Markt

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Die zehn Gebote des Westens – unsere wahren Werte

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Donnerstag, 31.12.2015. Eifel. Das Jahr geht zu Ende. Ein neues beginnt. Zeit- sich zu besinnen, Zeit, sich Gedanken zu machen: welche Werte sollen uns das nächste Jahr umtreiben, welche Werte leiten uns, die großen Herausforderungen zu schaffen, die die deutsche Bundeskanzlerin uns in ihrer Neujahrsansprache in den Geschenkkorb gelegt hat. Ja – was wird das für eine Ansprache werden: „“Wir schaffen das“.  Wir  – das ist schon mal dreist gelogen. Ja – wir, die wir hier leben, arbeiten, leiden und schaffen müssen, wir werden das schaffen – müssen. Wäre nur schön, wenn uns mal jemand gefragt hätte. Besonders hart trifft es die Armen, die brutale Konkurrenz auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt bekommen werden – dabei steigt die Obdachlosigkeit schon jetzt jährlich an: ein Skandal in einem angeblich so reichen und hilfsbereiten Land. Doch wer sich jetzt schützend vor die eingeborenen Armen stellt, auch an ihre Not erinnern möchte, gilt per Sprachcode der Oberschicht gleich als „Nazi“ – also als jemand, der sofort wieder Auschwitz zur Verherrlichung der arischen Herrenrasse in Betrieb nehmen würde.

„Wir schaffen das“ – echt. Ihr da oben schafft es noch nicht mal, sinnvolle Studiengänge zu organisieren, der „Bachelor“ ist kaum mehr Wert als die Tageszeitung von vorgestern (siehe Spiegel), „ihr“ schafft es nicht, ein Schulsystem zu generieren, dass den Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht wird, ihr habt überhaupt kein Konzept für die 18 Millionen Arbeitslosen, die in den nächsten Jahren neu zu den jetzt schon überarbeiteten Ämtern strömen werden. Darf ich noch mal daran erinnern (siehe Ingenieur.de)?

Langfristig könnte die schnelle Technologisierung 59 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland gefährden: Von den 30,9 Millionen Beschäftigten, die die Studie der ING-Diba berücksichtigt hat, würden rund 18 Millionen durch Maschinen und Software ersetzt. „Der Übergang hat schon begonnen“, sagt Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der Bank ING-Diba und Co-Autor der Studie, in einem Bericht der Welt. „Schon jetzt sind einige Industriebereiche vollvernetzt und werden fast vollständig von Robotern geführt.“

Fragt „uns“ jemand, ob wir das wollen? „Wir schaffen das“ – schallt einem da entgegen .. mehr Konzept hat die Oberschicht nicht. Das „Wir“ – das sind die jene 80 % der Deutschen, die in den letzten Jahren reale Einkommensverluste hinnehmen mussten. Das andere „Wir“ schafft es noch nicht mal, die deutsche Staatsverschuldung realistisch zu berechnen – da ist in Wirklichkeit überhaupt nichts stark – es sind keine zwei Billionen (also: 2000 Milliarden), die wir in den Miesen stehen, sondern 5,8 Billionen (siehe Wiwo) – wenn man die Renten- und Pensionsansprüche mit einberechnet – an deren Auszahlung heute realistisch niemand mehr glaubt.

Das wir in dieser Situation kostspielige Militäreinsätze starten (bei denen auch nur wir hier unten unsere Kinder in die Wüste schicken), ist schon ziemlich dreist – das sich der deutsche Bundestag trotz dieser Sachlage beständig neue Superdiäten leistet, noch dreister. Zeit, also mal zu fragen: nach welchen Werten leben eigentlich „die da oben“ – bzw. nach welchen Werten soll dieses ganze Land leben, das durch „Nudging“ nun erzogen wird, die Werte der Oberschicht vollständig zu übernehmen. Zehn Werte habe ich gefunden, Werte, die einst von einem unbekannten Gott einem unbekannten Propheten mitgegeben wurden, während das Volk noch voller Freudentaumel um die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte tanzte. Hören Sie sie sich an:

Das erste Gebot:

Ich bin der Markt, Dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.

Vergessen Sie Allah, Brahman, Gott, Odin, das Nichts und Ihre Ahnen: es ist ein neuer Spieler im Land – und er will alles. „Markt“ nennt er sich, und das Wirken seiner unsichtbaren Hand gestaltet unser aller Alltag. Andere Formen der Religion sind streng verboten, alle Götter werden per Beschluss der Naturwissenschaften als „nicht existent“ definiert, Widerspruch ist verboten: es ist ein neuer Herr in der Stadt – und er zahlt gut für seine Diener.

Das zweite Gebot:

Der Markt sei Dein Gott, diene ihm und hinterfrage ihn nicht, sonst wird er Dich und die Deinen verfolgen bis ins dritte Glied

Der Markt steht außerhalb jeglicher Kritik – und Sie sind per Gesetz verpflichtet, alles zu unternehmen, um seiner Hilfe nicht zu bedürfen; scheitern Sie, kann der Markt Ihnen und ihren Kindern alle Gnade (sprich: Geld) streichen. Diene dem Markt ein seinem Gesetz und die Rendite wird auf immer Dein sein.

Das dritte Gebot:

Du sollst am Feiertag arbeiten.

Der Markt ist immer und ewig, er kennt keine Pause und keine Ruhe, also sollst auch Du keine Pause und Ruhe kennen; der Markt arbeitet 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche – und so sollst auch Du arbeiten zum Wohle der Heiligen des Marktes und der Rendite.

Das vierte Gebot

Du sollst Deinen Vater und Deine Mutter verlassen.

Der Markt verlangt einen ganzen Mann (oder eine ganze Frau), er kennt weder Kindheit noch Alter noch duldet er Menschen, die sich von Kindheit und Alter einschränken lassen: der wahre Diener des Marktes entsorgt seine Eltern sobald das Erbe eingefahren ist, dafür stellt der Markt Heime jeder Preisklasse und Quallität zur Verfügung. Wer seine Eltern pflegt und hegt, entzieht dem Markt seine Arbeitskraft – Sünde!

