Medikamente

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Du bist was Du isst

Sind wir wirklich alle krank? Die Pharmaindustrie hat für all unsere Leiden eine Lösung parat. Egal ob Migräne, Allergien, Depressionen oder das Burnout-Syndrom: Täglich impft uns die Werbung ein, dass wir ohne die Wunder-Pillen vom Fließband nicht gesund bleiben können. Unsere Gesundheit wurde zu einem Geschäft und die Pharmaindustrie könnte ohne unsere Krankheiten nicht existieren. Die Dokumentation “Du bist, was Du isst“ prangert nicht nur diese Form der Versklavung durch Medikamente an, sie präsentiert auch ein natürliches Mittel, um sich daraus zu befreien: Unser Essen! Denn durch die richtige Ernährung können selbst schwere Krankheiten nicht nur verhindert, sondern auch geheilt werden. Liegt in“unserem täglich Brot“ tatsächlich die Zukunft der Medizin?

 

Deutschland 2012: Edle Menschen und hässliche Wahrheiten über Armut, Putsch und Widerstandsrecht

Donnerstag, 6.9.2012. Eifel. Mein Nachbar verkauft sein kleines Haus. Mir gefällt es sehr. Bescheiden, hell, kaum Garten aber eine sehr effektive Ausnutzung der vorhandenen Fläche. Sehr liebevoll restauriertes Fachwerk. Ein netter Mensch, mein Nachbar. Vor allem: ein edler Mensch. Seinen Namen möchte ich nicht nennen, aber seine Geschichte erzählen. Wir haben uns ab und zu beim Wandern getroffen und ein paar Worte ausgetauscht - so habe ich sie erfahren. Sein Sohn hat Krebs. Unheilbar. Die Krankenkassen bezahlen seine Medikamente nicht mehr - er stirbt sowieso sagen sie. Sie haben aktuell Überschüsse von 21,8  Milliarden Euro, sagt die Berliner Zeitung. Die Ärzte, die den Sohn meines Nachbarn behandeln, verstecken anlässlich einer Demonstration über ihre finanziell so missliche Lage ihre Luxusmobile in Seitenstraßen, um noch viel mehr Geld einzuklagen. Was tut mein Nachbar nun - weshalb ich ihn "edel" nenne?

Donnerstag, 6.9.2012. Eifel. Mein Nachbar verkauft sein kleines Haus. Mir gefällt es sehr. Bescheiden, hell, kaum Garten aber eine sehr effektive Ausnutzung der vorhandenen Fläche. Sehr liebevoll restauriertes Fachwerk. Ein netter Mensch, mein Nachbar. Vor allem: ein edler Mensch. Seinen Namen möchte ich nicht nennen, aber seine Geschichte erzählen. Wir haben uns ab und zu beim Wandern getroffen und ein paar Worte ausgetauscht – so habe ich sie erfahren. Sein Sohn hat Krebs. Unheilbar. Die Krankenkassen bezahlen seine Medikamente nicht mehr – er stirbt sowieso sagen sie. Sie haben aktuell Überschüsse von 21,8  Milliarden Euro, sagt die Berliner Zeitung. Die Ärzte, die den Sohn meines Nachbarn behandeln, verstecken anlässlich einer Demonstration über ihre finanziell so missliche Lage ihre Luxusmobile in Seitenstraßen, um noch viel mehr Geld einzuklagen. Was tut mein Nachbar nun – weshalb ich ihn „edel“ nenne?

Er verkauft sein Haus, um die Medikamente bezahlen zu können. Er und seine Frau sind ausgezogen – jedenfalls vermutet das der Makler. Sie sind auch für ihn nicht zu erreichen. 59000 Euro soll es kosten. Davon kann man die Behandlung des Sohnes ein paar Jahre verlängern. Das Enkelkind ist Autist, es braucht den Vater dringend, würde nie verstehen, warum er nicht mehr da ist.

Es ist – wie gesagt – ein bescheidenes Haus. Wäre ich reich, würde ich es ihm abkaufen – zu einem deutlich höherem Preis, weil es in der Tat sicher viel mehr Wert ist  – und ihn umsonst darin wohnen lassen. Er hat genug mit sich herum zu schleppen, es kann nicht gesund sein, dann noch als unerwünschter armer Mieter durch die Gegend ziehen zu müssen.  Nein, besser noch: ich würde ein Krankenhaus bauen, in dem ich seinen Sohn umsonst behandeln würde – mit allem Komfort, den man für Geld kaufen kann. Natürlich darf die Familie bei ihm wohnen.

Nur – ich habe kein Geld. Ich wüsste noch nicht mal, wie ich ihn erreichen kann. Wie viele Arme in diesem Land muss auch er sich jetzt vor der Öffentlichkeit verstecken, obwohl er ein edler Held ist, eine jener Gestalten, denen die alten Griechen einen Epos gewidmet  hätten. Aber Helden … mag man hier nicht so. Was er beruflich macht? Unternehmer. Hatte mehrere Läden in der Nähe, aber keinen großartigen Gewinn. Aldi, Lidl, Netto und Norma überfluten den Markt mit Billigprodukten, da können kleinere Händler nicht mehr mithalten, auch nicht, wenn sie den ganzen Tag arbeiten. „Vernichtung durch Arbeit“ kennt viele Facetten – die Banken bezahlen mit Geld, das sie sich jetzt nachträglich vom Staat holen, den Erfolg von Megakonzernen, deren Arbeit neben Arbeitsplätzen auf Kleinunternehmer vernichtet. Dafür kassieren die „großen Arbeitgeber“ noch kräftig Prämien vom Staat, weil sie wenigstens noch die Hälfte der Arbeitnehmer beschäftigen, die früher am Markt Arbeit fanden.

Die anderen werden vom Jobcenter in die Leiharbeit gejagt.

