Massenmedien

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Ken Jebsen im Selbstversuch: Eine Woche Massenmedien und du bist ein anderer Mensch!

Der Konsum von Medien die nicht den offiziellen Faktencheck bestanden haben führt unweigerlich in gesellschaftliche Abseits. Ist das gesund? Natürlich nicht. Gibt es einen Weg zurück?
Ja aber sich. Ken Jebsen hat den Selbstversuch gewagt und ist begeistert. Eine Woche Dauerkonsum
von klassischen Qualitätsmedien haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Seine Welt ist wieder in Ordnung!
Aber auch Du kannst es schaffen! Wähle die KenFM geprüfte Exit-Strategie und werde wieder Teil der
Masse. Propaganda macht Happy. Die Welt wird einfacher. Und es fühlt sich verdammt gut an!

Kann man noch effektiv gegen die Rundfunkgebühr Widerstand leisten bzw. „demonstrieren“? – Ein paar Überlegungen dazu

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„Juristischen Widerstand“ gegen die Rundfunkgebühr sollte nur der führen, der – auch wirtschaftlich – gut damit leben kann, dass sein Widerstand nie zum „juristischen“ Erfolg führen und damit nur ein Zeichen seines Bürgerprotests sein kann.

Gleiches gilt für Strafanzeigen.

Jeder, der es nur zur Kenntnis nehmen wollte, weiß längst, dass die Weißhelme eine westlichen Medien zuarbeitende Propagandaabteilung des IS sind (siehe z.B.  Rubikon1 und Rubikon2). Millionen Steuergelder an die Weißhelme sind somit nichts anderes als direkte Finanzierung und Unterstützung einer terroristischen Vereinigung.

Wer diesen unfassbaren Skandal juristisch aufarbeiten und anzeigen möchte, der wird erleben, dass seine Anzeige mit wenigen Phrasen abgeschmettert wird.

Es dürfte auch keine Wirkung haben, bloß die Verwaltung der Gebühreneinzugszentralen zu ärgern, indem man Überweisungen aufschiebt oder betragsmäßig stückelt.

Programmbeschwerden erreichen zwar im Web eine dankbare Öffentlichkeit, bewirken aber offensichtlich ebenfalls nicht die von den Beschwerdeführern gewünschten Korrekturen.

Gibt es aber vielleicht auch noch andere Wege, wirksam gegen die Rundfunkgebühr zu demonstrieren?

Meines Erachtens ja:

Überall dort, wo die Sender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ihren Sitz haben, könnten Demonstrationen – gemeinsam mit  Elektroschrotthändlern – organisiert werden, wo Protestierende ihren Fernseher abstellen und öffentlich erklären, warum sie kein Fernsehen mehr sehen wollen.

Jeder kann seinen Fernseher auch vor Ort entsorgen und ein Bild des „Rauswurfs“ seines Fernsehers an den Intendanten des räumlich für ihn zuständigen Senders schicken.

Vor allem: Jeder sollte dafür werben, dass niemand mehr Fernsehen sieht. Auch sollte niemand mehr mit dem Fernsehen kooperieren.

Die Botschaft kann jeder in seinem Umfeld, aber auch öffentlich über Facebook & Co. verbreiten.

In diesem Zusammenhang sind bestimmt viele witzige Ideen möglich. Jeder könnte sich ein T-Shirt mit dem Text bedrucken lassen, der seinen Protest auf ein paar Worte oder Sätze verdichtet. Wer mag, beklebt seinen Lkw oder seinen Pkw mit gut sichtbaren Texten, die in der Stadt für viel Aufsehen sorgen würden.

Ein politisches System kann sich nur so lange legitimieren, solange noch die meisten Menschen wählen gehen. Würde niemand mehr wählen gehen, wäre die Legitimation sofort weg. Die Fassade würde auf der Stelle einstürzen.

Ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk kann sich nur so lange legitimiert sehen, solange seine Beiträge gesehen werden.

Würde niemand mehr den Fernseher anschalten, dann würden Milliarden Euro Rundfunkgebühren für Fernsehbeiträge aufgewendet werden, die nur noch einen Friedhof erreichen. Die bösartigen Botschaften und Manipulationen erreichen vor allen nicht mehr das Bewusstsein der Menschen.