Das fünfte Gebot:

Du sollst töten wo Kollateralschäden dem Markt dienen

Wer dem Markt den Zugang verweigert, wer ihm Rohstoffe vorenthält oder menschliche Arbeitskraft, der kann sanktioniert werden bis der Tod eintritt. Der Markt ist unser Gott, sein Reich komme, sein Wille geschehe. Wo unheiliger Geist gerechtem Geschäft im Wege steht, kennt der Markt keine Gnade: der Markt will Zugang zu allen Märkten, allen Rohstoffen und allen Menschen, zu allem, was man kaufen und verkaufen kann und er will alles und jeden käuflich machen zum Dienste der Rendite – wer dem widerstrebt, ist des Todes.

Das sechste Gebot:

Du sollst ehebrechen

Wenn der Marktwert Deines Weibchens infolge Alter oder Krankheit die Rendite trübt, tilgt der Markt alle Eide und innige Versprechen und gibt Dir Freiheit, ihm besser zu dienen. Dies gilt auch für Deine Kinder und deren Kinder: wird ihr Nutzen unerkennbar, verstosse sie, oder – wo es geht: verkaufe sie! Denke daran: der Markt will, dass Du Dich optimierst – das gilt auch für Frau und Kind!

Das siebte Gebot:

Du sollst nicht von Reichen stehlen

Der Diener des Marktes nimmt von den Schwachen, den Dummen, den Einfältigen und gibt es den Schlauen, den Hinterlistigen, denen, die falschen Schein heilig sprechen; doch niemals nimmt er von denen, die reiche Rendite haben, denn ihrer ist das Himmelreich. Die Reichen sind die Heilligen des Marktes – sie sind unantastbar für Recht, Gesetz oder Moral.

Das achte Gebot:

Du sollst falsch Zeugnis gegen jeden Nächsten reden, der den Markt und Deine Rendite in Gefahr bringt.

Kommt einer, lästert den Markt, spottet über seine unsichtbare Hand, klagt über die hohen Renditen der Reichen, die der Markt in seiner Gnade diesen gewährt hat, so nehme diesen Menschen aus Deinen Reihen, beschuldige ihn der schlimmsten Laster, die Dir genehm sind, denn er hat den Zorn des Marktes auf sich genommen – keine Lüge ist zu widerwärtig, keine Schmach zu unangemessen um ihn der gerechten Strafe zuzuführen.

Das neunte Gebot:

Du sollst begehren Deines Nächsten Haus!

Das Haus Deines Nächsten sei Dein Ziel, denn der Markt Dein Gott braucht Bewegung, braucht ewiges Wachstum – nur wo genommen wird, da kann auch verteilt werden, nur wo das Heim genommen wird, wird es Motivation geben, dem Markt mit allem zu dienen, was man geben kann.

Das zehnte Gebot:

Du sollst begehren Deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh und alles, was Dein Nächster sonst noch hat!

Der Markt braucht Wachstum, Du brauchst Wachstum: schau Dich um – deine Nächsten haben alles, was Du zum Wachstum brauchst: mache sie Dir untertan Nimm es und verkaufe es: der Markt wird es Dir vergelten. Doch bedenke immer: der Reiche ist nicht Dein Nächster – und wird es nie sein. Nichts gebe es, was nicht Deinem Willen untertan ist, alles gehört jenen, die dem Markt dienen – sie sollten nicht zögern, es sich zu nehmen, sei es mit List, mit Tücke oder raffinierter Gewalt.

Das sind die zehn Gebote des Marktes, der Kern aller Werte des Westens. Doch über allem schwebt ein Gesetz, dass alle eint und über allen steht, ein Gesetz, dass vielen Jünger des Marktes in sich tragen und in der Welt verbreiten als Richtschnur für jene, die einfachen Geistes sind:

Liebe niemanden als DICH SELBST!

Dies ist das große Gebot, dem der Westen in allen Teilen seines Seins dient, dies ist das Gebot, dass der Markt seinen Gläubigen mitgibt, damit sie Rechtes tun in der Welt, verfolgen sie dies, schaffen Sie Konsum, machen sich ihre Umwelt als Rohstoffquelle untertan so wie ihre Nächsten, schaffen eine Welt, die dem Markt gefällt: dort, wie jeder mit aller Kraft gegen den anderen streitet, wo um Marktanteile blutig gekämpft wird, wo die Schwachen hungern und die Starken alles in großem Maße verschwenden, dort, wo jeder jedes Jahr zehn Prozent mehr leisten muss als im Vorjahr, bis Alter und Krankheit ihn hinauswerfen oder eine Maschine seine Arbeit übernimmt.

Wer diese Gebote ehrt und in sich aufnimmt, gelobt sie zu befolgen, ist ein wahrer Bürger des Landes, in dem der Markt der Herr ist. Hat jemand nichts mehr zu verkaufen, ist alt, krank, müde und erschöpft, so soll er draußen bleiben, wo Heulen und Zähneknirschen das Sagen haben. Doch doch: „Wir schaffen das“ – und dabei beten wir:

Allmächtiger Markt aus den Himmeln, geheiligt sei Deine unsichtbare Hand, die über uns gekommen ist, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe – im Staate, der Firma und der Familie, unser täglich Brot gib uns heute und erhöhe unsere Schuld wie auch wir erhöhen unsere Forderungen und führe uns nicht in Versuchung durch romantische Träumereien von Menschenrechten und Sozialstaat sondern erlöse uns von den Bösen, die Frieden und Liebe predigen wo der Markt Gesetz sein soll, denn Dein ist das Reich und die Kraft und alle Herrlichkeit in Ewigkeit: Heil dem Markt!

