Lobbyismus

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BILL GATES als Corona-Regisseur?

Biologe Clemens Arvay beantwortet die Frage, ob Bill Gates ein „Corona-Regisseur“ ist. Anlass ist der Gastbeitrag von Bill Gates in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 30.9.2020. Arvay stützt sich auf monatelange Recherchen über die Hintergründe zur aktuellen Corona-Politik für sein Buch „Wir können es besser“. Seine Recherchen haben deutlich gemacht, dass die Politik weniger den wissenschaftlichen Evidenzen als den Interessen pharmazeutischer Lobbyisten folgt.

Coverfoto: Shutterstock (Fotograf: 360b, Aufnahme vom 23.01.2008), grafisch nachbearbeitet.

 

 

— FUSSNOTEN —

[1] Clemens Arvays ursprüngliches Video über den Lobbyismus durch Bill Gates für genetische Impfstoffe und verkürzte Zulassungsverfahren (April 2020): https://youtu.be/LfbbikCPoHk

[2] Gastbeitrag von Bill Gates in der FAZ vom 30.9.2020: https://www.faz.net/2.1690/bill-gates…

[3] Keine Evidenz für „Maskenzwang“: Beiträge von Frau Prof. Ines Kappstein, Infektiologin und Hygieneexpertin:

(a) zum Nachlesen im Thieme-Verlag: https://www.thieme-connect.com/produc…

(b) Audio-Podcast von Frau Prof. Kappstein: https://youtu.be/zQIHP2fmmns

[4] Nicht zugelassene Impfstoffe bereits zu hunderten Millionen Dosen vorbestellt:

(a) https://www.deutsche-apotheker-zeitun…,

(b) https://www.apotheken-umschau.de/Coro…,

(c) https://www.meinbezirk.at/niederoeste…

[5] Lockdowns verschärften Welthunger und verursachten Anstieg der Hungertoten: https://www.oxfam.org/en/research/hun…

[6] Malaria-Übersterblichkeit durch Lockdowns und einseitige Ausrichtung des globalen Gesundheitswesens auf COVID-19: https://afrika.info/newsroom/afrika-r…

[7] Bill Gates in BBC am 12.4.2020 (forderte schon damals Haftungsübernahme durch die öffentliche Hand und verkürzte Zulassungsverfahren): https://www.youtube.com/watch?v=ie6lR…

[8] Vorläufige Auswertung der teleskopierten Phasen I-II des „Oxford-Impfstoffs“: https://www.thelancet.com/journals/la…

[9] Fragliche Wirksamkeit des „Oxford-Impfstoffs“ im Primatenversuch: https://www.telegraph.co.uk/global-he…

[10] Frühere Publikationen von Clemens Arvay über COVID-19-Impfstoffe und deren Nebenwirkungen und Risiken:

(a) Aktuelles Video: https://youtu.be/Z1PU0YqtYPU,

(b) Weiteres Video: https://youtu.be/Pv6tzWfDK-w,

(c) Arvays Artikel in der Schweizerischen Ärztezeitung: https://saez.ch/article/doi/saez.2020…

[11] Kritische Beiträge des Genetikers William Haseltine zu den teleskopierten Impfstoffzulassungsverfahren:

(a) https://www.scientificamerican.com/ar…,

(b) https://www.forbes.com/sites/williamh…

[12] 140 Akademien der Wissenschaften gegen „Impfstoffnationalismus“ und Verkürzungen: https://pflege-professionell.at/at-co…

[13] Bill Gates stellte im April ein Modell der Verkürzung von Impfstoff-Zulassungsverfahren vor, das als „Teleskopierung“ bezeichnet werden kann: https://www.gatesnotes.com/Health/Wha…

[14] Lobbyverband Vaccines Europa spricht von erhöhtem Risiko und will Haftungsfreistellungen: https://www.ft.com/content/12f7da5b-9…

[15] Melinda Gates Telefonate mit Merkel, Macron, von der Leyen etc.: www.sueddeutsche.de/wirtschaft/melinda-gates-coronavirus-deutschland-1.4894066?reduced=true

[16] (a) Gates-Foundation Investorin von BioNTech:

(a) www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/biontech-einstieg-mit-50-millionen-warum-bill-gates-auf-biontech-aus-mainz-setzt/24981368.html

(b) Gates-Foundation Investorin bei MODERNA: http://www.ddn-news.com/index.php?new…

(c) Gates-Foundation Investorin des Jenner-Instituts in Oxford: www.jenner.ac.uk/about/funders-partners und https://www.gatesfoundation.org/How-W…,

(d) Gates-Foundation Investorin der Oxford Vaccine Group: www.medsci.ox.ac.uk/research/labtalk/oxford-vaccine-group [17] Gates Foundation investiert in Luftwaffenkonzern BAE Systems und Tabakindustrie: https://www.alliancemagazine.org/anal…

[18] Corona-Tote in Afrika (Stand Ende Juli 2020, 18.000): https://www.africanews.com/2020/07/29…

Daten-Raubzüge des Bundesgesundheitsministers

Ein Kommentar von Norbert Häring.

Weil die Machenschaften des ehemaligen Pharmalobbyisten und jetzigen Bundesgesundheitsministers Jens Spahn beim Koalitionspartner, bei einer durch Corona handzahm gemachten Opposition und in der Öffentlichkeit noch viel zu wenig Empörung auslösen, will ich hier wiedergeben, was der Medizinerverband Interessengemeinschaft Medizin e.V. , dazu zu sagen hat.

Der Fall Amthor zeigt, wie doppelzüngig ein Teil der Politik funktioniert

„Das ist ganz klar kein Einzelfall, und genau da liegt das Problem.“ Das sagt der Bundestagsabgeordnete Marco Bülow im NachDenkSeiten-Interview zum Fall Philipp Amthor. Bülow, der aus der SPD ausgetreten und fraktionsloses Mitglied des Bundestages ist, kritisiert seit langem die Nebentätigkeiten von Politikern. Den Fall des 27-jährigen Amthors, der derzeit im Zentrum einer Lobbyismus-Affäre steht, bezeichnet er im Interview als „besondere Zuspitzung eines weitaus größeren Problems.“ Mit deutlichen Worten kritisiert Bülow Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU), der sagte, er sehe derzeit keine Verstöße Amthors. „Ein Bundestagspräsident“, so Bülow, „der sich schützend vor eine Person mit diesen Auswüchsen stellt, wird seinem Amt in keiner Weise gerecht.“ Ein Interview über Lobbyismus im Bundestag und die Frage, warum das Problem so schwer in den Griff zu bekommen ist.

RUBIKON: Im Gespräch: „Das große Ablenkungsmanöver“

Ernst Wolff und Flavio von Witzleben

Pleitewalle

Lobbyismus – (Welt-)Kapitalismus – Mafia?

Phillip Amthor ist nur die Micky-Maus – gleichwohl ist sein Verhalten unappetitlich bis kriminell. Die Drahtzieher und Schieber sitzen in Ministerien, die sich gemein machen mit den Lobbyauftraggebern, in diesem Fall der Augustus Intelligence, einem start-up ohne Produkt, aber mit zwei ehemaligen deutschen Geheimdienstchefs als Beratern und Karl-Theodor zu Guttenberg als Direktor; das mutet an wie eine kriminelle Vereinigung in Gründung (i.G.). Die Lenker des Geschehens aber sind wieder andere, diejenigen an den Schalthebeln der großen Finanzinstitutionen: Blackrock, Vanguard-Group und State Street Corporation kontrollieren mit ihren Kapitalbeteiligungen mehr als 15.000 Konzerne weltweit, darunter Schwergewichte wie Apple, Microsoft, Amazon. Der Rote Platz geht diesen Verknüpfungen von Staat und Monopolen nach.

Amthor korrupt? | Bye Bye Bento! | BLM gegen Kant

Ist die ZDF heute-show der neue NATO-Bündnispartner? Gibt es strukturellen Rassismus bei Immanuel Kant? Wer sind Philipp Amthors Arbeitgeber? Da wird noch mal ganz schön aufgefahren, bevor wir uns alle ins Sommerloch stürzen!

Philipp Amthor ist schon lange unser Lieblings-CDUler! Egal ob er auf YouTube den Zerstörer spielt oder auf Facebook Lobby betreibt – sicher ist, bei #Amthor kann man immer auf ein bisschen Schabernack hoffen! Hat er sich mit der Lobby-Affäre jetzt selbst ins Aus geschossen?
Auch das Magazin bento, das für realsatirischen Schabernack im ganzen Land nicht so wirklich bekannt war, muss sich jetzt verabschieden. Wir werfen einen rückseligen Blick auf die Highlights von #bento.
Und während der Deutschlandfunk Immanuel Kant hinterfragt und weltweit auch andere Denkmäler gestürzt werden, läuft bei der #heuteshow alles weiter wie zuvor. Das Feindbild Russland glänzt wie eh und je. Das Zwei-Prozent-Ziel ist wohl die einzige Lösung, wenn man sich diese NATO-Propaganda so ansieht. Der Abzug der US-Truppen scheint vielen auf ganz persönlicher Ebene weh zu tun. Oder was ist der Grund dafür, dass eine links gefärbte Satiresendung plötzlich eine Armee aufbauen will?
Muss sich Europa schützen? Schreibt uns in den Kommentaren, was ihr über die NATO denkt! Und lasst auch dem lieben Kommissar eine Nachricht da! Wir lesen sie ihm vor, versprochen!

Sahra Wagenknecht und Albrecht Müller über wachsende Ungleichheit, Lobbyismus, Meinungsmache

Sahra Wagenknecht (DIE LINKE) und Albrecht Müller (Herausgeber der NachDenkSeiten, Bestseller-Autor) bei der Veranstaltung des Kultur- und Sozialvereins Saarland „Wachsende Ungleichheit, Lobbyismus, Meinungsmache – Gespräch über die Bedrohungen unserer Demokratie“, am Mittwoch, 22. Januar 2020, in der Saarbrücker Congresshalle.

Die SPD: ihre Fachkraft für Sozialrassismus

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Freitag, 23.9.2016. Eifel. War ja eine sensationelle Nachricht die Tage: Müntefering, der alte Knochen aus dem Sauerland, verzichtet auf knapp 7000 Euro Rente. Wollte die Jubelmeldung selber bringen: wäre ja ein schönes Signal an die vielen „Parasiten und Schmarotzer“ (Originalton Sozialdemokrat), die von unseren Steuergeldern leben – vor allem die in Parlamenten – das man das Mandat auch als Ehrenamt begreifen kann, für das man gar kein Geld bekommen braucht. Was würden wir sparen, wenn sich all die Leute an den Geldtöpfen mit 600 Euro im Monat bescheiden würden? Deutschlands Schulden wären ruckzuck weg – aber wie ernähren lieber einen gigantischen, unersättlichen Wasserkopf, anstatt rational zu wirtschaften und nur das auszugeben, was da ist. Nur: leider meinte der Müntefering das so nicht. Der große Aufreger, der durch Deutschland ging, war mal wieder nur eine schnatternde Ente. Das, was Münte („wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“) gesagt  hat, war viel schlimmer, glauben Sie mir.

Zitieren wie ihn mal vollständig – solange wir das noch dürfen, wenn das neue EU-Recht wirkt, darf der Graswurzeljournalismus das nicht mehr – bzw. es wird sehr sehr teuer (siehe Süddeutsche):

„Nur weil jemand auf nur 600 Euro Altersrente kommt, muss er ja nicht arm sein. Meine Mutter hatte keine Rentenansprüche, mein Vater ja. Meine Mutter hatte nicht das Gefühl, arm zu sein. Es war klar, dass das Haushaltseinkommen zählte. Ich denke, das gilt weiter“

Mir geht es nicht darum, dass die Definition von Armut nun ab heute von den Gefühlen von Müntes Mutter abhängig ist, sondern um das Denken dahinter, das man zurecht als frauenfeindlich deuten darf: sollen sich die Frauen doch einen Versorger suchen! Müntes vierzig Jahre jüngere Frau ist auch nicht arm – sie hat ja Münte. Die Empfehlung ist klar: Frauen – verkauft euch an einen reichen Mann, dann reichen auch 600 Euro Rente! Und wer sich nun nicht rechtzeitig um einen privaten „Versorger“ gekümmert hat – nun, der fällt aus dem Bewusstsein des Münte heraus.

Wir wollten ja aber über die SPD reden – bzw über deren Sozialrassismus. Was ist da eigentlich, „Rassismus“? Ich frage da mal die Bundeszentrale für politische Bildung (die BpB):

Der (politische, soziale) R. unterstellt eine Homogenität biologischer Rassen aufgrund äußerlicher Unterschiede von Menschen (wie z. B. der Hautfarbe). Den so konstruierten Gruppen werden fälschlicherweise bestimmte Wesenszüge und Charaktereigenschaften zugeschrieben. Diese werden in Bezug auf die eigene Gruppe überhöht und in Bezug auf andere Personen oder Gruppen abgewertet. Der R. fördert damit das eigene Überlegenheitsgefühl und erzeugt Vorurteile, Ablehnung und Feindseligkeit gegenüber anderen Menschen und führt zu sozialer Ausgrenzung.

Die BpB trägt hier noch einen primitiven Begriff von „Rassismus“ in die Welt, die Uni Düsseldorf ist da schon moderner – mit konkretem Blick auf realen Rechtsradikalismus (siehe Forena):

„Viele Opfer offener rassistischer Gewalt waren und sind Obdachlose, Behinderte oder Homosexuelle. Wenn sie auf offener Straße angepöbelt, angegriffen oder sogar erschlagen wurden und werden, richtet sich der Blick mit Abscheu vor allem auf die rassistischen, meist jugendlichen Täter. Dabei gibt es sowohl bei der Auswahl der Opfer als auch dem Versuch, sie aus dem öffentlichen Leben verschwinden zu lassen, Überschneidungen mit Denkweisen und Praktiken der Ausgrenzung, die in der Mitte der Gesellschaft fest verankert sind.“

Wissenschaftler wie sie sind formulieren sie auch die neuen Ansprüche der ultrarechten Szene an den „neuen Menschen“:

„Vor diesem Hintergrund wurde in diesem Projekt untersucht und dokumentiert, wie heute mit Menschen umgegangen wird, die keinen Platz (mehr) in der leistungsorientierten Arbeitsgesellschaft haben, die leistungsgemindert, behindert, schwerstkrank sind.“

Schon diese Menschen sind in Gefahr – durch rechtsradikale Skinheads. Und durch die SPD, die in ihren Köpfen nur noch Platz hat für den kerngesunden , bescheidenen und demütigen deutschen Arbeiter, der auch mit 75 noch auf dem Bau arbeitet, selbstverständlich genug Geld heranschafft, um sich eine Frau halten zu können, die wirtschaftlich absolut von ihm abhängig ist. Ich möchte die liebe Frau Adelheid Schmitz, die diesen aufschlussreichen Aufsatz formulierte, noch ein einziges mal zitieren, damit Sie begreifen, wie tief er faschistische Geist schon längst in die Mitte der Gesellschaft – also: in der SPD – eingedrungen ist:

„So wird z.B. nicht oder selten wahrgenommen, dass die humangenetische Zielsetzung „Kommendes Leid verhindern“ und die von rechten Skinheads zu hörende platte Parole „Unnützen Fressern das Maul stopfen“ viel miteinander zu tun haben: immer geht es darum, dass Menschen, die den Kriterien der leistungsorientierten Arbeitsgesellschaft nicht entsprechen, die schwerstkrank oder behindert sind, möglichst aus der Welt verschwinden oder gar nicht erst geboren werden sollen.“

Ja – der faschistische Geist teilt sich mit Münte den Leistungseros, die Verliebtheit in Lohn- und Zwangsarbeit, geboren aus tief verwurzelten masochistischen Störungen, die – wenn ich Wilhelm Reich trauen darf – alle auf schlechten Sex zurück zu führen sind: kein Wunder, wenn man denkt, welche Rollenvorstellungen über Frauen noch in alten Männerhirnen toben.

Haben Sie nun eine Vorstellung von dem Begriff „Sozialrassismus“? Frau Schmitz hat die Überschrift ihres Artikels so genannt – eines Artikels, den ich vollständig zur Lektüre empfehlen möchte, da er zeigt, wie nahe wir schon wieder an die „Aktion T 4“ herangerückt sind: der Selektion und Vernichtung von Leistungsgeminderten.

Ich möchte mich übrigens gegen den Kurz- und Umkehrschluss wehren, das Münte nur wegen seines Geldes eine jüngere Frau geheiratet hat – ich zweifle nicht daran, dass hier große Liebe herrscht. Darum geht es hier auch gar nicht. Es geht um Beschreibungen des neofaschistischen Geistes in der Gegenwart – und ein weiteres Beispiel dafür finden wir in Südwestfalen, wo der Sprecher des paritätischen Wohlfahrtsverbandes brandneue Erkenntnisse verbreitet (siehe WDR):

Wer länger als ein Jahr arbeitslos war, hat sich an ein anderes Leben gewöhnt. Dann ist es ein schwieriger Schritt, wieder in einen Alltag zu kommen. Darum brauchen wir mehr begleitende Hilfen, als das bisher üblich war.

Nun – die „Wohlfahrt“ … seit Ewigkeiten Kamerad der SPD … lebt von Steuergeldern. Das meinen Sie mit „begleitende Hilfe“. Mehr Hilfsbedürftige bedeutet: mehr Steuergelder für arbeitslose Sozialarbeiter, die man mit Zeitverträgen auf die Arbeitslosen loslassen kann. Zwar können die so selbst in elender Not lebenden Helfer selbst nicht sonderlich viel Hilfe leisten – dafür ist ihre Psyche durch wirtschaftliche Ängste viel zu zerrüttet, müssen sie doch beständig um den Folgeauftrag fürchten – aber die Träger der Maßnahmen können wieder fürstliche Gehälter zahlen. Da können schon mal 134000 Euro im Jahr abfallen (siehe Caritas), während die Arbeiter an der Front für Mindestlohn schuften. Und deshalb werden solche Mumpitzsätze verbreitet, als seien sie das Wort Gottes. Der Autor dieser Zeilen macht nun aktuell wieder Personalarbeit, diesmal nicht mehr mit Fach- und Führungskräften sondern mit den letzten im Schulwesen, den Haupt- und Sonderschülern … nach 13 Jahren Pause in dem Bereich. Und was stelle ich fest: es ist mit der Arbeit wie mit dem Fahrrad fahren oder dem Schwimmen: man verlernt es nie. Aber man kann den Mangel einfach behaupten, um Vorstandsbezüge zu sichern, die letztlich alle aus Steuertöpfen stammen.

Nehmen wir die neue Hartz-IV-Verschärfung aus dem Hause der Andrea Nahles (SPD). Während Münte wenigstens noch 21 Jahre als angestellter Kaufmann gearbeitet hatte (das Partei- und Regierungsgedöns kann ich als Arbeiterkind beim besten Willen nicht als Arbeit bezeichnen – was die Arbeit nennen fand bei meinem Opa Sonntags zum Nachmittagskaffee statt), suchte ich bei Andrea Nahles vergeblich nach praktischen Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt. Nur so kann man erklären, wie absolute Irrsinnsgedanken in die Gesetzte einfließen wie bei der aktuellen Verschärfung der Hartz IV-Gesetze geschehen (siehe hierzu Telepolis bei Heise). Ja- die schon völlig enteigneten Hartz IV-Empfänger sollen nun künstlich in eine absolute Verschuldung getrieben werden, die ihnen endgültig das Genick bricht. Schon der normale Hartz IV-Satz bringt Mangelernährung und in Einzelfällen den Hungertod mit sich: das neue Experiment an lebenden Menschen unterschreitet das von Regierungsexperten definierte Existenzminimum dann im Falles des Falles um 30 Prozent. Vernichtung durch Hunger wurde von der NSDAP als Normmaßnahme an Millionen Polen und Russen vollzogen (ja – über die spricht man gar nicht mehr, weil die Einschränkung des Holocaust auf die Bevölkerung jüdischen Glaubens so bequem ist und die vielen Facetten des Faschismus verschleiern hilft) – und an fünf Millionen Ukrainern durch Stalin … übrigens einfach nur aus Gründen der betriebswirtschaftlichen Effektivierung des Leistungsvermögens des Volkes durch Eliminierung von „unnützen Essern“, einer Effektivierung, von der die gesamte Führungsschicht bis hin zum kleinen Beamten vor Ort profitierte.

