Macht

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Machtkonzentration: Wie Staaten und Konzerne verschmelzen | Buchautor Norbert Häring

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Norbert Häring ist Buchautor und Wirtschaftsjournalist. In seinem neuen Buch „Endspiel Kapitalismus: Wie die Konzerne die Macht übernahmen und wie wir sie zurückholen“, zeichnet Häring ein besorgniserregendes Bild über die Verschmelzung von Staaten, Institutionen und Konzernen. Auch die hoch angesehenen Vereinten Nationen sind nicht vor dieser Machtübernahme sicher, denn Konzerne haben deutlich mehr Kapital zur Verfügung als Regierungen. Aus Sicht Härings ist die Kapital- und Machtkonzentration die größte Herausforderung in unserem kapitalistischen System. Ein freier Markt wie auch unternehmerischer Wettbewerb sind unter diesen Bedingungen nicht mehr möglich.

Link zum Buch: „Endspiel des Kapitalismus: Wie die Konzerne die Macht übernahmen und wie wir sie zurückholen“
https://www.youtube.com/redirect?event=video_description&redir_token=QUFFLUhqbl9scWRISHUwd2o1bGtTX2JWbnNrYWxSaGRUQXxBQ3Jtc0tueURKSU9oazBPcWVwb0VNYlNNYzdwUDZfc3BPQ0hzYkRnTjVvUXQ2ZUxaS1pVcUh5elNVbGNBTnJzLVZEdklPaFc3dXozRFl1eXNoeTNsVmhCaDNfUVRwLWFFN2s4WG5YRDRraGIwMjlweEw3TEtpNA&q=https%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FEndspiel-Kapitalismus-Konzerne-%25C3%25BCbernahmen-zur%25C3%25BCckholen%2Fdp%2F3869951133&v=fevC2r6oLuU

KAPITEL
00:00:00 Einleitung
00:06:29 Zusammenarbeit und Geldflüsse zwischen dem World Economic Forum und der UNO
00:14:00 Konzerne als Weltregierung
00:20:51 Ist der Kapitalismus schuld?
00:25:48 Deregulierung oder doch zu viel Regulierung?
00:28:07 Wer trägt Verantwortung?
00:33:45 Aktien und Steuerlast
00:36:44 Warum muss der Staat nicht lernen besser mit unserem Geld besser umzugehen?
00:49:38 WHO-Pandemievertrag
00:56:21 ID2020

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RUBIKON: IM GESPRÄCH: „DIE MEINUNGSUNFREIHEIT“ (HANNES HOFBAUER UND JENS LEHRICH)

Die Meinungsunfreiheit

Im Rubikon-Exklusivinterview erläutert der Verleger Hannes Hofbauer, dass überhandnehmende Zensurmaßnahmen immer ein Anzeichen dafür sind, dass sich die Herrschaft ihrer Macht nicht mehr sicher ist.

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PSYCHOPATHEN AN DER MACHT

Macht hat immer Menschen abnormen Charakters angezogen. Es gibt aber dennoch Zeiten, in denen mal mehr, mal weniger schwierige Menschen an den Schalthebeln der Macht saßen. Nach vielen relativ geordneten Jahrzehnten hat die BRD heute so viele schlechte Politiker wie noch nie, die nicht einfach dumm oder ideologisch verbohrt sind, sondern auch wohl psychisch mehr oder weniger stark gestört und damit auch gefährlich sind.

DIETRICH BONHOEFFERS THEORIE DER DUMMHEIT – DIETRICH BONHOEFFER‘S THEORY OF STUPIDITY

Dietrich Bonhoeffer argumentierte, dass dumme Menschen gefährlicher sind als böse. Denn während wir gegen böse Menschen protestieren oder sie bekämpfen können, sind wir gegen dumme Menschen wehrlos – ihre Argumente stoßen auf taube Ohren. Bonhoeffers berühmter Text, den wir für dieses Video leicht bearbeitet haben, dient jeder freien Gesellschaft als Warnung davor, was passieren kann, wenn bestimmte Menschen zu viel Macht erlangen.

Dietrich Bonhoeffer argued that stupid people are more dangerous than evil ones. This is because while we can protest against or fight evil people, against stupid ones we are defenseless — reasons fall on dead ears. Bonhoeffer’s famous text, which we slightly edited for this video, serves any free society as a warning of what can happen when certain people gain too much power.

Dumm

Dr. Daniele Ganser im Gespräch mit Dr. G. Hüther: Machtstreben spaltet, Liebe verbindet (2.11.2021)

Wer nach Macht, Einfluss und Anerkennung strebt, neigt immer dazu, den Zusammenhalt von Menschen zu spalten. Das ist in allen Gesellschaftsformen so.

Menschen die das Leben lieben, werden sich immer darum bemühen, das Verbindende unter den Menschen und ihres Umganges mit allem Lebendigen zu stärken.

Daniele Ganser und Gerald Hüther gehen aus ihren jeweiligen Perspektiven diesem Phänomen nach und suchen nach den Ursachen und Beweggründen für Machtstreben und Lieblosigkeit.

Denn dem Menschen angeboren ist beides nicht.

https://youtu.be/2LodzJ2qr20

Wie ziviler Ungehorsam in Moskau dazu geführt hat, dass Impfnachweise wieder abgeschafft wurden!

Die Idee den Ungeimpften das Leben zunehmend schwerer zu machen, um die Menschen direkt oder indirekt mit stetig steigender Intensität zum Impfen zu zwingen, hat gerade weltweit Konjunktur.

In vielen Ländern und Regionen erhöht man kontinuierlich den Druck auf Ungeimpfte und diskriminiert sie systematisch bei immer größeren Teilen des gesellschaftlichen Lebens.
Und in dem Zusammenhang möchte ich in diesem Video über das Beispiel Moskau reden, denn dort haben es die Menschen geschafft, die übergriffige Regierung zurückzuweisen.

Denn die Menschen haben mehr Macht, als sie realisieren!

Stiftung Corona Untersuchungsausschuss – Sitzung 53: Selbst bestimmen

Der Covidianische Kult

Die Gemeinschaft der Corona-Gläubigen gleicht einer Sekte — mit der Mitgliederzahl einer Weltreligion.

Eine wirre Ideologie, die einen Plan verfolgt, ihre Anhänger Schritt für Schritt zu transformieren. Totale Kontrolle des Bewusstseins und der Versuch, Menschen radikal aus ihrem bisherigen Lebensumfeld herauszureißen. Systematische Erzeugung eines Ohnmachtsgefühls. Ein rigides System von Belohnung und Verhaltenskontrolle. Autoritäre Strukturen und die Neigung, Abweichler zu brandmarken und zu verstoßen (…) Denkt man da nicht automatisch an einen gefährlichen religiösen Kult? Nur weil die Anzahl der betroffenen Menschen so groß ist, fällt den meisten Beobachtern des Corona-Geschehens der Begriff „Sekte“ nicht ein. Aber auch ein Wahn mit sehr vielen Anhängern bleibt ein Wahn. Bereits im Oktober 2020 schrieb der Autor einen Aufsatz mit dem Titel „Der Covidianische Kult“ (1), in dem er die sogenannte Neue Normalität als eine globale totalitäre ideologische Bewegung beschrieb. Die Entwicklungen der letzten sechs Monate haben die Richtigkeit dieser Analogie bewiesen.

Ein Kommentar von C. J. Hopkins.

Ein volles Jahr nach der anfänglichen Verbreitung der äußerst schockierenden und völlig fiktiven Fotos von auf der Straße tot umfallenden Menschen, der prognostizierten 3.4 Prozent Todesrate und dem ganzen Rest der offiziellen Propaganda, trotz des Mangels an jeglichen tatsächlichen wissenschaftlichen Beweisen für eine apokalyptische Seuche — und der Fülle der gegenteiligen Indizien —, verhalten sich Millionen Menschen weiterhin wie Mitglieder eines riesigen Todeskultes, laufen in der Öffentlichkeit mit medizinisch aussehenden Masken herum, wiederholen roboterhaft nichtssagende Plattitüden, quälen Kinder, ältere Menschen, Behinderte, verlangen, dass jeder sich gefährliche experimentelle „Impfstoffe“ injizieren lässt, und verhalten sich einfach generell wahnhaft und psychotisch.

Corona, Macht und Tyrannei

Das Mephisto-Prinzip in der Politik. Machiavelli reloaded.

Ein Standpunkt von Christian Kreiß.

So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz, das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.
Mephisto, Faust Teil 1

Wer hat das schon mal erlebt: ein Chef, seltener eine Chefin, oder ein Vorgesetzter, der einen „rundmacht“, herunterputzt, anschreit, lauthals schimpft, seine Wut oder Dampf ablässt? Ich selbst habe das oft erlebt. Es gibt unzählige Schilderungen von Betroffenen dazu. Vor allem in Konzernen und Unternehmen, aber auch im Militär und anderen straff organisierten Großorganisationen habe ich den Eindruck, ist das durchaus verbreitet.

Aber nicht nur im Berufsleben gibt es das. Machtpositionen scheinen häufig das Tor zu aggressiven Gefühlen zu öffnen. Die Geschichte ist voll von Tyrannen, Diktatoren, Usurpatoren oder Machtmenschen, die oft grausame Herrschermethoden anwenden, von Einsperren, Enthaupten, Erschießen über Misshandlungen aller Art von Untergebenen, sowohl eigene Untertanen wie erst recht von Gefangenen, Feinden oder Andersdenkenden. Manchmal wurde auch einfach der Überbringer von schlechten Nachrichten kurzerhand einen Kopf kürzer gemacht. Das gilt nicht nur für weit zurückliegende Zeiten, sondern durchaus auch für die jüngere und jüngste Geschichte. Von Nero über Napoleon, Mussolini, Hitler, Stalin, Mao bis Pinochet oder Pol Pot wissen viele Milliarden Menschen ein trauriges Lied davon zu singen.

Auch in anderen Lebensbereichen, im tagtäglichen Leben existiert es. Ich hatte zwei Lateinlehrer. Der eine schrie immer wieder in der Klasse herum, ließ Liegestützen und Kniebeugen machen und hatte ganz offensichtlich seine Freude an seinen tyrannischen Auslassungen. Ein paar sensible Mädchen hielten das nicht aus und fielen wegen Latein durch. Der andere Lateinlehrer hatte einen stark sadistischen Hang, verteilte mit süffisantem Grinsen und großer Freude die schlechten Noten und kündigte im Voraus an, wer am Schuljahresende durchfallen werde. Das kam auch tatsächlich so. Also auch manche Lehrer, die ja in Machtpositionen gegenüber Schülern sind, haben und leben manchmal eine sadistische Ader.

