Matrix

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Der Mandela Effekt – Fehler in der Matrix?

Weltweit berichten Menschen, dass sie bestimmte Dinge oder Ereigniss anders in Erinnerung haben, als diese zum aktuellen Zeitpunkt sind. Teilweise sind diese Erinnerungen kollektiv, was bedeutet, dass viele Menschen die selbe veränderte Realität teilen und das über Kontinente und Sprachbarrieren hinweg! Alles nur Einbildung oder sind wir hier etwas Großem auf der Spur? Dieses Video liefert Beispiele und Erklärungsansätze zum sogenannten Mandela Effekt!

David Icke – Ehrliche 10 Minuten zum Thema Realität

In diesem Video spricht David Icke über das Thema Realität, Wahrnehmung und der Manipulation selbiger.

Glücksfall Armut

Digital StillCamera

Montag, 8.8.2016. Eifel.

Viele Menschen klagen derweil über die Armut, die seit einigen Jahren – oder Jahrzehnten –  mit großen Schritten auch nach Deutschland gekommen ist. Gut – es wird darüber gestritten, was Armut nun wirklich ist. Ich denke, man kann es einfach beschreiben: wenn Kinder an den überall vorhandenen Eis-Geschäften – die speziell ihnen eine große Freude bereiten sollten – gesenkten Hauptes vorbegehen müssen, weil der Preis für drei Kugeln Eis höher liegt als ihr staatlich beschlossenes Ernährungsbudget für den ganzen Tag, dann kann man von Armut sprechen. Oder – wie ich erst letzte Woche wieder erleben musste: wenn gut gekleidete ältere Menschen in den Müllkörben vor dem Kino – erfolgreich –  nach Essensresten suchen und eine halbe Tüte Popcorn als großen Gewinn begreifen.

Diese Form von Armut war lange unbekannt in Deutschland (wie ich munkeln höre, sogar im Krieg – jedenfalls entnehme ich das Götz Alys Werk „Hitlers Volksstaat“), dann kam – ungefragt und unbeschlossen – die „Globalisierung“ wir eine Naturkatastrophe über die entwickelten Länder.

Heute verstehen auch die, für die Globalisierung immer ein seltsames Fremdwort war, was damit beschrieben werden sollte: die Verbreitung der Armut auch in jenen (Staats-)Gemeinschaften, die sie durch große Anstrengungen vergangener Generationen aus ihrem Leben weitgehend verbannt hatten. Und das geschah gezielt, absichtlich, mit festem Willen – immerhin ging es darum, wieder Ausbeutung möglich zu machen, wenn nicht hier, dann eben in China, wo der Kommunismus den Arbeiter mit harter Hand regiert – oder überall dort, wo Gewehre Arbeitsleistung erzwingen –  seien sie nun sichtbar oder unsichtbar.

Es steckte ein Plan dahinter – wie immer und überall, wo „Wirtschaft“ agiert. Ganze Planungsstäbe haben sich damit befasst – immerhin geht es um Geld, viel Geld, um „Investitionen“, die man sich vom Staat gerne absichern läßt. Dort sind es nur kleine Gruppen von Spinnern und Idioten, die beständig vor großen Gefahren warnen, während „die Wirtschaft“ das ganz große Rad dreht – und Armut zum Importgut macht.

Wie konnte es eigentlich so weit kommen, dass wir uns unser gemütliches Leben – für das wir immerhin Revolution gemacht und Könige geköpft haben – so haben madig machen lassen? Und das noch in einer Demokratie, in der wir – eigentlich – der Boss sein sollten? Jedenfalls – sagt man uns das alle vier Jahre so.

Indirekt haben wir vieles vielleicht dem alten Epikur zu verdanken. Dem Glücklichen verkauft man nichts, so seine Erkenntnis, und das hatte zur Folge, dass eine gigantische Industrie ins Leben gerufen wurde, um an diesem Zustand mit allen nur erdenklichen Mitteln etwas zu ändern. Wir wissen das. Dauerhaftes Glück hat mit materiellem Reichtum nichts zu tun (siehe Spiegel), Glück steht dem Kapitalismus sogar extrem im Weg: der Kapitalismus braucht Mangelbewusstsein, das er mit Waren zu füllen gedenkt – jener Mensch, der – bärtig und langhaarig – mit billigem Rotwein auf seinem alten Stuhl sitzt, der schon Opa Halt gab und träumend auf das sonnige Meer hinausschaut, womöglich noch billigsten Tabak rauchend, ist sein größter Feind. Er braucht Armut – vor allem geistiger Art – um die Menschen durchs Leben peitschen zu können, immer mit der Hoffnung versehen, dass sich das wahre Glück mit dem nächsten Kauf einstellen wird.

