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Over The Top: Wackere Recken für das Gute, Gerne & Erbärmliche

224 Serdar Somuncu facebook 14082020


(Screenshot: Serdar Somuncu / Facebook, 14.08.2020)

Ich weiß, ist wohl alles müßig und für die Katz‘. Kann es trotzdem nicht lassen, unter die Fritten der auf Hochtouren siedenden Schmalzfritteuse des „rülpsenden Konsensmolchs“ (© W. Reiser) ab und zu einen kleinen Knallfrosch zu werfen. Schon längst sind es ja nicht nur unsere Politdarsteller, ÖR-Talkmaster und gut gescheitelten Leitmedienjournalisten wie Kleber & Co., die sich diesem Konsensmoloch andienen. Praktisch jeder evidenzbasiert-aufgeklärte Fortschrittsbürger, der etwas auf sich hält, möchte jetzt kurz vor Ladenschluss auch noch mit dabei sein. Manche Influenzer und Superspreader wie Klaas Heufer-Umlauf sahnen dabei richtig dick ab und dürfen im Vorbeigehen einen Porsche als Trinkgeld einstecken (siehe Porsche Newsroom). Ein mittlerweile unüberschaubares Heer an Bloggern und Freizeithumanisten hilft aber auch ganz unentgeltlich und ehrenamtlich dabei mit, dass gutes, gernes und alternativloses Leben in der marktkonformen Demokratie weitergehen kann.

>> Ebenso wie Florian Schroeder über sein „Stecken im Enddarm der Kanzlerin / des Systems“ und seine Tätigkeit als Hofnarr und Systemprostituierter schwadroniert, dabei wie Reineke Fuchs neunmalschlau über die Bühne stelzt und über die Doofies, die nicht so abgedreht sind wie er und nicht raffen was abgeht, nur verächtlich lachen kann – so glauben ja viele, dass sie bereits über dasjenige erhaben sind, was sie da pseudosatirisch auf die Schaufel nehmen. Ebenso wie die Faktenfaker („Faktenchecker“) von Correctiv & Co. meinen, dass sie unliebsame Fakten entkräften, einfach indem sie sie offensiv ins Netz stellen. Man kann sich bei solch wackerer „Öffentlichkeitsarbeit“ auch zweifellos sehr schlau und smart vorkommen, die eigene Followerschar ejakuliert für solche Bonmots ja laufend prustende Smileys auf die Bühne. Ändert nur leider nicht viel daran, dass in der Kritik an ihrer Person, auch wenn sie oft vulgär und ungehobelt ist, nicht doch auch ein gewaltiges Stück Wahrheit stecken kann. Vielleicht würde es den smarten Influenzern und Superspreadern nicht schaden, einfach mal ein bisschen in sich zu gehen und nachzusinnen anstatt solche Kritik gleich in den Ventilator zu schreddern und eine Lachnummer draus zu machen (kann da drüber wirklich wer lachen?)

So, over&out. Jeder darf das natürlich halten, wie er will und ich will hier niemandem das Schenkelklopfen und Prusten vergraulen, das er regelmäßig zur Erleichterung braucht, um mit „gutem und gernen“ Leben in marktkonformer Demokratie weitermachen zu können. <<

#Black Lives Matter – Echt jetzt?

#Black Lives Matter – Echt jetzt?

Wer etwas über das Leben lernen wolle, der müsse ins Kino gehen, hat schon Kafka gemeint. In der Tat ist das, was wir derzeit in Movies nonstop präsentiert bekommen, gar nicht mal so weit weg von der Realität: Die Menschheit kämpft ums nackte Überleben gegen Invasionen feindlicher Spezies, Zombies, Roboter etc.

In einem von Jean Ziegler als „kannibalisch“ bezeichneten „Zeitalter der totalen Blasphemie“ (Henry Quelcun) werden wir systematisch ausgebeutet, belogen, entrechtet, vergiftet, verstrahlt und für dumm verkauft. Mit der „digitalen Transformation“ und der 5G-Infrastruktur errichten wir nun das, wovor uns sogar hochrangige Experten der CIA in einem offenen Brief eindringlich gewarnt haben: „turnkey tyrannies“ (schlüsselfertige Tyranneien) – in China ist dieser Fortschritt, nach dem Generation Mailab lechzt, bereits online. Mach dort ‘ne politisch unerwünschte Bemerkung, und du kriegst in Echtzeit Orwells Hammer auf den Kopf und kannst weder fliegen noch Zug fahren.

Das Problem ist nur: Gegen all den Wahnsinn, der derzeit auf vielen Ebenen auf uns zurollt, ist es streng verboten, zu protestieren, da er uns als etwas Gutes&Gernes in die Köpfe geprügelt wurde. Wer es dennoch wagt, dagegen die Stimme zu erheben, dem pfeift umgehend ein Shitstorm um die Ohren, dass ihm Hören und Sehen vergeht.

Da ist natürlich jedes Ventil recht, durch das sich die diffuse Angst und Wut der Masse ergießen kann. Und eines der wenigen Dinge, gegen die man derzeit demonstrieren darf (um damit gleichzeitig eine in Wirklichkeit skrupellos neoliberale und menschenverachtende Migrationsagenda zur Ausschlachtung von Humanressourcen zu unterstützen), ist: „Rassismus“.

In Wirklichkeit läuft derzeit ein sehr viel schlimmerer Rassismus: Derjenige gegen die menschliche Rasse als Ganzes.

Wenn wir das einmal realisiert haben, würden wir all die künstlichen Spaltungen, die derzeit herrschen, schnell  hinter uns lassen und uns gemeinsam den wirklichen Herausforderungen der Zukunft stellen.

Bild: Pixabay/CC0/colormod.

Über Wikipedia, Mimikama, Thiomersal und sonstige Schadstoffquellen

Business as usual in Pig Data times … unterhaltsam reflektiert von Markus Fiedler

Schwarmflug der Mailabkäfer

MGelau_JensSpahn FB
Die im untigen Meme des Kommunikationsexperten Markus Gelau angesprochene „Masse“ zu entlausen, wird nicht leicht werden. Die Parasiten haben sich bereits en masse an der Kopfhaut festgebissen. Noch schwieriger wird es, die Mailabkäfer aus den Köpfen zu holen, mit der fast eine ganze Generation an Digital Na(t)ives auf Linie gebracht wurde. Eine ohne Unterlass ratternde Influenzer-Maschine setzt uns diese smarten, „streng wissenschaftlichen“ Käfer in den Kopf und kaum jemand kann sich ihnen entziehen. Weder jung&naiv, noch alt&lesch.
Diese Käfer summen jetzt ohne Unterlass in unseren Köpfen:
„UNITE BEHIND THE SCIENCE !“
(„UNITE BEHIND THE ECONOMY !“)
(„UNITE BEHIND THE POWER !“)
.

– – –

Zum Meme – M. Gelau/FB:

wenn man das stockholm-syndrom mit massivem desinteresse paart, einen guten schuss meinungsmanipulation vorsichtig unterhebt, das ganze mit einer kräftigen prise naivität abschmeckt, den teig dann einige wochen gut gehen lässt und bei bedarf immer wieder mit 1-2 kaffeetassen öliger propaganda übergießt (die dafür sorgt, dass unbequeme wahrheiten und fakten geschmacklich effektiv überlagert werden), erhält man eine masse deutscher bürger, für die JENS SPAHN aktuell der drittbeliebteste politiker des landes ist.

Ebenfalls M. Gelau/FB (aus: hawks- traveler (2009):

„was wir hier beschließen werden, wird für die zukunft unserer krisengeschüttelten welt entscheidend sein: das so genannte recht auf freiheit ist nichts als eine gefährliche illusion. nur eine strenge, aber gerechte kontrolle kann die menschheit retten.

wir waren nie einflussreicher sein als heute. fast alle elektronischen transaktions- und kommunikationswege lassen sich mittlerweile verfolgen und einem individuum zuordnen. die informationen lassen sich in zentralen datenbanken sammeln und auf unbegrenzte zeit speichern. wir sind in der lage, einen *schattenriss* eines jeden menschen zu erstellen und seinen tagesablauf zu überwachen.
zugegeben: es gibt sie wirklich, jene spinner, die ihre meinung im internet verbreiten. aber die wichtigsten medien sind in der hand einer kleinen, verlässlichen gruppe von menschen. die meinungsmacher sind unsere freunde, und solange wir sie mit GESCHICHTEN versorgen, mit SCHURKEN und HELDEN, mit BEDROHUNGEN und dem SCHUTZ davor, können wir jeden rufer auf der straße übertönen.
gesetzestreue bürger haben nichts dagegen, von behörden überwacht zu werden. die meisten menschen wünschen sich nichts als einen ANSTÄNDIGEN JOB und ein BISSCHEN SPASS: ein bequemes, geordnetes leben. vergessen sie die radikalen splittergruppen! die öffentlichkeit steht fraglos auf unserer seite.
das panopticon wird für gesellschaftliche stabilität sorgen und es ermöglichen, das verhalten der masse zu manipulieren und jeden widerstand im keim zu ersticken. und was wird die neue ordnung bringen? die geschichte hat uns gelehrt, dass sich unter einer strengen diktatur eine verbitterte, rebellische unterklasse herausbildet.
der BESTE weg besteht darin, KONTROLLE mit WOHLSTAND zu vereinen. stellen sie sich ein riesiges großraumbüro vor, einen großen saal mit milliarden von schreibtischen. in unserem system bekommt jeder einwohner der industriestaaten seinen EIGENEN schreibtisch. und was tut er dort? er arbeitet als produzent oder als dienstleister. der produktive bürger stempelt seine karte ab und beschwert sich nicht! wenn wir verstanden haben, dass unser wahres ziel in der schaffung einer arbeitenden kooperative besteht, beantworten sich viele fragen von selbst. es ist gleichgültig, ob wir von ärzten, buchhaltern, studenten, sachbearbeitern oder aushilfsköchen sprechen. ein JEDER wird in seiner unsichtbaren arbeitsnische sitzen, von unseren kameras beobachtet und von parameterprogrammen überwacht.
interessiert es uns, wie die arbeiter ihren schreibtisch gestalten? ob sie in ihrer freizeit fernsehen oder lieber den garten umgraben? natürlich nicht! uns ist es gleich, welcher kirche sie angehören, solange ihr glaube sich nicht auf ihre lebensführung auswirkt. solange der kandidat ihrer PARTEI nicht vorhat, ERNSTHAFT etwas zu verändern, dürfen sie zur wahl gehen und sich aufkleber auf die stoßstange kleben.
kommt es zu einer wirtschaftskrise, sorgen wir dafür, dass die regierung die geldmenge erhöht und oberflächliche verschönerungsmaßnahmen vornimmt, ohne die grundlegende struktur anzutasten.
das neue panopticon versetzt uns in die lage, das verhalten der arbeiter wie auch der konsumenten zu beeinflussen. der bürger in seiner nische ist praktisch machtlos, dafür steht es ihm frei, seiner INDIVIDUALITÄT im KAUFHAUS ausdruck zu verleihen. aus der freiheit zu WÄHLEN wird die freiheit zu KAUFEN. das neue system gibt uns mächtige instrumente in die hand, um das kaufverhalten zu manipulieren.wenn ein bürger die straße überquert, erkennen werbetafeln auf der anderen straßenseite sein gesicht. zentrale computer wissen, für welche produkte sich ein bürger in der vergangenheit entschieden hat und werden dafür sorgen, dass der einzelne nicht durch unpassende angebote verunsichert wird. es ist, als höre man eine radiostation, die ausschließlich angenehm vertraute musik im programm hat.
wir wollen kein gefängnis für unproduktive massen errichten, sondern eine struktur erschaffen, die gehorsame arbeiter und funktionierende konsumenten hervorbringt. dieses weltumspannende system wird ihnen und ihrer familie ein sorgenfreies, komfortables leben bescheren. wir verleihen dem alten panopticon ein neues, fröhliches gesicht.
anstatt darauf zu warten, dass die bürger sich unserem system anschließen, sollten wir eine weltweite serie von BEDROHUNGEN und KRISEN auslösen, die die menschen dazu veranlasst, ihre freiheit ganz freiwillig aufzugeben. warum sie das tun werden? die antwort ist nicht schwer: weil wir VERÄNGSTIGTE KINDER aus ihnen gemacht haben. sie werden sich verzweifelt nach uns sehnen und das leben außerhalb der nische fürchten, da es voller gefahren ist.“
 

Corona Citizen oder: Die Welle

Corona Citizen oder: Die Welle


(Bilder: Jacques Prilleau)

Die neue Normalität in Absurdistan

Laut Bericht in der Times sterben derzeit alleine in Großbritannien ca. 3.000 Menschen pro Woche an den Folgen des Lockdowns (nicht aufgrund von Covid-19). Man möchte sich gar nicht ausmalen, wie vielen der derzeit 900 Millionen Menschen, die akut an Hunger leiden, der Lockdown ihr Leben kosten wird. Indem die Bundesregierung gezielt die tiefsten Urängste des Menschen angesprochen hat (siehe dazu ein nur für den Dienstgebrauch bestimmtes Strategiepapier des Bundesinnenministeriums auf fragdenstaat.de), waren Einwände schnell weggeräumt. In einem medial akkordierten Strudel an diffuser Angst und hierbei aufgerührter existenzieller Traumen konnte man mit Staunen beobachten, wie sich selbst viele unserer bislang scharfsinnigsten und unerschrockensten Intellektuellen dem Strategiepapier der marktradikalen Regierung, der sie ansonsten keinen Meter über den Weg trauen, bedingungslos ergaben. So man den Umfragen Glauben schenkt, stimmt der größte Teil der Bevölkerung den von einer kleinen Gilde an Experten beschlossenen Maßnahmen immer noch zu.

Die Tragik, die jetzt auf uns zukommt und die denjenigen, die den Shutdown befürworten, womöglich Recht geben wird: Durch Isolation, Sonnen-, Luft-, Bewegungs- und Sozialmangel sind Immunsystem und Lunge vieler Menschen mittlerweile so geschwächt (insb. in Ländern wie Italien u. Spanien, wo rigorose Sperren herrschen), dass viele Menschen nun tatsächlich gefährdet sind, sogar an sich harmlosen Infekten zu erliegen und schwere Krankheitsverläufe zu zeigen.

Dazu auch ein aktueller Kommentar von Hermann Ploppa (Auszug):

„Dass diese neuesten Wahnsinnsattentate aus Absurdistan augenblicklich eher von Reinemachfrauen und Taxifahrern durchschaut werden als von gelehrten Doktores, die mit blauen Handschuhen, tief vermummt und bleich durch Wochenmärkte geistern und den neuesten Weisheitsemanationen unserer Bundesregierung ehrerbietig lauschen, hat möglicherweise seine Ursache in Eigenheiten der akademischen Gelehrsamkeit, die schon Goethe aufzuspießen wusste:

„Wer will was Lebendiges erkennen und beschreiben,
sucht erst den Geist herauszutreiben,
Dann hat er die Teile in der Hand,
Fehlt, leider! Nur das geistige Band.“ 

Sie sehen den Wald nicht mehr vor lauter Bäumen. So trotten diese Leute andächtig und ehrfurchtsvoll hinter dem nackten Kaiser her.

(…)

Aber es hieße die Situation massiv verniedlichen, wollte man unterstellen, unsere Politiker seien lediglich zu Pharmavertretern umgeschult worden. Längst zeichnen sich tektonische Verschiebungen ab, die geeignet sind, Jahrhunderte mühsamer Zivilisationsprozesse in wenigen Monaten zu verdampfen.

Zunächst ein geostrategischer Kollateralschaden im Krieg der Sterne. Es gibt eine Reihe von privaten Unternehmen und staatlichen Akteuren, die im Weltraum Überwachungs- und Nachrichtensatelliten stationieren, die im Zusammenspiel mit auf der Erdoberfläche engmaschig installierten 5G-Sendern den kompletten Erdball unter Kontrolle bringen wollen. 

(…)

Ein „Architekturkonzept“ namens „Pan European Privacy Preserving Proximity Tracing“ soll durchgesetzt werden. Alle Klarheiten beseitigt?

(…)

Die Welt wird nach Corona eine andere sein als zuvor, so Blackrock-Chef Fink. Und in den Trümmern der Post-Corona-Welt ergeben sich für seine Investoren „gewaltige Gelegenheiten“. Klar. Wenn der jetzige Wahnsinnskurs der Bundesregierung auch nur einige Wochen so weitergeht, werden deutsche Unternehmen für einen Appel und ein Ei in den Schoß des gigantischen Blackrock-Imperiums plumpsen. Mit dem CDU-Politiker und früheren Blackrock-Deutschland-Chef Friedrich Merz steht dann vielleicht auch der geeignete Liquidator deutscher Wirtschaft als Merkel-Nachfolger im Kanzleramt zur Verfügung.

(…)

Es entsteht unwillkürlich der Eindruck, dass sich die öffentlich-privaten pharmakologischen Korruptionspartner weit mehr von der Durchschlagskraft des Covid-19-Virus erwartet hatten als das was jetzt eingetreten ist. Statt Kanonendonnerhall und apokalyptische Reiter jetzt nur ein klägliches „Piff“ aus der Platzpatronenpistole.