Was ich damit sagen will: Mit der Macht, mit Machtpositionen scheint häufig die Lust am schlechten Behandeln anderer Menschen, an Unterdrücken, an Sadismus, am Schaden-Wollen anderer, Hand in Hand zu gehen. Ich gehe aber davon aus, dass es vermutlich vor allem andersherum gilt: Machtmenschen haben häufig einen starken Instinkt oder Trieb zu Unterdrückung, Sadismus, zum Schaden-Wollen, zum Böses-Tun und sie versuchen daher, in Machtpositionen zu kommen, um diesen Trieb auszuleben.

Amazing Polly – Eine kleine Anzahl von Psychopathen kontrolliert die Gesellschaft

Polly reagiert auf Kommentare zu ihrem vorherigen Video und bespricht dann einen Abschnitt aus „Politische Ponerologie“: den übergroßen Einfluss von Psychopathen.

 

Deutsche Übersetzung & Voice-over: Brittsche —> https://t.me/brittsche
Pollys Originalvideo vom 20.04.2021: https://www.bitchute.com/video/A5MKB149PZER/

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Das Einmaleins der Macht

Die Techniken der Herrschaftsausübung sind über viele Epochen hinweg gleich geblieben und wurden perfektioniert.

Ein Standpunkt von Dharmendra Laur.

Die Besetzung wechselt, aber das Theaterstück bleibt im Prinzip das gleiche. Mit dem derzeitigen politischen Geschehen ist deutlich geworden: Auch heute noch, in unseren westlichen Gesellschaften, existieren Kräfte, die über so viel Macht und Einfluss verfügen, dass sie weitreichende Veränderungen gegen das Interesse der Allgemeinheit durchsetzen können. Im Gegensatz zu den Monarchen der Vergangenheit herrschen diejenigen, die heute schalten und walten, jedoch nicht direkt. Sie halten sich im Hintergrund, und oft ist nicht einmal klar, bei wem die Fäden eigentlich wirklich zusammenlaufen. Durch einen sorgfältigen Vergleich heutiger Machtstrukturen mit denen vergangener Epochen können wir jedoch durch den Nebel der Verschleierung hindurchblicken und jene Gruppe identifizieren, welche die Geschicke der Welt weitgehend dirigiert.

Herrschaft im Mittelalter

In der Vergangenheit wurde Macht vor allem auf zwei Arten ausgeübt: zum einen durch rohe, physische Überlegenheit und die damit einhergehende Fähigkeit, Zwang auszuüben; dem gegenüber steht die Machtausübung durch eher subtile, intellektuelle Überlegenheit, mit deren Hilfe man andere, vorwiegend durch Täuschung, manipulieren und kontrollieren kann.

Während des Mittelalters waren in Deutschland und Europa beide Formen präsent. Die grobe, weltliche Macht lag formal in den Händen der Fürsten und Könige, die über Armeen verfügten und ihren Willen gewaltsam durchsetzen konnten. Der Klerus, also die Vertreter der sogenannten Geistlichkeit, bestimmte maßgeblich, woran die Menschen damals glaubten. Die Geistlichen waren die Herren der Meinungen und Ansichten und genossen hohes Ansehen und Vertrauen. Das brachte sie in eine Position, in der sie ihre Zuhörer, von ihrer Kanzel herab, beinahe nach Belieben mit Gedanken und Ideen füttern konnten. Viele der gepredigten Inhalte zielten vor allem darauf ab, Vorteile für die klerikale Klasse zu schaffen .…

Biden’s “Politik” – Valeriy Pyakin

Wer die Macht hat, bestimmt die Qual

Über die politisch motivierte Pulverisierung gesellschaftlicher Ebenen

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Der Volksmund spricht, wer die Wahl hat, hat die Qual.

Bezogen auf die gesellschaftliche Situation der zurückliegenden und kommenden Monate kann der Ausspruch dahingehend genutzt werden, wie kann ich, wie möchte ich mein individuelles Dasein gestalten?

Was passiert jedoch, wenn das Individuum die persönliche Wahl nicht eigenständig vollziehen kann? Der Entschluss verhindert wird. Wenn politische Macht dahingehend missbraucht wird, dem Wähler in Bezug auf seine im Grundgesetz niedergeschriebenen Rechte, die Umsetzung einer Fremdentscheidung, eines Beschlusses aufzuzwingen. Dies erfolge vermeintlich nur zugunsten seines individuellen Wohlbefindens. Dieser Eingriff in das Leben, sei zudem politisch legitimiert schlicht zu erdulden.

Die zurückliegenden Entscheidungen der machthabenden Politik entstanden aus einer Machtposition heraus, die ihnen entsprechende Wähler ermöglicht haben. Mitgehangen, mitgefangen, denken sich da Millionen Nichtwähler und Unterstützer sogenannter Oppositionsparteien.

Wer keine Wahl hat, hat also automatisch die verordnete Qual? Muss der, der keine Wahl hat, jedoch diese Qual auch ertragen? Seit Wochen wird diskutiert, auch gerätselt, warum ein sehr hoher Anteil der Bürger die Corona-Maßnahmen inbrünstig mittragen, zumindest erdulden.

Neben dem Gehorsam, ausgehend der selbstverständlichen Identifikation mit der Regierungspolitik, überwiegt die diffuse Angst. Die Angst zu widersprechen, zu versagen, nicht dazu zugehören. Die Angst vor der Wahrheit? Vor dem Unbekannten. Die Angst vor der Täuschung? Sich selbst belogen zu haben?

Die lodernde Angst wird aktuell sehr eng gekoppelt an das Fünkchen Hoffnung. Der Hoffnung auf eine Normalität, die so wie gekannt und rückblickend wenig geschätzt, nun über die letzten Monate für viele immer noch mit einem Gefühl großer Verwunderung vollkommen abhanden gekommen ist. Die einzige Gewissheit der Gegenwart? Dieser Status quo wird sich zeitnah nur bedingt verändern.

Genozid unter dem Deckmantel der Krankheitsbekämpfung

Ein Kommentar von Christian Kreiß.

Einleitung

In einem seiner letzten Werke, „Der Antichrist – Fluch auf das Christentum“, schreibt Friedrich Nietzsche 1888 auf den ersten Seiten:

„Was ist gut? – Alles, was das Gefühl der Macht, den Willen zur Macht, die Macht selbst im Menschen erhöht. […] Was ist Glück? – Das Gefühl davon, dass die Macht wächst. […] Die Schwachen und Missratenen sollen zugrunde gehen: erster Satz unserer Menschenliebe. Und man soll ihnen noch dazu helfen. Was ist schädlicher als irgendein Laster? – Das Mitleiden der Tat mit allen Missratenen und Schwachen, das Christentum…“

Ich habe den Eindruck, dass diese Zeilen von Nietzsche seit 2020 eine ungeahnte Aktualität gewonnen haben.

Lockdownpolitik in Entwicklungsländern

In einer Ende Januar erschienenen Studie mit dem Titel „The Inequality Virus“ (1) geht oxfam auf die gravierenden negativen Auswirkungen der staatlichen Zwangs-Lockdownmaßnahmen in den Entwicklungsländern ein. Weltweit seien etwa 1,7 Milliarden Kinder von den Schulen ausgesperrt worden, in den Entwicklungsländern beinahe vier Monate, in den Industrieländern etwa sechs Wochen. In den Entwicklungsländern traf es also die Kinder sehr viel schlimmer als in den Industrieländern. Da die Internet- und Technik-Ausstattung in den armen Ländern und insbesondere in den Unterschichten oft sehr schlecht ist, hieß das für ein Millionenheer von unterprivilegierten Kindern das Ende der Bildung, das Ende der Hoffnung auf ein besseres Leben. Oxfam weist ausdrücklich vielfach darauf hin, dass die Lockdown-Politk im Wesentlichen die Unterprivilegierten dieser Erde trifft.

Wir befinden uns im Krieg

Ein Standpunkt von Peter König.

Wir sind im Krieg. Ja. Und ich meine nicht West gegen Ost, gegen Russland und China, noch die ganze Welt gegen ein unsichtbares Coronavirus. Nein. Wir, das gemeine Volk, befinden uns im Krieg gegen ein immer autoritäreres und tyrannischeres, elitär globalistisches System, das von einer kleinen Gruppe von Multimilliardären regiert wird, die schon vor Jahrzehnten geplant haben, die Macht über die Menschen zu übernehmen, sie zu kontrollieren, sie auf das zu reduzieren, was eine winzige Elite für eine „angemessene Anzahl“ hält, um Mutter Erde zu bewohnen – und den Rest der Überlebenden zu digitalisieren und zu robotisieren, als eine Art Leibeigene. Es ist eine Kombination aus George Orwells „1984“ und Aldous Huxleys „Brave New World“.

Willkommen im Zeitalter der Transhumanen. Wenn wir es zulassen. Deshalb braucht es Impfungen in Warp-Geschwindigkeit, um uns transgene Substanzen zu injizieren, die unsere DNA verändern könnten, außer wir wachen auf, oder zumindest eine kritische Masse wird sich bewusst – und verändert die Dynamik. Denn Dynamiken sind nicht vorhersehbar, schon gar nicht langfristig.

Der Krieg ist real, und je eher wir alle das erkennen, je eher die Maskierten und die sozial Distanzierten die weltweit dystopischen Zustände zur Kenntnis nehmen, die wir unseren Regierungen erlaubt haben, desto besser ist unsere Chance, unser souveränes Selbst zurückzuerobern. Heute sind wir mit völlig illegalen und unterdrückerischen Regeln konfrontiert, die alle unter dem Vorwand des „Gesundheitsschutzes“ auferlegt werden. Ungehorsam wird mit hohen Geldstrafen geahndet; Regeln, die von Militär und Polizei durchgesetzt werden: Maskentragen, soziale Distanzierung, Aufenthalt im erlaubten Radius unserer „Häuser“, Quarantäne, Fernbleiben von unseren Freunden und Familien.

In der Tat, je eher wir, das Volk, eine alte vergessene Eigenschaft der Menschheit aufgreifen – die „Solidarität“

https://www.wiki-tube.de/videos/watch/e697354f-b096-4605-8259-8424260f2d60

Demokratie, die es nie gab… schon gar nicht mit Covid

Ein Kommentar von Peter König.

Brüssel (EU- und europäisches NATO-Hauptquartier) – Am 21. Oktober 2020 berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa), dass Deutschland NATO-Soldaten für mögliche Covid-19-Operationen zusagt: „Deutsche Soldaten könnten während der zweiten Welle der Corona-Pandemie zu Kriseneinsätzen in andere NATO- und Partnerländer entsandt werden. Wie ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums bestätigte, hat die Bundesregierung der NATO Unterstützung für ihren Notfallplan „Allied Hand“ zugesagt. Danach sollen bei Bedarf medizinisches Personal, Pioniere und Experten der Truppe für Auslandseinsätze zur Abwehr atomarer, biologischer oder chemischer Gefahren zur Verfügung gestellt werden. Der Notfallplan soll z.B. dann aktiviert werden, wenn in alliierten oder NATO-Partnerländern aufgrund sehr hoher Infektionsraten ein Zusammenbruch des Gesundheitssystems droht und der betroffene Staat um Unterstützung bittet“.