Mit den finanziellen Mitteln, die aufgewandt und aufgewendet wurden, um dem aufgeklärten Mitteleuropäer überzeugend Bedürfnisse einzureden, hätte man Krankheit, Hunger und Not für immer aus allen Ländern der Erde verbannen können, „Smartphone tötet“ – wäre eine wahre Parole, all´ das, was auf Zigarettenschachteln steht, könnte man auch auf alle anderen Waren kleben. Statt einer besseren Welt wurde eine Gesellschaftsform geschaffen, in der Reichtum, Konsum und Glück in einem Atemzug genannt und als gleich anerkannt werden. Eine historisch unvergleichliche Flut an Gütern ergoß sich über den Erdball, erstickte Natur, Kreativität und Menschlichkeit im Gewande des Glücks- und Heilsbringers. Doch dann zeigte sich …. es war nicht genug für alle da. Die Massen wurden „auf Pump“ produziert … und irgendwann war die Kohle alle – genau wie die Ressourcen des Planeten – und zwar genau jetzt.

Unvorbereitet und mit voller Wucht trifft die Armut (inklusive eines schon fast religiös anmutenden Beigeschmacks von Schuld und Sünde, die der Arme gefälligst in Bezug auf die Gesellschaft zu empfinden hat) nun auf eine Kultur, die Reichtum und Glück gleichsetzt. Die natürliche Folge: es herrscht großes Elend im Land. Flachbildschirme, elektrische Zahnbürsten, Fernreisen nach Dubai und Orangen im Winter sind nicht mehr für jeden erschwinglich.

Angst macht sich breit. Angst vor lebenslangem Unglück, verbunden mit einer tiefen Hoffnungslosigkeit – außer bei religiösen Menschen, denen der ganze Zinnober am Allerwertesten vorbei geht, weil sie einen zusätzlichen – transzendenten – Lebensschwerpunkt haben, der nicht von dieser Welt ist: auch Sie sind Staatsfeind Nummer 1 der Wirtschaft … jedenfalls, wenn sie ihren Lebensansatz ernst meinen (und dazu gehören schon Kornkreisforscher, Ufologen und Menschen, die indianische Heilkünste praktizieren) und so die Aufmerksamkeit ihrer Mitbürger vom Konsum (unserem religös zu deutenden „Goldenen Kalb“) ablenken. Wir sind da inzwischen – bei der Verehrung dieses Kalbes – so weit fortgeschritten, dass wir Geld verschenken und Sparsamkeit bestrafen um den Kult fortsetzen zu können (einfach mal Herrn Draghi von der EZB fragen). Das Geld – eigentlich ja knapp, wegen „Armut“  – wird halt neu gedruckt – in Massen.

Glück gibt es nur durch Konsum. Wer arm ist und keinen Konsumdienst leisten kann – wird unglücklich, landet in den finstersten Höllen des Gemüts. Jedenfalls sagen das alle, zum Beweis werden täglich Arme im Privatfernsehen vorgeführt – als abschreckendes Beispiel.

Aber muß das so sein?

In religiösen Kontexten war Armut oft eine unverzichtbare Vorraussetzung für Glück – in Ost und West.

Das überrascht jetzt, oder?

Den Schleier der Maya (in modernen Mythen die „Matrix“ … die Trilosgie sollte ursprünglich auch kein SF-Märchen werden, aber das war den Produzenten wohl zu heikel – man hätte die Grundfesten des Konsumkultes angegriffen) zu durchdringen, ist für Buddha die zentrale Aufgabe des Menschen. Buddha war kein armer Mann – er war schrecklich reich, doch erkannte schon vor Jahrtausenden die Bedeutungslosigkeit des goldenen Kalbes (vor dem schon die alten Juden warnten – vielleicht mit ein Grund, sie alle vergasen zu wollen).

Als Jesus in der Wüste war, bot ihm der Teufel die ganze Welt an (gut das Ackermann und Konsorten nicht in der Nähe waren…sie wären wohl dankbarere Kunden geworden)… er lehnte dankend ab, schmiß die Händler mit festen Schlägen aus dem Tempel und sprach die weisen Worte, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr gehen würde, als dass ein Reicher ins Himmelreich käme. Für seinen Gefolgsmann Franz von Assisi war Armut eine der zentralen Tugenden – Geld und Kot hatten für ihn den gleichen Stellenwert.

Doch es ist nicht nur die Religion, die ein Lob der Armut ausspricht – und sie ist auch nicht unbedingt der glaubwürdigste Zeuge in dieser Hinsicht,  greifen ihre Priester doch auch nur all zu oft in Goldsäckel, sehr zum Ärger der Gründer jener Weltanschauungen.

