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Das Ende Europas und des Westens: wie Politische Korrektheit den Widerstand zerstört

Dienstag, 14.11.2017. Eifel. Machen Sie sich eigentlich mal Gedanken über die Zukunft? Was so in 22 Jahren ist? Nun – das ist nicht mehr lang – 22 Jahre sind schnell vorbei. Die meisten, die diese Zeilen lesen, werden dann noch leben – bedauerlicherweise. Ja – irgendwann wird die Parole von dem „Land, in dem wir gut und gerne leben“ von einer grausamen Wirklichkeit eingeholt werden – der Wirklichkeit, dass dieses „wir“ nur für ganz bestimmte Netzwerke gilt, nicht jedoch für die Mehrheit der Bevölkerung. Nur gut, dass wir die Bundeswehr haben. Die ist zwar zur militärischen Landesverteidigung nicht mehr in der Lage, kann aber weltweit dem Imperium Hilfstruppen zur Verfügung stellen, damit die mit der Schmutzarbeit nicht mehr so alleine sind. Und – sie kann sich Gedanken über die Zukunft machen.

Schlimme Szenen sollen es sein, die uns bevorstehen – der Zusammenbruch des Westens inklusive …. also: der Zusammenbruch Europas. Natürlich ist die Studie, die 6 Worst-Case-Szenarien darstellt, geheim. Wieder einmal wird deutlich, dass Sie als Bürger nur noch Zahl- und Wahlvieh sind, zahlen dürfen Sie das ganze Jahr über, wählen ein paar mal in vier Jahren, aber erfahren, wenn Ihr Land massiv in Gefahr ist: nein, dafür sind Sie noch zu klein. Oder: zu unbedeutend. Natürlich bezahlen Sie die Studie und Sie bezahlen auch die Leute, die sie erstellt haben ebenso wie jene Leute, die sie jetzt unter Verschluss halten – nur: Sie kriegen nichts mehr für Ihr Geld. Zwar können Sie für 39 Cent ein paar Vermutungen von Spiegelredakteuren lesen – aber das hilft Ihnen ja auch nicht weiter.

Ich kann Ihnen mal ein paar Fakten nennen, die in einem neuen Webmagazin (siehe Rubikon) aufgelistet werden. Schauen Sie sich mal unsere Schulden an:

„Staaten und Wirtschaft sind heute noch stärker verschuldet als vor und nach dem Fast-Kollaps von 2007/2008. Die weltweiten globalen Schulden, private und öffentliche zusammen, erreichen etwa 220 Billionen Dollar. Diese Summe ist das Zweieinhalbfache des weltweiten Bruttoinlandprodukts von 88 Billionen Dollar.“

Oder die Wetteinsätze der Superbanken:

„Der weltweite Nennwert außerbörslicher Finanzderivate wie Optionen oder CDS („Kreditausfallversicherungen“, in den meisten Fällen ohne einen zu versichernden Kredit) hat gigantisch zugenommen, so Finanzprofessor Marc Chesney von der Universität Zürich. Der Nennwert aller Derivate, inklusive der an den Börsen gehandelten, übersteigt heute das Welt-Bruttoinlandprodukt um rund das Zehnfache.“

Wirschaftlich gesehen tanzt die gesamte Welt schon längst auf einem Vulkan – kein Wunder, dass man Ihnen das nicht deutlich vor Augen halten will: Sie sollen ja zahlen bis zum großen Schluss. Sie können in dem oben zitierten Artikel noch weitere Katastrophen studieren, die die Grundfesten der Welt erschüttern und sich so selbst ein Bild machen, das dem der Bundeswehr recht nahe kommen dürfte – mal abgesehen von der täglich wachsenden Kriegsgefahr.

Allein diese Informationen – neben den Daten für Deutschland, wo die private Verschuldung auch täglich steigt (siehe Berliner Zeitung) und die Regierung mit kostensteigernden Maßnahmen wie Energiewende, Dieselverbot und Autobahnmaut ständig weiter an der Kostenspirale (und somit der Verschuldung) dreht – sollten täglich in der Tagesschau kommen um Sie für Politik zu sensibilisieren, doch man nutzt die Zeit lieber, um Sie darüber zu informieren, welche Ergebnisse Millionäre bei Leibesübungen mit Bällen erzielen (gemeint ist: Fußball) und Sie begeistern sich so sehr für diese Daten und Ereignisse, als würde das Überleben Ihrer Familie davon abhängen.

Haben Sie sich eigentlich schon mal gefragt, warum das so ist?

Nun – es ist einfach das Ergebnis von Manipulation: Ihnen wird auf breiter Front suggeriert, dass Fussball wichtig ist, dem Fussball wird in der Berichterstattung auch ehedem seriöser Nachrichtenmagazine viel Raum zur Verfügung gestellt, auch die Zeitungen sind voll davon – wie sollten Sie auf die Idee kommen, dass Fussball nicht wichtig ist? Immerhin ist das Nachrichtenvolumen über Fussball um ein tausend- bis zehntausendfaches größer als das Nachrichtenvolumen über die Folgen der Flüchtlingswerbeaktionen der Bundesregierung in Afrika, wo – für uns nur in Randnotizen erfahrbar – eine Million Flüchtlinge einfach in der Wüste verreckt sind. Ja – eine Million. Angefeuert auch durch eine Flüchtlingsindustrie (siehe Handelsblatt), die inzwischen Milliardenumsätze erwirtschaftet. Neger sagen in Deutschland: ein grausames, nicht zu verzeihendes Verbrechen. Neger verrecken lassen – egal. Ja – so brutal möchte ich das formulieren … weil es einfach so ist.

Trauen Sie sich nochmal Neger zu sagen? Was war das mal für ein harmloses Wort, wer hielt schon je den kleinen Negerjungen in Kindergeschichten für die Speerspitze des Rassismus? Hat sich schon einmal ein stärker pigmentierter Mensch in Deutschland über dieses Wort beschwert? Wie müssen jetzt schon Erich Kästner aus den Bibliotheken entfernen, aus Astrid Lindgren und Oswald Preussler, weil sie … verbotene Wörter benutzen. Erich Kästner wurde schon von den Nationalsozialisten verbrannt – aber diese Paralellen sehen wir nicht mehr … bzw. sie machen uns nichts mehr aus. Säuberungen sind cool geworden. Mal wieder.

Sie fragen sich jetzt sicher, wo ich hin will? Wie kommen wir vom Untergang des Westens zu den zehn kleinen Negerlein?

Nun – Sie werden sich wundern, dass ein Großteil der entsetzlichen, ekelerregenden, abstoßenden Entwicklungen der Gegenwart ihren Ursprung wirklich da haben – bei dem Kampf um das Wort Neger (und um einige andere Wörter). Es geht um das politisch korrekte Sprechen – eine Fomulierung, die kaum noch in Frage gestellt wird. Jeder politische Philosoph müsste angesichts solcher Formulierungen gleich auf die Barrikaden gehen: dort, wo Sprache diktiert wird, herrscht Diktatur im innersten Kreise der Menschheit, dort wird der Wille zum Widerstand, die Freiheit des Denkens selbst angegriffen. Wir … akzeptieren das aber, wundern uns selbst dann nicht, wenn wieder Bücher vernichtet werden, weil sie falsche Inhalte haben.

Sicher – die Argumente für politisch korrektes Sprechen sind immer „gut“. Natürlich. Noch kein Diktator in der ganzen Geschichte der Menschheit hat böse Werte auf seine Fahnen geschrieben, alle waren für das „Gute“ … nur wurde dieses Gute jeweils anders definiert – aber soweit denkt die Generation Doof – die Helfershelfer der Bösen der Gegenwart – ja gar nicht mehr.

Ich möchte Ihnen nun ein paar Abschnitte vorstellen, Teile eines Werkes, das uns die nächsten Monate noch begleiten wird: Die Ideologie der Tyrannei  von Guido Giacomo Preparata (Dunker und Humblot 2015).  Ich halte dieses Werk für die wichtigste Arbeit der Gegenwart – auch wenn man für ihr Verständnis ein profundes Wissen über Religionsgeschichte braucht und ebenso umfassende Informationen über politische Entwicklungen der Gegenwart, deren Verwerfungen man auf einmal ganz gut erklären kann – nicht nur hinreichend, sondern erschöpfend.

Welche Tyrannei ist gemeint? Nun – jene Tyrannei, die Sie in Ihrem Alltag erleben, Syrer, Afghanen, Jemeniten und Iraker auf ihren Schlachtfeldern und unsere Kinder in einer Welt ohne Insekten, ohne Vögel, ohne Wasser und ohne Ernten in einem Ozean voller Plastikmüll (siehe hierzu die neuen Plastikseen in der Karibik bei Utopia), einer Welt, in der jeder Tropfen sauberes Wasser, jeder Apfel, jeder Brotkrümel in Privatbesitz ist; einer Welt, in der jeder gegen jeden kämpfen wird – im gnadenlosen Wettbewerb um Essen, das früher einfach mal umsonst überall herumwuchs. Ja – wir reden über die Vernichtung der ganzen westlichen Welt (die arabische wird gerade vernichtet, die afrikanische ist schon lange dran) – und ich vermute mal frech: genau das ist es, was die Bundeswehr vor uns geheim halten möchte.

Und diese Tyrannei fängt bei der Sprache an … bei der Hetzjagd auf das Wort „Neger“, das in Deutschland wohl kaum ein Bleichgesicht in diskriminierender Absicht ausgesprochen hat – völlig entgangen ist der Wörter-SS, dass man im Ruhrgebiet – eng am Sinn bleibend – von den „Schwatten“ spricht, auch ohne das in irgendeiner Weise übel zu meinen. Dort weiß man aber auch noch, dass Neger ausbeuten übel ist, das es übel ist, ihre Ernten als Viehfutter zu verkaufen, ihr Wasser zu privatisieren, ihren Gangstern modernste Waffen zu verkaufen und sie millionenfach in den Tod zu führen einfach ein neuer Holocaust ist, selbst wenn die wenigen Sieger dieser realen „Hungerspiele“ einen Niedriglohnjob in Berlin erhalten, wo sie dann Schaumküsse produzieren dürfen.

Lauschen wir mal Preparata:

„Zunächst hielt man „Politische Korrektheit“ nur für eine absurde und hoffentlich bald vorübergehende Travestie: eine Ansammlung kitschiger Beschönigungen, die wie Feigenblätter die Obszönitäten des heutigen Amerikas, seine Barbarei und seinen Rassismus bedecken sollten.“

Ja – es war unsere Leitkultur, die mit dem Umbau der Sprache anfing, aus „black“ den „afro-amerikaner“ machte, aus „dürr“ „schlank“ und aus „fett“ „übergewichtig“. Schlanke Afroamerikaner hören sich einfach viel netter bei Kaffee und Kuchen an als hungernde Neger. Man hat ihnen sprachlichen Respekt erwiesen – warum noch was gegen den Hunger tun?

Zu Beginn – in den frühen achtziger Jahren – klang das alles lächerlich„, konnte man zuvor noch vermuten, dass man in der Tat durch Veränderung der Sprache damit beginnen wollte, Verhältnisse zu verändern (und einfach erstmal den leichtesten Weg über die Entbrutalisierung der Sprache nahm), wurde bald klar: mehr war gar nicht geplant, mehr wurde gar nicht beabsichtig.

„PC erwies sich als bloßer Jargon, durch den die Mittelschicht ihr Versagen verschleiert hat: Nämlich die Unfähigkeit, das Land zu demokratisieren“ … „kurz gesagt: die Unfähigkeit der Mittelschicht, „den sozialen Sonnenschein“ zu verbreiten. aus Verzweiflung über dieses Versagen hielten es die Intelligenz und das Volk für besser, sich selbst zu belügen und weiter durchzumogeln. Wie Hacker drangen Sie in das Netzwerk des täglichen Sprachgebrauches ein, veränderten die Daten und frisierten die Wörter, und zwar solche Wörter, deren ausgesprochene Brutalität bereits nahelegte, wo die eigentlichen Probleme anzugehen wären.

Doch zeigten sich zunächst noch keine Hintergedanken. Die Dinge entwickelten sich mit der Zeit. Die Alltagssprache wurde dabei nicht nur verfälscht. Also Folge davon wurden die intellektuellen Möglichkeiten zum Widerspruch geschwächt“. (Preparata, a.a.O., Seite 21).

Sicher – Preparata beschreibt die Zustände in den USA der achtziger Jahre … aber wer erkennt nicht die Paralellen zum Zeitgeist der Gegenwart in Deutschland? Allein die Geschichte der Partei „Die Grünen“ zeigt, wie wirkmächtig jene geistigen Gewalten sind, die aus den USA herüberschwappen: wir sagen nicht mehr Neger – aber werfen Bomben auf Kinder in Jugoslawien und verstoßen Millionen deutscher Kinder ins Hartz IV-Gettho, ohne mit der Wimper zu zucken.

Und sicher – wir fangen nur bei kleinen Worten an … aber nehmen wir mal für unser Land aktuellere Debatten, z.B. um „Flüchtlinge“. Darf man die noch so nennen? Denken Sie an den Aufstand, als die Polizei das Wort „Nafri“ einführte: man konnte meinen, die hätten scharf geschossen – auf Menschen, bei denen ich aktuell gar nicht mehr weiß, wie man die korrekt nennen darf – weshalb eine Diskussion über das „Einwanderungsland Deutschland“ schon im Ansatz scheitert, weil wir nicht wissen, wie wir die Einwanderer nennen dürfen – und ich glaube: „Einwanderer“ dürfen wir sie auch nicht nennen.

Dass es gute Gründe dafür gibt, warum die Menschen (aktuell 60 Millionen) ihre Heimat verlassen, dass dazu vor allem das Wirken des Westens als räuberischem Imperium und Macht der absoluten Unterdrückung gehört, die aus purer Gier die Lebensgrundlage der Afrikaner vernichten (auch durch Kleidersammlungen, die den afrikanischen Textilmarkt zerstören – oder durch den Export von Fleischabfällen unserer Fleischindustrie … oder den Export unserers Giftmülls) – wen stört das schon. Hauptsache, wir sagen nicht Neger – und weil wir nicht Neger sagen gehören wir zu den Guten, haben genug getan zur Rettung der Afrikaner und der ganzen Welt. Was interessieren uns die Plastikmeere, wo wir doch fein Müll trennen – und sogar vorher die Joghurtbecher spülen?

Doch dieses Imperium – wird nicht mehr kritisiert. Dafür Sorgen die „Linken“ – von denen es … auch Preparata zufolge … gar keine mehr gibt. „Linke“ erweisen sich als willfährige Wachhunde des Räuberimperiums, das gerade in Deutschland dabei ist, zehn Millionen Lebensversicherungen zu verschachern – mit noch unklaren Folgen für die Eigentümer dieser Versicherungen (siehe Manager-Magazin). „Linke“ achten darauf, dass die Sprache nicht mehr zu brutal ist, sie sind die Wörter-SS des Räuberimperiums – und ihre Feinde sind natürlich: Rechte. Nicht, dass diese „Rechten“ wirklich politisch korrekt als Rechts von der Mitte stehnende Bürger bezeichnet werden (wie es bei CDU, CSU, Grünen, FDP und SPD anzutreffen ist), sie werden nur so bezeichnet und mit einer Vehemenz verfolgt, als hätten sie alle persönlich in Auschwitz gearbeitet.

„In den Reihen der Gebildeten sehen wir kaum noch eine „Linke“, es gibt keine kohärente Bewegung des Widerstandes. Eine solche ist buchstäblich am Ende. Stattdessen führen wohlhabende bürgerliche Intellektuelle – fast alle sind weiß, männlich und europäischer Abstammung – ein Schauspiel mit im Grunde  zwei Fraktionen auf.“ (Preparata, Seite 22).

Niemand fragt sich, wieso die Stiftung des größten Korrumpteurs der bundesdeutschen Politik, der die ganze Republik „kaufte“ (siehe Spiegel), großes Engagement beim Kampf gegen „Rechts“  zeigt … jedenfalls in der Ostzone des neuen Deutschland (siehe Stiftung Toleranz) – woher stammt die überraschende Wendung zum Besseren?

Preparata klärt uns auf:

„Somit ist unser Gegenstand eigentlich die Geschichte eines Systems der Machtausübung, das sich immer fester im Griff kriegstreibender Finanzoligarchen befindet, welche die berauschende Propaganda in immer neue Höhen an Virtuosität gesteigert haben“ (Preparata, a.a.O., Seite 30).

Ziel ist eine Aufspaltung der Gesellschaft in Mikrogruppen, „Danach sollen sich die Farbigen angeblich von den Weißen abheben, die Frauen von den Männern, bis jede Partei sich auf ihre eigene Insel des genuin eigenen Wissens zurückzieht und sich verpflichtet, an ihren „Rändern“ Widerstand zu leisten und die gegenseitige Feindschaft ohne Chance auf Versöhnung gären zu lassen“ (Preparata, a.a.O., Seite 30).

Von diesen Mikrogruppen kann es gar nicht genug geben – kein Wunder, dass beständig neue „Geschlechter“ zum Zwecke der Abgrenzung eingeführt werden (Facebook bietet gerade 60 verschiedene Geschlechter an, siehe FAZ), eine ähnliche Entwicklung gibt es auch unter den linken Gruppen der Republik, in beständigem Kampf darum, wer denn nun wirklich richtig links ist. Hierzu werden „alle Einstellungen, die traditionell als „heilig“ gelten, wie Frieden, Mitgefühl, Harmonie, Geschenke zu machen und anzunehmen, untergraben“ (Preparata, a.a.O., Seite 29).

Der Sinn der Zersplitterung der Gesellschaft? Die Verhinderung einer Schaffung einer neuen Einheitsfront gegen die wirklichen Machthaber, die Verhinderung einer weltweiten Bewegung für Gerechtigkeit. Darum haben wir jetzt ein drittes Geschlecht in der Geburtsurkunde … und kaum noch Widerstand gegen steigende Obdachlosigkeit und grassierende Armut in einem der reichsten Länder der Welt, dass sich ehedem mal demokratischen Grundprinzipien verpflichtet fühlte, noch das Wissen darüber, dass die Armut Afrikas Europa viel eher erreichte, als es die Bewohner Afrikas taten.

Es wird das Fehlen dieser heiligen Wesenszüge des Menschen sein, das den Untergang des Westens bewirkt – auf welche Art und Weise sich das im Alltag auf das Leben von uns Menschen ausleben wird, kann man unter Umständen auch in der geheimen Bundeswehrstudie nachlesen. Es wird sogar ein neuer Menschentypus erschaffen, ein „Amerikanischer Bürger neuen Typs“, ein fanatisiertes Hybrid, das als Geschöpf des Liberalismus das Leben in Kosten und Nutzen zerlegt, Mitgefühl für eine (teure und unnötige) Option hält und das von seiner geistigen und kulturellen Überlegenheit gegenüber all jenen Leuten überzeugt ist, die mit neuen Technologien oder den raffinierten Möglichkeiten des Handels nicht so recht vertraut sind“ (Preparata, a.a.O., Seite 24).

Dieser Hybrid wird nicht mehr in der Lage sein, weltweit führende Bewegungen für Gerechtigkeit ins Leben zu rufen, während der Einzelne in „apathische Entscheidungslosigkeit“ (Preparata, a.a.O., Seite 24),  versinkt … Folge einer Philosophie der „rationalisierten Verzweiflung, deren Bestreben es ist, sich jedem Mitgefühl zu widersetzen, und keine Mühe darauf zu verwenden, die weltweite Ungerechtigkeit um des Friedens willen zu reformieren“ (Preparata, a.a.O, Seite 27).

Der neue mitleidlose Menschentypus bekommt gerade auch auf dem Gelände der ehemaligen Flick-Villa neue Unterkünfte (siehe tz)

„Ab Juli 2014 wird mit dem Neubau auf dem Grundstück der ehemaligen Flick-Villa begonnen. „Hier entstehen zehn neue Luxuseigentumswohnungen mit modernster Technik und Ausstattung“, sagt Mayr. Sie sollen jeweils zwischen 160 und 400 Quadratmetern groß werden – je nach Wunsch der neuen Eigentümer. Ende 2015 wird der Neubau voraussichtlich bezugsfertig sein.

Eins ist jetzt schon sicher: Die Luxuswohnungen liegen in einer 3400 Quadratmeter großen grünen Oase mit unverbaubarem Blick und direktem Zugang zum Isarufer.“

Jeder Quadratmeter dieser Wohnungen kostet mehr, als ein Hartz IV-Abhängiger im Jahr zum Überleben erhält. Ob der Erlös aus dem Verkauf wohl auch zum „Kampf gegen Rechts“ verwendet wurde? Ziehen wir eine neue Broschüre der spendenfinanzierten Amadeu-Antonio-Stiftung zu Rate, so reicht allein die Beschreibung einer manipuliernden Finanzoligarchie (die übrigens mit absoluter Mehrheit nichtjüdisch ist, auch wenn diese Stiftung immer das Gegenteil behauptet, um aus Kapitalismuskritik und Kritik am Finanzfeudalismus Antisemitismus zu stricken) dazu aus, Staatsfeind zu werden (also Neusprech: rechts … als wäre dieses Land ein linkes Paradies, das pauschal vom rechten Untermenschen bedroht wird).

Nun gut, dann reden wir eben nicht mehr über Manipulation, halten Fussball für das wichtigste Ereignis der Menschheitsgeschichte, sagen nicht mehr Neger … und denken nicht an die Zukunft.

Und ignorieren voller stolzem und mitleidlosem „Gut-Sein“ den afrikanischen Holocaust … der nur der Vorbote des Untergangs des Westens ist.

PS: wenn Sie mal einen Blick auf das kulturelle Niveau des „neuen Menschen“ werfen wollen, empfehle ich gerne nochmal das „Gastmahl der Geistlosen“ (siehe NZZ).

 

 

 

Die Schlümpfe von „Meck Pom“ haben gewählt – über Grüne Arroganz, bürgerliche Verzweiflung und die ungeschminkten Worte eines Ossis (+Video der Woche: „IRRTUM – Ihr wisst gar nichts von uns“)

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Bild: Public Domain/Wikimedia/Hans Buch

Die Empörung über das Wahlergebnis ist groß, Grünen-Politiker David Mack bezeichnete Mecklenburg-Vorpommern postwendend sogar als „das am dümmsten besiedelte Bundesland“ (siehe Huffingtonpost).

Natürlich hat man bei den Grünen gerade allen Grund, sich in die Nase zu beißen: Laut Landeszentrale für politische Bildung MV handelte es sich nur um wenige hundert Stimmen, die darüber entschieden, dass die Grünen aus dem Landtag flogen. Dabei ist es schon ein atemberaubendes Kunststück, wie es die Grünen heute zustande bringen, immer mehr in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden, obwohl doch der im derzeitigen Weltgeschehen offenkundig gewordene systemische Wahnsinn quasi ein aufgelegter Elfmeter wäre, um mit klassischen Grünen Anliegen voll zu punkten und die Wählergunst praktisch jedes vernünftigen Bürgers, dem sein Leben und die Zukunft seiner Kinder lieb sind, zu gewinnen.

Aber wundert das Abwählen der Grünen wirklich? Immer mehr Menschen haben den Eindruck, dass die ehemaligen Kämpfer für Bürgerrechte, Ökologie und mehr Menschlichkeit heute zu einem grotesken Zerrbild ihrer ursprünglichen Anliegen mutiert sind. Nicht nur, dass sich grüne Spitzenpolitiker längst mit der Denkweise und dem Lobbynetzwerk der Konzerne arrangiert haben (siehe den ARD Klassiker „Rot Grün macht Kasse“), so verengt sich deren ideologisches Engagement trotz brennender ökologischer, ökonomischer, politischer und sozialer Aufgabenstellungen immer mehr auf mediale Treibjagden und Hexenverbrennungen, die an eine autoimmune Krankheit erinnern, bei welcher der Organismus seine eigenen gesunden Zellen auffrisst.

Wie der Eifelphilosoph bereits treffend geschildert hat (siehe „Brief an Deutschlands Linke: geht doch einfach nach Hause“), ist es natürlich bequemer, unter Wohlgefallen und finanziellem Geldsegen transatlantischer Netzwerke wie der Amadeu Antonio Stiftung die letzten profunden Gründenkerzellen aus dem smart gewordenen Bioladen via Facebook zu entfrienden (siehe Meedia) und zur neuen Hexenjagd gegen Globalisierungsgegner, alternative Denker, homöopathische Ärzte und Impfkritiker zu blasen (siehe z.B. Denunziationsaufruf auf Fefes Blog) als sich mit den wirklichen Mächten des politökonomischen Weltgeschehens anzulegen. Welchen Bärendienst die selbsternannten „Linken“ damit dem gesellschaftlichen Diskurs erweisen, indem sie in inflationärer Weise mit Vakuumattributen wie „Nazi“ und „Verschwörungstheoretiker“ um sich werfen, sieht man nicht zuletzt an den Wahlergebnissen: Allerortens treten stramm nationalistische Parteien und bizarre Rappelköpfe ihre Siegeszüge an. Das wäre ohne dem Versagen der klassischen linken Bürgerparteien de facto ausgeschlossen, denn an sich war ja der Großteil der Deutschen und auch der mitteleuropäischen Nachbarländer eher links-libertär-humanistisch gesonnen.

Die Bürger sind also offensichtlich eher geneigt, sich mit radikal-nationalistischen Parteien auf dünnes rechtsstaatliches Eis zu begeben als dem Weg der radikal-nihilistischen neuen Linken/Grünen zu folgen.

Ersteren zu folgen ist riskant und könnte vielleicht übel ausgehen, aber immerhin versprechen die Nationalen, zumindest die unerträglich gewordenen Machtstrukturen, die transatlantische Globalisierung und den damit einhergehenden Alltagswahnsinn wieder hinwegzufegen.

Zweiteren zu folgen, würde nach Ansicht der meisten Wähler jedoch ganz bestimmt übel ausgehen, denn die nihilistischen Ditfurthianer sind im Taumel ihrer autoaggressiven Immunerkrankung fest entschlossen, gerade diejenigen Zellen unseres Gesellschaftsorganismus zu vernichten, die eine Änderungen der derzeitigen Denk- und Wirtschaftsweise anstreben. Und besonders wenn man Kinder hat, möchte man nicht, dass diese womöglich von der aktuell um sich greifenden Borderline-Hexenhysterie der Nihilisten angesteckt werden.

Den Grünen/Linken ist es paradoxerweise sogar zu verdanken, dass das Wort „Nazi“ heute jeden Schrecken verloren hat. Indem es in vollkommen inflationärer Weise jedem an den Latz geknallt wird, der herrschende wirtschaftliche oder gesellschaftliche Verhältnisse bzw. die Regierungslinie kritisiert, denken sich immer mehr Menschen: „Hmm, also wenn das ‚Nazi‘ ist, dann ist ein Nazi ja gar nicht so schlecht, wie man uns das früher immer beigebracht hat. Dann bin ich auch lieber Nazi als so ein Ditfurthianer.“

Auch die derzeitige Polarisierung des  Flüchtlingssthemas  ist zum Haareraufen. Dabei hätte jeder Soziologiestudent im ersten Studiensemester vorhersagen hätte können, was herauskommt, wenn man in einem Land, in dem der Wohnungsmarkt knapp und der Arbeitsmarkt ebenfalls am Krachen ist, eine Millionenschaft an Migranten mit einer Millionenschaft an Inländern, die ebenfalls kaum noch ihre Existenz bestreiten können und ums soziale Überleben kämpfen (laut Jahresbilanz des Bundesverbandes Deutsche Tafel sind bereits über 1 Million deutsche Bürger auf Gratis-Essen angewiesen, Tendenz stark steigend)  einfach auf der existenziellen Ebene aufeinanderprallen lässt – in einem Land, in dem lt. Bundesagentur für Arbeit/BA jedes sechste Kind in einer Hartz-IV-Familie lebt, also akut armuts- und abstiegsgefährdet ist.

Es steht nun zu befürchten, dass wir als Menschen gespalten werden, obwohl wir in einer Zeit des eskalierenden Neoliberalismus zusammenhalten und mit aller Kraft solidarisch sein müssten.  Denn nur gemeinsam können wir die Schienen, auf denen unser Zug gerade Richtung Grand Canyon fährt, umlegen. Indem man uns allerdings in völlig konzeptloser Weise existenziell aufeinanderprallen lässt, verpufft diese Kraft bzw. wird sogar ins Destruktive pervertiert: Die Bürger streiten miteinander und reiben sich gegenseitig auf. Indes kann die neoliberale Agenda weiter ungestört durchgezogen werden.

Zurück aber zu Mecklenburg-Vorpommern und den Ossis. Was mussten die „Ossis“ nicht schon an Schmähungen über sich ergehen lassen: Die fortschritts- und frackinggläubigen Wessipolitiker und ihre Hofmedien  ließen kaum ein gutes Haar an ihnen, stellten sie bei jeder Gelegenheit als hinterwäldlerische Fortschrittsverweigerer dar, die sich nun als „Pack“ im „Dunkeldeutschland“ zusammengerottet haben und für Ruhestörung der im luxuriösen Apartment des Industrie 4.0-Zuges sitzenden Leistungsträger sorgen. Dass einige Ossis darauf hinweisen, dass der Zug, in dem wir alle sitzen, geradewegs auf den Grand Canyon zufährt, wer will solche Zwischenrufe hören? Wenn man diese Stimmen ernstnähme, dann müsste man ja die Geschwindigkeit drosseln, Halt machen und die Gleise umlegen. Aber das verschreckt laut Merkel-Doktrin womöglich die Weltmärkte und die US Ratingagenturen. Also  lautet die alternativlose Losung: weiter voll einheizen den Zug, volle Kraft voraus und über die Atlantikbrücke ab in den Grand Canyon.

Auch in den Pressemeldungen im Ausland wurde über die jüngste Wahl oft in ironisierender bis spöttischer Weise berichtet. Der österreichische Rundfunk ORF bezeichnete sie in seinen Leitartikeln mit Gänsefüßchen als „Meck Pom-Wahl“ und „Merkels Meck Pom“. Das erweckt unweigerlich Assoziationen mit dem pausbäckigen Pom-Bär aus der Kekswerbung oder mit den fortschrittsscheuen Hobbits aus dem Auenland – schlumpfartige Gesellen jedenfalls, die mit dem von Merkel gepredigten Bekenntnis zu Industrie 4.0 und der totalen Digitalisierung aller Lebensbereiche nicht viel am Hut haben, sondern denen dieser Fortschritt sogar Angst macht. Auch wurde in der Wahlberichterstattung stets betont, dass die negative Stimmungslage der Wähler ja „nur“ ein vergleichsweise dünn besiedeltes ehemaliges DDR-Gebiet betreffe, während in den wirklichen Kulturmetropolen der Merkelkurs weiterhin breite Unterstützung finde.

Meines Erachtens ist das Verächtlichmachen der Meckpombürger und „Ossis“ ein schwerer Fehler. Wir täten gut daran,  ihre Stimmen ernst zu nehmen, denn immerhin haben sich diese Mitbürger aufgrund ihrer leidgeprüften Erfahrung von Diktatur und Willkür sensibilisiert für gewisse Tendenzen, die bei weiterem Fortschreiten das gesamte Fundament von Demokratie und Rechtsstaat aushöhlen könnten.

Mitbürger, die deshalb rechtzeitig „Au !“ schreien, wenn sogar das, was im freien Westen früher am Ostblock als so abgrundtief schlecht und aller Grundrechte des modernen Menschen spottend kritisiert wurde, nun von der Bundeskanzlerin achselzuckend  als Normalität hingestellt wird: z.B. die schrankenlose Bürgerüberwachung und Durchleuchtung des Privatlebens durch ungreifbare geheimdienstliche Behörden – zu dessen Rechtfertigung die höchsten Staatspolitiker wieder die Worte von Joseph Goebbels in den Mund nehmen: „Wer nichts zu verbergen hat, hat von uns nichts zu befürchten“ (siehe Nachrichtenspiegel).

Das Lachen über die hinterwäldlerischen „Meckpom“-Schlümpfe könnte uns schon demnächst im Hals stecken bleiben. Denn immerhin wussten die Schlümpfe noch um die Existenz des dunklen Gargamel, der ihnen den Garaus machen wollte und vor dem sie daher auf der Hut sein mussten. „Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf“ – wer in seinem Leben noch nie erfahren hat, was es bedeutet, täglich in einer Diktatur aufzuwachen, der kann über diesen Ausspruch leicht lachen. Dabei warnen sogar bereits die Chefkonstrukteure des CIA-/NSA-Überwachungsapparats in einem offenen Brief: „Wir errichten gerade schlüsselfertige Tyranneien!“

So wie der ostdeutsche Bauunternehmer Owe Schattauer in seinem u.a. Video haben daher auch viele andere „Ossis“ erkannt, dass bereits Feuer am Dach ist – während wir wohlstandsverwöhnten Wessis noch unbeirrt an dem aus den drei Strängen technischer Fortschritt, betriebswirtschaftliche Effizienz und bodenlose Unterhaltung geflochtenen Merkel’schen Sauerzopf (dem eigentlichen „Meckpom“-Scherzkeks) festhalten.

Obwohl die Wahl der AfD in MV die drohende – und in ökonomisch-sozialer Hinsicht bereits bedrückend manifeste – Tyrannei vermutlich in keiner Weise verhindern bzw. beseitigen wird (siehe „Was wir heute brauchen wie ein Loch im Knie: „Bodenständige“ Politiker im Maulwurfspelz und AFX-Parteien“), da die AfD ein knallhartes neoliberales Programm im Talon hat und im übrigen eine noch stärkere Sanktionierung von Hartz IV-Beziehern und Minderleistern befürwortet,  so kann das Wahlverhalten in MV zumindest als Versuch der Bürger gesehen werden, die Notbremse zu ziehen.

So, jetzt aber genug der Vorrede. Ich habe ihn schon erwähnt: Owe Schattauer. Auch er kam nach der Grenzöffnung mit der Sehnsucht nach Freiheit und einem besseren Leben in den Westen. Als Rapper „C-Rebel-um“ kondensiert er seine Erfahrung der vermeintlichen Freiheit im wiedervereinigten Deutschland mit dem Fazit: „Frei ist hier nur, wer Geld hat.“

Ähnliche Worte der Ernüchterung, wie sie Owe Schattauer in seinem Song „IRRTUM – Ihr wisst gar nichts von uns“ spricht, wird es vermutlich in den nächsten Jahren en masse von Flüchtlingen zu hören geben, die aktuell noch voller Hoffnung ins gelobte Schlamerkelland strömen.

Ein weiteres bemerkenswertes Lied von Owe Schattauer ist „Brot und Spiele“, in welchem er auf ganz prosaische Weise schildert, wie er das vermeintliche Konsumparadies im Westen mittlerweile erlebt. Auch wenn die grobklötzig-spartanische Visualisierung der Videos in keiner Weise mit dem westlichen Industrial-Light-And-Magic-Niveau mithalten kann, so stellen die schlichten, aber ergreifenden Texte des kleinen Mannes von der Ossi-Straße besagte Industrial-Light-And-Magic Produktionen dennoch in den Schatten.

„IRRTUM – Ihr wisst gar nichts von uns“:

 

„Brot und Spiele“:

Nachtrag – zur Kritik, warum ich Videos von so jemand „Unmöglichem“ wie C-Rebell-um verlinkt habe (@Alethia u.a.) :

Nun, ich habe nicht das gesamte Oevre von C-Rebell-um studiert und zweifellos ist er kein Ghandi oder Hermann Hesse, den man bedenkenlos politisch korrekt zitieren kann. Sucht man das Haar in der Suppe, dann könnte man im Übrigen überhaupt niemanden zitieren, nicht einmal Hermann Hesse. Denn obwohl ich persönlich mindestens 99,9% der Aussagen von Hermann Hesse als einen meiner Lieblingsautoren bedenkenlos unterschreiben könnte, so hat er etwa mit seinen Ansichten über das Recht des Menschen zum Suizid m.E. einen argen Hacker in die Welt gesetzt, aufgrund dessen unsere Gesellschaft womöglich schon viele Menschen unnötigerweise verloren hat. Wollte man die reale Konsequenz von Hesses diesbezüglicher Äußerung ebenso wie jener von Goethes „Leiden des jungen Werther“ statistisch evaluieren, man wäre wohl erschüttert. Wie wir wissen, war sogar Friedrich Nietzsche, wohl einer der brillantesten Denker seiner Zeit, in seinem Spätwerk vor geistiger Umnachtung nicht gefeit. Wenn also selbst die führenden Geister der deutschen Kulturgeschichte durchaus auch einige blinde Flecken haben, wie soll man dann von einem Rauhbeinrapper aus dem Baugewerbe erwarten, dass er ohne Makel ist?

Der Grat der Wahrheit ist in der Tat ein schmaler und man muss wohl täglich neu das Gleichgewicht herstellen, wenn man nicht nach links oder rechts abstürzen will (wobei das jetzt rein metaphorisch gemeint ist, denn in politischer Hinsicht sind die Veortungen ‚Links‘ und ‚Rechts‘ m.E. sowieso schon komplett verhunzt und daher ein Fall für die Tonne) – insbesondere dann, wenn man es wagt, dem schwarzen Loch ins Auge zu schauen, das heute alle Grundlagen unserer Zivilisation abzusaugen droht.

Dass ich Owe Schattauers / C-Rebell-ums Videos dennoch verlinkt habe, hat aber zwei handfeste Gründe:

1.) sind die zwei Songs m.E. astreine Zeitzeugendokumente über die Zeit nach dem Mauerfall bzw. Paradebeispiele für die Desillusionierung über das vormals strahlende westliche Konsumparadies aus der Sicht eines Ossis, der in diesem Konsumparadies sein Glück gesucht hat.

2.) Da ich selbst eher denkerisch veranlagt bin, habe ich früher immer abschätzig auf eher willensgeprägte Typen wie C-Rebell-um herabgesehen, die einfach so aus dem Bauch heraus manchmal recht grobschlächtig klingende Dinge heraussprudeln lassen, noch bevor der Kopf den bewegenden Gedanken ganz zu Ende gedacht hat. Diese arrogante Haltung habe ich inzwischen gründlich revidiert. Denn was ich momentan wahrnehme ist: Es herrscht allerortens eine massive Willenslähmung, und das, obwohl wir heute fähig sind, alle politisch-ökonomischen Abgründe messerscharf zu analysieren und auf höchstem akademischen Niveau aufzubereiten. Effekt: Null, Nada. Gleichermaßen üben wir uns darin, ironisch herumzuwitzeln und den Wahnsinn, der uns schon demnächst Kopf und Kragen kosten könnte, zu überspielen und als bloßes Kasperletheater darzustellen, über das man sich schenkelklopfend abhauen könnte.

Man nehme z.B. nur die wegen ihres Scharfsinns und hohen Niveaus so vielgepriesenen „Anstalt“-Sendungen: Ehrlich gesagt, kann ich das dauernde Satirisieren und neunmalschlaue Persiflieren nicht mehr ertragen. Der Anblick des Publikums, das die abgründigsten Themen des Weltgeschehens in demaskierter Form serviert bekommt und diese Tatsachen mit leuchtenden Augen, brüllend vor Lachen entgegennimmt, zwischen den Pointen aufgrund von delektiertem Dauerschmunzeln chronifizierte Gesichtskrämpfe erzeugend, erinnert mich an die Szenerie mittelalterlicher Königshöfe, wo es ein paar Hofnarren erlaubt war, sich über die Despotenherrscher und die dekadenten Zustände im Reich lustig zu machen, solange sie sich selbst zum ulkigen Narren machen. In dem Moment, wo jemand das, was der Hofnarr persifliert, mit aufrechtem Ernst vorgebracht hätte, wäre augenblicklich sein Kopf gerollt und man hätte ihn von der Bühne entfernt. Schon alleine die Bezeichnung „Die Anstalt“ zeigt ja bereits, dass man mit seinem Vorbringen in Wirklichkeit eine gewisse Grenze nicht überschreiten wird sondern sich vorauseilend im Klamauk-Genre verortet. Und in diesem nicht für voll zu nehmenden Genre lässt man den Akteueren gerne jede Narrenfreiheit: Sie dürfen dort trompeten, sich am Kopf stellen und die Könige verulken – die dann, wenn der Konfetti des lustigen Plunderabends wieder zusammengekehrt ist, aber weiterhin ihr gewonhtes Geschäft betreiben, d.h. ihre Untertanen ausbeuten und foltern, grausame Plünderungen von Nachbarländern planen und obszöne Feste mit schokoladeglasierten Schweinen feiern während die Armen vor den Toren der Paläste verrecken.

