Märkte

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Verkehr, Markt, Staat: der Raubmensch und seine tödlichen Götter im 21. Jahrhundert

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Freitag, 22.8.2014. Eifel. Es gibt Tage, da muss man mal mutig sein. Tage, an denen Jammern und Klagen nicht hilft, an denen man sich der nackte, kalten, brutalen Realität des Lebens stellen muss – jener Realität, die nicht mit ein paar lockeren Sprüchen aus low-budget Motivationsseminaren bewältigt werden kann, einer Realität, die die Wirksamkeit des eigenen Selbst vollkommen in Frage stellt und aus der ganzen Menschheit nur eins macht: Schlachtvieh für wahnsinnige Götter.

Götter? Ja, ich habe diesen Begriff mal wieder aus der alten Klamottenkiste herausgeholt. Die Philosophie kämpft seit 3000 Jahren gegen sie an – gegen sie und ihr Bodenpersonal. Gemeint ist nicht der liebende Gott der Christenheit oder das allselige Nichts des Buddhismus, sondern jene Bande von psychopathischen Egomanen, die die Ernte verdarben, das Haus in Brand steckten, Frauen und Kinder entführten, vergewaltigten und ermordeten oder einfach nur zum Vergnügen (oder aus blindem Zorn und finsterer Rache heraus) Folter und Quälerei ausführten – immer mit einem höhnischen Grinsen im Gesicht.

Seltsame Erklärung? Lesen Sie doch einfach mal die altnorischen Sagen der Edda – oder die Göttergeschichten der altgriechischen Sagenwelt … und denken Sie bitte daran, dass für die Menschen vor Ort diese Götter bzw. die von ihnen ausgehende Bedrohung genauso real war, wie für uns die Bedrohung durch „den Verkehr“. Und huch: da haben wir gleich einen Gott, der die Vernichtung durch die Philosophie überlebt hat. Doch halt: wie definiert man eigentlich einen „Gott“? Ich möchte eine Definition vorschlagen, die sich am alltäglichen Sprachgebrauch anlehnt, der ja auch den „Fußballgott“ kennt: ein Gott ist eine übermenschliche Macht, die jederzeit willkürlich in das Leben des Menschen eingreifen kann und gesamtgesellschaftlich alternativlos Opfer fordert, eine Macht, der der Mensch aber gleichzeitig auch Verehrung entgegenbringt … wie dem „Verkehr“.

Ja – wir regen uns darüber auf, dass in der Bibel ein Gott von seinem Gefolgsmann ein Menschenopfer fordert … das wir jedoch jährlich tausende von Menschen unserer Infrastruktur opfern, wird gelassen hingenommen – so wie früher der Tod durch Blitzschlag als Zorn Gottes hingenommen wurde, bis man den Blitzableiter erfand. Natürlich ist die Zahl der Opfer nicht mehr so hoch wie früher – aber tröstet das wirklich die Angehörigen der in die Hunderttausende gehenden Opfer des Gottes „Verkehr“?

Ebenso huldigen hunderttausende ja Millionen eifrige Anbeter dieser Gottheit – sie bauen ihr Straßen, dass sie fließen kann und Transportkörperchen, die in diesen Asphaltadern wichtige Nährstoffe transportieren: fast wie Blutbahnen durchziehen sie das Land, zerschneiden ehedem gesunde Landschaft (und sogar Dörfer) in willkürlich gesetzte Fragmente, verseuchen dabei durch Abgase jegliche Anbaufläche entlang der planierten Strecken und vergiften so weite Teile der Bevölkerung – vor allem in den Städten – und das soll „normal“ sein … oder „vernünftig“?

Millionen und abermillionen von Menschen sind von diesen Transporten abhängig – bleiben sie aus, beginnt das große Sterben in den Städten. War das unsere Vision von Freiheit, als wir uns von den Fesseln der heidnischen Gottesbilder lösten?

Wir haben aber noch andere Monster, die uns bedrohen. Monster? Nein – heutzutage sind sie Götter, weil die Menschen sie anbeten, zu ihnen flehen, von ihnen die Erlösung vom Leid erwarten – ich denke da z.B. an die „Märkte“, irdische Gewalten, die für den einzelnen Menschen ebenso unbegreiflich sind wie das Treiben von Zeus und Odin  und ebenso sind wir ihren Gewalten hilflos ausgeliefert. Nein – sind wir  nicht, meinen Sie? Wissen Sie, was Märkte machen?

Märkte verderben die Ernte … bzw. sorgen durch Nahrungsmittelspekulationen dafür, das der PREIS zwischen den Menschen und ihrer Nahrung steht – manchmal ist er unüberwindbar. Sie vertreiben Menschen aus ihren Häusern (selten durch Brand, sehr häufig durch „Modernisierung“), vernichten ihre Arbeitsplätze, ersetzen sie durch Maschinen (die inzwischen sogar an der Börse in wenigen Millisekunden durch Hochgeschwindigkeitshandel das Schicksal ganzer Nationen leiten können), entführen Menschen aus den Familien (wenn Papa oder Mama zwecks Arbeit nach Dhubai ziehen müssen), ja – sie vernichten sogar die Vermögen jener, die ihnen huldigen und eifrigst zu Füssen liegen: so einen übermächtigen, blinden, willkürlichen, sich selbst in ewiger Agonie verschlingenden Gott hatten wir in der Geschichte der Religionen kaum … und wenn, dann war er wie die babylonische Tiamat oder die indische Kali ziemlich finster.

Ein Beispiel? In München haben „die Märkte“ gerade 32000 Wohnungen an sich gerissen, die Mieten verdoppelt und so die Bewohner vertrieben (siehe Abendzeitung München): dazu brauche man früher Vulkanausbrüche oder Erdbeben – also „Zorn Gottes“ live. Mongolenhorden reichten aber auch. Ähnliches wird aus Berlin berichtet (siehe Kraftfuttermischwerk).

Ich merke, Sie haben immer noch Probleme, diese Sichtweise nachzuvollziehen. Darum möchte ich Sie zu einem Experiment einladen, einem Gedankenexperiment. Nehmen wir einmal an, ihr Land wird angegriffen. Der Angreifer sprengt ein Hochhaus in die Luft, 3000 Menschen sterben, viele werden verletzt. Wie ist ihre emotionale Reaktion? Trauer, Verzweiflung, Wut … und Jagd auf den Täter. Genau das aber macht „der Verkehr“ – jedes Jahr,  nicht nur am 11.9.2001 … und das sind auch nur die Toten in Deutschland. Wie ist aber ihre emotionale Reaktion auf die Forderung, Krieg gegen den Verkehr zu führen? Schauen Sie bitte genau hin – die Gefühle entsprechen jenen, die früher erweckt wurden, als es um den Kampf gegen die Götter ging: undenkbar, umöglich, Sakrileg.

Und Sie wollen wirklich ein freies, selbstverantwortliches, selbstbewusstes Leben führen? Im Ernst?

