufständen in New York, während kaum von der Öffentlichkeit bemerkt auch das europäische Bankensystem vor dem Aus stehen könnte: stufen die Ratingagenturen Griechenland auf D herab, sind die Folgen unabsehbar. Auf CCC sind die Griechen aktuell gelandet … da werden die Zinsen wieder steigen und noch mehr Gelder aus den Rettungspaketen in die Kassen der Banken fließen – auch jener Banken, die zuvor direkt oder indirekt (das sind ja eigentlich fast alle) mit Steuermitteln gerettet wurden.

Doch das alles ficht uns nicht an. Uns geht es gut. Mag auch der Ackermann in den USA immer mehr ins Visier der Staatsanwälte geraten oder der deutsche Selbständige den Sozialstaat ausbeuten, wir fühlen uns wohl in diesem Land, weil wir hier ruhig und sicher leben können. Das sagt die Kriminalstatistik … bzw. sagt das der Innenminister über die Kriminalstatistik.

Die Polizei selber sieht ihre Statistik etwas differenzierter und erkennt vielfältige Unsicherheitsfaktoren, unter anderem kann auch der fortschreitende Stellenabbau bei der Polizei Grund dafür sein, das immer weniger Straftaten erfasst werden.

Nun – um Wirtschaftskriminalität hatte ich mich ja schon gekümmert. Die steigt, bei Anlage- und Finanzierungsdelikten 2009 um 176 % im Vergleich zum Vorjahr. 2010 sind nach einem erneuten Anstieg um 9 Prozent schon für 80% der Unternehmen eine ernsthafte Bedrohung, bei Großunternehmen sogar 90 %. Kapitalanlagebetrug stieg 2009 sogar um rekordverdächtige 214 % an.

Sicherheit … fühlt sich anders an – und auch die Nachrichtenlage ist in dieser Hinsicht verwirrend. N-Tv meldet, das bei der organisierten Kriminalität immer weniger Personen immer mehr Schaden anrichten – was einen Rückgang in manchen Statistiken bedeutet, die nur Täter zählen. Der Spiegel meldet einen Anstieg der Kindstötungen um 20 % in 2010 – auch eigentlich kein Grund zur Beruhigung.

Aber ein Grund, mal selber in die Statistik zu schauen, wohl wissend, das man keine Chance hat, sie zu verstehen noch sie sicher zu deuten, aber das BKA hat sich halt trotzdem viel Mühe mit ihren Zahlenwerken gemacht.

Ich weiß, das es 1990 eine Widervereinigung gab. Eigentlich war es eine Einverleibung mit anschließender Verdauung, die Reste werden gerade ausgeschieden, aber wir nennen das anders. Deshalb werde ich zum Vergleich nur … die „Häufigkeitswerte“ benutzen, die die Häufigkeit der Taten auf 100 000 Einwohner beschreiben. Für diesen Wert ist die absolute Einwohnerzahl nicht bedeutend.

Insgesamt sieht es gut aus. 7265 Straftaten pro 100 ooo Einwohner gab es 1987, 2010 waren es 7253. Insgesamt ein schönes Bild … wenn es nicht hässliche Details gäbe.

Da gibt es zum Beispiel die Körperverletzung. 1987 bekamen 327,3 Einwohner auf 100 000 was aufs Maul. 2010 waren es 664,5. Das ist ein Anstieg von „Körperverletzung“ von 100 %.  Dementgegen sinken die Angriffe auf Werttransporter im gleichen Zeitraum von 663 auf 120. Da ich kein Werttransporter bin, ist mir das egal, das im statistischen Durchschnitt da irgendetwas sicherer geworden ist.

Verbreitung pornographischer Schriften steigt von 1544 auf 8776, war schon mal 2007 auf über 15000 angestiegen, Häufigkeit: von 2,2 auf 10,7. Vergewaltigung durch Gruppen steigt im vergleichbaren Zeitraum um 50 % von 0,2 auf 0,3, ebenso die „überfallartige Vergewaltigung durch Gruppen“.  Vergewaltigung selbst steigt von 8,6 auf 9,4, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung steigen von 15,1 auf 18,8, „sexuelle Nötigung“ steigt von 5,6 auf 7,3.

Morde bleiben auf stabilen Niveau, strafbare Schwangerschaftsabbrüche und homosexuelle Handlungen gehen deutlich zurück, ebenso die exhibistionistischen Handlungen vor Kindern. Vollzug des Beischlafes mit einem Kind steigt um 30 % seit 1999, schwerer sexueller Mißbrauch von 0,1 auf 1,8 Fälle, sexueller Missbrauch Widerstandsunfähiger steigt von 0,7 in 1995 auf 1,7 in 2010, dafür sinkt die Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger und die Förderung der Prostitution sowie die Zuhälterei.

„Rohheitsdelikte“ steigen von 461,6 auf 965, Tendenz ständig steigend, allerdings sinken die Raubüberfälle auf Postagenturen, Briefmarkensammeln generell ist nicht mehr so „in“.

Sonstige Raubüberfälle auf Straßen steigen von 13,2 über 40,0 im Jahre 1997 auf 24,2 in 2010. Da merkt man schon, das weniger Polizisten die Fälle aufnehmen können.

Gefährliche schwere Körperverletzung steigt von 104, 2 1987 auf 174,7 in 2010.  Die hauen nicht nur mehr aufs Maul, die hauen auch fester.

Misshandlung von Schutzbefohlenen steigt von 2,5 in 1987 auf 6,1 in 2010, Kindesmisshandlung im gleichen Zeitraum von 1,8 auf 4,6, vorsätzliche leichte Körperverletzung von 198 in 1987 auf 455 in 2010.

Straftaten gegen die persönliche Freiheit steigen im gleichen Zeitraum von 88,4 auf 241,6, Freiheitsberaubung von 106 auf 238 Fälle pro 100000 Einwohner, dafür sind Geiselnahmen rückläufig.

Diebstähle von Fahrzeugen, Mopeds und Fahrrädern sind rückläufig, ebenso der Schusswaffendiebstahl und der Diebstahl aus Automaten.

Kaufhaus- und Ladendiebstähle sind ebenso rückläufig wie Diebstähle aus Wohungen oder der Großviehdiebstahl, Diebstähle aus Hotels oder Kiosken nehmen ebenfalls ab, nur der Ladendiebstahl selbst nimmt zu … von 4,7 auf 15,1, dafür sinkt der Diebstahl aus Schaufenstern von 19,1 auf 2,6.

Obwohl auch die Straftaten nach dem Weingesetz deutlich abgenommen haben, beende ich meinen Streifzug durch die Kriminalstatistik mit einem gewissen Unwohlsein, denn was ich sehe, entspricht dem, was ich in den Medien nebenbei wahrnehme: es wird brutaler in Deutschland. Man bringt nicht mehr um … aber man quält mehr, schlägt, mißbraucht und vergewaltigt. Die Verrohung des Mittelstandes scheint sich in sehr hässlichen Zahlen wiederzuspiegeln – auch wenn der Innenminister den Hauptaugenmerk auf das Zunehmen des „Ausspähens von Computern“ richtet, das in der Tat seit 1987 enorm zugenommen hat – wie die Anzahl der Computer auch.

Da die Anzahl der Bürger aber eher rückläufig ist, können wir – abseits der offiziellen Verlautbarungen – schon erkennen, das das Leben auf Deutschlands Straßen brutaler geworden ist.

Wollen wir hoffen, das unsere Postagenturen nicht pleite gehen, denn dort kann man sich – statistisch gesehen – gut in Sicherheit bringen. Angesichts der steigenden Wirtschaftskriminalität bei sinkenden Wohnungseinbrüchen ist die sicherste Geldanlage wieder die alte Socke unter dem Bett – das wäre dann meine Anlageberatung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wirtschaft mordet für Bordellbesuch

Ich habe eine gewissen persönliche Freude an reißerischen Artikeln. Die Inhalte der Artikel sind dafür oft weniger reißerisch - sollten eigentlich mehr besinnlich sein. Überschriften sollen ja ... neugierig machen. Habe ich letztens noch gelernt. Besinnliche Überschriften würden aber eher abschrecken. Besinnlichkeit, Nachdenklichkeit generell steht momentan nicht hoch im Kurs, der Zeitgeist mag den lauten Spaß, den Krach, das lärmende Johlen. Wohl auch ein Grund dafür, das die Demokratie von unten gestorben ist, Altkanzler Schmidt hatte wohl recht als er meinte, das das Privatfernsehen schlimmere Folgen für die Gesellschaft haben wird als die Atombombe. Mehr als es Religion je sein kann ist TV Opium fürs Volk geworden, fast vier Stunden pro Tag leben die Menschen nur noch in ihren Scheinrealitäten und lassen sich gedankenlos mit Informationen füttern. So fern sind wir von einer Zukunft, die die "Matrix-Triologie" skizziert, gar nicht mehr entfernt - im Prinzip haben viele von uns sie schon erreicht und leben in ihr. Erst die Arbeitslosigkeit bereitet dem schönen Traum ein Ende.

Ich habe eine gewissen persönliche Freude an reißerischen Artikeln. Die Inhalte der Artikel sind dafür oft weniger reißerisch – sollten eigentlich mehr besinnlich sein. Überschriften sollen ja … neugierig machen. Habe ich letztens noch gelernt. Besinnliche Überschriften würden aber eher abschrecken. Besinnlichkeit, Nachdenklichkeit generell steht momentan nicht hoch im Kurs, der Zeitgeist mag den lauten Spaß, den Krach, das lärmende Johlen. Wohl auch ein Grund dafür, das die Demokratie von unten gestorben ist, Altkanzler Schmidt hatte wohl recht als er meinte, das das Privatfernsehen schlimmere Folgen für die Gesellschaft haben wird als die Atombombe. Mehr als es Religion je sein kann ist TV Opium fürs Volk geworden, fast vier Stunden pro Tag leben die Menschen nur noch in ihren Scheinrealitäten und lassen sich gedankenlos mit Informationen füttern. So fern sind wir von einer Zukunft, die die „Matrix-Triologie“ skizziert, gar nicht mehr entfernt – im Prinzip haben viele von uns sie schon erreicht und leben in ihr. Erst die Arbeitslosigkeit bereitet dem schönen Traum ein Ende.

In einer solchen Stimmung sind Artikel, die der Wirtschaft Morde für Bordellbesuche vorwirft, völlig fehl am Platze. Man fragt sich: warum schreibt der so etwas? Will er uns etwa den Feiertag versauen?

Nein, nichts liegt mir ferner. Da ich kostenfrei schreibe und kostenfrei gelesen werden kann, ist der Konsum dieser Gedanken freiwillig, anders als das, was man während des TV-Konsums alles an versteckten Botschaften fressen muss, ist hier der Genuss völlig kontrollierbar. Niemals war der Begriff „Opium fürs Volk“ treffender als für das, das uns moderner Flachbildfernseher an modernen Flachinhalten liefern. Hier hat sich die Technik endlich mal den Inhalten angepasst, die Sendungen im Röhrenmonstrum waren noch deutlich inhaltsreicher.

Allerdings werde ich häufiger mit der Frage konfrontiert: was können wir denn dagegen tun … dagegen, das die Welt ausserhalb unseres Bildschirms immer düsterer wird. Nun – ein Tipp, den ich immer parat habe: nehmt den Fernseher vom Netz. Es gibt ein paar schöne Inhalte, die man aber auch auf DVD kaufen kann, aber der Rest … den braucht man nicht. Vor allem nicht die Werbung, deren heile Welt vergiftet mehr politisches Bewusstsein als Menschen gerne wahr haben wollen.

Was man aber noch tun kann, ist: sagt einfach die Wahrheit. Stellt sie ins Netz, vervielfältigt sie so gut ihr könnt. Auch in der Familie, am Arbeitsplatz, im Verein – sagt die Wahrheit. Sagt den Christen, das die Kultur, in der sie leben, satanische Züge hat und sie Widerstand dagegen leisten sollen, sagt den Konservativen, das ihr Land bald Kolonie wird, weil die Wirtschaft sie verkauft, sagt den Politikern, das sie überflüssig geworden sind, weil die  Macht nur noch vom Volk der Lobbyisten ausgeht, sagt den Liberalen, das Neoliberalismus letztendlich die bürgerlichen Freiheitswerte fressen wird … und sagt den Anlageberatern, das sie Mörder sind.

Dieser Gedanke ist nicht neu. Geäußert wurde er schon 1976 in der Zeit. Damals wurde die Frage gestellt, wer Tante Emma ermordet hat, schon damals wurde ein „erbarmungsloser Vernichtungswettbewerb bar jeder Vernunft“ vom Bundesverband des Einzelhandels angeprangert. Gebracht hatte es nichts, wir hatten damals Umwelt, Frieden und Atom auf den Widerstandsfahnen, die Rettung des Tante Emma-Ladens musste warten – wir wusste nicht das er in Gefahr war.

Jetzt ist er weg, die monopolistischen und oligopolistischen Strukturen sind gekommen – und es wird weitergemordet.  Auch mit Atom. Irgendwie scheint unsere Idee nicht funktioniert zu haben. Wir dachten ja, wir leben in einer Demokratie – also organisieren wir uns, gründen eine Partei, lassen uns wählen und fort ist das Atom. Fort … ist es noch lange nicht. Es wird nur nicht mehr so viel drüber geredet, wie zum Beispiel über Fukushima, wo die Situation immer katastrophaler wird, aber von anderen Meldungen inzwischen an den Rand der Wahrnehmung gedrückt wird. Inzwischen haben die Strontium im Grundwasser und verseuchten Tee hunderte Kilometer vom Kraftwerk entfernt…ein Riesensupergau, der natürlich gegen Meldungen von gewonnenen Basketballturnieren keine Chance hat.

Warum nun gerade die Anlageberater die Mörder sind? Nun – sie sind die Agenten des Traums vom leistungslosen Einkommen und große Schwindler vor dem Herrn:

Anlageberater verhelfen Privatleuten einer Studie zufolge nicht zu höheren Renditen. Dabei war es egal, ob die Anleger auf die Dienste einer Bank vertrauten oder unabhängige Finanzberater in Anspruch nahmen. Wissenschaftler der Universitäten Frankfurt am Main und Neapel wiesen in der am Montag veröffentlichten Untersuchung nach, dass sich im Schnitt die Depots der Anleger, die Beratung in Anspruch nahmen, in beiden Fällen nicht besser entwickelten als Depots vergleichbarer Anleger, die sich nicht beraten ließen.