Und genau aus diesem Grund des Verreckens habe ich mir vorgenommen, in Zukunft einen feuchten Kehricht auf politische Correctness zu geben und mich hinsichtlich zitierfähiger Quellen nicht durch die Maulkörbe und Brandmarken limitieren zu lassen, die irgendwelche selbstgerechten Pseudo-„Linken/Intellektuellen“ verteilen, die sowieso alles, was nicht aalglatt, kubisch oder mechatronisch ist, mit den „Nazis“ in einen Topf werfen und damit einem echten gesellschaftlichen Dialog und Fortschritt den größtmöglichen Schaden zufügen. Ich habe genau aus diesem Grund ganz bewusst nicht nachrecherchiert, aber angesichts seiner grundsätzlichen Systemkritik und seiner unverhohlenen Worte hat C-Rebell-um wohl bestimmt schon den gesamten Rattenschwanz an Ditfurthianern und Psiram-Inquisitoren am Hals, die ihm das Etikett „Verschwörungstheoretiker“ auf den Rücken kleben wollen.

Zweifellos wird man in seinen Statements auch viel Unausgegorenes und Zweifelhaftes finden, das kritikwürdig ist und das als Argumentationsmaterial für gefährliche politische Ambitionen zur weiteren Sanktionierung von Hartz IV-Beziehern etc. verwendet werden könnte – wenn er als „Stimme des Zorns“ seine morgendlichen Wutausbrüche, mit denen er im Auto die Radionachrichten kommentiert, sofort unredigiert online stellt, dann ist ja auch nichts anderes zu erwarten, als dass in seinem Redeschwall auch einige Knorkse dabei sind. Und natürlich hat solche Cholerik ihre eigenen Gefahren und Fallstricke. Trotzdem könnten wir akademisch verbildeten Schöngeister uns gerade von dieser Impulsivität Schattauers eine Scheibe abschneiden: Er witzelt sich nicht bloß über den nackten Wahnsinn hinweg und duckst herum, sondern er ist aus tiefstem Grund heraus empört und schreit diese Empörung auch nach Leibeskräften aus sich heraus – weil er es nicht fassen kann, wie sich der Wahnsinn heute bereits demaskiert hat und vom Großteil der Menschen auch als solcher erkannt wird, aber die Leute trotzdem lieber weiterdösen und sich mit Illusionen betäuben wollen, also den Zug weiter Richtung Grand Canyon fahren lassen – auf hohem Niveau witzelnd und sich damit nonchalant darüber hinwegerhebend, bereit noch ein Selfie zu machen, sobald der Zug über die Klippe fährt – die Zeit bis zum Aufprall dann noch nutzend, um die „Likes“ zu zählen, die man von der Online-Community für seinen letzten Schuss erhält…

Und während wir im Kopf stecken bleiben und sich die sogenannten „Linken“ ihre Zeit damit vertreiben, um via Smartphone Friedensaktivisten als Verschwörungstheoretiker zu diffamieren, kommt Owe Schattauer ins ganz konkrete Handeln, organisert z.B. gemeinsam mit Dr. Rainer Rothfuß eine Friedensfahrt von Berlin nach Russland, um im Namen der Bürger zu demonstrieren, dass wir den mittlerweile höchst gefährlichen und von den Leitmedien geflissentlich eingetrommelten Konfrontationskurs der NATO in keiner Weise mittragen wollen (Wir machen da nicht mit. Wir machen den Frieden jetzt selbst … unsere Damen und Herren Volksvertreter finden anscheinend keinen Weg, mit dem russischen Volk zu kommunizieren. Im Gegenteil, man baut in dieser äußerst brisanten geopolitischen Lage völlig verantwortungslos auf Sanktionen und Konfrontation statt auf Kommunikation. Das müssen wir ändern. Es geht darum, nicht nur zu reden, sondern einfach zu tun.“  siehe http://www.free21.org/friedensfahrt-berlin-moskau-august-2016/)

Obwohl man also endlos Pros und Contras zu seiner Person finden könnte, so muss ich angesichts des bereits halshohen Wasserspiegels sagen: Gäbe es heute mehr Menschen wie Owe Schattauer, die mit einer gesunden Allergiebereitschaft auf den zur Normalität erklärten politisch-ökonomischen-ökologischen Wahnsinn reagieren (aus einem Gespräch mit Medizinern habe ich erfahren, dass HYPOTONIE, d.i. die mangelnde Reaktionsfähigkeit auf herandringende Allergene und Toxine eine viel bedenklichere – und heute weit verbreitete – Konstitution ist als HYPERTONIE, d.i. das sofortige Reagieren auf einen Reiz durch Hautrötung etc.), dann müssten wir nicht so wie heute dem Abgrund entgegensehen, sondern könnten einer konstruktiven, menschengerechten Zukunft entgegengehen. Denn besagter Wahnsinn kann nur dann blühen, wen wir herumducksen und den Kopf in den Sand stecken. In dem Moment, wo wir uns aufrichten, muss er dahinschmelzen wie ein Schneemann im Frühling.

Das Lied der Woche – Watschn – Das Gutmenschen Lied – Chr. Holzhöfer

(Eigentlich heißt das Lied so:)
Diese bürgerlichen Linken & Grünen (Das „Gutmenschen“-Lied)

Wer hat die „Nase oben“ & kommt so überheblich daher
Wer denkt da immerzu, dass er was besseres wär‘
Wer wollte nie wie seine bürgerlichen Eltern sein
& wer gleicht den bürgerlichen Eltern, wie ’n Ei dem andern Ei

Wer interessiert sich für die Armen & Malocher doch nicht
Wer verachtet so derbe die Unterschicht
Wer labert so bescheuert abgehoben daher
Wer ist da so spießig bis zum geht nicht mehr

Wer kommt aus ach so gutem bürgerlichen Elternhaus
Wer wächst da so schön bürgerlich behütet auf
Wer geht nach dem Studium gleich in die Politik
Wer kennt keine körperliche Arbeit nicht

Wer ist da so befallen vom Gender-Wahn
Frisst Bio, tut dicke Bonzen-Klitschen fahren
Wer lässt keine andere Meinung zu
Wer nennt sich da „Gutmensch“, ach, ich bin ja so gut

Wer kommt auf so ’n Scheiß, wie ’n „Veggieday“
Die bürgerlichen Linken noch nicht, aber schon bald?!
Wen stört ’s, wenn wer ’n Zigeunerschnitzel bestellt
Wer macht so gerne Menschen lächerlich & verächtlich
Wer ist da politisch so über-korrekt

Wer schrie früher: Religion raus aus der Öffentlichkeit
& wer schreit heute ganz laut nach Religionsfreiheit
Wer hat was gegen alles, was den einfachen Menschen gefällt
Wer hält sich für den Nabel der Welt

Wer ist da so antideutsch bis zum geht nicht mehr
& wer kommt da wie eineiige Zwillinge daher
Wer nennt gleich jeden ’n Nazi, Rassist & Faschist
Wenn da mal wer einer andren Meinung ist

Wer instrumentalisiert die armen Flüchtlinge doch nur
Wer schreit da: Immer mehr! Nur nicht da, wo ich wohn‘
Ja! Wer handelt immer anders, als er da spricht
& wer hat da jede Asylgesetzverschärfung abgenickt

Wer ist für Rauchverbote & liebt den Krieg
Die Linken bald, die Grünen schon lange
Wer freut sich über Spenden von der Rüstungsindustrie
Die Linken bald, die Grünen schon lange
Wer hält die Nato für so mega-geil & ober-cool
Die Linken bald, die Grünen schon lange
Wer ist neoliberal & konservativ wie die CDU
Die Linken bald, die Grünen schon lange

Wer will die Menschen alle umerziehen
Ein jeder soll & muss doch so sein wie sie
Wer ist schlimmer als ’n Tripper oder Syphilis
Wer ist da im Lande der größte Egoist

Wer schwafelt von Frauen- & Minderheitenrechten daher
Wer liebt den Frauen- & Minderheiten verachtenden Islam so sehr
Wer predigt da Wasser & säuft doch nur Wein
Wer ist nie das, was er da vorgibt zu sein

Wer spuckt ei’m in jede Suppe ’nein
Wem darf man nicht trauen? Niemals! Nein!
Denn wer nennt sich da „Gutmensch“ & ist doch so schlecht
& wer denkt da, er hätte immer recht

Wer will doch auch nur vor den fetten vollen Trögen sitzen
Wer will doch auch nur, dass die Arbeiter für sie schuften & schwitzen
Wer gehört auch zu dem großen deutschen Einheits-Parteien-Brei
& wer wählt diese Parteien, diese widerlichen, die zwei

& warum wählen die Armen & Arbeiter die denn nicht
Diese bürgerlichen Linken & Grünen
Weil die ganz genau wissen, was das für ’ne fiese Bande ist
Diese bürgerlichen Linken & Grünen
Die größten Spießer im ganzen Land
Die bürgerlichen Linken & Grünen
„Gutmenschen“ … aber selbst ernannt …
Diese bürgerlichen Linken & Grünen

Brief an Deutschlands Linke: geht doch einfach nach Hause.

Digital StillCamera

Montag, 1.8.2016. Eifel. Liebe Linke! Ich dachte mir: ich schreibe Euch heute einfach mal. Ihr schreibt mir ja auch dauernd. Gemeint sind natürlich nicht nur „Linke“ in der Partei „die Linke“ – nach dem Umgang mit Frau Wagenknecht (einer Linken, die sich noch erinnert, was linke Politik einmal war: Politik des Kleinen Mannes) konnten alle nachlesen, dass „Solidarität“ in dieser Partei ein Fremdwort ist und wir wohl nur einen weiteren Diätenjagdverein hinnehmen müssen. Außerdem müssten wir uns noch darüber unterhalten, ob die SED-Reste in dieser Partei nicht „rechts“ zu nennen sind, Stechschritt der Armee und umfassende Bespitzelung der eigenen Bevölkerung war ja für uns im Westen 1945 zu Ende.

Wir haben ja einige Probleme momentan. Gute Zeiten für linke Politiker, Lösungen anzubieten. Krieg, zum Beispiel. Eventuell: richtig dicker Weltkrieg. Mit echtem Blut und Millionen Toten. Russland gegen Europa ist im Angebot  oder Japan gegen China, beides mit den USA im Rücken. Ja, die stehen bei allem immer gerne hinter einem, da wird man weniger getroffen. Glaubt ihr nicht, das mit dem Krieg? Klar, Aufrüstung und Truppenverlegung in den Osten (in ehemalige Länder des Warschauer Paktes) geschieht nur zum Spaß.

Oder Wirtschaft: der Kapitalismus ist am Ende seiner Finanzierbarkeit angekommen, der Zinsdurst der Oberschicht ist so gewaltig, dass er die Wirtschaftskraft aller Länder aufsaugt, eine Bankenkrise jagt die nächste (auch die können Traumrenditen von 10 Prozent nur noch mit Tricks und Täuschungen – also Betrug – hinbekommen), die Staatsverschuldung erreicht schwindelnde Höhen – vor allem, weil der Kapitalismus nicht liefert – Arbeitsplätze zum Beispiel, Teilhabe an den Gewinnen oder auch nur Steuern. Wunderbare Zeiten für linke Politik, die das Volk dringend braucht. Und das Volk: steht hinter Euch, zu sechzig Prozent: es gab sogar eine linke Mehrheit bei der letzten Bundestagswahl – aber die linken Parteien (also: zwei davon) waren leider rechte Parteien, eine davon verrät ihre Wähler konsequent bei jeder Wahl und wird nur noch von Masochisten gewählt, die Lust darauf haben, verarscht zu werden.

Oder die Gesellschaft: Atom ist wieder Thema. Gott sein dank, denn: wir wissen seit 50 Jahren nicht, wohin mit dem Müll. Die Kosten für den Müll tragen die Bürger (also: wir alle), den Gewinn des AKW´s (den es ohne Kostenübernahme gar nicht gäbe) fahren nur ein paar wenige ein – dafür aber doppelt und dreifach. Direkt bei mir um die Ecke zerbröselt gerade so ein Altmeiler, es werden schon Jodtabletten verteilt (siehe Aachener Nachrichten). In Köln haben gestern 30-40000 Türken für den Herrn Erdogan demonstriert: für eine Politik der staatlichen Willkür, des Demokratieabbaus, des Bildungsverbotes und der Militarisierung – als „Gegendemonstranten“ hatten wir 250 „Rechte“ (siehe Spiegel): was deutlich zeigt, wie groß die echte, rechte Gefahr ist. Wir haben mit den Jobcentern einen Datenkraken der Ultraklasse, die schon mehr als jeden zweiten lebenden Deutschen erfasst haben (und damit mehr als zwei Drittel der arbeitenden Bevölkerng): da ist viel Arbeit für Linke, zumal der ganze Komplex „Arbeitslosigkeit“ wie ein Mühlstein am Halse der Gesellschaft hängt und offensiv fortgetragen wird – zum Beispiel durch „union busting“, dem professionellen Vernichten gewerkschaftlicher Strukturen.

Nun ja: Umwelt – war noch nie so ein richtig linkes Thema. Man war ja für den „Arbeiter“, also für die „Fabrik“, ohne die der Arbeiter gar keine Anteile am Gewinn fordern konnte. Die ganze SPD lebt noch von dieser Sicht, für die wir am Ende aller Tage 1,5 Planeten brauchen, um alle dementsprechend zu versorgen – und der Verbrauch wächst täglich. Übel, oder? Und eine ganze Armee von Ausbeutern will, dass es noch schlimmer wird. Dazu habe ich eine lustige Quelle gefunden, die uns erklärt, warum alle wollen, dass man sich ein Haus kauft (und baut – siehe Zen-Depot): Banken, Arbeitgeber, Staat, Bauindustrie, Anwälte, Notare, Energieberater (und andere) profitieren ganz gut von dem deutschen Eigenheimwahn – völlig abgesehen davon, dass so ein freistehendes Haus den „ökologischen Fußabdruck“ so sehr vergrößert, dass wir wegen ihm bald zwei Planeten brauchen.

Arbeit für Linke wäre genug da – aber: es hadert ja schon an der Definition was das eigentlich ist, „links“. Ältere Semester kommen da gleich mit „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ – nur können die jungen Menschen von heute damit nichts anfangen. Darum hat sich die Rosa-Luxemburg-Stiftung mal damit auseinandergesetzt (sogar mir Tips für die Gruppenarbeit, siehe Rosa-Luxemburg-Stiftung):

Davon ausgehend, können drei Dimensionen des Linken im Unterschied zum Rechten ausgemacht werden: (1) Unterstützung für den Sozialstaat vs. Forderung von mehr Marktfreiheit, (2) Forderungen nach weiterer Demokratisierung vs. Erwartungen an eine »starke Hand« und (3) Offenheit für abweichende Lebensentwürfe (Verhältnis zu Schwulen, Lesben als ein Indikator) und gegenüber Fremden (Juden, Moslems usw.).

Ein schöner theoretischer Ansatz – und der trifft nun auf eine echte, lebendige Welt, wo „Fremde“ (ist der Begriff nicht selbst schon rassistisch?) „abweichende Lebensentwürfe“ angreifen – was den deutschen Normlinken völlig aus der Bahn wirft und zum Schweigen bringt, weil seine Theoriemodelle versagen … so zum Beispiel wenn Muslime aus der Fremde Nudisten aus Deutschland „bedrohen. beleidigen und bespucken“ und ihnen die Ausrottung versprechen (siehe: Der Westen). Wie wollte ihr Eure Nudisten vor Euren Fremden schützen – mal ganz von dem grassierenden Antisemitismus im arabischen Raum abgesehen? Kompliziert, oder?

Doch damit nicht genug: als „abweichende Lebensentwürfe“ werden von jenen, die „abweichende Lebensentwürfe“ leben, inzwischen alle Lebensentwürfe außer den ihren angesehen: ein Absolutheitsanspruch, den man von ultrarechten Gruppierungen gewöhnt ist, weshalb ja alle „Abweichler“ gestraft (und letztlich vergast) werden. Doch doch: ich habe da was gefunden, bei der einflussreichen Heinrich-Böll-Stiftung (siehe gwi.boell.de):

Heterosexuelle sind homophob. Heterosexualität wird nicht von irgendeinem Gen an- und ausgeschaltet. Es ist ein kulturelles Konzept, das erst durch die Abwertung gleichgeschlechtlicher Liebe, Sex und Zuneigung entstanden ist. Ein feministischer Zwischenruf.

Der feministische Zwischenruf kommt von einem Mann, nebenbei bemerkt. Warum auch nicht. Er …. formuliert eine recht eigentümliche Theorie:

„Wann die Idee von einer „heterosexuellen“ Normalität in die Welt kam, ist schwer zu sagen. In Europa begann die katholische Kirche im 13. Jahrhundert massiv ihre Vorstellung von einer gottgewollten Sexualmoral zu propagieren. Diese orientierte sich damals zwar noch eher an den Praktiken (anal=schlecht, vaginal=gut), aber die Idee von einer „natürlichen“ und „widernatürlichen“ Sexualität war geboren. Sich neben der Ehefrau noch einen Liebhaber gönnen? Das endete im mittelalterlichen Europa oft mit dem Scheiterhaufen.“

Ein bischen Geschichtswissen außerhalb haltloser feministischer Theorien wäre hier vielleicht angebracht, etwas über die Lustknaben des alten Griechenland oder des alten Rom (oder die lustvollen Kelten), noch lieber wären mir einfachste Kenntnisse im Bereich Biologie, aus denen wir ableiten könnten, dass „hetereosexuelle Normalität“ vor 3500 Millionen Jahren als Konzept in die Tierwelt gebracht wurde, um Nachwuchs zu zeugen – und das geht mit Homosexuellen nicht. Die „Kirche“ kam erst 3499,999 Millionen Jahre später. Ja und wir sind – trotz alle Theoriefreude – auch so ein klein wenig Tiere, also … etwas abhängig von den Richtlinien der Mitwelt, die auf Reproduktion ausgerichtet sind. Man braucht hier auch gar nicht Minderheiten wie die katholische Kirche mit ihren Meinungen zu „natürlicher“ oder „widernatürlicher“ Sexualität als „Täter“ herbei zu ziehen, es reicht, wenn wir über im Sinne der Natur zwischen „effektiven“ und „uneffektiven“ – also das Leben forttragenden oder nur der persönlichen Lust dienenden –  Lebensentwürfen unterscheiden. Platt gesagt: würde sich unsere Mitwelt entlang feministischen Wunschdenkens und halbgarer Theorienbildung entwickeln, wäre die Erde eine Wüste.

Aber unsere Stadtbewohner sind halt nicht nur was Nahrung angeht weit weg von der Realität, sie basteln sich auch sonst gerne ihre eigene, kleine Selbstlobwelt, in der sie selbst die Krone der Schöpfung, die Waffen-SS der Homosexualität sind. Undenkbar? „Schwul sein“ (ich hoffe, ich verstoße damit nicht wieder gegen eins der modernen Sprechverbote) ist keine politische Qualität – es gibt genug Nazis, die schwul sind. Schwule können KZ´s genauso betreiben wie „Heteros“, Lesben drehen nicht weniger geschickt den Hebel in der Gaskammer um – und aus der Annahme heraus, dass man sich selbst für etwas ganz besonderes, etwas besseres, weit über dem normalen Volk stehendem betrachtet – eine Art Superarier der verklemmten und total falsch entwickelten Männermenschheit – kann man auch schließen, dass die Lager zur Umerziehung der abnormen Heteros nur deshalb noch nicht stehen, weil die Elite der Schwulen noch nicht genug militärische Macht hat.

Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden, sagte Rosa Luxemburg, weil sie die ungeheure positive, belebende Dynamik sah, die sich aus dem Wettstreit der Gedanken ergeben konnte. Aber eine „starke Hand“ wie Rosa Luxemburg ist ja jetzt nicht mehr gewünscht, ihr wird „die Demokratie“ als Alternative entgegengesetzt, eine Demokratie, in der es normal ist, das Minderheiten Mehrheiten ihren Willen aufzwingen wollen … zudem ein ganz merkwürdiger Gegensatz, auch wenn sich die Begriffe im ersten Moment schön anhören enthalten sie doch gleichzeitig die Absage an alle linken Führungspersönlichkeiten.

Ach, liebe Linke: was rede ich da wieder. Sicher habe ich alles wieder falsch verstanden, sicher sind Kriege, Zusammenbruch der Wirtschaft, die anstehende Vernichtung von 18 Millionen Arbeitsplätzen, der laufende – rechtslastige – Aufstand der Abgehängten (siehe Welt), der nächste heftige Bankencrash (siehe Süddeutsche), die Abschaffung der Rente (ja, darauf läuft die Verlängerung der Lebensarbeitszeit für viele hinaus – zum Beispiel für meinen Vater, der nur 69 geworden ist, zu den Plänen siehe Süddeutsche), das komplette Versagen der deutschen Politik im Kampf gegen die Armut – was sogar zu einer fast vergessenen Rüge der Vereinten Nationen führte (siehe Süddeutsche), die systematische Fremdbestimmung politischer Parteien (siehe Nachdenkseiten zum Falle Sarah Wagenknecht, die das Potenzial hatte, eine gesellschaftliche Integrationsfigur und Kanzlerkandidatin zu werden … aber nun von Diätenjägern der eigenen Partei zum Teufel gejagt wird), natürlich weniger wichtig als die ständige Neuausrichtung einer feministischen Theorie, die auf weiter Flur versagt hat … wenn ich mir die soziale Stellung der Frau 48 Jahre nach der „sexuellen Revolution“ anschaue, ist man wohl beim eigenen Geschlecht nicht so überzeugend ´rübergekommen.

Ihr hättet ein reiches Betätigungsfeld – ich denke da nur an die Arbeiten zur Sexualökonomie von Wilhem Reich, die erschöpfend belegen, warum wir ganz viel von Sex reden – aber gar nicht mehr wissen, was das – außerhalb der Mechanik, die wir sportlich gut beherrschen – eigentlich mal war … und was mit uns geschieht (auch politisch), wenn die sexuelle Ökonomie ins Wanken gerät (worauf gerade mal wieder einiges hindeutet).

Aber was macht ihr? Ergötzt Euch daran, jede Woche neue Geschlechtsidentitäten zu erfinden, mit denen ihr eure zumeist wohlhabenden Eltern schockieren könnt – Arme haben da andere Probleme. Zum Beispiel … die Prostitution, die für die „Linksjugend-solid“ ja ein normaler Beruf ist – wozu sie sich einen beeindruckenden Kommentar eingefangen haben … von Prostituierten (siehe kritische Perspektive)

„Und ich kann mich nur wundern darüber, dass ihr den prostitutiven Akt als „Beruf“ und als „Dienstleistung“ bezeichnet. Sexualität ist der intimste Bereich eines Menschen, dürfen wir wenigstens den bitte behalten, oder müssen wir ALLES an uns verwerten und verkapitalisieren lassen, restlos? Seit wann tritt die Linke eigentlich als Verteidigerin des Verkaufs sämtlicher menschlicher Bereiche auf? Ihr bezeichnet Sex als Dienstleistung, als ließe er sich abtrennen vom Ich, vom Selbst, vom Körper, von der Persönlichkeit, als könne man ihn ablösen, hübsch verpacken, auf die Ladentheke stellen und dann kommt da so ein Typ, gibt mir 50 Euro und nimmt den Sex mit. Stellt ihr euch das so vor, ja? Ihr sprecht sogar von „miserablen Arbeitsbedingungen“, ja, meint ihr denn der Missbrauch, den wir erlebt haben und den so viele von uns immer noch erleben wird schöner wenn wir einen hübschen „Arbeitsplatz“, wie ihr es nennt, kriegen? „Arbeitsbedingungen“, was soll das? Unter welchen „Bedingungen“ wäre der Missbrauch, den die Freier uns antun, für euch denn okay? Oder seht ihr das gar nicht als Missbrauch und ignoriert das, was aus der Prostitution ausgestiegene Personen und auch die Traumaforschung so sagen? 68% aller Prostituierten haben eine PTBS, da haben wir noch nicht mal von Depressionen, Süchten, Borderline, Psychosen gesprochen. Meint ihr die kommen von den „miserablen Arbeitsbedingungen“, diese Sachen, oder wie? Jede Aussteigerin, die ich kenne, bezeichnet das, was sie erlebt hat in der Prostitution, als sexuellen Missbrauch. Dass wir diesen sexuellen Missbrauch geduldet haben oder dulden mussten, macht noch lange keinen Beruf daraus!“

Da steht noch viel mehr – und viele „Sexarbeiterinnen“ haben sich dem Brief angeschlossen – also jene, die kein eigenes Bordell haben, an dem sie gut verdienen. Ein engagiertes Schreiben, dass man ganz zitieren könnte – würde es hier nicht den Rahmen sprengen. Aber wie man sieht, ist es für „Linke“ kein Problem, wenn Geschlecht A Geschlecht B kaufen kann wie auf einem Sklavenmarkt – kein Wunder, wenn man sich eher darauf konzentriert, noch ein Dutzend andere Geschlechter zu erfinden.

Seltsam leise hingegen der Protest gegen Verschärfungen im sozialen Bereich – selbst wenn die dazu führen, dass „Ausländer“ schneller abgeschoben werden (siehe Taz). Nun – mit den echten Mächten und Gewalten dieses Landes legt man sich nicht gerne an. Dafür hat man andere Spielwiesen – wie die Amadeu-Antonio-Stiftung. Die haben jetzt einen äußerst bequemen Feind ausgemacht: „Hate Speech“. Dafür gab es mal wieder Geld vom Staat – und ein Vorwort von Heiko Maas (SPD). Gemeint ist die Amadeu-Antonio-Stiftung, die eine neue Broschüre herausgebracht hat (siehe Amadeu-Antonio-Stiftung).

Ja – „ungehobeltes Benehmen“ reicht nicht mehr aus, um die Zustände der Verrohung der deutschen Mittelschicht zu beschreiben, wir brauchen einen erstaunlich inhaltsleeren Kampfbegriff aus den USA, mit dem man nachher wild um sich schmeißen kann – je inhaltsleerer der Begriff, um so mehr Opfer kann er haben. Mit ihm kann man schön einen kleinen Seitenhieb auf „das Netz“ ausüben (kommt aber nicht auf die Idee, Straßen zu verbieten, weil dort auch Idioten unterwegs sind) und eine Broschüre füllen (siehe PDF):

„Hate Speech konkret zu definieren oder zu katalogisieren, ist kaum möglich, denn was Hate Speech ist, ist immer vom Kontext abhängig.“

Womit man die Arbeit an der Broschüre hätte einstellen können – wenn es nicht Staatsgeld dafür gegeben hätte. Ich hatte mich sehr gefreut auf diese Broschüre, doch … die größte Gruppe von Menschen, die Hassreden über sich ergehen lassen müssen, kommt darin nur in einem kleinen Nebensatz vor, nirgendwo liest man von den „Parasiten“ und „Schmarotzern“, vom „sozialverträglichen Frühableben“ … oder von den versuchten Hinrichtungen durch Streichung des Lebensunterhaltes der Arbeitslosen, auch werden ihre Enteignungen nicht thematisiert: immerhin – von den Geld, dass dieser Krieg gegen die Armen bringt, lebt auch die Stiftung. Deshalb hat man andere Feinde ausgemacht: Männerrechtsbewegungen. Der schlimmste Feind der Menschheit. Schlimmer als Krieg, Wirtschaftszusammenbruch und Verrohung des Mittelstandes. Die Opfer? „Feministische Aktivistinnen“ – einsame, missverstandene Heldinnen der Gesellschaft, die sogar mit „Stalking“ rechnen müssen … während nebenan der Arbeitlose wegen  nachdrücklicher Verweigerung der im Prinzip verbotenen aber de facto existierenden Zwangsarbeit dem Tode durch Kälte und Nahrungsentzug entgegenhungert.

Ach ja – die Interviews zu dieser Broschüre wurden alle von Julia Schramm geführt. Julia Schramm? „Politikerin“ – so wird sie von den Medien genannt. Bekannt geworden ist sie durch ein äußerst peinliches Video (nein, verlinke ich hier nicht, es wirkt so, als ob große Mengen Alkohol oder ähnliches sich sehr negativ auf Aussehen und Sprache ausgewirkt haben), in dem sie versucht zu erklären, warum sie gerne Bomben auf Dresden werfen würde. Ja – ich habe das gerade noch gefunden (siehe Link bei Taz):

„Sauerkraut, Kartoffelbrei – Bomber Harris, Feuer frei!“

Kartoffel? Na: da habe ich doch in der Broschüre was gelesen?

„Entsprechend fallen abwertende Aussagen über Weiße (z.B. »Kartoffel«) nicht unter Hate Speech, da ihnen schlicht die gesellschaftlichen Konsequenzen fehlen.“

Nun – die Konsequenzen fordert die Interviewerin: man solle doch mit Bomben Brei machen aus Deutschen in Dresden. Was nur, wenn professionelle Psychopathen ihrem Aufruf folgen? Noch hat diese Form von Rassismus keine Konsequenzen – aber genau deshalb gibt es ja „hate speech“: um sie einzufordern.

Liebe Linke: „links“ – das war mal Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. „Freiheit“ heißt, dass Menschen sich ihre Geschlechtspartner selbst aussuchen dürfen, ohne als „homophob“ beschimpft zu werden, „Gleichheit“ bedeutet, dass auch „Rechte“ (also: CDU/CSU, FDP, SPD und der deutsche Arbeitgeberverband oder die Kirchen) ein Existenzrecht haben, „Brüderlichkeit“ heißt, dass man niemals aus Mitmenschen mit Bomben Brei machen möchte – mögen Sie nun eine andere Hautfarbe, ein anderes Geschlecht, eine andere Religion oder eine andere politische Meinung haben.

Darum meine Bitte: geht doch einfach nach Hause. Eure Eltern haben sicher ein Zimmer mit Gartenbenutzung für Euch, wo ihr den ganzen Tag neue Geschlechter erfinden könnt. Geht nach Hause, bevor ihr Menschen zerfetzt, die Euch nicht passen, Umerziehungslager für Heterosexuelle errichtet und mit neu erfundenen, inhaltsleeren Kampfbegriffen auf Menschen Jagd  macht, die Euch kritisieren. Geht nach Hause, bevor Euer Wahn eine Größe erreicht, dass er wieder nach einer schwarzen Uniform giert, mit der ihr Euren Hass auf die Welt nach Außen tragen könnt – wie wir schon mal erleben durften.

Und wenn ihr gegen „hate-speech“ etwas unternehmen wollt, kenne ich einen einfachen Weg: hört auf, ihn zu benutzen.

Auch weiße, kinderliebende Männer haben ein Recht auf Existenz: selbst dann, wenn Euch das gewaltig gegen den Strich geht. Denkt einfach an die Worte des Heiko Maas, der die Broschüre bezahlt und ein schönes Vorwort geschrieben hat:

„Angriffe auf die Würde eines Menschen beginnen im Kopf, beginnen mit Worten. Wer in seinen Reden oder Tweets, in Kommentaren oder Blogs andere Menschen attackiert, wer ganze Bevölkerungsgruppen pauschal abwertet, etwa wegen ihrer Herkunft oder Hautfarbe, ihres Glaubens oder ihrer sexueller Identität, der greift ihre Würde und damit auch den Grundkonsens unserer Gesellschaft an.“

 

Der ferngesteuerte Hass der Arbeitslosen … und Ausländerfeinde…

Digital StillCamera

Mittwoch, 22.6.2016. Eifel. Ja, wir haben merkwürdige Phänomene in unserer Zeit zu beobachten. Jedenfalls – sagen das die Medien. Oder – sagen wir mal so: sie tasten sich vorsichtig heran wie Margarete Stokowski (siehe Spiegel): sie hat eine ganze Reihe von Fragen, die sie wohl nicht wirklich beantwortet haben möchte. Nun – es gibt trotzdem Menschen, die das tun – in den Leserkommentaren. Es geht bei Frau Stokowski um Kritik, Hetze und Hass – und sie möchte die Leser mit ihren Fragen wohl irgendwo hinführen, wie ich den Kommentaren entnehme, gab es auch welche, die standen nach der Fragendusche völlig verwirrt im Wörterwald herum, hilflos und verlassen.

Es ist nur eine kleine Anekdote über einen kleinen Artikel, und doch stört daran etwas – eine unterschwellige Botschaft, die im Titel steckt: „Kritik“ wird automatisch gleich gesetzt mit Hetze und Hass. Ja – da sind wir im Jahre 2016 angekommen: wer die rechte Bundeskanzlerin aus der rechten CDU kritisiert, ist ein hetzender, hassender rechter Nazi. „Links“ gibt es in dieser Republik nicht mehr, für „Links“ schämt man sich im Lande des perfektionierten Turbokapitalismus – und was an offiziell „linker“ Kultur geduldet wird, sind Frauen wie Jutta Ditfurth, die mit ihrer hasserfüllten Rhetorik an die schlimmsten Eiferer des Dritten Reiches erinnern, Hand in Hand mit der Amadeu-Antonio-Stiftung, die ebenso kräftig an der „Nazifizierung“ elementarer kapitalismuskritischer Themen arbeitet oder eine (angebliche) „Antifa“, die mit Methoden aus dem Baukasten der SA und SS weit jenseits des jahrhundertealten linken, pazifistischen und dialogorientierten Selbstverständnisses für eine Kultur der Angst und des Schreckens im Land sorgen (und so nebenbei für den Ruf nach noch mehr „Sicherheit“ verantwortlich sind).

Es ist eine interessante kleine Welt, in der diese „Restlinken“ leben: sie besteht nur noch aus dem, was früher mal das „Establishment“ genannt wurde und Nazis in allen Farbschattierungen, vor denen sie das Establishment mit aller zur Verfügung stehenden Kraft schützen wollen, um dem Jobcenter zu entkommen – oder noch mehr Bücher verkaufen zu können. Aber – huch: ich äußere ja gerade Kritik – am herrschenden System. Das wird mir wieder den Titel „Nazi“ einbringen.

Dieses System hat natürlich mehr Angst vor „Rechten“ als vor „Linken“. Linke sind von Natur aus sehr friedliche, soziale, humanistisch gesinnte Gesellen, die nichts am Hut haben mit planmäßigen, militärisch geführten Feldzügen gegen staatliche oder gesellschaftliche Institutionen, Linke diskutieren gerne, bilden Konsens, suchen nach friedlichen Alternativen – Rechte schlagen gerne zu … gehen deshalb mit großer Begeisterung zur Bundeswehr. Oft: weil sie gar nichts anderes können, nie weitere Formen der Kommunikation gelernt haben noch zur Einsicht fähig sind, warum diese für alle einen Gewinn bilden. Was Rechte damit auch tun: sie greifen die Säule des Staatswesens an: das staatliche Gewaltmonopol – was letztlich dazu führen kann, dass das Personal der Plutonomie (der internationalen Wirtschaftsform der Superreichen, wir berichteten) nicht pünklich zur Arbeit kommt. Rechte meinen es Ernst mit ihrem Hass, ja: mir dünkt sogar, dass Hass ihre elementare Triebkraft ist, die – so mein Eindruck – oft aus mangelnder oder übertriebener Selbstliebe kommt. Es ist gerade ihr Hass, der Angst macht: Hass will schaden – schnell ist das geliebte Eigenheim des Herrn Direktors angezündet, der hoch geschätzte SUV zu Sondermüll gemacht, der Weg zum Arbeitsplatz mit Bomben gesäumt, die Ehefrau oder die Kinder entführt: Rechte kennen da keine Hemmungen. Ich meine: deshalb sind Nazis ja böse, oder? Weil sie ihre politischen Ziele hemmungslos mit Gewalt durchsetzen – aber noch nicht mal damit aufhören, wenn sie gewonnen haben, ihr Hass trachtet nach der völligen Vernichtung des „Feindes“.

Ja – der Hass. Verantwortlich für so viel Leid und Elend – und doch kaum erforscht. Woher stammt eigentlich dieses Gefühl? Woher stammt eigentlich diese neumodische Kultur, die von uns verlangt, jedes Gefühl sofort ausleben zu müssen? Wo ist eigentlich die Kultur geblieben, die uns zeigte, wie wir uns vom Tier unterscheiden – jene Kultur, die uns lehrte, Herrscher unserer Gefühle zu werden – und nicht ihr Opfer zu bleiben? Nun – im Rahmen der gezielten Züchtung des Konsummenschen brauchten wir ein Klima das „alles jetzt sofort – und zwar schleunigst“, und zur Produktion dieses Klimas brauchten wir einen Menschentypus, der von oberflächlichen Gefühlen durchs Leben getrieben wird, ohne selbst jemals ein eigenes Leben zu entwickeln … und der lebt seine Lust auf Kaffee, Sportwagen, Sex und Menschenhass gleichermaßen offen und sofort aus, so wie der es gelernt hat.

Hass – war meine erste philosophische Arbeit mit 17 Jahren im Rahmen einer privaten Philosophie AG, die ein junger Referendar für Recklinghäuser Schüler eingerichtet hatte, weil seine Erfahrungen zeigten, dass man Philosophie nicht in staatlichen Schulen lehren kann – sehr bezeichnend für des Land der Dichter und Denker (viel später merkte ich, wie sehr er recht hatte – doch das ist eine andere Geschichte). Ich horchte zu dem Thema in mich hinein – und erkannte, dass Hass etwas Reaktives ist, immer und überall (und lernte gleichzeitig, dass alle „All-Quanten“ unsinnig sind – doch das ist auch ein anderes Thema). Mir stand klar vor Augen: Hass entsteht dann, wenn etwas, dass man liebt, verletzt wird – und zwar dauernd. Lese ich heute philosophische Texte zum Thema Hass, so merke ich: die Wissenschaft ist immer noch nicht weiter (außer in Sonderfällen, wo Krankheiten definiert wurden, Psychopathen und Soziopathen, deren Hass gegen alles und jeden direkt aus ihrem Charakter entspringt).

Testen wir doch mal diese These. Warum wurden Juden gehasst? Weil sie für Reichtum standen (zudem für den Reichtum einer äußerlich solidarisch erscheinenden Elite), während das Volk sein geliebtes Leben in krasser Armut und erdrückender Verachtung ertragen musste (dafür waren Juden zwar nicht selbst verantwortlich, aber es gab genug interessierte Kreise, die von sich selbst ablenken wollten – und das bis heute erfolgreich tun). Warum werden Kinderschänder gehasst? Weil sie das verletzen, was Menschen am meisten lieben: ihre Kinder. Warum werden Arbeitslose gehasst? Weil sie die auf zwei Beinen daherkommende Anklage sind, dass in Deutschland wirklich nicht alles „gut“ ist, so, wie es die übersatten Schlipsträger gerne hätten – oder weil sie die Realität von schmerzvollen Zuständen zeigen, die einem selbst drohen könnten.

Auch heute noch würde ich die gerade aktuelle öffentliche Definition von Hass (siehe z.B. Zeno.org) auf dieses Problem des Liebesmangel zurückführen – man muss nur berücksichtigen, dass Eifersucht, gekränkte Ehre, Neid, Eigensucht Reaktionen eines narzisstischen Charakters sind – der ebenfalls von der allmächtigen Werbeindustrie mit großer Gewalt gefördert wird und sich großer Zuwachsraten erfreut.