Kommen wir zum nächsten Ungeheuer, zum nächsten Alptraum, zum nächsten Gott: dem „Staat“.  Friedrich Nietzsche hatte was über ihn gesagt (siehe: dieDenker)

„Irgendwo giebt es noch Völker und Heerden, doch nicht bei uns, meine Brüder: da giebt es Staaten.
Staat? Was ist das? Wohlan! Jetzt thut mir die Ohren auf, denn jetzt sage ich euch mein Wort vom Tode der Völker.
Staat heisst das kälteste aller kalten Ungeheuer. Kalt lügt es auch; und diese Lüge kriecht aus seinem Munde: „Ich, der Staat, bin das Volk.“
Lüge ist’s! Schaffende waren es, die schufen die Völker und hängten einen Glauben und eine Liebe über sie hin: also dienten sie dem Leben.
Vernichter sind es, die stellen Fallen auf für Viele und heissen sie Staat: sie hängen ein Schwert und hundert Begierden über sie hin.

Schwierige Worte, alte Worte, häufig falsch verstandene Worte und doch: Worte, die so aktuell sind wie eh und jeh. Staat – ja, „Vater Staat“ – so kommt er daher, wie ein Abziehbild des gütigen Christengottes, der dann Hilfe verspricht, wenn die Gewalten der Welt über das hilflose Individuum hereinbrechen: Unfall, Krankheit, Invalidität, Feuersbrünste, Missernten, Raub, Diebstahl, Betrug, Alter … all´ die alten Monstren des Alltags versprach der Staat zu vertreiben. Doch – wie Nietzsche schon sah: es war eine Lüge.

Ein Schwert? Ja – zum „Staat“ gehört das Gewaltmonopol … und noch viel mehr: zum Beispiel die Tatsache, dass „der Staat“gerne seine Eingeborenen für sich veranschlagt, um gegen einen anderen „Staat“ erbittert Krieg zu führen – so als würden die Menschen Thor im Krieg gegen Loki folgen und die Händel persönlich an deren Statt austragen …. was sie dann ja auch tun, gerade heute wieder: wir stehen dicht davor, als „Deutschland“ geschlossen mit den gesamten anderen „Staaten“ der Nato (siehe Vorarlberg.aktuell) mit den teils rechtsradikalen Putschisten in der Ukraine gegen „Russland“ zu ziehen – und schlucken diesen Wahnsinn, als sei er selbstverständlich.

Sagen Sie mal ehrlich: hat Ihnen „Russland“ jemals in Ihrem Leben irgendetwas getan? Wahrscheinlich nicht, denn „Russland“ ist weit weg und quält seine Bürger auf seine Art. Schauen wir aber einfach mal, was unser „Deutschland“ mit uns macht.

Sind wir nicht mehr verwertbar für „die Märkte“, können unseren täglichen Götzendienst für den „Verkehr“ nicht mehr im ausreichenden Maße leisten, gibt es wieder Selektionsrampen – für Arbeitslose. Ich weiß: Sie mögen die Vergleiche mit dem Dritten Reich nicht, das ist außerordentlich unbequem und am liebsten möchten sie die ganze Geschichte als kleinen Unfall bewerten, der aus Versehen passierte und sich nie nie nie wiederholen kann: doch mit diesem Wunschdenken verlassen Sie den Bereich der historischen Analyse und begeben sich in die Welt des Wunschdenkens und der Phantasterei. Das mag ganz heilsam sein, hält aber weltliche Gewalten nicht auf. Wir Philosophen schauen ja auch eher auf die Qualität als auf die Quantität – und für uns unterscheidet sich das Prinzip „Selektionsrampen“ nicht sonderlich, es ist überall das gleiche: hier werden Hartz-IV-Abhängige mit staatliche Gewalt an der Rampe selektiert … und zwar zu unentgeldlicher Zangsarbeit (siehe gegen-Hartz). Das ist kein Einzelfall: „Null-Euro-Jobs“ werden auch in Hamburg eingerichtet (siehe gegen-hartz), wir verlassen des Heilsversprechen des Staates mit großer Hast – Maschinen sorgen ständig dafür, dass der Bürger immer überflüssiger wird.

Die Diener des Staates jedoch – die dürfen abgreifen ohne Ende: so meldet die Bildzeitung, dass in der gleichen Stadt, die „Null-Euro-Jobs“ als Modell der Zukunft erprobt, Luxuspensionen für Staatsdiener im Senat geplant werden (siehe Bild). Gleichzeitig entwickeln sich die Parteien – Stammesbünde der politischen Kaste – zu Parasiten der besonderen Art: trotz Krise haben die Parteien ein gigantisches Vermögen von 450 Millionen Euro angehäuft – Quell dieses Luxus sind die ständig steigenden Rekorddiäten der letzten Jahre (siehe DWN), zudem kommen noch 45 Millionen Euro jährlich durch Sponsoring dazu (siehe DWN).

Das Volk ist so reich wie nie – 5 Billionen Euro hat es angespart … jedenfalls ein paar von ihnen (siehe Tagesspiegel). Der Staat – früher mal als solidarischer Schutzbund verstanden – ist mit 2 Billionen Euro hoch verschuldet, ganze Städte stehen vor dem Bankrott (aktuell Gera, siehe Welt) – dabei könnte ein zinsloser Kredit der Gewinner das ganze Land morgen schuldenfrei machen und seinen Bürgern wieder Zukunft schenken.

Doch damit nicht genug der staatlichen Tollerei. Mit viel Geld entwicklen staatliche Organe in Zusammenarbeit mit Zulieferern der NSA Trojaner, der verdächtige Bürger ausspionieren soll (siehe Spiegel), während man offensichtliche Täter offenbar durch gezielte Sabotage der Ermittlungen vor staatlicher Verfolgung schützt: so jedenfalls lautet der Verdacht das NSU-Untersuchungsausschusses (siehe Stern): der Staat gebärdet sich als Feind seiner Bürger – nicht nur im sozialen Bereich.

Die Menschen jedoch huldigen ihm wie einen Gott, schwenken Deutschlandfähnchen, schmücken ihre Autos und Wohnungen in schwarz-rot-gold und nehmen jeglichen Terror freudig hin,  hier gilt es, sich zu einem Gotte zu bekennen, seine Zeichen in die Welt zu tragen und sich mit aller Kraft hinter ihm zu stellen … was ihm (wie auch Märkten und Verkehr) überhaupt erstmal seine Macht gibt.

Nun jedoch dürstet dem Staat wieder nach Blut, sein Oberhaupt selbst „fordert größere Bereitschaft zu Militäreinsätzen“ (siehe Spiegel) – und weltweit bilden sich fast wöchentlich neue Krisenherde, die Massenmord versprechen. Im Handumdrehen verdreht „Gott“ Staat alle Werte, liefert jenen Waffen, die gestern noch Feinde waren und morgen wieder Feinde werden (jedenfalls Feinde des Nato-Partners Türkei): ein ominöser „Fünferrat“ ändert ohne jegliche Not die Politik der ganzen Nation: Steinmeier, von der Leyen, Gabriel, Merkel und Schäuble heißen die Hohepriester, die nun Waffen in Krisengebiete liefern (siehe Welt) und so dem Bürger des Landes seine ganze Ohnmacht, seine Hiflosigkeit und Abhängigkeit demonstrieren.

Das ist der letzte Todesstoß der neuen Götter, die sich alle hinter einem einzigen Begriff verstecken: dem der „Sachzwänge“, die den Tod jeglicher Verantwortung, jeglicher Freiheit, jeglicher Gleichheit oder Brüderlichkeit bedeuten. Fünf Menschen bestimmen, dass ein ganzes Land hilft, Öl ins Feuer zu gießen.