Doch das Programm muss weiter durchgezogen werden. Dann muss man eben das Volk solange schikanieren und wütend machen, bis sich die erforderliche Immunschwäche endlich eingestellt hat. Stress schwächt nun einmal die körpereigene Immunität. Also geben Polizisten Warnschüsse ab auf Spaziergänger, um diese von der dringend benötigten Erholung abzuhalten. Das ganze Volk in Geiselhaft. So lange, bis es um Impfungen bettelt.

(…)

Es wird dabei langfristig Gewinner geben. Aus dem Trümmerfeld erhebt sich die gigantische ökonomisch-politische Machtmaschine der Volksrepublik China, und zum anderen herrschen dann allmächtige angloamerikanisch geprägte globale Feudalherren vom Schlage eines Bill Gates, Elon Musk oder Jeff Bezos. Das zerstrittene und politisch kastrierte Europa wird heruntergestuft auf ein Niveau, das heute bereits Griechenland aufoktroyiert wurde.

So lange noch die deutschen Untertanen in kindlich-kritiklosem Vertrauen ihre irre gewordenen Eltern beim Sturz von der Klippe begleiten, wird sich hier nichts zum Guten wenden. Doch die Corona-Inszenierung hat natürlich auch ihr Gutes: denn mit einem Schlag wird einem größeren Personenkreis drastisch bewusst, dass wir auf uns selbst gestellt sind wie Hänsel und Gretel. Wir müssen uns selber organisieren … „

(ganzer Text: https://kenfm.de/tagesdosis-25-4-2020-hoert-auf-ueber-corona-zu-streiten-denn-im-schatten-von-corona-geschieht-ungeheuerliches/ )

 

Über das kollabierende Kartenhaus und bewusst herbeigeführtes Massenelend … (Interview mit Prof. Christian Kreiß zur Coronakrise)

Wer bis jetzt unsicher darüber war, ob das Ergebnis der aktuell angestellten Rechnung 2 + 2 wirklich 4 sein wird (die Zahl 4 ist übrigens nicht nur nach abendländischer, sondern auch nach japanischer Tradition die Zahl des Unglücks – vgl. „40 Tage Regenwetter“, die vier apokalyptischen Reiter etc.), der mag hier die Auflösung  der Rechnung aus dem Munde eines Volkswirten und ehemaligen Investment-Bankers vernehmen:

Spiegel, Spieglein an der Wand … (5) – Wer ist der eifrigste Brunnenvergifter im ganzen Land?

Titelbild Lügenpresse_modif_Zitate_fin_schadfürsgeld

(Text: Markus Mynarek)

 

Der unglückliche Träumer

Es sprach ein „Spiegel“-Mann, erschöpft von seinen Taten:

„Meine Träume können mich niemals beglücken.

Ich träumte, ich hätte mein Land nie verraten.

Da lief es mir eiskalt über den Rücken!“

 

***

Grundmotto des „Spiegel“-Magazins

„Wir sind zum Lügen meist bereit.

Die Scham darf man verlieren.

Wir wissen, Unbestechlichkeit

kann uns nur ruinieren.

 

Den Traum von Unbestechlichkeit,

den sollen andre träumen.

Denn wer zu träumen ihn bereit,

wird den Erfolg versäumen.

 

Wir sind die Affen uns’rer Zeit

und äffen nur den Zeitgeist nach.

Der gerade Weg führt uns nicht weit

und bringt des Misserfolges Schmach.

 

Doch während der Affe auf dem Baume

sich noch erquickt am Himmelraume,

es zu berauschen uns gefällt

nur noch an Medienmacht und Geld.“

 

***

Staat und „Spiegel“

Staat und „Spiegel“, getrennt nur zum Schein,

müssen im Grunde immerfort

ein Herz und eine Seele sein:

Sie sind vereint in Tat und Wort.

Sie halten ewig fest am Ziel,

das eigne Volk zu unterdrücken,

um durch ihr altes Gaukelspiel

die Feinde Deutschlands zu beglücken.

So setzen weiterhin „Spiegel“ und Staat,

indem das eigne Volk sie schwächen,

auf Umerziehung und Verrat,

um dem Zeitgeist zu entsprechen.

„Mut zur Wahrheit“ zuletzt der „Spiegel“ oft schrie,

als wollte er sich zur Wahrheit bekennen.

Das ist im Grunde Blasphemie,

wenn wir die Wahrheit göttlich nennen.

(Quelle: Markus Mynarek, Wider Mainstream und Gutmenschen – Ironisch-Humoristisch-Satirisch -,
Staats-, Medien- und Gesellschaftskritik, Alitheia Verlag 2019)

 


Zu dieser Kolumne:
(edit: parkwaechter)

Wer nicht genügend Galgenhumor besitzt, der könnte sich ja in der Tat die Haare raufen über die Produkte derjenigen deutschen Presse, die laut Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow „die bösartigste überhaupt“ ist (Quelle: DiePresse). Auch nach Einschätzung von Peter Sloterdijk ist heute „der Lügenäther so dicht wie seit den Tagen des Kalten Kriegs nicht mehr“, dem Journalismus attestiert er „Verwahrlosung“ und „zügellose Parteinahme“. Sloterdijk: „Die angestellten Meinungsäußerer werden für Sich-Gehen-Lassen bezahlt, und sie nehmen den Job an.“

Einer, der sich mit der Verwahrlosung derjenigen Zunft, die man noch vor wenigen Jahrzehnten als „Vierte Macht im Staate“ bezeichnet hat, nicht widerspruchslos abfinden möchte, ist der Literaturwissenschaftler Markus Mynarek. In seinem neuen Gedichtband „Wider Mainstream und Gutmenschen“ nimmt er den poetischen Kampf mit manch widerspenstigem Sofamonster und Schreibtischtäter auf. Mit besonderer Vorliebe blickt der Autor dabei in den Relotius-Narrenspiegel als repräsentatives Beispiel dafür, wohin es der deutsche Qualitätsjournalismus heute gebracht hat.

Aus diesem Köcher werden wir mit freundlicher Genehmigung des Autors in loser Folge einige Streiflichter veröffentlichen bzw. einige Pfeile in Sloterdijks „Lügenäther“ hinausschießen.

***
Tip: Das Buch ist amazonvermeidend bestellbar bei alitheia-verlag.de.

Spiegel, Spieglein an der Wand … (2) – Wer ist die größte Heuchlerin im ganzen Land?              

Spiegel, Spieglein an der Wand … (2) – Wer ist die größte Heuchlerin im ganzen Land?              

 

Das „Spiegel“-Dasein

Der „Spiegel“ ist nur auf der Welt,
um sich dem Zeitgeist anzupassen,
in dessen Sinne er dann bellt,
um zu beeinflussen die Massen.

***

Ein Chef-Redakteur des „Spiegel“

„Ich sage meinen Leuten immerfort:
Glaubt bitte nicht an eure Ehre!
Werft die Wahrheit über Bord,
dann fährt das Schiff viel schneller durch die Meere.“

***

Vorteil der Vergangenheit

„Alles war früher schlechter“, fällt dem „Spiegel“ jetzt ein,
um sich der Pflicht des Denkens zu entheben.
Doch so ganz wahr kann das nicht sein,
denn früher hat’s den „Spiegel“ nicht gegeben.

***

Die besondere Lüge

Dass die Presse meistens die Wahrheit berichtet
ist eine ihrer größten Lügen,
die mit Vorliebe aufrechte Denker vernichtet,
wenn sie sich dem System nicht fügen.

***

Überflüssig

Ein Arzt sprach zum „Spiegel“-Mann voller Gram:
„Sie sind krank, weil ihnen die Seele abhandenkam.“
Da sprach der „Spiegel“-Mann:
„Sie sollen keine Reden schwingen,
mich zu behelligen mit unwichtigen Dingen!“

***

Die „Wahrheitspresse“

Als ein Mann völlig devot
den „Spiegel“ „Wahrheitspresse“ nannte ohne Rüge,
da lachte sich die Wahrheit tot,
und übrig blieb nur noch die Lüge.

Das ist natürlich übertrieben.
Denn gegen die Macht und der Mächtigen Lehren
können Menschen, die die Wahrheit lieben,
auch in den schlimmsten Zeiten aufbegehren.

Ohne sich selbst zu hinterfragen,
pflegt der „Spiegel“ in furchtbarer Wut
gleichsam die Wahrheit totzuschlagen
und nennt die Feigheit auch noch Mut.

Denn diese hohlen Zeitgeistknechte
führen nur von früh bis spät
gegen „die Rechten“ Scheingefechte,
um zu verschleiern die Realität.

***

„Spiegel“-Bekenntnis

Es sind wieder Menschen ermordet worden,
was wir verurteilten in hartem Ton.
Das einzige, was wir ermorden,
sind Wahrheit, Anstand und Nation.

***

Der „SpiegeI“-Mann vorm Himmelstor

Es bekannte vor den Himmelstoren
ein „Spiegel“-Mann ganz ohne List:
„Mein Gewissen hab‘ ich früh verloren,
doch habe ich es nie vermisst.

An Moral und geistiger-Tiefe gemessen,
bin ich kein guter Pressemann gewesen.
Der Lüge diente ich nur wie besessen.
Kein Wahrheitssucher muss den ‚Spiegel‘ lesen.

So dienten wir wie die dümmsten Lakaien
nur den Mächtigen im Staat
Das Volk dem Untergang zu weihen,
beging man Vaterlandsverrat.

Wir waren für die Wahrheit nicht geboren
und haben über Denker nur gelacht.
Und ich bekenne vor den Himmelstoren:
Wir richteten uns ewig nach der Macht.“

So hat ein „Spiegel“-Mann vorm Himmelstor gesprochen,
der in Erfolg und Geld nur sah den Sinn.
Die Engel haben schnell mit ihm gebrochen.
Er vegetiert in dunklen Sphären nun dahin.

 

(Quelle: Markus Mynarek, Wider Mainstream und Gutmenschen – Ironisch-Humoristisch-Satirisch -,
Staats-, Medien- und Gesellschaftskritik, Alitheia Verlag 2019, S.49 ff.)


Zu dieser Kolumne:
(edit: parkwaechter)

Wer nicht genügend Galgenhumor besitzt, der könnte sich ja in der Tat die Haare raufen über die Produkte derjenigen deutschen Presse, die laut Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow „die bösartigste überhaupt“ ist (Quelle: DiePresse). Auch nach Einschätzung von Peter Sloterdijk ist heute „der Lügenäther so dicht wie seit den Tagen des Kalten Kriegs nicht mehr“, dem Journalismus attestiert er „Verwahrlosung“ und „zügellose Parteinahme“. Sloterdijk: „Die angestellten Meinungsäußerer werden für Sich-Gehen-Lassen bezahlt, und sie nehmen den Job an.“

Einer, der sich mit der Verwahrlosung derjenigen Zunft, die man noch vor wenigen Jahrzehnten als „Vierte Macht im Staate“ bezeichnet hat, nicht widerspruchslos abfinden möchte, ist der Literaturwissenschaftler Markus Mynarek. In seinem neuen Gedichtband „Wider Mainstream und Gutmenschen“ nimmt er den poetischen Kampf mit manch widerspenstigem Sofamonster und Schreibtischtäter auf. Mit besonderer Vorliebe blickt der Autor dabei in den Relotius-Narrenspiegel als repräsentatives Beispiel dafür, wohin es der deutsche Qualitätsjournalismus heute gebracht hat.

Aus diesem Köcher werden wir mit freundlicher Genehmigung des Autors in loser Folge einige Streiflichter veröffentlichen bzw. einige Pfeile in Sloterdijks „Lügenäther“ hinausschießen.

***
Tip: Das Buch ist amazonvermeidend bestellbar bei alitheia-verlag.de.

 

Spiegel, Spieglein an der Wand … (1) – Wer ist der stolzeste Kater im ganzen Land?

Titelbild Lügenpresse mainzfreetv_bodos

Wer nicht genügend Galgenhumor besitzt, der könnte sich ja in der Tat die Haare raufen über die Produkte derjenigen deutschen Presse, die laut Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow „die bösartigste überhaupt“ ist (Quelle: DiePresse). Auch nach Einschätzung von Peter Sloterdijk ist heute „der Lügenäther so dicht wie seit den Tagen des Kalten Kriegs nicht mehr“, dem Journalismus attestiert er „Verwahrlosung“ und „zügellose Parteinahme“. Sloterdijk: „Die angestellten Meinungsäußerer werden für Sich-Gehen-Lassen bezahlt, und sie nehmen den Job an.“

Einer, der sich mit der Verwahrlosung derjenigen Zunft, die man noch vor wenigen Jahrzehnten als „Vierte Macht im Staate“ bezeichnet hat, nicht widerspruchslos abfinden möchte, ist der Literaturwissenschaftler Markus Mynarek. In seinem neuen Gedichtband „Wider Mainstream und Gutmenschen“ nimmt er den poetischen Kampf mit manch widerspenstigem Sofamonster und Schreibtischtäter auf. Mit besonderer Vorliebe blickt der Autor dabei in den Relotius-Narrenspiegel als repräsentatives Beispiel dafür, wohin es der deutsche Qualitätsjournalismus heute gebracht hat.

Aus diesem Köcher werden wir mit freundlicher Genehmigung des Autors in loser Folge einige Streiflichter veröffentlichen bzw. einige Pfeile in Sloterdijks „Lügenäther“ hinausschießen.

Beginnen wir also mit Numero Uno – dem Kampf mit einem unbezähmbaren Schreibtischtiger, an dem wohl selbst Herkules verzweifelt wäre …

Kater Strolchi – der stolze Kämpfer

Ein kleiner Kater, selbstbewusst,
war kaum zu zähmen in der Wut.
Dann war er voller Kampfeslust
und voller Kampfesmut.

Dann fauchte er den Menschen an,
der ihn zu etwas wollte zwingen.
Und fing er mal zu toben an,
war es zumeist ein schweres Ringen.

Dann wurde gleich zum Tiger er,
der sich auf Menschen stürzt,
fiel ihm kein lautes Knurren schwer,
mit Angriffslust gewürzt.

Dann ging er auf den Menschen los,
der ihn vom Schreibtisch wollt‘ vertreiben
Und dieser Arme wollte bloß
an seinem eignen Tische schreiben.

Dann knurrte er und fauchte er
und steigerte den Zorn,
und um sich schlug er immer mehr,
die Kralle war ein Dorn.

Und wollte jemand sich erlauben,
ein Heft, auf dem er lag, zu nehmen,
war er empört, als wollt‘ man’s rauben,
und wollte sich nicht fortbequemen.

Zwischen die Tatzen hat er dann
meinen Arm genommen,
in den zu beißen er begann,
wenn in Rage er gekommen.

Um sich schlug er voller Wut,
wollte nicht heruntersteigen
und in seines Zornes Glut
niemals ‚falsche Demut‘ zeigen.

So trotzte er des Menschen Macht,
unerschrocken, tigergleich,
auf Unterwerfung nie bedacht,
wie der Leu in seinem Reich.

So kämpften wir oft lange Zeit.
Ich hab‘ mich sehr bemüht,
doch kam ich damit selten weit,
wenn Zornesfunken er versprüht.

Meine Hände habe ich
mit den Ärmeln gern geschützt.
Dann war er richtig ärgerlich,
und es hat mir nichts genützt.

So hat er umso härter dann
und aggressiver zugeschlagen,
so dass ich nichts dadurch gewann,
als neue Wunden zu beklagen.

So hab‘ ich häufig aufgegeben,
war ich doch nicht in der Lage,
ihn von meinem Tisch zu heben.
Er blieb Sieger ohne Frage.

Er war ein liebes, braves Tier,
und hübsch war sein Gesicht:
Befehlen ließ er sich von mir
und meistens auch von andern nicht.

 

(Quelle: Markus Mynarek, Wider Mainstream und Gutmenschen, Alitheia Verlag 2019, S.84f.)

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Titelbild: mit freundlicher Genehmigung von Bodo Schickentanz/Mainz Free TV

edit: parkwaechter

Human Connection – Über Biodiversität und Vermassung

Obwohl sich dort in Zukunft womöglich nur noch ein paar Sitzengebliebene tummeln werden, die Katzenfotos und Angela Merkel-Devotionalien austauschen, so sind Facebook und Youtube ja derzeit noch Quasi-Monopolisten in der Social Media Landschaft – und nutzen diese Monopolstellung auch schamlos aus: Es wird auf Biegen und Brechen gelöscht und zensiert wie in schwärzesten, vergangen geglaubten Zeiten der Geschichte. Beiträge und Videos, die nicht dem entsprechen, was der Dichter Vaclav Havel als „Lebenslüge“ bezeichnet hat und was uns eine Legion an PR-Professionalisten heute gemeinhin als „das Gute und Gerne Leben“ verkauft, müssen damit rechnen, als „Hate Speech“ gelöscht zu werden. Unerwünschtes, das man mangels Gründen nicht löschen kann, wird durch Shadowbanning-Techniken von der Bildfläche verbannt oder in die Bedeutungslosigkeit downgerankt. Manchmal versagen diese Zensur-Algorithmen jedoch, z.B. wenn bei Videobeiträgen mit über 300 Kommentaren und noch viel mehr Likes als Aufrufzahl Null angezeigt wird – so nach dem Motto: „Gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen!“. Viele regierungskritische Autoren, die sich über die Jahre hinweg eine beachtliche Anzahl an Followern aufgebaut haben, sind durch solche Praxis und in Serie verhängte 30-Tage-Sperren inzwischen zermürbt und nahe daran, aufzugeben. Doch auch wortgewandten Autoren, die es bisher verstanden haben, Kritik an der neoliberalen Regierungsagenda in solch eloquente und ironische Worte zu kleiden, dass sie nicht unter den Tatbestand „Hate Speech“ subsumierbar waren, kann es nun an den Kragen gehen. Youtube/Google hat angekündigt, Konten und Kanäle zu entfernen, wenn der Konzern der Ansicht ist, dass diese kommerziell nicht rentabel („wirtschaftlich nicht tragbar“) sind.