Wenn in Zukunft also der Arbeitnehmer gesundheitsgefährdende Arbeit von sich aus beendet, wird er vom Staat durch künstliche Schulden, die er nie gemacht hat, bestraft.

Gut – Frauen hatten wir jetzt. Arbeitslose auch. Aber damit nicht genug: die SPD sucht sich noch ganz andere Opfer. Auf der Jagd ganz vorne mit dabei: Iris Gleicke (SPD). Auch bei ihr suche ich vergeblich nach realer Arbeitserfahrung – Beschäftigung in der steuerfinanzierten Stadtverwaltung kann ich da leider nicht als echte Arbeit gelten lassen. Lieb wäre mir was im Straßenbau, im Versicherungswesen, an der Kasse, im Lager oder in der Produktion, Auto- oder PC-Reperatur – also echte, Mehrwert schaffende Arbeit – und nicht nur steuerfressende Beschäftigung auf Kosten der Allgemeinheit – aber ich bin ja auch Arbeiterkind, wir haben da an der Front andere Vorstellungen von Arbeit … unsere Arbeit für die Familie und deren Verwaltung wird ja auch nicht als „Arbeit“ definiert, obwohl sie sich qualitativ in Nichts von der Arbeit in der Stadtverwaltung unterscheidet. Die haben nur mehr „Kinder“, die sie betreuen.

Iris Gleicke – Beauftragte für die neuen Bundesländer – hat den neuen Feind ausgemacht: den Ostdeutschen. Den kennt sie gut, sie ist selber eine (siehe Pressemitteilung der Beauftragten neue Länder):

„Der Rechtsextremismus in all seinen Spielarten stellt eine sehr ernste Bedrohung für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der neuen Länder dar. Ein entschlossenes Handeln der Bundesregierung, der Länder, der Kommunen und der Zivilgesellschaft ist notwendig, um den gesellschaftlichen Frieden in Ostdeutschland zu sichern. Die große Mehrheit der Ostdeutschen ist nicht fremdenfeindlich oder rechtsextrem. Aber ich würde mir schon wünschen, dass diese Mehrheit noch lauter und deutlicher Stellung bezieht. Wir Ostdeutschen haben es selbst in der Hand, ob wir unsere Gesellschaft, unsere Städte und unsere Dörfer beschützen oder ob wir sie dem braunen Spuk überlassen. Die Gesellschaft darf nicht wegschauen, wenn Menschen angegriffen oder Flüchtlingsunterkünfte angezündet werden. Es steht für Ostdeutschland viel auf dem Spiel.“ 

Schon die Formulierung „neue Länder“ erzeugt dem gebildeten Menschen Zahnschmerzen: die Länder sind genau so alt wie die BRD-Länder. Aber sie erinnert an den „Lebensraum Ost“, den sich Vorgängerregierungen bis zum Ural sichern wollten (die Nato ist ja heute auch wieder dabei, diese Räume für sich zu erschließen – bis zur Ukraine sind sie schon vorgedrungen).

Hören Sie den Vorwurf von Frau Gleicke? Während die Bundesregierung beim Kampf gegen Rechts völlig versagt (siehe den Gesamtkomplex NSU-Morde), während ihre Geheimdienste, ihre Polizei, ihre „Sozialarbeit“ völlig ergebnislos herumhantieren – trotz aller Macht und der immensen Summen an Steuergeldern, die sie verprassen – soll nun der kleine Mann vor Ort die Verantwortung für den Kampf gegen Rechts allein übernehmen. Sonst … „steht viel auf dem Spiel“.

Was für eine Drohung. Irgendwie denke ich … es geht wieder um die Hungerwaffe. Aber vielleicht wird da nur an neue Zäune gedacht. No-go-Areas für Ostdeutsche. Reiseverbot für alle Ossis – nicht nur für Arbeislose.

Lesen Sie den Bericht noch weiter. Ich verspreche, es lohnt sich: auch wenn Ihnen schlecht dabei werden wird:

„Nach wie vor liegt die Wirtschaftskraft Ostdeutschlands deutlich hinter der Westdeutschlands. Im Jahr 2015 lag das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner in Ostdeutschland 27, 5 Prozent hinter den Werten Westdeutschlands. Viel schlimmer ist jedoch, dass angesichts der neuesten Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung nichts darauf hindeutet, dass sich diese Lücke mittel- oder auch nur langfristig schließen könnte. Der Aufholprozess, verläuft schon seit einigen Jahren äußerst verhalten. Wir brauchen in Ostdeutschland ein deutlich stärkeres Wachstum, um wirtschaftlich zu den westdeutschen Ländern aufzuschließen. Die aktuellen Zahlen zum realen Wachstum geben Anlass zur Sorge. Das reale Wachstum lag 2015 in den ostdeutschen Flächenländern mit 1,5 Prozent unter dem der westdeutschen Länder mit 1,7 Prozent. Der Bevölkerungsrückgang führt dazu, dass Ostdeutschland bei der Entwicklung seiner realen Wirtschaftskraft weiter an Boden verliert.“ 

Darf ich mal den Gesamtgedanken übersetzen? „Ossis, ihr seid nicht nur FEIGE, sondern auch FAUL“. Gefährlich für Menschen, die im real existierenden Sozialrassimus überleben müssen. Kommt aber noch besser, keine Sorge:

„Als wichtiges Hemmnis für ein stärkeres wirtschaftliches Wachstum identifiziert der Bericht die Kleinteiligkeit der Wirtschaftsstruktur in Ostdeutschland. Das Fehlen von großen Unternehmen und Konzernzentralen und einer daraus resultierenden vergleichsweise geringen Innovationskraft sind wesentliche Ursachen für den stockenden Aufholprozess.“

Denen fehlen Konzernzentralen. Und große Unternehmen. Soll ich jetzt mal nachfragen, wo die großen Unternehmen der ehemaligen DDR geblieben sind? Die Leuna-Werke zum Beispiel, der größte Chemiekonzern der DDR? Gut – die wurden an einen französischen Konzern verkauft, da dafür auch noch 14 Milliarden EU-Hilfe bekam (und dessen Manger für Schmiergeldzahlungen verurteilt wurden, ich weiß nur die Namen der Empfänger nicht)  … aber eben deshalb sind sie jetzt weg. Wie das Gesamtvermögen der DDR, das die Treuhand zu Schleuderpreisen verramscht hat … was mich daran erinnert, dass es auch eine „Treuhand“ gab, die während der NS-Zeit jüdisches Vermögen günstig verteilte. Wir haben da – als Rechtsnachfolger des Dritten Reiches -Erfahrung in der Organisation von Enteignungsprozessen.

Frauen. Arbeistlose. Ossis. Die SPD bastelt sich ein Feindbild, das vor allem durch völlig überzogenes Anspruchsdenken gekennzeichnet ist.

Frauen – sollen sich gefälligst einen Versorger suchen, dann reicht die Rente auch.

Arbeitslose sollen gefälligst im Alleingang die durch Globalisierung, Automatisierung, Spezialisierung und irrationale Konzernentscheidungen völlig chaotisch gewordene Arbeitswelt neu ordnen.

Und Ossis sollen gefälligst selbst dafür sorgen, dass sie mehr Wirtschaftsleistung aus ihrem Land holen, mehr Merkelkonform sind und überhaupt mal weg kommen von jenen Untugenden, die man auch einst den Juden zugeschrieben hatte: Feigheit und Faulheit.

Nun – was können die so Gescholtenen tun, um ihrem Schicksal zu entrinnen … jenem Schicksal, das mit den Worten „es steht viel auf dem Spiel“ bedrohlich an die Wand gemalt wird?

Sie könnten ihre Frauen doch den Konzernmanagern anbieten, die Arbeitslosen könnten für den Konzern umsonst arbeiten und man könnte ihm doch auch Gemeindeland im Osten schenken … oder liege ich da mit meinen Lösungsvorschlägen so völlig falsch?

„Dient dem neuen Fürsten“ – so tönt die SPD hintenrum. Er hat Arbeit, die frei macht von der Not, jener Not, die nur die Agenda 2010 (SPD) ins Volk gebracht hat. Ergebt ihm euch völlig, mit Körper, Geist und Seele, vielleicht erhört er dann euer Flehen und errichtet eine Konzernzentrale in Bautzen, die Zivilisation nach „Dunkeldeutschland“ bringt – wie die Bundespräsident mal jene neu besetzten Gebiete beschrieben hatte.

Konzerne – so weiß man aus der Wirtschaft – haben überhaupt keine Innovationskraft. Sie haben eine gigantische Finanzmacht – und enorm viel Platz für Nichtstuer, die von einer Keksplattentagung nur nächsten eilen und das stolz „Arbeit“ nennen. Konzerne (hier: Banken) haben in der Krise die Vernichtung von 50000 kleinen und mittelständischen Unternehmen zu verantworten gehabt, sie sind Meister im Steuersparen (siehe Tagesschau) und Großmeister im Lobbyismus (siehe Welt).

Vielleicht sollte die SPD mal Wiwo lesen – die haben erst Anfang des Jahres Bilanz gezogen (siehe Wiwo):

„In Deutschland heißt Innovation nicht, etwas Neues zu erfinden, sondern etwas Bestehendes zu verbessern. Die Dax-Konzerne sind keine Vordenker, sondern Nachmacher. Hoffnung gibt der Mittelstand, bestätigt eine Studie.“

Volkswirtschaftlich gesehen, sind Konzerne marktfeindliche Sozialschmarotzer, die auf Kosten der gesamten Volkswirtschaft gedeihen. Warum die für den „Aufbau Ost“ – sozusagen als Kolonialmacht – besonders geeignet sein sollen, versteht man wohl nur, wenn man mitten im Geldsegen des Lobbyismus steht. Aber das erleben wir ja oft genug: Konzerne haben für Politiker coole „Pöstchen“. Der inhabergeführte Betrieb kann da halt nicht mithalten.

Wie müssen wir nun die Definition von Rassismus der BpB ergänzen, um den um sich greifenden Neofaschismus besser beschreiben zu können?

Ganz einfach: der neue Jude ist der „Arme“, das neue Judentum das „Prekariat“ – auch wenn da christliche Biodeutsche leben. Darum – ihr lieben Ossis – solltet ihr die Warnung ernst nehmen.

Die Regierung droht euch schon ganz offen: „es steht viel auf dem Spiel“.

Was – das bleibt erstmal eurer Phantasie überlassen.

Wer neugieriger ist – darf ins Geschichtsbuch schauen. Empfehle da Götz Aly: die Vordenker der Vernichtung.

 

 

Blockupy und die Revolution

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Donnerstag, 19.3.2015. Eifel. Unverhofft haben wir Revolution in Deutschland. Mitten im friedlichen Biedermeierschlafmützenparadies brennen Polizeifahrzeuge – ein Unding in einer Demokratie. Ja – wir waren mal so weit, dass wir verstanden hatten, dass jede Form von Gewalt … sogar auch die verbale … einem zivilen, friedlichen Miteinander nur schaden kann und das wir jede Form von Interessenskonflikten besser im Dialog aus der Welt schaffen. Vielleicht ist sogar so die Sprache selbst entstanden: als zwei Neandertaler sich mit der Keule in der Hand gegenüberstanden, einer mit totem Hirsch im Gepäck, der andere mit Hunger im Bauch, die – anstatt sich gegenseitig tot zu schlagen – lieber zusammen taten und dann das Mammut erlegten. So entstand dann die Grundlage für Zivilisation … und Höflichkeit.

Ist das schon Revolution in Frankfurt? Folgt man dem Kommentator der Zeit, so verstehen sich die Aktivisten selbst als solche (siehe Zeit), ausgestattet mit einem klar definierten Feindbild:

„Das neue Feindbild ist klar: der globale (amerikanische) Finanzkapitalismus, dessen europäischer Ableger die Troika und der Euro sind, die Länder wie Griechenland knechten und knebeln; und die „Postdemokratie“ nach Colin Crouch, die sich nur noch so nennt und regelmäßig Alibiwahlen veranstaltet, aber angeblich von Konzernen und Finanzjongleuren gesteuert wird und das Volk seiner Souveränität beraubt. „Brüssel“ und „Frankfurt“ sind Symbole dieser „Unterdrückung““

Es wird nicht jeder verstehen, wie man Verständnis für den Zorn, die Wut und den Hass der Blockupy-Aktivisten empfinden kann … immerhin geschehen da auch außerordentlich dämliche Sachen: die Polizei- und Feuerwehrfahrzeuge waren nicht Eigentum der EZB, sondern Eigentum der Demonstranten … bzw. Allgemeingut des Bürgers. Dass es doof ist, seinen eigenen Besitz zu verbrennen, wird man dann merken, wenn die eigene Hütte qualmt, weil man die Zigarettenkippen in den Papiermüll geschmissen hat und die Feuerwehr mangels Fahrzeug eben mal nicht kommt.

Meine Frage wäre: was sollten sie denn sonst tun? Wir haben im 21. Jahrhundert ein kleines Problem, dass im 18. Jahrhundert so nicht gegeben war. Damals war alles noch einfach: im Schloss auf dem Berg wohnte der finstere Baron, der das Land ausbluten lies. Ging er einem zu sehr auf den Keks, griff man zur Mistgabel, zur Fackel und zum Strick, um dem Spuk ein Ende zu bereiten … so jedenfalls die Legende. Meist endeten die Aufstände jedoch dadurch, dass sozial engagierte Aktivisten im Salvenfeuer entmenschlichter Söldner starben, Wesen, die man speziell zum Töten von Menschen gezüchtet, dressiert und abgerichtet hatte. Ja – so etwas machen wir heute auch, die US-Armee hat inzwischen eine gewissen Meisterschaft darin erreicht, ihren Soldaten alle Menschlichkeit abzutrainieren. Gesund ist das nicht – weshalb die Suizidrate bei den „Killern“ enorm hoch ist … allerdings erst nach Erfüllung des Auftrages. Zu diesem Zeitpunkt interessieren sich ihre „Herrchen“ nicht mehr für ihr Schicksal, US-Veteranenverbände können davon ein Lied singen.

Im 21. Jahrhundert existiert das Schloss des Barons nur noch als Museum, dass Montags – Sonntags von 9 – 18 Uhr geöffnet ist – zur Erbauung des Bürgertums, dass sich für den König der Welt hält und als solches auch von den Medien und Parteien umworben wird. Trotzdem merken die Menschen, dass etwas nicht stimmt – und großflächige Vernichtungsaktionen das Land terrorisieren.

Eine davon hängt – zufällig – gerade mit der EZB zusammen, die in Frankfurt nicht mit großem Getöse in aller Öffentlichkeit eingeweiht wurde … man hätte die Protestierenden ja mal einladen und mit ihnen reden können … sondern still und heimlich vor 19 (siehe Handelsblatt) geladenen Verschwörern in Betrieb genommen wurde. Verschwörer? Ja – so nannte man früher Menschen, die im Geheimen und Verborgenen zusammen kamen, um ihre gesellschaftlichen Sonderinteressen durchzusetzen – wie zum Beispiel Preisabsprachen, politischer Morde, Putschversuche gegen den König oder Vergiftung der Brunnen zur Förderung der eigenen Mineralwasserindustrie.

Ja – die EZB hat gerade eine große Vernichtungsaktion in Gang gesetzt – sie wird nur nicht so genannt. Sie vernichtet die Geldwertstabilität – eine der vier eisernen Grundlagen seriöser Wirtschaftspolitik. Kennt noch jemand die anderen drei? War früher mal Allgemeinwissen für jedermann: Vollbeschäftigung (aber nicht mit ein Euro-Jobs, Leiharbeit und ausuferndem Niedriglohnsektor), Wirtschaftswachstum (aber nicht auf Kosten der Ausbeutung finanziell schwächerer gesellschaftlicher Schichten) und außenwirtschaftliches Gleichgewicht (ohne Sucht nach Exportweltmeistertum, das die internationale Wirtschaftsordnung in Schieflage bringt). Merken Sie nebenbei, dass „Wirtschaft“ insgesamt völlig aus dem Ruder läuft, ohne dass eine breite Front von Experten dagegen Sturm läuft?

Wie auch – die werden von jenen bezahlt, die an der Vernichtung der marktwirtschaftlichen Ordnung gut verdienen. Bleiben wir erstmal beim Ex-„Goldman-Sachs“-Mann Draghi, dem ehemaligen Mitarbeiter jener Bank, die den alten griechischen Regierungen so effektiv beim Bilanzenfälschen half. Was er will?

Eine Billion Euro drucken um damit die Inflation anzuheizen.

Erklärt wird dies durch eine angeblich drohende Deflation, doch die ist gar nicht in Sicht (siehe Spiegel):

„Der erste Fehler des EZB-Präsidenten besteht darin, seine schärfste Waffe gegen ein Problem einzusetzen, das nicht existiert. Draghi behauptet, gegen eine Deflation zu kämpfen, also eine sich selbst verstärkende Spirale fallender Preise. Aber davon kann wohl kaum die Rede sein, wenn nahezu alle Verbrauchsgüter Monat für Monat im Schnitt um 0,7 Prozent teurer werden, zuletzt sogar mit steigender Tendenz.“

Praktisch heizt er also eine vorhandene Inflation an – und vernichtet so den Grundwert der Geldwertstabilität. Den Preis zahlen vor allem die Armen – wozu wir heutzutage all´ jene zählen müssen, die keine Rechnungen ausstellen können, also keinen steuernden Einfluss auf ihr eigenes Einkommen  ausüben können.

Praktisch ist das eine europaweite Vernichtungsaktion, die Millionen von Menschen in noch bittere Armut stürzen wird – bis Löhne (gerade Niedriglöhne, Renten oder Arbeitslosenhilfen) sich den galoppierenden Preissteigerungen anpassen, dauert es seine Zeit, während Reiche über Investition in den Aktienmarkt erstmal automatisch noch viel reicher werden. Ja – verkürzt formuliert steigert Draghi gerade den Wert der Aktien, in dem er massenweise ungesichertes Geld druckt, um damit Aktienkurse künstlich in die Höhe zu treiben (siehe N.TV):

„Die Gelddruckpressen der Europäischen Zentralbank laufen seit gut einer Woche auf Hochtouren. Die europäische Notenbank will die Finanzmärkte in den kommenden eineinhalb Jahren mit mindestens 1.140 Milliarden Euro fluten – das entspricht fast exakt der Marktkapitalisierung der 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands. Da Anleihen guter Bonität selbst bei langen Laufzeiten keinen Zins mehr bieten, wird ein großer Teil dieser zusätzlichen Liquidität in die Aktienmärkte fließen. Natürlich nicht nur in die deutschen Börsen – wäre dies aber der Fall, könnte Mario Draghi gewissermaßen den gesamten Dax kaufen.“

Die Schere zwischen arm und reich wird sich weiter öffnen, die Zahl der Armen nochmals sprunghaft ansteigen – 12,5 Millionen sind es aktuell (siehe Spiegel), wie viele es in Zukunft sein werden, rechnet kein Experte aus.

Aus wirtschaftlicher Sicht: völliger Wahnsinn. Aus politischer Sicht ebenfalls. Das Programm stört die Geldwertstabilität, wird – wegen Wertverfall des Euro – das Außenhandelsgleichgewicht weiter aus dem Ruder laufen lassen, Arbeitsplätze werden – wie seit der Agenda 2010 üblich – nur noch im Niedrigstlohnsektor geschaffen aber wegen Angst vor staatlicher Verfolgung und sozialer Stigmatisierung mittels Hartz IV trotzdem gern genommen – wo da noch ein Wirtschaftswachstum zu erwarten sein soll, steht in den Sternen. Kapitalmassen werden exorbitant wachsen – ebenso wie die Armut, die durch massive Preissteigerungen Einzug halten wird. Die alten Träume, dass die Firmen mit günstigen Bankkrediten ausgestattet werden, werden Träume bleiben: das Geld vermehrt sich viel effektiver durch wahnhaften Aktienkauf – in diesem Tollhaus bestimmt die Nachfrage den Preis – und wird die mit wertlosem Geld künstlich in die Höhe getrieben, kann man eine Zeit lang traumhaft absahnen, ohne sich in die Niederungen der Realwirtschaft zu begeben.

Kein seriöser Konzernlenker würde vor diesem Hintergrund über Neueinstellungen nachdenken, jeder gut informierte Wirtschaftslenker weiß, dass hier das größte Strohfeuer in der Geschichte der europäischen Wirtschaft enfacht wird … zum Nutzen einiger weniger, was während der Eröffnung der EZB in Frankfurt gut demonstriert wurde.

