Massaker

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Game Over in Las Vegas – Der American Dream im freien Fall (mit einem Requiem von Tom Petty)


Foto: cc by Parkwaechter

„Das Schlimmste, was uns passieren konnte“ – unter diesem Titel berichtet der Auslandskorrespondent des Spiegel, Roland Nelles, mit dem Brustton der Betroffenheit über die Stimmung, die nun nach dem Blutbad auf den Straßen der Vergnügungsmetropole Las Vegas herrscht: „Tieftraurig“ seien die Leute, die auf dem berühmten Las Vegas Boulevard nun mit eingezogenen Schultern unterwegs seien. Sogar die Partybummler einer Reisegruppe aus Deutschland mit bayerischen Käppies am Kopf „wussten gar nicht, wie ihnen geschieht, waren sehr verunsichert und hatten das Gefühl, im falschen Film zu sein“ sodass sie „auch sehr traurig waren und denen daher auch nicht so richtig nach Party zumute war“ (Quelle: Spiegel).

Ja, jetzt ist guter Rat wirklich teuer. Da sind die bayerischen Partybummler nach dem zu Ende gegangenen Oktoberfest gerade erst wieder von den Alkohol-Toten auferstanden und wollten weiterfeiern, und dann das: Begräbnisstimmung statt Tittytainment! Da kann man nur hoffen, dass die bayerischen Partylöwen vor ihrer Reise eine gute Spaßausfallsversicherung abgeschlossen haben (wie hieß nochmal die Versicherung, die damit geworben hat, dass sie „Stein und Bein, Himmel und Erde“ versichert?). Wo kommt man denn hin, wenn man nicht einmal mehr in Las Vegas auf seine Kosten kommt?

Als „Akt des absolut Bösen“ bezeichnete US Präsident Trump die Tat des Heckenschützen Stephen C. Paddock, der aus dem 32. Stock des Mandalay Bay Hotels mit Schnellfeuergewehren wahllos in die Menge eines Country-Konzerts schoss und dabei 59 Besucher tötete sowie etwa 500 weitere verletzte. Unsere Leitmedien berichten ausgiebig über die Twitter-Botschaften von Ariana Grande, Beyonce und sonstigen Neo-Madonnas, in denen diese ihre Fassungslosigkeit darüber zum Ausdruck bringen, wie es denn möglich ist, dass man in einer vollkommen durchspaßten Gesellschaft neuerdings fortwährend damit rechnen muss, dass einem der Spaß verdorben wird. Ja wirklich, gäbe es diese „Akte des Bösen“ nicht, dann wäre doch alles Friede, Freude, Eierkuchen und wir könnten mit dem „American Way of Life“ weitermachen wie gewohnt. Sogar der vor kurzem verstorbene US Geostratege Zbigniew Brzezinski, der für die Präsidenten Carter bis Obama die Leitsätze des American Dream definiert hat, konnte mit Worten nicht genau beschreiben, was den „nicht genauer bestimmbaren, aber erheblichen“ kulturellen Reiz des American Way of Life ausmache, den er aber nichtsdestoweniger als eine der wesentlichen Säulen ansah, auf der „Amerikas imperiale Macht beruht“ (Quelle: Z. Brzezinski, „Die einzige Weltmacht“)

Wie wird es mit „Amerikas imperialer Macht“ weitergehen, wenn diese Säule nun nicht mehr trägt? – Wobei ja nicht nur die Tittytainment-Säule bröckelt, laut einer jüngsten Pentagon-Studie (siehe Rubikon) befindet sich auch die Finanz-Säule der USA bereits genauso im freien Fall wie das WTC7-Gebäude im unten ersichtlichen Video – ein freier Fall, der einen beispiellosen globalen „Krieg gegen den Terror“ mit mittlerweile über 1,5 Millionen Todesopfern nach sich gezogen hat und der als Kollateralschaden all unsere Grundsätze und Grundrechte sukzessive verschlingt.

[Disclaimer: Der Verfasser ist der Überzeugung, dass die Ermordung Cäsars die definitiv letzte Verschwörung der Menscheitsgeschichte war und insofern gegen Verschwörungstheorien mindestens genauso resistent wie die Bundeskanzlerin – außerdem: Was verstehen Architekten und Ingenieure schon von Bauwerken und Statik? Er verlinkt diese von den 2400 „Architects and Engineers for 9/11 truth“ erstellte Parodie von Tom Petty’s „Free falling“ einzig aufgrund  sentimentaler Anwandlungen zum vorgestrigen Tod der Rocklegende Tom Petty  (siehe Nachruf in der FAZ: „Der letzte Dinosaurier“), der uns mit seinem Gassenhauer „Free fallin“ seinerzeit ein unbeschreibliches neues Lebensgefühl geschenkt und damit den American Dream zu einem emotionalen Klangkunstwerk kondensiert hat, das in zwei Minuten mehr über das Lebensgefühl des unsagbaren American Dream aussagt als Zbigniew Brzezinski in seinem 300 Seiten dicken Wälzer „Die einzige Weltmacht“. – Die 9/11 Architects and Engineers liefern zu diesem Meisterwerk des Rock nun die finale Bilderkulisse; so wie ich Tom Petty kenne, wird er es den „Architects and Engineers“ im Jenseits nicht übelnehmen, sondern besitzt genügend schwarzen Humor, um über dieses Update zu seinem Kultlied bei aller Tragik wohlwollend zu schmunzeln.]


