Militär

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Warum das Militärbudget der USA die Pandemie beschleunigt

Sorry, wurde wohl zensiert…

„Den Planeten zu retten, heißt die herrschenden Eliten zu stürzen“

Ullrich Mies ist Sozial- und Politikwissenschaftler und studierte in Duisburg und Kingston, Jamaika. Mies schreibt für verschiedene Publikationen wie Rubikon, die Neue Rheinische Zeitung oder scharf-links. Als Mitautor verfasste er mit Jens Wernicke 2017 das Buch „Fassadendemokratie und Tiefer Staat“. In dem aktuellen Sammelwerk „Die Ökokatastrophe“ kritisiert Mies die Klimadebatte, die sich vornehmlich auf die Frage konzentriere, in welchem Maße der Mensch dafür verantwortlich gemacht werden könne. „Der Natur ist es völlig egal, wer sie zerstört“, so Mies. Der überzeugte Kapitalismuskritiker sieht vor allem die herrschenden Eliten in der Pflicht, da sie diejenigen seien, die von der Ausbeutung des Planeten am meisten profitieren. Im Gespräch macht Mies deutlich, dass aus seiner Sicht nicht mehr viel Zeit bleibt, um den Planeten vor der Ökokatastrophe zu bewahren.

Leyenhaft

Haben Sie sich auch schon gefragt, warum Politiker Ministerämter erhalten, deren Aufgabenbereiche sie hauptsächlich aus den Nachrichten kennen? Aktuelles Beispiel ist die neue Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Sie kam vom Familienmi(ni)sterium und mutierte zur blonden Lara Croft der deutschen Landesverteidigung. Okay, sie hat nicht die virtuelle Ausstrahlung dieser Pixelnikone, aber dafür eine Föhnfrisur mit Betoncharakter. Afghanistan, Sonne, windig, Drei-Wetter-Taft. Sie zeigt sich natürlich feminin am islamischen Hindukusch, mit dem unwiderstehlichen Charme einer leeren Munitionskiste. Zudem ist die Farbwahl ihrer Kleidung leicht deplatziert. Dieses satte Grün passt besser in den Schwarzwald zur Jagdsaison. Afghanistan hat andere Farben. Vorwiegend Ockertöne mit roten Spritzern. Sie hätte ein sandiges beige wählen sollen, dass auch medienwirksam zum betonierten Blond passt. Um ihre Untergebenen richtig ansprechen zu können, muss sie zuerst einmal die Rangordnung lernen und kapieren, dass ein Sternegeneral nix mit einem Putzmittelkonzentrat zu tun hat. Nach ihren eigenen Aussagen sollten dafür die Weihnachtsferien reichen. Vermutlich genügt die Zeit gerade Mal um zu realisieren, dass ein Kampfanzug auch bei sechzig Grad sauber wird und Kanonenfutter keine biologische Vollwertkost für Soldaten ist. So wie es aussieht, hat Frau Leyen den Wechsel vom Familienministerium zum Bundesheer nicht vollständig hingekriegt. Immer wieder hört/liest man von ihr Worte wie Familie, Kinderbetreuung und Elternzeit. Eigentlich schöne Worte. Nur was haben die beim Militär zu suchen? Ist die ganze Familie an der Front? Vermutlich sollen die Kinder hautnah miterleben können, wie Mami und Papi verheizt werden. Natürlich braucht es dann Kinderbetreuung. Jemand muss die Kleinen ja trösten, wenn die Eltern auf hundert Quadratmetern verteilt rumliegen und die Kinder nicht wissen, welches Körperteil sie als Mami oder Papi anreden sollen. Eigentlich müsste Frau Leyen Waisenheime in jeder Kaserne platzieren. Warum also plötzlich der Familientrend beim Militär?

Die Kleinen können ja noch nicht an der Front eingesetzt werden. Während Mami und Papi den heimischen Sandkasten im fernen Hindukusch mit ihrem Leben verteidigen, muss jemand auf die Kinder aufpassen. Ein Panzer verströmt wenig elterliche Fürsorge. Also müssen andere Mamis und Papis her, welche die Kinder für ihren zukünftigen Rachefeldzug, falls die Eltern beim Verteidigen des Sandkastens ums Leben gekommen sind, entsprechend trainieren und fördern. Gibt es eine militärische Qualifikation für Kinderbetreuung? Entsteht wo möglich eine neue Truppenart, die Schnullerbrigade? Wie sieht so ein Rang aus? Schnuller mit gekreuzten Schoppenflaschen darunter? Auch die Bezeichnungen der einzelnen Truppen könnte sich familientauglich ändern. Luftwaffe wird dann zur Gruppe Wölkchen und erhält als Symbol zwei gekreuzte, fliegende Windeln. Die Infanterie mutiert zu den grünen Räupchen und die Marine hört dann auf den Namen Käptn Blaubärbande. Schwieriger wird es, wenn die Eltern am Abend vom Frontdienst heimkehren und die Kinder fragen, was man den Tag so gemacht hat. Da wird Familienkonversation zum pädagogischen Glatteis. Vor allem, wenn die Eltern am Morgen sich, sauber gebügelt und geduscht, von den Kleinen verabschieden und am Abend verdreckt und blutverschmiert wieder heimkommen. Da bekommt die Märchenfrage, warum hast du so grosse Augen, eine ganz neue Bedeutung. Zur Antwortauswahl stehen: weil ich mit Aufputschmitteln vollgestopft bin, weil ein Blutspitzer ins Auge gegangen ist oder weil ich unter posttraumatischen Kriegs-Phobien leide. Die Kleinen können sich dann die passende Antwort aussuchen. Verstehen werden sie die jedenfalls nicht. So ist es verständlich, wieso Frau Leyen ihr altes Ressort in die neue Verteidigungsaufgabe einbringen will. Wenn schon Papi und Mami zu professionellen Killern ausgebildet werden mit der staatlichen Lizenz zum Massenmord, dann sollen die Kinder wenigstens mit Platitüden gemästet werden, bis sie militärische Gewalt als einzige sozialkompetente Konfliktlösung verstehen.