Wer sich also nicht ganz aus dem öffentlichen Diskurs verabschieden möchte, den uns das Internet ermöglicht hat und sich ins neoliberale Biedermeier zurückzuziehen möchte, der tut also eventuell gut daran, rechtzeitig über Alternativen nachzudenken. Denn genauso wie regierungskritische Stimmen früher auf Nimmerwiedersehen „abgeholt“ werden konnten, so muss man heute damit rechnen, dass das eigene Profil auf FB und YT  plötzlich weg ist. Denn die Polit- und Medienmächtigen haben bereits zu verstehen gegeben, dass sie ihre Meinungshoheit nicht kampflos abgegeben wollen. Zum Zwecke der Verteidigung dieser Meinungshoheit haben sie auch entsprechende Profis in ihren Sold gestellt, die das ABC der Zersetzung und des Manufacturing Consent schon zu Zeiten des Überwachungsregimes der Stasi virtuos beherrscht haben. Von diesen ist z.B. die ehemalige Stasi-Mitarbeiterin und Chefin der „Amadeu Antonio Stiftung“, Anetta Kahane (Deckname im DDR-Regime: „Victoria) in Wirklichkeit nur eine unbedeutende Randfigur. Es existiert mittlerweile eine ganze Legion an Blockwarten und Zensoren, die moralisch sogar noch viel tiefer gesunken sind als Anetta Kahane und die ganz offen ihre Verachtung für Demokratie und Rechtsstaat ausdrücken – und dafür die volle Rückendeckung der Merkel-/Maas-Regierung erhalten. Es sind inzwischen ganze Tausendschaften an Mitarbeitern, die klassische Stasi-Tätigkeiten ausführen und damit das Fundament unserer rechtsstaatlichen Demokratie aushöhlen, natürlich wie immer mit den schönsten Worten, um die man in einer Zeit, in der alle diese schönen Worte von Demokratie, Liberalismus etc. „mit Null multipliziert und daher der Menschheit geraubt wurden“ (Frank Schirrmacher), nicht verlegen ist. Da der Staat offiziell keine Zensur ausüben darf, lagert man diese Tätigkeiten einfach in privatwirtschaftliche Gefilde aus, z.B. an die Bertelsmann-Tochter Arvato, die alleine in Berlin und Essen mit über 1200 Mitarbeitern (Stand: Sept. 2018) Facebook von ungebührlichen Stimmen sauber hält.

 Eine Alternative zum politisch-medialen Meinungsmonopol ist nun rechtzeitig vor Ladenschluss online gegangen: Das schon seit längerem u.a. in einem Interview bei KenFM angekündigte „Human Connection“. Dabei hat sich der Friedensaktivist Dennis Hack mit einem Team an Programmierern ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: eine gemeinnützige, sich selbst organisierende und sozial agierende Plattform, in der das Prinzip Kooperation statt Konkurrenz gilt. Zensur sowie das Ausspähen und kommerzielle Verwerten unserer Daten, wie dies von Facebook, Google und Co. als Gegenleistung für unsere Teilnahme an ihrem Geschäftsmodell eingefordert wird, sollen tabu sein.

Der Human Connection-Gründer Dennis Hack hätte als Nachfolger eines schwäbischen Familienunternehmens ein bequemes Leben führen können, ist jedoch ein hohes unternehmerisches und finanzielles Risiko eingegangen (die Plattform muss jeden Monat über 20.000 Euro an Spendengeldern lukrieren, um existieren zu können), um dasjenige zu realisieren, was er in einer zunehmend von Kriegsgefahr und Zerrüttung bedrohten Welt als notwendig ansieht: Ein soziales Netzwerk, in dem das Denken weiterhin frei bleibt.

Nach Jahren an Entwicklungsarbeit und Durststrecken, die das Projekt beinahe zum Scheitern gebracht haben, ist es nun also online. Was kann man dazu sagen? Nun, im Vergleich zu Facebook (zu dessen Nutzung der Psychiater Dr. Spitzer ja mit eindeutigem Studienmaterial betreffend Suizidalitätssteigerung aufwarten kann) wirkt die Bedienungsoberfläche von Human Connection hell und sympathisch, der Umgangston weitgehend konstruktiv. Eine erste Sichtung zeigt einen Fundus an durchwegs anregenden Beiträgen zu Kreativprojekten, Meinungen, politisch-gesellschaftlichen Essays, Links zu bekannten alternativen Medien, Gedichten etc. Obwohl man auf möglichst neueste Servertechnik gesetzt hat, kann man mit Milliardenkonzernen in Silicon-Valley in Sachen Technik natürlich nicht ganz mithalten.  Für manche also womöglich ein Ärgernis, nach meinem Erleben jedoch eines der womöglich bedeutendsten  Positiva der Plattform: Die Latenzzeit von einigen Sekunden, die nach Anklicken eines Beitrags oder Kommentars vergeht, bis dieser vollständig am Bildschirm erscheint. Nach meinem Dafürhalten sollte dieses „Feature“ unbedingt beibehalten werden, da es die Social Media Kommunikationskultur in der Tat revolutionieren könnte:

Denn wenn man einen Kommentar gelesen hat, kann man nun nicht mehr sofort aus dem Bauch heraus vom Standpunkt seiner weitgehend vorgefassten Meinung  „zuschlagen“, sondern man muss nun zumindest zwei Atemzüge Luft holen – ein kurzes Momentum, das aber entscheidend sein kann, um gewohnte Kreisläufe zu durchbrechen und etwas unter Einsatz eines neuen Gedankens frisch zu greifen, anders  als es einem die aus dem Bauch aufsteigende, auf der Festplatte des Alten abgespeicherten Emotionen  suggerieren möchten: auf das gerade Gegenwärtige, in Wirklichkeit immer neue und individuelle Gegenüber gerichtet. Dass das schnellfertige Reagieren aus gewohnten Gefühlen und Bauchstrukturen – die immer aus dem Alten stammen und daher nicht fähig sind, etwas wirklich Neues zu schaffen bzw. Umstände zu verändern – zu keinem Fortschritt führt, kann ja inzwischen jeder erleben (dass all diese angelegten Gefühle und Meinungen, auf die wir so sehr beharren,  übrigens zum überwiegenden Teil gar nicht unseren wahren eigenen Anliegen als individuelle Persönlichkeit entsprechen, sondern – und das ist sehr optimistisch geschätzt – zu über 80% von medialen, gesellschaftlichen und während der Erziehungszeit genossenen Autoritäten angelegt wurden, lasse ich jetzt mal beiseite, dazu ein andernmal mehr). Jedenfalls könnte eine Kommunikationsplattform, die es dem Gedanken ermöglicht, einzugreifen, bevor die in der Gewohnheit angelegten Sympathien und Antipathien die vollendete Regie ergreifen, in der aktuellen Social Media  Diskussionskultur in der  Tat einen wertvollen Beitrag geben.

Natürlich darf sich auf Human Connection niemand das Paradies erwarten. So wie überall gibt es natürlich auch dort Trolle und Saboteure, die verhindern wollen, dass das zur Formulierung gelangt, was ihr bisheriges Weltbild ins Wanken bringen könnte. „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“ – mit dieser Mission sind natürlich auch die Mitglieder der Gwup/Psiram/Skeptiker-Bewegung in das soeben erst aus der Taufe gehobene Human Connection eingedrungen, um dort in gewohnter Manier zu pöbeln und zu prügeln. Man vergönne ihnen diesen Sport. Solange die Gwupper, die nun auch als politische Partei firmieren (siehe „Die Hexenjagd von Darth Vaders Humanisten“) noch nicht aus der Evolution ausgeschieden und auf ihrem transhumanistischen Todesstern ihr Dasein fristen müssen, wo sie sich dann fernab des Sonnenlichts selbst auffressen müssen, solange wollen sie eben noch von der Möglichkeit Gebrauch machen, ausgiebig in Nachbars Gärten zu wildern und mit ihren Vereins-Schrotflinten durch die Gegend zu ballern. Ja, sind lästig, aber jeder, der diesen Gesellen in den Weiten des WWW begegnet, hat ja mittlerweile auch gelernt, sich von Sheldon Coopers „streng wissenschaftlichen“ Kumpels nicht verwickeln zu lassen und die Trolle nicht zu feeden. Man darf die Gwupperei also durchaus sportlich sehen. Außerdem: Was wäre der Film Herr der Ringe ohne die „Orcs“? So bleibt eben Dynamik im Spiel und das Konstruktive kann angesichts von Niedertracht und Ignoranz umso heller in Erscheinung treten.

Obwohl sich die Gwup-Trolle auf eine „evidenzbasierte“, rein naturalistische Weltsicht berufen, haben sie leider nicht verstanden, dass Ökosysteme einer möglichst großen Diversität und Artenreichtums bedürfen, um stabil zu bleiben. Auch dass Monokulturen nur zum Preis der totalen Erosion und Vergiftung des Bodens aufrechtzuerhalten sind, aber trotz allen noch so gewaltigen Technologie- und Pestizideinsatzes letztlich doch kippen, wird man denjenigen, die der Ideologie von Pinker, Dawkins, Schmidt-Salomon & Co. folgen, vergeblich erklären. Zu süß ist der Mylab-Genlab Science Buster Traum, den sie träumen.

Wie groß die Diversität der Welt und auch der menschlichen Individualitäten in Wirklichkeit ist, kommt jedenfalls in einem netten Gedicht zum Ausdruck, das ich bei meinem Erkundungsstreifzug durch „Human Connection“ als einen der ersten Beiträge angeklickt habe – auch, in welchem Weltgeschehen wir uns gerade befinden. Welche der nachfolgend aufgezählten Herangehensweisen an das Weltgeschehen der Einzelne wählt, steht jedem frei. In der Wahl besitzt der menschliche Wille bekanntlich vollkommen freie Hand. Nur im Tragen der Folgewirkungen seiner Wahl dann eben ganz und gar nicht mehr.

Bild (Papagei): Pixabay/CC0
Bild (Gwupaffen): Pixabay/mod. cc by parkwaechter/CC0


(Text übernommen mit Genehmigung von Raimundo Germandi – wer dem Dichter auf Human Connection folgen möchte, kann das hier tun)

Haltung zum Weltgeschehen

Der Prophet warnt vor dem Untergang.
Der Sensible wittert schon früh die Gefahr.
Der Narr mahnt so früh, dass ihn noch keiner ernst nimmt.
Der Intelligente erkennt den Handlungsbedarf selbst.
Der Denker überlegt sich die Konsequenzen.
Der Weise rät zur Besinnung.
Der Schamane meditiert.
Der Konstruktive plant eine Gegenstrategie.
Der Forscher strebt nach revolutionären Erkenntnissen, die neue Wege ermöglichen.
Der Entwickler perfektioniert akribisch die Technik weiter.
Der Physiker misst gründlich alle relevanten Kenngrößen.
Der Mathematiker berechnet Statistiken.
Der Kreative erfindet Umgehungswege und Ausdrucksmittel.
Der Autor formuliert erhellende Texte.
Der Dichter schreibt und schreibt.
Der Soziale kümmert sich um Schwächere.
Der Künstler malt für den Frieden.
Der Musiker besingt die Liebe.
Der Lehrer leitet dazu an, sich Voraussetzungen anzueignen.
Der Erfürchtige betet.
Der Demütige dient von nun an freiwillig seinen Nächsten.
Der Freund verbringt möglichst viel Zeit mit Gleichgesinnten.
Der Schwache leidet unter dem Druck des Stärkeren.
Der Chirurg operiert selbstbeherrscht nach Prioritäten.
Das Militär interveniert.
Der Kennende weist auf Aufklärungsvideos unter YouTube hin.
Der Einfühlsame ist jedem ein Freund.
Der Informierte reproduziert so gut er kann.
Der Wissende erklärt, wie es dazu kam.
Der Wichtigtuer plappert ihm alles nach.
Der Genießer trinkt weiter sein Bier.
Der Arrogante lacht die anderen aus.
Der Ignorante lässt sich nicht stören.
Der Angeekelte wendet sich wortlos ab.
Der Offene hört sich jede Meinung an.
Der Journalist fährt grundsätzlich zur Quelle.
Der Reisende freut sich des Lebens.
Der Hochgeistige interpretiert auf Entsprechungsebenen.
Der Schaulustige will alles gesehen haben.
Der Einsichtige ist reumütig und kehrt um.
Der Barmherzige verzeiht seinen schlimmsten Feinden.
Der Ehrliche sucht den Fehler bei sich selbst.
Der Geduldige hört zu.
Der Zuversichtliche hofft – begründet oder unbegründet – weiter.
Der Naive ahmt ihm nach.
Der Gläubige vertraut auf Gott.
Der Betroffene schreit aus Not, Angst oder Schmerz.
Der Skeptiker zweifelt an jedem Hinweis.
Der Gefolterte wartet auf seinen Tod.
Der Euphoriker übertreibt schon im Ansatz.
Der Beständige gibt nicht auf.
Der Verantwortliche prüft und sucht Beweise.
Der Soldat kämpft aus Überzeugung.
Der Pflichtbewusste tut nur seine Arbeit.
Der Zyniker stichelt, weil er die Wahrheit nicht aushält.
Der Zuverlässige kontrolliert, ob auch alles seine Richtigkeit hat.
Der Besserwisser weiß es besser.
Der Geschwätzige hört sich am liebsten selbst reden.
Der Labile weiß nicht mehr weiter.
Der Starke sucht neue Wege.
Der Sportler trainiert, damit er am Tag X eine gute Kondition hat.
Der Vater schützt seine Familie.
Die Mutter schützt ihre Kinder.
Das Kind ist völlig abhängig und braucht als erstes Hilfe.
Der Globetrotter überlebt, weil er gut vorbereitet ist.
Der Beauftragte tut alles für seinen Geldgeber.
Der Verzweifelte gibt auf.
Der Späher kennt kein Gewissen.
Der Erpresste handelt aus Angst so, wie es ihm vorgegeben wird.
Der Schüchterne lässt alles zu.
Der Aufgeregte empört sich.
Der Blinde ahnt nichts.
Der Vergessliche kann sich nichts merken.
Der Feuerwehrmann löscht, wenn es brennt.
Der Kriegslüsterne muss kämpfen.
Der Manipulierte meint die Wahrheit gesagt zu bekommen.
Der Aufgehetzte kennt nur Hass.
Der Dumme versteht überhaupt nichts.
Der Aufständige zeigt Präsenz und Courage.
Der Abgestumpfte spürt seinen Schmerz nicht mehr.
Der Zähe setzt sich immer wieder auf sein Pferd.
Der Resolute setzt sich überall durch.
Der Korrupte missbraucht die Situation.
Der Geizige giert nach Mehr.
Der Neider missgönnt den Erfolgreichen ihren Erfolg.
Der Gutmütige findet immer eine beschwichtigende Erklärung.
Der Egozentriker nutzt die Gelegenheit, sich ins rechte Licht zu setzen.
Der Feige flieht.
Der Ängstliche erstarrt vor innerer Panik.
Der Humorvolle findet immer etwas zu lachen.
Der Gelassene trinkt seinen Tee und wartet erst einmal ab.
Der Mächtige triumphiert und reibt sich die Hände.
Der Übermächtige beherrscht selbst die Mächtigen durch polarisierende Spaltung.
Der Kluge bestellt sein Feld.
Der Unselbständige fühlt sich total ohnmächtig.
Der Kranke ist mit sich selbst beschäftigt und hat keine Kraft etwas zu tun.
Der Abgelenkte schaut immer dorthin, wo sich etwas besonders schnell bewegt.
Der Tote steht nicht mehr auf.

Der Leser ordne sich ein.

 

Endlich … das Gute und Gerne Leben für Jeden?

167 zug pixabay

In jüngster Zeit konnte man in der überhitzten Klimadebatte zum Glück auch einige angenehm deeskalierende Stimmen vernehmen, die uns zur Erinnerung brachten, dass man sich auf Seiten neoliberaler Machtstrukturen ja gerade diebisch freuen muss, wenn sich kluge Köpfe innerhalb der alternativen Medien und der Friedensbewegung, die bislang Freunde und Partner waren, nun in verbissenen Grubenkämpfen aufreiben.

