Libyen

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Eilmeldung: Wirtschaft auf Kriegskurs – wie 1933

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Mittwoch, 26.8.2015. Eifel. Ja, ich weiß: eine knackige Überschrift gehört dazu. So eine wie die hier. Und glauben Sie mir: diese wird Sie nicht enttäuschen, sondern Sie mit Informationen versorgen, die Sie hoffentlich sehr nachdenklich machen werden, so wie sie mich nachdenklich gemacht haben. Wie immer gehört dazu eine etwas längere Vorrede, da es – um den Wahrheitsgehalt der Überschrift zu beweisen – notwendig ist, den Rahmen gewisser Informationen etwas zu verrücken, bzw. einer Reihe von öffentlichen Informationen einen anderen Rahmen zu geben. Die Informationen entnehme ich – wie üblich – hauptsächlich den „Qualitätsmedien“ – die ich selbst gerne mal „Oberschichtsmedien“ nenne, weil sie in erster Linie die Meinung der Geldgeber vertreten und erst im Nachgang der Wahrheit verpflichtet sind. Holen wir also erstmal ein wenig aus – mit der „Titanic“.

Ich hoffe, Sie kennen die „Titanic“? Nein, nicht die brilliante Satirezeitung, sondern das Schiff. Unsinkbares Produkt einer unbesiegbaren, perfekten Wirtschaft und unüberwindbaren, allmächtigen Technologie, die auch heute noch unser Denken, unseren Alltag und unsere Werte bestimmen. Ist gesunken – was viel über die Versprechen unserer „Leistungselite“ aussagt. Nun – vielleicht haben Sie ja auch den Film gesehen, das reicht völlig, denn dort lernen Sie den den wichtigen Leitspruch der Seefahrt in Krisenzeiten kennen: „Frauen und Kinder zuerst!“. Jedenfalls – zuerst in die Rettungsboote, weil das Überleben von Frauen und Kindern der Menschheit schon immer am Wichtigsten war: sie bedeuten Zukunft, sie stehen für das Überleben der Kultur, der Gesellschaft, der ganzen Menschheit.

Frauen und Kinder galten schon immer als besonders schützenswert – umso mehr verdutzt es, dass die aktuelle Flüchtlingswelle hauptsächlich aus Männern besteht – bis zu 77 %, berichtet die Süddeutsche Zeitung (siehe Süddeutsche), die auch gleich viele vernünftige, wirtschaftliche Gründe nennt, warum die kräftigen, jungen Männer auf die gefahrvolle Reise geschickt werden: sie haben die höchste Überlebenschance. Das galt übrigens auch zu Zeiten der „Titanic“ – auch hier hätte man die jungen Männer als kräftige Ruderer gut in den Rettungsbooten gebrauchen können, doch galten hier noch andere Grundsätze.

Brutal äußerst sich hierzu das Lifestylemagazin „Vice“ (siehe Vice): Alte, Frauen und Kinder überleben den gefährlichen Fluchtweg wohl nicht. Für Christen sieht es auch schlecht aus, die werden von ihren muslimischen Kameraden gerne mal brutal entsorgt, damit das Boot leichter wird (siehe Zeit). Ich weiß: darüber dürfen wir nicht so reden, weil die Angelegenheit für den deutschen Wohlstandsbürger sonst zu kompliziert wird und ihn in seinem Wohlfühlen stört – aber Fakt ist: da kommen nicht nur Engel ´rüber – und einige kommen sogar auf Befehl des bestialisch auftretenden „Islamischen Staates“ (wir berichteten).

Es liegt mir auch fern, nun Wasser auf die Mühlen von altrechten Junggermanen zu schütten – mir geht es vor allem um die Frauen und Kinder. Es ist gar keine Frage, dass wir Flüchtlinge aus dem Irak, aus Syrien, aus Libyen und Afghanistan aufnehmen, immerhin war es „der Westen“ – zu dem wir uns stolz und mit Überzeugung bekennen – der ihre Staaten in den Boden gebombt hat. Gesetz und Menschlichkeit gebieten diese Aufnahme – ich bin allerdings verblüfft, dass in diesem Zusammenhang noch nie das Wort „Sozialromantik“ von entsprechender Seite gefallen ist, jenes Wort, dass oft fällt, wenn es darum geht Not in Deutschland und Europa selbst zu lindern. Wir – als „der Westen“ – haben die direkte Verantwortung für die Taten und Toten in jenen Ländern, wir haben auch die direkte Verantwortung für die Zusammenrottung jener dort grassierenden kriminellen Banden, die in funktionierenden Staaten nie hätten gebildet werden können. Ich nenne diese Banden auch nicht „islamistisch“, weil ich nicht erkennen kann, in wie fern sie das Recht haben, sich auf diese Religion zu berufen – ich kann nur erkennen, dass sie ihre Symbole für ihre brutalen Raubzüge missbrauchen.

Ich frage mich auch gelegentlich, warum es in Deutschland unter den vielen Helfern nicht langsam eine Front gibt, die das tut, was wirklich notwendig ist: die „Traumschiffe“ von gelangweilten Wohlstandsbürgern befreien und vor den Küsten Libyens, Syriens und des Irak als schwimmende Aslybüros zu verankern, um die Zahl der ertrunkenen Flüchtlinge im Mittelmeer drastisch zu reduzieren – und vor allem Frauen und Kindern eine Chance zu geben, die vom „Westen“ verheerten Gebiete verlassen zu können anstatt dort zwischen Bomben und Granaten ausharren zu müssen, bis die jungen Männer Carepakete schicken können – an Menschen, die dann womöglich schon gar nicht mehr leben. Ebenso gehören die Botschaften geöffnet, um schnell jene aufzunehmen, die unsere Hilfe am Dringendsten brauchen: die Alten und die Kleinen samt ihren Müttern. Doch das geschieht nicht, wird noch nicht mal angedacht.

Warum?

Hier brauchen wir nicht zu spekulieren, Johannes Pennekamp vom Wirtschaftsteil der FAZ klärt uns in wenigen Worten darüber auf, warum das nicht geschieht (siehe FAZ):

„Deutschland braucht Arbeitskräfte aus dem Ausland. Wenn Flüchtlinge schnell und ohne große bürokratische Hürden in den Arbeitsmarkt integriert werden, ist das gut für alle.“

Wir wollen keine Alten, keine Kranken, keine Kinder, keine traumatisierten Frauen – wir wollen Arbeitskräfte. Ist uns ganz lieb, wenn das ganze Gesochse den Weg nicht übersteht, wie machen unsere eigenen „Flüchtlingsspiele“: wer das Mittelmeer überlebt, wer sich im harten Kampf mit der Umwelt als überlegen gezeigt hat, hat sich einen Platz bei uns verdient. Wer verreckt, hat verloren. Brutal und gemein, oder? Da schaut nur keiner richtig hin, wir denken nur noch schwarz-weiß, was anderes lassen die Oberschichtsmedien gar nicht mehr zu: „Bist Du für Flüchtlinge oder dagegen?“ – das ist alles, wozu der demokratische Diskurs im Jahre 2015 noch fähig ist … und demokratisch ist diese Frage, die von beiden Seiten („guten“ wie „bösen“) genau so formuliert wird, überhaupt nicht.

Doch nicht nur der junge Herr Pennekamp ist für die Flüchtlinge.

Ebenfalls „für Flüchtlinge“ ist der Chef des Evonik-Konzerns (siehe Spiegel):

„Fachkräftemangel:Konzernboss will abgelehnte Asylbewerber in Deutschland halten“

Evonik? Ja, das ist dieser Konzern (siehe Handelsblatt):

„Der Einbruch in der Chemie trifft das nächste Unternehmen. Evonik will ab 2017 bis zu einer Viertel Milliarde Euro im Jahr sparen. Viele Stellen sollen gestrichen werden – von bis zu 1000 Betroffenen ist die Rede.“

Was will der Konzernboss eigentlich mit 500000 jungen Männern (oder mehreren Millionen, denn der Flüchtlingsstrom wird die nächsten Jahre nicht abreißen), wenn er noch nicht mal Platz für 1000 Eingeborene hat? Nun – die einfache Antwort wäre: Lohnkosten drücken, Gewerkschaften schwächen, brave Gefolgsleute importieren, die für die „richtigen“ Menschen stimmen – so hat das die CDU mal mit den „Russlanddeutschen“ gemacht. Jener „Boss“ hat ja auch eine sehr eigene Meinung zur Demokratie, die er als Vorsitzender des Kuratoriums der „Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik“ gern kundtut – hier in der Broschüre „Mehr Argumente wagen:

„Besonders in den Industrie-, aber auch in den Schwellenländern ist das Wachstum seit 2009 deutlich zurückgegangen, in Einzelfällen sogar auf null. Eine Hauptursache ist die Tatsache, dass es demokratisch gewählten Regierungen nur noch selten gelingt, die Schuldenproblematik in den Griff zu bekommen und zugleich saubere ornungspolitische Bedingungen für Wachstum zu schaffen.“

Er weiß auch, was dagegen zu tun ist:

„Doch gerade dann, wenn es darum geht, die Expertise aus der Wirtschaft in die politische Arbeit einzubringen, brauchen wir dringend mehr erfahrene Unternehmer in den Parlamenten. Das gilt regional und national – und erst recht auf europäischer Ebene.“

Er sagt „Unternehmer“ … meint jedoch Verwaltungsfunktionäre. Echte „Unternehmer“ gibt es kaum noch in Deutschland, erst recht nicht in großen Konzernen wie Evonik. Die haben auch keine Zeit für Politik, die müssen ein Unternehmen führen. Das zu einer Demokratie gehört, dass wir mehr Altenpfleger, Müllwerker und Putzfrauen, Rentner, Niedriglöhner und Arbeitslose im Parlament bräuchten, kommt ihm gar nicht mehr in den Sinn.

Wenn diese „Unternehmer“ sich die Mitarbeit einer Million junger Männer sichern, die sie in ihren eigenen Konzernen gar nicht brauchen, darf man doch mal fragen: warum eigentlich? Was wissen die, was wir nicht wissen?

Vielleicht geben folgende Überlegungen Aufschluss darüber.

Am 8.10.2013 gab es einen Expertenlunch im BAPP. Russel Mead erläuterte den Anwesenden die zukünftige Außenpolitik der USA, die vor allem im Nahen und Mittleren Osten einen Schwerpunkt setzt (siehe BAPP), man sieht: hier verfügt man über ein ganz anderes Wissen als der Normalbürger- und weiß vielleicht auch, warum man sich eilig dransetzen muss, die losgetretende Flüchtlingswelle – nach erfolgreicher Selektion der Schwachen – in Europa zu empfangen.

Wer mehr Hintergründe will … muss jedoch weiter in die Vergangenheit gehen, in das Jahr 1933, August, um genau zu sein. Ja, ich weiß: hier wird es jetzt haarig, weil wir unsere „Dritte-Reich-Parolen“ auswendig lernen mussten: „Hitler kam 1933 mit zehn Millionen SS-Nazi-Zombies auf die Erde, überfiel Deutschland, unterdrückte es rücksichtslos, bis die Aliierten ihn vertrieben und seine außerirdische Gefolgschaft sich in Luft auflöste“ – so – oder wenigstens so ähnlich – kommt es einem vor, wenn man das Tabu der Moderne bedenkt, alle filigranen Hintergründe der Machtergreifung und der Kriegsvorbereitung genauer zu betrachten. Warum das Tabu besteht, ist recht klar: man findet neue Täter, die auch heute wieder an den Hebeln der Macht sitzen.

Was geschah im August 1933?

Führende deutsche Konzerne (Krupp, Siemens, Georgmarienhütte, Rheinmetall -nach wie vor große „Player“ in Deutschand) gründeten die MEFO, deren Wechsel (siehe Mefo-Wechsel) die Aufrüstung finanzierten – und zwar schon im August 1933.

„Die Mefo-Wechsel waren das Ergebnis einer Vereinbarung zwischen den wirtschaftlichen Oberherren und dem finsteren Rittertum, zwischen den höchsten deutschen Dynastien und den Nazis“ – jenen Nazis, die einen Krieg versprachen, einem Krieg, aus dem alle Gewinn ziehen wollten (siehe: Preparata,“Wer Hitler mächtig machte“, Perseusverlag, 3. Auflage, September 2012, Seite 299).

Und wie wollte man die Schulden zurückzahlen? Wie sollte der Gewinn erwirtschaftet werden? Hitler selbst gab nach Kriegseintritt einen Einblick in die Versprechungen an die deutsche Wirtschaft:

„Die Rückzahlung der Schulden stellt (…) kein Problem dar. Erstens stellen die Territorien, die wir mit Waffengewalt erobert haben, einen Zuwachs an nationalem Reichtum dar, der die Kriegskosten bei weitem übersteigt; zweitens erbringt die Integration von zwanzig Millionen Ausländern zu billigen Löhnen in das deutsche Industriesystem eine Ersparnis, die wiederum die vom Staat eingegangenen Schulden bei weitem übertrifft“ (siehe Preparata, a.a.O. Seite 299-300).

Das sollte man den altrechten Junggermanen mal zum Auswendiglernen mit auf den Weg geben: Hitler wollte mehr Flüchtlinge in die deutsche Wirtschaft integrieren als jeder deutsche Politiker zuvor oder danach. Jene 20 Millionen hat er auch erreicht – ohne das Nazis oder Junggermanen mit „Ausländer-raus“-Parolen reagierten. Nun – die waren auch alle an der Front. Mit welcher Front müssen wir nun eigentlich rechnen, die einen Import von Millionen junger Männer zu billigen Löhnen in den deutschen Wirtschaftsraum nötig macht? Wer will alles an einem neuen Krieg gewinnen, wer hat Vorteile dadurch?

Nun – viele, die auch heute noch ungenannt bleiben wollen, weshalb Preparata nach Veröffentlichung seines wissenschaftlichen Werkes keine Professur mehr in den USA bekam und nach Kanada ausweichen musste. Widmen wir uns noch einmal einem der Zitate, die er so fleißig gesammelt hat, diesmal vom Auslandskorrespondenten des Manchester Guardian, der 1934 bestätigte:

„Hitler standen umfangreiche Geldmittel zur Verfügung, die nicht nur aus deutschen Quellen stammten. Er bekam von gewissen kapitalistischen Interessengruppen im Ausland Geld, die von seiner Feindschaft gegen Russland oder seiner Politik, welche die Nachfrage nach Waffen verstärkte, angezogen wurden. (…). Die internationale Hochfinanz schien dem Naziregime nicht ungewogen zu sein.“ (siehe Preparata, a.a.O., Seite 267).

Nun – der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass diese Gruppen auch antisemitisch waren – es verwundert deshalb nicht, dass man nach 1945 die Überlebenden des Holocaust in einen neuen Dauerkonfliktherd namens Israel exportiert hat. Was gegen Juden geht, ist nach wie vor gesellschaftsfähig – doch wir wollen ja nicht abschweifen.

Können Sie sich denken, von welchem neuen Krieg sich „kapitalistische Interessengruppen“ derzeit am meisten versprechen? Schauen Sie mal nach Berlin, der Milliardär Poroschenko erklärt dort gerade allen Anwesenden, wer – wie 1933 – mal wieder der Feind zu sein hat: Russland (siehe Spiegel), diesmal jedoch unter demokratisch gewählter Führung (was gerne übersehen wird, aber auch allen egal ist) – aber immer noch mit viel Land, vielen billigen Arbeitskräften und vielen Rohstoffen. Gäbe es einen Krieg mit Russland – ja, dann könnten wir viele Millionen „Fremdarbeiter“ in den Fabriken gebrauchen (aber keine „minderwertigen“ Flüchtlinge wie Alte, Kranke, Frauen und Kinder – die können wir ja schon bei den Einheimischen kaum tolerieren), weil wir ja auch mal wieder viele Millionen Eingeborene an den Fronten verheizen wollen. Ist ja auch nicht wirklich schlimm, so ein Krieg – auch nicht, wenn er nuklear geführt wird … oder was meinen Sie, was hinter der Kampagne steckt, die aktuell Hiroshima und Nagasaki als wieder blühende Städte präsentiert (siehe u.a. Yahoo.de)?

Ist es wirklich nur Gier, die Grund zum Krieg gibt?

Blicken wir doch einfach mal – auf der Suche nach einer Antwort – in eins der führenden deutschen Politikmedien, den „Spiegel“, wo uns die hoch geschätzte Sybille Berg die Welt erklärt (siehe Spiegel):

„Atomkraftwerke, Waffendeals, Umweltverschmutzung: Die herrschende Klasse riecht ihren nahenden Untergang – und will noch rasch möglichst viel Unheil anrichten.“

Die herrschende Klasse bzw. ihre Wirtschaftsordnung braucht dringend frischen Wind, sie verliert das Spiel und muss mal wieder die Figuren auf dem Feld durcheinander bringen – der Kapitalismus hat sein Ende erreicht (siehe Spiegel):

„Leider scheint dieses Modell nicht mehr zu funktionieren: Die Unternehmen investieren immer weniger in neue Anlagen und Produkte. Stattdessen schütten sie große Teile ihrer Gewinne an die Aktionäre aus. Wohlstandszuwächse für die große Mehrheit der Bürger gibt es kaum noch. Die große kapitalistische Umwälzpumpe läuft leer.“

25 Prozent Verlust hat der DAX seit April erleiden müssen (siehe Spiegel), selbst „Experten“ mit äußerst positiven Erwartungen machen mit seltsamen Aussagen auf sich aufmerksam (siehe Spiegel):

„Der Absturz an den Märkten beruht nicht auf fundamentalen ökonomischen Veränderungen, sondern auf dem Zusammenbruch des normalen Marktmechanismus“

Das es da jemanden gab, der den Startschuss zur aktuellen Entwicklung gab, wird gerne übersehen – selbst wenn das mal eine Schlagzeile wert war (siehe Spiegel)

„Weltwirtschaft in der Krise: Investoren ziehen eine Billion Dollar aus Schwellenländern ab“

Und da soll es keinen Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der chinesischen Börse geben … wo eine ganze Weltwirtschaft aufgrund des Verhaltens einiger weniger Investoren in eine Krise gerät?

Nun – erklären kann ich mir das kaum – außer, dass die Wirtschaft wieder auf Kriegskurs geht, weil das Wirtschaftssystem, das seine „Leistungselite“ so generös bereicherte, in den letzten Zügen liegt. Bevor nun der Neomarxismus sich ausbreitet – wie das britische Militär in einer Studie als große Gefahr erkannte (wir berichteten) – gilt es, mal wieder alles abzuräumen, umzustürzen und zu „reformieren“: so läßt sich der Unmut der Menschen in den Ländern am Besten kontrollieren und in für die Geldelite ungefährliche Bahnen lenken.

Nun – verwirrt genug? Passiert heutzutage schon mal, wenn man versucht, Antworten auf Fragen zu finden, die sonst keiner mehr stellt.

Kurz gesagt: die Hochfinanz braucht zur Rettung ihrer Pfründe eine neue Welt – und die schafft sie sich … wie üblich … mal wieder durch einen neuen vernichtenden Krieg, vor dem Egon Bahr schon 2013 gewarnt hatte (siehe Rhein-Neckar-Zeitung).

Wollte damals nur keiner hören.

PS: für die hoffentlich nicht mitlesenden altrechten Junggermanen noch eine Erläuterung: die „Hochfinanz“ ist nur zu einem geringen Teil jüdisch, aber – wie man bei Preparata nachlesen kann – mit Judenwitzen sehr zu erfreuen. Die sind halt wie alle anderen auch.

PS 2: für die Junglinken – der Boss von Evonik ist nicht persönlich für die geschilderte Entwicklung verantwortlich, noch wüßte ich, dass er persönlich Krieg im Sinn hat. Er sollte aber mal erkären, wie er die Million Flüchtlinge unterbringen will, wo er doch selbst – trotz all´ seiner Macht – für tausend Leute keinen Platz hat.

 

 

 

 

 

 

Warum wir ohne Herrschaftswissen die Welt nicht mehr verstehen und von Affen regiert werden

Warum wir ohne Herrschaftswissen die Welt nicht mehr verstehen und von Affen regiert werden

Samstag, 3.3.2012. Ganz schlechte Nachrichten erreichen uns heute: der Warp-Antrieb funktioniert nicht – bzw. wenn er funktionieren würde, dann würde er sein Ziel vernichten – oder das ganze Universum. Ganz so sicher ist man sich dabei wohl noch nicht. Nun, man würde ihn wie die Atombombe trotzdem ausprobieren, wenn man könnte, da bin ich mit sicher. Bei der wusste man ja auch nicht, ob man nur Nagasaki oder nicht auch die gesamte Atmosphäre oder den Rest der Welt per Atombrand vernichten würde. War ja noch alles ganz neu für die Wissenschaft. Angesichts der Tatsache, das wir hier nicht wegkommen, wäre man nun gut beraten, wenn man einfach mal das aktuelle Raumschiff namens „Erde“ und seine Mannschaft etwas pfleglicher behandeln würde, noch bevor sämtliche Eisvorräte geschmolzen sind, grausige Tornados nicht nur in den USA ganze Städte auslöschen, neue schockierende Erdbebenrekorde  die Grenzen menschlichen Wissens (und unsere Städte) sprengen oder unsere kapitalistische Kultur uns alle zu Müllmenschen macht wie Indonesiens „Recycling“-Pioniere. Warum man das nicht tut, hat seinen Grund … den erfahren wir aber nicht. Und hier fängt es an, richtig unheimlich zu werden: wir kommen in den düsteren Bereich des Herrschaftswissens, den es in Demokratien gar nicht geben dürfte. Trotzdem ist er da, siehe FAZ:

Die Regierung rückt nicht mit der ganzen Wahrheit heraus. Und das ist gut so – im Angesicht von Bedrohungen wie dem Terror und der Eurokrise. Der Innenminister darf nicht alles sagen, was er über drohende Gefahren weiß, schon weil er dann zugeben müsste, dass er vieles nicht weiß. Und der Finanzminister sagt schon viel, wenn er sagt, dass er nicht sagt, ob sich bald der nächste EU-Staat retten lassen muss. Der Feind hört mit, ob im Terrorlager oder an der Börse.

Das las man dort 2010 in einem Loblied über die gerechtfertigte Existenz von Herrschaftswissen. Es wurde sogar unterstellt, der Bürger mag das sehr gerne, weil er ja selber gar nicht mitregieren wolle sondern „denen da oben“ voll und ganz vertraut.

Ich weiß nun nicht, welche Art von Herrschaftswissen Angela Merkel bei ihrer Arktisreise vermittelt bekommen hat – angeblich hat sie die schmelzenden Gletscher ja selbst gesehen. Nur hat sie wohl nicht verstanden, was sie da sieht, denn einfachste Maßnahmen zum Klimaschutz blieben aus: Verbot der SUV´s auf deutschen Straßen, Verbot von Inlandsflügen, Sonntagsfahrverbot für alle (der Schmidt hat doch gezeigt, das das geht), Reduzierung des Fernreisewahns, Förderung der lokalen Wirtschaft gegenüber der emissionsintensiven Konzernwirtschaft – dem normalen Bürger kommen ja endlos Gedanken, wie man die Welt retten kann. Das keine der sofort wirkenden Massnahmen beschlossen wird, kann doch nur eins zeigen: der Klimawandel ist ein Witz – oder mal wieder eine clevere Geschäftsidee, mit der man Steuergelder abgreifen und noch mehr Steuergelder auferlegen kann. Jenseits des „Business“ jedoch – ist der Klimawandel allen völlig egal.