Ein anderes Problem von kriegstreibenden Völkern ist der Verlust von Personal auf dem Schlachtfeld. Auch hier bringt Tante Ursula beste Vorraussetzungen mit. Als ehemalige Familienministerin ist ihr der mindestens gleichbleibende Bestand an uniformierten, im Gleichtakt blökenden Schafen wichtig. Ohne Personal funktioniert kein Panzer, nicht mal eine unbemannte Drohne, auch wenn sie so heisst. Demzufolge achtet sie darauf, dass der Bestand an reproduzierbarer Biomasse nicht ab- sondern zunimmt. Neuer Leitspruch des deutschen Militärapparates wird sein: zuerst poppen, dann foppen. Der Feind und einige Kameraden werden sich grün und blau ärgern, wenn die Soldatinnen in Zukunft, zum Kinder kriegen an die Front geschickt werden und nicht zum Vergewaltigen. Jeder Schützengraben bekommt einen Wickelraum und jedes Basislager eine Entbindungsstation. Bei Gebrauch wird eine rosarote Fahne gehisst. Dieser Ort ist solange von jeglicher Kriegshandlung befreit.

Nicht so leicht wird es die Schnullerbrigade mit den neuen Herausforderungen haben. Ikea-Wickeltisch zerlegen und zusammenbauen unter zwei Minuten, Anziehen einer Giftgasausrüstung inklusive Windeln wechseln unter fünf Minuten oder mit einer Anzahl Kinderwagen eine Nachschubverbindung zur Front aufbauen. Wer die typisch deutschen Bodenbeschaffenheiten mit dem Wetterverhältnissen kennt wird erahnen, wie schwierig solche Aufgaben bei vierzig Grad Hitze und Sandsturm sind. Kommunikation wird ebenfalls ein Thema von Frau Leyen sein. Wenn im äussersten Südbayern am Hindukusch die Sprache der einheimischen Bevölkerung nur mit viel Weissbier nach deutsch klingt, wird das Zusammenbauen eines Wickeltisches unter zwei Minuten nicht mehr funktionieren. Da muss sie eine Lösung finden.

Offensichtlich wird beim Betrachten der Bilder von Frau Leyen mit dem Militär, dass sie sich ungern mit Waffen ablichten lässt. Hat sie Angst vor Waffen? Man könnte bei einer Militärparade alles aus Zucker machen. Geschulterte, bunte Zuckergewehre mit Schokoladenlauf. Danach dürfen die Soldaten ihre Waffen aufessen. Bei ihrer Unkenntnis von Tötungsmitteln sollte sie darauf achten, dass sie bei einer Bestellung nicht aus Versehen Tischbomben an die Front schickt. Aber dafür hat sie ihre professionellen Berater. Die können ihr weiss Gott was erzählen und sie muss es glauben respektive ordern. Auf Granatapfel und Rosinenbomber wird sie hoffentlich nicht mehr reinfallen. Neu wird in der Bestellliste sicher eine grössere Auswahl an Tampons oder Damenbinden sein. Das kennt jede Frau, mitten im Gefecht, im Vollstress genau dann setzen die Tage ein. Auch hier kann der Wickelraum im Schützengraben wertvolle Dienste leisten. Bei Gebrauch wird dann eine blaue Fahne gehisst.

Als Mutter von sieben Kindern kann sie sicher mit Geld umgehen. Sie wird erstaunt sein über die Dimensionen, die sich ihr da auf tun. Da kostet eine ferngelenkte Rakete so viel wie eine KiTa-Stätte im Jahr oder das rausgeworfene Geld des desaströsen Drohnenprojekts ihres Vorgängers würde für alle KiTa’s in Deutschland für Generationen reichen. Ob sich hier eine Umverteilung vollziehen wird? Eine solche positive Entscheidung wäre ihr zuzutrauen. Weniger Geld für das Militär, dafür mehr für die Spionageabwehr und den Geheimdienst. Letzterer platziert Informanten in den KiTa’s und die schauen, ob ein Kind zufällig die Farben von Al-Kaida zum Malen nimmt. Die anderen Kinder werden mit Propagandasprüchen zugekleistert. Die neuen Kinderbücher handeln vermutlich von Rattati und Panzi – die grossen Abenteuer vom dicken Panzer mit seinem treuen Freund dem Geschütztürmchen. In der Spieleecke tragen die bösen Spielfiguren immer ein Kopftuch und sind hellbraun. Die neuen Memoryregeln sind nicht zwei gleiche Karten zu finden, sondern Waffe und Opfer. Also Gewehr und Soldat, Giftgaszeichen und Zivilisten, Rakete und Flugzeug undsoweiter undsofort. Diese ganzen Neuerungen kosten Geld. Frau Leyen wird mit hausmütterlichem Geschick die militärischen Einkäufe tätigen. Vielleicht bringt sie ja noch was mit, was spannendes, was zum Spielen.

Was bringt sie sonst noch mit? An beruflichen Qualifikationen? Sie ist Ja-Sagerin. Sie hat zum neuen Job ja gesagt. Sie hätte auch nein sagen können. Aber da wären wohl ein paar Sprossen auf der Erfolgsleiter morsch geworden. Also wird sie, wenn es der Karriere dient, ja sagen und wenn nicht, dann eben nein. Dies sollte man bei zukünftigen Verhandlungen mit ihr berücksichtigen.

Als Ärztin und Mutter kennt sie sich natürlich bestens mit Kinderkrankheiten aus. Kriegstrauma, Giftgas, Biowaffen und atomare Verseuchung gehören für eine Mutter zum familiären Alltag. Vermutlich wurde sie bei Amtsantritt gar nicht über alles im Militär informiert. Ist wohl besser so. Ein einzelner normaler Menschenverstand ist gar nicht in der Lage, das Wissen über Tötungsmechanismen von unzähligen kranken Hirnen zu verdauen. Da wird‘s jedem schlecht. In homöopathischen Dosen klappt es besser. Nach und nach werden sich Frau Leyen Wahrheiten eröffnen, die sie allmählich vom obersten Familienrat in die abgrundtiefsten Irrwege menschlicher Zerstörungsfantasien manövrieren werden. Am Schluss ihrer Amtszeit oder schon früher, wird sie mit durchweichter Hirnmasse nur noch tonbandgleich Sätze der Rüstungsindustrie nachplappern. Schade, wenn es so rauskommt. Sie ist sicherlich eine starke Frau, aber Panzerstahl ist härter als Windeln. Darauf muss sie sich einstellen. Auch die Vermischung Familie und Militär ist nicht unproblematisch. Es ist kaum anzunehmen, dass die Soldaten ihre Essensrationen von Milupa akzeptieren. Vorher wird man Inserate für Waffentechnik in der Zeitschrift „Eltern“ finden.

