Massenmord

This tag is associated with 6 posts

Hartz IV: „Vernichtung durch Lebensverhältnisse“ – Sanktionen bald strafbar?

Digital StillCamera

Donnerstag, 18.2.2016. Eifel. Wir müssen noch einmal über die dunklen Zeiten reden. Ja – über das Dritte Reich. Ich weiß: viele mögen nicht, wenn darüber gesprochen wird. Man sollte das doch langsam mal vergessen, irgendwann ist genug damit, man muss das doch auch mal ruhen lassen – Sie kennen die Sprüche. Sie könnten auch stimmen – hätte es jemals eine gründliche Aufarbeitung dieser Zeit gegeben. Noch immer haben wir keine Ahnung, was in diesen Jahren eigentlich geschehen ist, welche Prozesse eigentlich das Volk der Dichter und Denker dazu brachte, seine eigene Vernichtung industriell zu organisieren – dabei wäre die Beantwortung der Frage enorm wichtig, warum das geschehen konnte – ohne eine Antwort auf diese Frage können wir nie ausschließen, dass es sich wiederholt.

Zudem ist die Situation heute noch verschärft: gesellschaftliche Kräfte, die sich als „links“ beschreiben, aber eigentlich nur Büttel eines nach nach extrem rechts abdriftenden Systems sind, verhindern ruhige und systematische Reflexion über diese Zeit: sie wollen die Holocaust als einmaligen Unfall der Geschichte in der Vergangenheit für sich konservieren und hängen jedem eine moralische Anklage an, der Parallelen zur momentanen aktuellen Entwicklung der deutschen Gesellschaft sieht, die noch keine Vernichtungslager hat … aber allmählich wieder mehr und mehr „unwertes Leben“ zu definieren beginnt – jenes Leben, das dann im Laufe der Zeit „teuer“ und „lästig“ wird, weshalb man nach einer „Endlösung“ verlangt, die die Ausgaben betriebswirtschaftlich sinnvoll minimiert und die Gemeinschaft von den ganzen Parasiten und Schmarotzern befreit, wie es schon einmal der Fall war.

Es gibt funktionale Erklärungsversuche (siehe zum Beispiel das Experiment „Die Welle“), wie sich solche Systeme nahezu automatisch auch in demokratisch organisierten Gesellschaftsformen etablieren können, wie allein die Definition eines „wir“ und eines „ihr“, gemischt mit einer strammen Disziplin des „wir“, die keinerlei Reflektion oder Widerspruch ermöglicht, Grundlagen für die Entwicklung von Vernichtungslagern für Andersdenkende (die in diesem geschlossenen System schlichtweg keinen Sinn mehr machen, deren Existenz einfach nur überflüssig und … lästig ist) sind – doch selbst diese Erkenntnisse werden heute angezweifelt, im Verborgenen gehalten, kaum noch erinnert, womöglich, weil einem dann sehr unheimlich werden würde.

Wir haben heute wieder dieses gelebte „Wir“ – es hat sich in der geschlossenen Ablehnung von Arbeitslosen (Codebezeichnung: „Hartzer“) gezeigt, oder aber in der Euphorie über eine Million Flüchtlinge, die nach Deutschland strömen: wehe, es übt jemand an dem „Wir“ Kritik – es drohen ihm übelste Beschimpfungen. Überhaupt steigt der Zorn des „Wir“ auf die anderen unglaublich an – wie viele harmlose Friedensdemonstranten erfahren mussten. Gerade jene, die seit Jahrzehnten als die friedlichsten der Friedfertigen gelten, wurden voller Wut, Hass und Zorn als Nazischlächter diffamiert, ohne das jemanden groß der Irrsinn gestört hätte, der sich in diesen hanebüchenen Aktionen offenbarte. Die „Beweise“, die für die Aburteilung der Friedfertigen geliefert wurden, waren oft an den Haaren herbeigezogen: hat auch nur ein Glatzkopf den Reden gelauscht, wurde daraus gleich eine faschistische Demonstration.

Die Methode kennt man aus dem Dritten Reich: es gilt, ein Wort zu finden, das für alles Böse dieser Welt steht, ja, sogar der Grund für die Existenz des Bösen schlechthin ist. Früher war dieses Wort „Jude“, das Volk wälzte sich vor Vergnügen in den Bildern vom heroischen Kampf der edlen, guten Arier (der „Gutmenschen“) gegen die bösen, schlechten Untermenschen (die „Juden“). Noch heute findet dieser Mythos im deutschsprachigen Raum große Anerkennung, in Wien sogar dergestalt, dass jüdische Eltern ihre Kinder zum Schutz vor antisemitischer Aggitation wieder aus den Schulen nehmen müssen (siehe diepresse). Nur heute ist – dank Disney und Hollywood – des Ersatzwort für das „ultimative Böse“ „Nazi“. Sicher zurecht: Auschwitz offenbart eine Dimension der Bösartigkeit, die sich vorherige Generationen noch nicht einmal denken konnten – durch den inflationären Gebrauch dieses Wortes entwerten wir es jedoch Tag für Tag … und machen es so wieder gesellschaftsfähig … ebenso werden die Maßnahmen zur Kostenreduktion wieder gesellschaftsfähig. Doch doch – schauen Sie nur mal nach Griechenland (siehe Spiegel):

„Mehr Totgeburten, HIV-Neuinfektionen, Tuberkulose- und Depressionsfälle sowie Suizide: Der drastische Sparkurs in Griechenland hat einer Studie zufolge verheerende Auswirkungen. Eine Hilfsorganisation spricht von einer vollständigen Verletzung der Menschenwürde.“

„Verheerende Auswirkungen“ … eine schöne Umschreibung für Massenmord. Ja – Massenmord. Schauen Sie sich die in der renomierten Zeitschrift „Lancet“ veröffentlichten Zahlen mal genau an – zum Beispiel für Kinder:

„Die Autoren der Studie heben besonders die Auswirkungen auf Kinder hervor: Die Zahl der Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht ist allein zwischen 2008 und 2010 um 19 Prozent gestiegen, die Zahl der Totgeburten um mehr als 20 Prozent. Als möglichen Grund führen die Wissenschaftler den – wegen hoher Kosten und geringem Einkommen – schwierigen Zugang zu Ärzten an, die zu Komplikationen in der Schwangerschaft führten. Auch die Säuglingssterblichkeit ist den Zahlen zufolge um 43 Prozent gestiegen.“

Hat da noch irgendjemand Mitleid mit den Griechen? Kaum, denn die Parole ist klar: der Grieche ist böse und muss vernichtet werden. Was war nochmal genau böse am Griechen? Der kostet Geld – und was Geld kostet, muss schnell entsorgt werden. Wie es so schön in dem Artikel heißt: Diabetiker müssen sich entscheiden, ob sie Insulin kaufen oder etwas zu essen … sie haben also nur noch die Wahl, auf welchem Wege sie ihrem Leben ein Ende setzen dürfen. Federführend in dieser Entwicklung: der Deutsche, und zwar wieder mit voller Begeisterung.

Wem nun langsam mulmig wird, weil die Vernichtungslager wieder denkbar werden – als betriebswirtschaftlich ideale und renditefreundliche Entsorgungsmaßnahme für „Minderleister“ und „Kosten auf zwei Beinen“ – der nähert sich langsam einer Realität, die kaum einer wahr haben will: wir wissen zwar nicht genau, weshalb sich diese Exzesse ereignet haben – aber wir wissen genau, dass dieses Volk seine große Freude daran hatte, das „Andere“ zu definieren, zu jagen und zu vernichten. In Deutschland war Hitler möglich – und wie können wir sicher sein, dass er nicht wieder möglich sein wird … erst Recht, weil wir uns nie gründlich um die Ursachen gekümmert  haben und die Verstrickungen „der Wirtschaft“ mit „dem Regime“ gerne übersehen, weil die folgsamen Mitläufer Hitlers die Gründerväter des deutschen Wirtschaftswunders waren und ihre „Werte“ hemmungslos im Betrieb verbreiten konnten: Disziplin und Gemeinschaftsgeist, Grundlage eines jeden uniformierten Faschismus.

Auch sonst zeigt die Gesellschaft bedenkliche Zeichen der Degeneration: die Unfälle auf den Straßen nehmen wieder zu, weil „die Leute immer aggressiver fahren“ (siehe Spiegel) – vielleicht auch ein Grund, weshalb man sich nur noch in einem überdimensionierten Blechungetüm Marke „SUV“ sicher fühlt. Noch schlimmer jedoch scheint der Hass zu sein, die Lust am Totschießen, die sich in Deutschland wieder breit macht: als Gegenteil zu einer gnadenlos gedankenlosen Willkommenskultur, die sich komplett verantwortungslos keine Gedanken über mögliche Folgen und Auswirkungen einer ungesteuerten Völkerwanderung machen formiert sich in Deutschland einer Front von Menschen, die sich ungerührt zum Massenmord bekennen – natürlich mal wieder nur aus lauter hehren und edlen Motiven heraus (siehe wiwo):

„Mehr als jeder vierte Befragte (29 Prozent) hält es einer Umfrage zufolge für gerechtfertigt, unbewaffnete Flüchtlinge mit Waffengewalt am Grenzübertritt zu hindern.“

Merken Sie, warum wir nochmal über das Dritte Reich reden müssen? Ich weiß: sie warten darauf, dass ich zum Thema der Überschrift komme – wir sollten aber zuerstmal das Problem in seiner Gänze verstehen und nicht in der Parolenbrüllerei des Zeitgeistes stecken bleiben. 29 von 100 Bürgern würden ohne mit der Wimper zu zucken auf unbewaffnete Menschen schießen. Wissen Sie, wie viele Menschen die im Visier haben? Der Oxfordforscher Paul Collier hat diese Zahl kürzlich konkretisiert (siehe FAZ):

„Es gebe eine Masse von mehreren hundert Millionen wanderungsbereiten Menschen. Diese sei, „wenn sie sich erst mal in Bewegung setzt, kaum noch steuerbar“.“

Wenn diese mehreren hundert Millionen Menschen sich nach Deutschland aufmachen, dann wird an den Grenzen geschossen werden. Wir werden Leichenberge bekommen, wie wir sie noch nie gesehen haben. Vielleicht wird man sich aber auch an „gute, alte Traditionen“ erinnern und wieder mal feststellen, dass Kugeln viel zu teuer sind: Zyklon B war schon einmal eine kostengünstige Alternative. Über die Gedankenlosigkeit hinsichtlich der Flüchtlingsproblematik – Folgen, die jeden Tag Menschen das Leben kosten, die sich auf waghalsigste Abenteuer begeben, um in ein Land zu gelangen, das weit von dem Paradies entfernt ist, das man sich ausgemalt hat – werden wir noch gesondert reden müssen: hier muss es reichen, zu erkennen, welche Dimensionen die neuen Vernichtungsorgien erreichen werden, für die wir jetzt schon genug schusswütiges und agressives Potential haben.

Ich weiß: man regt sich über eine Frau Petry auf, die die Schußdebatte angestoßen hatte – doch andere haben da schon wieder ganz andere Perspektiven im Kopf. Es gibt hier eine interessante Diskussion mit dem Chef der Innenministerkonferenz, der ganz offen den Einsatz der Bundeswehr fordert – im Januar diesen Jahres (siehe n-tv):

„Wir brauchen die Bundeswehr schon jetzt. Ohne sie wären viele Landes-Aufnahmestellen nicht funktionsfähig.“

„Wir haben in diesem Jahr schon mehr als 70.000 neue Flüchtlinge gezählt. Dabei ist der Januar ein ruhiger Monat. Wenn man es hochrechnet, wären es am Jahresende wieder eine Million. Das können wir nicht verkraften. Dafür ist gar nicht genügend Wohnraum vorhanden. Wir stehen vor einem schwierigen Jahr.“

Ja – und wie soll die Bundeswehr dann „helfen“? Nun – 13 Prozent der Studenten an Bundeswehrhochschulen befürworten verfassungsfeindliche Ideen aus dem faschistischen Gedankenraum (siehe Süddeutsche Zeitung):

„So sähen sie etwa die „nationale Identität Deutschlands durch die vielen Ausländer bedroht“ und pflichten der Aussage bei, „eine starke Führungselite sollte den Weg Deutschlands“ bestimmen.“

Eine Studie aus dem Jahre 2009 – die Studenten haben nun also alle ihr Kommando. Macht Sinn, sie mit der Lösung der Krise zu beauftragen.