Nehmen wir ein anderes Beispiel – die nicht enden wollende Wirtschaftskrise. Aktuell sind ja zur Rettung der Weltwirtschaft die Griechen – trotz umfangreicher Hilfspakete – auf das allerunterste Niveau herabgestuft worden, was – nach der Logik der Preistreiber – bedeutet, das die Kredite für Griechenland wieder teurer werden. In den letzten beiden Jahren hat die EZB den privaten Banken ÜBER EINE BILLION EURO geliehen – Tendenz steigend. Steuergeld für Spekulanten, sozusagen. Die geben das den Griechen, Italienern, Spaniern und Portugiesen wieder – dank Rating mit satten Gewinnen.

Der normale Bürger würde sagen: geben wir doch den Griechen, Italienern, Spaniern und Portugiesen diese Kredite einfach direkt: die haben dann den unglaubliche niedrigen Zinssatz von einem Prozent (anstatt bis zu 25%), können ihr Volk weiter ernähren, haben keine Rekordarbeitslosigkeit mehr und werden auch die Zinsen zahlen können, ohne ihre Wirtschaften ruinieren zu müssen. Warum Merkel nun meint, erstmal die Spekulanten reich machen zu müssen, bevor den europäischen Brüdern und Schwestern in Zeiten schlimmster Not geholfen wird, erschließt sich uns vor Ort erstmal nicht. Aber vielleicht haben wir es auch hier nur mit einer cleveren Geschäftsidee zu tun.

Doch verlassen wir einfach mal den Bereich Klima und Geld – wenden wir uns dem heikelsten Thema der politischen Welt zu: der Machtpolitik. Nehmen wir beispielsweise mal Libyen – also den Rest davon, der noch steht. Da waren wir ja als Nato angetreten, Frieden, Wohlstand und Gerechtigkeit zu bringen im Namen der Allgemeinen Menschenrechte. Die zählen zwar in den Natostaaten selbst immer weniger, aber zumindest verkaufen wir das immer noch, weil es eine gute Ausrede ist, in fremden Ländern Bomben werfen oder Leute ermorden zu dürfen. Was haben wir dort nun bekommen, als Dank für unser Engagement: eine Regierung, die die Allgemeinen Menschenrechte mit Füssen tritt: mit Folter, willkürlichen Verhaftungen und tagelanger öffentlicher Zur-Schau-Stellung von Regimegegnern. Warum werden die jetzt nicht schnellstens weggebombt – wo das doch gerade aktueller Standard ist?

Noch ein Beispiel: Israel. Hier hat Wikileaks nun Herrschaftswissen veröffentlicht, das unser Weltbild wieder einmal auf den Kopf stellt, siehe Welt:

Unabhängig davon hat sich das Verhältnis der Türkei zu Israel verschlechtert, weil Israel im Jahr 2010 brutal gegen die „Hilfsflotte“ der „Mavi Marmara“vorging und seither eine Entschuldigung dafür verweigert.

Das wussten wir ja. Was wir nicht wussten – das war … wie Israel schon verzweifelt ausrief … ein lang geplanter Coup, ein strategischer Schachzug, um sich zur islamischen Führungsnation aufzuschwingen:

Und jetzt die beiden Sätze, die alles ändern. Sie stehen in einer von Wikileaksveröffentlichten internen E-Mail der US-Sicherheitsfirma Stratfor. Deren Chef, George Friedman, traf im Februar 2010 offenbar mit dem einstigen US-Außenminister Henry Kissinger zusammen, nachdem dieser kurz davor dentürkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan getroffen hatte. Friedman verfasste für sein engeres Team eine Zusammenfassung der aus dem Gespräch gewonnenen Erkenntnisse.

Darin steht, in einer E-Mail vom 20. Februar 2010: „Erdogan hat ihm (Kissinger, die Red.) klargemacht, dass er plant, irgendwann mit Israel zu brechen und sich zur islamischen Welt zu orientieren. Er hat vor, deren Führer zu werden.“ Mehr nicht, aber diese beiden Sätze haben es in sich. Erdogan plante, mit Israel zu brechen?

Im Rahmen dieser Wikileaksoffenbarung erfahren wir auch etwas über uns … etwas, das uns helfen kann, zu verstehen, warum Politik und Vernunft sich immer weiter voneinander entfernen:

In Deutschland, so heißt es da in Bezug auf die Wirtschaftskrise und deren politische Folgen, „trifft eigentlich nur die Deutsche Bank Entscheidungen“

Aha – damit wird alles klar. Die Parallelewelt der Banken braucht keine Umwelt – ausser als Möglichkeit, billiges EZB-Geld für hohe Zinsen weiter zu verkaufen. Sie findet Konflikte aller Art ebenfalls sehr gewinnträchtig – und Bomben, die in Massen produziert werden, müssen irgendwann auch geschmissen werden. Aus dieser Weltsicht wird allerdings die aktuelle Organspendedebatte unheimlich – erst recht, wenn man merkt, wie auf einmal „in aller Stille“ an dem Gesetz herumgeschraubt wird: hier entsteht ein Hochpreismarkt, der für Banken höchst interessant ist. Bedenkt man den ethischen Standard, den Politik, Banken und Wirtschaft in den letzten zehn Jahren gelebt haben, dann sind  schlimmsten Horrorphantasien keine Grenzen mehr gesetzt.

Gut, das wir da Abhilfe schaffen können, um die Mannschaft des Planeten Erde und das gesamte Raumschiff vor weiterem Chaos und weiterer Zerstörung zu retten. Der Spiegel verrät, wie:

Teamwork  macht stark – und unterscheidet Menschen von Tieren, wie ein Experiment jetzt auf eindrucksvolle Art gezeigt hat. Kinder haben dank Kooperation knifflige Aufgaben wesentlich effektiver gelöst als Affen, denen vor allem ihr Egoismus im Weg stand.

Teamwork – das ist das ganz normale menschliche Verhalten, wenn keine Affen an der Regierung sind. Hat man aber den Fehler gemacht, Menschen in Machtpositionen zu dulden, die den Weg vom Baum herab in die Chefetage gemacht haben ohne den mühsamen Weg menschlicher Sozialisation zu gehen, dann hat man ein Problem: die Affen missbrauchen ihr Herrschaftswissen, wo immer sie nur können – Klimakatastrophe, hungernde Griechen, Folter in Libyen, Beschiss in Billionenhöhe  – all das stört sie nicht, solange sie selbst nur „ganz oben“ sitzen. Und da sie für immer und ewig die Spitze des Baumes bilden wollen, möchten sie auch gern ihre verschlissenen Organe durch unsere ersetzen.

Und hier haben wir jetzt auch jenes Herrschaftswissen gefunden, das wir brauchen, um die Welt zu verstehen: an den Spitzen jeglicher Machtpyramiden finden sich grundsätzlich egoistische Affen und produzieren Probleme, die der soziale Mensch nie hätte. Zur Lösung dieser Probleme jedoch kann der gemeine Affe nicht viel beitragen – auch wenn man ihm noch soviel schmelzende Gletscher zeigt.

Der kapiert doch gar nicht, was er da sieht.

Für ihn gilt nur: Hauptsache, er sitzt ganz oben auf dem Baum.

Ob das jetzt wirklich auch für Angela Merkel persönlich gilt, kann ich nicht sagen. Dafür kenne ich sie zu wenig.

Aber ich kann sagen, das wir weltweit eigentlich gar keine Probleme hätten, wenn es diese Affen nicht gäbe, die den ganzen lieben langen Tag nichts anderes tun, als in Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik Gebilde in Baumstruktur zu errichten, die es ihnen ermöglichen, ganz oben zu sitzen.

Sitzen sie erstmal dort … ist ihnen der Rest – Klima, Wirtschaft, Menschenrechte – völlig egal.

 

PS: und nicht vergessen – am 4.Juli ist der erste nationale Kaufnixtag … jener Tag, an dem wir den Affen einmal zeigen können, was geschehen würde, wenn wir zusammen im Team mit der Säge spielen: Teamarbeit ist ja das Erfolgsrezept der Gattung Mensch.

 

 

 

 

12 Forderungen für ein starkes Deutschland – zur Rettung von Mittelstand, Marktwirtschaft und Demokratie

Mittwoch, 16.11.2011. Eifel. Nach zwei Artikeln, die mal ein paar Perspektiven auf mögliche zukünftige Alternativen zum unnötigen, künstlich herbeigeführten Untergang der westlichen Zivilisation aufzeigten - wobei ich noch nicht letztendlich entscheiden kann, ob dieser Untergang aus boshafter Absicht oder einfach nur aus bildungsferner Blödheit herbeigeführt wird - ist es an der Zeit, den Wunsch eines Lesers zu erfüllen, konkrete, politisch umsetz- und finanzierbare Forderungen in den Raum zu stellen, die Deutschland und seine Bürger aus der Misere herausführen sollen. Misere? Nun - man braucht keinen Hauptschulabschluß für die Erkenntnis, das das Deutschland ein negatives Rating bekommen wird: dafür reicht die erfolgreich absolvierte Grundschule. Der Wirtschaftskrieg gegen die EU erreicht aktuell die gesunden Kernländer Österreich, Belgien, Niederlande und mit Frankreich sogar die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU, damit ist das Ziel der Offensive auch für Politiker ohne erfolgreich abgeschlossene Grundschule zu erkennen: die völlige Vernichtung der europäischen Volkswirtschaften steht zum dritten Male auf dem Speiseplan, anders als 1914-1918 oder 1939-1945 wird diesmal wohl auf Waffengewalt im üblichen Umfang verzichtet: man will die eigenen Immobilien nicht beschädigen und die Helfershelfer in den Nationalstaaten nicht in Bedrängnis bringen.

Mittwoch, 16.11.2011. Eifel. Nach zwei Artikeln, die mal ein paar Perspektiven auf mögliche zukünftige Alternativen zum unnötigen, künstlich herbeigeführten Untergang der westlichen Zivilisation aufzeigten – wobei ich noch nicht letztendlich entscheiden kann, ob dieser Untergang aus boshafter Absicht oder einfach nur aus bildungsferner Blödheit herbeigeführt wird – ist es an der Zeit, den Wunsch eines Lesers zu erfüllen, konkrete, politisch umsetz- und finanzierbare Forderungen in den Raum zu stellen, die Deutschland und seine Bürger aus der Misere herausführen sollen. Misere? Nun – man braucht keinen Hauptschulabschluß für die Erkenntnis, das das Deutschland ein negatives Rating bekommen wird: dafür reicht die erfolgreich absolvierte Grundschule. Der Wirtschaftskrieg gegen die EU erreicht aktuell die gesunden Kernländer Österreich, Belgien, Niederlande und mit Frankreich sogar die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU, damit ist das Ziel der Offensive auch für Politiker ohne erfolgreich abgeschlossene Grundschule zu erkennen: die völlige Vernichtung der europäischen Volkswirtschaften steht zum dritten Male auf dem Speiseplan, anders als 1914-1918 oder 1939-1945 wird diesmal wohl auf Waffengewalt im üblichen Umfang verzichtet: man will die eigenen Immobilien nicht beschädigen und die Helfershelfer in den Nationalstaaten nicht in Bedrängnis bringen.

Pünktlich und für die Aggressoren sehr glücklich produziert Deutschland wieder einen „kleinen Hitler“ und erweist sich selbst als Brutstätte rechtsradikalen Terrors. Auf einmal wissen wir, warum ein Sarrazin in diesem Land zu erfolgreich sein kann: die neue deutsche Braunwelle ist von langer Hand vorbereitet. Wieder steht Deutschland im Ausland als freundliches Gasthaus für Massenmörder jeder Art im Scheinwerferlicht und wird so jede Gunst der Schwellenländer verlieren: das hier ist und bleibt ein Naziland – und bald wird jeder wissen, das es … wie einst geplant … zerschlagen gehört. Die strunzblöden Braunhemden werden wie üblich nach Kräften dabei helfen und wieder nicht merken, was sie dabei eigentlich wirklich anrichten: erneut sägen sie den Ast ab, auf dem sie sitzen.

Es wird Zeit, das wir Bürger diesem Sumpf an Verlogenheit, an Heimtücke, Bosheit, Hinterlist und Raffgier ein Ende bereiten. Hierzu reichen nicht nur Sprüche, auch Empörung gilt mir da zu wenig: konkrete Taten müssen her, damit der Bürger weiß, was erreichbar ist.

1. Strom – als „Wasser der modernen Gesellschaft“ – ist mitlerweile lebensnotwendig geworden. Er soll vom Staat kostenlos zur Verfügung gestellt werden. 

2. An Bürger vergibt der Staat Kredite ohne Zinsen – das heißt: umsonst

3. Jeder Bürger bekommt vom Staat Wohnraum geschenkt – und zwar reichlich

4. Alle frisch Vermählten bekommen vom Staat 50000 Euro als Starthilfe für die Familiengründung

5. Bildung und medizinische Behandlung sind absolut kostenlos

6. Will jemand einfach nur Bauer werden, erhält er ein Haus, Ackerland, Maschinen, Saatgut und Vieh kostenlos

7. Will jemand Bildung oder medizinische Hilfe im Ausland, so bekommt er vom Staat 2300 Euro monatlich als Sozialhilfe gezahlt

8. Kauft ein deutscher Bürger ein Auto, so unterstütz der Staat ihn mit 50% des Kaufpreises

9. Der Benzinpreis wird auf 10 Cent pro Liter gesenkt

10. Für arbeitslose Akademiker zahlt der Staat als Arbeitslosengeld das zu erwartende Durchschnittsgehalt bis zum Eintritt in eine Festanstellung

11. Jede Geburt wird mit 5000 Euro unterstützt

12. Die Gardekompanie der Bundeswehr wird nur von weiblichen Soldaten gestellt.

Im Übrigen möchte ich mich an die Forderungen der Piratenpartei Berlin anlehnen und den gesamten öffentlichen Nah- und Fernverkehr in Deutschland kostenfrei haben.

Diese 12 Forderungen werden jetzt manche entsetzen, viele erschrecken, alle werden sagen: das ist unmöglich, wer soll das bezahlen, das ist nicht finanzierbar.

Die Medien haben uns halt so dressiert, wir sind so erzogen worden, das ist die Pfeife, nach der wir seit vielen Jahren tanzen, weil niemand mehr rechnen möchte, was eigentlich wäre, wenn die Arbeitsleistung des Volkes wenigstens teilweise auch mal dem Volk, dem Bürger zukommen würde.

Ich gestehe: ich habe das auch nicht errechnet – ich weiß einfach, das das finanzierbar ist, weil ein wesentlich ärmeres Land als Deutschland dies finanzieren konnte. Gut, sie mussten nicht noch Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre mitfinanzieren, aber dafür haben sie noch nicht mal die Hälfte des Pro-Kopf-Bruttosozialproduktes der BRD erwirtschaftet – trotz reichlicher Ölvorkommen.

Das Land war: Libyen. Vielen Dank dem Schweiz Magazin für die Zusammenstellung der Daten. Libyen hatte 2008 ein Bruttosozialprodukt pro Kopf von 14400 Dollar erwirtschaftet, Deutschland lag im gleichen Zeitraum bei 35400, siehe Welt auf einen Blick.

Wenn ein fürchterlicher Diktator solche Leistungen für sein Volk erbringen kann – was werden da erst Demokraten für uns tun können!

Natürlich … für die internationale Geldräuberelite haben wir dann nichts mehr übrig, „die Märkte“ und „die Anleger“ werden ihr leistungsloses Luxuseinkommen dann aus anderen Ländern heraussaugen müssen … und überhaupt werden wir mit der üblichen Misswirtschaft aufhören müssen: viel zu verschleudern haben die Beamten und Minister dieses Landes dann nicht mehr, hier wird man eine strenge Ausgabendisziplin wahren müssen. Wir werden es uns kaum erlauben können, die Opernkarten für Herrn Ackermann weiterhin stärker zu subventionieren als die Kinder von Arbeitslosen.

Warum wir nun ein solch umfangreiches Sozialprogramm auf dem Niveau eines afrikanischen „Dritte-Welt-Landes“ brauchen? Weil es ein absolutes Notprogramm zur Rettung der europäischen Demokratien ist, weil ein bischen „Empört-Euch“-Theater ganz schnell abgeräumt wird und auf der Müllhalde landet und alle Bürger, die sich zur Rettung ihres Landes einsetzen, auch gerne wissen wollen, was sie konkret in einer neuen Zukunft erwartet.

Was die Elite der Anleger plant, in Griechenland und Italien gnadenlos durchzieht aber insgesamt für den ganzen europäischen Kontinent vorgesehen hat, ist die offene Errichtung einer Diktatur durch „Notstandsregierungen“, die ich … nebenbei bemerkt … schon im Juli angekündigt hatte. Bei der Geschwindigkeit ist der Putsch Ende 2012 komplett durch – und wir haben die Notstandsverwalter auch hier bundesweit im Einsatz.

Der Sturmlauf gegen die Demokratie kommt gerade erst richtig in Fahrt – ohne erschossen oder verhaftet zu werden, darf in deutschsprachigen Medien offen die Abschaffung der Demokratie gefordert werden:

Offenbar fehlt hier das Verständnis, dass in Zeiten des uninformierten Populismus Demokratie das Problem und nicht die Lösung ist.

Es ist schließlich die Demokratie, die schmerzhafte, aber nötige Reformen im Süden der Euro-Zone verhindert. Es liegt auch an der Demokratie, dass es zu einer erheblichen Unterfinanzierung des europäischen Rettungsschirms kommen konnte und dass dringend notwendige Transferzahlungen des Nordens an den Süden auf einem Minimum gehalten werden. So groß die Ironie erscheinen mag, die „Wiege der Demokratie“ braucht jetzt weniger Demokratie und mehr Reformen.

Unglaublich, oder? Wäre der Autor bekennender Kommunist – es würde sofort nach Berufsverboten geschrien. Er ist aber emeritierte Wirtschaftsprofessor aus New York – und ich denke, wir wissen, wohin die „dringend notwendigen Transferzahlungen des Nordens an den Süden“ in Wirklichkeit fließen werden: der Grieche als solcher wird nichts davon haben, aber Goldman-Sachs – die ihre „Goldjungs“ inzwischen auch in Europa an den Schaltstellen der Macht haben (mit Mario Draghi als Chef der Zentralbank, Paul Achleitner als neuer Aufsichtsratschef der Deutschen Bank und Mario Monti als italienischem „Notstandsverwalter“) – wird wieder mal groß abkassieren … und die Beute „gerecht“ unter den Räubern aufteilen.

Erschossen werden stattdessen Bürger mit Migrationshintergrund – wie es aussieht, unter der behütetenden Hand des deutschen Verfassungsschutzes:

Das NSU-Trio jedenfalls mordete deutschlandweit jahrelang ungestört und unentdeckt.

Wie die Affäre ausgeht, wagt niemand mehr zu prophezeien. Die Unsicherheit bei den Behörden und in der Politik ist mittlerweile so groß, dass alles möglich erscheint.

Es erscheint wirklich alles möglich – von einer umfassenden rechtsradikalen Terrorgruppe, die den Verfassungsschutz unterwandert hat und sich nicht scheut, deutsche Polizisten zu ermorden bis hin zu einem großangelegten Putsch der „Märkte“ und „Anleger“ zur endgültigen Vernichtung der demokratischen Strukturen der westlichen Nationen.

Zeit also, als Bürger auch mal was für sich selbst zu fordern – und durchzusetzen.

Haben wir erstmal das Geld aus den zwölf Forderungen (wobei die Gardekompanie nichts kosten würde, aber ein Signal für ein anderes, liebenswertes, menschenfreundliches Deutschland wäre) in der Tasche, können „Märkte“ und „Anleger“ sich um den Rest streiten. Bleibt ja noch genug übrig.

So richtig die Sause auf Staatskosten machen können Gewerkschaften und Staatsdiener dann natürlich nicht mehr – aber vielleicht können die sich dann mal darauf besinnen, was denn ihre eigentliche Aufgabe im Staat wäre. Besinnen können sie sich auch darauf, was „Notstandsverwalter“ schon mal angerichtet haben, als sie durch ein „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ mal eben die Demokratie über Bord warfen und ihre Gegner auf den Müllhalden der Konzentrationslager entsorgten.

Und schon sieht man, wohin die europäische Zug mal wieder rollen soll.

Diesmal aber – ohne uns. Wir … wollen lieber ein starkes Deutschland, das wenigstens das soziale Niveau einer afrikanischen Diktatur hat.

Jetzt wissen wir ja, was wir da erwarten dürfen, oder?

Die konzernfinanzierten Staatsfeinde im Verfassungschutz, die dann als „Rebellen“ plündernd, mordend, folternd und vergewaltigend unter dem Bombenschirm der Nato durch die Lande ziehen, haben wir ja jetzt schon.

Was kann uns also noch passieren?

Und – wer weiß – vielleicht haben wir dann auch irgendwann mal so ein Riesenguthaben wie Libyen … anstatt explodierende Staatsschulden.

 

Natoeinsatz Libyen erfolgreich abgeschlossen: Zivilisten tot, Land kaputt, Frauen entrechtet, Gräber geschändet,Terroristen schwer bewaffnet

Montag, 31.10.2011. Eifel. Am heutigen Tag stellt die Nato unter ihrer Führungsmacht USA ihren Einsatz in Libyen ein, einen Einsatz, den kaum ein deutscher Bürger verstanden hat noch verstehen wird - ich im Übrigen auch nicht. Wieso man 26300 Luft-Boden-Angriffe zur Erhaltung einer Flugverbotszone braucht, verstehe ich einfach nicht. Hatte Libyen 26300 Flugzeuge am Boden? Mehr als die ganze Nato zusammen? Es war - so Nato-Generalsekretär Rassmussen - der erfolgreichste Einsatz in der Geschichte der Nato. Der bürgerfinanzierte WDR pflichtet ihm bei:

Montag, 31.10.2011. Eifel. Am heutigen Tag stellt die Nato unter ihrer Führungsmacht USA ihren Einsatz in Libyen ein, einen Einsatz, den kaum ein deutscher Bürger verstanden hat noch verstehen wird – ich im Übrigen auch nicht. Wieso man 26300 Luft-Boden-Angriffe zur Erhaltung einer Flugverbotszone braucht, verstehe ich einfach nicht. Hatte Libyen 26300 Flugzeuge am Boden? Mehr als die ganze Nato zusammen? Es war – so Nato-Generalsekretär Rassmussen – der erfolgreichste Einsatz in der Geschichte der Nato. Der bürgerfinanzierte WDR pflichtet ihm bei:

Respekt! Libyen ist frei. Die Nato rückt ab. Ihre Mission ist erfüllt. Besser kann’s nicht laufen bei einem Militäreinsatz.

Die Nato hat erfolgreich umgesetzt, was die Vereinten Nationen mit ihrem Mandat in Auftrag gegeben hatten: Den Schutz der libyschen Zivilbevölkerung vor den Angriffen der Gaddafi-Truppen.

Bei 26300 Bombeneinsätze in Stadtgebieten dürfte es eine recht hohe Anzahl von zivilen Opfern gegeben haben. Knapp 60000 – schätzt ein Journalist, 2000 allein im Kampf um Sirte. Der größte Erfolg in der Geschichte der Nato? Hören wir genauer hin – nochmal Gegenfrage:

Die ehemalige MI5-Agentin Annie Machon ging sogar noch einen Schritt weiter und sagte in einem Interview mit dem Nachrichtensender RT, dass Libyen durch die NATO-Intervention zurück in die Steinzeit gebombt worden sei. ”Sie hatten freie Bildung, kostenlose Gesundheitsversorgung und konnten im Ausland studieren. Wenn sie heirateten, bekamen sie Geld. Libyen war daher oft dem Neid anderer afrikanischer Staaten ausgesetzt. Aber nun wurde das Land durch die humanitäre Intervention der NATO zurück in die Steinzeit gebombt”, so Machon. ”Sie werden nicht die gleiche Lebensqualität genießen, wie vor dem Krieg. Frauen werden unter der Rebellenregierung wahrscheinlich wieder unterdrückt und das Volksvermögen durch westliche Konzerne abgeschöpft werden. Der Lebensstandard in Libyen war vielleicht sogar etwas höher als in Amerika und Großbritannien in Zeiten der aktuellen Rezession”, sagte sie abschließend.