Vor der Tür steht die verarmende Masse, die sieht, dass sie nicht nur dort außen vor bleiben müssen, dass nicht nur dort Zäune errichtet wurden, um sie draußen zu halten: die Zäune wachsen seit Jahren an allen möglichen und unmöglichen Orten im Land – in Schulen, in Universitäten, in Betrieben, in Parteien, Verbänden und Kirchen, überall etabliert sich – dank der Mitarbeit von Millionen fleißiger Hände – ein klar definiertes „oben“ und „unten“, dass beständig weiter auseinanderdriftet, ohne das es irgendjemanden groß zu interessieren scheint … weil Führungspositionen jedweder Art zum Kampfbund von „oben“ gehören, einem Bund, der in vielen Seminaren, Tagungen, Vorträgen und Sitzungen Tag für Tag geschmiedet wird, ohne dass die Öffentlichkeit groß Notiz davon nehmen kann.

Während im Land Brücken, Straßen, Schulen baufällig werden, protzt die EZB mitten in Frankfurt mit einem Milliardenbau – finanziert von jenen Menschen, denen man nun durch Inflation die Butter vom Brot nimmt … kann man Gerechtigkeitsempfinden noch nachhaltiger stören?

Während Millionen von Deutschen in die Armut stürzen – mit steigender Tendenz – schmeißen die Verwaltungsangestellten der Bürger mit Summen um sich, die für den normalen Verstand kaum noch fassbar sind – und gönnen sich selbst ebenfalls großzügig immer dickere Diäten: „oben“ braucht halt Abstand zu „unten“.

Das Deutschland von einer winzig  kleinen Managerkaste gesteuert wird, die seit zwanzig Jahren extrem stabil ist (siehe Handelsblatt), ist Allgemeinwissen, Methoden zur Etablierung dieser Macht in aller Zukunft sind bekannt und umfangreich beschrieben (siehe Literatur zu den Baden-Badener Unternehmergesprächen – oder einfach deren Selbstdarstellung), Folgen zum Schutz der Demokratie haben diese Erkenntnisse jedoch nicht: umfangreiche Arbeitsaufträge, Beraterhonorare oder sogar Stellenangebote verhindern systematisch den Aufbau von Gegenwehr.

Sicher – man darf sich noch empören. Werke, die diesen Weg des Widerstandes wählen, haben eine erstaunliche Berühmtheit erlangt. Doch jede noch so große Empörung endet mit dem gleichen Ergebnis: man muss einen Tag später steigende Preise bezahlen und mit ständig sinkender wirtschaftlicher Souveränität leben, die mit einer analog steigenden politischen und gesellschaftlichen Bedeutunglosigkeit einhergeht.

Fragen, ab wann eigentlich Wirtschaftsmacht zu groß für eine Demokratie wird, werden gar nicht mehr gestellt: sozialdemokratische Berufsverbote haben dieser Diskussion schon in den siebziger Jahren einen Riegel vorgeschoben.

Noch vor zwei Jahren konnte man deutliche Worte in der Süddeutschen lesen: der Soziologe Wolfgang Steeck äußerte sich über die Macht von Goldman-Sachs in Europa (siehe Süddeutsche):

„Der demokratische Kapitalismus ist in Gefahr, die Staaten sind nur noch Inkassoagenturen schwerreicher Investoren: Der Soziologe Wolfgang Streeck kritisiert, dass immer mehr Freunde und Mitarbeiter der Investmentbank Goldman Sachs auf einflussreichen politischen Posten sitzen. Was sie dazu befähigt? Vor allem finanztechnisches Wissen. Und Intrigenkompetenz.“

Heute ist jede Kritik an der Rolle des US-Finanzkapitalismus, jede Äußerung über die politische Macht von 4000-Milliarden-Dollar-Fonds, jede Kritik an politischen Instrumenten der Plutokratie der Superreichen schon eine Diagnose: während man Verschwörungen („Intrigen“) ungebremst ihren Lauf läßt, sind Theorien über das Ausmaß dieser Verschwörungen verboten, werden bewusst und aktiv als Ausdruck geistiger Labilität dargestellt … so wird sogar die „Süddeutsche“ zum Organ für Verschwörungstheoretiker.

Völliger Wahnsinn, oder? Also ob man nie etwas von Lobbyismus gehört hätte … wahrscheinlich zählt dieses Wort auch bald zu den verbotenen Verschwörungstheorien.

Was hat sich geändert seit 2012?

Gewaltig viel – was „oben“ langsam Angst macht – wie eine aktuelle Untersuchung zeigt (siehe Handelsblatt):

„Einer Studie zufolge glauben mehr als 60 Prozent der Bürger, dass in Deutschland keine echte Demokratie herrscht. Schuld sei der starke Einfluss der Wirtschaft auf die Politik, die mehr zu sagen habe als der Wähler.“

Blockupy-Aktivisten sind also keine kleine, verrückte Minderheit, sondern Sprecher eine gesellschaftlichen Mehrheit … der „Mitte“, also. Und ihr Wertekanon entspricht dem der Mehrheit auch in Fragen der Gewaltausübung:

„Das nach Darstellung der Wissenschaftler erstaunlichste Ergebnis betrifft das Gewaltmonopol des Staates: Nur knapp die Hälfte der Befragten ist dafür, dass ausschließlich die Polizei Gewalt zur Wahrung von Sicherheit und Ordnung einsetzen darf.“

Hiermit verabschiedet sich eine gigantische Masse von Bürgern vom Gewaltmonopol des Staates … wie wir in Frankfurt gesehen haben. Darum brennen auch Feuerwehrwagen: der Staat selbst – als Marionette einer kleinen, homogenen und eng verzahnten Schar von Wirtschaftslenkern, die alle Instrumente des Lobbyismus virtuos einsetzen, um ihren Willen durchzusetzen – wird Feind … und das zu Recht, wenn wir der Mehrheit in ihrem Urteil folgen wollen.

60 Prozent reichen übrigens dicke für eine Revolution – schon 10 Prozent wären genug.

Ich denke, wir hätten sie auch schon längst – gäbe es nicht weitflächig auch Agenten der Reaktion, die gezielt die Bildung einer Mehrheitsmeinung untergraben und überall dort spalten, wo Einigkeit geschaffen werden muss. Wer kennt sie nicht, die angeblichen „Linken“, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben, als … gelegentlich auch gegen ein kleines Endgelt … andere sozial engagierte, meinungsbildende Kräfte als „Faschisten“, „Antisemiten“ oder „Nazis“ hin zu stellen – selbst wenn die nur harmlose Friedensbewegungen bilden wollen.

Hier wird in der Gesellschaft – im Kreise der wirklichen Reformer – noch viel zu wenig ernst genommen, dass ein Krieg tobt. Ein brutaler Krieg – in dem schon längst auch wieder Soldaten, Söldner eingesetzt werden.

Das ist auch kein Geheimnis (siehe Spiegel):

„Das britische Militär hat ein neues Schlachtfeld identifiziert: das Internet. Eine neue Brigade mit 1500 Soldaten soll auf Facebook und Twitter die „Herzen und Köpfe der Menschen gewinnen“.“

Und wie viele Söldner und Mietmäuler laufen wohl sonst noch in spaltender Absicht durch die virtuellen (und realen) Welten, um den Zusammenschluss der Demokraten zu verhindern – jener Demokraten, die schon jetzt wissen, dass die wirtschaftliche Macht so groß geworden ist, dass sie den Staat und das demokratische Gemeinwesen in seiner Substanz gefährden.

Ich denke … schaut man auf den überraschend irrationalen Gegenwind, den friedliche Montagsdemos hervorgerufen haben, kann man die spaltenden Kräfte leicht identifizieren und Abstand zu ihnen halten: von ihnen wird niemals eine Revolution ausgehen, aber sie werden alles tun, um zu verhindern, dass sich Systemkritiker vereinen – das ist ihr Job, dafür werden sie in Talk-Shows eingeladen.

Zu paranoid gedacht?

Wie soll ich denn sonst die Meldung in mein Weltbild integrieren, dass eine Polizisten sechs Jahre in der „Roten Flora“ verdeckt gearbeitet hat (siehe Hamburger Abendblatt) … also sechs Jahre lang die Meinungsbildung als Maulwurf beeinflussen konnte – sogar mit vollem Körpereinsatz?

Und wie soll ich zusammen bringen, dass ein führender US-Investor die (nicht vorhandene) Deflation als größte Gefahr deklariert (siehe George Soros im Handelsblatt) und Europas Zentralbanker ihm grundlos in seinem Urteil folgt …. mit Billionen Euro?

So gesehen ist Blockupy wohl wirklich Teil einer beginnenden Revolution, die erstmal Mangels Schloß und Baron Staatseigentum angreift … ihr eigenes Eigentum, sozusagen, das sich jedoch de fakto im Besitz einer kleinen, abgeschotteten, elitären Minderheit befindet, die ihre Geburtstage privat im Kanzleramt feiern kann.

Und wir müssen damit rechnen, dass einige der Aktiven im Sold der Feinde stehen … und als erste zu den Brandsätzen greifen, um zu verhindern, was sich am Horizont zusammenballt: die Selbstorganisation der demokratischen Zivilgesellschaft.

 

Welt im Wahn: Afghanistan, Ukraine, Irak, Griechenland, Reebock und politisches Kleinganoventum

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Dienstag, 27.1.2015. Eifel. Lohnt es sich überhaupt noch, als normaler Bürger seine Gedanken öffentlich zu machen? Mehr geschieht hier ja nicht. Wir als kleines Nachdenkmagazin verfügen nicht über die Ressourcen, Korrespondenten in die Ukraine zu schicken – oder nach Afghanistan. Oder nach Reebock. Reebock? Ja, eine Addidas-Tochter, die die vor einiger Zeit selbst aufgekauft hatten. Die Meldung erschien im Oktober 2010 im Manager-Magazin – wahrscheinlich hat sie jeder überlesen, der nicht bei Reebock arbeitet . Der Artikel bringt mit einem einzigen Satz Licht in die Welt unserer modernen Wirtschaftsordnung (siehe Manager-Magazin):

Die Investorengruppe, zu der die in Hongkong ansässige Beteiligungsgesellschaft Jynwei Capital sowie Fonds mit Verbindungen zu der Regierung von Abu Dhabi gehören, seien der Ansicht, dass Reebok alleine besser aufgestellt sei, hieß es unter Berufung auf nicht näher genannte Insider.

Erstmal ist es ja schon Wahnsinn, welche Preise für eine Firma gezahlt werden, die Turnschuhe herstellt – aber was soll man machen: die Schlüsselindustrien sind schon alle verkauft. Der nächste Wahnsinn: das eine Gruppe von Geldanlegern (früher hätte man die „Sparer“ genannt – aber das klingt so trivial) sich eine milliardenschwere Firma kaufen kann – ohne auch nur die geringste Ahnung vom Turnschuhbusiness zu haben. Man weiß, wo das endet, hat es oft genug gesehen: Massenentlassungen, Leiharbeitsmaximierung, Qualitätssenkung zum Wohle der Rendite – denn das ist alles, woran Investoren Interesse haben: an leistungslosem Einkommen.

Alles beruht auf einer ganz einfachen Gleichung: Ich gebe Dir heute hundert Euro – und dafür bekomme ich nächsten Monat 125 Euro zurück (wenn ich mal auf die alten Renditeträume von Josef Ackermann zurückgreifen darf). Szenen, aus dem Kleinganovenmillieu, mit denen man heute unsere Wirtschaft beschreiben kann.

Der so erzeugte Druck – der im Übrigen nur aufrecht erhalten werden kann, wenn hinter den Forderungen auch Schlägertrupps stehen, die diese durchsetzen – führt zu erstaunlichen Entgleisungen im Sozialgefüge, zu einem deutlichen Abbau des Gemeinschaftsbewusstseins bei gleichzeitiger hemmungsloser Plünderung der Gemeinschaftskassen (vor allem der Krankenkassen und der Steuerkassen) und zu einer unbeschreiblichen Verrohung der Moral: Zustände, wie man sie sonst nur in kollabierenden Sozialordnungen beobachten kann.

Schlägertrupps? Ja – die Jungs, die einem die Finger brechen, wenn man nicht pünklich zahlt. Die braucht man, sonst hält das ganze Gefüge nicht zusammen. Unsere Schlägertrupps haben sogar einen Namen: NATO – gerade weltweit im Einsatz. Unter dem US-Nuklearschirm kann man sich halt einiges erlauben – zum Beispiel die hemmungslose Ausweitung dieses Kleinganoventums auf alle Länder der Erde – im Namen von Investoren, die schon viele Firmen zugrunde gerichtet haben … und dicht davor sind, mit ihrem Wahn die komplette weltweite Wirtschaftsordnung zu zerstören … und nicht nur Reebock.

Speerspitze dieser Schläger sollen jetzt wir Deutschen werden – die Sachsen sollen jene Truppen anführen, die als erste in die Kampfhandlungen mit russischen Streitkräften eintreten (siehe Spiegel): ja, solche Nachrichten gehen heute fast spurlos an uns vorbei … ebenso wie die Nachrichten über eine Neugestaltung der atomaren Doktrin (siehe Spiegel): ganz offen wird ein thermonuklearer Krieg in Europa angegangen.

Worum geht es in diesem Krieg?

Nun – die Schlägertrupps der Kleinganoven haben noch nicht überall Zugriff, der Zinsterror endet an der russischen Grenze – eine Sünde sondergleichen, denn dort existiert etwas, was Investoren hassen wie die Pest: ein starker Staat, der sich gegen die schleichende politische Machtübernahme durch „Investoren“ durch Enteignung wehrt. Früher war ihre Sünde der Kommunismus (was für ein grausamer und unverständlicher Gedanke auch, dass die Gesamtleistung einer Volkswirtschaft dem Wohle aller – und vor allem der Kinder – zugute kommen sollte, um die Zukunft der Bewohner zu sichern), heute ist es die Nichtaktzeptanz des Kleinganovenbusiness. Ja, ich weiß: das ist jetzt etwas einseitig dargestellt – aber diese Einseitigkeit wird doch vom Kleinganovenjournalismus vorgelebt … was soll ich also anderes tun, als dies nachahmen?

Lange Zeit war das kein Krieg. Lange Zeit gab es da gar nichts – nur Tote. Die Kleinganovenmedien hatten sich noch nicht auf einen Sprachcode geeinigt, 2015 kam dann die Erlösung: der Spiegel erklärte den Krieg für offiziell eröffnet … und beschreibt nebenbei die Zunahme an Grausamkeiten auf beiden Seiten … nebenbei wird lapidar die brutale Ermordung eines russischen Generals in der Ukraine erwähnt, ohne die Quelle kritisch zu prüfgen – so „beweist“ man hintenherum die Präsenz russischer Truppen in der Ukraine (siehe Spiegel). Weniger Beachtung finden Anschläge des ukrainischen Geheimdienstes auf die Pressefreiheit (siehe Ukraine-Nachrichten), wo sich Szenen abspielen wie bei Charlie Hebdo … nur momentan noch ohne Tote; die Frage, ob die ukrainischen „Freiwilligenbattalione“ ihre Foltermethoden (siehe Junge Welt) vom amerikanischen Geheimdienst gelernt haben, wird wohl länger unbeantwortet bleiben – ebenso wie der Einsatz von Streubomben durch die Regierungstruppen ungesühnt bleiben wird (siehe Süddeutsche).

Da tobt inzwischen ein Vernichtungskrieg gegen den politischen Gegner, ein Krieg, der von Deutschland finanziert wird – mit aktuellen Kreditgarantien (siehe FAZ) kann der Finanzoligarch seine Machträume von dem Aufbau einer Riesenarmee verwirklichen (siehe FAZ) obwohl das Land völlig bankrott ist (siehe Spiegel).  Worüber man sich beschwert? Das der neue Zar in Russland das merkt und die ukrainische Armee die „Fremdenlegion“ der Nato nennt, sollte aus der Perspektive nicht verwundern, zumal man im Westen inzwischen ganz offen über private US-Söldnerhaufen berichtet, die in der Ukraine aktiv sind (so der „Nahost-Sicherheitsexperte“ Michael Lüders am 20.1.2015 in einer Sendung von N-TV): was wir Russland vorwerfen, praktizieren wir selbst ganz ungeniert. Wahrscheinlich sind wir deshalb so sicher, dass „DIE“ das auch tun.

Wenden wir unseren Blick mal kurz von dem baldigen Dritten Weltkrieg ab – und bleiben bei den Investoren, die einen starken Staat fürchten wie der Teufel das Weihwasser: immerhin geht er konsequent seinem Job nach und schützt die Bürger vor Räubern und Piraten … auch vor denen in Armani-Anzügen und maßgeschneiderten italienischen Halbschuhen, die Geld genug haben, jeden führenden Politiker und Entscheidungsträger der westliche Welt auf größten Privatjachten durch die Paradiese des Universums zu schippern. Wie gehen wir eigentlich in Deutschland mit denen um? Der Putin sperrt sie ein und enteignet ihre Firmen … und was machen wir? Die Süddeutsche hat da aktuell einen kleinen Skandal aufgedeckt (siehe Süddeutsche):

„Fast die Hälfte der mehr als 2000 Hausausweise für Lobbyisten werden über die Parlamentarischen Geschäftsführern (PGF) der Fraktionen beantragt.
Etwa 900 davon werden über die PGF von Union und SPD beantragt. Zum Vergleich: Der Bundestag hat 613 Abgeordnete.
Die Namen der Lobby-Organisationen wollen weder Bundestagsverwaltung noch die PGF der großen Koalition nennen.“

Ganz offen wird über die Arbeit der Agenten des Kleinganoventums gesprochen:

Lobbyisten, die lieber ganz im Geheimen Abgeordnete beeinflussen wollen, können sich sicher sein, dass ihre Namen und die Namen ihrer Organisationen nirgends auftauchen.

Das .. ist das Ende der Demokratie. Sie starb – offiziell – am 24. Januar 2015. Und so bekommen „Investoren“ direkten Zugriff auf politische Entscheidungen in Deutschland … oder auf die Inhalte der Medien. Da niemand weiß, wer da wann und wo bei wem warum unterwegs ist, ist mit Gegenmaßnahmen, Verhaftungen und Enteignungen nicht zu rechnen.

Irre, oder?

Aber es wirft ein interessantes Licht darauf, woher die negativen Gefühle gegen Putin noch kommen können.

Na ja – Krieg mit Putin ist beschlossene Sache, machen wir uns da mal nichts vor. Der Kapitalismus braucht seine Weltkriege, um überleben zu können: der Zeitpunkt, wo man merkt, dass man auf 100 % Welt nicht noch Zinsen draufpacken kann, ohne einen anderen Planeten hinzu zu fügen, rückt mal wieder näher, bald gehören dem obersten einen Prozent (zu dem auch die Bundestagsabgeordneten gehören) über fünfzig Prozent der ganzen Welt … und in absehbarer Zukunft gehört ihnen alles.

Die Bilanzen der ersten Kriege zur Rettung des leistungslosen Zins-Grundeinkommens auf Fürstenniveau liegen jetzt vor (siehe Deutsche Welle):

„Nach einer Universitätsstudie haben die von den USA im Anschluss an 9/11 geführten Kriege in Afghanistan, Irak und Pakistan 225.000 Menschen das Leben gekostet. Die Kosten der Kriege lägen bei vier Billionen Dollar.“

Interessant auch, was die Präsidenten der von der Eisenhower-Stiftung unterstützten Kriegskostenstudie zur Absicht ihrer Arbeit geäußert hat:

„Wir wollten die Öffentlichkeit mit zusätzlichen Informationen versorgen. Denn vor allem hier in den USA operieren die Teilnehmer der öffentlichen Debatte nicht immer mit den richtigen Zahlen. Sowohl was die budgetären und finanziellen Summen angeht, wie auch bei den Opferzahlen.“

Das …. ist eine „Verschwörungstheorie“ …. so nennt man heute den Versuch, Regierungslügen aufzudecken und an die Öffentlichkeit zu bringen.

Vier Billionen Dollar. Das sind viertausend Milliarden Dollar. Der Irak hat 29 Millionen Einwohner, Afghanistan 30 Millionen. Hätte man die bisherigen Kriegskosten ohne Krieg JEDEM Iraker und Afghanen ausbezahlt, damit sie – wie ein ordentlicher deutscher Bundestagsabgeordneter – im Sinne des Systems funktionieren, dann … hätte JEDER 67000 Dollar erhalten können. Das ist das Durchschnittseinkommen eines Afghanen für 150 Jahre. Iraker haben sechs Mal so viel, wären also nach 25 Jahren wieder pleite (siehe Durchschnittseinkommen).