Vielleicht würde es meinem Nachbarn helfen, wenn er reich wäre. Reiche Menschen werden in allen Arztpraxen besonders gut behandelt, bekommen bessere Medikamente und auch viel eher ein Organ, wenn das alte mal völlig zugekokst ist – das jedenfalls liest man aktuell in der Welt. Vielleicht lässt man den Sohn meines Nachbarn auch bewusst sterben, weil da ein Reicher gerade ein Organ braucht? Da viele große  Religionen der Welt den Reichen eine sehr schäbige Zeit nach ihrem Ableben prophezeien (was Einzelfälle im Rahmen der Nahtodesforschung bestätigen, auch wenn daraus noch kein Trend abzulesen ist), haben die allen Grund, ihr erbärmliches Dasein auch durch Organraub zu verlängern. Für kurze Zeit kann man ja vielleicht auch ein billiges Krebsorgan einbauen, bis man ein Neues bekommt. Gibt ja genug Arme, von denen man es nehmen kann.

Zu düster gedacht?

Nein. Die Wahrheit ist noch viel hässlicher, noch kannibalistischer, wie ich in einer normalen Klassenpflegschaftsversammlung einer höheren weiterführenden Schule erfahren durfte.  Dort forderte die dynamische Mutter eines (wegen brutaler Angrifffe auf Mitschüler polizeibekannten) Kindes, das der Selektionsdruck auf die Schüler erhöht werden soll. Anstelle des gemeinsamen Aufschreibens der Hausaufgaben an die Tafel soll jeder selbst dafür verantwortlich sein, das er seine Aufgaben durch bloßes Zuhören erfährt. Die Klasse ist eh´ zu voll, da kann man nicht noch jeden Hansel mitschleppen, der sich bei der Verkündigung der Hausaufgaben gerade mit seinen Nachbarn unterhält. Die Reaktion der Elternschaft? Breite Zustimmung.

Zufall?

Nein.

Das wurde gezielt gezüchtet. Die Ellenbogengesellschaft wurde von „oben“ mit Gewalt durchgedrückt – absichtlich, eiskalt berechnet und mit großem Personalaufwand betrieben. Seit dreissig Jahren bringen „Unternehmensberater“ die Gesellschaft gezielt auf Kurs und formen die menschliche Gemeinschaft zu einem Kollektiv um, das neben der maximierten Produktivität keinerlei Menschlichkeit mehr kennt. Aktuell gibt es ein mutiges  Radiofeature, das die Hintergründe aufgreift (meinen Lesern vielen Dank für diesen Tipp). Sicher – viele dort erwähnte Fakten sind schon längst bekannt. Vieles haben wir hier an diesem Ort in den letzten Jahren schon angerissen – wir und viele andere engagierte Bürger ebenfalls, aber das sich nach Arno Luik noch einmal jemand um den Putsch gegen die demokratische Bundesrepublik Deutschland kümmert, hätte man nicht glauben mögen. Hören wir dazu das Deutschlandradio:

Seit Jahrzehnten befinden sich Politiker im Bann neoliberaler Heilsverkünder. Wie entstand dieses heute unumstößlich scheinende System? Das Experimentierfeld Lateinamerika und die Analysen des Philosophen Michel Foucault aus den 70er- und 80er-Jahren machen Dynamik und Reichweite der neoliberalen Umstrukturierungen unserer Gesellschaften deutlich und erhellen die heutigen Finanzkrisen. Zum Vorschein kommt dabei ein Machtergreifungsmodell, das Politik, Gesellschaft und
Individuen seit Jahrzehnten formt und konditioniert, ein ökonomischer Putsch, der heute den militärischen coup d’état abgelöst und eine globale Disziplinierung geschaffen hat.

Das ist unsere neue Erfahrung: ein Putsch kann auch ohne Militäreinsatz durchgeführt werden … allerdings wissen wir auch, das die Bundeswehr in Deutschland zunehmend auf Einsatz im Inneren getrimmt wird … ebenso wie die Reservisten. Man will vorbereitet sein, wenn die Bürger merken, was gespielt wird. Sicher – groß wird der Widerstand nicht sein. Die Konzerne haben längst einen neuen Menschen geschaffen – den Konsumzombie, der nach dem Motto lebt: ich kaufe, also bin ich.

Kritische, selbstbewusste Bürger sind absolut in der Minderheit – und werden schon längst in Unternehmen, Behörden, Schulen, Universitäten und anderen Arbeitgebern aussortiert. Gewünscht ist das Modell „Arbeitsameise“, das nicht aufmuckt, sich hauptsächlich von primitiven Trieben leiten lässt, keinerlei demokratische Werte mehr verinnerlicht hat, zu einer enormen sozialen Verrohung neigt und völlig heimatlos jederzeit von seiner Leihfirma weltweit versandt werden kann.

Die bürgerliche Zivilgesellschaft, die in den siebziger Jahren als Modell der Zukunft entwickelt wurde (sogar die SPD wollte damals mehr Demokratie wagen und sich nicht nur den neuen Finanzdiktatoren durch Sozialabbau anbiedern), liegt auf allen Ebenen im Sterben. Die menschliche Solidargemeinschaft wird Betrieb, der für Kranke, Alte, Behinderte, Kinder und Denker keinen Platz mehr hat. Alle bejubeln die Leistungsfähigkeit der neuen Ellenbogengesellschaft … und werden erst im Alter erfahren, wie gut Ellenbogen Menschen pflegen können.

Ansätze dazu erlebt man schon heute. Da kenne ich ein Altenheim, das in der obersten Etage Menschen lagert, um die sich kein Pfleger mehr kümmert. Dort landen die, die keine Verwandten haben, die täglich kontrollieren, wie es ihren Anverwandten geht. Dort liegen sie stundenlang in ihren Exkrementen, haben Hunger, Durst und einfach auch das Bedürfniss nach menschlicher Nähe. Die Pfleger? Durch betriebswirtschaftlich effektiven Personalschlüssel hoffnungslos überfordert und hauptsächlich damit beschäftigt, die „überwachten“ Alten nicht zu vernachlässigen. Man sollte auch nicht glauben, das Reichtum vor dieser Zukunft schützt: man muss schon reich sein, um in diesem Heim einen Platz zu erhaschen.