Im Klartext bedeutet dies, dass deutsche Soldaten in covidbezogenen „Kriseneinsätzen“ bei anderen NATO-Partnern eingesetzt werden können. Covid-Einschränkungen und damit verbundene staatliche Unterdrückung und Tyrannei können zu massiven zivilen Unruhen führen, und deutsche Soldaten, alias deutsche NATO-Soldaten, könnten zusammen mit Soldaten aus anderen NATO-Ländern den örtlichen Regierungen helfen, solche potentiellen Umwälzungen der Bevölkerung mit militärischer Gewalt zu ersticken. Scharfe Kugeln und Töten, wenn „notwendig“.

In einigen europäischen Ländern, d.h. in Slowenien, der Tschechischen Republik, Polen, Ungarn, Spanien – und natürlich auch in Deutschland selbst – sind die Unruhen bereits deutlich sichtbar. Auch in Frankreich, derzeit eines der repressivsten Regime in der westlichen Welt, kochen die zivilen und gesellschaftlichen Unruhen hoch.

Pharaonen im Learjet und Freiherren im Forstgut -Teil 1: Jenseits der Schwerkraft und doch eisern angekettet

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Christoph Gröner (Bild aus Doku „Ungleichland“ / ARD / Youtube)

Über den Wolken in seinem Learjet sitzend, erzählt der Selfmademan Christoph Gröner über eine verblüffende Erfahrung, die er macht, seitdem er in die Riege der Superreichen aufgestiegen ist: Sein Geld sei einfach nicht kaputtzukriegen.

„Wenn Sie 215 Millionen haben und schmeißen das Geld zum Fenster raus, dann kommt’s zur Tür wieder herein. Sie kriegen es nicht kaputt. Sie kaufen Autos? Das Auto kriegt mehr Wert. Sie kaufen Häuser? Die Immobilien kriegen mehr Wert. Sie gehen in Gold? Das Gold wird mehr wert. Sie können’s nicht durch Konsum zerstören, das Geld.“

Die jüngst ausgestrahlte ARD-Reportage „Ungleichland – Wie aus Reichtum Macht wird“, in der solche Lebensweisheiten zum Besten gegeben werden, berührt zwar nicht einmal ansatzweise die wirklich zugrundeliegenden Probleme unserer heutigen Zeit und kratzt lieber an oberflächlichen Klischees, aber dennoch gibt sie einige interessante Streiflichter und macht uns bekannt mit Prachtexemplaren unserer Leistungsgesellschaft, denen man beim Einkaufen im Aldi in der Regel nicht begegnet.

So etwa Christian Lothar Ludwig Hugo Wilhelm Maria Reichsfreiherr von Mauchenheim, genannt Baron von Bechtolsheim. Der selbstbewusste Mann gehört zu jener Erblinie aus der Handelsdynastie der Fugger, die sich bis ins 21. Jahrhundert durchgefuggt haben und beim großen Festessen auch heute noch ganz vorne mit an der Tafel sitzen. Sein Brot verdient der Freiherr selbstverständlich nicht als Kühlregalschlichter bei Lidl, sondern ganz standesgemäß mit Private Banking für betuchtes Klientel: „Wir helfen dabei, das Vermögen von Familien über Generationen zu erhalten, das ist unser Anspruch.“ Die Frage des Reporterteams, ob er denn diese Art von Arbeit nicht als Teil des Problems [der zunehmenden Ungleichheit unserer Gesellschaft] sehe, bezeichnet der Freiherr als „frech“ – worauf er das feiste Lachen der mit ihm zu Tische sitzenden Finanzexperten erntet.


Schallendes Lachen nach der „frechen“ Frage des Reporterteams; ganz re.: Baron Bechtolsheim
(Bild aus Doku „Ungleichland“ / ARD / Youtube)

Emotionsfreie Freiherren

Dass es für das Geschäft nicht förderlich ist, wenn man zu viele Fragen stellt, erfährt man auch während einer Konversation des Freiherren mit einem Team an Finanztradern, denen er das Geld seines Fonds zur Weitervermehrung anvertraut hat. Die Private Equity Fondsmanager agieren  vollkommen emotionsfrei: Ein Computeralgorithmus, der die Weltwirtschaftslage scannt, entscheidet nach einem Rot-Gelb-Grün-Ampelschema, wann ein Wertpapier gekauft und verkauft wird: „Wir sind emotionslos gesteuert, wir haben keine Emotionen. Unser gesamtes Setup, unser Algorithmus ist rein quantitativ.“

Der Freiherr nimmt dieses emotionsfreie Geschäftsmodell seinerseits emotionsfrei zur Kenntnis, solange die Rendite stimmt. Da ihm die City Boys über 9% Rendite liefern, frägt der Fugger nicht näher nach, ob diese Rendite ohne Kinderarbeit und mit ökologisch nachhaltigen Produkten erwirtschaftet wurde oder mit krisensicheren Produkten, die etwa der „US Barrier / Vice Fund“ in seinem Portfolio hat: Waffen, Glückspiel, Alkohol und Pornografie. Dieses Portfolio ist krisensicher: „Selbst in schlechten Zeiten wollen die Leute noch trinken, rauchen oder wetten“, erklärte Fondsmanager Dan Ahrens bei der Gründung des Vice Fund (Quelle: FAZ).

Wenn man die Naturgesetze außer Kraft setzen will, dann darf man bei der Renditejagd nicht zimperlich sein. Immerhin weiß Baron Bechtolsheim aufgrund einer Studie, dass es weltweit nur vier Prozent der Unternehmerfamilien gelingt, das Vermögen länger als drei Generationen zu erhalten. Spätestens der Enkel setzt dann das erworbene Vermögen wieder in den Sand – wie gewonnen, so zerronnen. Die Focam AG des Fuggers will nun helfen, dieses eherne Gesetz zu durchbrechen, sodass auch noch so wohlstandsverwahrloste Kinder in Zukunft unbeschwert im selbstfahrenden  Auto auf ihrem Smartphone herumwischen und Spaß haben können.

Philosophie vs. Basic Instinct

Nachdem der mit Karl-Theodor zu Guttenberg verwandte Freiherr in seinem exklusiven Frankfurter Büro die fein säuberlich durch Trennblätter vorbereitete Aktenmappe durchgeblättert und alle Kontrakte signiert hat – freilich ohne sie durchzulesen, er kann seinen Fachanwälten offensichtlich blind vertrauen – geht’s mit dem Reporterteam ab in sein Waldgut, in dem sich der Freiherr nach getaner Arbeit dann so richtig frei fühlen kann. Bedingung an das Journalistenteam für das Mitkommen: Diskretion. Das Fernsehpublikum dürfe nicht erfahren, wo sich das Paradies befindet, in dem der Freiherr nach Feierabend seine fröhlichen Urstände feiert. In seinem Forstgut stellt der Freiherr dann vor laufenden Kameras unter Beweis, dass er nicht nur Chef spielen, sondern nötigenfalls auch anpacken kann:  Ganz ohne Nadelstreif und diesmal ohne Hilfe seiner Assistenz erlegt er einen morschen Baumstamm, der nach einem in Lederhose erbrachten Kraftakt des Freiherrn krachend zu Boden fällt. Sich kurz die Hände schüttelnd, erzählt der Freiherr alsdann frei von der Leber weg, wie er es in seinem Leben mit dem Thema „Besitz“ halte: Er könne die Frage, ob man denn immer alles auch besitzen müsse, was man liebt, gut verstehen. Wenn man diese Frage jedoch nicht in philosophischer Hinsicht [A.d.V.: wörtl. griech.: aus-Liebe-zur-Weisheit], sondern aus seinen natürlichen Instinkten heraus beantworte, dann könne er nicht umhin, als sie einfach mit „Ja“ zu beantworten.

Die im adeligen Blut liegenden Instinkte des Barons haben sich also noch nicht verwässert, obwohl der Baron laut eigenem Bekunden der erste Familienspross seit 900 Jahren ist, der aus nicht beiderseitig adeliger Linie, sondern aus der Ehe mit einer Bürgerlichen hervorgegangen ist (Quelle: sueddeutsche). Der halbbürgerliche Baron selbst setzt jedoch den traditionell blaublütigen Blutstrom seiner Familie wieder fort: Laut Wikipedia ist als seine Gattin eine ‚Annabel geborene Freiin Huber von Gleichenstein‘ verzeichnet, also eine Adelige. Wie auch immer, wir dürfen im Sinne der Chancengleichheit jedenfalls beruhigt zur Kenntnis nehmen, dass es in unseren neoliberalisierten Forsten nicht nur Freiherren, sondern auch Freiinnen gibt. In Zeiten von Gender Mainstream wäre es ja auch unerträglich rückschrittlich, wenn es keine Freiinnen gäbe, gab es doch sogar im alten Ägypten Pharaoninnen.

Eine Frage der Ehre

Der bei der Bayerischen Vereinsbank, HypoVereinsbank und Dresdner Bank in die Lehre gegangene Freiherr ist auch keinesfalls realitätsfremd. Im vorgenannten Interview mit der Süddeutschen zeigt er, dass er die heutige Realität, in der er selbst mit am Rad dreht, messerscharf erfasst: „Die soziale Marktwirtschaft wurde durch das angelsächsische Modell abgelöst, das einen brutalen Kapitalismus praktiziert.“ Über Bankmanager, die sich in dieses angelsächsische Fahrwasser hineinziehen haben lassen und damit ihre Banken wie Hypo Real Estate oder Dresdner Bank in den Ruin geführt haben, kann Baron Bechtolsheim nur den Kopf schütteln: „Die Zeiten haben sich geändert. Vor 100 Jahren hätte sich jeder von den Managern erschossen, der seine Firma zugrundegerichtet hat. Das war eine Frage der Ehre.“

Abstocker

Als Kontrastprogramm schwenkt die ARD-Doku auch immer wieder mal von den Freiherren weg hin zu gemeinen Unfreibürgern, die in prämerkelschen Zeiten, in denen die Demokratie noch nicht marktkonform war, einmal zu dem zählten, was man Mittelschicht nannte: Eine junge Familie aus Leipzig, die sich nach dem zweiten Kind nach einer größeren Wohnung sehnt, diesen Traum nach Sichtung des Immobilienmarktes jedoch schnell aufgeben muss. Obwohl der Vater einen an sich gut bezahlten Job bei Siemens hat und die Familie abends alle möglichen Finanzierungsvarianten durchspielt, erweist sich der Erwerb eines Eigenheims als unerreichbare Utopie. Am Ende der Dreharbeiten erfährt man, dass die Familie anstatt aufzustocken nun sogar abstocken muss: Das Siemens-Werk, in dem der Vater arbeitet, wird geschlossen und aus Rentabilitätsgründen nach Osten verlegt, die Miete in der derzeitigen Wohnung damit nicht mehr leistbar. Die Familie wird sich jetzt um eine noch kleinere Wohnung umsehen müssen, der ehemalige Siemens-Betriebsrat nach einem neuen Job.