Das sind die Werte, das ist die Religion, die uns ins nächste Jahr begleiten wird. Ich irre da? Die Willkommenskultur der Deutschen ist vorbildlich? Ich sehe wenig Willkommenskultur für Obdachlose, Arbeitslose, psychisch Kranke, Alte oder Menschen, deren Vorstellung von Würde es nicht erlaubt, sich dem Markt als Arbeitstier zur Verfügung zu stellen, noch sehe ich Willkommenskultur für jene, da darüber reden wollen. Ich sehe wenig Willkommenskultur in der Tatsache, das wir direkt für die giftigsten Müllhalden der Welt verantwortlich sind (siehe gemeinsam für Afrika), einen ganzen Kontinent ausplündern … und ihnen nun noch ihre jungen Menschen stehlen, die das von uns verursachte Elend nicht mehr aushalten. Ich wage die Voraussage, dass die Willkommenskultur innerhalb weniger Tage verschwinden wird, wenn man merkt, dass viele, die da kommen, keinen verwertbaren Wert für hiesige Märkte haben – geschweige denn dafür schuften wollen, dass unsere Rentenlücke kleiner wird. Dann wird man sehen, wie der Markt mit jenen umgeht, die keine Rendite mehr abwerfen, die nur noch „Kosten auf zwei Beinen“ sind (siehe t-online):

„Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat der Bundesregierung Tricksereien bei der Festlegung der Hartz-IV-Sätze vorgeworfen – zu Lasten der Empfänger. Die statistischen Grundlagen für die Festlegung der Sätze würden von Regierungsseite „willkürlich manipuliert“, um die Leistungen an die Empfänger „trickreich“ kleinzurechnen.“

Da wurden auch trickreich die Bezüge für jene klein gerechnet, denen die Willkommenskultur gelten soll – doch hier gilt ja das achte Gebot und verhindert jede Diskussion.

Wenn Sie noch Zweifel haben: welche Werte erlauben es uns, völkerrechtswidrig in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einzugreifen – Eingriffe, die inzwischen schon regelmäßig erfolgen: durch Geldspenden, durch Unterstützung beliebiger Oppositionen oder direkt durch militärische Intervention?

Wir heißen selbstzufrieden 3000 Menschen willkommen, die jeden Tag den Weg nach Deutschland geschafft haben – und ignorieren weiterhin die 30000 Kinder, die jeden Tag sterben, weil der Markt ihnen alles genommen hat. Das … schaffen „wir“ nicht.

Wollen es auch gar nicht – denn es entspringt nicht den echten Geboten des Westens – um nur ein Beispiel zu nennen. Aber „wir“ – wir werden das wieder ausbaden dürfen mit unseren marktfremden Werten der Nächstenliebe, die es der Regierung erlaubt „wir schaffen das“ zu sagen.

Nun denn: nun wissen Sie, was nächstes Jahr auf Sie zukommt. Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch! Sie wissen ja jetzt, wo es langgeht – oder?

 

 

 

 

 

 

Nazi-Terror in Germany – today.

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Mittwoch, 2.9.2015. Eifel. Heute mal ein Artikel aus besonderem Anlass – aus besonders wichtigem Anlass , denn: der Ungeist des Faschismus, der Ungeist wahnsinniger Mordbrenner, der Ungeist der edlen, reinen und guten Herrenrasse und ihr Triumph über die bösen Untermenschen, die gerade mal eine Existenzberechtigung als medizinisches Forschungsmaterial haben, erhebt sich wieder in Deutschland. Erkennen musste ich das, als ich eine E-Mail zu lesen bekam, die mich sehr betroffen machte. Es war ein Kollege oder eine Kollegin – ist ja auch egal. Nicht egal ist, was sie oder ihn bewegt hat:

Ein Feigling bin ich der sich nicht getraut das in aller Öffentlichkeit zu artikulieren – jetzt kann ich nachempfinden, wie man sich damals unter dem Naziregime füllen musste, obwohl heute noch keine Schlägerbande vor der Türe wartet. Aber halt – die Antifa hat ausgerufen:Nazis haben auch Namen und Adressen – Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Und da wir ja alle Nazis sind – zumindest ich, weil ich ganz große Zweifel an dem habe, was mir medial dargeboten wird. Vielleicht liege ich hier auch einem Trugschluss auf. Vielleicht sollte ich Abstand von dieser ganzen Politik nehmen – man wird vielleicht dadurch paranoid! Wer weiß?

Es ging um Angst. Angst, kritische Gedanken zu äußern. Nein, nein, keine Sorge, es kommt jetzt nicht eine Platitüde im Sinne von „Ich bin ja kein Nazi, aber….“. Mir persönlich wäre es sogar egal, wenn mich eher ungebildete Schichten als Nazi deklarieren – und angesichts dessen was von vermeintlichen „Linken“ alles als „Nazis“ beschimpft wird, wird der Begriff langsam zu einer Auszeichnung. Schauen wir doch mal bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung vorbei, einst eine Hochburg kritischen Denkens (siehe rosalux.de):

Mahnwachen, Infokrieger, Reichsbürger, Putinfans, Chemtrails, Verschwörungsideologien… – Zeichen einer neuen Bewegung?

„Extrem rechts“ ist das, was sich kritisch über die Gegenwart äußert. Wirklich rechts – sind höchstens die Reichsbürger. Mahnwachen sind primär für Frieden – egal, was man ihnen nebenbei anhängt. Mag sein, dass da auch ein paar Rechte sind – vielleicht wollen die aber auch nicht in der Ukraine verheizt werden. Infokrieger wenden sich in erster Linie gegen staatliche Desinformationskampagnen – wie sie bei aktuellen Kriegen der Gegenwart schon Alltag geworden sind: Serbien, Irak, Syrien – es wird gelogen, dass sich die Balken biegen; wer die Demokratie gegen die Lügenkulte verteidigen will, ist umgehen ein Nazi. „Putinfans“ als Nazis zu bezeichnen, ist nun schon extrem weit hergeholt – man braucht solche Anschuldigungen aber auch nicht mehr zu begründen. Zusammen mit „Chemtrails“ und „Verschwörungsideologie“ (was immer das auch sein mag: in dem Kontext wirkt es wie jemand, der in der Tat dem Wahn verfiel, dass die Welt kein Ponyhof sei), wird hier ein Cocktail gemixt, in der „der Russe“ wieder kritiklos „böse“ sein darf, ohne dass es jemandem komisch vorkommt.

Es gab früher schon mal so ein Wort, mit dem man wirklich alles begründen konnte. „Kommunist“. Später kam noch „Jude“ dazu, was nach 1945 wieder durch „Kommunist“ ersetzt wurde. Wer immer was tat, was dem Führer missfiel, war „Jude“ oder tat etwas „jüdisches“, was letztlich auch immer was „kommunistisches“ war. Heute ersetzt das Wort „Nazi“ beide Begriffe und wird so zum neuen Terrorbegriff des 21. Jahrhunderts, der vor allem eins anprangert: dass man nicht konform geht mit der Meinung der westlichen Oligarchen, die aktuell beschlossen haben, dass Deutschland ein Einwanderungsland zu werden hat, weil wir die Fachkräfte dringend brauchen – was natürlich eine Lüge ist, die nicht wahr wird, weil man sie so oft wiederholt. Hören wir dazu doch mal den Spiegel, er berichtet, was unsere Fachkräfte in Deutschland erleben dürfen (siehe Spiegel):

Erst Ausbeutung, dann Arbeitslosigkeit: Eric Linhart, 39, war zwölf Jahre lang befristet angestellt. Dann ging es für den Juniorprof plötzlich nicht mehr weiter. Wie Tausende ist er Opfer einer unsinnigen Politik geworden.