Die Botschaft wäre überdeutlich: „Nehmt nur Eure Rundfunkgebühren, macht damit auch weiterhin was ihr wollt. Aber was auch immer Ihr veranstaltet: Es interessiert niemanden mehr. Wir wollen ein Leben in geistiger Gesundheit führen.“

Ein Leben ohne Fernseher ist möglich. Ich selbst habe ab 1995 ca. 17 Jahre lang keinen Fernseher gehabt. Und wenn ich einen Film sehe, dann „streame“ ich ihn, auch wenn das Geld kostet.

Vielleicht könnte man einmal in einem besonderen Beitrag dazu auffordern, dass jeder seine besten Ideen dazu mitteilt, wie man gegen die Propaganda des öffentlich-rechtlichen Rundfunks möglichst nachdrücklich – mit friedlichen Mitteln natürlich – demonstrieren kann. Wenn z.B. überall Lkws und T-Shirt-Träger mit Slogans wie „Ich bin geistig gesund und schlau, weil ich kein Fernseh schau“ zu sehen wären, dann wäre das doch der Brüller. Das ließe sich unendlich variieren, z.B.:

„Ich bin gut informiert und schlau,
denn ich schau nie die Tagesschau“.

oder auch:

„In Syrien Terrorist, in der Tagesschau Rebell,
mit Fake-News geht das ganz schnell.“

oder auch:

„Fernsehen aus, Intelligenz an.“

oder auch mit Kant:

„Geistige Gesundheit ist der Ausgang des Menschen aus seinem selbst verschuldenden Fernsehkonsum. Unmündigkeit bis zur Blödheit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne die Propaganda-Fehlleitung der Glotze zu bedienen“

oder auch mit Descartes:

„Ich schau fern, also bin ich desinformiert.“

„Ich lebe und denke ohne Glotze, also bin ich.“

Aus dem Suchen nach Slogans kann man einen regelrechten Wettbewerb machen, z.B. die Top 10 der besten Sprüche prämieren – also Methoden der Werbeindustrie als Zeichen des Bürgerprotests einsetzen und damit die Mentalvergiftungsmaschinerie ad absurdum führen.

Wilfried Schmitz
Rechtsanwalt

Kontaktdaten unter: https://www.rechtsanwalt-wilfried-schmitz.de


siehe auch: Muster für einen „Befreiungsantrag“ an den WDR aus Gewissensgründen

Bild: Pixabay / CC0

 

 

 

 

Massenmedien

Zeitungen, Radio, Fernsehanstalten, Plakate… sie alle sind gleichgeschaltet. Die Aufmerksamkeit wird wöchentlich auf einzelne Themen gelenkt mit denen wir uns trotzdem nicht beschäftigen wollen. Die Wahrheit wird so verdreht das wir schnell die Lüge für die Wahrheit halten. Und jeder, der gegen die manipulierte, scheinbar unsichtbare Medienmeinung spricht wird denunziert. Herman, Hörstel oder Jebsen lassen grüßen.

Angela Merkel spricht im Fernsehen den Überwachungsstaat aus. Und was machen die Medien daraus? Nichts. Genau so ist das gewollt. Dauernd finden wir Beispiele wie Politiker im Fernsehen etwas sagen was uns wirklich Sorgen machen müsste. Aber kaum einer regt sich. Schließlich sind wir alle abgelenkt. Arbeiten, Wohnung, Kinder, Hobby, Kneipe, Fußball, Bier, Kino, Kaffee trinken, shoppen, fernsehen usw. DAS interessiert uns. DAS wollen wir.

Dauernd werden wir beschallt: Das Radio erklärt uns täglich auf der Arbeit was Sache ist. Die überdimensionalen Werbeplakate schreien uns an wir sollen gefälligst kaufen. Das Fernsehen verdreht uns total den Kopf und die Zeitungen lügen wie gedruckt. Ja, es gibt auch gute Sendungen und gute Medien. Investigativer Journalismus wird jedoch seit Jahren erfolgreich bekämpft.

Die Kriegsberichterstattung läuft ganz im Sinne der USA und Israel. Also im Sinne der Bilderberger. Da werden schon mal die selben Bilder benutzt um Kriege in anderen Ländern zu inszenieren. Warum? Meinungsmache.

Gleichgeschaltet bedeutet, das die Medien alle gleich berichten müssen, von „oben“ vorgegeben. Das wundert nicht, sind die Medienmogule doch bei jedem Bilderbergertreffen dabei um eingenordet zu werden.