Aus einem anderen Heim kenne ich das Schicksal eines Apothekers … eines sehr reichen Apothekers, der seinen Kindern (wohlerzogene Leistungsträger) etwas zu früh seine Apotheken überschrieben hatte. Plötzlich fand er sich mit seiner Frau im Altenheim wieder (dann auch noch in einem recht billigen der Arbeiterwohlfahrt), schaute sich kurz auf der Station um, fuhr mit dem Fahrstuhl auf die oberste Etage und … sprang hinaus.

Er war sofort tot.

Seine Kinder hatten ihn betriebswirtschaftlich günstig entsorgt – das ist halt die Konsequenz aus einer Erziehung, die nur darauf bedacht ist, einen möglichst effektiven Ellenbogenkrieger zu erziehen: ist man selber irgendwann zu alt zum kämpfen, bekommt man eben diese Ellenbogen zu spüren … mitten ins Gesicht.

Das ist ein zivilisatorischer Rückschritt, wie wir ihn seit Jahrtausenden nicht erlebt haben, einer solchen bewussten und absichtlichen  Zerrüttung jeglicher sozialer Strukturen musste sich die Menschheit bislang noch nicht stellen.

Was uns als alternativloser Automatismus der Geschichte verkauft wird, ist ein groß angelegter Angriff auf die Menschheit selbst. Die Akteure sind bekannt, das Radiofeature benennt sogar ihr Hauptquartier: die International Swaps und Derivates Association , die eine erstaunliche Machtkonzentration offenbart (siehe Wikipedia):

Auf Kritik stieß die ISDA im Zuge der Griechischen Finanzkrise für ihr Verfahren bei der Bestimmung von credit events im Rahmen des CDS-Instrumentariums. Im Fokus steht dabei insbesondere die Tatsache, dass die Kompetenz, ob durch Restrukturierungsmaßnahmen auf griechische Staatsanleihen ein credit event – und damit die Auszahlung der CDS-Prämien – ausgelöst wurde, schlussendlich bei 15 Vertretern der Finanzindustrie lag, die im europäischen Determination Commitee vertreten sind. Kritiker fürchten unter anderem, dass es dadurch zu Interessenskonflikten kommen kann.

Dabei kann kaum ein normal gebildeter Bürger noch verstehen, worüber da eigentlich verhandelt wird. Man hat ja auch jahrzehntelang an hoch komplizierten Mechanismen gearbeitet, die den „großen Coup“, den gezielten Angriff auf die Reichtümer der Volkswirtschaften, möglich machen sollten, ohne das sofort alle merken, was los ist.

Die aktuelle Situation unterscheidet sich im Prinzip überhaupt nicht von einem gemeinen Bankraub im Wilden Westen. Dort hatten Bürger ihre Ersparnisse in den (teuren) Tresor der örtlichen Sparkasse untergebracht, um sie vor Räubern zu schützen. Die Räuber wiederum rotteten sich gern zu Banden zusammen, um die gesammelten Vermögen trotzdem erbeuten zu können.

Heute nennen sich die Banden „Netzwerke“ oder „Seilschaften“ und werden von führenden deutschen Wirtschaftsblättern bewundert und hoch geachtet, beinhalten grundsätzlich auch hochrangige Akteure aus der Politik, dem Sport und der Medienwelt. Die Spareinlagen werden via Eurorettungsschirm direkt aus dem Tresor in die Lager der Banditen geliefert, was sogar konservative Blätter wie die Welt zu der Frage verführt, ob das Bundesverfassungsgericht den Mut aufbringt, die Verfassung und die Bürger vor der Politik zu schützen?

Merkt man eigentlich, wie degeneriert unser Land schon jetzt ist, das wir solche Fragen derart stellen müssen? So degeneriert, das wir Rekordsummen als Ablöse von Fussballern zahlen (siehe Oliver Kahn bei Yahoo), es als großen Erfolg ansehen, wenn Bioprodukte zu einer  geringeren Pestizidbelastung bei Kindern führen als der für den Durchschnittsbürger produzierte Normalfraß (siehe Welt) und uns in Deutschland auf ein Massensterben von Alten, Kranken und Kindern einstellen (siehe Spiegel), wenn nicht die beständig schwächer werdenden sozialen Netzwerke die Folgen des Klimawandels auffangen.

Noch nie in ihrer Geschichte war die Menschheit von so vielen Feinden gleichzeitig bedroht – und noch nie in ihrer Geschichte war sie so hilflos. Anstatt das wir uns um die Rettung der Alten, Kranken und Jungen kümmern, um das Ausbremsen der Klimakatastrophe, die Inhaftierung der Finanzbanden und ihrer Komplizen in Politik und Medienwelt sowie um die Auslöschung der vielfältigen Umweltgifte, die renditefreundliche Produktionsmethoden so nach sich ziehen, ist unsere größte Sorge, „fit for the job“ zu sein. Wir arbeiten Tag für Tag an der Optimierung unserer Ausbeutbarkeit statt an der Optimierung unserer Lebensqualität, marschieren mit großen Schritten in eine Altersarmut, die die Dimensionen des Holocaust um ein vielfaches Übertreffen kann (und übertreffen wird, wenn wir die Räuberbanden nicht dingfest machen), sorgen mit unserer ganzen Arbeitskraft für die Vernichtung der sozialen, biologischen und kulturellen Lebensgrundlagen der Menschheit.

Man möchte schon meinen, das eine solche Spezies, die sich dermaßen dummdreist verhält, nichts anderes als einen katastrophalen Untergang verdient hat.

Was wir dagegen tun können?