Sie haben keinerlei Nutzen … ausser für ihre Herren. Am Ende der Anlageberatung ist vor allem eins passiert: Geld hat den Besitzer gewechselt. Die Oma, der Arzt und der fleissige Handwerker sind pleite, aber der Vertriebsmitarbeiter hat sich dafür einen Besuch im Bordell verdient:

Vor allem aber sind es alle Arten von Vertriebsmitarbeitern, die in Strukturvertrieben der Finanzbranche arbeiten. Diese Organisationen basieren auf einem Anreizsystem, das die Mitarbeiter antreibt und bei mehr verkauften Verträgen belohnt. Da gehört der Bordellbesuch als eine Art der Auszeichnung dazu.

So äußert sich ein Bordellbetreiber in einem Interview bei Karriere.de.  Es sein eine „beinharte Branche“ … und derartige Motivationen kein Einzelfall. Über 5000 Unternehmen buchen jährlich Incentives dieser Art:

„Abwechslung und Originalität werden dabei immer wichtiger“, resümierte die „Society of Incentive & Travel Executives“, eine internationale Organisation zur Entwicklung von Incentive-Reisen, völlig ironiefrei.

Die Profikiller lassen es sich gut gehen. Das war schon bei den alten Assassinen so.

Die aus einem Streit um die Erbberechtigung zweier ismailitischer Prinzen hervorgegangenen Assassinen (über den umgangssprachlichen Plural ḥašīšiyyīn von arabisch haschisch / ‏حشيش‎ / ḥašīš /‚Kräuter, Gräser, Hanf‘ (Cannabis sativa)) waren eine legendenumwobene militante ismailitische Sekte des orientalischen Mittelalters, die durch Berichte von Kreuzfahrern und später durch Reisende wieMarco Polo in Europa bekannt wurde. Dieser schildert sie als Sekte, die Haschisch konsumiert, orgiastische Feste feiert und Dolch- und Giftmorde an hochgestellten Persönlichkeiten verübt.

Die Prinzipien der Mörderbanden sind immer die gleichen. Aber ist es nicht zu weit gegriffen, Anlageberater (oder Investmentbanker) als Mörder zu bezeichnen?

Es wäre verantwortungslos, dies nicht zu tun. Ihre Arbeit hat Folgen, nicht nur für irische Pensionskassen. Sie schichten Vermögen von unten nach oben um, verkaufen den Traum vom arbeitsfreien Reichtum und bereichern sich selbst an der Gutgläubigkeit der Menschen. In letzter Folge droht dort Armut … und Tod, wie aktuell die steigenden Selbstmordraten in Griechenland belegen. Drei Monate lang kein bezahlter Auftrag – da nützt aller Fleiß nichts, wenn dafür kein Geld hereinkommt. Ist dann das Haus weg,  müssen die Kinder im Müll wühlen, um dem Hungertod zu entgehen, dann kann schon mal die Sicherung durchbrennen, während sich die Täter sich im türkischen Bad nebenan fröhlich vergnügen … mit jenen Frauen, die die Not in die Prostitution gezwungen hat.

Ohne Finanzwirtschaft würden dort viele Menschen noch leben.

Darum ist der Satz korrekt: Wirtschaft mordet für Bordellbesuch. Der Mord ist indirekt, aber nicht weniger effektiv.

Ist wie bei der Belagerung von Burgen im Mittelalter. Manchmal wurden sie ohne einen einzigen Schwertstreich zu Fall gebracht: durch Hunger. Das galt aber trotzdem genauso als Krieg (und als „gewonnen“) als hätte man ihre Mauern mit viel Getöse gestürmt. Für die Angreifer jedoch war es … angenehmer, den Weg des geringsten Widerstandes zu nehmen, wie aktuell in Griechenland, Spanien, Irland, Italien oder … ganz neu … in Slowenien.

Es ist inzwischen eine ganze Kaste von Anlage- Investment- oder Unternehmensberatern, die vor allem eins bewirken: das für das bischen Geld das wir haben viel zu viel Volk im Land wohnt.

Auch bei uns.

Darum sollen wir jetzt bis 69 arbeiten, unsere Arbeitslosigkeit selbst bezahlen und in unserer Freizeit die Arbeit des Staates gratis übernehmen.

Warum?

Damit die „Beraterkaste“ ihre „Erfolge“ weiter im Bordell feiern und dies von den Steuern absetzen kann. Wenn wir die Schulen selbst streichen, ist ja auch wieder Luft im Budget.

Töten ist geil! Über Hartz IV und andere Mordversuche …

Warum lese ich eigentlich noch Nachrichten? Ich kann mir die Frage im ersten Moment beantworten: weil ich nicht unvorbereitet in die Zukunft marschieren möchte. Ich bin da ziemlich deutsch, was heißt: das spontane Hineinleben in den Alltag, das die Konsumindustrie so gerne als Verhaltensstandard eines gelungenen Lebens propagiert, will mir nicht so recht schmecken. Ich liebe es, frei und selbstbestimmt über mein Leben entscheiden zu können und wenn meine Mitmenschen meinen: wir machen wieder DRITTES REICH in DEUTSCHLAND dann hätte ich gerne die Möglichkeit, das Land frühzeitig zu verlassen.

Warum lese ich eigentlich noch Nachrichten? Ich kann mir die Frage im ersten Moment beantworten: weil ich nicht unvorbereitet in die Zukunft marschieren möchte. Ich bin da ziemlich deutsch, was heißt: das spontane Hineinleben in den Alltag, das die Konsumindustrie so gerne als Verhaltensstandard eines gelungenen Lebens propagiert, will mir nicht so recht schmecken. Ich liebe es, frei und selbstbestimmt über mein Leben entscheiden zu können und wenn meine Mitmenschen meinen: wir machen wieder DRITTES REICH in DEUTSCHLAND dann hätte ich gerne die Möglichkeit, das Land frühzeitig zu verlassen. So was will organisiert sein.  Das Gleiche gilt für Kriege. Wenn hier wieder alle Lust auf Krieg mit Russland bekommen, möchte ich gerne eine – wenn auch minimale – Chance haben, dem zu entgehen. Um solche Gefahren abschätzen zu können und nicht im kindlichen Glauben verharren zu müssen („ich glaube nicht an den Krieg, ich glaube an den Aufschwung“), beobachte ich die Nachrichtenwelt um mich herum – und erschrecke mich.

Zum Beispiel bei diesen Nachrichten über den erneuten Tod von Osama bin Laden. Der ist ja jetzt schon wieder erschossen worden. Letztens starb er noch durch Bomben oder Nierenversagen, jetzt soll er aber endgültig erledigt worden sein – weil er Widerstand gegen seine Verhaftung geleistet hat.

Heute heißt es: er war unbewaffnet.

Wahrscheinlich hat er versucht zu beißen.

Voller Stolz auf die Errungenschaften der Technik wird berichtet, wie Obama beim Tod von Osama quasi live dabei war. Trotzdem sind die Nachrichten über dieses Ereignis … widersprüchlich. Man darf sie nicht ernst nehmen. Entweder lebt man in Vertrauen auf die menschenfreundlichen Absichten von Politik und Wirtschaft einfach konsequent in den Tag hinein, oder aber … man ist gezwungen, sich seine eigenen Gedanken zu machen – zum Beispiel über diese Schlagzeile im Stern:

Tötung von Briten durch Polizei bei G-20-Protest rechtswidrig

Im ersten Moment fragt man sich: wäre das Töten von Portugiesen und Spaniern rechtmässig? Zumindest das Töten von Muslimen scheint ja gerade schon völlig korrekt zu sein – siehe Libyen, Afghanistan, Irak, Pakistan, Jemen und wo sonst noch alles Drohnen mit Raketen morden.

Der Fall wird aber noch spannender:

Eine Jury urteilte am Dienstag, dass der Polizist „übermäßige und unangemessene“ Gewalt anwandte, als er den Zeitungsverkäufer mit einem Schlagstock schlug und zu Boden warf. Der 47-Jährige Ian Tomlinson, der versucht hatte, durch die Reihen von tausenden Demonstranten zu kommen, starb wenige Minuten später.

Das wird immer schlimmer, oder? Da erschlägt ein Polizist einen Bürger … und man muss erst noch untersuchen, ob das in Ordnung war oder nicht. Den Rest muss man sich denken. Wäre es in Ordnung gewesen, wenn man einen Demonstranten erschlagen hätte, der vielleicht sogar Grieche gewesen wäre?

Mit der Frage bleibt man allein – und das beunruhigt, denn die Proteste gegen den G-20 Gipfel berühren das soziale Herz des Landes – es geht ja nicht mehr und nicht weniger um die Frage, wieviel Volk sich die außer Rand und Band geratene Wirtschaft noch leisten möchte. Es geht um die Frage des Bestandes unserer demokratischen Grundordnung, die sich nicht nur in der Frage erschöpft, wer jetzt wen straflos umbringen darf. Es geht um die Art und Weise, wie Regierung und Volk miteinander umgehen … hier und im Ausland. Im Ausland töten wir immer hemmungsloser … und im Inland wird es auch täglich enger, wenn der Regelsatz gestrichen wird.

Töten ist geil, könnte man sagen.

Diese Entwicklung kommt nicht zufällig, auch wenn uns das die Menschen verkaufen wollen, die auch gerne möchten, das wir einfach so in den Tag hineinleben wie Italiener, Portugiesen oder Griechen. Gut – die haben auch wärmer als wir, die müssen nicht schauen, wie sie über den Winter kommen. Wir schon. Deshalb sind wir Deutschen anders drauf als die, planen wir vorausschauend und sollten auch eigentlich keine zwei Billionen Euro Staatsschulden haben. Haben wir aber, weil … Politik zunehmend über Hinterzimmer läuft, siehe European Circle:

Die Regierung Merkel hat in jüngster Zeit immer häufiger Entscheidungen in Hinterzimmern unter Hinzunahme von Wirtschaftsvertretern getroffen und eine offene Diskussion im Parlament zunächst vermieden. So kam auch der Atomdeal zustande, der die Grundlage für die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke bildet.

Der „Atomdeal“ brachte für viele Menschen viel Geld, für andere Menschen vielleicht den Tod. Letzteres werden wir nie erfahren, aber über den Gewinn des Atomdeals informiert uns Greenpeace:

Im Falle eines vorzeitigen Atomausstieges würden den EnergiekonzernenRWE, Eon, EnBW und Vattenfall enorme Gewinne verloren gehen. Dies zeigen Berechnungen der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Bei dem von Greenpeace geforderten Ausstieg aus der Atomkraft bis 2015 würden die Konzerne rund 75 Milliarden Euro gegenüber der beschlossenen Laufzeitverlängerung verlieren.

75 Milliarden Euro … da geht es jetzt sicher gerade richtig rund in den Hinterzimmern der großen Medien, den Rotarier- und Lionsclubs, den Golfclubs und Elitewandervereinen sowie auf diversen Opern- und Pressebällen. Dort fummeln Lobbyisten an jenen herum, die an den Hebeln der Macht sitzen. Das Atomkraft Menschenleben kosten kann, interessiert jene nicht, die auf Barbados wohnen. Die anderen rennen wie verrückt, um auch noch rechtzeitig dorthin zu kommen.

Natürlich könnte das Volk aufmucken. Immerhin – bei der Aufführung von „Töten ist geil“ sterben in der Regel unschuldige Menschen. Damit das Volk in Ruhe die Veränderung der Grundkonstanten des menschlichen Zusammenlebens hinnimmt, wurde ihm erstmal die wirtschaftliche Basis entzogen – ganz absichtlich und bewusst, siehe Nachdenkseiten:

Die von den Monetaristen geprägte Geld- und Zinspolitik war begleitet von einer massiven Agitation gegen Konjunkturprogramme und aktive Beschäftigungspolitik. Diese Agitation begann schon zu Zeiten der Regierung Schmidt gegen Ende der siebziger Jahre. Sie war massiv, und ihre Massivität ist nicht verständlich, wenn man das Motiv, die Erzeugung einer Reservearmee von Arbeitslosen, nicht beachtet.

Die bewusste Erzeugung von Arbeitslosenheeren (die man im Anschluss daran in Deutschland durch Hartz IV noch für ihre Arbeitslosigkeit bestrafte und zusätzlich mit dem Tode bedrohte, sollten sie ihren Zustand nicht aus eigener Kraft beenden können) ist vergleichbar mit der Vergiftung des Dorfbrunnens oder dem Verbrennen der Ente vor Wintereinbruch.

Man kann sich denken, wie man früher mit solchen Tätern umgegangen ist. Verbrennen bei lebendigem Leib, Rädern, Pfählen, Häuten … die waren da sehr erfinderisch. Die kannten auch noch die Folgen, die solche Taten nach sich zogen. Die fanden Töten gar nicht geil, und Arme, Kranke, Behinderte, Kinder und den ganzen Rest des Dorfes einem qualvollen Hungertod auszuliefern, war kein Kavaliersdelikt.

Heute schon.

Heute ist Töten geil wie Geiz.

Darum machen wir uns auch keine Gedanken mehr über Nachrichten wie diese in der FAZ:

Die Lobbyisten versprechen zwar 30.000 neue Arbeitsplätze in der Elektromobilität. Zunächst verlangen sie aber Subventionen für Forschung und Entwicklung von 100.000 Euro je Stelle. Volkswagen, Daimler und BMW sind mit ihren gut gefüllten Kassen stark genug, Innovationen selbst zu finanzieren.

Die kriegen das Geld auch, da bin ich ganz sicher – und nicht aus den gigantischen Gewinnen der Energiewirtschaft.  Wozu gibt es immerhin die gute deutsche Hinterzimmerpolitik. 3000 Millionen Euro für die Schaffung von Arbeitsplätzen. Da muss an anderer Stelle viel gespart werden – zum Beispiel bei den Arbeitslosen. Man nimmt ja gerne von den Schwächsten nach dem Motto: „Töten ist geil„.