„Wie blöd seid ihr denn?“

Doch genug der Alltagstristesse, sonst zappen die auf die Welt der Reichen und Schönen geeichten Fernseher während der Doku womöglich weg. Zurück zum Story-Aufhänger Christoph Gröner, dem strahlenden Vorstandsvorsitzenden und 100%-Eigentümer der CG Gruppe AG, Deutschlands führendem Bauprojektentwickler mit einem Projektvolumen von 2,5 Milliarden Euro. Mit unermüdlichem Ehrgeiz – der heute 50jährige war während seiner gesamten Berufszeit nur dreimal krankgemeldet und schleppt sich auch mit 40° Fieber und mit Bandscheibenvorfällen in die Arbeit –  hat sich Gröner in der Immobilienbranche innerhalb von 20 Jahren zu einer Art Minitrump emporgearbeitet, der heute in Berlin jede dritte Wohnung baut.

Gröners Spezialität: Die Sanierung von Altbauten. Dass nach erfolgter Sanierung und Steigerung der Energieeffizienzklasse zwar die Heizkosten etwas geringer ausfallen, dafür aber die Kaltmiete deutlich angehoben wird (siehe auch NDR-Doku „Wahnsinn Wärmedämmung“), sorgt bei den Mietern nicht immer für Begeisterung. Inzwischen ist die Wut auf Gröner mitunter so groß, dass er seine Baustellen nur noch mit Polizeischutz betreten kann. Der Baulöwe weiß, dass man bildungsferne Schichten manchmal eben zu ihrem Glück zwingen muss. So etwa in der Berliner Rigaer Straße, wo die Anrainer einfach nicht verstehen wollen, dass sein neues Bauprojekt keine Abzocke, sondern ein „äußerst soziales Projekt“ ist. Nachdem alles gute Zureden nichts genützt hat und sich die versammelten Bürger uneinsichtig zeigen, reicht es dem Baulöwen – in die Knie gehend und mit in die Horizontale vorgerecktem Oberkörper brüllt er in die Menge: „Wie blöd seid ihr denn? Wie dumm seid ihr denn?!“ (siehe Minute 13:25 der Doku).

Mit vier Stunden Schlaf 10 Tage lang die Tube drücken

Bei einer abendlichen Charity-Veranstaltung der „Laughing Hearts Stiftung” in Berlin ist der Baulöwe dann allerdings wieder in bester Partylaune zu sehen. Obwohl der gute Mann einen harten Arbeitstag hat und neben seiner Geschäftsführertätigkeit täglich durchschnittlich vier Termine mit hohen kommunalen Amtswürdenträgern hat, um „auf die Tube zu drücken“ und die Projekte der CG-Group durchzuboxen, so läuft er im abendlichen Smoking nochmals zu seiner Hochform auf. „Ich habe heute vier Stunden geschlafen, habe daher Energie für 10 Tage“, erklärt Gröner selbstbewusst in die laufende Kamera. Dass es Energiebündel gibt, die mit 24 Minuten Schlaf pro Tag auskommen, mag einen in Zeiten kollektiver Erschöpfung neidisch machen, aber so ist es nun mal: In den oberen Etagen gelten eben andere Gravitationsverhältnisse (siehe auch „Freshfields – ganz oben in der wunderbaren Welt der Schwerkraft“).

Digital first. Bedenken second.

Durch die Kameraschwenks bekommt man Einblick in das Ambiente der Reichen und Schönen, in dem sich auch FDP-Chef Christian Lindner abends herumtreibt und in dem er alleine im Monat Januar für ganze zwei Reden zwischen 14.000 und 30.000 Euro an Zusatzhonoraren eingestreift hat –zusammen mit sieben weiteren Redeauftritten seit den Jamaika-Verhandlungen kam Lindner damit bereits im Februar dieses Jahres auf bis zu 111.000 Euro Zusatzeinkommen (Quelle: Tagesspiegel). Veranschlagte man eine Stunde Redezeit, dann ergäbe dies einen Stundensatz von bis zu 12.000.- Euro. Der „Bild“-Zeitung erklärt Lindners Sprecher auch, wie Redehonorare in solch stattlicher Höhe zustandekommen: „Wenn ein Unternehmen gewinnorientiert ist, ist ein Honorar üblich und angemessen.“

Wer also meint, dass der aus dem neoliberalen Thinktank der Hayek-Gesellschaft hervorgegangene Lindner nur deswegen die Werbetrommel für die totale Wirtschaftseffizienz, die digitale Transformation, eine „neue Generation“, die zuerst einmal Industriewünsche umsetzt und dann erst nachdenkt („Digital first. Bedenken second.“) und für bundesweiten Impfzwang unserer Kinder rührt (siehe Focus), weil er damit seinen gewinnorientierten Freunden aus der IT- und Pharmaindustrie einen Gefallen tun möchte, der ist ein unverbesserlicher Verschwörungstheoretiker.

Dass Impfungen mitunter fatale unerwünschte Nebenwirkungen haben können, so wie bei hunderten jungen Skandinaviern, die seit ihrer Impfung an der unheilbaren Nervenkrankheit der Narkolepsie / Schlafkrankheit leiden und nun „nicht einmal mehr Kraft haben, die Weihnachtsgeschenke zu öffnen“ (Quelle: Die Presse), stört aber nicht weiter, mag sogar regelrecht erwünscht sein – lassen sich doch bei schlaftrunkenen oder zumindest geistig herabgedämpften Bürgern selbst mit einem vollkommenen Nonsens-Programm bestimmt noch mehr als 10% der Wählerstimmen einfahren, wenn man bloß eine hippe Werbekampagne fährt.

Lassen wir aber solche schmuddeligen Verschwörungstheorierealitäten wieder beiseite. Wollen doch die Reichen und Schönen, die sich bei den erwähnten Gala-Diners ihr Stelldichein geben, nur das Beste für uns: „Wir, die wir Zeit und Geld haben, müssen Chancengleichheit auch für arme Kinder ermöglichen!“, verkündet Baulöwe Gröner im Smoking am Rednerpult der millionenschweren Charity-Veranstaltung – die er, so erfährt man auf Nachfrage, als Werbeausgabe steuerlich absetzen kann.

An dem Gala-Abend werden neben Rolex-Uhren und anderen Luxus-Accessoires auch der goldene Schuh des Fußballstars Messi versteigert, um „chancenlosen Kindern“ zu helfen. Die Berliner Senatorin für Gesundheit und Gleichstellung bedankt sich mit „vielem, vielem herzlichen Dank“ für „das Gute“, das die anwesenden Leistungsträger gleichzeitig tun, während sie „Spaß haben“. Die Senatorin ist zwar als Schirmherrin der Charity-Veranstaltung eingesetzt, mitentscheiden, was mit dem erlösten Geld passiert, darf sie jedoch nicht.

Gesichter sagen mehr als Worte

Es lohnt sich im Übrigen, in der ARD-Doku während der Kameraschwenks durch das Charity-Publikum immer wieder einmal kurz auf die Stop-Taste zu drücken und zu betrachten, welch restlos glückliche und zufriedene Gesichter die vor Geld strotzenden Dinnergäste ausgeprägt haben. Man achte ebenso auf die Gesichter von Gröners Mitarbeitern während der Besprechung des neuen, 350 Millionen Euro schweren Mammutbauprojekts „Cologneo“: Die restlose Begeisterung, die aus diesen Gesichtern spricht, kann jeden, der nicht auch so einen tollen Job hat, nur neidisch machen.

Der einzige, der beim Meeting nicht ganz begeistert ist, ist der Chef: Dem Umstand, dass sich die Stadtverwaltung mit der Baugenehmigungsprüfung des neuen Kölner Stadtviertels mehr als ein halbes Jahr Zeit lassen will, will er sich nicht fügen. „Nee, das geht nicht“, meint er kopfschüttelnd, und gibt Order, „auf die Tube zu drücken“. Wie man so auf die Tube drückt, demonstriert der Baulöwe dann ganz unbedarft vor laufender Kamera: Seine Mitarbeiter sollen der Kölner Stadtverwaltung androhen, dass die Niederlassung seiner Firma in Nordrhein-Westfalen eben nach Düsseldorf umziehen werde, falls es keine beschleunigte Baugenehmigung gebe. Die skeptischen Stimmen seines Teams wischt Gröner entspannt beiseite: „Wenn die Gewerbesteuerzahlungen der CG Gruppe wegfallen … das wird die schon beeindrucken, da bin ich fest davon überzeugt.“

Unsichtbare Akteure hinter der Bühne

Zu abendlicher Stunde, als das Filmteam den hemdsärmeligen Baulöwen in seine mondäne Wohnung begleitet, wird dieser dann besonders redselig. Entspannt am Sofa sitzend, gibt Gröner einige überraschende Einblicke in sein Selbstverständnis und seine zukünftigen Ambitionen. Die Frage, ob er sich denn mächtig fühle, beantwortet er schlichtweg mit: „Ja!“

Auch die weitere Frage, wer denn heute mächtiger sei: Er bzw. die Wirtschaftseliten oder die Politiker? kann Gröner nonchalant beantworten: „Wir sind schon mächtiger, wir sind deutlich mächtiger“ – und macht zum Schluss noch eine kryptische Andeutung: Er wolle gerne in die Politik gehen und verrät schmunzelnd, dass er gerade eine Partei gründe. „Denn ich glaube, es kommt bald eine Zeit, in der es wichtig ist, dass Akteure auf den Plan treten, die heute noch nicht sichtbar sind.“

Nun denn, wir dürfen uns dann also bereits darauf freuen, dass die dilettantischen PolitikerInnen, die derzeit auf der Bühne stehen und deren Heuchelei man ja kaum noch ertragen kann, endlich ins Wachsfigurenkabinett kommen und der Platz frei gemacht wird für „eine neue Generation“ im Geiste Christian Lindners, die Klartext spricht und die zuerst mal macht und dann eventuell über die Folgen dieses Machens nachdenkt, frei nach dem FDP-Wahlslogan „Digital first. Bedenken second.“ – Eine neue, smarte Generation, die endlich Schluss macht mit allen Querfronten und Fortschrittsverweigerern und die uns in die strahlende Zukunft der digitalen Transformation führen wird (siehe „Pig Business Monkey Events, Global Playboys und bezaubernde Jeannies – Auf dem Weg zur digitalen Transformation und zum Final Handshake“). Wlanfähige Plug-and-Play-Typen, die die bildungsferne Masse trotz deren unfassbarer „Blödheit“ und „Dummheit“, angesichts derer man als leistungsorientierter Unternehmer nur noch brüllen könnte, schon zur Räson führen werden.