Irre, oder?

Die Opferzahlen stimmen jedoch jetzt schon nicht, auch dazu gibt es neue Studien (siehe Süddeutsche):

„Die ersten Bomben fielen 2003, acht Jahre später zogen sich die amerikanischen Soldaten aus dem Irak zurück. Einer US-Studie zufolge starben während des Irak-Krieges und der anschließenden Besatzung eine halbe Million Iraker. Und das ist eine „niedrige Schätzung“.

Wie viele wohl letztlich in der Ukraine sterben werden … und im Krieg gegen Russland?

Für die Freiheit, Konzerne wie Reebock aufkaufen zu können, sie auszuschlachten und ihre Reste profitabel zu veräußern – mit riesigen Kosten für die Sozialsysteme der so überfallenen Länder – morden wir weltweit wie die Wahnsinnigen.

Auch übrigens in Griechenland, dessen unverschämter Missbrauch des Wahlrechtes aktuell die Lobbyisten in allen Parlamenten aufschreckt. Über die Folgen der vor allem von Kanzlerin Merkel öffentlich so viel gepriesenen Sanktionen gegen Griechenland berichtete der Spiegel schon vor zwei Jahren (siehe Spiegel):

Die Zahl der Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht ist allein zwischen 2008 und 2010 um 19 Prozent gestiegen, die Zahl der Totgeburten um mehr als 20 Prozent. Als möglichen Grund führen die Wissenschaftler den – wegen hoher Kosten und geringem Einkommen – schwierigen Zugang zu Ärzten an, die zu Komplikationen in der Schwangerschaft führten. Auch die Säuglingssterblichkeit ist den Zahlen zufolge um 43 Prozent gestiegen.

100000 Kinder pro Jahr werden jährlich in Griechenland geboren (siehe Deutschlandfunk). Im selben Jahr starben 4,85 Säuglinge pro tausend Geburten (siehe Länderdaten.de), also 485 im Jahr. Macht: 200 tote Säuglinge mehr dank Sparpolitik.

Was wäre das für eine Überschrift: KAPITAL KILLT TAUSENDE SÄUGLINGE!

Und das sind noch nicht alle, die der Sparpolitik zum Opfer gefallen sind. Schon 2012 schilderte die Süddeutsche Zeitung den Anstieg der Suizidraten in Griechenland (siehe Süddeutsche):

Im Jahr 2008 nahmen sich in Griechenland knapp 300 Menschen das Leben. Laut der Weltgesundheitsorganisation hatte Griechenland damals die niedrigste Selbstmordrate in Europa. Doch seit Beginn der Krise hat sich diese Zahl mehr als verdreifacht. Schätzungen der Hilfsorganisation Klimaka gehen davon aus, dass sich seit Anfang 2010 weit mehr als 2000 Griechen das Leben genommen haben.

So etwas kennt man aus belagerten Burgen im Mittelalter: Säuglinge sterben, Menschen bringen sich um, die Hoffnungslosigkeit grassiert. Über „Krieg gegen Griechenland“ redet allerdings keiner, die „Sanktionen“ – in Deutschland auch Millionenfach gegen eigene Bürger ausgesprochen, in steigendem Maße auch gegen Behinderte (siehe „Gegen Hartz„) – werden auch anders genannt: „Auflagen“. „Tributzahlungen“ … so nannten das die Römer zu Zeiten Christi.

Wer in Deutschland seine Tributzahlungen nicht in erforderlichem Ausmaß entrichten kann, wird zur einkommenslosen Zangsarbeit im Altenheim verdonnert – so jedenfalls die Phantasien der vom Lobbyisten geformten Entscheidungsträger (siehe gegen-Hartz).

Wollen wir mal grob schätze, wie viele Menschenleben die Sanktionen gegen Griechenland gekostet haben? 20o Säuglinge pro Jahr, 600 Selbstmorde pro Jahr? Da kommen wir auf 4000 Tote für fünf Jahre … und haben die Toten durch nicht mehr behandelbare Krankheiten noch gar nicht mitgezählt.

Suchen Sie bitte mal selbst: das dürften wesentlich mehr als 4000 sein. Mehr als im sogenannten „Ukraine-Konflikt“. Wo bleibt da der Aufschrei?

Er bleibt aus – weil in der Welt des Kleinganoventums alles in dunklen Hinterzimmern besprochen wird. Von dort aus wird die Straße regiert, dort wird die Bestechung des Bürgermeisters in Szene gesetzt, werden gezielte Schläge gegen die Konkurrenz ausgeheckt und Mordaufträge vergeben. Der genialste Coup jedoch war: jegliche Ermittlungen gegen das Kleinganoventum im Keim zu ersticken durch den genialen Einsatz des Wortes „Verschwörungstheorie“ … Al Capone gibt die Parole aus „Es gibt keine Verbrechen in der Stadt!“ Wer das nicht glaubt … kriegt Besuch … vom Selbstmordförderverein.

So weit sind wir nun gekommen … durch eine kleine Meldung über eine „Investorengruppe“ – die wahren Herrscher der Welt, die wie blutrünstige Mongolenhorden die zivilisierte Welt überfallen und die Realwirtschaft bei lebendigem Leibe ausschlachten, um traumhafte Zinsgewinne zu regenerieren.

Jetzt weiß ich auch, warum wir kleine Blogger trotzdem weiter schreiben sollten… und vor allem weiter lesen müssen:

„Wir wollten die Öffentlichkeit mit zusätzlichen Informationen versorgen. Denn vor allem hier in den USA operieren die Teilnehmer der öffentlichen Debatte nicht immer mit den richtigen Zahlen. Sowohl was die budgetären und finanziellen Summen angeht, wie auch bei den Opferzahlen.“

Übrigens – eine kleine Anmerkung noch für die Freunde der modernen Medien wie dem Manager Magazin: „unter Berufung auf nicht näher genannte Insider“ kann ich auch behaupten, dass der Mond aus grünem Käse ist.

Und sowas nennen wir „seriöse Medien“.

Ich weiß übrigens nicht, ob die Investorengruppe aus Hongkong mit ihren Kollegen aus dem Königshaus von Abu Dhabi Reebock wirklich gekauft haben – oder lieber woanders Arbeitslose produzieren. Das … ist aber auch unerheblich.

Die Zahl der Toten durch die Politik der letzten Jahre allerdings nicht.

 

 

 

 

 

Das Wort zum Alltag Nr. 6: neues „Tu-Wort“ entdeckt – „niebeln“.

Es wird Zeit, wahr zu nehmen, dass die deutsche Sprache ein neues Tu-Wort hat. Das sollte nicht weiter verwundern: neue Zustände erfordern neue Worte, Sprache ist so lebendig wie das Leben selbst – sehr zum Ärger der Sprachwissenschaftler, die gerne mal fertig werden möchten mit der Analyse der ohnehin schon schweren Sprache. Das Wort ist auch einfach, kommt nicht aus dem Ausland sondern klingt urdeutsch: niebel. Ich niebele, du niebelst, er niebelt, wir niebeln, ihr niebelt, sie niebeln.
Definition niebeln: „Spontaner Übertritt eines politischen Würdenträgers in den Olymp der Wirtschaft“.

Sicher: geniebelt wurde schon früher. Bekanntestes Beispiel: Ex-Kanzler Schröder. Der hatte sich nach Gazprom abgeniebelt. Oder Roland Koch, der zum Baukonzern weggeniebelt wurde, sich dort aber verniebelte. Hatte halt keine Ahnung vom Baugeschäft.

Seitdem häufen sich aber die Niebeleien: siehe Hildegard Müller, Eckard von Klaeden, Joachim Lang, Otto Schily, Ronald Pofalla – um nur ein paar zu nennen. Deshalb: Zeit, die Tat durch ein Wort zu beschreiben, ein Wort, dass natürlich vom Meister der Niebeleien stammt: Dirk Niebel, der es schaffte, vom Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (ein Amt, das laut Wikipedia überraschenderweise auch verdeckte BND-Operationen umfasst? Seltsame Art von Entwicklungshilfe, die heutzutage Alltag ist) zum „Panzerlobbyisten“ zu werden – eine „maßgeschneiderte Aufgabe“ (siehe Handelsblatt), die ihm die Ehre einbringt, Namensvater eines neuen Tu-Wortes zu sein.

Ja – die FDP ist ja auch die klassische Heimstätte der Niebeler, allerdings ist an dem Gerücht, sie würden sich selbst nun in „Nibelungen“ umbenennen, nichts dran – auch wenn die Partei gerade dem gleichen düsteren Ende entgegensteuert wie diese klassischen Sagengestalten.

Schauen wir uns doch die Chefnibelungen an!

Phillip Rösler (Spitzname: Fipsi) wurde komplett weggeniebelt und ist jetzt Vorstandsmitglied und Geschäftsführer des Weltwirtschaftsforums – jenem Ort mit ausgeprägter Niebelitis, wo Niebeleien allen Kalibers eingefädelt werden können. Hingegen ist der Ex-Gesundheitsminister Bahr in den Vorstand der Allinanz aufgeniebelt.

Nebenwirkungen des Niebelns sind allerdings auch nicht wegzudiskutieren: hochbrisante, durch immensen Einsatz von Steuergeldern generierte Erfahrungen, Informationen und Erkenntnisse gelangen so durch den Herrn (oder die Frau) Minister in die Hände skrupelloser Wirtschaftsmagnaten und gefährden so die Souveränität des Bürgers. Im Niebelzeitalter hat die führende Elite für diese Gefahren jedoch kein Gespür mehr.

Geniebelt wird ja auch nicht für die Moral, sondern für die vollen Taschen.

Deutschland-Analyse des Auswärtigen Amtes: „Deutschland ist in fast jeder Hinsicht ein autoritäres Land“.

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Sonntag, 21.9.2014. Eifel. Manchmal geschehen Dinge von großer Tragweite, die schnell bearbeitet werden müssen – wie heute. Da gibt es doch in der Tat eine Analyse des Auswärtigen Amtes über die Zustände in Deutschland. Ist ja auch sinnvoll, dass sich das Auswärtige Amt mal darüber Gedanken macht: immerhin müssen die wissen, was genau die im Ausland verkaufen wollen, sollen und müssen – nicht vergessen ist die große Schmach jener Zeiten, wo man versucht hat, Inder in die deutsche Wirtschaft zu locken – und keiner kam. Ebenso kommen die Polen und Rumänen nicht in dem Ausmaß über die Grenze, wie man es einst befürchtet hatte: der deutsche Ruf eilt halt den Werbeschreiben der Industrie voraus.

Was stellte das Auswärtige Amt fest?

„Deutschland ist in fast jeder Hinsicht ein autoritäres Land“ (siehe Spiegel).

Die Begründung ist erstaunlich, innerhalb weniger Jahre hat sich einiges geändert in diesem Land – so jedenfalls der Bericht.

Das Land habe sich „unter Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem fast in jeder Hinsicht autoritären Staat entwickelt“, schreiben die Beamten in einer internen Analyse.

Wer sich daran erinnert, wie Angela Merkel im Oktober 2008 in Sachen Finanzkrise die deutsche Presse auf Kurs gebracht hat (und die Presse brav folgte), der wird sich über diese Aussage nicht wundern. Doch die Analysten gingen ja noch weiter, beschrieben die grauenvollen Zustände in Deutschland bis ins Detail:

Große Teile der Mittelschicht und der Eliten trügen die Zustände mit, weil sie „wirtschaftlich vom existierenden System profitieren bzw. abhängig sind“. Korruption sei „Teil des Systems und wird nur selektiv bekämpft“, heißt es in dem Papier.

Grausige Zeilen, die hier zu lesen sind.

„Der Bundestag tanzt nach Merkels Pfeife, und die Justiz produziert für Berlin genehme Urteile“

Unglaublich, was es da zu lesen gibt. Warum wissen wir nichts davon?

Nun- es sind unsere Lebensumstände, die uns davon abhalten, hier klar zu sehen. Sybille Berg hatte das schon vor Wochen im Spiegel beschrieben:

Wir können nichts ändern. Wir sind zu müde. Zu gestresst, um nachzudenken. Es wäre verwegener Unfug zu behaupten, der real existierende Verblödungskapitalismus hielte die Menschen von Bildung und Kultur fern, aber durch die Eigendynamik der Lebensumstände ist es für den Einzelnen sehr aufwendig, sich Zeit zu nehmen, um sein Gehirn mit etwas anderem als TV-Serien und Games zu fordern.

Wir sind beschäftigt – rund um die Uhr, Tag für Tag. Wehmütig erinnert sich Frau Berg an frühere Zeiten – an Zeiten, als es noch andere Werte im Land gab … Zeiten, als das Land noch nicht autoritär war:

Damals, als wir noch dachten, Denker seien wichtig, Intellektuelle, PhilosophInnen. Sie wissen schon. Als wir noch glaubten, klug zu sein wäre wichtiger als Plastikmöpse, Sixpacks und abgeleistete Mountainbike-Kilometer. Als viele Menschen lieber etwas Sinnvolles tun wollten als etwas, das viel Geld einbringt.

Für heutige Generationen unglaubliche Zustände. Heutige Generationen erleben einen autoritären Staat, doch leider ist die Presse komplett in den Händen der Elite und bedient die Interessen jener Teile der Mittelschicht, die real vom existierenden System profitieren oder von ihm abhängig sind. Die Veränderungen der Staatstruktur werden  nicht mehr offen diskutiert, sie werden leidend hingenommen. Man bemüht sich um seinen Plastikbusen und seine Sixpacks (die einen in Form der Bauchmuskulatur, die anderen in Form von Getränken auf der Couch), ist aber weit jenseits der Fähigkeiten der älteren Generationen, Problemkomplexe zusammenhängend begreifen zu können. Selbst wenn die Medien den erfolgreichen Umbau der Gesellschaft kritisch begleiten würden: es gäbe kaum noch jemanden, der Zeit und Fähigkeiten genug aufbringen kann, die Informationen zu verarbeiten.

Dabei gibt es schon  hinreichend Informationen, wenn man nur genau hinschaut. Hören Sie zum Beispiel Norbeit Blüm, einen der profiliertesten Politiker Deutschlands, wenn er sich über die real existierende Justiz in Deutschland ausspricht (siehe Tagesspiegel):

Dabei habe ich festgestellt, dass meine Vorstellung von Recht und Gerichten ein Kinderglaube war. Ich war ja selbst als Politiker noch vor dem Bundesverfassungsgericht und habe es betreten, als gelange man in eine höhere Welt. Aber die Gerichte sind keine Tempel von Recht und Gerechtigkeit.

Erst unlängst haben die Gerichte den Einsatz der Bundeswehr im Inneren erlaubt. Gab ein wenig Gemaule, auch von älteren, noch romantischen Systemjournalisten – aber dann war wieder Ruhe. Kein Wunder: wer in Deutschland noch was zu sagen hat, profitiert von dem System. Achtet man darauf, wie das Urteil umgesetzt wird, muss man schon auf rare „linke“ Blätter ausweichen (siehe Taz):

Die Sicherheitsbehörden können in prekären Situationen künftig auf militärische Unterstützung zurückgreifen, wenn polizeiliche Mittel nicht ausreichend erscheinen. Aktuell stellt die Bundeswehr neue Einheiten im Rahmen des sogenannten Heimatschutzes auf. Die Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte (RSUKr) bestehen ausschließlich aus Reservisten der Bundeswehr.

„Soldaten für das aufsässige Volk“ – so betitelte Kai von Appen diesen Artikel, der ansonsten kaum Resonanz in der öffentlichen Debatte fand – dabei werden hier die Grundfesten der Demokratie erschüttert. Doch wen interessiert das schon noch: Plastikbusen und Sixpacks samt TV gibt es auch in Diktaturen … gerade dort wird die Lebensweise des häuslichen „Cocooning“ exzessiv gefördert: bloß kein realer Kontakt der Bürger untereinander ohne Kontrolle der zuständigen Behörden und staatstragenden Partien – so die interne Devise.

Der Bundestag tanzt nach Merkels Pfeife? Ich denke, man braucht hier nichts zu zitieren. Ich erinnere an das Debakel um den gigantischen europäischen Rettungsschirm – kaum ein Parlamentarier konnte bei konkreten Nachfragen korrekte Antworten geben. Wie sah es aus mit den Waffenlieferungen ins Ausland? Ging auch fast ohne Parlament. Geheimabkommen mit dem kapitalistischen Ausland (CISA, TTIP, CETA) – alles möglich ohne großartige Debatten ohne „Fraktionszwang“ – ein Zwang, der selbst schon Anlaß genug gibt, über die Freiheit der Abgeordneten kritisch nachzudenken.

Beim Thema Bundestag kommen wir natürlich auch gleich zu dem Thema Korruption. Wieder einmal müssen wir erstmal außerhalb der systemtragenden Medien nach relevanten Informationen suchen (siehe Taz)

Aber ungerechtfertigte Einflussnahme gibt es auch hierzulande. Die beginnt unter den schätzungsweise 5.000 Lobbyisten allein in Berlin, von denen manche die Politiker abseits offener, demokratischer Verfahren für ihre Interessen einspannen wollen. Und sie endet in nicht wenigen Fällen dort, wo öffentliche Aufträge und Informationen ver- und gekauft werden.

Da reden acht Lobbyisten auf einen Abgeordneten ein – zusätzlich zu den Parteikollegen, die den Einzelnen als Stimmvieh auf Kurs halten sollen, damit die Autokratie nicht gefährdet wird: für unabhängige, kritisch und frei denkende Politiker ist hier kein Raum mehr – mal ganz abgesehen davon, dass sie schon allein durch fürstliche Diäten in den Kreis der Systemelite aufgenommen worden sind – und wer hat noch nicht gemerkt, dass Geld das Bewusstsein prägt?

Kosten der Korruption in Deutschland? Absolut gewaltig: 250 Milliarden Euro Schaden richten diese Praktiken außerhalb des Bundestages an (siehe Welt), damit erreicht man fast die Dimensionen es Bundeshaushaltes, in dem auch die Kosten für Rente, Gesundheit und Arbeitslosigkeit enthalten sind.

Wer die Folgen des autoritären Staates zu tragen hat? Jene, die zugunsten der „Elite“ ihr Leben auf einem absolut kostenminimierten Existenzenniveau bewältigen müssen: die Arbeitslosen, zumeist kranke, alte und behinderte Menschen, die in Folge eines gnadenlosen Selektionsprozess der deutschen Wirtschaft (also: der Profiteure des Systems) aussortiert wurden. Eine Rückkehr zur Politik der Armenhäuser wird an ihnen vollzogen (siehe Heise), sie erhalten Reiseverbot und Hausarrest,  werden zu Zangsarbeit herangezogen oder durch staatliche Anordnung („Sanktionen“) dem Hunger- und Kältetod preisgegeben (wobei ohne Rücksicht auf Verluste auch Vermieter trotz laufender vertraglicher Verpflichtungen mit sanktioniert werden – siehe Weserkurier, eine Praxis, die die so ausselektierten Bürger zu Aussätzigen macht, denen man besser keinen Wohnraum zur Verfügung stellt) oder willkürlichen, entwürdigenden Drogentests unterzogen (siehe Huffingtonpost): rein autokratische staatliche Willkür schafft so einen künstlichen sozialen Abfallraum (das sogenannte „Prekariat“), der ein enormes Drohpotential für die jungen, gesunden Schichten der Bevölkerung enthält.

Die so drangsalierten Menschen verlieren durch die staatliche Versorgungspraxis fünf Jahre ihres Lebens (siehe Heilpraxis.net), weshalb es gerechtfertigt scheint, von einem schleichenden Genozid an Armen zu reden, der jederzeit in offenem Genozid übergehen kann.

Nebenbei bemerkt: das deutsche Modell wird langsam zum Beispiel für den ganzen europäischen Wirtschaftsraum, wieder einmal soll am deutschen Wesen, die Welt genesen – sogar in Frankreich (siehe Heise):

In der Vergangenheit hätten Krisenzeiten das Mitgefühl der Franzosen mit den Ärmeren verstärkt, seit 2008 beobachte man aber das Gegenteil: Die Solidarität lasse bedenklich nach, der Blick auf die Ärmeren verhärte sich, meldet das französische Forschungszentrum für die Beobachtung der Lebensverhältnisse.