Und der Mensch selbst? Erlebt sich wieder abhängig von unkontrollierbaren Gewalten, die manchmal willkürlich und manchmal mit boshafter Absicht in sein Leben eingreifen … wie schon vor 3000 Jahren. Und er muss beständig auf der Hut sein, dass er sich nicht der schlimmsten aller Wahrheiten stellt: Schuld an allem ist er selbst – meint Meinhard Miegel (siehe FAZ):

Die nüchterne und oft brutale Wahrheit ist: Beim derzeitigen Wissens- und Könnensstand ist der materielle Lebensstandard, den die Menschen in den früh industrialisierten Ländern pflegen – und zwar alle vom Millionär bis hin zum Grundsicherungsbezieher -, nur unter Bedingungen zerstörerischer Ausbeutung von materiellen Ressourcen, Umwelt und nicht zuletzt Menschen möglich.

Ja – der Dienst an unseren Götter macht uns zu Tätern … und zu einer besonderen Art, Gattung, Kaste von Menschen:

Wie die Dinge liegen, lebt eigentlich nur der homo rapax, der räuberische Mensch, materiell angenehm. Zwar ist das nicht neu, hat sich aber im Laufe der Zeit institutionell verfestigt und betrifft nicht mehr nur Individuen, sondern ganze Völker.

Verkehr ist kein Gott – nur der Raubmensch macht ihn dazu. Der Markt ist kein Gott – außer für den Raubmenschen. Und der Staat ist ebenfalls kein Gott … es sei denn, man ist auf Beute aus.

Verhalten wir uns aber diesen weltlichen Mächten gegenüber, als seien sie ein Gott – unerreichbar fern, unbeeinflussbar durch menschliche Taten, allmächtig in der Durchsetzung ihres alternativlosen Willens: ja, dann sind sie auch welche.

Götter, die Menschen aus „ganz vernünftigen“ Gründen zur Schlachtbank führen werden.

Ihnen ist das immer noch zu unheimlich? Der Mensch im berauschenden Tanz um weltliche Götzen? Nun – wegen diesem Tanz und seinen tödlichen Folgen in der Dritten Welt haben wir uns den Hass vieler Teile des Islam zugezogen. Das hat gerade schlimme Folgen: die mögen nicht mehr sehen, wie ihre Kinder verhungern, während Deutschland den Superstar sucht oder sich nach dem Promi-Big-Brother verzehrt – somit sind sie wirklich eine „extreme Bedrohung für die USA“ – wie der US-Verteidigungsminister aktuell behauptet (siehe Spiegel).

Die Lösung des Problems ist jetzt schon klar und vom deutschen Fünferrat mitbeschlossen: aktive Massenvernichtung des politischen Gegners. „Willkommen im Neandertal“ – die Erste Allgemeine Verunsicherung hatte dereinst ein Lied dazu gesungen, das immer aktueller zu sein scheint.

Und was machen unsere Fünferratsmitglieder derweil? Sie predigen ganz offen den Glauben an einen neuen Gott, den Supergott. An Europa muss man glauben – rationale Gründe für das Supermonster gibt es nicht mehr … so jedenfalls könnte man die Worte eines Frank-Walter-Steinmeiers deuten, die er 2011 im Regensburger Domforum sprach (siehe Wochenblatt).

Wir sehen: der allmächtige Fünferrat ist sich der religiösen Dimension seines Treibens wohl bewusst.

 

 

 

 

 

 

 

Blockupy Frankfurt – unheimliche Nachlese zum 1.6.2013: Bürger trifft Märkte.

Blockupy Frankfurt - unheimliche Nachlese zum 1.6.2013: Bürger trifft Märkte.

Mittwoch, 5.6.2013. Eifel. Irgendwie sind die Bewegungen von Wirklichkeit und Medien diametral verschoben. Während die Wirklichkeit Tag für Tag immer brisanter wird, bilden die Medien sie immer weniger ab. Braucht man das für das ständige Füttern des Lesers mit Sensationen? Diese Sensationen könnte man haben – wenn man länger hinschaut, zuhört und aufmerksam ist. Nun – ich liebe markige Titel … das hat man wohl schon gemerkt. Ich  sollte damit innehalten, denn die Wirklichkeit beginnt, noch markiger zu werden als meine Überschriften. Jene Realität, vor der zu warnen ich mir erlaubte, wird nun langsam Alltag. Das hat weitreichende Konsequenzen.

Das der 1.6.2013 wirklich einen Wendepunkt in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland darstellt – wahrscheinlich sogar DEN endgültigen Wendepunkt – wird sich erst in ferner Zukunft erschließen, dann, wenn jene barbarischen Zeiten vorübergegangen sein werden und seriöse Geschichtswissenschaft versucht, das Desaster zu entschlüsseln.

Wissen – könnte man es schon heute.

Naomi Kurt schildert in der Gruppe Blockupy Frankfurt ihre Erlebnisse:

Ich würde mich nicht zu den Verletzten zählen, und bin mir sicher, dass viele viele Menschen über wirkliche Wunden zu klagen haben. Allerdings bin ich mir auch sicher, dass ich mit meinen 58kg, unbewaffnet und unvermummt keine Bedrohung für die bestens ausgestattete Polizei war. Und trotzdem wurde auch ich alles andere als nett behandelt. Es kann nicht sein, dass die Polizei behauptet einen Demonstranten verletzt zu haben. EINEN EINZIGEN?! So kann’s nicht weiter gehen. ‚Wo Unrecht zu Recht wird, wird Wiederstand zur Pflicht.‘

Dem Kommentar beigefügt ist ein Foto, das Naomis mit blauen Flecken übersäten Arm zeigt. Sie erzählt auch, wie es dazu kam:

„Wurden sie verletzt?“-“ nur meine Menschenrechte, aber das kennt man ja.. Was ihr verhalten noch lange nicht entschuldigt.“ Darauf haben sie nichtmehr geantwortet. Aber das schlimmste waren die Worte des Polizisten der vor mir, jemanden rechts aus meiner Kette geholt hat :“lass los Mäuschen, sonst tut’s gleich weh.“ Als hätte er keine Wahl, als müsse er mir wehtun, als sei nachgeben die einzige Möglichkeit. Und das auch noch mit diesem wiederlich sexistischen „Mäuschen“ aaaaargh, HASS.

Rüpelhaft, diese Polizei, oder? Nun, die Polizei und die staatstragenden Medien berichteten von einem Verwundeten unter den Demonstranten. Man könnte glauben, dieser sei jetzt in der Person von Naomi Kurt gefunden – doch da würde man irren.