Nachsatz:
Unter den zahllosen oberflächlichen Berichten zum Las Vegas Massaker erscheint mir der Kommentar von Stephan Bartunek (siehe KenFM) erwähnenswert. Auszug:

„… ich vertrete mit größerer Vehemenz den Standpunkt, dass es eine Debatte braucht, die viel tiefer geht, die eindringt in ein kollektives Bewusstsein aus dem auch Stephen Paddock gespeist wurde. Der Geist einer Nation, die sich selbst als Speerspitze der westlichen Zivilisation sieht und eben auch von großen Teilen der westlichen Machteliten und ihren Lakaien als diese verteidigt wird. Der Geist einer Nation, die sich mit der Idee von Freiheit und unbegrenzten Möglichkeiten schmückt und mit diesen wunderbaren Ideen letzten Endes nur überschminkt, was tatsächlich darunter verborgen ist: Zerstörtes Fleisch und Massen an Blut.

Das Beständigste an den vereinigten Staaten von Amerika ist letzten Endes nur, dass diese mit unglaublicher Brutalität, roher Gewalt und unfassbarer Skrupellosigkeit entstehen konnten. Und die Stabilität dieser monströsen Formation ist nur gewährt, wenn weiter und immer weiter diese Gewalt in einem kollektiven Geist erhalten bleibt und auch gefördert wird. Idealerweise wird dazu ein Feind geschaffen und dann zerstört – egal ob fiktiv oder real. Getötet wird verteilt über den gesamten Globus oder eben abstrakt im Kino und Fernsehen, in der Kunst und schafft so diese Kultur. Der brave Bürger des Westens konsumiert, lebt diesen Irrsinn und wird dabei wahnsinnig ohne es jemals zu bemerken. Meistens halt. Denn ab uns zu passiert es eben dann doch, was gerade wieder passiert ist und ein großes Fragezeichen hängt dann in der Luft, die doch ohnehin schon voller triefender Ausrufezeichen ist.

Oh du Land der Freien und Tapferen!

Natürlich ist es wenig gerecht, wenn ich mich hier alleine an den USA abarbeite. Den blutrünstigen Wahnsinn, den ich hier am Beispiel der vereinigten Staaten beschreibe, gibt es schon viel länger als erst seit knapp über 500 Jahren. Er nennt sich Militarismus und Herrschaft und zog seine Schneise quer durch die Weltgeschichte, knechtete ganze Kontinente, vernichtete Völker, Kulturen und Landschaften und erzog uns Menschen zu dem, was sich heute unter der Gesellschaftspyramide vereint. Gebückte Wesen denen ihr kindlicher, liebender Geist heraus erzogen und heraus befohlen wurde, getrimmt auf systemischen Gehorsam und immer wieder konfrontiert mit drohender Vernichtung und Vergeltung – egal auf welcher Ebene. Die Gewalt ist immer präsent und sucht sich ihre Wege.

Das Entsetzen über die Gewalteskalation von Stephen Paddock ist deshalb so groß, weil es zu einem guten Teil nur schlecht gespielt ist. Es dient letzten Endes nur dazu um sich mit diesen oberflächlichen Fragen davon abzulenken worauf unsere gerühmte und glorifizierte Zivilisation eigentlich steht.“

Heißer Krieg in der Ukraine in vollem Gange, Natoeinsatz im September geplant.

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Samstag, 30.8.2014. Eifel. Na – sind Sie bereit für Krieg? Schon von ihren Kindern verabschiedet? Die werden bald Uniformen bekommen. Und Waffen. Dann geht es ab in die Ukraine, wie die deutsche Bundeskanzlerin es am 27.2.2014 versprochen hat (siehe Nachrichtenspiegel):

Deutliche Worte von der Bundeskanzlerin: Europa stehe der Ukraine bei, “wenn es darum geht, Recht und Freiheit zu schützen”, sagte Angela Merkel am Donnerstag in einer Rede in London.

Sie hat auch das erste mal das Wort „Krieg“ in den  Mund genommen.