Die Forderung nach Verschonung von Witwen und Waisen ist uns sehr fremd geworden. Wir schalten das System einfach mal von heute auf morgen um, beschlagnahmen die Versicherungsgelder und verkünden, das von heute an jeder selbst für sich verantwortlich ist. Das ist in etwas so, als wenn das Dorf einen Brunnen gebaut hat, in den dann irgendein Idiot aus purer Lust zur Zerstörung eine tote Kuh hineinwirft. Gut, wir kuppeln noch die Gewinnabschöpfung durch den Verkauf des zuvor abgeschöpften Brunnenwassers hinzu – aber im Prinzip ist es das Gleiche: wir vernichten die Lebensgrundlage der Menschen zum Zwecke der persönlichen Bereicherung – oder einfach nur, weil wir es können.

Darum ist die Agenda 2010 mit Hartz 1-4 auch keine Kleinigkeit. Es ist ein tödlicher Angriff auf den Souverän des Landes: den Bürger. Wenn der nicht pariert, wird ihm die Versorgung mit Nahrung, Heizung und Wasser gestrichen – und keiner macht sich Gedanken, welches abartige, degenerierte Prinzip hinter den schönen Worten „fördern und fordern“ verborgen ist.

„Töten ist geil“ … ansonsten würde die Motivation nicht funktionieren. Der Delinquent muss schon glauben, das sein Sachbearbeiter es ernst meint.

Darum ist es auch wichtig, regelmässig mal einen Bin Laden oder einen Demonstranten zu töten.

„Die da draussen“ müssen kapieren, das man es jetzt ernst meint.

Manche töten gerne direkt mit Knüppeln und Pistolen, andere weiden sich lieber an der Qual von Menschen, die mitten im Überfluss an Hunger, Durst oder Obdachlosigkeit und Kälte leiden.

Das Prinzip jedoch … ist dasselbe.

Warum lese ich darüber eigentlich nichts mehr in den Nachrichten? Wäre doch ein Riesenthema …

 

Rotary und der Antichrist: eine Frage der Moral

Sonntag ist, Deutschland im April 2011. Kürzlich haben wir die Rotarier kennengelernt, eine wundersame Verschwörung anständiger Menschen. Wie anständig die wirklich sind, konnten wir später im Detail betrachten. Es muß schon merkwürdig sein, einer Gesellschaft anzugehören, wo alle Freunde von ... Augusto Pinochet sind und sich verpflichten, noch mehr Freundschaften für diesen Menschenschlächter dazu zu gewinnen. Zumindest Angela Merkel und Christian Wulff, momentan Kanzlerin bzw. Präsident der Bundesrepublik Deutschland, scheinen kein Problem mit diese Freundschaft zu haben. Beide sind Rotarier und fühlen sich wohl dabei.

Sonntag ist, Deutschland im April 2011. Kürzlich haben wir die Rotarier kennengelernt, eine wundersame Verschwörung anständiger Menschen. Wie anständig die wirklich sind, konnten wir später im Detail betrachten. Es muß schon merkwürdig sein, einer Gesellschaft anzugehören, wo alle Freunde von … Augusto Pinochet sind und sich verpflichten, noch mehr Freundschaften für diesen Menschenschlächter dazu zu gewinnen. Zumindest Angela Merkel und Christian Wulff, momentan Kanzlerin bzw. Präsident der Bundesrepublik Deutschland, scheinen kein Problem mit diese Freundschaft zu haben. Beide sind Rotarier und fühlen sich wohl dabei.

Nebenher jedoch gab es auch andere Töne: Rotarier als fünfte Kolonne des Antichristen, wobei im Falle unseres Bundespräsidenten der Antichrist gleich mehrfach auftrat – nicht nur durch die Rotarier, sondern auch durch den Einfluß des Sektenpredigers Billy Graham auf „Pro Christ“ in Deutschland, wofür sich unser Präsident ja auch sehr stark macht.

Da gerade Sonntag ist und viele Geistliche gerade vor leeren Kirchenbänken predigen, vielleicht einfach mal eine Gelegenheit, diesen Aspekt näher zu betrachten. Wir finden schon etwas zu diesem Thema im Internet, ein Pfarrer im Ruhestand bei aktion-leben-fulda:

Aus der Bibel wissen wir, daß zuvor der Antichrist kommt und seine Schreckensherrschaft aufrichtet. Seine
Wegbereiter sind jahrhundertealte Geheimorganisationen, zwielichtige Hintergrundmächte und zersetzende
Strömungen. Gemeinsam arbeiten sie nicht nur im atheistischen Sinn, nicht nur ohne Gott oder mit einem fraglichen
Gottesbegriff, sondern oft auch im antitheistischen Sinn: gegen Gott und daher besonders erbittert gegen Jesus Christus.
Sie planen einen Welt-Staat und eine Welt-Kirche als ihren Herrschaftsraum und als das Mittel, die Menschheit zu
verblenden und auszuplündern, sie dem kommenden Antichristen gefügig zu machen.
Wie ein roter Faden zieht sich durch die endzeitlichen widerchristlichen Bewegungen die Verehrung Luzifers (Lichtbringer, ein gefallener Engel, eine besondere Bezeichnung für den Satan), und damit der Versuch, ihn auf den Thron zu
setzen. In ihm haben wir das Haupt aller Verführer und Verführungsmächten zu sehen, den Verführer. In der Bibel wird
er Satan oder Teufel genannt.

Es wird natürlich schwer, mit Herrn Wulff über den Teufel zu sprechen – und das nicht, weil Herr Wulff auch vor einer Freundschaft mit Carsten Maschmeyer nicht zurückschreckt, dessen Organisation tausende von Menschen in Hartz IV getrieben hat, sondern weil wir uns in Deutschland einer besonderen Form von Christentum gegenübersehen, die mit der eigentlichen christlichen Botschaft nichts mehr zu tun hat. Theologisch korrekt wurde der Teufel als Widersacher Gottes aus dem Denken eleminiert – auch wenn die Quelle des christlichen Glaubens, das Neue Testament – voll ist von Teufeln, Dämonen und einem obersten Feind.

Umso schwerer dürfte es sein, die Vorwürfe an die Rotarier aufrecht zu erhalten, die sie in Verbindung mit antichristlichen Umtrieben bringen. Ich möchte mich aber auch gar nicht in die theologischen Debatten einmischen, die sowieso nur Eingeweihte nachvollziehen können. Ich möchte mich nur im Rahmen der Werte der christlichen Leitkultur bewegen, die der Rotarier Friedrich Merz so schön ins Gespräch gebracht hat – auch ohne zu wissen, wovon er da eigentlich redet.

Wer nun an christliche Werte denkt, wird sofort Moses und seine Gebotstafeln in Erinnerung haben … jedenfalls ihre zweite Version. Die erste hat er ja vernichtet, nachdem er gesehen hat, das das Volk lieber wieder ums goldene Kalb tanzt. Mich hat schon immer interessiert, was denn in der Erstausgabe stand, aber das werden wir wohl nicht erfahren. Findige Theologen haben mir versichert, das die zweite Version aus zwei verschiedenen Quellen stammt, sozusagen vom Volk Israel ausgeliehen wurde. Ganz normale Gebote für Nomadenvölker, die – wie oft bei Nomaden – ein einen Himmelsgott glauben.

Es spricht ja auch weltweit nichts dagegen, nicht zu töten, zu lügen, zu stehlen oder seinen Nächsten mit übler Nachrede zu überziehen. So was gilt von Kapstadt bis zum Nordkap. Das ist noch keine kulturelle Glanzleistung – obwohl manch ein anständiger christlicher Rotarier schon mit diesen einfachen Anforderungen überfordert scheint.

Das Christentum selbst – in der Person des Jesus Christus – gibt hier nur eine Regel: „Lieben Deinen Nächsten wie Dich selbst“. Und es gibt auch einen zentralen Gegenwert vor, einen „Antiwert“, der dazu führte, das (der Legende nach) der höchste, hellste, strahlendste Engel auf die Erde geworfen wurde: Hochmut.

Meint man mit „Selbstüberschätzung“ eine Überbewertung eigenen Könnens, so zielen Hochmut und Arroganz auf soziale Distanz. In Haltung und Umgangsform werden sie durch Anstand und Höflichkeit gezügelt. Den Hochmut begünstigende Ursachen sind Eitelkeit und Narzissmus.

So definiert es Wikipedia.

Hochmut ist nicht nur eine der sieben Todsünden, sondern es ist DIE Sünde, die überhaupt erst einen Widersacher in die Schöpfung hineingebracht hat. Das wird gerne übersehen – und die Kirchen passen sich hier auch gerne an. Hochmut führt zur schlimmsten Sünde, selbst für die besten Engel: den Abfall von Gott.

Die Eindeutigkeit christlicher Wertvorstellung bzgl. des Hochmuts wird von einem ambivalentenBegriff abgelöst, der diesen (in Ermangelung eines allgemeinverbindlich anerkannten Wertekanons) unauflösbaren Konflikt zwischen der grundlegenden Gleichheitsforderung und der mehr oder minder realitätsgerechten oder angemaßten persönlichen Überlegenheit (vgl. Coolness als zeitgemäßes Persönlichkeitsideal) eines Einzelnen allenfalls pathologisieren und ihm als Narzissmus therapeutisch begegnen kann: Der Narzissmus des Einen (war und) ist die Arroganz (der Hochmut) des Anderen.

Wir als moderne Menschen kennen „Hochmut“ kaum noch, dafür feiern wir unsere Form umso deutlicher: den Narzissmus, eine Form des Verhaltens, die nicht weniger teuflisch ist als der Hochmut, den sie ersetzt hat, siehe „Die narzistische Gesellschaft“, zitiert bei gesundheit-heines

Maßlosigkeit sowie eine ausbeuterische Haltung sich selbst und anderen gegenüber prägen das Lebensgefühl unserer Gesellschaft – beides sind typische Kennzeichen eines krankhaften Narzißmus. Dazu gehören auch der rücksichtslose und selbstsüchtige Umgang mit den Rohstoffen der Erde, die Zerstörung der Umwelt und der exzessive Abbau von Rohstoffen.Leere und Langeweile nannten wir als weitere Symptome. Um sie zu überwinden und umsich selbst zu spüren, werden zunehmend stärkere Reize gesucht. Durch das Leben in Extremen, durch Perfektionismus und Vollkommenheitswahn entfernt sich der ‚angepaßte’ Mensch immer weiter von seinen wahren Gefühlen.

Auf einmal sind wir weit entfernt von theologischen Debatten, weit entfernt von der Existenz eines Teufels (oder eines Gottes), dafür aber mitten drin in der „modernen Gesellschaft“ – jener Gülle, die sich vor unserer Tür ausbreitet.  Die Wurzel jedoch, die Ursache – ist die Gleiche. Früher nannte man sie Hochmut.

Wie fühlt sich nun ein Rotarier, ein christlicher, anständiger Mensch, der nach folgendem Motto lebt, nochmal Peter Wendlich, Die Macht der Geheimbünde, Bassermann 2006, Seite 151:

“Das Zahnrad auf blauem Grund hat sich aus einem einfachen Sechs-Speichen-Rad entwickelt uns soll das offizielle Rotationsprinzip symbolisieren. Im Knopfloch getragen, weist es den Träger als Zugehörigen zu einem “besseren Kreis” aus, der die Entwicklungsstufe zum Menschen nach dem Motto “Affe-Mensch-Rotarier” erfolgreich hinter sich gelassen hat. ”

Da wird aus dem Rotarier ein Rot – Arier. Arier haben wir schon kennengelernt – in einem der dunkelsten Kapitel der menschlichen Zivilisation und in DEM dunkelsten Kapitel des deutschen Volkes. Sie sind auch wieder unterwegs, predigen ganz offen ihre Arbeitslosenvernichtungsphantasien, die genau des Gegenteil von „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ darstellen: hier durchdringen antichristliche Werte schon so banale Themenfelder wie „Beschäftigungspolitik“.

Nun den gleichen Schluß zu ziehen wie der Eingangs zitierte Pfarrer würde in meinen Augen zu weit führen. Ich kann nicht über den Wahrheitsgehalt von Verschwörungstheorien urteilen, warne nur davor, zu einfach zu denken. Schnell ist man bei Goebbels angelangt, der 1926 in sein Tagebuch folgenden Satz schrieb, siehe Wikipedia.

„Der Jude ist wohl der Antichrist der Weltgeschichte.“

Später war es seine Bewegung selbst, die Formen annahm, die deutliche Züge einer antichristlichen Hölle annahm. Heute wird immer noch der Jude als Antichrist an den Pranger gestellt – oder Bill Gates, Barrack Obama sowie der Papst selbst. Diskussionen dieser Art kann man getrost den jeweiligen Sekten überlassen, die dort ihre Fähigkeit zum Bau gigantischer Hypothesenkomplexe demonstrieren, die – nebenbei erwähnt – trotzdem wahr sein könnten. Wir bleiben lieber bei der Psyche des Menschen, seiner Seele, seinem Charakter. Um die Nähe des Rotariers zum Antichristen zu belegen – und zwar so, das auch gestandene Rotarier selbst verstehen können, auf welchem Weg sie sich dort befingen – brauchen wir nicht in die Kiste der christlichen Legenden zu greifen. Es reicht, wenn wir auf das Reich der Werte verweisen, auf die Folgen des Hochmutes und die Gefahren, die in ihm stecken.

Hieraus allein ergibt sich schon eine teuflische Dimension, die Deutschland in der Person Adolf Hitlers erleben durfte, siehe Deutschlandradio in einer Reflexion über Hitlers „Religion“:

Die Münchener studentische Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ um die Geschwister Scholl wollte den verblendeten Zeitgenossen die Augen öffnen:
Jedes Wort, das aus Hitlers Munde kommt, ist Lüge. Wenn er Frieden sagt, meint er Krieg, und wenn er in frevelhaftester Weise den Namen des Allmächtigen nennt, meint er die Macht des Bösen, den gefallenen Engel, den Satan.