Zudem ist die soziale Lage des deutschen Bürgers von vielen Seiten her bedroht: findige kriminelle Allianzen von Bankern und namhaften Milliardären bereichern sich hemmungslos am Steuervermögen (siehe Süddeutsche), weshalb man jetzt schon von Seiten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie ein Renteneintrittsalter von 85 in Erwägung zieht (siehe Focus) anstatt über eine gerechtere Verteilung der Gewinne aus der Industrialisierung und Globalisierung nachzudenken, gleichzeitig werden die Maßnahmen zur Kontrolle immer perfider (siehe Spiegel)

„Sie können durchaus nützlich sein: Mit Schrittzählern, Geschwindigkeits- und Pulsmessern überprüfen viele Sportler ihre Fitness. Die Daten, die sogenannte Wearables erfassen, könnten aber auch für die Krankenkassen interessant sein: Wie gesund lebt ein Versicherter? Wie viel bewegt er sich? Wie fit ist er? Und in letzter Konsequenz: Soll er weniger Leistungen erhalten als andere?“

Verrückt – angesichts einer Gesellschaft, in der 70 Prozent der Jobs gesellschaftlich überflüssig sind und krank machen (siehe Sein.de) über eine Rente ab 85 nachzudenken – wobei zu bedenken ist, dass Männer erst im Jahre 2060 das Durchschnittsalter von 85 erreichen (Frauen schon 2030 – siehe Statista), die meisten also ihre Rente gar nicht mehr erhalten werden. Wenn die Krankenkassen nun auch noch Kontrolle ins Privatleben bringen, ist die 100-Stunden-Woche im Dienste der „Fit-for-Job“-Bewegung bald Realität – kein Wunder, dass die Menschen hier aus dem Ruder laufen.

Machen wir uns nichts vor: wer auf Flüchtlinge schießen will, weil die kosten und wir keinen Platz mehr für sie haben, der schießt auch auf Arbeitslose, Rentner und Behinderte – wir hatten das schon einmal, wir erinnern uns nur nicht gerne daran.

Umso wichtiger ist es jetzt zu sehen, dass ein entscheidender Schritt gemacht wurde – im Rahmen der Verfolgung von Personal in den Vernichtungslagern. In Detmold findet gerade in Prozess gegen einen SS-Wachmann statt, der ein Alter weit jenseits der 85 erreicht hat – anders als die Opfer der NS-Zeit. Ich weiß, viele denken jetzt: was sollen diese Prozesse gegen diese ganz alten Menschen, wäre nier nicht Gnade angesagt? Wer dieser Meinung ist, hat die Dimension der Bösartigkeit und die akute Gefährlichkeit des Faschismus immer noch nicht begriffen und bereitet gerade das neue Massaker mit vor – außerdem verjähren diese Verbrechen laut Gesetz nicht – womit sich die Diskussion schon erübrigt.

Das Besondere an diesem Prozess ist jedoch die Art der Anklage – nicht Mord oder Beihilfe zum Mord steht – wie üblich – im Vordergrund, sondern etwas anderes (siehe Spiegel):

„Sondern es wird erstmals von einer Staatsanwaltschaft auch die „Vernichtung durch Lebensverhältnisse“ benannt und beschrieben. Selbst wer nicht in eine Gaskammer getrieben wurde, war in Auschwitz ein Todgeweihter. Denn keiner der Deportierten sollte das Lager lebend verlassen. Die Menschen sollten zugrunde gehen an Auszehrung, an Seuchen, sie sollten verhungern oder unter der Last schwerster körperlicher Arbeit zusammenbrechen.“

Die hatten echt griechische Verhältnisse in den Lagern, scheint mir.

Hiermit … hat die kleine Staatsanwaltschaft in Detmold im Rahmen der Verfolgung der Verbrechen des NS-Regimes ein zentral wichtiges Moment ins Spiel gebracht: „Vernichtung durch Lebensverhältnisse“ – noch kostengünstiger als die Kugel oder Zyklon B. Arbeiten bis zum Umfallen (oder bis 85), gejagt durch die Funktionseliten des Systems (die Schrittmacher am Handgelenk), bei Befehlsverweigerung sanktioniert wie die Griechen, an denen gerade exemplarisch eine Massenvernichtung vollzogen wird (bzw. eine kostengünstige Entsorgung der Kostenfaktoren „Alte“, „Kranke“, „Kinder“).

Egal welche Ausbildung sie ehedem hatten: nach einem Jahr Hartz IV werden sie auf das Niveau „Hilfsarbeiter“ herabgestuft und zur schweren körperlichen (vernichtenden) Arbeit verdammt. Nehmen Sie diese Arbeit nicht voller Begeisterung (die vor allem für den „Arbeitgeber“ sichtbar werden muss, damit er ihnen Ihre Existenzberechtigung bescheinigt und erklärt, dass Sie sich wirklich angestrengt haben im Job) an, werden sie sanktioniert – ersten Gerüchten zufolge bald vier Jahre (anstatt wie aktuell drei Monate) lang, Obdachlosigkeit, Hunger und Durst sowie fehlende Krankenversicherung inklusive.

Vernichtung durch Lebensverhältnisse … gilt für die, die Arbeit haben ebenso wie für die, die arbeitslos sind – alles zum Zwecke der Maximierung der Rendite der Milliardäre … also der maximalen Steigerung der Ausbeute durch Ausbeutung.

Vernichtung durch Lebensverhältnisse … ist aber auch (neben den vom „Westen“ gesponserten und im Namen der „Demokratie“ gewünschten Kriegen) die Hauptursache für die Flucht der ärmsten Bewohner dieses Planeten Richtung Europa. Dies strafbar zu machen und als neue Dimemsion eines nicht-uniformierten Faschismus zu begreifen, ist ein großer Schritt nach vorn.

Zu weit gedacht? Wir sind nicht vergleichbar mit dem „Dritten Reich“? Vor allem sind wir ja Gutmenschen und nicht böse?

Eine Gegenfrage: können wir es wirklich riskieren, zu glauben, dass die Kräfte, die Hitler überhaupt erst den Weg zur Macht ebneten, für immer im Nichts verschollen wären? Können wir es wirklich riskieren – angesichts der zunehmenden Verrohung Millionen Deutscher, die schon jetzt gerne auf Unbewaffnete schießen würden und bis dahin erstmal ihre Mitmenschen als Blechnazis mit dem Auto terrorisieren?

Machen wir „Vernichtung durch Lebensverhältnisse“ strafbar … erwartet uns ein ganz neues Deutschland – eines, dass sich wieder auf jenen Weg begibt, den es nach 1968 mutig ausprobiert hat: den Weg, mehr Demokratie zu wagen. Ein Deutschland ohne durch Hartz-IV indirekt eingeführte Zwangsarbeit wäre ein Deutschland, in dem Krankheit durch Arbeitslosigkeit und ausbeutende Bullshitjobs wieder auf dem Rückzug wäre, was die Krankenkassen enorm entlasten würde – und die Leute wieder entspannter mit den Herausforderungen des Lebens umgehen läßt.

Es wäre ein Deutschland, das Menschen, die ihre Mitmenschen per Gesetz in Todenähe bringen sowie jene, die diese „Sanktionen“ vor Ort vollziehen, wieder hemmungslos verfolgt … wie die alten KZ-Wächter.

Wird auch Zeit dafür.

 

Germanwingsabsturz, der unheimliche Gleichschritt der Medien und die Strategie der Spannung.

Digital StillCamera

Freitag, 10.4.2014. Eifel. Kennen Sie den Begriff „Hinter den Kulissen?“ Nein, natürlich nicht. Bis weit in die achtziger und neunziger Jahre hinein war er ein fester Bestandteil journalistischen Sprachgutes. Dort wurde am Meisten entschieden, dort wurden Abkommen geschlossen, dort wurden vor allem Kriege verhindert. Es war nicht ganz so üblich, dass man Frau Merkel persönlich in der Welt herumreichte: tausende von Diplomaten regelten Probleme diskret, was angesichts der Vernichtungskraft moderner Armeen auch ratsam erschien.

Rede ich heute von „hinter den Kulissen“ wenden sich gleich alle von mir ab. Der Grund? Der US-Präsident George W. Bush hatte in einer Rede zu den Anschlägen vom 11.9.2001 die kritische Hinterfragung der Regierungsmeinung untersagt – dabei gab es Fragen genug … vor allem eine: wie konnte eine Regierung die „von allem nichts gewusst hatte“, so schnell die Täter ausfindig machen – mit Namen, Foto und Lebenslauf, inklusive einer bis dato völlig unbekannten weltumspannenden Geheimorganisation, die seit diesem Anschlag vor allem dadurch auffällt, dass sie durch keine Anschläge mehr auffällt. Der „Krieg gegen den Terror“ scheint sehr einseitig zu sein: auf der einen Seite eine gewaltige, weltumspannende Armada von ferngesteuerten Killerrobotern, auf der anderen Seite mit Musketen bewaffnete Hochzeitsgesellschaften, die sich trotz archaischer Mentalität nicht für ihre Toten rächen.

Ich kenne die taktische und strategische Verletzbartkeit der deutschen (und westlichen) Industriegesellschaft aus Studien der siebziger Jahre, die vor allem eins ergaben: gibt es wirklich einmal Terror in Deutschland (damals dachte man eher an die RAF als an Al Kaida), so ist die deutsche Zivilgesellschaft (vor allem die Atomindustrie, aber auch die gesamte Infrastruktur) schlichtweg nicht zu verteidigen. Der Anschlag auf Charlie Hebdo zeigt, was ich meine. 14 Jahre nach „nine-eleven“ ist die Liste der Erfolge der mächtigen Terrororganisation Al-Kaide sehr kurz. Ein Riesenschlag – danach Schweigen.

Wissen Sie – wenn ich RAF höre, dann denke ich gleich an den deutschen Bundestag. Dort sitzt ein Abgeordneter – ein echter Demokrat zudem, mit echtem Mandat seines Wahlkreises, ohne die Gängelei durch Listenplatzterror aktiv – der ganz offen auf seiner Seite Ungeheuerliches ausspricht. Lesen Sie mal Folgendes bei Hans-Christian Ströbele:

„In den Fünfziger und Sechziger Jahren hatte eine politische Justiz in der Bundesrepublik sich zum Büttel der herrschenden Politiker gegen Kommunisten und Personen, die die Staatsanwaltschaft zu Kommunisten erklärte, machen lassen. Politisches oder häufig auch schon humanitäres Engagement und Handeln wurden als kriminelle Tätigkeit denunziert. Der für einen Rechtsstaat zentrale Grundsatz der Verhältnismäßigkeit galt in politischen Verfahren nichts. Für bloßes Geldsammeln für die Rote Hilfe etwa oder für das Urlaubmachen in der DDR wurden Gefängnisstrafen verhängt.“

Ja – wer sich daran erinnern kann: es gab ihn schon mal diesen Gleichschritt von Politik, Medien und Staatsanwaltschaft, eine äußerst alarmierende Allianz der Gewalten, die eigentlich geteilt bleiben sollten. Nun – damals war noch eine Studentenbewegung möglich, weil die Presse noch nicht ganz gleichgeschaltet war – ebensowenig waren die Parteien durchdiszipliniert … so was dauert eben ein paar Jahre.

Die gleiche Gesellschaft, die schon humanitäres Engagement kriminalisierte (nebenbei bemerkt: fallen Ihnen da Paralellen zum Begriff „Sozialromantik“ ein?), erlaubte sich am rechten Rand außerordentliche Freiheiten:

„In der bundesdeutschen Justiz der Nachkriegszeit gab es eine offensichtliche personelle und inhaltliche Kontinuität mit der NS-Zeit, nicht nur durch Verdrängung und Tabuisierung. Oberste Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte und Rechtslehrer waren häufig dieselben, die der Nazipartei angehört, NS-Ideologie und NS-Recht auch öffentlich vertreten und rücksichtslos praktiziert hatten. Die bundesdeutsche Justiz war geprägt und geleitet vom Geist und von Personen aus der Nazizeit.“

Herr Ströbele führt im Weiteren einige Beispiele dazu aus, die uns nicht interessieren brauchen. Wichtig ist, dass die angeblich überraschende Hinwendung junger deutscher Juristen zu Folter und Todesstrafe (hierzu siehe Zeit) für gebildete Menschen gar nicht so überraschend ist: der NS-Geist wurde in der BRD sehr behütet und vor Verfolgung geschützt, so dass er in Ruhe neues Personal heranzüchten konnte – natürlich unter anderen Farben, anderen Symbolen und anderem Schmuck. Man ist ja nicht blöd.