Fazit

In der ARD-Doku erklären uns schließlich Experten namhafter Universitäten, was sie nach ihren langjährigen Forschungen herausgefunden haben: „Eine wesentliche Erkenntnis unserer Forschung ist: Ungleichheit sorgt dafür, dass sich die Menschen voneinander entfernen, sie zerrt am sozialen Gefüge, zerfranst es. Ungleichheit treibt uns auseinander.“

– Na wer hätte das gedacht?

Nachsatz:

Nun soll niemand glauben, dass der Geist des Absahnens nur in den Wölfen der Wallstreet und in renditehungrigen Baronen lauert und nicht auch in jedem einzelnen von uns. Wenn der gemeine Kleinbürger bei seiner Schnäppchenjagd durch den Hornbach zum Billigbohrer aus China um 15 Euro greift, dann macht er in Wirklichkeit genau das Gleiche wie die neoliberalen Fondsmanager des Freiherrn im obigen Video, die mit ihren Investitionen „vollkommen emotionsfrei“ einfach nur die maximale Rendite für sich selbst einfahren möchten. Wer auf der anderen Seite des Globus für den Billigbohrer bluten muss, interessiert dabei nicht – könnte aber gleichermaßen zum Bumerang werden (siehe „Wenn aber das Schicksal gerecht ist ?“).

 


zum Weiterlesen:

Pharaonen im Learjet und Freiherren im Forstgut – Teil 2:
Die späte Reue eines merkantilen A-Lochs (Über pornografische Architektur, den Willen zur Macht, den Willen zur Lust und den Willen zum Sinn)

Postfaktisch

Montag, 12.12.2016. Eifel. Ja, die Sprache. Und ihre Wörter. Wissen Sie eigentlich, was Wörter sind? Schallwellen, rein naturwissenschaftlich betrachtet. Mehr nicht. Also: Krach. Vielleicht nur aus ursprünglich lautem Bellen entstanden. Zwei Neandertaler treffen sich mit Keule im Wald, vor ihnen liegt ein totes Mammut: und bevor sie sich die Köpfe einschlagen, bellen sie sich ein wenig an, beide in der Hoffnung aus der Situation mit Gewinn ohne Beule herauszukommen. Im Laufe der Jahrtausende wurde das Gebelle rhytmischer, differenzierter und zeugte irgendwann einen Goethe. Es ist eine alte philosophische Frage, was zuerst da war: die Sprache oder der Gedanke. Nein – mir stellt sich die Frage nicht, hat sich nie gestellt: um das Bellen (zu dem wir schnell wieder zurückkehre, wenn wir aufgeregt und sauer sind) als Kommunikationsmittel zu benutzen, brauche ich einen Entschluss – also einen Gedanken; und viele weitere Gedanken müssen den Prozess aufbauend begleiten, wobei auch andere Körperteile in den Tanz der Harmonie eingeflochten werden; erst dann wächst langsam eine Sprache, die dann jedoch das Denken wieder beeinflussen kann – so jedenfalls meine Meinung dazu.

Diese Geschichte mit der Keule begleitet uns bis heute. Der einzige Sinn von Sprache und Geisteswissenschaften generell, ist: Krieg vermeiden. Sonst bräuchten wir sie kaum. Krieg vermeiden – durch Verhandlungen, damit beide Seiten aus der Situation als Gewinner herausgehen können – wir können sagen: hier zeigen sich Grundprinzipien jedweder Zivilisation, die begriffen hat, dass man zusammen mehr erreichen kann – erst recht beim Kampf gegen das Mammut. Wohlstand, Wachstum, Zivilisation entstammen der Sprache, ebenso die Demokratie. Ohne sie würden wir immer noch als Horden durch den Wald ziehen … und ohne jene Träumer und Phantasten unter den Menschen, die mit ihren Gedanken weit über die beobachtbare Realität hinausgreifen, würden wir immer noch auf den Bäumen hocken, weil unsere Naturwissenschaftler zweifelsfrei bewiesen hätten, dass ein Leben auf dem Boden für uns undenkbar wäre, wir biologisch dafür gar nicht geeignet sind und dort unten sowieso nur lebloser Matsch auf uns wartet.

Schon verrückt, oder? Hätten „Skeptikerbewegungen“ in der Menschheit je dominante Positionen inne gehabt: wir würden wirklich noch auf den Bäumen leben. Nun ja: als die Kirchen noch mächtig waren, da waren die Skeptiker ja in einer dominanten Position, die Wahrheit wurde per Beschluss gesetzt (was korrekt ist – wenn es jeder einzelne Mensch für sich allein tut) und die Inquisitoren zogen aus, um sie mit Feuer und Folter zu verbreiten. Und um Wahrheit … geht es mir heute.

Wir haben ja ein neues Wort: postfaktisch. Schon mal gehört? In Deutschland hat es zuerst Angela Merkel gebraucht: die Großmeisterin der Sprachneuschöpfung. Quatsch, war ein Scherz: das Wort kam ursprünglich aus den USA, sie hat es nur einfach mal gedankenlos nachgeplappert.

Was machen Sie eigentlich, wenn Ihnen so ein Fremdwort das erste Mal begegnet? Wenn es neu ist, dann hilft es nicht, im Duden nachzuschlagen – da steht dann noch nichts. Und Sprache ist lebendig, frei, sich selbst ständig anpassend und neu erfindend, gerade in einer immer komplexer werdenden Welt – oft finden wir in anderen Sprachen Wörter, die Zustände viel besser beschreiben als unsere eigenen. Manchmal … sind diese Wörter tiefgreifend verstörend, wie das amerikanische „fuck“, dass so oft Verwendung findet und etwas bezeichnet, das absolut Scheiße ist. Völliges Unsinnwort, oder? Stellen Sie sich mal vor, sie liefen durchs Büro oder den Betrieb und würden bei jedem Missgeschick „Geschlechtsverkehr“ rufen. Und bleiben Sie ruhig bei dem Wort: was meinen Sie wohl, halten die Menschen, die es gebrauchen, von dem intimsten, vertraulichsten Akt zwischen zwei geschlechtlichen Wesen? Also: mir wird sehr unheimlich dabei, je länger ich darüber nachdenke – doch jener oft gebrauchte Alltagsbegriff hat es leider nie soweit gebracht, dass er „Wort des Jahres“ wurde wie dieser Begriff „postfaktisch“.

Wenn mir so ein Kunstprodukt um die Ohren gehauen wird, werde ich immer stutzig: manchmal werden Begriffe ja benutzt, um politisch Wahrheiten zu verschleiern, die Geschichte des Dritten Reiches ist voll davon. Ich schaue mir das Produkt also an – und zerlege es in seine Teile. „Post“ – kennt jeder, heißt soviel wie hinter, danach, zuletzt, hinten, später … meint der Lateiner. Faktisch: kennt auch jeder, ein Wort, dass für die Definition von Wahrheit steht, in den Theoriekomplexen der Naturwissenschaft steht es für aktuell anerkannte Vereinbarungswahrheiten im Sprachgebrauch bezüglich natürlicher Phänomene (komplizierter Satz, ich weiß: aber „Naturwissenschaft“ ist halt genau das – ein Glaubenssystem), in den Geisteswissenschaften für die Anschauungen einer gewissen Subgruppe, die mit der Lebendigkeit frei fließender Wahrheiten nicht zurecht kommt. Gelegentlich können wir uns noch an das „Fakten schaffen“ erinnern: wenn mit Gewalt meist unangenehme Ereignisse in Gang gesetzt werden, ohne auf die jeweiligen Gegenseiten Rücksicht zu nehmen.

Sagt mir das Wort erstmal nichts – weil es durch „falsch“ oder „unwahr“ jederzeit ersetzt werden könnte, ohne dass man sich die Zunge dabei verbiegen muss – spiele ich mit ihm herum, suche zum Beispiel das Gegenteil: „präfaktisch“ kommt mir da in den Sinn. Wäre auch logisch: „postfaktisch“ wäre jener Zustand, nachdem etwas wahr war (gilt für viele naturwissenschatliche und historische Theorien), „faktisch“ beschriebe jenen Moment, wo es mal kurz „wahr“ ist – und „präfaktisch“ sozusagen jenen Zustand, bevor die Theorie formuliert wurde.

Das wäre jedenfalls logisch.

Ein Beispiel. Der Satz „Deutschland geht es gut“ wäre 1944 präfaktisch gewesen, 1968 faktisch, 2016 postfaktisch. Oder Sie selbst: ein Jahr vor Ihrer Geburt wären Sie präfaktisch, jetzt sind Sie Fakt, bald sind sie postfaktisch. Einfach zu verstehen, oder? Nur: das Wort präfaktisch kennt der Duden nicht, postfaktisch schon. Warum eigentlich?

Es geht nicht um Logik, es geht hier um Macht. Es geht um eine Verschmutzung der Sprache, um ihre Vergewaltigung: sie wird nicht mehr als Mittel der Kommunikation gebraucht, sondern durch Begriffsverwirrung zu einem Instrument des Betruges. Niemand kam auf die Idee, die Anleihephantasien deutscher Börsenmakler seit 2008 postfaktisch zu nennen – was im Sinne des Wortes korrekt gewesen wäre – aber für andere Zustände wurde es auf einmal eingeführt, von Dr. Angela Merkel -und zwar erst im Herbst diesen Jahres, im Bundestag (1).

Wissen Sie, wann Sie vorsichtig werden sollten? Wenn Gruppen von Menschen innerhalb ihrer Gesellschaft eine eigene Sprache entwickeln. Es hat immer nur einen Sinn, wenn so etwas geschieht: Abgrenzung gegenüber „die da draußen“. Mediziner sind da sehr gut drin, ihre primitiv lateinsisierten Diagnosen sichern ihnen Herrschaft und Macht und kosten uns 300 Milliarden Euro im Jahr. Das gleiche gilt für die moderne Kaste der Naturwissenschaftler, die mit der Mathematik eine neue Sprache eingeführt haben, wohl wissend, dass diese Sprache nur Quantitäten ausdrücken kann – nie Qualitäten. Dieser sprachlichen Perversion haben wir die Atombombe zu verdanken, Ausschwitz und Hartz IV, Giftgas und alle Umweltzerstörung: alles mathematisch klar erfassbar – nur in seiner Qualität für die Menschheit nicht begreifbar. Das gilt auch für die Philosophie – in der Universität meistens nur noch als Philosophiegeschichte anzutreffen, weil „Liebe“ zur „Weisheit“ eben die Beschäftigung mit Qualitäten voraussetzt, man aber viel sicherer ist, wenn man nur beschreibt, wer wann was gedacht hat: auch hier wird sich gern hinter immer komplexeren Satzungetümen verschanzt, die nur noch für Eingeweihte der „esoterischen“ Kunst verständlich sind – obwohl ein Sokrates alles noch mit einfachen Worten beschrieb und wir seitdem im Gebiet der Erkenntnis (von Kant mal abgesehen) nicht wirklich weiter gekommen sind.