Doch „Liebe“ – kann in unserer Zeit gar nicht mehr diskutiert werden. Das ist vielen bewusst – doch wird nicht mehr darüber gesprochen. Wer über Liebe reden will, dem wird ein Pornofilm gereicht, was als erschöpfende Beschreibung von „Liebe“ gilt … Liebe zur Landschaft, zu Kindern, zu Eltern, zur Musik, zur Malerei, zu Wolken, Bäumen, Blumen und Tieren, zu Idealen oder zur Arbeit – nicht mehr vorhanden, außer bei „sozialromantischen“ Spinnern. Reste davon finden sich noch im Fußball, wenn man sein Nationalfähnchen schwenkt – doch „Nation“ ist ein zufälliges, inhaltsleeres Liebesobjekt, nur wichtig für jene, die sich ihrer Selbst nicht hinreichend bewusst sind und deshalb „Deutscher“ sein müssen, weil es zum Menschsein nicht reicht und man sich ungern allein fühlen möchte.

Reden wir also nicht über die Liebe, reden wir über den Hass. Reden wir – über die Quelle des Hasses: die lieblose, willkürliche, systematische Ungerechtigkeit. Hierin ist Deutschland gerade wieder Weltmeister (siehe Huffington-Post):

„Denn obwohl es dem Land so gut wie lange nicht geht, wird die Ungerechtigkeit immer größer. In den vergangenen 20 Jahren hat sich das Geld immer ungleicher verteilt. Sehr, sehr wenige Deutsche haben mehr als die Hälfte davon. Und ALLE anderen müssen mit dem Rest auskommen.

Diese Entwicklung ist laut einer internationalen Studie von 2011 sogar so stark wie in keinem anderen der 34 untersuchten Länder. Das muss man sich einmal vorstellen! Diese Ergebnisse sind seit Jahren bekannt und trotzdem spricht kaum jemand davon. Und eine aktuelle Untersuchung von 2015 zeigt, dass es noch schlimmer geworden ist.

Die Experten haben anhand ihrer Studien eine ganze Reihe an Katastrophen in Deutschland entdeckt, die ignoriert werden. Politiker und Wirtschaftsbosse sprechen nur davon, wie fortschrittlich und stark Deutschland ist. Natürlich tun sie das, denn sie werden immer reicher und mächtiger.

Doch wie kann es einem Land gut gehen, in dem jedes fünfte Kind unter der Armutsgrenze lebt? Das sind 2,1 Millionen (!) Mädchen und Jungen. Damit ist die Kinderarmut laut den Experten größer als in Ungarn und Tschechien.“

Wissen Sie, was sie da gerade lesen? Das ist „Hetze“. Versteht man aber nur, wenn man zu jenen gehört, die an den deutschen Zuständen gut verdienen – was die gesamte, angestellte Medienwelt betrifft. Hetze ist geeignet, „Hass“ zu produzieren – zum Beispiel bei jenen, die Kinder haben und wissen, was die Kinderarmut kostet: letztlich unser ganze Zukunft. Verinnerlichen Sie dann, dass man gerade eine Million junger Menschen aus dem Ausland importieren möchte, damit sie die Lücken füllen, die durch die Kinderarmut entsteht, dann können Sie auch verstehen, warum Heime für Asylbewerber brennen. Die Rechten reagieren so – während die Linken noch debatieren. Aber – die tun was. „Mach´, was zählt“ – so wirbt die Bundeswehr um Nachwuchs und erklärt nebenbei, dass Stalin und Mao recht hatten: es zählen nur Gewehre, nicht Worte. Gewinner ist, wer die Gewehre am besten einsetzt.

Hoffentlich noch nicht zu kompliziert? Erklärt und nämlich ein Phänomen, dass seit den letzten Wahlen die Republik umtreibt: Arbeitslose – selbst Ziel von Hass, Verachtung und Ausgrenzung durch sogenannte „gutbürgerlicher“ Schichten – laufen in Scharen zur AfD über (siehe Zeit), obwohl deren Politik nicht gerade ihren Interesssen dient. Früher wurden in der AfD sogar Professoren toleriert, die Arbeitslosen empfahlen, ihre Organe zu verkaufen, um Überleben zu können – so weit sind wir schon wieder, soviel Verachtung herrscht in den Köpfen der vom Steuerzahler fürstlich honorierten „Elite“.

Nun – früher (vor zehn Jahren) wurde ich dafür angegriffen, als ich sagte: Hartz IV wird den Rechtsradikalismus stärken. „Du kannst doch nicht allen Arbeitslosen unterstellen, dass sie rechtsradikal sind“ – hies es, und der Vorwurf war berechtigt. Ich kann aber vielen Arbeitslosen unterstellen, dass sie die Zustände und Verantwortlichen hassen werden, die sie in diese lieblosen Realitäten versetzt haben, schließe ich dann, dass „Rechte“ schnell „machen, was zählt“, so weiß ich, wem sie für eine Weile folgen werden – weil erstmal alles zerschlagen werden muss, was schmerzt, damit es besser werden kann.

Der Hass wird sich auch noch mehr ausbreiten. Moderne, junge, smarte, erfolgreiche Unternehmer arbeiten mit Hochdruck daran – wie Jeff Bezos von Amazon. Bei ihm klingen Kündigungen jetzt ganz frisch und „positiv“ (siehe Watson.ch):

„Wird jemand gefeuert, dann verschickt der Gruppenchef ein Mail mit folgendem Inhalt: «Team, wir wollen euch bloss mitteilen, dass Person X soeben erfolgreich abgeschlossen hat und wir sehr erfreut sind, dass sie nun ihre Superpower beim nächsten grossen Abenteuer anwenden wird.» “

Trifft dies einen 22-jährigen, mag man das noch gelassen hinnehmen – für Ältere hingegen ist es das soziale Todesurteil. Hören wir noch ein wenig hinein in die Sprache der Menschenfeinde, die sich immer offener ans Tageslicht trauen:

„Wie widerlich dieses Vorgehen sein kann, zeigt Lyons am Beispiel einer 35-jährigen Kollegin auf. Sie war vier Jahre lang für das Unternehmen tätig. Eines Tages erklärte ihr 28-jähriger Vorgesetzter, sie hätte zwei Wochen, um zu verschwinden. Am letzten Tag organisierte er eine Abschiedsparty für sie und verabschiedete sie mit Worten wie «Wir sind alle Rockstars» und «Wir werden die Welt verändern». “

Wenn jetzt Hass bei Ihnen hochkommt: nur zu, das ist eine natürliche Reaktion: hier wird die Wahrheit brutal vergewaltigt. Und „Liebe zur Wahrheit“ ist ein sehr edler Charakterzug, bringt Sie in die Nähe großer Philosophen. Wir merken schnell: nicht der Hass an sich scheint schlimm, sondern die Ursache, die ihn in die Welt setzt. Wer nur den Hass bekämpft, die Ursachen aber missachtet, der ist schnell in einer Situation, wo er Schmerzmittel bringt anstatt die Krankheit zu heilen.

Hass – kann man gezielt züchten. Man muss nur schauen, was die Menschen lieben (viele lieben „ihr Land“, was wir ja durch den Kult um unsere Nationalmannschaft gezielt fördern), und dies dann gezielt verletzen: schon bekommt man seinen Hass. Die Förderung dieses Hasses geschieht aber schon längst auf hochindustrielle Art und Weise, das haben – wie vieles andere auch – schon längst Roboter übernommen (siehe Zeit):

„Immer mehr Roboter wie Tay, sogenannte Social Bots, greifen mit Hetzkommentaren in die Leserdebatten der sozialen Netzwerke ein und lenken die Diskussionen im Auftrag obskurer Auftraggeber in eine bestimmte Richtung. Ganze Nutzerprofile werden von Computerprogrammen angelegt und mit Menschlichkeit und damit zugleich mit Glaubwürdigkeit erfüllt: Die Roboter-User posten erst von einem erfundenen Frühstück, dann etwas Belangloses über ihre „Freunde“ und schließlich Hetzkommentare etwa zur Flüchtlingskrise.“

Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit noch ein wenig auf diese Problematik lenken – damit Sie sehen, welche Dimensionen der künstlich gesteuerte Hass annimmt:

„Wie viele Bots genau in den sozialen Netzwerken unterwegs sind, weiß niemand, ihre Zahl dürfte aber gigantisch sein. Bis zu 20 Prozent aller Twitter-Nutzer, schätzt Hegelich, könnten Social Bots sein – mit stark wachsender Tendenz. Facebook schätzt die Zahl der Bot-Accounts weltweit auf rund 15 Millionen – eine enorme Zahl, die die sozialen Netzwerke zum fruchtbaren Nährboden für staatliche und terroristische Propaganda macht. Hegelich fand bei einer Auswertung von Twitter-Daten „gesicherte Erkenntnisse“ für 15.000 ukrainische Twitter-Bots.“

Ein spannender Artikel. Man würde sich wünschen, dass man mehr über die Konstrukteure und Auftraggeber erfährt, denn … es verunsichert etwas, in diesem Zusammenhang über „staatliche Propaganda“ zu hören.

Soll ich etwa den Verdacht bekommen, dass „Hass“gezielt gesät wird? Dass der Hass der „Arbeitslosen“, der sie zur AfD treibt, gezielt gesät wird (das der Hass auf Arbeitslose gezielt entfacht wurde, hatte andere Studien schon hinreichend bewiesen)?

Warum nicht: nach Noam Chomsky habe wir hier nur die Erscheinungsformen von Strategie Nr. 5 und 8 im Blitzkrieg der Lumpenelite gegen die Demokratie (siehe Nachrichtenspiegel) … und somit einen hinreichenden Anfangsverdacht, wer denn die ominösen Bots mit ihren präzise berechneten Hassbotschaften in die Welt sendet.

Und wir sehen, dass wir gar nicht beim endlosen Fragen stellen bleiben müssen – wir finden ganz leicht auch unangenehme Antworten.

 

 

Die politische Linke in Deutschland … und die kommende Revolution

Digital StillCamera

Mittwoch, 25.3.2015. Eifel. Was ist das eigentlich, „links“? Haben Sie sich die Frage schon mal gestellt? Wissen Sie noch, was linke Inhalte sind? Seien Sie vorsichtig bei der Antwort … es gibt „linke“ Kräfte in diesem Land, die als Kernpunkt ihrer Arbeit nur eins verstehen: beständig jedem und jedermann auch unter Anwendung großer verbaler Gewalt und Missachtung jeglicher wissenschaftlich korrekten politischen Argumentation eine nationalsozialistische Gesinnung zu unterstellen. Lassen Sie mich ein Beispiel nennen: Israel. Sicher haben Sie schon eine Meinung dazu – und die ist mit Sicherheit „rechts“. Ich brauche sie gar nicht hören, ich weiß es jetzt schon. Sind sie für die Existenz des Staates Israel, dann sind Sie ein Nazi, weil Israel ein barbarischer, an das Dritte Reich gemahnender Unterdrückerstaat ist – einfach mal Palästinenser fragen. Sind Sie aber gegen die Existenz dieses barbarischen, an das Dritte Reich gemahnenden Unterdrückerstaates, dann sind Sie Antisemit – und somit auch ein Nazi.

Sie wollen jetzt schon aufgeben?

Feigling.

Bekennen Sie sich für die Leitfunktion der letzten bestehenden Supermacht, der USA, dann sind Sie ein Faschist, denn die USA ermorden aktuell Menschen in aller Welt, wie es  nur üble Despoten machen. Ja, wirklich: der „Krieg gegen den Terror“ hat nach aktuellen Untersuchungen bislang eine Million Menschenleben gekostet – das ergibt eine Studie der IPPNW (siehe IPPNW). Das geht in Richtung Massenvernichtung …. offensichtlich unwerten Lebens, dass ohne Gerichtsverhandlung auf brutale Art und Weise hingerichtet wird. Zivilisten? Wurden zu „Kollateralschäden“ umbenannt, Säuberungsprinzipien, die an die Marschrichtung der Waffen-SS gemahnen … nur mit modernerer Technik umgesetzt werden und deshalb nicht so dramatische Bilder hergeben.

Bekennen Sie sich zum Widerstand gegen neu erstarkenden us-amerikanischen Imperialismus, dann sind Sie ein Faschist, ohne Frage: der Leuchtturm der Freiheit hat die Welt vor dem Hitlerfaschismus gerettet, jede Aktion gegen ihn nützt nur den antidemokratischen Kräften in der Welt.

Na – genug davon?

Putin.

Sind Sie für Putin, dann sind Sie ein Faschist. Glasklar, dass dieser Mann das Oberhaupt eines Oligarchenstaates ist, in dem die alten Sowjetkader die Macht an sich gerissen haben. Sind Sie gegen Putin, sind Sie auch ein Nazi … die Begründung können Sie über den Kampf gegen den Raubtierkapitalismus, über den Widerstand gegen den US-Imperialismus oder aus der Tatsache herleiten, dass Russland auch entschieden am Untergang des Dritten Reiches mitgewirkt hat … ein starkes Russland, wie Putin es wieder errichten will.

Ich kann auch noch blöder.

Mögen Sie Hunde?

Dann sind Sie ein Nazi. Hitler mochte Hunde.

Lieben Sie Kinder?

Nazi!

Hitler mochte auch Kinder.

Außerdem war er Vegetarier, was die Veganer von den Montagsmahnwachen in Krefeld SEHR verdächtig macht – ach was: alles Nazis.

Noch Lust, darüber nachzudenken, was eigentlich „links“ ist?

Ich weiß, viele meinen zu glauben, was links ist: Sozialismus, Kommunismus, Stalinismus. Die Herrschaft der Partei über das Volk … der Einheitspartei, wohlgemerkt. Sind es zwei Einheitsparteien wie in den USA oder jetzt auch in Deutschland, nennen wie das schon (oder noch) Demokratie.

Ja – aktuell regt sich auch in Deutschland Widerstand gegen unsere Ein-Parteien-Regierung, nach sechzig Jahren „Marktwirtschaft“ regiert der „Markt“ als alleiniger Herrscher … und nicht mehr das Volk. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern Mehrheitsmeinung in Deutschland (siehe Zeit):

„Einer Studie zufolge denken mehr als 60 Prozent der Bürger, dass in Deutschland keine echte Demokratie herrscht. Schuld sei der starke Einfluss der Wirtschaft auf die Politik, die mehr zu sagen habe als der Wähler.“

Es kommt sogar noch besser. In jenem Land, in dem der Duktus der Kanzlerin ist, jedem jederzeit vorzubeten, wie gut es uns doch geht, gibt es genug Potential für eine Revolution:

„Jeder Dritte ist demnach davon überzeugt, dass der Kapitalismus zwangsläufig zu Armut und Hunger führe. Drei von zehn Befragten gaben an, sie könnten sich eine wirkliche Demokratie nur ohne Kapitalismus vorstellen. 37 Prozent aller West- und 59 Prozent aller Ostdeutschen halten kommunistische und sozialistische Gesellschaftsformen für eine gute Idee, die bisher nur schlecht ausgeführt worden seien. Ein Fünftel fordert eine Revolution, da Reformen die Lebensbedingungen nicht verbesserten.“

Nicht nur das Volk, auch die Reichen – sogar die Superreichen – sehen unsere friedliche, demokratische Gesellschaftsordnung massiv durch den Faktor „Reichtum“ gefährdet (siehe Welt):

„Dabei liegt das Problem nicht darin, dass wir Ungleichheit haben. Eine gewisse Ungleichheit gehört wesensmäßig zu jeder funktionierenden kapitalistischen Ökonomie. Das Problem ist, dass die Ungleichheit einen historischen Höchststand erreicht hat und mit jedem Tag schlimmer wird. Unser Land verändert sich rasch von einer kapitalistischen zu einer feudalistischen Gesellschaft. Wenn sich die Politik nicht drastisch ändert, wird die Mittelschicht verschwinden, und wir sind wieder im Frankreich des achtzehnten Jahrhunderts. Vor der Revolution.“

Das sagt Nick Hanauer, einer der reichsten Menschen der Welt … und führt uns nebenbei zurück zu den Wurzeln des ursprünglichen „Links-Seins“ … der französischen Revolution. Ja, vergessen wir mit unserer desaströsen historischen Bildung leicht (was Absicht sein mag): die Wurzel linker Kräfte steckt nicht im Marxismus. Das war nur die zweite Welle, die allerdings folgerichtig gemerkt hatte, dass wirtschaftliche Macht feudale Macht problemlos ersetzen kann: daraus folgten die nächsten Revolutionen.

Das 37 % der Westdeutschen kommunistische und sozialistische Gesellschaftsformen für eine gute Idee halten, ist allerdings eine Katastrophe: am Ende der Entwicklung der Feudalstaaten in lupenreine Demokratien haben wirtschaftliche Machtballungen keinerlei Macht mehr über Demokratien … d.h. sie müssen so weit zurechtgestutzt werden, dass sie keinerlei Geld mehr für Lobbyarbeit in Berlin und Brüssel haben. Das ginge leicht, in dem man die Löhne so weit nach oben schraubt, dass die Wirtschaftsmacht wieder dezentralisiert wird – eine Horrorvorstellung für den neuen Adel, die neuen Feudalherren. Das 63 % der Deutschen nicht mehr wissen, wo die Entwicklung der Demokratie letztlich enden muss, um wirklich Demokratie zu sein, ist schauderhaft.

Nebenbei bemerkt: die lupenreine Demokratie – die halt auch jegliche Wirtschaftsmacht in ihre Schranken weist – wäre auch ein Idealbild unserer christlichen, abendländischen Kultur … wie nützlich. Eine Chance, die man derzeit ignorant (aber äußerst bequem) an sich vorüber ziehen läßt.

Trotzdem: das Potential reicht für eine Revolution. Ein Fünftel der Deutschen – sechzehn Millionen Menschen – wären bereit dazu … und das wissen auch die Feudalherren, die schon jetzt Gegenmaßnahmen ergreifen (siehe WSWS):

„Experten eines EU-Think-Tanks fordern, dass sich die Europäische Union darauf vorbereiten müsse, Aufstände und Streiks militärisch niederzuschlagen. Diese würden infolge der immer stärkeren sozialen Ungleichheit in der globalisierten Wirtschaft und wachsenden kriegerischen Konflikten auch innerhalb der EU-Grenzen unweigerlich zunehmen.

In einem Studienband des EU-eigenen „Europäischen Institut für Sicherheitsstudien“ (European Union Institute for Security Studies, EUISS) fordern die Autoren unumwunden, dass die Armee angesichts dieser Entwicklung vermehrt für „Polizeiarbeiten“ eingesetzt werden müsse, um die Reichen vor der Aggression der Armen zu schützen.“

Hochbrisant, diese Studie – erst recht angesichts der Tatsache, dass Deutschland … ohne große Diskussion in der Öffentlichkeit … seine Wehrpflichtarmee in ein Freiwilligenheer verwandelt hat. Irgendwie hat es niemanden überrascht, dass der Agent der Atlantik-Brücke, der Lügenbaron von Guttenberg (das bezieht sich jetzt mal nur auf seine Doktorarbeit), eine alte linke Forderung im Handstreich durchgesetzt hat und so dafür sorgte, dass die gesunde demokratische Mischung in den Streitkräften langsam abgebaut wird … zugunsten einer Söldnermentalität.

Ja – hier müssten wir langsam mal richtig links denken, richtig revolutionär denken: das wäre das Gebot der Stunde. Die Zeit wäre reif … doch die Feudalherren haben  dazu gelernt. Sie hatten 200 Jahre Zeit sich auf die erneute Machtübernahme vorzubereiten, den Krieg „reich gegen arm“ gründlich zu planen und durchzuführen … und haben sich eine fünfte Kolonne geschaffen, die ganz offen agiert.

Ja – irgendwie kommt man sich wie ein einsamer Rufer in der Wüste vor, wenn man beständig die Meldung des „Spiegel“ wiederholt, dass die britische Armee eine ganze Brigade zur Argumentationsarbeit bei Facebook abstellt (siehe Spiegel). Niemand scheint sich groß zu fragen, was die denn da eigentlich konkret machen. Hier stellt jemand von Steuern bezahlte Soldaten in großer Zahl ab, um in die Meinungsbildung des Steuerzahlers einzugreifen und macht so aus der Armee für alle eine politische Partei für wenige. Kein Problem damit? Da werden grundsätzliche Prinzipien des demokratischen Rechtsstaates verletzt … wie ihn „Linke“ sich vorstellen würden.

Ähnliches hat jetzt Angela Merkel mit Deutschland vor. Sicher – wir wissen noch nicht, wie viele Soldaten der Bundeswehr (oder Agenten des Verfassungsschutzes) zum aktuellen Zeitpunkt in die Meinungsbildung eingreifen, aber wir wissen, dass die deutsche Bundeskanzlerin sich anschickt, aus uns … dem Souverän des Landes … endgültig eine Horde dämlicher Schafe zu machen, die ganz im Sinne feudalromantischer rechter Vorstellungen ihre Herren anbeten, ihre Füße küssen und ihren Speichel lecken. Ja – sogar die konservative „Welt“ berichtet darüber, über „Nudging“, jene Form indirekter Diktatur, die in England und den USA sehr beliebt ist (siehe Welt). Demokraten sehen in diesem Nudging vor allem eins: die Abkehr unserer obersten Verwaltungsangestellten von ihrem Arbeitsvertrag, der beinhaltet, dass sie Schaden von uns abhalten und Nutzen mehren soll hin zur indirekten Diktatur – eine Entwicklung, die vor allem eins deutlich zeigt: die Verachtung für den wahren Souveräns des Landes (das sind die achtzig Millionen Bürger), seine Deklassieurung als zu erziehendes Objekt, dessen Meinung man durch die Streitkräfte schon mal in die richtige Richtung lenkt (ja – im Rahmen der Europaarmee wird diese britische Facebook-Brigade auch für uns zuständig sein) und die Bildung einer neuen Führungskaste, einer neuen Elitenkaste … eines neuen Feudalismus.

Eine Entwicklung, die deutsche „Demokraten“ völlig ignorieren, weil sie durch viel zu hohe Diäten massiv auf die Lohnlisten der Reichen (und ihres Lebensstils) gezogen werden, sobald sie den Bundestag betreten … obwohl schon Milliardäre davor warnen.

Niemals haben wir mehr eine echte, starke, linke Front im Lande gebraucht – weshalb wir uns nochmal um die Frage kümmern müssen, was dass denn nun sei, dieses „Linke“.

Der Spiegel hat dazu vor einiger Zeit einen hilfreichen Artikel veröffentlicht (siehe Spiegel):

„Je intelligenter Menschen sind, umso eher sind sie bereit, sich auf Neues einzulassen. Konservative und religiöse Menschen haben hingegen einen geringeren Intelligenzquotienten. Psychologen glauben, dass man das Phänomen evolutionsbiologisch erklären kann.“

Das man dabei das Bild eines biersaufenden Seehofers eingeflochten hat (angesichts des dicken Kruges kann ich von „trinken“ nicht mehr reden), lenkt vom eigentlichen Thema ab. Wir brauchen als Gesellschaft Konservative, die im Wettstreit mit den Palaststürmern jene Errungenschaften verteidigen, die sich als wertvoll für die Menschheit erwiesen haben … aber wir brauchen bei jeder neuen Herausforderung auch die Palaststürmer, vor allem dann, wenn sich wieder eine dicke Speckschicht selbstbereichernder, dümmlicher Feudalherren angesammelt hat.

Wir haben hier die erste Qualifikationen, die „Linke“ auszeichnen sollten: nicht der bravouröse Auftritt am Flipchart ist gefordert … sondern folgerichtiges Denken und Handeln. Intelligenz ist die erste Tugend eines Linken – nicht der Grad an Enthusiasmus, mit denen man die Nazis der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts in der Gegenwart sucht.

Das 21. Jahrhundert hat neue Bedrohungen für die offene, demokratische Zivilgesellschaft, neue Herausforderungen für den kreativen Geist: die Herrschaft der SA in unseren Straßen ist gerade nicht das aktuellste Problem … die sind seit siebzig Jahren fort – und nur die dümmsten der Dummen (eine winzig kleine Minderheit) fordern ihre Rückkehr.

Was nicht als „links“ einzustufen ist, ist alles, was die Annahme der Herausforderung, die Bildung von kritischen Massen blockiert, sich im linken Wortgewande hauptberuflich als „Spalter“ betätigt, um die Mehrheitsbildung zu verhindern … zum Beispiel sind dies all´ jene, die schnell ihre Pro-Israel oder Anti-Palästina-Fahnen schwenken. Ein wichtiges Thema, dass ich nicht abwerten möchte – das aber eindeutig nichts mit dem Schutz der demokratischen Grundordnung dieses Landes vor neuen Formen des Feudalismus zu tun hat. Ebensowenig hat die Frage nach Kommunismus oder Sozialismus mit der Lösung der aktuellen Probleme zu tun: die Lebenswelt eines Karl-Marx war eine ganz andere als die unsere, wo der (Konzern-)“Arbeiter“ über „Aktien“ Teil des „Establishments“ geworden ist und auf der anderen Seite Kleinunternehmer („Kapitalisten“) den Säuberungsaktionen der Finanzwirtschaft (genannt Basel II und Basel III) zum Opfer fallen und sich zunehmend ein Millionheer der „Überflüssigen“ bildet, dass schneller wächst als jedes Bruttosozialprodukt.

Heute haben wir Realitäten, die den Faktor Arbeit (die ehemalige Kampfkraft kommunistischer Bewegungen) beständig weiter entwerten, jede industrielle Revolution läßt weniger Bedarf an menschlicher Arbeitskraft übrig, die vierte wird unsere auf Dienstleistung getrimmte Gesellschaft mit einer unvorstellbaren Massenarbeitslosigkeit konfrontieren … wer nicht blöde ist, weiß, wie viele Millionen Arbeitsplätze bei Banken, Verwaltungen und Versicherungen überflüssig werden, wenn ab 2020 neue „Apps“ ins Smartphone Einzug halten (siehe z.B. ksta).

Die Antwort der „Linken“ darauf?

Keine.

Die Allianz der WASG mit erzkonservativen SED-Kadern zu einer „linken“ Partei hat der linken Bewegung in Deutschland endgültig den Rest gegeben … nach dem (wie immer zu erwartenden) Verrat der „Sozialdemokraten“ und der Abwendung der „Grünen“ von der absoluten Wertschätzung der sozialen Grundrechte von Menschen der letzte Stoß ins Herz der intelligenten Reformer – wie üblich mit viel Geld, viel Posten und viel „Publicity“ vorbereitet.

Da ist schlichtweg kaum noch etwas übrig … außer Kader der „Reaktion“, die den ganzen lieben langen Tag damit verbringen, kreative Linke als Nazis zu diffarmieren, damit die etwas anderes zu tun haben, als die Revolution in Gang zu setzen.

Revolution? Ist das nicht verboten?

Nun – wir haben das 21. Jahrhundert. Noch haben wir eine Chance, die politschen Verhältnisse in Deutschland ohne den Einsatz von Gewalt zu ändern … immerhin sollten wir aus 1789 und 1918 gelernt haben. Wir können heute zivilisierter sein, haben genug Erfahrungen, uns erstmal dem Krieg der Worte zu stellen, bevor wir Rathäuser, Sendeanstalten und Polizeikasernen stürmen.

Zuvor sollten wir uns den klaren Leitlinien stellen und uns auf sie zurückbesinnen, die uns die Väter der Revolution mitgegeben haben, jene Werte, mit denen sie eine bessere Welt aufbauen wollten.

Da wäre die BRÜDERLICHKEIT – ein Wert, gegen den jeder Spalter Sturm läuft. Ein echter Linker redet MIT den Mahnwachen – anstatt nur … in spalterischer Absicht … ÜBER sie. Ja – er redet sogar mit Polizisten, Soldaten, Adeligen, Huren, Priestern, Handlungsreisenden Versicherungsunternehmern und Unternehmensberatern … kurzum: mit all´ jenen, die man bei dem Kampf um die Macht braucht. Und wie uns die Erfahrung lehrt, können wir auf keinen verzichten  – mal abgesehen von jenen Kaffeehauslinken, die sofort auf dem Klo verschwinden, sobald der erste Schuss zu hören ist (und sei es auch nur die Fehlzündung eines Kraftfahrzeuges).

Da wäree die FREIHEIT … was auch die Freiheit der Andersdenkenden ist. Oder die Freiheit vor staatlichem „Nudging“. Oder die Freiheit von wirtschaftlicher Abhängigkeit durch restriktive Sozialgesetzgebung bzw. deren vollständiger Auflösung, die aktuell läuft (siehe z.B. Christoph Butterwege in N.Tv).

Da wäre die GLEICHHEIT … der zentralste Wert linker Glaubenssysteme … ein Wert, der deutschen „Besserlinken“ automatisch ihren korrekten Platz im Reich der Kräfte der Reaktion zuweist anstatt ihren überhöhten Selbstanspruch zu huldigen, Gralshüter echter (pseudo)-linker Gesinnung zu sein.

Im Geiste der französischen Revolution nehme ich JEDEN mit, um erstmal die Hauptgefahr zu beseitigen: den König … oder die Plutokratie. Hätte man 1789 vor der Revolution Gesinnungsprüfungen eingeführt … hätten wir heute noch die Leibeigenschaft – weshalb wir korrekt alle selbsternannten Gesinnungsprüfer den Kräften der feudalen Reaktion zuordnen … auch wenn sie tolle linke Sprüche absondern und linkem Dresscode ehrerbietig genüge tun.

Nach der Revolution gibt es dann auch keine Säuberungen … sondern die gemeinschaftliche Arbeit an der Zukunft. Alles, was die Bürger in „gut“ und „böse“ spaltet, ist eindeutig als nichtdemokratischer, zum demokratischen Dialog unfähiger Geist abzulehnen.

Schon Angst vor dem Blutvergießen? Angst davor, den Kopf des Königs absägen zu müssen?

Ich kann Sie beruhigen. Noch (aber wirklich auch nur „noch“ – das Fenster schließt sich zusehends weil der Neo-Feudalismus auf eine blutige Konfrontation setzt) ist eine unblutige Revolution denkbar – und durchführbar. Wer will auch wirklich unsere unterbezahlten Polizeibeamten verprügeln … denen geht es schon schlecht genug. Und wie arm unsere Soldaten sind, weiß inzwischen das ganze Land.

Die wahre Macht im 21. Jahrhundert liegt nicht beim König, nicht beim Industriellen … sondern bei anonymen Kapitalballungen, die ganze Länder ins Unglück stürzen und Parlemente kaufen. Nur die müssen massiv beschnitten werden, die Mechanismen ihres Wachstums abgebaut, das Wachstum selber ausgebremst werden. Dazu reichen ein paar Gesetze im Einklang mit unserem Grundgesetz.

Und für diese Arbeit brauchen wir bescheidene, demütige, hochintelligente selbstlose Linke. Jeder intelligente Rechte wird das einsehen, dass das nicht die Spielwiese seiner Genossen ist – dafür sind die einfach zu blöde. Aber alle – Rechte wie Linke – brauchen eine Revolution der Verhältnisse.

Doch bevor wir die in Angriff nehmen, brauchen wir … eine stabile Mehrheit in der Bevölkerung – die durch zunehmende Aufspaltung aktiv verhindert wird.

Ach – was rede ich: die Mehrheit ist ja schon da.

Jetzt fehlen nur noch echte Linke, die sie zum Sieg führen.

Also: wo seit ihr?

PS: ein Riesenthema – und meine Selbstbeschränkung auf 2000 Worte habe ich wieder nicht einhalten können. Trotzdem brauchen wir noch mehr, weil zunehmend echter revolutionärer Geist als „Querfront“ abgetan wird, wobei der Begriff aus purer Dummheit heraus völlig falsch verwendet wird. „Querfront“ meint die aktive Übernahme linker Kultur, Meinungen und Kleidungen durch faschistische Kräfte, um sie sich nutzbar zu machen … was voraussetzt, dass es hier eine lenkende Intelligenz gibt, die dies veranlaßt. Wo immer wir aber diese Intelligenz bisher vermutet haben, fanden wir in der braunen Soße nur eins: BND und Verfassungsschutz, weshalb dies Theroie der Querfrontbildung nur eine haltlose Verschwörungstheorie ist. Bekannte Versuche wie der „Kampfbund Deutscher Sozialisten“ haben sich 2008 aufgelöst und das Projekt für gescheitert erklärt – was kein Wunder ist: Rechte sind einfach zu dumm dafür. Ebenso dumm ist es, zu unterstellen, es gäbe noch geheime, unsichtbare Querfrontlenker um Untergrund, die niemand kennt. Noch dümmer ist es, anderen aus dieser Position heraus vorzuwerfen, das Verschwörungstheorien an sich böse, rechtsradikal und dumm seien. Das Gegenteil ist der Fall: Menschen, die in der Lage sind, Wahrheitstheorien (das ist der wissenschaftlich korrekte Begriff zu der Arbeit, die sie leisten) zu bilden, sind in der Regel viel intelligenter als jene, die von der britischen Brigade vorgegebene Meinungen nachbeten (siehe Forschung und Wissen). Mag aber sein, dass das auf Dumme böse wirkt. Zu gegebener Zeit werden wir uns um diesen Begriffsmissbrauch gezielt kümmern müssen.

PS2: mit Nazis reden … geht das? Also erstmal ist schon die Frage doof: als Demokrat muss man das. Als intelligenter Linker kann man das auch. Sofern es nicht medizinisch wird (mit Psycho- und Soziopathen gelingt der Diskurs nicht – das sollte man wissen, ebenso wenig wie mit Kultisten, d.h. in erster Linie religiös motivierten Anhängern des von der Vorsehung gesandten „Führers“ … wie z.B. Horst Mahler), gibt es auch gute Aussichten auf Erfolg: auch der Nazi hat Frau und Kinder, braucht Nahrung und Obdach sowie Interaktion mit Mitmenschen – nur allzu oft sind seine politischen Entscheidungen „Kurzschlüsse“ auf Grund eingeschränkter Informationsaufnahme, um seine Ängste zu bewältigen. Noch einmal: ein weites Thema. Zur Beschaffung von revolutionsfähigen Mehrheiten braucht man aber keine Nazis – dafür sind die wirklichen viel zu selten … und völlig unbedeutend.

 

 

Leander Sukov – und die Erbärmlichkeit deutscher Kaffeehauslinker

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Dienstag, 17.3.2015. Eifel. Tja – nun ist es geschehen. Ich muss mich mit Rufmord auseinandersetzen. Ein „Leander Sukow“ – bekannt durch seine Gedichte über Regenwürmer und ungelesene Liebesromane … jedenfalls bei den sechs Menschen, denen so etwas gefällt – hat mich entlarvt. Das war zu erwarten: es ist der Hauptberuf der „Kaffeehauslinken“, andere zu entlarven. Immerhin sind sie die Besserlinken, die Bessermenschen – ach, einfach nur supergut. Was hat man als ein solcher Bessermensch auch anderes zu tun, als den ganzen Tag jene zu entlarven, die nicht ganz so supertoll gut sind. Lebenstraum? Kritiker mit Festanstellung – das wäre es. Den ganzen Tag den Leuten sagen können, wo es lang geht – bei prall gefülltem Kaffeetischchen – ein Traum. Fernab der Welt, wo Arbeit lauert, Schmutz, Blut, Leid und Elend, am heilen Tischchen der Kaffeekranzkultur, wo man bedient wird … wie man es sich nach eigener Überzeugung verdient hat … oder jedenfalls meint, es verdient zu haben. Ohne Hirn läßt sich so gut leben und als Bessermensch über die Mindermenschen trefflich urteilen. Immerhin bleiben die ja draußen – weit außerhalb der heiligen Hallen des Kuchentempels.

Was habe ich nun Schreckliches getan?

Ach – lassen wir den Herrn Sukov doch selber zu Wort kommen – hier sein Facebookeintrag vom 16.3.2015:

Es wohnt ein Relativierer in der Eifel:
“Hartz IV – die größte Vernichtungsaktion seit Auschwitz”

Ein Reiner A. Damann, Eifelphilosoph (was immer das sein mag), findet, Auschwitz sei auch nur wie ein JobCenter gewesen und das Leben der Juden, Polen, Roma und Sinti und der anderen Opfer der faschistischen NS-Herrschaft hätten gelebt wie Hartz-IV-Empfänger. Jedenfalls fast. Denn anders lässt sich die Schlagzeile “Hartz IV – die größte Vernichtungsaktion seit Auschwitz” nicht verstehen, mit der er einen Artikel auf seinem Blog überschrieben hat, den ich selbstverständlich nicht verlinke, weil ich der Relativierung des Grauens des Holocaust nicht Vorschub leisten will.
Es ist aber so, dass einige meiner Freunde mit Rainer A. Damman verbändelt sind. Ich empfehle sehr, die Bänder zu lösen.

Nun – erstmal ist der Name falsch wiedergegeben – mal fehlt ein m, mal ein n, auch die Schreibweise des Vornamens variiert: aber Sorgfalt in der Arbeit ist nicht jedermanns Stärke. Hat er den Artikel gelesen, der Herr Sukov?

Mit Sicherheit nicht. Wozu auch: er ist selbst ernannter Literaturkritiker, jederzeit zu vollmundigem Eigenlob bereit (ja – ich habe da einige Peinlichkeiten gelesen, die ich mit Rücksicht auf Herrn Sukov nicht verlinke: der typische Besserlinke eben).

Doch bleiben wir erstmal bei der Kritik. Also: Kaffeetasse beiseite, Kuchengabel fortlegen – es wird um Ruhe gebeten.

„Hartz IV – die größte Vernichtungsaktion seit Ausschwitz“ – so die Aussage. Was folgt daraus? Das Auschwitz (besonders Birkenau) eine Vernichtungsaktion war. Und das wir wieder eine haben, belegt die in dem Artikel zitierte Studie. Mir zu unterstellen, dass ich auch den von Herrn Sukow gezogenen Umkehrschluss für richtig halte … dass also Auschwitz lediglich ein harmloses deutsches Jobcenter sei … ist schon ein kleiner Gipfel von Bösartikeit, Gemeinheit und selbstgefälliger Ignoranz, wie man sie bei Kaffeehauslinken oft antrifft: nur so können sie ihre umfassende Überlegenheit gegenüber dem Rest der Welt beweisen.

Wirkt doof, aber zweifellos fühlt man sich gut dabei.

Hier wird nicht altes Grauen relativiert. Nicht mit einem einzigen, kleinen Satz. Was mich von Kaffeehauslinken unterscheidet, ist wohl die Erkenntnis, dass Auschwitz nicht nur ein Objekt im literarischen Universum ist, ein Synonym für das absolut Böse, mit dem man Romane vortrefflich auskleiden kann – sondern auch ein Objekt der realen Weltgeschichte. Im literarischen Universum mag es einmalig sein – im realen Universum ist es das nicht. Auschwitz ist wiederholbar. Jederzeit. Überall – so mein Standpunkt, meine Lehre aus der vierzigjährigen Beschäftigung mit dem Grauen. Ja – man wird etwas sensibilisiert, wenn man jahrelang am Tisch der Großfamilie nichts anderes hört als Geschichten über jene Zeit. Auch übrigens über die Kaffeehauslinken … jene kruden Gestalten, die die Vorhänge zuziehen, wenn die SA wieder Geschäfte niederbrennt, um sich den Genuß der Buttercremetorte nicht vermiesen zu lassen. Aber dann nächsten Tag andere Linke diffarmieren, um sich selbst zu beweisen, wie toll links man ist, während die ja gar nicht so richtig toll links sind.