Ebenfalls auf Facebook findet man die Aussagen eines Demosanitäters auf Bremen:

Die Demosanitäter*innen schätzen aktuell ca. 320 Verletzte am Samstag. Wir müssen leider schätzen, da wir so viele Menschen behandeln mussten dass wir keine Statistik mehr führen konnten.
Dazu kommen noch alle die sich selbst helfen konnten oder die im Chaos keinerlei Behandlung erfuhren. Vermutlich ist die Zahl wesentlich höher. Die jüngsten von uns direkt behandelten waren Grundschulkinder. Die ältesten wohl um die 70 Jahre alt.
Die meisten wurden durch Pfefferspray- (durchnässt) verletzt. Weiter hatten viele Kopfverletzungen -z.t. schwere- die durch gezielte Schläge auf Kopf und in das Gesicht verursacht wurden. Diverse Demonstrant_innen mussten zur Behandlung von Rettungswagen und Notärzt_innen abgeholt werden.
Die Polizei überrannte im Verlauf unseren Behandlungsplatz (eindeutig abgesperrt und abgesprochen) vor dem jüdischen Museum und wir mussten die Verletzten weiter evakuieren.

Die Kombination der Worte „Grundschulkinder“ und „gezielte Schläge auf Kopf und Gesicht“ lassen schon erschauern – natürlich ist damit nicht bewiesen, dass auch Grundschulkinder geschlagen wurden. Welchen Grund gab es aber, den anderen gezielt mit einem Schlagstock ins Gesicht zu schlagen? Normale Menschen haben da eine gewisse „Beißhemmung“ – wann wurde die unserer Polizei abtrainiert? Doch doch – als ein Klassenkamerad meinem Sohn mit der Faust ins Gesicht schlug, war es die Polizei, die zur Anzeige drängte, weil solche Angriffe schon eine gewisse Verrohung offenbaren, der man frühzeitig entgegentreten muss.

Wer verroht eigentlich unsere Polizei – und warum erfahren wir nichts darüber? Und wozu geschieht dies eigentlich?

Nun – zumindest erfahren wir, wer die Verantwortung für den Einsatz übernommen hat:

Trotz Absprachen mit dem ärztlichen Leiter Rettungsdienst, dem
Branddirektor der Feuerwehr und der Gesundheitsdezernentin der Stadt FFM wurde uns ab 19:09 Uhr der Zugang zu den Verletzten im Bereich Neue-Mainzer Str.-Friedensstr.-Kaiserplatz („Sicherheitsbereich“) verwehrt. Der ärztliche Leiter Rettungsdienst wurde von der Polizei zeitweilig auf
der anderen Mainseite festgehalten.

Dieser Befehl kam nicht von der Stadt sondern direkt aus dem
Innenministerium wie uns die Polizei mitteilte. Ebenso wurde der
Rettungsdienst, die Feuerwehr, Journalist_innen und Politiker_innen aus diesem Bereich verbannt (dort befand sich auch die einzige theoretisch offene Notapotheke die wir zwischenzeitlich benötigten). Im Zuge dessen wurde zu allem Überfluss noch ein Team von uns durch die Bundespolizei angegriffen.

Angriff der Bundespolizei auf Demosanitäter – selbst auf dem Schlachtfeld gelten Sanitäter als unangreifbar … jedenfalls im Prinzip. Für Politik und Exekutive scheint das kein Problem zu sein, ebenso wenig wie „unterlassene Hilfeleistung“.

Nun soll hier nicht unkritisches Polizistenbashing betrieben werden – obwohl die Ereignisse das geradezu herausfordern. Sicher, Polizisten die damit drohen, Menschen zu erschießen, gehören sofort in die geschlossene Anstalt und für immer und ewig aus dem Polizeidienst entfernt. Wer anderen damit droht, die „Birne“ mit seinem Polizeiknüppel zu „zermatschen“, ebenfalls. Wenn dies nicht geschieht, sollte man davon ausgehen, dass ein solches Verhalten gegen Bürger erwünscht ist.

Darauf deuten auch Aussagen der Polizisten hin, die jetzt in der Frankfurter Rundschau veröffentlicht worden sind:

In der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) der Frankfurter Polizei herrscht massiver Frust über den Einsatz bei der Blockupy-Demonstration am vergangenen Samstag. Im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau äußerten mehrere Beamte die Meinung, ihre zur Verstärkung aus anderen Bundesländern angereisten Kollegen hätten maßlos überzogen. „Und wir dürfen das dann in den nächsten Wochen ausbaden“, sagte ein Frankfurter Polizist, der nicht namentlich genannt werden möchte.

Der Ärger ist berechtigt. Die Frankfurter Beamten können nicht heimfahren wie die anderen.

Vor allem Beamte aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Sachsen sind auf den Bildern zu erkennen. „Die kamen, haben zugeschlagen und sind wieder heimgefahren – und wir haben jetzt den Ärger“, sagte ein anderer BFE-Beamter der FR.

Auch eine Art Krawalltourismus, oder? Und zudem ein ziemlich unprofessioneller:

Seiner Meinung nach gingen die Polizisten unprofessionell vor: „Sie haben gegen Richtlinien der BFE verstoßen.“

Die „Kommunikatoren“ der Polizei, bewährte Elemente einer demokratischen Deeskalationsstrategie, kamen bei dem Geschehen nicht zum Einsatz. Deeskalation war wohl auch nicht gewollt:

Unterdessen scheint sich der Verdacht zu bestätigen, dass die Einkesselung der Demonstranten jedenfalls nicht so spontan erfolgte, wie es die Polizeiführung am Montag dargestellt hatte. So berichtet der Frankfurter Arzt Joachim Dlugosch, der mit seiner Familie an dem Protestzug teilgenommen hatte, in einem offenen Brief an Polizeipräsident Achim Thiel von einer Begegnung mit einem Beamten in der Nähe des Schauspiels. Dieser habe gesagt, „er wolle uns warnen, es wäre besser, wenn wir uns mit den Kindern entfernen, hier würde gleich etwas passieren“.

Es gibt mehrere Berichte, die dies bestätigen.

Was haben wir also bis jetzt? Eine Polizei, die bewusst von politischer Ebene dazu instrumentalisiert wurde, einen Gewaltakt zu inszenieren, bei dem die Verletzungen von Frauen, Alten und Kindern nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern sogar gezielt angestrebt wurden.

Vielleicht wollte man den Deutschen die Lust an der Wahrnehmung demokratischer Grundrechte für immer austreiben?

Wir finden dazu einen weiteren Augenzeugenbericht. „Sebid´s Blog“ heißt die Präsenz des Teilnehmers namens Sebastian Weiland.

Bis jetzt habe ich noch weder Zeit noch Internet gehabt um die Medienberichterstattung zu verfolgen, aber die eingekesselte Presse wurde auch nicht aus dem Kessel gelassen, es ist also in Deutschland nicht mehr viel wert als Journalist*in unabhängig zu berichten, denn Pressefreiheit beinhaltet für mich auch, dass die Presse Bewegungsfreiheit hat, sich also bewegen kann wie sie will, denn nicht umsonst soll eine unabhängige Presse den Staat auch kontrollieren, beziehungsweise in diesem Fall die Exekutive des (hessischen) Innenministeriums um das zu konkretisieren.
Abgesehen davon, dass selbst das Recht auf körperlicher Unversehrtheit der Journalist*innen aus der Sicht der Polizeibeamt*innen nicht wichtig erscheint, denn sie wurden genauso schlecht behandelt, mit Pfefferspray besprüht wie die Demonstrant*innen selbst.