Der IT-Bereich mit seiner Flut von Anglizismen ist ein weiteres Beispiel für künstlich konstruiertes „Herrschaftswissen“ – der deshalb auch sehr teuer wird, weil nur noch die Hohepriester der Macht die Sprache verstehen, die dort zur Anwendung kommt. Würde man Deutsch sprechen: alles wäre billiger und schneller selbst zu lösen.

Bleiben wir bei „postfaktisch“, jenem Wort, dass sich durch seine bloße Übersetzung nicht als sinnhaft erschließt – wie vieles, was unsere Bundeskanzlerin so von sich gibt. Fragen wir doch mal jene Gesellschaft, die dieses Wort jetzt – ohne die wahren Herren der Sprache … die Sprachgemeinschaft der deutsch sprechenden Menschen, die diese Sprache durch die Jahrtausende formten und weiter reichten … nach Rat und Erlaubnis zu fragen. Nach ihrer Definition (2) bezeichnet der Begriff unter Bezugnahme auf die Sprachdirektive der Bundeskanzlerin einen historischen Zeitpunkt, in dem „gefühlte Wahrheiten“ über die Wahrheit triumphieren: als jenen Moment, wo das Volk gegen den Satz „Deutschland geht es gut“ rebelliert … um mal ein Beispiel zu formulieren.

Man nimmt Bezug auf den Brexit, die Trumpwahl und unterstellt den Wählern, sie würden nur noch nach gefühlten Wahrheiten agieren, bzw. sogar absurde Lügen der Wahrheit vorziehen. Die „Wahrheit“ – in der Philosophie als nie zu ergründendes Mysterium verstanden, weil unser Erkenntnisinstrumente zu ihrer vollständigen Erfassung einfach nicht ausreichen – bekommt einen neuen Zusatzbegriff: Fakt. Und wer bestimmt, was „Fakt“ ist? Nun – über das Wort des Jahres wurde ja zurecht nicht mit den Schöpfern der deutschen Sprache gesprochen … den Bundesbürgern … sondern nur hinter verschlossenen Türen von einer selbsternannten Kaste von Hohepriestern verhandelt. Man hätte ja auch per Internet abstimmen können – das geht heute ja preiswert und schnell – doch das Demokratieverständnis der Sprachfürsten war noch nie sehr ausgeprägt, wie selbstverständlich betrachten sie Sprache als ihren eigenen Besitz, über den sie nach Belieben verfügen können. Der Bürger hätte  ja schnell – ausgestattet mit wenigstens rudimentären Lateinkenntnissen – erkennen können, dass es sich hierbei um ein Unsinnswort handelt – ein Unwort im eigentlichen Sinne. Das hätte die Macht der Höflinge des Kapitals über die Sprache aber schnell ins Wanken gebracht – und jene Macht ist und bleibt halt unerzichtbar für die hohe Kunst der Manipulation.

Gut – bleiben wir bei der Definition, die sie verwendet haben. War es denn der Brexit oder Donald Trump, der das „Postfaktische“ in unser Leben gebracht hat? Waren sie die ersten – ich übersetze das jetzt mal – die mit Lügen Politik gemacht haben?

Ich kann jetzt schon fühlen, wie es in Ihnen rebelliert. „Lüge“ ist in der Politik schon quasi Alltag geworden – weshalb die Menschen ja inzwischen lieber hilflos ihrem Gefühl (oder: realistischer gesagt: ihrem Instinkt) vertrauen als der Manipulationswut der Chefstrategen in Medien und Politik. Erkannte ja auch Merkel selbst (3):

„Man kann sich nicht darauf verlassen, dass das, was vor den Wahlen gesagt wird, nach den Wahlen auch gilt“

Damit bezog sie sich zwar auf die SPD, aber ihr eigener politischer Kurs (Themen: Hauptschule, Bundeswehr, Atomkraft – den Eiertanz bitte selber recherchieren) zeigt, dass dies auch für andere Parteien gilt (zum Beispiel: FDP, Grüne, Linke, AfD – um nur einige zu nennen) zeigt doch deutlich, dass sie selbst nicht außerhalb dieser Aussage steht.

Lügen in der Politik? „Massenvernichtungswaffen im Irak“ – kostete vor Trump und Brexit eine Million Menschen das Leben. Schlagen Sie einfach heute die Tageszeitungen auf: sie finden genug Fakten, die morgen postfaktisch – also: gelogen – sind. Ein Beispiel? Gut – schlage auf, finde Putins Einmischung in die US-Wahl, forsche nach, finde nur … Spekulationen ohne Quellenangaben bei großen seriösen Zeitungen. Postfaktizismus im Sinne der Kanzlerin in höchstem Grade … aber in der deutschen Presse als Fakt gehandelt. Dabei … ist es nur eine Verschwörungstheorie, zudem nicht belegt, ergo: keine Wahrheit. Aber brandgefährlich, sowas kann schnell zu Bürgerkriegen führen – wenn man Trump mit Lügen aufhalten will, könnten seine Wähler Gefühle bekommen, die nicht angenehm sind.

Und was ist eigentlich so schlecht daran, „Gefühl“ bei der Bewertung politischer „Fakten“ einfließen zu lassen? Mitleid, Empathie, Gerechtigkeitsempfinden, Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit – all´ das sind in erster Linie Gefühle, die sich jedweder mathematischen Beschreibung entziehen … und deshalb von vielen „Wissenschaftlern“ schon gar nicht mehr als „wahr“ oder überhaupt nur als irgendwie bedeutsam anerkannt werden können. Gefühle … unterscheiden uns von Robotern (sprachlich schon interessant: das Wort robaten beschreibt ursprünglich Frondienstleistungen in Form gröbster körperlicher Arbeit – davon wollen wir uns doch gerne durch Gefühl abgrenzen, oder?) … und auch von nicht belebter Materie. „Fühlen“ … ist eine Qualität von Lebewesen, die mathematisch nicht erfassbar ist – und deshalb an sich in unserem Zeitalter „postfaktisch“.

Da wird der Gedanke an Ausschwitz wieder wach: das galt mal als alternativlos und strikt vernünftig, „Gefühl“ war damals nicht gerne gesehen.

Wenn wir den Bereich der Naturwissenschaft verlassen – wo enge aber umfassende Theorienbildung die Illusion von „Fakt“ erlaubt … wenn man nicht zuviel nachdenkt – und in den Bereich des Politischen gehen: wo finden wir denn dort „gesicherte Fakten“? Nirgends. Ist der Kapitalismus wirklich alternativlos? Ist der Krieg mit Putin wirklich unausweichlich? Können wir den Islam wirklich nur durch seine Auslöschung bewältigen? Sind Arbeitslose wirklich sofort alle faule Schmarotzer, sobald VW sie entlassen hat und sie beim Jobcenter aufschlagen? Ist die Vernichtung der Menschheit durch atomare Kriege, chemische Verseuchung, therapieresistente Bakterien, biologische Vergiftung, Massensterben bei Pflanzen und Tieren oder völligem Verbrauch einzelner Ressourcen wirklich nicht mehr aufzuhalten?

Sie merken –  „postfaktisch“ hat einen Partner: „alternativlos“.

Wie nennt man eigentlich politische Systeme, die ihren Bürgern diktieren, was Fakt ist – und was nicht? Systeme, in denen ein König bestimmt, was „Fakt“ ist, ein Papst über die Wahrheit gebietet oder ein Führer das Weltbild befiehlt? Ein Tip: die Lösung des Rätsels steckt im Verb „diktieren“. In der Zeit fand ich dazu einen interessanten Satz (4):

Nun geht es in der Politik nicht erst seit gestern um die Kunst der Überzeugung, das gab es schon bei Ciceros Reden gegen Catilina. Dass es keine absolute gesellschaftliche Wahrheit gibt, sondern dass sie erstritten und ausgehandelt werden muss, ist gerade das Kennzeichen freier Gesellschaften, in denen weder die Kirche noch der Herrscher die Richtung vorgibt, sondern mündige Bürger darüber entscheiden, wie sie gern zusammenleben möchten. 

Gut – der Autor dieses Zitates marschiert danach in eine ganz andere Richtung, baut dann an einer neuen absoluten gesellschaftlichen Wahrheit (der Vernunft – wobei übersehen wird, dass Hitler entlang seines Weltbildes sehr vernünftig gehandelt hat), aber dieses Zitat trifft sehr schön den Kern von Demokratie und freien Gesellschaften: uns diktiert keiner irgendetwas (jetzt schauen Sie bitte nicht so genau in Ihren von Vorschriften zerdrückten Alltag – es geht hier ums Prinzip einer Demokratie, die selbst postfaktisch geworden ist – doch so wird dieses Wort leider nicht gebraucht, obwohl die Menschen es in der absoluten Mehrheit verstehen würden).

„Postfaktisch“ – so ein kleines Wort. Kaum da, schon Wort das Jahres geworden – wie „Lichtgrenze“ kaum bekannt. Aber es kommt ja bei der Wahl des Wortes nicht darauf an, dass es gebraucht wird, noch, dass es viele kennen.

Warum wurde es eigentlich genommen? Schauen wir uns mal die Erklärung an(1):

Nach einer Erklärung der GfdS ist für die Auswahl des Wortes, die in diesem Jahr zum 41. Mal vorgenommen wurde, nicht die Häufigkeit entscheidend, sondern seine Signifikanz, Popularität und sprachliche Qualität.

Merken Sie, was ich gerade mit der Subgruppensprache meinte? Man setzt einem deutschen Wort drei Fremdwörter entgegen und tut so, als sei damit alles erklärt. Postfaktisches Verhalten also – dabei kann ein Wort nur populär sein, wenn es häufig gebraucht wird, die sprachliche Qualität des Wortes liegt völlig daneben (ist sogar eindeutig falsch, also: bewusst irreführend gewählt) und signifikant (also: bedeutsam) kann es  mangels Gebrauch doch wohl auch nicht sein.

Aber in totalitär verstandenen Systemen reicht es, wenn der Herr oder die Herrin ein Wort in die Welt setzt: dann ist es sofort signifikant.

Drücken wir es doch mal anders aus, dieses „postfaktisch“, so, dass es jeder versteht – genauso, wie es gemeint (also, nicht sprachlich korrekt, sondern der Bedeutung angemessen) ist:

„Alles Lügner außer ICH!“.