So kann man werden, wenn der Hochmut die Vorstellung von der Wirklichkeit bestimmt. Hält man sich selber für den Besten und Größten, zur einsamen Elite, ist es bis zum Hochmut nicht mehr weit – und vielleicht ist es in einer narzisstischen Gesellschaft auch gerade der Hochmut, der Voraussetzung für eine steile „Karriere“ ist. Demut (siehe Wikipedia) … scheint da nicht so nützlich zu sein:

Die Demut spielt im jüdischen und christlichen Denken eine besondere Rolle. Im Alten wie im Neuen Testament ist Demut eine wesentliche Eigenschaft des wahren Gläubigen, desjenigen, der mit Gott im Reinen ist. Die Wurzel des verwendeten hebräischen Wortes enthält die Bedeutungen von „sich beugen“ oder „herabbeugen“. Demut wird im Alten Testament dem Hochmut entgegengesetzt (Sprüche 29, 23).

Rotarier scheinen offiziell der Demut verpflichtet. „Selbstloses Dienen“ ist ein hoher christlicher Wert – doch bis der Anruf kommt, der Ritterschlag, der einen über die normale Menschheit und den Affen erhebt, bis man in die Lage kommt, „selbstlos Dienen“ zu dürfen, muss man lange den Weg der narzisstischen Gesellschaft gegangen sein … außerordentlich erfolgreich auch gegen jede Form der Konkurrenz. Hitlers selbstloser Dienst am deutschen Volke mag ein warnendes Beispiel dafür sein, welche Formen diese Floskeln annehmen können, wenn sie vom Hochmut gespeist werden … oder aktuell wieder auftauchende Widerlichkeiten, siehe Welt:

„Das ist eine gängige Masche bei Menschenhandel, und das Gewerbe ist lukrativ, in Europa sitzen finanzkräftige Kunden, die Kinder als Sexsklaven kaufen“, sagte ein Ermittler.

Hochmut als Triebkraft des Bösen macht vor dem Kinde nicht halt. Der „bessere Mensch“ – auch in seiner Form als Rot-Arier – kann sich aufgrund seiner moralischen Sonderstellung über die Gesetze der niederen Menschen erheben, so wie die sich über das Regelwerk der Affenhorde hinwegsetzen. Hier gelten andere Gesetze, die Gesetze des Erfolges, der Leistung, des Reichtums … völlig unabhängig davon, mit welchen Methoden dieser Reichtum erworben und zu welchen Zwecken er missbraucht wird. Der Hochmut ist niemandem Rechenschaft schuldig, führt sogar bei höchsten Engeln dazu, das sie sich größer, mächtiger, wichtiger und hübscher fühlen als Gott selbst.

Warnungen jener Menschen, die Rotarier für eine fünfte Kolonne amerikanischer Satanisten halten, sind mit Vorsicht zu genießen. Schnell ist der Hochmut auf Seiten der Ankläger … wie auch „Grüne“ schnell zu hochmütigen „Edelmenschen“ verkommen, die sich über die bloße unökologische Masse souverän erheben. Der Hochmut selbst jedoch kann mit großer Sicherheit als teuflisch, satanisch beschrieben werden – oder einfach als asozial, wenn man die religiöse Begrifflichkeit meiden möchte.

Insofern ist der Vorwurf an die Freundschaftsbündnisse der Rotarier, sie würden eine gewisse Nähe zu antichristlichen Strömungen pflegen, gut begründet – nicht aus der Sicht des Sektenkundlers, aber aus der Sicht der Ethik und Moral. Es ist ein Verein zur Vereinigung von Menschen zur Pflege von Freundschaften von Menschen, die antichristliche, hochmütige Werte leben – im Mäntelchen des Gutmenschen, der selbst den Hochmut noch durch geheuchelte Fürsorge auf die Spitze treibt.

Somit wundert es nicht, das man im Kern kein Problem damit hat, „Freund“ von Augusto Pinochet zu werden. Man hat auch kein Problem damit, den Sozialstaat abzubauen (aber kräftig zuzugreifen, sofern das eigene Kapital auf der eigenen Bank in Gefahr ist), Atomkraft zu fördern (solange man nur selbst weit genug weg wohnt), Preise abzusprechen (sofern man sie selbst nicht bezahlen muss), Vermögen mit windigen Betrügereien anzuhäufen, Gammelfleisch zu vermarkten, die Weltwirtschaft durch verantwortungsloses Handeln an den Rand des Ruins zu bringen, die Umwelt großflächtig zu vernichten oder sich hemmungslos am Gemeinschaftseigentum oder an Kinderarbeit zu bereichern.

Und so bastelt man real und wirklich jenseits der freundlichen Bastelnachmittage für behinderte Kinder an einer menschlichen Zukunft, die jener ziemlich ähnlich ist, die sich der Teufel – wenn es ihn denn gäbe – nicht besser hätte ausmalen können.

Es sind die Menschen, die sich selbst für die Krone der Schöpfung halten, die kein Problem damit haben, unwertes Leben in Konzentrationslagern zu vernichten. Sie sind immerhin „gut“, womit all ihre Taten „heilig“ werden, wie bestialisch sie auch sein mögen.

Die Demütigen kommen erst gar nicht an die Macht – sie teilen ihr Vermögen frühzeitig.


 

Die Grünen: die neue deutsche Staatsreligion

Will  man den Nationalsozialismus als rein politische Bewegung begreien, so stößt man schnell an Grenzen des rationalen Weltverständnisses. Das jedenfalls glaubte ich bemerkt zu  haben, als ich mich in den siebziger Jahren damit beschäftigte und bei älteren Menschen immer noch eine unheimliche Faszination für "die Bewegung" feststellen mußte. Später habe ich dann die Perspektive etwas verändert und die "Bewegung" als Religion begriffen .... schon lösten sich viele Fragen in Luft auf. Es freut mich zu sehen, das diese Interpretation inzwischen weitläufiger vorgenommen wird, siehe Landeshauptarchiv:

Will  man den Nationalsozialismus als rein politische Bewegung begreien, so stößt man schnell an Grenzen des rationalen Weltverständnisses. Das jedenfalls glaubte ich bemerkt zu  haben, als ich mich in den siebziger Jahren damit beschäftigte und bei älteren Menschen immer noch eine unheimliche Faszination für „die Bewegung“ feststellen mußte. Später habe ich dann die Perspektive etwas verändert und die „Bewegung“ als Religion begriffen …. schon lösten sich viele Fragen in Luft auf. Es freut mich zu sehen, das diese Interpretation inzwischen weitläufiger vorgenommen wird, siehe Landeshauptarchiv:

Als totalitäres System, das den Menschen in seiner Gesamtheit zu erfassen suchte, stand der Nationalsozialismus naturgemäß in Gegnerschaft zu den christlichen Konfessionen. Um die Lücke zu füllen, welche die zurückgedrängten Kirchen in der Gesellschaft hinterließen, wurde die national­sozialistische Weltanschauung zu einer politischen Ersatzreligion überhöht. An die Stelle des christlichen Erlösers trat der Führer Adolf Hitler als Retter des deutschen Volks. Eine wichtige Rolle bei dieser Sakralisierung von Politik spielten Rituale und Feste. Ein solches Fest war die Sonnenwendfeier.

Die „Bewegung“ verband viele einzelne, kleine Gruppierungen, die sich vom „Mainstream“ abgelöst hatten, viele alternative Experimente der zwanziger Jahre fanden in der „Bewegung“ eine Heimat … darunter auch jene, die wir heute als „grün“ bezeichnen würden, damals jedoch unter dem Begriff Lebensreform heranwuchsen. Man findet dort viele Ansätze, die auch in der alternativen Basis eine Rolle gespielt haben.

„Grün“ zu sein ist heute eine elegante Form, Politik zu machen, ohne wirklich politisch zu sein. Bequem laviert man zwischen allen althergebrachten politischen Stühlen angebunden an ein Thema, das allen heilig zu sein hat, weil es ohne sie kein Leben gäbe: der „Natur“. Zur „Natur“ gibt es auch keine Gegenposition, sie ist – in dieser Form verstanden – eine Form von „Gott“. So finden wir beim „Wettermann“ auch erste Kritik zu dieser Sicht, eine Warnung vor „grünen Pseudoreligionen“:

Klimaschutz ist somit nicht nur nicht Schöpfungsschutz, Klimaschutz ist Ausdruck eines atheistischen anthropozentrischen Größen- und Machbarkeitswahns.

Und  genau dieser Atheismus hat Folgen, die der Wirtschaft gut passen:

Es geht an die Substanz, wenn in der Wirtschaftswoche Nummer 45 in einem Interview „Moral ist Gift für die Gesellschaft“ Bernd-Olaf Küppers mehr oder weniger die Abschaffung der Religion fordert, weil sie einer Wissensgesellschaft im Wege steht.

Auch bedeutende europäische Politiker wie Vaclav Claus sehen hier eine neue Bedrohung heranwachsen:

Das Thema der globalen Erwärmung entwickelt sich mehr und mehr zum grundsätzlichen ideologischen und politischen Konflikt unserer Gegenwart. Der Träger dieses Themas – der Environmentalismus – wurde zur dominanten Alternative zu den konsequent und primär an der Freiheit des Menschen orientierten Ideologien. Er ist eine Weltanschauung, die radikal und um jeden beliebigen Preis (also um den Preis der Einschränkung der menschlichen Freiheit und um den Preis von Menschenleben) die Welt verändern will, eine Anschauung, die den Menschen, sein Verhalten, die Gesellschaftsordnung, das Wertesystem ändern will.

Und mit diesen Befürchtungen stehen die konservativen Freunde der „unsichtbaren Hand des Marktes“ nicht allein da, siehe Cicero:

In den säkularen westlichen Gesellschaften ist der Ökologismus zu einer neuen Glaubenslehre herangereift. Die Natur ist gut, der Mensch ist schlecht. Die grünen Hohepriester dulden keinen Widerspruch mehr – höchste Zeit für eine Trennung zwischen Religion und Staat.

„Der Ökologismus ist heute eine der einflussreichsten Religionen der westlichen Welt“, diagnostiziert Michael Crichton, der in seinen Thrillern („Jurassic Park“, „Congo“, „Enthüllung“) immer ein Gespür für die Befindlichkeit der westlichen Zivilisation bewiesen hat: „Es scheint die bevorzugte Religion urbaner Atheisten geworden zu sein.“

Es scheint sich hier um die gleiche Form von „Atheismus“ zu handeln, die  auch den Nationalsozialismus bestimmt hat: problemlos konnte man gegen Religion sein, aber den von der „Vorsehung“ bestimmten „Führer“ kritiklos akzeptieren. Auch in der grünen Ideenwelt existieren solche Paradoxien, da wird Mülltrennung zum Gottesdienst:

Wie im Christentum rankt sich die Vorstellungswelt des Ökologismus um die Erwartung einer Endzeit, auf die man sich durch Verzicht und Buße vorbereiten soll. Das Schrifttum zur „Klimakatastrophe“ steckt für jedermann erkennbar voll solcher Motive. Viele Leitmedien bedienen sich dieser Bilder so unkritisch, als seien sie die Hauspostille des Vatikan. Die überlieferten religiösen Muster erfahren im Ökologismus Bedeutungsverschiebungen, bleiben jedoch in ihrer Symbolkraft bestehen. Die Natur ist gut, der Mensch ist schlecht. Und wenn der Mensch nicht gehorcht, droht ihm „die Rache der Natur“. Die erzürnte Naturgöttin verlangt Beschwichtigungsrituale (was die Inbrunst erklärt, mit der viele ihren Müll sortieren).

Der Mensch …. ist schlecht. Das ist eine der unheimlichen Basisüberzeugungen der grünen Bewegungen, weshalb ihnen Hartz IV so leicht über die Lippen kam. Wären Menschen Hühner, so wäre diese Form der Käfighaltung nicht mit grünen Grundsätzen in Einklang zu bringen. Aber leider … sind Menschen keine Hühner.

Zeit, sich einfach mal um die Partei zu kümmern. Wer ist da eigentlich Mitglied? Die Bundeszentrale für politische Bildung klärt auf:

Mit fünf Prozent haben Bündnis 90/Die Grünen zudem den niedrigsten Rentneranteil unter den Bundestagsparteien. Dieser liegt auch weit unter dem Rentneranteil an der Bundesbevölkerung von 30 Prozent.

Weitere 37 Prozent der Parteimitglieder sind Beamte bzw. Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Dieser Wert überschreitet den Bundesdurchschnitt von sechs Prozent weit und liegt auch deutlich über dem Durchschnitt aller Parteimitglieder (20 Prozent). Angestellte machen mit 17 Prozent die zweitgrößte Berufsgruppe aus.

52 Prozent der Mitglieder schätzen sich als mittlere Mittelschicht ein, was etwa dem Bundesdurchschnitt (54 Prozent) und dem Durchschnitt aller Parteien entspricht (50 Prozent). 32 Prozent bezeichnen sich als Teil der oberen Mittelschicht, 14 Prozent als Teil der unteren Mittelschicht. Zwei Prozent ordnen sich der Unterschicht und ein Prozent der Oberschicht zu.

58 Prozent der Mitglieder haben ein Studium abgeschlossen, das ist der höchste Anteil unter den Bundestagsparteien. Abitur haben 22 Prozent der Parteimitglieder, die mittlere Reife 14 Prozent. Über einen Hauptschulabschluss verfügen sechs Prozent und ein Prozent hat keine Schulform abgeschlossen.

Der Anteil der konfessionslosen Mitglieder liegt mit 41 Prozent ebenfalls deutlich über dem Bundesdurchschnitt und dem Durchschnitt aller Parteimitglieder (jeweils 21 Prozent).

Die gebildete, verbeamtete atheistische Mittelschicht … deren Parteiprogramm eine seltsame, fast unbemerkte Wende durchlaufen hat, sie Bundeszentrale für politische Bildung:

Ökologie steht im Zentrum grüner Politik und wird häufig mit dem Begriff der Nachhaltigkeit verbunden. Andere Ziele wie Gewaltfreiheit oder Basisdemokratie spielen heute eine geringere Rolle als in den ersten Jahren.