Wie ist denn der Lebensstandard in den USA gerade? Laut NTV streichen die gerade Unterrichtstage, weil ihnen das Geld für Lehrer ausgeht, dafür haben aber die Reichen (also … das oberste Prozent) ihr Vermögen in den letzten dreissig Jahren laut Mittelstandsnachrichten fast vervierfachen können.

Hört man Stimmen aus Libyen, so verstärkt sich noch der Eindruck, das dort die Superklasse der USA ein soziales Konkurrenzmodell ausgeschaltet hat:

Manchmal scheint es, dass ihr mehr Probleme habt als wir. Zumindest haben wir freie Erziehung, freie Krankenversorgung und freies Wohnen und leben nicht auf der Straße ohne Jobs.“
Mohammad wirft ein: „Eine Israelisch-Amerikanische Gesellschaft hat Sanad und anderen jungen Leuten, die ihre Gewehre nicht abgeben wollen, einen Job angeboten, ehemalige Kämpfer anzuwerben, um ihnen eine Ausbildung als Polizisten zu geben. Es gibt ein paar Blackwater (XE) Leute hier, die auch versuchen, mit NATO-Agenten Geschäfte zu machen und private Polizeikräfte in Libyen aufzustellen. Jeder, der glaubt, die NATO würde uns in Frieden lassen, täuscht sich. Es kommen mehr jeden Tag.“

Kommen die Stimmen jedoch aus dem Natobereich selbst, werden sie schnell zum Verstummen gebracht – wie das Schicksal des „Alice-Modell“ Vanessa Hessler zeigt: ihr droht der Rausschmiss, weil sie sich positiv über Libyens ehemalige Machtverhältnisse und die Lebensumstände im Land geäußert hat. Wenn die Erde gerade wieder eine Scheibe wird, muß man halt die Fans des kugelförmigen Erdmodells zum Schweigen bringen.

Freiheit, Demokratie und Menschenrechte erwähnt die neue Macht in Libyen keine einziges Mal – sagt die „Welt“ – aber dafür gibt es neue Regeln für Frauen:

Die Libyerinnen wären wohl die am meisten Benachteiligten: Als Zweit- oder Drittfrau, die kein wirkliches Recht auf Scheidung und unter Umständen noch einen Vormund hat, der bestimmt, ob und wohin sie gehen oder reisen darf.

Ein voller Erfolg der Nato, ohne Zweifel.

Wann kriegen wir das in Deutschland?

Ein weiterer Erfolg des Natobombardements, der gewaltsamen Erzwingung des Regierungswechsels inklusive Hinrichtungen und brutalstem Vorgehen von Söldnerhorden gegen die Zivilbevölkerung (siehe Spiegel): die Befreiung von tausenden von Waffen von staatlicher Kontrolle. Endlich stellen durchgeknallte Terroristen wieder eine ernsthafte Gefahr für die westliche Zivilluftfahrt da, ausgerüstet mit 20000 tödlichen Boden-Luft-Raketen (siehe Welt) können bald selbst kleinste islamistische Terrorgruppen weltweit Flugverbotszonen ganz nach ihrer eigenen Wahl errichten.

Für die amerikanische Superklasse kein Problem, sie haben Geld genug für Gegenmaßnahmen, aber der durchschnittliche Touristenbomber wird da wohl mal dran glauben müssen. Rüsten wir uns jetzt also schon mal für die dann fällige moralische Entrüstung über den „barbarischen Akt“, wenn über Mallorca ein Tui-Flieger zerfetzt wird.

Glaubt man Debka, so war das Kriegsziel sowieso nur die (exemplarische?) Hinrichtung eines Dikators, an der man sich aktiv beteiligt hat – möglicherweise mit weiteren spanischsprechenden Söldnern. Blackwater scheint ja jetzt – wenn auch unter anderem Namen – schon vor Ort, siehe oben.  Da wird die staatliche Gewalt im Lande wohl privatisiert. Und der eigentliche Grund des Natoeinsatzes? War wohl so real wie die Massenvernichtungswaffen des Irak, siehe „clanteam libyen„:

Bisher gibt es keinen einzigen Beweis dafür dass Gaddafi sein eigenes Volk bombardiert hätte, selbst die Kanzlerin Merkel musste das einräumen. Und sowohl Amnesty International als auch Human Rights Watch hatten nach dem Aufstand im Osten Libyens monatelang jeweils einen ehrlichen Beobachter vor Ort – beide haben sämtliche Anschuldigungen widerlegt, mit denen die NATO den Krieg gegen Libyen gerechtfertigt hat. Amnesty konnte keine einzige Geschichte von für Gaddafi kämpfenden „afrikanischen Söldnern” bestätigen, und die hochbrisanten Berichte von internationalen Satellitenfernsehsendern über die Vergewaltigung von Frauen durch afrikanische Söldner, mit denen die Bevölkerung Ostlibyens so in Panik versetzt wurde, dass sie aus ihren Häusern floh, waren erfunden.

Es gab keine bestätigten Berichte von Kampfhubschraubern, die Zivilisten angriffen und keine Kampfjets, die Leute bombardierten, was jegliche Rechtfertigung für die vom UN-unSicherheitsrat beschlossene Flugverbotszone, die als Vorwand für die NATO-Angriffe auf Libyen benutzt wurde, entwertet.

Und da glaubt man uns wirklich darüber informieren zu müssen, das Gaddafi an „Lähmung des Atemzentrums“ starb, weil so eine dumme (und inzwischen verschwundene) Kugel etwas eingeklemmt hat? Sinnvoller scheint mir da die Information zu sein, was sonst noch so in Libyen geschieht:

Gaddafi ist an einem unbekannten Ort südlich der Stadt Misurata bestattet worden. In seiner Heimatstadt Sirt wurden nach SPIEGEL-Informationen unterdessen die Gräber seiner Mutter und Großmutter geschändet und die Überreste der Leichen verschleppt.

Da hat also die Nato jetzt den „Rebellen“ geholfen, eine Machtstellung zu bekommen, die es ihnen erlaubt, sich so zu verhalten wie man es von Gaddafi immer behauptet hat?

Klasse.

Und wer schützt jetzt die Zivilbevölkerung vor den Folgen der Folgen des Natoeinsatzes? Wer schützt uns vor den Waffen, die jetzt frei auf dem freien Markt zirkulieren? Und dürfen wir jetzt eigentlich privat auch so verfahren, wenn die für Europa vorhergesagten Unruhen eintreten? Dürfen war dann zum Schutz der Zivilisten vor Nahrungsmittelspekulanten selbige in Kopf und Bauch schießen? Dürfen wir auch Regierungsstellen in die Luft jagen, wenn uns die Politik nicht passt?

Dürfen wir Maschinenkanonen und Salvenraketenwerfer auf Trucks schweißen und damit in Berlin einen Übergangsrat bilden um auch in Deutschland die Mehrehe wieder gesellschaftsfähig zu machen? Wir könnten ja dann auch die Gräber von – ja, nun – Hannelore Kohl? – schänden – auch wenn ich persönlich jetzt nicht wüßte, was das nun bringen sollte.

Aber … da könnte ich ja die Nato fragen, die empfindet solche gesellschaftlichen Entgleisungen scheinbar als „vollen Erfolg“.  Und die Anhänger des alten Systems findet man dann mit zusammengebunden Händen in den Berliner Kanälen wieder.

Was ist eigentlich aus jener westliche Zivilisation geworden, die Diktatoren durch friedliche Diplomatie auf den richtigen Weg gebracht hat? Weiß man eigentlich in der Nato-Zentrale noch, warum die Menschheit „Diplomatie“ entwickelt hatte?

Wenn ich nun höre, das der Übergangsrat die Nato lieber noch länger in Libyen hätte, weil sie vielleicht doch nur eine kleine durchgeknallte Minderheit von neuen Möchtegerndiktatoren bilden, dann schwant mir Übles für dieses  Land – aber auch für unseres, wenn wir den neuen moralischen Standard in der internationalen Politik gut heißen und Gewalt als legitimes Mittel zur Durchsetzung politischer Ziel akzeptieren.

 

Gaddafi, Hartz IV und Eurorettung: die „unsichtbare Hand des Marktes“ greift weiter hart durch – Polizeistaat Europa voraus

Freitag, 28.10.2011. Eifel. Noch. Heute soll ja wieder mal die Welt untergehen, ich habe die Einkäufe fürs Wochenende deshalb extra auf Morgen verlegt: man will ja nicht umsonst Geld ausgeben und vor der Endabrechnung noch ein paar Miese produzieren. Endabrechnung? Ja, darum geht es doch in der Religion der "Marktwirtschaft": der heimliche Glaube, das am Ende des Lebens der große Geist des Universums (die "unsichtbare Hand des Marktes") jede Seele danach beurteilt, wieviel Buchgeld sie auf dem Konto hat und was an Sach- und Geldwerten noch hinzukommt. Wer das Meiste hat, hat gewonnen. Was er gewonnen hat - weiß ich nicht, ich gehöre dieser Religion persönlich nicht an, ich leide nur unter ihrem Wahn ... zum Beispiel dem Wahn, das sie alle Werte dieser Welt unter ihre Kontrolle bringen möchte so wie die katholische Kirche alle Seelen vor dem Fegefeuer retten will.

Freitag, 28.10.2011. Eifel. Noch. Heute soll ja wieder mal die Welt untergehen, ich habe die Einkäufe fürs Wochenende deshalb extra auf Morgen verlegt: man will ja nicht umsonst Geld ausgeben und vor der Endabrechnung noch ein paar Miese produzieren. Endabrechnung? Ja, darum geht es doch in der Religion der „Marktwirtschaft“: der heimliche Glaube, das am Ende des Lebens der große Geist des Universums (die „unsichtbare Hand des Marktes“) jede Seele danach beurteilt, wieviel Buchgeld sie auf dem Konto hat und was an Sach- und Geldwerten noch hinzukommt. Wer das Meiste hat, hat gewonnen. Was er gewonnen hat – weiß ich nicht, ich gehöre dieser Religion persönlich nicht an, ich leide nur unter ihrem Wahn … zum Beispiel dem Wahn, das sie alle Werte dieser Welt unter ihre Kontrolle bringen möchte so wie die katholische Kirche alle Seelen vor dem Fegefeuer retten will.

Den Katholiken kann ich noch verzeihen … wenn man ihr System versteht, versteht man auch, das sie keine böse Absichten haben. Für die Religion „Marktwirtschaft“ kann ich das nicht sagen – aktuell ist ihr der libysche Sozialstaat zum Opfer gefallen. Wir hätten eher den Herrn Gaddafi retten sollen als die Deutsche Bank, da aber die Banken aktuell die wahre Macht auf diesem Planeten darstellen sollte es uns nicht wundern, das als Ergebnis des planlosen Natobombardements der Islamismus ein weiteres zivilisiertes Land überrollt … und nebenbei einer der letzten schuldenfreien Staaten von der Landkarte verschwindet.

Ein älterer Artikel von theintelligence weist darauf hin:

Gewiss, finanziell ist es den Libyern bis dato keineswegs schlecht ergangene. Doch was nützt schon Wohlstand ohne Demokratie, ohne internationale Konzerne, ohne Zusammenarbeit mit dem internationalen Bankenwesen, das bereitwillig Kredite zur Verfügung stellt und vielleicht auch Fabriken errichtet, damit die Leute, die bislang ohne Job auskamen, endlich Arbeit kriegen, damit sie Steuern zahlen können, um die Zinsen für die Kredite zu finanzieren?

 Libyen ist ein Beispiel dafür, was mit einem Land geschieht, das sich aus der internationalen Finanzdiktatur zu lösen versucht. 

Vergessen wir jedoch Gaddafi als Person, nehmen wir ein Land, das die Bodenschätze für den Staatshaushalt nutzt, anstatt sie internationalen Konzernen zu überlassen, das ein unabhängiges Geldwesen betreibt, das schuldenfrei ist und das es bislang unterlassen hat, seine Bürger in die Armut zu treiben. Was würde mit einem westlichen Staat wohl geschehen, der radikale Maßnahmen einsetzt, um die derzeitige Wirtschaftkrise zu überwinden? Ein Staat, dem das Wohlergehen der Bürger mehr bedeutet als das der Finanzlobby. 

Darf man so etwas noch schreiben? Das es ein Leben geben könnte, wo normale Bürger ohne Job durchs Leben kommen können? In Libyen ging das, in Deutschland werden solche Menschen als Parasiten beschimpft, mit dem Hungertod bedroht und mit Entzug der Menschenwürde bestraft:

Hinter dem, was auf den ersten Blick wie die Laune einer einzelnen Arbeitsvermittlerin anmutet, könnte tatsächlich ein bundesweites System stecken. „Seit dem Frühjahr beobachten wir verstärkt, dass die Vermittler in den Jobcentern und Agenturen in ganz Deutschland zum Teil schikanöse Maßnahmen anwenden, mit dem Ziel, die Arbeitslosen dazu zu bringen, sich aus dem Leistungsbezug abzumelden“, erzählt der Sprecher des Erwerbslosenforums in Bonn, Martin Behrsing.

Dabei würden jobsuchende Akademiker auch schon mal in Kurse gesteckt, wo ihnen tagelang die Grundrechenarten vorgekaut oder Hartz-IV-Bezieher zum Stricken und Montieren von Spielsachen verdonnert würden. „Die Bundesagentur muss sparen, und sie will jeden Monat eine schöne Statistik präsentieren“, erläutert Behrsing.

Wie man nun von Libyen auf Hartz IV kommt? Nun – es ist das gleiche System … und der gleiche Täter. Der internationale Bankenclan – die Kirche der Religion der „freien Marktwirtschaft“, die in etwa so frei ist wie die USA demokratisch – braucht zur Akkumulation von Kapital (also: zur Generierung von Spielgeld sprich Anlagekapital) das Geld in den Händen möglichst weniger Menschen. Damit aber einige wenige Menschen für einen Euro Leistung Millionenboni bekommen, dürfen Millionen von Menschen für hundert Euro Arbeitsleistung nur einen Euro Gehalt bekommen – sonst geht das nicht. Der Geldkreislauf ist ein geschlossenes System, was ich an einer Ecke aufhäufe, muss ich an den anderen Ecken abzweigen.

Die gleiche Hand, die hier den „Niedriglohnsektor“ gefordert und gefördert hat, hat in Libyen den Sozialstaat zerbombt und demonstrativ – unter Zuhilfenahme von geheimen britischen und us-amerikanischen Bodentruppen, die Gaddafi wochenlang einkesselten – einen der Widerständler durch die islamistische Söldnermafia hinrichten lassen.

Auch in Deutschland greift die harte Hand weiter durch – alternativlos, wie wir wissen. Zwei kleine Nachrichten am Rande offenbaren uns das System eines aufkeimenden Polizeistaates. Nachdem nun auch naturwissenschaftlich bewiesen ist, das Armut nicht gesund für kleine Kinder ist,  hat man die nötige reichsdeutsche Konsequenz aus dieser Erkenntnis gezogen:

Nach jahrelanger Debatte beschloss der Bundestag ein neues Kinderschutzgesetz. Jugendämter werden verpflichtet, Risikofamilien stärker zu kontrollieren. Bei klaren Hinweisen auf eine mögliche Gefährdung von Kindern soll es regelmäßige Hausbesuche geben. Ärzte und Psychologen können bei klaren Anhaltspunkten für Misshandlungen von sich aus ihre Schweigepflicht brechen und die Behörden einschalten.

Risikofamilien sind natürlich all diejenigen Familien, in denen der Haupternährer nicht mehr durch den Arbeitgeber (bzw. dessen Kreditgeber) kontrolliert werden kann, weil er in Folge von Alter und Krankheit aus dem System gefallen ist.

Was das nun alles mit der Eurokrise zu tun hat? Nun – es verdienen die gleichen daran, die auch an der Plünderung des libyschen Sozialstaates oder der Plünderung des deutschen Sozialstaates verdienen: der internationale Bankenclan, der jetzt schon einen Großteil der Weltwirtschaft dominiert.

Ist es Zufall, das nach dem griechischen „Haircut“ erstmal Zypern abgestuft wurde … jenem „Haircut“, der schon jetzt eine Mogelpackung ist, weil der fünzigprozentige Schuldenerlass de Fakto nur ein dreissigprozentiger ist – und man sowieso die Verluste von der Steuer abziehen kann? Fachleute wissen, das die Eurokrise nicht gelöst ist, das die Krise droht, noch „viel viel schlimmer“ zu werden, weil nun ganz Europa zu einem Hedge-Fond wird – mit völlig unkalkulierbaren Risiken für den normalen Wirtschaftsbürger. Der kann seine eigene Zukunft schon mal beispielhaft am Schicksal der US-Häuslebauer studieren:

Weite Teile der USA stehen „unter Wasser“. Damit ist gemeint, dass ein Haus weniger wert ist, als der Kredit, der auf ihm lastet. Ein Viertel aller US-Hausbesitzer ist auf diese Weise überschuldet, in den einstigen Boom-Staaten Florida, Arizona und Nevada sind es 50 Prozent und mehr. Viele geben auf und stellen ihre Ratenzahlungen ein. Die Banken ordnen eine Zwangsräumung an, die Häuserpreise fallen weiter und noch mehr Amerikaner drückt es unter Wasser.

Die Deutschen wissen das – auch wenn die Medien immer ein anderes, rosafarbenes, zweckoptimistisches Bild zeigen und die Wähler mit unbezahlbaren Rentensteigerungen und Weihnachtsgeldverdoppelungen für Beamte in beruhigt werden – so als hätten wir überhaupt keine Krise und würden wie Libyen in Geld schwimmen. Während die Politiker ihre Unglaubwürdigkeit und Machtlosigkeit immer deutlicher demonstrieren, gibt es in Deutschland aktuell einen „Crack-up-Boom“:

Eine aktuelle Studie des Versicherungsriesen Allianz beleuchtet das Sparverhalten in verschiedenen europäischen Ländern. In Deutschland gibt es erste Ansätze eines so genannten Crack-Up-Booms.

Konsumieren, solange das Geld noch etwas wert ist: Dieser Devise folgen laut einer aktuellen Studie des Allianz-Versicherungskonzerns bereits erstaunlich viele Menschen in Deutschland. 39 Prozent gaben im Rahmen einer Befragung an, mehr Geld auszugeben, weil sie steigende Inflation befürchten.

Leider … bekommen sie das Geld, das sie jetzt ausgeben, in Zukunft nicht wieder. Aber wenigstens haben sie dann drei Fernseher im Haus.

Eine der ausführenden Organe der „unsichtbaren Hand des Marktes“ ist der ehemalige Hartz-IV-Einführer Joschka Fischer, der aktuell mit besinnlichen Worten auf sich aufmerksam macht und interessante Perspektiven der Eurokrise aufzeigt:

Dieses Scheitern geschähe zudem während einer fundamentalen Neuordnung der Welt,  denn 200 Jahre westlicher Vorherrschaft gehen zu Ende. Macht und Reichtum verschieben sich nach Ostasien und in andere Schwellenländer, zudem wird sich Amerika an die Lösung seiner eigenen Probleme machen müssen und sich zugleich mehr dem Pazifik als dem Atlantik zuwenden. Um Europa wird es also einsamer und kälter werden. Wenn die Europäer daher jetzt nicht anfangen, sich um ihre Zukunft und ihre Interessen zu kümmern – wer denn soll es für sie tun? Niemand, lautet die schlichte Antwort.

Er weiß auch, worin das Übel der aktuellen Krise besteht und zeigt, das er scheinbar mehr weiß über die „fundamentale Neuordnung der Welt“, als wir Sparbürger, die gerade unsere Zukunft für neue Fernseher verschleudern:

Der Kern der europäischen Krise liegt nicht in drei Jahrzehnten Neoliberalismus, nicht im Platzen der Spekulationsblase, nicht in der Verletzung der Maastricht-Kriterien, nicht in der Staatsverschuldung und auch nicht bei den Banken und der allgemeinen Gier – allesamt wichtige Dinge – , sondern in der Politik. Genauer: im Fehlen einer gemeinsamen europäischen Regierung.

Dreissig Jahre Neoliberalismus war ok, Spekulationsblasen waren ok, überbordende Staatsverschuldung ist total in Ordnung, die Banken mit ihrer Gier nach immer mehr sind einfach nur putzig, aber das Fehlen der gemeinsamen europäischen Regierung hat uns an den Rand des Abgrundes gebracht. Wie gut, das der lange gezielt als Feindbild aufgebaute „Islamismus“ nun bis vor die Tore Europas gerückt ist und uns klar macht, wie allein wir in dieser kalten Welt sind, in der sich niemand um uns kümmert.

Merkt man, wie sich die von Joschka Fischer gepredigte „fundamentale Neuordnung der Welt“ nach einem Plan entfaltet – zufällig natürlich, weil die Herren des Geldes ihre Entscheidungen grundsätzlich nur auswürfeln und niemals taktisch und strategisch planvoll handeln – der langsam aber sich alternativlos wird … und aus Europa einen Polizeistaat macht, in dem Armut eine Straftat ist und mit regelmässigen Hausbesuchen der Behörden verknüpft sein wird.

Das sind natürlich alles nur Verknüpfungen eines Philosophen aus der Eifel, die nicht wahr sein können, weil es keine Verschwörungen gibt: das wissen wir ja seit dem 11.9.2001.

Wir wissen auch, das die Nato nur einige demokratische Wutbürger in Misurata vor den Luftschlägen Gaddafis geschützt hat – das hat man uns erzählt. Das man vor Ort andere Beobachtungen machen konnte, kann nicht sein, weil das ja Verschwörungstheorie wäre:

Es herrschte Krieg in Libyen. Jeden Tag wurden weitere Teile Tripolis‘ bombardiert. Am 6. August beschloss ich, meine Frau und den Rest der Gruppe zurück nach Italien zu schicken. Ich wollte noch einige Tage abwarten in der Hoffnung, das offizielle Schreiben mit Ghadhafis Unterschrift doch noch zu erhalten. Aber ich wartete vergebens und konnte auch niemanden mehr kontaktieren. Es gab keinen Strom, kein Wasser, und das Telefonnetz brach auch die ganze Zeit zusammen. 

Wieso es in Tripolis keinen Strom, kein Wasser und kein Telefon mehr gab (also: gezielte Terrorakte gegen die Zivilbevölkerung, vor denen man ja eigentlich die libysche Zivilbevölkerung schützen wollte), nur weil es eine Flugverbotszone gab und man die Rebellen vor Gaddafis Armee schützen wollte, erschließt sich nur den wahren Gläubigen der neuen Religion … immerhin wissen selbst Regierungsvertreter in Italien nicht, was in Libyen los war:

Sie schienen sehr interessiert, weil sie keine Ahnung über den Ernst der Lage hatten. Ich erklärte ihnen, dass humanitäre Hilfe dringend nötig war, zeigte Fotos von verletzten Zivilisten, Kindern, von vielen bombardierten Privathäusern und von Krankenhäusern ohne Strom und ohne Wasser. Sie versprachen mir, sich bald bei mir zu melden, doch natürlich hörte ich nichts. Warum hätten sie sich auch bei mir melden sollen? Als ich anrief, um mich nach dem Stand der Dinge zu erkundigen, hiess es, dass sie nichts unternehmen könnten, da es sich um kein offizielles Schreiben handelte. Mir war klar, dass ich nichts mehr tun konnte.