Relativiert man Auschwitz, wenn man seine Einmaligkeit in Frage stellt? Im ersten Moment denkt man: kann schon sein. Wer kennt nicht den typischen Stammtischtroll, der sofort aufbrüllt, wenn er „Birkenau“ hört und mit „Dresden“, „Indianer“ und „Neger“ antwortet. Doch wir dürfen hier nicht stehen bleiben, denn die Verabsolutierung von Auschwitz als absoluten Gipfel menschlichen Leidens hat eine kleine – für Kaffeehauslinke durchaus angenehme – Nebenwirkung: es wertet alles andere Leiden ab. Alles, was nicht direkt Auschwitz ist, braucht man nicht ernst nehmen … denn so schlimm kann es ja gar nicht sein.

Eine schöne, sehr bequeme Einstellung, die vortrefflich beim Genuss des Buttercremekuchens hilft: immerhin hat man dem absolut Bösen nicht persönlich aber literarisch tief ins Auge geblickt – und sich klammheimlich darüber gefreut, dass es schon so lange tot ist. Man braucht gar nichts mehr tun: wie köstlich.

Menschenverachtung, Menschenvernichtung in der Gegenwart? Kein Problem, solange nicht „Auschwitz“ über dem Lagereingang steht und die Vorhänge im Kaffeehaus dicht sind. Und die Vorhänge müssen äußerst blickdicht sein – sonst schmeckt das Weinchen nicht mehr. Darf ich mal zwei Kommentare zu dem Artikel zitieren?

Ich habe vor einiger Zeit hier schon einmal versucht darauf hinzuweisen, daß es IMHO von Münteferings “Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!” nicht mehr weit ist bis zu “Arbeit macht frei!” … leider ist das damals irgendwie wegmoderiert worden. Deshalb freut es mich zu sehen, daß die Erkenntnis inzwischen auch bei Dir gereift ist.

Ein anderes Negativbeispiel für das, was das vorherrschende Paradigma Neoliberalismus/Neofaschismus in der Politik angerichtet hat, sind die vom ehemaligen Superminister Wolfgang Clement bekannten Sprüche. Anarchopedia schreibt dazu:

»Clement benutzte ausdrücklich “Parasiten” bzw. “Parasitentum” für ALG-II Empfänger, die gleiche Wortwahl, die in den 30ern im Auftakt zur Judenverfolgung gewählt wurde, entsprechend positiv wurde die Beschimpfung der Menschenwürde durch das NPD-Blatt “Deutsche Stimme” aufgenommen.
Die Klage wurde von den Gerichten mit der der Begründung abgewiesen, daß “das offensichtliche Interesse” darin liege “ungerechtfertigte Staatsausgaben zu vermeiden”.
Eine interessante Lesart des “bürgerlichen Rechts”: Künftig werden also “Verbrecher” nicht mehr auf Grund ihrer Tat, sondern auf Grund ihres offensichtlichen Interesses verurteilt, frei nach dem Motto: Mord ist legitim, wenn sich mein Interesse mit der offiziellen politischen Richtung deckt. (Warum kommt mir diese Praxis nur so bekannt vor? …)
Ach ja … das Gewaltmonopol das Staates beinhaltet ja auch das Recht auf politischen Mord, wie wir nicht erst seit Benno Ohnesorg und Wolfgang Grams wissen. Ähnlichkeiten und Parallelen mit dem “Dritten Reich” sind rein zufällig und unterliegen der GEZ-subventionierten Pressezensur.«

Eine Bekannte aus England machte mich letzte Woche auf den traurigen Fall einer Freundin von ihr aufmerksam, der uns drastisch vor Augen führt, wie das System mit Minderleistern umspringt. Die inzwischen mit 37 Jahren verstorbene Lotte Ryan — eine engagierte Friedens- und Sozialaktivistin — war an einem Glioblastom erkrankt, einem äußerst aggressiven Hirntumor, für den es so gut wie keine Therapiemöglichkeiten gibt und der die Betroffenen zuerst zu Schwerstbehinderten macht (Motorik und Sensorik werden progredient schlechter) und sie dann tötet. Lotte Ryan war schon schwerstbehindert und auf Pflege angewiesen als sie vom lokalen Jobcenter (dem das alles bekannt war) unter Sanktionsandrohung (Einstellung der Zahlungen) zu einem Jobinterview beordert wurde. Wenige Wochen später ist sie dann verstorben …

Ich weiß – das ist etwas lang, aber qualifizierte Gedanken brauchen mehr Raum als das Kaffeehausgeblöke. Anders als Herr Sukov hat der Autor dieses Kommentars es geschafft, sein Studium auch abzuschließen. Läßt es wirklich jeden kalt, wenn die NPD einem sozialdemokratischen Wirtschaftsminister ob seiner Wortwahl zujubelt? Völlig vergessen, dass der Schoß noch fruchtbar sein soll, aus dem das kroch? Einfach mal den „aufhaltbaren Aufstieg des Arturo Ui“ von Berthold Brecht lesen … es lohnt sich.

Das deutsche Staatsschiff schmückt sich wieder mit braunen Wimpeln – doch solange die Kanne noch voll ist, wollen wir den Kuchen genießen. Leid vor der eigenen Tür? Ist doch kein Auschwitz, also: was soll´s! Hauptsache, wir haben drollige Katzenfotos auf Facebook.

Noch ein Zitat? Bitte schön:

Ich erlaube mir noch einen Nachtrag – denn davon ausgehend, dass hier noch mehr die von diesem System profitieren – in einer gnadenlosen Arroganz versuchen werden, den Artikel in Schutt und Asche zu kommentieren. Aus dem Grund hier noch ein kleiner Beitrag – vielleicht nimmt ihn der eine oder andere Systembückling zur Kenntnis.
„Die Fixierung des Faschismusbegriffs auf Auschwitz würde alles aussperren aus unserem Denken und Analysieren, was gestern zu Auschwitz geführt hat und morgen eventuell wieder zu Auschwitz führen könnte. Auch wenn es aberwitzig klingen mag: Wer Auschwitz verhindern will, muss selbst das Scheinbar-noch-ganz-Harmlose auf seine kausal-konditionale Qualitäten hin untersuchen, die in einem neuen Auschwitz enden könnten. Die Überprüfung und Einschätzung von “Bagatellen” gehören also ganz ausdrücklich mit zu diesem Forschungs- und Verhinderungsprogramm. Und wir werden auszuhalten haben, dass damit Auschwitz auch zurückgeholt wird aus dem Dämonisierungsabstand und uns als niemals ganz auszuschließende Möglichkeit der Geschichte wieder ganz naherückt. Es gibt keinen legitimen Sicherheitsabstand zu “Auschwitz”. Folglich dürfen wir auch den Begriff “Faschismus” nicht scheuen, da wir ansonsten in der Gefahr stehen, den Blick auf die Wirklichkeit zu scheuen. Pauschalabwehr besitzt keinen Rechtfertigungsgrund. Und geben wir bitte nicht als Stilkritik aus, was in Wahrheit nur Realitätsflucht wäre! Dabei hat natürlich als Selbstverständlichkeit zu gelten, dass der Begriff „Faschismus“ niemals als bloße Totschlags- und Etikettierungsvokabel missbraucht werden darf, sondern stets nur als Resultat sorgfältig-differenzierender Analyse Geltung für sich beanspruchen kann.

„Das Böse“, sagte der ehemalige Generalsekretär der UNO, Kofi Annan, einmal, „braucht das Schweigen der Mehrheit.“ Auch das verbale Wegbeschönigen von heutigen Faschismusvorzeichen käme einem bösartigen Verschweigen gleich.“

Das stammt im Original von Konstantin Wecker, einem Linken, für den das Links sein nicht nur keckes, freches Sahnehäubchen auf dem Biedermeierkuchen ist, sondern Lebensinhalt. Darum ist er bei Kaffeehauslinken auch nicht gut angesehen … er tut richtig was, denkt konsequent nach, geht auf die Straße, wenn es anfängt zu stinken: ein Sakrileg gegen jedwede Biedermeierexistenz.

Hartz IV – das sei deutlich gesagt – ist nicht gleich Auschwitz, wie Auschwitz oder schlimmer als Auschwitz … und es gehört schon eine dicke Portion boshafter Ignoranz dazu, so etwas zu unterstellen. Zu solch einer Aussage stehe ich ich auch nicht. Ich stehe aber zu der Aussage – jederzeit und überall – dass wir da locker wieder enden können, wenn wir den unverantwortlichen, menschenverachtenden Kurs der Gegenwart so konsequent fortleben. Mal eine kurze Darstellung, was aktuell schon vernichtet wird? Ebenfalls ein Zitat aus den Kommentaren zum Artikel:

Um die Brisanz der Drohkulisse, die von den Jobcentern gefahren wird, noch einmal vor Augen zu führen, zeige ich Ihnen die Auswirkungen von Sanktionen und Sanktionsandrohungen auf die physische Lage der Betroffenen in signifikanten und zahllosen Fallbeispielen nach.(Vgl. z .B. u.a. Ames 2009, S.43; S.1611; Berliner Kampagne 2008, S.47; S.57; S.63; Griesmeier 2009, S.19ff; Daseking 2009, S.57).
Die Folgen reichen von Schlafstörungen, Depressionen bis hin zu massiven Schuldgefühlen, die bei vielen Betroffenen schlimmer empfunden werden als “Hunger” (Ames 2009, S.43 f.). Sanktionen im Zusammenwirken mit weiteren ungünstigen Situationskonstellationen führen meist zu schwerwiegenden psychosomatischen Erkrankungen.
Die Berliner Kampagne stellt in ihrer Analyse fest: “Die Auswirkungen des Fehlens von gesellschaftlicher Erwerbsarbeit auf die Befindlichkeit des Einzelnen sind gravierend. Diese Belastungen werden noch verstärkt, wenn die Menschen ständiger Sanktionsgefahr ausgesetzt sind:
Minderwertigkeitsgefühle, Depressionen, Zwänge, Suchtverhalten, soziale Ängste, psychosomatische Erkrankungen” (vgl. Daseking 2008, S. 57). Alle Studien, die sich mit Sanktionen auseinandersetzen, weisen zumeist auf die hohe psychische Belastung hin. Dies ist insofern nicht verwunderlich, da wie schon beschrieben, bereits die Möglichkeit dass Sanktionen ausgesprochen werden können eine disziplinierende Drohkulisse darstellt.
Es sei an dieser Stelle auch auf die internationale Definition von Gesundheit der
Weltgesundheitsorganisation (Word Healt Organisation, WHO5) hingewiesen. Gesundheit wird definiert als “ein Zustand vollständigen physischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens, der sich nichtlediglich durch die Abwesenheit von Krankheit oder Behinderung auszeichnet”.Beim Vergleich der Studien über den Sanktionsmechanismus sind häufig die Begriffe wie “Angst” verwendet worden (Existenzangst, Angst vor Verlust der Wohnung, Angst nicht zu wissen, wie man an Nahrungsmittel kommt, Gefühl der Überforderung und Hilflosigkeit sowie Ohnmachtsgefühle). Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die negativen Auswirkungen von Sanktionen auf die psychische Gesundheit von Betroffenen in den unterschiedlichen Studien klar belegt sind. Im Extremfall führen sie zu Suizidversuchen.

Man muss schon ein überzeugter und engagierter Aktivist der „Generation Doof“ sein, um solche Vernichtungsaktionen vollständig zu ignorieren …. und angesichts der besonderen deutschen Geschichte scheint mir jede Art von Verharmlosung aktuellen Grauens ein Akt absoluter Verantwortungslosigkeit zu sein. Was der Kaffeehauslinke nur all zu gern vergisst: Deutschland, die deutsche Kultur, der Geist des deutschen Biedermeier war die Kultur, die Auschwitz real werden lies. Haben wir uns eigentlich jemals darum gekümmert, welche urdeutschen Eigenarten wir besser ablegen sollten, um eine Wiederholung der Geschichte ausschließen zu können? Wäre mir nicht bekannt, dass dies mal vor einer breiteren Öffentlichkeit geschehen wäre, dabei sollte jeder Hauptschüler nützlicherweise gleich zehn Unarten im Verhalten aufzählen können, die letztlich Menschen ins Gas bringen.

Ja – hier kommen wir zum eigentlichen Grund meines Schreibens. Ein Herr Leander Sukov und seine irreale Schmähkritik kann mir egal sein, ich denke, ich kann Kaffeehauslinke schon ganz realistisch einschätzen. Was mir nicht egal ist, ist der schleichende Faschismus, der wieder Alltag wird – auch bei jenen, die sich als große Verteidiger der Einzigartigkeit deutscher Vernichtungslager in der Öffentlichkeit sonnen. Der neue Faschismus kommt ganz elegant daher – und ist wie üblich im Herzen völlig unpolitisch. Nicht die boshafte (oder – seien wir wohlmeinend – dümmliche) Unterstellung erregt das Gemüt, sondern der kleine Schlußsatz:

Es ist aber so, dass einige meiner Freunde mit Rainer A. Damman verbändelt sind. Ich empfehle sehr, die Bänder zu lösen.

Nein, keine Sorge: diesem Aufruf ist keiner gefolgt. Besser noch: einer seiner FB-Freunde ist seit gestern auch meiner. Zeigt, dass unsere gemeinsamen Freunde Demokraten sind – und des Lesens und Denkens fähig. Aber was ist das für eine politische Kultur, die sich – weit ab jeglicher öffentlichen Diskussion – einfach in blinder Aburteilung eines vermeintlichen „Revisionisten“ (ohne jede Möglichkeit der Gegenrede, des demokratischen Diskurses – sowas ist bei Volksgerichtshofsurteilen ebenfalls unerwünscht) erschöpft und dann … zur völligen sozialen Isolation aufruft?

Merken Sie, welcher Geist sich da wieder erhebt? Bessermensch gegen Untermensch. Arier gegen Jude. Das alte deutsche Lied, immer wieder gern gesungen. Finden sich auch wieder unkritische Mitläufer (und Mithasser)- wie üblich.

Wissen Sie – ein Herr Sukov ist mir egal. Schlimmer als eine „Anti-Eifelphilosoph-Seite“ kann es nicht werden (gibt´s die eigentlich noch?). Von dieser Sorte gibt es reichlich, „Literaturkritiker“ leben halt von nichts anderem, als dass sie Ausschau nach kreativen, schaffenden Menschen halten, die sie irgendwie runterziehen können, um sich selbst zu erhöhen. Ich finde so etwas erbärmlich (weshalb mir Reich-Ranitzki immer suspekt war … was machen solche Charaktere, wenn sie mal reale Macht in die Hände bekommen?), aber wir leben in einem freien Land, in dem auch solche Existenzformen möglich sind.

Was einem aber nicht egal sein kann, ist der öffentliche Aufruf zur Menschenhatz … im Gewande einer vermeintlich antifaschistischen Gesinnung. Das hat nun mit der Person des Herrn Sukov nichts zu tun – die kann einem egal sein. Mir geht es eher darum, auf jene aufmerksam zu machen, die Auschwitz wieder möglich machen … und es auch früher erst realisierbar gemacht haben: der Typus des deutschen Kaffeehauslinken, einer pseudolinken Existenz, der wir aktuell ja schon viel zu verdanken haben: aus diesem Geist entsprang der von (vermeintlichen) Linken getragene Einsatz deutscher Bomber in Jugoslawien, der Einsatz deutscher Bodentruppen in Afghanistan und … der Abbau des deutschen Sozialstaates unter Verwendung originalen NS-Gedankengutes.

Wem es nur darum geht, für seine Regenwurmgedichte eine gediegene Leseatmosphäre zu haben, der mag damit leben können.

Wer seine Lehren aus dem Grauen des Dritten Reiches gezogen hat, kann damit nicht leben.

PS: ein persönliches Wort an Herrn Sukov. Gerne stehe ich Ihnen zu einer öffentlichen Diskussion über meine Ansichten, Meinungen und Erkenntnisse zur Verfügung – wie jedermann. Hier wird nur selten zensiert, sind sie gut begründet, lassen wir auch persönliche Beleidigungen durch – eher jedenfalls als doofe Einwortsätze, die der Diskussionskultur dieses Ortes nicht gerecht werden. Schreibe ich über „Kaffeehauslinke“, so ist nicht unbedingt ihre Person gemeint – eher eine Gruppe von Menschen, die mir schon seit längerem in der öffentlichen Debatte durch destruktives Verhalten aufgefallen sind … und durch ein hohes Lob über den anschließenden Weingenuss im Kaffeehaus. Meine Freunde dürfen auch weiterhin ihre Freunde sein – ich habe kein Problem damit. Zudem habe ich keine Probleme mit Freunden von Regenwurmgedichten – wieso auch. Mobbing jedoch – auch Cybermobbing – gefällt mir nicht so. Ich erlaube mir, dazu dann auch mal öffentlich Stellung zu beziehen, bevor ein aufgeputschter Mob mich als „Revisionisten“ an den nächsten Laternenpfahl hängt. Vielleicht richten Sie vor der nächsten Verurteilung vermeintlich Andersdenkender erstmal ein persönliches Wort an sie? Oder schaffen einen Raum für Dialog? Sonst ähneln Sie wirklich eher einem Roland Freisler. Wollen Sie das wirklich?

PS 2: ein persönliches Wort an die engagierten Leser, die mich auf diesen Mobbingakt aufmerksam gemacht haben: danke für euer Engagement. Ich weiß die Absicht sehr zu schätzen. Diesmal habe ich Euch zuliebe darauf reagiert, jedoch möchte ich anmerken: Schmähkritik und verlogene Diffarmierungen dieser Art interessieren mich nicht. Hier war es nützlich, um auf eine besonders gefährliche Abart von Pseudolinken hinuweisen, doch normalerweise ist das absolut verschwendete Lebenszeit. Begegnet Euch so etwas nochmal: einfach ignorieren. Auch wenn die Mobbingabsicht im Prinzip brandgefährlich ist, handelt es sich dabei doch oft nur um Gestalten, die selbst mehr Aufmerksamkeit wollen, um ihren Lebensfrust abarbeiten zu können – es gibt wichtigere Themen zur Zeit, als ihnen eine Bühne für ihre erbärmlichen Aufführungen zu bieten.

PS 3: nicht, das jemand denkt, diese Art von „Linken“ wäre neu in Deutschland. Reichstagswahl 1928 – drei SPD-Minister stimmen dem Bau eines Panzerkreuzers (im Rahmen einer großen Koalition) zu … wider aller Wahlversprechen. Was weniger bekannt ist: dieses Schiff war kein normaler Kreuzer, er war als unbesiegbare Kriegswaffe geplant – stärker als alle schnelleren Schiffe, schneller als alle stärkeren sollte er alliierte Seewege blockieren. Ersonnen fünf Jahre vor der Machtergreifung Adolf Hitlers (siehe Zeit). Schon damals ein bewusster, absichtlicher Verstoß gegen den Versailler Vertrag – und eine Vorbereitung auf einen neuen Krieg.

 

 

Die Kriege der Neuzeit, der Todeskampf der USA und das Versagen der „Linken“.

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Dienstag, 21.10.2014. Eifel. Wir befinden uns ja gerade im Krieg. Nein, nicht der mit Russland, jene neue, vom Westen gezielt herbeigeführte Wiederholung des kalten Krieges, der viel Geld in die Kassen der Rüstungsfirmen fließen lassen soll und wird. Ja – manchmal, wenn ich mir die brisante Entwicklung der letzten Monate so vor Augen führe, dann denke ich: es kann einem in der Tat so vorkommen, als wenn der Ukraine-Konflikt ein genialer Schachzug der Waffenlobby war – sobald die Forderung nach mehr Rüstung durchgewunken worden war, verebbte die üble Hetzkampagne gegen Putin in den Medien, ja, es wurden sogar selbstkritische Stimmen laut.

Ich meine auch nicht den Krieg reich gegen arm, der aktuell dazu führt, dass die Zahl der Obdachlosen in Deutschland seit 2010 um 15 % gestiegen ist (siehe Spiegel). Sicher, dass ist zwar schlimm, aber nichts, was unsere „Experten“ zum Nachdenken anregen würde.

Auch der Krieg alt gegen jung oder der Krieg gut gegen böse ist nicht gemeint, obwohl der durch ein aktuelles Buch gerade wieder ins Bewusstsein gerufen wurde. Karen Duve hat es geschrieben und erläutert, warum die Jugend gegen die Alten wie ´68 auf die Barrikaden gehen müßte, bevor die Alten jegliche Ressourcen aufgefressen haben und warum wir gerade in einem apokalyptischen Kampf „gut“ gegen „böse“ verstrickt sind (siehe Taz):

Selbstverständlich sind auch die Politik, der Kapitalismus und der Mensch als Gattung schuld. Vor allem aber ist es eine kleine Kaste ehrgeiziger, machtbesessener und risikobereiter Männer – teilweise echte Psychopathen –, die seit Urzeiten die Weltläufe und die Ideologien bestimmt und die langfristigen Interessen der Menschheit für den kurzfristigen Vorteil ihres Unternehmens aufs Spiel setzt, und zwar in jeder Staatsform, wie man am realen Kapitalismus sehen kann und am realen Sozialismus sehen konnte.

Gute junge Menschen gegen böse alte Menschen: noch ein Krieg, aber immer noch nicht der, den ich meine.

Ich meine den kommenden Währungskrieg. Ja, der Euro verliert an Wert, bald sogar massiv. Das könnte uns freuen, weil dann unsere Waren in den USA billiger werden. Es sollte uns aber nicht freuen, weil Öl in Dollar gehandelt wird: verliert der Euro an Wert, brechen unsere Spritpreise alle Höhenrekorde und man wird wegen einem vollen Tank mit seinem Bankberater sprechen müssen. Es ist aber nicht nur der Energiesektor, der dann Sorgen bereiten sollte: auch die USA selbst werden dann sauer. Klar: überschwemmen wir den Weltmarkt mit billigen Eurowaren, bleibt für die US-Firmen weniger übrig – deshalb droht der Währungskrieg.

Zwei wichtige Euro-Formate sprechen gerade darüber: der Focus und das österreichische Wirtschaftsblatt, in beiden Formaten kommen Experten zu Wort –  mit absonderlichem Ergebnis.

Der österreichische Nationalbankchef Ewald Nowotny jubelt über die anziehende Konjunktur: der billige Euro wird die Exporte nochmal nach vorne bringen (siehe Wirtschaftsblatt). Weitere Experten erwarten das nicht – und verweisen auf Japan, dessen Yen-Abwertung letztlich für die japanische Volkswirtschaft nichts gebracht hat (siehe Focus).

Ja – da steht ein Währungskrieg mit unseren mächtigsten Verbündeten ins Haus … gerade während einer Zeit, wo doch unsere Volkswirtschaften weiter zusammen wachsen sollen. Ja, da habe ich doch noch den Peter Tauber im Ohr, den jungenhaften Generalsekretär der CDU, der uns auf der Internetseite der CDU erklärt, warum das Freihandelsabkommen TTIP eigentlich so toll für Deutschland ist (siehe CDU).

Schon heute seien die EU und die USA wichtige Handelspartner. „Gemeinsam stehen sie für rund ein Drittel des weltweiten Handels. Sie erwirtschaften fast die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung.

Was aber auch heißt: die sind direkte Konkurrenten. Ich habe mir die Rede von Herrn Tauber nochmal genauer angeschaut – und siehe da, ich fand da doch einen Satz, der verwunderte … zumal er ausgesprochen wurde, bevor die deutsche Öffentlichkeit überhaupt über den Währungskrieg informiert worden ist:

Fast nebenbei könne das Transatlantische Freihandelsabkommen auch einen wertvollen Beitrag dazu leisten, die bestehenden Risse im transatlantischen Verhältnis zu kitten.

Ich würde ihn gerne fragen, welche Risse das eigentlich sind – und wie TTIP eigentlich wirkt, wenn man es mal aus der Sicht jener Menschen betrachtet, die sich in einem Währungskrieg mit der EU befinden, welche Möglichkeiten sich für unsere Währungsfeinde ergeben, sich ihrer lästigen europäischen Konkurrenz zu entledigen?

Andere sehen schon deutlicher, dass eine Annäherung an die USA enorme Folgen für die europäische Gesellschaft haben kann. Hören wir dazu doch mal einen direkten Konkurrenten des Herrn Tauber, den Herrn Michael Schlecht von den Linken:

Zwar ist die Wirtschaftsleistung der USA in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen, die us-amerikanischen Beschäftigten arbeiteten immer produktiver. Dieser Wohlstandszuwachs jedoch floss komplett in die Taschen der Unternehmer. Aufgrund ihrer schwachen Verhandlungsmacht konnten die Beschäftigten nur Lohnerhöhungen erreichen, die gerade mal die Inflation ausgleichen.

25 Jahre ohne reales Einkommensplus – das ist schon echt eine Leistung eines flexiblen Arbeitsmarkts.

Ja – da wären wir doch wieder bei dem Krieg arm gegen reich – einem Krieg, bei dem deutsche Unternehmen übrigens nicht auf der Seite der deutschen Bevölkerung stehen. Von den billigen Löhnen vor allem im Süden der USA profitiert unter anderem der mächtige deutsche BMW-Konzern mit seinem Werk in Spartanburg, die mächtige Deutsche Bank empfiehlt schon lange die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes nach US-Vorbild … zum Schaden deutscher Arbeitnehmer. Noch eine Front, die es zu beachten gilt.

Die Macht der Konzerne wird durch dieses TTIP-Abkommen enorm vergrößert, Staaten werden für entgangene Profite in Haftung genommen (wenn ich allerdings mal als Verkäufer von Aldi die Regierung verklagen möchte, weil sie die Einführung elektronischer Kassen nicht aufgehalten hat, steht mir niemand bei … außer das Jobcenter mit Sanktionsandrohungen, wenn es mir nicht schnell genug gelingt, einen neuen Job für mich zu erfinden) und auch der ganz öffentliche Sektor inklusive Bildung ist in Gefahr, von Konzernen übernommen zu werden (siehe Netzfrauen).

Dabei hat der US-Präsident Obama kürzlich erst gesagt, wozu die wirtschaftlichen Anstrengungen der USA dienen (siehe Heise):

Nach Obama würden die Menschen auf der ganzen Welt erwarten, dass die USA vorangehen. Die Amerikaner seien schließlich „die Erben eines stolzen Vermächtnisses der Freiheit“. Man habe diese Woche der Welt gezeigt, „dass wir darauf vorbereitet sind, das Notwendige zu tun, um das Vermächtnis für die kommenden Generationen zu sichern“.

Gut – er meinte damit, dass die USA jene Nation sind, die alle möglichen Koalitionen gegen alle möglichen Feinde schmieden – aber genau genommen gilt dieses Ziel der „Sicherung des Erbes“ doch für alle Lebensbereiche, oder?

In dem Sinne ist eine Information der FAZ sehr interessant: Fannie Mae und Freddie Mac sind wieder im Spiel:

Die Hausfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac standen im Mittelpunkt der Finanzkrise in Amerika und wurden mit 188 Milliarden Dollar herausgepaukt. Eigentlich sollten sie abgewickelt werden. Doch nun wird ihre Rolle noch gestärkt.

Ihre Rolle …. ja, da sollte man sich dran erinnern:

Fannie Mae und Freddie Mac vergeben dabei selbst keine Hauskredite, sondern kaufen diese den Banken ab, verpacken sie zu Bündeln und verkaufen diese als hypothekenbesicherte Wertpapiere an Investoren. Gegen Gebühr sichern sie die Investoren auch gegen Verlustrisiken ab. Zusammen mit der Hausfinanzierungsagentur des Bundes besitzen oder garantieren Fannie und Freddie fast die Hälfte aller ausstehenden Hypotheken in den Vereinigten Staaten.

So wurden die Schrottpapiere in Massen produziert, die letztlich die Weltwirtschaft ins Wanken brachten. Jetzt, wo Goldman-Sachs-Mann Draghi wieder forderungsbasierte Wertpapiere aufkauft (ja, genau: den Ramsch, den die Banken sich in den USA gekauft haben), haben Fannie Mae und Freddie Mac wieder einen Sinn: weitermachen. Das sichert das Vermächtnis für die kommende Generation.

Ach ja – das Vermächtnis. Ich fürchte, dieses Vermächtnis müssen wir uns kurz mal anschauen. Der Deutschlandfunk hat dies kürzlich getan – in Form einer Buchbesprechung:

George Packer erzählt in seinem Buch „Die Abwicklung“ intelligent und anschaulich vom Verfall der sozialen, politischen und ökonomischen Strukturen in den USA, die lange für Stabilität sorgten. Durch die detaillierten Langzeitbeobachtungen und die kluge Auswahl seiner Protagonisten lassen sich Entwicklungen verfolgen, die möglicherweise auch auf Deutschland zukommen.

Das „Ende des american Dream“? Die „Abwicklung des alten Amerika“? Ja, was will denn Obama da überhaupt noch sichern? Lauschen wir weiter dem Deutschlandfunk – über die Träume des in Frankfurt am Main geborenen US-Milliardärs Peter Thiel:

Thiels Schlussfolgerung war pragmatisch: Er investiert jetzt in Technologien zur Verhinderung des Todes, die nur Billionären wie ihm zur Verfügung stehen. Falls das nicht klappen sollte, setzt er außerdem auf die Gründung schwimmender Kolonien in den Weltmeeren, wo der Pöbel keinen Zutritt hat. Demokratie jedenfalls ist in Thiels Augen eine Bedrohung für die Zukunft.

„Als Liberalist begrüßte er ein Amerika, in dem weder auf die alten Institutionen mehr Verlass war, noch auf die Gemeinschaften, die lange das einzige Sicherheitsnetz geboten hatten, die jedem, der dazugehörte, eine Stelle im Leben angewiesen und die gemeinsamen Ziele vorgegeben hatten. All das widersprach Thiels Vorstellungen zutiefst.“

Leute wie Peter Thiel waren eine Hauptmotivationsquelle für den politischen Journalisten Georg Packer:

Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte versetzt ihn in Wut, und er verwandelt diese Wut in einen scharfsichtigen, kritischen Blick auf den Eigennutz und die Kurzsichtigkeit der amerikanischen Elite.

Nun – wie wir sehen, sind wie schon wieder beim Kampf gut gegen böse gelandet. Für die Bösen stellt die Demokratie eine Bedrohung da, sie träumt von einem ewigen Leben auf schwimmenden Kolonien in den Weltmeeren, fernab des lästigen Volkes: faschistoide Träume einer neu erwachenden Herrenrasse, die Menschen nur dann ernst nehmen, wenn sie über Milliarden Dollar herrschen (ich schätze mal, die oben erwähnten“Billionäre“ sind ein Übersetzungsfehler).

Und so produzieren jetzt Fannie Mae und Freddie Mac weiter Ramschpapiere für die EZB, um in den USA weitere Milliardäre zu produzieren, während Obama als Führer der Welt dafür sorgt, dass deren Vermächtnis sicher bleibt.

Wie weit gehen die eigentlich bei der Absicherung ihrer Privilegien?

Darf ich mal ganz kurz Wikipedia zitieren – über den ehemaligen Drogenfahnder, CIA-Enthüller und Buchautor Michael C. Ruppert?

In seinem Buch Crossing the Rubicon schrieb er über den Einfluss der sinkenden weltweiten Ölreserven (Peak Oil) auf die Neuausrichtung der Geopolitik der USA in den letzten Jahren. In dem Buch vertritt Ruppert die These, dass die Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA ein von staatlicher Seite benutztes Hilfsmittel im Dienste dieser Neuausrichtung waren. Das Buch ist eines der drei meistverkauften Sachbücher zum Thema in den USA.

Am 25. Juni 2006 wurde in die Redaktionsräume von From the Wilderness eingebrochen. Die Einbrecher stahlen nichts, sondern brachten alle sieben Computer in einen Raum und zerstörten sie systematisch mit Vorschlaghämmern.

Am 29. September 2008 veröffentlichte Ruppert in einem Artikel, dass er sich in persönlicher Gefahr („I am in personal danger now“) befinde, da er den unausgesprochenen Handel mit der Regierung, zurückgezogen zu leben und nicht an die Öffentlichkeit zu gehen, gebrochen habe („I have broken an unspoken deal with the government to remain retired and not speak out.“)

From the Wildernis war (und ist) die Internetplattform, die sich mit Rupperts Thesen befasst (siehe FtW).

Im April 2014 hat Herr Ruppert dann auch folgerichtig Selbstmord begangen.

Spannend daran: relativ kurz zuvor wurde ein Film im History-Channel gezeigt, ein Film, in dem es über den drohenden Niedergang des US-Imperiums ging. „Die Vorzeichen der Apokalypse“ hieß der Film (hier noch bei Dokumonster archiviert). Hier erleben wir einen Michael C. Ruppert, der noch sehr engagiert scheint und viele Anregungen dazu gibt, als US-Bürger dem Untergang seines eigenen Landes nicht zwanghaft zu folgen. Nun – wollen wir keine Verschwörungstheorien in die Welt setzen – immerhin gibt es ja einen Abschiedsbrief von ihm (siehe reaseningconspiracy) – und es soll ja auch schon mal vorkommen, dass Menschen, die wider den Wünschen der US-Regierung mit unliebsamen Wahrheiten an die Öffentlichkeit gehen einfach zufällig und passenderweise sterben.

Ja – das kann wirklich vorkommen.

Auch bei denen, die behaupten, es sei staatlicherweise notwendig gewesen, die Anschläge vom 11.9.2001 durchzuführen, um „das Vermächtnis für die kommenden Generationen zu sichern“.

Doch kehren wir zurück nach Deutschland, zu den Kriegen, die dieses Land gerade mitmacht – wobei ja der Währungskrieg noch gar nicht offiziell ausgerufen wurde. Wie reagiert eigentlich unser intellektuelle Oberschicht darauf, von Kriegen an allen Enden bedroht zu werden? Ruft sie auf zu jenen neuen Revolutionen, zu jemen neuen „`68“, dass Karen Duve aktuell fordert? Was machen die, die kraft ihrer staatlich subventionierten Ausbildung eigentlich die Pflicht hätten, dem Land in Zeiten der Not mit ihrem Geist und ihrem Intellekt beizustehen – kurz: wo sind die kritischen „Linken“ im Zeitalter der versuchten Anbindung Deutschlands an den sterbenden Koloss USA?

Hören wir dazu die Soziologin Cornelia Koppetsch in einem Interview der Zeit:

Die bürgerlichen Milieus von heute leisten sich Biokisten, Terrakottafußböden, Holzspielzeug für die Kinder und Yogakurse zur Entspannung. Sie kultivieren Kirchenbesuche statt Ostermärschen und erklären die intakte Kleinfamilie zum höchsten Ideal der Lebensführung. Die Reste alternativer Entwürfe, getragen von Werten wie Autonomie, Selbstverwirklichung und Authentizität, sind in die Sphäre des Konsums gewandert.

Man konsumiert mit seiner geballten Kaufkraft noch linksromantisch, man sitzt in Szenecafés und macht es sich hinter Gründerzeitfassaden gemütlich, hat aber jeden Begriff politischen Handelns verloren. Die Linke ist inzwischen konservativ geworden.

Konsumzombies sind sie geworden. Menschen, die den Fetisch „Konsum“ als großen Zauber der Moderne entdeckt haben, als einziges Mittel, dass ihnen geblieben ist, um in einer „Gesellschaft der Angst“ (siehe hierzu den Soziologen Karl-Heinz-Bude im Spiegel) zu überleben. Atomkriege, Ölknappheit, Klimakatastrophe, Währungskriege, Ramschanleihen, Anstieg der Obdachlosigkeit, apokalyptische Kämpfe „gut“ gegen „böse“ … alles egal, solange nur der Junior durchs Gymnasium gepeitscht wird und Ikea Terrakottafliesen im Angebot hat.

Unserer linke Elite ist nicht weniger soziopathisch als die andere Elite, der wir laut Frau Duve unseren Untergang zu verdanken haben … und da kann man schon verstehen, warum Michael C. Ruppert sich das Leben genommen hat. Im Krieg „gut“ gegen „böse“  bauen die Bösen die Welt nach Belieben um, während die Guten glücklich auf ihren Terracottafliesen sitzen und mit ihrem einzigen Kind zusammen Disneyfilme gucken: und das ist der ganze Widerstand, den sie den hochkochenden Kriegen aller Coleur noch entgegensetzen können.

Ob das ausreicht?

 

 

 

 

 

 

 

Die unerklärliche Kriegslust der Deutschen: wer regiert hier wirklich?

Die unerklärliche Kriegslust der Deutschen: wer regiert hier wirklich?

Donnerstag, 26.6.2014. Eifel. Heute muss ich Sie etwas belästigen – dafür entschuldige ich mich schon gleich im Vorfeld.  Mit etwas aus meiner Biographie. Ich erwähne gelegentlich schon mal, dass ich 17 Jahre in der Pharmaindustrie verbracht habe – manche verurteilen mich sehr dafür, was ich verstehe. Hätte ich früher auch gemacht, ist eine tödliche Drecksbranche, die das Geld der Versicherten auf Luxusreisen verpulvert – oder im Bordell. Zu meinem Berufsethos gehört jedoch, dass ich mich der platonischen Philosophie verpflichtet fühle, die älter als das Christentum ist. Platon hat in seiner Schrift „Der Staat“ für Politiker die Ableistung von Militärdienst gefordert – und obwohl ich Kriegsdienstverweigerer mit staatlich (und durch Offiziere der Bundeswehr) geprüftem Gewissen bin, konnte ich dem Gedanken etwas abgewinnen: ein Leben, dass nur in Büchern stattfindet, verliert schnell den Kontakt zur Lebenswirklichkeit der Menschen.

Nun – Kriegsdienst konnte ich nicht leisten, da polterte die Stimme des Herrn in mir. Aber Wirtschaftsdienst – das sah damals gangbar aus. Alternativ dazu wäre noch der Gymnasiallehrer möglich gewesen – aber das ging ebenfalls nicht aus Gewissensgründen. Ja, die Stimme des Herrn im Menschen schützt – sofern vorhanden – auch die kleinen Seelen vor Missbrauch durch Erwachsene, doch das ist ein anderes Thema … ebenso wie die Tatsache, dass ein aktives Gewissen zur Grundausstatutung eines jeden Naturmenschen gehört und nicht unbedingt die Stimme Gottes im Menschen sein muss.

Es galt auch zu beweisen, dass der Geist sich nicht vom Gelde korrumpieren läßt, dass also wirklich der Philosoph das Sein bestimmt – und nicht die Gier. Ich gestehe: das war knapp, aber mit etwas Hilfe habe ich gewonnen. Kein Wunder also, dass ich mehr ein Anhänger Schopenhauers bin denn ein Anhänger Hegels, dessen Philosophie leicht weltfremd und menschenfeindlich werden kann, während sich Schopenhauer gut zur profunden Grundausbildung in Menschlichkeit und Glückseligkeit eignet.

Was macht der Philosoph in der Pharmaindustrie? Seinen ureigenen Job: er verkauft Ideen. Tabletten gibt der Arzt über die Apotheke aus, es gilt also, Verschreibungsverhalten durch Ideen zu steuern (oder – viel effektiver – durch Korruption, doch auch das ist ein anderes Thema).  Man schickt also hundert Leute aus, die flächendeckend die gleiche Idee verbreiten, damit in München, Hamburg, Köln und Berlin die gleiche Idee wächst und auch in internen Gesprächen der Ärzte untereinander zirkuliert … kurz gesagt. es ist politische Lobbyarbeit direkt vor Ort, ausgeführt von 14000 Pharmareferenten, die alle vom Beitragszahler finanziert werden (womit Menschen mit Gewissen mit der Zeit Probleme bekommen … und sich ein bedinungsloses Grundeinkommen wünschen, auf das man ausweichen kann, um nicht vollends kriminell und asozial zu werden).