Im Zuge der Vereinigung von Die Grünen und Bündnis 90 wurde eine Neubestimmung des politischen Standorts notwendig. Diese geschah mit dem Grundkonsens von 1993.

Die soziale Komponente trat in den Hintergrund, nicht zuletzt, weil viele Ökosozialisten die Partei mittlerweile verlassen hatten. Die anfangs so wichtige Basisdemokratie war sogar nur noch in der Satzung der Partei als Begriff zu finden; der Grundkonsens sprach lediglich vom „Grundwert der Demokratie“.

2002 erkennen Bündnis 90/Die Grünen erstmals auch in einem Grundsatzprogramm den Krieg als (letztes) Mittel der Politik an. Gewalt sei nicht immer auszuschließen, heißt es. Basisdemokratie spielt in der Programmatik der Grünen kaum noch eine Rolle, findet aber seinen Niederschlag weiterhin in der Organisation der Partei.

„Gewalt sei nicht immer auszuschließen“ … oder, einfacher gesagt: wir bomben, wenn es uns paßt. Im Programm der Bundespartei finden wir auch – neben vielen löblichen Ansätzen zur Korrektur der Hartz IV-Gesetzgebung  – einen entscheidenden Satz:

Natürlich, wer eine Grundsicherung erhält, muss bereit sein, der Gesellschaft etwas zurück zu geben.

„Natürlich“ … der Natur entsprechend. Wer zahlt, befiehlt, und wer vom Staat bezahlt wird, sollte ihm auch etwas zurückgeben. Arbeitskraft zum Beispiel – zum Hundekot aufsammeln. Dem Grünen in gehobenem Beamtenstatus ist die Lebenswirklichkeit der Normalbürger recht fremd, er sieht sich selbst gerne als neuer globaler Adel einer neuen Religion, dank Verbeamtung ist ihm die Welt von Arbeitslosigkeit, Bewerbung, unbezahlter Überstunden und Leistungsstreß fremd, er lebt im Paradies der staatlichen Rundumvollversorgung, das durch allzuviele Sozialleistungen nur in Gefahr gerät. „Wir hier drinnen“ und „die da draußen“ müssen fein säuberlich getrennt bleiben, auch, damit die eigenen Walldorfschulkinder nicht in harter Konkurrenz mit der Hartz-Brut treten müssen.

Harte Worte?

Hören wir mal die Grünen zum Thema Bürgerrechte:

Die Bürger- und Menschenrechte stehen im Zentrum grüner Politik. Unser Ziel ist die Stärkung des liberalen, demokratischen Rechtsstaates. Er ist Garant für Freiheit, Gleichheit und sozialen Ausgleich. Sicherheit ist eine unverzichtbare Voraussetzung für eine freizügige Gesellschaft.

Hören wir weiter zu:

Ohne Sicherheit ist Freiheit wenig Wert. Dennoch darf Sicherheit nicht zu Lasten von Freiheit entstehen. Eine Gesellschaft ist nicht freier, je intensiver ihre Bürger überwacht, kontrolliert und beobachtet werden. Freiheit und Sicherheit müssen sorgsam ausbalanciert werden. Das gelingt nur durch eine intelligente Innenpolitik, die auf erhältnismäßigkeit achtet. In den letzten elf Jahren haben die Regierungen … immer mehr Freiheitsbeschränkungen durchgesetzt.

Seit 1998 hat ein dramatischer Abbau von Bürgerrechten stattgefunden. Das Bundesverfassungsgericht musste als Reparaturbetrieb eines grundrechtsblinden Gesetzgebers zahlreiche Gesetze stoppen oder gar aufheben.

Noch härtere Worte … doch diesmal von der FDP. Inklusive Rechtschreibfehler. Der „dramatische Abbau von Bürgerrechten“ fand unter rot-grün statt … wird aber von den Grünen selbst kaum bemerkt. Die widmen sich lieber dem internationalen Terrorismus:

Der Staat hat die Aufgabe, seine Bürgerinnen und Bürger vor Kriminalität und Gewalt zu schützen. Auf den internationalen Terrorismus muss entschlossen und besonnen reagiert werden, mit gezielten und verhältnismäßigen Maßnahmen.

An dieser Formulierung haben sicher drei Arbeitsgruppen acht Wochen lang gearbeitet. Leichter kommen da schon die Bekenntnisse zum Klimaschutz über die Lippen:

Der Klimawandel ist die zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Er ist zu einer ernsten Bedrohung für den Erhalt der Schöpfung geworden und gefährdet die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen. Phänomene wie Schmelzprozesse in der Antarktis, Dürren oder Überschwemmungen zerstören nicht nur Lebensräume für Mensch und Tier, sondern bringen massive politische, soziale und wirtschaftliche Verwerfungen mit sich.

Reine, grüne Themen. Oh … falsch. das war nicht von den Grünen. Das stammt von der CDU. Bei den Grünen hört sich das anders an:

Wir Grüne sind die Vorreiter für Klimaschutz und nachhaltige Energiepolitik. Die Zeit ist vorbei, in der „Reichtum“ mit der Verbrennung fossiler Energienträger verbunden zu sein schien. Wir streiten für eine energieintelligente Kultur und zeigen nicht zuletzt mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, wie Klimaschutz zum Wachstumsmotor wird.

Dabei können wir die Jahrhundertaufgabe des Klimaschutzes nicht allein der Politik überlassen. Die Grünen setzen auf eine starke Bürgerbewegung für den Klimaschutz, die Wirtschaft und Politik zum Handeln antreibt.

Für die CDU scheint Klimaschutz Selbstzweck zu sein, bei den Grünen ist es ein „Wachstumsmotor“, man sieht sich Hand in Hand mit Aktionären und Spitzenmanagern an vorderster Front eines neuen Aufschwungs für Deutschland. Und da … wird mir der Begriff der „Bürgerbewegung“ auf einmal sehr unheimlich. Eine „Bewegung“, die Wirtschaft und Politik „antreiben“ wollte, hatten wir schon mal. Solche Formulierungen stoßen übel auf. Irgendwie sehe ich auf einmal eine „Klimapolizei“ vor mir, die die Fügsamkeit der Bürger kontrolliert … und ihre Heizgewohnheiten:

International streben wir eine gerechte Verteilung der Klimaschutzaufgaben und gleiche Emissionsrechte pro Kopf an.

Man fragt sich schon: wie sieht das dann konkret aus? Wie wirken sich die „gleichen Emissionsrechte pro Kopf“ praktisch aus, wenn ich als Europäer mit kalten Wintern mit Einwohnern der Bahamas konkurrieren soll? Ab wann wird der Mensch (für die Wachstumsideologen sowieso schon in Form von  „Kosten auf zwei Beinen“ als „unwertes Leben“ deklassiert) zum „Klimarisiko auf zwei Beinen?“ Und ab wann würde die grüne Religion Gewalt einsetzen, um die Natur vor dem Menschen zu schützen … natürlich „entschlossen und besonnen“, „gezielt und verhältnismäßig“ … aber eben Gewalt?

Hören wir nochmal einen der grünen Umweltschützer:

Außenminister Westerwelle betonte in seiner Rede am Samstag, dass die Bekämpfung des Klimawandels eines der „zentralen Themen des 21. Jahrhunderts“ sei. Er bedrohe das Recht des Menschen auf ein Leben in einer gesunden Umwelt und beeinträchtige die Stabilität von Staaten und das Zusammenleben der Völker durch Wassermangel, Krankheiten und Nahrungsmittelknappheit.

Im Klimawandel sieht Westerwelle aber auch eine Chance. Durch Investitionen in nachhaltiges Wachstum, Bildung und Forschung könne globale eine moderne Industrie entstehen, „die sauber produziert, Wachstum und Innovation ermöglicht und Arbeitsplätze schafft“.

So kann „Klimaschutz“  zum „Wachstumsmotor“ werden. Eigentlich … die gleiche Zielrichtung wie bei den „Grünen“ – nur mit einem Unterschied. Die FDP ist nicht „gut“. Sie hat – wie die CDU – keinen  Anteil an der neuen grünen Staatsreligion, auch wenn sie ihre Lehrsätze so rein predigt wie nur möglich. Der „gute“ Grüne ist studiert, konfessionslos und verbeamtet. So steht er deutlich über den alltäglichen Strukturen der Lebenswirklichkeit der Normalbürger. Er stellt eine eigenständige, staatstragende Elite da, die, ausgestattet mit allerhöchsten pseudoreligiösen Werten keinerlei menschlicher Moral mehr verpflichtet ist … weshalb der Griff zur Waffe leicht fällt.

Im heiligen Dienst an der Göttin Natur fallen schnell alle menschlichen Hemmungen … wozu „heiliger Dienst an einer großen Sache“ fähig ist, haben gerade in diesem Land die „Fans“ des „Führers“ detalliert vorgelebt. Wer eine Wiederholung der Geschichte für unmöglich hält, sollte die grüne Botschaft vor dem Hintergrund der emotionalen Mangelgesellschaft betrachten:

Er prägte den Begriff der „Emotionalen Mangelgesellschaft“, mit ihren Folgen für die Menschen: EinsamkeitVerzweiflungGefühllosigkeit und Beziehungslosigkeit. Menschen, die gehalten, angeschaut und angehört werden, die sichere Bindungen eingehen und vertrauensvolle Nähe zu Anderen aufbauen können, sind belastbarer in Krisen und widerstandsfähiger gegenüber Erkrankungen, Süchten oder destruktivem antisozialem Verhalten.

Bleibt nur zu hoffen, das Daniel Castiel mit seiner Einschätzung der Entwicklungen der modernen Gesellschaft falsch liegt, denn Gefühllosigkeit und Beziehungslosigkeit (gerne auch „Verrohung des Mittelstandes“ genannt) in Verbindung mit einer grünen Staatsreligion kann zu Säuberungen ganz neuer Dimensionen führen … zum Schutz des Eigenheimbiotops der verbeamteten unmoralischen Ökoaktivisten.

Darf ich in dem Zusammenhang noch mal an die aktuellen „Deutschen Zustände“ erinnern, hier bei Telepolis:

Kann sich Geschichte wiederholen? Die Krise hat Deutschland getroffen und das Bürgertum setzt seine hässlichste Fratze auf: Sozialdarwinismus, Fremdenfeindlichkeit und die Ablehnung der Demokratie.

Und all das entwickelt sich prächtig unter dem Banner einer neuen, grünen Staatsreligion in der der Staat die Natur vor dem Menschen schützen muss.

Nochmal was von den Grünen? Zur Kontrolle der Arbeitslosen ist man auch zum Angriff auf das Grundgesetz bereit:

Die Jobcenter müssen erhalten bleiben, denn wir wollen Arbeitssuchenden Unterstützung aus einer Hand anbieten. Damit die Zuständigkeit der Kommunen für soziale Hilfe mit der Zuständigkeit der Bundesarbeitsagentur für Förderung und Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt verbunden werden kann, muss das Grundgesetz geändert werden.

Das scheint der FDP recht zu geben mit ihrer Auffassung vom „grundgesetzblinden Gesetzgebers“.

Wollen wir hoffen und beten … das die Mär von der grünen Staatsreligion nur ein Märchen bleibt. Wenn ich allerdings sehe, wie sie ihre neuen Egotempel in die bislang unverbauten Landschaften der Eifel setzen um ihren privaten Traum vom Ökoparadies umzusetzen, habe ich so meine Zweifel an der Nachhaltigkeit der neuen Bewegung.

 

Das Leben ist kein Wunschkonzert … aber kriminell, korrupt und spießig.

Bei der Beleuchtung der Banker haben doch viele plötzlich gesagt: Was ist denn los in unserem Land? Ist denn überall Korruption und Gier? Alle Institutionen verlieren an Respekt, auch die Polizei. Die Angriffe auf Beamte häufen sich. Deswegen ist ja das Gesetz verschärft worden. Den Polizisten als Respektsperson gibt es nicht mehr. Es wäre aber ganz schön, wenn es den noch geben würde, denn auf irgendwas will man sich ja verlassen können im Staat.

So Götz George alias Schimanski in der Welt.  Der altbekannte Fernsehkommissar auch Duisburg setzt als Mensch noch einen drauf:

Aber mein Eindruck ist schon: Es wird immer krimineller, korrupter und spießiger.

Die Welt ist ja nicht gerade als linkes Kampfblatt bekannt – weshalb ich annehme, das Götz George hier mal einen Eindruck formuliert, den breite Bevölkerungsschichten teilen können … wahrscheinlich hat man sogar eine Mehrheit. Wir sind gewohnt, die Welt in „rechts“ und „links“ aufzuteilen, sind gewohnt, das Parteien ganz schnell „Positionen besetzen“, um aktuelle Trends nicht zu verpassen. So hat man uns in Zeiten des kalten Krieges erzogen – so denkt man rechts, so denkt man links … und im Laufe der Jahrzehnte sind die Denkbahnen hier detalliert feingeschliffen worden. Die militärischen Blöcke gibt es nicht mehr, ihre Militärberater werden aktuell laut Spiegel auf dem Müll entsorgt:

Grausiger Fund im Bundesstaat Delaware: Ein führender Militärexperte der US-Regierung ist tot auf einer Müllkippe entdeckt worden. Der 66-jährige John Wheeler war lange Jahre Berater im Pentagon – die Polizei geht von einem Mord aus.

Wer wissen will, was denn den Fund so mysteriös macht, kann sich im Examiner detallierter informieren, obwohl die auch nicht mehr wissen.

Wir denken weiter in rechts/links Schemata, während die Welt sich schon längst ändert. Deshalb kriegen wir auch keine politischen Mehrheiten für Veränderungen, denn die neuen Fronten verlaufen nicht mehr zwischen rechts und links – sie verlaufen zwischen oben und unten.  Während wir noch brav im rechts/links-Marschtritt verharren und uns jeweils von der Opposition die Erlösung von den Sünden der Regierung erwarten, sitzen die Menschen, die Spitzenpolitiker, die Promis alle in einem Boot – zusammen mit Schauspielern, Militärexperten und Wirtschaftsmagnaten.  Welche Partei (oder welches Schicksal) sie in dieses Boot gebracht hat, ist dabei letztendlich egal.