Da geht es dem Handlungsreisenden wie uns und unseren Politikern. Gibt es eigentlich noch Fragen über den Ernst der Lage aus der Sicht der Politik, wenn ein werdender Vater lieber mit Merkel in Berlin über Geld redet als mal kurz bei der einzigartigen Geburt seines ersten Kindes zu sein? Kann man „getrieben sein“ noch besser illustrieren?

Wenn die „unsichtbare Hand des Marktes“ nun schon Präsidenten jagt … wie wollen wir uns da Hoffnung machen, den Polizeistaat Europa noch aufhalten zu können.

Er wird alternativlos sein … und wenn wir uns wehren, dann kommt eben der Moslem oder andere finstere Gestalten aus der kalten Welt da draussen, vor der uns der gute alte Joschka so eindringlich warnt.

 

Globale Elite schlachtet europäischen Mittelstand zugunsten des Islam.

Dienstag, 25. Oktober 2011. Eifel. Gestern erfuhr ich, das die Welt Ende der Woche untergeht - und nicht erst 2012. Man hatte sich mit dem Mayakalender verrechnet - nicht der 21.12.2012 ist der Tag der Entscheidung, sondern der 28.10.2011. Wir wissen auch warum: treffen "wir" jetzt die falschen Entscheidungen, dann landen "wir" in einem Abgrund. Es geht um viel: die Rettung Griechenlands steht auf dem Spiel. Gut, Portugal, Spanien, Irland und Italien stehen schon Schlange, Frankreich läuft sich auch schon warm, aber darüber wollen wir jetzt mal nicht reden, solche kapitalistischen Perversionen machen nur schlechte Laune. Das wir in Deutschland überhaupt nicht mehr informiert sondern nur noch indoktriniert werden, hat seinen Grund, wie der isländische Genforscher Stefánsson in der Welt erläutert:

Dienstag, 25. Oktober 2011. Eifel. Gestern erfuhr ich, das die Welt Ende der Woche untergeht – und nicht erst 2012. Man hatte sich mit dem Mayakalender verrechnet – nicht der 21.12.2012 ist der Tag der Entscheidung, sondern der 28.10.2011. Wir wissen auch warum: treffen „wir“ jetzt die falschen Entscheidungen, dann landen „wir“ in einem Abgrund. Es geht um viel: die Rettung Griechenlands steht auf dem Spiel. Gut, Portugal, Spanien, Irland und Italien stehen schon Schlange, Frankreich läuft sich auch schon warm, aber darüber wollen wir jetzt mal nicht reden, solche kapitalistischen Perversionen machen nur schlechte Laune. Das wir in Deutschland überhaupt nicht mehr informiert sondern nur noch indoktriniert werden, hat seinen Grund, wie der isländische Genforscher Stefánsson in der Welt erläutert:

Ich will mir kein Urteil über das Fachwissen deutscher Journalisten erlauben. Ich möchte nur sagen, dass sie alle ohne Ausnahme Arschlöcher („pieces of shit“) sind. Vielleicht sind sie sehr gebildete Arschlöcher, aber das ist mir gleich.

Der Mann weiß, wovon er spricht. Wer nun viel Zeit und Muße hat, sich den deutschen Medien zu stellen, wird auch schnell erfahren, warum die noch den üblichen Kadavergehorsam der Hitlerjugend an den Tag legen: sie wissen einfach, wo es lang geht. In Zukunft … wird es nur noch ganz wenige geben, die was haben, während immer mehr gar nichts haben. Warum das so ist, kann man in Cicero nachlesen:

Historisch gesehen ist es den Wirtschaftseliten zumeist gelungen, den Großteil des Mittelstands für seine Interessen zu gewinnen, da es galt, sich gemeinsam gegen die organisierte Arbeiterschaft zu verteidigen. Dieses Bündnis war stets die Teilnahmebedingung der Wirtschafts­eliten am demokratischen System: Wann immer sie sich isoliert und abgedrängt fühlten angesichts einer sich verbündenden Mittel- und Arbeiterschicht, wandten sie sich gegen die Demokratie; sobald es ihnen gelang, sich mit dem Mittelstand zu verbünden, schlossen sie sich dem demokratisch-konservativen Block an, der in allen Industriestaaten außerordentlich erfolgreich ist.

Das wird sich nun möglicherweise ein wenig ändern, als Antwort auf mehrere Entwicklungen. Erstens sind die reichen Unternehmereliten sozusagen „denationalisiert“; ihr Besitz erstreckt sich über die Welt, sie operieren global. An der Innenpolitik eines Landes haben sie kein Interesse. Allianzen mit dem Mittelstand sind für sie nicht wichtig. Und zweitens hat sich die Bedrohung des Mittelstands durch die organisierte Arbeiterschaft stark verringert, da diese vor allem in der Fertigungsindustrie immer mehr geschrumpft ist.

So einfach kann Politik sein. Der deutsche Journalist weiß von dieser Entwicklung – und er weiß, das letztlich ganz viele über die Klinge springen müssen, damit sich einige wenige Wohnwagen für 2,15 Millionen Euro leisten können. Schon jetzt ist im Gespräch, das sich auch Arbeitslose verschulden sollen, um der Hartz-IV-Falle zu entkommen.

Ein denkbarer Satz, den ich dankbar aufnehme: selten geben die Verantwortlichen zu, das Hartz IV als Falle gedacht war, als Peitsche, mit der man den Mittelstand durchs Leben jagen möchte. Darüber, was man von einer Regierung halten soll, die für ihre Bürger potentiell tödliche Armutsfallen aufstellt, wird – dank der Arschlöcher in den Medien – in Deutschland nicht gesprochen, selbst dann nicht, wenn eine Regierung nach der anderen den ehemaligen Sozialstaat in ein Arbeitslager mit offenem Vollzug verwandelt, siehe Telepolis:

Der Abbau des Sozialstaates ist fortgesetzt worden, manchmal sogar verschärft und teilweise mit anderen Akzentsetzungen. Damit hat man eben nicht erreicht, dass der wirtschaftliche Aufschwung bei allen ankommt, wie die Regierung tönt, sondern dafür gesorgt, dass dieser manche noch reicher gemacht hat, während die Armen noch zahlreicher geworden sind.

Früher hätten wir so etwas einfach „Diktatur“ genannt.

Früher hätten wir aber auch Diktatoren wie Gaddafi menschlich behandelt – das zeichnete uns damals aus, deshalb waren wir „besser“ als die Tyrannen der Weltgeschichte: wir gingen sogar mit Mördern sozial um – sogar sozialer als  mit Arbeitslosen. Das ist auch heute noch so: jeder Tag Haft kostet den Steuerzahler 80 – 90 Euro, für die Ernährung der Kinder von Arbeitslosen geben wir täglich 2,67 Euro aus. Wozu soll das die Jugend wohl motivieren?

Heute stellen wir die gemeuchelten Feinde der „Demokratie“ öffentlich zur Schau, unter dem Bombenschirm der Nato erlebt der islamistische Fundamentalismus eine neue Blüte in Nordafrika und erhält eine Macht, die er ohne Nato-Bomben nie gehabt hätte. Dafür verschwindet der Sozialstaat Libyen von der Bildfläche wie auch der Sozialstaat Deutschland.

Wer sich  nun fragt, warum das so ist, der lese nochmal sorgfältig die o.g. Zitate.

Die globale Elite verabschiedet sich vom Mittelstand in Europa, er wird entsorgt wie der morgendliche Stuhlgang. Für den globalen Millionärspakt sind nordafrikanische Islamisten sehr nützlich: sie lenken den Mittelstand von seinen eigentlichen Feinden ab. Gerne zahlen wir Katzen- Bräunungs- und Sexsteuer zur Rettung des Abendlandes, gerne sehen wir uns mit Banken und Politik in einem Boot im Kampf gegen die islamistische Gefahr, die wir schon im Irak und Afghanistan erfolglos bekämpft haben, wobei uns der deutsche Journalist die Wahrheit erspart, das neben den nordafrikanischen Tyrannen auch Saddam Hussein ein Bollwerk gegen den „bösen“ Islam waren, der nun in großem Stil durch Natobomber deutlich näher an Europa herangerückt ist.

Das wird jene Verschwörungsanalytiker freuen, die schon immer meinten, das Al-Kaida bis heute ein CIA-Ableger geblieben ist. Verstehen kann man es nur vor dem Hintergrund, das die „globale Elite“ sich eben schon völlig vom bürgerlichen Denken des Mittelstandes verabschiedet hat. Das demonstriert sie ja auch immer wieder gern, ob es ich nun um Steuerhinterziehung im großen Stil oder um Korruption, Bestechlichkeit und Untreue handelt: „amüsiert und von oben herab“ beobachten die Täter die niedlichen Bestrebungen des bürgerlichen Rechtsstaates, sich gegen die kriminelle Internationale zur Wehr zu setzen: sie wissen längst, das der Staat verloren hat, das eine neue Ära des internationalen Feudalismus kommt, das nach tausend Jahren bürgerlicher Freiheit in den Städten der Feudalstaat zurückkehrt – diesmal als weltumspannendes Imperium, in dem Stadtluft nicht mehr – wie noch im Mittelalter – frei macht.

Der deutsche Mittelstand wähnt sich – dank der kontinuierlichen Wühlarbeit der journalistischen „Arschlöcher“  – noch in Sicherheit … oder beschäftigt sich mit Fußball, Frauen und Alkohol – während der globale Millionärspakt in Griechenland seine Macht demonstriert und die Ohnmacht des Staates feiert, dem jetzt schon das Geld für die Druckertinte zum Ausstellen der Steuerbescheide fehlt. Dort wird gezeigt, wie man einen Staat zerfallen lassen kann – ist wird der erste europäische Staat sein, der zerfällt und – vielleicht – auch überraschend eine neue Heimat für islamistische Fundamentalisten werden wird, die dann wie in Nordafrika die zentrale Gewalt im Staat und auf den Straßen darstellen.

Man sollte auch nicht übersehen, das der globale Millionärspakt auch vor der Zerrüttung der zivilgesellschaftlichen Strukturen der USA nicht zurückschreckt, siehe Handelsblatt:

Gerade die Demonstranten in den USA haben allen Grund, sich über Alternativen Gedanken zu machen. Das Land steht am Rande eines wirtschaftlichen und moralischen Bankrotts, verursacht durch das wachsende Wohlstandsgefälle, steigende Bildungskosten, hohe Arbeitslosigkeit, extrem polarisierende Wahlkämpfe, Abhängigkeit der Politiker von privaten Spenden, den großen Einfluss der Konzerne (insbesondere der Banken) durch ihre Lobbyisten, ein parteiisches Oberstes Gerichtshof und einen sehr teuren Krieg gegen den Terror. 

Das Ende des europäischen Mittelstandes wird – alternativlos – mit großer Gewalt, gezielt und umfassend durchgedrückt, schon jetzt ist Journalisten klar, das auch der Billionenrettungsschirm zu klein ist … und das der Mittelstand zudem mit der kalten Entwertung seiner Kaufkraft zu rechnen hat.

Deshalb ist es falsch zu sagen, das „der Deutsche gegen die Krise ankauft“ – viel mehr müsste man sagen, das er noch schnell wertlose Euro in …. irgendetwas Haltbares umtauschen möchte. Irgendwo hat der Mittelstand in der Tat schon gemerkt, das das nicht mehr lange gehen wird und das Hartz IV in naher Zukunft der Standard der Mehrheit der Deutschen sein wird – finanziell, rechtlich und … vom Ansehen her.

Da wird es in der Tat Zeit, sich schon jetzt mit Reserveelektrogeräten für die nächsten zwanzig Jahre einzudecken, bevor … ja, bevor … gar nicht mehr geht.

 

ausgeträumt

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Drei Tage nach dem gewaltsamem Tod des selbsternannten Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi ist gestern dessen Ära und die Befreiung von seiner jahrzehntelangen autoritären Herrschaft offiziell für beendet erklärt worden. Im gleichen Atemzug betonte der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrats Mustafa Abd al-Dschalil in Bengasi außerdem, dass das islamische Recht, die  Scharia, die Grundlage aller neuen Gesetze sein werde und bestehende Gesetze, die im Widerspruch zum Islam stünden, annulliert werden.

Quelle

Wer denn glaubte, dass sich Libyen in eine westliche, demokratische Gesellschaft entwickeln wird, wird sich nun bitter enttäuscht fühlen oder hat den Schuss nicht gehört, wie scheinbar Bundesaußenminister Guido Westerwelle, der auf die Worte von Mustafa Abd al-Dschalil erklärte:

„Angst und Unterdrückung sind der Hoffnung auf Frieden und Freiheit gewichen.“

Quelle

Wollte die westliche Wertegemeinschaft der libyschen Bevölkerung nicht bei ihrem Kampf für Demokratie und Freiheit helfen? Der Traum ist wohl ausgeträumt!

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Europa 2011: die „unsichtbare Hand“ des Marktes wird sichtbar – als Klaue eines Schweinehundes namens Goldman-Sachs

Freitag, 21. Oktober 2011. Eifel. Die Welt freut sich über einen toten Diktator. Gestern meldete der Spiegel noch den Angriff von Nato-Truppen auf den Gaddafi-Konvoi, heute sind schon Flugzeuge daraus geworden, obwohl wir doch wissen, das Bodentruppen die "Aufständischen" auf der Jagd nach Gaddafi unterstützen wollten. Aber - wir wollen noch nicht zu offen von der neuen Welt reden, die sich gerade um uns entfaltet. 

In dieser neuen Welt bekommen die bankrotten Griechen für einen Appel und ein Ei 400 modernste US-Panzer geschenkt (gebraucht, aber die Typen sind gerade weltweit im Einsatz) sowie bis zu vier nagelneue französische "Tarnkappenschiffe" - das Neueste vom Neuesten, für die letztlich dann der deutsche Steuerzahler aufkommen darf. Was sollen die Griechen mit diesen Waffen - ausser vielleicht, den Krieg mit der Türkei suchen? Den pflegt man schon lange:

Freitag, 21. Oktober 2011. Eifel. Die Welt freut sich über einen toten Diktator. Gestern meldete der Spiegel noch den Angriff von Nato-Truppen auf den Gaddafi-Konvoi, heute sind schon Flugzeuge daraus geworden, obwohl wir doch wissen, das Bodentruppen die „Aufständischen“ auf der Jagd nach Gaddafi unterstützen wollten. Aber – wir wollen noch nicht zu offen von der neuen Welt reden, die sich gerade um uns entfaltet.

In dieser neuen Welt bekommen die bankrotten Griechen für einen Appel und ein Ei 400 modernste US-Panzer geschenkt (gebraucht, aber die Typen sind gerade weltweit im Einsatz) sowie bis zu vier nagelneue französische „Tarnkappenschiffe“ – das Neueste vom Neuesten, für die letztlich dann der deutsche Steuerzahler aufkommen darf. Was sollen die Griechen mit diesen Waffen – ausser vielleicht … den Krieg mit der Türkei suchen? Den pflegt man schon lange:

Seit Jahrzehnten sind beide Länder in einen kostspieligen Rüstungswettlauf verstrickt, der vor allem dem viel kleineren Griechenland immer neue Schulden aufbürdet. Mit dem 1999 begonnenen Dialog verband man in Athen vor allem die Hoffnung, das ruinöse Wettrüsten beenden zu können. Aus demselben Grund unterstützt Griechenland auch die EU-Kandidatur Ankaras. Eine in Europa integrierte Türkei werde ein friedlicher Nachbar sein, so das Kalkül.

Man konnte an „entscheidender Stelle“ (Politik, Banken, Rüstungsfirmen) also schon lange sehen, das Griechenland unter dem türkischen Druck zusammenbrechen wird. Seltsamerweise – jedenfalls seltsamerweise für die Bürger, die den Leitmedien bedingungslose Treue geschworen haben – wird dieser Totrüstungsaspekt in den Debatten über die Verschuldungsgründe Griechenlands nie genannt – stattdessen versucht man noch, weiter zu verkaufen.

Aktuell greifen türkische Truppen den Irak an – mit Bodentruppen. Als der Irak mit Bodentruppen Kuweit angriff, gab es Weltkrieg – also Krieg mit der Welt. Natürlich will die Türkei im Irak nur Kurden töten – das scheint erlaubt und unbedenklich. Vielleicht sind die alle arbeitslos?

Portugal spart sich gerade kaputt, die Süddeutsche berichtet von „dramatischen Einbrüchen in der Wirtschaft“, laut Welt hält die Troika Griechenland für komplett erledigt – trotzdem gibt es nochmal Geld, weil man mit der Pleite warten will, bis der Rettungsschirm funktioniert und die Privatbanken aus der Haftung komplett entlassen sind.

Und dann entdecken wir in Griechenland weitere Merkwürdigkeiten, die an jene Merkwürdigkeiten erinnern, die im Hintergrund politischer Entwicklungen oft zu beobachten sind … der ominöse „schwarze Block“ schlägt zu. So berichtet der Spiegel:

Dabei ähneln diese rituellen Scheingefechte zwischen Autonomen und Beamten auf erstaunliche Art und Weise manchen Aspekten der griechischen Krisenbewältigung: Sie sind plan- und ziellos, ineffektiv und werden begleitet von großen Worten, denen nur selten Taten folgen. So schwadronieren die Vermummten gerne davon, einen Volksaufstand herbeiführen und die Regierung davonjagen zu wollen. Doch kaum kommen die zahlenmäßig hoffnungslos unterlegenen Ordnungshüter angetrabt,nehmen die Möchtegernrevoluzzer Reißaus.

Jedenfalls nahmen sie Reißaus bis zur jetzigen großen Demonstration. Aktuell verhalten sie sich anders:

Bei den Protesten gegen das Sparprogramm der griechischen Regierung kam es am Donnerstag erneut zu Krawallen. Zehntausende Griechen protestierten überwiegend friedlich auf dem Platz vor dem Parlament, bis rund 500 Randalierer die Demonstration angriffen: Die zum Teil vermummten Randalierer warfen mehrere Brandsätze in Flaschen auf die Teilnehmer und lösten eine Panik aus.

Die Polizei setzte daraufhin massiv Tränengas ein, um die Menschenmenge aufzulösen. Tausende Menschen flohen in Panik von dem Platz.

Keiner wundert sich? Da greifen „Autonome“ Demonstranten an, worauf hin die Polizei die Demonstranten mit Tränengas beschießt? Das passt zusammen – wie die Meldung, das die Nato nach dem Tod Gaddafis sofort die Kampfhandlungen eingestellt hat, weil der inoffizielle Auftrag erledigt war – so jedenfalls hörte es sich gestern auf WDR 5 an, als man extra nochmal den „offiziellen Auftrag“ betonte: Zivilisten vor Gaddafis Soldaten zu schützen.

Völlig unberührt davon geht allerdings die wirtschaftliche Ausplünderung der Pleitestaaten weiter – einerseits offiziell durch beständige Erhöhung der Zinsen (was in etwa so sinnvoll ist, als wenn man einem Arbeiter mit Bandscheibenvorfall immer schwerere Lasten tragen läßt, sich dann aber wundert, das er ständig wieder zusammenbricht, weshalb man die Lasten … die Zinsen … nochmal erhöht), andererseits durch komplette Transferierung des zuvor privatisierten Kapitals:

Während Europa den Schuldenstaat vor der Pleite rettet, verdichten sich die Anzeichen, dass die hellenische Oberschicht die Steuerzahler der Geberländer und auch die eigene Regierung an der Nase herumführt. So haben reiche Griechen nach Einschätzung von Experten offenbar 200 Milliarden Euro Schwarzgeld in die Schweiz geschafft.

Währenddessen droht die Politik ganz unverhohlen mit Renten- und Lohnstopp, also wieder einmal ganz klassisch mit dem Hungertod, weil es gerade nicht „in“ ist, direkt auf das Volk zu schiessen. Wir haben Hartz IV anstelle des G III.

Wer nun meint, das geht nur in Griechenland, der irrt sich gewaltig. Das geht auch in Deutschland, aber in dieser Form berichten die Leitmedien nicht darüber. Immer mehr Selbständige landen in Deutschland in der Grundsicherung (sprich Hartz IV), deren verfassungsrechtliche Überprüfung gerade von den Grünen verhindert wird – wäre ja auch schlecht, wenn man merken würde, das die Grundsicherung in Deutschland nicht der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte entspricht und wir uns auch ganz offiziell davon verabschieden müssten ein Land zu sein, das diese Werte schätzt und respektiert.  Das wäre ja so, als wenn wir zugeben würden, das die Nato nur unterwegs war um Gaddafi zu ermorden. Dann könnten wir auch gleich selbst auf die Demonstranten schießen, und müssten keine Autonomen dafür bezahlen, Randale zu machen.

Währenddessen treiben uns Wirtschaft und Politik in die Privatinsolvenz. Die Wirtschaft durch immer mehr Kartelle, die uns das Geld aus der Tasche ziehen (unter anderem durch Zinsmanipulationen), die Politik durch nebelhafte „Hebelwirkungen“ von „Rettungsschirmen“, die auch das Parlament nicht mehr versteht. Weltweit sinken die Unternehmenssteuersätze, das den Manipulatoren in Politik und Wirtschaft genug Geld für „Meinungsbildung“ (und vermummte „Autonome“?) auf Kosten des Steuerzahlers gibt, während die Verbraucherstimmung folgerichtig europaweit sinkt. Die merken nur, das alles immer teurer wird, man ständig mehr und härter arbeiten muss um immer weniger davon zu haben – Jahr für Jahr. Nur Politikern geht es da anders. Da verdienen einige immer mehr, wie on-zine berichtet:

Es ist kaum zu glauben, dass Abgeordnete sich um das Wohl des Volkes kümmern und nebenbei Bücher schreiben, bis zu 50 Vorträge in der ganzen Republik halten und in Aufsichtsräten von Dax-Konzernen sitzen. Einer, der es in den vergangenen Jahren richtig bunt trieb, ist Ex-Finanzminister Peer Steinbrück. 2010 hat er mindestens 670.000 Euro nebenbei verdient. Er gab allein 40-mal an, Einnahmen der Stufe 3, also mindestens 7000 Euro, erhalten zu haben, zweimal der Stufe 2 und dreimal der Stufe 1. Neben Geldern für Vorträgen befinden sich darunter auch die Honorare für sein gut verkauftes Buch Unterm Strich.

Man sieht eigentlich klar, wie das System funktioniert:

Wer von anderen, besonders Wirtschaftsunternehmen, bezahlt wird, setzt sich auch für deren Interessen ein. 

Wenn man jetzt noch wüßte, was deren Interessen sind? Nun – in Lybien war es der Zugriff auf das Öl, das Wasser und die Ausschaltung der Bankenkonkurrenz. Man erfährt über Libyen in Deutschland erschreckend wenig – und das Meiste scheint gelogen, wenn ich ef trauen darf:

Gaddafi ist mitnichten seit 42 Jahren von Beruf „libyscher Diktator“. Er hat 1977! alle offiziellen Funktionen aufgegeben. Seine infoffiziellen Funktionen lassen sich auf die stammesorientierte Kultur in Libyen zurückführen. Seit Mitte der 90er Jahre ist er übrigens im ständigen Zwist mit der libyschen Regierung, und die Antikorruptionsbehörde ist von den libyschen Volksversammlungen auf sein Betreiben hin gegründet worden. Interessanterweise war diese Behörde eines der ersten Bombenziele der Nato, was natürlich nichts mit den gesammelten Daten über einige der Mitglieder der jetzigen „Rebellenregierung“ zu tun hat.