Man sieht, was hinter den Kulissen alles möglich ist – und wie weise es war, diese Betrachtungsweise vom gemeinen Volk fern zu halten – das weiß auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel – und kurz konnten wir mal wieder hinter die Kulissen schauen, siehe FAZ:

„Angela Merkel brachte als erste vor, was hinter den Kulissen viele sorgt: Mehr als eine etwaige Aufrüstung der Ukraine beschäftige sie derzeit die hybride Kriegsführung Russlands. „Wir müssen uns damit auseinandersetzen, mit Misinformation, Infiltrierung und Verunsicherung“, sagte die Kanzlerin. Sie sei zutiefst besorgt über die „Verunsicherbarkeit unserer Gesellschaften.““

Die „Verunsicherbarkeit unserer Gesellschaften“ durch den „Feind“ bedarf natürlich effektiver Gegenmaßnahmen, die dann aber hinter noch verschlosseneren Kulissen verhandelt werden – uns möchte man weiterhin in Sicherheit wiegen: d.h. notfalls belügen, betrügen und hinters Licht führen, um der Misinformation, Infiltrierung und Verunsicherung durch den Feind zuvor zu kommen. Sicher gab es da schon längst wieder eine Konferenz aller wichtiger Chefredakteure, um so Kanäle zu schaffen, die dafür sorgen, dass nur noch die „richtigen“ Informationen fließen, dass Fremdgedanken aus den Köpfen herausgehalten werden und nur noch der treue Glaube an die eigenen Führer herrscht.

So erklärt sich, warum die Presse bei einem aktuellen Ereignis so im vollen Gleichschritt marschierte und uns verfrüht eine völlig wasserdichte Geschichte präsentierte, die ganz offensichtlich gelogen war: es war ein Selbstmord. Der Selbstmord eines Einzeltäters … was ja bei Kennedy schon eine Lüge war.

Eine Lüge?

Ja – wir müssen hier nochmal kurz innehalten und uns an das Jahr 2007 erinnern, das Jahr, das uns eine gewaltige Erkenntnis brachte: in den USA sind Mächte und Gewalten unterwegs, die selbst Präsidenten ungestraft erschießen dürfen. Was war geschehen? Der Einzeltäterhypothese war der Boden unter den Füßen weggezogen worden (siehe Spiegel):

„Ballistische Untersuchungen unter Rückgriff auf moderne Methoden der Statistik und der chemischen Analyse zeigten, dass Lee Harvey Oswald damals nicht der einzige Schütze gewesen sei, heißt es in der jüngsten Ausgabe des Fachblatts „Annals of Applied Statistics“. Die seinerzeit von den Experten angeführten Belege, wonach die Möglichkeit eines zweiten Mörders ausscheide, hielten den Tatsachen nicht stand, schreibt der Ex-FBI-Agent William Tobin, der die Arbeit gemeinsam mit dem Statistik-Professor Cliff Spiegelman und dem Chemiker William James von der Texas A&M University vorgelegt hat.“

Eine Sensation, oder? Seitdem berichtet die Tagesschau unentwegt darüber, tausende von FBI-Agenten suchen die wahren Täter und rotten den Feind aus.

Nein – natürlich nicht. Man will das Volk nicht durch Misinformation und Infiltrierung verunsichern, es gilt weiter – wie immer – die Regierungsmeinung, alles andere würde die deutsche Kanzlerin zutiefst besorgen.

Ach ja – der Germanwingsabsturz – eine Lüge?

Ja. Können Sie selbst erkennen. Ja – ich verweise gerne mal auf die Verschwörungstheorien von Wolfgang Eggert (hier bei Epochtimes) – wobei eine Aneinanderreihung von Fragezeichen ja noch gar keine Theorie darstellt – was in diesen Kreisen oft und gern vergessen wird. Aufgrund dieser Methodik kommen sie ja auch keinen Schritt weiter – was nicht darauf hindeutet, dass man gerade auf der Jagd nach der Wahrheit ist.

Ich kann Ihnen sagen, wo die Lüge – die alle sofort teilten – liegt.

Das war kein Suizid.

Das war Massenmord.

Wenn es Mord ist, mit unschuldigen Zivilisten ins World Trade Center zu fliegen, dann ist es auch Massenmord, die gleichen Zivilisten in die Alpen zu rammen – doch diese Leute betrachtet keiner mehr. Einheitliche, offizielle Sprachregelung ist – aller Vernunft zum Trotze – „Suizid“.

Der Mann hat nicht Suizid begangen, sondern Massenmord an 149 Männern, Frauen und Kindern. Ein Amokläufer … kein harmloser Selbstmörder, die sich still und leise in der Elbe versenkt. Ich werde mir heute aus Zeitgründen Spekulationen darüber ersparen, warum „hinter den Kulissen“ die Fokussierung auf eine Pilotenselbstmord forciert wird – und der Mord an 149 Menschen als Kollateralschaden eines Selbstmörders verbucht wird, der eigentlich mit seinem nagelneuen Audi in die Elbe wollte, dann aber lieber doch mit einer vollbesetzten Maschine in die Alpen knallte.

Wir erfahren, dass er sich über Medikamente mit harntreibender Wirkung informierte (siehe yahoo-Nachrichten), über Migräne, Knalltrauma und Sehstörungen … aber kein Wort über den Mord an 149 Menschen.

Klar – könnte es das Volk verunsichern, dass der Urlaubsfliegerpilot ein bislang völlig unauffälliger Massenmörder sein kann, der von der führenden Luftfahrbehörde der westlichen Welt 2013 als beispielhafter Pilot präsentiert wurde (siehe Aviation Business Gazette):

„The Federal Aviation Administration (FAA) is recognizing Andreas Guenter Lubitz with inclusion in the prestigious FAA Airmen Certification Database.“

„Pilot certification standards have evolved over time in an attempt to reduce pilot errors that lead to fatal crashes. FAA standards, which are set in consultation with the aviation industry and the public, are among the highest in the world.“

Ein Top-Pilot.

Ein Meister seines Faches.

Bringt 149 Menschen um – und wir werden nie erfahren, warum, weil hinter den Kulissen beschlossen wurde, auf breiter Front „Suizid“ zu rufen.

Es war aber Massenmord.

Wissen Sie, wo wir diesen Gleichschritt der Medien noch haben?

Bei einem der unheimlichsten Kapitel der westlichen Geschichte, der „dunklen Seite des Westens“, wie sie der „Spiegel“ 2005 nannte (siehe Spiegel):

„Neue historische Forschungen belegen: Im Kalten Krieg kooperierten Nato-Geheimtrupps in acht westeuropäischen Ländern mit rechtsextremen Terroristen und Verbrechern.“

„Über vier Jahrzehnte lang hat die Nato während des Kalten Krieges in 16 westeuropäischen Ländern geheime Guerillakommandos und Waffenlager unterhalten, ohne dass ein Parlament darüber informiert gewesen wäre“, sagt Daniele Ganser, Forschungsgruppenleiter am Zentrum für Sicherheitspolitik der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich.

„In Italien und sieben weiteren Staaten“, so Ganser, „arbeiteten Angehörige dieser Geheimorganisationen mit Terroristen und Verbrechern zusammen oder waren an Staatsstreichen wie dem Militärputsch in Griechenland 1967 beteiligt.“

Ein Hammer, was?

Der Spiegel selbst gibt an, dass es diese Netzwerke bis ins Jahr 1990 gegeben hat … weshalb im Folgenden auch einige Details unerwähnt bleiben. Es gab ja jetzt ein Urteil des europäischen Gerichtshofes, dem zufolge der Natostaat Italien ein Folterstaat ist (siehe Spiegel) – so wie unsere jungen Juristen auch Deutschland gerne sehen würden.

Was der Spiegel nicht erwähnt: die 2001 zum Einsatz kommenden Polizisten handelten ganz im Geiste des angeblich 1990 zerschlagenen faschistischen Netzwerkes (siehe JungeWelt):

„Die den G8-Gipfel ausrichtende Regierung wurde vor 14 Jahren von Silvio Berlusconi geführt. Im Mai 2001 war das frühere Mitglied des Dreierdirektoriums der faschistischen Putschloge P2 an der Spitze seiner rechtsextremen Forza Italia (FI) im Bündnis mit den Faschisten der Alleanza Nazionale (AN), dem Nachfolger der wiedergegründeten Mussolinipartei MSI, zum zweiten Mal Premierminister geworden. Auf dem vorangegangenen EU-Gipfel in Göteburg hatte er unverhüllt angekündigt, in Italien mit »der Hinterlassenschaft der Linken« aufzuräumen und das Land von Kommunisten und Exkommunisten (den sozialdemokratischen Linken) »zu befreien«.“

Eine im Jahre 2015 nicht ungefährliche Aussage einer linken Zeitschrift, der man nun leicht „verschwörungstheoretisches Gedankengut“ vorwerfen könnte – geschieht ja vielleicht auch jetzt gerade aus den Reihen jener, die die größte Bedrohung der demokratischen Zivilgesellschaft in „wahnmachenden Mahnwachen“ sehen – Friedenaktivisten, Vegetarier, Hippies, die auf einmal zur faschistischen Geisel der Menschheit mutieren, während der Faschismus andernorts immer mehr bedenkliche Macht gewinnt:

„Über 600 Demonstranten wurden festgenommen und »Gefangenensammelstellen« (O-Ton der Polizei) zugeführt. Der Student Carlo Giuliano wurde durch den gezielten Kopfschuss eines Carabinieri von einem Jeep aus getötet. Mehr als 300 Demonstranten, darunter zahlreiche Ausländer, so auch mehrere Deutsche, wurden zum Teil schwer verletzt. In der Dias-Schule, in der das Genueser Sozialforum untergebracht war, wurden 54 Personen blutüberströmt und schwer verletzt abgeführt. Sie wurden unter Hitler- und Mussolini-Bildern gefoltert und gezwungen, »Viva il Duce« zu rufen.“

Es gab auch deutliche Stimmen dazu:

„Professor Bodo Zeuner von der FU Berlin warnte damals, wenn die Polizei politisch unliebsame Personen überfallen und lebensgefährlich verprügeln dürfe, dann sei es »zu Folterkellern wie denen der SA im Deutschland von 1933 nur noch ein Schritt. Wer den Überfall auf die Dias-Schule in Genua als irgendwie entschuldbar durchgehen lässt, leistet Beihilfe zu einer schleichenden Faschisierung der Gesellschaft.«“

Folgen?

Keine.

Die Täter? Bis heute unbekannt.

Was für ein Monster regt sich eigentlich dort hinter den Kulissen?

Unter anderem die Strategie der Spannung (siehe Wikipedia):

„Die Strategie der Spannung (nachrichtendienstlicher bzw. politischer Begriff, vom ital. strategia della tensione) ist ein Oberbegriff für einen Komplex aus verdeckten Maßnahmen zur Destabilisierung oder Verunsicherung von Bevölkerungsteilen, einer Region oder eines Staates, ausgeführt oder gefördert durch staatliche Organe.“

Opfer? Früher Kommunisten, heute Globalisierungsgegner … oder EZB-Kritiker.

Über diese Art von Verunsicherung der Gesellschaft durch im Geheimen arbeitende faschistische Kreise im Staatsdienst regt sich Angela Merkel nicht auf – jedenfalls habe ich nicht bemerkt, dass sie sich groß über den Folterstaat Italien brüskiert hat. Auch der Spiegel verschweigt in seinem Bericht über das Urteil gegen den Folterstaat Italien die Hintergründe, die geeignet wären, weitere Folterer und Massenmörder in höchsten Regierungsstellen zu entlarven – dabei wäre es doch eine Superstory gewesen, wenn man mal auf den eigenen Bericht aus dem Jahre 2005 verwiesen hätte.

Gladio könnte immer noch aktiv sein.

Rechtsgerichtete Terroristen könnten … auch einfach mal eine Passagiermaschiene abschießen anstatt nur türkische Gemüsehändler. Für Nazis ist Massenmord Freizeisport. Ein stramm rechter Pilot, eine Rakete – danach folgt der Mantel des Schweigens, der auch die Täter von Genua schützt. Nun gut: es gäbe einen Riesentumult wegen der Toten …. aber dafür kann man ja schnell den suizidalen Irren heranziehen.

Bedenken Sie, was Frau Merkel auf der Münchener Sicherheitskonferenz gesagt hat: die Verunsicherbarkeit unserer Gesellschaften ist das Problem … nicht etwas die Tatsache, das hinter den Kulissen Gewalten toben, die Präsidenten morden, Unschuldige mit Terror überziehen oder über Nacht einen Dritten Weltkrieg gegen Russland inszenieren.

Und damit die Gesellschaften nicht verunsichert werden, müssen die Medien – wie beim Absturz der Germanwings-Maschine, bei der Hetzjagd gegen Griechenland oder dem Kesseltreiben gegen Putin – im Gleichschritt marschieren.

Was sie offensichtlich auch tun – den obwohl ein Massenmord stattfand (über andere Täter mag ich nicht spekulieren, da gibt es wichtigere Themen), redet niemand darüber.

Ach – und sie wollen jetzt wissen, was wirklich mit der German-Wings-Maschine geschah?