Von der „Generation Praktikum“ gar nicht zu reden – oder davon, dass nur noch eine Minderheit überhaupt feste, unbefristete Arbeitsverträge bekommt – oder zwei Millionen Kinder in Deutschland mit Gewalt in vergleichsweise bitterer Armut gehalten werden … was niemanden groß interessiert. Nun – wir befinden uns jetzt natürlich schon in der kritischen Zone: die Meinung des Bundesverbandes deutscher Arbeitgeber kritisch zu hinterfragen, ist grenzwertig, die deutsche Kultur schwenkt schon längst wieder um auf kritiklosen Kadavergehorsam –  und gerne schwenken jene mit, die gerne „links“ reden (und „ultrarechts“ tun): endlich haben auch sie mal Chancen auf Pöstchen in der Industrie, jene Pöstchen, die ihnen so lange verwehrt blieben.

Doch kommen wir mal zu dem Text, der fast nicht veröffentlicht worden wäre. Ich finde – man darf den ruhig mal lesen:

Ich bin durch und durch Humanist – doch so langsam zweifle ich an dieser Asylpolitik. Mein Meinungsbild darüber ist noch nicht fertig, denn es ist alles mehr als verwirrend. Syrien z.B. ist in sicherer Hand, nur die Wüsten sind freigegeben worden, in denen sich die gesponserte Terrororganisation kurz genannt IS austoben kann.

Der französische Intellektuelle und Nahostexperte Thierry Meyssan sagt dazu: In Wirklichkeit war die Lage Mitte 2012 kritisch, aber sie ist heute vollkommen unter Kontrolle. Von 23 Millionen Syrern sind 3 bis 4 Millionen Flüchtlinge im Ausland, 18 bis 19 Millionen unterstützen die Arabische Republik Syrien und etwa 500.000 unterstützen die Dschihadisten. Die westlichen Medien verschleiern diese Realität mit der Veröffentlichung von absurden Landkarten über die durch die Dschihadisten „befreiten Gebiete“. Die syrische arabische Armee hat einfach beschlossen, nur die Städte zu sichern und die Wüsten aufzugeben, die mehr als die Hälfte des Territoriums ausmachen. Das islamische Emirat herrscht in 3 Städten und über die Straßen durch die Wüste. Die westlichen Medien tun so, als glaubten sie, dass sie die ganze Wüste beherrschten. Das ist einfach lächerlich.“

Thierry Meyssan weiter: „Niemand hatte das Ausmaß der aktuellen Welle von Migranten vorhergesagt. Sie kommen vor allem aus Syrien, Afghanistan und vom Horn von Afrika. Im Gegensatz zu dem was westliche Politiker sagen, sind es nicht Leute auf der Suche nach europäischem Lebensniveau bzw. Personen, die versuchen, diktatorischen Regimen zu entfliehen. Es sind einfach Menschen, auf der Flucht vor den Kämpfen, weil in ihrem Land Krieg herrscht, in der Regel wegen der westlichen Politik.

Die europäischen Politiker haben noch nicht begriffen, dass diese Migration die Folge der US-Strategie seit 2001 ist. Washington versucht nicht mehr die Kontrolle der Staaten zu ergreifen, sondern die Staaten zu zerstören und ein Chaos zu verhängen, in dem sich nichts ohne seinen Willen organisieren kann. Das ist die Theorie des Philosophen Leo Strauss, der viele Beamte des Sekretariats der Verteidigung ausgebildet hat.“ http://www.voltairenet.org/article188484.html

Syrien hat 5 große Flughäfen – die nicht von der IS besetzt sind. Wenn man zwischen 8000 und 10000 $ für einen Schleuser ausgibt? – warum setzt man sich nicht einfach in ein Flugzeug? Ich komme langsam zu der Überzeugung, dass hier ein ganz böses Spiel getrieben wird. Vor nicht allzu langer Zeit waren in Äthiopien Hungerkatastrophen an der Tagesordnung Hunderttausende – wenn nicht Millionen sind qualvoll verreckt – wie die Fliegen. Die Pharmaindustrie hat sie missbraucht, um ihre Medikamententests kostengünstig zu intensivieren. Wasser wurde privatisiert von Nestlé und Co., man gräbt ihnen buchstäblich das Wasser ab wie z.B. in Eritrea. Die Menschen sind viel zu schwach, um überhaupt nur ansatzweise an Flucht zu denken. http://de.wfp.org/artikel/10-dinge-die-jeder-%C3%BCber-hunger-%C3%A4thiopien-wissen-sollte

Basra z.B. hat man wie ein Schweizer Käse mit Uranmunition durchlöchert, vor allem die Gebirge, welches das Regenwasser reinigt. Man hat hier einen Massengenozid veranstaltet – die kompletten Trinkwasserreservoirs sind kontaminiert – einfach mal die Geburtsklinik von Basra anschauen – Hilfe? http://www.regensburg-digital.de/uranmunition-frieder-wagner-die-geburtsklinik-von-basra-war-ein-blick-in-die-holle/16112012/

Beispiele in den letzten 50 Jahren, lassen sich genügend finden, in dem das hiesige Establishment sich einen Dreck um ein Menschenleben geschert hat. Außer Frage steht, dass auch politisch Verfolgte ein Asylrecht nicht verwehrt werden darf, sowie alle die vor Bombenteppiche fliehen müssen – nur denke ich, sollt man darüber diskutieren dürfen, ohne gleich ein Nazi zu sein, was ein vernünftiger Weg für alle wäre. Es wäre z.B. ein leichtes – Schutztruppen im Verbund mit all den zur Verfügung stehenden karitativen Hilfswerken in die Gebiete zu schicken, um sauberes Trinkwasser und Nahrungsmittel für die einheimische Bevölkerung sicherzustellen. Allein das Militärbudget der Vereinigten Staaten von Amerika beträgt 800 Milliarden $ – mit einem Fingerschnippen könnte man das Problem lösen – doch man will es nicht und die Frage muss gestattet sein – Cui bono?