Schauen wir uns doch mal die letzten Jahre an. Was hat uns die Arbeitnehmerpartei gebracht? Die Enteignung der Arbeitslosen und die Beschneidung ihrer Menschenrechte durch Hartz IV.  Hätte man das 1970 voraussgesagt, hätte man für den Rest des Lebens Einzelhaft in der Psychatrie bekommen. Und was brachte die Wirtschaftslenkerallianz von CDU/CSU/FDP? Mehr Netto vom Brutto – für die Konzernkassen, aus denen alle „Promis“ reichlich nehmen dürfen.

Gestern hatten wir hier auch das erste Mal einen Kommentator aus jener „obigen“ Fraktion der Gesellschaft hier, das uns das Motto für „unten“ geliefert hat:

DAS LEBEN IST KEIN WUNSCHKONZERT.

Das sage man mal … Marc Zuckerberg, laut FAZ jemand, der gerade dabei ist, die Welt nach seinen Vorstellungen neu zu ordnen:

Mehr als 500 Millionen Mitglieder folgen Mark Zuckerbergs Vision einer neuen „sozialen Norm“: Der Gründer des sozialen Netzwerks Facebook will die zwischenmenschliche Kommunikation revolutionieren. Dabei tritt er in die Fußstapfen von Bill Gates.

Mark Zuckerberg ist gerade 26 Jahre alt, aber der Gründer des sozialen Netzwerks Facebook prescht in atemberaubendem Tempo in die erste Liga der Superreichen vor: Auf der jüngsten „Forbes“-Liste der reichsten Amerikaner wurde sein Vermögen, das sich vor allem auf seinen Anteil an Facebook gründet, auf 6,9 Milliarden Dollar geschätzt. Die Zeitschrift legte dabei einen Wert von 23 Milliarden Dollar für das Unternehmen zugrunde. Jetzt hat Facebook gerade eine weitere Finanzierungsrunde mit der amerikanischen Bank Goldman Sachs und der russischen Internetholding Mail.ru hinter sich gebracht und ist dabei mit 50 Milliarden Dollar bewertet worden.

Mit fünfhundert Millionen Menschen und dem Kapital von Goldman-Sachs und Mail.ru wird das Leben ganz schnell zum Wunschkonzert. Der Militärberater hat ebenfalls jahrelang Wunschkonzert gespielt – für Reagen und die beiden Bushs (weshalb der Mord an ihm so hohe Wellen schlägt).

Immer wieder fallen mir diese unsinnigen, dumpfen Parolen auf, die gedanken- und sinnlos durch die Welt geschmissen werden. Hält man uns für so blöde, das wir nicht merken, das diese Sprüche keinen Sinn machen?

Schlimmer noch … hält man uns für so blöde, das wir nicht merken, das Sprüche dieser Art uns auf eine Zukunft vorbereiten sollen, wo Grundelemente der menschlichen Freiheit nicht mehr für jedermann gelten? Wird im Geschichtsunterricht nicht mehr vermittelt, das wir gerade DEMOKRATIE geschaffen haben (bzw. in Deutschland geschenkt bekamen) damit wir das Leben in ein Wunschkonzert verwandeln können … und zwar in eins für ALLE, nicht nur für Militärberater, Pornostars,  Kapitallieblinge und gewiefte Politikclowns?

Dort, wo das Leben kein Wunschkonzert mehr ist, wird es krimineller, korrupter, spießiger. Das merkt auch Götz George – weil er in seinem Alter auch weiß, das es früher mal anders war. Seit einiger Zeit ändert sich da etwas, weil OBEN nicht mehr möchte, das UNTEN mitreden kann. Für UNTEN gibt es die Parole „DAS LEBEN IST KEIN WUNSCHKONZERT“, für OBEN gilt ein ganz anderer Satz, wie uns anhand der Person von Mark Zuckerberg gerade vorexerziert wird – einer Person, über die nur berichtet wird, weil er ein Newcomer ist. Über die anderen Menschen, die die Welt wieder strikt feudal nach ihren Vorstellungen gestalten, wird nur sehr selten berichtet, weil nur wenige Journalisten ihren Job riskieren möchten.

Die Parolen für „OBEN“ habe ich mal … bei Rafa.at geliehen:

Apologie des Teufels

Johann Benjamin Erhard, Schüler von Immanuel Kant, stellte 1795 die „Apologie des Teufels“ auf, die konsequent böse sein soll.

  1. Sei niemals wahrheitsliebend und scheine es niemals zu sein. Denn wenn du wahrheitsliebend bist, können die anderen auf dich rechnen; du dienst ihnen, aber sie dienen nicht dir.
  2. Erkenne kein Eigentum an, sondern versichere, dass das Eigentum heilig und unantastbar ist und allen gehört. Wenn du Alles ohne jede Anfechtung als dein Eigentum besitzen kannst, dann hängt alles von dir ab.
  3. Sieh die Moral der anderen als Schwäche an und bediene dich ihrer für deine Zwecke.
  4. Stachle jeden zur Sünde an, während du die Moral als Notwendigkeit proklamierst.
  5. Liebe niemanden.
  6. Mache jeden unglücklich, der von dir nicht abhängig sein will.
  7. Sei konsequent bis zum letzten und bereue nie etwas. Was du einmal beschlossen hast, tu auf jeden Fall, komme was kommen mag.

Kann sein, das die auch noch andere Parolen haben. Aber die paßten gerade gut zu Schimanskis Beobachtung einer Welt, die immer krimineller, korrupter und spießiger wird.

Es ist doch schön zu sehen, das man bei der notwendigen Auseinandersetzung mit einem tyrannischen OBEN, das eine Welt ohne Wahl, Freude und der Möglichkeit zu einem selbstbestimmten Leben in sozialer Verantwortung diktieren will auf die Mithilfe aller Weltreligionen zählen kann – und auf die Hilfe aller echter Atheisten, da der Satz „Das Leben ist kein Wunschkonzert“ dem Willen Satans als verlogene Herrschaftsbotschaft für UNTEN entspricht. Gleichfalls kann man auf die Sympathie aller Demokraten, aller rechtschaffenden konservativen Bürger, aller aufrechten linken Idealisten hoffen.

Eigentlich ist es nur eine kleine, kriminelle, korrupte, spießige Minderheit, die ihre Militärberater nach Gebrauch auf den Müll schmeißt.

Für die anderen kann das Leben ohne Weiteres ein Wunschkonzert sein – wir müssen nur aufhören, unser Heil in der Enteignung von Arbeitslosen zu suchen – die haben nämlich nichts, was sich zu enteignen lohnt. Aber die kriminelle, korrupte, spießige Minderheit „OBEN“ hat in den letzten Jahrzehnten auf unsere Kosten soviel angehäuft, das sie gar nicht mehr wissen, wohin damit.  Holen wir uns das … dann haben wir wieder unser Wunschkonzert – und wenn wir nicht in eine Zukunft steuern wollen, die man mit gutem Recht moralisch und ethisch korrekt als „satanisch“ bezeichnen kann, haben wir gar keine andere Wahl, als so zu handeln.

Wenn jene Enteigneten dann moralisch kommen, dürfen wir ihnen allerdings zurecht entgegnen: Das Leben ist kein Wunschkonzert.

Deutsche Medien als Pressesprecher der Korporatokratie und die Moral des Jugendmedienschutzstaatsvertrages

Krieg ist Mist. Das wissen die Ältesten unter uns sehr gut. In Wirklichkeit gibt es bei Kriegen keinen Gewinner – jedenfalls nicht unter den Teilnehmern. Je nach Definition gewinnt der eine oder andere Politiker, König oder General, die Mitarbeiter jedoch … sehen am Ende eines Kriegs überhaupt nicht mehr gut aus. Einen Krieg vom Zaun zu brechen ist leicht – sehr leicht. Einfach ein paar Menschen, besser noch Kinder erschiessen, schon tobt der Zorn hoch und die Maschine rollt – die Kriegsmaschine.

Ist sie erstmal in Gang gesetzt, läßt sie sich kaum noch stoppen. Ähnlich wie Konzerne: haben die erstmal ihre Wurzeln weltweit, werden sie allmächtig und können durch niemanden mehr aufgehalten werden – es sei denn, man ändert die komplette Wirtschaftsordnung, entzieht dem Gewächs seine Lebensgrundlage. Darum ist es so unglaublich wichtig, die Entwicklung von Kriegen im Vorfeld zu stoppen – all unsere Diplomatie, all unsere Verhandlungskunst, unsere Großzügigkeit haben nur einen Sinn: das Verstümmeln von Menschen durch Maschinen zu vermeiden. Den Kriegslüsternen kann man gar nicht oft genug die Bilder der Kriegsversehrten zeigen, damit sie wissen, auf welches Abenteuer sie sich da genau einlassen.

Vom Krieg gibt es verschiedene Definitionen. Ich gebrauche das Wort gerne im Sinne von „Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ – wobei ich diese Mittel strikt ablehne. Man könnte auch sagen: „Fortschreitender Gebrauch von Gewalt als Mittel zur Problemlösung„. Alles feine Worte, an dessen Ende ein abgeschossener Unterkiefer, amputierte Gliebmassen oder Blindheit steht, vom Tod mal ganz abgesehen.

Ist der Krieg erstmal entfesselt, Gewalt als Lösung aller Probleme im Prinzip akzeptiert (eine Philosophie, die viele Videospiele verfolgen), ist er wie ein Feuer im Sägewerk – wobei das Sägewerk kaum räumliche Grenzen hat. Bald hat jeder einen Toten zu beklagen, den es zu rächen gilt, jeder einen Täter, der ausgemerzt gehört.

Ähnlich geht es momentan mit Wikileaks vor sich. Es folgt Schlag auf Schlag … dabei ist eigentlich gar nichts weiter geschehen. Orientiert man sich nach dem im Management gültigen Sicherheitsprinzip „even the worsest case“, mußte man mit der Möglichkeit rechnen, das die politische Welt eine interne Seite hat, die sehr unfreundlich ist. So ein Irakkrieg fällt doch nicht vom Himmel – da sind viele bewußte Entscheidungen getroffen, die den Mord an Zivilisten billigend in Kauf genommen haben. Wer so etwas tut, redet auch nicht freundlich über Westerwelle – darauf kann man sich verlassen.

Der „Spiegel“, ganz vorne mit dabei bei den Enthüllungen, mischt jetzt ganz vorne bei der Verurteilung der Enthüllungssympathisanten mit, verdient aber an den Enthüllungen selbst weiterhin sehr gut.

Die Hackerangriffe von WikiLeaks-Gegnern und -Sympathisanten eskalieren. Das Netz erlebt eine Welle digitaler Selbstjustiz, die der Meinungsfreiheit schadet – denn die Logik dahinter ist so simpel wie gefährlich: Wer die stärkste Technik hat, dominiert den Diskurs.

Der Einsatz von Gewalt im politischen oder gesellschaftlichen Diskurs ist immer abzulehnen. Selbst verbale Entgleisungen sind hier schon kritisch zu betrachten.

Als Bürger eines demokratischen Staates haben wir das Recht auf Gewaltanwendung abgegeben – an den Staat, der den Einsatz von Gewalt streng beaufsichtigen sollte. Jede Form von Selbstjustiz ist also ebenso abzulehnen … doch haben wir mit der von den Sozialdemokraten und den Grünen (die nebenbei auch gerne Bomben auf andere Länder schmeißen) etablierten Agenda 2010 genau dieses Prinzip etabliert: die Selbstjustiz der Konzerne, ihre Waffe im Kampf gegen den „faulen Bürger“.

Dann haben wir eine arrogante und korrupte Medienwelt, bei der die Konzernwelt dank der Abhängigkeit der Medien von Werbeeinnahmen (immerhin 75 % des Einkommens eines jeden Spiegelmitarbeiters) mit übergroßer Rücksicht – und Parteinahme rechnen darf.

Und hier nähern wir uns jetzt der brisanten Mischung, die gerade durch die geistige Welt tobt. Es gab eine Lücke in dem Schulterschluß von Politik und Wirtschaft, eine Medien- und Informationslücke. Die Technik hat Räume geschaffen, die durch die Staatsmacht nicht mehr zu kontrollieren sind. Freiräume … eigentlich etwas Schönes und Erstrebenswertes, denn Freiräume zu schaffen ist ja Sinn einer jeden Demokratie.

Jetzt aber merken wir gerade, das eben diese Demokratie mehr und mehr zum schönen Schein wird – dort, wo der Bürger selbst lesen, denken und entscheiden will, wird er lästig. Dort, wo nicht irgendwo irgendein Wirtschaftsvertreter irgendwie die Finger auf Informationen hat und bestimmen kann, was man dem Volk zumuten darf und was nicht, wird man unruhige …. weil man weiß, das man was zu verstecken hat. Das wäre jedenfalls mein Verdacht: even the worsest case bewehrt sich bei der Lenkung von Konzernen sehr gut, während das „even the nicest case“ der deutschen Politik aus den Bürgern faule Hunde macht – jedenfalls wenn man der Welt glauben darf:

Die Deutschen sind gutgläubige Staatsbürger und lieben die Ruhe. Zufrieden blicken sie auf Reförmchen und den Sozialstaat. Das wird für kommende Herausforderungen nicht reichen.

So schnell werden Medien beleidigend, wenn die Bürger bei der Abschaffung des Sozialstaates nicht sofort „Hurra!!!“ brüllen und Gewehr bei Fuß stehen … und so sehr ist die vierte Macht insgesamt als globale multimediale Pressestelle dem Bundesverband der Deutschen Industrie einverleibt worden.

Auf einmal findet man auch die Notwendigkeit von Moral wieder, eine Moral, die international agierende Superkonzerne (die größer und wirtschaftlich machtvoller sind als die meisten Staaten) vor 16-jährigen Internetnutzern schützen sollen, die einen Freiraum verteidigen. Hier werden moralische Urteile verbrochen, die an Unbildung und Ignoranz frisch aus der Welt der faschistischen Erziehungsanstalten kommen, auf einmal ist es schlimm, das der Mensch weniger Wert ist als die Technik, auf einmal ist es schlimm, das Drohnen Demonstranten ersetzen oder das „nur die Schädigung des Opfers Aufmerksamkeit bringt, wie der Spiegelautor anklagend formuliert. Das die gleichen Anklagen auch gegen den Straßenverkehr, die Agenda 2010, den Afghanistankrieg oder die Bankenkrise vorgebracht werden können kommt keinem in den Sinn: wer zahlt, befiehlt – scheint der Leitsatz des deutschen Journalismus im 21. Jahrhundert zu sein.