Also die beruflichen Qualifikationen von Frau Leyen für dieses Amt sind eher dürftig. Man darf sie als leyenhaft bezeichnen. Sicher kann sie viel lernen. Das Exekutieren von Feinden muss jeder Soldat beherrschen und sollte zuoberst auf der Liste stehen. Wenn er das nicht kann, nützt er dem Staat nichts. Und sie will dem Staat nützen. Als oberste Killernanny des Familienmilitärs. Zum Silvester öffnet sie die Tore der Munitionskammern und veranstaltet ein Feuerwerk für Gross und Klein. Kolateralschaden inklusive. Einige Generäle werden sicher in Wallung geraten, wenn plötzlich, anstatt der bekannten Wurstfinger, ein rot lackierter Fingernagel anmutig über dem ebenso roten Knopf schwebt. Da wird bei manchen sprichwörtlich der Schuss abgehen. Sie wird es nicht einfach haben in dieser Männerwelt und vermutlich die Männerwelt auch nicht mit ihr. Wenn in den Kasernenunterkünften plötzlich Duftlampen rumstehen und der Truppenübungsplatz mit Hilfe von Feng Shui gebaut wird, dann verwandelt sich der militärische Mordsapparat in einen wohlriechenden Kulturverein für Herbstmode.

Aber bei all den Kritiken, die sie schon erhalten hat, macht sie sich doch gut. Sie nimmt die Herausforderung an wie ein Baggerfahrer, der einen Airbus fliegen darf. Irgendwie wird das schon gehen. Einen Beruf zu lernen dauert mindestens drei Jahre. Sie macht’s über die Weihnachtsferien. Der Rest muss nicht gelernt sondern nur abgelesen werden. Das kann sie jetzt vier Jahre lang üben. Bleibt ihr eigentlich nur zu wünschen, dass sie immer die richtige Brille dabei hat. Eine für die Realität und eine für den Volkswillen. Gleitsichtgläser gingen auch. Ihre Weitsicht wird dem Volk zeigen, wie viele Menschen durch deutsche Waffen ums Leben kommen werden. Und ihre Kurzsichtigkeit bewiess sie bereits, in dem sie überhaupt erst den neuen Job angenommen hat. Scheinbar schlug beim Betrachten des neuen Ministeriums die heisenbergsche Unschärferelation zu. Da nützt auch keine Brille. Man kann nur hoffen, dass sie trotzdem den Durchblick erhält und die deutsche Wehrmacht dorthin führt, wo sie eigentlich hin will – wieder nach Hause. Lassen wir uns überraschen.

 

Imperialismus – Made in USA

Leben wir heute in einer Demokratie? Oberflächlich/national betrachtet schon. Wenn man aber das weltpolitische Geschehen anschaut, offenbaren sich Strukturen eines Imperialismus. Die propagierte Demokratie und Freiheit jedes Erdenbürgers verkommt immer mehr zur Farce.

Laut Wikipedia kommt der Begriff Imperialismus aus dem lateinischen imperare „herrschen“ und imperium „Weltreich“. Man betitelt (oder sie tun es selber) die Staaten, welche das Bestreben eines Staatswesens oder dessen Anführers, seinen Einfluss auf andere Länder oder Völker auszudehnen, bis hin zu deren Unterwerfung und Eingliederung in das eigene Umfeld. Dazu gehört eine ungleiche wirtschaftliche, kulturelle oder territoriale Beziehung aufzubauen und aufrechtzuerhalten.

Seit Jahrzehnten sprechen die USA von Demokratie, besser noch – sie bezeichnen sich als das demokratische Land auf der Erde. Wie gesagt, sie sprechen davon. Handeln tun sie nicht danach. Im Gegenteil, es wird alles gemacht, damit der imperialistische Einfluss auf der Welt wächst. Wie haben die Amerikaner das geschafft?

 

Ausdehnung

Als die ersten Auswanderer in der neuen Welt ankamen, waren sie die Vorhut des neuen Imperialismus. Es wurden militärische Forts erstellt, um die einheimische Bevölkerung zu unterdrücken und immer mehr in die Schranken zu weisen. Hilfsmittel waren militärische Stärke und falsche Verträge, welche von den Besatzern meist nicht eingehalten wurden. Schlussendlich unterlagen die ursprünglichen Völker den neuen Armeen.

Von 1775 – 1783 kämpften die Menschen in der neuen Welt für ihre Unabhängigkeit vom britischen Imperium. 200 Jahre später basteln sich die Nachkommen der damaligen Freiheitskämpfer ihr Eigenes.

 

Technik

Um ein Imperium zu schaffen braucht es einen Wissensvorsprung. Alle grossen Reiche der Geschichte waren technisch fortgeschrittener als die eroberten Länder. Das war bei den Mongolen so, bei den Römern, Ägyptern, Briten, Franzosen und auch anfangs bei den Deutschen. Die technisch unterlegene Bevölkerung hatte niemals auf Dauer eine Chance. Wenn Kanonen auf Holzwaffen treffen, ist der Ausgang einer Schlacht vorhersehbar. Heute ist es Atom gegen Stahl.

Also wird so viel wie möglich in die technische Entwicklung, meistens Kriegsgerät, investiert, um seinen Vorsprung aufrecht zu erhalten. Ausserdem werden aufstrebende Nationen in ihrer technischen sowie kulturellen Entwicklung gestört. Dies erreicht man unter anderem mit Embargos, Blockaden und hohen Zöllen.