In ihrer Rede vor dem britischen Parlament sagte Merkel mit Blick auf die Ereignisse in Russland und der Ukraine, 100 Jahre nach dem Ersten und 75 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg sei ein Krieg mitten in Europa nicht mehr denkbar.

Mindestens 67000 Menschen haben diesen Artikel gelesen: genug, um mit etwas Struktur und Organisation eine gewaltige Friedensdemo auf die Beine zu stellen, die die Politiker in Berlin an ihre diplomatischen Pflichten erinnert, den Nutzen für das deutsche Volk zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden.

Es gab damals Kommentare, die behaupteten, ich hätte übertrieben, wir sind weit von einem Krieg entfernt. Ich würde mit den Traumtänzern heute gerne noch mal ein Wörtchen reden. Sechs Monate sind seit dem Artikel vergangen, sechs Monate, in denen ich mir erlaubt habe, die wachsende Kriegsgefahr zu beschreiben – und nicht als einziger. Heise hat einen bemerkenswerten Artikel veröffentlicht, Matthias Bröckers schreibt über „Lüge in Kriegszeiten“ (siehe Heise):

Am Beispiel des Ersten Weltkriegs formulierte Arthur Ponsonby 1928 die Strukturgesetze der Kriegspropaganda – sie gelten, wie die aktuelle Berichterstattung über die Ukraine zeigt, noch immer.

Die Prinzipien sind einfach: der Feind ist ein böses, abartiges, unmenschliches, grausames Ungeheuer, das die edlen Elben und Elfen der Nato bitterböse und hinterlistig hereinlegt. Diese Sicht hatte schon schlimme Folgen im ersten Weltkrieg, wie Herr Bröckers erwähnt:

„Wie wird die Welt regiert und in den Krieg geführt? Diplomaten belügen Journalisten und glauben es, wenn sie’s lesen“, notierte der Wiener Schriftsteller Karl Kraus, nachdem auf eine Falschmeldung der deutschen und österreichischen Presse über einen französischen Bombenabwurf auf Nürnberg Ende Juli 1914 unmittelbar die Kriegserklärung an Frankreich erfolgt war. Dieser fingierte Bericht war für ihn die Urlüge und das Paradebeispiel für die Manipulation der Massen in Kriegszeiten, die Kraus dazu führte, „den Journalismus und die intellektuelle Korruption, die von ihm ausgeht, mit ganzer Seelenkraft zu verabscheuen“.

Journalisten führen Völker in den Krieg! Unglaublich oder? Die lieben, armen, harmlosen, politisch so neutralen Journalisten, die doch immer nur die Wahrheit erzählen, früher jeder eine andere (was sehr zum eigenen Denken und profunden Urteil anregt), heute alle die selbe. Was? Das ist linke Verschwörungspropaganda? Lauschen wir doch mal Wolfgang Grupp zu diesem Thema (siehe Wiwo):

Wer jeden Tag Zeitung liest und die Fernsehnachrichten verfolgt, muss miterleben, wie sich  Journalisten überschlagen, um Misstrauen gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin teils offen, teils verpackt in den Worten ukrainischer Politiker, zu schüren.

Wolfgang Grupp ist Unternehmer, Chef von Trigema – alles andere als eine „linke Bazille“. Eher das Gegenteil: ein erfolgreicher Leistungsträger des westlichen Wirtschaftsmodells, der in Zeiten um sich greifenden geifernden Kriegswahns seine Vernunft bewahrt hat und seinem Job als „Wirtschaftsmensch“ nachkommt: für die Versorgung der Bevölkerung zu sorgen. Das dies in Kriegszeiten schwer wird, ist ihm klar, er scheint über ein gewisses Maß an historischer Bildung zu verfügen:

Dieser verbalen Verschärfung der Ukraine-Krise durch den veröffentlichten Mainstream muss Einhalt geboten werden. Alle, die ein Mindestverständnis von Geschichte, wirtschaftlichen Zusammenhängen und den Bedingungen für ein friedliches Zusammenleben der Völker mitbringen, müssen sich zu Wort melden. Die mal unverhohlene, mal kaschierte Hetze gegen Putin muss aufhören. Putin ist kein Kriegstreiber. Er hat in der Ukraine-Krise nicht agiert, sondern reagiert: auf schwere Fehler des Westens und auf die Tour der Amerikaner, die Nato an die Grenze Russlands heranzuführen.