Nun, das, was die Bürger auch im Wilden Westen getan haben. Einen Sheriff wählen, der die Bürger zu den Waffen ruft, Notverwaltungen installieren, die die Versorgung der Bevölkerung sicherstellt, eine alternative Übergangsregierung wählen, die den korrupten und von Banklobbyisten durchsetzten Regierungsapparat ersetzt, bis die Justiz die Täter international dingfest gemacht hat und freie und geheime Wahlen eine neue, unabhängige und nur dem Grundgesetz verpflichtete Regierung installiert hat, die sich nicht gezwungen sieht, die Geburtstage von Finanzdiktatoren im Kanzleramt zu feiern. Unser Grundgesetz erlaubt uns solche Taten, siehe Wikipedia:

Das in Art. 20 Abs. 4 GG gewährte Recht zum Widerstand ist Bestandteil der freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und gilt als grundrechtsgleiches Recht. Dieses Recht – 1968 im Zuge der Notstands-Gesetzgebung eingefügt – lautet in seinem Verfassungstext:

„Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“

Und bevor die herrschende Junta Polizei und Militär in Gang setzt, sollte man diesen vielleicht kurz vor Augen führen, das auch für sie in einem neoliberalen System kein Platz vorhanden ist: in Griechenland sind die Einkünfte der Polizisten auf 610 Euro im Monat geschrumpft, siehe Spiegel. Tendenz: weiter fallend.

Der ökonomische Putsch zielt darauf hinaus, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu ersetzen. Mehr noch: er fördert eine Umerziehung der gesamten Menschheit zu asozialen Wesen, die sich gegenseitig nur für ein teureres Handy das Leben zur Hölle machen. Das sollte selbst die Kirchen auf den Plan rufen, rüttelt doch dieser Putsch an den Grundwerten des ganzen christlichen Abendlandes und fördert Verhaltensweisen, die man sonst nur dem Teufel selbst zuschreibt.

Nun, wie wir dank des Radiofeatures  (hier bei SWR 3 im Volltext) wissen, haben wir es hier mit einem „deutschen Modell“ zu tun, das international Raum greift:

Paris 1979: der Philosoph Michel Foucault hält seine Vorlesung «Die Geburt der
Biopolitik», eine Geschichte der Kunst des Regierens. Foucault merkt, dass ein
grundlegender Wandel in der Welt vor sich geht, eine Machtergreifung, der viele erst
dreißig Jahre später gewahr werden. Der Philosoph analysiert das dominant
werdende ökonomische Denken seiner Zeit, den Neoliberalismus, eine Denkweise
und ein Ordnungsprinzip, nach dem Politik, Gesellschaft und Individuen sich richten
sollen. Foucault nennt es «das deutsche Modell».

Wir hatten schon mal so ein „deutsches Modell“, das 1933-1945 internationalen Einfluss wollte. Damals hat es verloren – was für uns sehr gut wahr. Wir haben auf den Trümmern des Dritten Reiches einen der demokratischsten Staaten der Welt entwickelt, der jetzt gezielt von einer Hand voll politischer Marionetten und ihren Finanziers abgebaut wird.

Vielleicht gelingt es uns hier in Deutschland diesmal, genug Widerstand im Inneren zu leisten, vielleicht ein deutsches Gegenmodell zu schaffen, das Wirtschaftswunder mit sozialen Wundern vereint.

Das hatten wir auch schon mal.

Nun – meinem Nachbarn wird das jetzt nicht helfen. Sein Haus wird verramscht – und ich weiß nicht, wie lange er davon die teuren Krebsmedikamente privat bezahlen kann.

Sein Schicksal mag aber viele Menschen zum Nachdenken anregen … auch jene, die jetzt noch in ihren fein gepflegten Eigenheimen hocken und sich als Beherrscher der Welt fühlen, weil sie ein SUV fahren.

Auch sie werden mal … alt, krank, schwach und … überflüssig.

Dann jedoch ist es zu spät, die Karre aus dem Dreck zu ziehen.

Und im Dreck steckt sie.

Einfach mal meinen Nachbarn fragen, dessen Sohn Klagen gegen die Politik der Krankenkasse nicht überleben würde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In den Fängen der Pharmalobby

klingt gruselig, ist es auch…

Bis in die 70er Jahre stellte die Pharmaindustrie Medikamente her, um Krankheiten zu heilen. Seitdem steht sie – zumindest teilweise – im Verdacht, dass sie auch Krankheiten schafft, um Medikamente zu verkaufen.

Eine Arte Dokumentation:

Der korrupte Arzt und das Gesundheitswesen: Todesurteile für das Sozialbudget

Vorgestern warnte ich noch vor Griechenlands Schicksal, das unsere Zukunft bedeuten könnte. Gestern wurde ich mal wieder von der Realität überholt.  Zum wiederholten Male forderten der Präsident der deutschen Ärzteschaft die Rationierung von medizinischen Leistungen.  Es sei einfach kein Geld da, sagt er. Ich war bereit ihm zu glauben, wurde jedoch nach einem Besuch bei der Barmer Ersatzkasse schnell eines Besseren belehrt:

Vorgestern warnte ich noch vor Griechenlands Schicksal, das unsere Zukunft bedeuten könnte. Gestern wurde ich mal wieder von der Realität überholt.  Zum wiederholten Male forderten der Präsident der deutschen Ärzteschaft die Rationierung von medizinischen Leistungen.  Es sei einfach kein Geld da, sagt er. Ich war bereit ihm zu glauben, wurde jedoch nach einem Besuch bei der Barmer Ersatzkasse schnell eines Besseren belehrt:

Insgesamt erzielen die ambulant tätigen Ärzte neben den GKV-Honoraren noch zusätzliche Honorareinnahmen, beispielsweise von der PKV,über Privatliquidationen, von sonstigen Versicherungsträgern, den öffentlichen Haushalten und den Arbeitgebern. Realistisch liegt die Gesamtsumme der Einnahmen der Arztpraxen im Jahr 2009 bei weit über40 Milliarden Euro beziehungsweise bei deutlich über 300.000 Euro je Arzt. Abzüglich der durchschnittlichen Praxiskosten ergibt sich ein aktueller Gesamtüberschuss vor Steuern in Höhe von durchschnittlich über 190.000 Euro je Arzt. Im Vergleich zu den Einkommen aller Arbeitnehmer in Deutschland liegen die zu versteuernden Einkommen der niedergelassenen Ärzte im Durchschnitt damit um ungefähr das Siebenfache höher.