Das war er nun, der Artikel, der Angst erzeugte. Angst um die eigene, persönliche Sicherheit, weil sich faschistoide Kampfverbände im Antifa-Kostüm aufmachen, die politischen Ansichten des Finanzkapitals mit Gewalt auf den Straßen durchzudrücken … so jedenfalls könnte man die aktuelle Situation in Deutschland mal benennen, wenn man nicht nur die Symbole sondern auch die Methoden in die Wertung politischen Handelns mit einbezieht. Hier fällt zum Beispiel eine drollige Spaßbürgerseite besonders auf, die eine Anleitung gab, wie man „Nazis bequem von Zuhause aus beim Arbeitgeber melden“ kann (siehe: Schleckysilberstein): ein Aufruf zum unkritischen Denunziantentum, wie es jedem Faschisten gut gefallen würde – wozu braucht man schon die Freiheit der Meinung, wenn doch der Führer sagt, wo es lang geht?

Wissen Sie, was geschieht, was man beobachten kann in der Geburtsklinik von Basra? Ich möchte Ihnen das nicht ersparen (siehe regensburg-digital):

„Der Besuch in der Uni-Geburtsklinik von Basra war für mich ein Blick in die Hölle. Ich haben Babys gesehen, die man nicht mehr als menschliche Wesen erkennen konnte. Mit monströsen Hinterköpfen, mit einem Hautsack am Rücken, der die inneren Organe enthielt. Sie hatten keine Arme, keine Beine, keine Nase oder nur ein Auge in der Mitte.“

Grund für diesen Horror? Die Uranmunition des Westens. Gegen die demonstriert keiner, weil sie einerseits Arbeitsplätze garantiert, andererseits aber ein großes Problem des Westens löst, an dem wir schon jahrzehntelang herumwerkeln:

„Genau, die Militärs sind begeistert, auch weil diese Uranmunition relativ preiswert herzustellen ist. Und die Atomindustrie freut sich, weil sie den Rohstoff für diese so genannte DU-Munition sonst aufwändig entsorgen müsste. Da passt die militärische und die wirtschaftliche Logik zusammen.“

Konkrete Hilfeleistung vor Ort, Rettung von knapp einer Milliarde Menschen vor dem Hungertod – undenkbar für den Westen: da passen wirtschaftliche und militärische Logik wohl nicht zusammen. Hören wir dazu Jean Ziegler (siehe: Deutschlandradio):

„Ja, das Buch „Wir lassen sie verhungern. Die Massenvernichtung in der Dritten Welt“ ist eigentlich mein Erlebnisbericht als der erste UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. Die deutsche Ausgabe liegt hier vor. Die französische Originalausgabe wurde schon eingeklagt von zwei Banken und einem Nahrungsmittelkonzern. 

Es scheint gefährlich zu sein, sich mit der Konzernwelt anzulegen. Massenvernichtung, wie sie der NS-Staat produziert hat, ist jedoch gesellschaftsfähig:

„Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren, 57.000 Menschen verhungern jeden Tag. Und eine Milliarde Menschen von den sieben, die wir sind, sind permanent schwer unterernährt. Und derselbe Welt-Food-Report der Vereinten Nationen, der die Opferzahlen gibt, die von niemandem bestritten sind, sagt, dass die Weltlandwirtschaft in der heutigen Entwicklungsphase – das war anders vor hundert Jahren – zwölf Milliarden Menschen ernähren könnte, also fast das Doppelte der Weltbevölkerung.“

Damit kommt einer der größten Waffenproduzenten klar. Und wenn die Konzernwelt sagt: „da geht´s lang“ – da wird jeder Asylkritiker sofort zum Nazi und arbeitlos … und keiner merkt, das wir hier eine Diktatur der Ökonomie haben, die sich ganz offen richtungsweisend gebärdet? Als jemand, der die achtziger Jahre des letztens Jahrundert bewusst miterlebt hatte, kann ich mich noch daran erinnern, dass CDU und CSU eine Anti-Asyl-Kampagne veranstalteten (siehe Asyldebatte), der man sogar im Kino nicht entkommen konnte: „DAS BOOT IST VOLL“ – stand da in großen Lettern auf dem Bildschirm. Grundlage waren 73000 Asylanträge im Jahre 1985 … weniger als ein Zehntel dessen, was uns aktuell erwartet. Dürfen wir also die CDU als Nazi-Partei titulieren? Oder heute die gleichen Fragen stellen, die die CDU sich Mitte der achtziger Jahre stellte? Antwort: beide Male – nein.

Dürfen wir fragen, warum das so ist? Auch: nein, denn – wer kritische Fragen stellt, ist ein Nazi, wer Befehlen kritiklos gehorcht, ein Demokrat. Diese Entwicklung hat nun jemand gut begründet vorhergesagt:

„Mit anderen Worten: jeder Versuch, den Kreis der (indirekten) Verantwortlichkeit für die Naziverbrechen zu erweitern, indem man nichteinheimische Mächte – insbesondere Großbritannien und Amerika – einbezieht, muss sofort als Pro-Nazi-(oder Neonazi-)-Ausfluss zur Bagatellisierung, wenn nicht Leugnung der Gräueltaten des Dritten Reiches denunziert werden.“ „Der Begriff „Neonazi“ sollte daher als rein polemischer Begriff betrachtet werden, dessen Verwendung darauf angelegt ist, eine objektive Diskussion zu vermeiden. (siehe G.C.Preparata, Wer Hitler mächtig machte, Perseusverlag 2012, Seite 375).

Preparata gehört mitlerweile zu den verpönten quasi verbotenen Büchern in Deutschland – wie ich einem „linken“ Facebookkommentar entnehmen konnte:

Es reicht du bist raus. Mit offenen und latenten nazistischen “ Kriegschuldleugnern“ führe ich keine Debatte. Ich debattiere auch nicht mit Leuten, die für das “ Recht auf Vergewaltigung“ eintreten. Poste deinen abgeschmackten braunen Brei auf den entsprechenden Seiten.