Die Meinung eines 19-jährigen, hoch begabten, sehr engagierten jungen Mannes, der eine der wichtigsten Beobachtungen des Tages gemacht hat und offiziell bezeugt:

Mein persönlicher Höhepunkt an diktatorischem Verhalten seitens der Polizei (und natürlich deren Chain of Command) war erreicht, als dann auch noch mind. 3 Mitglieder der Bundestags und oder des Landtags abgeführt wurden. Parlamentarier*innen der LINKEN kamen netterweise zu uns in den Kessel um als parlamentarische Beobachter*innen dabei zu sein und zu schlichten. Auch sie wurden einfach abgeführt. Das war auch persönlich mein Zeitpunkt der größten Wut.

Warum diese Wut? Wegen der offenen Missachtung der Immunität von Abgeordneten? Nein – es kam noch viel schlimmer:

Einprägsam war mir persönlich vor allem die Reaktion der Polizisten (Es waren gegen Nachmittag vor allem nur noch Männer in den Reihen, also noch mehr Männer als die Polizei sonst schon in ihren eigenen Reihen hat) auf die Durchsage des Lautsprecher*innenwagens, dass Abgeordnete abgeführt wurden.
Viele haben gelacht. Es war nicht nur ein Grinsen wie bei vielen anderen, sondern es war ein kollektives Lachen des Machtgefühls seitens der Beamten.

Es ist gerade diese Beobachtung, die uns detalliert über die Gemütslage der eingesetzten Polizeiverbände aufklärt. Ihre politische Bildung, ihr Respekt vor den gewählten Repräsentanten eines demokratischen Rechtsstaates scheint ebenso auf dem Nullpunkt angelangt zu sein, wie ihre Achtung des Grundgesetzes dieser Republik.

Wer bildet so etwas aus – oder, besser gefragt: wer züchtet so etwas heran.

Natürlich gehören die eingesetzten Einheiten sofort aufgelöst. Hier wächst ein „Corpsgeist“ heran, der mit den Grundwerten eines freiheitlich-demokratischen Rechtsstaates nicht mehr viel gemein hat und der jegliche normalmenschlichen Hemmungen bei der Gewaltanwendung gegen unbewaffnete Menschen verloren hat.

So etwas deutet sich jetzt schon an. Leider erfahren wir nicht mehr darüber, müssen uns die Wirklichkeit durch mühsame Kleinarbeit erschließen, weil die Medien (auch viele der freien Medien) heute wieder zur Tagesordnung übergehen und sich den vielen anderen Themen zuwenden, die ebenfalls beklagenswert sind, ohne die Dimensionen des 1.6.2013 vollständig zu erfassen … denn hier gibt es auch noch ein sehr beuunruhigendes Nachspiel, das viele kaum wahrnehmen.

Neopresse erwähnt es nebenbei:

 Direkt nach Einstellen dieses Artikels verschwanden zahlreiche kritische Artikel zur Vorgehensweise der Polizei aus den Presse-Link-Suchmaschinen. Die Suche dort ergab plötzlich vollig andere und nicht themenbezogene Treffer….

Das Thema wird aus dem Verkehr gezogen.

Von wem eigentlich?

Nun – es gibt wohl Wichtigeres zu berichten als die offene Verachtung von Demokratie und Menschenrechten in gewissen Kreisen der Exekutive. Darf man sich die Frage stellen, wozu diese „Beamten“ noch fähig sind? Darf man die Frage stellen, wer solche brutalen Schläger heranzüchtet – und zu welchem Zweck? Wer diese Vorgehensweise aus welchen Gründen anordnet – und die nachfolgende Berichterstattung unterdrückt?

Nein, das darf man nicht. Vielleicht ist eine Reaktion auf Facebook bezeichnend für die Situation in Deutschland. Hier schrieb ein Leser:

Ihr glaubt doch nicht, das ich euch die Nummer abnehme? Ich glaube definitiv nicht, dass die Polizei sich an einer Zweijährigen vergreift! Daher kann ich Ihre Ausführungen nicht nachvollziehen!

Mit „Glauben“ hat man hier eine wirklichkeitsdefinierende Methodik aus dem Bereich der Religion angewendet, die im Bereich der Politik nichts zu suchen hat. Es ist aber eine natürliche Reaktion des mit der Nachrichtenflut und der degenerienden Wirklichkeit überforderten Bürgers, die wir aus dem Dritten Reich schon kennen: der reale Horror des Alltages überfordert den menschlichen Verstand.

Wir nennen das heute „Verdrängung“.

Wir wissen aber auch, dass diejenigen, die heute den Kopf in den Sand stecken, morgen selbst mit den Zähnen knirschen werden.

Ach was – morgen.

Die Mehrheit der Deutschen knirscht schon heute mit den Zähnen – hat aber vielleicht vergessen, worum es bei den Protesten in Frankfurt eigentlich ging.

Es ging um Lohnkürzungen, Rentenkürzungen, Kitaplätze, geschlossene Krankenhäuser, Privatisierung öffentlichen Besitzes – kurzum um die aktuelle Verarmungspolitik europäischer Regierungen im Auftrag der „Märkte“. Themen, die uns im Prinzip alle angehen.

Vielleicht hilft es aber wirklich, einfach nicht daran zu glauben. So kann man aus einer Erdkugel auch eine Scheibe machen.


 

Wie der Finanzkapitalismus mit leistungslosem Einkommen erst Europa und dann die Welt gezielt zerstörte.

Wie der Finanzkapitalismus mit leistungslosem Einkommen erst Europa und dann die Welt gezielt zerstörte.

Mittwoch, 9.5.2012. Wer denkt, das heute nichts los ist in der Welt, der irrt. Sehr sogar. Wir leben in einzigartigen Zeiten des Umbruchs … und tanzen am Abgrund wie noch nie. Nur wenige wollen es wahr haben – aber unsere Superparty ist vorbei. Noch steht Schnaps reichlich auf der Theke, aber die Vorratskammer für Lebensmittel ist leer. Deshalb hält Reinhold Messner seine Burg für seine beste Investition … und seine drei Bauernhöfe:

Mittlerweile habe ich drei Bauernhöfe. Dort produziere ich alles, was ich zum Leben brauche, vom Holz bis zum Wein. Die bringen zwar momentan nichts, aber dorthin kann ich mich zurückziehen, wenn die Krise schlimmer wird.

Zustände wie im alten Rom? Richtig. Der Philosoph Peter Sloterdijk sagt im Handelsblatt deutlich, was auf uns wartet:

Ich habe einen anderen schlimmsten Fall vor Augen, die vollkommene allgemeine Demoralisierung. Auf die steuern wir zu.

Diese vollkommen allgemeine Demoralisierung wurde gezielt gesteuert.

Seit Jahrzehnten leben wir in einer gespenstischen Atmosphäre, in der ständig verrückt machende Doppelbotschaften auf die Menschen einprasseln: Sie sollen zugleich sparen und verschwenden, sie sollen zugleich riskieren und solide wirtschaften, sie sollen hoch spekulieren und mit den Füßen auf dem Boden bleiben. Auf die Dauer führt das zu einer absoluten Zermürbung. Derselbe demoralisierende Effekt geht auch von der Tatsache aus, dass die leistungslosen Einkommen rasend schnell wachsen. Das vergiftet die jungen Leute, weil sie anfangen, sich in Scheinkarrieren hineinzuträumen.