Die Medien sind die mächtigste Waffe der Bilderberger. Mit ihr lassen sich Präsidenten stürzen und Kriege anzetteln. Vor allem hält uns diese Gruppierung schlafend. Die allermeisten wissen leider nicht was geht. Ich ja auch nicht. Aber wir glauben durch die Medien gut genug informiert zu sein, und merken gar nicht das beinahe alles gelogen ist.

„Die würden uns doch so was sagen?“ Nein, würden sie nicht. Wir sollen wissen wer als nächstes den Pokal hoch hält oder wer als nächstes singen darf. Wir sollen aber möglichst wenig über den ESM, den Vertrag von Lissabon, die Protestwellen weltweit, CIA-Geschäfte usw wissen. Deswegen bewegen sich viele Medien auf dem Niveau von zweijährigen. Hollywood ist so ein Beispiel.  Hollywood-Filme dienen immer nur zur Unterhaltung, also zum unten halten. 99% der Filme manipulieren unsere Meinungen, und wir glauben wir hätten eine eigene Meinung. Selten das mal Filme wie „Sie leben“ oder „Die Matrix“ aus dem Denkmuster ausscheren. Der Rest ist Manipulation.

Im TV werden in der Regel die wirklich wichtigen Sachen erst ab 23Uhr gesendet. Nach dem Motto: Wir haben es euch doch gezeigt. Ja, nur das dann fast keiner mehr hinsieht. Keiner kann mehr sagen „Wir haben es nicht gewusst.“ Es läuft ja sogar im TV. Wir wollen aber lieber feiern gehen und in Kneipen den nächsten Schlager schmettern.

Eigentlich müssten wir mit Hilfe der Polizei und der Armee sämtliche Medien besetzten und dafür sorgen das endlich die Wahrheit gesendet wird. Das würde die Bilderberger zum nachdenken anregen. Ok, das macht Michael Jackson auch nicht mehr lebendig, der übrigens seit den 80ern von der mächtigen Elite denunziert und am Ende ermordet wurde. Aber wer so etwas behauptet spricht gegen den Mainstream und ist bekloppt. Tja, die Meinungsmanipulation läuft auf Hochtouren. Wer eine andere Meinung hat wird in unserer gleichgeschalteten Gesellschaft gebissen.

JFK, Barschel, Herrhausen, Jackson u.v.m. wurden ermordet weil sie Dinge taten und aussprachen die wir nicht wissen sollen. Unsere Geschichtsbücher werden von den Siegern geschrieben: Und sie sind alle falsch. Sie sind alle gelogen, und wir müssten sie eigentlich neu schreiben und neu lernen. Statt dessen sagen uns die Medien wie wir zu denken und auszusehen haben. Und wir folgen ihnen. Konsumgeil. PS4-gesteuert.

Zum Abschluss wie immer: Werdet aktiv, informiert euch selber und glaubt mir ebenfalls kein Wort. Bildet Bürgerinitiativen, stellt Infotische, demonstriert, sammelt Unterschriften, bildet Netzwerke. Wie auch immer. Wir können doch nicht einfach so weiter machen. Oder doch?

So, genug aus der Bild vorgelesen.

Der Breidi

Verschwörung, Teufel oder menschliche Natur: Was bringt uns alle um?

Eine kulturgeschichtliche Provokation des braven Deutschen
Brauchen wir eine Verschwörung für den vielbeschworenen Untergang des Abendlandes?
Ich sage: nein! Ein Anständiges Deutsches Volk reicht dafür völlig aus.
Woraus entfaltet sich die selbstzerstörerische Kraft unserer Zivilisation?
Ich  danke dem Kommentator Volker Wulle für die anregende Frage und stelle hier meine ganz persönliche Antwort nach fünfunddreissig Jahren intensiver Beobachtung des gesellschaftlichen Wandels in der BRD in den Raum.

Sensible Leser bitte ich vorsichtshalber schon mal um Verzeihung fürdie folgende Kränkung ihres Stolzes und die Belastung mit so viel Verantwortung.