Nun ist man leider nicht allein auf der Welt. Während man in der Zentrale des jeweiligen Konzerns Informationen sammelt, bemerkt man manchmal „Zerrüttungen“: d.h.: die Konkurrenz ist aktiv und stört durch Gegenbotschaften, auf die schnell reagiert werden muss, bevor sie sich festsetzen. So lernt man nebenbei, wie man die gesamte deutsche Ärzteschaft steuert – durch Prinzipien, der der politischen Parteiarbeit sehr ähnlich sind.

Nehme ich jetzt diesen Blick und wende ihn auf die deutsche Politik an, so leuchten bei mir alle Warnlampen auf.

Es geht um wichtige Dinge – um Krieg. Ja wir wissen: der ist in Deutschland verboten – siehe Wikipedia:

Abs. 1 GG: Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.

Die Absicht wurde sogar erneuert:

Art. 2 des Vertrages vom 12. September 1990 über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland (so genannter Zwei-plus-Vier-Vertrag): (Verbot des Angriffskrieges) Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik bekräftigen ihre Erklärungen, dass von deutschem Boden nur Frieden ausgehen wird. Nach der Verfassung des vereinten Deutschlands sind Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, verfassungswidrig und strafbar. Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik erklären, dass das vereinte Deutschland keine seiner Waffen jemals einsetzen wird, es sei denn in Übereinstimmung mit seiner Verfassung und der Charta der Vereinten Nationen.

Es gibt auch ein Strafgesetz dazu, § 80 StGB:

Wer einen Angriffskrieg (Artikel 26 Abs. 1 des Grundgesetzes), an dem die Bundesrepublik Deutschland beteiligt sein soll, vorbereitet und dadurch die Gefahr eines Krieges für die Bundesrepublik Deutschland herbeiführt, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder mit Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren bestraft.

Bis Ende der neunziger Jahre war klar: es sollen keine deutschen Stiefel im Ausland marschieren. Dann kam der Einsatz in Jugoslawien, der nach Worten des damaligen Ex-Kanzlers Gerhard Schröder „völkerrechtswidrig“ war. (siehe z.B. WSWS). Es war ein Angriffskrieg, der mit überraschend großem medialen Getöse (und dicken Lügen) überdeckt wurde. Natürlich gab es auch ein Heer von Juristen, die die Paragraphen so „auslegten“, das Krieg auf einmal „Friedenssicherung“ wurde und Angriff Verteidigung – auch im fernen Afghanistan wird eifrig verteidigt. Als Philosoph weiß man, dass es keinen Satz gibt, der nicht – bei entsprechender Mühe und böser Absicht – gegen seinen Sinn ausgelegt werden kann. Darum schreiben Philosophen normalerweise ganz dicke, kompliziert formulierte Bücher, um sich gegen die willkürliche Umdeutung ihrer Absicht zu schützen … und merken später, das gewiefte Journalisten die gut gemeinte Absicht mit drei aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten ins Gegenteil verkehren können.

Man hätte an einen Ausrutscher denken können. Außerdem ging es ja gegen die „Bösen“ – da ist Krieg ja immer „gut“. Leider reicht der Bildungsgrad des Durchschnittsdeutschen nicht mehr aus um zu erkennen, dass man mit wenigen Worten aus JEDEM einen „Bösen“ machen kann. Geschieht automatisch IN JEDEM KRIEG, die ausführenden Organe in diesem Zusammenhang nennt man auch gern „Schreibtischtäter“.

Aktuell schreiben wir das Jahr 2014, in der Ukraine tobt ein Bürgerkrieg mit Weltkriegspotential, Nordafrika und der vordere Orient sind in Aufruhr und in Afghanistan merkt die Nato langsam, dass sie den Krieg verloren hat. Da geschieht auf einmal Merkwürdiges, es gibt „Zerrüttungen“: ein protestantischer Pfarrer und Bundespräsident ruft zu den Waffen und erklärt auf der 50. Münchener Sicherheitskonferenz, dass Deutschland eine „aktivere Rolle“ einnehmen soll (siehe jungeWelt).

Später setzte er noch einen drauf, siehe Deutschlandfunk:

Es gab früher eine gut begründete Zurückhaltung der Deutschen, international sich entsprechend der Größe oder der wirtschaftlichen Bedeutung Deutschlands einzulassen. Das kann ich verstehen! Aber heute ist Deutschland eine solide und verlässliche Demokratie und ein Rechtsstaat. Es steht an der Seite der Unterdrückten. Es kämpft für Menschenrechte. Und in diesem Kampf für Menschenrechte oder für das Überleben unschuldiger Menschen ist es manchmal erforderlich, auch zu den Waffen zu greifen.

Ich bin nun kein Jurist, nur ein einfacher Bürger – und als solcher sehe ich in dem Verbot von Angriffskriegen keine einschränkende Ausnahmegenehmigung im Sinne von: „keine Angriffskriege, es sei denn, die Innenpolitik des angegriffenen Landes wird als störend empfunden“. Ja, „Einmischung in innere Angelegenheiten“ ist untersagt – erst recht mit Waffengewalt. Und auch wenn das oft zum Kotzen ist: dieses Prinzip begründet sich schlichtweg darin, dass Juristen auch den Begriff „Menschenrechte“ und „Rettung von Menschenleben“ durchaus gründlich umdeuten können.

Gauck sollte wissen, wie gefährlich solche Experimente sind – er hat uns in anderem Zusammenhang davor gewarnt, siehe Wikipedia:

2010 sagte er mit Bezug zur Sozialpolitik: „Wir stellen uns nicht gern die Frage, ob Solidarität und Fürsorglichkeit nicht auch dazu beitragen, uns erschlaffen zu lassen.“ Es würde „immer noch der Traum von der Obrigkeit geträumt, die es gut mit uns meint und in deren Obhut wir uns gefahrlos begeben können“.

Anders herum: das unsere Obrigkeit es gut mit uns meint, ist ein Traum. Wissen Sie, was das bedeutet? Erahnen Sie die Abgründe, die durch diesen Blickwinkel möglich sind? Das ist die Beschreibung des Krieges Staat gegen Volk – aber niemand hat es bemerkt. So etwas konnte man 2010 ungestört sagen, weil es „Zerrüttungen“ im Demokratiebewusstsein der „Entscheider“ gibt, die mit dem Geiste des Grundgesetzes kaum noch vereinbar sind – und auch nicht mit dem gesunden Menschenverstand, denn was der Bundespräsident „die Obrigkeit“ nennt, sind im Prinzip nur unsere Angestellten – die jetzt, so scheints, den Staat gegen uns instrumentalisieren.

Ist es nur der Bundespräsident, der so merkwürdig daherkommt? Nein – sogar seine Fans beschreiben die neue Entwicklung mit markigen Worten, siehe Ruprecht Polenz Zeit:

Seit dem Ende des Kalten Krieges und der Wiedervereinigung Deutschlands hat sich im Deutschen Bundestag schrittweise ein breiter Konsens zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr herausgebildet. Alle Einsätze der letzten 20 Jahre wurden von breiten Parlamentsmehrheiten getragen. Nicht nur von den jeweiligen Regierungsfraktionen, sondern auch von Fraktionen der Opposition mit Ausnahme der Linkspartei. Diesen breiten Konsens gilt es zu bewahren und im Licht der Erfahrungen der Einsätze von Kosovo bis Afghanistan weiterzuentwickeln.

Erfahrungen von völkerrechtswidrigen Angriffskriegen weiter entwickeln? Wo sind wir denn hier gelandet? Was ist das eigentlich für eine Sprache? Und wieso bestimmt jetzt der Bundestag allein, was das Volk von Angriffskriegen zu halten hat?

Nun – wir sollten die Worte des Herrn Gauck ernst nehmen und uns der schrecklichen Realität stellen, dass wir einen Traum von einer Obrigkeit träumen, die es gut mit uns meint.

Unter dem Thema „Deutsche Verantworung“ finden wir in der Zeit eine ganze Reihe Politiker, die zu der Debatte um die Äußerungen des Herrn Gauck Stellung beziehen – zum Beispiel Nils Annen, der noch 2013 gegen Bundeswehreinsätze im Ausland war:

Wir Jusos waren damals sehr kritisch, haben den Einsatz aber nicht pauschal abgelehnt. Ich bin stark von der Friedensbewegung geprägt, habe meine Position jedoch seitdem weiterentwickelt. Bis ich 2005 in den Bundestag kam, hatte ich keinen Kontakt zur Bundeswehr. Inzwischen habe ich sie mehrfach besucht, in Afghanistan und im Libanon. Die Leistung unserer Soldatinnen und Soldaten hat mich beeindruckt. Wir haben eine sehr professionelle, demokratische Armee, die wir unter teils sehr schwierigen Bedingungen in gefährliche Einsätze geschickt haben. Sie macht einen guten Job.

Der Job ist: Menschen töten, die die Politik zum Abschuss freigegeben hat – um das mal ungeschönt auszusprechen. Den Satz – mit entsprechend historisch bedingten Modifikationen – hätte auch Heinrich Himmler aussprechen können. Ja, ich weiß: das ist ein Nazivergleich und der Spiegel belehrt uns aktuell wieder mal darüber, dass die Zeit des Dritten Reiches einfach unvergleibar weit außerhalb der Realität zu sein hat – ich möchte hier aber auch nur demonstrieren, dass der Satz keinerlei Inhalt hat – und keine moralischen Grenzen kennt.

Fährt man hin in ein fremdes Land, sieht, dass dort die eigenen Soldaten unter schwierigen Bedingungen einen guten Job machen (ich glaube: noch nie hat ein Soldat Krieg als „unschwierig“ und „leicht“ empfunden – siehe z.B. Svenja Goltermann „Die Gesellschaft der Überlebenden, Deutscher Kriegsheimkehrer und ihre Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg, Pantheon-Verlag März 2011), wird der „Krieg“ dadurch noch nicht „gut“.

Ebensowenig erkärt es, warum Nils Annen so plötzlich „seine Position weiterentwickelt hat“.

Vielleicht verstehen Sie jetzt meine lange Vorrede. Ich kann aufgrund meiner beruflichen Prägung kaum etwas anderes sehen, als das hier Menschen hinter den Kulissen wirken, die aktiv Kriegslust predigen – was sich in dem Abstimmungsverhalten und der Meinungsänderung der Abgeordneten wiederspiegelt. Mag mein Fehler sein … aber ich habe eben auch Anhaltspunkte dafür, dass mein Verdacht nicht unbegründet ist. Lauschen wir weiter den Informationen, die Politiker in der Zeit-Reihe zur „deutschen Verantwortung“ bringen. Was das deutsche Volk will, erfahren wir von Paul Schäfer von den Linken – siehe Zeit:

Richtig ist freilich auch, dass nur 13 Prozent der Befragten mehr Militäreinsätze wünschen, vier Fünftel sind dagegen. Darin drückt sich zum einen aus, dass die Deutschen – immer noch geprägt durch unsere Kriegsgeschichte im 20. Jahrhundert – die Anwendung militärischer Gewalt grundsätzlich verabscheuen. An dieser pazifistischen Grundstimmung, die sich offenkundig in das Kollektivbewusstsein eingegraben hat, kann ich nichts Schlechtes finden. Oder wollen wir zu denjenigen gehören, die nichts aus der unheilvollen Geschichte des letzten Jahrhunderts gelernt haben?

Ebenfalls in der Zeit: die Grünen-Politikerin Agnieszka Brugger – die die Erfahrungen zum Afghanistaneinsatz ganz anders „weiterentwickelt“ hat:

Ich habe diesen Einsatz scharf kritisiert, weil er sich über die Jahre sehr verändert hat. Begonnen hat er als Absicherung des Wiederaufbaus und von Entwicklungshilfe. Darauf ist dann immer mehr die offensive Bekämpfung von Aufständischen geworden, verbunden mit einer hohen Zahl ziviler Opfer. Das hat dazu geführt, dass die afghanische Bevölkerung den Einsatz immer kritischer gesehen hat und die Aufständischen immer mehr Zulauf bekommen haben. Diese Art des militärischen Engagements hat definitiv zur Verschlechterung der Lage beigetragen, die Grünen haben daraufhin diesem Einsatz nicht mehr zugestimmt.

Wir sehen also: die Deutschen haben gar keine Kriegslust. Wir sehen auch: die Militäreinsätze führen zu einer Verschlechterung der Lage, obwohl (oder gerade weil) „die Soldaten einen guten Job“ machen.

Nun – der oben zitierte Rupert Polenz ist da anderer Meinung wenn er uns über den „schrittweise herausgebildeten Konsens im Bundestag“ berichtet, aber es unterläßt, uns über die Methoden aufzuklären – die ich aus meiner Zeit in der Pharmaindustrie gut kenne: Vorträge, Reisen, Studien (Umfragen), „Round Tables“, „Advisory Boards“, Beraterverträge … so „verkauft“ man Ideen. Kennen Sie übrigens den Hintergrund zu Herrn Polenz? In den Kommentaren zu seinem Artikel befindet sich auf Platz 1 mit 43 Leseempfehlungen eine Beschreibung seiner Aktivitäten:

Polenz ist Mitglied im Beirat der Atlantischen Initiative:

Der Verein betreibt die Online Think Tank Atlantic Community, den Blog Deutschlands Agenda und gibt die Global Must Reads heraus.

Neben Atlantic Community, Global Must Reads und Deutschlands Agenda erstellt die Atlantische Initiative in unregelmäßigen Abständen Studien (u. a. für das Auswärtige Amt)[26] und macht Veranstaltungen[27], die unter anderem zusammen mit dem American German Business Club durchgeführt werden.[28]

Außerdem werden Umfragen für die NATO[29] und andere Organisationen erstellt.[30]

In 2010 führte die Atlantische Initiative gemeinsam mit der BILD Zeitung eine Feldpost Aktion für Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz durch, in deren Rahmen BILD Lesen ihre Grüße an die Soldaten übermittelten.[31] Eine Zusammenfassung der Briefe wurde direkt an die Stützpunkte der Bundeswehr im Ausland geschickt.[32]

Nun… wessen Agenda verfolgt Polenz wohl…?

Ich fand diese Informationen aufschlussreich. Leider teilen die Meinung nicht alle – die REDAKTION DER ZEIT sah sich gezwungen, einzuschreiten:

Anmerkung: Bitte äußern Sie sich zum Thema und verzichten auf Beiträge, die als provozierend oder hetzerisch verstanden werden. Kommentare wie diesen werden wir ansonsten entfernen. Die Redaktion/dj

Leider kann JEDE KRITISCHE MEINUNGSÄUSSERUNG als KRITISCH und HETZERISCH verstanden werden. Der Kommentator hat lediglich eine klassische geisteswissenschaftliche Technik angewendet und herausgearbeitet, wie der Autor Polenz „im Leben steht“ – mehr nicht.

Wenn das in Deutschland im Jahre 2014 sofort Zensurdrohungen auslöst … dann sollten wir uns den Satz des Bundespräsidenten nochmal ins Gedächtnis rufen:

Es würde „immer noch der Traum von der Obrigkeit geträumt, die es gut mit uns meint und in deren Obhut wir uns gefahrlos begeben können“.

Und wir sollten uns ernsthaft die Frage stellen: wer regiert hier wirklich?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit der Anti-Friedensbewegung: Gedanken zur Europawahl

Die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit der Anti-Friedensbewegung: Gedanken zur Europawahl

Freitag, 23.5.2014,  Eifel. Sehr seltsame Erscheinungen erblühen gerade in Deutschland. Äußerst seltsame Erscheinungen, die von einer weitgehenden Vernichtung linken Geistes in Deutschland zeugen …. weshalb alle Merkel oder AfD wählen … oder gleich ganz zu Hause bleiben. Wovon ich spreche?

Nun – ist gibt eine Friedensbewegung in Deutschland: Montagsdemos genannt. Montagsdemos kennt man – die haben Tradition. Angesichts einer neu eintretenden Kriegsgefahr mitten in Europa versammlen sich Menschen auf den Straßen, die für den Frieden sind: früher haben das Millionen gemacht, bis die Friedensbewegung in der Partei der „Grünen“ aufging, die dann die ersten Bomber seit Hitler ins Ausland schickten. Ich denke – das hat bis heute keiner so richtig verdaut, ebenso wenig, wie man verstanden hat, wieso GERADE die SPD den Sozialstaat massakriert (schlimm), die Finanzmärkte dereguliert (superschlimm und richtig teuer) und ebenfalls Bomber ins Ausland schickt (einfach nur widerlich): früher hatte man gerade SPD und Grüne gewählt, damit all´ dies nicht geschieht – jetzt muss man wohl Angela Merkel wählen, um das alles zu verhindern. Na ja – das erklärt vielleicht ihren Erfolg.

Ja – bleiben wir mal auf dem Teppich. Wer hat die erste Frau ins Kanzleramt geschickt? Die CDU. Wer hat die Wehrpflicht abgeschafft? Die CDU. Wer hat den ersten Schwulen als Vizekanzler eingesetzt? CDU und FDP. Wer hat die Panzerflotten des Kalten Kriges abgebaut? Die CDU. Wer hat aus Deutschland ein ausländerfreundliches Einwanderungsland gemacht? Die CDU. Wer hat einen Vietnamesen zum deutschen Außenminister gemacht? Die CDU. Wer hat einen Behinderten (auch noch Rollstuhlfahrer) zum zweitmächtigsten Mann in Deutschland gemacht? Die CDU. Wen wählen wir Linken also bei der Europawahl?

Gemein, die Frage, oder? Sie ist aber wichtig, um vor diesem Hintergrund aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zu verstehen. Bleiben wir einfach mal bei den aktuellen Friedensdemos, die – angstoßen von der Ex-Grünen Jutta Ditfurth und auf breiter Front unterstützt von allen bedeutenden Medien von rechts bis links – inzwischen fast schon als fünfte Kolonne der NPD gelten. Es wäre schön, wenn es so wäre: denn dann wäre die Kritik berechtigt.

Je mehr man sich aber mit „KenFM“, Jürgen Elsässer und Lars Mährholz beschäftigt, umso weniger NDP bleibt da übrig. Lars Mährholz entpuppt sich als weitgehend unpolitischer Mensch, der – wie viele andere auch – nach Natobomben in Kosovo, Afghanistan, Lybien und Irak, nach Weltwirtschaftskrise und NSA-Skandal die Nase voll hat – wie viele andere auch. Wie viele andere auch sucht er nach Gründen für die seltsamen Deformationen in unserer Alltagswirklichkeit, die sich mit einfachen „Links-rechts“- Schemata nicht mehr erklären lassen … sonst müßten ja jetzt auch alle Linken Merkel wählen, deren Regierung viele linke Forderungen der Siebziger erfüllt und Minderheiten Anteil an der Macht gegeben hat (siehe oben).

„KenFM“ genießt bei mir keine großen Sympathien, weil ich ihn kaum kannte, nur einmal bei einem Interview erlebt hatte und seine Art nicht schätze. Im Zusammenhang mit Jutta Ditfurths Kritik habe ich mich häufiger und näher mit ihm beschäftigt – und bislang … neben einer leicht missverständlichen, schnodderigen Art … nur urlinke Positionen gefunden. Also: wenn der Mann nicht links ist – wer denn dann? Wie oft soll der sich noch von rechten Gedankengut distanzieren, dass man ihm nur nachweisen kann, wenn man Beweise an den Haaren herbeizieht? Sein „Antisemitismus“ hält sich dann auch in jenen Grenzen, der für Linke üblich ist – und für den die auch schon mal Juden in der BRD ermordet haben (siehe Zeit)

Vor „Compact“ bin ich mehrfach gewarnt worden und beschäftige mich deshalb nicht so sehr damit, allerdings bin ich im Rahmen der Strafanzeige von Jürgen Elsässer gegen Jutta Ditfurth auf Wunsch von Jutta losgezogen (wie viele andere ihrer Fans) und habe nach explizit antisemitischen Äußerungen gesucht. Als bekennender „Israel-Versteher“ dachte ich: das wäre ein leichtes, Antisemitismus in Form von unausgewogener Israelkritik finde ich in Deutschland an jeder Ecke … nur leider nicht bei Jürgen Elsässer. Eine Stunde Google-Suche … und kein Hinweis – trotz dutzender Unterstellungen, dem wäre so. Juttas „Fan-Club“ trägt zwar fleißig viel Material zusammen (und beständig mehr bezichtigen ihn als „Antisemiten“ – als ob Rufmord nun Volkssport sei) – aber nicht ein einziger Beweise für seinen Antisemitismus kommt zutage. Na – vielleicht sind die geheim oder nur zu erkennen, wenn man einen Aluhut trägt … ich aber fange an mich an Zeiten zu erinnen, wo solche Strategien schon mal gefruchtet haben.

Die ersten Opfer waren „Hexen“, danach folgten „Kommunisten“, später dann „Juden“. Alles im Prinzip feine Menschen – wenn man nur mal MIT ihnen geredet hätte, anstatt ÜBER sie.

„Faschismus“ ist eben nicht nur eine Frage von politischen Meinungen oder eine Frage von Uniformen, sondern eine Frage des Umgangs mit dem politischen Gegner. Ich zitiere aus der Studie über gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, die seinerzeit für viel Aufregung in Deutschland gesorgt hat … weil wir dabei nicht gut weg kommen, siehe Studie zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit, Uni Bielefeld:

Die humane Qualität einer Gesellschaft erkennt man nicht an Ethikdebatten in Feuilletons meinungsbildender Printmedien oder in Talkshows, sondern an ihrem Umgang mit schwachen Gruppen. Diese drückt sich in vielerlei Hinsicht aus:

Ein zentrales Motiv steht hinter diesen Erscheinungsweisen, Instrumentalisierungen und Entwicklungen: Das Bestreben, die Ungleichwertigkeit von Gruppen und ihrer Mitglieder aufrechtzuerhalten oder gar auszubauen, um letztlich die Position der eigenen Gruppe abzusichern. Abwertung und Ausgrenzung dienen diesem Ziel.

Zum besseren Verständnis:

Ökonomische Umverteilungen von unten nach oben, Entfernungen aus dem öffentlichen „Verkaufsraum“, Generalverdächtigungen gegenüber Lebensstilen oder religiösen Überzeugungen ganzer Gruppen sind nur einige Varianten. Auch werden einige Gruppen gegen andere instrumentalisiert oder als Bedrohungspotential auf die öffentliche Tagesordnung gehoben. Eine andere Variante ist, die Situation schwacher Gruppen gar nicht erst zu thematisieren, sie also aus der öffentlichen Wahrnehmung und Diskussion auszuschließen, zu vergessen, um nicht über Verbesserungen ihrer Lage nachdenken zu müssen. Klammheimlich kann hier auch die „Schuldumkehr“ einsetzen, die die Ursachen für Abwertungen – quasi als Entlastung für die Gesellschaft – einer abgewerteten Gruppe selbst zuschreibt.

Hier sind wir mit einer bemerkenswerten Ungleichzeitigkeit konfrontiert. Auf der einen Seite werden von der Politik durchaus Anstrengungen etwa zur rechtlichen Gleichstellung bzw. Anti-Diskriminierung unternommen. Auf der anderen Seite sind deren Effekte offenkundig nicht hinreichend für eine deutliche Veränderung von Einstellungen in der Bevölkerung und für ein besseres Zusammenleben von Gruppen. Auch werden ’neue‘ Gruppen als Adressaten von Abwertung und Ausgrenzung entdeckt, z.B. Langzeitarbeitslose oder Muslime.

Das sollte man sich genau durchlesen. Die Studie ist älter, so daß die „Neurechten“ noch nicht auftauchen – jene „Neurechten“, die als kleinsten gemeinsamen Nenner nur den Wunsch auf Frieden haben. DESHALB stehen die Menschen dort – und nicht um Adolf Hitler zum Messias zu erklären. Die Hypothesenkette, dort würde auch das US-Finanzsystem (vor allem die in Privatbesitz befindliche Bundesbank FED) angegriffen (Ursachen der letzten Wirtschaftskrise schon vergessen?), welches vor allem mit dem Namen Rothschild in Verbindung steht, der ja Jude sei weshalb alle Kritik am US-Finanzsystem automatisch Antisemitismus ist … ist selbst eine rechtsradikale Theorie, die so im Zusammenhang von Vertretern der Friedensdemos nie geäußert wurde – nur für die Antifriedensbewegung ist dies schlüssig. Das die Antifriedensbewegung durch die Akzpetanz dieser Hypothesenkette selber Antisemitismus betreibt, fällt in einem antisemitisch geprägten Land kaum noch auf: das grausige Urbild des „reichen Juden“ geistert halt immer noch durch linke Hirne, wird dort – und NUR dort – vollständig akzeptiert und deshalb wird auch NUR DORT Kapitalismuskritik SOFORT als Antisemitismus gedeutet.

Anderen als Antisemiten ist klar, dass Juden eine verschwindend kleine Minderheit bei den Reichen bilden, die Mehrzahl sind weiße, angelsächsische Protestanten: die Oberschicht der USA.

Was erleben wir also hier? Die Schaffung eines künstlichen Bedrohungspotentials durch Generalverdächtigungen: was Arbeitslose und Muslime erdulden mussten, wird jetzt auf „nonkonforme Gesellschaftskritiker“ ausgedehnt.

Warum?

Der Grund ist einfach zu benennen: weil sie SCHWACH sind. Das zeichnet „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ im Kern aus: Hetzjagd auf Schwache machen. Nichtparteikonforme Systemkritik hat keinerlei Unterstützung von Seiten etablierter, reicher Oberschicht, sie sind also ARM und SCHWACH: das ideale Ziel für den Mob, schon seit Jahrhunderten.

Wenn ein (mir persönliche eher unsympathischer) Jürgen Elsässer sich hinstellt und sinngemäß behauptet, es gehe im 21. Jahrhundert nicht mehr um den Kampf „links“ gegen „rechts“ sondern um den Kampf „oben“ gegen „unten“, dann beschreibt er nichts anderes als den Kampf der Reichen gegen die Armen (den auch Magazine wie der Spiegel gelegentlich schildern, ohne jedoch politische Konsequenzen daraus zu ziehen), der zu den oben beschriebenen Verschiebungen im politischen Alltag führt, wo eine CDU klassische linke Forderungen in die Tat umsetzt … weil „links“ aktuell völlig unbedeutend ist.

Und ich muss KenFM (anstatt Jutta Ditfurth) lesen, um Informationen zu erhalten, die ich fast übersehen hätte, siehe Handelsblatt:

„Wir meinen: taz lesen und AfD wählen ist voll ok!“, schreibt die Partei zunächst. Die „taz“ sei eine „Bereicherung für unsere Medienlandschaft“, so wie die AfD eine „Bereicherung für unsere Parteienlandschaft“ sei. Danach heißt es dann: „Deshalb wollen wir die taz unterstützen und die wegen unserer Anzeige verlorenen gegangenen Abos symbolisch ersetzen.“ Dann fordert die AfD die User auf zu schreiben, warum „taz-Lesen und AfD wählen voll ok“ sei – und verspricht, dass unter den „überzeugendsten, klügsten, witzigsten, originellsten Antworten“ drei „taz“-Abos für jeweils ein Jahr verlost würden.

Die Begründung der taz für die Schaltung der Anzeige ist in der Tat einleuchtend, siehe Handelsblatt:

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat in der links-alternativen tageszeitung eine Anzeige zur Europawahl geschaltet. Dier harsche Kritik an der taz in den sozialen Medien konterte die Zeitung mit dem Bekenntnis: „Wir sind eben käuflich.“

Es lohnt sich, noch ein wenig tiefer zu graben – weil wir uns dem Kern des Problems nähern – wir wollen ja auch verstehen, warum die AfD GERADE in der taz Werbung macht.

Wir könnten uns eine Ablehnung finanziell leisten. Wir nehmen das Geld aber lieber, um damit guten Journalismus zu machen.

Das Handelsblatt selber ergänzt den Eintrag aus dem TAZ-Hausblog:

Interessant wäre freilich zu wissen, wie viele der Beschwerdeführer bei Twitter tatsächlich ein taz-Abo besitzen …

Merken Sie, wo die Front verläuft – die große soziale Front des 21. Jahrhunderts? Es ist nicht mehr die des 20. Jahrhunderts, wo Frauen, Behinderte, Schwule oder Ausländer prinzipiell zu den Ausgegrenzten gehören. Im 21. Jahrhundert sitzen die in der Regierung (dank CDU!), die neuen Opfer der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit sind ARME und SCHWACHE. Arbeitslose, Moslems oder „Neurechte“.  Was das Handelsblatt hier andeutet, ist klassische AfD-Position: Wahlrecht, Stimmrecht, Recht auf Meinungsäußerung nur noch für Reiche und die dem Reichtum zuarbeitende Schicht (näheres zur AfD-Position auch im taz-Hausblog) … und kritisieren darf nur noch, wer für das Abo zahlt.

Auf der einen Seite haben wir die Reichen (die sich mit der AfD eine neue, NICHT-nationalsozialistische Elitepartei schaffen, die taz-Linke ohne weiteres intergrieren kann), auf der anderen die Armen – und Schwachen.

Auf der einen Seite die, die Meinung bilden (durch Geld, mit Geld, von Geld und für Geld) – und auf der anderen Seite jene, von denen man verlangt, sie bedingungslos und ohne zu hinterfragen zu schlucken: diese Ansicht teilen sich rechte wie linke Eliten.

„Links“ oder „Rechts“ spielt da gar keine Rolle mehr … und ich denke, alte Fans von den „Ur-Grünen“ oder der ehemaligen sozialdemokratischen Partei merken das gerade genauso wie erzkonservative in Bayern, die den Kurs der CDU nicht mehr verstehen.

In der neuen Auseinandersetzung sind Frauen, Ausländer, Schwule oder Behinderte GUT, wenn sie REICH sind. Auch LINKE sind GUT, wenn sie REICH sind – weshalb man bei den reichen Linken von der TAZ als AfD auch gerne mal eine Anzeige schalten kann.

Was heißt das nun für die Europawahl?

Hier ist der alte Traum der AfD von der Herrschaft der Elite schon längst Realität geworden, denn: WÄHLEN können sie dort NUR NOCH DIE ELITE. Sie können ein wenig beeinflussen, ob es rechte Elite mit Porsche ist oder linke Elite mit Porsche. Und EGAL wen sie wählen: wer immer dann im Parlament sitzt, ist AUTOMATISCH REICH! Sie werden also nicht umhin kommen, Porschefahrer zu wählen: das ist alternativlos.

Alternativlos wie die nicht endene Reihe von Menschenjägereien in Deutschland, die aktuell ein neues Ziel haben, auf das rechs wie links einschlagen: Friedensdemonstranten, deren größter Fehler es ist, dass sie SCHWACH sind.

Auf der anderen Seite haben wir die Antifriedensbewegung, eine Hassbewegung, die vor allem eins will: ihren eigenen Lebensfrust an anderen auslassen, die schwach wirken. Da kommen die regierungs- und medienkritischen Demonstranten gerade recht, denn wer gegen die vorgeht, kann automatisch mit BREITER SYMPATHIE von Regierung und Medien rechnen, wird wieder eingeladen auf die in der reichen Oberschicht so begehrten Sessel vor den Kameras … und erhascht dann vielleicht ja doch mal ein Pöstchen im Apparat.

 

US-Konzerne bekämpfen behördlich verordnete Armut … Linke ist ganz konfus.

US-Konzerne bekämpfen behördlich verordnete Armut ... Linke ist ganz konfus.

Mittwoch, 14.4.2015. Eifel. Gelegentlich tun mir „Linke“ in diesem Land leid. Ich mag mich deshalb selber auch nicht mehr gerne als solcher zu bezeichnen – es wirkt irgendwie so, als würde man nicht realisieren können, dass das 19.Jahrhundert vorbei ist, als hätte man nicht verstanden, das man mit Parolen aus dem 19. Jahrhundert im 21. Jahrhundert kein einziges Problem mehr lösen kann. Dabei hat sich im 21. Jahrhundert sehr viel verändert. Das Sozialamt, zum Beispiel.

Kann sich noch jemand daran erinnern, warum wir das geschaffen haben? Es war eine Konsequenz aus den gesellschaftlichen Veränderungen des 19. Jahrhunderts, die zugunsten der Großindustrie vorgenommen wurden. Die Industrie brauchte Arbeiter und holte die jungen Menschen in Massen von den Höfen ihrer Eltern, stahl so den Eltern die Altersvorsorge. Anders als das Landleben war jedoch die Industriearbeit überhaupt nicht gesund – und anders als Opa´s alter Acker lebten die Unternehmen nicht ewig (im Schnitt 40 Jahre – gilt auch für Großkonzerne: weiß man heute).

Das schuf ganz neue Probleme: auf einmal gab es alte Menschen, die auf verfallenen Höfen lebten, während die Erben – hoch qualifiziert – arbeitslos in den Städten dahinvegetierten, weil der Markt ihre Fabrik ausradiert hatte. Ein ganzes Volk drohte auszusterben – aufgrund der Dummheit und Egozentrik der Industrie. Das konnte der Kaiser nicht dulden – und sein Kanzler erst recht nicht. Es drohte größte Not, fehlende langfristige nachhaltige Planung der Unternehmen musste korrigiert werden, weil sonst das ganze Land, die gesamte Volkswirtschaft in Gefahr geriet und ein Massensterben drohte. Hört sich dramatisch an? War auch so, starben auch genug daran. Zudem waren die Arbeitsbedingungen in den Fabriken nicht so, wie die Werber versprochen hatten: ewig konnte dort niemand überleben. Den Industriellen war das egal und dem Kaiser war es recht, weil er Kanonen wollte … aber auch Volk brauchte, um sie zu bedienen.

So wurde der Sozialstaat ersonnen, die Partnerschaft von Regierung, Wirtschaft und Bevölkerung … die von Seiten der Wirtschaft regelmäßig aufgekündigt wird, weil man auf die schnellen, kurzfristigen Gewinne nicht verzichten möchte: sonst würde das Geschäft ja noch in Arbeit ausarten.

Steigende wirtschaftliche Macht des Bürgertums brachte nun die zweite Entwicklung mit sich, die den Sozialstaat stärkte: die Demokratie. Mit zunehmendem Reichtum wollte das Volk auch Anteil an politischer Macht … und nachdem man diesen Anteil hatte, merkte man schnell, das man ihn nur halten konnte, wenn man auch wirtschaftliche Macht sein eigen nennen konnte und nicht durch Abhängigkeit von Lohnzahlungen erpressbar wurde. Solche Vorstellungen führten dazu, dass – wie ich selbst erlebt habe – in den siebziger Jahren noch Zuhälter die Raten für ihren Porsche vom Sozialamt bezahlt bekamen … weil galt, dass der Lebensstandard in Zeiten der Arbeitslosigkeit nicht sinken sollte.

Wir erinnern uns: das war schlecht für die Demokratie.

Im 21. Jahrundert haben sich die Rahmenbedingungen massiv verändert. Maschinen bestellen die Felder, produzieren die Maschinen, die die Felder bestellen und jene Maschinen, die Felder bestellenden Maschinen produzieren.

Der Mensch – hat keine Felder mehr, kein Heim, keine Familie … ist einsamer als je zuvor in der Menschheitsgeschichte. Zudem tönt ihm aus allen Kanälen entgegen, dass der Mensch selbst sein größter Feind ist, der ihm die Butter vom Brot nehmen möchte. Das einzige, was er noch zu bieten hat, ist seine Arbeitskraft … die nur noch in Ausnahmefällen gebraucht wird, und in der Regel auch nur bis zum 40. Geburtstag. Geld …. vermehrt sich nämlich inzwischen viel besser von allein aufgrund von gewinnbringenden Verträgen, Deutungen, Berechnungen und Beschlüssen, die die an dieser künstlichen Vermehrung verdienenden Banken untereinander abgeschlossen bzw. ausgehandelt und ausgerechnet haben.  „Realwirtschaft“ ist zunehmend unnötig geworden. So wie die Realwirtschaft immer weniger Menschen braucht, so braucht die Finanzwirtschaft immer seltener die Realwirtschaft.

Das man Geld nicht essen kann, ist momentan in Vergessenheit geraten: wer will auch schon essen, wenn Rendite lockt? Darum sind Banker wohl zumeist hagere Hungerlappen.

Auch der Sozialstaat hat sich geändert … auf äußerst teuflische Art und Weise, die so eiskalt, brutal und unmenschlich ist, dass sie vielen die Sprache verschlagen hat: er ist der „aktivierende“ Sozialstaat geworden … bzw.  hat sich nach der Wirtschaft auch aus der Solidargemeinschaft verabschiedet (allerdings nur im Leistungsbereich – kassieren tut man mehr als je zuvor: Diäten wollen gezahlt werden).  Gerade in jenem Moment, in dem die demokratische Zivilgesellschaft zur Rettung demokratischer Strukturen die Macht des Staates dringend gebraucht hätte ziehen sich die durch Steuergelder fürstlich honorierten Politiker (auch und vor allem: Linke) aus ihrer Verantwortung gegenüber ihren Auftraggebern (den Bürgern, dem sie sonst gerne tief in die Tasche greifen) zurück – und zwar gerne auch auf hoch dotierte Wirtschaftsposten.

Man merkt auf einmal deutlich, warum Hobbes einen allmächtigen König wollte – der ist wenigstens nicht käuflich, ihm gehört sowieso schon alles.

Der neue Sozialstaat fordert plötzlich – nachdem 200 Jahre lang alles gründlich verteilt wurde – das auf einmal jeder für sich selbst verantwortlich ist. Gut – die Höfe bekommt man nicht zurück … die gehören jetzt jemand anderem. Gemeindegrund gibt es auch nicht mehr, Viehhaltung und Ackerbau ist unmöglich, das natürliche Erwerbsleben der Menschheit nicht ausführbar … obwohl sehr viele den Traum vom Ökohof träumen. Gerade jetzt, wo die Wirtschaft voll auf Maschinen gesetzt hat und der Mensch zunehmend überflüssig (… wenn nicht sogar „schädlich“) geworden ist, wo alles Hab´und Gut aufgeteilt und zumeist im Besitze anonymer Kapitalmassen ist, soll er sein Schicksal selbst in die Hand nehmen.

Er gleicht einem Matrosen, dem der Kapitän mitteilt, dass jetzt kein Platz mehr für ihn auf dem Schiff ist, dass man einst zusammen gebaut hat. Nun soll er mal selber schwimmen … nur ist das Ufer schon lange nicht mehr zu sehen.

Natürlich sorgt der aktivierende Sozialstaat erstmal dafür, dass man alle Ressourcen, die zuvor mühselig angespart wurden, für die Ernährung verbrauchen muss – nachher käme man noch auf die Idee, sein eigenes Kapital in ein eigenes Unternehmen zu stecken.

Die Verantwortung der Fehlentwicklungen der Volkswirtschaft der letzten 200 Jahre zugunsten des Kapitals, der Regierung und einer sterbenden Industrie darf der von allem isolierte Mensche auf einmal völlig allein übernehmen. Anders als Regierung und Industrie bekommt er jedoch keine Kredite, mit deren Hilfe er seine Probleme erstmal selbst lösen könnte. Auch die Rückzug in Gemeinschaftsprojekte wird ihm verwehrt: die staatliche Etablierung von „Bedarfsgemeinschaften“, die umgehend für ihn die Verantwortung übernehmen müssten, blockiert jede soziale Initiative, die wirtschaftlich erfolgreich sein könnte.

Banken, Maschinen, Regierung auf der einen Seite … auf der anderen Seite der Mensch in einem Käfig voller Menschen, die seine Feinde sein sollen – einem Käfig, für den man auch noch Miete zahlen muss.

Die Rettung naht durch … US-Konzerne und das US-Verteidigungsministerium. Letzteres fing an, die Rechner der Universitäten zu verknüpfen … was die Geburt des heute bekannten Internets nach sich zog. Was die sozialistische Internationale nicht fertig brachte, gelang Facebook: alle Menschen auf der Welt fanden einen Ort, wo sie sich vernetzen konnten, sich von ihrem Leben erzählen und Einblicke in ihren Alltag erlauben konnten.