Na, das ist doch eine ganz gute Verdienstmarge, oder? Siebenmal so viel wie der Durchschnitt. Und die Tendenz? Steigend, und zwar gewaltig:

Zieht man vom durchschnittlichen Gesamtumsatz in Höhe von 310.000 Euro die durchschnittlichen Praxiskosten in Höhe von 117.000 Euro (54 Prozent des GKV-Umsatzes) ab, so verbleibt ein durchschnittlicher Gewinn (vor Steuer) je abrechnenden Arzt in Höhe von etwa 193.000 Euro. Nach der Kostenstrukturerhebung des Statistischen Bundesamtes (Statistisches Bundesamt 2006) lag der durchschnittliche Reinertrag je Praxisinhaber in 2003 bereits bei 126.000 Euro (bei einem Reinertrag je Praxis von 164.000 Euro). Seit dem Jahr 2003 sind die Gesamthonorare um insgesamt 8,7 Milliarden Euro (das entspricht 26 Prozent) gestiegen.

Während die Einkommen aller anderen Arbeitnehmer seit 1990 beständig gesunken sind, sind die Honorare der Ärzte gewaltig gestiegen. Könnte man von Ärzte Aktien kaufen – sie wären ein Bombengeschäft … jedenfalls, so lange der Steuerzahler bezahlt. Natürlich ist das auch ein Bombengeschäft für Finanzberater: Ärzte müssen mit dem Geld ja irgendwo hin. Es geht ja nicht an, das sie das einfach zu Hause unterm Bett liegen lassen. Natürlich arbeiten Ärzte viel für ihr Geld, da kann man jeden Arzt fragen, er wird das umgehend bestätigen, siehe Proxomed:

GEK-Vorstand Dr. Rolf-Ulrich Schlenker rechnet aus: „Bezieht man die Zahl auf die 137.000 niedergelassenen Ärzte in Deutschland, so hat jeder Arzt pro Arbeitstag rund 38 Patienten zu behandeln!“

38 Patienten pro Tag, 22 Arbeitstage im Monat bei 193000 Euro Einkommen macht: 230 Euro für einmal Händeschütteln.

Machen wir uns nichts vor: wer wirklich krank ist, der landet sowieso im Krankenhaus. Dort verdienen Ärzte deutlich weniger, schütteln aber mehr Hände. Die Frage, ob wir uns diese teure Überflussversorgung durch den „niedergelassenen Arzt“ überhaupt noch leisten können, stellt keiner – wagt auch keiner zu stellen, denn die deutsche niedergelassene Ärzteschaft ist fest in den Händen der internationalen Pharmaindustrie, von denen sie nicht schlecht unterstützt wird – alles auf Kosten der Beitragszahler übrigens, siehe Frankfurter Rundschau:

Erstmals hat ein Gericht niedergelassene Ärzte wegen Bestechlichkeit verurteilt: Die zwei Mediziner aus Baden-Württemberg haben rund 19.000 Euro von einem Arzneimittelhersteller erhalten.

Eine ganz kleine Firma aus dem Aachener Raum ist da mal unangenehm aufgefallen, weil den Behörden detallierte Unterlagen zur Verfügung gestellt wurden, hier veröffentlicht im Spiegel:

Die Ermittler werfen den Ärzten Betrug und Untreue zu Lasten der Krankenkassen vor. Sie hatten unter anderem an Anwendungsbeobachtungen (AWB) für Trommsdorff-Medikamente teilgenommen. In einem Formular konnten sie ankreuzen, welche Belohnung sie wollten:

 

  • Für fünf Patienten gab es einen Flachbildschirm oder einen iPod,
  • für sieben Patienten einen DVD-Recorder,
  • für zwölf Patienten einen Jura-Kaffee-Vollautomaten,
  • für 14 Patienten das Navigationssystem TomTom Go,
  • für 18 Patienten konnten sie auswählen zwischen Laptop, Beamer oder Computer mit Drucker.

Nur Dilettanten gehen heute noch so vor, die meisten anderen wählen den sicheren Weg über Bargeld, sprich: Beratungshonorar. Jeder der großen Konzerne arbeitet so. Das ist seit Mitte der neunziger Jahre bekannt – auch den Behörden. Pharmafirmen legen umfangreiche Datenbänke über jeden einzelnen Arzt an, damit auch der Nachfolger des alten Pharmareferenten sicher seinen „Zugang“ legen kann – man weiß dann schon, wer Geld braucht, weil er noch Schulden vom alten Bauherrenmodell mit sich herumträgt.

Kleinere Modelle dieser Datenbänke sind – für Firmenneugründungen in dem Bereich unverzichtbar – käuflich zu erwerben. Wer will, kann gleich morgen damit loslegen, seine eigene kleine Pharmafirma aufzumachen. Für schlappe 699 Euro kann man 132000 Datensätze mit E-Mail-Adresse kaufen, dann die Tabletten bei einem der Lohnhersteller bestellen, Pharmareferenten bei einer Leihfirma ordern und schon geht das Abkassieren los … wenn man für den Arzt die notwendigen „überzeugenden Argumente“ hat – siehe Trommsdorff.

Die Politik ist seit zwanzig Jahren eifrig dabei, diesen Sumpf trocken zu legen … hat allerdings nicht mit der Industrie gerechnet, denn die hat zeitgleich ihre Lobbyistenoffensive gestartet, mit der sie alle ernsthaften Maßnahmen auf Regierungsebene blockiert und dafür sorgt, das noch mehr Geld aus dem Sozialbudget in die Taschen der Ärzteschaft fließt, bis letztlich für den Patienten kein Geld mehr übrig bleibt, weil der Rest in die Kassen der Konzerne fließt.

Das Geschäft in Deutschland funktioniert einwandfrei, weil wir hier mit unserem Sozialbudget einen weltweite Geldmaschine finanzieren, siehe FAZ:

Durch überzogene Pharmapreise entsteht dem deutschen Gesundheitssystem ein Milliardenschaden. Zu dem Schluss kommt auch in diesem Jahr wieder der von den Allgemeinen Ortskrankenkassen unterstützte „Arzneimittel-Report“. Arzneimittel seien in Deutschland um 50 bis 100 Prozent teuerer als in Nachbarländern, kritisierten die Autoren des Reports am Dienstag. Patentgeschützte Medikamente seien im Schnitt 50 Prozent teurer als etwa in Schweden. Für Nachahmerpräparate fielen die Kosten sogar doppelt so hoch aus.