Wer hatte nochmal den Herrn Klitschko 2013 in die Ukraine gesandt, damit er sich dort für die CDU in die inneren Angelegenheiten eines fremden Landes einmischt? Was machte nochmal ein Herr McCain in der Ukraine (ein Mann, der auch schon zuvor bei anderen „Revolutionen“ unangenehm aufgefallen war)? Früher, als wir noch kleine Bundesrepublik mit Haupstadt Bonn waren, waren solche Einmischungen undenkbar. Eine Partei, die so etwas plant und durchführt – das war undenkbar. Heute jedoch, fast ein Vierteljahrhundert nach der Gründung von „Großdeutschland“,  ist dies Alltag, der niemanden sonderlich aufregt.

Leise und schleichend haben sich grundsätzliche Werte verabschiedet.

Unsere Journalisten? Veröffentlichen Meldungen der ukrainischen Regierung so unkritisch, als wären sie fanatisch Gläubige, die die Botschaften des Papstes verbreiten (siehe z.B. Handelsblatt über das Eindringen russischer „Militätkonvois“, Focus über Unmengen getöter Separatisten oder der Spiegel und die Tagesschau über den Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine). So unglaublich es ist: 2014 wird die deutsche Medienlandschaft aus unerfindlichen Gründen zum Propagandainstrument einer Putschregierung in der Ukraine. Erinnert man sich an den „Job“ Vitali Klitschkos, an die Versprechen einer Angela Merkel, so macht das ohne weiteres auch Sinn: es sind ja „unsere“ Leute, die dort die Macht innehaben, dafür ist ja auch viel Geld in die Ukraine geflossen – und noch viel mehr soll dahin fließen.

Schauen Sie sich nochmal den oben verlinkten Bericht der Tagesschau an, blenden Sie die vielen Kommentare aus und beobachten sie aufmerksam die „Beweise“ für den russischen Aufmarsch, sie befinden sich am Ende der Nachrichten. Einige schlechte Aufnahmen zeigen (probably = vermutlich – ganz sicher ist sich die Nato hier selber nicht) eine Batterie nicht genau identizifizierbarer Panzerhaubitzen (die genauso gut von der ukrainischem Armee sein könnten, die ebenfalls mit Waffen aus russischer Produktion ausgestattet ist), die irgendwo im Gelände stehen – vermutlich in der Ukraine. Vielleicht aber auch in Russland. Oder in Ungarn?

Artillerie im freien Gelände ist sehr angreifbar, selbst, wenn es sich um schwerfällig Panzerhaubitzen handelt. Die Vorstellung, Moskau schickt eine einzige, sogar durch Infanterieangriffe gefährdete und gegen Luftschläge völlig ungeschützte Artilleriebatterie in die Ukraine, um dort in die Kämpfe einzugreifen, ist für Militärs eine völlig absurde Vorstellung. Wer mir das verkaufen möchte, schickt mir wohl bald auch Aufnahmen von Putin, wie er mit nacktem Oberkörper und gezogenem Säbel allein gegen Kiew reitet.

Und die Aufnahmen selbst? Vor dreissig Jahren brüsteten sich die Geheimdienste der USA damit, einen Eimer aus dem All fotografieren zu können … und jetzt können sie nur Aufnahmen liefern, die so wirken, als hätte man sie vom Hubschrauber aus mit einer billigen Aldi-Kamera aufgenommen? Oder benutzen die Geheimdienste nur Google-Earth – und haben ihre unbemannten Aufklärungsdrohnen im Keller versteckt?

Interessiert sich eigentlich noch jemand für die Position des Angeklagten? Früher – vor „Großdeutschland“ – hatten wir noch andere Prinzipien des Urteilens und Verurteilens – im Zweifelsfalls für den Angeklagten, hies es sogar. Heute gibt es keine Verhandlungen mehr: Deutschland folgt in allem den Kommandos aus Kiew.

Dabei können wir ohne weiteres Kenntnis von Putins Sicht haben, dafür reicht ein Blick in den Spiegel:

Die ukrainische Armee kessele nun Dörfer und Städte ein und greife Wohngebiete an. Sie habe dabei das Ziel, die Infrastruktur zu zerstören, beklagte Putin. Er bezog sich dabei auf die Kämpfe um die Städte Luhansk und Donezk.

Wörtlich sagte er der Agentur Interfax zufolge: „Ihre Taktik erinnert mich an die der faschistischen deutschen Truppen in der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg. Großstädte wurden eingekesselt und durch gezielten Beschuss zerstört, samt Einwohnern.“

Mit dieser Meinung steht Putin nicht alleine da. Der Spiegel selbst berichtet über zehntausende von Flüchtlingen, die Schutz in Russland suchen – und die alle gruselige Geschichten erzählen:

Aus den Heimatorten der etwa zwei Dutzend Menschen, die an diesem Nachmittag hier anstehen, kommen in den letzten Wochen Nachrichten, wie man sie in Europa nicht mehr für möglich gehalten hätte: Granatbeschuss von Wohngebieten, ganze Städte ohne Wasser und Strom, Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten. Seit April sind laut der Uno im Osten der Ukraine insgesamt 2200 Menschen, also Zivilisten und Soldaten, ums Leben gekommen, darunter 20 Kinder.