Ich habe das Buch gelesen – es leugnet oder mildert die Verbrechen der Deutschen in keiner Weise, beleuchtet aber die Wirkungen, Ziele und Absichten von „Investoren“ genauer, genau jener Investoren, die aktuell die Völkerwanderung aktiv unterstützen. Der unsichtbaren Hand des Marktes zu unterstellen, sie würde Aktionen fördern, die letztlich im Chaos enden, gilt als Hochverrat im einstigen Land der Dichter und Denker; die Enttarnung von Hitlers Hintermännern zu verhindern, halten wir für besonders sozial und links – obwohl sie ihre schmutzigen Geschäfte heute weiter betreiben. Eins dieser Geschäfte ist die gezielte Amerikanisierung Deutschlands, die sich in der „phantasielosen Kulturszene“ wiederspiegelt – wie auch in einem „ausgesprochenen Mangel an politischer Initiative“ (Preparata, a.a.O. Seite 371)

Haben Sie sich schon jemals mit dem Gedanken befasst, dass es außerordentlich asozial ist, den in Not geratenen Ländern ihre besten Menschen zu rauben, die sie eigentlich dringend bräuchten, um das vom Westen gestiftete Chaos wieder in den Griff zu kriegen und die staatlichen Versorgungsstrukturen neu aufzubauen; dass es außerordentlich asozial ist, hier nur die „Leistungsträger“ der Krisengebiete zu empfangen, während man die urangeschädigten Kinder verrotten läßt? Nun – ein wenig über den paranoiden „Westler“ erfahren wir aktuell aus dem „Spiegel“ (siehe Spiegel):

„Die Europäer überweisen Hilfsgelder, wenn Stürme oder Fluten Tausende töten – blasen aber weiter fröhlich Treibhausgase in die Luft, was solche Wetterkatastrophen wahrscheinlicher macht. Sie bauen Märkte in armen Ländern auf, um sie dann mit subventionierten Produkten zu überschwemmen. Sie kaufen gern billige Kleidung, die für Hungerlöhne hergestellt wird. Sie lieben günstige Smartphones, für die Minerale unter katastrophalen Umständen aus der Erde gekratzt werden. Sie kaufen Früchte aus Ländern, die für den Anbau ihre letzten Wasserreserven verschleudern. Konflikten vor der eigenen Haustür sehen sie oft nur zu (wie in Syrien) oder verlieren sie nach einem kurzen Eingreifen aus den Augen (wie in Libyen). Die Folgen dieses Tuns treffen genau jene Länder, deren Menschen jetzt an Europas Grenzen stehen.“

Sie lassen ihre eigenen armen, alten und kranken Mitmenschen verrotten und chancenlos dahinvegetieren, während die Spitze der ausländischen Leistungselite zu unserem eigenen Nutzen nach Deutschland gesogen wird … und haben sich einen dunklen Kampfbegriff gewählt, mit dem sie ihre Umwelt mundtot machen wollen. „Nazi“ ist der Begriff, mit dem man seine Mitmenschen terrorisiert, die nicht sofort stramm stehen, wenn die Konzerne die aktuelle Meinungsvariante definieren. Mit der gleichen Berechtigung könnte man auch „Japaner“ sagen – ebenfalls engagierte Feinde „des Westens“ vor siebzig Jahren – doch der Begriff zieht nicht so, mit ihm könnte man seinen Mitmenschen keine Angst machen, doch „Nazi“ … das ist gleichbedeutend mit „Zombie“, Probleme, die man mit einem Kopfschuss ins Hirn beseitigt – so geht man halt mit kaum noch menschlichen Untermenschen um, mit Wesen, die so dumm sind, dass für sie kaum noch Kategorien des Menschlichen zählen – und erst recht nicht das demokratische Gesetz der Meinungsfreiheit.

Eine lustige Ironie des Schicksals, dass der regierende Marktfaschismus den Altfaschismus als Ungeheuer an die Wand malt, um von seinen eigenen Massenmorden abzulenken. Da aber in Deutschland viele an diesen Massenmorden verdienen, klappt das hier besonders gut – und viele, die sich für links halten, marschieren – gut versorgt – im Gleichschritt mit … wie damals der antikapitalistische Flügel der SA. Ja – weit darf man die Analyse des Faschismus in Deutschland wirklich nicht treiben …. sonst wird´s sehr gruselig.

Und sehr aktuell – denn wieder einmal betreibt Deutschland Selektion. Herzchirugen dürfen bleiben – Kinder nicht.

Die überleben ja noch nicht mal die Reise, werden als Leichen an die Küsten gespült, weil ihr Geschrei den Herzchirug bei der Zukunftsplanung störte und er es daraufhin einfach mal über Bord schmiss.

Ach ja … das Thema Arbeitsmarkt dürfen wir dabei ja nicht vergessen. Aktuell haben wir 1 025 691 offene Stellen. Und 2 894 658 Bewerber. Sagt die Arbeitsagentur. Traut sich noch jemand zu fragen, wie die Zahlen aussehen werden, wenn man eine Million – oder zwei Millionen- junge Menschen zusätzlich in diesen Markt pumpt … oder ist man dann auch schon ein Nazi? Nun – die Macht der unsichtbaren Hand, die Deutschland regiert, wird stärker werden … doch ist allein schon die Vermutung, dass Deutschland überhaupt bewusst und gezielt von irgendjemandem regiert wird anstatt einfach nur dümmlich auf jeden neuen Knochen zu reagieren, der ihm zugeworfen wird, verdächtig – wie überhaupt jeder eigenständige Gedanke.

Wer solche hegt, wird umgehend von der Spaßgesellschaft an den zuständigen Arbeitgeber gemeldet, der die Sanktionen auszuführen hat: Selektion und Absonderung von der Masse durch Arbeitslosigkeit – Nazi-Terror in Germany today.

PS: um jetzt auch den Minderbemittelten eine Richtung zu geben: ich bin hemmungslos für die Aufnahme von Kriegs- und Hungerflüchtlingen – und dafür, die Kosten für die Aufnahme jenen Konzernen aufzubürden, die durch Produktion von Waffen und Kriegsgerät gut an der Destabilisierung der Situation verdient haben. Den Raubbau an qualifizierten Fachkräften im Ausland – d.h. das Wiederaufleben der faschistischen Raubwirtschaft der vierziger Jahre – sehe ich eher bedenklich entgegen … auch wenn der ach so demokratische Deutsche beim Thema „Zwangsarbeit für Arbeitslose“ gerne mal ein Auge zudrückt und leise denkt: „War ja nicht alles schlecht, früher…“.