Steht man im Krieg um die Freiräume des Internet auf einmal möglicherweise auf der Verliererseite, erinnert man sich – ganz selbstlos – auf einmal daran, das es ja auch noch „Moral“ gibt … eine Moral, die man zuvor im Interesse der Werbeeinnahmen großzügig verkauft hat?

Ich hoffe nur, man bleibt bei der Moral auch bei den Themen, wo man auf der Gewinnerseite steht, merkt, das es nicht gut ist, wenn der Mensch weniger Wert ist als die Rendite, das Drohnen in Afghanistan ebenso wie der Straßenverkehr Menschen tötet und das Krieg nicht nur dann schlecht ist, wenn man als Verlierer dasteht und möglichweise damit rechnen muß, von Jugendlichen ohne journalistische Ausbildung aus dem Netz geschossen zu werden.

Vielleicht macht man sich dann mal Gedanken darüber, ob es nicht eine durch nichts gerechtfertigte internationale Menschenjagd gegen einen kleinen Internetapostel ist, der den Kriegsfall überhaupt erst ausgelöst hat … aber diese Menschenjagd im Sinne der Konzernherren ist ja in Ordnung – solange die Werbeeinnahmen fließen.

Noch ein abschließendes Wort aus der Feder des Spiegel-Autors Konrad Lischka?

Wer die bessere Technik nutzt, wer mit einfachen Botschaften und klaren Angriffszielen möglichst viele Demo-Drohnen für seine Sache gewinnt, der erlangt mehr Aufmerksamkeit als andere. Doch wenn einfach die stärkere Technik gewinnt, wird die Meinungsvielfalt verlieren.

Ein wahres Wort gelassen ausgesprochen … aber das Prinzip gilt selbstverständlich nicht für die Blogs, deren Existenz jetzt durch den konzernfreundlichen Jugendmedienschutzstaatsvertrag gefährdet wird. Meinungsvielfalt ist nicht im Sinne des Gesetzgebers – und damit ist auch Demokratie nicht mehr im Interesse des Gesetzgebers. Welche Meinung man sich bilden soll, wird von den Pressesprechern des Konzernunwesens tagtäglich auf allen Kanälen verkündet, Gegenmeinungen werden gejagt. Gegenmeinungen? Mit der Jagd auf Julien Assange jagt man einfach nur … die Wahrheit. Allerdings eine Wahrheit, die beim ruhigen Abkassieren stört, an dem alle Entscheidungsträger und Medienapostel gut mitverdienen.

Wikileaks wird Wikikrieg? Operation Payback in der Kritik

Was war geschehen? Eine Internetplattform hat – wie für Medien eigentlich üblich – Informationen aus Quellen veröffentlicht. Bei den Informationen war eigentlich bislang nichts überragend Neues dabei – jedenfalls für mich nicht. Bräuchte keinen Artikel der letzten Jahre umschreiben, weil ich meine politische Bildung eher aus Büchern denn aus Wikipedia beziehe. Ganz neu hat man erfahren, das die USA Westerwelle für eine Flasche halten – ganz Deutschland war erstaunt, das der Mann, der die FDP auf vier Prozent heruntergewirtschaftet hat und immer noch auf jede staatsmännische Kontur verzichtet, in den USA nicht als das Genie anerkannt wird, für das er sich selber hält.

Man hätte diese Affäre also einfach mit einem Schulterzucken abtun können – zumal es ja – wie wir seit Jahren fleissig lernen – überhaupt keine Verschwörungen gibt und die privaten und öffentlichen Medien immer über alles umfassend und ausführlich informieren, sogar über die Massenvernichtungswaffen des Irak oder die drohende Vernichtung Europas durch die Taliban oder die Schweinegrippe … war ja nur noch eine Frage, wer von den beiden  zuerst in Berlin ankommt.

In dieser offenen, herzlichen Atmosphäre der internationalen Politik, wo sich nur reinweg edle und gutmeinende Charaktere zur Rettung der Welt, des Friedens und der ständigen Erweiterung des Wohlstandes der Gesamtbevölkerung treffen hat es nun ein paar Mißklänge gegeben die immer deutlicher wahrgenommen werden, je öfter man über sie spricht.

Die Meinung der USA zu Westerwelle wiegt offenbar schwerer als der Angriffskrieg gegen den Irak mit einer Million toter Menschen – auf jeden Fall scheint es irgendwen zu stören, das es da die Möglichkeit gibt, einfach vertrauliche Dokumente veröffentlichen zu können, denn … hinter den Kulissen der Weltpolitik geht doch mehr ab, als man uns gerne glauben machen möchte.

Natürlich verzichtete man auf der internationalen Bühne nicht darauf, möglichst viel Kapital aus den Vorgängen zu schlagen, weil es darum im Prinzip in Wirklichkeit geht: Kapital aus allem schlagen – vor allem aus der Arbeitskraft der Bürger – aber letztendlich hätte wohl kein Hahn mehr danach gekräht, wenn nicht – ja wenn nicht die internationalen Konzerne sich eingemischt hätten. Amazon, Visa, Paypal … auf einmal mischten sich Gemischtwarenhändler in die Politik ein.

„Wir verkaufen nicht an Juden!“ verdeutlicht vielleicht, welches Prinzip hier wieder zu wirken beginnt: Wirtschaftskraft wird Waffe gegen mißliebige Menschen.

Nun habe ich noch Stimmen von bezahlten Qualitätsjournalisten im Ohr, die mir versichern, das der Bürger niemals mit der Wahrheit „einfach so“ konfrontiert werden dürfe.  Das ginge ja gar nicht.  Das müsse ja „aufbereitet“ und „einsortiert“ werden, „vorgekaut“  sozusagen. Das der „Qualitätsjournalist“ de fakto damit der Entmündigung des Bürgers das Wort redet, fällt ihm im eiferenden Kampf um die Fleischtöpfe  kaum noch ein. So etwas gefällt wohl den Konzernherren und den von ihnen gesponserten Politikern, den die großen, staatstragenden Medien werden ja nicht in dieser Weise von Konzernen angegangen.

Würden Tankstellen kein Benzin mehr an Autos mit „Anti-AKW“-Aufklebern verkaufen, würde man vielleicht deutlicher verstehen, welches Prinzip hier gerade versucht, politische Realitäten zu schaffen.

Das alles jedoch bringt den „Spiegel“ nicht in Rage. Was ihn jedoch stört, ist die „Operation Payback“.

Dass sie dabei die falschen Zeichen setzen, fällt anscheinend niemandem auf. Letztlich sind die Aktionen virtuelle Steinwürfe, Molotows, Akte des Vandalismus. Was sie vermeintlich adelt, ist das vorgeblich hehre Ziel: Kämen sie aus „falscher“ Richtung (Staat, Behörden, Unternehmen), wäre das Geschrei groß.

Insofern sind die Aktionen vor allem der Ausdruck eines Herrschaftsanspruchs. „Wir sind das Web!“, sollen die Attacken auf Mastercard und Co. zeigen. Und wer sich nicht nach „unseren“ Regeln verhält, wird bestraft.

„Wer sich nicht nach unseren Regeln verhält, wird bestraft“ …. ist in der Tat das Prinzip der Konzerngewalten. Das jedoch scheint die Herren des „Spiegel“ nicht zu stören – immerhin kauft man selber bei Amazon, hat die Mastercard und wird auch gerne mal zu diversen Events der Konzerne eingeladen. Wenn es aber der „Pöbel“ ist, der „Mob“, der „Untertan“, der sich selbst wie ein Konzern gebärdet, dann ist das Ausdruck eines Herrschaftsanspruches, den es zu bannen gilt?

Terror ist nur dann Terror, wenn er von der falschen Seite kommt? Konzernterror ist guter Terror, weil Konzerne viel Geld in die Kassen des „Spiegel“ spülen?

Sollte man bei all dem nicht mal dran erinnern, das der Skandal im Wikileaks gar keiner wäre, wenn die „Tagesschau“ und andere Formate nicht täglich ein Bild von einer Welt zeichnen würden, das zwar schön rosig aber in Wirklichkeit ziemlich weltfremd ist? Außerhalb der  Medien habe ich noch keinen Menschen getroffen, der von dem Inhalt und dem Tonfall der Veröffentlichungen überrascht war.

Es wäre eine Frage der Moral zu beurteilen, ab wann man die Aktionen der „Hacker“ gut oder böse nennen kann. Das Urteil fällt schwer, weil Hacker sich auf „Notwehr“ berufen werden und auch der Anspruch des bezahlten Journalismus, dem Bürger nur vorgekautes Material zumuten zu wollen, einen Akt der Notwehr wie Wikileaks selber herausfordert. Letztlich verhalten sich Hacker unmoralisch wie ihre Vorbilder in Wirtschaft und Politik: wer die Macht hat, kann sie einsetzen.

Und hier scheint die Quelle des „Spiegel“-Geschrei: man merkt, das es eine Nische gibt, über die man keine Macht hat. Was wäre nur mit den von Werbeeinnahmen gut bezahlten Stellen bei „Spiegel-Online“, wenn man unaufbereitete Informationen einfach so aus dem Internet beziehen und sich selber Gedanken darüber machen kann, darf und muß, wie man die jetzt einsortiert? Es gäbe bald keine gut bezahlten Stellen mehr – dafür ein mündiges Volk voller Journalisten.

Für manche … eine grauenvolle Vorstellung. Da ist es besser, man organisiert deren Verwaltung so, das sie den ganzen Tag mit irgendetwas beschäftigt sind und gut unterhalten werden. Und in dem Geschäft mischt das ehemalige Nachrichtenmagazin ja kräftig mit.

Wahrscheinlich wird es die Herren vom Spiegel freuen, das jetzt die ersten Täter gefaßt sind: ein 16-jähriger Junge in Holland.

Die Vernunft – ein Werkzeug der Vernichtung und … der Garten Findhorns

Massenmörder sind unter Umständen extrem vernünftige Menschen. Natürlich stellt sich in uns erstmal alle quer wenn wir so etwas hören. Vernunft hat uns die Demokratie gebracht, Vernunft hat uns die Wissenschaft gebracht, die Aufklärung – und das stimmt ja auch alles. Vernunft hat uns auch Auschwitz gebracht, die Atombombe, die Umweltzerstörung und die Innenweltzerstörung. Vernunft bringt RTL dazu, den Nachmittag mit folterartigen Sendeformaten zuzustopfen, Vernunft gebietet die Kürzung des Regelsatzes auf 121 Euro sowie die Begrenzung seiner Bezugsdauer auf fünf Jahre.  Vernunft führt dazu, das wir Rentner als „Soylent Green“ vermarkten und unser Heil im Weltall suchen werden – dabei haben wir schon ein sehr komfortables Raumschiff namens „Erde“, wir fühlen uns hier nur – vernünftigerweise – nicht mehr so wohl.

Vernunft gebietet die Aufstellung von Atomwaffen und die Planung eines Präventivschlages, Vernunft gebietet Völkermord bei Raummangel und die Erfindung immer perfiederer Massenvernichtungswaffen. Letztlich … empfiehlt Vernunft sogar die Eleminierung des Menschen selbst, der wie eine Krankheit die Erde befallen hat.  Bilderbergerführer Prinz Bernhard von den Niederlanden wollte ja bekanntermaßen als ein solcher wiedergeboren werden. Strikt vernünftig.

„Handele vernünftig“ … sollte als Aufruf  eigentlich schon wegen Verdachts auf Vorbereitung einer Straftat verboten werden.

Somit ist es auch nicht „Gier“ oder „Dummheit“, die uns die Wirtschaftskrise eingebrockt hat, sondern die reine Vernunft. Mal ehrlich: ohne Vernunft fünfundzwanzig Prozent Rendite – das klappt nicht.  Dafür muß man sich schon was einfallen lassen.

Dabei waren wir mal so stolz auf unsere Vernunft, bei Wikipedia findet man was, was die allerdings selbst noch für verbesserungswürdig halten:

Mit Vernunft als philosophischem Fachbegriff wird die Fähigkeit des menschlichen Geistes bezeichnet, von einzelnen Beobachtungen und Erfahrungen auf universelle Zusammenhänge in der Welt zu schließen, deren Bedeutung zu erkennen und danach zu handeln – insbesondere auch im Hinblick auf die eigene Lebenssituation (vgl. Nous). Die Vernunft ist das oberste Erkenntnisvermögen, das den Verstand kontrolliert und diesem Grenzen setzt bzw. dessen Beschränkungen erkennt. Sie ist damit das wichtigste Mittel der geistigen Reflexion und das wichtigste Werkzeug der Philosophie. Dieses als Diskussionsgrundlage immer noch maßgebliche Verständnis von Vernunft steht in der Tradition der Philosophie Immanuel Kants.

Natürlich gibt es Vernunft auch als „Weltgeist“ und „Lieben Gott“ … doch das paßt nun überhaupt nicht in unsere Zeit.

Noch schlimmer wird es, wenn wir uns in das Gebiet der Kleingeisterei begeben und Verstand von Vernunft trennen, nachher noch den „gesunden Menschenverstand“ hinterherschieben – nur um die Heiligkeit der Vernunft zu retten.  Wir brauchen aber im Jahre 2010 die Heiligkeit der Vernunft nicht mehr zu retten, dreihundert Jahre Vernunft haben genug Ergebnisse gezeitigt, das sogar der gesunde Menschenverstand versteht, das es mit der Vernunft nicht weit her sein kann.