Reden Sie schnell mit den Crews jener Maschinen (angeblich 30), die nach dem Massenmord spontan am Boden blieben. Schnell, bevor die von ihren Arbeitgebern ihre Sprachcodes erhalten, die die Gesellschaften vor Verunsicherung schützen sollen.

 

WM-Boykott oder Arschloch sein: heute darf man sich entscheiden!

WM-Boykott oder Arschloch sein: heute darf man sich entscheiden!

Donnerstag, 12.6.2014. Eifel. Deutschland ist im Fieber, heißt es. Im WM-Fieber. Seit meiner Jugend bin ich da im Nachteil: ich verstehe das nicht. Gut: Fußball spielen ist in Ordnung – also: SELBST spielen. Das kann ganz lustig sein. Aber anderen beim spielen zuschauen? Haben sie schon mal besondere Lust daraus gezogen, anderen beim Lesen zuzuschauen? Stundenlang? „Eifelphilosoph liest Goethe, Folge 4“? Da ist selber lesen wohl besser. Nun – das Zuschauen allerdings: das hat man uns jetzt antrainiert. Egal ob beim Sex, beim Urlaub, beim Kochen, beim Renovieren: wir schauen zu. Leben aus der Dose. Vier Stunden am Tag: da fällt der Fußball nicht weiter auf, könnte man meinen.

Beim Fußball jedoch – wurde schon lange vorher zugeschaut. Die Frage ist: warum. Bei anderen Erscheinungsformen der Massenbildung (Hitlers Massenaufmärsche oder Metallicas Konzerte) fand ich mal die Erklärung, dass es sich um fragmentierte Persönlichkeiten handelt: wer da hingeht, hat eine Macke, ein Manko, einen Makel. Kann das sein? Baden in der Masse, weil man ohne sie ein GAR NICHTS ist? Nationalmannschaft als Krücke für das Gerne-Groß-Ego?

Überlassen wir die Frage den Psychologen.

Was wird da übrigens gemacht? Ich meine – so prinzipiell?

Aus gerade nicht griffbereiter Quelle (bei Interesse bitte nachfragen!) habe ich die Theorie, dass es sich um ein symbolisiertes Jagdspiel handelt: die besten Jäger des Stammes jagen das Wild, das bei „TOOOOOOR“ als erlegt gilt. Ähnliches beobachtete eine mir bekannte junge Frau beim Ritual des Fußballschauens im Kreise junger Männer: dort sah sie allerdings die Frau als Beute und das TOOOOOOR als … na ja. Neun Monate später gäbe das einen neuen Mittelstürmer.

Ich hingegen sehe eindeutig die politische Komponente. „Deutschland“ gegen „Holland“ hat eine Tradition, die auf die Zeit von 1933-1945 zurückgeht. Hier kann man ungestraft Ressentiments austragen, ohne seine eigene Haut zu Markte tragen zu müssen. „Ein Volk, ein Reich, ein Fußball“. 80 MILLIONEN WERDEN EIN TEAM: so las ich kürzlich in der Werbebeilage der Wochenzeitung. Alles ist vergessen: die Vermögensvernichtung durch Zugriff auf die Lebensversicherungen, die Enteignung durch massive Steigerung der Grundsteuer, die exobitanten Steigerungen der Privatvermögen, die zunehmende Verarmung breiter Bevölkerungsschichten – alles vergessen.

Wie in Kriegszeiten.

Eigentlich … simulieren wir Krieg. Schicken unsere jungen Männer aufs Feld, um den Gegner zu schlagen. Es ist nicht nur Krieg (mit anderen Regeln als üblich), es ist sogar der schicksalhafte ENDSIEG – siehe Spiegel:

„Gerade bei ARD und ZDF merkt man den Moderatoren und vielen Kommentatoren inzwischen an, dass es ihr Auftrag ist, das Produkt Fußball, für das die Sender eine riesige Menge Geld auf den Tisch geklatscht haben, auf Gedeih und Verderb zum Großereignis hochzujazzen“, sagte Roth dem SPIEGEL. „Sie blähen alles zur Jahrhundertbegegnung, zum Titanenkampf auf. Das ist unerträglich.“

Der TITANENKAMPF. Von staatlichen Sendern befohlen – und keinem wird schlecht?

Nebenwirkungen von Fußball? Kann man im „Westen“ lesen:

Im „Lar Santa Monica“ in Fortaleza beginnen zig Leben neu. Aber Heimleiter José Alberto Moreno warnt vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien: „Die WM wird viele Mädchen in die Katastrophe treiben.“ Er kämpft gegen Kinderprostitution und sexuelle Gewalt an Kindern.

Da fällt der internationale Herrenmensch ein und vergreift sich zwischen den Spielen an ein paar Kindern. Beim Titanenkampf kann das schon mal passieren.

Weniger interessant ist, dass man in ein Land einfällt, dass die Barbarei des Kapitalismus bis zum Exzess vorangetrieben hat – siehe Klaus Hart:

Am Pfingstsonntag haben Unbekannte unter einer City-Hochstraße Rio de Janeiros zwei junge Obdachlose angezündet. Eine junge schwangere Frau ist dabei lebendig verbrannt, während ein junger Mann im Hospital den schweren Brandverletzungen erlag. Das Verbrennen von Bettlern und Obdachlosen zählt in Rio, aber auch anderen brasilianischen Großstädten  zu den alltäglichen Verbrechen.

Solche Berichte kenne ich schon seit den siebziger Jahren: junge Businessfrau überschüttet in der Mittagspause schlafenden Indianerhäuptling mit Benzin und zündet ihn an: Barbecue auf brasilianisch. Stört aber nicht: Fussball verbindet.

Nur: wen?

Wollen wir mal die Bundesregierung zu dem Thema hören? Nochmal Klaus Hart:

In meinungsbildenden deutschen Analysen, in der deutschen Parteipropaganda wird die brasilianische Regierung ausdrücklich als “progressiv” eingestuft.

“Brasilien ist eine Industriemacht, die achtgrößte Wirtschaftsnation der Welt, modern und fortschrittlich.”

Bundesaußenminister Guido Westerwelle:  

 “Brasilien ist das Kraftzentrum Südamerikas geworden und zu einer Gestaltungsmacht mit globalem Anspruch herangewachsen”.

Eine progressive Gestaltungsmacht mit Todesschwadronen: von Brasilien lernen heißt: siegen lernen.

In der Zeitjung findet man die Geschichte eines Menschen, der … genauer hingeschaut und sich entschieden hat:

Ein halbes Jahr lang dokumentierte er die Zeit vor der WM, mischte sich unters Volk und sprach mit den Straßenkindern der gewalttätigsten Metropole Brasiliens. Dabei musste er feststellen, dass sie nach und nach verschwinden.

Sie seien, so Jensen, dem neuen Säuberungsprogramm der Stadt zum Opfer gefallen. Denn Brasilien solle schließlich auch während der WM das Bild verkörpern, das Touristen in den Medien vermittelt wird: ein lebensfrohes Land, in dem es von fruchtigen Cocktails, wirbelnden Tänzern und willigen Mädchen nur so wimmelt. Das kurbelt die Wirtschaft an! Hungernde Straßenkinder, die in den für die Touristen vorgesehenen Vierteln schlafen, passen nicht ins Bild und werden daher, so der Journalist, von der Polizei beseitigt: Sie würden nachts im Schlaf erschossen und aus den Touristenvierteln entfernt. Wohin man sie bringe, weiß keiner, sagen die Straßenkinder. Zurück bleibe eine cleane Straße, die nur darauf wartet, den Touristen vorzugaukeln, hier sei alles in Ordnung. Damit sie die WM weiterhin genießen können, während der Regen durch die Krankenhausdecken tropft und das Blut von den Straßen wäscht.

In Deutschland waren es die Juden, in Brasilien sind es die Kinder der Armen, die … „verschwinden“.

Keinen störts, es regiert König Fußball. Der jedoch … unterstützt keine Projekte gegen Kinderprostitution … jedenfalls nicht als FIFA (siehe Deutsche Wirtschaftsnachrichten).

Die dicken weißen Männer wollen sich wohl zwischendurch etwas Besonderes gönnen – man will den „brasilianischen Nächten“ wohl nicht ihren Reiz nehmen. Vielleicht nehmen sie etwas wirklich Besonderes mit nach Hause? Lepra zum Beispiel. Schauen wir doch mal bei der Bundeszentrale für politische Bildung vorbei (die sich – nebenbei bemerkt – in ihren Berichten häufiger auf den oben zitierten Herrn Hart beruft), wo uns eine brasilianische Ärztin aufklärt:

Ein öffentliches Hospital an Sao Paulos Peripherie, umgeben von Elendshütten und Katen. Die junge Ärztin Maria Paim diagnostiziert dort serienweise Lepra. „Unser öffentliches Gesundheitswesen ist sehr schlecht, wir haben mehr Fälle von Lepra als von Aids in Brasilien. Die Autoritäten wollen sich diesem sozialen Problem nicht stellen, das ist ihnen unbequem und lästig. Man denkt – sollen diese Leprakranken doch ruhig in den Slums vor die Hunde gehen – denn dort sind sie ja eingesperrt.“ 2006 wurden 52.000 Neuinfizierte gezählt, Tendenz steigend. Auf Brasilien entfallen 97 bis 98 Prozent aller Leprafälle Nord- und Südamerikas, weltweit ist es das Land mit der höchsten Lepradichte – noch vor Indien.

Mehr Lepra als in Indien, eine Kultur der Menschenbrennerei und Kindervergewaltigung: wahrlich – dieses Land ist eine fortschrittliche Gestaltungsmacht mit Zukunft, da kann man dem Neoliberalismus ohne weiteres Recht geben.

Werfen wir doch einmal eine Blick auf die Polizei in jenem Land (siehe BpB)

Nach dem Übergang zur Demokratie blieben die militärischen Strukturen der Polizei erhalten. Spezialeinheiten der Militärpolizei haben sich seitdem durch brutales Vorgehen einen Namen gemacht. Die „ROTA Einheit“ in São Paulo beispielsweise wurde 1969 zur Verfolgung von Regimegegnern gegründet. Seit der Einführung der Demokratie wird sie bis heute als Spezialeinheit der Militärpolizei genutzt. Gerade die ROTA wurde von populistischen Politikern, die gerne für härteres Durchgreifen durch die Polizei plädieren, zum Stimmenfang genutzt: In den Jahren 1991 und 1992 ist die ROTA maßgeblich an der hohen Anzahl von getöteten Zivilisten durch die Militärpolizei beteiligt und patrouilliert bis heute die Straßen der größten Wirtschaftsmetropole Südamerikas. 

Cool, oder? Wäre so, als würde man in Deutschland noch die SA auf den Straßen dulden, „aber sonst haben wir Demokratie“. Das Parlament – die Zeitschrift des deutschen Bundestages – weiß Bescheid:

Tim Cahill, Brasilienexperte von Amnesty International in London, bezeichnete Ende 2009 in São Paulo die besorgniserregende Menschenrechtslage des Tropenlandes als Diktaturerbe, überall im Staatsapparat treffe man auf Diktaturaktivisten. Straflosigkeit für Regimeverbrecher fördere heutige Straffreiheit: „Es wird weiter gefoltert und außergerichtlich exekutiert, die Lage in den Gefängnissen ist nach wie vor grauenhaft – und es gibt sogar weiterhin Todesschwadronen und Sklavenarbeit. Da wird also Früheres fortgesetzt – Brasilien ist in Lateinamerika bei der Vergangenheitsbewältigung am weitesten zurück. Das große Problem des Landes ist heute, dass der offizielle Diskurs nichts mit der politischen Praxis zu tun hat.“

Theorie und Praxis liegen weit auseinander. Erinnert an zu Hause.

2,74 Milliarden Euro flossen in den Bau von Stadien … von denen fraglich ist, ob sie rechtzeitig fertig werden (siehe rp-online). Indianerland wurde enteignet, damit „König Fußball“ residieren kann, der laufende Genozid an den Indianern findet kaum Aufmerksamkeit (siehe survival-international), für die „Sicherheit“ in den Stadien mehr ausgeben als für den Schutz der Indianer:

Die 791 Millionen US-Dollar, die für die Sicherheit bei der Fußball-WM auf der Rechnung stehen werden, entsprechen mindestens dem Dreifachen des Jahresbudgets von FUNAI, der brasilianischen Indianerschutzbehörde (81 Millionen US-Dollar).

Auch die Polizei tritt hier in bekannter Manier auf:

Sechs Stunden mit dem Auto von Salvador entfernt, erleben die Tupinambá derzeit Übergriffe durch die Polizei. Die Polizisten fallen in ihre Dörfer ein, um sie zu vertreiben, damit sich dort Rinderfarmen ausbreiten können. Im August 2013 wurden vier Tupinambá ermordet und ihre Körper verstümmelt. 26 Häuser wurden niedergebrannt.