In dem Artikel erfährt man einiges Wundersames über die jetzt vernichtete libysche Demokratie, die Libyen zu einem Land mit höchstem Wohlstand gemacht hat, einem Land das nun derharten Hand der Scharia unterworfen wird. Das die Nato hier genau jene Strömung untersützt, die sie in Afghanistan angeblich bekämpft, wundert nur jene, die davon wissen, die anderen nehmen die neue starke Hand im Land gelassen hin, siehe Focus:

Gaddafis Gegner sollen Dutzende ausländische Söldner im Eilverfahren abgeurteilt und erschossen haben. Amnesty International ist alarmiert. Das neue Rechtssystem im Land gründen die Aufständischen auf Basis der Scharia. 

Was wir hier sehen, ist nichts mehr und nichts weniger als die „unsichtbare Hand des Marktes“, die unser Wohlergehen nach neoliberaler Lesart seit Jahrzehnten bestimmt, nur … langsam wir sie sichtbar. Langsam erkennt man, das es keine Spielereien sind, das diese Hand weltweit Menschen meuchelt, wenn ihr Geld in Gefahr ist – und das sie noch viel mehr Geld wollen.

Bohemian-Grove-Gast Helmut Schmidt sagt es deutlich – siehe Handelsblatt:

Schmidt erinnerte daran, wie nach 1945 mit Hilfe des Marshallplans Deutschland und Europa wieder aufgebaut worden seien. Nun gebe es keine Ausreden, sondern „die Pflicht zur Solidarität“ innerhalb der Euro-Zone.

Eine Solidarität, die das Geld des „kleinen Mannes“ in Unmengen in die Kassen großer Konzerne spült, aus denen sich eine geschlossene Gesellschaft von Managern und Politikern hemmungslos bedienen darf, die ihre aussereuropäische Konkurrenz schon mal gerne mit Waffengewalt ausschalten.

Selbst der sicherlich nicht als „linksextrem“ zu outende Olaf Henkel bekommt langsam Bedenken, wieder Handelsblatt:

Wann merken Merkel und Schäuble eigentlich, dass wir weniger für Griechenland oder für den Euro als für die französischen Banken bürgen? Ich bin wahrlich kein Anhänger von Verschwörungstheorien, aber mir wird langsam klar, dass die im Internet kursierenden Gerüchte, Mitterand hätte im Zusammenhang mit der Aufgabe der D-Mark von einem „Versailler Vertrag mit friedlichen Mitteln“ gesprochen, stimmen könnten. 

Ob nun Rechts, Links oder Mitte: man sieht, das die Basis der Zivilgesellschaft von jenen Kräften, die die Bewegungen der „unsichtbaren Hand des Marktes“ dirigieren, zunehmen zerrüttet wird. Die Rechten sehen eher die nationalen Aspekte, die Linken eher die internationalen, was beiden gleich ist: sie sehen das Ende des deutschen Bürgertums, das Ende der Ära der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte als verbindliche Werte des menschlichen Miteinanders (die auch für Arbeitslose, Diktatoren, fahrendes Volk, Kranke, Behinderte und anderweitig unangepasste Menschen gelten sollten) und das Ende des Mittelstandes.

Das System hinter der „unsichtbaren Hand“ ist unheilbar krank, weshalb es nun wild um sich schlägt und weniger elegant dirigiert. Wer lesen kann, kennt sogar Namen und Köpfe, kennt das Hirn hinter der Hand – wie hier Mister DAX in einem Handelsblatt-Interview:

Ein selbsternannter Börsenexperte hat kürzlich in einem Interview mit der BBC für einen Eklat gesorgt. Er sagte, die Welt werde beherrscht von Goldman Sachs. Stimmen Sie zu?

Ich habe das auch gesehen – er hat doch recht. Der Einfluss von Goldman Sachs ist kaum zu unterschätzen. Schauen Sie sich nur an, wie viele Banker in den letzten Jahren in verantwortliche Positionen in der Politik gekommen sind – und welche Lobbypolitik sie dort betreiben. Als Finanzminister hat Hank Paulson seinem früheren Arbeitgeber Goldman Sachs während sehr wohlwollend bedient, etwa im Zusammenhang mit der Rettung von AIG.

Da haben wir im Folgenden auch gleich eine verwertbare Aussage zur moralischen Kompetenz der leitenden Intelligenz hinter der „unsichtbaren Hand“:

Es gibt einen anständigen, ehrlichen Teil der Finanzwelt. Für den spreche ich. Nur leider bestimmen die Schweinehunde, wo es an den Märkten langgeht.

Da haben wir das Europa 2011 – und verstehen auf einmal ganz gut, was Waffenlieferungen an ein bankrottes Griechenland mit arabischen Revolten zu tun haben, weshalb die Konkurrenz von Goldman-Sachs mit Waffengewalt aus dem Amt getrieben werden muss und unsere Medien uns – nach rein konservatier Medientheorie – die Welt solange als Scheibe verkaufen, bis selbst der letzte Dummkopf gemerkt hat, das die Kugel nun einem anderen gehört – für den wir alle arbeiten dürfen.

Alles ergibt ein logisches stimmiges Bild, wenn man davon ausgeht, das die „unsichtbare Hand“ nicht von einem schwachsinnigen Kaninchen sondern von intelligenten Menschen gesteuert wird … und diese Menschen „Schweinehunde“ sind.

Aber damit stoßen wir an ein Tabu, dem selbst ein Olaf Henkel angstvoll Tribut zollt: es gibt keine Verschwörungen, nirgendwo und nirgends. Es gibt keine Kartelle, keine politische Einflussnahme aus Finanzkreisen, keine geheimen Absprachen zwischen Parteien und Geheimdiensten, die Erde ist eine Scheibe und der Mond aus grünem Käse.

Der „Übergangsrat“, der in Libyen die Verwaltung des Volkes für Goldman-Sachs übernimmt, bis die gewählten Politiker wieder direkt bestochen werden können, will die Hinrichtung des verletzten Gaddafis nicht näher untersuchen. Wer die moralische Qualität dieser „Rebellen“ in Augenschein nimmt, wundert sich nicht mehr, siehe the Intelligence:

Die letzten zwei Monate hatte Mahdi Nazemroaya in Libyen verbracht. Was er dort erleben musste, was er mit eigenen Augen gesehen hatte, stimmt absolut nicht mit den Berichten in den Medien überein. Unzählige Angriffe durch die NATO machten das Leben der Zivilbevölkerung zur Hölle. Die Rebellen ermorden Kinder, vergewaltigen Frauen, schneiden ihnen die Brüste ab. 

Jetzt können wir uns auch zusammenreimen, was Dank Nato-Bomben aus Gaddafis weiblicher Leibgarde geworden ist – und wir wissen, das das Schicksal von Griechenland und Portugal auch Deutschland ereilen wird, wenn wir die Zinsen der aufgehebelten Rettungsschirme nicht mehr bedienen können.

Und bis Libyen Hartz IV bekommt, regiert das G III als ausführendes Organ der Klaue eines Schweinehundes.

So einfach – kann internationale Politik sein.

Und so dunkel der kurze Ausblick auf Europa 2012. Ob sich dann wohl libysche „Rebellen“ als „schwarzer Block“ in London, Berlin und Paris austoben dürfen?

 

Inszenierte Politik – die Vernichtung deutscher Spareinlagen und des Staates Israel?

Inszenierte Politik - die Vernichtung deutscher Spareinlagen und des Staates Israel?

Dienstag, 13. September 2011. Alles geht seinen gewohnten Gang. Der Bürger ist angehalten, am Arbeitsplatz seine volle Leistung zu bringen und den Anweisungen der Leitmedien Folge zu leisten, Anweisungen, die 2008 dazu geführt hatten, das man die Bankenkrise nicht ganz so ernst nahm, wie man sie hätte nehmen sollen. Voller Glück und Freude lauschte damals der Bürger den Garantien von Merkel und Steinbrück, die die Sicherheit privater Spareinlagen in Höhe von 568 Milliarden Euro garantiertien, eine Garantie, die 2010 noch einmal erneuert und auf 1 Billion Euro heraufgeschraubt wurde … was nicht alle Bürger überzeugte:

Sparer sind gut beraten, die Geschehnisse aufmerksam und kritisch zu beobachten. Sicher ist in diesen Zeiten nichts. Ein gutes Beispiel dafür sind Irland und Griechenland. Genau wie die Bundesregierung gaben beide Länder im Oktober 2008 Staatsgarantien für Spareinlagen aus. Was diese heute wert sind, ist hinlänglich bekannt: Nun muss die Euro-Zone in letzter Instanz für die Guthaben bürgen, weil ohne Hilfe aus dem Ausland der Staatsbankrott und der Zusammenbruch des Bankensystems kaum noch abzuwenden gewesen wären. Bis zu welchen Punkt dieses Vorgehen noch funktioniert, ist unklar.

Die Spareinlagen sind so sicher wie die Rente … die nach jüngsten Gerüchten allerdings immer später ausbezahlte werden soll … möglicherweise bald erst ab 80? Das jedenfalls wäre zu vermuten, wenn man der Zeit Glauben schenkt:

Schulden-GAU und Rezession drohen. Die Welt muss sich auf den Ernstfall vorbereiten.

Natürlich bleiben wir ruhig, weil wir ja die Garantie von Merkel und Steinbrück haben – und das Team wird uns ja wohl in Zukunft noch ein paar Jahre lang begleiten und kann beweisen, was ihre Garantie wert ist, denn immerhin wartet auf uns eine dunkle Zukunft, wie die Welt andeutet:

Griechenland-Krise ist schlimmer als Lehman-Pleite

Man kann auch einen kleinen Ausblick auf die Qualität der Zukunft erhaschen – z.B. im Manager Magazin:

Das Spiel wird schmutzig heißt es dort mit Blick auf die Eurokrise – inklusive der Chance auf einen „merklichen Anstieg“ der Inflation, die die Spareinlagen dann zwar noch immer „sicher“ erscheinen lässt … aber bei 5000000000 Euro für ein Brötchen ist das eine Garantie, die auch leicht zu erfüllen ist.

Man merkt auf einmal: Geld ist an sich kein Reichtum noch Wohlstand.

Man versteht auf einmal, warum die Menschenrechtskommision der UNO nervös wird:

Stattdessen erlebe die Welt, wie durch die Krise in Europa, den USA und anderswo die Sozialausgaben drastisch gekürzt werden. Viele Maßnahmen kämen nur unter dem Druck des Marktes zustande. Doch wer sich von den Märkten zu sehr treiben lasse, setze die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte aufs Spiel.

Wer nun meint, das sei nun schon schlimm, der sollte sich jetzt erstmal setzen: es kommt nämlich noch besser.  Die Nachrichtenlage verwundert angesichts der Tatsache, das ja gerade Frau Merkel die Presse 2008 angewiesen hatte, zurückhaltend über die Finanzkrise zu schreiben, siehe Freitag:

Ein paar Monate zuvor, am 8. Oktober 2008, hatte es ein sonderbares Treffen gegeben, das in diesem Zusammenhang Erwähnung finden soll.

An einer Stelle liest man in dürren Worten, worum es an diesem Abend im Kanzleramt ging: Merkel bat die Journalisten, zurückhaltend über die Krise zu berichten und keine Panik zu schüren.

Sie haben sich daran gehalten, die Chefredakteure. Noch im Februar 2009, vier Monate später, wunderte sich die taz über die Medien: „Sie halten die Bürger bei Laune, auf dass diese stillhalten. Wie viel Geld bereits in die Banken gepumpt wurde, wie viele Milliarden Bürgschaftszusagen vergeben wurden (und wie viele Hartz-IV-Monats“löhne“ das sind), das steht auch nicht in der Zeitung.

Aber wie böse und vernichtend sich der deutsche Arbeitslose auf das Schicksal der ganzen Welt wenn nicht gar des ganzen Universums auswirken würde, wenn nicht die mutige ARGE ihn selbstlos und aufopferungsvoll  in seine Schranken weisen würde, das haben wir fast täglich lesen dürfen.

Wie macht man so eine Politik?

Das erfährt man beim ZDF. Ist ja auch im Prinzip kein Geheimnis … nur im Detail bleibt es verborgen:

Ob Glücksspiel-Staatsvertrag, Gesundheitsreform oder Mehrwertsteuer – bei nahezu allem sind Lobbyisten mit am Werk. Es geht um Macht und Einfluss, um Wirtschaftsinteressen und viel Geld. Mehr als 5000 Lobbyisten tummeln sich rund ums Kanzleramt in Berlin.

5000 Lobbyisten mit sehr viel Geld? Da brauche ich den Film gar nicht mehr ansehen um mir vorstellen zu können, wie viel Einfluss die auf die Politik haben, da frage ich mich doch höchstens, ob es überhaupt Entscheidungen gibt, die unbeeinflusst blieben. Soll ich denn wirklich noch an irgendeine Form von „Zufall“ glauben, der sich in der Weltpolitik offenbart, wo doch ganze Divisionen von Lobbyisten weltweit mit Geldköfferchen Politik machen – wie aktuell laut Süddeutscher Zeitung in Frankreich zu erleben ist:

Die Enthüllungen platzen mitten in den französischen Präsidentschaftswahlkampf: Ein ehemaliger Sarkozy-Berater behauptet, dass Frankreichs Spitzenpolitiker jahrelang Geldgeschenke aus Afrika erhalten haben sollen – er belastet insbesondere Sarkozys Erzfeind Villepin schwer. Handelt es sich um eine gezielte Kampagne?

Werden wir die Antwort je erfahren? Nein, denn wir leben in mitten einer Flut von Informationen aber in einer totalen Ebbe von Wahrheit … und müssen mit dem bösen Verdacht leben, das es sogar in deutschen Gefängnissen zu politischen Morden gekommen ist:

Ein neues Buch über »die Todesnacht in Stammheim« widerlegt die staatsoffizielle Darstellung, wonach die führenden RAF-Gefangenen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der Nacht zum 18. Oktober 1977 in der JVA Stuttgart-Stammheim Selbstmord („verübt haben sollen“ …)

Was das für die Sicherheit in unserem Land bedeutet, brauche ich wohl nicht weiter auszuführen. Unser Leben ist so sicher wie die Rente, die Spareinlagen, unsere Atomkraftwerke oder unser Informationsdefizit.

Man könnte jetzt natürlich ins Fragen und Grübeln kommen. Haben die Geldgeschenke für die französische Regierung vielleicht mit den Beobachtungen zu tun, die Walter E.Fauntroy in Libyen gemacht hat? Er beschreibt Szenarien, die uns nur verstören können:

In an interview with The Afro in early September, Fauntroy claimed to have witnessed Danish and French special forces soldiers on the ground in Libya, beheading and maiming civilians and rebels alike and placing responsibility for the violence on the Libyans. He also said he believed „more than 90 percent of the Libyan people love [Muammar] Gaddafi„, the Libyan strongman opposed by the rebel movement. He defended Gaddafi and condemned his opponents, including NATO, saying, „We believe the true mission of the attacks on Gaddafi is to prevent all efforts by African leaders to stop the recolonization of Africa.“ The Afro noted that it was unable to confirm any aspects of Fauntroy’s story, and there has been no independent corroboration of his claims.

Dänische und Französische Eliteeinheiten enthaupten und verstümmeln Zivilisten und Rebellen in Libyen … um das den Libyern in die Schuhe zu schieben – oder Gaddafi?

Seltsam, aber … solche Gerüchte gab es auch im Jugoslawienkrieg. Inzwischen sind es aber nicht mehr nur Gerüchte, mehr und mehr erhärtet sich der Verdacht, das der ganze Krieg inszeniert wurde:

Während in den internationalen Medien zur Untermalung der These vom »Ausbruch ethnischen Hasses« bei der Berichterstattung über das Kriegsgeschehen oft das Bild von »Nachbarn« gezeichnet wurde, die brandschatzend und mordend »übereinander herfielen«, zeigt eine genauere Untersuchung etwas ganz anderes.9 Der Balkanexperte Norbert Mappes-Niediek stellt z. B. fest, dass in Augenzeugenberichten aus der Anfangszeit des Bosnienkrieges kein einziger »Nachbarschaftstäter« auftaucht. Viel öfter lassen sich Hinweise darauf finden, dass sich in dieser Zeit Nachbarn unterschiedlicher Ethnizität gemeinsam vor gewaltsamen Überfällen geschützt haben.10 Die Gewalt wurde meist von außen in die Dörfer und Städte mit einer gemischten Bevölkerungsstruktur hinein getragen, nicht alleine, aber maßgeblich, durch die paramilitärischen Gruppen. Nach Angaben einer UN-Expertenkommission operierten 1994 auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens 83 paramilitärische Gruppen mit einer Gesamtstärke von 36.000 bis 66.000 Kämpfern.

Bis zu 66000 Kämpfer paramilitärischer Gruppen. Das sind drei komplette Divisionen. Wird schwer, den Frieden der Menschen untereinander zu bewahren, wenn die auf die Bürger losgehen.

Zuerst habe ich die Gerüchte im ZDF vernommen – ein spanischer Journalist wollte einen Bericht über den künstlich inszenierten Bürgerkrieg schreiben, doch dann verschwand er spurlos. Heute, viele Jahre später, bestätigt sich sein Verdacht, das die Greuel inszeniert waren:

Der Krieg mutete über weite Strecken an wie die terroristische Diktatur einer bewaffneten Minderheit über eine unterworfene Bevölkerung, die zur Positionierung entlang »ethnischer Linien« gezwungen wurde. Das verbreitete Muster der »ethnischen Säuberungen« verlief dabei in drei Phasen. Zunächst wurde eine Ortschaft – oft unter dem Schutz regulärer Armeeeinheiten – von Paramilitärs umstellt und die Bevölkerung einer oder mehrerer ethnischer Gruppen zum Verlassen aufgefordert. Anschließend wurde der Ort militärisch eingenommen und eventueller Widerstand gebrochen. Dabei kam es zu systematischem Terror gegenüber den »feindlichen« ethnischen Gruppen. In einer dritten Phase wurden die Häuser der Vertriebenen geplündert. Der Terror richtete sich aber nicht nur gegen die anderen Ethnien, er richtete sich vor allem auch gegen die Mitglieder der eigenen Bevölkerungsgruppe, die sich schützend vor die Verfolgten der anderen Gruppe stellten und die als »Verräter« gebrandmarkt wurden.

So bastelt man sich einen Bürgerkrieg – und auf einmal gewinnen die wundersamen Aussagen des Herrn Fauntroy an Glaubwürdigkeit … nur – wir wollen es ja gar nicht wissen. Wir müssten uns dann nämlich mit der anstehenden Vernichtung Israels auseinandersetzen und uns fragen, wer denn dafür bezahlt hat. Wie es aussieht, geht hier eine weitere gezielte Destabilisierungskampagne der Kriegstreiber vonstatten – siehe NZZ:

Der israelische Militäreinsatz gegen eine Gaza-Hilfsflotte im vergangenen Jahr, bei dem neun türkische Aktivisten ums Leben kamen, sei ein «Kriegsgrund» gewesen, erklärte er am Montag vor seiner Abreise in die ägyptische Hauptstadt Kairo.

Die Seeblockade Israels war rechtens, sagt die UNO, das ändert jedoch nichts daran, das man weiterhin den Kriegskurs fährt. „Israel“ ist halt so böse wie „Serbien“ oder „Libyen“.

Israel ist zunehmend isoliert auf der politischen Weltbühne, da sich neben der Türkei auch Ägypten als Verbündeter zurückzieht. Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Mubarak im Februar wird dessen israelfreundlicher Kurs nicht weiter verfolgt. 

Wo das enden wird, ist ziemlich klar: neue israelisch-arabische Kriege stehen vor der Tür, doch die Medien verhalten sich sehr ruhig. Das wird viele freuen: endlich wird dieses ungeheuerliche „zionistische“ Regime untergehen, hundertausende Palästinenser, Araber und Juden werden unter Panzerketten zermalmt, von Bomben zerrissen, von Kugeln zerfetzt und letztlich wohl auch in atomaren Pilzen verglühen, denn die Juden werden der Vernichtung ihrer Lebensgrundlage kaum tatenlos zusehen … und auch viele deutsche „Linke“ werden da wohl jubelnd vor dem Fernseher tanzen, wenn das schlimmste Übel der Welt endlich seine gerechte Strafe erhält.

Wer wohl für diese Entwicklung Koffer mit Geld getragen hat um sie zu inszenieren?

Und wer hat für die Umstände bezahlt, die die Vernichtung der deutschen Spareinlagen möglich macht? Wer bezahlte für die Deregulierung der Finanzmärkte, für die Vergabe von Krediten an Pleiteländer, für das Anwerben von 66 000 Söldnern im Serbienkrieg, für die Vernichtung des Libyschen Staates? Wer bezahlt die Lobbyisten?

Wir werden es erfahren – wenn sie erreicht haben, was sie wollten.

Vorher jedoch dürfen wir nicht wagen, darüber nachzudenken: es lauert der Bann „Verschwörungstheorie“.

Seltsamerweise ist Verschwörung an sich nicht verpönt … nur sich Gedanken darüber zu machen.

Wie das „schmutzige Spiel“ für uns Bürger enden kann, zeigt eine kleine Bestialität aus England, von der der Spiegel berichtet:

Sie hausten in Pferdeanhängern, Hundezwingern und alten Wohnwagen, bekamen kein Geld und nur wenig zu essen: 24 Männer sind auf einem Campingplatz in England wie Sklaven gehalten worden.

So sieht eine Zukunft ohne Menschenrechte aus – das sollte man sich ruhig mal vor Augen halten. Und die Vergangenheit Jugoslawiens könnte durchaus unsere Zukunft sein – bedenkt man, das Merkel unlängst den Frieden in Europa von dem Schicksal des Euros abhängig gemacht hat.

 

 

 

 

 

Der Bürger als fette Gans zwischen Wolf und Fuchs: 9/11, die Weltrezession und das Arbeitsamt

Samstag, dritter September 2011. Draussen scheint die Sonne, drinnen sitzt der Bundesbürger und schaut finster. Eigentlich hat er dafür keinen Grund. Sein Leben, sein Glück, sein Alltag, seine Existenz hängt an einem "Arbeitsplatz" - unabhängig vom Wetter, der Ernte, der Laune der Götter oder diversen Naturkatastrophen. Solange er seinen Arbeitsplatz hat, ist er angebunden an das System, wird versorgt mit unendlichen, nie versiegenden Warenströmen und hat vor lauter Konsumieren noch nicht einmal mehr Zeit, sich Gedanken um sein Glück zu machen. Dieser Arbeitsplatz nun ... der ist sicher. So sicher wie noch nie, siehe Handelsblatt:

Samstag, dritter September 2011. Draussen scheint die Sonne, drinnen sitzt der Bundesbürger und schaut finster. Eigentlich hat er dafür keinen Grund. Sein Leben, sein Glück, sein Alltag, seine Existenz hängt an einem „Arbeitsplatz“ – unabhängig vom Wetter, der Ernte, der Laune der Götter oder diversen Naturkatastrophen. Solange er seinen Arbeitsplatz hat, ist er angebunden an das System, wird versorgt mit unendlichen, nie versiegenden Warenströmen und hat vor lauter Konsumieren noch nicht einmal mehr Zeit, sich Gedanken um sein Glück zu machen. Dieser Arbeitsplatz nun … der ist sicher. So sicher wie noch nie, siehe Handelsblatt:

Der Arbeitskräftebedarf in der Wirtschaft sei derzeit so hoch wie noch nie, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag. Der von ihr monatlich ermittelte Beschäftigungsindex BA-X erreichte mit 170 Punkten im August ein neues Allzeithoch. Dies seien fünf Punkte mehr als im Juli und 28 Punkte mehr als vor einem Jahr.