Liest man den Artikel, so merkt man, dass es nicht „zehntausende“ Flüchtlinge sind, sondern hunderttausende. Hier tobt ein brutaler Krieg gegen die russischsprachige Bevölkerung, Bomben und Granaten im Einsatz gegen die Zivilbevölkerung: das sind die „Guten“, auf deren Seite wir stehen: diesen Menschen hat Angela Merkel vor sechs Monaten ein Beistandsversprechen gegeben.

Ist es so verwunderlich, dass Russen jenseits der Grenze dem Massaker an Zivilisten nicht tatenlos zusehen wollen? Würde irgendeine andere Regierung dieser Welt mit schwerem Kriegsgerät die Zivilbevölkerung angreifen: wir würden uns schrecklich empören. Geht es aber gegen „Russen“ – ja, da machen wir sogar Witze drüber, geschmacklose Witze wie die der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die davon faselt, „schießendes Personal“ nach Russland zu schicken (siehe Neues Deutschland).

Wieviel Dilettantismus muss man als Bürger von Seiten des politischen Personal eigentlich noch ertragen?

Viel, wenn man an Äußerungen aus den Reihen der CDU denkt (siehe Handelsblatt):

Auch der Vorsitzende der Deutsch-Ukrainischen Parlamentariergruppe, Karl-Georg Wellmann (CDU), hält eine deutliche Reaktion des Westens auf das Vorgehen Russlands für geboten. „Darauf muss der Westen mit einer Erweiterung des Sanktionsregimes reagieren. Gleichzeitig muss der anstehende Nato-Gipfel geeignete Schritte zur Erhöhung der Präsenz in den östlichen Mitgliedsländern beschließen“, sagte der Bundestagsabgeordnete Handelsblatt Online.

Das Wort „Krieg“ – lange vom politischen Personal gemieden – ist jetzt gesellschaftsfähig geworden.

„Russland führt Krieg gegen die Ukraine“, sagte Wellmann weiter. „Ohne die Lieferung von Waffen und Munition sowie regulären russischen Soldaten würde der Aufstand der Separatisten innerhalb kurzer Zeit zusammenbrechen.“ Inzwischen seien ganz offensichtlich russische Militäreinheiten in die Ukraine eingedrungen. „Dieses ist eine offene militärische Aggression“, betonte der CDU-Politiker. „Das Ziel Russlands ist die Besetzung der Südostukraine und die Schaffung eines von Russland kontrollierten Streifens über Odessa bis Transnistrien.“

Welche Beweise gibt es eigentlich für diese Behauptung? Das Russland Krieg gegen die Ukraine führt, ist erstmal eine Behauptung, die man höchstens mit den dilettantischen Aufnahmen von nicht genau identifizierbaren Panzerhaubitzen belegen kann: Grund genug, von einem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine zu sprechen? Und wenn wir so werten – wie bewerten wir dann den Einsatz von Vladimir Klitschko in der Ukraine – oder das Beistandsversprechen der deutschen Bundeskanzlerin, beides gut belegte Aktionen, die deutlich vor den Gerüchten über russische Waffenlieferungen an Separatisten geschahen.

Mag sein, dass Russland hier nur reagiert?

Die öffentliche Unterstützung der ukrainischen Übergangsregierung (oder auch „Putschregierung“) durch die Nato stellt offenbar für niemanden ein Problem dar (siehe Spiegel):

Wie der „Guardian“ weiter berichtet, habe Rasmussen zudem vor dem Nato-Gipfel Schritte skizziert, die helfen sollen, die Sicherheit der Ukraine zu erhöhen und die Streitkräfte des Landes zu „modernisieren“.

Also – russische Truppen an der russischen Grenze stellen eine „Bedrohung“ dar. Natotruppen an der russischen Grenze nicht? Russische Waffenlieferungen an die „Rebellen“ sind ein Skandal, die „Modernisierung“ der Streitkräfte der Ukraine durch die Nato sind völlig in Ordnung?

Wo sind eigentlich unsere Diplomaten? Jene Menschen, die wir fürstlich dafür bezahlen, Frieden zu schaffen? Haben die alle Sommerurlaub? Was hat sich eigentlich so schrecklich verändert seit der Zeit des Kalten Krieges, wo solche Eskalationen über diplomatische Kanäle schon im Keim erstickt worden wären, weil jedem klar war, dass ein Krieg UNTER ALLEN UMSTÄNDEN vermieden werden muss? Wo ist das Selbstverständnis unseres politischen Personals geblieben, das wir – inklusive der Natofunktionäre – dafür bezahlen, Schaden vom Volk abzuwenden?