 

Präsenz

Ein Imperium zeichnet sich dadurch aus, dass es Gebiete besetzt. Egal, ob in dem jeweiligen Land Frieden oder Krieg herrscht. Es werden Militärbasen errichtet und Truppen stationiert. Die Bevölkerung der besetzten Gebiete muss sich der Diktatur seiner Besetzer unterwerfen. Die Deutschen können ein Lied davon singen. Aber auch afrikanische Staaten bis hin zum asiatischen Raum wissen was es heisst, imperialistisch annektiert zu werden. Zurzeit besitzt die USA weltweit ca. 716 Militärbasen in 38 Ländern(2009). Dabei wird keine Rücksicht auf die einheimische Bevölkerung genommen, siehe aktuell Italien. Im Gegenteil. Die Besatzer zeichnen sich durch Arroganz und Respektlosigkeit aus. Jeder, der in der Nähe einer fremden Militärbasis wohnt, kann dies bestätigen. Zum einen sind es die permanenten Lärm- und Luftemissionen und zum anderen die stationierten Truppen, welche alkoholisiert im Ausgang gerne mal die Kontrolle verlieren.

 

Militär

Die globale Präsenz der USA sucht seinesgleichen. Es gibt kein Land auf der Welt, das derart viele Basen auf dem Globus verteilt hat. Einige Länder sind regelrecht zugepflastert. Auch hier kann Deutschland mit einer Spitzenposition glänzen. Allein die USA haben hier noch über 56’000 Soldaten stationiert (Stand 2009). Auf der ganzen Welt sind es über 250’000. Darüber hinaus sind die USA in weiteren 100 Ländern auf irgendeine militärische Art präsent. Im asiatischen Raum ist neben Südkorea die Insel Okinawa Amerikas Bollwerk. Obwohl die Insel 1972 wieder an die Japaner zurückgegeben wurde, sind derzeit immer noch 35’000 Soldaten auf 38 Basen stationiert. Warum darf die USA auf der ganzen Welt Militärbasen errichten und warum darf das kein Land in den USA? Oder kennt jemand eine russische Basis auf Hawaii oder eine Japanische neben New York? Imperialismus erlaubt keine oppositionellen Kräfte, schon gar keine Militärischen.

 

Finanzen

In seinem ersten Amtsjahr bewilligte Präsident Obama einen Militärhaushalt von 680 Milliarden Dollar. Das sind 30 Milliarden mehr, als sein Vorgänger Bush verpulvern konnte. Es ist davon auszugehen, dass in Zukunft die Zahlen eher grösser als kleiner werden.

Zudem ist es wichtig, die Leitwährung im internationalen Handel zu sein. Die Finanzmärkte werden manipuliert, um der eigenen Währung/sich einen Vorteil zu verschaffen. Wieso sind alle Ratingagenturen in Amerika zu Hause? Wieso ist das Rating von den USA immer noch so hoch. Aufgrund der Verschuldung und dem Unvermögen, den eigenen Haushalt zu sanieren, müssten die USA eigentlich auf Ramschniveau gehandelt werden. Länder, die sich vom Dollar abwendeten respektive diesen Schritt planten, wurden/werden militärisch davon abgehalten. Man erlaubt keinem Aussenstehenden einen detaillierten Einblick in die Finanzgeschäfte und Reserven. Die Deutschen suchen ihr Gold und die Schweizer haben mit der Suche erst gar nicht angefangen.

 

Wirtschaft

Hauptmotor in einem imperialistischen Reich ist die Rüstungsindustrie. Weltweit ist Amerika führend im Waffenexport, gefolgt von Russland und Deutschland. Wenn eine Industrie ein Produkt herstellt, möchte sie es auch verkaufen. Also schafft sie Absatzmärkte. So produzieren die USA überall auf der Welt „kleine“ Scharmützel, um ihre Rüstungskonzerne zu mästen. Sollte dies nicht ausreichen, wird Angst-Propaganda betrieben. Dann darf sich der einfache Bürger mit Kriegsgerät eindecken und seinem Sprössling eine Kid-Gun schenken – mit teils schwerwiegenden Folgen.

Der Rest der Wirtschaft leidet an schlechter Infrastruktur, maroden Verkehrsnetzen und einem miserablen Energiehaushalt. Für Letzteres scheint eine Lösung gefunden. Die USA machen sich mit Hilfe der Gasförderung (Fracking) immer mehr von ausländischen Öllieferanten unabhängig. Die Kehrseite der Medaille ist die Zerstörung von bewohnbaren Flächen, was der Film „Gasland“ eindrücklich demonstriert.

 

Bevölkerung

Ein Imperium gilt nicht gerade als Sozialstaat. Die eigene Bevölkerung mit ihren Bedürfnissen wird weitestgehend ignoriert. Mittlerweile ist in den USA jeder Siebte (47 Mio.) auf Lebensmittelmarken angewiesen. Bei den Kindern ist es jedes Vierte (27 Mio.). Damit das Volk ruhig bleibt, wird Einschüchterungs-Politik betrieben. Die FEMA (Federal Emergency Management Agency) hat im ganzen Land über 800 Internierungslager errichtet für insgesamt 16 Mio. Menschen. Zudem kaufte sie 1,6 Mia. Patronen, verteilten hunderttausende Särge und Leichensäcke. Das schüchtert ein. Der Polizeiapparat wird mit High-Tech-Ausrüstung von der Finanzwirtschaft gesponsert und diese bedankt sich dafür, indem sie friedliche Occupy -Demonstranten vor den Pforten der heiligen Börsen-Hallen niederprügelt.

Des Weiteren werden die Rechte des einzelnen Bürgers immer mehr eingeschränkt. Meinungsfreiheit kann man nur mit reduziertem Wortschatz praktizieren. Die Medien verbreiten Unwahrheiten, um die Bevölkerung zu beeinflussen/manipulieren. Kritische Fragen sind seltsamerweise erlaubt, werden nie ehrlich beantwortet, aber dafür geahndet. Die Fragesteller müssen mit Konsequenzen rechnen. Dem Volk wird Sicherheit suggeriert, aber dafür die Freiheit genommen.

 

Angst

Menschenwürde und Respekt sind Tugenden, die sich ein Imperium nicht leisten kann. Angst hingegen schon. Den USA ist es schlichtweg egal, ob sie bei den ganzen Spionageskandalen erwischt wurden. Im Gegenteil. So eine Werbung für das weltumspannende Spionagenetz gibt es nicht alle Tage. Jetzt weiss die ganze Welt offiziell, wie stark die USA alles kontrollieren wollen und vieles auch können. Das vermag vermutlich kein anderes Land. So hat man dank der Medien über Nacht seine „Angstdosis“ auf dem Globus verteilen können und jeder, der am Morgen die Zeitung las, erkannte sich als Spionageopfer und wurde kurz einmal blass. Besser geht’s nicht.