 

 

Von Krisen umzingelt – und doch …

Wir sind von Krisen umzingelt: Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Staatsschuldenkrise, soziale Krise – so lässt sich die Metamorphose der aktuellen ökonomischen Krise kennzeichnen. Und die Umzingelung wird immer enger: Zunächst waren es ja hauptsächlich Zahlen, Indizes, die ins Bodenlose stürzten. Bald sind es soziale Netze, die zerreissen – und Menschen, die fallen. Und dann ist die Krise ganz bei uns angekommen, klopft an unsere Haustüre, tritt ein ins Wohnzimmer. Hallo, ungebetener Gast! Du bist falsch hier. Geh zum Nachbarn! Bitte nicht bei mir!

ABC der Krise

Doch das ist ja nur die eine, die wirtschaftliche Seite. Hinzu kommt die Umweltkrise, letztes Jahr drastisch vor unsere Augen geführt im Golf von Mexiko, wo über Wochen Rohöl unaufhaltsam in den Ozean floss. Auch in diesem Bereich wird die Umzingelung enger: Die oft recht abstrakten Formen der ökologischen Bedrohung – zum Beispiel des Klimas durch die Erwärmung um mehrere Grade im Lauf der nächsten Jahrzehnte – werden auch hier anschaulicher, unübersehbar, brutal. An allen Enden und Ecken wird unser System ad absurdum geführt. Problemlos liesse sich ein ABC der Krise erstellen: von der Krise der Arbeit über die Krise der Beziehungen (der Geschlechter) bis zur Krise der Zeitungen.

Kulmination einer langen Entwicklung

Nicht dass die Entwicklung neu wäre. Das Ungleichgewicht, die Vereinseitigung wurde schon vor Jahrzehnten diagnostiziert – und seit langem von vielen Menschen schmerzlich empfunden. Das legendäre 1968 war zum Beispiel so ein Aufbegehren gegen das quadratische Denken, das dumpfe Fühlen und das blinde Handeln. Und viele weitere Revolten und Rebelliönchen folgten, verzweifelte Versuche, der wütenden Einverleibung der Welt und unserer selbst durch die Logik des Marktes und des herzlosen Fortschritts etwas entgegenzusetzen. Die Entwicklung hat sich beschleunigt; insbesondere seit 1989 ist sie in ihre Turbophase eingetreten. Und inzwischen sind wir Menschen zu Konsumenten degradiert und nur noch ein Mittel zum Zweck. Die Wirtschaftszahlen entscheiden über unser Sein oder Nichtsein.

Unsere Verantwortung

Doch wir liessen das auch einfach geschehen, haben brav mitgemacht, wollüstig zuweilen und in gemeinsamer Raserei. Wir haben zugelassen, dass man uns auf unsere leiblichen Bedürfnisse reduziert, haben mit der Zeit selbst geglaubt, was uns PR und Werbung vorgaukeln. Wir haben uns kaufen lassen – aus Trägheit, aus Mangel an Lebendigkeit und selbständigem Denken, aus fehlendem Verantwortungsbewusstsein auch. Wir haben uns vom Wesentlichen ablenken lassen, sind mit sattem Bauch vor dem Fernseher eingedöst. Selber schuld! Wir hätten es anders haben können.

Gefahren beim Aufwachen

Und nun schrecken wir aus dem Dauerschlaf. Und das ist gut so. Erwachen ist unsere einzige Chance. Und es schadet nichts, dass wir durchgeschüttelt werden. Das gehört zum Aufwachen – und hilft, dass wir nicht so schnell wieder einschlafen und ins Alte zurückfallen. Denn das ist eine der grössten Gefahren: nichts aus der Krise gelernt zu haben, mechanisch, ja autistisch immer wieder dieselben Rezepte anzuwenden – wie wenn es nicht gerade diese gewesen wären, die an den Abgrund geführt hatten.

Eine andere Gefahr: Untergangspropheten, Verschwörungstheoretiker, Heilsprediger. Erstaunlich, wie schnell diese Verführer der Vernunft in den Startlöchern stehen, wenn die Angst umgeht! Mit ihren Drohungen und Halbwahrheiten, ihren Lügen und Schmeicheleien versuchen sie die Menschen in eine Richtung zu biegen, die ihnen genehm ist. Doch eigentlich lassen sich diese Krisengewinnler schnell erkennen: an ihrem quadratischen Denken und der notorischen Abwesenheit von Fragen.

Unausgeschöpftes Potenzial

Und eben dieses einseitige, quadratische Denken, die geradezu barbarische Verengung unseres Menschen- und Weltbildes steckt meines Erachtens hinter all den krisenhaften Entwicklungen der letzten Jahre und Jahrzehnte. Ausgerechnet heute, wo wir als Menschheit noch nie so reich waren – an Bewusstsein und Erkenntnissen, an Verbindungen zueinander, an Gütern des Lebensbedarfs, an Geld, ja, auch das … –, ausgerechnet heute handeln wir, als wären wir Barbaren in einer kulturellen Wüste. Wir schöpfen unser Potenzial bei weitem nicht aus.

Und das ist zugleich meine Hoffnung: Wir Menschen, du und ich, haben wirklich ein wundervolles Potenzial – der Herzlichkeit, der Intelligenz, der Phantasie, der Liebe gar. Auch wenn dieses Potenzial unter Bergen von Ängsten und Egoismen verschüttet ist, kaum mehr sichtbar vor lauter Enttäuschung, Verzweiflung und Schmerz, brauche ich nur einen Menschen unbefangen anzusehen, um zu erahnen, dass sehr viel mehr in ihm steckt, als er augenblicklich zum Ausdruck bringt. Und wenn ich ein paar Worte mit ihm wechsle, ihm auch nur ein Minimum an Wertschätzung entgegenbringe, wird diese Ahnung zur Gewissheit: Mit dir zusammen schaffen wir es. Und wenn wir wirklich wach werden, kann gar nichts mehr schief gehen.

