marktkonforme Demokratie

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Herberts neuer Mercedes

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Mercedes AMG / pixabay / CC0

Vorgestern war ein Freund zu Besuch, er ist Unternehmer. Mit seinem neuen Wagen – natürlich wieder ein Mercedes. Sein alter, ein Diesel, wurde von der Vertragswerkstatt der Schrottpresse zugeführt: „Reparaturaufwand nicht mehr wirtschaftlich vertretbar“ (es lag kein Unfall vor, sondern nur diverse materialermüdete Teile, verrostete Bremsschläuche etc.). Der Wagen war 10 Jahre alt und ein E-Klasse Modell. Soviel zu „Nur ein Mercedes ist ein Mercedes“. Der neue Mercedes, ein 6-Zylinder Benziner, hat nun 340 PS, ein AMG Sportfahrwerk und eine Innenausstattung wie ein futuristisches Raumschiff. An den Fahrassistenten, der bei Betätigung des Blinkers selbständig überholt und an die interaktive Bluetooth-Quasselstrippe, die ihm während des Fahrens jeden Wunsch von den Lippen ablesen möchte, müsse sich unser Freund zwar noch gewöhnen, aber ansonsten komme er schon zurecht.

Seine Vertragswerkstatt hätte bei allen Händlern bis oben nach Stuttgart nachgefragt, aber es wäre derzeit leider kein Benziner mit kleinerem Motor verfügbar. Man müsse nehmen, was man kriegen könne. Der Umstand, dass unser Freund nun im städtischen Stauverkehr einen Rennboliden mit stark erhöhtem Spritverbrauch und Schadstoffausstoß steuern muss, dessen Ledersitzfarbe er sich nicht aussuchen konnte, wurde ihm von der Vertragswerkstatt durch einen kleinen Stammkundenrabatt versüßt: 25% Abschlag auf den Listenpreis gab es. Welche Summe er im Endeffekt trotzdem hinblättern musste, wollte Herbert sogar unter Freunden nicht sagen. Mit nach oben verdrehten Augen und einer abwinkenden Geste deutete er an, wie verrückt das Ganze eigentlich sei. Er hoffe jedenfalls, dass der neue Mercedes etwas länger halte als der letzte.

Herberts Hoffnung besteht durchaus zurecht. AMG-Motoren sind die leistungsstärksten, von Mercedes-Benz in Handarbeit zusammengebauten Triebwerke für den „high performance“-Motorsport. Jeder AMG-Motor wird von einem einzelnen, roboterassistierten Mechaniker nach dem Prinzip „ein Mann – ein Motor“ zusammengesetzt. Im letzten Arbeitsschritt wird am Motor eine Plakette mit der Unterschrift des Mechanikers angebracht. Deutsche Wertarbeit at its best.

Wie es jedenfalls scheint, sind Benziner im gehobenen Mittelklassesegment derzeit rar – während Diesel-Limousinen im Top-Zustand, die locker noch 10-15 Jahre fahren würden, gerade ohne Not en masse abgewrackt werden. Eine Schrotthändlerin aus München berichtet (Quelle: focus): Die durch Fahrverbote verunsicherten Diesel-Besitzer hätten Angst, dass sie einen noch größeren Wertverlust erleiden, wenn sie jetzt noch zuwarten. 150.000 Diesel wären aufgrund der Abwrackprämie bereits von der Straße geholt worden. Da die wenigsten der 150.000 Fahrer auf Fahrrad umsteigen werden, kann davon ausgegangen werden, dass nun 150.000 neue Wägen angeschafft werden. Da soll noch jemand sagen, dass die Wirtschaftspolitik unserer Regierung doof wäre.

 

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zum Weiterlesen:

Über Mercedes neue „Grow up“-Kampagne und Chomskys Dressur zu Habsucht, Passivität und Unterwerfung

Teil 1: Jetzt weiß ich endlich, was ein Hipster ist

Teil 2: MamaPapaBaby Hipster

Teil 3: Dem Hipster hängt der Zwickel tief

 

 

Der Einsatz von Uranmunition im Kosovo (und anderswo) und die verheerenden Folgen

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(Anm.: Ein im Wesentlichen inhaltsgleiches Schreiben wurde mit 4.10.2018 auch an den Petitionsauschuss des Deutschen Bundestags übermittelt; immerhin waren/sind ja auch Soldaten der Bundeswehr in solchen Kriegsregionen in Einsatz, welche durch Uranmunition kontaminiert wurden.)

Das wohl schlimmste weil folgenreichste Verbrechen in den völkerrechtswidrigen Kriegen der USA und der NATO stellt der umfangreiche Einsatz von Uranmunition dar. In dem Artikel „Der verheerende Einsatz von Uranmunition durch USA und Nato – Die verheimlichten Kriegsverbrechen“ heißt es deshalb auch (Zitat):

„Nach Kriterien der Haager -und Genfer Konvention ist der Einsatz von Uranwaffen verboten. Der Wissenschaftler Prof. Dr. Albrecht Schott aus Berlin nannte Uranmunition deshalb eine Ausrottungswaffe und ein Kriegsverbrechen. Wird darum diese unbequeme Wahrheit über die Folgen des Einsatzes der Uranmunition von unseren Regierungen heute systematisch unterdrückt und verschwiegen?“ (Frieder Wagner / fassadenkratzer)

Auf diese Frage kann sich m.E. jeder – sobald er die nachfolgenden Links gelesen hat – selber eine Antwort geben.

Ich habe jedenfalls noch nie davon gehört, dass irgendjemand wegen dieser schweren Kriegsverbrechen zur Verantwortung gezogen worden ist.

Dabei müssten hier – nach deutscher Rechtslage – zumindest die §§ 6 (Völkermord), 7 (Verbrechen gegen die Menschlichkeit), 11 (Kriegsverbrechen des Einsatzes verbotener Methoden der Kriegsführung) und 12 (Kriegsverbrechen des Einsatzes verbotener Mittel der Kriegsführung) Völkerstrafgesetzbuch (VStGB) einschlägig sein, siehe:

https://www.gesetze-im-internet.de/vstgb/

  • 13 VStGB ist bei solchen völkerrechtswidrigen Einsätzen im Ausland ohnehin einschlägig.

Zu dem Vertuschen solcher „unbequemer Wahrheiten“ zählt eben auch, wie hierzulande mit Dokumentarfilmern umgegangen wurde, die solche Wahrheiten aufgearbeitet haben. Hierzu gibt der vorgenannte Artikel folgenden Hinweis (Zitat):

„Frieder Wagner ist ein deutscher Filmproduzent und Träger des Grimme-Preises in Gold und Silber. Ab 2003 drehte Wagner über die Auswirkungen von Uranmunition die Dokumentation „Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra“ 3, die in der WDR-Reihe „Die Story“ ausgestrahlt wurde. Wagner hat seit dieser Dokumentation keinen Auftrag mehr bekommen. Für seinen Film „Todesstaub“ (Deadly Dust) 4 findet sich bis heute kein Filmverleih.“

Dieser Artikel wurde verfasst, weil gar nicht oft genug an diese schweren Verbrechen erinnert werden kann. Denn nach dem 1. Verbrechen, das in dem Einsatz dieser Uranmunition besteht, wird das 2. Verbrechen, die Bevölkerung – gerade auch in den betroffenen Ländern – nicht umfassend über Radioaktivität dieser Munition zu informieren und vor ihren Gefahren zu warnen, bis zum heutigen Tage fortgesetzt.

Die Kräfte, die für diese Vertuschung verantwortlich sind, können nur durch eine möglichst breite Aufklärung beseitigt werden. Und es ist beschämend, dass diese Vertuschung auch durch den deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk mitgetragen wird, den wir ja alle zwangsweise mitfinanzieren sollen.

https://fassadenkratzer.wordpress.com/2017/04/11/der-verheerende-einsatz-von-uranmunition-durch-usa-und-nato-die-verheimlichten-kriegsverbrechen/

http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-usa-raeumen-einsatz-von-uranmunition-ein-a-1134694.html

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/uranmunition-im-irak-das-strahlende-vermaechtnis-der-alliierten-a-278417.html

https://balkaninfo.wordpress.com/2014/07/05/us-kriegs-verbrechen-im-kosovo-bis-heute-hochgiftiges-uran-gefahrdet-die-menschen-in-kosova/

https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/sendung/swr/2013/irak-uranmunition-100.html


Foto: pixabay / CC0

Retro-Special des Monats: „Sie leben“ 1988-2018

„Unsere Propaganda funktioniert dann,
wenn alles, was die amerikanische Öffentlichkeit glaubt,
falsch ist.“

 (CIA-Chef William Casey, 1981)

1988 – in einer Zeit, in der der Fortschritt noch nicht als kalt grinsender Sensenmann vor uns gestanden hat so wie heute, sondern er noch in glitzerndem Bonbonpapier verpackt war und ihn jeder knubbeln wollte, konnten wir über John Carpenters Film „Sie leben“ noch vergnügt schmunzeln. Die Geschichte eines working class heroes, der eine Brille in die Hand bekommt, mit der er plötzlich die wahren Intentionen hinter allen Werbeplakaten und Kommerzprodukten in Klartext sehen kann, hat damals bei vielen von uns Kindern der 80er zwar ein durchaus mulmiges Gefühl im Magen hinterlassen, aber wie sollte es bei einem Film aus dem Genre „Science Fiction“ denn auch anders sein? – Obwohl Regisseur John Carpenter 25 Jahre später in einem Interview ausgesagt hat, dass sein Film keineswegs Science Fiction gewesen wäre, sondern schlichtweg eine Dokumentation – unserer gesellschaftlichen Realität, die sich seiner Ansicht nach heute sogar noch mehr ins Bizarre gewandelt habe als anno dazumal (Quelle: yahoo).

Wie auch immer. Nachdem alle anerkannten sozialwissenschaftlichen Theorien offensichtlich versagt haben, um den von der Leyne gelassenen nackten Wahnsinn, der uns heute von allen Seiten angrinst, rational zu erklären, kommt John Carpenters Doku nun wieder in Kurs und wurde als Blu-Ray neu aufgelegt. Nicht wenige Menschen, die diesen Film sehen, berichten von einem nachhaltigen Aha-Erlebnis.

(ganzer Film aufgrund verschärfter Urheberrechtskontrollen auf Youtube u. Vimeo derzeit nicht verfügbar; weitere Snippets:
Trailer 1988
Kaufhausszene
Tagesschau 2018 – Sie leben (eingeschenkt.tv)

Gefährdung der marktkonformen Demokratie: Für solche Memes wird man heute auf Facebook gesperrt

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(Bild:  facebook/Markus Gelau)

Für das Posten des obigen Memes wurde der Autor von Facebook soeben für 30 Tage gesperrt. Eine dazu konsultierte Anwaltskanzlei meint: „Wir haben Ihre Äußerung auf Facebook geprüft. Diese verstößt weder gegen deutsches Recht noch gegen die FB-Nutzungsbedingungen. Die Sperre war bzw. ist daher rechtswidrig.“ Von einer Klage ohne Rechtsschutzversicherung rät die Kanzlei dennoch ab, da die Rechtslage in Sachen Facebook nicht geklärt und das Prozessrisiko erheblich sei.

Der Autor, der hauptberuflich Grafiker ist und das obige Rubikon-Factsheet auch selbst erstellt hat, kann sich nun also beim Salzamt beschweren. Denn Facebook hat auch die Widerspruchsfunktion deaktiviert:


(Bild:  facebook/Markus Gelau)

Während sich Autor und Anwälte also gerade den Kopf zerbrechen, was denn der Grund für die Zensur des obigen Postings  ist, liegt der Tatbestand doch sonnenklar auf der Hand:

Solche Infos über CDU-Funktionäre zu veröffentlichen, gefährdet doch den Bestand der marktkonformen Demokratie. Wo kommen wir denn hin, wenn solche Infos die Runde machen? Mannomann, da betreibt jemand Wehrkraftzersetzung ersten Grades und frägt dann noch ganz naiv und unschuldig, gegen welche Regeln er denn verstoßen habe. Hat der denn nicht brav bei Tilo „jung & naiv“ geguckt, um zu kapieren wie das Spiel läuft? Nee? – Also dann mal im Klartext ein Update für alle Sozialromantiker, die immer noch Che Guevara-Deo tragen und nicht mitbekommen haben, wie die Uhren seit der Milleniumswende ticken: Auf höfliche Weise ein paar dumme/naive Fragen stellen ist in einer marktkonformen Demokratie erlaubt, hat sogar einen erwünschten systemrelevanten Unterhaltungswert. Man bekommt dann von Experten und Sprechern der herrschenden Lehre mehr oder weniger hölzerne Antworten, über die man dann schmunzeln und sich sogar schlau vorkommen darf (wäre ja für akademisch gebildete Bürger frustrierend, wenn sie sich immerzu als Doofies fühlen müssten, deren Zukunft in einem neoliberalen System genauso verkauft und ausgeschlachtet wird wie gerade der Hambacher Wald und unsere sonstigen noch verbliebenen Umweltressourcen). Dank „simulativer Demokratie“ (© Jean Ziegler) kann Business as usual  ungestört weitergehen. Wenn die Pressekonferenzsprecher gut aufgelegt sind, beantworten sie sogar noch eine zweite naive Frage. Aber wenn sich der naive Frager auf den hinteren Rängen dann immer noch nicht reinkriegt und das Maul hält oder wer gar 2+2 zusammenzuzählen wagt und Fakten liefert anstatt naiver Fragen, der kriegt auf die Fresse – und wird in einem medial-politisch-ökonomisch perfekt verzahnten System am digitalen Scheiterhaufen warm entsorgt.

An Schergen, die für diesen Scheiterhaufen Brennholz herbeischaffen, mangelt es ja nicht. Schon seit Anfang 2017 sind z.B. die GWUP-/Ruhrbarone rund um David Schraven, Sebastian Bartoschek, Stefan Laurin, & Co. als „correctiv.ruhr“ Teil des Facebook-Zensurbüros „Correctiv“ und dürfen dort alles löschen, was nicht der naturwissenschaftlichen Rationalität entspricht.

Die Gwupies, die im Kampf gegen unbotmäßige Querfront-Postings bei der Bertelsmann-Tochter Arvato im Auftrag von Facebook derzeit noch gutes Geld verdienen, haben allerdings auf das falsche Pferd gesetzt. Die sich gerade sprunghaft entwickelnde KI wird nämlich mit selbstlernenden Algorithmen ganz von selbst erkennen, wann der Inhalt eines Postings die Grenze des Zulässigen überschreitet und die marktkonforme Demokratie gefährdet. Das obige Posting mit den Reizwörtern „CDU“, „Hambacher Wald“, „RWE“ und „120.000.- Euro“ könnte schon von jetzigen Algorithmen im Bruchteil einer Sekunde erkannt und ausgesiebt werden. Künftige PC-Tastaturen der Generation 4.0 werden dem User beim Posten solch subversiver Texte dazu gleich auch einen Stromstoß verpassen.

Die 700 in Berlin und die 500 in Essen angestellten Blockwarte, die 2018 ihren Vertrag mit Arvato und Facebook noch einmal verlängert bekommen haben, werden also schon demnächst abgebaut und selbst im Prekariat landen. Wenn die Blockwarte dann selbst „Pack“ sind, dann werden sie womöglich ins Darknet abtauchen und auch versuchen, ein paar sozialkritische Memes zu posten – es wird dann vermutlich jedoch bereits zu spät sein.


Nachsatz:

Mal im Ernst: Wäre es nicht höchste Zeit, uns eine Alternative zu den – ausnahmslos in transatlantischer Konzernhand befindlichen und damit europäischen Datenschutzstandards und Persönlichkeitsrechten Hohn spottenden – Plattformen Facebook, Youtube, Twitter, Instagram & Co. zu suchen? Human Connection wäre so eine Alternative. Deren Gründer Dennis Hack und sein Team haben die letzten Jahre mit hohem unternehmerischem Risiko fast Tag und Nacht an diesem Ideal eines freien, demokratischen und lösungsorientierten sozialen Netzwerks gearbeitet. Sie sind jetzt auch quasi auf der Ziellinie, es gibt bereits eine betriebsfähige Alpha-Version, in die man sich einloggen kann. Die Lösung, die uns mit Human Connection fast schon wie auf dem silbernen Teller serviert wird, ist nun allerdings kurz vor dem Durchstarten nochmals massiv gefährdet. Human Connection hat gerade einen SOS-Ruf abgesetzt (siehe Youtube).
Wenn 3000 Menschen mit einer monatlichen Mikrospende von 10 Euro helfen (auch 5 Euro-Spenden sind möglich), wäre das Problem im Handumdrehen gelöst und die Finanzierung gesichert. Derzeit sind 2064 Patenschaften erreicht, es fehlen nur noch 936. Wie wär’s also mit 1x Kaffetrinken pro Woche weniger und stattdessen ein paar Münzen Richtung Human Connection rollen lassen? Wäre das nicht eine sinnvolle Investition in die Zukunft?

 

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Ergänzung v. 01.05.2019:

(Screenshot: facebook/Markus Gelau)

Willkommen im Nowitschok Nightclub – Happy Hour naht, Uncle Sam gibt einen aus: Bloody Mary on the rocks!

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Foto: pixabay

Der Teufel schläft bekanntlich nicht. Die von Angela Merkel als ihre „verlässlichen Freunde“, von CIA-Analyst Ray McGovern schlichtweg als „Irre“ bezeichneten Falken in Washington leider auch nicht.

Was ist also schon wieder los? Nun, im Nahen Osten nichts Neues, könnte man sagen: Wieder einmal steht ein von islamistischen Terror-Milizen (laut Qualitätsmediensprech: „Rebellen“) besetztes Gebiet kurz vor der Rückeroberung durch die syrischen Regierungstruppen. Nach Ghouta diesmal Idlib, die letzte vom IS / Al-Nusra / Jaish-al-Islam & Co. gehaltene Bastion. Und wieder einmal werden von unseren „verlässlichen Freunden“ alle Register gezogen: Die mediale Propaganda läuft auf Hochtouren, die Weißhelme gehen in Stellung, um Fassbomben Assads zu filmen (das sind jene Bomben vom ganz brachialen, barbarischen Typ, die an ihren Zielen nicht so smart detonieren wie die Tomahawk- und Drohnen-Raketen der westlichen Wertegemeinschaft). Die Terror-Milizen halten indes Zivilisten als Schutzschilde.

Die USA, Frankreich und Großbritannien haben bereits gedroht, im Falle eines Zuschadenkommens solcher Zivilisten durch Giftgas noch härter als das letzte Mal zuzuschlagen – ein Giftgasanschlag wäre somit die letzte Rettung der an die Wand gedrängten Terror-Milizen. Von Seiten syrischer Nachrichtenagenturen wird berichtet, dass bereits ein von dschihadistischen Milizen begleiteter LKW-Konvoi mit Gaszylindern nach Idlib gebracht wurde (Quelle: Syrian Arab News Agency). Nicht nur die schwerbewaffneten Dschihadisten sind in Stellung, auch die „Weißhelme“ sind vor Ort, um zeitnah über Massaker zu berichten, denen die westliche Wertegemeinschaft Einhalt gebieten müsse. Ein in perfektem Englisch twitterndes 6jähriges Mädchen aus Idlib namens Hala, unter dessen 350 Abonnenten sich auch die führendsten Medien der westlichen Welt wie BBC, Huffington Post, Radio Liberty & Co. befinden, darf auch diesmal nicht fehlen (siehe heise). Die Nuklearmächte USA und Russland haben vor Syrien bereits ihre Flottenverbände zusammengezogen und sind auf alle Eventualitäten vorbereitet. Der UN-Gesandte für Syrien, Staffan de Mistura bringt es also auf den Punkt, wenn er vor einem „perfekten Sturm“ spricht, der sich gerade in Idlib heranbilde (Quelle: UN news).

Zuletzt hat nun auch der US Präsident verkündet, dass man ein Töten von Menschen in Idlib keinesfalls zulassen dürfe.

Die Barkeeper des Nowitschok-Nightclub wissen also, was sie jetzt zu tun haben … Den Chlormilchshake, der gerade aus der Lobby Lounge der „Small American Group on Syria“ bestellt wurde, mischen die Boys mittlerweile mit links (den Link zum Bericht eines im Nahen Osten tätigen britischen Söldner-Offiziers, der mit seiner „Agentur“ solche Bestellungen aufnimmt, habe ich gerade nicht zur Hand, kann mich aber noch an eine veröffentlichte Passage aus seinem Mailverkehr erinnern, als er den Auftrag zum Inszenieren eines Giftgas-Anschlags erhalten hat. Seinem Kollegen teilt er mit, dass der Auftrag zwar „ethisch nicht korrekt“ sei, „… but the proposed payment is immense“).