In diese gerade abschwelende Kontroverse wurde nun von ganz unerwarteter Seite wieder Öl ins Feuer gegossen. In einem – zweifellos wohlmeinenden – Interview auf Rubikon mit Jens Wernicke verlässt Prof. Mausfeld, der streitende Pole bisher immer angenehm souverän von einer Art Meta-Ebene aus betrachtet hat (und damit in gesamtgesellschaftlicher Hinsicht  umso mehr Klärung bewirken konnte) nun seine gewohnte objektive Position und zeigt sich durchaus parteiisch. Mausfeld  bringt zum Ausdruck, dass auch er keine Geduld mehr mit der Gegenbewegung zur derzeit herrschenden Klimabewegung habe, er die „Heftigkeit und momentane Breitenwirkung dieser Gegenbewegung“ nicht verstehe. Dass „subjektiv überzeugte Teilzeit-Hobby-Geophysiker ihre Intuitionen gegen wissenschaftliche Einsichten geltend zu machen suchen“ sei auch „kognitionswissenschaftlich nicht ganz einfach zu erklären“. Mausfeld führt dabei ein quantitatives Argument ins Feld, das man von jemandem, der bisher aufgrund kritischer Analyse befundet hat, nicht erwartet hätte: dass es bezüglich der Klimadebatte einen deutlichen „Konsens der relevanten Forschergruppen“ gebe und „die wissenschaftliche Interpretationslage außergewöhnlich einhellig“ sei.

Rubikon-Chefredakteur Jens Wernicke, ein in Sachen Manipulationstechniken und medialem Meinungsmanagement an sich ebenfalls geschulter und erfahrender Kopf (Autor des Buches „Lügen die Medien?“), bestärkt Mausfeld noch in seinem Unbill und bezeichnet die  Kritiker der derzeit herrschenden Klimabewegung als „Astroturf-Bewegung“, für die es „keinerlei wissenschaftlichen Spielraum“ gebe.

Angesichts der drohenden Zerstörung unserer Lebensgrundlagen kann man die Vehemenz, mit der sich Wernicke und Mausfeld nun zu positionieren versuchen, durchaus verstehen, insbesondere, da ja heute jeder im öffentlichen Diskurs stehende Mensch gerade massiv gedrängt wird, sich im aktuellen Klimakampf zu „positionieren“. Wer das nicht tut, dem wird schnell AfD-Nähe, Rechtslastigkeit, Irrationalität oder Schlimmeres unterstellt.

In den sozialen Netzwerken und alternativen Medien flammen nun die soeben erst ein bisschen zur Besinnung gekommenen Grubenkämpfe wieder neu auf. Sogar heftiger denn je, sodass man im Vergleich dazu die Bomben- und Granteneinschläge von Erdogans aktueller Offensive im Norden Syriens fast schon wie belangloses Hintergrundrauschen wahrnimmt. Auch alle anderen Probleme in unserem unmittelbaren Umfeld, die uns bis vor Kurzem noch intensiv beschäftigten, sind wie vom Tisch. Sogar innerhalb der alternativen Medien wird nun der „Kampf gegen Rechts“ und gegen die „Querfront“ ausgerufen. Dass die Doomsday Clock inzwischen auf zwei Minuten vor Mitternacht, i.e. den nuklearen Holocaust gestellt wurde, juckt kaum noch jemanden, alle starren jetzt auf die Klima-Uhr, die gnadenlos tickt. Da uns laut dieser Uhr nicht mehr viel Zeit zum Handeln bleibt, ist man zu allem entschlossen. Unter dem Header „UNITE BEHIND THE SCIENCE“ sollen nun nicht mehr dumme Politiker, die von noch dümmeren Wählern gewählt werden, Entscheidungen treffen, sondern konzernwirtschaftlich (pardon: „wissenschaftlich“ natürlich) akkreditierte „Experten“ sollen jetzt alles regeln (siehe auch Norbert Häring: „Der Griff der Konzerne nach der Weltherrschaft“).

Und während gerade unglaublicher sportlicher Ehrgeiz entfaltet wird, um dem anderen seine „Unwissenschaftlichkeit“ nachzuweisen (notfalls auch mit Links zu „Faktencheck“- und Inquisitionsplattformen, von welchen man selbst diffamiert wird),  kann einen das unheimliche Gefühl beschleichen, dass wir alle nur wie Ameisen auf einem Schienengleis sitzen, auf dem gerade eine gewaltige Megamaschine heranrollt, die alles über den Haufen werfen könnte, was wir bisher an zivilisatorischen Verhältnissen gewohnt waren.

Ich habe bei der ganzen Diskussion jedenfalls das ungute Gefühl, dass sich die Global Governance-Strippenzieher (siehe „United into Great(a) Desaster“) gerade genüsslich amüsieren, wenn nun sogar im alternativen Lager der „Kampf gegen Rechts“ ausgerufen wird (wie uns Prof. Mausfeld früher ja erklärt hat, ein „Fake-Kampf“, der von den wirklichen Problemen, die uns derzeit bedrohen, ablenken soll).

Ich denke auch, dass es den meisten Kritikern der herrschenden Klimatheorie und des Greta/Rezo-Hypes (den „Klimaleugnern“) weniger um die Widerlegung der CO2-Modelle geht, sondern sie ahnen wohl eher das fundamentale Ablenkungsmanöver und die Verkürzung, in der sich jetzt alles auf CO2 fokussiert und alle anderen, wirklich abgründigen Probleme plötzlich von der Bildfläche verschwinden.

Machen wir ein einfaches Gedankenexperiment: Denken wir den CO2-Ausstoß, und auch diese AfD, auf deren Bekämpfung von allen Seiten ja nun schon seit Jahren soviel Energie verwendet wird, einfach weg (und meinetwegen auch dieses EIKE-Institut). Ist unrealistisch, ich weiß, aber nur so als Denkübung: CO2 Emissionen auf Null reduziert und AfD futsch, alle Rechten zum Schweigen gebracht … Sind wir dann wirklich gerettet und ist dann endlich das Gute und Gerne Leben für Jeden da?

Oder sind wir dann womöglich genauso am Arsch bzw. am Abgrund wie derzeit?

Fotos (1 / 2): pixabay/CC0

Self-Debunking 4.0

162 screenshot Facebook MG2


Screenshot von Bundesregierung/Facebook 10.09.2019 (Quellenlink)

Der Professionalität und Raffinesse der politisch-medialen Maschinerie einer Kanzlerin, die es  geschafft hat, eine ganze Nation zu „chloroformieren“ und die mit jedem gesprochenen Wort „Betäubungszonen ausbreitet“ (© Roger Willemsen), werden Historiker und Marketingexperten der Zukunft, die den neoliberalen Holocaust überlebt haben, einmal immer noch ihren Respekt zollen müssen.

Je nachdem, ob man (Galgen-)Humor hat oder nicht, mag man das lustig finden oder auch nicht: Schon seit einiger Zeit beobachte ich mit Verblüffung, wie sich fast in jedem Propaganda-Sujet auch irgendwie die Sache selbst bzw. das Motiv dahinter verrät, wenn man nur genau hinguckt. Auch im jüngsten Shitsheet der Bundesregierung – siehe oben – ist das so: Da steht doch tatsächlich als einer der drei Hauptpunkte zur Frage „Warum zahlen wir Steuern?“: „ZUR LENKUNG VON VERHALTEN“ (sic!)


Nachsatz:

Manipulative Machwerke sollte man niemals einfach so ins Netz stellen, ohne auch die notwendige Portion Gegengift bereitzustellen – gibt sonst innerlich üble Gärungen, Verknorksungen und Kurzschlüsse. Da ich nicht gut und gerne (von Steuergeldern) lebe, sondern selbst und ständig, und daher gerade nicht die notwendige Muße habe, hier eine Ampulle Antidot eines FB-Kommilitonen, der es bereits auf den Punkt bringt:

>> wisst ihr, ich arbeite echt recht hart. und wenn ich mir als kleiner selbständiger jeden monat (bzw. am ende des jahres) anschaue, was mir der staat einfach so wegnimmt… zertrümmere ich regelmäßig vor wut mindestens ein *gestört aber geil*-album. oder zwei.

ich hätte überhaupt kein problem damit, wenn dieses konstrukt namens bundesrepublik meine steuern sinnvollen dinge zuführen würde. eben jene, die die bundesregierung hier so kindgerecht auf facebook aufbereitet: für schulen, für kultur, wasserversorgung, renten, kinder…

so: ist es aber nicht freunde. denn: die größte lüge ist die auslassung.

ich bin echt ein fan dieser alten weisheit. weil eben die wirklich wichtigen dinge die sind, die verschwiegen werden. vor allem: von der propaganda. und so ist der ZWEITHÖCHSTE kostenpunkt in diesem staat: das militär.

und den fakt findet ihr irgendwie nicht im post der bundesregierung. komisch.

schon jetzt gibt die deutsche regierung jährlich 43 MILLIARDEN EURO steuergeld jährlich für den krieg aus. das reicht aber nicht: denn bis 2024 sollen noch viel mehr der hart erarbeiteten steuergelder aller bürger in panzer, flugzeuge und maschinengewehre fließen. und zwar mit einer über 30%-steigerung im vergleich zu heute.

heißt konkret, dass der deutsche militärhaushalt in wenigen jahren bei unfassbaren 85 milliarden euro pro jahr liegen wird. für das komplette ressort *natur, heimat und umweltschutz* gibt deutschland übrigens aktuell jährlich stattliche 2 milliarden euro aus. nur so als sidekick adressiert an die kids, die freitags gerne laut werden.

russland, das größte land der erde, senkte übrigens jüngst erst seine rüstungsausgaben auf 61 milliarden euro. ganz im sinne der strammen altvorderen so mancher regierungsmitglieder werden wir also in dieser hinsicht bald *den russen* überholt haben.

das neue kriegsbudget deutschlands ist mehr als das großbritanniens, mehr als das frankreichs. es wäre der zweitgrößte militärhaushalt innerhalb der nato nach den usa, der anerkannt liebevollsten friedensmacht des planeten und: die höchste ausgabe deutschlands für sein militär seit gründung dieses staates.

AUCH die höchste seit gründung der bundesrepublik ist übrigens: die armutsrate. noch nie waren mehr menschen in diesem land arm. noch nie lebten mehr menschen in diesem land im elend. noch nie hungerten mehr kinder in diesem land. jedes 4. kind in diesem land gilt offiziell als *arm* (im osten ist es jedes 3.). jedes 5. kind geht hungrig ins bett.

aber hey, all das: erzählen euch niedliche social media bildchen der bundesregierung eben eher: nicht. <<

(…)

>> kinderbetreuung, schulen, kultur… oder geht eure kohle doch eher für panzer an der russischen grenze drauf? <<
(Quelle: Markus Gelau / Facebook)

Das Imperium schlägt zurück: 320 renommierte „Wissenschaftler*Innen und Expert*Innen“ verfassen Gegendarstellung zum Folterbericht des UN-Sonderberichterstatters über Julian Assange

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(Foto: RT / screenshot aus Youtube, 11.04.2019 /colormod pw)

Der offene Brief des UN-Sonderberichterstatters über die Diffamierung und Folterung von Julian Assange (siehe „Das Schweigen der Leitmedien und die Zukunft der Lämmer“) wurde nun von „Experten“ massiv kritisiert. Über 300 „Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“ waren sich nicht zu schade, in konzertierter Aktion eine vehemente Entgegnung zu Melzers Artikel zu unterzeichnen. Wer die ellenlange Unterzeichnerliste durchscrollt (siehe medium.com), der muss unweigerlich vor Andacht in die Knie gehen: Die Creme der akademischen Jurisprudenz von Oxford, der University of London bis nach Hongkong, Professor*Innen und Direktor*Innen namhafter Universitäten in den USA, Europa, Schweiz, Australien, Südamerika und der sonstigen großen Welt der Campus-Freunde im Verein mit Gender- und Global Human Rights Instituten, Centers for International Law and Justice, Gender-based Violence specialists etc. reichen sich hier geschlossen die Hand bzw. machen die Mauer, damit wir nicht solch unwissenschaftlichen und an den schlichten menschlichen Hausverstand gerichteten Appellen wie von Nils Melzer folgen.

Da auch eine ganze Generation, die soeben zu einer Art politischem Bewusstsein erwacht ist, geneigt ist, sich „gegen Unvernunft“ und bedingungslos „auf die Seite der Experten zu stellen“ (so die – keine Frage, gut gemeinte – gemeinsame Aussage im millionenfach angesehenen Video-Statement von Rezo & den 90 Super-Youtubern – siehe „Endlich: Jetzt schlägt die Stunde der Experten! – Über Evidence Based Bullshit“), kann man nicht oft genug auf Noam Chomsky hinweisen. Chomsky ist jemand, der sich wohl am profundesten mit der meinungsbestimmenden Funktion der sogenannten Experten und akademischen Wissenschaftler befasst hat. Er nennt sie eine „Art säkulare Priesterschaft“ für die Machtelite, „indem sie Ideen, Pläne, Strategien, Werte, Theorien, Rechtfertigungen und Doktrinen für die ökonomischen und politischen Entscheidungsträger des Herrschaftssystems entwickeln und dem Rest der Bevölkerung verkünden, was sie glauben sollen.“

Diese heute regelrecht vergötze akademische Schicht an „wissenschaftlichen Experten“, die sich ach so aufgeklärt gibt und uns vor „irrationalen Ansichten“ warnt, ist nach Ansicht von Chomsky selbst „deeply indoctrinated“ (auf deutsch: zutiefst gehirngewaschen). Diese rein nach „streng wissenschaftlichen“ Kriterien agierenden Experten sind heute auf ausnahmslos allen Gebieten des Lebens tonangebend. Sie bestimmen schon längst und dies lückenlos, was in ökonomischer,  ökologischer, militärischer, finanztechnischer, kommerzieller, pädagogischer und sozialer Hinsicht geschieht und was unsere Politiker zu tun haben. Alles, was wir in unserer nicht nur vorm sozialen Abgrund und  finanziellen Kollaps, sondern auch kurz vorm Ökozid stehenden Gesellschaft erleben, IST also bereits real anschaubare Konsequenz GERADEWEGS DIESER „streng wissenschaftlichen“, rein der „rationalen Vernunft“ und Effizienz verpflichteten Denkweise, der zufolge Mensch und Welt nur sinn- und geistlose Kohlenstoffzusammenballungen – also WURST – sind, daher ihrer restlosen Ausschlachtung nach rein betriebs-/volkswirtschaftlichen Kriterien nichts im Wege steht bzw. jeder, der anderes behauptet, „irrational“ und dem Fortschritt schädlich ist.

Leute, bitte rafft es rechtzeitig: Diese Expertenschaft hat es nicht im Geringsten notwendig, dass wir oder die Superyoutuber sich auf ihre Seite stellen. Die verachten euch Fußvolk sogar und tun alles, damit ihr auf Distanz und vor allem: unten bleibt. Das werden sie euch natürlich nicht direkt sagen. Ich kenne den akademischen Betrieb und die Denkweise seiner streng wissenschaftlichen Esperten selbst zur Genüge – sind meist allesamt sehr nette Damen und Herren, die Wert auf ein gepflegtes Äußeres legen, sich neuerdings sogar bemühen, lustig und volksverständlich zu sein (wie FAZ-Korrespondent Reinhard Bingener schreibt, soll es ja keine trockene, sondern eine fröhliche Wissenschaft sein, die im Zuge der szientistisch-neoliberalen Agenda Eingang in die Köpfe des postmodernen Menschen findet: Sie „deklinieren die Evolutionstheorie bis in die Grundfragen der Lebensführung herab: Was dürfen wir nicht mehr glauben? Was sollen wir essen? Wie können wir es treiben? – es soll eine fröhliche Wissenschaft sein.“).

Natürlich werden sich diese hochkarätigen Experten empört dagegen verwehren, wenn man ihnen vorwirft, dass sie eigentlich gar keine Wissenschaft, sondern eher eine NICHTWISSENWOLLENSCHAFT vertreten. Wer das im heutigen Diskurs öffentlich zu sagen wagt, der wird umgehend mit einer erschlagenden Fülle an Argumenten und Tonnen an streng wissenschaftlichen „Papers“ plattgemacht, noch bevor er richtig Luft holen konnte. Er ist sofort einen Kopf kürzer, noch bevor man ihn auf die Guillotine des Manufacturing Consent oder auf den digitalen Scheiterhaufen schleppen konnte. Passt also gut auf, meine lieben jungen Freunde, wenn ihr euch „auf die Seite der Experten stellen“ wollt. Die haben scharfe Klingen und Streitäxte im Talon, gegen die unsere gut gemeinten Forderungen für mehr Menschlichkeit, Klima- und Umweltschutz wie stumpfe Kartoffelschäler wirken. Die SUV-fahrenden wissenschaftlichen Würdenträger lachen in Wirklichkeit über unser naives Ansinnen für mehr Menschen- und Klimagerechtigkeit. Sie wollen unseren Schwung und unser  gut gemeintes Engagement sogar noch ausnutzen, um uns mit neuen Steuermodellen noch weiter abzuzocken, während Business as usual weitergehen soll wie gewohnt. Behaltet bei Eurer neu entdeckten Hinwendung zu den „wissenschaftlichen Experten“ also eventuell im Hinterkopf, was Noam Chomsky über diese grauen Eminenzen gesagt hat. Glaubt mir, als Professor des renommierten Massachusetts Institute of Technology/MIT in Cambridge weiß er, wovon er redet. Er hat fast sein ganzes Leben am Campus der Universität verbracht.