Walter Bs Textereien
http://walbei.wordpress.com/

Warum Konzerne keine Verschwörungen brauchen

Manch einer mag lächeln, wenn ich so über die unheimlichsten und schädlichsten Konstrukte der Moderne lästere….die Konzerne.

Nun, früher hätte ich auch gelächelt, weil: das sind ja nur Unternehmen. Bis ich verstanden habe, was das für Unternehmen sind.

Konzerne sind per Gesetz zur Kapitalmaximierung verpflichtet … zu sonst nichts.

Sie sind Personen … mit einem psychopathischen Persönlichkeitsprofil … und dürfen als solche vor Gericht klagen.

Aufgrund steigender Macht durch Zusammenschlüsse und feindliche Übernahmen haben viele von ihnen inzwischen Staaten (auch europäische Staaten) an Finanzmacht überrundet.

Doch Menschenrechte, Fürsorgepflichten, Umweltschutz sind alles Themen, die Konzerne nicht interessieren.

Sie müssen Rendite erwirtschaften, das ist ihr Lebenssinn. Dem müssen sich – auch per Gesetz – im Sinne des Schutzes der Geldanleger – alle Mitarbeiter des Konzerns verpflichten … auch wenn sie an sich nette Menschen sind.

Wenn demokratische Werte, menschliche Werte, soziale Werte mit den Interessen des Konzerns kollidieren,
verlieren sie … immer und überall.

Im Sinne der Renditemaximierung sind Datenschutz, Kündigungsschutz, Arbeitsplatzsicherheit Werte, die sich unterordnen müssen……darum sind für Konzerne auch prinzipiell diktatorische Strukturen viel interessanter – und auch der netteste Konzernherr wird sich dem Trend nicht entziehen können, denn jedes Quartal wird auch er nur nach einem beurteilt: nach dem Ertrag. Stimmt der, wird er reich, stimmt der nicht, wird er arbeitslos….war für Angestellte jeder Stufe in seiner Firma ebenfalls gilt.

Das ist ein vollkommener Selbstläufer, ein nicht zu regulierender Automatismus.

Menschen, die Konzerndenken übernommen haben, sehen klar, das Menschen nur Kosten auf zwei Beinen sind und die Demokratie der Hemmschuh der Kapitalmaximierung.

Darum produzieren sie lieber in Sonderwirtschaftszonen – in denen sie selbst nie würden arbeiten wollen.

Es ist eine Mechanik, die dort wirkt, die aus einem Konzern mitlerweile grundsätzlich ein schädliches
Konstrukt macht … und darum kann es keine Hoffnung auf Besserung geben, solange diese Konstrukte erhalten bleiben. Sie funktionieren wie Uhrwerke um ihren obersten Wert zu erfüllen.

Volkswirtschaftlich sind sie eher schädlich, aber ihr Einfluß auf Politik, Medien und Wirtschaft ist wesentlich größer als der des „Mittelstandes“ … und ihre Methoden sind per se skrupelloseer.

Implementiert man „Konzerne“ in eine gesunde Volkswirtschaft, werden sie wie Krebsgeschwüre wachsen, ganz automatisch immer mehr Geld mit immer weniger Menschen (weil die ja nur Kosten auf zwei Beinen sind) machen, dabei alle Konkurrenz schlucken … oder fusionieren, um gemeinschaftlich noch effektiver zu werden, d.H. noch mehr Gewinn mit noch weniger Menschen.

Die Folgen sind Arbeitsplatzverlust, schwindende Staatseinnahmen und ein fortschreitender Übergriff auf politische, juristische und mediale Machteliten zum Zwecke der Gewinnmaximierung.

Das volkswirtschaftliche Gleichgewicht gerät aus den Fugen, der Staat selbst wird immer mehr zur Marionette … außer den wenigen ganz großen Staaten, die gerade mal noch etwas mehr Wirtschaftskraft haben als ein einzelner Konzern.

Diese Mechanik funktioniert auch ganz ohne Verschwörungen, da braucht man keine Preisabsprachen … weil automatisch alle Konzerne bei anstehenden Entscheidungen in die gleiche Richtung marschieren – wo es die meiste Rendite gibt.

Und die gibt es in chinsesischen oder mittelamerikanischen Sonderwirtschaftszonen, die machen das T-Shirt billiger und die Volkswirtschaften in den Industrieländern überflüssiger … was dann dort in Arbeitslosigkeit ausartet.

Die Agenda 2010, die Globalisierung … alles Produkte von Konzerninteressen, Ergebnisse des aboluten Renditemaximierungsgebotes.

Fast schon eine Aufgabe für ein Philosophieseminar … der Obersatz und seine notwendigen logischen Ableitungen, seine Konsequenzen für Wirtschaft, Politik, Medien, Gesellschaftsordnung.

Konzern und Demokratie, Konzern und Sozialstaat müssen irgendwann zwangsläufig aneinandergeraten.

Das aber wird kein lauter Knall, keine Konzernbrigaden werden sich Gefechte mit Regierungstruppen vor der Hauptstadt liefern.

Das läuft leise. Konzentration der Medienmacht ist ein Schritt dazu. Lobbyismus ein anderer. Korruption – auch ganz öffentlich durch Pöstchenverteilung in Aufsichtsräten ein weiter.

Und das ganz tolle dabei ist: es gibt in diesem Prozeß gar keine „Bösen“, denn alle tun nur ihren Job…und tun ihren „Freunden“ manchmal einen „Gefallen“ – war an sich ja auch nichts Böses ist.

Er funktioniert ganz ohne oberböse Illuminaten aufgrund der gesetzlich verankerten Mechanik des Konstruktes „Konzern“….der auch nur tut, wozu er geschaffen ist.

Deshalb sollte man sich nicht wundern, das Banken momentan nichts dazuzulernen scheinen. Alle kleinen Konzernameisen und alle großen Konzernameisen müssen per Gesetz und Arbeitsvertrag in die gleiche Richtung marschieren.

Und das Ergebnis ist: 25 & Rendite … um jeden Preis.

Somit wird die Krise nur zu einer größeren Konzentration von Marktmacht in noch weniger Konzernen führen … auch nichts Gesundes für eine Marktwirtschaft.

Und für eine Volkswirtschaft erst recht nicht.

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