Nun – es ist nicht Sloterdijks Meinung, das das gezielt gesteuert wurde, sondern meine. Glaubt jemand wirklich, das die Schauspieler einfach zu ihren geldgeilen Bossen gehen und sagen konnten: gib´ mir anstatt 500000 Dollar für die Rolle 60 Millionen und damit durchkamen? Das ein Modell einfach so von heute auf morgen sagen konnte: nee, ich will jetzt aber 5 000 000 für das Photo anstatt 2000 Euro wie üblich? Oder das Fussballspielen wirklich 33 Millionen Euro wert ist? Das Geld kann kein normaler Mensch in seinem Leben ausgeben – es sei denn, er stürzt sich in den hemmungslosen Konsum unnützer Dinge, die keine braucht.

Hinter diesen Summen stecken Überlegungen und Gedanken (es sei denn, man glaubt, das Superreiche Geld verschenken und Jesus nächste Woche Präsident der USA wird), da wurde nicht gwürfelt, da wurde bewusst entschieden, den Wertekanon der Gesellschaft mit finanzieller Gewalt umzudrehen, die Jugend der Welt sollte fort von den Hippiephantasien eines glücklichen, friedlichen, verantwortungsbewußten freien und selbstbestimmten Wesens gelockt werden hin zu gedankenloser „Leistung“ und einem umweltzerstörerischen Konsumrausch ohne Ende.

Die Methode war denkbar einfach: man überschüttete einfach junge Leute mit Geld. Egal, ob sie Fussball spielten, schlecht sangen, superkünstlich aussahen oder einfach nur keinen Schulabschluss hatten: der Konzern überschüttete sie mit Geld. Manche durften „Boy Groups“ werden, manche wurden Broker, andere bekannte Modells – aber alle wurden sie superultrareich. Die Konzerne kaperten nebenbei die gesamte Musikszene, das Kapital dafür wurde von den Banken gerne zur Verfügung gestellt. Da die das Geld quasi aus dem Nichts schaffen durften, hatte bei diesem Riesenumbauprozess der Gesellschaft niemand wirklich finanzielle Risiken zu tragen – ausser natürlich die „Arbeitnehmer“, bei denen erstmal kräftig gespart wurde: wir bekamen „Promis“ anstelle von Sozialleistungen.

Diese Doppelbotschaften, die auf die Menschen einprasselten, hatten einen gemeinsamen Ursprung: die Konzerne hatten in einer konzertierten Aktion beschlossen, die Bedrohung der konsumfeindlichen Hippiekultur auszulöschen: nie zuvor hatte jemand das Establishment so sehr in Gefahr gebracht wie jene Aussteigerwelle, die vor allem gebildete Menschen erfasste. Mit Hitler, Stalin und allen übrigen Diktatoren der Welt konnte man gut Geschäfte machen, aber diese „love-and-peace“-Typen zogen der Maschine einfach den Stecker ´raus – das sah jeder Geschäftemacher sofort ein. Diese Kultur war für den Kapitalismus so gefährlich wie Kennedy für Vietnam-Aufträge der Militärindustrie, also musste sie weg.

Es war ja auch erfolgreich … aber das leistungslose Einkommen von „Promis“ hat einfach einen Riesenpreis, den wir jetzt alle zahlen müssen. Je länger wir mit der Bezahlung warten, umso größer wir die Rechnung werden. „Schwere Zeiten“ sagt Warren Buffet der Eurozone im Manager-Magazin voraus. Die fangen für manche deutsche Firmen gerade jetzt schon an – die Stromrechnungen werden unbezahlbar. Der globale Ausblick ist noch katastrophaler, der Club of Rome macht klar, das die Urlaubsflieger- Traumschiff- SUV-Kultur völlig am Ende ist … mit Folgen nicht nur für die Umwelt, siehe Spiegel:

Bis 2052 werde es weniger Armut in den Entwicklungsländern, jedoch mehr Armut und Ungleichheit in den Industriestaaten und überall mehr Umweltzerstörung geben, schreibt der argentinische Investmentmanager Carlos Joly in seinem Ausblick für den Report „2052“. Zugespitzt formuliert sei der Grund für den Niedergang im Westen der „Triumph des Finanzkapitalismus“.

Dabei ist der „Triumph des Finanzkapitalismus“ schon jetzt für gravierende Schäden verantwortlich, schon jetzt sterben viele Menschen aufgrund von „Hilfspaketen“: die Selbstmordraten in europäischen Ländern steigen dramatisch. Kein Wunder – die Staat versorgt die Banken mit nahezu unbegrenzten Kapitalmengen zu  einem Euro Zinsen, welches die dann für bis zu 18 Prozent Zinsen an die Staaten weiterverleihen: so kann jeder Dummkopf Millionär werden … wenn der denn skrupellos genug ist. Wie eine normale Volkswirtschaft dieses leistungsloses Einkommen aber finanzieren soll – das weiß keiner.

Von diesem System leben viele gut – wahrscheinlich ein Grund, warum die gebildete Presse in Deutschland so vehement den aktuellen Selbstmordkurs verteidigt, siehe Nachdenkseiten:

Da stellt sich unweigerlich die Frage, ob Medien, die ganz offen die Interessen der Eliten und der Finanzlobby über die Interessen des Volkes stellen, überhaupt noch der freiheitlich demokratischen Grundordnung entsprechen.

Sieht so eine Berichterstattung aus, die das Volk als Souverän respektiert? Wohl kaum. So sieht vielmehr eine Berichterstattung aus, die die Interessen der Finanzmärkte als Souverän respektiert und akzeptiert. Angela Merkels Leitbild der „marktkonformen Demokratie“ wurde mittlerweile kritiklos von den Medien übernommen. Jede Art von Politik, die „die Märkte verunsichern“ könnte, wird verteufelt, Kritik an der neoliberalen Agenda ist unerwünscht.

Das machen die Medien nicht selbstlos. In Zeiten steigender Arbeitslosigkeit unter Journalisten ist ein sicherer Platz bei den großen unkritischen Werbeblättchen wie Spiegel oder Focus Gold wert, wo andere Hartz IV kriegen kann man selber eine Pferdezucht aufbauen – ein Grund weshalb wir in Deutschland so wenig von der Brisanz der Krise wissen, eher am Rande davon erfahren, das auch unsere Städte hochverschuldet vor dem Aus stehen.

Das es in Deutschland auch anders geht, machen Linke und CSU vor, siehe Handelsblatt:

„Wer den Nutzen hat, muss auch den Schaden tragen“, zitiert Wagenknecht den Wissenschaftler der Freiburger Schule und fordert, dass die griechischen Millionäre und Multimillionäre über eine Vermögensabgabe für das Griechenland-Desaster zu Verantwortung gezogen werden sollten. Denn sie hätten letztlich mit ihren Profiten den Staat zugrunde gerichtet. Daher sei es besser, die Euro-Politiker strichen Griechenland sämtliche Schulden und bürdeten diese den Reichen auf.

Das beeindruckt dann auch Gauweiler, der es vor allem imposant findet, wie Wagenknecht die knallharte Marktwirtschaftlerin gibt.