Und by the way: Wisst ihr eigentlich, was ‚Campus‘ bedeutet? Diese Bezeichnung für unversitäres Terrain stammt vom lateinischem Wort campus = Schlachtfeld. Es gibt wohl in der Tat kein besseres Wort für denjenigen Boden, von dem aus unsere Köpfe und Herzen erobert werden sollen. Erobert wird heute freilich nicht mit Peitschen und Kanonen, das wäre ja barbarisch und im Zeitalter von political correctness nicht mehr zeitgemäß.  – Nein, erobert wird heute mit viel effizienteren und global wirksamen Waffen: mit den alternativlos zwingenden, streng wissenschaftlichen Argumenten von akademisch und konzernwirtschaftlich akkreditierten Experten. Wissenschaftlichen Experten, die Noam Chomsky folgendermaßen charakterisiert:

Sie identifizieren sich mit den Interessen der Mächtigen und halten diese für ihre eigenen. Für ihren Dienst und für ihre Verinnerlichung und Verteidigung des Wertekanons und der Interessen der Machtelite erhalten sie einen gewissen Anteil an der Macht, des Reichtums, der Privilegien und des Prestiges. Damit bilden sie nicht nur einen zentralen Pfeiler des ideologischen Indoktrinationssystems, sondern sie sind vielmehr entscheidende Akteure des staatskapitalistischen Propagandasystems für die Herrschaftssicherung der Machtelite, weil sie die breite, weniger gebildete Bevölkerungsgruppe (rund 80 Prozent) ideologisch zum Gehorsam, zur Passivität, Konformität, Habsucht und Unterwerfung erziehen, indem sie diese in ihrem sozialen, kulturellen Verhalten, Wissen und Denken bzw. in ihrer Wahrnehmung entsprechend formen, disziplinieren und kontrollieren.

(…) Für die extrem indoktrinierten und gebildeten Schichten existieren intellektuell ´anspruchsvolle` Elite- und Leitmedien, die politische und ökonomische Gegebenheiten und Entwicklungen innerhalb des vorgegebenen ideologischen Indoktrinierungsrahmens der Machtelite darlegen und kommentieren. All dies dient auch dazu, den übrigen 80 Prozent der Bevölkerung die notwendigen Illusionen bzw. Lügen als Wahrheit zu verkaufen, hinter denen sich die handfesten Interessen der Machtelite verbergen. Denn diese Leitmedien liefern nicht nur die passenden Themen, Bilder und Informationen, sondern setzen vor allem den zu befolgenden ideologischen Rahmen zulässiger Meinungen und Ansichten über die Welt für alle weiteren Massenmedien.

Für den übrigen Teil der Bevölkerung, also die ´weniger gebildete` und zum Gehorsam erzogene Mehrheit, gibt es die anspruchslosen Massenmedien, die vor allem dafür zuständig sind, die Menschen zu unterhalten, zu amüsieren, abzulenken (Sport, Seifenopern, Boulevard, Comedy, Krimis etc.), und sie mithilfe bedeutungsloser (nationalistischer, chauvinistischer) Slogans und des Fernsehens zu apathischen, autoritätsgläubigen, kaufsüchtigen wie desinteressierten Konsumidioten zu formieren. So wird die Bevölkerung sozial atomisiert, fragmentiert und dadurch politisch marginalisiert.

(…) So wird die Bevölkerung sozial atomisiert, fragmentiert und dadurch politisch marginalisiert. Dies wird durch eine falsche, lügenhafte oder irreführende Darstellung politischer, sozialer, ökonomischer Tatsachen, Erklärungen und Zusammenhänge begleitet, die von Regierungen und Konzernen mithilfe der PR-Industrie sowie intellektuellen Experten als notwendige Illusionen produziert und verbreitet werden. Die breite Bevölkerung soll eben nicht über die Welt selbstständig nachdenken, sie soll sich noch viel weniger politisch einmischen, vielmehr soll sie sich darauf beschränken, die in der Werbung angepriesenen Waren zu konsumieren, um einen fremdgesteuerten Lebensstil zu imitieren und nachzueifern.“

 

Link zu Chomsky Volltext-Rezension: „Die Wachhunde der Machtelite“ (Nachdenkseiten)

siehe auch „Alles in Butter: Prof. Michael Butter – Wie man tapfer feige eine wissenschaftliche Lanze bricht“ (Nachrichtenspiegel)

Der Psiram Lehrmeister – Massentaugliches Infotainment und marktkonformer Brainfuck

Endzeit-Poesie 4.0: Unser „Ich“ – Staatsfeind Nr.1

 

Das Transen-Paar des Verderbens (Wie Angst und Hass gerade unsere Gesellschaft auffressen – und wie man sich vor jenen rettet)

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Vergiftet im Schlaf

Wer im derzeitigen „Wer nicht hüpft, der ist …“ – Rinderwahnsinn nicht mehr weiß, wo Links und Rechts und wo Oben und Unten zu verorten sind, und der daher vielleicht an seiner eigenen Vernunft und psychischen Gesundheit zweifelt, der sei beruhigt: Er kann nichts dafür. Er ist selbst Opfer. Er wurde vergiftet.

Das Gift, das ihm täglich dargereicht wird, besteht aus einer unseligen Mischung zweier hochtoxischer Komponenten, über die man auch als chemischer Laie Bescheid wissen sollte, wenn man in heutiger Zeit, in welcher laut Peter Sloterdijk „der Lügenäther so dicht ist wie zu Zeiten des Kalten Krieges nicht mehr“, überleben will: Angst und Hass. Um sie zu verstehen, muss man wissen, dass die beiden Geschwister sind. Hass ist sogar der regelrechte Zwilling von Angst und diese beiden Gebrüder können sich auch fließend ineinander umwandeln. (Gender-Disclaimer: Ob’s jetzt Gebrüder sind oder Geschwister oder Neutra, lass‘ ich jetzt mal dahingestellt. Bitte mir solche Simplifizierungen also nicht übelzunehmen und mich als transphob abstempeln.)

Derzeit wird über massenmediale Mechanismen in gewaltigem Maße Angst (von lat. angustia – ‚die Enge‘ und angor – ‚das Würgen‘) in die Atmosphäre und damit in die Köpfe und Herzen der Menschen geblasen – auch und gerade durch die scheinbar so souveränen und beruhigenden Hochglanzmoderatoren und TV-Formate, die suggerieren, dass wir alle, die wir Merkel oder Habeck wählen, doch zu den anständigen Bürgern gehören und alles Gute und Gerne auch weiterhin Gut bleibt, notfalls man die faul vermorschte Borke eben mit Beton eingießen muss.

All diese massenmedialen Informationen, die im Wesentlichen nur als Vehikel für tendenziöse Meinungsmache und mit ihrem Wahrheitsgehalt als Zierrat gut verpackte Lügen und Manipulationen dienen (und die umso überzeugender klingen, wenn sie der verkündende Journalist bzw. Talkmaster selbst internalisiert hat und fraglos für das Rechte hält), bewirken in unserem Inneren nichts anderes als gewaltige Gärungen und Kurzschlüsse. Sie sind auch beim besten Willen nicht auf die Reihe zu bringen und aufgrund ihrer Toxizität auch nicht verdaulich. Auf der Ebene ihres Intellekts lassen sich die Menschen mit diesen massenmedialen Inhalten reinlegen, aber unterbewusst spürt jeder Mensch sofort die Wahrheit bzw. dass das alles Lüge bzw. Manipulation ist – und wenn Bewusstes und Unterbewusstes nicht mehr zur Deckung zu bringen sind, sondern sich sogar diametral widersprechen, dann hat der Mensch das Gefühl, dass er demnächst durchdrehen muss. Die Furcht, die all die unwahren und tendenziös verbrämten Inhalte im Menschen auslösen, wandelt sich dann leicht in Hass. Und dann ist natürlich die Gefahr da, dass sich Menschen Ventile für diesen Hass suchen.

Das besonders Perfide: Auch diese Ventile bzw. die Zielobjekte, an denen sich der Hass entladen kann, werden den Menschen von den Leitmedien vorgegeben: Arbeitslose, Russland, Putin, Verschwörungstheoretiker etc. … – momentan gut beobachtbar z.B. an „Impfverweigerern“, auf welche sich in den Foren ja gerade der geballte Wust an Angst und Hass entlädt, da die Zwangsimpfungsgegner durch ihr Beharren auf Selbständigkeit und Mündigkeit des Individuums vermeintlich „den Herdenschutz gefährden“. Und wenn’s um die Herde geht, dann ist bekanntlich Schluss mit Lustig. Eine riesige Industrie giert nach dem Fleisch, der Wolle und den Organen dieser Herde. Ihre Schäfer werden daher nicht tatenlos zusehen, wie sich die Individuen dieser Herde emanzipieren und eigene Wege gehen wollen. Damit die Herde im sicheren Gatter im Zaum gehalten wird, leisten die „streng wissenschaftlichen“ Gatekeeper der herrschenden Lehre (laut Noam Chomsky: „die säkularen Hohepriester der Machtelite“) derzeit einen tadellosen Job.

Von Goebbels lernen heißt siegen lernen

Es ist im Prinzip das Gleiche wie zu Goebbels Zeiten, als das System wirtschaftlich und moralisch eigentlich bankrott war. Dass die Wirtschaft damals nicht komplett eingebrochen ist, konnte man nur verhindern, indem man die Bedrohungs-/Aufrüstungs-/Kriegskarte ausgespielt hat. Auch heute wird diese Pik Ass Karte wieder schamlos ausgespielt, selbst wenn die Mär vom bösen Russen inzwischen kaum noch jemand glaubt.

Auch damals wurde den Bürgern über die massenmedialen Kanäle präsentiert, wer an der ganzen Misere schuld sein soll: die Juden, Sinti und Roma, die „Asozialen“, die „Intellektuellen“, ethnische und religiöse Minderheiten wie die Zeugen Jehovas etc. Blöd dabei war nur: nachdem man all diese Sündenböcke in KZs entsorgt und eingeäschert hatte, hatte sich an der eigentlichen Misere nicht das Geringste geändert, sondern ist der Arschlochfaktor sogar nur noch ins Unendliche gestiegen, bis die ganze Propagandamaschinerie schließlich in einem großen Scherbenhaufen geendet hat.

An sich könnte man diesen Teufelskreis aus Angst und Hass (der wiederum zur Projektion auf an sich harmlose Sündenböcke bzw. Randgruppen führt) jederzeit durchbrechen. Man kann sich sogar mit der Angst anfreunden und ihr einige positive Seiten abgewinnen. Sie macht einen z.B. wach für gewisse Umstände und kann einem dazu verhelfen, Verdrängungen und fatale Irrwege zu vermeiden. Hätte der Bergsteiger beim Besteigen eines vertikalen Felsens nicht auch eine Portion Angst, dann würde er womöglich leichtsinnig seinen Hals riskieren. So würde man auch den scheinbar völlig angstbefreiten und euphorischen Wissenschaftlern, die Mensch und Umwelt durch Hochrisikotechnologien wie Gen-, Bio- und Nanotechnologie gerade neu erschaffen wollen, bei ihrem täglich fortschreitenden Treiben eine gesunde Portion Angst wünschen. Denn sie könnten nicht nur selbst in den Grand Canyon abstürzen, sondern uns alle dorthin mitreißen.

Orwells Hasstage zur Kompensation der Lebenslüge

Und erst wenn man sich seiner Angst bewusst ist, kann man bewusste Schritte zur Überwindung festgefahrener Verhältnisse setzen und neue Wege eröffnen. Solange die Angst jedoch im Unterbewussten bleibt, und man sie sogar mit krampfhaft euphemistischen Bekundungen von Begeisterung und Fortschrittswillen zu kaschieren versucht, ist das Unglück fast schon vorprogrammiert und das Aufwachen aus dem Fortschrittstraum wird umso ernüchternder sein. Denn dort unten im Unterbewussten ist die Angst nicht minder real und wirkt von diesem Keller-Stützpunkt auch ohne Unterlass und mobilisiert gewaltige Kräfte … die sich eben jederzeit in Hass verwandeln können. Inzwischen ist die angestaute Angst so groß geworden, dass sogar das Potential besteht, dass ganze Länder mit Wahnsinn überzogen werden. George Orwell hat uns wie mit vielem anderen davor gewarnt, dass man in Zukunft „Hasstage“ feiern wird, an denen sich der Wust an innerer Frustration und Hass auf Andersdenkende in emotionalen Gemetzeln entladen kann.

Das Fatale in der heutigen Situation ist nur: Indem wir nun schon jahrzehntelang, viele von uns schon von Kindesbeinen an, mit demjenigen konditioniert wurden, was Vaclav Havel ein Leben in der „Lebenslüge“ genannt hat, ist der Anblick der Wahrheit nun umso schmerzvoller. Wir haben mit dem Huldigen dieser Lebenslüge bzw. mit der Illusions- und Entertainmentmaschinerie dieses Systems gewaltig viel Lebenszeit verloren und sind jetzt gewissermaßen in einer Situation wie ein Student, der vor schwierigen Prüfungen steht, in denen er Integral- und Infinitesimalrechnungen lösen soll, aber er nicht einmal die vier Grundrechenarten beherrscht.

Da wir der Wahrheit bisher weitgehend den Zugang zu unserem Inneren verwehrt haben, ist der Druck, den diese verdrängte – ebenfalls nicht nur außen, sondern in uns selbst bzw.  unserem Unbewussten lebende –Wahrheit ausübt, nun umso größer. Die Angst vor der Wahrheit hat sich bei vielen sogar schon in Hass auf die Wahrheit gewandelt, sodass sie mit aller Verve gerade diejenigen hasserfüllt attackieren, die es wagen, auf irgendeinem Gebiet des Lebens eine Wahrheit anzusprechen und damit die Lüge zu demaskieren. Ganze Bewegungen und politische Parteien formieren sich, um krampfhaft den Deckel am Topf der Lebenslüge zu halten, obwohl dieser bereits überquabbelt – so wie die mittlerweile schon über 10.000 Mitglieder zählende radikalnihilistisch-szientistisch-transatlantische Gwup-/Psiram-/Skeptikerbewegung, die nun auch über einen politischen Arm in Form der Partei „Die Humanisten“ verfügt und bei der jüngsten EU-Wahl immerhin 62.600 Stimmen und damit im ersten Anlauf stattliche 0,2% der gesamten Wählerstimmen einfahren konnte. Um ein Haar wären die Freunde Monsantos und transhumanistischen Science Busters („Wir wollen mit neuen Technologien den Weg zum Körper 2.0 ebnen“) damit im Europaparlament gelandet und hätten uns von dort aus den totalen Scihad zu erklären können – medial wirksam ins Fußvolk breitgetreten durch ihren hauseigenen „Humanistischen Pressedienst / hpd“ bis in die Leitmedien, mit deren Redaktionen die Gwupper bestens vernetzt sind.

Das Gegengift: Mut zur Wahrheit

Der Autor Dirk C. Fleck kommt daher nicht von ungefähr dazu, dass er meint, die Wahrheit sei dem durchschnittlichen Bürger heute gar nicht mehr zumutbar. Fleck spricht dabei allerdings von der Masse bzw. der Majorität. Diese sollte im derzeitigen Unwetter nicht unser Maßstab sein. Denn es hat in der gesamten Geschichte der Menschheit noch nie einen Fortschritt gegeben, wenn man sich an der Masse orientiert hat. Fortschritt ist immer nur vom einzelnen Individuum ausgegangen bzw. von kleinen Gruppen, die sich aus solchen freien Individuen, die über den Tellerrand hinauszublicken wagten, zusammengefunden haben, und zwar ganz ohne Zwang, sondern nur einem humanen Ideal verpflichtet.

In welche Richtung die Masse marschiert, darf uns in der jetzigen Situation also nicht groß bekümmern oder frustrieren, so tragisch es auch sein mag. Umso wichtiger ist es auch heute, dass sich möglichst viele Individuen – auf ihre jeweils individuelle Art, die man niemals für allgemeinverbindlich erklären darf – zu mehr Wahrheit oder etwas bescheidener ausgedrückt: zu mehr Mut zur Wahrheit durchringen. Denn ganz Unrecht hat Dirk Fleck nicht: Die Wahrheit ist gewaltig – auch die Wahrheit über die Verhältnisse des eigenen Inneren, in dem ebenfalls respektable und gut gemästete Feinde namens Gier, Eitelkeit, Unehrlichkeit, Ignoranz etc. lauern – und man braucht durchaus starke Sicherungen, um den Strom dieser äußeren und inneren Realitäten aushalten zu können. Wenn wir uns in den Strom der Wahrheit allerdings nicht einklinken, dann wird er sich andere Wege suchen – als Kriechstrom unerwartete Wege gehen und gewaltige Kurzschlüsse verursachen. Die Blackouts, die nach diesen Kurzschlüssen eintreten werden, wieder zu erhellen, würde tausendmal anstrengender sein als die vermeintliche Anstrengung, uns aus dem heuchlerischen System des „Manufacturing Consent“ aufzurichten und mit der Wahrheit zu konfrontieren, die wir derzeit noch scheuen wie die Teufel das Weihwasser.