„Große Teile der Mittelschicht und der Elite tragen diese Entwicklung mit“, was sich auch im Bildungs- und Gesundheitsbereich zeigt (siehe Frankfurter Rundschau)

Deutschland kommt trotz einiger Fortschritte beim europäischen Vergleich zur „Bildungsgerechtigkeit“ nicht über einen 14. Rang hinaus. Der Zusammenhang zwischen sozialem Hintergrund und Bildungserfolg – schon in den Pisa-Vergleichsstudien immer wieder kritisiert – sei noch immer viel zu groß.

Im Bereich Gesundheit (Rang 10) kann Deutschland zwar eine hochwertige medizinische Versorgung vorweisen, stellt die Studie fest. Dennoch sei die Zahl der hier zu erwartenden „gesunden Lebensjahre“ im EU-Vergleich unterdurchschnittlich (Rang 23).

Mittelschicht und Elite schotten sich bildungsmäßig ab: das Elternhaus bestimmt wieder Karriere und Bildungsmöglichkeiten (siehe Zeit), Deutschland entwickelt sich  zurück zu einem feudalen Klassenstaat – und zwei Drittel der Bevölkerung folgen der Kanzlerin auf diesem Weg – einem Weg, in dem der Bundespräsident Gauck als „König“ bezeichnet werden kann, der das Volk erzieht (siehe Zeit): aktuell erzieht er es zum Hass auf Russland (siehe Süddeutsche) und beteiligt sich gezielt an der Eskalation des Konfliktes in der Ukraine (siehe Süddeutsche): das autokratische Regime Merkel hat einen passenden Präsidenten, der die Zukunft der Deutschen auf den Schlachtfeldern der Moderne sieht.

Lediglich ein paar Linke im Bundestag fällt noch auf, welch´ sonderbarer Kurs von Deutschland und der ganzen Nato gefahren wird – wie beim aktuellen Manöver in der Ukraine (siehe Fraktion Die Linke):

Das NATO-Manöver hat sich den Namen ‚Schneller Dreizack‘ gegeben. Der Dreizack war und ist ein Symbol des militanten Flügels der Stepan-Bandera-Organisation. Diese Organisation war Teil der Nazi-Armee in der Ukraine und ist besonders durch die aggressive Vernichtungspolitik gegen Jüdinnen und Juden in der Westukraine bekannt geworden.

Wir sehen: das Auswärtige Amt liegt mit seiner Analyse völlig richtig … die deutsche Autokratie wird zum Problem für Europa und die Welt.

—————————————————————————

Und nun: eine Entschuldigung. Wer dem oben genannten Link nachgegangen ist, wird gemerkt haben, dass es sich bei der Analyse des Auswärtigen Amtes NICHT um Deutschland gehandelten hat. Die kursiv gesetzten Zitate wurden von MIR verändert, im Original bezogen sie sich auf Russland: ein Propagandastück der aktuell sehr modernen Russenhatz in den deutschen Medien. Ich hoffe sehr, dass der kleine Kunstgriff dazu motiviert, ein wenig über Zustände in Deutschland nachzudenken – und darüber, dass man Zurückhaltung beim Steinwurf üben sollte, wenn man sich in einem Glashaus befindet.

In Wahrheit beschreibt der Spiegelartikel nicht nur Russland, sondern die bedenkliche Entwicklung der demokratischen Zivilgesellschaft auf der gesamen nördlichen Halbkugel des Planeten: zwei Drittel der Bevölkerung opfern des restliche Drittel zum Wohle der eigenen Bequemlichkeit, bauen die demokratischen Systeme zu Autokratien um, vor denen sich die Bürger in ihren Wohnungen verstecken – deshalb fehlen uns auch die großen Massendemonstrationen. Was ich hier schrieb, ist schon längst Bestandteil des Lebensgefühls der Bundesbürger.

Transatlantisches Freihandelsabkommen

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Nestlé, Monsanto, BASF freuen sich schon…

11. Dezember 2013 von , mit Erlaubnis kopiert von blog.campact.de

… und Konzern-Anwälte reiben sich die Hände: Der geplante TTIP-Handelsvertrag zwischen der EU und den USA soll Konzernklagen gegen Staaten zum Durchbruch verhelfen. Steuerzahler zahlen dann „Schadensersatz“ für demokratische Entscheidungen. Das lassen wir nicht zu:

Ab Montag wird verhandelt – jetzt Appell unterzeichnen!

Am Montag müssen wir alle draußen bleiben. Dann schließen sich in Washington die Türen und EU-Vertreter verhandeln mit der US-Regierung über das TTIP-Freihandels-Abkommen. Der Ausschluss der Öffentlichkeit hat seinen Grund: Durchgesickerte Papiere zeigen, dass die Unterhändler die größten Wünsche der Konzerne erfüllen wollen. Gen-Essen, Fracking, privatisierte Trinkwasserversorgung, laxer Datenschutz – das Abkommen soll ungebremste Profite damit ermöglichen.

Auf demokratischem Wege wäre das nie möglich. Nun soll es ein Vertrag richten, der im Geheimen ausgehandelt wird. Doch die Öffentlichkeit wacht auf: Das ARD-Magazin Report München und die Wochenzeitung Die Zeit haben das Abkommen kritisiert. Bis Montag wollen auch wir Bürger/innen deutlich machen, dass wir solche Geschenke für Konzerne nicht dulden. So merken die Verhandler: Den Deal bekommen wir in Europa nie durch die Parlamente.

Wenn wir bis Montag mindestens 100.000 Unterzeichner zusammen bekommen, wollen wir die Unterschriften dem EU-Handelskommisar überreichen – ebenso wie dem Präsidenten des EU-Parlaments und SPD-Spitzenkandidaten für die Europawahl im Mai, Martin Schulz. Damit machen wir klar: Wer unsere Interessen verkauft, wird unwählbar.

Hier klicken – und Appell gegen das Abkommen unterzeichnen…

Die Details der Verhandlungen sind zwar geheim, aber aus den Verhandlungs-Richtlinien der EU-Vertreter wissen wir, was uns erwartet:

  • Wenn Konzerne ihre Profite durch Gesetze geschmälert sehen, sollen sie von den Steuerzahlerinnen künftigSchadensersatz verlangen dürfen. Darüber entscheiden dann geheim tagende Schiedsgerichte ohne die Möglichkeit einer Berufung. Mit anderen Worten: Demokratische Staaten auf beiden Seiten des Atlantiks sollen nichts mehr beschließen können, was den Konzernen nicht passt.
  • Das Abkommen soll US-Konzernen erlauben, Gen-Food, mit Hormonen behandeltes Fleisch und gechlorte Hühner in Europa zu vertreiben – ohne Kennzeichnung. Ein gnadenloser Preiskampf würde dann hochwertige Lebensmittel vom Markt drängen.
  • Der Vertrag soll das Geschäft mit der umweltschädlichen Erdgas-Förderung mittels Fracking anheizen. Fracking-Gas könnte dann einfach nach Europa exportiert werden – und unsere Chemiekonzerne würden ihre giftigen Chemikalien dafür in die USA verkaufen. So käme es auch in Europa zum Fracking-Durchbruch.
  • Das Abkommen würde eine beispiellose Welle von Privatisierungen lostreten. Konzerne bekämen die Möglichkeit, sich viele kommunale Dienstleistungen – Wasser, Gesundheit, Bildung – einzuverleiben. Der Erfolg unserer Wasserkampagne bei der EU-Konzessionsrichtline würde zunichte gemacht.
  • Mit dem Abkommen soll das gescheiterte ACTA-Abkommen durch die Hintertür eingeführt werden: mit beispielloser Gängelung von Internetnutzern, Aushöhlung des Datenschutzes, Beschneidung der Kommunikationsfreiheit.

Die gute Nachricht ist: Ein Bündnis von mehr als 30 Initiativen arbeitet hierzulande gemeinsam an dem Ziel, die Verhandlungen zu stoppen. Auch in Nordamerika wächst der Widerstand. Selbst wenn EU und USA zu Ende verhandeln, sind die Konzerne noch nicht am Ziel. Der Vertrag muss von den Parlamenten ratifiziert werden. Unser Online-Appell ist daher der Startschuss, vielfältige Aktionen werden folgen – in den Wahlkreisen der Abgeordneten, in Berlin, und auch in Brüssel.

Schon in den 90er Jahren brachte die Zivilgesellschaft ein ähnlich antidemokratisches Abkommen zu Fall – das Multilaterale Abkommen über Investitionen (MAI). Auch die erfolgreichen Proteste gegen den ACTA-Vertaghaben gezeigt: Wir können den Konzernen einen Strich durch die Rechnung machen.

Das ist auch diesmal nötig, denn: TTIP gefährdet unsere Demokratie. Künftig sollen Firmen Staaten auf Schadensersatz verklagen können, wenn demokratisch entstandene Gesetze ihre Gewinne schmälern. So könnten Konzerne Fortschritte im Daten- und Umweltschutz oder mehr Rechte von Arbeitnehmer/innen künftig effektiv ausbremsen.

Unterzeichnen Sie jetzt den Appell

Mehr Hintergrund finden Sie im 5-Minuten-Info

€ – Spenden Sie für eine Info-Kampagne – €

Ebenfalls Dank an Frau Kopfständler für den Tip.

Ritalin: die Droge, die Kinder verrückt macht – ein persönlicher Entscheidungsweg und eine persönliche Erfahrung

Ritalin: die Droge, die Kinder verrückt macht - ein persönlicher Entscheidungsweg und eine persönliche Erfahrung

Dienstag, 8.1.2013. Eifel. Seit Wochen ist unklar, ob die Welt am 21.12.2012 untergegangen ist – außer grau in grau ist draußen nichts mehr zu sehen. Zeit zum Nachdenken … denn nachdenken muss ich. Eins meiner Kinder ist etwas unkonzentriert, kindlich, verspielt. Schon vor Jahren wollten Lehrer, das er Ritalin bekommt – der Kinderarzt hielt nichts davon. Nun steht die Diskussion wieder an – und ich denke, ich führe sie mal öffentlich: Millionen von Kindern bekommen diese Droge. Oh – ich kenne selbst eins. Ich arbeite noch als Lerntherapeut und habe einen Ritalinfall beobachten können: jetzt weiß ich, warum Lehrer gerne Ritalin wollen, die FAZ wusste das schon vor einem Jahr:

Ritalin ist eine Pille gegen eine erfundene Krankheit, gegen die Krankheit, ein schwieriger Junge zu sein. Immer mehr Jungs bekommen die Diagnose. Die Pille macht sie glatt, gefügig, still und abhängig.

Ich wusste immer, wann der junge Mann seine Drogen genommen hatten: wir konnten uns mehr um die Arbeit als um die Arbeitsdisziplin kümmern. Das beeindruckt Pädagogen – erst recht, wenn man dreißig dieser kleinen Knirpse in der Klasse hat, die natürlich alle keine Kindheit sondern Abitur haben sollen.

Ich kenne Ritalin aber auch aus der anderen Sicht. Das erste Mal bin ich ihm auf einer Marketingkonferenz Anfang der neunziger Jahre begegnet. Mein Chef war total begeistert, weil es die Lösung vieler Probleme der Pharmaindustrie aufzeigte: zum ersten Mal war es gelungen, eine Krankheit zu erfinden, die aus einem nutzlosen Uraltpräparat einen Kassenschlager machte: das sei der Weg der Zukunft, meinte unser Top-Vertriebsmann, der schon lange bemängelte, das bei uns nur noch eins aus der Forschung kommt: die Forscher, um fünf, wenn Feierabend ist.

Seitdem haben viele Firmen diesen Trend nachgemacht, den Gipfel habe ich bei einer Apothekertagung im Jahre 2004/2005 erlebt: ALLE FRAUEN SIND KRANK – hieß es da, weil Frau sein an sich eine Krankheit ist – ein Riesenmarkt tut sich da auf.

Aber noch ein drittes Mal habe ich Ritalin kennengelernt … das war ebenfalls um diese Zeit herum.  Ich arbeitet als Importeur von Arnzeimitteln und besorgte Extrakte seltener brasilianischer Wasserschnecken für experimentierende Kinderärzte … und manchmal auch Ritalin in Darreichungsformen, die es in Deutschland nicht gab. In dieser Firma wurde das heftig diskutiert, ob wir das unter ethischen Gesichtspunkten überhaupt dürften … weil es sich dabei um eine Droge handelt, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt. Bei solchen Einfuhren sind die Behörden zudem immer sehr … nervös. Wir auch … weshalb wir unsere Fähigkeit, dies tun zu können, nicht mehr bewarben. Nein-zu-Drogen benennt das sehr schön als Kinder-Koks:

In Deutschland gilt Methylphenidat als sogenanntes verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel, in den USA als Betäubungsmittel der Klasse II – dieselbe Klassifikation wie Kokain, Morphium und Amphetamine.

Natürlich weiß ich, wie ein solches Mittel in die Hände der Ärzteschaft kommt: reines Marketing. Die Methoden sind immer die gleichen – man hat ein altes (oder neues, aber unnützes) Präparat im Schrank, das ziemlich teuer war. Dann stellt man einen Produktmanager ein  (das kann auch mal ein Medizinstudent sein, der sein Studium abgebrochen und nur als Krankenpfleger gearbeitet hat), der nur einen Job hat: diese Substanz zu Geld zu machen. Jener Produktmanager wühlt sich dann durch Studien, bis er irgendwo irgendetwas Positives über das Präparat gefunden hat – und sei es auch nur eine dumme, kleine aber nützliche Nebenwirkung.

Dann bekommt der Autor der Studie viel Geld, wird in großen Symposien (an wunderschönen Orten) als bahnbrechender Forscher der Neuzeit vorgestellt, während gleichzeitig weltweit tausende von Pharmareferenten alle Ärzte bearbeiten … vom Chefarzt bis zum Assistenzarzt (oder auch bis hin zum Krankenpfleger, wenn Zeit und Geld da ist): nichts wird im Kampf um die Meinungshoheit dem Zufall überlassen (weshalb ich mal der Meinung war, das man diese Methode auch anwenden könnte, um eine sozialere Politik in Deutschland durchzusetzen … aber die Begeisterung dafür war leider zu gering), weshalb der Sieg gewiss ist.

Nur sechs Monate später sind schon alle Ärzte fest davon überzeugt, das sie selbst auf die Idee gekommen sind, dieses Präparat einzusetzen: mit leuchtenden Augen erzählen sie ihren Patienten: „Es gibt da was Neues!“ Natürlich sind die ersten Muster gratis – wie bei allen Dealern abhängig machender Präparate.

Zwar versuchen gerade junge Ärzte sich immer wieder dem Einfluss der Industrie zu entziehen (siehe Spiegel), aber letztlich landen alle (ja, ALLE) auf der Angestelltenliste der Pharmaindustrie – manche, ohne es überhaupt zu merken oder dafür bezahlt zu werden. Immerhin wird nicht nur der Arzt vor Ort „bearbeitet“, sondern auch die Arbeitskreise, die Leitlinien für die Therapie erarbeiten … und so kommt auch jener Arzt in die Dienste der Industrie, der vor Pharmareferenten immer fortgelaufen ist. Zudem ist der Arbeitsalltag von Ärzten so gestaltet, das sie sowieso chronisch überarbeitet sind, was (siehe Welt) zu katastrophalen Zuständen führt:

In deutschen Arztpraxen kommen jedes Jahr Menschen durch Behandlungsfehler zu Schaden, laut Gesundheitsministerium bis zu 170.000.

Schaden heißt oft: Tod.

Gerade im niedergelassenen Bereich (der die Hauptlast der Behandlungen trägt) ist „abrechnen“ wichtiger als „behandeln“: die teure Praxiseinrichtung (samt Kunstwerken an den Wänden) will abbezahlt werden, das Statussymbol Auto ist lebensnotwendig, ein „angemessenes“ Haus muss her  … das alles zahlt zwar der Beitragszahler, aber ohne gelungene Abrechnung und optimierten Praxisablauf (auch hier hilft die Industrie als „Partner“) droht sogar Ärzten die Insolvenz: und zwar gerade jenen, die sich Zeit für ihre Patienten nehmen, sich über Medikamente informieren und sich selbst ständig umfassend fortbilden.

Da ist die „Partnerschaft“ mit der Industrie schon hilfreich: man bekommt genau gesagt, was man zu tun hat – und zwar in immer äußerst angenehmer Atmosphäre. Selbst kandierten Hundekot könnte man so erfolgreich an den Mann bringen.

Oder aber Kinder-Kokain. Glatte, gefügige, stille Kinder sind halt für den Lehrer besser als charakterstarke, widerspruchsfähige aktive Kinder, denn auch hier gilt: das der Lehrer seinen Unterricht widerspruchslos durchziehen kann – genau so wie immer und genau so, wie er es geplant hat – ist schon immer wichtiger gewesen, als die Tatsache, das Kinder eigentlich etwas lernen sollen – die mittelmäßigen Leistungen unserer Schüler fallen halt nicht einfach so vom Himmel.

Ritalin ist nun ein besonders Beispiel für erfolgreiches Pharmamarketing, Jörg Blech hat in seinem Werk „Die Krankheitserfinder“ diese Methode der Produktmanager beschrieben … hier zitiert bei Ulrich Herzer:

Eines ist gewiss: das die Krankheitsfinder nicht müde werden, möglichst viele Kinder als psychisch auffällig, gestört oder krank darzustellen. »Ängste: Jedes siebte Kind behandlungsbedürftig« – mit dieser Schlagzeile schockt die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde. Die Pressemitteilung, die von vier Pharmafirmen gesponsert ist, gibt erst gar keine Quelle für die starke Behauptung an.

Wozu auch? Es gibt sowieso nur sehr wenige, die sich dem mit viel Geld aufgebautem Meinungsdruck entziehen können – und die stehen schnell als Querulanten und störrische Einzelgänger da. Es nützt ja noch nicht mal, wenn sich die „Erfinder“ selbst am Ende ihres Lebens dazu bekennen, das die ganze Geschichte großer Humbug ist, siehe Deutschlandradio:

„Es wachsen teilweise Menschen heran, die von der Einschulung an jeden Tag Tabletten bekommen haben. Und das kann nicht gut sein, moralisch nicht und biologisch nicht“, sagt der Medizinjournalist Jörg Blech und Autor des Buchs „Die Krankheitserfinder“ (Verlag S. Fischer). „Das Temperament der Kinder ist gleich geblieben, aber die Art und Weise, wo wir die Grenze ziehen und ab wann wir Medikamente geben, hat sich verschoben. Die Toleranzschwelle gegenüber Kindern, die Temperament haben, ist gesunken. Das ist ein kultureller Bewusstseinswandel.“
Er zitiert den „Erfinder“ der ADHS-Diagnose – den US-amerikanischen Psychiater Leon Eisenberg – der ihm kurz vor seinem Tod sagte, ADHS sei „ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung“.

Was Wahrheit ist, bestimmt der Konzern. Wie damit umzugehen ist, bestimmt der Konzern. Was wann wo verordnet wird … bestimmt der Konzern. Dagegen kommen noch nicht mal die Behörden an. Schauen wir doch mal, was das Bfarm über Ritalin weiß:

Die in klinischen Studien aufgetretenen psychiatrischen unerwünschten Ereignisse von besonderer
Relevanz in Zusammenhang mit Methylphenidat waren unter anderem Aggression, gewalttätiges
Verhalten, Psychose, Manie, Reizbarkeit und Suizidverhalten. Aus den Informationen über einen
Arzneimittel-Auslassversuch, sofern vorhanden, ging hervor, dass Methylphenidat eine kausative
Rolle bei der Entwicklung schwerwiegender psychiatrischer Störungen spielen könnte.
Die am häufigsten gemeldeten psychiatrischen unerwünschten relevanten Ereignisse aus
Spontanmeldungen waren Verhaltensauffälligkeiten, anomales Denken, Wut, Feindseligkeit,
Aggression, Agitation, Tick, Reizbarkeit, Angststörung, Weinen, Depression, Schläfrigkeit, verstärkte
ADHD, psychomotorische Hyperaktivität, emotionale Störung, Nervosität, psychotische Störung,
Stimmungsschwankungen, morbide Gedanken, Zwangsstörungen, Persönlichkeitsveränderung/-
störung, Ruhelosigkeit, Verwirrtheitszustand, Halluzinationen, Lethargie, Paranoia und Suizidverhalten. 