„Nachahmerpräparate“ sind diejenigen, die wir mit unserer eigenen Firma gerade über Lohnhersteller und Mietaußendienste vertreiben wollen. Ein Supergeschäft in Deutschland, Ratiopharm macht kaum was anderes. So kann man leicht mal 19000 Euro für zwei Ärzte locker machen. Der Stern beschreibt das Geschäft in einem Artikel in Detail, spezielle Computerprogramme melden die Umsätze der Ärzte über Umwege direkt an Ratiopharm, die daraufhin gleich Schecks für Ärzte ausstellen – mit schrecklichen Folgen für das deutsche Gesundheitssystem:

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) hat festgestellt, dass Deutschland pro Einwohner so viel Geld in sein Gesundheitssystem pumpt wie kaum ein anderes. Nur die USA und die Schweiz geben pro Kopf noch mehr aus. Doch trotz höchster Ausgaben ist die Qualität im internationalen Vergleich nur mittelmäßig (gemessen an der Aufenthaltsdauer im Krankenhaus, der Lebenserwartung oder den Heilungschancen nach Brustkrebs). Warum das so ist und wo das Geld bleibt, zeigt zum Beispiel die Geschichte über die Verkaufsstrategien der Firma Ratiopharm.

Wir finanzieren mit unserem Sozialbudget keine Arbeitslosen, sondern riesige Gewinne von Unternehmen und Arztpraxen auf Kosten unserer Gesundheit. Das ist seit Jahrzehnten bekannt.  Wenn also demnächst wieder jemand brüllt: „Jeder dritte Euro geht für das Sozialbudget drauf!“, zeigt einfach auf die nächste Arztpraxis samt Pharmavertreter vor der Tür, bevor wieder jemand auf die Idee kommt, jetzt müsse die Obdachlosenunterstützung endlich komplett gestrichen werden, weil wir sonst alle verhungern.

Aktuell wird der volkswirtschaftliche Schaden, allein durch diese Praxis verursacht wird auf 20 Milliarden Euro geschätzt.  Im Vergleich: für Ärztehonorare geben wir allein 30 Milliarden Euro aus, 60 Milliarden kostet die Versorgung im Krankenhaus. Details gibt es bei Doc Check:

Während der größten Wirtschaftskrise der Bundesrepublik ist das Honorar der rund 150 000 niedergelassenen Ärzte im vergangenen Jahr auf 30,8 Milliarden Euro gestiegen. Im Vorjahr hatten die Mediziner noch rund 1,8 Milliarden Euro weniger verdient.

Gegenüber dem Jahr 2007 bedeutet dies sogar ein Plus von 11 Prozent, wie aus einer Erhebung des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hervorgeht, die der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch vorlag.

30 Milliarden Euro für Honorare. Die gleiche Summe  geben wir für Arzneimittel aus … zu oft einfach nur teuer und nutzlos sind:

In den vergangenen zehn Jahren haben sich etwa 40 Prozent der als innovativ eingeführten Medikamente im Nachhinein als Präparate ohne Mehrwert für Patienten erwiesen. Zu dem Schluss kommt Gerd Glaeske, Professor am Zentrum für Sozialpolitik der Uni Bremen im heute, Mittwoch, in Berlin vorgestellten Barmer GEK Arzneimittel-Report 2010.

Ich denke aber, man versteht nun, warum auf einmal kein Geld mehr für die Patienten da ist. Nutzlose Medikamente zu Höchstpreisen unters Volk zu bringen, kostet halt was.  Das wäre ja auch in Ordnung, denn das ganze System finanziert ja auch Arbeitsplätze:

Ende 2008 waren insgesamt 4,6 Millionen Menschen oder etwa jeder neunte Beschäftigte in Deutschland im Gesundheitswesen tätig. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das rund 76 000 Menschen oder 1,7% mehr als ein Jahr zuvor.

Das beschäftigt viele Menschen zu guten Preisen, die sonst arbeitslos wären. Wenn aber nun wieder einmal der Ruf durch das Land geht, das für die wirklich Kranken kein Geld mehr da ist bzw. das man nicht mehr alle von ihnen behandeln kann und von der Politik Selektionskriterien wünscht, nach denen man einfach mal ein paar Tausend Patienten auf den Biomüll werfen kann, dann ist es doch Zeit, einfach mal grundsätzliche Fragen zu stellen:

Brauchen wir wirklich den niedergelassenen Arzt?

Brauchen wir wirklich Höchstpreise für Ramschpillen?

Brauchen wir 4,6 Millionen Beschäftigte in einem Sektor, der weder Heilung bringt noch die Lebenserwartung verbessert?

Antworten auf diese Fragen werden wir nicht erhalten. Nicht nur gegen Dummheit, auch gegen Konzerne kämpfen Götter selbst vergebens.

 

Deutsche Bank … wie Konzerne Leben fressen und Bürger Bäume schützen

Die Jagd der Konzerne nach Größe habe ich persönlich schon in den neunziger Jahren mitbekommen. Wachstum um jeden Preis war die Devise, Wachstum um sich vor dem Aufkaufen zu schützen. Die Verlierer dieser Jagd waren die Arbeitnehmer und ihre Lebensqualität, aber beim Kampf der Giganten kann man auf die Menschen keine Rücksicht mehr nehmen, da herrschen alternativlose Sachzwänge. Dabei gibt es eigentlich keine Sachzwänge ohne Werte. Werte aber kann man ändern. Menschen können das – sehr leicht. Bäume oder  Ziegen tun sich da schwerer. Die folgen ihren Programmen, machen, wofür sie da sind. Menschen können das auch – aber sie können die Programme auch ändern, können von heute auf morgen sagen: nee, wir machen jetzt mal alles anders – Schluß mit Viehtrieb, wir bauen jetzt Getreide an … das war so eine Entscheidung.