Auch die Philosophie hält nicht viel vom materiellen Reichtum – erst recht nicht, wenn es um das Glück geht. Epikur, dem man nachsagte, dass er sich üblicherweise von altem Brot ernährte, um ab und zu an einem Stück Käse himmlischen Genuss empfinden zu können. Diogenes, dem seine Tonne in der Sonne so wertvoll war, das er den großmächtigen Alexander nicht um Säcke von Gold anhielt, sondern ihn nur bat, aus der Sonne zu gehen. Sokrates, dem es ein Genuß war, durch die Märkte zu spazieren und darüber glücklich zu werden, dass es so vieles gab, was er überhaupt nicht brauchte.

Ja – Glücksgefühle entstehen ganz einfach aus Verzicht. Trinken Sie einfach mal drei Tage lang nichts – und normales Leistungswasser wird zur Krönung ihres Lebens. Essen Sie mal eine Woche nichts – ein Stück Schokolade wird zur Offenbarung. Kommen Sie einfach mal einen Monat ohne Sonne aus – nein, das war ein falsches Beispiel. Dies ist ja dieses Jahr Alltag – und ein verständlicher Grund für Urlaub.

Jedenfalls scheint es so, als gäbe es auch noch eine andere Seite der Armut. Und eine dunkle Seite des Reichtums. Die dunkle Seite des Reichtums kennen wir schon: die Welt verödet, die Verwüstung schreitet voran – im Süden durch Absterben des Lebens (war ich eine konkretere Formulierung finde als „das Vordringen der Wüste“), im Norden durch Beton und Müll (den wir aber lieber in den Süden verschicken). Die seelisch dunkle Seite ist: maßlose Gier. Sowas kennen alte Märchen nur als Fluch, der Unglück bringt – weil man immer mehr und mehr und mehr vom Selben braucht, ein Nimmersatt wird – und so immer von Mangel gepeinigt ist, selbst auf der größten Yacht im Hafen. Und die andere Seite der Armut?

Provokant gesagt: Armut ist Vorraussetzung zu seelischem Reichtum und Glück – schon seit Jahrtausenden. Armut – ist die gelebte Herrschaft und Souveränität über die eigenen Bedürfnisse. Hat man die im Griff, bekommt man eine Ahnung, was Freiheit wirklich ist – jedenfalls nicht die Freiheit, sich frei zwischen einer Million nutzlosen, die Erde sinnlos zumüllenden Waren entscheiden zu können.

Vielleicht ist nun der Zeitpunkt gekommen, dass wir uns von den Irrfahrten des modernen Kapitalismus und seines unbändigen Konsumterrors verabschieden und uns auf eine Reise begeben, unser eigenes persönliches Glück für uns zurückzuerobern – auch ohne eine Chance auf die modernste Kaffeemaschine, den raffiniertesten Likör oder das neueste Handymodell.

Es wird Zeit, dass wir die Priester des Kosumgötzen bitten, sie mögen uns aus dem Wege gehen, weil sie uns den Blick auf die Sonne verstellen.

Denn Glück entsteht im Kopf. Und nur da. Wenn wir den erstmal wieder frei haben … ist der Weg möglicherweise nicht mehr weit.

Es wäre wohl für viele Arme eine gute Botschaft, dass sie den ersten Schritt zum Glück gemacht haben – doch sie werden überschüttet mit Bildern, die belegen, dass der Kauf einer elektrischen Zahnbürste zu orgiastischem Grinsen führt. Alles Lüge, weiß jeder – die Grinser sind bezahlte Schauspieler, in deren Köpfen andere Dinge zum Grinsen führen als gerade Zahnpasta (und deren Techniken allein erlauben ihnen schon, mit Not gelassener umzugehen – wenn sie wollen). Was wäre das auch für eine Welt, wo wir stolze, selbstbewusste Arme haben, deren größte Lust das philosophische Zwiegespräch ist? Nun – eine Welt ohne Umweltprobleme, ohne Kriege, ohne Hunger, ohne Burnout, ohne Angst, ohne Leistungsdruck … und eine Welt, die erkennt, dass „shopping“ enorme Verschwendung kostbarer Lebenszeit ist.

Zeit also, mal daran zu erinnern, dass Armut … ein Glücksfall sein kann, der zu wahrem Leben führt. Wer jedoch weiterhin dem Goldenen Kalb anhängt – nun, der wird leiden. Ganz sicher.

Sie wirken irritiert?

Ich werde es Ihnen einfach machen. Wo möchten Sie lieber ihr Leben verbringen: auf einer einsamen, stetig sonnigen Insel im Pazifik, begleitet von einem wunderschönen Seelengefährten im Schatten der Palmen, dem Rauschen des Meeres lauschend oder leicht bist gar nicht bekleidet Wasser und Wärme genießend … oder im Lager bei Amazon, wo es all die guten Güter gibt? Sie brauchen gar nicht zu antworten, ich kenne die Reisestatistiken – und weiß, dass die meisten von Ihnen ihren Urlaub unter Umständen verbringen, die man „arm“ nennen würde, am liebsten an Orten, wo es so gut wie gar nichts zu kaufen gibt.

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