Und das wird Wort des Jahres? Nun: „Bundeskanzlerin“ war es 2005.

Man merke: der Merkelkult trägt immer unheimlichere Früchte.

Und ja: unheimlich ist ein Gefühl; es warnt einen vor Bedrohungen. Meist zurecht. Deshalb …. sind Gefühle ja auch Fakten. Springen Sie mal in einen Käfig voller hungriger Löwen: Sie werden schnell verstehen, was ich meine.

 

 

1: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/postfaktisch-ist-das-wort-des-jahres-2016-14566525.html

2. http://gfds.de/wort-des-jahres-2016/

3. http://www.focus.de/politik/deutschland/linksrutsch_aid_262773.html

4. http://www.zeit.de/kultur/2016-12/postfaktisch-wort-des-jahres-post-truth-demokratie-jill-lepore

 

Der Verbraucher – Feind der Welt, Staatsfeind Nr. 1

Digital StillCamera

Donnerstag, 8.9.2016. Eifel. Letztens ist etwas unheimliches geschehen. Da verschwand doch ein Freund aus dieser „Facebook-Freundesliste“ – also so einer Liste all´ jener Menschen, die man gerne auch mal persönlich kennenlernen würde. Da das im Laufe der Zeit hunderte werden, wenn man nicht strenge Disziplin wahrt, bemerkte ich es nicht sofort. Es dauerte eine Weile – weil ich nichts gehört hatte, wollte ich mal sehen, wie es ihm geht und stellte fest: wir sind keine Freunde mehr. Gut, dass kann mal passieren. Ich bin schon mehrfach darauf angesprochen worden, dass ich mich in großer Gefahr befinde, falsch verstanden zu werden, alldieweil ich so provokativ schreibe. Wenn jemand nicht ganz so helle ist – oder nur Auszüge liest – könnte das schnell zu Missverständnissen kommen. Ich konnte nur sagen: ich schreibe halt nicht für Blöde, sind immer kleine Philosophievorlesungen, die zum Nachdenken anhalten sollen – und ich bin immer nur einen Schritt davon entfernt, morgen zu beweisen, dass die Erde doch eine Scheibe ist.

Nun – was wirklich erschreckend war: dieser Freund hatte sich eine Software installieren lassen die ihn vor Schadkontakten schützt – immerhin ist er Geschäftsmann und muss auf seinen guten Ruf achten. Und diese Software hat mich automatisch entfreundet, weil der Nachrichtenspiegel irgendwie „rechts“ ist und ich „irgendwas“ damit zu tun habe. Soweit sind wir also schon. War ich meinem Freund – mit dem ich schon unzählige Telefonate geführt habe – böse? Nein – was kann er denn dafür, dass irgendein IT-Schrauber keinen Begriff von differenzierten politischen Positionen erarbeiten kann?

Die Methode der Provokation finde ich jedoch trotzdem sehr nützlich – jedenfalls bereitet sie mir große Freude. Ich habe das selbst jetzt am eigenen Leibe erlebt, als ich mich mit der „Holocaust-Lüge“ auseinandergesetzt habe: das wäre natürlich ein Ding, wenn das größte Verbrechen der Menschheit – wie man so sagt, ich selbst kenne gar nicht alle und weiß nicht, nach welchen Maßstäben da gemessen wird – nur ein Mediengag gewesen wäre. Hier laufen ja oft genug irgendwelche Hanseln auf, die – sofern ich von Holocaust rede – immer berichtigend eingreifen und genau das behaupten: er sei nur erfunden, um das deutsche Volk zu knechten. Mich hat diese Provokation dazu gebracht, mich noch einmal mit dem Datenmaterial auseinander zu setzen und nicht mit den vielen Büchern, die „wissenschaftlich akribisch“ behaupten, daran wäre nichts dran. Ich weiß ja selbst am Besten, wie man Daten und Fakten umsortieren kann, um andere Bilder zu erzeugen … aber mehr ist das auch erstmal nichts.

Gut – ich bin den braunen Volksaufklärern dankbar, denn meine Recherchen haben noch viel mehr erbracht: nicht das Bild eines Volkes voller Judenhass (der war sogar erstaunlich gering), sondern das Bild eines gemütlichen Biedermeiertums kleiner Leute, die gerne Schnäppchen machen … und genau so drauf waren wie wir heute. Es war ein sehr beängstigendes Bild, viel beängstigender als das alte Bild aus dem Geschichtsunterricht von den wahnsinnigen Deutschen. Gleichzeitig erhielt ich einen Ausblick auf die unfassbar gigantische Datenmenge, die den Holocaust belegt. Es sind die kleinen Dokumente, die in Massen beeindrucken – einfache Transportdokumente der Reichsbahn zum Beispiel, die akribisch die Deportation des jüdischen Volkes (und der anderen „Asozialen“ … das genau ist der kleinste gemeinsame Nenner aller zu Vernichtenden) beschrieben. Meine Schlussfolgerung: wer die Existenz des Holocaust anzweifelt, würde wohl auch die These vertreten, dass der Mond aus grünem Käse ist (wie nach meinem Professor Rudi Koschnitzke der erste Vorläufer der Psychoanalyse behauptet hatte) oder das die Erde doch eine Scheibe ist (was angeblich heute wieder Menschen behaupten – allerdings sind mir die noch nicht über den Weg gelaufen).

Gut – ich habe es leicht, den braunen Verführern zu widerstehen: ich habe Zeitzeugen in der Familie, einen Großvater, der Juden vor der Vernichtung gerettet hat – er war Schachtmeister in einem Bauunternehmen in Polen und hat immer wieder KZ-Häftlinge angefordert, „weil die am Besten bauen konnten“. Das stimmte zwar nicht – aber so konnte er sie gut versorgen („damit die gut bauen können“), hat sich den Ärger der SS eingehandelt und wäre … wären da nicht plötzlich überall russische Panzer gewesen … selbst eingewiesen worden. Ja – ihm haben die Russen das Leben gerettet … und er wusste genau, was in den KZ´s los war, ebenso wie die Wehrmachtsangehörigen in meiner Familie, die die Erschießungen durch Sonderkommandos zum Teil selbst beobachten mussten. Menschen jüngeren Datums und einfacherem Gemütes kann man damit einfangen – die Frage ist nur: wozu?

Jetzt haben wir uns eine ganze Zeit lang mit Geschichten beschäftigt, die mit dem Thema augenscheinlich nichts zu tun haben – aber Sie werden sehen, dass dies nicht zutrifft. Mein Freund, der Geschäftsmann: habe ich ihm die Schuld gegeben? Nein. Er hat auf die „Elite“ vertraut, die Höllenmaschinen zur Pauschaldenunzition entwickelten, von denen er nichts wissen konnten. Seine Schuld: er hat vertraut. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für menschliches Zusammenleben. Vertraut haben auch die Biedermeierdeutschen – so geworden durch die französische Besatzungszeit, in der diese Form der „inneren Emigration“ das Überleben in turbulenten Zeiten sicherte, vertraut darauf, dass „die Wissenschaft“ – allen voran Mediziner und Naturwissenschaftler, die den Nazis das Material zur Selektion „unwerten Lebens“ an die Hand gaben – schon wahr, echt und richtig urteilen würden. Aber wer wird heute verfolgt, als schuldig angesehen?

Richtig: Sie!

Und so ein wenig haben Sie sicher davon mitbekommen, oder? Sie sind nämlich immer schuld, an allem. Sie sind der Feind der Welt – und gleichzeitig Staatsfeind Nr. 1!

Das scheint Sie zu verwundern – aber gefühlt haben Sie das doch schon immer, da bin ich mir sicher.

Ich schaue mir zum Beispiel ihr Frühstück an – das sehe ich schon, was Sie für einer sind: eine unmenschliche Bestie voller irrsinnigem Hass und ungebremster Vernichtungslust. Nun schauen Sie nicht so verdutzt, gehen wir das mal im Einzelnen durch, was wir da vor uns haben: Kaffee mit Milch, ein Ei, ein halbes Brot mit Honig und ein halbes Brot mit Salami, alles gekauft bei einem Discounter. Nein – es geht jetzt nicht um Arbeitsbedingungen beim Discounter … aber wo wir gerade dabei sind: wie können Sie es nur wagen, da einzukaufen – wo Sie doch wissen, für wie wenig Geld die Leute da wie viel schuften müssen! Was sind sie nur für ein Mensch, dass Sie solche Arbeitsbedingungen mit Ihren Geldern unterstützen!

Mir geht es jedoch eher um die Wurst – und um das Ei, den Honig und die Milch. Wie können Sie nur dieses unendliche Tierleid unterstützen? Nehmen den Bienen die Nahrung für ihre Kinder weg! Töten arme Tiere für ihre Rindersalami – und stehlen ihren Müttern die Milch, die diese für ihre Kinder bereit hielten! Und dann diese unsägliche Qual der Massenhühnerhaltung, in der Ihre Eier produziert werden – mich wundert ehrlich, dass sie nach so einem Frühstück keine Suizidgedanken haben! Und: denken Sie denn überhaupt nicht an des Klima? Die Blähungen Ihrer Nutztiere zerstören das ganze Weltklima! Und zudem … blähen Sie auch noch selber mit! Das sind sieben Milliarden Bläher, die die Welt vernichten! Haben Sie jetzt endlich Suizidgedanken, weil Sie die Erbärmlichkeit ihrer Existenz erkannt haben und ihrer Täterschaft ein Ende bereiten wollen? Halten Sie noch einen Moment still, ich bin noch nicht fertig Ihnen. Dieses T-Shirt da: ist das nicht von KIK? Oder sonstwem, ist eigentlich völlig egal: alle werden unter erbärmlichsten Umständen im Ausland produziert – von Kinderhänden. Nein, nicht weglaufen – sehe ich da Lederschuhe, die Fußgeruch vermeiden sollen? Tiermörder. Abscheulicher Tiermörder. Und jetzt geht der auch noch in sein Auto: wissen Sie, dass Autos Sondermüll auf vier Rädern sind? Mit jedem Autokauf unterstützen Sie die Vernichtung des ganzen Planeten! Gegen Sie ist jeder Hitler ein Amateur! Die ganze wunderbare, fein ausgewogene natürliche Landschaft Deutschlands ist wegen ihren Autowahn vernichtet worden – nur, weil die nicht gut auf Feldwegen fahren, wurden wertvolle Ackerland- und Waldflächen zubetoniert: in Ländergröße! Und sehe ich da etwas ein Eigenheim? Die größte Heizenergieverschleuderung, die man sich denken kann?