Genauso könnten Menschen Werte ändern, die Menschenleben und Existenzen vernichten. Konzerne laufen seit Jahrzehnten durch die Welt und vernichten reale Werte für … Zuckerwasser, um ein Beispiel zu nennen. Coca Cola. Oder Geld. Deutsche Bank. Zeichentrickfilme. Disney. Fast Food. McDonalds.  Das muß nicht so sein. Das geht auch anders … wenn man die Werte ändert. Momentan diktiert ein Wert, eine Lebenseinstellung, ein Anspruch unser ganzes Wirtschaftsdenken: ohne Arbeit mit Geld Geld verdienen: „Lassen sie ihr Geld für sich arbeiten“ …. funktioniert aber nicht. Menschen können arbeiten und Werte schaffen, Geld kann das nicht. Legen Sie ruhig mal eine Million Euro ein Jahr unters Bett – Sie werden sehen, nach diesem Jahr ist es immer noch die gleiche Million. Geld alleine kann nichts, es braucht ein hochkompliziertes Millieu, um sich selbst vermehren zu können – und das geschieht immer und überall auf Kosten von Menschen.

Die Zeche für das leistungslose Einkommen durch wundersame Geldvermehrung zahlen immer wir – durch tödliche Nanopartikel im Essen, Medikamente im Trinkwasser (immerhin 180 kann man schon nachweisen) Bienensterben , Kinderarbeit und Dauerarbeitslosigkeit inklusive aller sozialen Folgekosten.

Einer der deutlicher erkennbaren Hauptakteure in dem Geschäft ist die Deutsche Bank – ein Konzern, der  sich der wundersamen Geldvermehrung durch kaum erklärbare Zaubertricks verschrieben hat. Die Deutsche Bank ist einer der erfolgreicheren Konzerne im Konzert des fressens und gefressen werdens, einer Entwicklung, die sich seit dem Ende des Alternativsystems Sowjetunion immens beschleunigt hat.

In Deutschland hat sie jetzt die Postbank gekauft – und baut erstmal Arbeitsplätze ab. In den USA haben sie richtig gut verdient und werden deshalb jetzt laut Tagesschau von der Stadt Cleveland verklagt:

Dennoch half die Deutsche Bank US-Brokern wie Ameriquest, Countrywide und New Beach bei der wundersamen Verwandlung der Betrugskredite in scheinbar strukturierte Anleihen und konstruierte 25 hochkomplexe Immobilienwertpapiergeschäfte.

Diese Geschäfte führten dazu, das Millionen von Amerikanern ihr Heim verloren. Ihre Städte sterben und kämpfen verzweifelt gegen den Untergang an:

Doch weder die New Yorker noch die Frankfurter Zentrale der Deutschen Bank reagieren auf den Hilferuf aus Cleveland. Ungerührt sehen die Banker zu, wie die Stadt Cleveland immer weniger in der Lage ist, in Kindergärten und Schulen zu investieren. Einen Großteil ihrer Steuereinnahmen steckt sie in Polizei- und Feuerwehreinsätze, damit die sich das Chaosvirus aus den Zwangsversteigerungs-Vierteln nicht bis in den Stadtkern frisst.

Viele Menschen haben an diesem Elend gut verdient, fahren jetzt teure Autos, wohnen in luxuriösen Häusern und leben ein Leben des morbiden dekadenten Überflusses. Unkosten übernimmt die HRE auf Kosten des Steuerzahlers, auf den jetzt gerade wieder neue Kosten zukommen, weil die Banken laut Handelsblatt bei den Zwangsversteigerungen ebenso schlampig waren wie bei der Kreditvergabe:

Die Wall Street gerät erneut ins Fadenkreuz der Politik. US-Banken sollen – in vielen Fällen zu Unrecht – Kunden aus ihren Häusern vertrieben haben, die ihre Hypotheken nicht mehr bedienen konnten. Politiker fordern einen Stopp der Räumungen. Was für die Kunden gut ist, könnte die Institute bedrohen.

Als ob die Mauscheleien irgend eine Bedrohung darstellen – zur Not hat man ja noch den Ackermann mit seinem guten Draht zur  deutschen Regierung, dann greift man eben einfach mal wieder in die Staatskasse der BRD, da hat man ja gerade einen guten und sicheren Zugriff drauf. Währenddessen breitet sich der Hunger in den USA aus. Das Landwirtschaftsministerium veröffentlicht regelmäßig die Zahlen der Bezieher von Lebensmittelgutscheinen im Jahresdurchschnitt:

2007: 26 Millionen in 11 Millionen Haushalten

2008: 28 Millionen in 12 Millionen Haushalten

2009: 33 Millionen in 15 Millionen Haushalten

July 2010: 41,8 Millionen in 19 Millionen Haushalten

Die Zahlen sprechen für sich. Wer will, kann den Anstieg mal in Prozent ausrechnen. Auch so etwas sind die sozialen Folgekosten der Arbeitsscheu und Anspruchsvielfalt von Anlegern, deren Spuren man bis in die Regale von Aldi verfolgen kann:

Unter der Überschrift „Aldi informiert“ prangt ein Sternchen mit dem Satz „Internationaler Tag für menschenwürdige Arbeit“. Unter der Jeans zu 9,99* statt 9,99 € ist die Zeile zu lesen: „wurde auf Kosten der ArbeiterInnen billig produziert“. Und die Galia-Melonen aus Honduras wurden „zu Hungerlöhnen und ohne Sozialabgaben geerntet“

Wie muß man nur drauf sein, um daran Spaß haben zu können. Egon W. Kreutzer klärt da auf:

Man muss sich die Welt aus der Sicht des profitorientierten Vorstandsvorsitzenden einer international agierenden Aktiengesellschaft betrachten.
Das ist der Typ, der mit Wohlwollen und ein bisschen Neid auf die Massen nicht organisierter, anspruchloser, jederzeit verfügbarer und jederzeit vertreibbarer Wanderarbeiter in China blickt.
Das ist der Typ, den es nicht schert, wenn ein Chemiewerk in die Luft fliegt, wenn das Rückhaltebecken einer Aluminium-Produktion bricht oder ein alter Reaktor in die Kernschmelze übergeht.
Im Gegenteil.
Das ist der Typ, der mit einem Schulterzucken die Restwerte der Altanlagen abschreibt und diesen Verlust steuerlich geltend macht.
Das ist der Typ, der darauf vertraut, dass die Aufräum- und Schadensbegrenzungsarbeiten vom Staat und von den Hilfsorganisationen aus aller Herren Länder weitgehend kostenlos übernommen werden. Das ist der Typ, der sich am Ende jeden Euro Schadensersatz in langwierigen Prozessen abklagen lässt, bevor er sich auf einen Vergleich einlässt, bei dem er den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Entschädigung der Opfer gegeneinander aufwiegt.
Das ist der Typ, dem es um nichts anderes geht, als alljährlich steigende Dividenden bei den Anteilseignern abzuliefern und dafür seine Erfolgsbeteiligung zu kassieren.

Ich sage jetzt nicht, das der Ackermann so einer ist. In Wirklichkeit ist gar niemand so … es sind alles nur die Sachzwänge der Konzerne, die zu den häßlichen Zerfallserscheinungen er Zivilgesellschaft führen … und in der Tat hat auch ein CEO (Chief Executive Officer) nicht die Freiheit, an dem System etwas zu ändern.
Aber es muß geändert werden, denn die USA (jene Teile, die nicht renditerelevant sind) fangen an, wild um sich zu schlagen wie ein sterbendes Tier, hier aus der WOZ:
So verwies die Regierung am Sonntag auf eine Untersuchung des Verteidigungsministers Javier Ponce vom Herbst 2008, in der dieser aufgezeigte, in welchem Ausmass die ecuadorianische Polizei und Armee vom US-Geheimdienst CIA unterwandert und korrumpiert seien. Die Abhängigkeit der Sicherheitskräfte von den USA reiche von der Finanzierung der Ausrüstung über die Ausbildung bis hin zum Austausch von geheimdienstlichen Informatio nen. Anfang 2009 hatte Ecuador zwei Funktionäre der US-Botschaft ausgewiesen, die ohne Wissen der ecuadorianischen Regierung Gelder der US-Entwicklungshilfe für Sondereinheiten der Polizei verwaltet hatten.


Aber nicht nur im Ausland wird der Zerfall der politischen Kultur sichtbar, auch im Inland sind die Zerrüttungen (hier laut Spiegel) der Zivilgesellschaft USA weit fortgeschritten:


Das FBI hatte tausend Agenten zu einer Massenfestnahme auf die Karibikinsel Puerto Rico geschickt. Am Mittwoch bezeichnete US-Justizminister Eric Holder den Einsatz als den größten dieser Art in der Geschichte des FBI. Insgesamt wurden 133 Polizisten und Staatsbeamte festgenommen.


Wobei die Zerrüttung der politischen Kultur nur ein Teil jener Folgen ungebremsten Konzernwachstums sind – die anderen Folgen zeigen sich in der Vernichtung menschlichen, tierischen und pflanzlichen Lebens um jeden Preis … sofern es der Rendite dient. So hat ein Konzern keine Skrupel, genau jene Bäume im Park von Stuttgart zu fällen, welche die Bürger selbst in der kalten Nachkriegszeit nicht verheizt haben.
Wundert´s wen, das die Deutsche Bank zum Unterstützerkreis von Stuttgart 21 gehört?
Menschen können Werte ändern. Konzerne geben Unsummen dafür aus, das dies nicht geschieht. Ein bis ins Detail durchgeplanter Lebensstil wird mit immensen Werbeaufwand in den Markt gedrückt, noch bevor die Menschen zu sich kommen können und sich für eigene Werte entscheiden können, werden sie mit Konzernwerten überhäuft … getreu dem Werbeslogan der Deutschen Bank: Wünsche werden Wirklichkeit.

wie das geht, zitiert Nerdcore.de unter dem Titel „Deutsche Bank wirbt mit Hungerkrise“ aus der Werbung der Bank:

Agrarrohstoffe – begrenzt und begehrt.
Folgende Erfolgsfaktoren lassen eine Wertsteigerung der Agrarrohstoffe erwarten:


  • Signifikant steigende Bevölkerung
  • Veränderung der Ernährungsgewohnheiten durch steigenden Lebensstandard in den Schwellenländern
  • Erhöhte Nachfrage nach Agrarrohstoffen bei der Produktion von erneuerbaren Energien
  • Historisch weltweit niedrige Lagerbestände an Agrarrohstoffen”

Wünsche werden Wirklichkeit: mit Hunger, Gift, Kinderarbeit, Vertreibung und Verarmung reich werden … früher nannte man das Asozial. Heute ist das „in“. Da haben sich Werte geändert. Das können wir wieder tun.
Der erste Schritt dazu? Behaltet euer Geld zuhause. In Wirklichkeit kann es sich nur durch Leid von selbst vermehren. Aber das … ist auch vielen egal. Das Psychogramm, das Egon W. Kreutzer vom Konzernherren erstellt hat, trifft im Prinzip auch auf den geistigen Horizont der Hamburger Elitemütter, der „Simensianer“ oder des Filialleiter bei McDonalds zu. Die haben nur weniger Macht.
In einer Welt des Wohlstandes und Überflusses für alle gibt es keine knappen Güter, an denen man ohne Leistung verdienen kann – was heißt das wohl für die globalen politischen Entscheidungen der Anleger? Und welche Konsequenzen hat das für Hartz IV-Abhängige?
Richtig. Nur künstlich erzeugte Armut auf der einen Seite bringt künstlich erzeugten Reichtum auf der anderen Seite, darum müssen fünf Euro mehr im Monat für Arbeitslose reichen, Kinder arbeiten und Menschen hungern.
Und dann … werden Wünsche wie im Märchen Wirklichkeit.
(PS: wieder einmal hat mir die Technik den Text zerschossen. Zitate sind also nun kursiv, damit man sie noch erkennen kann. An dem Rest … kann ich momentan nichts ändern. Sorry.)


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