Der Mensch zerstört seine ökologische Nische nicht bewusst oder gar vorsätzlich. Er ist einfach wie alle Tiere opportunistisch. Seine Begabung zum vernünftigen Denken, die ihn vom Tier unterscheidet, benutzt er nachweislich nur für einen verschwindend geringen Teil seiner täglichen Entscheidungen, weil Denken sehr anstrengend ist, selten bessere Ergebnisse als das „Bauchgefühl“ bringt, und vor allem: weil es meist auch keinen Lustgewinn verspricht!
Seinem Lustempfinden (oder auch Instinkten) aufgrund besseren Wissens zuwider zu handeln, gelingt dem Menschen in der Regel nur infolge einer guten Erziehung und im Rahmen einer hoch entwickelten Kultur. (Gute Vorsätze zu Sylvester scheitern daher meist.)
Eben diese Kultur ist aber seit vielen Generationen stark erodiert. Wo Menschen über Jahrzehnte nichts als den alltäglichen überlebenskampf kannten (ich meine z.B. die langen Kriegsphasen und die Epoche der Industrialisierung seit dem 19.JH), blieb kein Raum für menschliche Würde. Nur deshalb konnte es auch zur massenhaften Duldung und Mittäterschaft an solchen Greueltaten wie der schwarzen Pädagogik und dem Holocaust kommen.
Als Antwort darauf wurde der Schutz der menschlichen Würde im GG als oberster Staatsauftrag definiert. In den späten 1960er und 70er Jahren floss dieses Staatsziel tatsächlich sogar in die schulische Bildung und das Staatsfernsehen ein. Doch schnell erkannten die Herrschenden in diesem Land, dass die humanistische Bildung der Massen auf Dauer zu einer gerechteren Gesellschaft und damit zur Schleifung ihrer Privillegien führen wird.
Darum haben sie geschickt über ihre Massenmedien (allen voran über „Blöd dir deine Meinung“) die „öffentliche“ Meinung davon überzeugt, dass Humanisten und wahre Christen (die fortan „Kommunisten“ genannt wurden)  sowie schmierige Gewerkschaftsfunktionäre die grösste Gefahr für Freiheit und Wohlstand sind – und Konsum und blinde Leistungswut deren Garanten.

Die Deutschen sind diesem genialen Propagandafeldzug gerne auf den Leim gegangen.
(Interessanterweise ein Re-Import aus den USA mit NS-Wurzeln, nachzulesen bei Noam Chomsky und bei wikipedia unter „Propagandamodell“.)
Warum? Weil sie sich unter dieser Ideologie endlich mit den noch reichlich vorhandenen Altnazis am Stammtisch und in der Familie versöhnen konnten, endlich von der anstrengenden staatsbürgerlichen Pflicht zur eigenen Meinungsbildung entbunden wurden, und genialerweise auch noch die Absolution für masslosen Konsum (für Christen unzulässig) und erneute blinde Gefolgschaft gegenüber den feinen Herrschaften erhielten.
Nebenbei wurden sie noch durch den Erwerb chromblitzender Fetische von der schmutzigen Arbeiterklasse in die vormals adelige Priesterkaste erhoben.
Bei einem so grosszügigen Angebot konnte man natürlich nicht nein sagen. So entstand der neue mainstream, bei dem die Aufgabenverteilung zwischen Bürgern und Regierung wieder in die alt-„bewährten“ Bahnen fand: die Herrschaft übernimmt die Verantwortung, der Bürger lässt es sich gegen grosszügige Geschenke (bescheidener Reichtum für Facharbeiter) gerne gefallen, degeneriert gut versorgt vor sich hin und mosert nur noch kleinlaut am Stammtisch über die Regierung, die natürlich „an allem Schuld“ ist.
Die Politiker hingegen beteuern ihre Unschuld, weil die Wähler eine verantwortliche Politik nicht akzeptieren würden. Die wollten ja mehrheitlich „mehr brutto vom netto“ und „freie Fahrt für freie Bürger“!
Die Wähler sind natürlich genauso unschuldig, denn „die da oben machen ja doch, was sie wollen“.

So kriegt jeder, was er will – und am Ende hat wieder keiner von nix gewusst!

Bei dieser Rollenverteilung bedarf es keines Teufels und keiner Verschwörung, um schnurstracks in der Hölle zu landen…

Fazit: allein durch opportunistisches Verhalten aller demokratischen Mächte (Regierung, Medien und Wahlbürger) gelingt der Untergang der Kultur und die Rückkehr der Barbarei.

Sie erscheint – von einem Heer hochprofessioneller Marketing- Spezialisten  mediengerecht inszeniert – als die strahlende „Herrschaft der Märkte“. Aber hinter der aufgeputzten Fassade verbirgt sich nichts anderes als das altbekannte Faustrecht des „Wilden Westens“ im Zeitalter der Globalisierung!
Es ist keine Krise, sondern das Endstadium des westlichen Kapitalismus.