Wer sich allerdings mit der Wahrheit konfrontiert und sich ihr täglich ein Stück weit mehr annähert (und mit „Wahrheit“ ist hier nicht nur das Anschauen der globalen Schrecknisse und Machenschaften der Tagespolitik gemeint, sondern auf der anderen Hand auch das Vertiefen in positive Ideale über Sinn und mögliche Ziele des menschlichen Daseins, wie sie uns die europäische Geistesgeschichte ja ebenfalls in reichlichem Überfluss zur Hand gibt – man muss bloß zugreifen), auf den hat das vorgenannte Transen-Paar des Verderbens keinen Zugriff mehr. Er wird dadurch nicht nur weitgehend immun gegen die Giftwirkung der medialen Lügenschwaden, die heute die Atmosphäre durchziehen, er wird auch fähig zu einer wirklich revolutionären, da individuell gegründeten Haltung mit sehr weitreichender Wirkung. Wenn er selbst Zeuge von Lüge, Rufmord oder Korruption wird, dann wird er das Spiel nicht mitspielen, sondern Rückgrat behalten. Er wird dann die Kraft zur Verfügung haben, im Sinne von Lothar Zanetti nicht mitzulachen, wenn alle lachen, nicht mitzuspotten, wenn alle spotten und zu denken, was keiner wagt zu denken:

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen.
Was keiner sagt, das sagt heraus.
Was keiner denkt, das wagt zu denken.
Was keiner anfängt, das führt aus.

Wenn keiner ja sagt, sollt ihr´s sagen.
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein.
Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben.
Wenn alle mittun, steht allein.

Wo alle loben, habt Bedenken.
Wo alle spotten, spottet nicht.
Wo alle geizen, wagt zu schenken.
Wo alles dunkel ist, macht Licht.

 

Foto: pw/nachrichtenpiegel.de

Über Microsoft-Esoterik und „den Geist, der stets verneint“ (Warum uns unser Bauchgefühl zielsicher ins Unglück führt)

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Karnak-Tempel, Ägypten (Foto: pw/nachrichtenspiegel.de)

Da systemische „Aufstellungen“ (ursprünglich nach Bert Hellinger) ja nun schon seit längerer Zeit en vogue sind und auch bei seriösen Business-Coaches und Psychotherapeuten zu deren Standard-Bauchladen gehören, hier auch eine kleine Randbemerkung bzw. einen Verbraucherschutzhinweis, den Ihr Arzt oder Apotheker normalerweise nicht geben
(aus Zeitgründen nur als c&p meines Kommentars zu einem entsprechenden Erfahrungsbericht des Eifelphilosophen auf Facebook):

Hab das ganze mal bei einem betrieblichen Coaching erlebt. Der Betrieb war kurz vorm Konkurs und der Geschäftsführer, der sich immer ach so gestresst gab und sich für seine viele Arbeit gleich zwei parallele Gehälter genehmigte, war an diesem Abend abwesend – hatte natürlich keine Zeit für solches Gedöns. Was ihm dann auch zum Verhängnis wurde: Denn bei der Systemaufstellung hat sich herausgestellt, dass dieser Chef eigentlich nichts macht, sondern sich bequem zurücklehnt, während an ausnahmslos allen anderen Stellen der Mitarbeiter das Gefühl der totalen Verausgabung wie kurz vorm Burnout erlebbar war.

Der Chef wurde in der Folge durch eine Verschwörung von uns Mitarbeitern (ja, die gibts im echten Leben doch) abgesetzt. Firma war kurz darauf gerettet, Betriebsklima auch.
Können also zweifellos etwas Nützliches haben, solche Aufstellungen (muss dazusagen, dass es dazu schon auch eine Prise klarer Gedanken / Ideale gebraucht hat).

Pass trotzdem gut auf bei diesen „Aufstellungen“, Reiner. Sie können bei vorhandener Übersicht zwar evtl. zur ersten Bewusstwerdung familiärer Systeme und Verstrickungen dienen. Wenn jedoch kein neuer, klarer Gedanke dazukommt, dann führt das Ganze eher zu einer Konservierung der Schicksalsfäden als zu einer Befreiung, da die aus dem Unterbewussten aufsteigenden Emotionen auch die obere (bewusste) Region des Menschen (Kopf und Herz) gefangennehmen können. Das einzige, was Familienverstrickungen – und Systeme überhaupt – ändern kann, sind klare, neu aufgebaute Gedanken bzw. ideale Zielvorstellungen. Und an denen fehlt es beim Familienstellen meistens – ebenso wie beim größten Teil der sonstigen „esoterischen“ Angebote.

+++
Nachbemerkung zur heutigen „Esoterik“:

Gäbe es heute wirkliche Esoterik, sie würde vom System der herrschenden Lehre streng bekämpft. Warum „Esoterik“ (die diese Bezeichnung nicht verdient, eigentlich müsste man sie Jahrmarkt-Exoterik nennen) heute so boomt und trotz äußerem Naserümpfen im System durchaus erwünscht ist – sogar bei Konzernen wie Google, Microsoft & Co. wird ja mittlerweile „meditiert“ (natürlich streng „gegenstandslos“), hat einen ganz pragmatischen Grund: Die Menschen bleiben dadurch vom System steuerbar. Denn die heute feilgebotene Jahrmarkt-Esoterik lässt den Menschen in einem Suppentopf an diffusen – und insbesondere eogistischen – Gefühlen und Emotionen kreisen, verachtet das klare Denken, sieht das Denken sogar richtiggehend als Feind an. „Auf das Bauchgefühl“ müsse man hören, das Denken „abschalten“, „nur dem Herz folgen“ etc. … um die Menschen aus dem Coaching dann schließlich mit dem Imperativ „Tu was Dir gut tut!“ nach Hause zu schicken.


„Kopf ab“ (Foto: pw/nachrichtenspiegel.de)

Das Problem dabei: Ohne substanziellem Gedanken – nicht zu verwechseln mit intellektuellem Gedanken, der tatsächlich strunzdumm ist – verstrickt man sich, ohne es zu merken, immer tiefer in seine Subjektivität bzw. in seine unbewussten Bindungen, anstatt sich als Mensch durch ein fortwährendes Goethe’sches „Stirb und Werde“ weiterzuentwickeln („Und wer das nicht hat, dieses ‚Stirb und Werde‘, der ist nur ein trüber Gast auf der dunklen Erde“). Der mutige, kreative Neuwerdeprozess bleibt aus, das Alte und Gewohnte, insb. Anlagen zu Abhängigkeit, Symbiose und Krankheit werden sogar einzementiert. Besonders problematisch: Der Egoismus mit allen seinen Untugenden im Schlepptau – für alle echten Philosophen die wirklichen (inneren) Feinde des Menschen – können den Menschen nun vollendet umgarnen. Viele wollen heute durch esoterische Techniken einen persönlichen Gewinn ziehen, sie saugen die esoterischen Inhalte quasi auf, um sich besser, vitaler, glücklicher zu fühlen. Und verkennen dabei, dass sie damit geradewegs im Gegenteil von dem gelandet sind, was ursprüngliche Esoterik (das „Innere, Verborgene“, von altgriechisch esōterikós) im Sinne von Pythagoras, Platon, Zarathustra & Co. gemeint hat.

Denn was diese ihren Schülern eröffneten, konnte ein Mensch bei gewöhnlichem Bewusstsein kaum ertragen. Wer also zu Zeiten des Pythagoras in die Esoterik eingeweiht werden wollte, der musste sich zuvor in einer langwierigen Schulung und unter Ablegung eines Todeseides von allen egoistischen Ambitionen frei machen und sich quasi zu einem astreinen Altruisten entwickeln, der dasjenige, was er erfahren hat, nur zum Wohle der Menschheit einsetzen wird. Erst dann konnte ihm die Einsicht in dasjenige, was Plato die lebendigen Urbilder genannt hat, eröffnet werden – meist im Zuge eines dreitägigen, künstlich herbeigeführten Todeszustandes bzw. „Tempelschlafs“ unter gestrenger Aufsicht der Hierophanten.

Manche römische Cäsaren haben sich später die Einweihung von den noch verbliebenen griechischen Eingeweihten mit Gewalt erzwungen und damit das, was aus der griechischen Tradition noch als durchaus authentische Lehre gelebt hat, bereits mit Beginn der Römerzeit in die Dekadenz geführt. Letzte Reste eines Einweihungsraumes kann man z.B. noch im ägyptischen Luxor sehen, wo in der Mitte des Karnak-Tempels, flankiert von den beiden Obelisken der Pharaonin Hatschepsut, ein kleiner, früher aus Lehm, später von Alexander dem Großen aus Granit neu errichteter Raum ohne Fenster steht. Hier wurden die Einzuweihenden in den Tempelschlaf versetzt. Nur derjenige durfte zu einer solchen Einweihung antreten, der zuvor schwere, oft tödlich endende Prüfungen abgelegt hatte, bei denen er seine charakterliche Integrität und seine Meisterschaft über Untugenden (Gier, Hochmut, Lüge, Ignoranz etc.) und emotionale Anflüge unter Beweis stellen musste.


Karnak-Tempel, Portal zum Einweihungsraum (Foto: pw/nachrichtenspiegel.de)

Was der Einzuweihende während seines Tempelschlafs erlebt hat (beim römischen Geschichtsschreiber Plutarch und bei Iamblichos ist noch so manches nachzulesen), ist wohl vergleichbar mit dem, was man von heute eigentlich bereits sehr umfassend dokumentierten Nahtodes- und Komaerlebnissen weiß und worauf auch die Quantenphysik stößt: Der Mensch ist aus seiner körperlichen Hülle und begrenzten Sinneswahrnehmung befreit und schaut die hinter den Dingen verborgenen Platonischen Urbilder – die keineswegs starr oder abstrakt sind, sondern die sich fortwährend metamorphosieren, und zwar nicht willkürlich und zufällig so wie das die derzeit herrschende Lehre der Wissenschaft besagt, sondern entsprechend der Interaktion von Wesen aus höheren Daseinsebenen – deren er sowohl freundliche als auch feindlich gesonnene kennenlernen durfte – und eben auch entsprechend dem Denken, Fühlen und Handeln des Menschen selbst. Was der Adept aus einer solchen Einweihung mitgebracht hat, war also vor allem das Wissen um die tiefe Verantwortung, die jeder einzelne Mensch für den gesamten Schicksalslauf der Welt besitzt, auch wenn er sich dieser im Treiben des äußeren sinnenfälligen Lebens nicht bewusst ist.

Ihm war dann auch bewusst, dass im Weltenlauf nichts feststeht. Zwar gibt es entsprechend der besagten Platonischen Urbilder einen gewissen Plan für die Richtung, in die sich Mensch und Welt entwickeln können / sollten, jedoch liegt es ganz im freien Willen, welche Richtung der Mensch wählt. Wir können diese wunderbare Schöpfung, die uns umgibt, zu etwas noch Großartigerem verwandeln. Oder wir können auch alles vollkommen zerstören und in den Grand Canyon marschieren. Zu letzterem Weg weist uns Goethes „Geist, der stets verneint“ – und der auch in unserer eigenen Brust bzw. unserem Bauch wohnt, den zielsicheren Weg. Und da es anscheinend keine Eingeweihten mehr gibt, laufen wir diesem Führer frenetisch jubelnd und fröhlich pupsend hinterher …


P.P.S.: Auch wenn es heute keine Eingeweihten und keine Esoterik mehr gibt: Die wenigen Krümel bzw. Samen, die von der echten Philosophie (wörtl. griech: der Liebe-zur-Weisheit) von Pythagoras & Co. übriggeblieben sind, reichen trotzdem aus, um auch heute noch ein sinnerfülltes und begeistertes Leben zu führen. Wer diese Samen einwässert, kann die Schotterwüste seines Vorgartens (siehe „Gärten des Grauens“) recht schnell in ein ansehnliches, duftes  Blumenfeld verwandeln.

 

Zum Weiterlesen:

„Wer vom Ziel nicht weiß …“ – Über Sinn und Unsinn des Lebens

Warum überhaupt noch denken? (Ein Survival-Kit für die Apokalypse)

 

Endzeit-Poesie 4.0: Über Dummheit

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Dietrich Bonhoeffer (Foto: Bundesarchiv / CC-BY-SA 3.0)

„Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. Gegen das Böse lässt sich protestieren, es lässt sich bloßstellen, es lässt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurücklässt. Gegen die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten noch durch Gewalt lässt sich hier etwas ausrichten; Gründe verfangen nicht; Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen, brauchen einfach nicht geglaubt zu werden – in solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch – und wenn sie unausweichlich sind, können sie einfach als nichtssagende Einzelfälle beiseitegeschoben werden.

Dabei ist der Dumme im Unterschied zum Bösen restlos mit sich selbst zufrieden; ja, er wird sogar gefährlich, indem er leicht gereizt zum Angriff übergeht. Daher ist dem Dummen gegenüber mehr Vorsicht geboten als gegenüber dem Bösen. Niemals werden wir mehr versuchen, den Dummen durch Gründe zu überzeugen; es ist sinnlos und gefährlich.

Um zu wissen, wie wir der Dummheit beikommen können, müssen wir ihr Wesen zu verstehen suchen. Soviel ist sicher, dass sie nicht wesentlich ein intellektueller, sondern ein menschlicher Defekt ist. Es gibt intellektuell außerordentlich bewegliche Menschen, die dumm sind, und intellektuell sehr Schwerfällige, die alles andere als dumm sind. Diese Entdeckung machen wir zu unserer Überraschung anlässlich bestimmter Situationen. Dabei gewinnt man weniger den Eindruck, dass die Dummheit ein angeborener Defekt ist, als dass unter bestimmten Umständen die Menschen dumm gemacht werden, bzw. sich dumm machen lassen. Wir beobachten weiterhin, dass abgeschlossen und einsam lebende Menschen diesen Defekt seltener zeigen als zur Gesellung neigende oder verurteilte Menschen und Menschengruppen. So scheint die Dummheit vielleicht weniger ein psychologisches als ein soziologisches Problem zu sein. Sie ist eine besondere Form der Einwirkung geschichtlicher Umstände auf den Menschen, eine psychologische Begleiterscheinung bestimmter äußerer Verhältnisse.

Bei genauerem Zusehen zeigt sich, dass jede starke äußere Machtentfaltung, sei sie politischer oder religiöser Art, einen großen Teil der Menschen mit Dummheit schlägt. Ja, es hat den Anschein, als sei das geradezu ein soziologisch-psychologisches Gesetz. Die Macht der einen braucht die Dummheit der anderen. Der Vorgang ist dabei nicht der, dass bestimmte – also etwa intellektuelle – Anlagen des Menschen plötzlich verkümmern oder ausfallen, sondern dass unter dem überwältigenden Eindruck der Machtentfaltung dem Menschen seine innere Selbständigkeit geraubt wird und dass dieser nun – mehr oder weniger unbewusst – darauf verzichtet, zu den sich ergebenden Lebenslagen ein eigenes Verhalten zu finden.

Dass der Dumme oft bockig ist, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass er nicht selbständig ist. Man spürt es geradezu im Gespräch mit ihm, dass man es gar nicht mit ihm selbst, mit ihm persönlich, sondern mit über ihn mächtig gewordenen Schlagworten, Parolen etc. zu tun hat. Er ist in einem Banne, er ist verblendet, er ist in seinem eigenen Wesen missbraucht, misshandelt. So zum willenlosen Instrument geworden, wird der Dumme auch zu allem Bösen fähig sein und zugleich unfähig, dies als Böses zu erkennen.

Hier liegt die Gefahr eines diabolischen Missbrauchs. Dadurch werden Menschen für immer zugrunde gerichtet werden können. Aber es ist gerade hier auch ganz deutlich, dass nicht ein Akt der Belehrung, sondern allein ein Akt der Befreiung die Dummheit überwinden könnte. Dabei wird man sich damit abfinden müssen, dass eine echte innere Befreiung in den allermeisten Fällen erst möglich wird, nachdem die äußere Befreiung vorangegangen ist; bis dahin werden wir auf alle Versuche, den Dummen zu überzeugen, verzichten müssen.

(…) Übrigens haben diese Gedanken über die Dummheit doch dies Tröstliche für sich, dass sie ganz und gar nicht zulassen, die Mehrzahl der Menschen unter allen Umständen für dumm zu halten. Es wird wirklich darauf ankommen, ob Machthaber sich mehr von der Dummheit oder von der inneren Selbständigkeit und Klugheit der Menschen versprechen.“

Quelle: Dietrich Bonhoeffer – Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft, Gütersloh 1985. S. 14 f.