Was sie noch konnten war: Geschäfte miteinander machen. Das erlaubte der US-Konzern E-Bay – oder auch der US-Konzern Amazon, der mit seinem Marktplatz einen regen Gebrauchtwarenhandel eröffnete. Für die isolierten, von Medien und Wissenschaft als Konkurrenten gegeneinander aufgehetzten und von Staat und Wirtschaft verstoßenen Menschen ein enormer Segen: trotz sozialer Hasskampagnen durch Medien und Politik konnten sie wieder Gleichgesinnte finden, sich über alle sozialen, wirtschaftlichen und politischen Grenzen hinweg kennenlernen und vor allem: Geschäfte miteinander machen. Dort, wo der Staat Armut befahl, halfen E-Bay und Amazon mit einer adäquaten Ausstattung an Gebrauchtgütern, erlaubten Preise, die Staat und Banken ein Dorn im Auge waren und ermöglichten die ersten Schritte zur Rückeroberung der Volkswirtschaft zu einer Wirtschaft von dem Volk für das Volk … und bekämpften so erfolgreich die Folgen der staatlich verordneten (und durch das Versagen der Wirtschaft möglichen) Armut, die in Deutschland  – bezeichnenderweise – von einer Allianz von „Linken“ und „Grünen“ in Gesetze gegossen wurde.

Merkt man langsam, wie konfus der gebildete Altlinke sein muss? Die Klassenfeinde von früher helfen jenen, mit deren Hilfe man dereinst selbst die Macht im Staate erobern wollte – und oft genug erobert hatte. Während man selbst sich perfektionierte im Reden gegen die Armut, zeigten andere, wie leicht man durch Taten gegen die Armut zum Volksheld werden konnte.

Doch es wird noch schlimmer: der Kampf der Finanzwirtschaft gegen Volk und Realwirtschaft gebiert eine ganz neue Kaste von Armen: die Unternehmer – jene Leute, die von sich immer behauptet haben, sie würden den Reichtum erstmal schaffen, den Linke nur verteilen wollen. Nun – nicht jeder Unternehmer ist gleich „Unternehmer“. Aldi, Lidl, Norma, Netto wurden so groß, weil … sie unbegrenzte Kredite aus der Finanzwirtschaft bekamen – von Geldern, die sich die Banken von kleinen Anlegern mit viel Lug und Trug eingeeignet hatten oder durch Staatsmacht einfach zugeteilt bekamen.

Mal ehrlich: wie mächtig wären denn „Banken“, wenn die Firma das Gehalt noch in Form einer „Lohntüte“ austeilen würde? Erst die bargeldlose Lohnzahlung hat denen doch Bilanzen beschehrt, die sie hemmungslos beleihen konnten – und beliehen haben: man denke nur an die enormen Zinsgewinne durch die tagelange Einbehaltung bzw. Verspätung von Zahlungen. Ja – Banken haben verstanden, sich ein bedinungsloses Grundeinkommen zu verschaffen, von dem andere nur träumen können.

Da wird der Linke nun endgültig konfus: wieso denn arme Unternehmer?

Nun – infolge des „Kauftkraftverlustes weiter Teile der Bevölkerung“ (siehe die auf Mitttelstandsberatung spezalisierte Unternehmensberatung Unitcell in einer Präsentation aus dem Jahre 2013) – eine Aussage, die man so nur noch in der Wirtschaft findet, für alle anderen gesellschaftlichen Gruppen gilt die Regierungsparole „DEUTSCHLAND GEHT ES GUT!“ – rutschen immer mehr Unternehmen ins Minus. Die Armutsförderung der Regierung treibt die Kunden vom Mittelstand fort in die Hände der großen Konzerne, die dieser Armut konsequent entgegen treten. Aktuell warnt Unitcell davor, dass der Automobilvertrieb bald vollständig aus dem Internet erfolgen wird.

Das führt dazu, das der Automobilhandel – eine Säule des Mittelstandes – ROTE ZAHLEN schreibt. Für linke Nicht-Unternehmer formuliere ich das gerne auch um: man ARBEITET ein Jahr … und bekommt dafür eine RECHNUNG. Da ist jeder Hartz IV-Abhängige reicher, denn der schreibt wenigstens schwarze Zahlen (obwohl sich auch das ändert: auch hier werden Kredite immer üblicher, um die laufenden Kosten zu decken – siehe BZ-Berlin).

Müssen nun Linke auf Mittelstandstagungen, um arme Händler vor reichen Arbeitslosen zu schützen – gegen die Interessen der „Arbeiter“ in großen Konzernen? Ja – die „Konzernarbeiter“ mit Gehältern, die über den Gewinnen vieler Unternehmer liegen, stehen auf einmal auf der anderen Seite – der Seite der Reichen, die ihnen den „guten“ Lohn beschehren. Dort wählt man CDU und FDP, weil das „gut für die Wirtschaft“ ist. Außerdem bekommt man vom Automobilkonzern billige Jahreswagen, die man in der ganzen Verwandschaft mit Gewinn verkaufen kann – und der Konzern gewinnt immer, weil er sich Geld von der Bank leihen und sich mit dem Geld Gewinne einfach kaufen kann … zur Not als komplette Unternehmen, die auch schon mal größer sind als man selbst.

Wo steht da nun der Linke?

Arbeitet beim Staat, bleibt im Kaffee, trinkt Rotwein und wiederholt lieber die Parolen der Vergangenheit. Die Gegenwart ist ihm zu kompliziert – da retten Konzerne die Armen vor den Verarmungswünschen der Regierung – und vernichten nebenbei den deutschen Mittelstand, gegen den man früher so schön demonstrieren konnte, weil er ein Gesicht hatte. Das führt zu immer mehr Arbeitslosen, deren Armut wieder die Konzerne groß macht: mit wem soll man denn da noch groß Revolution machen – und wofür?

Wie sich zeigt, hat sich das Konzept „Staat“ als zu schwach erwiesen, um gegen geballte Kapitalmacht angehen zu können: wozu also noch Revolution? Nur damit andere Köpfe die Befehle des Kapitals ausführen?

Da können einem nicht nur Linke leid tun – im Prinzip versteht die ganze Gesellschaft nicht mehr, wie sie sich positionieren soll. Die Herausforderungen des 21. Jahrhundert sind doch größer als gedacht – und 200 Fernsehkanäle helfen einem da auch nicht weiter, oder?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1.Mai! Wir feiern … das Ende der Linken in Deutschland und die Geburt der antidemokratischen Aluhutallianz

1.Mai! Wir feiern ... das Ende der Linken in Deutschland und die Geburt der antidemokratischen Aluhutallianz

Donnerstag, 1.5.2014. Eifel. Heute ist wieder ein ganz wichtiger Tag. 1. Mai. Kampftag der Arbeiterbewegung. Heute treffen sich überall Linke in ganz Deutschland zu heftigsten Demonstrationen gegen den Niedriglohnsektor, den Abbau des Sozialsstaates, gegen die drohende Kriegsgefahr, gegen die Massenspionage der NSA auf bundesdeutschem Hoheitsgebiet, gegen völkerrechtswidrige Angriffskriege, Massenmorde an Zivilisten durch Drohnen im Ausland und gegen die erdrückende Einschränkungen der Bürgerrechte unserer arbeitslosen Mitbürger. Adolf Schicklgruber hatte ihn am 10.4.1933 durchgesetzt – gegen den Widerstand konservativer Kreise in ganz Deutschland.

Huch! Schicklgruber? War das nicht … DER …?

Ja. Die Nazis haben uns diesen Feiertag geschenkt. Weil weite Teile der Bevölkerung nicht die nötige Bildung haben, dass zu wissen und noch weitere Teile überhaupt keine Berührungsängste mit dem Nationalsozialismus haben, strömen heute Millionen Linke zu einem faschistischen Feiertag. So jedenfalls müsste ich denken, wenn ich der aktuellen Strömung restlinker oder pseudolinker Kreise folgen würde. Ich nenne sie „pseudolinks“, all die weil ich „Linke“ immer wegen ihres kritischen Geistes geschätzt haben, während Rechte eher ihre Stärke im Parolen brüllen hatten.

Im Jahre 2014 jedoch – scheint es Zeit, mal Bilanz zu ziehen über die „Linke“ in Deutschland. Nein, nicht über die Partei. An der sind höchstens noch die Parolen links. Der Rest läuft so normal wie bei der CDU: man schickt tausend Mäuse ins Rennen, 990 werden von der Katze gefressen, die überlebenden zehn kommen mit fetten Diäten in den Bundestag und sorgen dafür, dass das Mäusevolk unter Kontrolle bleibt. Der Blick auf des enorm anwachsende eigenen Konto reicht als Motivation völlig aus.

Nein, ich rede von politisch linken Menschen in Deutschland. Menschen, die kritisch sind, für Werte wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit einstehen, für die Steigerung der Lebensqualität des kleinen Mannes auf der Straße, der nie Zeit hatte, sich jene Bildung anzueignen, die ihm helfen würde zu erkennen, wie sehr er im Kapitalismus verschaukelt und verkauft wird, der höchstens merkt, dass es für ihn immer weniger gibt: weniger Rechte, weniger Freiheit, weniger Brüderlichkeit – und viel mehr Ungleichheit in allen Dingen des Lebens, sei es nun Essen, Wohnen, Bildung oder Erziehung, wovon er und die seinen nur noch die Reste abbekommen, die übrig bleiben, nachdem sich die obere Million satt gefressen hat (ja, von den oberen Zehntausend reden wir gar nicht mehr – die explosionsartig angewachsene „Funktionselite“ in den Redaktionsstuben, den Parteigremien, den Schulen, Behörden und Universitäten zehren aktuell ebenso nachhaltig am Volksvermögen wie dereinst die Finanzbarone).

Bis vor kurzem dachte ich noch, es gäbe wenigstens noch eine gewissen Restmenge an Linken in Deutschland. Jutta Ditfuhrt zum Beispiel hatte ich schwer im Verdacht. Leider ist gerade sie es, wegen der ich die faschistisierende Einleitung gewählt habe – in der Tat ist die Legende vom 1.Mai als Tag der arbeitenden Klasse viel älter als dieser faschistische Feiertag. Jutta Ditfuhrt hat derzeit eine Lawine losgetreten, die unglaubliche Wogen geschlagen hat: die ganze gesamte Presse ist ihr in der Deutung der neuen „Montagsdemos“ gefolgt. Es ist ein unglaublicher Titanenkampf, der dort stattfindet: nur mit äußerster Kraft gelang es den aufrechten Linken in diesem Lande, die größte Bedrohung seit dem zweiten Weltkrieg quasi im Alleingang auszuschalten: den gewaltsamen Putsch einer enorm einflussreichen, zutiefst verschworenen neurechten Naziallianz gegen den deutschen Staat.

Es ist auch ungeheuerlich, wer sich alles an diesem faschistischen Putsch beteiligt hatte: sogar Konstantin Wecker wurde von den eifrigen und eifernden Nazijägern im Facebook-Umfeld von Frau Ditfurth als Teil der neurechten Bewegung identifiziert und markiert – was in erster Linie wirkt wie eine Vorbereitung zu einer großen, stalinistisch geprägten Säuberungsaktion.

Die Bewegung, die diese Säuberungsaktion durchführen möchte, hat auch ein gemeinsames Symbol: den Aluhut. Solche Bewegungen brauchen immer ein Symbol, eine Fahne, unter der sie sich sammeln können. Früher war es das Hakenkreuz, das die Säuberung des Landes von politischen Gegnern jeder Art versprach, heute ist es der Aluhut. Natürlich ist der „Aluhut“ gut, weshalb wir jetzt keine weiteren Nazivergleiche ziehen wollen.

Woher der Aluhut stammt? Eine Legende aus den sechziger Jahren, wo manche Menschen meinten, sich mit Aluminium gegen Gedankenspionage wehren zu können. Seit einem HALBEN JAHRHUNDERT findet dieses Symbol keinerlei Verwendung mehr – wieso auch? Niemand braucht mehr „Gedankenspionage“, die NSA hört die gesamte Kommunikation unseres Landes ab und speichert sie elekronisch – das ist deutlicher schlimmer als die schlimmsten Phantasien über „Gedankenspionage“.

Nun – bleiben wir bei den rechtsradikalen Putsch. Ich habe da mal ein Beispiel herausgegriffen, das ich in „Halle-Spektrum“ gefunden habe. Dort findet sich ein Bericht über die Montagsdemos und die Aluhutallianz. Hören wir zuerst den Bericht über die bösartigen Nazidemonstranten:

In den Redebeiträgen äußerten sich Teilnehmer gegen einen Krieg mit Russland, forderten freie und faire Berichterstattung in den Medien. Kritisiert wurde, dass mit Hilfe des Westens Faschisten in der Ukraine an die Macht gekommen seien. Auf die Agenda hoben die verschiedenen Redner auch die vernachlässigte Erziehungs- und Bildungspolitik sowie steigende Energiepreise. Zudem wurde eine Anpassung der Rentensätze von Ost und West gefordert. Auch Großkonzerne, Banken, eine gesunde Umwelt und Gentechnik waren Thema der Reden.

Mir scheint – das sind eigentlich alles „urlinke“ Themen. Was habe ich verpasst? Wieso komme ich da nicht mehr mit?

Nun – weil man – um die Kritik zu verstehen – eine „Verschwörungstheorie“ wahrnehmen muss. Wer dort auftritt – so die Meinung der Parolenbrüller – ist ein „Querfrontler“, der mit linken Themen einen rechten Putsch befördern will. Man muss schon sehr krumm denken, um da noch mit zu kommen. Konstantin Wecker war auch so frech, hier differenziert (also: links) betrachten zu wollen, was ihn gleich verdächtig gemacht hat. Linke Themen in der Öffentlichkeit anzusprechen ohne direkte Anbindung an eine Partei, die kontrolliert, dass auch alles in geordneten Bahnen verläuft (und vor allem nichts zu „Antiamerikanismus“ führt, der in Deutschland schon lange verboten ist – jedenfalls inoffiziell), wird heute als „rechts“ gedeutet. Amerikanismus ist links, Antiamerikanismus ist rechts – so die neue Sprachvorgabe des Ministeriums für Wahrheit.

Schauen wir uns nun die Gegner der linken Nazis an: die Aluhutallianz, aus deren Reihen Flaschen auf die friedlichen Demonstranten geworfen wurden, ohne das die Polizei eingriff.

“Kommt darum mit uns auf den Marktplatz um Antisemitismus und Verschwörungsideologien keinen Platz zu bieten und für einen echten Frieden einzustehen”, hieß es im gemeinsamen Aufruf. Grüne Jugend und Grüne Hochschulgruppe Halle, Jusos und Juso-Hochschulgruppe Halle, der Ring Christlich-Demokratischer Studenten Halle, die Liberale Hochschulgruppe und Junge Liberale Halle sowie die Linksjugend [‘solid] Halle und die Junge Union Halle waren gemeinsamer Veranstalter der “Aktion Aluhut”. Der Aluhut stehe symbolisch für Verschwörungstheorien. Durch die Montagsdemos solle eine “Querfrontbewegung” geschaffen werden, bei der Inhalte der Naziideologie übernommen und in die breite Gesellschaft getragen werden sollen, erklären die Jugendverbände in ihrem Aufruf. Etwa 50 Teilnehmer, darunter die Landtagsabgeordneten Henriette Quade, Swen Knöchel und Sebastian Striegel waren dabei. Der Grüne Landesvorsitzende Sebastian Lüdecke schrieb nach der Demo über die 500 Montagsdemonstranten auf seiner Facebook-Seite: “Das waren keine Friedensaktivisten, das waren Verschwörungstheoretiker, Antisemiten und Rechte.”

Tja – der Aluhut steht symbolisch für eine Verschwörungstheorie. Man trägt ihn, weil man selber gerade auch eine bildet: die Mär von der zentralen Steuerung der Montagsdemos durch diffuse, nicht näher bennenbare Subjekte. Welche Inhalte der Naziideologie übernommen werden sollen, erschließt sich erstmal nicht – ist ja auch egal. Das hier Verschwörungstheoretiker eine Verschwörungstheorie bilden, um anderen unstellen zu können, sie würden Verschwörungstheorien bilden um flächendeckend in ganz Deutschland eine Neugründung der NSDAP voranzutreiben, fällt niemandem weiter auf: es geht ja auch ums Parolen brüllen.

Wer brüllt mit?

SPD, FDP, GRÜNE, CDU, LINKE – alle vereint unter dem Aluhut. Alle jetzt „links“.  Gewaltbereit mit Flaschen schmeißend auf Leute, die erstmal … gegen einen Krieg sind. Nebenbei Genmais und Banken kritisieren. Für eine besser Bildungspolitik und gerechtere Renten sind.

Haben alle schon vergessen, dass genau eine solche Allianz die Quelle der politisch so schwer einzuordnen „Bewegung“ NSDAP war, die unter dem Symbol des Hakenkreuzes viele gesellschaftliche Strömungen vereinte und sie für sich vereinnahmte? Die mit ihrer uniformierten SA jegliche freie Meinungsäußerung in Deutschland schon vor der Machtergreifung unterdrücken wollte – und unterdrückt hat? Politisch schwer einzuordnen? Ja – um das zu verstehen, muss man mehr tun als nur Parolen brüllen – und gerade der 1.Mai ist ein guter Tag, sich an damals zu erinnern – vor allem daran, WIE sie an die Macht gekommen sind. Linke wissen das – sie sind gut im Denken. Beim Parolen brüllen schwächeln sie.

Ich möchte aber noch einen Schritt weitergehen: sehen Sie, welcher kleinste gemeinsame Nenner sich bei der Aluhutallianz gebildet hat? Wer der Feind ist?

Der UNGLÄUBIGE. Absurd, ist weiß – aber ich habe diese Allianz nicht erfunden.

DER FEIND ist diesmal nicht DER JUDE, sondern DER VERSCHWÖRUNGSTHEORETIKER. Auf die kann man gerne auch mal Flaschen werfen.

Was ihn auszeichnet? Nun – das wird nicht näher erläutert, wie beim JUDEN versteht sich das von selbst. Man kann es auch nicht näher erläutern, vor allem hält man das argumentativ überhaupt nicht lange durch – aber wer diskutiert auch schon gerne mit Juden, Hexen oder Arbeitslosen … um mal ein paar andere Säue zu nennen, die in der deutschen Geschichte vom rechten Mob durch die Straßen gejagt wurden.

Was macht ein Verschwörungstheoretiker? Er stellt herschende, vom Kapitalismus (so darf ich unser System doch nennen – oder? Der Spiegel macht es regelmäßig – Kritik also bitte dorthin schicken) geforderte „Wahrheiten“ in Frage. Ist das ungerechtfertigt?

Schauen wir uns den Erfahrungshorizont des deutschen Bürgers an.

In den neunziger Jahren warfen deutsche Bomber zum ersten Mal seit 1945 wieder Bomben auf Zivilisten im Ausland – oder, wie es modern heist: riskierten Kollateralschäden auf einer Friedensmission. Initiert wurde der Einsatz durch eine Regierungslüge (siehe „Hufeisenplan„), der verantwortliche Kanzler Schröder gibt heute offen zu, dass dort Völkerrecht gebrochen wurde.

Der Einmarsch von Natotruppen in den Irak wurde von einer Lüge vor der UN verbreitet: jemand hatte eine Botschaftertochter dafür angeworben, einen gefälschten Augenzeugenbericht über aus Brutkästen gerissene Babys abzuliefern (siehe: Brutkastenlüge). Der nächste Irakkrieg wurde durch Lügen über Massenvernichtungswaffen legitimiert (siehe Spiegel).

Die reale Abhörpraxis der NSA in Europa – und vor allem in Deutschland – stellt alles in den Schatten, was je von sogenannten „Verschwörungstheoretikern“ als Horrorgemälde an die Wand geworfen wurde, während weltweit automatisierte Drohnenflotten Massenmorde an Zivilisten begehen (nennen wir heute: Kollateralschaden), um jene Verdächtigen zu lynchen (so nennt man die Ermordung von Verdächtigen ohne Gerichtsprozess, selbst die aktuelle deutsche Kanzlerin freut sich über die Ergebnisse dieser Aktionen), die man nicht in weltweit eingerichtete Foltergefängnisse bekommt.

Reicht das erstmal?

Aufgrund dieser Erfahrungen hinterfragen Verschwörungstheoretiker Regierungsmeinung und Regierungshandeln: eine klassisch linke Position – erst recht in der Wirtschafstform „Kapitalismus“.  Und während man jenen Kreisen vorwirft, merkwürdige Theorien über eine deutsche „Einheitsblockpartei“ zu formulieren, demonstriert die Aluhutallianz die reale Existenz dieser Partei – und zeigt sich auch ordentlich militant und nicht zu einem demokratischen Dialog bereit. Stattdessen regieren Häme, Spott, Verachtung und Gewaltbereitschaft innerhalb dieser Allianz – beste „Stürmermanier“.

Wirklich „links“ sein ist in Deutschland verboten – wie Antiamerikanismus. Wir glauben an den Amerikanismus und verfolgen die Ungläubigen mit allen Mitteln, die uns der Staat nicht ausdrücklich verbietet. Wer ungläubige Fragen stellt, wird verfolgt, ist ein Verbrecher, ein Nazi, ein Dämon, ja, fast schon ein Putin. Wer keine Parolen brüllt, ist verdächtig. Wer denkt, ist verdächtig. Wer Fragen stellt, ebenso.

Ich stelle mal eine.

Wo ist der Film der BBC hin, der auf äußerst magische Weise den unerwarteten Einsturz von  WTC 7 voraussagte – siehe FAZ:

In der Livesendung über die Terror-Angriffe hatte Jane Standley, die New Yorker Reporterin des öffentlich-rechtlichen Senders, bei BBC World den Einsturz des Salomon-Brothers-Gebäudes (World Trade Center 7, kurz „WT7“) gemeldet, bevor dieser eingetreten war.

Als der Moderator Jane Standley nach Einzelheiten befragte, war der 176 Meter hohe Wolkenkratzer sogar im Hintergrund des Bildes zu sehen. Es war kurz vor 17 Uhr, wie die eingeblendete Uhr auf dem Bildschirm zeigte. Das rauchende Gebäude stürzte erst um 17.20 Uhr ein.

Solchen Fragen nachzugehen, führt zu einer direkten Verfolgung durch die Aluhutallianz, deren Mitglieder sich aus Mäusen zusammensetzt, die alle daran interessiert sind, dass das Diätenlotto im Bundestag weiterläuft. Der Film ist fort. Fragen danach zu stellen ist ungefähr so erwünscht wie Fragen nach dem Verbleib der Juden im Jahre 1944 – und auch so gefährlich.

„Linke“ – gibt es in Deutschland nicht mehr. Die Angst vor der Verfolgung durch die Aluhutallianz ist zu groß. „Amerikanismus“ ist eine neue Religion, der alle blind gehorchen, die auf mehr Bargeld aus sind. „Antiamerikanismus“ ist das neue Böse – das wirklich böse – und wird gerade weltweit ausgerottet: vielleicht der wahre Hintergrund der aktuellen Kriege gegen den Islam und der aktuellen Hatz gegen Russland.

Und darum – kann man heute nur noch das Ende der Linken in Deutschland feiern.

Eine Trauerfeier, die wieder mal zeigt, dass das Land der Dichter und Denker immer noch das Land der Richter und Henker ist.

 

Deutschland – totes Land. Opposition 24 – über das Ende einer sozialen Bewegung in der Luschenrepublik

Deutschland - totes Land. Opposition 24 - über das Ende einer sozialen Bewegung in der Luschenrepublik

Donnerstag. 6.2.2014. Eifel. Gestern erreichte mich eine Schreckensmeldung: die Internetseite Opposition 24 steht zum Verkauf, ein Mensch namens „Fantareis“ erklärte in seinem „politischen Aschermittwoch“ die Gründe für seinen Abschied aus der Bewegung. Es ist eine Meldung, die mich persönlich betroffen macht und aus meinen derzeitigen Überlegungen herausreißt. Vor einem Jahr wurde ich angesprochen, ob ich mir vorstellen könnte, für eine Bewegung „5-Sterne-für-Deutschland“ zu arbeiten. Noch während ich nachdachte, verbreitete sich die Information blitzartig, wir wurden gedrängelt, wann denn der Starttermin sei – während ich noch über die persönlichen Konsequenzen nachdachte, die ein erfolgreiches Engagement nach sich ziehen könnte. Sicher – wir sind in Deutschland gewöhnt, dass Bürgerinitiativen in die Hose gehen – aber ich bin ja bekannt dafür, dass ich auch „Worst-Case-Szenarien“ in Betracht ziehe … sogar zu allererst.

Im Rahmen der ersten Debatten wurde uns von einer Arbeitslosenaktivistin auch gerade jener Fantareis als jemand angepriesen, den man mit ins Boot holen würde – was dann offensichtlich auch geschehen ist. Schnell gab es dort eine Parteigründung, die nun wieder vorbei ist – siehe Opposition24.de:

Im letzten Jahr haben wir die 5 Sterne gegründet. Nach etwas Medienrummel war die angedachte Parteigründung sehr schnell obsolet. Zum einen gescheitert am unvermeidlichen, aber albernen Streit der Gründungsmitglieder, zum anderen an der Realität, die da lautet: Ohne Moos nix los. Denn ohne Geld lässt sich weder ein Wahlkampf, ein Parteitag oder was auch immer finanzieren.

Ein Ende, das vorauszusehen wahr – aber lehrreich sein kann.

Ich denke, man muss bei solchen Gründungen extrem genau darauf achten, welche Motivation die Gründungsmitglieder haben. Es war schon bei den „Piraten“ zu erkennen, dass die Partei – mit einem enormen Potential ausgestattet – an ihren „Mitarbeitern“ scheitern wird. Viele blasse Gestalten drängten sich ins Rampenlicht, um im Rampenlicht zu stehen – ohne sich darüber Gedanken zu machen, dass man den Platz dort auch mit Persönlichkeit ausfüllen muss … oder mit leidenschaftlicher Botschaft. Präsentiert man zu viele Luschen hintereinander, die sich für den König der Welt halten, wenden sich die Wähler angewiedert ab.

Ebenso muss man sich darüber im Klaren sein, dass man „Treibstoff“ braucht, sprich: Geld. Eine Zeit lang kann man das Geld durch private Initiative aufbringen, durch Gratisarbeit der Mitglieder (die wir – wenn sie für den „Betrieb“ gefordert wird, selbstverstänlich sofort verdammen), doch der Kampf mit den durch Steuermittel fett gewordenen „Großen“ erfordert Geldmittel in großen Stil. Immerhin wäre ein einmaliger Einsatz von 15 Euro pro Arbeitslosen gefordert, um den Regelsatz monatlich um 100 Euro zu erhöhen – das ist ziemlich viel (nicht für „Unternehmer“, aber für „Angestellte“ … wobei ich jetzt vom Bewusstsein spreche, nicht vom Status).

Das Interesse und die Hoffnung, dass sich auch mal in Deutschland ein wenig Widerstand regt, ist bei den Medienleuten anscheinend sehr hoch. Alle wollten ein Interview mit dem deutschen Beppe Grillo, zu dem mich die Zeitungen in Italien erklärten und die deutsche 5 Sterne Bewegung auf der Straße in Aktion sehen. Eine Journalistin hat mich tagelang mit ihrem Auto verfolgt. Mein Telefon stand an manchen Tagen nicht mehr still, und jedesmal erklärte ich von Neuem, dass wir nur eine Handvoll Künstler und Blogger sind

Natürlich ist das Interesse sehr hoch – die Kriegsgewinnler fürchten nichts mehr, als das jemand die Zauberformel findet, die die Interessen der Verlierer bündelt und vereint: die Zeit das großen Absahnens wäre vorbei. So groß wie die Angst vor der Vereinigung der Renditefinanzierer (wie wir die Verlierer mal nennen wollen) ist, so heftig ist auch der soziale Terror, den man ausübt, um diese Vereinigung zu verhindern. Damit muss man jederzeit rechnen, darauf muss man vorbereitet sein … und dafür braucht man sichere Strukturen für die Figuren, die den Widerstand bündeln. Beppe Grillo hat seine Villa und seine Millionen – von dort aus kann man den Krieg gegen das System der Absahner erfolgreich führen … das sollte man im Hinterkopf behalten, bevor man mit den Großen in den Ring steigt.

Der Kampf um die politische Macht ist keine Selbsterfahrungsgruppe, keine Kuschel-Hab-Dich-Lieb-Bruderschaft oder ein Teestündchen … er ist brutaler, vernichtender Krieg, der die menschliche Seele bis aufs Letzte fordert – weshalb die Seelenlosen dort einen enormen Vorteil haben. Wirtschaft selbst ist zum Krieg geworden … und hat sich weit entfernt von ihren Wurzeln, wo fleissige Menschen zum Wohle aller ihre Waren zum Markt trugen, um sie dort – ebenfalls zum Wohle aller – tauschen zu können und so die wirtschaftliche Existenz ALLER zu sichern … anstatt im Namen der Rendite täglich weiter Existenzen zu vernichten.

Mein Engagement für allerlei Bündnisse, deren politischen Ziele mir sympathisch erscheinen, werde ich nicht weiter fortsetzen – es macht aus meiner Sicht schlicht und ergreifend keinen Sinn mehr, denn es kostet mich nur Zeit und Geld, mehr als ich davon habe.

Eine Konsequenz, die viele feine Menschen auch aus ihrem Engagement gezogen haben … und eine Konsequenz, die aus diesem Land ein totes Land macht, in dem die Luschen triumphieren.

Diejenigen, die sich engagieren, das sind oft sehr einfache Leute. Menschen, die zupacken können und für andere einstehen. Sie sind den Politprofis selten rethorisch gewachsen, aber dafür sprechen sie die Wahrheit aus, so wie sie empfinden und haben das Herz auf dem rechten Fleck – und mit rechts meine ich nicht das politische Rechts, vor dem es mir graut.

Wer in den Ring mit den Politprofis steigen will, muss sich im Klaren darüber sein, dass dort nicht dumme, fette, asoziale Nichtsnutze stehen (auch wenn man sie selbst gerne so sieht), sondern Menschen, denen Rhetoriktrainer alle Kniffe der Manipulation durch Sprache begebracht haben, denen Imageberater jedes kleinste Hügelchen im Lebenslauf geradegebügelt haben und die von Kleidungberatern beleuchtungsgerecht in Szene gesetzt werden – es ist harte Arbeit, das über sich ergehen zu lassen … und das Ergebnis ist ein knallhartes „Produkt“, das sich perfekt in Szene setzen kann … auch wenn es oft (erst recht im Vergleich mit früheren Politikern) seelenlos und aalglatt wirkt. Dafür ist es aber im Anschluss an den Auftritt als Politprofi ohne großen Aufwand im Management von Konzernen einsetzbar, wo eine ähnliche Sozialisation stattfindet.

Es ist eine wertvolle Erfahrung, die uns dort mitgeteilt wird. Eine Erfahrung, die wir in Deutschland schon oft gemacht haben: hier klappen keine sozialen Bewegungen. Ich selbst habe die Degeneration der Grünen erlebt (und durchlitten), die Vernichtung der so hoffnungsfroh gestarteten WASG (Wahlalternative soziale Gerechtigkeit) durch SED-Kader (und westliche Medien) beobachten müssen und die Selbstvernichtung der Piratenpartei durch gezielte Pflege des Luschentums zur Kenntnis nehmen dürfen.

Was bleibt, ist eine Tyrannei der Luschen, die primär nach Diäten schielen … und denen Dienst am Volk, Liebe zum Mitmenschen und Hingabe für die Bewegung völlig fremd sind. „Was habe ICH davon – konkret und in bar?“ ist die zentrale Frage nach politischer Aktivität in Deutschland.

Nun – der Autor beendet seinen politische Aschermittwochrede mit der Frage, was zu tun wäre.

Die Antwort hat er selbst tags zuvor gegeben:

Aber dieses Land braucht einen Führer, einen wahren politischen Führer, keinen Verführer, keinen, der sich zum Herrscher macht, sondern einen Befreier, einen der Hoffnung schüren kann, der einem den Glauben an sich selbst wieder beibringen kann, einen, der den Menschen aus den Herzen spricht, ihnen eine Stimme verleiht. Dieses Land wartet auf jemanden wie Nelson Mandela, Martin Luther-King oder einen Mahatma Gandhi, vorausgesetzt diese Lichtgestalten bestehen die Prüfung. Dieses Land wartet auf einen wahren Meister, einen Messias, einen Christus – auf die leibhaftige Wiederkehr von Gott. Manchmal könnte man aber auch meinen, es wartet auf Godot…

Es ist eine Antwort, die gleichzeitig die Bediungung ihres Scheiterns beschreibt.

Alle politischen Bewegungen brauchen eine Führungsfigur – einen Spartakus, einen Luther, einen Napoleon, einen Marx. Wir Menschen trauen Menschen – nicht Programmen. Aber … der selbstverliebte Konsummensch der BRD, der künstlich von Geheimdienst und Nuklearwissenschaft geformte EGO-Zombie, der das Betriebssystem des Kapitalismus ausmacht, möchte seinen Führer erstmal prüfen …. er soll den Ansprüchen von 80 Millionen Menschen gerecht werden …. und WEHE, ER IST NICHT SO WIE ICH!!!

Dabei braucht ein politischer Führer keine besonderen moralischen Qualifikationen – er muss vor allem den Politprofis Paroli bieten können. Sein „Job“ ist rein technischer Natur. Wer aber in den Ring steigt, wo nur die harten Bandagen erlaubt sind … der braucht hinter sich Menschen, die in bedingungsloser Treue und Loyalität zu ihm (oder ihr) stehen … und kein Prüfungsgremium, das jeden seiner Schritte überwacht und genehmigen möchte. Wer Charakter und Standing hat, wird sich selbsternannten Gremien sowieso nicht zum Fraße vorwerfen … wozu auch? Weil die sich so toll und überlegen, so wichtig und besser fühlen?

Dann sollen die doch den Job selber machen. Je mehr, umso besser!

Nochmal zur Erinnerung: wir befinden uns in einem Krieg, einer tödlichen Vernichtungsschlacht, die bereits jetzt jeden Aspekt unseres eigenen Lebens erreicht und durchdringt … und zu einer Staatsverschuldung führt, wie sie diese Wirtschafts- und Sprachengemeinschaft zum letzten Mal im Jahre 1942/43 hatte. Wer mir nicht glaubt, der glaube bitte Frank Schirrmacher, dem Herausgeber der FAZ, hier zitiert aus einer empfehlenswerten Buchbesprechung der Nachdenkseiten:

Nach einem 50 Jahre währenden Kalten Krieg […] befinden wir uns nach dem Ende des Kommunismus in einem neuen Kalten Krieg zwischen demokratischen Nationalstaaten und globalisierten Finanzmarktkörpern

In diesem Krieg treten die globalisierten Finanzmarktkörper extrem geschlossen auf – trotz ihrer Konkurrenz untereinander. Sie ordnen sich einer gemeinsamen Führung unter (z.B. dem Herrn Ackermann), übernehmen mit ihren Außendiensten (Lobbyisten) die Deutungshoheit im Informationsgeschäft und steuern so den ganzen (korrumpierten) politischen Bereich, während die demokratischen Völker kopflosen Hühnerhaufen gleichen, die nichts mehr von ihrer einst kulturschaffenden Größe ahnen lassen.

Natürlich brauchen wir einen selbstlosen Führer, das das Standing (und das Geld) hat, sich gegen den Finanzmoloch mit seiner gewaltigen Überlegenheit in allen politischen Bereichen zu stellen. Aber: wo soll der selbstlose Führer seine selbstlosen Unterstützer finden?

Wo findet David sein Volk im Kampf gegen Goliath?

Hier haben wir ein Volk – ein Luschenvolk – das seine Kritik perfektioniert. Die Auseinandersetzung um Kleidungsstil, Musikgeschmack und Haartracht des David verbraucht ganz schnell alle revolutionäre Energie – zudem sollte er noch Vegetarier, Veganer, Jäger, Pilot, Angler, Tierschützer, Katzenfreund und Blasmusikfan sein … um nur ein paar kleine Anforderungen des Luschenpöbels zu konkretisieren.

Davids übrigens – haben wir genug. Ich kenne persönlich ein Dutzend davon, denen ich sofort folgen würde – leider hat nur einer wirklich Geld genug … und der will keine nörgelnden Luschen führen, was ich gut nachvollziehen kann.

Die Frage, was zu tun ist, ist also leicht zu beantworten: selbstlos werden – in großem Stil. Und zudem muss man verstehen, in welchem Umfeld man sich befindet. Jakob Augstein hat es in seiner Besprechung von Frank Schirrmachers Buch beschrieben, siehe Spiegel:

Im Spiel will jeder gewinnen. Das ist die Bedingung der Spieltheorie. Damit lassen sich komplizierte Handlungsmuster beschreiben. Im Kalten Krieg haben amerikanische Militärs und Physiker die Sowjets mit den Instrumenten der Spieltheorie in die Knie gezwungen. Als es keine Sowjets mehr gab, sind die Physiker an die Wall Street gegangen und zwingen seitdem mit ihrer Theorie die Welt in die Knie. Wir alle sind Opfer einer Ideologie des Egoismus. Sie wurde für eine Welt des Krieges entwickelt und verheert heute den Frieden. Eine Ideologie der Kälte und des Autismus. Eine Ideologie von Psychopathen für Psychopathen.

Im Reich der Luschen – oder der Psychopathen – oder der Egoisten – ist kein gemeinsamer Widerstand zu organisieren. Diese asoziale Philosophie des Egoismus gilt nicht umsonst als „a – sozial“ im Sinne von antisozial. Ihr höchstes Ideal ist der Traum der „Selbstversorgung“ – wenn schon nicht mit sich selbst vermehrendem Geld (Investmentbanker), dann doch mit sich selbst vermehrendem Gemüse (Ökobauer).

Was man noch tun kann?

Ganz einfach: CDU wählen … weil die Luschen nichts anderes verdient haben.

Aber: das haben die meisten Wähler ja schon verstanden.

Dem Musiker Fantareis vielen Dank für seine Worte (und sein Engagement)… aus denen man viel lernen kann.

Wäre wohl auch ein guter Führer gewesen – schon allein deshalb, weil er Künstler sein möchte und kein Führer.

Und schade, dass nun wieder ein Integrationsmodell „verbrannt“ wurde.

Aber – das kennen wir ja schon. Darauf kann man sich in einem toten Land verlassen.

 

 

Persönliche Erfahrungen mit SPD und Linken

Zum Teil sehr subjektiv, aber deshalb nicht Unwahr. Dank an Peter für diesen Bericht, der hoffentlich nicht der einzige bleibt.

Ich bin gebeten worden, meine Erfahrungen mit der SPD, der ich über 40 Jahre die Treue hielt, und den “Linken” in Worte zu fassen. Ich komme der Bitte nach, sage aber ganz ehrlich, ich habe Schwierigkeiten damit.
Warum?

Seit Tagen geht mir das Thema SPD durch den Kopf, ganz weit in die Vergangenheit wanderten meine Gedanken, vieles, was mit der SPD gar nichts zu tun hat, kam mir wieder ins Bewußtsein, das Elternhaus, Eltern, deren Psyche der Krieg nachhaltig zerstört hatte, die schreckliche Kindheit, der Alte soff, die Mutter hielt die äußere Fassade aufrecht, meine Schwester und ich, so vermute ich, waren auch nur Teil der Fassade, aber im Prinzip lästig.