Selbst wenn – wie gegenwärtig zu beobachten – die europäischen neoliberalen Regierungen ihre gesamten Volkswirtschaften an Banken und Hedge Fonds verschachern und sämtliche Arbeitserträge künftiger Generationen durch Schuldanerkenntnisse an sie abtreten, um sich noch ein paar Monate über Wasser zu halten, können sie die gegenwärtige Phase des Zerfalls damit doch nicht verhindern, sondern nur verlängern…

Der unausweichliche Zusammenbruch der staatlichen Ordung wird unter der vorherrschenden Mentalität zu einem ebenso opportunistisch gesteuerten Wiederaufbau und damit erneuter Zerstörung führen, denn in der Natur (ja, dazu zählen wir immer noch!) haben rein opportunistische Systeme keinen Bestand. Dafür bräuchten sie ein starkes, am Gemeinwohl orientiertes Gegengewicht, das in der Massengesellschaft nur aus einer „zivilisierten“ Kultur erwachsen kann – deren letzte Reste wir gerade in unserem gnaden- und alternativlosen Konkurrenzkampf auslöschen.

Immerhin: halten wir uns auf diese Weise ran, gibt es bald keine Massengesellschaft mehr. Dann werden die überlebenden sich wieder – gesellig wie sie nun mal sind – zu überschaubaren Verbänden zusammenfinden, in denen gruppenschädigendes Verhalten Einzelner nicht in der Masse verborgen werden kann und antisoziale Individuen von der Gruppe zur Rechenschaft gezogen werden: das Gleichgewicht zwischen Egoismus und Gruppenbedürfnissen ist wiederhergestellt und co-evolutionäre Entwicklung wieder möglich…

Der Dank geht an den Einsiedler, der einen Kommentar zum Gastbeitrag machte.

Das Dschungelcamp: warum der Neoliberalismus das Konzentrationslager erfand – globaler Faschismus im Vormarsch

Sonntag, 15.1.2012.  Ein Tag der Ruhe, Entspannung und Besinnung. Jedenfalls ... wenn man nicht in die Zeitung geguckt hat. Tut man sich das an, ist es vorbei mit der Ruhe, der Entspannung oder der Besinnung. Schlimmer wird es, wenn man ins Fernsehen schaut: vor laufender Kamera werden dort Menschen gequält, erniedrigt und zu unmenschlichen Akten gezwungen - siehe <a href="http://www.welt.de/fernsehen/specials/dschungelcamp/article13814561/Erotischer-Frontalangriff-im-Wald-des-Ekels.html">Welt</a>:

<strong>Zuerst werden die beiden mit Mehlwürmern übergossen, bevor sie fetten, lebendigen Maden den Kopf abbeißen, sie aufessen und gequirltes Emu-Blut trinken müssen.</strong>

Sonntag, 15.1.2012.  Ein Tag der Ruhe, Entspannung und Besinnung. Jedenfalls … wenn man nicht in die Zeitung geguckt hat. Tut man sich das an, ist es vorbei mit der Ruhe, der Entspannung oder der Besinnung. Schlimmer wird es, wenn man ins Fernsehen schaut: vor laufender Kamera werden dort Menschen gequält, erniedrigt und zu unmenschlichen Akten gezwungen – siehe Welt:

Zuerst werden die beiden mit Mehlwürmern übergossen, bevor sie fetten, lebendigen Maden den Kopf abbeißen, sie aufessen und gequirltes Emu-Blut trinken müssen.

Man stelle sich vor, ein Entführer würde so etwas Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter antun. Hätten wir nicht Verständnis dafür, wenn man die Initiatoren der Veranstaltung nach einem gerechten Prozess standrechtlich erschießen würde? Immerhin – wer weiß, welche Degenerationen diese Entwicklung noch hervorruft, wenn man ihr kein Einhalt gebietet? Hier werden gerade die schlimmsten medialen Horrorphantasien der sechziger und siebziger Jahre Realität – doch niemand schon Anstoß daran zu nehmen. Trauen wir uns doch mal, einen Blick auf die Zusammenhänge zu nehmen – zum Beispiel bei anderen Horrorphantasien, die schon lange vorher Realität geworden sind.