Die Theorie, das uns reine Vernunft ins irdische Paradies führen wird, ist leider an den Verhältnissen gescheitert und an etwas, was Kant selber schon erkannt hatte: Vernunft hat in sich keine Moral. Sie kann Grundlage einer Ethik sein, die aber in sich sehr unstabil ist. Nur hat sich Kant keine großen Sorgen um diesen Tatbestand gemacht, da es ja einen Sicherungemechanismus gab: die Religion bzw. die Gewissheit der Existenz Gottes und die Ewigkeit der menschlichen Seele. Mit diesen Sicherheitsmechanismen ausgestattet konnte sich Kant selbst dann nach getaner Arbeit ruhig zur Ruhe betten.

Je mehr dieser Sicherheitsmechanismus verschwindet, umso unmoralischer werden wir.  Auch das ist aber sehr vernünftig. Wenn ich mein Leben mit der Überzeugung lebe, das es mit dem Tod endgültig aus und vorbei ist, dann brauche ich ganz viel Geld, um zwischen Geburt und Tod so viel wie möglich erleben zu können, damit es sich auch gelohnt hat.  Rücksicht auf meine Mitmenschen sollte ich da nicht nehmen, dafür gibt es keinen vernünftigen strategischen Grund, nur einige taktische – sie könnten sich wehren. Somit ist es auch hier geboten, für eine Zeit lang ein halbwegs befriedigendes Sozialsystem zu schaffen … jedenfalls solange, wie man die Rache der Verlierer noch zu fürchten hat.

Kant konnte sich das nicht vorstellen, das Menschen mal derart entwickeln, sonst hätte er sicher seine Betrachtungen revidiert und seine „Schrift zum Ewigen Frieden“ wäre nicht so optimistisch ausgefallen, denn der sollte nach dem Zusammenbruch der letzten Kontrahenten des kalten Krieges eigentlich unaufhaltsam vor der Tür stehen – nur merken wir gerade: das Gegenteil ist der Fall.

Vernunft ist ein Werkzeug – aber nicht nur ein Werkzeug der Philosophie. Sie ist generell nur ein Werkzeug.  Sie zeigt mir an, wie ich von A nach B komme. Besonders drollig wird es, wenn das Erkenntnisinstrument sich selbst mit aller Strenge selbst beurteilt: das führt automatisch zu dem Philosophen der sitzenbleibt wo er gerade saß und vernünftigerweise verdurstet und verhungert. Die Kritikfähigkeit des Werkzeuges Vernunft ist größer als ihre Fähigkeit, Wahrheiten zu schaffen.  So kann sie – vernünftigerweise – noch nicht einmal die Existenz der sinnlichen Wahrnehmung oder des sinnlich Wahrgenommenen beweisen – Generationen von Philosophen haben sich an dem Tisch, der vor ihnen stand, gedanklich die Zähne ausgebissen. Da es Sinnestäuschungen gibt, können wir vernünftigerweise nicht sagen, wann diese Sinne getäuscht werden und wann nicht.

Das hätte zu viel Weisheit, Bescheidenheit und Ruhe im Leben führen können. Stattdessen haben wir (oder sagen wir besser: gewisse Kreise) die Vernunft entfesselt, sie von einem Erkenntnisinstrument zu einem Herrschaftsinstrument gemacht: mit bekannten Folgen.

Für die Vernunft gibt es kein „gut“ und „böse“, deshalb urteilt sie milder – auch wenn Israelis Menschen auf Hilfskonvois erschiessen. Anders als der Hass (der angesichts dieser Aktion mal wieder rundherum ausbrach), fragt die Vernunft: wie kann es dazu gekommen sein. Ihr Ziel ist es, die Funktionsweise von Gewalt zu verstehen, damit solche Ereignisse verhindert werden können … und das dauert, wie unsere Gerichtsprozesse zeigen, zuweilen ziemlich lange. Auch wenn nicht jedes Gerichtsurteil vernünftig ist – die Methodik ist es schon.

Im Rahmen der Erkenntnis funktioniert Vernunft immer noch sehr gut und könnte ich Werk tun, wenn nicht … deutlich erkennbar andere Kräfte am Werk sind, die jeder kennt aber über die nicht gesprochen werden darf, da sie mit einem Tabu belegt worden sind.

Einfach mal morgen auf die Hauptstraße stellen und laut davon predigen, das man a) Gott gesehen hat, b) mit kleinen grünen Männchen einen Rundflug zum Mars gemacht oder c) regelmäßig mit Naturgeistern tanzt – man wird sehen, aus welcher Ecke vehemente Kritik kommt. Seltsamerweise aus der Ecke jener Menschen, die Vernunft für sich gepachtet haben – die Naturwissenschaftler, die Juristen, die Wirtschaftswissenschaftler, die Politiker …. und wir merken schnell: hier geht es gar nicht um Vernunft, hier geht es um Macht – wie bei der Entfesselung der Atomkraft.

Vernunft als Erkenntnisinstrument aus seinen natürlichen Verankerungen gerissen, kann ähnliche Folgen haben wie ein gespaltenes Atom. Sie erlaubt uns, die Grundfesten einer Natur auseinanderzunehmen, die wir überhaupt nicht verstehen. Und immer … müssen wir dazu die Natur zerstören. Wir müssen die Leichen zerschneiden – das war der Beginn der Medizin. Und wenn gerade keine frischen Leichen da sind, dann … triffts eben einen Obdachlosen, der schnell zur frischen Leiche wird. Im Dienste der Wissenschaft spielt das keine Rolle, ist nur vernünftig, so zu handeln.

Bin ich als Arier im Kampf mit dem weltweiten allmächtigen Judentum, so muß ich die Juden vernünftigerweise isolieren so wie es die US-Amerikaner mit den Japanern getan haben. Gehen mir dann Kugeln und Essen aus, so zeigt mit die Vernunft Wege auf, wie ich eine Endlösung erzielen kann.  Bin ich als Moslem mit einer sündigen Frau konfrontiert, so greife ich vernünftigerweise zum Stein. Kommt eine fremde Flotte in meine Hoheitsgewässer und ich will sie dort nicht haben, dann versenke ich sie mit Mann und Maus. Arbeiten mir die Bürger zu langsam und zu unfolgsam, so bastel ich mir eben eine Peitsche in Form der Agenda 2010.

Alles strikt vernünftig.

Das haben auch die Väter der Allgemeinen Menschenrechte gesehen. Angesichts der verheerenden Folgen des Zweiten Weltkrieges haben sie etwas sehr Unvernünftiges getan: sie haben Wahrheiten gesetzt.  Sie haben erkannt, das Vernunft keine Werte schafft und selbst schrecklich mißbraucht werden kann, wenn die Ziele politischer, wirtschaftlicher oder technischer Natur sind. Darum haben sie Regeln geschaffen, die anstelle göttlicher Gebote gestellt worden sind und als absolut unhinterfragbar gelten: die Allgemeinen Menschenrechte. Darüber sollte nie wieder diskutiert werden – was recht unvernünftig ist, aber trotzdem heilsam und erlaubt.

Die Vernunft nun …. ficht die Menschenrechte seit ihrem Bestehen an. Es ist reinweg nur der Glaube der Menschen, der ihnen Kraft und Macht gibt, der Vernunft stehen sie oft genug im Wege herum.

Das läßt mich persönlich mit Erscheinungen wie der Agenda 2010 hadern – und auch die Verdoppelung des Regelsatzes würde mich als Kritiker nicht beruhigen: die Agenda 2010 stellt die Menschenrechte … aus ganz vernünftigen Gründen … in Frage und schränkt sie ein. Die Allgemeinen Menschrechte stehen aber auf einer sehr wackeligen Basis, sie sind nicht seit Millionen von Jahren in Stein gemeißelt noch verkündete sie eine intergalaktische Supermacht mit Waffengewalt vom Himmel herab: sie stellen die unter Schock geborenen Notregeln da, die niemals verletzt werden dürfen, da jede ihrer Verletzungen nach Überzeugung (und Erfahrung) der Unterzeichner der Erklärung der Menschenrechte letztendlich direkt in die Hölle  Ausschwitz führt – vernünftigerweise … früher oder später.

Darum war ihnen die Freiheit des Glaubens so wichtig. Jeder muß glauben dürfen, was ihm gefällt. Und darum sind Menschen, die „alle Ufo-Gläubigen für Spinner“ halten, Feinde der Menschenrechte, obwohl sie sich selber wahrscheinlich für große Verfechter der Vernunft und der Aufklärung halten.

Die Vernunft selbst als Erkenntnisinstrument interessiert sich nicht für Ufos, Geister, Götter, Naturgeister wie jene in Findhorn, die die Kohlköpfe so riesig werden ließen, das sie damit weltweit Aufsehen erregt haben, ohne das das naturwissenschaftlich jemals geklärt worden wäre.  Vernunft hat kein Vorurteil und ist emotionslos wie ein Hammer. Mit dem kann ich auch Häuser bauen oder Köpfe einschlagen.  Ein Beispiel? Nehmen wir dieses Findhorn:

Bald ein halbes Jahrhundert ist es her, dass auf einem windigen Campingplatz an einem schottischen Meeresarm ein botanisches Wunder registriert wurde: Riesige Kohlköpfe und Gurken gediehen auf dem unfruchtbaren Boden, Blumen blühten auf das üppigste. Die Gärtner schrieben den Erfolg ihrer spirituellen Beziehung zur Natur und den Pflanzengeistern zu. Auch Wissenschaftler fanden keine bessere Erklärung. Heute ist Findhorn die größte alternative Gemeinschaft Schottlands – mit Gästen aus aller Welt. Auf dem Programm des Findhorn-Colleges stehen – neben der Kommunikation mit der inneren Stimme – Themen wie ein klima-neutrales Leben und die globale Umweltkrise. Ganzheitliches Leben im Findhorn-Stil ist auf einmal hochaktuell geworden.:

Quelle: SWR.de

Wie oft werden wir angesichts dieser Geschichten (die in diesem Fall auch wissenschaftlich nur als „Wunder von Findhorn“ bezeichnet wurde) die Klage hören, es würde sich hierbei um unvernünftigen Unsinn handeln?

Dabei … ist das kein Feld für Vernunft, das ist ein Feld für Glauben. Vernunft sagt lediglich: wenn Naturgeister bei der Landwirtschaft helfen können, dann ist es in Ordnung, sie einzusetzen. Sie fällt aber kein Urteil über Existenz oder Nichtexistenz von Naturgeistern und der Möglichkeit der Kommunikation mit ihnen.  Wer hier Urteile fällt ist (und hier wiederum vernünftigerweise) jener, der konkrete politische oder wirtschaftliche Interessen an einem ganz speziellen Weltbild hat.

Fragt man sich jetzt, welches Weltbild maximalen Konsum fördert … so finden wir hier vernünftigerweise wieder eine Lösung und erhält eine eindeutige Antwort. Setzen wir anstatt der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte nun Maximierung des  Pro-Kopf-Verbrauches (sprich Aufschwung und Wachstum) ein, so wissen wir, warum alles gerade so läuft wie es läuft.  Lange Zeit können übrigens beide gesetzte Werte problemlos nebeneinander herlaufen, erst, wenn die Ressourcen knapper werden, frisst der Aufschwung die Menschenrechte. Das erleben wir gerade.

So etwas sollte man schon bedenken, wenn Politiker, Wirtschaftler und Techniker wieder mit ihren „vernünftigen Argumenten“ kommen. Vernunft ist … sehr sehr relativ und macht vor Massenmorden nicht halt.

Und der technische Fortschritt, den sie uns gebracht hat … sollen wir den auch verurteilen?

Das fällt schwer. Wenn wir die Kräfte, die wir durch unzweckmäßigen Gebrauch der Vernunft entfesselt haben, beherrschen, dann ist das alles ganz in Ordnung. Vernichten wir dadurch irgendwann die Lebensgrundlagen der Menschheit komplett, dann war das nicht in Ordnung.  So einfach ist das. Wie es momentan ausschaut, haben wir Probleme, die entfesselten Gewalten wieder in den Griff zu bekommen.  Das wäre dann … Pech für uns.


246 worte über büromaterial

bleistift

ein thema, mit dem ich mich bereits einmal beschäftigte – und das immer noch in der lage ist einen dicken hals von sachsen-anhalt bis hückeswagen zu produzieren!

bleistiftlaut spiegel und ntv haben sich 115 Abgeordnete zwischen Januar und Oktober 2009 mit 396 Füllfederhaltern einer teuren Marke eingedeckt. naja, das ist nicht abendfüllend.

nachdem ich meinen 27.sten füllfederhalter verbummelt hatte, bin ich auf einwegkugelschreiber umgestiegen, von denen ich immer wahllos welche um mich herum verstreut lagere – natürlich finde ich keinen, wenn ich ihn brauche – aber… ich schweife ab.

warum machen schreibe ich deshalb einen artikel?

jeder (!) bundestagsabgeordnete dieser bunten republik darf (!) im jahr (!) für 12.000.- € (in worten: ZWÖLFTAUSEND NULL NULL EURO!) büromaterial aus einem Katalog bestellen.

Der Katalog präsentiert neben Papier und Druckern auch Reisetaschen, Wasserfilter, ein Mini-Fotostudio, Mandelgebäck, Duftkerzen oder Schulhefte.

dies zusätzlich zu seiner steuerfreien diät von 7668 euro und seiner steuerfreien kostenpauschale von 3868 euro monatlich!Schulheft

Schulhefte? nur mal so zur erinnerung: der

h4 regelsatz für eine alleinerziehende mutter mit kind unter 15 jahren beträgt 570 euro – ohne wohngeld. hiervon muss essen, kleidung, sämtlicher anderer lebensunterhalt und natürlich auch die schulhefte des kindes bezahlt werden.

jetzt fragen wir uns  bloss: wozu brauchen unsere bundestagsabgeordneten schulhefte. und nicht, das mir jetzt einer der üblichen verdächtigen damit kommt, das die von mir bemühte h4 berechtigte keine leistung erbringt. die erbringt nämlich ein großteil der diät-berechtigten auch nicht.

bundesadler

PS: es ist natürlich beruhigend, das diese bereicherung auf kosten der allgemeinheit nach dem willen des bundestagspräsidenten zukünftig „maßvoll“ geschehen soll… aha!

fotos:  2 sxc.hu / montagen: 1 selbst

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