 

Propaganda

Es werden Feindbilder geschaffen, die nur mit Falschinformationen zustande kamen. Man erinnere sich an die Aussage von Powell, als er die Massenvernichtungswaffen des Iraks erwähnte. 9/11 war sicher eine Tragödie für alle direkt Betroffenen, wer aber ein bisschen gräbt stellt schnell fest, dass es auch hier Ungereimtheiten gibt, die auf eine *False Flag“ Aktion hindeuten können. Das Feindbild „Terrorismus“ ist die beste Werbemasche für Kriegstreiberei schlechthin. Man muss keine detaillierten, örtlichen oder menschlichen Ziele benennen, sondern kann die ganze Welt als terroristischen Haufen abstempeln. Das rechtfertigt die militärische Omnipräsenz überall auf der Erde. Sicher ist Terrorismus da, es vergeht fast kein Tag ohne Autobombe. Aber ist eine militärische „Lösung“ wirklich die einzige Option? Wenn man den imperialistischen Grundgedanken folgt, ist die Antwort – ja.

 

Kolateralschaden

Wo etwas explodiert geht in der Regel etwas kaputt. Gezielt eingesetzt kann man die Zerstörung- und Tötungseffizienz enorm steigern. Drohnenangriffe sind hervorragend für solche Aktionen geeignet. Leider werden Unbeteiligte immer wieder Opfer solcher Angriffe. In den Medien wird das Wort „mutmasslich“ verwendet. Die Angriffe galten „mutmasslichen“ Terroristen. Das heisst, die Angreifer sind sich eigentlich nie sicher, ob ihr Angriffsziel ein Terrorist ist oder nicht. Dieses Schicksal teilen jetzt auch die amerikanischen Bürger, egal wo sich auf der Welt befinden. Allein der Verdacht auf Terrorismus reicht für ein Todesurteil, dass kein Richter ausgestellt hat. Erwischt es dabei Unschuldige, heisst es sorry. Wenn der Verlust der eigenen Bevölkerung und/oder Unbeteiligten einfach so in Kauf genommen wird, wirken Wörter wie Freiheit und Demokratie schon ironisch.

 

Fazit

Die ganzen Eigenschaften des Imperialismus, respektive denen, die ihn anstreben erinnert stark an die Star Wars Saga. Die heutigen Jediritter heissen vermutlich Manning, Snowden, Assange, Anonymous und viele mehr. Ihre Lichtschwerter sind die Computertastatur. Wie die Geschichte in Star Wars ausging, ist den meisten bekannt. In der realen Welthistorie war es auch immer das Gleiche. Alle Imperien zerfielen nach einer gewissen Zeit. Die USA haben ihr Imperium auf so wackeligen Beinen aufgestellt, das es nicht viel braucht um es kollabieren zu lassen. Finanz- Wirtschafts- Immobilienkrise, Arbeitslose, Armut, verseuchtes Land und Naturkatastrophen warten nur darauf, von den Zügeln gelassen zu werden. Es braucht eine genannte Komponente und der imperialistische Traum wird zum Albtraum. Da wir in einer sehr schnellen Zeit leben, erfordert es von uns nur Geduld und das grössenwahnsinnige Gebilde zerbröselt von selbst wie eine Sandburg im Regen. Früher dauerte ein Zerfall aufgrund des langsameren Gesellschaftstempos Jahrzehnte oder Jahrhunderte. Heute wird es nur noch Jahre brauchen. Wir sitzen in der ersten Reihe und geniessen bestes Kino.

Die Macht, mit uns sein, sie wird.

 

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Wikileaks meint es nicht gut mit uns.

soldiers

Kriegführende Mächte leben grundsätzlich immer in einem Dilemma. Spätestens Vietnam brachte die Erkenntnis, dass wahrhaftige Bilder echten Tötens in Kriegen meist bei denen nicht so gut ankommen, die die zukünftigen Toten aus ihren Familien stellen müssen.

Die, die körperlich und/oder geistig schwer beschädigt oder sogar zerstört aus Kriegen heimkehren, haben diese Bilder alle mit eigenen Augen gesehen. Viele, wir wissen dies von Bundeswehrsoldaten, leiden an diesen Bildern bis an ihr Lebensende.

Deshalb werden uns Bilder vorenthalten – und nicht nur die fotografischen bzw. filmischen, sondern auch die in Worte gefassten zeigt man uns nicht. Das Sterben soll unsichtbar werden, selbst an den Zahlen wird so lange „gearbeitet“, bis sie weniger furchtbar klingen.

Oft wird uns die Wahrheit zusammen mit den Bildern vorenthalten, weil viele, viel zu viele der Geschichten hinter dem Sterben einfach zu entsetzlich sind und uns nahetreten; viel näher, als es eine abstrakte Zahl jemals vermag. Wer mag vom Gefühl her schon unterscheiden, ob ich von „10.000“ Toten spreche oder von „12.000“. Fass- und fühlbar wird das Entsetzen erst, wenn ich jedem der Toten ein Gesicht und eine Geschichte gebe.

(Quelle: Qantara.de)

Stets bemühen sich die, die einen Krieg führen, gewisse Geschehnisse vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Nichts anderes heißt es, ein Dokument als „streng geheim“ zu klassifizieren. Denn auch der moderne Krieg und sogar der, für den es gute, humanitäre Gründe geben mag, ist ein Krieg. Und das bedeutet, Menschen zu töten, die man als Feinde identifiziert hat. Menschen zu töten, setzt voraus sie zu entmenschlichen und dieser Vorgang entmenschlicht auch die Täter.

Menschen, die ja alle Töchter und Söhne und allzu oft auch Väter und Mütter sind, muss das genommen werden, was sie zu Menschen macht: ihre menschliche Empfindung, ihr Mitgefühl. Und den Opfern muss alles genommen werden, was sie zu Menschen macht, denn sonst hätten sie nie zu Opfern gemacht werden können. Man nimmt ihnen ihr Gesicht. Man nimmt ihnen die Vater-, die Mutter-, die Tochter- und die Sohnesschaft. Man nimmt ihnen ihre Geschichte.