Der Bürger schaut immer noch finster – dabei sollte er sich freuen. Einen Arbeitsplatz zu haben, bedeutet in den Zeiten des Vierten Reiches ungefähr soviel wie der Ariernachweis im Dritten Reich: man gehört dazu, man wird geschätzt und anerkannt, man darf dabei sein, steht im Mittelpunkt des Interesses von Politik, Wirtschaft und Medien. Der Bürger jedoch war auf der Seite der Bundesanstalt für Arbeit. Jenseits der Welt der mathematischen Beschäftigungsindizes wird dort seit Monaten eine Wahrheit verkündet, die trotz des unermütlichen Aufschwunggejubels stabil bleibt: 3, 156691 Millionen Menschen sind arbeitslos, demgegenüber stehen 865212 offene Stellen.

Der Bürger hat einen Hauptschulabschluss, beherrscht also die vier Grundrechenarten. Das ist von Nachteil in der modernen Medienwelt, mit derart gebildeten Bürgern ist man dort den Umgang nicht gewöhnt. Man verkündet dort gerne Aufschwungmythen wie den Aufschwung in Baukonzernen. Der Bürger aber weiß, das der Aufschwung in Baukonzernen ein relativer Aufschwung ist: nur weil wir immer mehr Kreisverkehre auf Pump bauen, geht es unserer Wirtschaft nicht gut. Dank Hauptschulabschluss weiß der Bürger auch, wo das Geld herkommt: vom Staat. Und weil er auch lesen kann, weiß er, wo es nicht hingeht: zurück zu ihm. Deshalb wundert er sich nicht, das dort, wo der Bürger sein Geld ausgibt, ganz andere Nachrichten blühen:

Europas größter Einzelhändler Carrefour hat angesichts der weltweiten Wirtschaftsflaute seine Gewinnziele für das laufende Jahr heruntergeschraubt. 2011 werde nicht mehr mit einem Gewinnwachstum, sondern mit einem Rückgang des Betriebsgewinns von rund 15 Prozent gerechnet, teilte das französische Unternehmen am Mittwoch mit.

Baukonzerne leben vom Staat, Einzelhändler vom Bürger. Dank Hauptschulabschluss weiß man, was Sache ist. Da ist er auf einem Stand mit der Weltbank, die ebenfalls eine neue globale Krise wahrnimmt, die an unserer Politik, unserer Wirtschaft und unseren Medien scheinbar spurlos vorbeigeht.  Der Bürger liest auch manchmal in Magazinen für Fachleute mit Abitur und Betriebswirtschaftsstudium. Das geht mit Hauptschulabschluss sehr gut, der reicht dafür völlig aus. Dort erfährt er Dinge, die eigentlich nicht für ihn gedacht waren, siehe „Manager-Magazin„:

So um 1989 herum endete im Großen und Ganzen der Kommunismus, und 2008 ging bekanntlich der Kapitalismus den Bach runter (Stichworte: Immobilienblase, Lehman-Pleite, Finanzkrise … Sie wissen schon).

Damit waren die beiden großen -ismen, die in den vergangenen Jahrzehnten als Grundlage ökonomischer Gesellschaftsordnungen dienten, gescheitert. Ein praktikabler Ersatz wurde bislang nicht gefunden.

So was kann man nur mit Abitur ertragen, denkt sich der Bürger. Die Straße des Kommunismus führte ins Nichts, die Straße des Kapitalismus endete auch … aber wir fahren weiter? Solche Lebensphilosophien können sich nur Menschen ausdenken, die hauptberuflich Sohn sind.

Früher war die Sache klar: Im Kommunismus bekamen es die Bosse und im Kapitalismus die Cleveren, also vor allem Wirtschaftsgrößen und Kriminelle aller Art.

Das hört sich an, als hätten wir einen apokalyptischen Kampf zwischen Schlägern und Betrügern zu ertragen, zwischen Straßenräubern und Taschendieben. Wer hat sich das eigentlich ausgedacht? Es passt aber zu den aktuellen Nachrichten. In den USA kaufen die Betrüger mit ihrem ergaunerten und bald wertlosem Geld immer mehr Ackerland, in Griechenland kämpfen die Betrüger mit allen Mitteln um ihre Beute, in Deutschland wird die gesetzliche Rente zertrümmert, um Geld für Ackerlandkäufe in den USA und die Rettung griechischer Politiker bereitstellen zu können, während schon zehn Prozent der Deutschen übermässig verschuldet sind aber – den Studien zur Folge – eine Superkauflaune haben.

Das man mit guter Laune an der Kasse nichts bekommt, merkt eben auch Carrefour – siehe oben.

Der Bürger versteht die Welt – dank Hauptschulabschluss – sehr gut. Da oben sind alles Gangster. Kein Wunder, das Kinder vermehrt zu Schlaganfällen neigen, während die Täter die Flucht ins Weltall vorbereiten – ganz normale Konsequenzen angesichts der allgemeinen Weltlage.

Wenn aber – so denkt der Bürger weiter – die Kommunisten die „Bosse“ waren und die Kapitalisten die „Cleveren“ … müssen wir dann nicht im Zeitalter des sterbenden Kapitalismus mit besonders cleveren Schachzügen rechnen, mit denen sich die Cleveren die Taschen füllen wollen?

NEIN! – sagen die Medien. Niemals würde ein Cleverer Taten, Handlungen oder auch nur Plänen Vorschub leisten, die dem Bürger Schaden zufügen würden. NIEMALS. Da darf man noch nicht mal dran denken!

Jetzt werden auch die Medien von cleveren Menschen mit Abitur gestaltet … das bestärkt den Bürger in seiner miesen Laune, denn nach und nach lässt sich nicht verbergen, das die Cleveren immer noch ein Ass im Ärmel haben und nicht gedenken, kampflos unterzugehen:

Steckt wirklich Al-Kaida hinter den Anschlägen von 9/11? Zehn Jahre nach Einsturz der Twin Towers reißen die Verschwörungstheorien nicht ab. Das hat Folgen: In vielen arabischen Ländern gibt es nur noch wenige die der offiziellen Version glauben.

Selbst den Cleveren gelingt es nicht ewig, die Wahrheit zu unterdrücken – auch wenn sie sich noch soviel Mühe geben:

Zehn Jahre sind seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York vergangen. Viele Amerikaner schenken der offiziellen Untersuchung der Vorfälle durch Ex-Präsident Bush keinen Glauben.Verschwörungstheoretiker legen in einem neuen US-Dokumentarfilm Beweise vor, nach denen Bush gar von den Anschlägen gewusst haben soll.

Der Bürger versteht das sehr gut – und schaut deshalb finster. Langsam geht ihm ein Licht auf: was ist, wenn die Cleveren und die Bosse unter einer Decke stecken? Was ist, wenn die Bosse ihm Schutz vor den Cleveren versprechen, die ihm wiederum Schutz vor den Bossen garantieren, in Wirklichkeit aber beide Abitur haben und es gründlich zum Zwecke seiner Ausbeutung missbrauchen?

„Undenkbar“, sagen die Medien der Cleveren.

Ganz normaler Alltag … sagt sich der Bürger mit Hauptschulabschluss. Immerhin kann er lesen – zum Beispiel im Handelsblatt:

Westliche Staaten haben laut Medienberichten enge Beziehungen zu Libyens Geheimdienst unterhalten. Aus London erhielt Gaddafi Informationen über Oppositionelle, während die USA in Libyen Hilfe bei Verhören suchten.

Da offenbaren sich Dinge, die man eigentlich nicht unter einen Hut bekommt. War nicht gerade der „gute“ Westen dabei, den „bösen“ Gaddafi zu töten, weil der eben so böse ist? Und jetzt? Der Mann war Dienstleister für den Westen:

Hat der US-Geheimdienst mit dem Gaddafi-Regime kooperiert? Einem Dokument nach, hat der CIA Terrorverdächtige in das für seine Folterpraxis bekannte Land geschickt.

Und jetzt hat er seinen Arbeitsplatz verloren. Hatte halt nur einen Zeitvertrag. Seine Auftraggeber jedoch gestalten Weltpolitik immer noch ganz nach ihren Vorstellungen, weshalb klar ist, das der von den Bilderbergern hofierte Steinbrück jetzt „ganz überraschend“ einziger Kanzlerkandidat der SPD ist.

Der Bürger fühlt sich immer unwohler – und langsam verstehen wir, weshalb er trotz schönem Wetter finsterste Laune hat. Die Weltgeschichte entpuppt sich als künstliches Drama zwischen Wolf und Fuchs, in dem er die Rolle der fetten Gans hat, die wählen darf zwischen der brutalen Gewalt Gaddafis oder den listigen Finten der cleveren CIA. Und so langsam versteht er seine Rolle im System: sein Arbeitsplatz ist der Ort, an dem er gemästet wird, das Arbeitsamt wacht darüber, das er sich mästen lässt und die Medien geben sich Mühe ihm zu erklären, das er in einem Wunderland lebt in dem immer die Sonne scheint und in dem die gebratenen Hühnchen dem fleissigen Arbeitnehmer wie von selbst in den Mund fliegen.

Doch der Bürger weiß, das Menschen, die andere Menschen zum Foltern ins Diktatorenland fliegen, auch keine Hemmungen haben, ihre eigenen Bürger in die Luft zu sprengen – erst recht nicht, wenn das System der Cleveren in Gefahr ist.

Der Bürger weiß, das es keine Verschwörungen ohne Geheimdienste gibt – und das Geheimdienste den ganzen Tag nichts anderes machen als Verschwörungen. Und er weiß, das die Cleveren nichts dem Zufall überlassen – nicht umsonst wird man reich, wenn man Bürgern betrügerische Geldanlagen verkauft, bleibt aber arm, wenn man Straßen baut, Kinder erzieht ober alte Leute pflegt.

Das System der Cleveren scheint – so dünkt dem Bürger – nicht weniger perfekt zu sein als das System der UdSSR oder das Gaddafis. Es ist halt nur mehr nach der Art des Fuchses gestaltet als nach der Art des Wolfes.

Was nun folgt?

Wenn wir nichts unternehmen, kommen die leichenfleddernden Hyänen. Vielleicht auch ein Grund, sich mal Gedanken über „echte Demokratien“ zu machen.

 

 

 

Weltuntergang 2012, Zivilisationsuntergang 2011, der Eurountergang irgendwo dazwischen und die Börse am Nachmittag

Weltuntergang 2012, Zivilisationsuntergang 2011, der Eurountergang irgendwo dazwischen und die Börse am Nachmittag

Die „Welt“ klärt uns heute darüber auf, warum Verschwörungstheorien wichtig sind für unser Leben … und während sie uns aufklären, warum der Kampf gegen die Technologieunterdrückenden Alienechsen und die Legenden, die sich um ihn ranken, so wichtig sind, informieren sie uns nebenbei auch über Aspekte von Verschwörungstheorien, die nicht von der Hand zu weisen sind – sie sind Alibis für Verlierer:

Konspirationstheorien ermöglichen den Verlierern der Geschichte, ihr Gesicht zu wahren. Es sind nämlich vor allem klassische Loser, die dafür anfällig sind: die Südstaatler, nachdem die Yankees sie in die Knie gezwungen hatten; die Deutschen und Deutschösterreicher nach dem Ersten Weltkrieg; die Serben nach dem Vertrag von Dayton; die Araber im 20.Jahrhundert.

Nun – es wäre leicht, Verschwörungstheorien zu widerlegen. Nehmen wir zum Beispiel den Mythos vom Ende der Welt am 22.12.2012. Angeblich – so will es die Legende – endet dort der Mayakalender, weil auch die Zeit selber sich ändert … bzw. die „Qualität“ der Zeit. Mir nahestendende Menschen glauben daran – mit allen schlimmen Folgen, die Weltuntergangsprophezeiungen immer haben, inklusive Lethargie im Alltag, Ignoranz gegenläufiger Fakten oder mangelnder Zukunftsplanung – weshalb mir daran gelegen wäre, diese Legende zu widerlegen, obwohl sie hinsichtlich der Spekulationen über den Charakter von „Zeit“ einige für den Philosophen interessante Aspekte enthält.

Was tut aber die Welt? Sie marschiert mit Volldampf Richtung Maya-Prophezeiung: die Transformation der Erde durch Naturkatatrophen ist im vollen Gange, der Prozess der Reinigung läuft, aktuell kommt New York in die Waschstraße – wieder ein Jahrhundertereignis, wie das Beben in Fushima, das Beben in Virginia oder viele andere Beben, die es nicht bis in die Nachrichten geschafft haben – siehe verlinkten Artikel. Die Versicherungswirtschaft wird sich nicht gerade freuen über dieses Jahr.

Es wäre schön, wenn die Welt es unterlassen würde, die Verschwörungslegenden permanent mit Tatsachen zu unterfüttern – ich denke, sie würden schnell wieder dorthin verschwinden, wo sie zuhause sind: in den bunten und unterhaltsamen Gefilden der urbanen Mythen, die uns in Form von Filmen und Romanen viele kostbare Stunden der Unterhaltung, Entspannung und geistigen Anregung schenken.

Doch was tut die Welt?

Sehen wir uns nur das Zitat in der gleichnamigen Zeitung an – das die Yankees den US-Bürgerkrieg gewonnen haben, ist bekannt. Die Deutschen haben aber nicht nur den ersten Weltkrieg verloren, sondern auch den Zweiten … falls nicht die Geschichte eine wundersame Wendung zum „Vierten Reich“ nimmt und im Mai ´45 nur ein taktischer Rückzug vorgenommen wurde.

Welchen Krieg haben aber die „Araber“ verloren? Gab es einen Krieg der „Araber“ gegen … wen eigentlich? Wer ist eigentlich das Land „Araber“?

Offensichtlich hat der Autor Informationen, die ich nicht habe.  Das wird wieder Verschwörungstheorien befördern und seinen Artikel dem Verdacht aussetzen, eine Auftragsarbeit zu sein, die die Wahrheit hinter der Wirklichkeit verschleiern soll.

Andere Magazine sind da deutlicher, siehe Spiegel:

Der „Daily Telegraph“ berichtet jedoch, dass seine Quellen im Verteidigungsministerium erstmals bestätigt hätten, dass die SAS-Einheit seit mehreren Wochen auf libyschem Boden operiere und eine Schlüsselrolle in der Koordination des Sturms auf Tripolis gespielt habe.

Das ist nichts weiter als die deutliche Botschaft, das man uns über Monate hinweg belogen hat.

Großbritanniens Verteidigungsminister Liam Fox bestätigte am Donnerstag, dassdie Nato den Rebellen bei der Jagd nach Gaddafi hilft. Das Militärbündnis „stellt dem Nationalen Übergangsrat Geheimdienstinformation und Aufklärungserkenntnisse zur Verfügung, damit Gaddafi und andere Überbleibsel seines Regimes aufgespürt werden“, sagte Fox dem Fernsehsender Sky News.

Was immer man auch von Gaddafi halten mag – so gehen wir noch nicht mal mit Massenmördern wie Breivik um. Aber … mit Arabern:

Die von den Aufständischen gebildete Übergangsregierung versprach außerdem jedem aus dem näheren Umfeld des Diktators, der ihn tötet oder ausliefert, Straffreiheit.

Ein starkes Stück. Menschenrechte, Völkerrechte, bürgerliche Zivilgerichtsbarkeit – alle Errungenschaften der Zivilisation werden unter dem Kommando des SAS bei den Arabern in Grund und Boden gestampft … allerdings muss man sich in der freien Schweiz umschauen, um „fündig“ zu werden:

Videos über mit Messern geköpfte Soldaten Gaddafis machen die Runde.Tote Gaddafi Soldaten werden auf die Strassen geworfen, geschändet und angezündet. Die Rebellen verschleppen Gaddafi-Treue an unbekannte Orte und sollen dort Exekutionen durchführen und die Opfer anschliessend in Massengräbern verscharrren. Insgesamt soll eine Liste von 8000 Personen, die zu Anhängern Gaddafis gehören,  „abgearbeitet“ werden.

Auch wenn man versucht, die Greueltaten dem sterbenden Gaddafiregime in die Schuhe zu schieben, so findet man doch den gleichen Horror in der deutschen Presse erwähnt:

In Tripolis ist der Krieg vorbei, doch die Gewalt geht weiter. Es häufen sich Berichte über Massenexekutionen und Folterungen mit Hunderten von Opfern.

Darf noch mal erwähnt werden, worum es in diesem Konflikt eigentlich ging? Weiß das noch jemand? Um die Errichtung einer Flugverbotszone. Stattdessen wurde ein Exempel statuiert:

Als Vorwand für künftige Militärinterventionen reichen dann schon Spekulationen über Verbrechen, zu denen ein missliebiger Staatschef fähig sein könnte. So heißt es bei Ross, dass Gaddafi „zu äußerster Brutalität, zum Massaker am eigenen Volk bereit war“. Mit der Suggestion, dass der libysche Politiker eben solche bereits beginge, war die Flugverbotszone zum Schutz der libyschen Bevölkerung von den Vereinten Nationen beschlossen worden. Dass es nicht darum ging, sondern um den völkerrechtswidrigen gewaltsamen Sturz eines unbequemen Machthabers durch die überlegene militärische Feuerkraft von alliierten Fremdmächten, stellte sich bald heraus. Spekulationen über Massaker des Gaddafiregimes konnten nicht bestätigt werden. Das war im Fortgang des militärischen Konflikts dann auch nicht mehr nötig.

Diese „Massaker“ des Gaddafi-Regimes erinnern an die „Massenvernichtungswaffen“ des Saddam Hussein – oder an die aus den Brutkästen gerissenen Babys in Kuweit – alles Lüge.  Der Terror im Irak kam … mit der US-Armee – siehe Abu Ghuraib.

Man kann den Weltuntergangspropheten kaum widersprechen: die alte, uns bekannte Welt ändert sich, sie gerät aus den Fugen. Aus dieser Perspektive ist es nicht verwunderlich, das das Anlegerverhalten den Börsenprofis Rätsel aufgibt: die Menschen merken einfach, das ihre Welt aus den Fugen gerät. Börse hat halt viel mit Psyche zu tun: Optimismus hinsichtlich der Zukunft, Rechtssicherheit hinsichtlich des gesellschaftlichen Ordnungsrahmens, Zuverlässigkeit der politischen Maßstäbe sind da einige wichtige Faktoren, die die Psyche braucht, um sich auf das Abenteuer Börse einzulassen.

Was aber bekommt die Börse serviert?

Eine Rekordnaturkatastrophe jagt die nächste, ohne das man weiß, warum es sich gerade jetzt so ballt … gerade jetzt, wo doch der Emmerich uns so schön und mit medialer Breitenwirkung vor dem Jahr 2012 gewarnt hat. Die Nato zeigt, das sie sich von dem guten alten Verteidigungsbündnis gegen die Bolschewikenhorden zu einem agressiven Staatsvertilger entwickelt hat – mit enormen Bedarf an finanziellen Mitteln, die sogar die Wirtschaft der Vereinigten Staaten von Amerika in die Knie zwingen.  Was da bei zukünftigen Vernichtungskriegen gegen die „Araber“ noch alles vom SAS „orchestriert“ wird, lässt Übels ahnen, während 50 Millionen Amerikaner von Lebensmittelknappheit bedroht sind. In der EU mehren sich die Anzeichen dafür, das die Griechenlandkrise nochmal schlimmer ist als gedacht (das ist sie inzwischen fast jeden Monat, man meint, die Experten setzen die rosa Brille kaum noch ab), es mehren sich die Hinweise, das die Eurokrise selbst mit 780 Milliarden Euro Staatsgeldern nicht in den Griff zu kriegen ist, zumal auch innerhalb Europas manche Politiker gezielt die Pleite Griechenlands anstreben und Strategien zur Geldrettung bei anstehender Europleite offen und öffentlich diskutiert werden.

Was macht also der Anleger am Nachmittag? Er liest morgens, das die EU per Majestätserlass die Kosten für Mieter explodieren lassen wird, weiß, das das SAS jeden Widerstand gegen die Erlasse der EU im Keim ersticken wird (und dabei gekleidet ist wie normale Bürger) und das der Euro ein Bankenprojekt ist, um die finanziellen sämtlicher europäischer Bürger auf die Konten der Privatbanken zu transferieren … eine Transferunion der besonderen Art.

Und am Nachmittag verkauft er dann seine Aktien.

Eigentlich beneidenswert und sehr verständlich, das diejenigen, die schon gar keine Aktien mehr haben, voller Erwartung auf das Jahr 2012 starren:

die Verlierer brauchen solche Mythen, die helfen, die Wirklichkeit zu ertragen.

Die Verlierer aber … sind wir alle, die „alternativlos“ zur Kasse gebeten werden, bis auch bei uns Obdachlosigkeit und Nahrungsmittelknappheit zum Alltag gehören.

Wundert es da, das all jene, die wirklich gar nichts mehr haben, sich der Hoffnung zuwenden, das das „Schicksal“, „Gott“, „Gaia“ oder die „Ufos“ dem alternativlosen Weg in die Barbarei ein Ende bereiten?

Andere realistische Alternativen haben wir ihnen doch gar nicht gelassen – das ist halt der Preis, den wir für unsere Alternativlosigkeit zahlen.


Libyen und der globale Vernichtungsfeldzug gegen die Demokratie

Libyen und der globale Vernichtungsfeldzug gegen die Demokratie

Momentan sind ja alle verwirrt: was ist los in Libyen? Gestern noch siegte die -wer-auch-immer-Allianz- von Söldnern, Ex-Gaddafi-Anhängern, Geheimagenten, Islamisten und sonstigen Spinnern im Rad der Weltpolitik, heute demonstriert ein Gaddafi-Sohn durch eine Fahrt durch die Stadt, das Pressemeldungen von Gestern eine Lüge waren. Auf einmal muss man damit rechnen, das die Rebellenoffensive eine reine Medienoffensive war. Das erinnert an Deutschland 1945. Auch hier erfolgte eine Medienoffensive der besonderen Art, wie ARD berichtet:

Amerikanischen Propagandaexperten gelang es, die öffentliche Meinung in Deutschland so geschickt zu beeinflussen, dass im demokratischen Prozess immer das herauskam, was Washington vorgab.
Mit Hilfe von namhaften Zeitzeugen, die zum ersten Mal offen über ihre Arbeit im Nachkriegsdeutschland sprechen, erzählt ‚Operation Wunderland‘, wie Amerikas Propaganda funktionierte. Während Zeitungen und Rundfunk die Köpfe der Deutschen gewinnen sollten, hatten amerikanische Propagandafilme die Aufgabe, die Herzen der Menschen zu erreichen. Als harmlose Vorfilme liefen hunderte solcher US-Propagandafilme in den westdeutschen Nachkriegskinos.

Nun – wollen wir nicht kritisieren, das die Ausrottung der Nazi-Religion ein wichtiger Bestandteil zu Sicherung des friedlichen Zusammenlebens in Westeuropa war. Was aber bemerkenswert ist, ist die Tatsache, das man hier offen bekennt, das man über Instrumentarien verfügt, die es erlauben, sogar einen im Volk zutiefst verankerten quasi-religiösen Führerkult nachhaltig zu eleminieren … wenn die das können, was können die dann noch?