Die ersten Konzentrationslager weltweit wurden von den Briten in Südafrika im sogenannten „Burenkrieg“ etabliert:

Da ein so operierender Gegner auf konventionelle Weise kaum zu fassen war, wandte Kitchener eine Strategie der „verbrannten Erde“ an: Die Farmen in den Guerillagebieten wurden zerstört und die Ernten vernichtet, um den Gegner auszuhungern. Rund 120.000 Farmbewohner, vor allem Frauen und Kinder, wurden in Konzentrationslagern interniert. Davon starben über 26.000 aufgrund katastrophaler Lebensbedingungen an Hunger und Krankheiten. Der Begriff „Konzentrationslager“ (englisch: Concentration Camp) wurde zum ersten Mal in diesem Krieg verwendet.

26000 Tote – vor allem Frauen und Kinder – der erste Massenmord in Konzentrationslagern geschah in Südafrika. Die Deutschen lernten schnell:

Als Konzentrationslager wurden, soweit heute bekannt, in Deutschland erstmals im März 1915 Internierungslager der zum Kruppkonzern gehörenden Friedrich-Albrecht-Hütte für polnische Arbeiter in Barmen und Elberfeld bezeichnet. Dem folgten zahlreiche Internierungslager und provisorische Gefängnisse für deportierte Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und politische „Schutzhäftlinge“ im Ersten Weltkrieg und in der frühen Nachkriegszeit.

Daraus wurde dann später ein richtiger Konzern – weil „Konzern“, jene unheimliche, machtvolle US-Konstruktion von Unternehmenszusammenballungen – gerade voll in Mode kam:

Die Konzentrationslager für Zivilpersonen (Abkürzung: KZ oder KL) wurden in der Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 im Deutschen Reich und in den besetzten Gebieten von Organisationen derNSDAP errichtet. Es waren schließlich mehrere Tausend Konzentrations- und Nebenlager und sieben Vernichtungslager. Sie dienten der Ermordung von Millionen Menschen, der Unterdrückung politischer Gegner, der Ausbeutung durch Zwangsarbeit, medizinischen Menschenversuchen und der Internierung von Kriegsgefangenen. Das Lagersystem stellte ein wesentliches Element der nationalsozialistischen Unrechtsherrschaft dar.

Durch die Konzentrationslager wurde ein uraltes verbrecherisches Element der Menschheitsgeschichte gesellschaftsfähig, das wir eigentlich für ausgestorben hielten: die Sklaverei – die skrupellose wirtschaftliche Ausbeutung von Menschen zum Zwecke der Gewinnmaximierung – inklusive ihrer anschließenden kostengünstigen Entsorgung im Falle einer chronischen krankheits- oder altersbedingten Leistungsminderung.  Merkt man langsam, wie kurz davor wir wieder sind, die ersten Lager zu bauen? Nun – wir bauen neue und andere Lager – erstmal. Zum Beispiel im Dschungel. Was Menschen dort angetan wird, kann man weiter oben lesen. Wie weit das früher ging, sieht kann man hier nachlesen:

An Inhaftierten wurden von Ärzten, wie Josef Mengele (Auschwitz), Robert Ritter (KZ Buchenwald) unter anderem medizinische Experimente vorgenommen, in deren Verlauf die Häftlinge meist qualvoll starben. Sie wurden beispielsweise mit Fleckfieber, Malaria- oder TBC-Erregern infiziert, um Impfstoffe zu testen, ihnen wurden Brandbombenverletzungen zugefügt und an ihnen erfolgten Salzwasserversuche. 

Da hätten viele Deutsche sicher gerne an den Bildschirmen gesessen und zugeschaut, oder? Machen sie ja heute auch wieder. Liest man Stéphane Hessels Schrift „Empört Euch“, so findet man gerade diesen Tatbestand ausgeführt – anlässlich einer Kundgebung zum 60. Jahrestag der Verkündigung des Programms des Nationalen Widerstandsrates, auf das ich kürzlich schon hinwies:

„Der Nazismus ist besiegt worden dank dem Opfer unserer Brüder und Schwestern in der Résistance und der im Kampf gegen die faschistische Barbarei verbündeten Nationen.  Doch die Bedrohung ist nicht vollständig gebannt, und unser Zorn über die Ungerechtigkeit nicht gewichen“. 

Nein, die Bedrohung ist nicht ganz gebannt. Und so rufen wir weiterhin auf zu einem „wirklich friedlichen Aufstand gegen die Massenkommunikationsmittel, die unserer Jugend keine andere Perspektive bieten als den Massenkonsum, die Verachtung der Schwächsten, den allgemeinen Gedächtnisschwund und die maßlose Konkurrenz aller gegen alle“. 