In unserer intellektuell immer weiter absinkenden, völlig desinteressierten und zunehmend ungebildeten Gesellschaft sind uns die Geschichten hinter den Kriegen, in denen unsere Soldaten ebenso sterben und töten wie die „gegnerischen“ Kämpfer, ist der Schrecken des Krieges unbeliebt. Er wird verdrängt, vergessen und mit Konsum ersäuft; wir stehen fassungslos und menschlich unfähig vor dem Leid der Familien, die durch die Rücksendung ihres Soldaten in Plastikfolie plötzlich aufwachen und lernen mussten, was Krieg eigentlich wirklich ist.

Sie sollen weggehen, die Betroffenen, die Leidenden, die Angeschossenen und die Toten und wir wollen sie nicht sehen, die bizarr verrenkten und zerrissenen, „gegnerischen“ Kämpfer. Uns interessiert ihre Geschichte und ihre Existenz nicht, weil wir sie nicht ertragen wollen – obschon wir es könnten und natürlich auch müssten.
Wir sehen weg.
Wir vergessen.
Wir WOLLEN vergessen.

„Wikileaks entreißt die schmutzige Wahrheit des Krieges dem bewussten Vergessen. Ich sage Vergessen, denn man kann nur vergessen, was man bereits weiß. Wir wissen natürlich alle, was Krieg bedeutet, aber wir wollen es nicht wahrnehmen, wenn wir die täglichen Agentur-Meldungen über zivile Opfer der Nato-Truppen und Selbstmordanschläge auf Moscheen oder ISAF-Konvois lesen. Auf jeden Fall nicht die dahinter liegenden Geschichten.“

Wir kennen sie alle, diese Geschichten und wir wissen, dass es noch sehr viel mehr davon gibt, geben muss, als wir kennen. Weil wir häufig rechtzeitig genug abwinken, wegsehen, nachschütten und trinken, feiern und ganz bewusst in Bewusstlosigkeit versinken mit psychologischen Turboschnaps: „ICH kann doch GAR NICHTS dafür!“
Aber natürlich können wir alle etwas dafür, niemand ist schuldlos daran.

„Die Geschichte von der Hochzeitsfeier in Nangarhar, die bombardiert wird und eine ganze Familie auslöscht, die Geschichte von dem Soldaten, der in Urusgan ein Bein verliert, schwer traumatisiert nach Hause zurückkehrt und bis heute auf Anerkennung wartet.

Die Geschichte von der Frauenbeauftragten in Kandahar, die vor ihrer Haustür niedergeschossen wird, die Geschichte des Gouverneurs von Ghazni, den einen Bombe zerreißt als er in einer Moschee für einen Verstorbenen betet und die Geschichte des Taxifahrers, der an einer Straßensperre in Kabul festgenommen, ins Militärgefängnis von Bagram gesteckt wird und erst Jahre später unschuldig aber von der Folter zerbrochen entlassen wird.“

Nein nein nein nein ….. das WOLLEN wir nicht!
Und deshalb frequentiert auch kaum jemand die neuerliche Dokumentenfülle von Wikileaks.

All die Gesichter dieser Toten, sie stören uns in unseren endlosen Tagträumen, beim Shoppen und beim Urlauben. Wir mögen sie nicht. Die, die töten und sterben sollen, die mögen dies in unserem Namen aber unsichtbar tun; springt etwas für uns dabei heraus, so sollen sie es auch weiterhin tun, unseren Segen haben sie.
Aber nein nein nein – frage uns niemals jemand nach unserer Verantwortung für die vielen tausend Geschichten, die nie ein Happy End haben werden oder können. Die in unwürdigen Schlammlöchern enden, in dreckigen Schützengräben und die uns schmerzzerrissene Angehörige zeigen, die vor ihren zerbombten Häusern und Angehörigen um Hilfe und Erklärung weinen.

Die wollen wir alle nicht.

© 2010 Echsenwut.

Afghanistan – eine überfällige Polemik

Dieser seltsame, vor (sehr) vielen Jahren mal durchaus ehrenwerte Peter Struck war in Deutschland der erste, der vor laufenden Kameras sagte:

„Jetzt verarsche ich euch richtig!“

(Übers.: „Die Sicherheit Deutschlands wird am Hindukusch verteidigt.“)

Und alles jubelte ihm zu. Man fand lobende, ermutigende Worte für die erfrischende Offenheit Strucks, der als erster recht offen bekannt hat, wie sehr deutsche Politik mittlerweile zum Dispositionsobjekt fremder Mächte verkommen ist. Nur angekommen ist die Botschaft irgendwie nicht dort, wo sie eigentlich hingehört hätte, nämlich unter das Volk – welches ja bekanntlich die Soldaten stellt.

Aber auch in all den folgenden Jahren, als die alliierten, westlichen Streitkräfte mit jedem Schuss für ein weiteres Erstarken der Taliban Sorge trugen, dämmerte auf unseren Straßen noch immer keine Erkenntnis. Die Sterberaten wuchsen zwischenzeitlich ins Unermessliche, ganze Dorfschaften in Afghanistan bettelten in Kabul ums Aufhören. Aber wen schert schon der Tod einiger tausend armseliger Bergbauern, wenn man doch für die Mädchenschulen ihrer Töchter tötet. Angeblich.

Ebenso angeblich habe man ja unterdessen durchaus sehenswerte Erfolge zusammengeschossen. Nur leider gibt es Wikileaks. Und Wikileaks fasst nur in einem Dossier von 92.000 Dokumenten schlussendlich zusammen, was all die Jahre sowieso immer wieder in der Presse zu erkennen war:

  • Militärische Erfolgsmeldungen sind/waren schlicht gelogen.
  • Kriegsberichte wurden gefälscht.
  • Zivile Todesraten wurden gefälscht.
  • Die militärische Situation wurde gezielt falsch dargestellt.
  • Das westliche Militär ist unfähig zu dieser Auseinandersetzung.
  • Die Taliban sind stärker als je zuvor.
  • Afghanistan wird von ihnen und einigen warlords regiert.
  • Die Marionette Karzai ist hilf- und machtlos, ohne jeden Einfluss.
  • Afghanische Regierungsmitglieder sind selbst tief in Korruption verstrickt und verschieben Hilfsgelder ins Ausland auf eigene Konten.