Ein laufender Holocaust – und die Welt feiert.

Diesmal jedoch … kann man ein Zeichen setzen. HEUTE NOCH!

Heute kann man sich entscheiden, ob man den Propagandisten von ARD und ZDF folgt und sich um nationalistischen Titanenkampf  verführen läßt … oder ob man lieber ein klares NEIN zu Genozid, Kinderprostitution und Massenmord an Kindern sagt, zu Neoliberalismus und Nationalismus, zu Korruption und Geldverschwendung. Endlich hat man es selbst in der Hand, kann heraustreten aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit und ein klares Signal abgeben: MIT MIR NICHT!

Oder aber man mutiert zum grenzdebilen Fähnchenschwenker, wird eins mit Todesschwadronen, Menschenbrennern und Massenmördern, geht Hand in Hand mit übelster Korruption der Gegenwart, siehe Zeit:

In welcher Branche ist jemand tätig, der 50 Prozent der Gewinne einstecken darf, aber nur 0,01 Prozent der Verluste tragen muss? Im Rotlichtmilieu, in der Mafia, in einer Bank? Solche Konditionen gewährt nur der Sport. Angeblich hat sich Ricardo Teixeira, Brasiliens Fußballpräsident und Chef des Organisationskomitees der WM 2014, diese vorteilhafte Klausel für die WM in seinen Vertrag geschrieben.

Sich dem Trubel zu verweigern, bringt enorme Vorteile: man hat Zeit, sich um seine eigenen Probleme zu kümmern: die echten, die man – welch´ Überraschung – mit noch so vielen Toren nicht bewältigen kann … auch nicht als „Weltmeister“ – ein Titel, der an sich schon sehr denkwürdig ist.

„Stell´ Dir vor, es ist Fussball und keiner geht hin“ … wie mächtig wäre dieser König und sein völlig degenerierter Hofstaat dann? Und wie viel Geld hätte man auf einmal übrig, aus diesem Barbarenstaat einen zivilisierten Ort zu machen, der Menschenrechte für jedermann erlaubt.

Fussball oder Menschenrechte – das ist hier die Frage.

Bin mal gespannt auf die Antwort.

 

Was sagen Physiker zu solchen Schicksalen?

Mit Dank an Frau Kopfstaendler für den Artikel. Über dieses Thema wird viel zu wenig berichtet. Nicht, daß sich die Welt in eine in alten schwarz/weiß Filmen gezeigte radioaktive Hölle mit ein paar mutierten und keulenschwingenden Barbaren als Einwohner verwandelt. So viel ich weiß haben die Linken im Bundestag immer gegen Atomkraft und Kriege gestimmt.  Daß sie aus Uranmunition und dem damit verbundenen Völkermord kein Wahlkampfthema machen, ist leider eine traurige Sache. Doch zuviel Angst vor dem großen Bruder?

http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/ndr/2013/20130911-atomausstieg-100.html

Uran bleibt uns erhalten – auf eine strahlende Zukunft!

Ein 26 Jahre alter Mann beklagt unerträgliche Schmerzen in allen großen und kleinen Gelenken und die Rückbildung der Kieferknochen. Er wird im Rollstuhl transportiert.

Die Zähne sind alle ausgefallen, er trägt jetzt eine Zahnprothese, die aber, bedingt durch den Knochenschwund, keinen Halt mehr findet. Im Kosovo wurde er bei Aufräumarbeiten im Rahmen der internationalen Hilfe eingesetzt. Er wollte doch nur Gutes tun und helfen.

Ärztliche Befunde sprechen von einer „geringen radioaktiven Belastung“, wobei die Art der Strahlen nicht genannt wird.

Er lebt jetzt bei der Mutter. Eine Rente erhält er nicht. Das wäre halt eine schicksalhafte Entwicklung. Dumm gelaufen.

————-

Aus den Berichten über „Abgereichertes – depleted – Uranium“ weiß man, dass dies eine Folge des eingeatmeten Uranstaubs mit darin enthaltenen Alpha-Teilchen ist, die vom Körper nicht ausgeschieden werden. Staub gab es mit den panzer- und bunkerbrechenden Uran-Waffen in großen Mengen.

http://www.netzwerk-regenbogen.de/uran-geschosse.html

Zitat:
Einsatz der Uranmunition

Urangeschosse wurden im Golfkrieg 1991 von den allierten Truppen gegen den Irak eingesetzt. Die NATO hat Urangeschosse in ihrem Bombardement gegen die bosnischen Serben 1994 eingesetzt.

Auch 1999 während des 78-tägigen Krieges gegen Jugoslawien wurden 31.000 Uran-Projektile mit insgesamt 10 Tonnen abgereichertem Uran, hauptsächlich über dem Kosovo abgeschossen. Die Geschosse sind vor allem entlang der Grenze zu Albanien, südwestlich von Kosovska Mitrovica, im Nordkosovo und in der Nähe der Stadt Klina eingesetzt worden. Da aber nicht nur die geplanten Ziele angegriffen wurden, sondern auch an anderen Orten von den Piloten willkürlich mit abgereichertem Uran bombardiert wurde, ist eine vollständige Bekanntgabe der Einsatzgebiete in Serbien, Kosovo und Montenegro nicht möglich.

Spätestens seit 1995 sind die Arbeiten von Professor Günther über die gesundheitlichen Auswirkungen der Uranmunition bekannt. Und bereits am 6.7.1998 hat das US-amerikanische National Institute of Health eine Arbeit von Miller et al. veröffentlicht, die die erste (von der US-amerikanischen Regierung zur Kenntnis genommene) sei, die zeigt, daß abgereichertes Uran Krebs erzeugt: eine geringe Menge Alpha-Teilchen reichte aus, um aus Knochenzellen (Osteoblasten) Krebszellen entstehen zu lassen.

Durch den NATO-Krieg ist nun auch der Kosovo mit Uran verseucht. Im Nachbarland Makedonien (FYROM) wurde jedenfalls durch Wissenschaftler der Universität Thessaloniki festgestellt, daß die radioaktive Belastung seit dem Krieg auf das achtfache angestiegen ist.Dieses sei eine schlimmere Umweltkatastrophe, als die durch den Reaktorunfall in Tschernobyl verursachte. Erkrankungen, wie sie Prof. Günther in den Jahren bis 1995 im Irak beobachtet hat, sind in den nächsten fünf Jahren auch im Kosovo zu befürchten.

Nach Presseberichten des Hamburger Friedensforschers Götz Neudeck stammt dieTechnologie für die panzerbrechenden Projektile aus Deutschland.

… Hauptsächlich werden Uranoxidteilchen eingeatmet, gelangen in das Lungengewebe und dadurch in das Blut. Sie sind in der Körperflüssigkeiten nur sehr schwer löslich. Sie werden überwiegend im Skelett eingelagert, das als Langzeitdepot dient.

Zitatende.

Und keiner unserer Politiker ist darauf gekommen, dass die Abschaltung von Kernkraftwerken das Risiko der Uranbelastung nicht ausschaltet?

Herr Lafontaine (Physiker) und Frau Merkel (Physikerin): Sie sind gefragt und mitangeklagt. Denn wenigstens Sie hätten auf Grund Ihres Fachwissens warnend eingreifen müssen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Uranmunition

Alpha-Strahlen haben nur eine ganz geringe Reichweite. Sie haben jedoch eine zwanzigfach höhere biologische schädliche Wirkung als eine gleiche absorbierte Dosis Beta- oder Gamma-Strahlen.

http://www.netzwerk-regenbogen.de/uran-geschosse.html

Keine Angst vor den Bildern, einfach anklicken und die eigene Mitschuld am politischen System, das wir immer so lieb wählen, erkennen. Alle 4 Jahre 1 Kreuz zur Wahl? Abwählen, was kaputt macht !

http://www.stern.de/politik/ausland/2-uran-munition-der-fluch-des-krieges-505424.html

Die Lügen der Regierung, die Lügen der Arbeitslosen und das Ende des Eifelphilosophen

Die Lügen der Regierung, die Lügen der Arbeitslosen und das Ende des Eifelphilosophen

Samstag, 15.12.2012. Eifel. Gestern habe ich tief in die Wälder zurückgezogen und über das Ende des Eifelphilosophen nachgedacht. Das mag vielleicht überraschend kommen, gelte ich doch als enthusiastischer Schreiber, aber es gab auch zwei konkrete Anlässe. Der erste ist finanzieller Natur. Nun – ich lebe sehr glücklich mit wenig Geld, weil ich noch nie viel zum Glücklichsein brauchte. Natur, Stille, Licht, Wind, Kerzenschein – diese Dinge erfreuen mein Herz. Ich kann also gut und viel umsonst schreiben, einfach auch aus Dankbarkeit und Liebe zu einem Land, das so ein Leben ermöglicht: immerhin hat dieses Land meine Ausbildung und mein Studium finanziert: Zeit, ihm ein wenig zurückzugeben. Ich habe zwar auch enorm viel Steuern bezahlt – aber diese Steuern stammten alle aus Beiträgen der Bürger für die Gesundheitsversorgung. Aus Scham über diese Tatsache habe ich auch keinen Steuerberater genommen, um die persönlichen Erträge zu maximieren: das war doch eh´ alles Raubgeld. Jetzt aber wird dieses Geld langsam nötig: TAZ, junge Welt, Wallstreet Journal und Welt fangen an, Geld für Artikel zu fordern – was ich denen auch gerne geben würde, doch leider nicht mehr habe. Ich nehme an, das andere Zeitungen dem Nachfolgen werden.

Für einen Artikel hier durchstöbere ich gut 80 weitere – was keiner mitbekommt. Wenn ich einen schreibe -wie diesen hier, sind oben 20 Fenster geöffnet (manchmal auch 40), die Informationen erhalten, die dem Thema nützlich sind. Zahle ich also die 99 Cent pro Artikel, die gerade aufgerufen werden, kostet mich ein Artikel insgesamt (vom Strom und Arbeitszeit mal abgesehen) 80 Euro. Das werde ich nicht lange durchhalten. 2000 Euro pro Monat, um Nachrichten lesen zu dürfen, wird mich überfordern … und es ist ein sehr bedenklicher Trend, weil er mein  „Geschäftsmodell“ unmöglich macht, das im Prinzip ja gerade daraus besteht, gegen die Regierungslügen anzugehen, in dem ich die Wahrheit aus Bruchstücken vieler Einzelmeldungen rekonstruiere um einen Gegenpol zu dem zu erhalten, was die Medien uns verkaufen wollen – even the worst case halt. Wenn Infomation zur Ware wird, wird mir meine Bescheidenheit zum Fluch.

Doch nicht nur das bringt mich sehr ins Grübeln, denn ich werde noch ziemlich lange durchhalten können – das Internet ist riesengroß. Nur: die Ziele der Meinungsbildung der Mainstreammedien werde ich dann nicht mehr ausloten können. Was mich nebenbei sehr getroffen hat, ist der Fall Boes, durch den ich mich ziemlich lächerlich gemacht habe. Immerhin habe ich für ihn geworben, aus ihm einen neuen Stauffenberg gemacht (die Mehrheit der Deutschen hätte das als eine Ehre empfunden – Widerstand gegen unmenschliche Systeme und den Namen Stauffenberg kann man hier synonym verwenden). Dabei habe ich den – unverzeihlichen – Fehler begangen, das ich ihm einfach so getraut habe. Ein Philosoph mit Geistesschulungen, prämiert von der Bundesanstalt für politische Bildung – was kann da schon schiefgehen?

Schiefgegangen ist eigentlich alles – und der Fernsehauftritt (seit dem die Spendenflut für Herrn Boes deutlich zurückgegangen ist) bestätigte diese Katastrophe. Gut, ich wusste, das er sich eine Position erarbeitete hatte, die einen großen Schlag möglich gemacht hätte – bei breiter Unterstützung der sozial engagierten Kreise in diesem Land – doch die war nicht gewünscht. Daraus hätte – wie aus der Piratenpartei – viel werden können. Denen hatte ich 2008 15 % vorhergesagt – und es hat sich gezeigt, das dieses Potential da war. Boes hätte den Auftritt des Herrn Ponader noch übertreffen können (sein Auftritt bei Jauch hat der Partei meine Stimme für die nächste Wahl gesichert), aber er hat sich zu einer anderen Art Auftritt entschieden. Heute entschuldigt er sich schon bei seinen Fans dafür, die noch glauben, er hätte etwas anderes im Sinn als seine persönliche Karriere zu fördern.