(Hessel, Empört Euch, Ullstein 2010, Seite 21)

Hessel weiß, wovon er spricht. Er ist in Buchenwald nur knapp der Vernichtung entkommen. Sicher – unsere Häftlinge sind freiwillig dort drin … noch. Das ist aber auch die neue Dimension des Horrors im 21. Jahrhundert: dank der allgegenwärtigen Massenkommunikationsmittel konnte eine großflächige Umerziehung der Bürger zu masochistischen Leidenssklaven erfolgen, die enormen Spaß am gequält werden haben.

Wir sind ja dazu erzogen worden, zu Glauben, das sei alles Zufall, Schicksal oder der unabwendbare Lauf der Dinge – übersehen aber dabei, das es eine hochintelligente, geschichtlich gebildete Gruppe mit unvorstellbarer Finanzkraft gibt, die über all die Erfahrungen aus historischen Gegebenheiten bewußt verfügt und deren Ergebnisse gezielt anwendet – so wie die US-Raumfahrt die Ergebnisse der KZ-Menschenversuche auch dankbar verwertet hatte. Niemand wäre wirklich auf die Idee gekommen, diese durch äußerste Unmenschlichkeit gewonnenen Daten zusammen mit ihren Opfern zu begraben. „Der Zweck heiligt die Mittel“ – das sagt uns „die Wissenschaft“ oft genug.

Gerade heute kann man die Täter bei der Arbeit beobachten.

„Finanztransaktionssteuer“ ist ja ein lang gehegter Wunsch von Attac, sollte ja jetzt in Frankreich mal eingeführt werden. Was machen die Täter, die sich gerne hinter dem neutralen Begriff „die Märkte“ verbergen – was in etwas sprachlich bzw. inhaltlich so korrekt ist, als würden wir die Bewohnern eines Landes als „die Mägen“ bezeichnen? Sie demontieren den französischen Präsidenten:

Frankreich ohne das dreifache A: Der Verlust der Bestnote durch die Rating-Agentur Standard & Poor’s ist nicht nur ein weiterer Rückschlag für Europas zweitgrößte Volkswirtschaft: Die Horrornachricht aus London könnte auch für Staatschef Sarkozy wenige Monate vor der Wahl zum Verhängnis werden.

Erinnert in etwas an Deutschland Ende Anfang der dreissiger Jahre: wer den Führer kritisiert, bekommt Besuch von der SA – nur diesmal läuft das globaler. Wer nicht nur auf das Ekelcamp schaut (und sich insgeheim davor fürchtet, was er selbst für eine Figur machen würde, wenn man ihn dort hineinsteckte), hat mitbekommen, das die Schutzstaffel (SS) des Neoliberalismus (eine amerikanische Form des Nationalsozialismus, der Wohlstand, Freiheit und Sicherheit für alle … Millionäre … verspricht im Kampf gegen die böse kommunistische Welt, die es wagen würde, sogar Apple die Kinderarbeit zu verbieten, obwohl der Konzern doch so toll ist und man gerade an Kinderarbeit so fein verdienen kann) –die Ratingagenturen – auch die Merkel im Visier hat – und ganz Deutschland ebenso.

Kaum hat Angela Merkel gedroht, gegen den Ratingterror vorzugehen (ist wohl bald wieder Wahl im Lande), steht schon die SS vor der Tür:

Der Rundumschlag des Ratingriesen Standard & Poor’s setzt Europa unter Druck. Denn auch die Bestnote des bisherigen Schirms EFSF ist bedroht. Die Deutsche Bank stellt sich schon auf das Schlimmste ein.

Klassisches Dramadreieck: Angela Merkel, die böse Täterin, Standard & Poors – das arme Opfer, die Deutsche Bank: die Retterin in der Not. „Ein nicht zu überhörender Warnschuss für Deutschland“ zeigt uns, das wir uns mitten im Krieg befinden – und uns besser nicht einmischen. Diese Passivität, die uns eine gewaltige Mitschuld an der Zerstörung der wirtschaftlichen Existenzgrundlage von Milliarden von Menschen gibt, wird uns nach Kräften versüßt: der Stubenhocker wird das neue Standardmodell. So wird Isolationshaft erträglich.

„Rating“ verpaßt Ländern eine Nummer. Das kennen wir schon.