 


Allgemeines zur Kolumne „Endzeitpoesie 4.0 – Brennholz gegen Robotisierung und drohenden Erfrierungstod“:

Da in unserer aus den Fugen geratenden Welt vieles nicht mehr rational verstehbar und auch kaum noch ertragbar ist, brauchen wir dringend ein Gegengewicht aus dem Reich der Poesie … mit diesem geistigen Gegengift in den Adern wird vieles Unverständliche plötzlich wieder verständlich und Unerträgliches wieder ertragbar – oder noch besser: gestaltbar!

Denn die größte Lüge, die uns heute beigebracht wird, ist: dass der Einzelne ohnehin nichts tun kann. – Das genaue Gegenteil davon ist wahr: Es kommt auf jeden einzelnen an und das mehr als jemals zuvor. Und wie uns schon Dostojewskij erklärt hat, ist im Leben auch niemals etwas umsonst, selbst wenn eine Bemühung keinen sichtbaren Erfolg zeigt: „Alles ist wie ein Ozean, alles fließt und berührt sich; rührst du an ein Ende der Welt, so zuckt es am anderen.“

Gerade unsere geistlose Zeit braucht philosophische Gedanken wie eine Wüste das Wasser. Dieses Wasser – die Gedanken der großen Geister der Menschheit – gibt es schon lange. Aber die scheinbar alten – in Wirklichkeit ewig jungen – Gedanken bleiben nicht dieselben: Jeder, der sie aufgreift und verinnerlicht, färbt sie mit seiner individuellen Persönlichkeitsnote ein und bringt dadurch wieder ganz neue Farben in die Welt, die bisher noch nicht existiert haben. Und solche Farben braucht unsere grau gewordene Welt (siehe 1000 Gestalten.de) heute dringend – sie saugt sie auf wie ein trockener Schwamm das Wasser … damit wieder Neues, Kreatives, Menschliches entstehen kann.

In diesem Sinne wollen wir der pseudopragmatischen Alternativlosigkeit (siehe „Der Führer 4.0 – Er ist schon längst da) die Gefolgschaft in den Grand Canyon verweigern und es lieber mit Ilija Trojanow halten: „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“. – Dann kann die scheinbare Endzeit zu einem neuen Anfang werden.

Wie man Ratten fängt …

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(Foto: parkwaechter / nachrichtenspiegel.de / CC BY SA 3.0)

Elend verreckt am „politisch korrekten“ Einheitsbrei

Während viele ihrer Zeitgenossen bereits aufgegeben  haben und das sinkende Narrenschiff nun ihrem Schicksal überlassen, so kämpfen Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer immer noch einen einsamen Kampf. Nachdem sie jahrzehntelang selbst für das Redaktionsgeschehen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk verantwortlich waren, lässt es ihr Gewissen einfach nicht zu, dass sie sich nun im Ruhestand ab nach Mallorca machen und den nackten Wahnsinn unwidersprochen lassen. Ihnen ist bewusst, dass uns die täglich über Tagesschau & Co. in den Äther geblasene Manipulation und Demagogie nicht nur den Atem rauben, sondern uns schon demnächst Kopf und Kragen kosten könnten. Ungeachtet aller Fakten und des nun schon scheinbar viel zu lange andauernden Friedens in Europa, wird im gemeinsamen Konzert mit der deutschen Presse – laut Michail Gorbatschow „die bösartigste“ Presse der Welt – kompromisslos zur Konfrontation mit der Nuklearmacht Russland geblasen. Putin muss weg, keine Frage. Wenn wir im gleichen Zug dann auch weg sind … na dann hat man doch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Schon genial, und gar nicht trivial.

In einem jüngsten Artikel (siehe Rubikon) sprechen Klinkhammer und Bräutigam über ein umso trivialeres, aber immer noch probates Rezept aus Großmutters Pfannkuchenküche, mit dem der Staatsfunk den abends bereits von der Arbeit ermatteten Bürger einspinnt: Durch eine wohlabgewogene Mischung aus Wahrheit und Falschinformationen:

<< Wenn ein Sender zu offensichtlich und zu ausschließlich die Unwahrheit sagt, fällt das irgendwann selbst dem Dümmsten auf. Der hört auf, dem Informanten zu vertrauen, schaltet ab und entzieht sich so weiteren Manipulationsversuchen. So ungeschickt verhält sich die ARD natürlich nicht. Sie möchte nachhaltig und möglichst unbemerkt verdummen. Sagen Sie nicht „Die Erde ist eine Scheibe“, sondern „Die Erde ist rund und Mittelpunkt unseres Sonnensystems“. Dann verleiht der richtige erste Halbsatz dem zweiten mehr Glaubwürdigkeit. Wussten Sie übrigens: Russland ist das größte Land der Erde und hat 2014 die Krim gewaltsam annektiert? >>

Der ARD hält es also im Prinzip wie mit Ratten und Wühlmäusen, die ich gerade in unserem Gartenhäuschen bekämpfe: Wenn ich nur vergiftete (rot gebeizte) Weizenkörner als Köder ausstreue, dann wird der Köder nicht angenommen. Dazu sind die Tierchen bereits intelligent genug. Wenn ich in den Teller mit den vergifteten Körnern aber auch eine Handvoll gute Weizenkörner reinstreue, dann wird das Ganze ohne Weiteres gefressen. Habe erst gestern wieder zwei tote Mäuse eingegraben, denen dieser Fraß zum Verhängnis geworden ist.

(Nach dem gleichen bzw. umgekehrten Prinzip arbeitet übrigens Wikipedia – sie wird geschätzt, weil dort viele von uns ihr jeweiliges – korrektes – Fachwissen beisteuern, sodass die Online-Enzyklopädie größtenteils auch als gut und nützlich empfunden wird. Bei Themen, die politisch und kommerziell besetzt sind, z.B. Artikel über NATO, transatlantische Think Tanks, Geo- und Konzernpolitik, Pharma, Impfen oder Alternativmedizin, wird allerdings tendenziös verbrämt, manipuliert und diffamiert, was das Zeug hält – sollte aber für aufgeklärte Bürger eigentlich spätestens bekannt sein seit Markus Fiedlers Doku „Zensur“).

Wer das untergemischte Rattenfutter mitisst, wenn er in der freien Enzyklopädie recherchiert, abends die Tagesschau guckt oder in „der bösartigsten Presse der Welt“ schmökert, der darf sich also nicht wundern, wenn er eines Tages üble Bauschmerzen bekommen und aus der Rückenlage nicht mehr hochkommen sollte. Er braucht auch nicht auf ein ehrenvolles Begräbnis zu hoffen, weil er brav den „politisch korrekten“ Einheitsbrei gelöffelt hat, den man ihm vorgesetzt hat. Wie hat schon der große George Carlin gesagt: „Political correctness is fascism pretending to be manners.“ Auch ich habe die am Rattenfutter verreckten Mäuse natürlich nicht mit Marmorgedenktafel im eigenen Vorgarten beerdigt, sondern – ganz wie es sich gehört – mit einem Spaten im Nachbargrundstück hinterm Haus verscharrt, wo schon unzählige andere Kadaver ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Grenzenlose Weihnachten und eine zerbrochene Spiegel-Fassade

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(Spiegel-Cover: mit freundlicher Genehmigung von Mainz Free TV / Bodo Schickentanz)

Dem Spiegel-Qualitätsjournalisten Claas Relotius wird ja in einem Sturm der Empörung über seine frei erfundenen Reportagen gerade seine ganze Ehre abgesprochen. Höchste Zeit also, auch mal eine Lanze für ihn zu brechen. Immerhin hat sich der gute Mann im Gegensatz zu seinen auf großem Fuß lebenden Embedded journalism-Kollegen ökologisch vorbildlich verhalten: Er hat für seine Fake Artikel nicht unnötig Kerosin und Spesen verbraten, sondern sich den von der Chefetage erwarteten Lügendreck ganz bescheiden und ressourcenschonend in seinem stillen Kämmerchen ausgedacht. Im Sinne der EU-Energiesparverordnung gebührt seinem ökologischen Fußabdruck also ein glattes Triple-AAA-Rating.

Was machen wir nun mit dem einst gefeierten Qualitätsjournalisten? Er ist Träger der renommiertesten Preise seines Fachs, gleich vierfacher Träger des Deutschen Reporterpreises (2013, 2015, 2016, 2018), des European Press Prize, des Peter Scholl-Latour-Preises, des Konrad-Duden-Medienpreises, des Coburger Medienpreises, des Reemtsma Liberty Awards, des Katholischen Medienpreises und wurde zum CNN-„Journalist of the Year“ gekürt. Auch in der Forbes-Liste rangiert er im Olymp der „30 under 30 – Europe: Media“. Spiegel-Chefredakteur Ullrich Fichtner kommt sogar nach seiner Desavouierung aus dem Schwärmen über Relotius nicht heraus: „Dieser Relotius liefert immer wieder hervorragende Geschichten, die wenig Arbeit und viel Freude machen. …  Relotius ist ein besonders wertvoller Mitarbeiter … Er beherrscht die Form. Mit Witz. Und Tempo. Insgesamt ein Typ, dessen Eltern man gratulieren möchte zu ihrem gelungenen Sohn … Er nimmt Hinweise dankbar auf, verarbeitet Verbesserungsvorschläge in perfekter Manier, er setzt um, was Ressortleiter ihm raten“ (Quelle: Spiegel).

Was der Journalist, der in der Hamburger Spiegel-Zentrale in Zimmer 09-161 saß, fabrizierte, war wahrlich kein 08-15. Meisterhaft vermochte er es, in seinen Reportagen eine atmosphärische Kulisse zu erschaffen, die eine Millionenschaft an Lesern in den Bann zog – nicht nur via Spiegel, sondern auch via FAZ, Süddeutscher, TAZ, Welt, Zeit, NZZ & Co. Der Mix aus harten, evidenzbasierten Fakten mit menschelnden Szenerien, griffigen Zitaten und teasertauglichen Einzelschicksalen hatte unwiderlegbare Überzeugungskraft und erwies sich als Patentrezept, um in Zeiten sinkender Auflagezahlen eine Leserschaft bei der Stange zu halten, die statt alternativer Medien weiterhin auf Qualitätsjournalismus setzen möchte.

Die Stories, mit denen der Qualitätsjournalist  die deutsche Medienlandschaft jahrelang versorgt hat, passten dabei immer perfekt zum herrschenden politischen Spin. Über tumbe Trump-Wähler aus dem Hinterland der USA berichtete er. White trash, Abgehängte, die nicht so wie Claas Clever schlau genug waren, sich unter den Verhältnissen marktkonformer Demokratie ein gutes Auskommen zu sichern, indem sie sich in den Windschatten eines SUV hängen und mit Schampus und Kaviar auf der Autobahn der Alternativlosigkeit mitsurfen.

Auch seine Syrien-Reportagen waren – aus heutiger Sicht im wahrsten Sinne des Wortes – legendär. „Der Junge, mit dem der Syrienkrieg begann“ lautete eine Relotius-Reportage, die nicht nur über die großen deutschen Medien und Nachrichten-Magazine inflationär rezipiert und multipliziert wurde, sondern auch in Talkshows  und Expertenrunden als Verweisquelle diente, um auch noch den letzten NATO-kritischen Bürger davon zu überzeugen, wie wichtig es ist, dass der (demokratisch gewählte) „Machthaber“ Assad „weg muss“. Allein für diese Story über einen 13jährigen Jungen, der in der syrischen Stadt Daraa Anti-Assad-Graffitis an eine Wand gesprüht hat, die dann zu Protesten und schließlich zum Aufstand gegen Assad geführt haben, hat sich der 33jährige Spiegel-Redakteur die vorgenannten Preise redlich verdient.

Assad ist zwar dank des Eingreifens von Putin immer noch da (daher: „Stoppt Putin jetzt!“), aber das Material, das im Syrienkrieg verschossen wurde, um laut UNICEF-Schätzung mehr als 500.000 Menschen zu töten und über 1,5 Millionen Menschen zu Invaliden zu machen, muss jetzt von den Rüstungskonzernen im Schichtbetrieb nachproduziert werden. Nicht nur die Rüstungsindustrie konnte Milliardenumsätze machen, auch für zahlreiche gemeine Arbeitnehmer der westlichen Wertegemeinschaft gibt es ein win-win-Weihnachten: Arbeitsplätze sind gesichert, der Maschinenbau und seine Zulieferindustrie „brummen“. Dank zunehmender Drohkulisse gegen das böse Russland – von unseren Qualitätsmedien in bester Relotius-Manier unermüdlich in Szene gesetzt – können die Zulieferbetriebe auch nach Ende des Syrienkriegs weiter im Vierschichtbetrieb produzieren. Auch die Pharmaindustrie wird mit ihren Chemo-Produkten an den Folgeschäden der Bombardements noch lange Zeit verdienen: So wie in Afghanistan, Irak,  Serbien, Lybien und Somalia haben die die USA auch in Syrien wieder Uran-Munition eingesetzt.

Auszug aus dem derzeit unter Disclaimer in Spiegel Online noch aufrufbaren Relotius-Artikel:

„Er hält sein Handy in die Luft und läuft, geduckt, weil ihn Kugeln treffen könnten von überallher, durch verlassene Wohnviertel, er filmt die letzten Straßen, die Assads Truppen noch von ihm und den letzten Rebellen trennen, er zeigt die Häuserschluchten links, wo sie die Bomben des Regimes erwarten, und die ausgehobenen Erdlöcher rechts, wo sie ihre Toten begraben, Frauen und Kinder zuerst.“

Der vom Spiegel-Chefredakteur als „besonders wertvoller Mitarbeiter mit Witz und Tempo“ bezeichnete Qualitätsjournalist lieferte jedoch noch zahlreiche andere tränenrührige Kinder-Stories ab. – Frei erfundener Matsch, aber von den Freunden des Guten und Gernen Lebens gerne aufgesogen. So etwa über die Geschwister Ahmed und Alin aus Aleppo, die vor dem barbarischen Assad fliehen und nun  in der Türkei, getrennt voneinander, als Schrottsammler und Näherin arbeiten müssen. In ihrem trostlosen Leben erscheint ihnen aber immer wieder ein barmherziger Engel des Wohlstands: „Manchmal, im Traum, erscheint ihnen Angela Merkel.“


(Screenshot aus SPON, Artikel v. 09.07.2016)

Welcher christlich-demokratisch, sozialdemokratisch, freiheitlich oder grün fühlende Mensch ließe sich angesichts solch herzzerreißender Schicksale nicht erweichen? Wenn es der westlichen Wertegemeinschaft also schon nicht gelungen ist, den barbarischen Assad wegzumachen, dann ist es doch im Mindesten ein Gebot der Menschlichkeit, Kinder wie Alin und Ahmed unter den Rock der Kanzlerin schlüpfen zu lassen. Sie brauchen es bloß über die offene Grenze des Schlamerkellandes schaffen, und alles ist gut. In einem Land, das laut dem Chef der Bundesagentur für Arbeit „jedes Jahr 400.000 Zuwanderer netto braucht, um den Bedarf der Unternehmen zu decken“ (Quelle: Welt), sind Humanressourcen, die noch nicht durch frühkindliche Digitalisierung verblödet sind, sondern motiviert zur Arbeit anpacken können, herzlich willkommen: Der „The Business Case for Migration“ (so der Titel eines Agenda-Dokuments des World Economic Forums aus 2013) kann weiterrollen.

Zum Verhängnis sind dem Spiegel-Journalisten dann nicht seine Kinder-Stories geworden, sondern ein paar tumbe Trump-Wähler, die Relotius so gerne portraitiert hat. Modernisierungsverlierer, die sich in kleinbürgerlicher Initiative zu Bürgerwehren zusammenrotten und als hirn- und herzloses Gesocks nächtens die Grenze entlangpatroullieren, damit Einwanderer aus Mexiko ihnen nicht die letzten verbliebenen Arbeitsplätze streitig machen (siehe SPON: „Jaegers Grenze – Bürgerwehr gegen Flüchtlinge“). – Ein weiterer Artikel, der perfekt ins herrschende Narrativ passte: Während dort die finstere rechte Bürgerwehr ihre Grenze gegen Schutzsuchende sichert, so können wir hier im Schlamerkelland auf von Betonpöllern und Stahlzäunen eingegrenzten Weihnachtsmärkten, flankiert von Sondereinsatzkräften mit Sturmgewehren, das Gute und Gerne Leben zelebrieren. Man muss also schon ein wirklich dunkeldeutscher Menschenfeind sein, wenn man es statt grenzenlosem Punsch und Glühwein lieber mit den verbockten Trump-Wählern halten wollte. Kaum zu fassen, warum es diese Trumpeltiere nicht so halten wollen wie anständige Hartzer und Rentner hierzulande, die Pfandflaschen sammeln und im Müll wühlen.