Was soll man also zur aktuellen Situation noch sagen? Soll man wieder an die Kuba-Krise gemahnen und den möglichen Armageddon an die Wand malen? Oder soll man sich einfach entspannt zurücklehnen und sich sein Dosenbier schmecken lassen? Ist ja auch letztes Mal bei der Konfrontation in Ghouta und dem Tomahawk-Angriff auf Damaskus alles gutgegangen, nur haarscharf zwar, aber doch gutgegangen. Der Präsident der Atommacht USA hat dabei der Atommacht Russland zugetwittert: „Mach dich bereit, Russland, unsere Raketen werden kommen!“, obwohl er zuvor selbst davor gewarnt hat, dass „der Syrienkonflikt in einem Dritten Weltkrieg enden wird“ , wenn man mit Russland weiterhin in dieser Weise verfahre (Quelle: Spiegel).

Trump hat sich bei der letzten Konfrontation in Ghouta für die „minimalste der ihm von seinen Militärberatern vorgelegten Interventionsmöglichkeiten“ entschieden, und nicht für eine der womöglich verhängnisvolleren Optionen, die ihm im Oval Office von Sicherheitsberater John Bolton (einer von Ray McGoverns „Irren“) ebenfalls vorgelegt wurden – wir berichteten („Über den Beinahe-Armageddon in Syrien“). Welche Option wird Trump diesmal wählen? Wird er dem Druck der siegesgewohnten „Irren“ im Weißen Haus standhalten können, die auch in Syrien nun „ihren Sieg einfahren“ wollen? Als Geschäftsmann wird Trump nicht von der Hand weisen können, dass die bisherigen milliardenschweren Investitionen der „Small American Group on Syria“  – lt. einem geleakten Washingtoner Geheimprotokoll: USA, Großbritannien, Frankreich, Saudi-Arabien und Jordanien; lt. dem Protokoll solle Deutschland „noch nicht“ in den inneren Zirkel einbezogen werden (A.d.V: sondern beim transatlantischen Vabanque-Spiel vorerst nur als ’nützlicher Idiot‘ dienen)  in den Umsturz Syriens samt ressourcenintensivem Aufbau von „Rebellen“ doch nicht umsonst gewesen sein können? Oder wenn Trump zwar den „Irren“ gegenüber hart bleibt, dann aber doch emotional weich wird, weil das herzzerreißend-twitternde Mädchen Hala von den oscargekrönten Weißhelmen kamerawirksam nur noch tot aus den Trümmern geborgen werden kann? – Sich Hala zuvor aber noch mit einem direkten Brief an den US Präsidenten wendet so wie zuletzt schon das siebenjährige Twitter-Mädchen Bana in Aleppo?

Auch wenn viele jetzt abschalten und sich lieber fürs Oktoberfest warmlaufen wollen, die Weltlage bleibt leider knifflig bzw. wie es Willy Wimmer zuletzt formuliert hat: „brandgefährlich“. Die globalpolitischen Renditeerwartungen der treibenden Akteure sind nämlich durchaus explosiver als die gerade von der türkischen Grenze herangekarrten Chlorgaskanister der Dschihadisten.

Ein Witz ist bei der ganzen Sache nur, dass wir fernsehende „Geiz ist geil“-Bürger nicht auch ein Stück von der Schaumparty abhaben können. Man kann doch an der Börse mittlerweile bei Allem mitpartizipieren, sogar am Bombengeschäft unserer Rüstungsindustrie. Man darf auf alles wetten, nicht nur auf Abstürze von Unternehmen, Währungen und Ländern, sondern auch auf die Abstürze bzw. Preisanstiege von Weizen und Reis, was ganze Völkerschaften ins Elend stürzen kann. Mit Warren Buffets „Massenvernichtungswaffen“ im Finanzcasino heute kein Problem. Wenn man es clever anstellt, kann man auch als Privatinvestor (von lat. privare = berauben) richtig absahnen. Warum gibt es also nicht die Möglichkeit, auch auf den Angriff auf Syrien zu wetten? Der Rubel – pardon: der Dollar natürlich – könnte so richtig  ins Rollen kommen, wenn man solche Syrien-Wetten zuließe: Wann schlägt die „Small American Group on Syria“ auf Assad los? Morgen? Übermorgen? Oder verkneifen sich die Dunkelmänner des militärisch-industriellen Komplexes womöglich den vernichtenden Schlag, nach dem sie so sehr geifern? Vielleicht sind sie ja zum Schluss gekommen, dass es in ihren patagonischen Atombunkern, in die sie sich nach einem Flächenbrand mit Russland verkriechen müssten, doch nicht so lustig  ist? Also wenn ich so ein Carlyle-Lobster wäre, mir wäre ehrlich gesagt auch mulmig zumute, mir vorzustellen, dass ich meine Atemluft in so einem Atombunkerloch fortan nur noch mit psychopathisch und/oder pädophil veranlagten Kollegen austauschen müsste und keinen Zugang mehr zu gesunden Menschen hätte. Wer weiß, womöglich sind die ehrenwerten grauen Herrschaften, die unsere Kanzlerin immer kryptisch als ihre „verlässlichen Freunde“ bezeichnet, sogar kannibalisch veranlagt?

Aber so what, was juckt das den Privatinvestor und was kümmert mich das Morgen? Ich will jetzt ein schmuckes Smart-Home mit einem SUV und einem Hund davor. Also: Was soll das Ganze? Haben wir nun totale Freiheit der Märkte und eine marktkonforme Demokratie oder nicht? Was ist denn das für ein Saftladen? Schön langsam kommen mir wirklich meine Zweifel am „Wir Affen daff!“ der Kanzlerin.

Tante Angela wirft das Handtuch!

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Überall müssen ihr die Journalisten folgen. Sogar, wenn sie einmal schwimmen geht. In ihrem Altersvorsorgesitz nach Paraguay hat sie es noch nicht geschafft. Doch wenn die Journalisten so weiter machen, dann wird sie das Handtuch werfen. Sie hat ja schon zurückgetreten, oft, doch diesmal scheint alles nicht zu helfen (Quelle: qpress.de). Sie war im damals stalinistischen Osten des Landes aufgewachsen, durfte die mit der Muttermilch aufgesogenen Werte in Schule und Universität noch weiter vertiefen. Es gibt keine Hinweise auf Tätigkeiten von ihr als Dissidentin, stattdessen hat sie sich als schmiegsam genug erwiesen, um im wissenschaftlichen Betrieb eines planwirtschaftlich-marktkonformen Systems „Karriere“ zu machen.

Ist es nicht eine Ironie des Schicksals, dass jetzt durch Helfer, die dieselbe Schulung über sich ergehen lassen mussten, wie z.B. George Soros, dem ungarisch-stämmigen Großinvestor, ganz unbewusst die vormaligen Gedanken wieder Realität werden? Stalin hatte durch Deportationen viele Millionen Menschen in der Sowjetunion neu angesiedelt. Und bewusst möchte der gebürtige Ungar, der den Terrorismus des alten Systems erlebt hat, nun den Menschen in Nordafrika helfen, zur Freiheit zu gelangen (Quelle:  sueddeutsche.de). So entstanden gewaltige Flüchtlingsströme, der ehem. Asylrichter Peter Vonnahme spricht von regelrechten Völkerwanderungen, die durchaus die Größe der durch Stalin ausgelösten Völkerwanderungen annehmen, und auch waren die Russen in den baltischen Staaten dort nicht freiwillig hingezogen. Sie haben dort keine Rechte (Quelle: spiegel.de). Russland würde, diese selbstverständlichen Rechte, für die dort lebenden Russen gerne in die Realität umgesetzt sehen. Die dort früher lebenden Balten wurden bei Nacht und Nebel oft nach Sibirien deportiert. Die im Baltikum lebende russische Minderheit hat aber bis heute weder Staatsbürgerrechte noch Wahlrecht. Heute stehen dort deutsche Soldaten (Quelle: handelsblatt). Sollen die im Baltikum stehenden deutschen Soldaten krasse Menschenrechtsverletzungen der Balten an der russischen Minderheit durch Miltärgewalt schützen?

So ist eben die Politik der kleinen Leute: Merkel ist 1,60 m. Napoleon war ebenfalls klein, Stalin 1,65 m, Mussolini 1,52 m (Quelle: taz). Wenn man so klein ist, da fehlt einem ja die Überschau. Denn wie sollte man logisch verstehen, dass auf der einen Seite Europas, im Baltikum, der fehlende Schutz der Minderheitenrechte, die Menschenrechte sind, mit deutschen Soldaten geschützt wird und auf der anderen Seite Völkerwanderungen, aus Gründen der Menschenrechte, für ganz Europa gut geheißen werden? Nun, Väterchen Stalin starb 1953, ein Jahr vor Angelas Geburt. Doch die Probleme, die durch ihn, durch Russen-Deportationen z.B. auch im Osten der Ukraine angerichtet wurden, die bestehen bis heute. Manchmal wäre es nach 13 Jahren schon ganz gut, auch über den Tellerrand zu sehen? Aber vielleicht ist der Tellerrand so hoch, dass man nicht verstehen kann, dass die vor allem seit 2014 durchgeführte Politik Europas, bei linearer Fortführung zu einem Atomkrieg führen könnte, der von Europa nicht mehr viel überlassen würde?

Zugegeben, Angela hat viele Erfolge (siehe nachrichtenspiegel). Wer aber meint, auf den Opfern der Politik der oben erwähnten „Kleinen Leute“ herumhacken zu können, der hackt eben auf den Opfern der Mächtigen herum. Es gibt da auch einen älteren Karnevalsartikel, der versucht, etwas Licht ins Dunkel zu bringen (siehe nachrichtenspiegel).

Doch Vorsicht, werte Journalisten! Was passiert, wenn Tante Angela wirklich das Handtuch wirft? Es  könnte ein großes schwarzes Loch zum Vorschein kommen. Bitte denken Sie jetzt aber nicht so unter der Gürtellinie! Es kämen dann nämlich durchaus viele, jetzt wenig beachtete Katastrophen ans Licht! (Quelle: nachrichtenspiegel / Die Merkeldämmerung). Wenn aber Tante Angela das Handtuch wirft, dann sollte sie selbst auch nicht mehr nach Bayern fahren. Denn durch das neue Polizeigesetz könnte sie dann ohne Grund und Gerichtsbeschluss umgehend inhaftiert werden (Quelle: ksta.de). Denn warum sollte sie, die ja den Grund für dieses Gesetz, in Form von  Uncle Sam ausgebildeten, für die Freiheit kämpfenden Flüchtlingen, exzellenten Nahkämpfern, wo für einen nicht der Ordnung folgenden Flüchtling dann 3 Polizisten gebraucht werden (Quelle: taz ), nicht auch einmal auch in den Genuss dieses Gesetzes kommen?

Man sollte aber hier nicht Ursache und Wirkung verwechseln. Die Häuser der Flüchtlinge wurden von Waffen aus Uncle Sams Produktion, von Europa und auch von Russland zerstört. Die Flüchtlinge sind die Opfer des derzeitigen Wahnsinns. Allerdings ist die Frage vielleicht auch legitim, ob sich Menschen, die die Hitze Arabiens und Nordafrikas gewohnt sind, wirklich hier im kühlen Mitteleuropa mit ganz anderen Krankheiten und Kulturen, wohl fühlen können? Es ist vielleicht auch wichtig zu verstehen, dass Krieg das größte Geschäft ist, und Frieden und Gesundheit teilweise ein Wirtschaftsschaden sind! Ein großes unüberschaubares Chaos hat die Politik für die kleinen Leute ausgelöst.

Wenn ich google, dann sind die Bilder von Paraguay wunderschön. Wenn man den Leitmedien folgt, dann würde die selbstverständliche und verdiente Rente für die bald 64 jährige und schon seit 13 Jahren im Stress an der Spitze von D stehende Kanzlerin, vielleicht sogar ein Problem für Europa? Durch welche Brillen die Leitmedien bei der Einschätzung des Geschehens ihre Informationen beziehen, darf dabei auch nicht ganz außer Acht gelassen werden (siehe swprs.org  oder nochmals swprs.org). Sehen die Leitmedien die Wirklichkeit etwa durch diese militärische CFR gesteuerte U-Boot Brille?

Bild1: wikimedia commons/PD

Bild2: own work by Карма2 / wikimedia commons /CC BY 4.0

 

 

Marktkonforme Demokratie – entzaubert!

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(Bundestag/pixabay/CC0)

Anm./parkwaechter: Soll man zu dem Possenspiel, das derzeit auf der Bühne der „Politik“ stattfindet, wirklich noch Worte verlieren? Ich setze dabei das Wort „Politik“ in Parenthese, da eine suizidal-halsbrecherische Eskalationspolitik wie derzeit praktiziert, wohl kaum im Sinne des ‚polis‘=des Volkes sein kann, das ja bekanntlich – wie es das bei der letzten Bundestagswahl rechtsgültig bekundet hat –, einfach nur „gut und gerne leben“ und eben nicht Niedergang oder gar Krieg will.

Viele von uns meinen, dass sie Besseres zu tun haben, als sich mit einer Politik zu befassen, die Jean Ziegler nur noch als eine „simulative“ bezeichnet und die sich willfährig  Sachzwängen unterworfen hat, die von transatlantischen Technokraten diktiert werden, die unsere Bundeskanzlerin immer kryptisch als ihre „verlässlichen Freunde“ bezeichnet.

Es darf daher nicht verwundern, dass viele resigniert haben und sich ins Privatleben zurückziehen, wie das der Jurist Wolfgang Bittner in einem jüngsten Essay beklagte. Ein zivilgesellschaftlicher Rückzug, der unpassender nicht sein könnte, wo gerade die wahnwitzigsten geostrategischen Machenschaften zu kulminieren drohen und uns eine Politik der Aggression und Provokation anstatt Kooperation zur Normalität erklärt werden soll – eine „Politik“, die uns schon demnächst Kopf und Kragen kosten könnte. Sogar politische Pragmatiker wie Sigmar Gabriel sehen uns hinsichtlich einer möglichen Eskalation des NATO-/Russland-Konflikts bereits „am Abgrund“ (Quelle: nzz). Militärexperten wie der Bundeswehr-General und Vorsitzende des NATO-Militärausschusses a.D. Harald Kujat vergleichen die derzeitige Lage mit dem Vorabend zum Ersten Weltkrieg, „wo die Mächte auch wie Schlafwandler in einen Krieg hineingeschlittert sind, deren Folgen und vernichtende Kraft sie nicht einschätzen konnten“ (Quelle: presseportal.de).

Obwohl sich der geostrategische Wahnsitz bereits demaskiert hat und uns (mit einem teuflischen Funkeln in den Augen) offen angrinst, wagen viele immer noch nicht…“, den Kopf zu heben und ihm die Stirn zu bieten. Dabei könnte bereits ein gezielt eingesetzter Pfefferspray dafür sorgen, dass er wieder das Weite suchen muss.

Einer, der in der Gilde der Rechtsanwälte nicht locker lässt und immer wieder seinen Pfefferspray zur Hand nimmt, um pseudodemokratische Pyromanen in die Schranken zu weisen, ist Rechtsanwalt Schmitz. Mit einer Reihe an treffsicheren Klageschriftsätzen, deren Inhalt auch entsprechenden (Galgen-)Humor nicht vermissen lässt, versucht er aufzuzeigen, worin  die Wurzeln des scheinbar paradoxen Verhaltens liegen, mit dem uns unsere Politiker*innen heute ins offene Messer laufen lassen, obwohl sie doch laut Amtseid dazu angehalten wären, Schaden von uns abzuhalten. In diesem Sinne hat er auch eine neue Klage gegen die öffentliche Hand eingebracht, mit der er auf die Widersprüchlichkeit unserer derzeitigen völkerrechtlichen Situation und parlamentarischen Konstitution hinweisen möchte. Denn wie soll ein Parlament im Sinne des von uns Wählern erteilten Mandats arbeiten, wenn es ihm entgegen seiner offiziellen Beteuerungen ganz offenkundig an der notwendigen Souveränität ermangelt?

Den nachfolgenden Schriftsatz wird man wohl erst in gebührender Weise würdigen, wenn die Katastrophe, auf die wir bei unbeirrter Fortsetzung der derzeitigen Agenda zusteuern, bereits eingetreten ist. Aber wer weiß: Noch ist nicht aller Tage Abend und vielleicht gewinnen Vernunft und Humanität bzw. Demokratie und Rechtsstaat ja doch wieder Oberhand. Viel Zeit, um sie aus dem Würgegriff der unsichtbaren Hand des Marktes zu befreien, die sie unter Wasser gedrückt hält, haben wir allerdings nicht mehr. Denn der in den Lungen von Demokratie und Rechtsstaat verbliebene Sauerstoff wird bereits knapp.

In dieser Situation des Ertrinkens kommt uns das Seil, das uns RA Schmitz reicht, gerade recht (siehe auch die anderen Seile bzw. aktuellen Initiativen auf der Website des Anwalts). Wenn wir dieses Seil ergreifen, können wir uns daran wieder nach oben ziehen und Demokratie und Rechtsstaat in trockene Tücher bringen. Das Seil, das er uns reicht bzw. der Weg, den dieses Seil impliziert, erscheint lang und mühselig. Im Vergleich dazu erscheint der Galgenstrick, den man für uns geknüpft hat und den man uns ebenfalls zur Wahl reicht, kurz und bündig.

Wie immer sind wir in der Entscheidung, welchen Weg wir gehen wollen, vollkommen frei – im Tragen der Folgen unserer Entscheidung dann allerdings ganz und gar nicht mehr.

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(Gastbeitrag von RA Wilfried Schmitz:)

Klage

des Wilfried Schmitz, Kontaktdaten wie im Briefkopf oben angegeben

                                                                      -Kläger-

Verfahrensbevollmächtigter: Als Rechtsanwalt vertrete mich selbst in eigener Sache

gegen

den Landrat des Kreises ...

                                                                      -Beklagte-
Verfahrensbevollmächtigter: nicht bekannt

wegen Verpflichtung zur Ausstellung eines Staatsangehörigkeitsausweises

Gegenstandswert: Um gerichtliche Festsetzung wird gebeten

Ich erhebe Klage mit dem Antrag,

1.die Beklagte unter Aufhebung des Ablehnungsbescheides vom 23.4.2018
in der Gestalt des Widerspruchbescheides vom 27.4.2018 zu
verpflichten, meine Staatsangehörigkeit im Bundesstaat Königreich
Preußen festzustellen und mir einen (entsprechenden)
Staatsangehörigkeitsausweis auszustellen

2.der Beklagten die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen;

Begründung:

A. Sachverhalt

I.

Ich bin am 29.12.1969 als (ehelicher) Sohn der Eheleute und deutschen
Staatsangehörigen Wilhelm Peter Schmitz (geb. ... in Havert, heute:
Ortschaft Havert in Gemeinde 52538 Selfkant ) und Agnes Schmitz, geb.
Dreissen (geb. ...) auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik
Deutschland und des heutigen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen (NRW)
geboren worden.

Mein Vater Wilhelm Peter Schmitz ist am ... als (ehelicher) Sohn des
Herrn Joseph Heinrich Schmitz (geb. ... in Havert, heute: wie vor)
geboren worden.

Die vorgenannten Geburtsorte meines leiblichen Vaters und meines
leiblichen Großvaters liegen unstreitig in dem Gebiet des Königreichs
Preußen.

Diese Sachverhalte sind unstreitig, ergeben sich aber auch aus den
Eintragungen und Anlagen zu meinem Antrag auf Feststellung der
deutschen Staatsangehörigkeit (Staatsangehörigkeitsausweis) vom
29.3.2018 (von der den Beklagten auf den 3.4.2018 datiert), den ich
hier mit allen dort in Bezug genommenen Anlagen und erforderlichen
Nachweisen als

     Anlage K 1

überreiche.

Auch habe ich mich gegenüber der Beklagten ausdrücklich auf den Erwerb
meiner Staatsangehörigkeit gem. § 4 Abs. 1 RuStAG 1913 bezogen.

Beweis: Anlage K 1 (Antrag vom 29.3.2018, Eintrag zu Gliederungspunkt 3.8 und 4.3).

Gleichwohl hat die Beklagte mit Bescheid vom 23.4.2018, der nicht
einmal eine Rechtsmittelbelehrung enthielt und hier als

     Anlage K 2

überreicht wird, meinen o.g. Antrag wegen eines angeblich fehlenden
Sachbescheidungsinteresses zurückgewiesen, insbesondere deshalb, weil
meine „Staatsangehörigkeit“ ja nicht angezweifelt werde und ich
dieselbe jederzeit durch Vorlage meines Reisepasses oder
Personalausweises „glaubhaft machen“ könne.

Im Übrigen wird zur Vermeidung von Wiederholungen auf den Inhalt der
Anlage K 2 zurückgewiesen.

In meiner Stellungnahme hierauf vom 25.4.2018, die hier als

     Anlage K 3

überreicht wird, habe ich die Beklagte darauf hingewiesen, dass ihre
Argumentation nicht nachvollziehbar sei, da ich nicht nur eine
„Staatsangehörigkeit“ „glaubhaft machen“ wolle, sondern meine
Staatsangehörigkeit (im Bundesstaat Königreich Preußen) beweisen bzw.
nachweisen können will.