Machen wir die Staatsschulden doch zu den Schulden der Reichen: die haben doch auch das Geld, sie zu begleichen. Die Armen können angesichts der Horrorschulden einfach nur verzweifeln und sich umbringen: denen zahlt keiner 60 Millionen Dollar, auch wenn sie noch so gut im dörflichen Fussballverein oder der Theatergruppe der Volkshochschule mitspielen. Wäre doch besser, als die öde Reichensteuer. Wir legen einfach die gesamten Schulden auf die zehn Prozent um, die  – mit stark steigender Tendenz – 2007 schon über 60 % des gesamten Vermögens hatten.

Warum wir als Bürger dies fordern müssen? Vielleicht mal ein akutelles Beispiel zur völlig demoralisierten Gesellschaft aus China: dort schlachtet und schreddert man schon Babys, um sie als Drogen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit zu verkaufen, siehe Welt.

18% Zinsen erwirtschaftet man halt nicht mit normaler menschlicher Leistungsfähigkeit … da muss man schon zu ganz neuen Methoden greifen, um da noch mithalten zu können.

Was die Herren des Geldes davon haben?

Darüber darf ich mich nicht äußern, Theorienbildung in politischen Bereichen gilt in der westlichen Welt als „unfein“.

Ich weiß auch, warum.  Ich habe die „Süddeutsche“ gelesen:

Verschwörungstheorien gelten als unfein. Aber es gibt doch, so Streeck, Verschwörungen. Wer die Krise verstehen will, muss die „geballte Präsenz“ der „Goldmänner“ in der amerikanischen Politik und inzwischen global ebenso zur Kenntnis nehmen wie die absurde Tatsache, dass man als Rettungssanitäter regelmäßig die ruft, die den Wagen an die Wand gefahren haben. Man muss von den Machttechniken der Experten reden.

Wird die Bezahlpresse aber zum Organ der Goldmänner, dann werden Theorien über ihre globalen Verschwörungen ganz schnell enorm geschäftsgefährdend.

Wäre nicht schön, wenn alle Bürger wussten, das Goldman-Sachs aus Staaten „Inkassoagenturen im Auftrag einer globalen Oligarchie von Investoren“ gemacht hat.

Das fänden die Oligarchen unfein.

Nicht unfein ist die Behauptung, das die Welt gezielt zerstört wurde.

Das läßt sich relativ gut belegen.

 

 

Nachrichten am Dienstag

bombe

Eigentlich funktioniert das hier nur deshalb, weil ich endlich ein Programm gefunden habe, daß mir stabil Videoclips rendert während ich was anderes machen und so die Wartezeit verbringen kann, bis es fertig ist. Egal, fangen wir an:

Das  mit der E-Mail Überwachung hat sich ja hoffentlich bereits rumgesprochen. Hier gibts zusätzlich noch ein paar nette Cartoons:

In lediglich 213 Fällen will man „tatsächlich verwertbare Hinweise“ gefunden haben.
Was „verwertbare Hinweise“ bedeuten soll, wird allerdings nicht erläutert.
Vielleicht soll das bedeuten, dass zwar in 37.292.862 Fällen das grundgesetzlich garantierte Postgeheimnis missachtet wurde, aber ganze 213 Mal das Wort „Bombe“ vorgekommen ist.
Das wäre immerhin eine Trefferquote von gigantischen 0,00005 %, die diesen immensen Aufwand rechtfertigen soll.

Mowitz schimpft ein bisserl über die Propagandamärchen, die man uns täglich auftischt:

Keine konzereigene Journaille, kein staatlicher Politruksender in der BRD, der nicht die Lügengeschichte der USA und Israels, der Iran bastele an einer Atombombe ungeprüft und unrecherchiert weitergegeben hat. Der kritische und investigative Journalismus ist schon lange tot, wenn es ihn denn je gegeben hat. Die gemeinsame Hurerei mit der politischen und wirtschaftlichen Macht, die er eigentlich kontrollieren soll, ist die Normalität, nicht die Ausnahme.

Schon mal von „Qualia“ oder vom „Intentionalitätsproblem gehört? Wenn nicht, dann ml hier klicken um zu lesen, wie sich eine Fledermaus fühlt:

Nachdem wir hier fleißig den Begriff Bewusstsein benutzen und wir inzwischen erkannt haben, dass Jeder seine eigene Wahrheit aufgrund seiner Erfahrungen hat, wollte ich doch mal genauer nachschauen, was es denn mit dem Bewusstsein auf sich hat. Und da blieb mir glatt die Spucke weg, denn unsere ach so guten Wissenschaften können sich genau unser Bewusstsein nicht erklären, sprich es gibt noch die beiden offenen Probleme namens Qualia und Intentionalisierung. Also müssen wir uns gar nicht wundern, wenn auch heute noch viele Menschen das für wahr halten, was in so manchem heiligen Buch geschrieben steht? Oder in so manchem Geschichtsbuch von Besiegten?

Markus Gaertner hat eine gute Idee, wie man das Grundgesetz vereinfachen kann (hoffentlich liest das jetzt keiner der Lobbyisten):

Die Wall Street wehrt sich mit Zähnen und Klauen gegen die drohende (oder doch nicht ?) Begrenzung für spekulative Geschäfte auf Öl. Das berichtet heute CNN Money.

Das 2010 verabschiedete Finanz-Reformpaket Dodd-Frank fordert Limits für die Volumina, mit denen auf Bewegungen der Ölnotierungen spekuliert werden kann.

Ich kanns ja eigentlich nicht mehr hören. Leider ist das genau die Masche, mit der wir zum Ignorieren wichtiger Dinge gebracht werden sollen, damit die „Herren“ machen können was sie wollen:

Unter bürgerkriegsähnlichen Umständen wurde im griechischen Parlament das letzte Belastungspaket durchgeboxt und dadurch der Weg für weitere „Hilfskredite“ frei gemacht. Das bereits schwer überschuldete Griechenland erhält weitere Kredite – ein Vorgang, der in vielen nationalen Rechtssystemen als Insolvenzverschleppung unter Strafe steht. Ökonomisch ist die Sachlage klar: ein Verhältnis Schulden zu BIP wie in Griechenland ist nicht abtragbar. Als Argentinien 2001 die Zahlungen einstellte, war dieser Wert fast Maastricht-konform, 63 Prozent. Als IWF-Mitarbeiter im Juli 2001 eine Schuldenreduktion von 15 bis 40 Prozent als notwendig ansahen, lag er bei gut 50 Prozent. Selbst aus Bankkreisen wurde schon im Februar 2010 die Halbierung der griechischen Schulden vorgeschlagen. Dennoch erfolgte ein voller Bail-out, und die EU verschlimmert die Katastrophe, an deren Entstehen sie durch Tolerieren des griechischen Statistikbetrugs bei Euroeintritt maßgeblich beteiligt war, zu Lasten der Griechen und der eigenen Steuerzahler weiter. Während EU-Bürokraten und offenbar überforderte Politiker vom Schlamassel profitieren, zahlt die Bevölkerung Griechenlands und der „Retterstaaten“ die Zeche.

Wenn alle Frauen so wären, wär die Menschheit schon vor Jahrhunderten ausgestorben:

Die Verschwisterung von CDU und Alice Schwarzer ist hingegen noch ziemlich neu. Sie hatte sich schon zu Beginn der Woche abgezeichnet. Alice Schwarzer, 69, und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU), 34, haben nämlich ihren Streit beigelegt. Seither sind sie an Friedfertigkeit kaum zu toppen. Die Feministin hat der Jüngeren, die sie einst bissig kritisiert hatte, nun sogar in ihrem Blog bescheinigt: „Die ist ja echt souverän.“ Anlass der neuen Zuneigung: Schröder hatte für Schwarzers Feminismus-Archiv 150 000 Euro locker gemacht. Um genau diese Summe hatte die SPD-geführte Landesregierung in NRW ihre Förderung gekürzt.