Haben Sie inzwischen wahr genommen, dass die von Putin angeprangerten faschistischen Verbände innerhalb der Putschregierung inzwischen von der Tagesschau bestätigt worden sind? Der fantasiert nicht, der Mann. Ist aber vielleicht sehr erschrocken von den verbrannten Separatisten in Odessa.

Wäre ich auch.

Nun – natürlich hilft irgendjemand den Separatisten, so wie – laut Bildzeitung – CIA, FBI und private Söldner Kiew unterstützen. Die momentan aktuelle Einkesselung unkrainischer Verbände in großem Stil zeugt von großer taktischer Kompetenz, die bei revoltierendem Zivilpersonal nicht zu erwarten ist (siehe Ria Novosti). Aber: sollte einen das wirklich überraschen? Galt nicht früher mal „gleiches Recht für alle?“.

Sechs Monate nach Merkels grundlos abgegebener Beistandsverpflichtung, fast ein Jahr nach dem Eingriff der Konrad-Adenauer-Stiftung in die innere Angelegenheit der Ukraine findet man auch in der Mainstreampresse die ersten klaren Töne zum drohenden Weltkrieg, der von „alternativen“ Medien schon seit einem halben Jahr befürchtet wird (siehe Handelsblatt):

Der Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel, Joachim Krause, hält einen Krieg zwischen Russland und dem Westen für möglich, sollte der Westen jetzt angesichts der eskalierenden Lage in der Ukraine nicht deutlich Flagge zeigen. „Einen Krieg zwischen Russland und dem Westen sehe ich derzeit nicht aufziehen, aber wenn der Westen jetzt nicht mit der notwendigen Entschlossenheit und Effektivität reagiert, könnte ein Krieg in wenigen Jahren eine reale Möglichkeit werden“, sagte Krause Handelsblatt Online.

Sechs Monate nach der Rede der Kanzlerin in Großbritannien ist der Krieg denkbar geworden. Fordert außer mir noch jemand das Verbot der Konrad-Adenauer-Stiftung samt Auflösung der CDU? Gerne würde ich auch das gesamte, unfähige diplomatische Personal der Fürsorge der Jobcenter überlassen, die vielleicht Beschäftigungen für die Partylöwen finden, die ihrem Leistungspotential angemessen sind: Pflege der öffentlichen Anlagen in Kleinstädten käme mir da spontan in den Sinn.

Dabei reagiert der Westen schon jetzt mit „Entschlossenheit“ und „Effektivität“ – schon lange, bevor dem Bürger klar wurde, dass ein neuer Konflikt droht, waren Natoverbände schleichend immer weiter Richtung Osten vorgedrungen – entgegen aller Versprechungen, dies nicht zu tun (siehe z.B. Neues Deutschland vom 25.8.2014). . Eine weitere „entschlossene“Reaktion – ohne dass in den letzten Jahrzehnten eine russische Agression überhaupt zur Debatte stand und man recht erfolgreich an „Sicherheitspartnerschaften“ gearbeitet hat, deren Notwendigkeit 2010 noch erkannt wurde (siehe MSC)?

Manöver in der Ukraine unter US-Führung sind für den September geplant: „Rapid-Trident“ soll es  heißen (siehe u.a. RiaNovosti).

Darf ich eine Vorhersage treffen? Könnte es nicht sein, dass dort ein Natoflugzeug von „Russen“ abgeschossen wird, was eine „entschlossene Antwort des Westens“ erfordert? Oder Bodentruppen der Nato werden in Gefechte mit „Separatisten“ verwickelt, die alle russische Pässe haben? Warum riskieren wir als „Nato“ eigentlich solche Eskalationen … und leisten uns Personal, das Witze über „schießendes Personal“ macht?  Immerhin: die Natotruppen arbeiten dort direkt mit einer der Kriegsparteien zusammen: da sind „Unfälle“ schon fast vorprogrammiert. Vielleicht … kooperieren sie auch mit rechtsradikalen Kämpfern?

Nun – Sie werden die Folgen dieser Entwicklung persönlich spüren. Wird eine schlimme Erfahrung sein, dass die Welt auf den Bildschirmen eine erschreckende Realität darstellt. Wird man merken, wenn der Einberufungsbefehl nach alternativloser Wiederinkraftsetzung der Wehrpflicht in der Post liegt.

Was man jetzt schon merken könnte: den entschlossenen Willen des politischen Personals des Westens zur kriegerischen Auseinandersetzung mit Russland. Und wenn es soweit ist, werden wir merken, wie weltfremd die Ängste von Greenpeace eigentlich sind: durch Beschuss gefährdete Atomkraftwerke (siehe Spiegel) werden dann unser geringstes Problem sein: Kugeln töten viel schneller als Radioaktivität.