Im Übrigen verweise ich zur Vermeidung von Wiederholungen
vollumfänglich auf den Inhalt der Anlage K 3, womit dieser Inhalt zum
Gegenstand meines klägerischen Vortrags erhoben werden soll.

Die Beklagte teilte sodann mit Schreiben vom 27.4.2018, das hier als

    Anlage K 4

überreicht wird, mit, dass ein Sachbescheidungsinteresse (immer noch)
nicht begründet sei und ich gegen diese „Entscheidung“ „Klage erheben“
könne.

Eine Widerspruchsbegründung enthält das vorgenannte Schreiben vom
27.4.2018 nicht.

Beweis: wie vor (Anlage K 4)

Daraufhin habe ich meinen Vortrag zu meinem Antrag vom 29.3.2018 noch
durch ein weiteres Schreiben an die Beklagte vom 7.5.2018, das ich
hier als
      Anlage K 5

überreiche, ergänzt.

Im Übrigen verweise ich zur Vermeidung von Wiederholungen
vollumfänglich auf den Inhalt der Anlage K 3, womit dieser Inhalt zum
Gegenstand meines klägerischen Vortrags erhoben werden soll. Dieser
Vortrag wird nachfolgend aber noch wiederholt werden.


B.Rechtliche Würdigung

Die Klage ist zulässig und begründet.

I.Begründetheit

Ich stelle höchst vorsorglich gleich einleitend den rechtlichen Rahmen
zu meinem Antrag klar:

§ 1 RuStAG lautet (Zitat):

„Deutscher ist, wer die Staatsangehörigkeit in einem Bundesstaat (§§ 3
bis 32) oder die unmittelbare Reichsangehörigkeit (§§ 33 bis 35)
besitzt.“

§ 4 Abs. 1 RuStAG lautet  (Zitat):

„Durch die Geburt erwirbt das eheliche Kind eines Deutschen die
Staatsangehörigkeit des Vaters,...“.

Ausweislich der §§ 3 – 32 RuStAG ist in meinem Falle nur die
Staatsangehörigkeit „in einem Bundesstaat“ maßgebend.

Das Königreich Preußen war gem. Art. I. der Verfassung des Deutschen
Reichs vom 16.4.1871 ein (Bundes-)Staat i.S. der §§ 1 und 3 bis 32
RuStAG.

Warum das RuStAG für die Feststellung der Staatsangehörigkeit (in
einem Bundesstaat gem. Art. 1 der Verfassung des Deutschen Reichs von
1871) immer noch maßgebend ist, ergibt sich aus den nachfolgenden
Ausführungen.

1.

Die Entscheidung der Beklagten überrascht schon deshalb, weil die
Verwaltungen anderer Kreise und kreisfreier Städte in NRW solchen
Anträgen ohne Weiteres entsprechen.

Zudem kann ich nicht nachvollziehen, warum ich hier durch das
Ordnungsamt der Beklagten beschieden worden bin, da diese Anträge bei
entsprechenden Anträgen von Personen, die ihren Wohnsitz im Inland
haben, andernorts – soweit bekannt - stets vom Ausländeramt (der
kreisfreien Stadt bzw. des Kreises)  bearbeitet und beschieden werden.

Zu dieser Thematik  „Deutsche Staatsangehörigkeit“ werden deshalb auch
bereits auf der Webseite vieler Kreisverwaltungen und  kreisfreier
Städte  - wie z.B. die der Stadt Düsseldorf – alle Rahmeninformationen
kostenlos zugänglich gemacht, siehe z.B.

https://www.duesseldorf.de/buergerservice/dienstleistungen/dienstleistung/show/staatsangehoerigkeitsausweis.html

Gleiches gilt für das Bundesverwaltungsamt, siehe:

https://www.bva.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BVA/Staatsangehörigkeit/Feststellung/Antrag_F.html

Aus einer Antwort der Bundesregierung auf die „Kleine Anfrage“ von
Abgeordneten gem. Drucksache 17/5727, kostenlos abrufbar unter:

http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/17/057/1705727.pdf    ,

geht hervor, dass das Bundesverwaltungsamt in den Jahren 2000 bis 2010
in insgesamt 267.749 Fällen das Bestehen der deutschen
Staatsangehörigkeit festgestellt hat.

Es stellt eine ungleiche Behandlung gleichgelagerter Fälle dar, wenn
in den Fällen, in denen die Antragsteller ihren Wohnsitz im Ausland
haben und deshalb das Bundesverwaltungsamt zuständig ist, bei
begründeten Anträgen stets eine solche Feststellung erwartet werden
kann, eine solche Feststellung aber bei Antragstellern, die ihren
Wohnsitz im Inland haben, schon ein angeblich fehlendes
„Sachbescheidungsinteresse“ – genau anders herum – stets zur Abweisung
eines solchen Antrages führen kann.

Dies verletzt mich in meinem Grundrecht auf Gleichbehandlung gem. Art.
3 Abs. 1 und Abs. 3 GG.

Auch kann und darf jedenfalls niemand schon deshalb als „Reichsbürger“
oder ein Anarchist oder was auch immer bezeichnet oder behandelt
werden, nur weil er sich unter Berufung auf Art. 116 Abs. 1 und / oder
Art. 116 Abs. 2 GG um den Nachweis zu seiner deutschen
Staatsangehörigkeit (in einem Bundesstaat gem. der Verfassung des
Deutschen Reichs von 1871) bemüht.

Als Rechtsanwalt handle ich auf dem Boden des Grundgesetzes und im
Rahmen der geltenden Rechtsordnung, wie auch immer diese Rechtsordnung
– völkerrechtlich gesehen – zu werten ist. Jedenfalls kann niemand
„den Boden des Grundgesetzes“ verlassen und schon deshalb ein
„Reichsbürger“ sein, nur weil er sich auf das Grundgesetz beruft. was
auch immer ein Reichsbürger eigentlich sein soll; vermutlich dient
dieser Begriff nur der pauschalen Diffamierung aller, die die
völkerrechtliche Situation Deutschlands auch nur hinterfragen),

Art. 116 GG ist – jedenfalls nach dem Selbstverständnis der BRD -
geltendes Recht, so dass also niemand diskreditiert oder grundlos
abgewiesen werden darf, weil er sich gegenüber der Verwaltung der BRD
auf diesen Artikel und damit auf geltendes Recht beruft, wenn er sich
– aus welchen Gründen auch immer - um einen Nachweis zu seiner
(vorgenannten) Staatsangehörigkeit bemüht.

Selbst unter Wikipedia finden Sie unter dem Suchbegriff
„Staatsangehörigkeitsausweis“ folgende Information (Zitat):

„....Entgegen verbreiteter Meinung ist der Staatsangehörigkeitsvermerk
deutsch in einem deutschen Personalausweis oder Reisepass kein
sicherer Nachweis der deutschen Staatsangehörigkeit,[4][5] sondern
legt die juristische Vermutung nahe, dass der Ausweisinhaber deutscher
Staatsangehöriger ist. Solche Ausweispapiere können daher lediglich
zur widerlegbaren Glaubhaftmachung des Besitzes der deutschen
Staatsangehörigkeit dienen. Unter Glaubhaftmachung wird ein
herabgesetztes Beweismaß verstanden, für das die Darlegung einer
überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausreicht, ohne dass ein formaler
Beweis erbracht werden muss....“.(Zitat Ende)

Dem bereits o.g. Buch „Geheimsache Staatsangehörigkeit“ kann u.a. auch
auf Seite 110 die Information entnommen werden, dass vor einigen
Jahren auch die Webseite des bayerischen Innenministeriums ganz offen
eingeräumt hat, dass Personalausweis und Reisepass „lediglich die
Vermutung“ begründen, dass der Ausweisinhaber die deutsche
Staatsangehörigkeit besitzt.

Ich kann also nicht nachvollziehen, warum die Beklagte mir diesen
Staatsangehörigkeitsausweis mit dem Argument verweigern will, dass
dieser nur dann „benötigt“ wird, wenn die deutsche Staatsangehörigkeit
„zweifelhaft“ ist oder ein „urkundlicher Nachweis über deren Bestehen“
verlangt wird.

Es gibt keine Rechtsquelle, die ein solches „Rechtsschutzbedürfnis“
bzw. „Sachbescheidungsinteresse“ für einen solchen Antrag bzw.
Staatsangehörigkeitsausweis vorschreibt. Die Beklagte konnte ihren
diesbezüglichen Standpunkt auch nicht erläutern.

Vielmehr räumte die Beklagte selbst ein, dass die deutsche
Staatangehörigkeit mit einem gültigen Personalausweis oder Pass der
Bundesrepublik Deutschland „in der Regel“ bloß „glaubhaft gemacht“
wird.

Glaubhaftmachen ist begrifflich und im juristischen Kontext weitaus
weniger als „nachweisen“ oder „beweisen“ können. Dieser Nachweis kann
also – wie die Beklagte indirekt eingesteht – nur mit einem
Staatsangehörigkeitsausweis erbracht werden.

Von daher kann ich erwarten, dass mein Antrag ordnungsgemäß behandelt
wird und mir – wie allen anderen Antragstellern auch – der beantragte
Staatsangehörigkeitsausweis ausgestellt wird.

2.

Die Beklagte machte sich – nebenbei bemerkt – nicht einmal die Mühe,
ihr Schreiben vom 27.4.2018 mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu
versehen.

Eine solche Belehrung wird auch nicht dadurch entbehrlich, dass ich
Rechtsanwalt bin.

3.

Die Begründetheit meines streitgegenständlichen Antrags ergibt sich
insbesondere aus folgenden Erwägungen:

3.1

Ich habe nicht – was die Beklagte bereits verkennt – (pauschal) die
Feststellung der „Deutschen Staatsangehörigkeit“ beantragt, die es in
diesem Sinne ohnehin nicht (mehr) gibt, sondern die Feststellung der
Staatsangehörigkeit in dem Bundesstaat Königreich Preußen, in dem mein
Großvater väterlicherseits – wie nachgewiesen – ehelich geboren worden
ist.

Beweis: wie vor (Anlage K 1)

Die Beklagte durfte also mein „Sachbescheidungsinteresse“ bzw.
„besonderes Interesse an der Feststellung der Staatsangehörigkeit“
nicht mit dem Argument verneinen, dass die „deutsche
Staatsangehörigkeit“ in meinem Fall weder „zweifelhaft“ noch
„klärungsbedürftig“ sei.

Eine solche „deutsche Staatsangehörigkeit“ (bloß unterstellt, dass es
in eine solche überhaupt noch gibt) ist etwas vollkommen Anderes als
die „Staatsangehörigkeit in dem Bundesstaat Königreich Preußen“.

Es gab keine „Staatsangehörigkeit“ „im“ Deutschen Reich bzw. „des
Deutschen Reichs“ (gem. dem Verfassungsvertrag des Deutschen Reichs
von 1871), sondern nur die Staatsangehörigkeit in einem Einzelstaat
(Königreich Preußen, Königreich Bayern etc.). Nach dem Reichs- und
Staatsangehörigkeitsgesetz von 1913 führte die Staatsangehörigkeit in
einem Bundesstaat mittelbar zur Reichsangehörigkeit.

Die Zugehörigkeit zur „BRD“ wird im Artikel 116 des „Grundgesetzes“
sowie im sog. „Staatsangehörigkeitsgesetz“ (StAG) beschrieben.

Art. 116 Abs. 1 GG hat den Wortlaut (Zitat): „Deutscher im Sinne
dieses Grundgesetzes ist vorbehaltlich anderweitiger gesetzlicher
Regelung wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt....“.

Dabei ist die sogenannte „deutsche Staatsangehörigkeit“ identisch mit
der „unmittelbaren Reichsangehörigkeit“, wie sie von Adolf Hitler in
seiner „Verordnung über die deutsche Staatsangehörigkeit“ vom 5.2.1934
(schon damals illegalerweise) definiert wurde (Zitat):

„Auf Grund des Artikels 5 des Gesetzes über den Neuaufbau des Reichs
vom 30.1.1934 (RGBl. I Seite 75) wird folgendes verordnet (Zitat):

„§ 1. (1) Die Staatsangehörigkeit in den deutschen Ländern fällt fort.

(2) Es gibt nur noch eine deutsche Staatsangehörigkeit
(Reichsangehörigkeit)....“ (Zitat Ende).

Mit dieser Verordnung vom 5.2.1934 wurde sowohl meinem Großvater als
auch meinem Vater die deutsche Staatsangehörigkeit im Bundesstaat
Königreich Preußen entzogen, so dass sich mein Anspruch auf meinen
Staatsangehörigkeitsausweis (mit dem beantragten Inhalt) bereits
ausdrücklich aus dem Wortlaut des Art. 116 Abs. 2 GG ergibt, wo es
heißt (Zitat):

„Frühere deutsche Staatsangehörige, denen zwischen dem 30. Januar 1933
und dem 8. Mai 1945 die Staatsangehörigkeit aus politischen,
rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden ist, und ihre
Abkömmlinge sind auf Antrag wieder einzubürgern.“

Eindeutiger geht es nicht. Die Beklagte hat nicht einmal Ermessen.

Meinen männlichen Vorfahren wurde die deutsche Staatsangehörigkeit (im
Staat Königreich Preußen) mit der vorgenannten Hitler-Verordnung vom
5.2.1934 (mit der Wirkung einer „Ausbürgerung aus dem Staat Preußen)
entzogen, und mir – als ihrem (ehelichen) Abkömmling – ist diese
Staatsangehörigkeit (im Staat Königreich Preußen) wieder zuzuerkennen.

Soweit es überhaupt Judikate wie das Urteil des VG Potsdam vom
14.3.2016 – VG 8 K 4832/15 gibt, die in vergleichbaren Fällen
erstinstanzlich ein „Sachbescheidungsinteresse“ verneint haben, gehen
sie bereits über den eindeutigen Anspruch aus Art. 116 Abs. 2 GG
hinweg.

Der oben zitierte Satz des Art. 116 Abs. 1 des Grundgesetzes lautet
deshalb mit anderen Worten:

„Deutscher im Sinne dieses Grundgesetzes ist „.... wer die deutsche
Staatsangehörigkeit/unmittelbare Reichsangehörigkeit (nach
nationalsozialistischer Definition) besitzt.“

Auch im sog. „Staatsangehörigkeitsgesetz“ (StAG) wird - wie im Art.
116 Abs. 1 des GG – nicht etwa eine Staatsangehörigkeit „der
Bundesrepublik Deutschland“ definiert, sondern lediglich bestimmt
(Zitat):

„Deutscher im Sinne dieses Gesetzes ist, wer die deutsche
Staatsangehörigkeit besitzt.“ (vgl. § 1 StAG)

Damit wird im StAG somit bloß die deutsche
Staatsangehörigkeit/unmittelbare Reichsangehörigkeit gem. der
Definition von Adolf Hitler beschrieben. Das ist m.E. eine klare
Anwendung nationalsozialistischer Rechtsetzung. Damit kann der
Eindruck entstehen, dass jemand, der sich mit seinem Personalausweis
ausweist, bewusst auf NS-Unrecht beruft und als bekennender
Nationalsozialist erscheint.

Die Anwendung nationalsozialistischen Unrechts ist jedoch verboten und
für den betroffenen Ausweisinhaber unzumutbar.

Das vorgenannte Gesetz über den Neuaufbau des Reiches wurde nach dem
Zusammenbruch des NS-Regimes 1945 mit der Regierungsübernahme durch
die Alliierten und den Alliierten Kontrollrat sowie der
Wiedereinführung von Ländern durch die jeweiligen Besatzungsmächte
aufgehoben. Das ergibt sich aus SHAEF-Gesetz Nr. 1 und dem
Kontrollratsgesetz Nr. 1 i.V.m. Art. 139 des GG.

Im SHAEF-Gesetz Nr. 1 Art. 4 in Art. III Nr. 4 heißt es zudem
ausdrücklich (Zitat):

„Die Auslegung oder Anwendung des deutschen Rechtes nach
nationalsozialistischen Grundsätzen, gleichgültig wann und wo
dieselben kundgemacht wurden, ist verboten.“

Daran hat sich gem. Art. 139 GG bis heute nichts geändert.

Nach der staatlichen Neuorganisation Deutschlands erfolgte die
Aufhebung des o.g. Nazi-Gesetzes vom 30.1.1934 formell durch den
Erlass des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland vom 23.
Mai 1949 in Art. 123 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 28 und 30 GG in den
westdeutschen Ländern und durch Art. 144 Abs. 1 in Verbindung mit Art.
109 und Art. 111 der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik
vom 7. Oktober 1949.

3.2

Unter der Rubrik „Staatsangehörigkeit“ muss die korrekte Bezeichnung
der Körperschaft, d.h. des „Staates“ stehen, dem man angehört. Selbst
Rechtschreibfehler wären fatal. Wenn der Staat in dieser Rubrik nicht
korrekt benannt ist, dann handelt es sich nur um einen Nachweis von
Staatenlosigkeit.

Diese Konsequenz bzw. Rechtsunsicherheit ist aber fatal, da durch die
Ausweisung der Staatsangehörigkeit der Rechtskreis definiert wird, dem
man angehört.

3.2.1.

Gem. § 11 Abs. 1 Nr. 2 PaßG ist ein Pass oder Passersatz aber
ungültig, wenn (Zitat): „Eintragungen nach diesem Gesetz fehlen oder -
mit Ausnahme der Angaben über den Wohnort oder die Größe -
unzutreffend sind...“

Mein Reisepass, der ja angeblich hinreichend sein soll, um meine
„Staatsangehörigkeit“ „glaubhaft“ zu machen, enthält aber unter
Berücksichtigung des Paßgesetzes (PaßG) folgende Fehler:

a)

In meinem Reisepass ist aber – entgegen § 4 Abs. 1 S. 3 Nr. 1 PaßG –
mein Familienname „Schmitz“ nicht als mein „Familienname“, sondern nur
mein „Name“ bzw. in der Rubrik „Name/Surname/NOM“ angegeben.

Die Kategorie „Familienname“ findet sich in einem BRD-Reisepass also gar nicht.

b)

Gem. § 4 Abs. 1 S. 3 Nr. 10 muss meine „Staatsangehörigkeit“
verbindlich benannt sein.

In den Reisepässen der BRD wird aber die Staatsangehörigkeit „DEUTSCH“
angegeben, was absolut unzulässig ist, da ein „Staat“ namens „DEUTSCH“
nicht existiert.

Im Bestreitensfalle werde ich zum Beweis dieser Behauptung im
Verhandlungstermin meinen Reisepass vorlegen.

3.2.2.

Mein Bundespersonalausweis leidet unter ähnlichen Fehlern, was gem. §
28 Abs. 1 Nr. 2 Personalausweisgesetz die gleichen Konsequenzen
auslöst (Personalausweis ist ungültig).

Hier wird durch die tatsächlich vorhandenen Rubriken meines
Personalausweises den – vergleichbaren – Vorgaben gem. § 5 Abs. 2 Nr.
1 und 10 aus den gleichen Gründen wie beim Reisepass nicht
entsprochen.

Wenn gem. § 1 Abs. 1 S. 1 Personalauweisgesetz (PAuswG) gilt (Zitat):
„Deutsche im Sinne des Artikels 116 Abs. 1 des Grundgesetzes sind
verpflichtet, einen gültigen Ausweis zu besitzen...“, dann bin ich auf
Grund der fehlerhaften Einträge nicht nur daran gehindert, dieser
Verpflichtung zu entsprechen.

Denn die Aussage, dass man Deutscher i.S. des GG sein soll, wenn man
die „deutsche Staatsangehörigkeit“ besitzt, steht zudem für eine klare
Anwendung nationalsozialistischen Unrechts, und diese ist rechtlich
nicht zulässig.

Wenn ich die Beklagte also Recht verstehe, dann habe ich kein
„besonderes Interesse“ am Nachweis meiner Staatsangehörigkeit, obschon
mein Reisepass und mein Bundespersonalausweis – was ja für alle
Inhaber dieser Ausweisdokumente gilt – ungültig sind.

Im Bestreitensfalle kann ich im Verhandlungstermin zum Beweis dieser
Behauptung auch meinen Personalausweis vorlegen.

Wenn ich also bloß eine „deutsche Staatsangehörigkeit“  „glaubhaft
machen“ darf, die faktisch auf den Inhalt der o.g. Hitler-Verordnung
Bezug nimmt, und die zudem noch nur durch Dokumente wie Reisepass und
Personalausweis „glaubhaft“ gemacht werden kann, die so fehlerhafte
Eintragungen haben, dass sie – streng genommen – sofort wieder
eingezogen werden müssten, dann kann mir weder die Beklagte noch sonst
jemand ein berechtigtes Sachbescheidungsinteresse abstreiten, bloß
unterstellt, dass es darauf angesichts des eindeutigen Wortlauts gem.
Art. 116 Abs. 2 GG überhaupt ankommen dürfte.