Besonders gefiel mir dieser Satz:

Die Prüfung der vorklinischen Daten in den Antworten zeigt, dass Methylphenidat in Tiermodellen
Verhaltensveränderungen, hauptsächlich in Form von Hyperaktivität und stereotypem Verhalten,
hervorruft.

Wer noch nicht hyperaktiv war, wird es eben durch das Medikament. Man muss dabei natürlich wissen, das die Studien, die zur Zulassung von Präparaten eingereicht werden, von Experten erstellt werden, die von der Firma für diese Studien bezahlt werden … und die Firmen müssen nur jene Studien veröffentlichen und einreichen, die ihnen nützlich erscheinen. Unabhängigen, kritischen Studien fehlt meist jenes Geld, das die Konzerne in Massen von den Krankenkassen abgreifen.

Unabhängige Reporte (wie das Arzneitelegramm oder die daraus entstammende Publikation Gute-Pillen, schlechte Pillen) sind finanziell entsprechend schlechter ausgestattet (und werden von den Lesern selbst finanziert), obwohl ihre Botschaften alle Kinderkoks-Fans alarmieren sollten:

Nur wenige Monate nachdem Atomoxetin (Strattera®) zur Behandlung von Kindern mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) in den Handel gebracht worden ist, musste der Hersteller Lilly weltweit Warnbriefe an Ärzte verschicken: Denn Atomoxetin erhöht das Risiko, dass Kinder und Jugendliche an Selbstmord denken.

Aggressives Verhalten bis hin zur Äußerung von Morddrohungen war bereits bei Markteinführung als Problem bekannt.

Die Seite Ritalin-Kritik weist auf eine besondere Beobachtung heraus, die indirekt bestätigt und plausibel macht, was der Krankheitserfinder Leon Eisenberg kurz vor seinem Tode zugegeben hat: obwohl die Droge (und ihre Abarten) in großem Umfang eingesetzt wird, nimmt das Problem ADHS in der Bevölkerung immer weiter zu anstatt ab … in der Regel sollte die Tendenz anders herum sein, wie bei jeder Erkrankung, für die es ein Gegenmittel gibt.

Was aber zunimmt, sind die Nebenwirkungen der Droge … was uns zu einem besonders heiklen Kapitel des Kinder-Koks führt – den gezielten und geplanten Massenmorden, die – täuschenderweise – gerne als Amokläufe beschrieben werden, obwohl die Täter alles andere als unkontrolliert durch die Gegend rennende, wild um sich schießende Psychopathen sind: eher wirken sie ruhig und professionell wie Profikiller.

Solche Nebeneffekte sind auch von Ritalin bekannt, wie wir aus der Zeit erfahren, wo ein Student über einen Selbstversuch berichtet … und sich zuvor Hilfe bei einem Experten sucht:

Hüther erklärt mir, dass Ritalin eigentlich nichts anderes ist als Kokain, nur in geringerer Dosis. Deshalb fällt Ritalin in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz; nur wer ein ärztliches Rezept hat, kann es straffrei in der Apotheke kaufen. Die Tablette wirkt als sogenannter Dopamin-Wiederaufnahme-Hemmer, sie senkt den Dopaminspiegel in den Nervenzellen. Dopamin ist ein Botenstoff, der unsere Impulse verstärkt.

Sie haben auf nichts mehr Lust, Ihre ganze Emotionalität und Affektivität ist zugedröhnt. Sie empfinden keine Neugier, kein Bedürfnis nach menschlichen Bindungen und sind weniger kreativ. Deshalb nehmen eher BWL- und Medizinstudenten Ritalin, weil dort weniger Kreativität verlangt wird.«

Es werden Zombies erschaffen – und davor sollte man nach Meinung des Experten warnen:

Wer früh Ritalin nimmt, lernt nicht, seine Affekte zu kontrollieren, denn er hat keine mehr. Ohne Pille ist er praktisch lebensunfähig.

Gerald Hüther ist Professor für Neurobiologie an der Uni Göttingen. Er sollte wissen, wovon er spricht.

Der Spiegel berichtete 2009 von dem Selbstversuch einer Pharmazeutin und Apothekerin mit Ritalin. „Wow, was für ein Gefühl“ … heißt der Artikel. Die Erfahrungen der Versuchsperson sind beängstigend:

Das vollgestopfte Gehirn von Maria Westermann geriet immer öfter in Konflikt mit den Anforderungen des Alltags. Aus jeder Bemerkung ihres Mannes leitete sie eine Verschwörung ab. Erzählte er von einem Gespräch mit einer Mitarbeiterin, so vermutete sie eine Liebschaft dahinter. Berichtete er von Problemen der Kinder, so vermutete sie, ihr Mann wolle ihr die Söhne entziehen. „Alles, was ich mir ausdachte, ergab einen Sinn“, sagt sie. Die Ehe wurde zur Hölle.

Jetzt wissen wir, wann Erwachsene jenen paranoiden Zustand erreichen, vor dem das Bfarm (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) warnt: nach drei Jahren.

Und wann erreichen es Kinder?

Wie wirkt sich die Paranoia bei Kindern aus?

Gehen die dann mit dem Sturmgewehr in die Schule, ins Kino, ins Einkaufszentrum um sich der unsichtbaren Bedrohung durch eingebildete Feinde zu entledigen: kalt, emotionslos, wie ein Zombie?

Vermutungen darüber gibt es schon, siehe Zentrum der Gesundheit.

Allerdings …  bei den Massen an Psychopharmaka, die aktuell verordnet werden, wird man keine seriöse Studie fahren können, die zweifelsfrei belegt, das die Manipulation der Psyche zu gezielten, kalten, nüchternen Gewaltakten führt, bei denen man sich nichts weiter denkt … noch irgendetwas empfindet, wie man es aktuell vom Todesschützen von Aurora beobachten kann (siehe Spiegel).

Aber hier betreten wir wieder den Bereich des Pharmamarketings und seinen Auswirkungen … ohne den sich kaum erklären lässt, wieso der Spiegel beständig diesen Aspekt bei der Berichterstattung außer acht läßt (siehe Spiegelblog).

Unter Lobbyisten gilt die Pharmalobby als die mächtigste im Land … und die Branche selbst als die härteste, was schon viele Ärzte erfahren durften, siehe die Sendung Pharma-Kartell von Frontal 21, hier bei Politaia.org:

Diese Dokumentation ist ein tief recherchierter Einblick in eine der großen Wachstumsindustrien westlicher “Kultur”. Sie zeigt, wie Firmen den Markt psychischer Krankheit durch Drohungen, beeinflusste Studien und Bestechung mittels Psychopharmaka bewirtschaften, die erhebliche Gesundheitsgefährdungen erzeugen und als legale Droge unserer Zeit begriffen werden können. Milliarden von Umsatz ermöglichen eine intensive Verflechtung mit Politik und sogar Selbsthilfeorganisationen.

Die IPPNW beschreibt die Situation wie folgt:

Der Einfluss der Pharmaindustrie auf Ärzte, Forschung, Fachzeitschriften, Behandlungsleitlinien, Patientenorganisationen, die Politik und Regulierungsbehörden ist so weit fortgeschritten, dass Transparency International (TI) von einer „strukturellen Korruption“, spricht, die zwar gemeinschaftsschädlich, aber gesetzeskonform sei.

Wie gesagt: man erreicht eigentlich jeden.

Was aber nützt das nun dem Vater vor Ort mit dem Problemen, die sein Kind hat?

Nun – eine Entscheidung musste her … und ich gestehe hier einen kleinen Schwindel: ich habe sie schon vor Monaten getroffen. Schweren Herzens … gegen Ritalin. Anstelle dessen geht mein Sohnemann jetzt tanzen (in diesem Jahr folgt die erste Aufführung) und hat gelernt, seine Aktivität in „sonstige Mitarbeit“ umzusetzen: eifriges Aufzeigen ist auch eine Art, seinen Bewegungsdrang auszuleben.

Seitdem gab es in Englisch, Französisch und Geschichte eine Zwei, in Mathe eine eins.

Hierzu nochmal Jörg Blech bei Ulrich Herzer

Dabei kann man den Kindern auch ohne Pillen helfen, beispielsweise durch simple Änderungen im Alltag. Als Beispiel mag die Geschichte eines jungen Engländers taugen, der Ende des 19. Jahrhunderts zur Schule ging und nach den Maßstäben unserer Zeit wohl als hyperaktiv einzustufen ist. Um seine überschüssige Energie abzureagieren, vereinbarte der unruhige Geist mit seinen Lehrern, dass er nach jeder Stunde einmal um das Schulgebäude rennen durfte. Tatsächlich wurde der Alltag dadurch erträglich – für den Schüler und seine Lehrer gleichermaßen. Im späteren Leben hat der Engländer dann allerdings gänzlich auf Sport verzichtet. Sein Name: Winston Churchill.

Letztendlich aber ist es die Entscheidung, notfalls lieber einen Hauptschüler ohne Lebenskrücken groß werden zu lassen, anstatt einen unglücklichen, paranoiden Hochleistungszombie zu züchten, der nach wenigen Jahren ausgebrannt am Ende seines Lebensweges steht.

Den Mut zu dieser Entscheidung haben in einer Hochleistungsgesellschaft verständlicherweise wahrscheinlich nur wenige, zumal die Fans von Kinderkoks einem ja schnell auch Erziehungsunfähigkeit oder Nähe zur Scientology-Sekte unterstellen, wenn man es wagt, gegen den Strom von Tabletten anzuschwimmen.

Ganz wichtig für meine Entscheidung war übrigens der oben genannte Selbstversuch der Pharmazeutin … denn anders als viele Gegner und Befürworter hat sie die Droge selbst genommen und berichtet aus eigener Erfahrung … und nicht anhand ausgewählter Studien der Pharmaindustrie.

 

Terror in Deutschland – made in USA.

Montag, 3.12.2012. Eifel. In den USA ist ja gerade die Hölle los. Die hatten ja gemerkt, das sie langsam zum Dritte-Welt-Land werden (siehe: Hintergrund): 

Ikea eröffnete vor kurzem eine Fabrik in Virginia, einem Bundesstaat, in dem gegenüber Gewerkschaften keine Gastfreundschaft herrscht. Im Heimatland Schweden bekommen Ikea-Arbeiter 19 US-Dollar die Stunde und erhalten mindestens fünf bezahlte Urlaubswochen pro Jahr. Das sind ziemlich hohe Arbeitskosten. Also ging das Unternehmen in die USA, wo es den Arbeitern gerade einmal acht Dollar pro Stunde und nur zwölf Urlaubstage pro Jahr zahlen muss.

Da sieht man mal, was im Mutterland des Kapitalismus möglich ist. Ikea brauchte auch so ein Land: die Gefängnisse in Ostdeutschland stehen nicht mehr zur Verfügung, da brauchte man Alternativen. Was lag näher, als in die USA zu gehen, einem Land, das sich zusehends in ein Riesengefängnis verwandelt.

Montag, 3.12.2012. Eifel. In den USA ist ja gerade die Hölle los. Die hatten ja gemerkt, das sie langsam zum Dritte-Welt-Land werden (siehe: Hintergrund):

Ikea eröffnete vor kurzem eine Fabrik in Virginia, einem Bundesstaat, in dem gegenüber Gewerkschaften keine Gastfreundschaft herrscht. Im Heimatland Schweden bekommen Ikea-Arbeiter 19 US-Dollar die Stunde und erhalten mindestens fünf bezahlte Urlaubswochen pro Jahr. Das sind ziemlich hohe Arbeitskosten. Also ging das Unternehmen in die USA, wo es den Arbeitern gerade einmal acht Dollar pro Stunde und nur zwölf Urlaubstage pro Jahr zahlen muss.

Da sieht man mal, was im Mutterland des Kapitalismus möglich ist. Ikea brauchte auch so ein Land: die Gefängnisse in Ostdeutschland stehen nicht mehr zur Verfügung, da brauchte man Alternativen. Was lag näher, als in die USA zu gehen, einem Land, das sich zusehends in ein Riesengefängnis verwandelt.

Wir haben ja viel erwartet von der Homeland-Security, nur hört man nicht mehr sehr viel von ihr – außer jetzt. Auf der Seite der Regierung selbst findet man eine überraschende Ankündigung (siehe White-House.gov):

White House Homeland Security Partnership Council. There is established a White House Homeland Security Partnership Council (Council) to foster local partnerships — between the Federal Government and the private sector, nongovernmental organizations, foundations, community-based organizations, and State, local, tribal, and territorial government and law enforcement — to address homeland security challenges. The Council shall be chaired by the Assistant to the President for Homeland Security and Counterterrorism (Chair), or a designee from the National Security Staff.

Ein Sicherheitspartnerschaft, die sich auf alle gesellschaftlichen Sektoren ausweiten soll – sogar auf die Stammesregierungen der Reservate oder Nichtregierungsorganisationen. Jede lokale Behörde (und auch jede lokale Firma) werden Mitarbeiter der Staatssicherheit (übersetzen wir das heute mal so, damit wir besser verstehen, was dort gerade abläuft), Greenpeace, Amnesty International, Gewerkschaften, Bürgerinitiativen – alles Agenten der Staatssicherheit.

Gruselig, oder? Kommt aber noch besser.

In einem weiteren Memorandum kündigt Obama ein Programm zur Abschreckung von Insiderbedrohungen an:

This Presidential Memorandum transmits the National Insider Threat Policy and Minimum Standards for Executive Branch Insider Threat Programs (Minimum Standards) to provide direction and guidance to promote the development of effective insider threat programs within departments and agencies to deter, detect, and mitigate actions by employees who may represent a threat to national security. These threats encompass potential espionage, violent acts against the Government or the Nation, and unauthorized disclosure of classified information, including the vast amounts of classified data available on interconnected United States Government computer networks and systems.

Das verwirrt den fernen und landesfremden Leser nun ein wenig. „Violent acts against the Government or the Nation“von Insidern? Das hört sich an, als ob alle Alpträume der Verschwörungsanalytiker wahr geworden wären. Die reagieren auch gleich auf der Seite Veterans-today und skizzieren die Bedrohung, die – wie schon von anderen Präsidenten wahrgenommen – als Offensive des militärisch-industriellen Komplexes, auf die Obama sich vorbereitet. Vielleicht ist dies der Hintergrund für ein ominöses Treffen, das das Wallstreet-Journal ausgemacht hat: überraschend und unerwartet hatte sich Obama mit Mitt Romney getroffen, der sich zuvor mit seinem Jetzt-nicht-mehr-Vize Paul Ryan getroffen hatten. Angeblich haben sie sich Anekdoten aus dem Wahlkampf erzählt – aber auch der Wallstreet-Autor scheint nicht so ganz davon überzeugt zu sein.

Es ist schwierig, diese Aktionen zu bewerten, zumal uns unsere eigenen Geheimdienste und Medien dort völlig im Regen stehen lassen. Ginge es um Nordkorea, wäre die Gerüchteküche schon am Brodeln, es geht aber nur um die USA … und deren geheime Pläne sind für uns tabu. Immerhin sind wir mit denen verbündet, stellen ihnen Soldaten und Schiffe zur Verfügung, zahlen Unmengen an Geld für die Aktionen – was sollen wir uns da noch in Dinge einmischen, die uns nichts angehen? Warum sollen wir uns Gedanken darüber machen, das Obama gleich zu Beginn seiner zweiten Amtszeit erstmal die Sozialhilfe gestrichen hat (wir berichteten), jetzt eine große CIA-Offensive im Ausland beginnt (siehe Spiegel) und nebenbei eine der führenden Terrorgruppen der Welt aus der Terrorliste streicht (siehe Hintergrund).

Was sollen wir uns auch darum kümmern, wir haben unseren eigenen Terror, über den auch nichts geschrieben wird. Sicher, wir regen uns fürchterlich darüber auf, das beispielsweise der Strom immer teurer wird – auf Kosten des kleinen Bürgers, während die Industrie wieder einmal Geld geschenkt bekommen: 2000 Euro pro Megawatt haben die Gutachter als Ausgleichszahlungen für die Zeitweise Abschaltung stromintensiver Industrien gefordert … 20 000 Euro will die Regierung ihnen schenken (siehe Welt). Warum auch nicht? Ist ja nicht ihr Geld, sondern unser, was da aus dem Fenster geschmissen wird:

Nach „Welt am Sonntag“-Informationen haben sich wirtschaftsnahe Kreise sehr für diese Regelung starkgemacht.

Diese Prämie für die Nichtnutzung von Strom (siehe Welt) führt schon heute dazu,das die Firmen die Maschinen in der Nacht in Leerlauf durchlaufen lassen, um in jene Großverbraucherkategorie zu kommen, wo man für die Abschaltung der Maschinen bezahlt wird. Ich habe hier im Haus auch schon Bescheid gesagt, das wir alle Energiesparlampen abschaffen und alle Geräte beständig laufen lassen müssen – wenn wir nur genug verbrauchen, dann haben wir unser Grundeinkommen.

Das ist doch genau dieser Terror aus dem Inneren, den Obama gemeint hat, oder? Da versteht man auch, wie er islamistische Terroristen aus der Terrorliste streichen und dafür viel mehr CIA-Agenten im Ausland einsetzen kann: die deutsche Strommafia ist halt mit lokalen Behörden nicht mehr in den Griff zu bekommen.

Wir kennen sie auch – das wird nur immer wieder vergessen. Ein Blick in die TAZ hilft uns, uns daran zu erinnern:

Bezahlte Wissenschaftler, instrumentalisierte Frauen: Interne Papiere zeigen, wie die Atomkonzerne und ihre Lobbyorganisation die Öffentlichkeit beeinflusst haben.

Die internen Unterlagen zeigen auch, wie im Rahmen der Kampagne ein Verein von Frauen gegründet wurde, die sich für die Atomkraft einsetzten. Sie zeigen, wie die Agentur über Pressereisen und Hintergrundgespräche mit Journalisten ihre Botschaften in den Medien platzierte. Und sie zeigen, wie die Agentur Kontakte in die Politik kauft, indem sie ehemalige Abgeordnete und Staatssekretäre beschäftigt.

Wenn wir also heute wieder Artikel darüber lesen, wie teuer doch die Energiewende wird, können wir eigentlich auch wissen, wer den Artikel geschrieben hat: die deutsche Atomlobby im Auftrag des deutschen Atomforums.

Ein Jahr früher berichtete die Zeit darüber, das andere Branchen von den Erfolgen der Atomlobby so begeistert waren, das sie deren Methoden einfach mal übernehmen wollen:

„So dreist ist in Deutschland noch nie der Eindruck erweckt worden, Politik sei käuflich“, wetterte SPD-Chef Sigmar Gabriel. Und der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz, Hubert Weiger, moniert: „Die Gier der Atomstromkonzerne nach Extra-Profiten bestimmt die Energiepolitik der Bundesregierung.“ In jedem Fall habe die Kampagne „Einfluss auf die Entscheidungsfindung gehabt“, sagt Klaus Dittko, Geschäftsführer der politischen PR-Agentur Scholz & Friends Agenda.

Es ging immerhin um 57 Milliarden Euro. Ein dicker, hoch subventionierter Kuchen, dessen Kosten vielfältig verschleiert werden, um die goldene Atomkuh nicht zu gefährden. Ganz offen und unverblümt wird das Ende der politischen Souveränität in Deutschland beschrieben:

Allein in Berlin gibt es inzwischen mehr als 100 Firmenrepräsentanten, beinahe alle Dax-30-Unternehmen sind vor Ort. Die Folge: Das Know-how der Unternehmen über politische Prozesse und deren Korrigierbarkeit ist in den vergangenen Jahren rapide gestiegen. Das Vorgehen der Energiebosse belegt das eindrucksvoll.

Auch die Medien fielen auf diese Kampagne herein, die einen frischen amerikanischen Wind in unser Land brachte, siehe FTD:

Pro-Atom-Beiträge von Prominenten, wissenschaftliche Studien und versuchte Einflussnahme sogar in Frauenzeitschriften: Erstmals werden Details bekannt, wie sich die Atomlobby vor der Wahl 2009 bemühte, die Stimmung zu drehen. Viele Medien fielen darauf rein.

Und alle weisen vor allen Dingen auf eins hin: das ist in unsere Land erlaubt. Wirkt irgendwie anrüchig – ist aber völlig legal.

Wenn wir jetzt unsere Lehren aus dieser Stromposse ziehen wollen – was sagt uns das Stück dann?