Um dem Alten eine Freude zu machen, bin ich zu den Jusos gegangen, der Alte war in der SPD aktiv, ich wollte einfach nur mal wahrgenommen werden, Politik war mir so was von egal, zwei mal war ich bei Treffen der Jusos, das war mein ganzes politisches Engagement für die nächsten 30 Jahre. Nicht vergessen darf ich, ich war immer wählen, immer SPD, das waren die guten, die schwarzen waren die bösen, Ochs und Kuh wählt CDU, hieß es bei uns immer.

Wach geworden bin ich, nachdem ich mir meinen ersten Rechner gekauft hatte, und mal so aus Spaß auf die Seite des Vorwärts ( SPD-Parteiblatt)ging. Der Vorwärts hatte ein gut besuchtes Forum, es war spannend, Schröder war schon Kanzler, nur, in diesem Forum bekam er ordentlich Prügel, kaum einer im Forum war auf Parteilinie.

Das hat mich dann gewurmt, durch die Medien war ich über das aktuelle politische Geschehen informiert, Schröder war der Liebling der Medien, ich habe angefangen, pro Schröder zu argumentieren, und schon bekam ich mein Fett weg. Die Leute im Forum hatten durchweg eine gute politische Bildung, es wurde mir auf der Sachebene so einiges erklärt, es wurde mir empfohlen, mal auf diese oder jene Seite zu gehen, ich hatte ein aha Erlebnis nach dem anderen. Ziemlich schnell fand ich mich beim linken Flügel der SPD wieder, wußte jetzt, was der Seeheimer Kreis ist, und, und.

Das Internet ließ mich nicht mehr los, ich schaufelte ohne Ende Wissen in mich rein, jeden Tag postete ich gut recherchierte Texte ins Vorwärtsforum, ich dachte, ich könnte was bewegen, mußte aber feststellen, daß die Damen und Herren Berufspolitiker für schlüssige Argumentationsketten nicht zugängig waren. Es kam zur Agenda 2010, die habe ich Punkt für Punkt entlarvt als reine Klientelpolitik zu Gunsten von Banken, Versicherungen und den großen Industriekonzernen, und zu Lasten der Menschen, bis auf die natürlich, die in der Einkommens und Vermögenspyramide zu den oberen 10 Prozent gehörten. Die SPD hatte CDU/FDP rechts überholt, und ich hatte die auch noch gewählt, und war immer noch voller Hoffnung, ich könne Einfluß nehmen, wie naiv ich zu der Zeit noch
war.

Ich verzichte hier bewußt auf eine Analyse der SPD ab 1998, die Fakten sind hinlänglich bekannt, nur so viel:
Mein Urologe, ein strammer Rechter, hatte seine Praxis im gleichen Haus , in dem die örtliche SPD residierte. Wir waren im gleichen Jahrgang auf der gleichen Schule, kamen gut klar, er machte sich immer lustig über die vielen Parteibücher, die morgens wie Müll im Eingang rumlagen, teilweise zerrissen, oder anders verunstaltet. Massenaustritte, mehr als die Hälfte der Parteimitglieder haben inzwischen die Partei verlassen, die SPD ist eine tote Partei ohne Zukunft, sie hat die Menschen in diesem Land an die Interessen der Kapitaleigner verkauft.

Das Schlüsselerlebnis, das zu meinem Austritt aus der Partei führte, will ich noch kurz zum besten geben:
Durch Zufall erfuhr ich von einem Treffen des sogenannten linken Flügel der SPD kurz vor dem Bundesparteitag, der den dicken Gabriel an die Spitze hievte, ich fuhr nach Kassel, 300 Km, Anzug, Krawatte, das Treffen fand im Kulturbahnhof statt, da bin ich einfach reingelatscht, die Türsteher habe ich ignoriert, das gefiel denen zwar nicht, aber meine schnöselige Art, das Parteibuch vor ihrem Gesicht, ich war durch, fand mich im proppenvollen Saal, viel Prominenz, Dressler, Schreiner, Scheer, Ypsilanti, (die ist ein Kracher, ich muß schon sagen) und, und. Den ganzen Tag wurden Reden gehalten, ich traute meinen Ohren nicht, hier war ich richtig, was wurde da geschimpft über den Kurs der Partei, man glaubt es nicht, hier war die SPD. Mit dem letzen Redner kam die Ernüchterung, er sagte sinngemäß, man habe sich ja jetzt ausgesprochen und er empfahl, dem dicken Gabriel die Stimme zu geben, unter großem Applaus wurde die Versammlung beendet.

Reine Verarsche, der dicke Gabriel ist Seeheimer, eine Farce, im Saal waren nur Parteitagsdelegierte, der linke Flügel der SPD hat dann tatsächlich fast geschlossen Gabriel gewählt.

Damit war das Kapitel SPD für mich durch. Ich begriff, Parteipolitik ist Machtpolitik, die Sachebene ist eher nachrangig. Es geht um Posten an den Fleischtöpfen, und da ist voraus eilender Gehorsam angesagt. Eine Parteien-Demokratie ist kein ideales Staatsmodell, weil es nicht die Sachpolitiker, sondern die abgewichsten Machtpolitiker nach oben spült. Diese Herrschaften sind nur an der eigenen Karriere interessiert, inzwischen weiß ich, wer es in den Bundestag geschafft hat, hat einen üblen Charakter, sonst säße er nicht da, das gilt für alle Parteien, auch für die Linke, da laufen die Karriere-Kämpfe allerdings noch brutaler ab, bis hin zur schweren Körperverletzung, habe ich selbst erlebt.

Ein junger aufstrebender wirklicher Linker, ein guter Mann, reif für den Landtag bei uns, wurde während einer Versammlung krankenhausreif geprügelt, dafür hatte man extra ein Parteimitglied aus dem Osten geschickt, NVA-Nahkampf- Schule vom feinsten, ich habe Kampfsport gemacht, der Mann war gut. Ich habe den armen zusammengeschlagenen und getretenen Jungen ins Krankenhaus gefahren, ganz schlimme Sache, die Polizei war vor Ort, der Schläger kam vor Gericht, und wurde freigesprochen, ein Parteiausschlußverfahren wurde eingestellt, der Schläger ist spurlos verschwunden, Recherchen ergaben, der Schläger hatte keine Biographie, aus dem nichts gekommen, ins nichts verschwunden. So macht man das bei den Linken, oder, gängige Praxis bei den Linken ist, gebührenpflichtige Abmahnungen an linke Linke zu verschicken, und jetzt bin ich schon mitten in der Kritik an den Linken, eine Partei, die absolut nicht wählbar ist.

Hier ist der Kampf um Macht und Posten derartig abstoßend, daß ich mein Parteibuch demnächst zurück gebe. Ja, das Programm ist ganz nett, aber das ist nur Papier, leere Worte, geschrieben, um bei Menschen mit linkem Gedankengut auf Stimmenfang zu gehen.

Ich erspare mir auch hier eine lange Liste von Beispielen, nur so viel, da, wo die Linken mitregieren, da vergessen die Damen und Herren Fleischtopfgeier, wer sie in Amt und Würden geschickt hat.

Da mutiert man plötzlich zu Bütteln der Kapitaleigner, wo wir grad bei Bütteln sind, der Spitzenkandidat der Linken in Rheinland-Pfalz, ein gewisser Alexander Ullrich, war vor einiger Zeit in den Golfklub-Staaten unterwegs, nicht um in Saudi- Arabien für Menschenrechte zu demonstrieren, nein, zum Schleimen, der Mann steht auf der Lohnliste der IGMetall, ich sage nur Panzerdeals, zu den Gewerkschaften habe ich ein ganz spezielles Verhältnis, auch nur Büttel, zumindest die gut dotierten Chefetagen, im Prinzip wie bei den politischen Parteien, das einfache Fußvolk ist nur Mittel zum Zweck. Bei den Gewerkschaften muß man nur mal gucken, wer die nach dem Krieg mit welchem Geld aufgebaut hat, und bis heute kontrolliert, das gehört hier nicht hin, das ist ein anderes Thema.

Der B.T.Abgeordnete Ullrich, der auch gleichzeitig Landesvorsitzender ist, sitzt aktuell fast allein bei L.V. Sitzungen, 10 Vorstandsmitglieder sind jetzt zurückgetreten, das juckt den gar nicht, er ist ja durch, seltsamer Weise muß ich grad mal lachen, es ist nicht zu glauben, aber jetzt versuchen die zurückgetretenen Vorständler, Seilschaften aufzubauen, um Ullrich aus dem Amt zu wählen, als wenn den das noch interessiert, der ist satt, im Bundestag, in der Gewerkschaft, wird er noch eine große Zukunft haben………………

Die Rosa-Luxemburg Stiftung finanziert Vortragsreisen , bei denen die Redner für die sogenannte syrische Opposition Reklame machen, die Linke steht für “stop the Bomb” eine Kampagne, ein Aufruf zur Bombardierung des Iran. Wir wissen, was in Syrien läuft, na, ist die Linke noch wählbar?
Bak- Shalom, Transatlantiker, Anti-deutsche, ………………….,  ich will nicht mehr, mich zieht das runter, vielleicht ein anderes mal, es gibt so viel ekelhaftes über die Linke zu berichten, wenn ich das jetzt zum Besten gebe, nee, da schlaf ich nicht gut, Fazit ist, ich bin nach der SPD gleich auf die nächsten Blender reingefallen, man lernt nie aus, Punkt.

Petition Inge Hannemann: Sanktionen abschaffen – alternativlos. Fort mit der Bestie!

Petition Inge Hannemann: Sanktionen abschaffen - alternativlos. Fort mit der Bestie!

Samstag, 23.11.2013. Eifel. Es gibt Tage, da kann man viele eigenen Worte machen. Das ist Arbeit. Dann gibt es Tage, da kann man es sich bequem machen und auf andere Worte hinweisen. Heute ist so ein Tag. Es geht um Inge Hannemann, in manchen linken Arbeitslosenkreisen die meistgehasste Mitarbeiterin des Jobcenters. Ja – das habe ich lernen müssen: es gibt bei Facebook ausgeprägte „Hannemann-Hasser-Gruppen“, zumeist links geprägt. Nun – der Linke an sich wird mit täglich verdächtiger, er scheint eine geheime Botschaft mit sich zu tragen: „NUR AN MEINEM WESEN SOLL DIE WELT GENESEN!“ – weicht da jemand nur einen Hauch von diesem eigenen Wesen ab, ist schnell Schluss mit lustig, Schluss mit der Freundschaft, Schluss mit jeder Rationalität und jeder Vernunft.

Da ich mir aus dem Gerede des Pöbels (den ich so nenne, weil seine hervorgehobene Qualität das ständige und dauernde Herumpöbeln ist) nichts mache, werbe ich trotzdem für diese von mir schon unterschriebene Petition – und auch für diese mutige Frau. Es gibt erstaunlich, wie viele Menschen innerhalb des Hartz IV-Systems dieses System nicht mögen. Da aber das Arbeitsamt vom Oberst nach militärischen Regeln geführt wird – eher Armee als Behörde ist – ist Widerstand mit Folgen verbunden … welche, kann man sich leicht ausmalen. Frau Hannemann hat diese Folgen billigend in Kauf genommen – sie kamen auch sofort: Freistellung, Hausverbot, Arbeitsgericht. Die Behörde reagiert wie eine Diktatur – aber da war ja wohl auch die Hoffnung, die man mit einem Militär an der Spitze verband.

Ich persönlich finde es erstaunlich, dass der Widerstand gegen Hartz IV so gering ist, angesichts der demokratischen Kultur dieses Landes ist es schon ein Wunder, dass dieses asoziale Gesetzeswerk überhaupt noch besteht: immer wieder lese ich von Umfragen, die dieses unmenschliche, tödliche System ohne breite Basis in der Bevölkerung sehen. Wie auch: jeder kann heutzutage davon betroffen werden – sogar Beamte, wenn sie nicht brav genug sind. Nun – zur Kanalisierung dieses Widerstandes wurde ja die LINKE geschaffen, die zu einem großen Teil aus DDR-Personal besteht, die eine durchaus positive Einstellung zur Zwangsarbeit hatten. Ach – schon vergessen, liebe Linke?

Nun – da wird aber gerade wieder etwas untersucht, siehe DDR-Zwangsarbeit:

Ehemalige  Insassen von Jugendwerkhöfen, Jugendhäusern, Polizeilagern, Arbeitserziehungslagern, Arbeitskommandos, Haftarbeitslagern, Strafvollzugsanstalten und weiteren Einrichtungen der DDR haben schon seit längerem über lebensgefährliche und ausbeuterische Arbeitsbedingungen, über drakonische Strafen bei Nichterfüllung der Norm oder Verweigerung der Arbeit berichtet. Bei einigen Einrichtungen liegt der Verdacht nahe, dass sie aus wirtschaftlichen Gründen errrichtet und mit Insassen gefüllt  wurden. Auf Empörung stieß vor allem die Tatsache, dass westliche Firmen aus dieser Zwangsarbeit direkt oder indirekt Gewinne zogen. Zeitzeugen berichten von körperlichen und psychischen Folgeschäden, die teilweise bis heute andauern.

Kein Wunder, dass die Ostkanzlerin Merkel sich nichts dabei denkt: die kennt das nicht anders. Kein Wunder, dass es „Sozial“-demokraten waren, die diese Kultur auf Westdeutschland übertragen wollen.

Diese Sanktionsmöglichkeit stellt den zentralen Punkt einer wirtschaftlichen Entwicklung dar, die ebenfalls alle betrifft: für die gleiche Arbeit gibt es immer weniger – und es gibt auch immer weniger Arbeit, siehe Frankfurter Rundschau:

So haben Beschäftigte im Jahr 1991 insgesamt rund 52 Milliarden Stunden gearbeitet. Im vorigen Jahr waren es nur noch etwa 49 Milliarden Stunden, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Dass trotzdem mehr Menschen erwerbstätig sind, hat vor allem einen Grund: Heute haben viel mehr Arbeitnehmer eine Teilzeitstelle oder einen Minijob. Nach der Wiedervereinigung arbeiteten nur knapp 16 Prozent der Beschäftigten Teilzeit, inzwischen sind es fast 35 Prozent, das sind 12,7 Millionen Menschen. In diesem und im kommenden Jahr dürften es noch etwas mehr werden, prophezeit das IAB. Jede zweite Frau hat mittlerweile eine Teilzeit-Stelle, bei den Männern ist der Anteil zuletzt auf rund 18 Prozent gestiegen.

Uns geht die Arbeit aus – und alle wissen es. Doch wie hat die Politik auf diesen Mangel reagiert?

Mit drakonischen Strafe für Arbeitslose – ja, sogar mit Todesstrafen. Ja – in der Tat: der Verlust von Obdach und Energieversorgung bei gleichzeitigem Einstellen der Versorgung mit Nahrungsmitteln führt nicht nur in Afrika zu millionenfachen Toden – auch bei uns überleben das Menschen nicht lange, erst recht nicht im Winter.

Todesstrafe wofür?

Weil man einer von 3 Millionen Bewerberprofilen ist, die auf 700 000 offene Stellen gedrückt werden sollen (siehe aktuelle Zahlen des Arbeitsamtes). Einer von sechs Millionen Hartz IV-Beziehern, die gemerkt haben, dass Hartz IV-Bezug dank völlig verantwortungsloser und asozialer Berichterstattung der Medien ein eigenes Vermittlungshemmnis geworden ist. Erinnert an den Versuch, Menschen durch Ofenrohre zu pressen – was geht, wann man nur genug Gewalt anwendet. Für den Menschen ist das nicht gesund – genauso wenig wie das militärisch geführte Amt, dass Bonuszahlungen für Sanktionen (siehe Berliner Zeitung) auslobt. Diese Praxis, dieser Umgang mit Menschen hat jene logische Folgen, die man bei allen Opfern von Gewalterfahrung findet, siehe Spiegel:

Wer von Hartz IV leben muss, leidet besonders häufig unter psychischen Erkrankungen: Bei mehr als einem Drittel der Bezieher wurde innerhalb eines Jahres mindestens eine psychiatrische Diagnose gestellt. Einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sowie der Universität Halle-Wittenberg zufolge ist der Anteil der Betroffenen in den vergangenen Jahren stark gestiegen.

Gewalterfahrung, Druck, Repressionen: das macht krank, im Osten wie im Westen. Man produziert gebrochene Menschen in Serie und am Fließband.

Es gibt natürlich Menschen, die daran gut verdienen – nicht nur die „Kapos“ in den Jobcentern, die extra Geld dafür bekommen, dass ihre Mitarbeiter fleißig sanktionieren.

Der US-Ökonom Posen hat im Handelsblatt darüber gesprochen:

Erstens investieren der deutsche Staat und die Unternehmen viel zu wenig. Und zweitens bezahlen sie ihre Mitarbeiter zu schlecht. Beides führt zu globalen Ungleichgewichten und bringt andere Länder in Schwierigkeiten – vor allem in Europa. In den vergangenen 15 Jahren sind die Lohnerhöhungen in Deutschland fast immer hinter den Produktivitätszuwächsen zurückgeblieben.

Im Verhältnis zur Produktivität sind die Löhne in Deutschland zu niedrig. Die Arbeiter werden abgezockt. Deutschland konkurriert nicht über die Qualität sondern über den Preis, sonst wären die Löhne nicht so niedrig.

Das ist die Wahrheit, die man uns – ganz im Sinne der Kanzlerin – so gerne vorenthält. Wir sind Billiglohnland geworden – mit allen gesellschaftlichen Folgen. Unsere Binnenkonjunktur wächst nur noch über Preiserhöhungen – oder über Zwangsarbeit, siehe den „Erfolg“ der deutschen Post – hier beschrieben im Handelsblatt:

Der Umsatz geht zurück, dennoch klettert der Gewinn. Auch Dank der Portoerhöhung steigert die Deutsche Post im dritten Quartal ihr Ergebnis. Höhere Löhne gleichen die Bonner mit einem zusätzlichen Arbeitstag aus.

Die deutschen Arbeitnehmer und Konsumenten werden ausgeplündert wie die Weihnachtsgänse. Das Geld bleibt – wie von Posen geschildert – „im Unternehmenssektor hängen“, d.h. es bleibt bei den Kapitaleignern. Gewinne werden nur noch durch Preiserhöhungen bei sinkenden Umsätzen erzielt: das geht dank enormen Einsatzes politischer Gewalt – jedes Versagerunternehmen erzielt so Rekordgewinne.

Dank staatlicher Einmischung in den Arbeitsmarkt über Androhung der Todesstrafe bei Arbeitslosigkeit (nichts anderes stellen diese „Sanktionen“ dar, wenn man sie von ihrer Wirkung her sieht – und nicht von den guten, erzieherischen Absichten, aus denen sie angeblich ausgesprochen werden) sind die Arbeitnehmer diesem System mitlerweile hilflos ausgeliefert, sitzen in den Jobcentern doch auch nur bezahlte Angestellte, die auf den normalen Arbeitsmärkten keine Chance mehr hätten und genau wissen, welche Vernichtungsmaschine auf sie wartet, wenn sie ihren Job nicht gut machen.

Nun – eine hat ihren Job sehr gut gemacht, sich daran erinnert, dass sie wie all ihre Kollegen auf Staatskosten lebt und deshalb dem Bürger verpflichtet ist. Sie braucht jetzt unsere Hilfe – siehe Facebook:

So, liebe Leute. Nun benötige ich eure absolute große HILFE!!!!

Meine Petition 46483 beim Deutschen Bundestag zur Abschaffung der Sanktionsparagrafen 31 bis 32 ist nun anerkannt und veröffentlicht. Ab sofort kann unterschrieben und diskutiert werden.

Für die Unterschrift ist eine Registrierung auf dem Portal notwendig. Da mir bekannt ist, dass dieses nicht alle mögen oder auch möglich ist, hänge ich eine Unterschriftenliste bei, die ebenso anerkannt wird – sofern sie rechtzeitig bei mir eingeht.

Die Petition läuft einschließlich bis zum 18. Dezember 2013, bis dahin muss ich auch die Listen eingereicht haben. Benötigt werden innerhalb dieser vier Wochen 50 000 Unterschriften!!!!

Ich bin der festen Meinung und Hoffnung, dass wir sie zusammen bekommen. Betroffen sind wir alle – auch die, die noch im Arbeitsverhältnis stehen – auch die können morgen erwerbslos sein. Siehe aktuell Praktiker und Max Bahr Baumarkt.

Ich werde diese Petition regelmäßig auf Facebook pushen und nerven. Ebenso gehen sie an sämtliche Netzwerke, als auch Aktionen mit den Listen vor den Jobcentern.

Die Leugnung sozialer Menschenrechte in Deutschland muss endlich aufhören, ebenso der schleichende Versuch, sich durch staatliche subventionierte Zwangsarbeit eine goldene Nase zu verdienen. „Die Wirtschaft“ hat sich lange genug bequem und arbeitsfrei auf dieser sozialen Hängematte ausgeruht: auf dem Zustand, dass der Staat denjenigen die sozialen Menschenrechte streicht, die nicht devot genug für Billiglöhne arbeiten. Die gesamte Weltwirtschaft leidet inzwischen unter diesem deutschen Sonderweg, der an die dunkleren Zeiten deutscher Geschichte erinnert: unser Handelsbilanzüberschuss wird allein durch Ausbeutung erwirtschaftet – durch die hemmungslose und skrupellose Ausbeutung der Arbeitskraft … gerne auch zum Nulltarif.

Hier ist nun eine Möglichkeit, diese Entwicklung zu stoppen – wenn die Petition weitere Freunde findet: ich erwarte sieben Millionen bis zum 18.12.2013.

Das ist doch jetzt wohl wirklich nicht zuviel verlangt, oder?

Hier geht es direkt zur Petition:

https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2013/_10/_23/Petition_46483.html

Hier noch mal Erläuterungen der Autorin dazu:

http://altonabloggt.wordpress.com/2013/11/20/petition-fur-die-abschaffung-der-sanktionen-nach-dem-sozialgesetzbuch-ii-und-xii/

2013: der große Rechtsruck in Deutschland

Montag, 7.10.2013. Eifel. Die Bundestagswahl ist seit einiger Zeit vorbei. In breiter Front erklärten die Medien Angela Merkel zur Siegerin: das erste Mal in Deutschland, dass es solch´ einen irrationalen Jubel um eine verlorene Kanzlermehrheit gab. Irrationalität ist aber wieder angesagt. Man bereitet sich auf eine neue Runde vor: alte Hasen im Geschäft wissen die Zeichen der Zeit zu deuten. Den asozialen Artikel im Focus hatten wir schon hinreichend besprochen: so setzen PR-Profis Akzente. Mit solchen kleinen Bauernzügen fängt das großen Spiel erneut an. "Lügen mit Statistik" ist ein Spiel, dass die Lumpenelite perfekt beherrscht: kein Gehalt ist ihnen zu hoch, um hier belanglose Posten mit absoluten Profis besetzen, die so lange rechnen, bis ein für die Regierung passendes Ergebnis herauskommt. Im Falle des Focus hat man in die Mottenkiste der Propaganda gegriffen und einfach mal acht Jahre addiert, um eine große Zahl zu bekommen: 380 Milliarden waren es dann auf einmal, die wir - scheinbar - nutzlos in den Sand gesetzt hatten.

Montag, 7.10.2013. Eifel. Die Bundestagswahl ist seit einiger Zeit vorbei. In breiter Front erklärten die Medien Angela Merkel zur Siegerin: das erste Mal in Deutschland, dass es solch´ einen irrationalen Jubel um eine verlorene Kanzlermehrheit gab. Irrationalität ist aber wieder angesagt. Man bereitet sich auf eine neue Runde vor: alte Hasen im Geschäft wissen die Zeichen der Zeit zu deuten. Den asozialen Artikel im Focus hatten wir schon hinreichend besprochen: so setzen PR-Profis Akzente. Mit solchen kleinen Bauernzügen fängt das großen Spiel erneut an. „Lügen mit Statistik“ ist ein Spiel, dass die Lumpenelite perfekt beherrscht: kein Gehalt ist ihnen zu hoch, um hier belanglose Posten mit absoluten Profis besetzen, die so lange rechnen, bis ein für die Regierung passendes Ergebnis herauskommt. Im Falle des Focus hat man in die Mottenkiste der Propaganda gegriffen und einfach mal acht Jahre addiert, um eine große Zahl zu bekommen: 380 Milliarden waren es dann auf einmal, die wir – scheinbar – nutzlos in den Sand gesetzt hatten.

Sieht man sich die enormen Einnahmeverluste der Bundesagentur für Arbeit an, wirkt die Summe, die für Arbeitslosigkeit aufgewendet wird, billig. Im Jahre 2000 nahm sie noch 49,6 Milliarden Euro ein (siehe Statista) waren es 2011 nur noch 37,5 Milliarden Euro: gut, dass man Hartz IV aus der Verantwortung jener Behörde herausgenommen hat, sonst würde man deutlich erkennen, dass der Trend zur Zeitarbeit, zum Halbtagsjob oder zur Leiharbeit dem Sozialversicherungssystem richtig viel Geld kostet. Stattdessen aber macht man lieber ultrarechte Propaganda, beschwört wieder den Geist des parasitären Sozialschmarotzers, den man in der Wirtschaft viel häufiger antrifft als am Arbeitsmarkt, wo die Kontrolle der Leistung viel einfacher ist. Im gleichen Zeitraum haben wir im Übrigen „der Wirtschaft“ und allem, was dazu gehört, Subventionen von ca. EINER BILLION EURO geschenkt – Geld für Reiche. Das wir für die Armen dann nur so wenig übrig haben, ist schon eine Schande und volkswirtschaftlicher Unsinn: nirgends bekommt man eine größere Wertschöpfung als bei der Unterstützung jener Menschen, die vom System abgelehnt werden, weil sie alt sind, krank, arm oder mit Kindern geschlagen. Völlig unsinnig sind dann auch die Ausgaben für „Gesundheit“, die bald im Jahr jene Kosten aufweisen wie das Hartz IV-System seit seiner Einführung: 300 Millionen Euro allein 2011 (siehe Spiegel). Wir können mit noch mehr Kosten rechnen, wenn wir die Arbeitsbelastung, den Stress, die Mangelernährung der Bevölkerung weiter forcieren – wie es beabsichtigt ist, addiert man diese Ausgaben wie die Zahlungen für Einkommenslose, dann ist man schnell bei ZWEI BILLIONEN EURO.

Weil aber die finanzkräftigen Schichten der Gesellschaft viel zu viel Geld zuviel haben (immerhin landen die oben erwähnten drei Billionen Euro größtenteils auf ihren Konten), können sie sich Zeitungen, Fernsehsender und Schriftsteller in Massen leisten, die dem Volk beibringen, dass die Erde ab heute wieder eine Scheibe ist: die Väter des Grundgesetzes haben sich halt fürchterlich geirrt.

Wer die Wählerwanderungen genau beobachtet, sieht die Folgen dieser Massenpropaganda: Deutschland hatte 2013 einen gewaltigen Rechtsruck erlebt. Sicher: die Kanzlerin hat ihre Mehrheit verloren – doch hier  eilt die SPD schnell zur Hilfe, um die Wünsche des Kapitals zu erfüllen: in dieser Hinsicht ist auf diese Partei Verlass.

Schauen wir uns die Wählerwanderung nach den Angaben des Spiegel an:

Zu den Verlierern der Wahl gehören die Grünen, die sogar 420 000 Wähler an die CDU verloren hatten.

Zu den Verlierern gehören die LINKEN, die 370 000 Stimmen an die SPD verloren haben, 120 000 an die CDU und – ein Triumph von Faulheit oder Dummheit – 320 000 an die engagierte Nichtwählerfront.  Zudem verloren sie – superpeinlich – 340 000 Stimmen an die AfD (zum Vergleich: von der CDU bekam diese Partei nur 290 000 Stimmen, nur von der FDP gab es noch mehr).  Anders als die LINKE (die in ihrer Tradition Elemente hat, die per Dienstanweisung 99 % der Stimmen bekamen und deshalb „Wahlkampf“ scheinbar noch nicht so ernst nehmen) hat es die Union geschafft, 1,13 Millionen Nichtwähler zu mobilisieren.

Es geht also doch – wenn man außer Wahlboykott auch arbeitsintensivere Alternativen wahr nimmt.

Wir erleben den größten Rechtsruck der deutschen Geschichte. Er wirkt sich nicht im Parlament aus, in dem Angela Merkel sogar ihre Kanzlermehrheit verloren hat  – und deshalb zu den Verlierern der Wahl gehört, was man im „Muttiland“ aber nicht offen äußern darf. Sicher – wer die Wahlergebnisse in Deutschland seit der Wende (und auch davor) aufmerksam studiert, wird höhere Ergebnisse für das „konservative“ Lager finden – nur war die FDP früher einmal etwas anderes als eine rein konservative Partei, während heute die SPD eher zum konservativen Lager gehört.

Dank intensiven Einsatzes der linken Nichtwählerbrigaden bahnt sich eine Situation an, die der Verfassungsrechtler Hans Herbert von Arnim in seinem Buch „Das System“ als Bedrohung der Demokratie anprangert: es gibt eine Zwei-Drittel-Mehrheit für die Regierung, die das Land in Zukunft nach Belieben umbauen kann, die Oppositionsparteien kommen auf 17% – dem niedrigsten Wert, den Opposition jemals seit 1949  hatte.

In der Opposition sitzen Grüne und Linke, denen – dank der Nichtwähleroffensive angeblich linker Kreise – nur noch eins übrig bleibt: Fragen zu stellen, deren Antworten niemanden mehr interessieren, weil die Regierung auch in der Länderkammer die absolute Mehrheit hat.

Es wäre die demokratische Pflicht der SPD gewesen, die Führerschaft der Antimerkelfraktion im Parlament in die Hand zu nehmen, weil sie den im Parlament abgebildeten Wählerwillen (und dem immerhin offiziellen Wahlziel der SPD) am Deutlichsten entspricht: stattdessen hat sie sich für die Vernichtung parlamentarisch wirksamer Opposition entschieden.

Dies entspricht einem breiten Trend in der Bevölkerung, die sich von demokratischen Werten verabschiedet – nur thematisieren die Medien diesen Aspekt nicht gern. Anstatt Frieden wählen sie Krieg, anstatt Gerechtigkeit Profit, anstelle von Freiheit den Zwang, anstatt Wohlstand die Arbeitspflicht und anstatt Sicherheit die Zukunft als Leiharbeiter. Jegliche Sensibilität für gesellschaftliche Grundwerte verschwindet, wird erfolgreich als „Sozialromantik“ abgewertet, währenddessen läuft eine breite Umerziehung hin zu anderen Werten, zwecks Unterhaltung inszenierte brutale Verletzungen der Menschenrechte bestimmen den Alltag der Jugend, siehe Spiegel.

Währenddessen wird der deutsche Bundestag immer realitätsferner – die Anzahl von Bauern, Unternehmern, Handwerkern und Forstwirten (also Menschen, die noch echte Arbeitsleistung erbringen) ist auf einem historischen Tiefstand, dominiert wird das Parlament von Lehrern, Juristen und Angestellten des öffentlichen Dienstes – also Menschen, die nur von den Leistungen anderer leben.

Hier erklärt sich auch die Ablehnung der Arbeitlosen auf breiter Front: die großen Schmarotzer bauen die Globalisierungsverlierer als kleine Schmarotzer auf und lenken so erfolgreich von sich ab: das Volk springt auf diesen Zug auf (das Schicksal der Zauberer, Hexen und Juden zeigt, dass Menschenjagd als Volkssport bei den Germanen Tradition hat) und gräbt sich dadurch selbst das Wasser ab.

Genau das aber war beabsichtigt, deshalb hat man Tittytainment eingeführt, finanziert durch überhöhte Preise für Konsumgüter: der Deutsche finanziert seine Verdummung gerne selbst.

Das Ergebnis sehen wir jetzt, der Trend ist eindeutig: Deutschland gibt sich einen strammen Rechtsruck, inhaltslose Parolen bestimmen die politische Diskussion, auf den Straßen herrscht immer häufiger der Polizeiknüppel unter tosendem Applaus einer hemmungslos manipulierten Masse (siehe u.a. Welt, Deutsche Welle, Zeit) die man zumindest virtuell langsam daran gewöhnt, dass Menschenrechte verachtungswürdige Sozialromantik darstellen und ohne große Probleme ignoriert werden können – zugunsten eines höheren Ideals: der lustvollen Ausübung von Gewalt.

Dafür braucht man Schuldige. Statt die im Reich der hemmungslosen Selbstbereicherer in der Politik und skrupellosen Ausplünderer in der Wirtschaft zu suchen, wird man sie wieder bei jenen ausmachen, die ihr Schicksal nicht mehr selbstbestimmt ändern können.

Das wird in Zukunft auch noch weitere Kreise treffen: mit einer ersatzlosen Streichung von Hartz IV ist in den nächsten acht Jahren zu rechnen (das bereiten Artikel wie der oben zitierte gerade vor), das Volk will wieder Leichen sehen. Zwangshypotheken für Immobilienbesitzer werden unausweichlich kommen, die Rente mit 80 wurde vom Erfinder des „parasitären Sozialschmarotzertums“ (Wolfgang Clement, SPD und FDP) schon ins Gespräch gebracht, massive Rentenkürzungen werden mangels Einnahmen unausweichlich sein.

Das weiß jeder, der rechnen kann.

Der Traum von einer humanen oder ökologischen Gegenbewegung ist jedoch im Jahre 2013 endgültig ausgeträumt stattdessen gibt es endlos „Merkel“ anstelle von politischen Inhalten.

Die Folgen für Umwelt und Gesellschaft werden katastrophal sein, die Elite der Asozialen  jedoch wird sich weiterhin ungebremst die Taschen füllen können – wir werden neue Rekorde bei der Anzahl der Millionäre (auch unter Bundestagsabgeordneten) erleben – und neue Rekorde bei Staatsverschuldung und Gesundheitskosten.

Finanziell leisten können wir uns die nicht – das werden wir aber erst dann bemerken, wenn die letzten Hartz IV-Empfänger verstorben sind und die wirtschaftliche Gesamtlage sich trotzdem verschlechtert, weil ein wichtiger Konsumfaktor weggebrochen ist, der einen hohen „return-of-investment“ versprach.

Da rechte Politik immer Politik für einen offiziellen oder inoffiziellen Feudalstaat (d.h. die Herrschaft einer selbst ernannten Elite von Lumpen) war, werden wir uns damit abfinden müssen, dass unsere Infrastruktur immer weiter zerbricht: aktuell sind es die Hälfte aller Brücken in der Verantwortung der Gemeinden, die in einem desaströsen Zustand sind (siehe Spiegel).

Aber wer braucht schon Brücken, wenn der Staat und die Banken die Verteilung von Geldern so lenken, dass man fliegen kann. Wer braucht schon noch Kinder, wenn man seinen Wohnsitz jederzeit in die USA oder nach Dhubai verlegen kann, weil man mit den Profiten aus dem Geschäft der privaten Alterssicherung einen guten Schnitt gemacht hat. Wer macht sich schon Gedanken über die Zukunft der eigenen Solidargemeinschaft in einem Land, das die allgemeinen Menschenrechte zunehmend als romantische Spinnerei deklariert, wenn man in seinem eigenen Lebensbereich als Lehrer, Angestellter im öffentlichen Dienst oder Anwalt mit kundenfeindlicher Egozentrik ziemlich gut durchkommt?

Und dem Volk verkauft man via RTL den großen Traum von der Million, die allein das Leben lebenswert macht. Und da findet dann der wirkliche Rechtsruck statt: im Inneren der Vereine, Verbände und Parteien – in den Menschen. Und wie viel Millionen wären für das Volk übrig, wenn man auch noch die 380 Milliarden, die aktuell für die Verwaltung von Arbeitslosen ausgegeben wurden, bei RTL verlosen würde  – welch´ ein köstlicher Traum läßt sich da träumen.

Und dafür sind schon ganz andere Leute über Leichen gegangen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3.Oktober: Tag der deutschen Einheit. Ein Trauerspiel.

Feiertag. 3. Oktober 2013. Eifel. Heute ist er wieder da, der "Tag der deutschen Einheit". Es werden Reden geschwungen, Lobeshymnen gesungen, Orden verliehen: das System feiert seinen größten Triumph: die Vernichtung der Bundesrepublik Deutschland. Die ostdeutsche Kanzlerin hat gerade mal wieder einen fulminanten Sieg eingefahren: 99,9% aller aufrechten Deutschen haben sie gewählt. Dem Sieg im Wege stehen nur noch ein paar kleine Überbleibsel der alten demokratischen Ordnung aus den Zeiten der Bonner Republik: die Tatsache, dass die Mehrheit der Abgeordneten im Wahlkampf Position gegen Angela Merkel bezog:, allen voran Peer Steinbrück, Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten.

Feiertag. 3. Oktober 2013. Eifel. Heute ist er wieder da, der „Tag der deutschen Einheit“. Es werden Reden geschwungen, Lobeshymnen gesungen, Orden verliehen: das System feiert seinen größten Triumph: die Vernichtung der Bundesrepublik Deutschland. Die ostdeutsche Kanzlerin hat gerade mal wieder einen fulminanten Sieg eingefahren: 99,9% aller aufrechten Deutschen haben sie gewählt. Dem Sieg im Wege stehen nur noch ein paar kleine Überbleibsel der alten demokratischen Ordnung aus den Zeiten der Bonner Republik: die Tatsache, dass die Mehrheit der Abgeordneten im Wahlkampf Position gegen Angela Merkel bezog:, allen voran Peer Steinbrück, Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten. Im Prinzip würde das heißen: Merkel ist abgewählt – doch die Medien haben diesmal alles unternommen, um das überhaupt nicht zur Sprache zu bringen (siehe Neopresse): der Verlust der Stimmenmehrheit im Parlament wurde gar nicht zu Kenntnis genommen. Merkel ist Kanzlerin und wird es auch bleiben: die Lumpenelite Deutschlands will das so, sie stört so herrlich wenig beim ganz großen Abkassieren, ja, man darf auch ihre Kosten sogar im Kanzleramt seinen Geburttag feiern – das ist wie KIndergeburtstag bei McDonalds.

Der Urnenpöbel und das Lumpenproletariat stimmen in den Siegeschor ein, denn DOITSCHLAND ist wieder wer. Deutsche Soldatenstiefel sind wieder weltweit zu vernehmen und haben durch ihren engagierten Einsatz dafür gesorgt, dass der weltweite Krieg gegen die Drogen haushoch verloren wurde (siehe Yahoo): dank unserer Streitkräfte steht der von den Taliban vernichtete Mohn wieder in voller Blüte, in Deutschland selbst herrscht wieder der alte deutsche Geist: Arbeitslosigkeit (also: die Weigerung für entwürdigenden Mickerlohn entfremdete und gesundheitsschädigende Arbeit zu leisten) ist strafbar geworden, eine eigene Behörde mit Sicherheitsdienst vor den Türen, eigenen Ermittlungs- und Inkassoabteilungen wacht darüber, geleitet von einem Oberst der Bundeswehr, der ganz gezielt die ganz Behörde in einen nach militärischen Gesichtspunken funktionierenden Apparat umbaute. 42 Millionen Datensätze sind so jenseits der Proteste von Datenschützern gesammelt worden: die Qualität der Daten, die dort gesammelt werden, ist intimer und sensibler als alles, was Volksbefragungen je anrührten.

Aber was stört uns das? Die NSA hört jeden von uns ganz gezielt ab, wir gehören zu den Spitzenfeindländern und der Umgang mit diesem Thema seitens der Regierung und der Oppositionsparteien hinterließ den Eindruck, dass man sich damit abgefunden hat, hier nur noch Verwaltungsaufgaben für den „Großen Bruder“ zu übernehmen, an den wir uns immer mehr angleichen: 15 – 19 Millionen Einwanderer leben momentan in Deutschland, jedes Jahr kommen eine Million dazu – nicht mehr lange und wir gleichen den USA aufs Detail. Vielleicht bekommen wir deshalb bald auch US-Sirenen für unsere  Streifenwagen.