II.

Im Hinblick auf die fehlende Souveränität und Staatlichkeit der BRD
möchte ich mich hier auf folgende Ausführungen beschränken:

Gehen wir also von folgender Frage aus:

Ist die gesamte Rechtsordnung der BRD selbst Besatzungsrecht und die
Existenz der „BRD“ sowie der „Bundesländer“ auch heute noch
ausschließlich vom Willen der Besatzungsmächte abhängig?

Diese Frage muss – auch öffentlich und vor Gericht – behandelt werden
dürfen, ohne dass jemand in die Ecke der „Reichsbürger“ oder einer
anderen „politisch verdächtigen“ politischen Strömung verortet und
faktisch diffamiert und diskriminiert wird.

Ich erinnere noch ausdrücklich an den Wortlaut des Art. 3 Abs. 3
Grundgesetz (Zitat):

„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner
Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens,
seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder
bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt
werden.“

Ich verwahre mich deshalb dagegen, dass ich wegen des Umstands, dass
ich mich auf meine Herkunft und Abstammung berufe und in diesem
Kontext rechtliche Anschauungen vertrete, die nicht nur
rechtspolitischer Natur, sondern auch nach geltender Rechtslage
rechtlich begründet sind, benachteiligt werde.

Ich bin mir auch sicher, dass die Menschen es hierzulande längst leid
sind, sich willkürlich verschiedenen Gruppen zuordnen und damit
gegenseitig ausspielen zu lassen.

Um diese Frage zu beantworten dürften schon die nachfolgenden
Anmerkungen und Quellen – die jedermann leicht abrufen kann (!) - mehr
als ausreichend sein. Es gibt wohl noch weitaus mehr Quellen, aber ich
hier soll  keine umfassende Abhandlung veröffentlicht werden, die den
Rahmen einer solchen Klage sprengen würde:

1.

Schon dem Parlamentarischen Rat, der über das Grundgesetz beraten hat,
war klar, dass er Westdeutschland keine „Verfassung“ im
völkerrechtlichen Sinne geben konnte, selbst wenn er das gewollt
hätte. Dies wurde in der Rede des Völkerrechtlers Carlo Schmid im
Parlamentarischen Rat von 8.9.1948, die u.a. in der Feststellung „Wir
haben keinen Staat zu errichten“ gipfelte, auch schlüssig und für
jedermann nachvollziehbar begründet, siehe:

http://artikel20gg.de/Texte/Carlo-Schmid-Grundsatzrede-zum-Grundgesetz.htm

Ein Volk kann sich nicht in freier Selbstbestimmung eine „Verfassung“
geben, wenn es dabei Vorgaben einer „Ober-“ oder „Fremdherrschaft“
beachten muss.

2.

Die Feindstaatenklausel nach Art. 53 und Art. 107 der Charta der
Vereinten Nationen ist immer noch in Kraft, auch wenn sich diese
Artikel – genau genommen – auf das Deutsche Reich (gem. der Verfassung
von 1871) und nicht auf die „BRD“ oder „das 3. Reich“ beziehen.

3.

Es gibt auch Autoren, die – ausgehend von der 3-Elementen-Lehre – mit
guten Gründen geltend machen, dass die BRD im staats- und
völkerrechtlichen Sinne aktuell weder eine „Staatsgewalt“ noch ein
„Staatsvolk“ und noch nicht einmal ein „Staatsgebiet“ hat (siehe u.a.:
Dr. Klaus Maurer: Die „BRD“-GmbH oder zur völkerrechtlichen Situation
in Deutschland und den sich daraus ergebenden Chancen für ein neues
Deutschland“, 3. Auflage).

Im Hinblick auf die „3 Elemente“, die einen „Staat“ im
völkerrechtlichen Sinne konstituieren bzw. ausmachen, beschränke ich
mich nachfolgend auf die Frage, ob die BRD denn im Sinne dieser
3-Elementen-Lehre wirklich die (höchste) „Staatsgewalt“ innehat bzw.
innehaben kann.

Gehen wir zunächst aus methodischen Gründen von folgender Annahme aus:
(Ausschließlich) die BRD kann in Deutschland „Staatsgewalt“ ausüben,
die BRD verfügt über Staatsgewalt.

(Probleme, die sich nach Meinung Vieler schon durch die Streichung des
vormaligen Art. 23 GG im Hinblick auf die Frage nach dem
Geltungsbereich der Gesetze stellen, werden dabei ausgeklammert).

Die Frage nach der „Staats“-Gewalt ist nicht zu verwechseln mit der
Frage, ob die Justiz faktisch über die Macht verfügt, ihre Anordnungen
auch mit Zwang durchsetzen zu können. Es geht hier nicht um das
Bestreiten eines faktisch gegebenen Machtanspruchs, sondern um die
Frage, ob diese Machtentfaltung als Ausübung „staatlicher“ Gewalt
verstanden werden darf.

Was könnte denn nun gegen diese Annahme, dass (nur) die BRD
„Staats“-Gewalt hat, sprechen?

Die nachfolgenden Texte/Quellen, die dieser Annahme zu widersprechen
„scheinen“, möge die Beklagte also einmal nachvollziehbar und konkret
wiederlegen. Wenn die Widerlegung dieser Texte scheitert, dann ist die
obige Annahme (Deutschland hat Staatsgewalt) (leider) widerlegt:

3.1.

Erklärung in Anbetracht der Niederlage Deutschlands und der Übernahme
der obersten Regierungsgewalt hinsichtlich Deutschlands durch die
Regierungen des Vereinigten Königreichs der Vereinigten Staaten von
Amerika und der Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken und durch
die Provisorische Regierung der Französischen Republik vom 5.6.1945
(Amtsblatt des Kontrollrats in Deutschland, Ergänzungsblatt Nr. 1,
Seite 7 – 9, online abrufbar unter:
http://www.documentarchiv.de/ddr.html)

3.2.

Schreiben der Militärgouverneure zum Grundgesetz in der Übersetzung
des Parlamentarischen Rates, VOBIZ Seite 416, Frankfurt am Main, den
12.5.1949, online abrufbar u.a. unter:
http://www.verfassungen.de/de/de49/grundgesetz-genehmigung49.htm

3.3.

Das Besatzungsrecht, das (teilweise) schon vor Gründung der „BRD“
installiert wurde, ist dem „BRD“-Recht gegenüber gem. Art. 139 GG
höherrangig, siehe:

https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_139.html

3.4.

Besatzungskosten werden gem. Art. 120 Abs. 1 S. 1 GG auch heute noch
von der BRD pflichtgemäß bezahlt, siehe:

https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_120.html

Wie könnte es also aktuell keine „Besatzung“ geben, wenn wir
„Besatzungskosten“ tragen müssen?

3.5.

Die Fortgeltung und Höherrangigkeit des Besatzungsrechts gegenüber dem
BRD-Recht wurde im Notenwechsel aus dem Jahre 1990 bestätigt (folgt
aber ohnehin aus Art. 139 GG, der immer noch im GG steht).

Siehe: Bekanntmachung der Vereinbarung vom 27./28. September 1990 zu
dem Vertrag über die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik
Deutschland und den Drei Mächten (in der geänderten Fassung) sowie zu
dem Vertrag zur Regelung aus Krieg und Besatzung entstandener Fragen
(in der geänderten Fassung), Bundesgesetzblatt 1990 Teil II Seite 1386
ff., online abrufbar unter:

https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?start=//*%5B@attr_id=%27bgbl290s1386.pdf%27%5D#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl290s1386.pdf%27%5D__1525676902914

3.6.

Besonders beeindruckend sind auch umfassende Gesetzesverfügungen aus
den Jahren 2006 – 2010, die insbesondere eine Wiederherstellung
vormals aufgehobener Teile des Besatzungsrechts bewirkt haben (die
Aufhebung der Aufhebung ist die Wieder-in-Kraft-Setzung) und damit nur
dem Willen der Besatzungsmächte entsprochen haben können, siehe:

Artikel 4 aus Zweites Gesetz über die Bereinigung von Bundesrecht im
Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums der Justiz (2. BMJBBG
k.a.Abk.), G. v. 23.11.2007 BGBl. I S. 2614 (Nr. 59); zuletzt geändert
durch Artikel 2 G. v. 05.12.2008 BGBl. I S. 2346, Geltung ab
30.11.2007,

online abrufbar unter: https://www.buzer.de/gesetz/7965/index.htm

und:

https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl107s2614.pdf%27%5D__1525680094514

3.7.

Der sog. „2+4-Vertrag“ und das Fehlen einer Friedensregelung:

In dem „Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf
Deutschland“ werden dem „vereinten Deutschland“ in Art. 1 Abs. 4 sowie
Art. 2 umfangreiche Auflagen bezüglich der Inhalte der „Verfassung“
des „vereinten Deutschland gemacht“, siehe u.a.:
http://www.1000dokumente.de/pdf/dok_0046_zwe_de.pdf

Nach den o.g. völkerrechtlichen Prinzipien sind solche Auflagen mit
dem Modell eines „souveränen“ Staates offenkundig unvereinbar.

Und dass der 2+4-Vertrag keine Friedensregelung sein sollte und
konnte, wurde auch durch die Vertreter der BRD in den Verhandlungen
über den 2+4-Vertrag am 17.7.1990 zum Ausdruck gebracht, siehe:

https://www.anderweltonline.com/fileadmin/user_upload/upload_Redaktion/PDF/Pariser_Protokoll17.juli_1990.pdf

Das himmelschreiende Unrecht, dass dem deutschen Volk immer noch ein
solcher Friedensvertrag verweigert wird, kann hier nicht weiter
vertieft werden.

Auch kann hier nicht das himmelschreiende Unrecht vertieft werden, das
darin begründet liegt, dass bis zum heutigen Tage immer noch nicht
durch ein internationales unabhängiges Gremium aufgearbeitet worden
ist, ob die Deutsche Reichsregierung von 1914 bzw. die deutschen
Völker wirklich für den Ausbruch und das Scheitern der Bemühungen um
eine vorzeitige Beendigung des 1. Weltkriegs verantwortlich waren.

Ausgezeichnet recherchierte Bücher wie „Verborgene Geschichte – wie
eine geheime Elite die Menschheit in den 1. Weltkrieg stürzte“ von
Gerry Docherty & Jim Macgregor lassen vielmehr zwingend darauf
schließen, dass der 1. Weltkrieg von angloamerikanischen Eliten von
langer Hand vorbereitet und gezielt herbeigeführt worden ist, um das
Erfolgsmodell des Deutschen Reichs zu zerschlagen und auf der
eurasischen Festplatte eine Friedensallianz zu verhindern.

Das Schweigen der „etablierten“ Geschichtswissenschaft zu diesen
Erkenntnissen überrascht doch sehr, da sich Vertreter
US-amerikanischer Think-Tanks längst öffentlich dazu bekannt haben,
dass es seit mehr als 100 Jahren im Hauptinteresse der
angloamerikanischen Eliten lag, eine solche Friedensallianz auf der
eurasischen Festplatte zu verhindern.

Den deutschen Völkern hätten somit niemals „Reparationen“ bzw.
Zahlungsverpflichtungen auferlegt werden dürfen, wenn sie im 1.
Weltkrieg in Wahrheit die Opfer der Strategien angloamerikanischer
Planspiele waren. Das Diktat des Versailler Vertrages war in jeder
Hinsicht ein Unrecht und eine Perversion, die ganz offensichtlich den
Boden für stärkste Spannungen und Krisen in Deutschland und damit auch
für den nächsten Krieg in Europa legen sollte.

Auch wurde nie angemessen aufgearbeitet, ob die unglaubliche Karriere
des österreichischen Gefreiten Adolf Hitler ohne die Unterstützung und
die finanziellen Zuwendungen US-amerikanischer Banken und Konzerne
überhaupt möglich gewesen wäre und zu welchem Zweck bzw. mit welchem
Ziel diese Unterstützungen geleistet worden sind.

Nur wenn diese Fragen beantwortet werden, kann die Frage, wer denn für
den Ausbruch des 2. Weltkrieges zumindest eine ganz wesentliche
Mitschuld trägt, angemessen beantwortet werden.

Die Geschichte lehrt, dass kein Betrug auf Dauer verheimlicht werden
kann. Die Wahrheit setzt sich schließlich durch, wenn die Mächte
untergehen, die die Geschichtsschreibung aus politischem Kalkül
beeinflussen und verfälschen lassen konnten.

3.8.

Auch der sog. „Überleitungsvertrag von Berlin“ (Übereinkommen zur
Regelung bestimmter Fragen in Bezug auf Berlin vom 2.10.1990 (BGBl.
1990 Teil II Seite 1274 ff.)  von 1990 bestätigt in seinem Art. 2
durch die Formulierung „in oder in Bezug auf Berlin“ ausdrücklich,
dass alle besatzungsrechtlichen Verfügungen in Kraft bleiben, da alle
besatzungsrechtlichen Verfügungen sämtlich in Berlin getroffen und
verkündet worden sind.

3.9.

Art. 133 GG bestätigt ebenfalls, dass die BRD von den drei westlichen
Besatzungsmächten lediglich wirtschaftliche Verwaltungsbefugnisse
zugestanden bekommen hatte.

3.10.

Zudem sind die „Hoheitszeichen“ auf dem Reisepass widersprüchlich, da
der Adler auf der Außenseite des Reisepasse 12 Federn und auf der
Innenseite 14 Federn hat.

Ein Adler mit 12 Federn entspricht dem Hoheitszeichen der Weimarer
Republik, die ebenfalls eine illegale Neugründung war und deshalb
keine Staatlichkeit erlangen konnte.

Was soll denn das für ein Staat sein, der seinem Hoheitszeichen mal
14, dann mal 12 Federn gönnt (es gibt auch noch andere Varianten mit
anderer Federzahl)?

III.

Ob es darüber hinaus tatsächlich

eine sog. „Kanzlerakte“ (mit persönlichem Unterwerfungseid eines jeden
Bundeskanzlers gegenüber den Besatzungsmächten) gibt,

die Bundeswehr unter direktem Oberbefehl der U.S.A. steht und

die 21-Tages-Frist gem. Art. 68 Abs. 1 GG nur dazu dienen soll,
Einrederechte der Alliierten zu wahren,

muss also nicht mehr vertieft werden.

Aber im Hinblick auf die verfassungs- und völkerrechtswidrigen
Einsätze der Bundeswehr in aller Welt sollte ohnehin öffentlich
diskutiert werden, wer denn eigentlich den Oberbefehl über die
Bundeswehr hat, wenn Deutschland nicht souverän ist.

IV.

Das Deutsche Reich gem. der Verfassung von 1871 und seine
Bundesstaaten sind nie „untergegangen“. Auch dazu sind ergänzende
Ausführungen vor Gericht möglich, da leicht nachzuweisen ist, dass
auch die Weimarer Republik unter dem Diktat der Siegermächte des
Versailler Vertrages stand und nicht gem. der damaligen Verfassung,
sondern auf Grund eines „Putsches“ und damit illegal gegründet worden
ist.

Diese dürften aber entbehrlich sein, denn diese Rechtsauffassung
entspricht auch der Rechtsprechung des BVerfG (siehe Rechtsprechung
zum sog. Grundlagenvertrag gem. BVerfG 36, 1), wonach das Deutsche
Reich (in den Grenzen vom 31.12.1937) nicht „untergegangen“ ist,
sondern lediglich nicht mehr handlungsfähig ist.

Die Frage ist freilich, welches „Deutsche Reich“ damit gemeint ist.
Der letzte Souverän auf deutschem Boden war jedenfalls das Deutsche
Reich von 1871 bis 1918.

Dass die BRD mit dem Deutschen Reich von 1871 „(subjekt)identisch“
sein soll, ist somit schon deshalb abwegig, weil das Deutsche Reich
von 1871 souverän und ein Verbund souveräner Staaten war und die BRD
von Anfang an lediglich eine von den Siegermächten eingerichtete
Verwaltung eines Wirtschaftsgebietes, das lediglich einen kleinen Teil
des Territoriums des Deutschen Reichs vom 31.12.1937 verwalten durfte
und darf.

Nach dem Untergang des Kaiserreichs in 1918 hat es somit zu keiner
Zeit mehr einen voll souveränen (Bundes-)Staat auf deutschem Boden
gegeben, der wirklich eine Staatsangehörigkeit vergeben konnte.

Das „besondere Interesse“ an der Feststellung der Staatsangehörigkeit
in dem Bundesstaat Königreich Preußen ist also gegeben.

---
Für den Fall, dass das erkennende Gericht zu einer Rechtsfrage noch weitere Ausführungen wünscht, bitte ich aber um 
entsprechenden Hinweis. 
Ich könnte insbesondere noch weiter dazu vortragen, 
1. 
dass die BRD nicht „identisch“ mit dem Deutschen Reich (gem. Verfassung von 1871) ist. 
Die BRD basiert auf dem Grundgesetz von 1949, das Deutsche Reich hingegen auf dem Verfassungsvertrag von 1871. 
Die BRD bestand (bis 1990 im vormaligen Art. 23 GG namentlich benannt) aus „Ländern“ bzw. „Bundesländern“, das Deutsche 
Reich aus Staaten, die mit der Reichsgründung von 1871 zu Bundesstaaten wurden. 
Die Territorien der Bundesländer der BRD und der Bundesstaaten des Deutschen Reichs sind völlig verschieden. 
Wenn die BRD und das Deutsche Reich „identisch“ wären, dann würde es ein Reichsgesetz geben, aus dem sich eindeutig 
ergibt, dass das Deutsche Reich in „Bundesrepublik Deutschland“ umbenannt wurde und nicht mehr der Verfassungsvertrag 
von 1871, sondern das Grundgesetz von 1989 als (verfassungsmäßige“ Grundlage gilt. Folglich handelt es sich bei der BRD 
und dem Deutschen Reich (nicht zu verwechseln mit dem sog. 3. Reich“ um zwei völlig verschiedene Rechtssubjekte. 
Das Deutsche Reich gab sich eine „Verfassung“ in freier Selbstbestimmung, das GG wurde von den Siegermächten „genehmigt“. 
Nur eine Verfassung kann einen „Staat“ konstituieren, durch unser „Grundgesetz“ wurde lediglich ein Besatzungsgebiet 
organisiert. Eine Verfassung ist die höchste Rechtsnorm in einem Territorium, ein Grundgesetz ist gegenüber dem Besatzungsrecht 
niederrangig (so auch Art. 139 GG). 
2. 
weder die Weimarer Republik noch die BRD zu irgendeiner Zeit „Staatlichkeit“ erlangt haben. 
3. 
das Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz (RuStAG) vom 22.7.1913 immer noch geltendes und maßgebendes Recht für die 
Feststellung der Staatsangehörigkeit (in einem Bundesstaate) ist. 
Insofern verweise ich ergänzend zu meinem bisherigen Vortrag auch auf die Artikel 5 und 50 EGBGB. 
Ebenso verweise ich auf das Völkerrecht gem. Art. 43 der HLKO (siehe hierzu Art. 25 GG), wonach die „Besetzenden“ 
(Alliierten) die öffentliche Ordnung unter „Beachtung der (geltenden) Landesgesetze herzustellen hatten. Auch die 
Siegermächte waren somit zu keiner Zeit dazu ermächtigt, die Staatsangehörigkeit (in einem Bundesstaat) gem. RuStAG 
abzuschaffen und Schließlich verweise ich noch auf Art. 15 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (A/RES/217, 
UN-Doc. 217/A-(III)), auch Deklaration der Menschenrechte oder UN-Menschenrechtscharta oder kurz AEMR genannt. 
Die am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Palais de Chaillot in Paris genehmigt 
und verkündet worden ist. 
Danach gilt (Zitat): 
„Nr. 1 Jeder hat das Recht auf eine Staatsangehörigkeit. 
Nr. 2 Niemandem darf seine Staatsangehörigkeit willkürlich entzogen noch das Recht versagt werden, seine 
Staatsangehörigkeit zu wechseln.“ Die gegenwärtig einzige völkerrechtlich korrekte „anderweitige gesetzliche Regelung“ 
gem. Art. 116 Abs. 1 GG ist somit – immer noch – das RuStAG, da nur diese eine hoheitliche bzw. staatliche 
Bundesstaatsangehörigkeit vergeben kann. Die BRD hat lediglich eine Art „verwaltungstechnische“ „Staatsangehörigkeit“ 
zu vergeben, die aus den genannten Gründen keine wahre „Staats“-Angehörigkeit verkörpern kann, eben da es einen 
(souveränen) „Staat“ mit Namen BRD als „Rechtsnachfolger“ des Deutschen Reichs gem. Verfassung von 1871 oder 
„identisch mit“ diesem Reich nicht gibt.
Schmitz

Rechtsanwalt

Pharaonen im Learjet und Freiherren im Forstgut -Teil 1: Jenseits der Schwerkraft und doch eisern angekettet

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Christoph Gröner (Bild aus Doku „Ungleichland“ / ARD / Youtube)

Über den Wolken in seinem Learjet sitzend, erzählt der Selfmademan Christoph Gröner über eine verblüffende Erfahrung, die er macht, seitdem er in die Riege der Superreichen aufgestiegen ist: Sein Geld sei einfach nicht kaputtzukriegen.