Wählen gehen ist nutzlos, Zeitung lesen auch. Politik und Wahrheit kann man kaufen wir Frauen. Ja – das ist ein neuer Trend: der Frauenkauf wird gesellschaftsfähig. Erst informierte der Spiegel darüber, wie „glücklich und spirituell“ doch Pornodarstellerinnen sind, jetzt setzt die Welt nach und erwähnt nebenbei mal die lukrativen Stellenangebote in diesem Bereich: 2000 Euro die Nacht kann man dort verdienen – und nebenbei wird man glücklich und spirituell. Das wird den Jobcentern ganz neue Angebotsmöglichkeiten an die Hand geben. Nebenbei erwähnt der Autor aber etwas das uns eher nachdenklich stimmen sollte:

Wie weit das Geld schon vorgedrungen ist und selbst die letzten menschlichen Austauschverhältnisse besetzt hat: Wir scheinen es, zunehmend klaglos, hingenommen zu haben.

Wenn wir jetzt noch überlegen, wer denn für diese Artikel bezahlt – in welche Gegenden kommen wir dann. Bundesministerium für Arbeit?

Das Handelsblatt führt den Gedanken des Welt-Autors weiter aus:

An die Stelle humaner und kultureller Ziele ist die Geldschein-Heiligkeit als oberste Wertinstanz getreten. Der Mensch und seine Errungenschaften sind zur Handelsware verkommen. Nun geht es darum, sich irgendwie zum eigenen Vorteil auf den Märkten zu behaupten. Das führt zwangsläufig dazu, dass jeder nur seine eigenen Interessen vertritt. Vor dem Hintergrund einer technisch, ökonomisch und medial vernetzten Welt hat diese Entwicklung desaströse Folgen, die nur durch scheinheilige Sprechblasen verschleiert werden. 

Das ist nun ein Terror, der uns alltäglich umfänglich in allen Lebensbereichen betrifft – aber gegen diesen Terror suchen wir vergeblich nach Hilfe, erst recht, seitdem Konzerne unverblümt politische Macht einkaufen. Solche Zustände kennen wir zur Genüge aus der Geschichte, wo reiche Barone ihre Ansichten mit Bargeld verbreiteten. Das war aber Feudalismus. Na ja – wahrscheinlich ist unser Begriff von Demokratie auch nur noch eine scheinheilige Sprechblase. Wenn es jetzt im Mutterland der Atombombe ein Bündnis zwischen Regierung und Sicherheitskräften gibt, das auch den privaten Sektor mit einbezieht: dürfen wir dann hoffen, das die uns auch vor dem Terror in unserem Land schützen?

Wohl eher nicht. Ein Blick in die Geschichte der USA zeigt, wie dort schon wesentlich früher Gesellschaft von Konzernen gestaltet wurde – mit großem Schaden für die Umwelt, siehe Welt:

Damals wollte Los Angeles S-Bahnschienen verlegen in größerem Stil, und zwar immer die Freeways entlang. Die Ölfirmen hätten dann jedem einzelnen Mitglied des Stadtrates so lange Geld gegeben, bis der Plan fallen gelassen wurde. Keine Bahn bedeutet mehr Autos, und die brauchen wieder Sprit – die Investition in die Bestechung hat sich schnell ausgezahlt.

Eine gruselige Geschichte aus den Sechzigern – aber doch eine mit Tradition:

Kann das wirklich sein? Doch, das kann es wohl, denn es klingt wie eine Variation des „Great American Streetcar Scandal“: Von den 30er- bis zu den 50er-Jahren hatte die Firma National City Lines eine Menge Straßenbahnnetze und ihre Betreiber aufgekauft – um sie zu schließen.

Hinter National City Lines standen, wie sich später herausstellte, General Motors und auch ein paar Ölfirmen.

Und wie viele Aktionen dieser Art laufen in unserem Land? Immerhin: von dem erfolgreichen Atomlobbyfeldzug haben wir nur durch Zufall erfahren, hätte es das Informationsleck nicht gegeben: man hätte das als Triumph der Vernunft gefeiert.

Lehren daraus haben wir bis heute nicht gezogen, das merken wir ja aktuell an dem Thema „Euro-Rettung“, das nächste Superrenditethema, das den Kontinent erschüttert, siehe Welt:

In dieser Woche war Michel Barnier, der EU-Kommissar für den Binnenmarkt, zu Besuch: Er gehört zu den wichtigsten Köpfen der Kommission, ist er doch der Architekt der geplanten Bankenunion, ohne die eine Lösung der Schuldenkrise als unmöglich gilt.

Es geht um nicht weniger als gut 34 Billionen Euro, für die auch die deutschen Bankkunden bürgen könnten. Selbst wenn es nicht zu Pleiten und Verwerfungen kommt, ist jeder Bankkunde betroffen, denn mehr Bürokratie und eine europaweite Aufsicht drohen Gebühren und Kreditkosten hochzutreiben.

34 Billionen Euro.  Das sind für jeden Deutschen 425 000 Euro. Angesichts der Tatsache, das jetzt schon 42 Millionen Deutsche im Umfeld ihrer Jobcenter dahinvegetieren, ein mutiger Plan. Und auf jeden Fall zahlen wir wieder für eine Menge mehr „Pöstchen“. Die haben wirklich total gut von der Atomlobby gelernt. Jetzt sieht man auch, warum man den Frauen in Deutschland solche Jobs schmackhaft macht: bei einer Tagesgage von 2000 Euro könnten die ihren Anteil an den Schulden in 212, 5 Tagen abarbeiten – und werden dabei noch glücklich und spirituell.

Klar, das Vorschläge, das Geld für diese Abenteuer der Reichen einfach mal von den Reichen selbst zu nehmen, in breiter Front nach Atomlobbymanier bekämpft werden: Reichensteuer wird uns alle nur noch ärmer machen, liest man immer wieder – aktuell gerade in der Welt. Es muß – das wissen wir alle – einfach andere Wege geben, diese Krise zu bewältigen – und wir sehen diese Wege ja auch schon.

Die aktuelle Mietpreisexplosion (neben steigenden Strom- und Versicherungskosten und den ständig steigenden Kosten für Benzin und Nahrung ein weiterer Terrorakt gegen die deutsche Bevölkerung) zum Beispiel führt bei Maybritt Illner zu der spannenden Frage, was denn der Staat dagegen tut, siehe Welt. Das gleiche Medium gibt in einem anderen Artikel die Antwort:

Falsches Parken wird im kommenden Jahr teurer. So verdoppelt sich der Preis für das bisherige Fünf-Euro-Knöllchen ab dem 1. April 2013 auf 10 Euro

Nach dem Motto „wer nicht wohnen kann muss parken“ eröffnen sich hier ja schon ganz neue Geschäftsfelder – wie auch bei der ständig zunehmenden Zahl von Menschen, die in Deutschland aus Kostengründen auf Campingplätzen leben. Der Spiegel berichtete über diese Kultur der neuen Armen schon 2009, die Welt legte 2012 nach: auch hier ahmen wir den US-amerikanischen Lebensstil nach, der uns mit Coca Cola und Walt Disney, McDonalds und McKinsey schon voll im Griff hat.

Deshalb denken wir uns ja auch nichts dabei, das die Deutschen jetzt mit viel Geld über die Griechenlandhilfe die Hedgefonds retten, siehe Welt. Geld ist unser neuer Gott, unser Lebenssinn, unser Lebensinhalt: und wir begrüßen jede Erniedrigung, Entwürdigung, Enteignung und Entmündigung, wenn sie uns doch nur ein kleines bisschen von dem heiligen Geld bringt.

Wäre es nicht schön, wenn wir wenigstens in diesem kleinen unwichtigen Land ebenfalls eine große Heimatschutzbehörde ins Leben rufen können, die eine Allianz von Parteien, Verbänden, Firmen und Vereinen schmiedet, um den Wirtschaftsterror, der uns in breiter Front heimsucht, zu unterbinden? Dafür können wir dann auch die muslimischen Terroristen von den Terrorlisten streichen … so aktiv wie befürchtet sind die ja gar nicht.

Aber in unserem Land gibt es schon längst andere Netzwerke, die Steuergelder im großen Stil verbrauchen, siehe Handelsblatt:

Mit keiner Lobby ist die Politik so eng verbandelt wie mit den Wohlfahrtsunternehmen. Rund ein Drittel aller Bundestagsabgeordneten hat zugleich eine Leitungsfunktion bei Diakonie oder Caritas inne, auf kommunaler Ebene sind die Verbindungen noch frappierender, mancherorts betreiben Staat und Wohlfahrt sogar gemeinsame Tochtergesellschaften. Unter so engen Verbündeten verzeiht man dann schon mal, wenn die Wohlfahrer gar nicht so gemeinnützig wirtschaften, wie es ihre Steuerklasse vermuten lässt. „Gemeinnützig ist an den meisten Wohlfahrtsunternehmen nur ihr steuerlicher Status“, sagt Wohlfahrtsskeptiker Graf.

Gerade hat das Diakonische Werk eine neue Hauptverwaltung für den Bundesverband in Berlin eröffnet, Kostenpunkt: 65 Millionen Euro. Auf kommunaler Ebene wird von Dienstwagen-Fuhrparks berichtet, die viele Politiker klein aussehen lassen.

Wir bereichern uns sogar an der Armut unserer Mitmenschen, das „Kartell der Gutmenschen“ hat uns fest im Griff:

Unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit haben Caritas und Diakonie ein trickreiches Geschäftsmodell konstruiert: Sie erfinden für sich selbst immer neue Aufgaben, der Staat und damit die Steuerzahler geben das Geld.

Und viele verdienen gut daran – nur nicht die, die es wirklich brauchen.

Hören wir doch zum Schluss nochmal eine Rat von einem sehr erfolgreichen Deutschen: Karsten Maschmeyer, hier im Handelsblatt:

Interessante Jobs findet man heutzutage viel eher durch die Nutzung von Netzwerken als durch Print- oder Internet-Stellenanzeigen. Viele Statistiken belegen, dass die meisten Menschen ihre Jobs durch persönliche Beziehungen finden. Machen Sie sich also nichts vor: Das gilt umso mehr für Politiker: Ihr Erfolg hängt auch von ihrem Netzwerk, von ihren Beziehungen ab. Man wird kaum in den Ortsbeirat gewählt, wenn man keine guten Verbindungen hat. Als Politiker brauchen Sie – gerade in Ihrer Partei – die richtigen Unterstützer, die sich für Sie einsetzen und propagieren, warum die Leute Sie wählen sollen.

Weil die meisten Menschen Jobs durch persönliche Beziehungen finden, macht es auch soviel Sinn, Arbeitslose mit Reisebeschränkungen und einer Residenzpflicht zu belegen: zu Hause vor dem Fernseher beim einer Scheibe trockenem Toastbrot wird man sicher seinen Traumjob finden.

Terror wohin man nur das Auge blicken lässt. Terror des Kapitals, Terror made in USA, ein Terror, der sicher noch wachsen wird, wenn die Konzerne in Zukunft ganz eng mit einer Regierung zusammenarbeiten, die schon jetzt die Sozialhilfe kürzt.

Was droht uns da erst, wenn die neue Agentenflut die Welt umgestaltet?

 

 

 

 

Der finanzielle Putsch

Video-Schnipsel zum Finanzwahnsinn:

[gefunden bei Politaia]

„Die Märkte“ … unsere neuen Herrscher: Namen, Daten, Fakten.

Sonntag, 20.5.2012. Eifel ... obwohl ich eigentlich heute nicht hier sein sollte. Ich sollte wie alle demokratisch gesinnten Menschen in Frankfurt sein. Fast hätte es auch geklappt - aber dann habe ich mir den Fuß verstaucht. Humpelnd macht man sich nicht gut auf Demos ... und mehr als einige hundert Meter schaffe ich gerade nicht. Habe ich versucht. Stattdessen sitze ich nun hier und ärgere mich fürchterlich. Nicht über mich, sondern über die deutschen Medien, wollte ich doch wenigstens virtuell am Protest teilhaben. Was aber sehe ich bei den meistgelesensten Nachrichtenportalen Deutschlands im Netz? Fußball, Fußball, Fußball. Als würde ein Tor für Bayern die Weltwirtschaftskrise lösen, die Kriegsgefahr bannen und meinen Einkommen bis ins hohe Alter sichern. Das vor allem Letzteres wieder ein Traum geworden ist und wir uns zu einem Volk von Taglöhnern entwickeln, die von Job zu Job hasten, bis die Jobcenter sie dann sicher in die Altersarmut gleiten lassen, dürfte inzwischen den meisten bekannt sein. Das ist halt die Entwicklung, die "die Märkte" verlangen ... und wenn "die Märkte" etwas wollen, dann müssen sie das auch bekommen. Unbedingt.  Zeit, mal zu schauen, was eigentlich hinter diesen "Märkten" steckt.

Sonntag, 20.5.2012. Eifel … obwohl ich eigentlich heute nicht hier sein sollte. Ich sollte wie alle demokratisch gesinnten Menschen in Frankfurt sein. Fast hätte es auch geklappt – aber dann habe ich mir den Fuß verstaucht. Humpelnd macht man sich nicht gut auf Demos … und mehr als einige hundert Meter schaffe ich gerade nicht. Habe ich versucht. Stattdessen sitze ich nun hier und ärgere mich fürchterlich. Nicht über mich, sondern über die deutschen Medien, wollte ich doch wenigstens virtuell am Protest teilhaben. Was aber sehe ich bei den meistgelesensten Nachrichtenportalen Deutschlands im Netz? Fußball, Fußball, Fußball. Als würde ein Tor für Bayern die Weltwirtschaftskrise lösen, die Kriegsgefahr bannen und mein Einkommen bis ins hohe Alter sichern. Das vor allem Letzteres wieder ein Traum geworden ist und wir uns zu einem Volk von Taglöhnern entwickeln, die von Job zu Job hasten, bis die Jobcenter sie dann sicher in die Altersarmut gleiten lassen, dürfte inzwischen den meisten bekannt sein. Das ist halt die Entwicklung, die „die Märkte“ verlangen … und wenn „die Märkte“ etwas wollen, dann müssen sie das auch bekommen. Unbedingt.  Zeit, mal zu schauen, was eigentlich hinter diesen „Märkten“ steckt.

Wir meinen sie ja zu kennen. Die Nachrichten sprechen von ihnen gerne als von „den Anlegern“ – und gleich sehen wir vor unserem geistigen Auge ein kleines altes Mütterchen, das ihr mühsam erspartes Geld einem treu für sie sorgenden Enkel anvertraut, der es gut anlegt, damit es nicht nur sicher vor Dieben und Räubern ist, sondern sogar noch zusätzlich ein paar Zinsen einbringt. Dieser Oma würden wir sicher alle gerne helfen wollen.

Die Wahrheit ist jedoch eine andere – weshalb die Oma ihre Ersparnisse bei der Lehmannpleite verloren hat.

In der Wissensmanufaktur hat Prof. Dr. Dr. Wolfgang Berger eine  Rede veröffentlicht, in der er nebenbei die Dimensionen des Handels veröffentlicht, die dort betrieben wird:

2011 hat die Wirtschaftsleistung der ganzen Welt 70 Billionen Dollar betragen. Über die Hälfte dieses Handels ist schon vor zehn Jahren auf dem Papier über Steueroasen abgewickelt worden. Inzwischen ist dieser Anteil wohl weiter gestiegen. Die Gewinne fallen so in den Steueroasen an. Auf dem Markt für Derivate sind 2011 aber 708 Billionen Dollar umgesetzt worden – mehr als das zehnfache. Dieser Markt wird von internationalen Bankgeschäften und Anleiheemissionen gespeist, die zu 85 Prozent „offshore“ abgewickelt werden.

Nun – das krasse Missverhältnis zwischen errechnetem Geld und erarbeiteter Wirtschaftsleistung wird jeden normalen Menschen in den Wahnsinn treiben. Im Prinzip sind es nur noch Luftbuchungen, die dort stattfinden … aber Luftbuchungen mit erstaunlicher politischer Wucht, nochmal Professor Berger:

Fast 90 Prozent aller internationalen Kredite werden von Offshore-Banken vergeben. Sie sind das, was in der öffentlichen Diskussion immer ehrfurchtsvoll mit „Die Märkte“ umschrieben wird. Alle Welt zittert vor ihnen. Unsere Politiker und ihre Berater bekunden immer wieder untertänig, dass wir diese „Märkte“ nicht verunsichern dürfen.

Da haben wir sie schon … „die Märkte“. Es sind die Offshore-Banken, Banken, die von Banken geschaffen worden sind, um Geld und Vermögen vor dem Volk in Sicherheit zu bringen … und um dem Volk mit Hilfe dieses Geldes den eigenen Willen aufzuzwingen.

Die reale Menge an Geld, die auf diesen Inseln liegt, ist natürlich geheim – so geheim wie die Geldmenge M3, die von den USA seit einiger Zeit nicht mehr veröffentlicht wird – was die Bundesbank sehr überraschte. Weniger überraschend ist es, wenn man sich anschaut, welche Entwicklung die Geldmenge in der Zeit genommen hat – denn trotz der Weigerung der USA, diese Menge an künstlichem Geld überhaupt noch zu erfassen, gibt es Daten dazu im Netz – von der Federal Reserve Bank of St. Louis.

Die dort vorgefundene Grafik zeigt uns die Entwicklung der Geldmenge in den USA seit 1918. Von 1980 – 2010 hat die sich nahezu verdoppelt, diese verdoppelte Geldmenge VERDREIFACHTE sich seit 2010. Wir kennen das in Europa auch: die Billionengeschenke der EZB an die Banken müssen sich ja irgendwo niederschlagen.  Einer Vermutung von „The Intelligenz“ nach wurde die Erfassung der Daten eingestellt, weil man eine größere Finanzkrise erwartete.

Wie viel Geld befindet sich nun eigentlich auf diesen Offshore-Konten?

Das weiß natürlich kein Mensch, es gibt aber Schätzungen von Insidern, hier bei „Let´s make Money“:

„Man schätzt, dass derzeit 11,5 Billionen Dollar an Privatvermögen in Steuerparadiesen gehalten, von dort aus verwaltet und der Steuer vorenthalten werden. Was kann man sich unter 11,5 Billionen Dollar vorstellen? Nur um eine Vorstellung von der Dimension dieser Summe zu geben: Wenn dieses Geld auch nur einen kleinen Prozentsatz – sagen wir 7% – einbringt und dieses Einkommen bescheiden mit 30% besteuert würde, stünden den Regierungen der Welt zusätzlich 250 Milliarden Dollar zur Verfügung. Dieses Geld könnten sie jedes Jahr ausgeben, um die UN-Millenniumsziele zu erreichen.“ 

So reich ist die Welt. 11,5 Billionen Dollar als Privatvermögen – das wären 1500 Dollar pro Kopf der Weltbevölkerung. Das würde Millionen von Menschen das Leben retten – dank Hartz IV mitlerweile sogar in dem reichen Deutschland. Der Film ist aber aus dem Jahre 2009 – weshalb wir – einfach mal ausgehend von der Steigerung der Geldmenge in den USA – grob schätzen dürfen das mitlerweile wohl 34,5 Billionen Dollar Privatvermögen dort gebunkert werden – aus Drogenhandel, Waffenschmuggel, Steuerhinterziehung, Devisenbetrug, Anlagebetrug und überzogenen Rechnungen.

Mit Hilfe diesen Kapitals ist alles möglich – das sollte jeden Mittelständler aufhorchen lassen. Wenn ich selbst – als Eifelphilosoph – es wirklich wollen würde, könnte ich jeden Mittelständler mit diesem Kapital vernichten. „Leveraged Buy Out“ heißt das Prinzip, das schon manchen deutschen Konzernen die Vernichtung gebracht hat – man leiht sich das Geld von den Drogenhändlern, erwirbt ein Unternehmen und verkauft dann seine Einzelteile:

Die Rückzahlung des aufgenommenen Kapitals kann z.B. durch den Weiterverkauf vonUnternehmensteilen erfolgen, wobei darauf zu achten ist, daß dieVeräußerung der Einzelteile mehr ergeben muß, als das Ganze gekostet hat.

Für den Rest kommt dann das Jobcenter Deutschland auf.