Der Müll wird in Deutschland schon mal weggeräumt, Rollstuhlfahrer werden mit Polizeigewalt vor aller Augen nackt aus der Saune abgeführt (siehe Rollingplanet), ihr Anblick stört das Lumpenproletariat und den Urnenpöbel beim doitsch sein.

Was feiern wir eigentlich heute? Die feindliche Übernahme unserer Brüder und Schwestern aus der DDR? Die nächsten dutzend Generationen werden dafür bluten müssen: wir hatten überhaupt kein Geld für diese Übernahme, die geschah auf PUMP – und deshalb hat Ackermann heute freien Zugang zur Kanzlerin. Dort haben wir angefangen, Schulden in Billionenhöhe aufzuhäufen – und es werden jedes Jahr mehr. Dafür haben wir ein Verbrechen begangen: Raub in großem Umfang und die Zerstörung einer andersartigen Kultur ohne Rücksicht auf die dort in vierzig Jahren gewachsenen Strukturen. Wo sind sie denn alle geblieben, die „volkseigenen Betriebe“? Nun – dort, wo auch unsere Eisenbahnerwohnungen sind, unsere Post, unsere staatlichen Betriebe: verschebelt an Superreiche, die ihren Reichtum dadurch enorm mehren konnten … zum Wohle DOITSCHLANDS – und zum Schaden seiner Bevölkerung.

Und während der Osten seinem Besitz nachtrauert, trauern wir unserer Bonner Republik hinterher, jenem Land, das nicht perfekt war, sich aber auf einem guten Weg befand: Kant´s Traum einer Hinwendung der Welt zum Ewigen Frieden war in den Bereich des Möglichen gerückt.

Jetzt ist er ferner denn je. Die Abgeordneten wurden ruhig gestellt, ihre Diäten wurden einfach mal verdoppelt, durch Nebeneinkünfte Millionär zu werden ist möglich, UN-Konventionen gegen Korruption werden einfach nicht unterzeichnet, 5000 Lobbyisten sorgen für den parlamentarischen Gleichschritt: wir sind ganz offiziell Bananenrepublik geworden, in der jetzt auch die ersten Gerüchte über Wahlfälschung aufgetaucht sind (siehe u.a. Thomas Lachetta).

Wir brauchen aber gar keine Wahlfälschung – die SPD sorgt schon von selbst für den richtigen Kurs: sie hätten anstatt den Steinbrück die Merkel auf die Plakate kleben sollen – wer SPD gewählt hat, wird bald zu den treuen Unterstützern von Angela Merkel gehören. Die Unterstützung hat sie auch bitter nötig, denn laut Ackermann hat die Merkel von Wirtschaft überhaupt keine Ahnung (gefunden bei: Die Elefantenmacher, Lambrecht/Müller) – die kann noch nicht mal Brutto von Netto unterscheiden: die ideale Kanzlerin für die Lumpenelite, endlich mal jemand, der so eingeschränkt denkt, wie das Volk, das er regiert.

Die Chance, den politischen Kurs des Landes mit der Mehrheit der Antimerkelfraktion im Bundestag zu ändern, wird gar nicht mehr wahrgenommen: in Folge zu geringer Entsozialisierungen ist ein Resthäufchen von Ostlingen übrig geblieben und hat es mit Westhilfe in den Bundestag geschafft: die LINKE schwimmt immer noch als lästige Fliege im bundesdeutschen Einheitsbrei. Wir mögen aber den Ostling nicht, er ist und bleibt der häßliche Pickel im Gesicht der Koalition der Abräumer und wird es auch bleiben, wenn man ihn nicht in die Einheitspartei integriert – was ohne Zweifel irgendwann der Fall sein wird. Erste Porschefahrer sind dort schon gesichtet worden, feine Anzüge haben Hochkonjunktur: es wird nicht lange dauern, bis auch sie den parlamantarischen Gleichschritt übernommen haben und erkennen, dass die Herrschaft der Lumpenelite so gefestigt ist, dass man sie als alternativlos bezeichnen kann.

Möglicherweise wird man in Zukunft sehen, dass es die letzte Chance gewesen ist, Deutschland von seinem finsteren Kurs abzubringen, der nur noch durch große Lügen aufrecht erhalten werden kann: die Lüge von der nicht vorhandenen Arbeitslosigkeit, die Lüge von der enormen Wirtschaftskraft des Landes, die Lüge von dem Reichtum und dem Erfolg unserer Bürger. Gemessen an den Normalstandards der sozialen Marktwirtschaft haben wir eine Arbeitslosigkeit von über 60 %, der sozialversicherungspflichtige Vollzeitjob von dem ein Arbeiter eine vierköpfige Familie ernähren kann ist eine absolute Rarität geworden, unsere Wirtschaft lebt nur noch durch die billigen Preise, die wir dank Euro im Ausland haben und unsere realen Staatsschulden übersteigen unser Vermögen bei Weitem.

Warum das keinen stört? Nun – Brot und Spiele: das war die Botschaft des alten Rom. Man hat sie nicht vergessen. Wie haben dafür Autos, Privatfernsehen, Urlaub, Bier und Sex (an jeder Ecke, sogar bei der Werbung für Autoreifen) – und das ist alles, was das Lumpenproletariat begehrt. Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Sicherheit und Wohlstand sind ihnen egal, solange sie sich als Herrscher der Welt fühlen können, die jedes Jahr einmal im Ausland ihre Überlegenheit demonstrieren dürfen.

Das ist die schreckliche Wahrheit hinter diesem Tag, an dem die Vernichtung der alten Bundesrepublik gefeiert wird und man als Lohn einen Tag frei von der Arbeitsfron bekam: in Deutschland haben Lumpenelite und Lumpenproletariat wirklich eine Mehrheit. Letztere ist so dumm geworden, das Erstere sich hemmungslos bedienen und danach ins Ausland absetzen können, während hier der Zusammenbruch der Versorgungsstrukturen zu überraschend blutigen Zuständen führen wird, auf die sich die Schweizer Armee schon jetzt vorbereitet (siehe Tagesanzeiger)

Wie die Zeitung «Le Matin Dimanche» berichtet, kämpfte eine Panzerbrigade zwischen dem 26. und 28. August gegen die fiktive Bedrohung französischer Paramilitärs.

Das Szenario der Übung «Duplex Barbara» sah folgendermassen aus: Die anhaltende Wirtschaftskrise hat Europa an den Rand des Chaos gebracht. Frankreich ist in mehrere Kleinstaaten zerbrochen. Einer davon, das fiktive Saonia auf dem Gebiet des französischen Juras, macht die Schweiz für seine prekäre finanzielle Situation verantwortlich. Die paramilitärische «Brigade de Dijon» will mit Attentaten in der Schweiz den Schuldenerlass erzwingen.

Währenddessen präsentieren unsere Medien uns täglich „Busenblitzer“ (erst heute erfuhr ich von einer neuen Disziplin: dem „Sideboob“, dem „neuen Promi-Trend auf dem roten Teppich“ – siehe Yahoo), überschütten uns mit Trivialitäten aus dem Bereich „Leibesertüchtigung“ (ein gewisser Herr Boateng soll laut Angaben des Spiegel aktuell etwas „unglücklich“ sein – leider finde ich die Worte nur auf der Titelseite und will den Artikel auch wirklich nicht groß suchen) oder drehen sich in großem Maße um sich selbst: wer hat wann was gesendet und was meinen die anderen dazu – als ob das wirklich interessieren würde. Man nimmt erstaunt zur Kenntnis, dass sich das ganze Land in der Pubertät zu befinden scheint – und dort auch nicht mehr herauskommt.

Was sicher ist: das „System“ – jene über Jahrzehnte gewachsene und gezielt geförderte Allianz der Besserverdiener in Politik und Wirtschaft – plündert das Volksvermögen weiter im großen Stil aus … übrigens auch beim „Großen Bruder“ jenseits des Teiches.

Deutschland hat den durch die SPD vor zehn Jahren begonnen Rechtsruck weiter fortgesetzt: CDU, FDP und AfD hätten eine stabile Mehrheit über 50% der Wählerstimmen, kommt die SPD dazu (die immer gerne Steigbügelhalterin von Merkel war, weil sie weiß, wer hinter dieser grandiosen Schauspielerin steht), gibt es keine reale Opposition mehr in diesem Land: Verhältnisse wie in der DDR sind an der Tagesordnung.

Was das praktisch bedeutet?

Ersatzlose Streichung von Hartz IV binnen fünf Jahren, Einstellung der Zahlung der gesetzlichen Rentenversicherung, Krankenbehandlung nur noch gegen Cash – bis die Blase platzt: Deutschland hat viel zu wenig Kinder, um die nächsten Jahre überstehen zu können. Das kann man mit noch so viel Propaganda nicht vom Tisch reden – diese Land liegt im Sterben, es wird zum Siedlungsgebiet für Völker, die weniger verdummt sind: die Natur mag kein Vakuum.

Die Lumpenelite weiß dies und rafft ohne Ende Geld zusammen, dass sie in die Schweiz oder in andere Steuerparadiese schafft. Sie bereiten sich auf eine ganz andere Zukunft vor, die der verblödete Stumpfgermane in seinem Rosa-Gartenparadies gar nicht begreifen will, siehe Focus:

Eine Arche Noah für Saatgut im arktischen Permafrost Norwegens soll verhindern, dass Pflanzen aussterben. Nach einem Atomkrieg helfe das Projekt jedoch nicht, sagt der Genetiker Andreas Graner.

An einen Atomkrieg denkt auch keiner. Die Dezimierung des Urnenpöbels, des Lumpenproletariats, des „Restmenschen“ durch die Lumpenelite kann ganz umweltschonend und kostengünstig durch Hunger und Krankheiten erledigt werden. Sicher, die paramilitärischen Banden werden auch der Natur Schaden zufügen, aber dafür hat die Lumpenelite schon mal vorgesorgt: nach dem großen Aufräumen wird alles neu gepflanzt.

Und nun … sind sie ganz sicher, dass Sie diesen Tag noch feiern wollen?

In Wahrheit sitzen Sie im Kolosseum und erfreuen sich ein letztes Mal an dem wunderbaren Schauspiel, wie Raubtiere aus fremden Ländern junge Christen zerreißen, während die Goten die Stadttore aufbrechen um dem wundersamen Treiben ein endgültiges Ende zu bereiten. Griechenland, Italien, Spanien, Portugal und Irland sind näher an diesen Toren dran, dort kann man heute schon zu Zustände studieren, die auch für uns bald Alltag sein werden.

 

Bundestagswahl 2013: Neuwahlen nach dem Sieg des Wählers über „das System“. Oder Gysi als Kanzler.

Bundestagswahl 2013: Neuwahlen nach dem Sieg des Wählers über "das System". Oder Gysi als Kanzler.

Dienstag, 24.9.2013. Eifel. Es ist etwas faul in der Bundesrepublik Deutschland. Sorgfältig wird das eigentliche Funktionieren des politischen Geschäftes verdeckt. Die treibenden Kräfte, Motive und Absprachen und damit die Hintergründe und ursächlichen Zusammenhänge der Politik bleiben den Bürgern verborgen. 

Umso schockierender wirkt es, wenn durch Zufall doch einmal die Nebelwand aufreißt und dem Bürger den Blick freigibt auf einzelne Teile des Netzwerkes von Macht und Interesse. 

So Hans Herbert von Arnim im Vorwort seines  Buch „Das System“, Droemersche Verlagsanstalt 2001.

Wir erleben gerade live einen solchen Zufall, alle, die lesen können, können ihn jetzt studieren. 12 Jahre sind ins Land gegangen, seitdem Hans Herbert von Arnim sein Werk „Das System“ geschrieben hat – und seitdem ist nichts gegen das „System“ unternommen worden. Es wirkt weiter, wird täglich teurer, frisst sich durch die Geldbörsen des „Urnenpöbels“, der „nur noch ein Bankkonto ist, von dem man abbuchen kann“ (nach Lisa Fitz).

Es scheint wie ein großes Wunder, dass das Werk von Arnims nicht zu einem großen Kurswechsel in der Politik geführt hat. Dringend wäre eine wirksame geistig-moralische Wende notwendig, um den Staat und das Gemeinwohl aus den Klauen skrupelloser, krimineller Selbstbereicherer zu entreißen – doch stattdessen hat sich das System seitdem perfektioniert. Es wählt von sich aus sein effektivstes Personal (seine Gallionsfigur) nach professionellen Gesichtspunkten (ostdeutsch, weiblich, mütterlicher Typ), am Besten eine Person, die so konturlos ist, dass sie keinerlei Widerstand wecken kann.

Zudem ist seit 2001 der Zugriff auf die Medien stärker geworden: das System kann sich sicher sein, eine gewisse Dominanz bei der Gestaltung von politischer Wirklichkeit zu besitzen. So sind einfache Formeln in den Urnenpöbel zu drücken: „Deutschland geht es gut dank Merkel“.

Deutschland geht es nicht gut. Noch nie hatten wir so wenig Kinder, noch nie war die Verschuldung zu groß, noch nie die Chance, durch ehrliche Arbeit an Geld zu kommen, so gering. Aber das System schreibt seine Wahrheiten selbst – das wusste auch von Arnim. Ein Beispiel dafür finden wir im Bildblog. Es geht um eine Riesenlügengeschichte, die die FAZ in die Welt gesetzt hatte: angeblich verdienen Niedriglohnempfänger weniger als Hartz IV. Die Geschichte war natürlich eine Lüge, jeder Hauptschüler hätte dies erkennen können – doch das hinderte andere Medien nicht daran, die Lüge zu verbreiten: Spiegel, Bild, Welt, Münchener Merkur, Hamburger Abendblatt: alle schlossen sich dem verlogenden Feldzug gegen die „faulen Hartzer“ an und pflegten so ein Feindbild, dass der Politik gerade gefiel.

Hartz IV war – so gesehen – der entscheidende Schlag des Systems gegen seine Kritiker. Die Kritik des Hans Herbert von Arnim hätte sonst übel enden können, immerhin war durch die Affäre Kohl soviel Dreck an die Oberfläche gespült worden, dass man ohne zu zögern die ganze Regierung hätte einsperren können und wahrscheinlich keinen Unschuldigen getroffen hätte.

Die Affäre Kohl ist heutzutage kaum noch einem bekannt, einer der Protagonisten hat heute ein hohes Ministeramt inne – noch immer ist ungeklärt, wo die 100 000 Euro Bargeld geblieben sind, die der Lobbyist Karl Heinz Schreiber Wolfgang Schäuble hat zukommen lassen.

Wer das System kennt, der weiß, dass es dort keine politischen Gegner gibt – im Kampf gegen das Volk sind sie alle Verbündete. Immerhin geht es um viel Geld und die Vertuschung einiger häßlicher Wahrheiten:

Wenn repräsentative Demokratie Regierung durch das Volk und für das Volk bedeutet (Abraham Lincoln), stellt man rasch fest, dass es in der Praxis des vermeintlich freiheitlichsten Gemeinwesens, das je auf deutschem Boden bestand, um diese Grundsätze nicht gut bestellt ist. Staat und Politik sind insgesamt in einem Zustand, von dem nur noch Berufsoptimisten und Heuchler behaupten können, er sei aus dem Willen der Bürger hervorgegangen

(von Arnim, a.a.O., Seite 19).

Die Bürger jedoch haben jetzt andere Probleme, als sich um Demokratie und Politik zu kümmern: dank Hartz IV hat jeder Chef in Deutschland eine enorme Macht über jeden Angestellten erhalten  – und die Macht der Gewerkschaften hat sich im entsprechenden Ausmaß reduziert. Jede unbezahlte Überstunde, jeder gekürzte Urlaub, jede geforderte illegale Handlung, jedes eingeschränkte oder fortgenommene Grundrecht im Arbeitsprozess wird stillschweigend hingenommen, weil die Drohung „Hartz IV“ über jedem Deutschen schwebt – und gnade ihm Gott, wenn er auch nur den Anschein erweckt, er hätte nicht wirklich alles gegeben, seinen Arbeitsplatz zu behalten: staatliche Gewalt schneidet ihn ganz schnell von allen lebensnotwendigen Versorgungslinien ab – ein Tod für jede Armee …. und erst recht für einsame Bürger.

So wird die Kritik am System zum Hobby einzelner Bürger, die es sich leisten können – andere dürften nicht im Traum daran denken, solche Worte zu äußern: der Arbeitgeber könnte mit Unmut reagieren, die Arbeitslosenverwalter die Meinungsäußerung als Arbeitsverweigerung deuten.

Natürlich wirkt dieses Druckmittel auch auf Journalisten, deren Hauptaufgabe es geworden ist, die Gallionsfigur des Systems schön zu schreiben: Kritik an Angela Merkel kann mittelbar schnell zum Vorstellungsgespräch beim örtlichen Jobcenter führen, die den Konflikt mit dem Arbeitgeber als Arbeitsverweigerung deuten können: die wird in Deutschland inzwischen mit dem Entzug des Lebensberechtigungsscheins bestraft. Hand in Hand mit einer verschärften Strafrechtslage bei „Mundraub“ können so Delinquenten in erhebliche Nöte gebracht werden – was jedem deutschen Arbeitnehmer bewusst ist.

Selbstverständlich kann man unter diesen Umständen erwarten, dass die zu Systemschreibern und inoffiziellen Pressesprechern degenerierten Schreiber kräftig an der gewünschten Wirklichkeitsdefinition mitarbeiten (und so auch die Hoffnung haben können, selbst mal Pressesprecher zu werden), weshalb am gestrigen Tag alle über den Sieg der Angela Merkel jubelten – nur uns war aufgefallen, dass sie eigentlich ja gar keine Mehrheit hat. Später schloss sich Jakob Augstein dieser Sicht der Dinge an (siehe Spiegel):

Am Wahlabend sonnte sich die Kanzlerin in ihrem Glanz: „Das haben wir toll gemacht!“, rief Angela Merkel lächelnd. Aber stimmt das? Absolut Angela? Merkel Superstar? Wäre Merkel Königin oder Präsidentin, sie könnte sich als Wahlsiegerin feiern. Aber so monarchisch ist die deutsche Kanzler-Demokratie dann doch nicht. Als Kanzlerin hat Merkel die Wahl verloren. Ihre Regierung ist abgewählt. Eine eigene Mehrheit hat sie nicht. Die Opposition hat gewonnen.

Nun – Herr Augstein ist Mitinhaber des Spiegel: er kann sich solche Worte leisten. Andere machen ihren Job – und zwar querbeet. Überall wird Königin Angela in den Himmel gelobt – dabei ist ihr Wahlergebnis eines der schlechtesten, das die CDU je in ihrer Geschichte eingefahren hat: die war nämlich schon mal auf über 50% (siehe BpB). 42 % sind von diesen Adenauerergebnissen weit entfernt – wenn man Mathe kann und keine Angst vor dem Jobcenter haben muss.

Die Zeit läßt deshalb auch keinen Journalisten über alternative Optionen schreiben, sondern den Schüler und Hospitanten Christoph Pramstaller:

42,7 zu 41,5 Prozent steht es für Rot-Rot-Grün gegenüber der Union. Da ist es an der Zeit, persönliche Eitelkeiten und programmatische Differenzen beiseitezulegen. Rot-Rot-Grün vereint viel mehr als sie trennt. 

Die Merkel-forever Positionen werden dann vom stellvertretenden Chefredakteur und einem Politikredakteur übernommen: das System gibt die Wirklichkeiten vor, innerhalb derer man sich bewegen darf.

Dabei wird langsam klar: Merkel ist fort.

Man hatte nicht mit einer derart hohen Wahlbeteiligung gerechnet: so flog die FDP heraus und die AfD kam nicht hinein. Die Gegner der demokratischen Meinungsbildung (von Ken Jebsen bis zu den deutschnationalen Reichsfreunden) haben mit ihren Appellen versagt: Gott sein Dank.

Das Wetter war gut, die Laune auch – also machte der Urnenpöbel von dem allerletzten Recht Gebrauch, das ihm zur Einflussnahme auf die Macht blieb: er verhielt sich so, wie sich Sieger verhalten und nutzte selbst die geringsten aller Chancen – und zwar erfolgreich.

Zwar gäbe es eine stabile „bürgerliche“ Mehrheit (nimmt man AfD und FDP mit ihren 9,5% zu dem Ergebnis der CDU dazu), aber nicht im Parlament.

Hier hat die 5-%-Hürde (und die bloße Anzahl der Wähler) das Schlimmste verhindert – sonst hätten wir jetzt eine Partei im Bundestag, deren Mitglieder schon mal den börslichen Handel mit eigenen Organen als Alternative zur Sozialhilfe im Auge hatten (siehe Nachrichtenspiegel).

Die Verhinderung eines Nichtwählersturms hat jetzt das System ins Wanken gebracht – auch wenn alle dagegen anschreiben: Merkel hat keine Mehrheit mehr. Basta.

Sie hat auch keine Partner mehr: die Grünen werden den Teufel tun und der FDP in den Abgrund folgen – eine natürliche Reaktion der Wähler bei der Wahl 2017, sollte die Partei ihre Prinzipien verraten. Natürlich fordert das System – und seiner bezahlten Schreiber – die Fortsetzung des Systems, dessen Gravitationsmittelpunkt Angela Merkel ist. Immerhin hatte man zur Sicherung der Position Merkels schon mal Roland Koch auf den Posten des Chefs eines Megakonzerns geschoben – wofür er die gleiche Qualifikation hat wie ich: gar keine. Aber das System macht so etwas möglich – auch SPD-Politiker sind in den Genuss wunderbar gut bezahlter Pöstchen bekommen, die man durch bloße Arbeit oder hohe Qualifikation nie erreicht hätte. Da Gallionsfigur soll keine Konkurrenz haben – wie es sich für Königinnen gehört.

Die SPD hat erst recht keine Lust, sich auf den Kurs zur 10-%-Partei zu machen – obwohl dass immer noch mehr ist, als sie verdient haben. Wie aktuell zu hören ist, will Horst Seehofer auch nicht mit den Grünen sprechen (siehe Spiegel), womit alle Spekulationen über eine Kanzlerschaft von Angela Merkel hinfällig sind.

Das System hat sich selbst Schachmatt gesetzt, weil es die drittstärkste Kraft im Parlament noch nicht in sich integriert hat. Das System? Nein, der Wähler war es. Er hat das System ausgehebelt – eine Armee von kleinen Ameisen, die durch viele kleine Kreuze Verhältnisse geschaffen haben, die man ehedem anders genannt hätte: „Deutschland ist unregierbar!“ – so hätten die Schlagzeilen früher gelautet, als der Zugriff des Systems auf die Presse noch nicht so ausgeprägt war.

Man hatte einfach nicht mit einer solch hohen Wahlbeteiligung gerechnet – die Prognosen sahen ja auch anders aus. Wären weniger zur Wahl gegangen – die FDP wäre noch drin. AfD auch. So jedoch … wurde wieder mal bewiesen, dass wählen gehen doch etwas nützt.

Was nun kommen wird?

Neuwahlen – bis die FDP wieder drin ist. Es wird eben so lange gewählt, bis es passt. Dann passen auch endlich die Schlagzeilen zur politischen Wirklichkeit – wie die des Spiegel heute:

Euphorie? Nicht doch. Angela Merkel gibt sich nach dem Wahlsieg entspannt, aber nicht übermütig. Die möglichen Koalitionspartner will sie nicht durch inhaltliche Vorgaben abschrecken. Die neue Macht der Kanzlerin bekommen die anderen noch früh genug zu spüren.

Wäre das System nicht das System, würde nächste Woche Gregor Gysi als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Der Stinkefingersozi hat abgesagt (und wäre aufgrund dessen schon unwählbar) und die Grünen lösen sich gerade auf. Grund genug zu sagen: ok, wir machen was draus: wählen wir den Gysi. Kommt auch aus dem Osten, hat sogar schon mal gearbeitet – und ein wenig soziale Kosmetik würde dem Land gerade ganz gut tun … was ja auch die CDU meint.

Man sollte der Opposition mal sagen: „Wenn Dein starker Arm es will, stehen alle Räder still“ – und Merkel kann ihre „Macht“ dann auf der Oppositionsbank entfalten.

Wir haben aber „das System“.  Es funktioniert momentan nur mit Merkel. Alle verdienen sich auf Kosten des Urnenpöbels eine goldene Nase: dass will man nicht in Gefahr bringen.

Denn Rot-Grün ist nach der dritten Niederlage hintereinander auf Bundesebene keine Perspektive mehr, für Rot-Rot-Grün ist die Zeit noch nicht reif. 

So lesen wir in der Zeit (s.o.). Die Zeit für rot-rot-grün ist nach Ansicht der Systemschreiber erst dann gekommen, wenn auch die Linke als neuer Emporkömmling so ins System gebunden wurde wie seinerzeit die Grünen. Aktuell stellen sie noch eine Gefahr für das System da: sie beziehen keine Großspenden aus der Industrie.

Ein Grund, dass sie den Kanzler stellen sollten – und sie das System auf den Kopf stellen dürfen.

Vielleicht erfahren wir dann endlich, wo die Schreiberspende an Schäuble geblieben ist … und wer wirklich die unbekannte Geldquelle des Helmut Kohl war.

Und wenn das System mit Neuwahlen reagiert: prima. Ich wähle täglich gern – und würde mir wünschen, dass wir wieder eine Wahlbeteiligung von 90% bekommen – wie damals, als man noch einen Willy Brandt wählen konnte.

 

 

 

Alternativen zur Wahl 2013

Dienstag, 16.4.2013, Eifel. Heute lese ich, das ich Menschen entsetze: ich habe keine gute Meinung über Ralph Boes. So etwas gruselt mich immer, diese unkritische Heiligenverehrung, dabei brauchen wir das. Nun - nein, nicht die Verehrung, aber so etwas wie Heilige. Nicht in dem Ausmaß, wie die Kirche sie definiert, sondern nur in dem Ausmaß, wie es nötig ist, ein öffentliches Amt (Bundeskanzlerin, Innenminister, Jobcentermitarbeiter, Feuerwehrmann - um nur ein paar Beispiele zu nennen) zu bekleiden. Und wisst ihr was: bei Feuerwehrleuten klappt das schon zu fast hundert Prozent. Kommt ganz selten vor, das die Löschwasser rationieren, um die Bewohner eines brennenden Hauses zu einer Verhaltensänderung zu bewegen. Kommt auch ganz selten vor, das die im Ernstfall Löschwasser an der Börse kaufen müssen, weil sie das alte Wasser unter der Hand an eine Nachbargemeinde verkauft haben oder das sie gar nicht ausrücken können, weil sie die Löschfahrzeuge an den örtlichen Karnevalsverein vermietet haben.  Bei Bundeskanzlern, Innenministern, Jobcentermitarbeitern klappt das alles nicht so richtig, wobei letztere noch vergleichsweise gut dastehen - bis jetzt.  Nun werden jetzt einige sagen: es kommt ja jetzt Wahl - da können wir jetzt richtig was ändern.

Dienstag, 16.4.2013, Eifel. Heute lese ich, das ich Menschen entsetze: ich habe keine gute Meinung über Ralph Boes. So etwas gruselt mich immer, diese unkritische Heiligenverehrung, dabei brauchen wir das. Nun – nein, nicht die Verehrung, aber so etwas wie Heilige. Nicht in dem Ausmaß, wie die Kirche sie definiert, sondern nur in dem Ausmaß, wie es nötig ist, ein öffentliches Amt (Bundeskanzlerin, Innenminister, Jobcentermitarbeiter, Feuerwehrmann – um nur ein paar Beispiele zu nennen) zu bekleiden. Und wisst ihr was: bei Feuerwehrleuten klappt das schon zu fast hundert Prozent. Kommt ganz selten vor, das die Löschwasser rationieren, um die Bewohner eines brennenden Hauses zu einer Verhaltensänderung zu bewegen. Kommt auch ganz selten vor, das die im Ernstfall Löschwasser an der Börse kaufen müssen, weil sie das alte Wasser unter der Hand an eine Nachbargemeinde verkauft haben oder das sie gar nicht ausrücken können, weil sie die Löschfahrzeuge an den örtlichen Karnevalsverein vermietet haben.  Bei Bundeskanzlern, Innenministern, Jobcentermitarbeitern klappt das alles nicht so richtig, wobei letztere noch vergleichsweise gut dastehen – bis jetzt.  Nun werden jetzt einige sagen: es kommt ja jetzt Wahl – da können wir jetzt richtig was ändern.

Nun gut. Schauen wir uns das Angebot an.

Wir können CDU wählen – oder CSU, wenn wir jenseits des Weißwurstäquators wohnen.

Das bedeutet: Kürzungen im Sozialbereich, Rente mit 69, Einsatz der Bundeswehr im Ausland, Wohlstandsverlust für fleißige Menschen, Deregulation im Finanzsektor inklusive enormer Hilfszahlungen an „notleidende Banken“.

Wem das nicht gefällt (und das sind nicht sehr viele) der kann SPD wählen.

Das bedeutet: Kürzungen im Sozialbereich, Rente mit 69, Einsatz der Bundeswehr im Ausland, Wohlstandsverlust für fleißige Menschen, Deregulation im Finanzsektor inklusive enormer Hilfszahlungen an „notleidende Banken“ und höhere Kanzlergehälter. 

Alternativ dazu sind seit einigen Jahren die Grünen im Angebot – auch die kann man wählen.

Was man dann erwarten kann?

Kürzungen im Sozialbereich, Rente mit 69, Einsatz der Bundeswehr im Ausland, Wohlstandsverlust für fleißige Menschen, Deregulation im Finanzsektor inklusive enormer Hilfszahlungen an „notleidende Banken“ und höhere Kanzlergehälter samt Dosenpfand.

So etwas erleichtert die Wahl sehr. Wer immer noch nicht zufrieden ist, kann die Linken wählen:

Kürzungen im Sozialbereich, Rente mit 69, Einsatz der Bundeswehr im Ausland, Wohlstandsverlust für fleißige Menschen, Deregulation im Finanzsektor inklusive enormer Hilfszahlungen an „notleidende Banken“. Die wollen das zwar alles nicht, haben aber in Berlin gezeigt, das sie alles mitmachen, was der Seniorpartner beginnt. Da sterben aktuell schon Menschen bei Zwangsräumungen.

Natürlich … kann man auch die neuen wählen, die Piratenpartei. Da deren Abgeordneten ganz frei überall mitstimmen, weiß man, was man erwarten kann:

Kürzungen im Sozialbereich, Rente mit 69, Einsatz der Bundeswehr im Ausland, Wohlstandsverlust für fleißige Menschen, Deregulation im Finanzsektor inklusive enormer Hilfszahlungen an „notleidende Banken“ und Bürgerkrieg gegen den eigenen Geschäftsführer.

Wir wollen aber nicht die FDP vergessen, die nach aktuellen Umfragen wieder in das Parlament einziehen wird:

Kürzungen im Sozialbereich, Rente mit 69, Einsatz der Bundeswehr im Ausland, Wohlstandsverlust für fleißige Menschen, Deregulation im Finanzsektor inklusive enormer Hilfszahlungen an „notleidende Banken“ und niedrige Steuern für Superreiche. 

Manch´ einem wird hier auffallen, das es Ähnlichkeiten bei den praktischen Parteiprogrammen  aber nicht bei den Wahllügen (Wahlversprechen) gibt. Das deutet darauf hin, das die Souveränität des Wählers nur noch eingeschränkt gültig ist.  Es deutet auch darauf hin, das die Macht der Parteien nur noch sehr gering ist. Das ist uns auch bekannt. Politiker erwähnen das sehr oft: es sind „die Märkte“, die das Land regieren, eine Aussage, die so dämlich ist, wie die Aussagen, dass wir Krieg haben, weil die Waffen das so wollen.

Zur Erinnerung: Waffen sind im Prinzip recht harmlos, wenn kein Mensch sie benutzt. Manche von ihnen liegen schon seit Jahrtausenden im Erdreich und schaden niemandem. Mit Märkten ist es genauso: in Afrika gibt es tausende von Märkten, die allen viel Nutzen bringen – sie sind eine Folge der arbeitsteiligen Gesellschaft.  Die sollen Wohlstand bringen – und das gelingt ihnen in Friedenszeiten auch oft. Unsere Märkte jedoch … sind da anders, obwohl man sie auch so nennt und damit meine ich nicht unsere harmlosen Wochenmärkte, die wir alle kennen, sondern die anderen Konstrukte, die man der deutschen Wirtschaft übergestülpt hat.

Es sind im Prinzip die alten Sklavenmärkte, wo man menschliche Arbeitskraft fast umsonst bekommt, um dann einen größtmöglichen Ertrag mit zu erwirtschaften: jeder Depp kann so reich werden – als Herr, nicht als Sklave.

Wir merken – wir nähern uns langsam dem Problem. Natürlich – über dieses Problem wird in diesem Land selten geredet. Wir bleiben bei der Floskel „die Märkte“ stehen und machen uns noch nicht mal Gedanken über ihre seltsamen Wünsche, die niemand von uns haben will:

Kürzungen im Sozialbereich, Rente mit 69, Einsatz der Bundeswehr im Ausland, Wohlstandsverlust für fleißige Menschen, Deregulation im Finanzsektor inklusive enormer Hilfszahlungen an „notleidende Banken“.

„Die Märkte“ sind nur eine handvoll Personen, die als Anlegerprofis enorme Geldmengen bewegen – und das seit einigen Jahren unter dem direkten und öffentlichem Kommando der „Ratingagenturen“, von denen es auch nicht viele gibt.

Unsere Märkte befinden sich nicht mehr im Dorf, sondern sie belagern es von außerhalb, wollen das gleiche, was jede Räuberbande will: alles von Wert, was sich im Besitz der Menschen befindet. Räuberbanden?

Ja. Wird ganz offen für geworben. Vor aller Augen, mit einer präzisen Stellenbeschreibung, aktuell in der Printausgabe des Spiegel:

See­len­kund­ler glau­ben, dass vie­le er­folg­rei­che Ma­na­ger, Po­li­ti­ker und Geist­li­che We­sens­zü­ge von Psy­cho­pa­then auf­wei­sen. Ein bri­ti­scher Psy­cho­lo­ge emp­fiehlt, von der Furcht- und Skru­pel­lo­sig­keit der Ge­stör­ten zu ler­nen.

Unsere Leistungsträger sind allesamt Psychopathen – anders als der oben erwähnte Feuerwehrmann. Und wenn Psychopathen Märkte steuern, dann haben wir den gleichen Effekt, wie wenn wir Psychopathen Waffen in die Hand geben (was kein geistig gesunder Mensch je machen würde).

So einfach kann Politik sein.

So einfach kann aber auch die Lösung sein. Wir müssen die Psychopathen aus Wirtschaft, Politik und Kirche entfernen und durch Feuerwehrleute ersetzen, anstatt von der Furcht- und Skrupellosigkeit der Gestörten zu lernen.

Ich empfehle aber auch immer gern, einmal weiterzudenken. Was geschieht, wenn wir die Psychopathen nicht entfernen.

Nun – Menschen mit christlichem Wertesystem haben hier eine einfachere Orientierung: es ist die Herrschaft der antichristlichen Werte. Christen sind da sehr beruhigt, weil diese Herrschaft nur 1000 Jahre dauert und dann ihr Heiland wiederkommt.

Demokraten wie der leider viel zu früh verstorbene Herrmann Scheer sind da nicht so glücklich:

„Wenn wir so weiter machen, dann kommen neue Selektionsmechanismen zwischen Staaten, zwischen Rassen, zwischen Religionen, zwischen berechtigten Menschen und unberechtigten, zwischen wertvollen und nicht wertvollen Menschen, dann wird der monetäre Wert des Menschen irgendwann in den Vordergrund geschoben und dann beginnt ein neues Zeitalter der Barbarei. Das ist unausweichlich.“

Wir befinden uns gerade direkt auf dem Weg in dieses Psychopathenparadies, selektieren zwischen guten Wohlstandsbürgern und bösen Moslems, guten Atheisten und bösen Christen, guten Leistungsträgern und bösen Sozialschmarotzern, guten Nordeuropäern und bösen Südeuropäern (die aktuell noch böser werden, weil die sich von den viel ärmeren Deutschen haben retten lassen) und …. ganz unmerklich, aber ziemlich aktuell … zwischen sozialromantischen Demokraten und marktkonformen Psychopathen.

Man kann es auch einfach sagen: zwischen Menschen und Unmenschen.

Unmenschen gewinnen gerade.

Wir brauchen also weniger eine neue Partei, als eine Bewegung normaler Menschen (einfach mal bei der örtlichen Feuerwache nachfragen – deren Mitglieder verhalten sich im Moment noch ziemlich normal-menschlich und lösungsorientiert), die die Psychopathen aus den Ämtern herausdrängen. Immerhin: wozu lesen wir denn Bücher wie Frank Schirrmachers „Ego“, wenn wir daraus keine Lösungsansätze entwickeln wollen. Auf keinen Fall brauchen wir Menschen mit großem Ego, die uns erlösen wollen – das haben schon viele versprochen.

Wir brauchen bescheidene, fleissige, ehrliche Menschen mit einem gesunden Sozialverhalten … und schon ist die Parteizugehörigkeit ziemlich egal.

Diesen Anspruch habe ich an Menschen, die sich in der Politik bewegen … und diesen Anspruch habe ich auch an Herrn Boes (der sich schon mal Mühe gab, ins Berliner Parlament zu kommen) – und die aktuelle Geschichte mit dem Sanktionshungern ist (mal abgesehen von den anderen Merkwürdigkeiten, die zusätzlich verwirren) eine Lüge: mit dem doppelten Bezügen eines Jugendlichen plus Lebensmittelgutscheinen ausgestattet muss keiner hungern. Ich weiß auch nicht, wie man damit vors Verfassungsgericht kommen will … das ist das typische Politikerverhalten, das uns aktuell die großen Alternativen präsentiert:

Kürzungen im Sozialbereich, Rente mit 69, Einsatz der Bundeswehr im Ausland, Wohlstandsverlust für fleissige Menschen, Deregulation im Finanzsektor inklusive enormer Hilfszahlungen an „notleidende Banken“.

Währenddessen aber schreitet die Barbarei täglich weiter voran – und jeder, der sieht, was den reichen Griechen, Italienern und Spaniern widerfährt, für die die armen Deutschen jetzt bürgen, kann sich vorstellen, wie es demnächst hier aussehen wird, wenn wir den Kurs in die Barbarei nicht ändern.

Menschen ernähren sich aus Abfalltonnen, verzweifelte Bürger verbrennen sich auf offener Straße, Kleinkinder werden im Rinnstein entsorgt und alte vergammeln vergessen in ihren Betten.

Oh … einiges davon haben wir ja schon.

Und wisst ihr, was ich gerne als wählbare Alternative hätte?

Wohlstand für alle!

Frieden für alle!

Gerechtigkeit für alle!

Welche Partei muss ich dafür wählen?

Die Partei, die den Menschen mehr wertschätzt als die Märkte und konsequent ihr Personal aus den Reihen der deutschen Feuerwehren rekrutiert – oder?

PS: die Verstaatlichung von Banken, tät´ mir auch gefallen. Auch unsere Unternehmer brauchen seriöse Finanzpartner und keine windigen Spekulanten … und das sollten wir lieber selbst in die Hand nehmen als es den Psychopathen zu überlassen. Und das Volk braucht Planungssicherheit – deshalb sollten wir auch über die Verstaatlichung sämtlicher Versicherungen, der Post und Telekommunikation nachdenken. Die Bundesagentur für Arbeit aber … die kann weg. Haben wir erstmal wieder staatliche soziale Sicherheitssyteme (anstelle von Druckstellen), kann der echte Markt seinen Wettbewerb wieder voll entfalten und Arbeit bekommt wieder einen realen Wert, der über einem Euro die Stunde liegt.

 

 

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