Wann wurde die „Operation Wunderland“ eigentlich beendet … oder dürfen wir annehmen, das der Erfolg von Disney und Hollywood auch heute noch als Offensive zur Gewinnung der Herzen der Welt anzusehen ist, während Wirtschaftsblätter und Fernsehsender und unentwegt die Alternativlosigkeit der Dominanz der Finanzmärkte predigen?

Lese ich in alternativen Medien über Libyen, so muss ich zu dem Schluss kommen: „Alles Mumpitz, was das öffentlich-rechtliche Fernsehen von sich gibt“ – siehe zum Beispiel Urs 1798 mit Liveberichten aus Libyen, wonach Gaddafi einer kleinen Rebellengruppe den Einlass in die Stadt erlaubte, um die massiven Bombardements der Nato aufzuhalten. Ich als Bürger sitze da verblüfft vor dem Bildschirm und frage mich, ob ich im falschen Film bin – erst recht, wenn ich nebenbei Videos präsentiert bekomme, bei denen die „Rebellen“ Menschen bei lebendigem Leibe verbrennen (ich bitte um Verständnis dafür, das ich diese Horrorbilder nicht durch Linksetzung weiterverbreiten möchte).

Die NATO gebe den »bewaffneten Banden« Deckung, die kein politisches Projekt hätten. »Die Rebellen wollen Rachen, angefüllt von Hass, unterstützt von Stammeskonflikten und Bitterkeit aus den vergangenen Jahren. Sie wollen diese Stadt zerstören und vor allem die Stämme, Bürger und Nachbarn, die für ihre Unterstützung für Muammar Gaddafi bekannt sind«, erklärte der Regierungssprecher. 

Das finde ich im Portal „Redglobe“ – und könnte leicht eine Vielzahl von „You Tube“-Videos aufrufen, die die Ansicht belegen, das die Rebellen in jene Kategorie Menschen einzuordnen sind, die in London Häuser und in Berlin Autos anzünden. Solche Menschen gibt es ja vielleicht auch in Libyen … und sie verhalten sich gegenüber ihren Geldgebern sehr kooperativ, wie die russische Nachrichtenagentur Rianovosti bemerkt:

Die libyschen Rebellen, die sich nach den jüngsten Kampferfolgen kurz vor dem Sieg über Muammar al-Gaddafi sehen, wollen nach der Machtübernahme einem Experten zufolge russische Ölfirmen aus dem Land verbannen.

„Wir haben Libyen endgültig verloren“, sagte der Vorsitzende der russisch-libyschen Wirtschaftsgruppe Aram Shegunts der Agentur Reuters. „Wir werden kein grünes Licht mehr bekommen. Wer das Gegenteil glaubt, der irrt sich.“ 

Die russischen Energiegiganten Gazprom, Gazpromneft und Tatneft hatten hunderte Millionen US-Dollar in Öl- und Gasproduktion in Libyen investiert, mussten sich nach Kriegsbeginn aus dem nordafrikanischen Land zurückziehen. 

Da bekommt die Aktion Libyen auf einmal einen ganz anderen Beigeschmack. Kein Wunder, das die Deutschen sich da heraus halten wollen: unsere Ölindustrie ist nicht groß genug, um Rebellen finanzieren zu können. Der normale Konsumbürger jedoch wundert sich: warum mussten die Russen sofort Libyen verlassen, als die Rebellen mit dem Krieg begangen? Warum erklärt uns das keiner … und überlässt uns so den so oft öffentlich gescholtenen Verschwörungstheoretikern.

Ob wir jemals erfahren werden, was sich dort im Hintergrund der politischen Bühne abspielt … oder bleiben wir so vollkommen im „Wunderland“ gefangen wie die Japaner, die erst jetzt langsam erfahren das Fukushima dauerhaft unbewohnbar geworden ist … eine Nachricht, die man nur in der auch oft gescholtenen „jungeWelt“  findet:

Schon jetzt werden die japanischen Behörden allerdings von vielen Bürgern für ihre undurchsichtige Informationspolitik kritisiert. So sind zum Beispiel genaue Angaben über die radioaktive Belastung nur schwer zu bekommen. Daher haben inzwischen viele Engagierte zur Selbsthilfe gegriffen. Wie einst in Westdeutschland im Zuge des Widerstands gegen den Bau von Atomkraftwerken bewaffnen sich nun japanische Bürger mit Meßgeräten, um ihre eigenen Informationen über die radioaktive Strahlung zu sammeln. Auf diese Weise wurde bekannt, daß es noch in 300 Kilometern Entfernung vom AKW Fukushima zum Teil hohe Belastungen gibt. Die Behörden hatten unter anderem Warnungen von Meteorologen über radioaktiven Niederschlag nicht herausgegeben.

Wieder einmal eine Horrormeldung, die auf die erste Seite einer jeden Zeitung gehören würde, würden die Zeitungen nicht jenen Menschen gehören, die ganz unverblümt nach diktatorischer Allmacht verlangen:

Das jüngste Einknicken der Finanzmärkte und die stagnierende Erholung in den USA und Europa spiegeln diese grundlegenden Mängel wider. Es existiert keine Wachstumsstrategie, sondern nur die Hoffnung, dass verängstigte und hoch verschuldete Verbraucher wieder anfangen, Häuser zu kaufen, die sie nicht brauchen und sich nicht leisten können.

Leider werden diese weltweiten wirtschaftlichen Strömungen auch weiterhin Arbeitsplätze kosten und Kapital ableiten, bis es wieder eine mutige und konzertierte Führung gibt. Bis dahin werden die Märkte Anfälle der Ungewissheit durchlaufen.

So Jerry Sachs, Direktor des Earth-Institut bei Wissen.de.

Die Globalisierung hat sich als Goldgrube für die Superreichen dieser Welt erwiesen. Sie waren in der Lage, in gewinnbringende Projekte aus Schwellenmärkten zu investieren. Parallel schafften sie es, ihre Regierungen davon zu überzeugen, im Namen des Steuerwettbewerbs die Abgaben auf hohe Einkommen zu senken. Steueroasen schossen wie Pilze aus dem Boden – auch wenn die Politiker hin und wieder darauf schimpften. Am Ende litten die Armen doppelt: erst durch die globalen Marktkräfte, dann durch die Fähigkeit der Reichen, ihr Geld überall auf der Welt zu parken.

So wirbt er für seine Ansichten … denen man kaum widersprechen kann. Auch China ist der Ansicht, das nur eine starke Führung die Bürger des Westens aus ihrer Not erretten kann, wie die Tagesschau erwähnt:

Der Kommentator sieht die Ursache des Übels im politischen System der USA. „Das Wahlsystem hat die Handlungsfreiheit des Präsidialamts eingeschränkt“, konstatierte er. „Die Farce, die sich in den USA auf der politischen Bühne abspielt, zeigt der ganzen Welt, wo die politischen Probleme der Vereinigten Staaten liegen.“

Da sehen wir den sozialkritischen Ökonomen und ein regierungsnahe Meinungsäußerung aus China auf einer Wellenlänge liegen. Man fühlt sich wie im Wunderland, doch wo ist der Gegner, wo ist der Feind, den es zu bekämpfen gilt?

Nun, zuerst einmal jener Mann, der es wagte, den Öl-Dollar durch den Öl-Euro zu ersetzen: Saddam Hussein. Dann auch jenes Land, das sich weigerte, eine Gaspipeline zu legen, die US-Firmen Milliardengewinne versprach. Nun auch ein Diktator, der – zuvor wohl geschätzt – sein Öl an die falsche verkaufte und mir dem Geld seinem Volk ein vergleichsweise gutes Leben bescherte, von dem wir Deutsche mitlerweile nur noch träumen können, so die Georedakteurin Gabriele Riedel im Deutschlandfunk:

Das sind vor allem günstige Häuser, günstige Grundnahrungsmittel, günstiges Benzin und Staatsjobs, die keiner braucht und wo man auch nicht unbedingt arbeiten muss, aber wo man sozusagen einen Minimumlohn dafür kriegt.

Billiges Benzin, günstige Häuser, günstige Grundnahrungsmittel … nicht mehr lange, und wir Deutsche laufen wieder jedem wahnhaften Österreicher hinterher, der uns verspricht, uns dies wieder möglich zu machen … und dann könnten wir wieder jene Häuser kaufen, die die Märkte zum Wohle der Finanzindustrie brauchen.

Der Sprecher der „österreichisch-libyschen Gesellschaft“ weist in einem Interview im Standard auf einen weiteren Hintergrund hin, der in unseren großen Medien nicht zu Erwähnung kommt, wo wir nur von einem Kampf von „Gut“ gegen „Ganz Böse“ erfahren, wie er von Walt Disney nicht besser hätte inszeniert werden können:

Meiner Ansicht nach gehen sie nicht so wie in anderen Ländern vom Zorn des Volks aus, weil am Anfang ja noch stärkere Proteste von Regimeanhängern stattgefunden haben. Ich glaube eher, dass Familienverbände im Osten Libyens nach der Macht greifen. In Bengasi lebt die Familie, aus der früher der König hervorgegangen ist.

Eine ähnliche Strategie haben die Enkel der Initiatoren der „Operation Wunderland“ in Afghanistan gefahren, wo man die „Nordallianz“ zum legitimen Partner der Nato gemacht hat – oder im Irak, wo die Kurden im Norden die Verbündeten waren, die nun aber wieder von Natoflugzeugen bombadiert werden, wie das Lebenshaus Alb meldet:

Seit den Abendstunden des 16. August 2011 bombardiert die türkische Luftwaffe ununterbrochen die Grenzregionen Südkurdistans (im Nordirak). Das türkische Militär erklärte am dritten Tag der Luftangriffe, am 19. August, dass sie in den Gebieten Kandil, Haftanin, Xakurkê und Gare insgesamt 20.000 Ziele getroffen habe. Durch die Bombardierungen wurden massive Waldbrände ausgelöst, Viehherden getötet, Ackerflächen, Brücken und Häuser zerstört.

Was dort zusammengebombt wird? Die demokratische Autonomiebewegung Kurdistans. Große Luftoffensiven der Nato gegen die Türkei sind nicht zu erwarten.

Und während man darüber jubelt, in Libyen endlich mal wieder einen Diktator „erledigt“ zu haben … merkt sogar die konservative „Welt“, das sich in Europa klammheimlich eine Diktatur aufbaut:

Nur wollen weder Regierende noch Parlamentarier diese Wirklichkeit zur Kenntnis nehmen. Und akzeptieren wollen sie sie schon gar nicht. Stattdessen betreiben sie die Entdemokratisierung Europas. Sie versuchen, weitreichende Entscheidungen jeglicher parlamentarischen Kontrolle und damit jeder demokratischen Legitimation zu entziehen.

Und das ist das eigentlich Ungeheure an diesem Vorgang. Da wird nämlich unter dem Deckmantel der Finanzkrise eines der größten und politisch folgenschwersten Projekte der Euro-Gruppe angeschoben, ohne die Öffentlichkeit und die Parlamente auch nur im Geringsten über die Tragweite der Ziele zu informieren.

Und das ist das Unheimliche an diesen Zeiten: hinter der kunterbunten Welt des medialen Wunderlandes türmen sich Gewitterwolken auf, die selbst einen Gaddafi in einem günstigen Licht erscheinen lassen – einfach mal deutsche oder amerikanische Arbeitslose fragen, was sie denn von ihren Sozialsystemen halten.

Und so kriegen wir – überraschenderweise – in Europa gerade jene starke Führung, die China und Jeffry Sachs angemahnt haben … ohne das uns irgendeiner fragt. Ebensowenig hatte man uns gefragt, ob wir eigentlich wirklich den sozialsten Staat Afrikas in Schutt und Asche bomben wollen, ob wir es gut finden, das wir in Afghanistan den Opiumanbau mit dem Leben unserer Kinder verteidigen oder den Irak in ein ewiges blutiges Chaos stürzen wollten.

Uns fragen … das macht man nur in einer Demokratie. Mit Bürgern über die wahren Gefahren der Atomkraft reden – geht nur in einer Demokratie. Die gerechte Verteilung wirtschaftlicher Ressourcen … Bestandteil einer jeden funktionierenden Demokratie.

Wir … leben scheinbar woanders.

Ich weiß auch wo: im Wunderland.

 

Wirtschaftscrash und die Kultur des Kannibalismus

Manche Menschen glauben, die Welt um sie herum ist gerade völlig in Ordnung. Sie haben Geld in der Tasche, nebenan ist Aldi, im Fernsehen laufen Seifenopern und die Medien bestätigen das Lebensgefühl: es ist alles in Ordnung, es ist alles gut, die Regierung kümmert sich in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft liebevoll um alles, was Sorgen bereiten müsste, damit wir am Abend während unsere Lieblingsserie (die auch gerne unsere Heile-Welt-Sicht bestätigt) ein Gläschen Wein schlürfen und an ein paar Träubchen knabbern können.

Manche Menschen glauben, die Welt um sie herum ist gerade völlig in Ordnung. Sie haben Geld in der Tasche, nebenan ist Aldi, im Fernsehen laufen Seifenopern und die Medien bestätigen das Lebensgefühl: es ist alles in Ordnung, es ist alles gut, die Regierung kümmert sich in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft liebevoll um alles, was Sorgen bereiten müsste, damit wir am Abend während unsere Lieblingsserie (die auch gerne unsere Heile-Welt-Sicht bestätigt) ein Gläschen Wein schlürfen und an ein paar Träubchen knabbern können.

Die Reduktion des eigenen Lebens auf den Alltag und die Lösung seiner Probleme ist nun nicht grundverkehrt. Sie ist ein Schlüssel zum Glück. Glück ist etwas Feines, das merke ich jeden Tag. Mir reicht ein Blick aus dem Fenster, ein Gang durch den Garten, eine Wanderung durchs Tal, eine kleine Pause am rauschenden Bach und ich erfreue mich eines Lebens, das wunderbarer nicht sein könnte – obwohl ich objektiv betrachtet an privaten Problemen nahezu ersticke.

In solchen Momenten des Glücks – die nahezu beliebig reproduzierbar sind – kommt mir der Gedanke, wie schön und friedlich die Welt doch sein könnte, wenn alle so ein Glück empfinden könnten, vor allem, weil es ein äußerst preiswertes Glück ist, das erstmal prinzipiell nichts kostet. Seitdem jedoch der Nahversorger in Folge der Wirtschaftskrise pleite gemacht hat und der Nahverkehr im Zuge der Krise der Staatsfinanzen abgeschafft wurde, merkt man schon, das man ohne Auto schnell an seine Grenzen stößt. Es fällt angesichts der zunehmenden Einschränkungen im Alltag schwer zu glauben, das alles wunderbar in Ordnung ist, vielmehr mehren sich die Anzeichen, das alles immer schlimmer wird, manche warnen sogar schon davor, den Städten zu bleiben. Dort wird es schlimm werden angesichts der Krise.

Hunger kann Glück sehr stören und die Versorgung der Stadtbevölkerung mit Nahrungsmitteln steht seit der „Just-in-Time“-Hysterie auf tönernen Füssen. Rollen die LKW´s nicht mehr sind die Regale nach ein paar Tagen leer – die Wirtschaft trifft halt weniger Vorsorge und spart dadurch Lagerkosten, was die Rendite erhöht.

Natürlich vertrauen wir auch der Wirtschaft. Alles grundsolide Kaufleute dort, die nichts anderes im Sinn haben als das Wohl der Bevölkerung, als unsere Versorgung mit Seifenopern, Wein und Träubchen – außer natürlich in Griechenland, wo sogar die Privatisierung des Staatsvermögens ins Stocken gerät, weil sich keine Käufer finden. Das wird schlimm für die Griechen. Wein und Träubchen werden die nicht mehr bekommen, dafür werden sie selbst zur Seifenoper. Schlimm wäre es auch für uns, wenn wir erfahren würden, wie die Gemeinden die Steuergelder durch Swap-Geschäfte in den Sand gesetzt haben, doch hier sorgt eine aktuell aufgedeckte Verschwörung zwischen Gemeinden und West-LB für Ruhe: wir erfahren einfach nichts mehr darüber, die Vertuschung sollte diesmal perfekt sein. Nichts soll unser TV-Erlebnis stören, weshalb sich auch keiner groß für die Auseinandersetzungen mit der Finanzindustrie stark macht, die an der Quelle der Misere – in den USA – mit viel Geld dafür sorgt, das sie ihre Gaunereien weiter betreiben kann, während Japan schon mal vormacht, wie man Obdachslose in AKW´s verheizen kann.

Für uns jedoch gilt die Losung: alles in Ordnung, der Normalbürger ist völlig in Sicherheit, nichts bringt den Genuss von Wein, Träubchen und Seifenoper in Gefahr, der Aufenthalt in der Traumwelt des Konsumparadieses ist völlig sicher und ohne jede Nebenwirkungen, es sei denn … man wird arbeitslos.

Gut, wir wissen ja: Arbeitslosigkeit trifft nur die Bösen. Das sagt man uns jedenfalls. In Wirklichkeit trifft Arbeitslosigkeit die Fleissigen, für die dann eine ganze Welt zusammenbricht – und selbst die vielgesuchten Fachkräfte kommen trotz aller Anstrengungen aus dieser Tretmühle nicht mehr heraus.

So langsam merken wir: alles Lüge. Na ja, vielleicht nicht alles, aber … einiges. Wir wissen nur nicht genau, was.

Das unser Geld nichts mehr wert ist, keinen Eigenwert mehr hat, sollten wir jedoch wissen. Selbst als Reiche sitzen wir nur auf einem Haufen von Papier, mehr nicht. Reiche wissen das, weshalb sie auch nach realen Werten ausschau halten, nur unsere Alltagsträumer glauben, das Banknoten Zauberkraft besitzen und sich jederzeit an allen Orten der Welt in lebensnotwendige Waren verwandeln können. Eigentlich sind solche Leute zu beneiden, eigentlich sollte man ihnen ihre Träume lassen, wenn sie nicht … auch Täter wären. Das bringt eine vernetzte arbeitsteilige Gesellschaft so mit sich: man mordet nicht mehr selber, man hat Leute dafür.

So sterben in Afghanistan Kinder für das System, das uns die Seifenopern, die Träubchen und den Wein liefert (wobei es hier um Öl für die Just-in-Time-Kette geht), Tripolis wird in die Steinzeit zurückgebombt – letztlich auch für billige Träubchen. Nur sind die Zusammenhänge inzwischen so verzwickt wie die Swap-Geschäfte der Gemeinden und leicht zu verschleiern, wenn alle Täter nur zusammenhalten.

Und so verwundert es nicht, das wir langsam zu einer kannibalistischen Kultur verkommen, ja eigentlich schon längst dort angekommen sind, was die Kunst zuerst bemerkt.

Blut, Schweiß und Tränen sind der Treibstoff für unsere abendlichen Genussorgien – echtes Blut, echter Schweiß, echte Tränen. Ob wir wirklich noch genug Rückgrat haben, NEIN zu sagen, wenn man uns weiß macht, das die Verwurstung von Arbeitslosen alternativlos ist? Was für Menschen werden wir sein, wenn wir aus den Alltagsträumen erwachen, wenn Wein und Träubchen verzehrt sind, die Steckdose tot ist und wir merken, in welcher Welt wir wirklich leben?

In den Vorstadtchroniken des Comiczeichners Caza werden wir zu menschenfressenden Zombies, wenn der Strom ausfällt.

So unvorstellbar?

Zwischen uns und dem Wilden, dem Kannibalen ist eine viel zu große Kluft, wir sind viel zu zivilisiert dazu?

Also … für den Philosophen aus der Eifel ist die Kluft nicht zu erkennen. Zwischen dem Verspeisen der Ahnen und der Organspende sehe ich keinen prinzipiellen Unterschied. Und ob unsere lebensuntauglichen Wohlstandsparasiten den Mut haben, in Zeiten des Hungers auf das Verspeisen des Nachbarn (oder des fremden Durchreisenden) zu verzichten, wage ich angesichts des Verfalls der Ethik und Moral zu bezweifeln.

Die Hartz IV-Gesetzgebung lebt das Prinzip doch schon vor: wenn ein Mensch nicht mehr zur wirtschaftlichen Verwertbarkeit taugt, darf er wirtschaftlich ausgeschlachtet werden.

Wen stört das denn wirklich …  außerhalb des Kreises der Opfer des Sozialkannibalismus?

 

 

 

Deutsche Wirtschaft fordert offen Diktatur – und andere Verschwörungen

Oft ist wenig Zeit, ins Ausland zu blicken. Die internationale Offensive der Asozialität hinterläßt halt auch in diesem Land ihre Spuren. Preissteigerungen, Kündigungen, psychosoziale Vernichtung gehören zu unserem Alltag, wie ich höre, werden wir auch bald von ersten deutschen Gemeinden hören, die die Obdachlosenhilfe auf NULL herunterfahren, um dem nächsten Winter die Bereinigung der Statistik zu überlassen. Hoffentlich wird es diesmal ein milder Winter, die Arbeit des Sozialstaates überlassen wir ja inzwischen gern dem Wetter und dem lieben Gott.

Oft ist wenig Zeit, ins Ausland zu blicken. Die internationale Offensive der Asozialität hinterläßt halt auch in diesem Land ihre Spuren. Preissteigerungen, Kündigungen, psychosoziale Vernichtung gehören zu unserem Alltag, wie ich höre, werden wir auch bald von ersten deutschen Gemeinden hören, die die Obdachlosenhilfe auf NULL herunterfahren, um dem nächsten Winter die Bereinigung der Statistik zu überlassen. Hoffentlich wird es diesmal ein milder Winter, die Arbeit des Sozialstaates überlassen wir ja inzwischen gern dem Wetter und dem lieben Gott.

Manchmal jedoch lohnt sich ein Blick hinter dem eisernen Zaun, mit dem sich Europa umgibt. Dort finden sich Sauereien, die einen vor Staunen starr stehen lassen könnten, wenn wir uns nicht an sie gewöhnt hätten.

Es gab mal eine kleine ZDF-Reportage, die ich vor ca. acht Jahren in einem Hotelzimmer sehen durfte. Dort wurde über das Verschwinden eines spanischen Journalisten geschrieben, der eine denkwürdige Geschichte zu erzählen hatte. Nach seinen Quellen und Materialien war der Krieg in Jugoslawien durch Söldner provoziert worden, die die Massaker im Auftrag von Waffenhändlern jeweils in den Uniformen der Gegenseite inszenierten, bis das Volk anfing, aufeinander zu schiessen. Er wollte der Geschichte nachgehen, verschwand jedoch spurlos auf hoher See von seinem Boot.

Eine Geschichte wie in einem Krimi. Ich kann sie nicht vergessen, weil sie in mir einen üblen Nachgeschmack hinterlassen hat. Ich kannte Jugoslawien, war öfter da, habe im Zug viele Jugoslawen kennengelernt. Wäre mir kaum vorstellbar gewesen, das die anfangen, aufeinander zu schiessen.  Für einen Moment hatte ich mir überlegt: was wäre, wenn der Journalist Recht behalten hätte? Wäre das denkbar, machbar, würde es funktionieren?

Ich kam zu der Überzeugung: das würde es. Solche Kriege sind im Prinzip steuerbar, wenn man genug Geld hat, die Massenmedien im Griff und die Luftwaffe in der Hinterhand. Die Luftwaffe ist schon wichtig, wie wichtig, hat Hitler in den Blitzkriegen demonstriert. Im Jugoslawienkrieg wurde auch die zweitgrößte Zigarettenfabrik Europas (die größte Konkurrenz der Großkonzerne) als strategisch wichtiges Ziel ausgelöscht, hier bei der auch sonst sehenswerten Seite von Holger Herman Haupt erwähnt, die die damalige Gleichschaltung der Medien gezielt kritisiert.