„Wenn Sie 215 Millionen haben und schmeißen das Geld zum Fenster raus, dann kommt’s zur Tür wieder herein. Sie kriegen es nicht kaputt. Sie kaufen Autos? Das Auto kriegt mehr Wert. Sie kaufen Häuser? Die Immobilien kriegen mehr Wert. Sie gehen in Gold? Das Gold wird mehr wert. Sie können’s nicht durch Konsum zerstören, das Geld.“

Die jüngst ausgestrahlte ARD-Reportage „Ungleichland – Wie aus Reichtum Macht wird“, in der solche Lebensweisheiten zum Besten gegeben werden, berührt zwar nicht einmal ansatzweise die wirklich zugrundeliegenden Probleme unserer heutigen Zeit und kratzt lieber an oberflächlichen Klischees, aber dennoch gibt sie einige interessante Streiflichter und macht uns bekannt mit Prachtexemplaren unserer Leistungsgesellschaft, denen man beim Einkaufen im Aldi in der Regel nicht begegnet.

So etwa Christian Lothar Ludwig Hugo Wilhelm Maria Reichsfreiherr von Mauchenheim, genannt Baron von Bechtolsheim. Der selbstbewusste Mann gehört zu jener Erblinie aus der Handelsdynastie der Fugger, die sich bis ins 21. Jahrhundert durchgefuggt haben und beim großen Festessen auch heute noch ganz vorne mit an der Tafel sitzen. Sein Brot verdient der Freiherr selbstverständlich nicht als Kühlregalschlichter bei Lidl, sondern ganz standesgemäß mit Private Banking für betuchtes Klientel: „Wir helfen dabei, das Vermögen von Familien über Generationen zu erhalten, das ist unser Anspruch.“ Die Frage des Reporterteams, ob er denn diese Art von Arbeit nicht als Teil des Problems [der zunehmenden Ungleichheit unserer Gesellschaft] sehe, bezeichnet der Freiherr als „frech“ – worauf er das feiste Lachen der mit ihm zu Tische sitzenden Finanzexperten erntet.


Schallendes Lachen nach der „frechen“ Frage des Reporterteams; ganz re.: Baron Bechtolsheim
(Bild aus Doku „Ungleichland“ / ARD / Youtube)

Emotionsfreie Freiherren

Dass es für das Geschäft nicht förderlich ist, wenn man zu viele Fragen stellt, erfährt man auch während einer Konversation des Freiherren mit einem Team an Finanztradern, denen er das Geld seines Fonds zur Weitervermehrung anvertraut hat. Die Private Equity Fondsmanager agieren  vollkommen emotionsfrei: Ein Computeralgorithmus, der die Weltwirtschaftslage scannt, entscheidet nach einem Rot-Gelb-Grün-Ampelschema, wann ein Wertpapier gekauft und verkauft wird: „Wir sind emotionslos gesteuert, wir haben keine Emotionen. Unser gesamtes Setup, unser Algorithmus ist rein quantitativ.“

Der Freiherr nimmt dieses emotionsfreie Geschäftsmodell seinerseits emotionsfrei zur Kenntnis, solange die Rendite stimmt. Da ihm die City Boys über 9% Rendite liefern, frägt der Fugger nicht näher nach, ob diese Rendite ohne Kinderarbeit und mit ökologisch nachhaltigen Produkten erwirtschaftet wurde oder mit krisensicheren Produkten, die etwa der „US Barrier / Vice Fund“ in seinem Portfolio hat: Waffen, Glückspiel, Alkohol und Pornografie. Dieses Portfolio ist krisensicher: „Selbst in schlechten Zeiten wollen die Leute noch trinken, rauchen oder wetten“, erklärte Fondsmanager Dan Ahrens bei der Gründung des Vice Fund (Quelle: FAZ).

Wenn man die Naturgesetze außer Kraft setzen will, dann darf man bei der Renditejagd nicht zimperlich sein. Immerhin weiß Baron Bechtolsheim aufgrund einer Studie, dass es weltweit nur vier Prozent der Unternehmerfamilien gelingt, das Vermögen länger als drei Generationen zu erhalten. Spätestens der Enkel setzt dann das erworbene Vermögen wieder in den Sand – wie gewonnen, so zerronnen. Die Focam AG des Fuggers will nun helfen, dieses eherne Gesetz zu durchbrechen, sodass auch noch so wohlstandsverwahrloste Kinder in Zukunft unbeschwert im selbstfahrenden  Auto auf ihrem Smartphone herumwischen und Spaß haben können.

Philosophie vs. Basic Instinct

Nachdem der mit Karl-Theodor zu Guttenberg verwandte Freiherr in seinem exklusiven Frankfurter Büro die fein säuberlich durch Trennblätter vorbereitete Aktenmappe durchgeblättert und alle Kontrakte signiert hat – freilich ohne sie durchzulesen, er kann seinen Fachanwälten offensichtlich blind vertrauen – geht’s mit dem Reporterteam ab in sein Waldgut, in dem sich der Freiherr nach getaner Arbeit dann so richtig frei fühlen kann. Bedingung an das Journalistenteam für das Mitkommen: Diskretion. Das Fernsehpublikum dürfe nicht erfahren, wo sich das Paradies befindet, in dem der Freiherr nach Feierabend seine fröhlichen Urstände feiert. In seinem Forstgut stellt der Freiherr dann vor laufenden Kameras unter Beweis, dass er nicht nur Chef spielen, sondern nötigenfalls auch anpacken kann:  Ganz ohne Nadelstreif und diesmal ohne Hilfe seiner Assistenz erlegt er einen morschen Baumstamm, der nach einem in Lederhose erbrachten Kraftakt des Freiherrn krachend zu Boden fällt. Sich kurz die Hände schüttelnd, erzählt der Freiherr alsdann frei von der Leber weg, wie er es in seinem Leben mit dem Thema „Besitz“ halte: Er könne die Frage, ob man denn immer alles auch besitzen müsse, was man liebt, gut verstehen. Wenn man diese Frage jedoch nicht in philosophischer Hinsicht [A.d.V.: wörtl. griech.: aus-Liebe-zur-Weisheit], sondern aus seinen natürlichen Instinkten heraus beantworte, dann könne er nicht umhin, als sie einfach mit „Ja“ zu beantworten.

Die im adeligen Blut liegenden Instinkte des Barons haben sich also noch nicht verwässert, obwohl der Baron laut eigenem Bekunden der erste Familienspross seit 900 Jahren ist, der aus nicht beiderseitig adeliger Linie, sondern aus der Ehe mit einer Bürgerlichen hervorgegangen ist (Quelle: sueddeutsche). Der halbbürgerliche Baron selbst setzt jedoch den traditionell blaublütigen Blutstrom seiner Familie wieder fort: Laut Wikipedia ist als seine Gattin eine ‚Annabel geborene Freiin Huber von Gleichenstein‘ verzeichnet, also eine Adelige. Wie auch immer, wir dürfen im Sinne der Chancengleichheit jedenfalls beruhigt zur Kenntnis nehmen, dass es in unseren neoliberalisierten Forsten nicht nur Freiherren, sondern auch Freiinnen gibt. In Zeiten von Gender Mainstream wäre es ja auch unerträglich rückschrittlich, wenn es keine Freiinnen gäbe, gab es doch sogar im alten Ägypten Pharaoninnen.

Eine Frage der Ehre

Der bei der Bayerischen Vereinsbank, HypoVereinsbank und Dresdner Bank in die Lehre gegangene Freiherr ist auch keinesfalls realitätsfremd. Im vorgenannten Interview mit der Süddeutschen zeigt er, dass er die heutige Realität, in der er selbst mit am Rad dreht, messerscharf erfasst: „Die soziale Marktwirtschaft wurde durch das angelsächsische Modell abgelöst, das einen brutalen Kapitalismus praktiziert.“ Über Bankmanager, die sich in dieses angelsächsische Fahrwasser hineinziehen haben lassen und damit ihre Banken wie Hypo Real Estate oder Dresdner Bank in den Ruin geführt haben, kann Baron Bechtolsheim nur den Kopf schütteln: „Die Zeiten haben sich geändert. Vor 100 Jahren hätte sich jeder von den Managern erschossen, der seine Firma zugrundegerichtet hat. Das war eine Frage der Ehre.“

Abstocker

Als Kontrastprogramm schwenkt die ARD-Doku auch immer wieder mal von den Freiherren weg hin zu gemeinen Unfreibürgern, die in prämerkelschen Zeiten, in denen die Demokratie noch nicht marktkonform war, einmal zu dem zählten, was man Mittelschicht nannte: Eine junge Familie aus Leipzig, die sich nach dem zweiten Kind nach einer größeren Wohnung sehnt, diesen Traum nach Sichtung des Immobilienmarktes jedoch schnell aufgeben muss. Obwohl der Vater einen an sich gut bezahlten Job bei Siemens hat und die Familie abends alle möglichen Finanzierungsvarianten durchspielt, erweist sich der Erwerb eines Eigenheims als unerreichbare Utopie. Am Ende der Dreharbeiten erfährt man, dass die Familie anstatt aufzustocken nun sogar abstocken muss: Das Siemens-Werk, in dem der Vater arbeitet, wird geschlossen und aus Rentabilitätsgründen nach Osten verlegt, die Miete in der derzeitigen Wohnung damit nicht mehr leistbar. Die Familie wird sich jetzt um eine noch kleinere Wohnung umsehen müssen, der ehemalige Siemens-Betriebsrat nach einem neuen Job.

„Wie blöd seid ihr denn?“

Doch genug der Alltagstristesse, sonst zappen die auf die Welt der Reichen und Schönen geeichten Fernseher während der Doku womöglich weg. Zurück zum Story-Aufhänger Christoph Gröner, dem strahlenden Vorstandsvorsitzenden und 100%-Eigentümer der CG Gruppe AG, Deutschlands führendem Bauprojektentwickler mit einem Projektvolumen von 2,5 Milliarden Euro. Mit unermüdlichem Ehrgeiz – der heute 50jährige war während seiner gesamten Berufszeit nur dreimal krankgemeldet und schleppt sich auch mit 40° Fieber und mit Bandscheibenvorfällen in die Arbeit –  hat sich Gröner in der Immobilienbranche innerhalb von 20 Jahren zu einer Art Minitrump emporgearbeitet, der heute in Berlin jede dritte Wohnung baut.

Gröners Spezialität: Die Sanierung von Altbauten. Dass nach erfolgter Sanierung und Steigerung der Energieeffizienzklasse zwar die Heizkosten etwas geringer ausfallen, dafür aber die Kaltmiete deutlich angehoben wird (siehe auch NDR-Doku „Wahnsinn Wärmedämmung“), sorgt bei den Mietern nicht immer für Begeisterung. Inzwischen ist die Wut auf Gröner mitunter so groß, dass er seine Baustellen nur noch mit Polizeischutz betreten kann. Der Baulöwe weiß, dass man bildungsferne Schichten manchmal eben zu ihrem Glück zwingen muss. So etwa in der Berliner Rigaer Straße, wo die Anrainer einfach nicht verstehen wollen, dass sein neues Bauprojekt keine Abzocke, sondern ein „äußerst soziales Projekt“ ist. Nachdem alles gute Zureden nichts genützt hat und sich die versammelten Bürger uneinsichtig zeigen, reicht es dem Baulöwen – in die Knie gehend und mit in die Horizontale vorgerecktem Oberkörper brüllt er in die Menge: „Wie blöd seid ihr denn? Wie dumm seid ihr denn?!“ (siehe Minute 13:25 der Doku).

Mit vier Stunden Schlaf 10 Tage lang die Tube drücken

Bei einer abendlichen Charity-Veranstaltung der „Laughing Hearts Stiftung” in Berlin ist der Baulöwe dann allerdings wieder in bester Partylaune zu sehen. Obwohl der gute Mann einen harten Arbeitstag hat und neben seiner Geschäftsführertätigkeit täglich durchschnittlich vier Termine mit hohen kommunalen Amtswürdenträgern hat, um „auf die Tube zu drücken“ und die Projekte der CG-Group durchzuboxen, so läuft er im abendlichen Smoking nochmals zu seiner Hochform auf. „Ich habe heute vier Stunden geschlafen, habe daher Energie für 10 Tage“, erklärt Gröner selbstbewusst in die laufende Kamera. Dass es Energiebündel gibt, die mit 24 Minuten Schlaf pro Tag auskommen, mag einen in Zeiten kollektiver Erschöpfung neidisch machen, aber so ist es nun mal: In den oberen Etagen gelten eben andere Gravitationsverhältnisse (siehe auch „Freshfields – ganz oben in der wunderbaren Welt der Schwerkraft“).

Digital first. Bedenken second.

Durch die Kameraschwenks bekommt man Einblick in das Ambiente der Reichen und Schönen, in dem sich auch FDP-Chef Christian Lindner abends herumtreibt und in dem er alleine im Monat Januar für ganze zwei Reden zwischen 14.000 und 30.000 Euro an Zusatzhonoraren eingestreift hat –zusammen mit sieben weiteren Redeauftritten seit den Jamaika-Verhandlungen kam Lindner damit bereits im Februar dieses Jahres auf bis zu 111.000 Euro Zusatzeinkommen (Quelle: Tagesspiegel). Veranschlagte man eine Stunde Redezeit, dann ergäbe dies einen Stundensatz von bis zu 12.000.- Euro. Der „Bild“-Zeitung erklärt Lindners Sprecher auch, wie Redehonorare in solch stattlicher Höhe zustandekommen: „Wenn ein Unternehmen gewinnorientiert ist, ist ein Honorar üblich und angemessen.“

Wer also meint, dass der aus dem neoliberalen Thinktank der Hayek-Gesellschaft hervorgegangene Lindner nur deswegen die Werbetrommel für die totale Wirtschaftseffizienz, die digitale Transformation, eine „neue Generation“, die zuerst einmal Industriewünsche umsetzt und dann erst nachdenkt („Digital first. Bedenken second.“) und für bundesweiten Impfzwang unserer Kinder rührt (siehe Focus), weil er damit seinen gewinnorientierten Freunden aus der IT- und Pharmaindustrie einen Gefallen tun möchte, der ist ein unverbesserlicher Verschwörungstheoretiker.

Dass Impfungen mitunter fatale unerwünschte Nebenwirkungen haben können, so wie bei hunderten jungen Skandinaviern, die seit ihrer Impfung an der unheilbaren Nervenkrankheit der Narkolepsie / Schlafkrankheit leiden und nun „nicht einmal mehr Kraft haben, die Weihnachtsgeschenke zu öffnen“ (Quelle: Die Presse), stört aber nicht weiter, mag sogar regelrecht erwünscht sein – lassen sich doch bei schlaftrunkenen oder zumindest geistig herabgedämpften Bürgern selbst mit einem vollkommenen Nonsens-Programm bestimmt noch mehr als 10% der Wählerstimmen einfahren, wenn man bloß eine hippe Werbekampagne fährt.

Lassen wir aber solche schmuddeligen Verschwörungstheorierealitäten wieder beiseite. Wollen doch die Reichen und Schönen, die sich bei den erwähnten Gala-Diners ihr Stelldichein geben, nur das Beste für uns: „Wir, die wir Zeit und Geld haben, müssen Chancengleichheit auch für arme Kinder ermöglichen!“, verkündet Baulöwe Gröner im Smoking am Rednerpult der millionenschweren Charity-Veranstaltung – die er, so erfährt man auf Nachfrage, als Werbeausgabe steuerlich absetzen kann.

An dem Gala-Abend werden neben Rolex-Uhren und anderen Luxus-Accessoires auch der goldene Schuh des Fußballstars Messi versteigert, um „chancenlosen Kindern“ zu helfen. Die Berliner Senatorin für Gesundheit und Gleichstellung bedankt sich mit „vielem, vielem herzlichen Dank“ für „das Gute“, das die anwesenden Leistungsträger gleichzeitig tun, während sie „Spaß haben“. Die Senatorin ist zwar als Schirmherrin der Charity-Veranstaltung eingesetzt, mitentscheiden, was mit dem erlösten Geld passiert, darf sie jedoch nicht.

Gesichter sagen mehr als Worte

Es lohnt sich im Übrigen, in der ARD-Doku während der Kameraschwenks durch das Charity-Publikum immer wieder einmal kurz auf die Stop-Taste zu drücken und zu betrachten, welch restlos glückliche und zufriedene Gesichter die vor Geld strotzenden Dinnergäste ausgeprägt haben. Man achte ebenso auf die Gesichter von Gröners Mitarbeitern während der Besprechung des neuen, 350 Millionen Euro schweren Mammutbauprojekts „Cologneo“: Die restlose Begeisterung, die aus diesen Gesichtern spricht, kann jeden, der nicht auch so einen tollen Job hat, nur neidisch machen.

Der einzige, der beim Meeting nicht ganz begeistert ist, ist der Chef: Dem Umstand, dass sich die Stadtverwaltung mit der Baugenehmigungsprüfung des neuen Kölner Stadtviertels mehr als ein halbes Jahr Zeit lassen will, will er sich nicht fügen. „Nee, das geht nicht“, meint er kopfschüttelnd, und gibt Order, „auf die Tube zu drücken“. Wie man so auf die Tube drückt, demonstriert der Baulöwe dann ganz unbedarft vor laufender Kamera: Seine Mitarbeiter sollen der Kölner Stadtverwaltung androhen, dass die Niederlassung seiner Firma in Nordrhein-Westfalen eben nach Düsseldorf umziehen werde, falls es keine beschleunigte Baugenehmigung gebe. Die skeptischen Stimmen seines Teams wischt Gröner entspannt beiseite: „Wenn die Gewerbesteuerzahlungen der CG Gruppe wegfallen … das wird die schon beeindrucken, da bin ich fest davon überzeugt.“

Unsichtbare Akteure hinter der Bühne

Zu abendlicher Stunde, als das Filmteam den hemdsärmeligen Baulöwen in seine mondäne Wohnung begleitet, wird dieser dann besonders redselig. Entspannt am Sofa sitzend, gibt Gröner einige überraschende Einblicke in sein Selbstverständnis und seine zukünftigen Ambitionen. Die Frage, ob er sich denn mächtig fühle, beantwortet er schlichtweg mit: „Ja!“

Auch die weitere Frage, wer denn heute mächtiger sei: Er bzw. die Wirtschaftseliten oder die Politiker? kann Gröner nonchalant beantworten: „Wir sind schon mächtiger, wir sind deutlich mächtiger“ – und macht zum Schluss noch eine kryptische Andeutung: Er wolle gerne in die Politik gehen und verrät schmunzelnd, dass er gerade eine Partei gründe. „Denn ich glaube, es kommt bald eine Zeit, in der es wichtig ist, dass Akteure auf den Plan treten, die heute noch nicht sichtbar sind.“

Nun denn, wir dürfen uns dann also bereits darauf freuen, dass die dilettantischen PolitikerInnen, die derzeit auf der Bühne stehen und deren Heuchelei man ja kaum noch ertragen kann, endlich ins Wachsfigurenkabinett kommen und der Platz frei gemacht wird für „eine neue Generation“ im Geiste Christian Lindners, die Klartext spricht und die zuerst mal macht und dann eventuell über die Folgen dieses Machens nachdenkt, frei nach dem FDP-Wahlslogan „Digital first. Bedenken second.“ – Eine neue, smarte Generation, die endlich Schluss macht mit allen Querfronten und Fortschrittsverweigerern und die uns in die strahlende Zukunft der digitalen Transformation führen wird (siehe „Pig Business Monkey Events, Global Playboys und bezaubernde Jeannies – Auf dem Weg zur digitalen Transformation und zum Final Handshake“). Wlanfähige Plug-and-Play-Typen, die die bildungsferne Masse trotz deren unfassbarer „Blödheit“ und „Dummheit“, angesichts derer man als leistungsorientierter Unternehmer nur noch brüllen könnte, schon zur Räson führen werden.

Fazit

In der ARD-Doku erklären uns schließlich Experten namhafter Universitäten, was sie nach ihren langjährigen Forschungen herausgefunden haben: „Eine wesentliche Erkenntnis unserer Forschung ist: Ungleichheit sorgt dafür, dass sich die Menschen voneinander entfernen, sie zerrt am sozialen Gefüge, zerfranst es. Ungleichheit treibt uns auseinander.“

– Na wer hätte das gedacht?

Nachsatz:

Nun soll niemand glauben, dass der Geist des Absahnens nur in den Wölfen der Wallstreet und in renditehungrigen Baronen lauert und nicht auch in jedem einzelnen von uns. Wenn der gemeine Kleinbürger bei seiner Schnäppchenjagd durch den Hornbach zum Billigbohrer aus China um 15 Euro greift, dann macht er in Wirklichkeit genau das Gleiche wie die neoliberalen Fondsmanager des Freiherrn im obigen Video, die mit ihren Investitionen „vollkommen emotionsfrei“ einfach nur die maximale Rendite für sich selbst einfahren möchten. Wer auf der anderen Seite des Globus für den Billigbohrer bluten muss, interessiert dabei nicht – könnte aber gleichermaßen zum Bumerang werden (siehe „Wenn aber das Schicksal gerecht ist ?“).