Nun Ralph Boes ist nicht von der Bundesanstalt für politische Bildung prämiert worden, er war nur als Referent da, als die BpB eine Qualitätssicherung des Veranstalters durchgeführt hat. Solche kleinen Lügen mag man noch verzeihen – allerdings bekomme ich dann doch Magenschmerzen, wenn ich sehe, das sich hier jemand als Alternative zum etablierten politischen System aufstellt (immerhin habe auch ich eine E-Mail mit der Bitte um Unterstützung bekommen), aber selber seinen Weg schon mit den handelsüblichen Schwindeleien eines Guttenberg beginnt.

Das ganze wurde aber noch schlimmer, denn der sogenannte Philosoph hat sich nur selbst dazu ernannt, ein Studium hat er nie abgeschlossen, siehe Zeit:

Boes begann ein Philosophie-Studium in Heidelberg, aber das war nichts für ihn: »Da steht man wie das dumme Vieh und muss immer gucken, was der eine und was der andere gesagt hat.« Das Universitätsstudium barg ihm zu wenig »innere Selbstbegegnung«, wie er sagt. Also verließ er die Universität. »Ich bin da nicht gescheitert, ich bin da ausgestiegen, weil die Universitäten vor meinem inneren Blick gescheitert sind.«

Das Studium war nichts für ihn – das hat er nach fünfzehn Semestern gemerkt, anderen zuhören zu müssen, war nichts für ihn und seine Perspektive ist die eines Königs oder Gottes, vor dessen „innerem Auge“ die Krönung der abendländischen Kultur scheitert. Aufgrund dieser nicht mehr zu übertreffenden Arroganz ist er auch bei Maischberger gescheitert und wird auch weiter scheitern: wenn man ein Produkt einer breiten Masse verkaufen will (nichts weiter ist die Verbreitung der Idee des allgemeinen Grundeinkommens), sollte man sich für seine Kunden interessieren.

Für einen „Eifelphilosophen“ ist dieser inflationäre Gebrauch des Titel des „Philosophen“ schwer zu ertragen – und bevor ich (nach dem Verrat der Linken) 2008 auf die Piratenpartei gestoßen bin, habe ich mir viel Gedanken darüber gemacht, ob ich es mir anmaßen kann, dieses Pseudonym dort zu verwenden. Da ich ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Philosophie vorweisen kann (also außer mir selbst auch andere der Meinung waren, das ich die Kunst der Philosophie in Grundzügen beherrsche – es stand auch ein „sehr gut“ auf dem Zeugnis), dachte ich mir: na, das geht schon. Hätte ich ein Physikstudium abgeschlossen, hätte ich mich Physiker nennen können – aber ohne abgeschlossenes Medizinstudium sollte sich … der Gesundheit seiner Patienten zuliebe … auch keiner Arzt nennen.

So aber schadet die Titelanmaßung des Herrn Boes einem ganzen Berufsstand, der hart für seine Abschlüsse gearbeitet hat – was nicht immer angenehm war. Wie viele würden ihm noch folgen, wenn sie von dieser Lüge erfahren würden? Welchem „Philosophen“ wird man noch zuhören, wenn solche Typen auf der Szene erscheinen?

Nun – für die Arroganz dem kleinen Mann gegenüber, den er mit seinem erschlichenen Titel blenden wollte, bekommt er jetzt Hassmails, die ihm bei Begegnung Gewaltanwendung versprechen – und ich verstehe, warum Katja Kipping diese Gestalt nicht bei den Linken sehen will: jegliche Seriösität wäre sofort flöten – und das kostet Wählerstimmen.

Fehlendes Geld, fragwürdige Reputation – gibt es noch etwas, das an das Ende denken läßt? Nun – das Thema Arbeitslosigkeit hat sich bald erledigt. Die Situtation kumuliert in einem bald nicht mehr zu versteckendem Ausmaße – und die ersten wahren und echten Arbeitslosenzahlen erreichen die Öffentlichkeit. 3,4 Millionen Deutsche verschulden sich für Weihnachten (siehe Handelsblatt), Deutschlands Mittelschicht schrumpft dramatisch (siehe Spiegel) das Lieblingskind des Deutschen – die Lebensversicherung – gerät ins Wanken, siehe Handelsblatt:

Der Garantiezins ist den Versicherern schon länger ein Dorn im Auge. Denn er steht bei Vertragsabschluss für die gesamte Laufzeit des Vertrages fest – doch den Versicherern fällt es schwer, Anlagen zu finden, die über eine so lange Zeit sichere Renditen abwerfen.

Was im Klartext heißt: das Kasino ist im Eimer, sichere Geldanlagen gibt es nicht mehr, das Kartenhaus stürzt in sich zusammen. Sagt man uns nur noch nicht so deutlich. Wir hätten das Wissen können, wenn man uns früh genug gesagt hätte, wie viele Arbeitslose wir wirklich haben: aber anstatt einer Bekämpfung der Arbeitslosigkeit hatte man sich – mit großem Erfolg – der Bekämpfung der Arbeitslosenstatistik zugewandt.  Hier hat man interessante Tricks angewandt: siehe Destasis:

Zu den Normalarbeitnehmerinnen und -arbeitnehmern zählen abhängig Beschäftigte mit einer unbefristeten und voll sozialversicherungspflichtigen Vollzeittätigkeit, die direkt für ihren Arbeitgeber, also nicht über eine Zeitarbeitsfirma vermittelt, arbeiten. Als Vollzeitbeschäftigte gelten hier Erwerbstätige mit einer wöchentlichen Arbeitszeit ab 21 Stunden. Betrachtet werden dabei nur Erwerbstätige im Alter von 15 bis 64 Jahren, die sich nicht in Bildung oder Ausbildung befinden (Kernerwerbstätige).

Ein Vollzeitarbeitsverhältnis mit 21 Stunden die Woche?

Dennoch lag im Jahr 2011 die Zahl der Normalbeschäftigten mit 23,67 Millionen noch niedriger als vor zehn Jahren (2001: 23,74 Millionen) und deutlich unter der von 1991 (26,83 Millionen).

Wie es aussehen würde, wenn man nur noch die Berufe zählen würde, in der ein Arbeitnehmer Kinder und Ehepartner mitfinanzieren kann (das klassische Familienmodell, auf dem unser aktuelles Grundeinkommen geplant war), kann man sich ausmalen. Da weiß man auch, was von den Meldungen zu halten ist, das 40 Millionen Deutsche „beschäftigt“ sind. Halbwegs richtige Arbeit haben nur noch 24 Millionen Deutsche – und einige davon sind Aufstocker, weil die 21-Stunden-Jobs nicht mehr soviel einbringen.

4,6 Millionen davon sind im öffentlichen Dienst beschäftigt – reduziert die Zahl auf 19 Millionen, zieht man noch die 1,7 Millionen Beamte ab, dann arbeiten nur noch 17, 3 Millionen – und viele davon nur noch 21 Stunden.

Diese finanzieren ein System, das beständig mehr Milliarden in den Sand setzt (wie Stuttgart 21, siehe Handelsblatt), das aus Steuern sparen einen Volkssport macht (ebenfalls Handelsblatt) und die Wohnungen der Bürger an Investoren verschachert (siehe Verkäufe des Bundes in diesem Jahr, Quelle: Bildzeitung).

Vor diesem Hintergund versteht man, warum die Springerpresse auf breiter Front die Agenda 2020 propagiert – mit deutlich gekürzten Regelsätze für Arbeitslose – siehe Gegen-Hartz. Viel Hilfe aus dem (echten, nicht eingebildeten) akademischen Sektor wird man beim Widerstand gegen diese Entwicklung nicht mehr bekommen, zunehmend drängen sich die Konzerne an die Universitäten, siehe Spiegel:

Die Sorge der Kritiker: Externe Geldgeber könnten verstärkt Einfluss nehmen auf Lehre und Forschung, deren Freiheit im Grundgesetz festgeschrieben ist. Tatsächlich werden bereits 660 Lehrstühle von Finanziers mit Eigeninteressen bezahlt. Die setzen dann zuweilen sogar durch, dass Gebäude und Räume nach ihnen benannt werden. So gehen Studenten in Wiesbaden, Düsseldorf und Würzburg zur Vorlesung eben in den Aldi-Süd-Hörsaal.

Die haben bald ihre eigenen Philosophen, die dann ihre Job für Aldi machen: die Welt verändern. Und was die tun werden, beschreibt Subcommandante Marcos aus seinem Versteck in den Bergen von Mexiko, siehe Freitag:

Wenn sich im Supermarkt der Globalisierung der Nationalstaat als ein weiteres Unternehmen versteht, die Regierenden sich als Geschäftsführer, die Polizisten sich als Wachschutz sehen, dann fällt den intellektuellen Rechten der Bereich der PR zu – sie sind die theoretischen Bodyguards des Fürsten, die Ansager der „neuen Geschichte“.

Die Entwicklung war spätestens seit 1996 bekannt – Vivianne Forrester schildert sie in ihrem Werk „Terror der Ökonomie“, ein weiterer Mahner bringt die Realität im Jahre 2012 auf den Punkt, siehe Junge Welt

Laut ECOSOC-Statistik sind vergangenes Jahr 52 Millionen Menschen Epidemien, verseuchtem Wasser, Hunger und Mangelkrankheiten zum Opfer gefallen. Der deutsche Faschismus brauchte sechs Kriegsjahre, um 56 Millionen Menschen umzubringen – die neoliberale Wirtschaftsordnung schafft das locker in wenig mehr als einem Jahr.

Für die Völker des Südens hat der dritte Weltkrieg längst begonnen. Solange wir schweigen, sind wir Komplizen der Mörder. Che Guevara hat gesagt: »Auch die stärksten Mauern fallen durch Risse« – und diese Risse werden zunehmend sichtbar!

Auch die stärksten Mauern fallen durch Risse – allerdings starb Che Guevarra derzeit in Bolivien, weil er die Lage völlig falsch eingeschätzt hat: ein Riesenfehler für Revolutionäre. Auch wir in Deutschland schätzen die Lage völlig falsch ein: der Anfang der achtziger Jahre begonnene Krieg des Kapitals gegen die Demokratie kommt jetzt langsam in sein Endstadium, sie fahren den Endsieg ein. Augenwischereien vom deutschen Mittelstand sind weit verbreitet, das Privatfernsehen verschenkt schon aus Spaß Millionen, um diese Illusion des Reichtums aufrecht zu erhalten – dabei sind wir bitterarm.

Mittelstand, dafür sind in Deutschland schon ein paar Millionen nötig, das hat the intelligence schön ausgeführt:

Wenn wir von Reichtum sprechen, dann bezieht sich der Begriff auf jene Familien, die über den wahren Reichtum herrschen. Diese Tatsache respektierend, wird die Gruppe der „Schmalspur-Millionäre“ zweifellos zum Mittelstand. Und wir, ungeachtet, ob wir nun 1.000, 2.000 oder 5.000 Euro im Monat verdienen, wir sind das Humankapital. Wir sind die arme Masse, die nur überlebt, wenn sie ihre wertvolle Zeit damit verbringt, sich als bezahlte Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen.

Und was diese Familien so besitzen, ist schon atemberaubend:

Allein der Crown Estate in Großbritannien repräsentiert einen Wert von sieben Billionen Pfund (€ 8.674 Milliarden). Dazu kommt noch der Kronbesitz in den Commonwealth-Staaten wie Kanada und Australien.

Konformisten mögen diesbezüglich behaupten, dass der Kronbesitz ja gar nicht dem Königshaus gehöre. Wem denn? Dem Volk gehört er nicht!

Das ist die Realität unserer Vermögensverteilung. Wir erfassen als Reiche nur die, die erfasst werden wollen. Die, die richtig Geld haben, sehen wir noch nicht mal – wir können nur in groben Zügen erfahren, was das bedeutet:

147 Unternehmen herrschen über die Weltwirtschaft, ist bei einer in der Schweiz durchgeführten Studie ans Tageslicht gekommen. Recherchen bezüglich der Besitzverhältnisse bringen immer wieder nur Namen von Konzernen hervor. Am häufigsten tauchen dabei „State Street Corporation“, „Vanguard Group“, „BlackRock“, „FMR, „J. P. Morgan“, „Capital World Investors“ und „Bank of New York Mellon Group“ auf. Ein Teil der Aktien befindet sich im Streubesitz. Doch wem diese Vermögenswerte, die hier geballt sind, nun tatsächlich gehören, ist nicht eruierbar.

Dabei sind die Informationen über die Besitzverhältnisse entscheidend, wenn man die reale politische Macht dieser Gruppe einschätzen will – hierzu nochmal Ziegler aus der (bald bankrotten) jungen Welt:

Wer also sind die Herren dieser kannibalischen Weltordnung? Da möchte ich zunächst die zehn größten multinationalen Konzerne nennen, die 85 Prozent der weltweit gehandelten Lebensmittel kontrollieren – sie entscheiden jeden Tag, wer ißt und lebt, wer hungert und stirbt. Ihre Strategie ist die Profitmaximierung.