Jetzt nehmen Sie mal das Messer von den Pulsadern fort und legen es beiseite. Wir sind erstmal fertig mit der Anklageschrift, die sie täglich auf verschiedene Art und Weise in den Medien hören. Wir denken jetzt auch nicht daran, welches einzig denkbare logische Ergebnis diese Anklagen haben: die Forderung nach Vernichtung Ihrer Existenz – und der einiger anderer Milliarden Lebewesen, Pupskühe eingeschlossen.

Kommen wir mal jetzt zurück zur Wahrheit – einer anderen Wahrheit, als Sie die bisher kannten. Kehren wir zurück … zu Ihrer Kindheit. Wie sie auf die Welt gekommen sind – sie wissen noch? Sie konnten nicht laufen, nicht sprechen, wenig hören, kaum gucken und hatten keine Kontrolle über Blase und Darminhalt. Blöde Sache – aber sie hatten Menschen, die Ihnen halfen, zu überleben. Ihr Überleben hing direkt von den Dingen ab, die Sie von ihnen lernten – dazu gehörte unter anderem das Essen von biologischer Materie, denn wie Sie selbst bald gemerkt haben, waren Sie in einem recht seltsamen Körper gefangen, der ohne regelmäßige Zuführung biologischer Materie steigende Schmerzen verursachte, die bis zum Tode führen konnten – und nur die, die schon mal richtig gehungert haben, können diese Schmerzen nachvollziehen.

Welche biologische Materie vertilgbar ist, haben ihre Vorfahren von ihrem Lehrmeister gelernt: der Natur. Sie findet es ganz in Ordnung, Tiere zu haben, die gegessen werden können und so als zusätzliche biologische Materie dienen, die das Leben ermöglicht. Es ist auch ganz in Ordnung, wenn Sie sich persönlich aus ethischen, ästhetischen oder geschmacklichen Gründen vom Fleischkonsum abwenden – nur „besser“ ist das erstmal im Prinzip nicht – und spätestens seit dem Holocaust wissen wir, dass wir auf der Hut sein müssen vor jenen, die glauben, „besser“ zu sein. Sie sind kein schlechter Mensch, wenn Sie alles tun, was andere Tiere (denn mehr sind Sie selbst erstmal auch nicht) auch tun. Sicher: die Zustände in den Schlachthöfen sind erbärmlich. Sie sind eine Folge der naturwissenschaftlich-materialistischen Geisteshaltung, die in lebenden Wesen nur tote Dinge sieht und somit religionswissenschaftlich in der Tat als „Antichrist“ angesehen werden kann, dessen Herrschaft fürchterlich sein soll – ja: Grundüberzeugung jüdischen Glaubens ist nicht, dass ein alter Mann mit langem Bart im Himmel wohnt, sondern dass das Leben – jede Form von Leben, also auch Sie – selbst Gott ist, bzw. „Hauch Gottes“.  Doch für den Materialismus haben Sie keine Verantwortung, noch für das Leid der Tiere in den Schlachthöfen. Sie ehren diese Tiere, wenn Sie sie – als Aasfresser – wenigstens noch einem Nutzen zuführen, damit sie nicht völlig umsonst gestorben sind. Der Ansatz, das Leiden in den Schlachthöfen zu beenden, muss über die Täter kommen – und das sind diejenigen, die den Prozess des Schlachtens organisieren und diese bestialisch grausame Art der Vernichtung durch herzloses betriebswirtschaftliches Denken überhaupt erst möglich machen – einem Denken, dass auch Leid über Mensch und Natur bringt.

Merken Sie, wie elegant die sich aus der Verantwortung stehlen – während Sie nur Mustern folgen, die Ihnen als Kind das Überleben gesichert haben? Und wer nicht gerade mit dem goldenen Löffel im Mund geboren worden ist, der weiß, dass die Jahre nach der Geburt auch nicht gerade darauf ausgelegt sind, Muße und Gesinnung ins Leben zu bringen: Ihre Hauptaufgabe ist „funktionieren“ – als Rädchen im Getriebe. Visionssuche für das eigene Leben nach alter Tradition – ein paar Tage als junger Mann allein auf einsamen Berge – wird nicht mehr angeboten, im Gegenteil: die Forderung danach führt direkt in die geschlossene Abteilung der Psychiatrie, weil ihr Rädchencharakter, ihre Funktionstüchtigkeit in Gefahr ist.

Können Sie sich noch daran erinnern, wie sie selbst sich an den Kaiser gewandt haben mit der dringenden Bitte, man möge die menschliche Bauerngesellschaft doch bitte in eine Effizienzmaschine umwandeln, in der jeder ein Rädchen ist, das an der Vernichtung der Welt teil hat?

Nein – natürlich nicht. Sie sind – wie Sartre sagt – in die Welt geworfen worden, und diese Welt ist seit dem Triumph des Materialismus (der auch aus Ihnen ein totes Stück Matsch ohne jeglichen Wert macht) sehr klein geworden – und sehr eng. Und … erschreckend tot und leer. Eine Welt der Zombieapokalypse, wo man nur von toten, unheimlichen Dingen umgeben ist und sich beständig auf der Flucht befindet, von äußeren Zwängen durch die Welt getrieben. Ihre Verantwortung daran? Nun – das sind Ihre eigenen Entscheidungen in Bezug auf ihre direkte Umgebung. Mag sein, dass Sie ein Auto benutzen müssen auf der täglichen Flucht vor den Mächten und Gewalten der Welt, mag sein, dass Sie sich in einem Eigenheim verstecken wollen vor dem untoten Chaos des Materialismus, mag sein, dass Sie Nutztiere essen wie ein Raubtier, um ihr Überleben zu sichern – das alles sind Nebensächlichkeiten.

Wenn Sie es aber sind, der Schlachthöfe baut, Autofabriken, Autobahnen, Waffenfabriken, wenn Sie derjenige sind, der an der Regierung ist – die demokratisch sein soll und den Nutzen und das Wohl der ihnen anvertrauten Menschen im Blick haben soll: dann haben Sie eine gewaltige Verantwortung … für die Sie aber auch sehr gut bezahlt werden. Bringen Sie Gift in die Nahrung, Leid über Leben, Armut (auch geistiger Art – dass moderner Atheismus eine Art von geistiger Käfighaltung ist, sei nur mal nebenbei bemerkt), Schmerz, Krankeit (auch durch Arbeitsbedingungen), Demütigung oder Lüge in die Welt – dann sind Sie ein Verbrecher.

Wenn ich der Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross trauen darf, werden Sie für diese Verbrechen am Leben selbst einen hohen Preis zahlen. Aber: das ist Ihre Sache.

Sind Sie jedoch nur Verbraucher, dann tragen Sie nicht mehr Verantwortung als Tiere, die im Urwald für ihr Überleben kämpfen müssen. Sie haben weder die Industrialisierung beschlossen, noch den Materialismus, nicht die Konzernbildung oder die asoziale Globalisierung. Sie bauen nicht die Bühne, noch schreiben Sie das Stück, das aufgeführt wird. Sehen Sie nur zu, dass Sie Schurkenrollen vermeiden, nicht alles extra noch schlimmer machen, denn: Verantwortung haben Sie nur in so fern, als dass sie auch Macht haben. Aber jene, die Macht haben, schieben Ihnen die Verantwortung gerne zu. Fragen Sie sich mal, warum! So … lebt es sich halt viel leichter.

Ich selbst kann übrigens hoch und heilig versprechen, dass ich keine Tiere im Wald jagen werde, wenn in meinen Jagdgebieten (Aldi, Norma, Lidl, Rewe und Netto – mehr haben wir vor Ort auf dem Lande nicht) kein Fleisch mehr in der Kühltheke zu finden ist. Ich werde auch kein Auto mehr fahren, wenn die Anforderungen der Umwelt an meine Mobilität verschwinden werden und der Tante Emma Laden im Dorf wieder aufmacht. Häuser bauen wollte ich noch nie – trotz des gewaltigen Druckes, der hier auf junge Menschen ausgeübt wird (siehe hier: Zendepot: Warum alle wollen, dass du ein Haus kaufst).

Überlegen Sie doch erstmal, dass die ganze riesige Maslowsche Bedürfnispyramide nur deshalb entwickelt wurde, um Ihnen einzureden, dass Sie ein Mangelwesen sind, dass noch ganz viel kaufen muss, bis es eine Chance auf Glück hat – und viele fallen erstmal darauf herein, die meisten sogar bis kurz vor ihrem Tode. Entgegen dieser Pyramide steht die griechische, römische, deutsche Philosophie, die überzeugend darlegt, dass man Glück in der kleinsten Tonne finden kann, wenn man nur sein Hirn sinnvoll gebraucht: das heißt, dazu, sein eigenes Leben frei und souverän zu leben … was heute nahezu unmöglich geworden ist, weil jeder Fußbreit Boden in Privatbesitz ist – von einigen wenigen. Auch Diogenes müsste heute für seine Tonne Strandgebühr bezahlen, Wassergebühr für sein Trink- und Abwasser, eine Kurpauschale …. und auch die Früchte der Natur sind alle in Privatbesitz. Welt … ist Geld geworden. Und es gibt viel mehr Geld als Welt.

Und kommen Sie mir nun nicht damit, dass seien alles nur Ausreden! Wenn jemand mein Grundstück unerlaubt betritt, wen mache ich dann für die Tat verantwortlich? Schreie ich etwa die Füße an, die den Befehlen des regierenden Gehirns folgen? Und in einer arbeitsteiligen Gesellschaft haben wir viele solcher „Gehirnfunktionen“ – und da gehört die Verantwortung auch wieder hin.

In diese Sinne: kämpfen Sie sich weiter durch – und bleiben Sie sauber! Und schauen Sie genau hin, wer Ihnen warum was vorwirft – meist geht es nur darum, Macht über Sie zu gewinnen. Es sind die menschlichen Raubtiere, die dort unterwegs sind – und für die sind Sie das unwerte Nutztier, das ihrem Willen unterworfen gehört, weil es irgendwie … böse, minderwertig und schlecht ist, nur, weil es sich einer toten, materialistischen Welt anpasst, um zu überleben.

Aber Anpassung – ist die größte Stärke des Menschen. Ihr werden wir es zu verdanken haben, dass der Geist der allgemeinen Menschenrechte den drohenden Kollaps überleben wird – durch ein paar wenige, die sich auch der nachapokalyptischen Welt anpassen können, Stämme und Gemeinschaften bilden, die – wie schon immer –  stärker sind als die Gefahren der Umwelt. Und vielleicht … wird der Kollaps ja auch noch verhindert. Was Global 2000 damals prophezeite, wurde durch die Natur selbst verhindert … durch ein explosionsartiges Wachstum der übrig gebliebenen Bäume, das die Wissenschaft sehr überrascht hatte.

Wir sind stärker als wir glauben – und sollten uns deshalb nicht durch das Einreden falscher Schuld schwächen lassen.

 

 

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