 


zum Weiterlesen:

Pharaonen im Learjet und Freiherren im Forstgut – Teil 2:
Die späte Reue eines merkantilen A-Lochs (Über pornografische Architektur, den Willen zur Macht, den Willen zur Lust und den Willen zum Sinn)

Video des Monats: In einem Land, in dem wir gut und gerne leben („Happiness“ – Steve Cutts uncut)

Wie bei allen Videos von Steve Cutts lohnt es sich, zwischendurch immer wieder auf die Pause-Taste zu drücken – sonst entgeht einem die Fülle an köstlichen subversiven Details, die der Cartoonist in seine Bilder hineingearbeitet hat. Da Steve Cutts jahrelang selbst als Werbeprofi für führende US Konzerne gearbeitet hat, beherrscht er die Klaviatur der Illusionen bis ins Letzte. Seine Fähigkeiten benützt er nun allerdings dazu, um die von einem Heer an Psychologen und akademischen Marketingexperten täglich neu aufgebrühten Imperative, die uns auf allen Kanälen und Werbeplakaten entgegengebracht werden, in ihrer ganzen Banalität zu demaskieren.

Indem wir diese Imperative von Kindheit an quasi wie mit der Muttermilch aufnehmen und internalisieren, finden wir später nichts dabei, dasselbe zu tun wie die im neuen Video ersichtlichen Kuscheltierchen, die am Bahnsteig im „no breeding area“ stehen und auf den nächsten Zug Richtung „Nowhere“ warten.

Den Weg in die Mausefalle im Büro – huch, jetzt hab‘ ich Spaßverderber schon wieder das Ende des Films verraten – pflastern Plakate, die dem junior rat hipster nochmals Lust auf mehr vom Bereits-Vielzuviel machen sollen. Auch für diejenigen, denen vom Bereits-Vielzuviel bereits schlecht ist, hat die Illusionsindustrie passende Produkte anzubieten: „Drink away that worries“ und „Shake that depression … with new Krispo flakes“.

Video des Monats: 1000 Gestalten / Fort-Schritt im Land der marktkonformen Demokratie

„Uns geht’s gut …“

Aus der Pressemitteilung der Performancekünstler (weitere Infos siehe 1000gestalten.de):

<< Nach Monaten der Vorbereitung hat die Kunstperformance 1000 GESTALTEN ein überwältigendes Bild des kreativen Protests in die Welt gesendet. Hunderte in Lehm gehüllte Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft haben in einer zweistündigen Choreografie ihre Kritik am G20-Gipfel Ausdruck verliehen und zu mehr Menschlichkeit und Eigenverantwortung aufgerufen.

Die verkrusteten Gestalten sollen für eine Gesellschaft stehen, die den Glauben an Solidarität verloren hat und in der der Einzelne nur noch für das eigene Vorankommen kämpft. Im Laufe der Performance legten sie ihre grauen Kostüme ab, darunter kamen ihre bunten T-Shirts zum Vorschein. Auf diese Weise befreiten sie sich symbolisch aus ihren erstarrten Strukturen.

„Wir können nicht darauf warten, dass Veränderung von den Mächtigsten der Welt ausgeht, sondern müssen uns jetzt alle politisch und sozial verantwortlich zeigen“, erklärten Sprecher des Kollektivs Tausend Gestalten anschließend. „Wir wollen daran erinnern, wie identitätsstiftend Mitgefühl und Gemeinsinn für die Gesellschaft sind. Unsere Aktion ist ein weiteres Zeichen dafür, dass viele Menschen die zerstörerischen Auswirkungen des Kapitalismus nicht länger hinnehmen wollen. Was uns am Ende rettet, ist nicht unser Kontostand, sondern jemand, der uns die Hand reicht“.

Es ist uns tatsächlich gelungen, für die Aktion breite Schichten der Zivilgesellschaft zu mobilisieren: Vor und hinter den Kulissen waren über 1000 Freiwillige beteiligt – viele davon waren das erste Mal Teilnehmer einer Kunstaktion. Menschen aus über 85 Städten in ganz Europa meldeten sich als Performer und Helfer an … >>

„Busy going nowhere“ – Am Pilgerweg in neoliberaler Gletscherlandschaft

„Nabila“, Kashoggis Yacht  (CC-BY-SA-3.0/Wikimedia/FrummerThanThou)

„Busy going nowhere“, so  hieß ein inzwischen abgetakeltes Album des Industriellensohns Hubertus von Hohenlohe, in dem er seine Erfahrungen mit der internationalen Jet-Set-Prominenz zu verarbeiten sucht. Der in einem Fünf-Sterne-Hotel in Marbella aufgewachsene Prinz Hubertus hatte eine harte Kindheit. Im Zuge einer Affäre seiner Mutter Ira Fürstenberg mit dem brasilianischen Playboy Francisco Pignatari waren ihm Privatdetektive auf den Fersen, die ihn entgegen dem gerichtlich verordneten Sorgerecht wahlweise ins Schloss der Mutter oder ins Luxushotel seines Vaters entführen wollten. Mit zehn Jahren wurde er von seinem Vater in ein Internat geschickt, „um ihn von den reichen Kindern Spaniens fernzuhalten, die mit 14, 15 Jahren begannen Drogen zu nehmen und sonst auszuticken“.

Da als Nachfolger des Firmenimperiums sein älterer Bruder Christoph  vorgesehen war, konnte sich Prinz Hubertus ganz seiner Passion als Jux-Skirennläufer für die Kaktusrepublik Mexiko widmen. Obwohl er bei Weltcuprennen regelmäßig den letzten Platz belegte, ging er dennoch in die Sportgeschichte ein – als Fahnenträger in erster Position bei den Olympischen Winterspielen und als einer der originellsten Skifahrer der Neuzeit (Abfahrten bestreitet er stets in Trikots bekannter Fußballklubs, seine letzte Kleidung bei den Olympischen Winterspielen war die eines Desperados mit Revolver an der Hüfte). Ja, wahrlich: die Letzten werden die Ersten sein – für Jet Set-Prinzen gilt diese Verheißung jetzt schon im Irdischen, sie müssen dazu nicht erst aufs Jenseits warten.

Prinz Hubertus beim Einzug der Mannschaften / Olympische Spiele 2010 (Foto: Jude Freeman / Flickr).

Obwohl der mittlerweile 58jährige Prinz in einem Interview meinte, dass er eigentlich schon „zu alt für den Scheiß“ sei, war er auch 2017 bei der WM in St. Moritz wieder am Start. Er erzählt, dass er das Schifahren zum „Erden“ brauche. „Wenn ich die ganze Zeit rauchen und trinken würde, würde das nicht gehen.“

Eine ähnlich schwere Kindheit wie Prinz Hubertus musste Baron Lorne Thyssen-Bornemisza durchmachen, seines Zeichens hauptberuflicher Sohn des seinerzeit 2,5 Milliarden Euro schweren Industrie-Magnaten Hans Heinrich Thyssen. Aufgewachsen in einem Luxus-Apartment in Chelsea war der „begehrteste Junggeselle Londons“ befreundet mit den Kindern des Schahs von Persien, denen des Fiat Chefs Gianni Agnelli und des Griechischen Reeders Stavros Niarchos. Man hatte dieselben Probleme, hieß es im britischen „Tatler“: „Wie schlägt man sich gegen drei Stiefmütter? Was tun, wenn man entführt wird?“

Das Verhältnis zu seinem Vater beschrieb er so: >> Ich lernte ihn eigentlich erst kennen, als ich 16 war. Eines Nachts in Polen, beim Stapellauf eines Schiffs, betranken wir uns. Er sagte zu mir: „Ich sehe einen zweiten völligen Idioten.“ Das war so etwas wie ein Lob aus seinem Mund.<<

Der „Tatler“, ein laut Wikipedia auf die „obere Mittelklasse und auf die Oberklasse“ abzielendes Hochglanzmagazin des Vogue-Herausgebers Condé Nast, berichtet über zutiefst traumatisierende Erlebnisse, die der junge Baron Thyssen durchleben musste. Als er 15 Jahre alt war, meinte sein bereits in fünfter Ehe mit einer ehemaligen Miss Spanien verheiratete Vater, dass es nun Zeit für eine “Initiierung” wäre und arrangierte für ihn eine Prostituierte: ‚The poor girl was so bored with the whole thing that she never took her glasses off. She kept saying, „Are you finished yet?“ I found that deeply traumatising,‘ says Lorne. ‚It was an extremely unpleasant experience.‘ (Quelle: Tatler)

Ein Bericht in der Welt ergänzt: „Und natürlich hatte er auch die Probleme, die man hat als 22jähriger, wenn man nicht weiß, ob Samstag ist oder Montag und niemanden kennt, der es einem sagen könnte.“

Während Prinz Hohenlohe sein traumatisches Leben mit Popmusik zu bewältigen versucht, wählte Baron Thyssen den Weg einer cineastischen Aufarbeitung. Im Libanon drehte er vier Jahre lang an „Labyrinth“, einem 15 Millionen Euro teuren epischen Film rund um Krieg und Liebe. Die Hauptrolle spielte die Tochter des Waffenhändlers Adnan Kashoggi, Nabila – nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Yacht Kashoggis (die zwischenzeitlich von Donald Trump erworbene „Nabila“ ist 86 Meter lang, hat eine Garage für einen Rolls-Royce Phantom V, einen bordeigenen Hubschrauber und 40 Mann Besatzung.)

Ob Baron Thyssen nach seinem Filmprojekt Frieden gefunden hat, weiß man nicht. Eines seiner letzten Interviews gab er einem Reporter der Welt, der ihn in St-Tropez  in einer eingezäunten und bewachten Villa aufgestöbert hatte: „Das dichte Haar ist grau geworden. Um den Mund und die Augen hat er einen harten Zug, der sein Gesicht manchmal fast verächtlich, herablassend scheinen lässt, wenn er mit Angestellten spricht zum Beispiel. Er trägt sein gestreiftes Hemd weit offen, Jeans, keine Socken und eine Oyster Perpetual Yacht Master von Rolex.“ (Quelle: welt.de)

Anscheinend ist das Leben unter bedachter Terrasse mit Meerblick  jedoch selbst für hartgesottene Partylöwen auf die Dauer zu langweilig. In einer Financial Times Ausgabe aus 2017 sieht man den einst „begehrtesten Junggesellen Londons“ als Geschäftsführer einer neu gegründeten Galerie in der noblen Londoner Davies Street posieren (siehe Financial Times). Im Talon: feine griechische Bronzen und ägyptische Kunstschätze.

Apropos Langeweile. Falls es Merkels transatlantischer Flachmannschaft demnächst zu langweilig wird und man meint, dass es nach siebzig Jahren Frieden nun wieder an der Zeit ist, sich mit dem atomar bestückten russischen Bären den Kopf einzuschlagen (siehe Wenn der russische Bär eine Anakonda am Hals und der Hund die Hausaufgaben gefressen hat), dann besteht zumindest für Prinz Hohenlohe und Baron Thyssen kein Grund zur Sorge. Wie das Forbes Magazine berichtet, sind im „Oppidum“ noch ein paar Appartments frei (siehe Forbes). In diesem Luxus-Superbunker mit Pool und exklusivem Weinkeller können betuchte Milliardäre selbst nach einem nuklearen Holocaust noch ein paar Wochen lang die Korken knallen lassen und Party machen. Gut möglich, dass das Oppidum angesichts der eskalierenden Weltlage bereits ausgebucht ist. Wer dort keinen Platz mehr bekommt, der kann es jedoch noch im „Vivos Europa One Shelter“ probieren (Zimmerfotos siehe Dailymail).

Inzwischen will der Bayer Thomas Rohrmann 7000 Kilometer quer durch Europa pilgern. Nicht etwa, um Einkehr oder Erleuchtung zu finden wie früher ein Jakobswegpilger, sondern – um einen neuen Chef zu finden bzw. einen Job (siehe Spiegel). Mehr als hundert Bewerbungen hat der frühere Außendienstmitarbeiter eines Lebensmittelkonzerns bereits erfolglos verschickt, jetzt will er potentielle Arbeitgeber von seiner Leistungsbereitschaft überzeugen, indem er vom Nordkap bis nach Sizilien wandert. Als Verzweiflungstat will Rohrmann sie aber nicht verstanden wissen. „Mich treibt eher die Wut als die Verzweiflung“, sagt er. „Ich bin 57, ich kann doch noch zehn Jahre arbeiten! … Es kann doch nicht sein, dass man schon ab 40 zum alten Eisen gehört.“ Was er sich wünsche, sei doch nur „ein anständiger Job“, die Stelle müsse weder in der Lebensmittelbranche sein, noch im Vertrieb, noch nicht mal in Deutschland. Mit seiner Frau habe er das schon besprochen; er könne überall in Europa arbeiten. Zur Not hätten sie dann eben eine Fernbeziehung. Nur eines, das könne er sich gar nicht vorstellen: Hartz IV zu beantragen. „Das mach ich nicht. Da hab‘ ich eine Schranke“.

„Across Europe for 1 job“ lautet der Header auf seinem Blog, in dem er sich als leistungsbereiter Wettbewerbsbürger präsentiert, ganz auf Wellenlänge von „Pulse of Europe“. Dass er auf seinem Blog auch von starken psychischen Belastungen Arbeitsloser und gelegentlichen Panikattacken spricht, hat womöglich einen Grund: „Sein Arbeitslosengeld läuft bereits aus. Die nächsten neun Monate will er vom Ersparten leben. Acht Euro pro Tag beträgt sein Budget. Vielleicht könne er sich unterwegs mal ein Abendessen erarbeiten, durch Holzhacken oder so, sagt er. Länger als ein paar Tage werde er aber auf keinen Fall an einem Ort bleiben, er wolle ja seinen Zeitplan nicht über den Haufen werfen.“ (Spiegel)

Falls der Running Man trotz seiner sportlichen Ambition im Straßengraben landen sollte (wir wollen ihm das Beste wünschen, aber als Fußgänger 7000 km auf asphaltierten Verkehrswegen zurückzulegen ist ja nicht ganz ungefährlich), dann taucht ja vielleicht Bruder Martin auf, neigt sich von seinem Eurokraten-Ross herunter und teilt seinen Mantel. Gegenüber „hart arbeitenden“ Menschen soll Bruder Martin ja Erbarmen in Aussicht gestellt haben.

Falls Bruder Martin jedoch nicht rechtzeitig auftaucht und der Running Man nach 7000 km genausoweit ist wie zuvor, dann lohnt sich für ihn vielleicht noch ein Abstecher nach Irland. Dort ist nämlich vor kurzem ein Job in der Europa-Zentrale von Apple freigeworden. Daniela Kickl hat diesen Traumjob unter tausenden Bewerbern ergattert. Mit einem abgeschlossenen Betriebswirtschaftsstudium  mit Spezialgebiet Wirtschaftsinformatik und Personalmanagement sowie mehrjähriger Berufserfahrung in der IT-Branche dachte sich die Dame am Ziel ihres Lebenstraumes, wie sie es selbst bezeichnete. Um Teil von Apple zu werden, hat die Wienerin in ihrer Heimat alle Zelte abgebrochen und ihre vierköpfige Familie nach Irland übersiedelt. Am Apple-Arbeitsplatz stellte sie jedoch fest, „dass dort nichts ist, wie es nach außen scheint“:

>>Kreativität und Individualität sind hier nicht gefragt. Mitarbeiter müssen wie in Hühnerfarmen funktionieren, reglementiert, überwacht und auf Zahlen reduziert. Mutig nahm sie den Kampf gegen dieses unmenschliche System auf und wandte sich schließlich sogar an Apple-Chef Tim Cook persönlich. […] Menschen werden auf Zahlen reduziert, nicht erreichte Ziele bedeuten Konsequenzen wie Entgelt-Ausfall bei Krankheit, und selbst die Klo-Zeit ist festgelegt, auf acht Minuten pro Tag. Demotivation, Burnouts und Selbstmorde sind die Folgen. „Ich habe mich gefühlt, als hätten Maschinen bereits die Macht über uns Menschen übernommen“.<< (Quelle: ifun.de)

In ihrem Buch „Apple intern“ schildert sie, wie aus der anfänglichen Begeisterung mit der Zeit Verzweiflung wurde. „Hilflos und entmenschlicht“ hätten sie und ihre Kollegen sich gefühlt. Aus einem ORF/ZIB24-Interview vom 20.03.2017:

„…Es war ein furchtbar beklemmendes, trostloses Arbeitsumfeld, in dem man auch keinerlei Kritik anbringen konnte, wo man immer gegen Wände gelaufen ist, wo man immer mit leeren Phrasen wie ‚common sense‘ und ‚business needs‘ konfrontiert wurde.“

In einem Stern-Interview vom 18.03.2017 meint sie weiters: „Da geht es ja den Menschen im Gefängnis besser“. Dass Frau Kickl offensichtlich nicht die einzige ist, die das Apple-Arbeitsleben erdrückt, zeigt die Statistik. Laut welt.de liegt die Suizidrate der Apple-Mitarbeiter sechs Mal höher als bei den übrigen Bewohnern Irlands.

Daniela Kickl wollte es nicht so weit kommen lassen und hat rechtzeitig gekündigt. Womöglich ist ihre Stelle in der Apple-Hühnerbatterie aber schon längst nachbesetzt – Apple rangiert ja bei einer ganzen Generation an Studierenden ganz oben als Wunscharbeitgeber. Falls er in Europa nicht fündig wird, dann müsste Running Man Rohrmann eben noch globaler denken. Als freiem Wettbewerbsbürger einer marktkonformen Demokratie steht ihm als ultima ratio ja noch die Brücke über den Atlantik offen, um in jenem Land der unbegrenzten Möglichkeiten sein Glück zu versuchen, das auch in unserer Politlandschaft das fraglose Maß der Dinge ist. Wer dort bedingungslose Leistungsbereitschaft an den Tag legt, kommt angeblich schon irgendwie über die Runden. So wie der Chicagoer Eisverkäufer Fidencio Sanchez, der Ende letzten Jahres  im Alter von 89 Jahren schließlich in den Ruhestand gehen konnte –  dank einer Crowdfunding-Spendenaktion (siehe orf stories).

Dass auch bei vollkommener Leistungsbereitschaft und Durchtaktung des Lebens kein Happy End garantiert ist, berichtet uns aber die Le Monde diplomatique:

„Manchmal nimmt ein derart durchgetaktetes Leben ein tragisches Ende, wie das von Maria Fernandes, die im September 2014 in ihrem Auto auf einem Parkplatz in New Jersey starb. Die 32-Jährige war seit vier Jahren bei der Schnellimbisskette Dunkin’ Donuts angestellt, insgesamt hatte sie drei verschiedene Jobs (nachmittags, nachts und an den Wochenenden), um die Ausbildung ihrer Tochter zu finanzieren. Sie bekam den damals in New Jersey gültigen Mindestlohn: 8,25 Dollar die Stunde. Monatlich zahlte sie 550 Dollar für ein möbliertes Apartment, in dem sie nur sehr selten schlief. Stattdessen ruhte sie sich in ihrem Auto aus, bei laufendem Motor und angeschalteter Klimaanlage, um frische Luft im Innenraum zu haben. Auf dem Rücksitz bewahrte sie einen Benzinkanister auf. Bei einer ihrer Schlafpausen fiel der Kanister um; giftige Dämpfe verbreiteten sich im Auto, sie erstickte. Ein Sprecher von Dunkin’ Donuts würdigte sie in einem Nachruf als „vorbildliche Mitarbeiterin“.

Falls Ihnen also in nächster Zeit am Randstreifen der Autobahn ein regennasser Running Man entgegenkommen sollte, der ein Banner mit „Across Europe for 1 job“ hochhält – nehmen Sie ihn ein Stück weit mit. Denn bei 8 Euro Tagesbudget kann er es sich womöglich nicht leisten, seine Sohlen durchzulaufen. Und der gute Mann will es ja noch bis Sizilien schaffen. Vielleicht liegt dort gerade die „Nabila“ vor Anker. Wenn er Glück hat, wird an Bord gerade ein Smutje zum Kartoffelschälen gesucht oder jemand, der unter Deck den Phantom V Royce poliert. Personen, die zu allem bereit sind, kann man immer gut gebrauchen – nicht nur im Business superreicher Barone und Waffenhändler wie Kashoggi & Co.