Wenn wir das Grundeinkommen durchgesetzt haben, werden die die Preise erhöhen, weil sie nicht mehr genug aus diesem Land herausziehen. Wir werden gar nicht so schnell rennen können, wie die die Nahrungsmittel aus dem Euroraum herausziehen. Das erfahren wir aber nicht – nur der wirkliche Mittelstand in Deutschland hat Geld und Muße genug, sich – fernab von den Belästigungen durch Erwerbsarbeit – mit solchen Themen beschäftigen zu können … und die kommen dann zu dem Schluss, das es sinnvoller ist, so viele Millionen für sich an die Seite zu raffen, bevor der  unvermeidliche große Knall kommt und der neoliberale Finanzfaschismus auch in Europa Massenmorde begeht … die Südfront Europas bricht gerade gewaltig zusammen.

Aber was geschieht hier? Wir werden belogen, siehe Zeit:

In der Öffentlichkeit finden Hartz-IV-Empfänger vor allem Beachtung als Jammerlappen, Fertiggerichtekocher, Flachbildschirmkäufer. Manchmal wird in Talkshows und Reportagen auch das Gegenbild vorgeführt, meist in Form einer tapferen Alleinerziehenden, die ohne Schuld in Not geraten ist. Meine Eltern gehören weder zur einen noch zur anderen Gruppe: Sie haben ein mittleres Bildungsniveau, sie legen Wert auf gesunde Ernährung, und sie hören Kulturradio, statt Bild zu lesen.

Wir haben die Rückkehr des Neger, des Juden, des Untermenschen zu verzeichnen, des niedrigen Insekts, das zertreten gehört. Das liest man aber nie in den Medien, obwohl es ein Superminister (SPD)  in Deutschland war, der diese Klassifikationen eingeführt hat und damals für alle gebildeten Menschen deutlich verkündete, das der Dritte Weltkrieg (der in Europa noch ein Geldkrieg ist) ab sofort auch in Deutschland stattfindet. Und die Erfolge dieser Berichterstattung? Hören wir Dirk Mergel, ebenfalls Zeit:

Ich oute mich. Ich habe es lange vor meinen Freunden und Bekannten geheim gehalten. Ja, ich beziehe Hartz IV. Es ist ein erniedrigendes Gefühl. Es ist, als ob jemand dir den Boden unter den Füßen wegzieht. Es ist beschämend, sich auf dem Amt nackig zu machen, Kontoauszüge der letzten sechs Monate vorlegen zu müssen, bei einer Mitarbeiterin, die wahrscheinlich grade so die mittlere Reife geschafft hat, sich dir gegenüber jetzt aber wie eine Göttin aufführt.

So fühlt der Neger gegenüber dem weißen Massa. Erleben Millionen Menschen gerade – 42 Millionen in Deutschland, um es genau zu sagen. Diese erst unglaubliche Zahl, die man gar nicht oft genug nennen kann, wird nun plausibler, wenn man sieht, wie wenig Menschen noch einen echten Arbeitsplatz haben. Und die Superreichen,  für die Neoliberalismus vor allem die liberale Freiheit bedeutet, mit ihrem Geld die gesamte westliche Wertegemeinschaft zu vernichten und hunderte Millionen von Menschen in den Hungertod zu schicken (zur Not – wie in Deutschland – auch per Gesetz).

Wenn es uns nicht schnell gelingt, eine Sammelbewegung zu schaffen, die sich gegen die treibenden Kräfte der Globalisierung zur Wehr setzt, dann werden wir jenes barbarische Zeitalter nichtaufhalten können, vor dem Herrmann Scheer so eindringlich  gewarnt hat:

„Wenn wir so weiter machen, dann kommen neue Selektionsmechanismen zwischen Staaten, zwischen Rassen, zwischen Religionen, zwischen berechtigten Menschen und unberechtigten, zwischen wertvollen und nicht wertvollen Menschen, dann wird der monetäre Wert des Menschen irgendwann in den Vordergrund geschoben und dann beginnt ein neues Zeitalter der Barbarei. Das ist unausweichlich.“

Aktuell merken wir wieder, wie diese Barbarei aussehen kann: 20 Kindergartenkinder sind erschossen worden, der wie üblich aus gut situierten Verhältnissen stammende Täter galt als Genie (siehe Spiegel). Bevor man nun in großes, berechtigtes Wehklagen ausbricht, sollte man sich im Jahre 2012 mal eine Frage stellen: warum sollte der das eigentlich nicht tun dürfen? Er tut doch nur, was seine Eltern ihm vorleben: er macht, worauf er Bock hat, ohne Rücksicht auf die anderen.

Die Kultur der Eltern tötet jährlich 50 Millionen zur Finanzierung unseres Reichtums – was zählen da schon zwanzig Kinder mehr oder weniger?

Die Antwort auf diese Frage „warum eigentlich nicht“ wird den meisten Menschen von Jahr zu Jahr schwerer fallen, weil der Neoliberalismus zusehends die Moral verdrängt und einfach rücksichtslos die ganze Welt umbaut, fort von einer Welt der Moral hin zu einer Welt der … Barbarei der Stärkeren.

Und wenn man gegen diese Barbarei angehen will, dann ist es sehr förderlich, auf Moral zu bauen – und nicht auf Lügen.

Nun – das ich diese Lügen mitgetragen habe, sie empfohlen und befördert habe, schockiert und beschäftigt mich persönlich sehr – es ist ja nicht das erste Mal, das dies durch Politiker (oder solche die es werden wollen) geschieht. Ich werde heute wohl wieder grübelnd in meine tiefen Wälder zurückkehren und jene Pfade betreten, die mich über die grüne Grenze sicher ins Ausland bringen.Früher wurden hier Juden aus Berlin sicher über die Grenze gebracht, es scheint mir, als wäre es sinnvoll, jene geheimen Pfade lebendig zu erhalten.

Außerdem gibt es auch andere Entwicklungen, die zeigen, das meine Arbeit in dieser Form vielleicht auch gar nicht mehr benötigt wird: ein neues Bündnis für ein menschenwürdiges Existenzminimum hat die Bühne betreten, um die Armut in Deutschland bekämpfen zu können. Deutschlands führenste Erwerbslosenforen sind dabei.  Das sagt eigentlich schon alles.

 

 

 

 

 

Mord im Jobcenter. Und versuchter Massenmord an Arbeitslosen. „Deutschland“ live 2012.

Freitag, 28.9.2012. Eifel. Es ist mal Zeit für ein paar klare Worte - zum Beispiel über uns. Dies hier ist ein Nachdenkmagazin - kein öffentlich-rechtliches Bauchpinselmagazin und auch kein privates Tittenformat. Hier sitzen Menschen, die zum Nachdenken anregen möchten - manche mit Worten, manche mit Bildern - und selten kommen auch kleine Filmchen ins Spiel. Weil wir wenige Menschen sind, ist der Hörfunkbereich noch unterrepräsentiert. Wir arbeiten daran. Wer aber zu den 1.08 Millionen Menschen gehört, die sich an diesen Ort begeben, muss damit rechnen, das hier klare Worte geäußert werden - Worte, die zum Teil gar nicht die Meinung der Redaktion sind - und in meinem Falle noch nicht mal immer die Meinung des Autors wiedergeben. Mit dem Artikel "Arbeit ist Scheiße" habe ich mir erlaubt, einmal das auszusprechen, was die überwiegende Mehrheit der Deutschen denkt. Viele Studien belegen das - obwohl morgens alle mit eingestanztem Dauerlächeln vor dem Chef erscheinen - vorbei die Zeit, an der man die eigene Meinung offen am Gesicht ablesen konnte. Dies ist eine moderne Form von Tyrannei - breitflächig unterstützt von Bauchpinselmagazinen und Tittenformaten (mit ihrer virtuellen Dauerbotschaft: wer nur fleißig genug ist, darf auch mal anfassen!). Die Politik weiß dass ... und hat deshalb "Druck" erfunden (ja, DRUCK, das kann man überall nachlesen, damals wie heute noch). Ein Regime, das Druck auf das Volk ausübt, das das Volk sozusagen "pressiert" - wie nennt man das? Nun - Tyrannei, Diktatur, Unrechtsstaat ... da haben wir viele Begriffe für, die alle eins besagen: dort, wo die Regierung das Volk auspresst, herrscht schon lange keine Gerechtigkeit mehr - und die Demokratie ist weit weit fort, denn sie steht immer und überall für die Werte "Freiheit", "Gleichheit" und "Brüderlichkeit". Dort ist für Erpressung kein Platz.

Freitag, 28.9.2012. Eifel. Es ist mal Zeit für ein paar klare Worte – zum Beispiel über uns. Dies hier ist ein Nachdenkmagazin – kein öffentlich-rechtliches Bauchpinselmagazin und auch kein privates Tittenformat. Hier sitzen Menschen, die zum Nachdenken anregen möchten – manche mit Worten, manche mit Bildern – und selten kommen auch kleine Filmchen ins Spiel. Weil wir wenige Menschen sind, ist der Hörfunkbereich noch unterrepräsentiert. Wir arbeiten daran. Wer aber zu den 1.08 Millionen Menschen gehört, die sich an diesen Ort begeben, muss damit rechnen, das hier klare Worte geäußert werden – Worte, die zum Teil gar nicht die Meinung der Redaktion sind – und in meinem Falle noch nicht mal immer die Meinung des Autors wiedergeben. Mit dem Artikel „Arbeit ist Scheiße“ habe ich mir erlaubt, einmal das auszusprechen, was die überwiegende Mehrheit der Deutschen denkt. Viele Studien belegen das – obwohl morgens alle mit eingestanztem Dauerlächeln vor dem Chef erscheinen – vorbei die Zeit, an der man die eigene Meinung offen am Gesicht ablesen konnte. Dies ist eine moderne Form von Tyrannei – breitflächig unterstützt von Bauchpinselmagazinen und Tittenformaten (mit ihrer virtuellen Dauerbotschaft: wer nur fleißig genug ist, darf auch mal anfassen!). Die Politik weiß dass … und hat deshalb „Druck“ erfunden (ja, DRUCK, das kann man überall nachlesen, damals wie heute noch). Ein Regime, das Druck auf das Volk ausübt, das das Volk sozusagen „pressiert“ – wie nennt man das? Nun – Tyrannei, Diktatur, Unrechtsstaat, Reich des Bösen … da haben wir viele Begriffe für, die alle eins besagen: dort, wo die Regierung das Volk auspresst, herrscht schon lange keine Gerechtigkeit mehr – und die Demokratie ist weit weit fort, denn sie steht immer und überall für die Werte „Freiheit“, „Gleichheit“ und „Brüderlichkeit“. Dort ist für Erpressung kein Platz.

Nun haben wir für diesen Artikel einen Kommentar erhalten, der mir besonders gefiel, ich möchte ihn hier nochmal zitieren (Schreibfehler sind entfernt worden):

Traurig
Das erwachsenen gut gebildeten Menschen nix besseres einfällt, als sich in die soziale Hängematte zu legen. Das ist schön einfach, das kostet keine Mühe. Mal abgesehen davon, das solche Artikel anderen Arbeitslosen, das Leben zur Hölle machen.

Herrlich, oder? Und so schön devot. Wahrscheinlich merkt es der Kommentator gar nicht. Was ist geschehen? Nun, einer wagte es auszusprechen, was alle denken: „Arbeit ist Scheiße“. Das ist auch der Grund, weshalb sie früher mal bezahlt wurde: die Umwandlung des menschlichen Wesens in einen Produktionsfaktor ist schmerzlich, weil sie seinem ganzen sozialen Wesen als freier Jäger und Sammler widerspricht – deshalb kriegt man ja auch Geld dafür.

Gut, jedenfalls früher. Heute ist das anders … heute bekommt man immer weniger, und wer Pech hat und wegen Geschlecht, Alter, Krankheit oder Erschöpfung aus dem System fällt, bekommt gar nichts mehr – soll aber trotzdem arbeiten. Das ist das Prinzip Hartz IV, die große Reform, die die damaligen linken Kräfte der Gesellschaft eingeführt haben. Hintergrund war die Annahme, das das Volk böse ist und nur in der sozialen Hängematte herumlungert. Diese Annahme ist schon eine Unverschämtheit einer Kaste von Berufspolitikern, die in ihrem Leben weitgehend nur von anderen gelebt haben – aber ich verstehe, das ihnen diese Unterstellung schnell über die Lippen kommt: selbst liegen sie nur allzugern in der von Diäten prall gefüllten Hängematte – da bleibt es nicht aus, das man anderen immer und überall die gleiche Motivation unterstellt. Ebenso unverschämt ist es, das sie im Weiteren die Versicherungsgelder für sich einbehalten haben (eine Sauerei, die jetzt die Krankenkassen nachmachen: Beiträge kassieren ohne Gegenleistung bringen zu müssen: ein Paradies für jeden Halsabschneider bzw. Renditejäger) und aus jedem Arbeitslosen einen Sozialfall gemacht haben. Gleichzeitig wurden die Schmierfinken von der Leine gelassen, seelenlose Lohnschreiber, die in alter „Stürmermanier“ über jeden herfallen, der ihnen von ihren Bossen aufs Tablett gelegt wird: der Arbeitslose wurde diskriminiert wie früher nur Ausländer, Juden oder Farbige in den USA … was, nebenbei, auch ein deutliches Licht auf den „demokratischen“ Zustand unserer Gesellschaft wirft.