Alle kriegführenden Nationen sind diese Fakten selbstverständlich bekannt. Seit jetzt neun Jahren erleben ihre Truppen einen blutigeren Monat nach dem nächsten; es existieren faktisch überhaupt keine Erfolge, nur Rückschläge und Niederlagen. Allein nur der SPIEGEL schreibt jeden Monat aufs Neue: “ … der zurückliegende Monat gilt als der blutigste des Krieges mit den höchsten Verlustraten …“

Da wir hier aber nicht in den USA leben sondern als Deutsche in Afghanistan eine ganz eigene Verantwortung – auch für hunderte von zivilen Toten! – zu tragen haben, müssen wir uns um die Motivation bekümmern, die zu den massiven Lügen unserer Regierung führt.

Es spricht nicht gerade für unseren Kriegsminister Guttenberg, wenn dieser an den Särgen rückgeführter, deutscher Soldaten zu ekelerregender, niedriger Kriegspropaganda greift, die eines Göbbels würdig gewesen wären; man erinnere sich nur an seine bizarren Worte, dass er „seinen kleinen Töchtern“ erklärt haben wolle, diese „Toten seien deutsche Helden„. Diese Toten waren keine Helden, das weiß Guttenberg ganz genau, sie sind elend in einem Krieg verreckt, der von vornherein zu keinem Zeitpunkt gewinnbar war oder zu nachhaltigen Erfolgen hätte führen können. Insofern verkommt Guttenbergs Leichenrede zu immer wieder gezeigten Nazi-Reden aus dem Berliner Sportpalast und ähnlich widerlichen Durchhalte-, also Scheißhausparolen. Wikileaks zeigt es sehr eindrücklich: deutsche Soldaten werden immer stärker beschossen, begegnen täglich immer größeren Sprengfallen- und Hinterhaltsgefahren und haben keinerlei militärische Erfolge vorzuweisen. Da dies mittlerweile sogar die Taliban verstanden haben, konzentriert sich deren Feuer eher auf die afghanischen Soldaten und Polizisten, deren Treffer- und Tötungsquoten in der fraglichen Region ganz erheblich höher sind als die des deutschen Militärs.

Warum tut dieser pomadenschwangere Minister das? Und warum belügt uns unsere ganze Regierung immer weiter und immer weiter? Obschon mittlerweile selbst die bildungsfernste Bevölkerungsschicht zu begreifen scheint, dass Deutschland einen dreckigen Krieg führt wie es ihn niemals wieder hatte führen wollen?

Und warum hat aus diesem krüppeligen Regierungsverein niemand die Nerven, den Mut, ja, die Eier und sagt:

„Wir haben schwere Fehler gemacht. Und die korrigieren wir jetzt.“

Warum nicht? Fließt da etwa Geld aus Washington? Welche Geheimabsprachen gibt es da? Wer ist persönlich und wirtschaftlich am Weiterschießen beteiligt? Wer verdient daran? Welche Versprechen liegen aus den USA für welche Politiker vor? Es gibt schon lange schießgeile Minister und Abgeordnete, denen es nach der Kapitulation Deutschlands im Land sehr viel zu langweilig geworden war. Es war eine Angela Merkel, die beim damaligen „Nein!“ der deutschen Regierung unter Schröder gegen eine deutsche Beteiligung am Irak-Krieg nach Washington reiste und sich dafür bei Bush entschuldigte. Angeblich spiegele Schröders Nein nicht die Meinung des deutschen Volkes wieder, sagte sie, und wäre sie an der Macht, so wäre Deutschland mitmarschiert, mit und tief hinein ins Völkerrechtsverbrechen. So sagte sie. Aber davon will sie heute nichts mehr wissen, verständlich, und außerdem hat sie ja Afghanistan, nicht wahr?

Und es waren nicht wenige Politiker, die unlängst noch offen gesagt haben:

„Ja, ganz richtig, wir verarschen euch immer noch. Wie der Peter, nur schlimmer.“

(Übers.: „Der Satz von Herrn Struck ist heute noch so wahr wie damals.“)

© 2010 Echsenwut.

2014 – Und der Krieg geht weiter, nur woanders.

Viele, viele Jahre und zehntausende von Toten später haben die kriegführenden Mächte ihr Totalversagen, ihre Ahnungslosigkeit, ihre militärische Unfähigkeit endlich eingesehen. 

Sie hatten unter der Federführung der top-aggressiven USA vor gut neun Jahren in Afghanistan einen Krieg begonnen, der von vornherein niemals zu gewinnen gewesen wäre.

 Die Motivation der USA zu diesem Krieg ist fraglich; in Betracht kommen entweder grenzenlose, militärische Selbstüberheblichkeit bis hin zur massiven Persönlichkeitsstörung führender Generäle und Präsidenten oder aber versteckte, politische Ziele, über die bloß niemand offen spricht.

Für psychische Krankheit spricht die allseits sattsam bekannte Auffälligkeit des letzten Amtsinhabers George W. Bush, der genauso wie seine Gegner bekennendermaßen in „göttlichem Auftrag“ gehandelt haben wollte. Sein Adlatus Dick Cheney, welcher höchstpersönlich blendend am Irak-Krieg große Summen verdiente (er ist führender Anteilseigner der Firma Halliburton, die Exklusivaufträge für die Armee ausführt), verbrämte offizielle Statements an den Präsidenten immer wieder gern mit markigen Bibelsprüchen um Bush zu motivieren. Immerhin sollte der Präsident nicht auf die Idee kommen, militärische Auseinandersetzungen zu beenden. Der ehemalige US-Präsident fiel durchaus des Häufigeren durch seine verschwiemelte Religiosität auf, für die er nach eigenem Dafürhalten Kriege führte. So verriet er dem vorletzten, palästinensischen Ministerpräsidenten unter Zeugen, er sei „von Gott berufen, im Nahen Osten Frieden zu machen. Nötigenfalls mit brutaler Gewalt.“

 Ähnlich wie in den letzten Tagen des letzten Weltkrieges blieb Bush offensichtlich so dumm und uninformiert wie Hitler, der ebenfalls kaum bis gar keine offenen Widerstände von Generälen erfuhr und nur noch unzureichend bis falsch informiert worden war.