Video zu Neujahr – Steve Cutts uncut: „Anytime is ice cream time“ – Alle Tüten im Winkepuh-Modus

Während alle anderen Animationen von Steve Cutts explizit politisch gemeint sind, so hat er in einem Interview erklärt, dass das u.a. Video „nur eine unterhaltsame Story“ rund um Eistüten sei. Trotz dieser Bescheidenheit sehe ich aber in diesem Werk auf grandiose Weise ein derzeit beobachtbares Zeitphänomen dargestellt: Egal was passiert, egal welche schrecklichen Ereignisse wir als scheinbare Normalität zur Kenntnis nehmen müssen – kaum ertönen irgendwo ein paar Unterhaltungstakte oder rollt der Fußball, sind wir bereit, im Takt mitzuwinken und uns der Unter-Haltung hinzugeben.

So wie die Eistüten im Video: Egal, ob der Eistütenpartner gerade von einem Auto zu Matsch gefahren oder die Tüte in eine Gummizelle eingesperrt wurde: Sobald das fröhliche „Tüü-tüü-tütütü“ im „Uns geht’s gut“-Teletubbie-Sound erklingt, wird naiv mitgewinkt – so fährt die Eistüte im Winkepuh-Modus mit hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn und winkt einer Partykolonne zu, ohne zu sehen, dass auf der Gegenfahrbahn ein LKW entgegenkommt, der sie selbst zu Matsch fahren wird.

Auch wenn er das selbst vermessen finden würde: Aber Steve Cutts angeblich vollkommen unpolitisches Eistütenvideo ist in Wirklichkeit die perfekte Persiflage auf Merkels „Deutschland geht es gut“-Losung.

Man könnte Steve Cutts Video jedoch sogar noch auf einer tieferen philosophischen Ebene interpretieren: Als leidenschaftliches Plädoyer für die Seele der kleinen Dinge, über die wir im Alltag viel zu achtlos hinweggehen. Indem er Eistüten für einige Minuten Seele einhaucht, kann uns bewusst werden, dass auch in scheinbar profanen Dingen wie Lebensmitteln – wie schon der Name sagt – eben  Leben steckt und diese Dinge daher etwas mehr Wertschätzung und achtsamen Umgang verdienen. Ebenso wie die Pflanzen, die Tiere und allgemein die Dinge des Alltags, die wir oft genug zu bloßen Gebrauchsgegenständen degradieren und konsumieren.

Mit poetischen Worten ausgedrückt:

„Es sind die kleinen Dinge
die uns brauchen
Denn wir hauchen
alle Lebensringe in sie ein.
Drum ergreift sie, meine Hände
voller Liebe
so als bliebe
ohne euch am Ende
jedes Ding für sich allein.“

      (Karlfried Graf Dürckheim)

Wäre das nicht ein schönes Motto fürs kommende Neue Jahr? – So quasi als Antithese zum allerorts nach oben dampfenden bzw. zum Himmel stinkenden Rauchqualm des US Frackingprinzips („Put in poison, get out money“), nach dem derzeit unsere marktradikale („neoliberale“) Wirtschaftsordnung und unsere marktkonforme Demokratie tickt?

Video by Steve Cutts (siehe Galerie)

in memoriam Steve Geshwister

Der Papstrücktritt: das Ende der Kultur der Nächstenliebe und der Triumph der Kultur der Psychopathen.

Dienstag, 12.2.2013. Eifel. Na, gut gefeiert gestern? Gestern war Rosenmontag. Karneval - carne vale, wie der Lateiner sagt. Karneval ist ein katholisches Fest, welches möglicherweise auf alte babylonische Riten zurückgeht. Orgiastische Feierlichkeiten haben allerdings in der Geschichte der Kultur schon immer einen festen Platz gehabt. Ja, ich weiß: den Kölner Sitzungskarneval mit seinen Zwangswitzen und seinem Kommandospaß als orgiastisches Treiben zu bezeichnen, ist etwas übertrieben, außerdem ist er eine Veranstaltung, die nur der Anbahnung und Pflege von Geschäftsbeziehungen dient, aber es muss aktuell mal erlaubt sein, auf diesen Ursprung hinzuweisen. Bei Wikipedia findet man mehr:

Dienstag, 12.2.2013. Eifel. Na, gut gefeiert gestern? Gestern war Rosenmontag. Karneval – carne vale, wie der Lateiner sagt. Karneval ist ein katholisches Fest, welches möglicherweise auf alte babylonische Riten zurückgeht. Orgiastische Feierlichkeiten haben allerdings in der Geschichte der Kultur schon immer einen festen Platz gehabt. Ja, ich weiß: den Kölner Sitzungskarneval mit seinen Zwangswitzen und seinem Kommandospaß als orgiastisches Treiben zu bezeichnen, ist etwas übertrieben, außerdem ist er eine Veranstaltung, die nur der Anbahnung und Pflege von Geschäftsbeziehungen dient, aber es muss aktuell mal erlaubt sein, auf diesen Ursprung hinzuweisen. Bei Wikipedia findet man mehr:

Die mittelalterliche Fastnacht wird auf die augustinischen Lehren in seinem Werk De civitate Dei zurückgeführt. Die Fastnacht steht daher für die civitas diaboli, den Staat des Teufels. Daher wurde die oftmals ausartende Fastnacht von der Kirche als didaktisches Beispiel geduldet, um zu zeigen, dass die civitas diaboli wie auch der Menschvergänglich ist und am Ende Gott siegreich bleibt. Mit dem Aschermittwoch musste daher die Fastnacht enden, um die unausweichliche Umkehr zu Gott zu verdeutlichen. Während die Kirche bei gotteslästernden Szenen während der Fastnacht untätig blieb, wurde ein Weiterfeiern der Fastnacht in den Aschermittwoch hinein streng verfolgt.

Wir sehen: dieser Rosenmontag als Höhepunkt närrischen Treibens hat für Katholiken eine ganz besondere Bedeutung, der steht für den Staat des Teufels. Bevor nun jemand meint: „Och, das ist ja nur, weil die Kirche so prüde ist und uns keinen Spaß gönnt“, möchte ich aber daran erinnern, worin der „Spaß“ des Karneval einst bestand. In seinem Buch „Traumzeit“ berichtet Hans Peter Duerr über verschiedene – karnevalistische – Rituale, die grausamen Tod und Verstümmelung hervorriefen und Vernichtung von Haus und Hof mit sich brachten. Der „Staat des Teufels“ hatte damals noch ganz konkrete Erscheinungsformen, die wir säkularen Menschen auch heute eher durch die Polizei bekämpfen als durch Narren feiern lassen würden.

Nun, die FAZ ist sich sicher, das der deutsche Papst bei der Bekanntgabe seines Rücktritts nicht an den katholischen Teufelstanz gedacht hat: offensichtlich haben dort auch Journalisten prophetische Gaben. „Er läuft nicht weg, er gibt ein Beispiel“ heißt es dort. Man fragt sich nur: welches Beispiel?

In der Zeit finden wir die Antwort darauf:

Für Max Seckler, ein langjähriger Freund des Papsts, ist der Rücktritt ein Zeichen der Größe. „Er stärkt damit die Auffassung, dass ein Papst aufhören soll, wenn es ihm die Gesundheit gebietet“, sagte der Tübinger Theologe.

„Er hat sehr gelitten unter manchen Dingen, die dieses Amt mit sich bringt“, fügte der 85-Jährige hinzu. „Man kann sich schwer vorstellen, welche Intrigen es da in Rom gibt, mit denen er sich rumschlagen muss. Das hat ihn sehr belastet, weil er ja ein Theologe ist und ein edler Mensch.“

In der Tat kann man sich die Intrigen schwer vorstellen. Das ist in Deutschland besonders verpönt, denn hier wird jeder Gedanke darüber, das es so etwas wie Intrigen überhaupt geben könnte, gleich mit dem Schandmal „Verschwörungstheorie“ und entsprechendem Diskussionsverbot belegt: wir Deutschen zweifeln nicht an den Angaben und Informationen, die uns die Obrigkeit gönnt. Wir nehmen sie gehorsam auf und befolgen sie.

Alternative Wahrheiten dürfen wir uns höchstens in Romanform zu Gemüte führen, dort findet auch kritische Kost eine Möglichkeit, zum deutschen Leser zu gelangen. Eine dieser Romane ist „Der letzte Papst“ von Malachi Martin, hier in einer Buchsprechung von Josef Spindelböck bei stjosef.at

Der „letzte Papst“ des Romans ist – obwohl er nie mit seinem eigentlichen Namen genannt wird – in Wirklichkeit Johannes Paul II. Dabei bleibt offen, wie der Ausdruck zu verstehen ist: ob er tatsächlich der letzte Papst ist, weil das beschriebene Komplott mächtiger Männer gegen Papsttum und Kirche zu gelingen droht, oder weil er einfach der „letzte Papst der katholischen Epoche“ ist, insofern sich gerade unter seinem Pontifikat ein grundlegender globaler Wandel in Gesellschaft und Kirche ereignet, der diese Charakterisierung zuläßt. Es sind dunkle Gestalten aus dem Milieu von Freimaurerei und Satanismus, die sich verschworen haben gegen die katholische Auffassung und Ausübung des Papsttums und die sich Eintritt verschafft haben auch in die Kirche. So ist es die Auffassung des Autors, die er in dem Roman zum Ausdruck bringt. Auch gutgläubige Personen geraten in den Einfluß dieser Kreise und werden von ihnen ohne ihr Wissen mißbraucht, um die Ziele der Umwandlung der Kirche und des Rücktritts des „letzten Papstes“ durchzusetzen.

Das ist der Kern des Romanes: der Kampf um den ersten freiwilligen Rücktritt eines Papstes seit dem ersten vatikanischen Konzil, das die Unfehlbarkeit des Papstes festgeschrieben hatte. Der Hintergedanke: tritt ein Papst von einem „heiligen“ Amt freiwillig zurück (weist also die von Christus persönlich übergebene Würde von sich), wird aus dem Papsttum ein Verwaltungsjob wie jeder andere auch. Dann ist der Weg frei zur Auflösung der katholischen Kirche, im Roman betrieben von satanischen Kräften innerhalb (und außerhalb) der Kirche, die sich von dem „Schwächling“ Christus lossagen wollen um weltweit ungehindert eine Politik der Stärke durchsetzen zu können – auf deutsch: Hartz IV bei halbiertem Regelsatz für maximal fünf Jahre anstelle des ständigen Gewinnsels der Sozialromantiker, die einfach nicht einsehen wollen, das diese Welt nur den Starken gehört.

Bevor wir aber darüber urteilen, in wie fern die von Malachi Martin geschilderten Intrigen denen entsprechen könnten, die Max Seckler erwähnte, müssen wir einen Blick auf den Autor selbst werfen. Wer ist also dieser Malachi Martin? Hören wir nochmal den Herrn Spindelböck:

Doch wie ist der Standpunkt des Autors, eines römisch-katholischen Priesters, der ursprünglich dem Jesuitenorden angehörte, Berater und Mitarbeiter mehrer Päpste war und dann von Papst Paul VI. von seinen Gelübden entbunden wurde, aber in seinem Priesteramt verblieben ist, näher zu bestimmen? Er vertritt eine traditionalistische Position, die das Wirken der Konzilspäpste Johannes XXIII. und Pauls VI. negativ wertet und in der nachkonziliaren Erneuerung der Liturgie ihre Zerstörung erblickt. Aufgrund der meisterhaft durchgeführten Dramatik des Romans kann der Leser sich dieser Sichtweise kaum entziehen. Die Botschaft ist klar: Die Kirche Christi ist in höchster Gefahr, und überall lauern die Verschwörer. Sie werden auch benannt, meist mit einem Pseudonym, und manche Leser haben sich bereits einen Sport daraus gemacht, die realen Personen dahinter auszumachen, was durchaus nicht unproblematisch ist …

Leider existiert die Seite nicht mehr, die quasi ein „Who is Who“ der in dem Roman vorkommenden Personen darstellen soll. Ich vermag mich noch daran erinnern, das die Leser hinter der Gestalt des „Preußen mit Brille“ (eine Person, die maßgeblich an der angeblichen Inthronisation Satans mitgearbeitet hat) gerade jenen Kardinal Ratzinger vermuteten, der jetzt durch seinen Rücktritt das vollendet hat, was die Verschwörer im Vatikan seit den sechziger Jahren versucht haben: die Destabilisierung, Verwässerung und letztlich die Vernichtung der katholischen Kirche als Hüterin der Lehre Christi und Garant für jenen moralischen Satz, um dessen Verwirklichung wir seit zweitausend Jahren kämpfen: Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst. 

In Zeiten, in denen eine solche Einstellung als „Sozialromantik“ gebrandmarkt wird, kann man verstehen, wie lästig eine 2000 Jahre alte Institution geworden ist, die die Diskussion um die Notwendigkeit von Nächstenliebe grundsätzlich mit dem Hinweis auf „Gottes Gebot“ verweigert: das ultimative „BASTA!“.

Das stört politische Kreise enorm, die allen Lesern namentlich wohl bekannt sein dürften. Zur Durchsetzung einer marktkonformen Demokratie braucht man einen großen gesellschaftlichen Konsens für den Neoliberalismus, der alles andere als christlich daherkommt. Der jetzt zurückgetretene Papst hat vor dem deutschen Bundestag eine beeindruckende Rede gehalten, die im Spiegel vollständig abgedruckt wurde. Hören wir einmal ganz genau hin, was er gesagt hat:

Lassen Sie mich meine Überlegungen über die Grundlagen des Rechts mit einer kleinen Geschichte aus der Heiligen Schrift beginnen. Im ersten Buch der Könige wird erzählt, dass Gott dem jungen König Salomon bei seiner Thronbesteigung eine Bitte freistellte. Was wird sich der junge Herrscher in diesem wichtigen Augenblick erbitten? Erfolg – Reichtum – langes Leben – Vernichtung der Feinde? Nicht um diese Dinge bittet er. Er bittet: „Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht“ (1 Kön 3,9).

Die Bibel will uns mit dieser Erzählung sagen, worauf es für einen Politiker letztlich ankommen muss. Sein letzter Maßstab und der Grund für seine Arbeit als Politiker darf nicht der Erfolg und schon gar nicht materieller Gewinn sein. Die Politik muss Mühen um Gerechtigkeit sein und so die Grundvoraussetzung für Friede schaffen.

Natürlich wird ein Politiker den Erfolg suchen, der ihm überhaupt die Möglichkeit politischer Gestaltung eröffnet. Aber der Erfolg ist dem Maßstab der Gerechtigkeit, dem Willen zum Recht und dem Verstehen für das Recht untergeordnet. Erfolg kann auch Verführung sein und kann so den Weg auftun für die Verfälschung des Rechts, für die Zerstörung der Gerechtigkeit. „Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande“, hat der heilige Augustinus einmal gesagt.

Maßstab für die politische Arbeit soll nicht der Erfolg oder der materielle Gewinn sein? Kennt der etwa keine SPD-Politiker? Der Papst ging im Bundestag sogar noch einen Schritt weiter:

Wir Deutsche wissen es aus eigener Erfahrung, dass diese Worte nicht ein leeres Schreckgespenst sind. Wir haben erlebt, dass Macht von Recht getrennt wurde, dass Macht gegen Recht stand, das Recht zertreten hat und dass der Staat zum Instrument der Rechtszerstörung wurde – zu einer sehr gut organisierten Räuberbande, die die ganze Welt bedrohen und an den Rand des Abgrunds treiben konnte.

Dem Recht zu dienen und der Herrschaft des Unrechts zu wehren ist und bleibt die grundlegende Aufgabe des Politikers. In einer historischen Stunde, in der dem Menschen Macht zugefallen ist, die bisher nicht vorstellbar war, wird diese Aufgabe besonders dringlich. Der Mensch kann die Welt zerstören. Er kann sich selbst manipulieren. Er kann sozusagen Menschen machen und Menschen vom Menschsein ausschließen.

„Historische Zeiten“ – in der Tat. Durch seinen Rücktritt wurden die in der Tat historisch – aber wenigstens ist er noch am Leben. Die angekündigte Ermordung ist nicht eingetreten (siehe Spiegel) – oder gehörte mit zu jenen „Intrigen“, wegen der der Papst zurückgetreten ist.

Liest man genau, so kann man hier eine ganz finstere Warnung für Deutschland hören: der deutsche Staat wird wieder zur großen Räuberbande. Jeder Steuerzahler, jeder Autofahrer, jeder Arbeitslose, viele Rentner, Schüler und Studenten erleben das Tag für Tag, auch ganz weltliche Menschen merken, was die Warnungen des Papstes an die Generation Facebook bedeuten: Egoismus, Neid und Aggression als Formen des Bösen (siehe Welt zur Papstrede in Freiburg) werden inzwischen auf in anderen Zusammenhängen wahrgenommen, sie Jakob Augstein zu Frank Schirrmachers Buch „Ego“ im Spiegel:

Im Kalten Krieg haben amerikanische Militärs und Physiker die Sowjets mit den Instrumenten der Spieltheorie in die Knie gezwungen. Als es keine Sowjets mehr gab, sind die Physiker an die Wall Street gegangen und zwingen seitdem mit ihrer Theorie die Welt in die Knie. Wir alle sind Opfer einer Ideologie des Egoismus. Sie wurde für eine Welt des Krieges entwickelt und verheert heute den Frieden. Eine Ideologie der Kälte und des Autismus. Eine Ideologie von Psychopathen für Psychopathen.

An dieser Stelle wird es egal, ob wir Malachi Martin und seinem  Intrigengemälde folgen wollen: die Ideologie von Psychopathen für Psychopathen zwingt die ganze menschliche Gesellschaft automatisch auf einen Weg, den satanische Verschwörer nicht besser hätten gestalten können, insofern ist es fast müßig, über den Realitätsgehalt des Romanes „Der letzte Papst“ zu diskutieren. Was aber bleibt, ist die Tatsache, das mit Ratzingers Rücktritt eine moralische Instanz vernichtet wurde. Durch diesen Rücktritt war Johannes Paul II wirklich der letzte Papst – die letzte Instanz, die dem Gebot der Nächstenliebe eine Heiligkeit zusicherte, die der Psychopathenkult des Egoismus zu zerstören trachtet, denn was nach Ratzinger kommt, kann man jetzt schon sagen: auf jeden Fall ein schwacher Papst.

Hören wir den Spiegel dazu:

Manche Beobachter warnen bereits vor Verhältnissen wie zuletzt in der Renaissance, als sogenannte Gegenpäpste die Kirche vor eine Zerreißprobe stellten. „Es könnte die Situation eintreten, dass ein Nachfolger einen anderen Kurs einschlägt als Benedikt“, spekuliert Papst-Biograf Andreas Englisch. „Was passiert, wenn Ratzinger sich einschaltet und sagt: ‚Ich bin immer noch Papst, und ich sehe das ganz anders‘?“ Im schlimmsten Fall sei eine Spaltung der Kirche möglich.

Ganz genau. Jeder neue Papst hat einen alten, lebendigen Papst im Genick. Das ist auch der Augsburger Allgemeinen bewußt:

Unter Kirchenexperten herrscht Einigkeit, dass sich der Papst im Fall eines Rücktritts sofort und vollständig aus allen Ämtern und aus dem öffentlichen Leben der Kirche zurückziehen müsste. Nur so könne gewährt werden, dass der Zurückgetretene nicht die Wahl seines Nachfolgers beeinflusst. Papst Johannes Paul II. hatte einmal gesagt, er könne sich einen «emeritierten Papst» nicht vorstellen.

Was sich der „letzte Papst“ noch nicht vorstellen konnte, hat der deutsche Papst mal eben als Realität in die Welt gesetzt – und diese Realität wird eine neue Tradition begründen, weil hier ein Exempel statuiert wurde. Ab dem 11.2.2013 können „kirchliche Kreise“ jeden Papst in den Ruhestand schicken, der unbequem wird – und brauchen noch nicht mal Gift dazu. Sollte nochmal ein Papst auf die Idee kommen, ein Ende des Kirchensteuersystems zu fordern (siehe katholisch.info) um „missionarisches Handeln wieder glaubhaft zu machen“, kann man ihn schnell auf Ratzinger verweisen, der im senilen Alter ebenfalls solche Phantasien hatte, aber … dann eben auch die notwendigen Konsequenzen zog, bevor er noch mehr Schaden anrichten konnte.

Damit hat die Kultur der Nächstenliebe einen weiteren, festen Anker verloren. Der nächste Papst wird nicht mehr so deutlich um Bundestag vor einer Wiedergeburt das nationalsozialistischen Räuberstaates warnen können.

Vielleicht … sollten wir dem Papst zugute halten, das er am Rosenmontag zurückgetreten ist. Immerhin ist das für deutsche Katholiken ein sehr bedeutsamer Tag. Es mag uns helfen, die Warnungen ernst zu nehmen, Warnungen über einen Staat des Teufels, den man früher anschaulich am Rosenmontag studieren konnte, um letztlich sagen zu können: „nein, danke, das ist nichts für mich“.

Heutzutage haben wir andere Bilder, die den Staat des Teufels illustrieren: Auschwitz, Dachau, Bergen-Belsen – dort konnte „man“ sich richtig austoben, ganz, wie es einem gefiel.