Er wurde kriminalisiert bis zum geht nicht mehr, mit der Kamera bis ins Schlafzimmer verfolgt, wo die Behörde Art und Anzahl der Unterhosen  zählte, die um das Bett herum verteilt waren. Gleichzeitig wurde der entrechtete Arbeitslose auch enteignet: die Täter wussten ganz genau, das es sich bei den Arbeitslosen nicht um chronische Sozialfälle handelte, sondern um fleissige sparsame Menschen, die was auf der hohen Kante hatten: Wohneigentum, Versicherungen, Sparbücher, Altersvorsorge: auf all das wurde hemmungslos zugegriffen, das Gesetz lies dort kein Schlupfloch zu – sogar die Weihnachtsgeschenke von Oma für die Kinder oder die Arbeitslöhne der Kinder fürs Zeitungsaustragen wurden einkassiert. Diese vernichtende Brutalität gegen eine willkürlich ausgewählte Gruppe der Bevölkerung fand medial nur ein geringes Echo. Von den großen Medien erlaubte sich nur der Stern eine Kritik zu veröffentlichen – eine Kritik, von der sich der Chefredakteur im Vorwort gleich distanzierte: Arno Luik´s Artikel über den Putsch von oben vom 21.10.2004 sprach mutig aus, worum es damals ging:

„Notwendige Reformen“, die „ohne Alternativen“ sind – dieses Reden hat einen totalitären Charakter. Ein Verdacht: Die Reformer argumentieren so apodiktisch, weil sie genau wissen, mit dieser Politik zertrümmern sie so ziemlich alles, wofür die „Soziale Marktwirtschaft“ der Bundesrepublik Deutschland einst stand: ein sozialer Staat, der dafür sorgte, dass die privaten Risiken Alter, Arbeitslosigkeit, Krankheit grundsätzlich kollektiv abgesichert wurden. „Modell Deutschland“ nannte das voller Stolz der sozialdemokratische Kanzler Helmut Schmidt

Das war das Ende der Bundesrepublik Deutschland, eingeleitet durch eine feindliche Übernahme der DDR, die damals so keiner wollte. Aber dieser offensive Schritt hatte soviel Staub aufgewirbelt, hinter dem man ganz schnell ein neues Deutschland aufbauen konnte: den BankenRettungsDienst. Man gewöhnte sich durch die Affären der Treuhand schnell daran, das kriminelles Vorgehen, Vetternwirtschaft und hemmungslose persönliche Bereicherung zum ethischen Standard in Politik und Wirtschaft geworden waren – und man konnte sich vorstellen, in welcher Form Staat das enden wird: in einem Staat, der zum Feind seiner Bürger wird und die Gelder der Bürger nicht als deren treuhänderisch zu verwaltendes Vermögen ansieht, sondern als Beute eines besonders cleveren Raubzuges.  Wahrscheinlich verstehen sich deshalb Banker und Politiker so gut.

Und „Arbeit“, die früher Scheiße sein durfte (und schon immer war), war auf einmal … Pflicht. Ich möchte hier gerne mal auf einen anderen Kommentar zu dem o.g. Artikel hinweisen, in dem Karen mal die Wortbedeutung von ARBEIT ermittelt hat:

germanisch: arbaiþis, gotisch: arbaiþs, althochdeutsch: arapeit, mittelhochdeutsch: arebeit, arbeit = Mühe, Beschwernis, Leiden, wahrscheinlich gemeinsame Herkunft mit Altkirchenslawisch работа (rabota: Mühsal, Sklaverei)

das Wort war für Waisen ohne familiären Rückhalt, die sich als Mägde/Knechte verkaufen mußten um zu überleben …

Arbeit macht aus Menschen Roboter – jedenfalls solange, bis echte Maschinen die Arbeit übernehmen können. Und in einer Geldwelt erniedrigt sie uns zu Sklaven, die keine andere Wahl mehr haben, als sich jeden Tag ihres Lebens zu verkaufen – unter strenger Aufsicht des Staates.

Machen Sie nicht mehr mit, wagen Sie es, von ihren unantastbaren Menschenrechten wirklich Gebrauch zu machen … ja, dann droht der Entzug der Regelleistungen. Die Kontrollen greifen aber schon wesentlich früher: schauen Sie sich doch mal die Reaktionen in Ihrer Firma an, wenn sie mit Jesuskutte, Jesuslatschen, langen Haaren und Vollbart zur Arbeit erscheinen – als dem Outfit des Sohnes Gottes auf Erden, einer überall in diesem Land akzeptierten und respektierten Autorität. Sie werden schneller Leistungsempfänger, als Sie bis drei zählen können – dabei haben Sie noch gar nicht die angefangen, die „frohe Botschaft“ zu verkünden.

Weil Arbeit Beschwernis, Mühe und Leiden bedeutet (man sieht, die Erfinder dieses Wortes kannten noch Arbeit aus eigener Anschauung – anders als unsere politischen Marionetten der Hochfinanz) wird sie in der Regel nicht als angenehm empfunden. Wenn der Staat aber mit Gewalt darauf besteht und großen Druck auf Menschen ausübt, sich in ein Gefilde zu bewegen, in dem Beschwernis, Mühe und Leiden warten, so kann man sich vorstellen, das es irgendwann irgendwo mal knallt.

Meistens knallt es heimlich still und leise auf einem Hochstand im Wald oder im Keller des so geliebten Einfamilienhauses, für das man vierzig Jahre unermüdlich geschuftet hat. Davon erfahren wir weniger. Manchmal knallt es aber auch in der Behörde – wie jetzt. Ich habe eine Weile gewartet, um diesen Artikel zu schreiben, weil ich wissen wollte, wie die Medien den Täter beschreiben. Was werden sie aus ihm machen? „Achmed“ ist nun ein schon verdächtig klingender Name – leicht hätte man auf die Idee kommen können, das Al Kaida (eine der vom CIA finanzierten Rogue Groups) im Spiel ist der jahrelang angekündigte moslemische Terror endlich Deutschland erreicht. Heute kann ich sagen: man hat sich aus politischen Gründen gegen den Moslem und den Migrationshintergrund entschieden, sondern lieber nochmal gegen den deutschen Staatsfeind Nr. 1 geschossen: den Arbeitslosen.

Die deutsche Polizeigewerkschaft weiß, worum es da geht, hier zitiert aus dem Spiegel:

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hingegen hält die Übergriffe nicht für unvermeidbar. „Wenn es um die Existenz geht, dann sind Kurzschlusshandlungen aus Wut und Verzweiflung alles andere als unvorhersehbar“, so der nordrhein-westfälische DPolG-Landesvorsitzende Erich Rettinghaus.

Für Arbeitslose geht es beim Jobcenter nicht nur um Zuschüsse für einen Kühlschrank (nein, so etwas gibt es nicht wirklich – ist nur eine Illustration) sondern um DIE NACKTE EXISTENZ. Immer wieder, jeden Tag. Und die so von der Politik „zerdrückten“, „beraubten“ und hilflos gedemütigten Menschen werden betreut von Mitarbeitern, die aus den Privatisierungsorgien von Bahn und Post übrig geblieben sind … und nicht unbedingt deutlich viel mehr verdienen als die Arbeitslosen selbst.

Seit diesem Tag ist jedem Jobcentermitarbeiter bewusst, das er in Lebensgefahr schwebt. Der Arbeitgeber sieht das ähnlich – als Reaktion auf diesen Einzelfall sollen jetzt bundesweit alle Jobcenter umgebaut werden (ja, dafür ist immer Geld da – die Bauwirtschaft braucht Aufträge im Gegenzug für Parteispenden) – in Zukunft soll auch noch ein zweiter Angestellter bei vertraulichen Gesprächen  mitlauschen dürfen.

Das Motiv des Täters? Gehe ich nach den Schilderungen des Focus, würde ich sagen: die übliche massive psychische Zerrüttung, die man bei Jobcenterkunden antrifft, die jahrelang in einem superreichen Land um ihre nackte Existenz fürchten müssen. Bei jeder Einladung, jedem Mitarbeiterwechsel immer die gleiche Furcht: hoffentlich kann ich die Auflagen diesmal noch erfüllen, bevor sie mir und meinen Kindern den Lebensberechtigungsschein entziehen, in dem sie die Regelleistungen streichen, hoffentlich gerate ich heute nicht an einen soziopathischen Idioten, der sich an meiner Ohnmacht weidet.

Vielleicht hat er aber auch nur einfach diesen Artikel bei „gegen-Hartz“ gelesen:

Wie erst jetzt bekannt wurde, verpflichtete das Jobcenter in Plauen Hartz IV Bezieher im Plauener Hammerpark zu arbeiten, um dort das Unterholz zu entfernen. Das Brisante: Stadtämter vermuten, dass in diesem Park noch zahlreiche Blindgänger-Bomben aus dem zweiten Weltkrieg lagern. Bevor jedoch der Kampfmittelbeseitigungsdienst anrückt, sollten die insgesamt neun als Ein-Euro-Kräfte eingesetzten Hartz IV Bezieher das Unterholz entfernen. Wer sich weigert entsprechende Maßnahmen seitens des Jobcenters durchzuführen, muss mit massiven Sanktionen in Form von Leistungsentzug rechnen.

Das ist in meinen Augen versuchter Massenmord. So etwas gibt es in Diktaturen in Südostasien, die unliebsame Mitbürger zum Minenräumen über Minenfelder laufen lassen – und das dieses in diesem unserem deutschen Lande wieder möglich ist, zeigt deutlich, wie weit wir schon von der alten demokratischen Grundordnung entfernt sind, wie brutal und grausam unser Asozialstaat schon geworden ist.  Die Grausamkeit wird sich jetzt auch im Weiteren zeigen: das Opfer hinterläßt einen Mann mit einem kleinen Kind – zwei weitere Opfer der Folgen sozialdemokratischer Arbeitsmarktpolitik.  Was den Opfern jetzt droht?

Nun: Hartz IV. So sozial ist unser Staat. Der Mann des Opfers ist zukünftig alleinerziehend und steht damit ganz vorne in der Arbeitslosenschlange. Das Kind – das hören wir oft genug – hat fortan nur noch ganz geringe Chancen, aus dem Hartz-Ghetto zu entkommen.

Der Täter hat alle Strafe des Gesetzes verdient – ich denke aber, das man letztlich auf „nicht zurechnungsfähig“ plädieren wird. Arbeitslosigkeit macht krank: körperlich wie psychisch. Eigentlich betreuen deshalb Jobcenter größtenteils Kranke – ohne dazu allerdings die notwendigen Perspektiven und Ausbildungen zu haben.

Dem Opfer jedoch – gebührt ein bundesweiter Gedenktag, wie man ihn nennen soll, weiß ich noch nicht. Tag der Schröder/Fischer-Opfer? Tag der Hartz-Toten? Tag der Renditeleichen? Kann sich ja mal jeder selbst Gedanken drüber machen.

Und die Familien der beiden … für die kann man in diesem Land nur noch beten.

Soweit sind wir wieder.

Doch seien wir fair: der Staat tut was für die Familien: beide kriegen jetzt den Alleinerziehendenzuschlag, jene Prämie, die der Staat jenen Menschen zahlt, die sich von ihrem Partner trennen. Warum man dafür Boni bekommt, habe ich noch nicht verstanden – aber es ist so.

Was ich mir für die Zukunft wünsche ist eine Gesellschaft, die die politisch Verantwortlichen für diese Zustände ihrer gerechten Strafe zuführt. Gibt es eigentlich noch „schweren Kerker“? So mit Steinbrucharbeit und allem?

Sicher haben wir aber noch mehr scharfe Bomben, die geräumt werden müssten … da wäre es nur fair, das die Täter auch mal Hand anlegen.

Für die meisten dieser Krawattenkomödianten wäre dies das erste Mal in ihrem Leben, das sie echter Arbeit begegnen.

 

 

 

 

 

 

Die letzten 100 Artikel