Das Militär hat ganz zweifellos von Anfang an genau gewusst, dass ein Sieg über die Taliban niemals hätte erwartet werden können – und zwar unter gar keinen Umständen.

Erst im Frühjahr dieses Jahres hatte das Pentagon von hochrangigen, russischen Militärs Besuch. Der fand nur statt um den Russen Gelegenheit zu geben, ihren US-amerikanischen Kollegen nunmehr sehr dringlich vom Weiterführen des Krieges in Afghanistan abzuraten. Man verwies auf Zahlen und Erfahrungen mit Strategien und Taktiken, die man selbst in Afghanistan gemacht hatte. Das Credo der Russen war unzweifelhaft und völlig klar: „Hört auf damit! Wir hatten fünfmal mehr Soldaten als ihr da unten und haben ganz erheblich brutaler und rücksichtsloser gemetzelt und dennoch verloren. Afghanistan ist unbesiegbar.“

 2014 also soll es passieren; bis dahin sind wohl die relevantesten, politisch möglicherweise noch ärgerliche Hindernisse zerschossen und die wichtigsten Verträge für die größten und interessantesten Rohstoffe geschlossen und das Land kann ähnlich bequem ausgeblutet und ausgewrungen werden wie beispielsweise der Irak. Sämtliche menschliche, militärische und politische Infrastruktur wird dann in Afghanistan vernichtet sein; man wird sich ähnlich schnell mit den Taliban einigen wie heute mit Aufständischen im Irak, die bekanntlich auch für die Ölförderung kein Hindernis (mehr) darstellen.

 Die USA werden sich, ihrer Doktrin zufolge, also in nächster Zukunft um den Iran „kümmern“, denn auch dort gibt es sehr viel Öl und sehr viel Natururan. Da der Iran auf dem Wege zu einer regionalen Supermacht ist und langfristig dort mehr Einfluss haben wird als die USA, wird er von den USA zerstört werden müssen. Denn nach US-eigener Auffassung sind es die USA die zu bestimmen haben, wer wann welche Reste von dem Öl kriegt, dass die USA nicht selbst unmittelbar benötigen – da scheint es nicht hinnehmbar, wenn dies die (bisher) rechtmäßigen Eigentümer entscheiden wollen.

 Schon Bush Senior sagte damals beim ersten Angriff auf den Irak öffentlich (Überfall auf Kuwait):

„Wer sich zwischen die USA und das Öl stellt, wird beseitigt.“

 Afghanistan aber scheint heute durchaus genug weichgekocht und daher widerstandslos genug zu sein, um nach gleichem Muster um seine Ressourcen erleichtert werden zu können. Die Mär von den Taliban, die angeblich sogar das deutsche Bundesgebiet bedrohen, ist jetzt jahrelang gut im Volk verankert und absichtsvoll sind auch Soldaten geopfert worden um öffentliches Murren erst gar nicht entstehen zu lassen. Das Innenministerium muss sich wundern, wie wunderbar einfach es ist, ein ganzes Volk langsam zu verblöden: es gibt zwar nicht einen einzigen, ernsthaften Terroranschlag, keine konkrete Drohung, aber genug Angst davor. Herbeigeführt wurde die Angst nur durch konsequente Wiederholung der Terrorlüge; ab und zu hat man möglicherweise gänzlich getürkte, sonst aber wundersam idiotische „Terroristen“ medienwirksam verhaftet. „Terroristen“, die zum Umkippen eines Eimers zwar zu doof sind, aber dennoch angeblich zur Crème de la Crème des internationalen Terrors zählen sollen.

Sie bauen angeblich Bomben, die gar nicht explodieren konnten.

Sie panschen an einer chemischen Mischung herum, deren Zustandekommen ihren eigenen Transport unmöglich gemacht hätte weil die Chemie erschütterungssensibel gewesen wäre. Man hätte eine Bombe zwar bauen, aber nur an Ort und Stelle zünden können – wie dämlich.

Sie sagen erst nichts und plärren plötzlich wie Kinder.

Die deutschen Verunsicherungsbehörden haben feinfühligerweise auf die Erfindung einer arabischen Legende dieser „Terroristen“ verzichtet, um nicht tatsächlich dadurch doch noch versehentlich eine echte Terrorgefahr zu provozieren.

 Wir Deutschen haben also dabei fleißig mitgedient, den USA mittelfristig wieder zu lukrativen Verdientsmöglichkeiten wegen zuverlässig strömender und ultrabilligen Ressourcen verhelfen..

 Wir werden am Datum 2014 gar nichts ablesen können. Es wird in diesem Jahr natürlich keinen Frieden in Afghanistan geben, denn es wird tausenden von Afghanen den Kopf kosten, wenn die Taliban wieder an der offiziellen Macht sein werden. Inoffiziell haben sie sie ja nie verloren, selbst die USA bezahlen Talibankommandeure dafür, dass sie Pässe und Straßen benutzen dürfen, die den Taliban gehören. Die USA also geben den Taliban Geld für Waffen, die dann gegen sie eingesetzt werden. Aber auch das ist nichts wirklich Neues; im zweiten Irak-Krieg wurde mit Raketen auf US-Bomber geschossen, die in den USA hergestellt und an Saddam Hussein geliefert worden waren.

 2014 ist vielleicht nur für einige, wenige Militärs ein Richtpunkt: möglicherweise schickt man dann die Truppen von dort direkt nach Iran, in welchem man dann eine weitere, militärische Eskalationsstufe eröffnen möchte. So wie die Jungs heute aus dem Irak kommen und nach Afghanistan gehen werden sie eines Tages aus Afghanistan kommen und direkt in den Iran gehen. Vielleicht erhofft man sich durch direkte und umfangreiche, israelische Beteiligung eine erheblich schnellere Vernichtung des Iran und möchte 2014 die freien Jungs dann zur Sanierung der Ölfördereinrichtungen Irans einsetzen. So wie im Irak. Dort waren die Ölförderungen das erste und für lange Zeit einzige, was die USA überhaupt repariert haben denn auf mehr war es ihnen ohnehin nie angekommen.

 2014 – schaun mer mal, wo dann die Deutschen (mit-) schießen!

© 2010 Echsenwut.

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