Von Benjamin Fulford hatten wir hier bisher noch gar nichts. Wer fantasievolle Räuberpistolen vom Kampf der „White Dragon Society“ gegen die momentan (noch) Herrschenden lesen will , klickt hier. Wer weiß, vielleicht ist das gar nicht so weit an den Haaren herbeigezogen wie es auf den ersten Blick klingt.

Wie angekündigt, beschleunigt sich der Kollaps der teufelsanbetenden Finanzmafia. Am 24. Februar wurde der US-Finanzminister Timothy Geithner von der New Yorker Polizei für ein Verhör festgenommen; nachdem er über viele Kriminelle aus der Finanzszene ausgesagt hatte, wurde er auf freien Fuss gesetzt, wie Quellen aus der Polizei von New York bestätigen. “In den meisten Fällen müssen wir die Leute abwatschen, um sie zum Reden zu bringen; in diesem Fall mussten wir ihn abwatschen, damit er zum Reden aufhörte,” scherzte einer der Informanten. Geithner wurder zwar entlassen, wird aber dauernd von einem bewaffneten Beamten überwacht, damit er nicht das Land verläßt. Der ehemalige italienische Premierminister Berlusconi erwies sich ebenfalls als sehr gesprächig, berichten Quellen aus Europa. Berlusconi wurde auf freien Fuss gesetzt. In der Zwischenzeit gab es sehr produktive Gespräche zwischen Vertretern der White Dragon Society und Beamten der südkoreanischen Regierung, welche letzte Woche in Seoul stattfanden.

Und wer glaubt, daß wäre nicht zu toppen, hat noch nie das Polskaweb gelesen:

Während in der vergangenen Wochen auch deutsche Medien wieder einmal den angeblichen Sohn Adolf Hitlers, den Franzosen Jean-Marie Loret, aus ihren Schubladen der Halbwahrheiten kramten um einmal mehr Kasse zu machen, haben Polskaweb Journalisten längst das Mythos um den „einzigen“ Nachkommen des Massenmörders aufgeklärt. Und die hierbei herausgekommene einzige Wahrheit ist noch sensationeller als alle Lügen der Vergangenheit, denn der echte Hitler Junior starb erst im Jahre 2005, nachdem er es geschafft hatte das finanzielle Erbe seines Vaters im Sinne der Familie zu multiplizieren.

Alzheimer oder Realitätsverlust?

Helmut Kohl schaltet sich in den Streit um weitere Finanzhilfen für Griechenland ein: Das Ziel eines geeinten Europa dürfe nicht in Frage gestellt werden, warnt der 81-Jährige in einem Zeitungsbeitrag. Die Opposition wittert nach dem Verfehlen der Kanzlermehrheit bereits das Ende von Schwarz-Gelb.

Das ist so dämlich, daß kein weiterer Kommentar nötig ist:

Die schwächelnde Konjunktur hat die Konsum-Stimmung der Deutschen auch im Februar nicht trüben können. Aus einer Studie des Marktforschungsinstitutes GfK geht hervor, dass die Verbraucher den Händlern weiterhin viel Umsatz bescheren. Der Konsumklima-Index stieg demnach von 5,7 im Januar auf 5,9 Punkte im Februar. Für März rechnen die Marktforscher mit einem weiteren leichten Plus auf 6,0 Punkte. Grundlage für die Daten ist eine regelmäßige Umfrage unter 2.000 Verbrauchern.

Und das ist eine richtig gute Idee:

Der sozialistische Präsidentschaftskandidat François Hollande will im Falle eines Wahlsieges in Frankreich einen Spitzensteuersatz von 75 Prozent einführen. Dieser solle für Einkommen von über eine Million Euro im Jahr gelten, sagte Hollande im Fernsehsender TV1. Er zielt damit auf die hohen Einkommen französischer Spitzenmanager.

Wann wird die Gema endlich abgeschafft? Hier versuchen Dieter Bohlens Geldeintreiber Tantiemen von der Besitzerin eines China-Restaurants zu ergaunern, die, nach eigener Aussage, nur chinesische Musik spielt, die nicht dem Urheberschutz unterliegt und die Gema kann wohl nicht das Gegenteil beweisen)

Neubauer (Artikel lesen, dann wisst ihr wer das ist. Rb.) reagierte auf diese Klage mit der Zusendung von Kopien der tatsächlich gespielten chinesischen CDs und DVDs. Die zuständige Sachbearbeiterin bei der GEMA lehnte die Prüfung, ob für einen der darauf enthaltenen Titel Rechte wahrgenommen werden, allerdings mit der Begründung ab, sie könne kein „Chinesisch“. Der Anwalt der GEMA verrechtlichte diese Weigerung zum Argument, es sei „nicht zumutbar“, Komponisten und Texter abzugleichen, deren Namen nicht in lateinischer Schrift geliefert werden.

Das Amtsgericht Frankfurt am Main zeigt sich in einem Hinweisbeschluss vom 20.02.2012 (Az. 32 C 36/12(18)) allerdings nicht dieser Auffassung und fordert die GEMA dazu auf, konkret zu „erläutern, weswegen ihr eine Zuordnung nicht gelingt“. Die Feststellung, dass es den GEMA-Mitarbeitern an Mandarin-Kentnissen mangelt, reicht dem Gericht zufolge hierfür nicht, denn „man muss eine Sprache nicht verstehen, um Titel zuordnen zu können“. Als erstes sei hierfür die Frage zu klären, ob die GEMA überhaupt Rechte für Komponisten und Texter aus der Volksrepublik China wahrnimmt.

Damit sich die Jungs vom Verfassungsschutz nicht Langweilen, hier ein Hinweis auf eine Bombe (mit Dank an das Prollblog):

 

Noch ein Hinweis, daß es bei ACTA nicht nur um Raubmordkopien geht:

Die ACTA-Bestimmungen betreffen auch die Rechte der Pharma-Industrie und das Verfahren der Medikamentenherstellung. 32 Millionen Menschen sind an Aids erkrankt, die meissten davon in der Dritten Welt, in den Entwicklungs- und Schwellenländern, insbesondere in Afrika.

Die Behandelbarkeit von AIDS und HIV hängt in diesen Ländern sehr stark von den preisgünstigeren, meisst in Indien hergestellten Medikamenten ab, sogenannten Generika. Aber mit einem Gesetz wie ACTA reicht bereits der Verdacht der Patentinhaber auf Rechtsverletzung, um die Produktion dieser preisgünstigeren Präparate zum Stoppen zu bringen.

Christopher Hitchens vs. Religion. Sorry, leider nur in Ausländisch verfügbar.

Und die unsichtbaren Ufos mag ich euch natürlich nicht vorenthalten:

Nicht vergessen, am 4. Juli ist #kaufnix-tag. Komisch, vor ein paar Tagen war da jede Menge, wo sind die Tweets hin?

Fnord

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