 

 

 

 

 

 

Nachrichten vom Mittwoch

pastor-410

Schlagzeile:

 

Gibts eigentlich noch irgendjemanden mit einem IQ oberhalb einer Gießkanne, der den Verlautbarungen des US-Militärs Glauben schenkt?

Eine Untersuchungskommission des Kabuler Parlaments legte am Sonntag ihre Ergebnisse und Schlußfolgerungen vor. Danach waren 15 bis 20 US-amerikanische Soldaten an dem Massaker in der südafghanischen Provinz Kandahar beteiligt, dem am 11. März unter anderem neun Kinder und drei Frauen zum Opfer gefallen waren. Um die Spuren des Verbrechens zu verwischen, hatten die Täter die Leichen in Brand gesteckt.

Komisch, in Frankreich geht das, warum nicht in Deutschland? Und gentechnisch verändertes Futter soll sogar der Grund für die explodierenden Schweinefarmen sein:

Inmitten von Massenprotesten in den USA gegen Monsanto Mitte März hat Frankreich vorläufig ein Moratorium für das Anpflanzen von dem genetisch veränderten Mais MON810 erlassen.
„Angesichts der bevorstehenden Aussaat“, sagte Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire zusammen mit Francois Fillon, Minister für Ökologie und nachhaltige Entwicklung, am Freitag auf einer Presse-Konferenz, dass die Behörde „eine vorbeugende Masnahme ergriffen habe und das zeitweilige Verbot für den Anbau von MON810 auf dem nationalen Territorium erlassen habe, zum Schutz der Umwelt.“
Alle früheren Pflanzungen von MON810 (mit dem Handelsnamen YieldGard werden am 20. März illegal

PPP? Fürn A****:

Zwölf Jahre lang hat man uns mit Versprechungen zu PPP überschüttet. Länder und Gemeinden haben wie im Rausch in hunderten von PPP-Projekten das Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler verprasst. Heute, im Jahr 2012, ist das Erwachen böse. PPP sei schneller, effizienter, nachhaltiger – nichts davon hat sich bewahrheitet. Es gibt exorbitante Baukostensteigerungen wie bei der Hamburger Elbphilharmonie. Laufende Kosten stellen sich als weit überhöht heraus wie bei den 90 Schulen im Landkreis Offenbach. Schon nach einem Jahr bröckeln Straßenbeläge wie bei der A1 zwischen Hamburg und Bremen. Wir dokumentieren für die vergangenen 12 Jahre pro Jahr exemplarisch ein PPP-Projekt. Einige davon waren Pilotprojekte, andere „Leuchttürme, dritte erhielten den „PPP-Innovationspreis“. Die Erfahrungen mit diesen „herausragenden PPP-projekten stehen für die das Scheitern des Prinzips PPP, aber sie belegen auch konkret wie dieses Scheitern aussieht und wie es das Gemeinwohl schädigt.

 Und ausgerechnet einem UFO-Blogger fällt auf, daß ABC7 versehentlich ein Wahlergebnis vor der Wahl veröffentlicht hat. Was für Amateure:

In latest development on election fraud, ABC7 News accidentally published today election results even prior to election. And while we were taking the screenshots ABC7 News removed the page from their website but we were able to take single screenshot.

Schweine essende Kreuzritter:

Wie wenn die Spannungen zwischen der Bevölkerung und den fremden Besatzern in Afghanistan nicht schon hochgenung sind, nach Koranverbrennung, der Urinierung auf Leichen und dem neuesten Abschlachten von 16 Frauen und Kindern, tragen die ISAF-Soldaten dazu noch sehr provokante Sprüche auf ihren Uniformen. So sind sogenannte „Infidel“ Abzeichen und Zubehör beliebt unter manchen Soldaten, wo die Sprüche sogar in lokaler Sprache abgefasst sind. Es ist ihnen scheinbar egal, wie sie von den Afghanen betrachtet werden, auch wenn es völlig beleidigend ist.