Im Feldzug gegen das dunkeldeutsche Pack – lt. Spiegel-Miteigentümer Jakob Augstein nur „Pimmel mit Ohren“ – hat denn auch Relotius seine Portion Fett beigesteuert. Traute Lafrenz, „Die letzte Überlebende der ‚Weißen Rose‘ im Interview“ präsentierte er uns: „Ich fuhr zu ihr … an einem Sonntagnachmittag im August, am selben Tag, als mehr als 7000 Kilometer entfernt in Deutschland, im sächsischen Chemnitz, ein Stadtfest eskaliert und Neonazis aufmarschieren, sitzt Lafrenz im Schaukelstuhl auf ihrer Veranda und blickt auf einen Zufluss des Atlantiks.“ (Quelle: SPON)

Erst ein E-Mail vom 3. Dezember einer Pressebeauftragten der Bürgerwehr in Arizona, die sich nach dem Relotius-Bericht darüber erkundigte, wie er denn einen Artikel über ihre Gruppe verfassen könne, ohne für ein Interview vorbeigekommen zu sein, bringt das Lügenfass zum Überlaufen. Der Spiegel muss Relotius schließlich fallen lassen, in Zimmer 09-161 wird nun ein anderer Qualitätsjournalist nachrücken. Welche Qualitäten der journalistische Nachwuchs haben muss, hat der Spiegel-Chefredakteur in seinem Nachruf auf Relotius bereits formuliert. Es wird wohl wieder jemand sein, der die Form beherrscht. Mit Witz. Und Tempo. Jemand, der Hinweise dankbar aufnimmt, Verbesserungsvorschläge in perfekter Manier verarbeitet und umsetzt, was Ressortleiter ihm raten. Nach Aussage von Spiegel-Chefredakteur Ullrich Fichtner sei Relotius „ein journalistisches Idol seiner Generation“. – An Nachwuchstalenten, die die vorgenannten Qualitäten mitbringen, wird es also vermutlich nicht mangeln.


Nachsatz:

Was machen wir also nun mit dem einst gefeierten Qualitätsjournalisten? Sollen wir ihn wie einen alten Diesel von der Straße holen und verschrotten, weil wir nun draufgekommen sind, dass er zuviel Ruß ausstößt? Wäre das nicht eine gewaltige Ressourcenverschwendung, einen DIN-ISO-zertifizierten Qualitätsjournalisten mit solch geballtem Know-How abzuwracken?

Das deutsche Außenministerium rüstet ja gerade auf und will mit einer marktkonformen Propagandaabteilung „kampagnenfähig“ werden (siehe heise). Vielleicht könnte man dem gestrauchelten Qualitätsjournalisten dort ein Ausgedinge geben. Sein Name würde verschwinden, aber seine Fähigkeit, sich spielerisch in die Herzen und Köpfe breiter Menschenmassen zu schreiben, könnte als anonymer Influencer weiter blühen. In der geplanten Propagandaabteilung der Regierung könnte er so wie einer der 1500 Cybersoldaten der britischen Social-Media-Brigade „nicht schießen, sondern twittern“. Wie uns der Spiegel ganz arglos berichtet, sei es die Aufgabe dieser Propagandaabteilung, „die Herzen und Köpfe der Menschen zu gewinnen“ (Quelle: Spiegel).

Da von Seiten der Regierung aufmagaziniert wird, um unsere Herzen und Köpfe einzunehmen, sollten auch auf Seiten der Zivilgesellschaft entsprechende Konsequenzen nicht ausbleiben. Was also tun? Nun, man kann das derzeitige Schmierentheater zum Anlass nehmen, um der politisch-medialen Lügen-/Manipulationsmaschinerie endgültig die Gefolgschaft zu verweigern. Dass man Abos von Blättern wie Spiegel, Süddeutscher & Co., die man ebenso wie der langjährige ARD Tagesschau-Redakteur

Bräutigam mittlerweile als regelrechte „Bellizisten-/Kriegszeitungen“ bezeichnen kann, kündigt, sollte für jeden, der noch einigermaßen bei Trost ist, selbstredend sein. Dazu muss man wissen, was Noam Chomsky bereits durchschaut hat: Dass die Leitmedien ihr Geld schon längst nicht mehr damit verdienen, indem sie ihren Lesern eine Zeitung um 1 Euro verkaufen, sondern dass ihr Geschäftsmodell darin besteht, ihre Leser an ihre Anzeigenkunden und konzernwirtschaftliche Lobbies zu verkaufen. In der Praxis heißt das: Wenn ein Leitmedium sagen kann, dass es in seinem Online-Format x-hunderttausend Leserklicks hat, dann kann es von seinen Anzeigenkunden entsprechend hohe Geldbeträge lukrieren. Mit jedem Klick auf Spiegel Online, Süddeutsche & Co. hat man also bereits seine Schuldigkeit getan und deren Geschäftsmodell gedient. 

Mit dem Kündigen von Abos ist also noch nicht viel getan. Überhaupt sollten wir davon wegkommen, immer nur den aktuellen Geschehnissen hinterherzuhinken und abwarten, bis wieder irgendwo eine Eiterblase eines jeder Nachhaltigkeit und jeder Moral spottenden Systems platzt so wie jetzt beim jüngsten Spiegel-Skandal. Es wird Zeit, aus der Schockstarre herauszutreten, und eigene Aktivität zu entwickeln. Diese Aktivität darf zunächst einmal ruhig innerlich sein und muss nicht gleich in politischen Aktionismus münden.

Man tut gut daran, sich von der Niedertracht, die einem heute fast auf Schritt und Tritt begegnet, nicht nur angewidert abzuwenden, sondern diese Niedertracht geradewegs zu nutzen, um als Gegenbild ein persönliches Ideal aufzubauen. Aufgeben darf man im kommenden Jahr schon aus einem ganz egoistischen Grund nicht: Die Lügen-/Manipulationswolken sind heute nämlich so geballt (laut Sloterdijk ist der „Lügenäther heute so dicht wie zu Zeiten des Kalten Krieges nicht mehr“), dass jeder, der sich nicht aktiv mit ihnen auseinandersetzt und sie durchschaut, davon innerlich vergiftet bzw. in einem Strudel kollektiver Vermassung davongespült werden wird. Wer sich hingegen wach mit den Hintergründen auseinandersetzt, auch wenn er weiß, dass er auf soziopolitischer Ebene derzeit nicht viel bewirken wird, der sorgt für ein gesundes eigenes Immunsystem, das die toxischen Suggestionen identifizieren und wieder aus dem psychischen Organismus ausscheiden kann. Man kann die politisch-ökonomisch-medialen Machenschaften und dunklen Wolken dann sogar nutzen, um anhand der Konfrontation mit solcher Niedertracht ein richtiges persönliches Ideal heranzubilden – und damit die Grundlagen für eine menschenwürdige Zukunft zu legen. Also am nackten Wahnsinn geradewegs das Gegenbild erschaffen. „Niedertracht und Heuchelei begegnen mir? – O.k., dann will ich umso mehr Rückgrat und Ehrlichkeit entwickeln!“ … „Die Leitmedien trommeln zu Hass und Konfrontation mit Nachbarländern? – O.k., dann will ich umso versöhnlicher wirken, Freundschaften um mich herum und über die Ländergrenzen hinaus pflegen, Interesse für die zu Feindbildern erklärten Menschen und Länder zeigen, noch liebevoller mit meinen Mitmenschen, meinem Partner, meinem Hund, meinem Wellensittich  umgehen. Ein offenes Auge und Ohr für Menschen haben, die gerade in Not sind. Für andere, die gerade diffamiert werden, Stellung beziehen.“ An der Entwicklung innerer Qualitäten, die unweigerlich auch nach außen, also im besten Sinne politisch wirksam werden, kann mich niemand hindern, egal welche Kramp-Merz-Merkel-Karrenbauers man uns gerade als Regierungsköpfe vorsetzt und welche Machwerke die deutsche Presse (laut Michail Gorbatschow „die bösartigste“ überhaupt) in Umlauf setzt. Wenn wir daran neue Ideale schöpfen können, dass hätte das Ganze auch einen Sinn und wir müssen nicht am gegenwärtigen Niedergang verzweifeln.

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Auch den Humor darf man sich keinesfalls rauben lassen. Jeder darf also aus gegebenem Anlass auch mal kräftig Luft holen und sich krummlachen über die gerade stattfindende Desavouierung des Spiegel, über den längst überfälligen SuperGAU des deutschen Qualitätsjournalismus, vom Spiegel-Chefredakteur gerade verharmlosend als „Tiefpunkt in der 70-jährigen Geschichte des Spiegel“ bezeichnet, bei dem „die selbst gesteckten Ziele verfehlt, eigene Ansprüche weit unterboten, alte Werte verletzt wurden“ (Quelle: Spiegel Online). Dann nochmals Luft holen und eine weitere kräftige Lachsalve abgeben über das nunmehrige Wehklagen des Chefredakteurs, dem es „besonders weh tut, dass es Relotius gelingen konnte, jahrelang durch die Maschen der Qualitätssicherung zu schlüpfen, die der Spiegel in Jahrzehnten geknüpft hat.“

Der Appell von Jens Wernicke, dass „Wir uns den Begriff ‚Lügenpresse‘ nicht aus der Hand schlagen lassen dürfen“, da man ein System ideologischer Massen-Manipulation auch als solches benennen müsse, erhält jetzt jedenfalls wieder Wasser auf die Mühlen. Denn das von einem akkreditierten Journalisten-Expertengremium als Unwort des Jahres geächtete und mit aller medialer Macht aus dem öffentlichen Diskurs verbannte Wort „Lügenpresse“ wird nun wohl eine ungeahnte Renaissance erfahren. Ist es nun doch amtlich und wird dies von unseren Leitmedien wie Spiegel, FAZ, TAZ, Süddeutscher, Welt, Zeit & Co. auch selbst zugegeben: Dass sie jahrelang – astreine, frei erfundene Lügen abgedruckt haben.

Wobei die Lügengeschichten des Claas Relotius noch vergleichsweise harmlos sein mögen. Sie lassen sich als glatte Lügen zumindest leicht enttarnen. Viel schlimmer und mit ihrer schleichenden Giftwirkung unseren gesamten gesellschaftlichen Organismus sowie den Weltfrieden zersetzend wirken die vom „embedded journalism“ täglich praktizierten Auslassungen, tendenziösen Verbrämungen, suggestiven Darstellungen, Diffamierungen und die mittlerweile zur Meisterschaft gebrachten Techniken der Fragmentierung und Dekontextualisierung. In das Gewand seriöser Berichterstattung gekleidet und von sauber gescheitelten und professionell in Szene gesetzten Frontmännern-/frauen vorgetragen, garniert mit „evidenzbasierten“ statistischen Fakten und Expertenwissen,  dringt die suggestive Nachrichtenmelange tief ins Unterbewusste des abends vom Arbeitstag meist schon ermatteten Medienkonsumenten und seiner Kinder. Jeder mag sich also zum Jahresende selbst fragen, welche Medien er im kommenden Jahr in welchem Umfang in sein Inneres hereinlassen möchte und welchen er sich besser verweigert – oder sich diese zumindest nur dann zu Gemüte führt, wenn er wach genug ist und sich zuvor Schutzhandschuhe, Schutzbrille und eine Atemmaske mit FFP3-Feinstaubfilter aufgesetzt hat.

Indes wurden in der Zivilgesellschaft als Reaktion auf den Spiegel-Skandal auch ganz praktische Maßnahmen getroffen: Der Postillon berichtet, dass Zeitschriftenhändler den SPIEGEL künftig im Heftroman-Regal einsortieren wollen, ganz standesgemäß zwischen schwülstigen Ärzteromanen,  Fantasy-Magazinen und Science-Fiction-Heftchen.

Auf Facebook wurde gerade die Idee geboren, den „Claas Relotius Award“ ins Leben zu rufen – verliehen an die verdienstvollsten Schmierfinken der transatlantischen Katzenstreu-Presse. Zusätzlich zum unten ersichtlichen Pokal gibt’s für den Preisträger noch eine Clownnase von Pogo dem Clown (verchromt und unblutig natürlich).

(Bild: mit freundlicher Genehmigung von VeitJürgens/FB)

 

Zum Weiterlesen

zum Thema „deutscher Qualitätsjournalismus“ siehe auch:

Kopfmähroboter oder: Das große Desinfizieren – Ein Bordelltürsteher rechnet ab

Unsere Leitmedien und das älteste Gewerbe der Welt

„Der Propaganda-Multiplikator“ – Drei globale Nachrichtenagenturen als Zapfsäulen für die nationalen Massenmedien

Medien-Navigator (Swiss Propaganda Research)

Prof. Rainer Mausfeld: „Der leise Tod der öffentlichen Debatte“

Jens Wernicke bei KenFM: „Lügen die Medien?“

Rundfunkgebühr reloaded: Kein Bürgercent für Desinformation und Kriegstreiberei (Erweiterter Klageschriftsatz)

Der Mensch am Schlachtfeld zwischen Lüge und Wahrheit – Teil 1: Im Griff der Würgeschlange

Der Mensch am Schlachtfeld zwischen Lüge und Wahrheit – Teil 2: Die Götterdämmerung der „Lügenpresse“

 

 

Wikipedia oder Wikihausen? – Dirk Pohlmann über das globale Manipulationsnetzwerk einer atheistischen Sekte (Zensierte Fassung)

Während unsere Qualitätsmedien immer noch weggucken, arbeiten Dirk Pohlmann und Markus Fiedler gerade fast wie im Alleingang einen ungeheuren Skandal auf: Die freie Enzyklopädie Wikipedia ist gar nicht so frei wie sie erscheint, sondern wird dominiert von einer Gruppe, die Pohlmann als „aggressive, atheistische Sekte“ bezeichnet, die auch vor systematischem Rufmord und existenzieller Vernichtung Andersdenkender nicht zurückschreckt. Diese Sekte kleidet sich in scheinbar wissenschaftliche und fortschrittliche Gewänder, verfolgt jedoch eine radikale Agenda der Gegenaufklärung. Ihr Ziel: Die Austreibung allen Geistes aus der Menschheitskultur bzw. die Heranzüchtung des vollkommen geistlosen Menschen, der in einer „rein säkularen“ Welt unter transatlantischer Ägide nur noch dem technischen Fortschritt und der sozialdarwinistischen Effizienz verpflichtet ist – und natürlich der Meinungshoheit von neoliberalen, demokratiebefreiten „Experten“, die so wie bei Wikipedia alles aus dem Hintergrund steuern, Unerwünschtes von der Bildfläche verschwinden lassen und Erwünschtes als common sense etablieren. Trotz aller Geistlosigkeit will diese Sekte also auch in Zukunft nicht auf das Amt des Hohepriesters verzichten. Im Unterschied zu ihren antiken Vorgängern werden die neuen Hohepriester – ebenso wie ihre die Welt ins transhumanistische Paradies steuernden Algorithmen – zwar allwissend und allmächtig sein, aber eben leider nicht allgütig.

Man könnte den derzeit beobachtbaren Kampf um die mediale Meinungshoheit auch mit den Worten von Prof. Rainer Mausfeld beschreiben: „Wir leben in einer Phase der Gegenaufklärung, die es perfiderweise geschafft hat, sich als Aufklärung zu tarnen.“

Dirk Pohlmann und Markus Fiedler (Autor der mittlerweile vielgesehenen Dokus „Zensur“ und „Die dunkle Seite der Wikipedia“) stellen mit ihrer Arbeit wichtige Meilensteine bereit, um den Marsch in den Grand Canyon, in den uns die „Skeptiker“-Bewegung leiten möchte, doch noch rechtzeitig umzukehren und das Spinnwebgeflecht des manufacturing consent wieder abzustreifen.

Ein fast zweistündiger Vortrag wie nachfolgend mag uns zeitlosen Zeitgenossen etwas lange vorkommen. Aber was sind sind schon zwei Stunden gegenüber einer halben Ewigkeit, die Dantes Eishölle für jeden andauern wird, der in sie abrutscht? Insofern kann man Dirk Pohlmanns Recherchen (die nur die Essenz einer ganztägigen Tagung darstellen) als elementares Rüstzeug ansehen, das sich im massenmedial vernetzten Informationszeitalter wohl jeder Bürger zulegen sollte, der seine Mündigkeit bewahren und inmitten des transatlantisch-neoliberal-nihilistischen Netzwerks seinen Geist nicht aufgeben möchte. Denn wer dieses Netzwerk nicht kennt, wird darin unweigerlich kleben bleiben wie ein argloser Falter in einem Spinnennetz. Im Übrigen: Pohlmanns Präsentation ist ausgesprochen kurzweilig und trotz aller Dramatik sehr motivierend, ebenfalls Stellung zu beziehen und sich aus dem Zugriff eines immer dreister werdenden Ansinnens zu „betreutem Denken“ mutig mit eigenen Gedanken zu emanzipieren. Wer wenig Zeit hat, mag sich evtl. nur die Visualisierung des Skeptizisten-Netzwerks bei Minute 1:00:10 ansehen:


zum Weiterlesen:

Der Psiram Lehrmeister – Massentaugliches Infotainment und marktkonformer Brainfuck

Endzeit-Poesie 4.0: Unser „Ich“ – Staatsfeind Nr.1

„Last Christmas“ – Jahresende und Ausblick auf 2019

 

Update:
Verifiziert – und manipuliert
Ein Artikel von Golem.de

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Neuer Youtube-Kanal von Markus Fiedler & Dirk Pohlmann zur Aufarbeitung des Wikipedia-Sumpfes:
Wikihausen

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