Bei der Aufnahme in ein KZ wurde den Häftlingen nicht nur das Haar und die Privatkleidung genommen, sondern auch der Name. Sie erhielten eine in jedem „Transport“ fortlaufende Nummer, die in Auschwitz auch eintätowiert wurde. Damit zählten sie zum Bestand des KZ und konnten „verwaltet“ werden. Ab sofort waren sie im Lager nur noch eine Nummer:

„Wenn man es mit einem SS-Mann zu tun hatte, musste man als erstes die Mütze herunterreißen, und seine Nummer laut und deutlich, natürlich auf deutsch, angeben. Ich beginne zu begreifen, welches Glück im Unglück ich habe, fließend Deutsch zu sprechen. Die meisten griechischen und italienischen Juden verstehen keinen Befehl und können nicht einmal ihre Nummer aussprechen. Natürlich können sie auch keine deutschen Lieder singen, die wir, wie zum Hohn, beim Hin- und Rückmarsch von der Arbeit auch noch zum Besten geben müssen. Das ist ausreichend, um brutal geschlagen, manchmal auch totgeschlagen zu werden.“

Man merkt: im KZ war es lustig wie im Dschungelcamp. Die haben dort sogar freiwillig gesungen. Wir Deutschen haben jetzt auch schon alle unsere Nummern bekommen – dafür hat die Schufa gesorgt. Dazu haben wir noch Steuernummern und Telefonnummern – damit man auch immer weiß, was wir wann wo machen.

Merkt man, warum Buchenwaldhäftlinge sich vor Massenkommunikationsmitteln fürchten?

Im Hintergrund sehen wir den Nationalsozialismus der Neuzeit wirken: den Neoliberalismus der achtziger Jahre.

Der Linguist Noam Chomsky veröffentlichte 1998 Profit over People – Neoliberalism and Global Order. Er vertritt darin, der Neoliberalismus habe seit Ronald Reagan und Margaret Thatcher weltweite Hegemonie erlangt. Dies habe zur Privilegierung weniger Reicher auf Kosten der großen Mehrheit geführt. Große Konzerne und Kartelle beherrschten das politische Geschehen in den USA. Der freie Markt bringe somit nicht im geringsten eine Wettbewerbsordnung hervor. Durch den politischen Einfluss großer Unternehmen auf die US-amerikanischen Parteien werde dauerhaft die Demokratie untergraben. Die US-Regierungen hätten dazu durch Subventionen und Importzölle beigetragen. Ein typisches Beispiel der Unterstützung von Großkonzernen durch die Regierung sei die Welthandelsorganisation.

Da bringt uns das 21. Jahrhundert eine Neuauflage der nationalsozialistischen Weltanschauung (nur wird der Arier hier durch den Millionär ersetzt, der selbst dann noch heiliger Herrenmensch ist, wenn er sein Vermögen mit Menschenhandel, Drogen, Waffen, Prostitution und Kinderarbeit gemacht hat), es werden ganze Völker in Häftlinge verwandelt, die den neuen Herren ihre „Reformen“ liefern müssen wie dereinst die besetzten Länder die „Reformen“ der Nationalsozialisten durchsetzen mußten – und wir verkriechen uns ängstlich hinter dem Bildschirm.

Verständlich – bei den Aussichten.

In den USA fängt man übrigens jetzt gerade an, gegen die bezahlten Experten – „Ökonomen“ genannt – vorzugehen. Ihre Gutachten kann man kaufen wie Bier und Zigaretten. Leider weiß man nicht, wer alles gerade von wem gekauft wurde, man merkt nur, das da in der Tat etwas nicht ganz sauber lief – weshalb wir alle Gutachten und Meinungen der sogenannten „Wirtschaftsweisen“ erstmal auf dem Dachboden lagern sollten – sicherheitshalber.

Stattdessen sollten wir uns eher mit dem langsamen Umbau der westlichen Welt in ein gigantisches Arbeits- und Vernichtungslager beschäftigen. Findet ja eigentlich tagtäglich direkt vor unserer Nase statt – und wir nehmen es ganz bewußt wahr … wie die hoch geschätzte weise Frau Sybille:

Bestehen wir auf Heizung und Kleinwagen, müssen wir arbeiten, immer mehr, weil es gilt, sich gegen sieben Milliarden zu behaupten, die auch eine Heizung und einen Kleinwagen wollen. Und das macht krank, egal, wie wir es nennen, denn das Leben ist eine Demütigung, der man nur mit geisteskrankem Optimismus oder einer gepflegten Trauer begegnen kann. 

Und deshalb schauen wir uns gerne an, wie andere Maden fressen müssen: das erleichtert unser eigenes Elend … unser Burn Out, die vornehme Umschreibung von:

SCHNAUZE VOLL!

 


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