 

Benjamin Fulford über japanische Innenpolitik:

In den letzten Jahren wurde Japan von einer kleinen Klique um Hiroaki Fushimi kontrolliert, einem entfernten kaiserlichen Verwandten, der den Thron an sich reissen wollte, um so das japanische Finanzsystem übernehmen zu können. Laut Aussagen einiger kaiserlicher Familienmitglieder arrangierte Fushimi im Zuge dieses Plans den Mord an Katsuhiko Oku, dem Verlobten der Prinzessin Masako, um sie zur Heirat mit dem Kronprinzen zu zwingen, um eines seiner eigenen Kinder als Kind von Masako und damit als Thronerben ausgeben zu können. Oku, der in der Nordamerika -Abteilung 2 im japanischen Auswärtigen Amt arbeitete, wurde in den Irak geschickt und dort umgebracht. Fushimi sei ein Agent von George Bush senior und hat die Bushs mit gefälschten Finanzdokumenten versorgt, sagen die Familienmitglieder. Weiterhin sei Kaiser Akihito eine machtlose Marionette, die von der Klique manipuliert worden sei, unter der sich auch der Prinz Hitachi befinde. Fushimi weigerte sich, die Angaben zu bestätigen oder zu dementieren, als er über sein Sekretär kontaktiert wurde.

Und wieder was für Lehrer oder solche, die es wirklich werden wollen, nicht nur als Berufsbezeichnung:

Es liegt etwas in der Luft über den Höhen und Niederungen der deutschen Bildungslandschaft. An vielen Orten beginnen Lehrer ihre Schulen umzubauen. Mehr und mehr Eltern wollen nicht länger auf bessere Zeiten warten. Manche von ihnen gründen Schulen. Auch Schüler mischen sich ein. Ungewöhnliche Bündnisse mit Kirchen oder Unternehmen werden geschlossen. Fast alle diese Umgründungen, Neugründungen und die vielen kleinen Schritte von Erneuerungen haben verwandte pädagogische Ideen und gehen doch eigene Wege. Sie setzen auf das Lernen in Projekten, weil darin das Wissen zusammengeführt, Erfahrungen gemacht und die Initiative zum Handeln zurück gewonnen werden. Sie setzen auf Freiarbeit, die manchmal auch Lernbüro genannt wird. Dort wird durchaus diszipliniert gelernt und viel geübt, aber nicht im Gleichschritt. Sie setzen auf altersgemischte Gruppen, weil die Verschiedenheit der Kinder ein anregenderes und wirksameres Lernmilieu hervor bringt. Diese Schulen verabschieden sich von den Monokulturen der Belehrung. Der Umschwung betrifft nicht nur Schulen. Institutionelle Grenzen werden umdefiniert, zum Beispiel mit neuartigen Bildungshäusern für die 3- bis 10jährigen. Die starre Trennung zwischen Spiel und Lernen weicht auf. Viele Kindergärten und Krippen verstehen ihre Arbeit nicht mehr nur als Betreuung. Gerade diese Einrichtungen am Rande der öffentlichen Aufmerksamkeit bilden sich in erstaunlicher Weise als erstes selbst.

Und Hier gibt es noch mehr Nachrichten (klick). Ein Auszug:

NRW-Neuwahlen zugunsten einer stabilen Sozialabbau-Regierung
Was in den meisten Medien als Folge eines „Fauxpas“ oder einer „Panne“ bezeichnet wurde, war in Wirklichkeit eine bewusste Aktion der rot/grünen Minderheitsregierung. Mithilfe von Neuwahlen soll eine stabile Regierung entstehen, die in der Lage ist, radikale Kürzungen durchzusetzen. Die Schuldenbremse, einst von CDU/CSU und SPD 2009 ins Grundgesetz geschrieben, verpflichtet die Bundesländer dazu, bis 2020 keine neuen Schulden mehr aufzunehmen. Zurzeit hat NRW noch ein Haushaltsdefizit von knapp vier Milliarden Euro. Selbst wenn die Konjunktur wider Erwarten stabil bliebe, müssten jedes Jahr weitere 450 Millionen Euro „eingespart“ werden.

Die Spitzenkandidatin der GRÜNEN, Sylvia Löhrmann, kündigte gegenüber der Tageszeitung DIE WELT bereits tiefere Einschnitte in den Haushalt an. Die SPD sei dabei die verlässlichste Partnerin. „Wir überlegen gemeinsam, wo man bei der Haushaltskonsolidierung durch differenzierte Einsparvorschläge nachsteuern muss.“ Bei den Neuwahlen mit einer echten Mehrheit ausgestattet, würde die bisherige Minderheitsregierung umso radikaler gegen die sozialen Rechte der Bevölkerung vorgehen.

Es soll also kein CDU/SPD/FDP/GRÜNE-Wähler später sagen, dass er davon nichts gewusst hat.

Ach ja, das Zitat des Tages stammt vom FDP-Bezirksvorsitzenden Robert Orth: „Wer braucht Piraten? Piraten sind Verbrecher! Es könne gar nicht genug Gefängnis-Ausbrecher in NRW geben, damit die Piraten es tatsächlich in den Düsseldorfer Landtag schaffen könnten.“

 

Bewegte Bilder:

Der Deutschland-Clan

Keine UFOs, aber nah dran (Englisch):

FNORD

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