Mit solchen Kapitalmengen im Hintergrund (die durch die FED auch noch beliebig vermehrt werden kann) kann man auch ganz anders auf dem politischen Parkett mitmischen, wie Professor Berger in einem weiteren Artikel erwähnt:

Am 30. Juni 2011 ist in Brüssel die internationale Organisation „Finance Watch“ gegründet worden – als Gegengewicht zu 700 Lobbyisten, die mit einem Budget von € 400 Mio im Jahr den Interessen des Finanzsektors vertreten. In Washington D. C. arbeiten 3.000 Lobbyisten für den Finanzsektors – mehr als fünf für jeden Kongressabgeordneten. Ihr Jahresbudget übersteigt US$ fünf Milliarden. Solche Kräfteverhältnisse legen nahe, dass die Staaten – wohl mit Ausnahme Chinas – nicht von ihren Hauptstädten aus regiert werden, sondern von den Finanzplätzen in der Londoner City of Westminster und der New Yorker Wall Street.

700 Lobbyisten in Brüssel. Jeder von ihnen mit einem Budget von knapp 600 000 Euro ausgestattet. Damit hat fast jeder Abgeordnete einen persönlichen Lobbyisten „der Märkte“, der ihm – auf unterschiedlichstem Wege – Jahr für Jahr 600 ooo Euro zukommen lassen kann. Das ist weit mehr, als ein europäischer Abgeordneter (selbst unter Berücksichtigung der „Abkassier-Exzesse„) an Einkommen hat – und für viele osteuropäische Abgeordnete, die sich bis 2009 einen Aufenthalt im Brüsseler Hochpreismillieu finanziell gar nicht leisten konnten, einfach nur ein Traum.

Vielleicht erweitern wir die EU gerade deshalb immer weiter?

In den USA sieht es sogar noch schlimmer aus – hier hat jeder Lobbyist 1,6 Millionen (JEDES JAHR!) – und jeder Abgeordnete gleich fünf von ihnen vor der Tür stehen.

Die Frage „Wer wird Millionär“ stellt sich hier gar nicht – das Offshore-Kapital macht jeden reich, der auch nur irgendwie politische Verantwortung hat … acht Millionen pro Jahr pro Abgeordneten macht 32 Millionen in vier Jahren.  Für jeden Europarlamentarier stehen im gleichen Zeitraum 2,4 Millionen Euro zur Verfügung.

Wie viele Abgeordnete sind wohl charakterlich stark genug, diesem finanziellen Druck (oder, besser gesagt: Zug) zu widerstehen und bleiben lieber arm und bescheiden im Kreise derjenigen, die sich großzügig von den Banken umsorgen lassen, während hierzulande sogar Bundespräsidenten die liebgewonnene Nähe zum großen Geld zu Fall brachte?

Zwei?

Oder eher gar keiner, weil die Parteien nach jahrelangem Aussieben nur „geeignete Kandiaten“ zu den Fleischtöpfen der Banken gelangen lassen?

Was machen nun „die Märkte“ konkret in unserem politischen Alltag? Brauchen wir uns überhaupt um sie kümmern?

Nun – Hartz IV ist nicht vom Himmel gefallen … und der Kanzler, der dieses Machwerk zu verantworten hat, ist als Berater für Rothschild unterwegs. Dort hat auch der Cheflobbyist der deutschen Automobilindustrie einen sicheren Hafen gefunden oder Beat Näf, der in der Schweizer Niederlassung für Kunden mit einem Vermögen über 25 Millionen Schweizer Franken zuständig ist.

Man sieht also: die Superreichen haben schon Leute, die sich um sie kümmern (und sie um sich herum gruppieren) – und die dafür sorgen, das man seine Rendite mit Sozialabbau in Europa ins Unermessliche steigern kann.  Ein pikantes Nebendetail?

Beat Näf stammt aus der Müller-Möhl-Gruppe, deren Gründer 1999 bekannt gab, das er Rothschild Konkurrenz machen wollte – im Kampf um die „Bestbetuchtesten“. 2000 starb er im Alter von 42 Jahren bei einem Flugzeugunglück mit seiner Privatmaschine und teilte somit das Schicksal von US-Präsidenten, die der Macht des Offshore-Kapitals (und seiner Vorläufer) trotzen wollten. Alles nur Zufall natürlich, wie es auch Zufall ist, das der Name Rothschild irgendwann immer wieder auftaucht, wenn man der Spur des großen Geldes folgt.

Nun – die Bosten Consulting Group sieht in ihrer Studie von 2011 den Anteil von Offshore-Kapital als deutlich geringer an … und gibt der Schweiz den Spitzenplatz aller „Off-shore-Plätze“, wo Beat Näf sich im Auftrag Rothschilds um die Superreichen kümmert.  Nach ihren Angaben sind es nur 7800 Milliarden Dollar, die dort gelagert werden – nur ein Bruchteil von jenen 122 000 Milliarden Dollar, die das im Jahre 2010 um 8 % gestiegene Vermögen von Privatanlegern betrug.

122 000 Milliarden Dollar – das sind 17428 Dollar pro Kopf der Weltbevölkerung. Das zeigt, wie reich wir sind.

0,9 Prozent Weltbevölkerung verfügen über 39 % des Weltvermögens, eines Vermögens, das von Menschen wie Herrn Näf betreut wird, dessen Firma auch ehemalige Bundeskanzler oder Automobillobbyisten bezahlt. Sie wohnen in den USA, Japan, China, Großbritannien und … Deutschland, das Rang fünf in diesem Ranking einnimmt.

Gegen dieses Konglomerat treten nun ein Frankfurt einige wenige Helden auf – 30000 erwähnt die Financial Times Deutschland. Ihre Vordenker haben erkannt, was die Lobbyisten für uns erarbeitet haben, siehe Taz:

„Sich zu verschulden, ist im modernen Kapitalismus zur Grundbedingung für die Existenz geworden“, sagte Hardt. „Und das gilt nicht nur für Staaten, sondern auch für das einzelne Subjekt.“ Ob Bildung, Gesundheit, die alltägliche Lebenshaltung oder eine Wohnung: „Ohne eine niemals endende Verschuldung ist für viele Menschen kaum noch etwas zu haben.“

Wer würde da wohl noch mitlaufen, wenn die Bankenlobbyisten jedem von ihnen 13000 Euro schenken würden? Das wären – umgerechnet – die Beträge, die sie sonst in Brüssel lassen. Damit könnte ein Hartz-Abhängiger drei Jahre seinen Lebensunterhalt bestreiten. 106000 Dollar könnte JEDER Demonstrant erhalten, wenn die US-Lobbyisten (nur die der Finanzwirtschaft, wohlgemerkt. Auto- Energie- Pharmazie und andere Lobbyisten bringen extra was mit) mal ein Jahr auf ihre Zuwendungen für den Kongress verzichten.

Merkt man nun, mit welchen Gegnern man es zu tun hat?

Die könnten eine ganze Demo einfach wegkaufen … und würden es bei Kapitalzuwächsen von 8% im Jahr noch nicht mal merken – das sind immerhin 9760 Milliarden Euro im Jahr, die die MEHR haben. Vier davon für eine Demo im fünftstärksten Millionärsland der Welt zu opfern, würde wirklich keiner merken.

Wo kommen die Zuwächse nun her?

Aus unseren Schulden – siehe oben.

Warum lernen wir das nicht in der Schule?

Warum haben wir hier Medien, in denen der Millionär Günter Jauch mit enormen Spektakel andere arme Schweine zu Millionären macht, während dem Herrn Hardt schon peinlich ist, das sein Buch 14,99 Euro kostet?

Nun – die Pressesprecherin der Boston Consulting Group, Frau Tanja Nickels, hätte uns diese Frage vielleicht beantworten können. Immerhin hat sie eine Arbeit mit interessantem Titel geschrieben:

Meinungs- versus Informationsjournalismus? Ein Vergleich journalistischer Kommunikationsstile in Frankreich und Deutschland am Beispiel von Le Monde und Süddeutscher Zeitung.

Leider arbeitet sie jetzt für die BCG. Aber …. was Meinung und was Information ist, ist ja auch eine Definitionsfrage. Und wie viel Geld „die Märkte“ in die Medien stecken, wollen wir doch wirklich gar nicht wissen, oder?

Aber was Bayern München macht, schon.

Was wir aber wissen sollten: zu den Eigentümern von Le Monde gehört ein Milliardär. Das ist bei der Süddeutschen Zeitung genauso – wenn man der Spur über die Südwestdeutsche Medienholding und der Medien Union folgt, landet man bei dem Milliardär Dieter Schaub.

Ist also letztlich egal, was wir da lesen.

Was wir noch tun können … ausser demonstrieren?

Mal einen Tag lang nicht mitspielen. Zum Beispiel am 4.7.2012, dem ersten nationalen Kaufnixtag.

 

 

 

 

 

Nachrichten am Dienstagmittag – 2012.03.27

Wahlnachlese:

Überraschungserfolg im Saarland: FDP knackt Null-Prozent-Hürde
Deutschland ohne FDP
Die Gründe der Piratenwähler

Wir habens ja…

Stattdessen legt das siebenseitige Papier der Kommission nahe, dass EFSF und ESM vollständig miteinander kombiniert werden sollten, wodurch das Ausleihvolumen auf 940 Milliarden Euro stiege. Noch besser wäre demnach eine Überführung des EFSF in den ESM. Der deutsche Haftungsrahmen würde in diesem Fall von 211 auf 400 Milliarden Euro steigen.

Tyrannei:

Tyrannei geht von Tyrannen aus, nicht von Tyrannisierten
“Tyrannei der Masse” und der Kampf um das liberale Erbe

´Tyrannei der Masse´ – Das neue Schlagwort im Kampf gegen das Volk

Der Masse´ – Patrick Döring (FDP) redet sich um Kopf und Kragen
Dörings Tyrannei-Vergleich empört die Piraten
Ne, die hab ich nicht alle gelesen, so wichtig ist der Knabe auch nicht…

Hat irgendwer gedacht, daß Frau von der Laien was anderes als Bockmist abliefert?

Heftige Kritik an Hartz-IV-Bildungspaket. Paritätischer Wohlfahrtsverband: »Totalreinfall«

Bundesweit am häufigsten abgerufen wurden laut DGB mit knapp 60 Millionen Euro Zuschüsse für den Schulbedarf, an zweiter Stelle stand mit 38 Millionen Euro die Finanzierung mehrtägiger Klassenfahrten.

Na klar, der Schulbedarf wird (imho) automatisch überwiesen und Klassenfahrten werden (ebenfalls imho) über die Schulen beantragt.

Die Echtheit glaube wer mag, aber .es verstärkt Vorurteile es bestätigt Meinungen:

 Mittels versteckter Derivate sind die griechischen Schulden wesentlich höher als bekannt. Die Preise von Edelmetallen unterliegen ständiger Manipulation. Banker und Politiker arbeiten im Geheimen zusammen. All dies steht in einem Schreiben, dessen Autor sich als JP-Morgan-Chase-Mitarbeiter ausgibt. Ähnlich wie Greg Smith, bis vor kurzem ein Mitarbeiter von Goldman Sachs, scheint auch der Verfasser dieses Bekenntnisses aus moralischen Gründen zu handeln.

Warum muß ich zum Kopp-Verlag um so was zu lesen?

Wie die ägyptische Altertümerverwaltung bekannt gibt, werden sechs Gräber des Alten Reichs bald wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, darunter auch das Grab der Enkelin des Cheops. Die Gräber sind seit rund 25 Jahren wegen Restauration gesperrt gewesen. Die neuerliche Öffnung wird die Zeit des berühmten ägyptischen Königs wieder deutlicher ins Blickfeld rücken. Was aber sagen die Gräber über das Alter der gewaltigen Monumente sowie über ihre Erbauer aus?

Ob er auch bald nach Elba zieht:

Um Missverständnissen vorzubeugen: Der Sinn dieses Beitrages ist es nicht, Nicolas Sarkozy seine familiären, freundschaftlichen und beruflichen Beziehungen vorzwerfen, sondern dass er den Franzosen seine Bindungen vorenthalten hat und sie hat glauben machen, sie wählten einen freien Mann.

Um zu verstehen, wie es kommt, dass ein Mann, den heute fast alle übereinstimmend als den Agenten der Vereinigten Staaten und Israels wahrnehmen, Chef der gaullistischen Partei Frankreichs und dann Präsident der Republik Frankreich hat werden können, muss man das Rad der Geschichte zurückdrehen, und zwar ziemlich weit. Wir müssen etwas ausholen, um aufzeigen zu können, wer die Protagonisten sind, die heute für ihre Dienste belohnt werden.

Hmm, lecker. Whisky mit gequirlten Babynieren? Diese Genehmigung zu beantragen ist so dämlich, da fällt mir echt nichts mehr ein. Wer trinkt das Zeug denn jetzt noch. Und ist das nicht eigentlich Kannibalismus? Hey, wo sind die moralinsauren Christen wenn man sie mal braucht? Und den Namen „Senomyx“, merken!

Die Regierung Obama hat dem Unternehmen PepsiCo die Genehmigung erteilt, weiter die Dienste eines Herstellers für Geschmacksstoffe in Anspruch zu nehmen, der Zellgewebe von abgetriebenen Föten verwendet. Wie die Webseite LifeSiteNews.com berichtet, hat Obamas Börsenaufsichtsbehörde Security and Exchange Commission (SEC) entschieden, die Zusammenarbeit zwischen PepsiCo und der Firma Senomyx aus San Diego in Kalifornien, die unter Verwendung von menschlichem embryonalen Nierengewebe Geschmacksverstärker für Pepsi herstellt, sei eine »ganz normale Geschäftstätigkeit«.

Auch eine Sichtweise. Von einem meiner Lieblingsmagazine für wilde und phantasievolle Verschwörungstheorien:

Bis heute war offiziell nicht klar wer den eigentlich für die Wende in Mittel- und Osteuropa und somit auch für den Fall der Mauer und die deutsche Wiedervereinigung verantwortlich war. Doch jetzt und nur wenige Stunden vor der Wahl eines neuen Bundespräsidenten, den wir zumindest schon nach Köhler und Wullf auch niemanden empfehlen können, sollen Sie erfahren wer den in der Tat damals die führenden Initiatoren waren, welche hintergründig und heimlich diese gigantische Umwälzung in Europa planten und durchführten. Bisher waren bei jedem Jahrestag des Mauerfalls Diskussionen zum Thema „Helden“ entbrannt.

Noch was zum Thema tote Tiere essen. (Nee, müsst ihr nicht klicken):

Ein weiteres Video zeigt, wie sich Delphine in einem Spiegel erkennen können. Und dann habe ich einen Artikel verlinkt, in dem ein Video zu sehen ist, wo eine traurige Schimpansen-Mutter ihr 18 Monate altes, gerade verstorbenes Kind immer wieder am Hals und im Gesicht prüft, ob es noch lebt. Es sieht also so aus, dass ihr so etwas wie tot sein bewusst sein könnte. Dann kommt ein anrührendes Video, in dem gezeigt wird, wie eine Katze ihren gerade totgefahrenen Kameraden versucht wiederzubeleben (es reichen die 30 Sekunden der 5 Minuten). Das letzte Video berichtet von einem Polizeieinsatz, in dem ein kleiner Hund zusammen mit gerade geborenen Katzenbabys, auf die er aufgepasst hat, gerettet wurden. Zu Hunden findet man noch viel mehr Videos, wie sie sich um tote Herrchen oder rührend um verletzte Kameraden kümmern. Andere erzählten mir von weinenden Kühen, die in einem Experiment beobachten mussten, wie ihre Wegbegleiter zum Schlachten getötet wurden.

Über Dilettanten – ausgerechnet in der Zeit:

Die völlige Abwesenheit von Wissen ist kein Hindernis auf dem Weg nach oben, sondern Voraussetzung für einen erfolgreichen Aufstieg, findet der Publizist Thomas Rietzschel.

Keine Sorge, auch das werden sich die Spekulanten nicht entgehen lassen:

Oft wird argumentiert, Spanien sei nicht wirklich gefährdet, weil die Staatsschulden weniger als 70 Prozent des Bruttoinlandproduktes ausmachen. Leider greift dieses Argument zu kurz. Viel zu kurz. Spanien besitzt alle Ingredienzen für einen toxischen Cocktail: einen überschuldeten Privatsektor, ein marodes Bankensystem, einen aufgeblähten Immobilienmarkt, der noch einen grossen Abwertungsschub vor sich hat, ein chronisch hohes Leistungsbilanzdefizit und eine schwache internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Und wo werden die Milliarden für die Banken eingespart?

Der europäische Automarkt steuert in die größte Krise seit Mitte der 1990er Jahre, so das Ergebnis einer Studie des Zentrums für Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen.

Diese Methode spart Munition:

Aufgrund des Brennstoffmangels im Gazastreifen konnte das Krankenhaus, in dem dieses Mädchen behandelt worden war, nicht die nötige Energie bekommen.
Auch schon am Freitag ist ein palästinensisches Kind aufgrund des Brennstoffmangels für das einzige Kraftwerk im Gazastreifen und des dadurch bedingten Ausfalls eines Beatmungsgerätes gestorben.

Wenn das Wahr™ ist, werden wir es bald bemerken:

Der Jetstream auf der Nordhalbkugel bewegt sich gegen den Uhrzeigersinn in einem durchgehenden Band von West nach Ost und bringt feuchte und milde Luft nach Europa. Dieses Modell kann man auch auf der Südhalbkugel beobachten, auch dort bewegt sich der Jetstream vom West nach Ost. Meteorologen haben bereits 2010 ungewöhnliche Unterbrechungen bei diesem Strom festgestellt. Was dazu führt, dass in bestimmten Regionen das Wetter “stehenbleibt” und extreme Wetterbedingungen auslöst.

Und Herr Fulford wähnt das GUTE™ fast am Ziel:

Laut Aussagen von Vertretern der Dragon-Familie ist das neue Finanzsystem jetzt online und genügend Finanzmittel stehen entweder jetzt schon zur Verfügung, oder werden bald verfügbar sein. Der letztendliche Sturz der kriminellen Kabale hat nun ernsthaft begonnen, wobei angeblich in der letzten Woche alleine 200 Spitzenbanker verhaftet wurden und 450 zurücktraten. Laut Quellen aus japanischen Regierungskreisen arbeitet Japan jetzt an den letzten Dokumenten, um die Internationale Wirtschaftsplanungsbehörde aufzubauen; die anfängliche Finanzierungssumme beläuft sich auf 10 Billionen Dollar, das ist das 200fache dessen, was die Weltbank jedes Jahr verleiht.

Genauso hätte die Operation 100 funktioniert:

Cruddas, der inzwischen zurückgetreten ist, wurde heimlich gefilmt, als er den Reportern, die sich als Vertreter eines Fonds aus Liechtenstein ausgaben, der Interesse habe, sich in Großbritannien zu betätigen, dass man mit einer Spende von 200.000 oder 250.000 Pfund auf jeden Fall zur „premier league“ zähle und dadurch Zugang zu den Parteiführern und zu privaten Essen von Regierungschef David Cameron und seiner Frau sowie dem Finanzminister George Osborne erhalte:

„Two hundred grand to 250 is premier league… what you would get is, when we talk about your donations the first thing we want to do is get you at the Cameron/Osborne dinners.

Das ist noch nicht der wirkliche Skandal, sondern das damit verknüpfte Versprechen, dass jede Spender in dieser Höhe bei den politischen Plänen der Partei berücksichtigt werden könnte. Zunächst hatte er noch geleugnet, dass man sich den Zugang zu Cameron kaufen könne, aber dann wurde er doch genauer, indem er umriss, was man erwarten könne.

Über die Eisfläche des Nordpols:

Falls sich jemand Sorgen macht, was die Eisfläche des Nordpol so treibt, hier ein Vergleich vom 17. März 2012 mit dem selben Datum 1995. Wie man sieht ist die Ausdehnung fast genau gleich wie vor 17 Jahren.

Wer braucht denn Bienen:

Das als Bienenkiller bekannte Gift Clothianidin darf wieder eingesetzt werden. Es ist zwar nur vorübergehend erlaubt, doch das schon im dritten Jahr in Folge.

Hier gibts weitere Nachrichten. Ein Auszug:

DAX-Konzerne machen Rekordgewinn
„Die Dax-Konzerne haben 2011 die Rekordmarke von 100 Milliarden Euro Gewinn geknackt“, schreibt die Süddeutsche Zeitung. „Im Vergleich zu 2010 seien die operativen Gewinne um acht Prozent gestiegen.“

Aber wenn man von denselben Konzernen verlangt, dass sie sich auch angemessen an den Sozialsystemen beteiligen sollen, wird man ja sofort als klassenkämpferischer Linksextremist betitelt

 

Bewegte Bilder

Übers Fernsehen. Vielleicht ein wenig albern?

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