Das es wirklich psychopatische Kräfte geben sollte, die die menschliche Gesellschaft mit List und Tücke in ein großes Lager umbauen wollen, in dem jeder seinen fest zugefügten Platz hat, seine Nummer, seine Arbeitsverpflichtung und jeder Wärter die Möglichkeit hat, den Lagerinsassen jederzeit anzutun, was immer ihm gerade in den Sinn kommt, wollen wir hier mal nicht behaupten.

Wir müssten einen Roman darüber schreiben, weil es – wie im Falle Malachi Martins – der einzige gangbare Weg wäre, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Dafür bleibt aber keine Zeit mehr, weil die Kultur der Psychopathen eigentlich erst jetzt richtig durchstartet.

Ich denke, vielen, die heute noch laut über den Papstrücktritt lachen, wird jenes Lachen im Halse stecken bleiben, wenn die marktkonforme Demokratie in Zukunft weiter den alten, klassischen, christlich legitimierten Sozialstaaat abbaut zugunsten eines … ewigen Rosenmontages – den wir eigentlich schon haben, wenn ich mir das Fernsehprogramm so anschaue.

Die Legende vom Sohne Gottes, der unter Armen geboren wurde, um für die Armen zu leben und einen Nachfolger gewählt hat, der durch die Jahrtausende hinweg die Anbindung des sozialen Gedankens an höchste denkbare Gewalten behütet, wird in Zukunft immer weniger erzählt werden – dafür umso mehr die Geschichte eines Religionskonzerns, der sich nahtlos einreiht in die Reihen der anderen „Herren der Welt“ und deren Leitspruch schon immer lautete: Jeder ist ersetzbar.

Seit gestern sogar ein Papst, der noch lebt.

Umerziehung und Wirklichkeitssteuerung in Deutschland: über Kornkreise, Goldman-Sachs und echte Widerstandskämpfer

Mittwoch, 12.9.2012. Eifel. Gestern war Jahrestag einer der größten Verschwörungen der Welt. Verschwörung? Ja - das war es auf jedenfall. Es gibt eine amtliche Verschwörungstheorie und einige öffentliche, die mit der amtlichen nur in Teilen übereinstimmen. Und wie das so ist in einer Welt, in der es Verschwörungen, Vertuschungen und Geheimdienste gibt, weiß man als Zeitungsleser überhaupt nicht mehr, was man glauben soll - aus lauter Verzweiflung glaubt man dann einfach das, was die Regierung als Regelmeinung herausgibt. Damit kriegt man ja auch am wenigsten Ärger. ARTE brachte nun eine Dokumentation über Goldman-Sachs - eine Dokumentation über eine Verschwörung:

Mittwoch, 12.9.2012. Eifel. Gestern war Jahrestag einer der größten Verschwörungen der Welt. Verschwörung? Ja – das war es auf jedenfall. Es gibt eine amtliche Verschwörungstheorie und einige öffentliche, die mit der amtlichen nur in Teilen übereinstimmen. Und wie das so ist in einer Welt, in der es Verschwörungen, Vertuschungen und Geheimdienste gibt, weiß man als Zeitungsleser überhaupt nicht mehr, was man glauben soll – aus lauter Verzweiflung glaubt man dann einfach das, was die Regierung als Regelmeinung herausgibt. Damit kriegt man ja auch am wenigsten Ärger. ARTE brachte nun eine Dokumentation über Goldman-Sachs – eine Dokumentation über eine Verschwörung:

Goldman Sachs ist mehr als eine Bank. Sie ist ein unsichtbares Imperium, dessen Vermögen mit 700 Milliarden Euro das Budget des französischen Staates um das Zweifache übersteigt. Sie ist ein Finanzimperium auf der Sonnenseite, das die Welt mit seinen wilden Spekulationen und seiner Profitgier in ein riesiges Kasino verwandelt hat. Mit weltweit einzigartigen Verflechtungen und einem Heer aus 30.000 Bankern konnte Goldman Sachs auch in den letzten fünf Krisenjahren kräftige Gewinne einstreichen, seine Finanzkraft weiter ausbauen, seinen Einfluss auf die Regierungen stärken und sich vonseiten der amerikanischen und europäischen Justiz völlige Straffreiheit zusichern. 

Das Geschäftsgebaren der Bank ist überaus diskret. Ihr Einfluss reicht weit in den Alltag der Bürger hinein – vom Facebook-Börsengang über die Ernennung des Präsidenten der Europäischen Zentralbank bis hin zum Lobbying gegen die Regulierung des Finanzsektors. Der Arm der Bank ist lang, und sie befindet sich stets auf der Gewinnerseite.

„Der Arm der Bank ist lang“ … und wenn wir nun Geschichten von 55-jährigen Frauen in Deutschland hören, die nach Streichung des Regelsatzes in ihrer Wohnung verhungern, dann merken wir, das dieser Arm direkt in unseren Alltag hineinreicht.  Wir werden noch weitere Folgen zu tragen haben – egal, wie Karlsruhe heute entscheidet.

Diese Verschwörung ist bekannt, sie läuft vor unser aller Augen ab. Eine mit „unbegrenzter Feuerkraft ausgestattete EZB“ (siehe Welt) feuert demnächst auf den Bundeshaushalt, auf die Rentenkassen, das Gesundheitswesen und den Sozialstaat … und ich wette, das es keinen Aufstand dagegen gibt. Sicher, die Angst der Deutschen vor der Armut ist größer als die Angst vor dem Krieg (siehe Handelsblatt) – wobei man schon bemerken sollte, das es solche Degenerationserscheinungen nur in Ländern gibt, in denen die letzten zwei – drei Generationen schon gar keinen Krieg mehr mitbekommen haben und eigentlich gar nicht wissen, wovon sie reden.

Dabei ist ihre desolate persönliche Situation das direkte Ergebnis eines Krieges, den die US-Superklasse seit vielen Jahren gegen Europa führt – die Superklasse und ihre Funktionseliten, die gerade in Deutschland superfest im Sattel sitzen. Nur hier wird es toleriert, das zum Beispiel Ärzte bei ständig schlechter werdenden Leistungen ungeniert und äußerst trickreich immer tiefer in die Taschen der Patienten greifen (siehe Welt), Realschullehrer Spitzengehälter für die Serienproduktion von Hartz-Kunden und Prekariatspersonal bekommen (siehe OECD-Studie im Spiegel) und die offiziell künstlich  hergelobten Leistungsträger unserer feinen Gesellschaft zu einem Förderverein von Zwangsprostitution und Menschenhandel werden (aktuell – neben VW und HMI – die deutschen Schienenproduzenten, siehe ebenfalls Welt).

Das ganze wird gestützt von einer Presse, die – direkt oder indirekt abhängig von der Superklasse und ihren Funktionären – nebenher (entgegen aller von Sozialarbeitern geschilderten Wirklichkeit) den Mythos der glücklichen Hure auf allen Kanälen verbreitet, jener Frau, die gerne für jeden Mann da ist – notfalls auch umsonst. Von solchen feuchten, pubertären Träumen berichtete man früher nur in Schilderungen aus katholischen Internaten, heute ist das publizistische Standardmeinung der … Dauerkunden.

Die Sendung bei ARTE über die Goldmänner ist sehr empfehlenswert, wiewohl sie ziemlich entmutigen kann. Sie enthält eine interessante Aussage über Formen von Korruption, die wir gar nicht als solche Wahrnehmen, weil sie entsteht, wenn viele Menschen mit der gleichen Art zu denken zusammenkommen und Entscheidungen treffen. Sind diese Menschen Psychopathen, ist jede Hemmung abgebaut, man geht auf Freund und Feind gleichermaßen los, wie Europa und seine Bürger jetzt nach den US-Bürgern (die die ersten Opfer waren, jetzt aber abgeschöpft sind) hautnah erleben dürfen – auch wir Deutschen, wenn Ende des Jahres die Rezession in Deutschland beginnt (siehe OECD-Prognose in der Welt) und wir bedingt durch die Extremwetterlagen (siehe Oxfam-Studie im Spiegel) auch in Deutschland merken, das Essen doch nicht bei Aldi im Regal wächst und man das Prekariat auch gezielt durch Preisexplosionen eliminieren kann.

Man sollte nun erwarten, das das Volk angesichts der vollständigen Vernichtung seines Wertesystems, seiner Lebensqualität und seiner Existenzgrundlagen vor lauter Wut auf den Straßen tobt … jedenfalls wäre das bei einem normalen Volk zu erwarten. Bei Griechen, Italienern, Franzosen, Spaniern, Portugiesen, Ägyptern, Syrern, Tunesiern und allen anderen halbwegs zivilisierten Freunden der Losung „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ und Anhängern der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte ist es auch so … jedoch nicht bei den Deutschen.  Die sind bedauerlicherweise in einer ziemlich dämlichen Lage: zum einen haben sie eine ganz deutliche Pfui-Geschichte als Vergangenheit (dank neoliberalisiertem Psychopathenwahn aktuell auch eine Riesenpfuigeschichte in der Sozialgesetzgebung), zum anderen sind sie seit achtzig Jahren umerzogen worden – und zwar mal hierhin und dann wieder dorthin.

Erst kam eine Weimarer Republik und erzog sie zu Demokraten.

Dann kam ein Führer, erklärte Demokraten zu dummen, gemeingefährlichem Teufelszeug und erzog sie zu Herrenmenschen.

Nach Vollendung der Führung und vollendeter Vernichtung des Landes kamen Amerikaner und erklärten den Führer zu dummen, gemeingefährlichem Teufelszeug, Demokratie kam wieder in Mode.

Dann kam der Focus und erklärte Demokratie zu dummen, gemeingefährlichem Teufelszeug (siehe Hintergrund) bzw. zu „einem zum Scheitern verurteiltem System sozialer Organisation“. Sogar unsere Kanzerin malt ja schon mal gerne das Bild der marktkonformen Demokratie an die Wand, die unser veraltetes, marodes, unbezahlbares und schlecht steuerbares defizitäres Demokratiesystem ersetzen soll – die vierte komplette Umerziehung erfolgt in nur hundert Jahren.

Schon jetzt kann man erahnen, das nach dem Ende der nächsten (Ver-)führung wieder Retter die Demokratie einführen und Merkel samt Focus zu dummen, gemeingefährlichem Teufelszeug erklären werden.

Das System der Wirklichkeitssteuerung entlarvt sich nun ziemlich einfach an den tabuisierten Randthemen, denen sich jetzt beispielsweise der Spiegel gewidmet hat: den Kornkreisen.

Worum handelt es sich bei diesem Phänomen?

Nun – seit mehreren Jahrhunderten (siehe Kornkreise-forschung.de) erscheinen in Kornfeldern seltsame Kreismuster. Für den Bauern (der heutzutage  zwischen Hartz-Regelsatz und Friseurinnenstundenlohn wirtschaften muss) bedeuten sie empfindliche Einkommenseinbußen, der Tatbestand der böswilligen Sachbeschädigung ist mehr als deutlich gegeben (siehe 20Min.ch) – ein Aspekt, der in der Diskussion oft vergessen wird.

Ich bin auf dieses Phänomen durch einen Arzt aufmerksam geworden, der gelegentlich in der Eifel zwecks Goldschürfung unterwegs ist und selber Zeuge dieses Phänomens wurde. Offenbar entstehen über Nacht ästhetisch sehr beeindruckende Muster im Korn, die auf eine hohe Intelligenz der Kunstschaffenden schließen lassen, ebenso auf perfekt getarnte Operationen, die über eine hochtechnisierte Ausrüstung und der personellen Ausstattung und Logistik eines Großkonzerns verfügt – hören wir dazu den Spiegel-Autor:

Die Nachricht vom südenglische Phänomen hatte die Zahl der weltweit gemeldeten Kornkreis-Sichtungen rasant ansteigen lassen, und ihre Erschaffung entwickelte sich zu einer wahren Kunstform mit immer komplizierteren Figuren aus Kreisen, Linien und Vielecken, für die weit mehr als nur ein paar Bretter und Seile nötig waren. Einige der Künstler orientieren sich mittlerweise mittels Laser oder GPS-Geräten. Die Halme selbst, so schrieb der Physiker Richard Taylor von der University of Oregon, könnten mit sogenannten Magnetronen mittels Mikrowellenstrahlung umgelegt werden. 

Doug Bower und Dave Chorley indes gelten in Kornkreismacherkreisen als die Begründer dieser neuen Kunstform, ihre selbstauferlegten Regeln als ungeschriebene Gesetze. Dazu gehört, dass das Getreide nur gebogen, nicht gebrochen werden darf. Die Piktogramme müssen während der Nacht entstehen und ihre Erschaffer das Feld verlassen, ohne menschliche Spuren zu hinterlassen.

Gut, diese Erkenntnis steht etwas im Gegensatz zu den Behauptungen bekennender deutscher Kornkreisschöpfer (siehe Kornkreise.de), aber mit solchen Verblüffungen muss man in Tagen der Umerziehung leben.

Bis heute sind ca. 6000 dieser Kornkreise beobachtet worden, jedes Jahr kommen ein paar hunderte hinzu. Die Organisation, die mithilfe von Mikrowellenkanonen, GPS-Geräten und Lasern in großem Umfang Ernten vernichtet, bleibt vollkommen im Dunkeln, allerdings lässt sich anhand der mathematischen Gleichungen, die in den Mustern verborgen sind (siehe beispielsweise Shortnews, Heise, Zeit), schließen, das es sich um führende mathematische Köpfe der Menschheit handeln muss.

Wir schlucken diese Verschwörungstheorie ohne weiteres – obwohl bis heute noch kein hochgerüstetes Kornkreiskommando auf frischer Tat ertappt wurde, weil sie mit höchster organisatorischer Effizienz nach im Dunklen und absoluter Stille vollbrachter Tat spurlos aus der Gegend verschwinden.  Außer der Schweizer Polizei jagt auch niemand die Täter, obwohl sie insgesamt Schäden in Millionenhöhe verursachen (was wieder irgendwie an die Goldman-Sachs-Geschichte erinnert – auch dort sind Mathematiker im Spiel, auch dort findet keine Strafverfolgung statt – allerdings sind die Schäden um ein vieltausendfaches höher).

Es wäre doch eine hochinteressante Geschichte, welche Organisation hier versucht, die Menschheit zum Narren zu halten – und das mindestens über ein Vierteljahrhundert hinweg.  Immerhin haben wir es hier – wie bei Goldman-Sachs – mit einer internationalen Verschwörung zu tun, die gezielt und absichtlich einen Mythos produziert, der zu äußerst irrationalen Deutungen einlädt: das scheint mir schon mehr als grober Unfug zu sein.

Was aber tun „wir“, die Gemeinschaft der Umerzogenen?

Wir fragen gar nicht mehr weiter.

Das auf der Basis von Magnetronen schon EMP-Waffen entwickelt worden sind, erfährt man nur nebenbei durch Wikipedia, das diese Waffen für manch einen unerklärlichen Stromausfall der letzten Jahre verantwortlich sein kann, muss man sich selber denken, das die USA solche Waffen schon längst besitzen (siehe Spiegel aus dem Jahre 2003), wir aber nicht erfahren, wo und wie die heute schon im Einsatz sind, soll uns nicht weiter interessieren. Vielleicht sind sie ja schon 1965 angetestet worden, als es im Zusammenhang mit dem „großen Stromausfall in Nordamerika“ zu unerklärlichen Blitzen über Syracuse kam (siehe Wikipedia). Syracuse? Ja, genau dort gibt es eine US-Militärbasis, die auf sich aufmerksam machte, als sie für ihre Anlage Röhrentechnologie aus der Sowjetunion beziehen musste (siehe Wikipedia), Röhrentechnologie, die – wie man heute weiß – gegen EMP-Impulse unanfällig ist.

Wir gewöhnen uns halt an eine Kultur, die durch einen ökonomischen Putsch die Grundwerte des christlichen Abendlandes vernichtet, die Nachfragen verhindert und jedes kritische Denken als „esoterisch“, „verschwörungstheoretisch“ oder „hysterisch“ brandmarkt.

Was kaum einer merkt: wir befinden uns da ganz akut in einem System, das die Psychopathologisierung des weltanschaulichen Gegners wie selbstverständlich handhabt … obwohl wir doch wissen, das dies ein Merkmal menschenverachtender, stalinistischer Systeme war: wer Dinge für möglich hält, die ausserhalb der staatlich definierten Weltsicht existieren, kann einfach nur geistig krank sein (… während gleichzeitig die räuberischen Goldmänner als Leistungsträger und Helden des Marktes gefeiert werden).

Die Realität dieser stalinistischen Systeme in unserem Alltag ist uns aber inzwischen so in Fleisch und Blut übergegangen, das wir sie gar nicht mehr bemerken: Umerziehung und Wirklichkeitssteuerung haben eine perfekte Scheinwirklichkeit aufgebaut, die nur gelegentlich am Rande von anderen nicht vordefinierten Wirklichkeiten gestört wird … zum Beispiel durch Kornkreise, Ufos, Nahtodeserfahrungen, religiöse Erlebnisse oder philosophischer Reflexionen, denn all das hat in der Goldman-Sachs-Welt keinen Platz.

Unabhängig davon, ob es nun El-Kornkreisaida, Erdgeister oder Weltraumtouristen waren, die dort Spuren im Sand (bzw. im Korn) hinterlassen haben, fordern diese Kreise unsere Wissenschaft zu Erklärungen heraus … Erklärungen, die letztlich zeigen, das wir uns auf einem wissenschaftlichem Niveau bewegen, mit dessen Hilfe man auch beweisen könnte, das die Erde eine Scheibe ist.

Noch ein Schmankerl dazu? Die Seite „Wissenschaft im Dialog“ steht mit hehrem Anspruch im Netz:

Weil Wissenschaft und Forschung die Lebensbereiche aller Menschen tiefgreifend verändern, bringt die Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD) Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Menschen aller Altersgruppen und Bildungsgrade ins Gespräch und engagiert sich für den Austausch und die Diskussion über Forschung in Deutschland.

Wer schreibt dort einen „wissenschaftlichen“ Artikel über Kornkreise und erklärt mit zehn Sätzen ein Phänomen, für das US-Forscher immerhin schon Mikrowellenwaffen ins Spiel bringen?

Der Einzelhandelskaufmann Werner Walter (siehe Wikipedia), der mit seinem „unwissenschaftlichem“ und „polemischem“ „Ein-Mann-Netzwerk“ seit Jahren einen Kreuzzug gegen alles mögliche führt.

Mag es sein, das unsere wissenschaftliche Elite angesichts dieses Niveaus wirklich in den Untergrund abgetaucht ist und nur noch über Kornkreise mit uns kommuniziert?

Denkbar wäre es.

Zurück jedoch von dem kleinen Exkurs über ein umstrittenes Randphänomen der menschlichen Wahrnehmung, das im Prinzip erstmal an sich völlig bedeutungslos ist (nebenbei bemerkt: was würde sich für uns eigentlich ändern, wenn dort im Korn keine Geheimorganisation tätig ist, sondern jugendliche Aliens, die auf ihren Weltraumsurfbrettern mal eben bei den „nackten Affen“ halten, um ihnen einen Schabernack zu spielen … so wie unsere Kinder schon mal einem Hund einen Knochen an den Schwanz binden, damit der sich zu ihrer Belustigung selber jagt) hin zu der Bedeutung, die die Behandlung dieses Phänomens für die Widerstandskraft der menschlichen Gesellschaft hat.

Umerziehung und gesteuerte Wirklichkeiten machen es möglich, das mit dem heutigen Urteil der Karlsruher Richter zum ESM (siehe Spiegel) die Schleusen für grenzenlose Transaktion europäischer Steuergelder in Goldman-Sachs-Regionen geöffnet werden (bei gleichzeitigen üppigen Gehalterhöhungen für Beamte in Europa und Deutschland – siehe Welt) …. und die deutschen Bürger trotzdem nicht die Goldman-Sachs-Niederlassungen stürmen – obwohl ARTE die Verschwörung gegen den europäischen Wirtschaftsraum detalliert aufgezeigt hat.

So erklärt sich, warum deutsche Bürger seit Jahren Unverschämtheiten von Politik und Wirtschaft schlucken, ohne auf die Barrikaden zu gehen … und man merkt, warum ein vergleichsweise harmloses Phänomen die Wurzeln des Systems angreift – eines Systems, was via Goldman-Sachs die Vermögenswerte des europäischen Kontinents abgreift.

Beschäftigen wir uns nämlich zu sehr mit alternativen Realitäten, könnten wir womöglich auf die Idee kommen, das die Goldman-Sachs-Realität gar nicht so alternativlos ist, wie Kanzlerin und Wirtschaftswissenschaft uns glauben machen wollen.

Insofern … sind die Kornkreismacher echte Widerstandskämpfer, die sehr zum Denken anregen.

Eigentlich seltsam, das die nicht von Europol gesucht werden … allein schon wegen der systematisch hervorgerufenen Ernteschäden in Zeiten knapper werdender Nahrung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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