Und was lese ich heute da über Libyen bei Ria Novosti?

„Die planmäßige Vernichtung der Telekommunikationsinfrastruktur in verschiedenen Regionen von Libyen ist eines der Hauptziele der Nato“, zitiert die staatliche Agentur Jana den Vorstandsvorsitzenden des libyschen Mobilfunkbetreibers Libyana Mohammed ben Ayad.

Es gehe hierbei um die Zerstörung von zivilen Systemen, sagte Ben Ayad. „Keines der Objekte, die angegriffen wurden, hatte militärischen Zwecken gedient.“

Eine Nachricht, die Konzerne jubeln lassen wird. Da hat doch die Nato ganz nebenbei ihre Konkurrenz erledigt und für Folgeaufträge gesorgt – wie schon in Jugoslawien. Soll ich nun denken, das die Natoluftwaffe schon völlig unter Konzernkontrolle steht?  Oder mache ich mich lächerlich mit dieser Vermutung, weil die Tatsache schon längst bundesweit bekannt ist und ich mich nur deshalb wundere, weil halt in der Eifel alles hundert Jahre später passiert?

Auf jeden Fall stinkt nun noch ein neuer Haufen der internationalen Politik mein Arbeitszimmer voll: DSK wird er kurz genannt. In den letzten Tagen hatte ich mich schon gewundert, das ein Skandal, der normalerweise in einer Fußnote auf Seite Sieben geendet hätte so unglaubliche Wellen schlagen konnte. Wohin man auch schaute: seitenweise DSK. Heute dämmert es so langsam, das das wohl Sinn macht. Sieht aus wie ein gutes Geschäft: Sarkozy konnte sich ja gar nicht bremsen mit Bomben auf Tripolis (und der kleinen Dienstleistung für die Telekomkonzerne) … und jetzt wird sein Konkurrent gezielt aus dem Wege geräumt. Laut Spiegel hatte er selbst so etwas befürchtet:

Er fürchtete eine Überwachung und berichtete von einer Begegnung mit Nicolas Sarkozy am Pissoir: Vor seiner Verhaftung wegen eines mutmaßlichen Sexverbrechens, soll IWF-Chef Strauss-Kahn eine Verschwörung gefürchtet haben. Selbst den Vorwurf der Vergewaltigung nahm er angeblich vorweg.

Bei dem Gespräch mit Guiral soll der IWF-Chef dann von sich aus ein Szenario für eine solche mögliche Verleumdung geliefert haben. Denkbar sei „eine Frau, die auf einem Parkplatz vergewaltigt wurde, und der man 500.000 Euro oder eine Million verspricht, um sich eine Geschichte auszudenken“.

57% der Franzosen glauben die offizielle Geschichte nicht, hörte ich gestern im Radio. Nach den Lügen um Fukushima kein Wunder … wenn es brenzlig wird, berichten die Medien lieber über Schwarzeneggers Scheidung.

Heute finde ich in der Rheinischen Post eine Reisebeschreibung über Lybien … die mich sofort wieder an den spanischen Journalisten denken läßt, der einem mysteriösen Unfall zum Opfer gefallen ist.

In Bengasi , unter den Gurgelabschneidern der CIA-Truppe namens Al Kaida, die von den US-Missionen in Bosnien, Afghanistan, Tschetschenien und tausend anderen Orten imperialistischer Provokationen zurückgekehrt sind, unter hirnverbrannten und sich für gerissen haltenden Monarchisten, Terroristen der westlichen Geheimdienste, ägyptischen Söldnern, libyschen Emigranten, die nach Jahrzehnten Ausbildung und Konspiration mit CIA und MI6 zurückgekommen sind, da fühlt sich ein guter Teil der blutsverwandten westlichen Presse zu Hause.

Der Libyenkonflikt mal ganz anders – mit einem beunruhigenden Seitenblick auf die vielleicht wahre Rolle Al Kaidas als multikompatible Söldnertruppe im CIA-finanzierten Provokationsbusiness.  Warum sollte sich die CIA auch braver verhalten als die deutsche Polizei, sollte man fragen.

Es lohnt sich, den ganzen zornigen Artikel zu lesen, obwohl einem danach die Lust vergeht, irgendwann nochmal zur deutschen Standardpresse zu greifen – deren „Wahrheiten“ mit den Erzählungen dieses Journalisten nicht mehr in Einklang zu bringen sind, der unter anderem auch kirchliche Stimmen zitiert:

Pater Giovanni Martinelli, der Bischof von Tripolis, war die einzige Stimme, die in den verlogenen Medien, wenn auch nur sehr eingeschränkt zu hören war, nur deshalb, weil er Priester, Katholik und Vikar des Papstes ist. Er hat uns von den Massakern an Zivilisten durch unsere Seite, durch den Westen, berichtet.

Martinelli bestätigt uns ein weiteres Mal, dass es die öffentlich verkündeten Massaker Gaddafis nicht gegeben habe. Täglich würde ihm von den Bemühungen der Truppen berichtet, die Zivilpersonen aus den Kampfhandlungen herauszuhalten.

Lauscht man dem Priester, wird aus Gaddafi nahezu ein Held der Freiheit:

Dieser Priester, der sein Volk, Christen wie Moslems liebt und ihm seit 40 Jahren dient, zeigte keine priesterliche Zurückhaltung, als er uns Gaddafi und sein Volk beschrieb: Ein Land, das es nicht akzeptiert hatte, sich zu unterwerfen, das sich eingesetzt hatte für die Einheit der Völker, sich ausländischem Einfluss und Diktat entzog, allen Wohlstand garantierte, Sicherheit, Würde und eine breite Teilnahme an den Entscheidungsprozessen ermöglichte.

Kann das denn sein? Unsere freiheitliche Demokratie … ein faschistischer Mörderstaat? Kaum zu glauben. Darüber würde doch die Tagesschau sofort berichten, oder?

Ebenso würde sie sofort davon berichten, wenn die deutsche Wirtschaft ein Ende der Demokratie fordert – erst recht angesichts der unrühmlichen Rolle, die diese Wirtschaft bei dem Ende der Weimarer Republik gespielt hat.

Aber die Wirtschaft fordert offen das Ende  der Demokratie, heute im Handelsblatt:

Den Deutschen wird großer Spareifer nachgesagt. Warum spart der Staat nicht?

Politiker neigen dazu, Geschenke zu verteilen, um sich bei ihren Wählern beliebt zu machen. Der Grund liegt auf der Hand: Die nächste Wahl kommt bestimmt, und diejenigen, die die Schulden zahlen müssen, sind großenteils noch nicht wahlberechtigt oder sind noch nicht einmal zur Welt gekommen. Das ist keine spezielle Kritik an der deutschen Politik. Vielmehr bezeugt es ein allgemeines Demokratieproblem.

Demokratie ist teuer. Wenn ich allein an die ganzen Diäten denke, wird mir auch schwindelig. Und wenn kein Geld mehr da ist, dann können wir uns Demokratie gar nicht mehr leisten. Das ist der offene Ruf nach Abschaffung der Demokratie aus … Kostengründen. Wenn alle mitwählen dürfen, ist nachher nicht mehr genug Geld zur Bankenrettung da – und die ist wichtig. Ist noch niemandem aufgefallen, das der Anstieg des Privatvermögens im Krisenjahr 2010 das Minus in der Staatskasse spiegelt und das Geld zur Bankenrettung direkt auf private Konten geflossen ist?

Sollte es da Zusammenhänge geben, über die nicht gerne öffentlich gesprochen wird, weil „faule Griechen“ viel besser in die gewollte Marschrichtung passen? Wie es aussieht, hat man in den Kreisen der Wirtschaft ein Problem mit „Demokratie“ – nicht nur international. Demokratie bedeutet Konkurrenz und Konkurrenz – das weiß jeder Monopolist – ist schlecht für das Geschäft, das zwar lebendiger aber weniger planbar und unlukrativer wird.

Und das Geschäft muss lukrativ sein, weil man ja bei der Mitarbeitermotivation weiterhin Spitzenleistung bringen will, siehe Spiegel:

20 Prostituierte und Himmelbetten zur freien Verfügung: Die Versicherung Hamburg Mannheimer hat ihre besten Vertreter 2007 zu einer ausschweifenden Sex-Party in Budapest eingeladen. Das hauseigene Vertretermagazin schwärmte anschließend von einem „Mordsspaß“.

„Mordsspaß“ scheint das einzige Vergnügen zu sein, das bei hartgesottenen Konzernmenschen noch wirkt. „Spaß an Mord“ ist jedoch … nicht ganz kompatibel mit der Durchschnittsethik eines demokratischen Rechtsstaates.

Aber wer will den noch wirklich, nachdem,  was gerade mit dem fortschrittlichsten Sozialstaat Afrikas geschieht?

Ich denke, die Botschaft haben alle verstanden.

 

 

 

Das Gewissen und die Kultur des Todes

Ostermontag 2011. Zeit, einige Reflexionen abzuschließen. Im Managementtraining nennt man das "Refraiming" - den Dingen einfach mal einen neuen Rahmen geben - für eine gewisse Zeit. Um neue Perspektiven zu entdecken, alte Denkgewohnheiten in Frage zu stellen, die eigene Position kritisch zu überprüfen. Ostern, das zentrale Fest der "Christenheit", ist ein guter Tag, denke ich, um mal alles aus der Perspektive von Christen zu betrachten, die ja politisch und kulturell unsere Staatsgemeinschaft prägen sollen. Ich gestehe - ich habe zu diesem Zweck das erste Mal im Leben das Evangelium des Matthäus gelesen. Sehr fremd ... aber gerade das ist ein guter Ausgangspunkt für Refraiming. Je fremder der Rahmen ist, den man der eigenen Wirklichkeit zum Abgleich überstülpt, umso deutlicher fallen die Ecken und Kanten der eigenen Weltsicht auf. Refraiming hat Nebenwirkungen. Eine wichtige Nebenwirkung ist, das "Alternativlosigkeit" aus der eigenen Weltsicht verschwindet, Dogmatismus sich in Luft auflöst und moralische Engstirnigkeit kaum noch Platz zum Überleben hat - vielleicht ein Grund, weshalb diese Kunst kaum noch angewendet wird. Es wäre schwer zu erklären, warum wir den fortschrittlichsten Sozialstaat in Afrika angreifen

Ostermontag 2011. Zeit, einige Reflexionen abzuschließen. Im Managementtraining nennt man das „Refraiming“ – den Dingen einfach mal einen neuen Rahmen geben – für eine gewisse Zeit. Um neue Perspektiven zu entdecken, alte Denkgewohnheiten in Frage zu stellen, die eigene Position kritisch zu überprüfen. Ostern, das zentrale Fest der „Christenheit“, ist ein guter Tag, denke ich, um mal alles aus der Perspektive von Christen zu betrachten, die ja politisch und kulturell unsere Staatsgemeinschaft prägen sollen. Ich gestehe – ich habe zu diesem Zweck das erste Mal im Leben das Evangelium des Matthäus gelesen. Sehr fremd … aber gerade das ist ein guter Ausgangspunkt für Refraiming. Je fremder der Rahmen ist, den man der eigenen Wirklichkeit zum Abgleich überstülpt, umso deutlicher fallen die Ecken und Kanten der eigenen Weltsicht auf. Refraiming hat Nebenwirkungen. Eine wichtige Nebenwirkung ist, das „Alternativlosigkeit“ aus der eigenen Weltsicht verschwindet, Dogmatismus sich in Luft auflöst und moralische Engstirnigkeit kaum noch Platz zum Überleben hat – vielleicht ein Grund, weshalb diese Kunst kaum noch angewendet wird. Es wäre schwer zu erklären, warum wir den fortschrittlichsten Sozialstaat in Afrika angreifen, siehe Welt:

Auch die Familienförderung ist in Libyen vorbildlich. Brautpaare erhalten 64.000 Dollar, um eine Wohnung erwerben zu können, und für ein Neugeborenes bezahlt der Staat 7000 Dollar. Wer ein Unternehmen gründet oder ein Geschäft eröffnet, erhält ein einmaliges Startkapital von 20.000 Dollar. Die Ausbildung und die medizinische Versorgung sind im libyschen Staatssozialismus kostenlos, Frauen werden wie nirgendwo in der arabischen Welt gefördert.

Schon deshalb würden die Rebellen scheitern, die nur ein Viertel der libyschen Bevölkerung repräsentierten. Gaddafi habe sein Volk seit den Nato-Angriffen bewaffnet, achtzig Prozent der Bevölkerung im Westen Libyens stehen hinter dem Regime.

Die Versicherung, das man Gaddafi nicht töten wolle, ist auch nicht mehr das Papier wert, auf dem sie geschrieben wurde, siehe Spiegel:

Sollte diese Attacke den Diktator töten? Die Nato hat in der Nacht schwere Luftangriffe auf Tripolis geflogen und dabei auch Anlagen des Machthabers Gaddafi unter Feuer genommen. Ob er sich in dem Komplex befand, ist aber unklar.

Ich frage mich: was erwartet die Bevölkerung eigentlich unter neuem Management? Welche Pläne hat die Nato, die Stellung der lybischen Frau zu sichern? Von tunesischen Frauen hörte ich schon, sie würden nicht vor der Armut sondern vor den tunesischen Männern fliehen. Wieviel werden wir den jungen Brautpaaren, den Arbeitslosen und den Unternehmensgründern bezahlen? Ersetzen wir die zerbombten Zivilgebäude … oder demonstrieren wir, das wir einer anderen Ethik folgen, einer Ethik, die aus Werbegründen noch einen christlichen Aufkleber auf dem Jagdbomber plaziert hat? Die Frage, ob unsere Waffen auch wieder mal vom Militärbischof gesegnet worden sind, will ich gar nicht mehr stellen – ich fürchte die Antwort.

Arthur Schopenhauer war in der Beantwortung der Ethik seiner Mitmenschen ähnlich gnadenlos wie er urchristliche Wanderprediger: an ihren Taten sollt ihr sie erkennen, meinte der, was ein Mensch will, ist das, was er tut, nicht das was er wünscht, meinte Schopenhauer.

Wir wünschen, ein christlicher, demokratischer, dem Frieden verpflichteter Rechtsstaat zu sein. Als solcher sehen wir uns gerne – und wenn der Islam an unsere Tür klopft, hängen wir auch gerne das christliche Schild vor die Tür: „geschlossene Gesellschaft“. Wenn man aber sieht, was wir tun – auch wir Deutsche – so würde das ethische Urteil der zuvor genannten Herren wohl anders ausfallen, siehe Spiegel:

Rund 1,5 Billionen Dollar haben die Staaten der Welt im Jahr 2009 zusammen für ihr Militär ausgegeben, hat das anerkannte Stockholmer Institut für Friedensforschung (SIPRI) berechnet. Im Vergleich zu vor zehn Jahren sind die Militärsausgaben damit um fast 50 Prozent gestiegen. Nahezu drei Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung sind direkt auf Investitionen ins Militär zurückzuführen.

Am meisten Geld investieren nach wie vor die USA in ihre Armee. Mit einem Militäretat in Höhe von 661 Milliarden Dollar waren sie 2009 für 43 Prozent der weltweiten Rüstungsausgaben verantwortlich. Doch die Schwellenländer holen auf. Bereits auf Platz zwei der Liste der größten Militäretats der Welt folgt China, das laut Sipri geschätzte 100 Milliarden Dollar für seine Verteidigung ausgibt. Auch Russland (53 Milliarden Dollar, Platz fünf), Saudi-Arabien (41,3 Milliarden, Platz acht) und Indien (36,3 Milliarden, Platz neun) schaffen den Einzug in die Top Ten.

Wir Deutschen verdienen ganz gut an diesem Geschäft -und damit es weiter läuft, wird es wohl den einen oder anderen Krieg geben müssen. Wir pflegen eine Kultur des Todes, die eben ab und zu auch von uns verlangt, das Bomben geworfen werden. Ohne Einsatz kein Umsatz. Wir haben damit kein Problem mehr, weil wir ein „Gewissen“ abgeschafft haben. Sich mit „Gewissen“ auseinanderzusetzen, ist in der Kultur des Todes nicht mehr leicht: es gibt eine Herrschar von Psychologen, Soziologen und Philosophen, die es im Dienste der Rendite fortgeredet haben: Moral schadet der Rendite – überall. Würden wir überall gerechte Löhne zahlen, faire Preise bieten, Menschenrechte über Renditeansprüche stellen, wäre die Welt ein wunderbare Ort, aber es gäbe kaum noch Superreiche.

Eine Schwelle, die bei der Abschaltung des Gewissens zu überwinden ist, ist die Religion – weltweit. Nicht, das sich Religion nicht missbrauchen ließe, das steht wohl völlig außer Frage. Religionen werden nun mal von Menschen gemacht … und deren Mangelhaftigkeit steht nicht nur im Fokus christlicher, jüdischer oder muslimischer Religionen, sondern auch im Fokus der anderen Weltreligionen. Das der Mensch heilig wird, in dem er sich ein Symbol auf die Jacke näht, ist ein Gerücht. Aber hinter „Religion“ steht möglicherweise noch etwas anderes. Möglicherweise gibt es ein Feuer der Realität, das zum Rauch der Legenden paßt. Das wäre schlimm fürs Geschäft, denn dann hätten wir: die Stimme Gottes im Menschen. Die muß unbedingt ausgeschaltet werden, weshalb wir ja auch mehr und mehr eine Werterelativität predigen.

Diese – materialistische – Werterelativität endet natürlich an gewissen Grenzen. So ist es in Ordnung, wenn man Bomben auf einen bösen Diktator wirft, es ist aber böse, wenn man Manager kritisiert, wie unser Bundespräsident, Rotarier und „Pro Christ“ Christian Wulff ausführt, siehe Spiegel:

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff hat in der Talkshow „Studio Friedman“ einen gefährlichen Vergleich gewagt: Der CDU-Politiker verglich die Debatte über Managergehälter in Deutschland mit einer „Pogromstimmung“.

Manager … sind die Priester jener neuen Religion, deren Götter die Konzerne darstellen, deren Tempel in den heiligen Räumen der Banken zu finden sind, und deren Religion … eine Religion des Todes ist, der die Kultur des Todes auf dem Fuß folgt. Legt man diesen Glaubenssatz zugrunde, lösen sich die vielen Fragezeichen angesichts der moralischen Piroutten unserer Kultur auf. Es ist – wie Religion an sich – eine Frage des „Glaubens“, was in religiösem Sinne bedeutet, das man einer Weltanschauung kritiklos vertraut … und wer würde hierzulande „Wachstum“, „Aufschwung“ oder „Rendite“ ernsthaft in Zweifel ziehen?

Zweifelt man aber nicht, ist man schnell in der beliebten weil verantwortungsfreien Welt der „Alternativlosigkeit“.  Gerade moderne Politiker fühlen sich dort sehr wohl. So ist der moderne Politiker eher ausführendes Organ einer alternativlosen Wirklichkeit. Wer die letztlich denn dann gestaltet, wird nicht mehr hinterfragt.

Hierzu ist es hilfreich, wenn man die unangenehmen Gefühle, die durch Bomben zerfetzte Kinderleiber in einem erzeugen, unterdrücken kann. Weltweit in allen Kulturen sieht man das nicht so gerne. Hier wird gerne nach Vernunft gerufen – und nach „Desensibilisierung“.  Die US-Armee hat hier ihre Erfahrungen gesammelt, siehe Süddeutsche Zeitung:

Es ist gar nicht so einfach, jemanden dazu zu bringen, Menschen zu töten. Das zeigen beispielsweise Erfahrungen aus dem zweiten Weltkrieg, als Brigadegeneral S.L.A. Marshall das Verhalten der Soldaten in der Schlacht untersuchen ließ.

Lediglich 15 bis 20 Prozent der Soldaten brachten es über sich, auf einen sichtbaren Gegner zu schießen. Als das Militär sich dieses „Problems“ bewusst wurde, haben sie es beseitigt. Im Korea Krieg waren schon 55 Prozent der Soldaten bereit, zu schießen, in Vietnam waren es dann neun von zehn. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Militär effektive Methoden eingeführt. Unter anderem Desensibilisierung, Operante Konditionierung und Rollenmodelle.

Die Kultur des Todes muß gezüchtet werden – weil sie nicht der Natur des Menschen entspricht. Es gibt ein Problem mit … dem „Gewissen“. Sogar bei professionellen Killern, siehe Welt:

Es gibt Mafiosi in mystischen Krisen. Zum Beispiel Leonardo Vitale. Das war ein Mafioso, der noch vor der Zeit der Abtrünnigen zur Polizei ging und sagte, er könne das nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren. Dem hat keiner geglaubt. Der wurde in die Psychiatrie eingeliefert. Da war er über 10 Jahre. Die einzigen, die ihm glaubten, waren Mafiosi. Die haben ihn sofort umgebracht, als er aus dem Hospital raus kam.

In der Kultur des Todes gibt es für Menschen die aus Gewissensgründen keine Morde begehen können nur einen Platz: die Psychiatrie. Das Massenmord keine normale menschliche Freizeitgestaltung ist, ist uns fremd geworden. Das es ein Gewissen gibt, auch. Dabei stellt sich auch für die biologische Anthropologie die Frage: was bringt eigentlich einen Menschen dazu, zu seinem eigenen Nachteil sein Leben für andere einzusetzen, siehe Hassenstein bei Wikipedia:

Es stellt sich die Frage, was aus verhaltensbiologischer Sicht Menschen die Kraft gibt,[22] ihre „Gewissensentscheidung“ auch gegen massive Nachteile oder Gefährdungen zu vertreten. Nach Hassenstein brauchenWahrnehmungen und gedankliche Einstellungen einen gefühlsmäßigen Faktor (dieser gehört zu einer ursprünglicheren Ebene der Verhaltenssteuerung), um zum Imperativ zu werden. Erst dann setzen sie sich im Höchstwertdurchlass gegen andere Verhaltenstendenzen durch.

Fragt man Kant, so ist klar, was Moral vernünftigerweise lebenswert macht: die Aussicht auf Belohnung. Vernunft an sich – ist nicht moralisch. Sie kann ein Waisenhaus leiten oder ein Konzentrationslager, sie kann eine Moralphilosophie entwerfen oder Lampenschirme aus Menschenhaut fabrizieren – ihr ist es egal. Vernunft ist nur ein Werkzeug. Der gefühlsmäßige Faktor ist es erst, der ein belastbares Gewissen schafft – jenes Gewissen, dessen Heldentaten wir gerne in unseren Legenden feiern, wenn wieder mal jemand gegen den allgemeinen Wahnsinn Menschenleben gerettet hat, ohne auf seinen eigenen Vorteil zu schauen.

Noch Fragen, warum eine Kultur des Todes keine lebendige, ernst gemeinte Religon in ihren Kreisen dulden darf? Es wäre eine mächtige Kraftquelle für Gewissensentscheidungen, die beim Töten stört – beim direkten Töten durch Waffen oder beim indirekten Töten durch Wirtschaften. Das ist zwar nicht das, was wir wünschen würden, aber das was wir tun … und deshalb auch das, was wir wollen.

Das ist es, was man merken kann, wenn man für einen Moment einen urchristlichen Rahmen über die Welt hängt – jenseits der Anpassungsprozesse der Kirchen, Theologen und Philosophen, die das Christentum beständig umbauen, damit es in die Kultur des Todes passt. Und in dem Moment – bevor Ostern vorbei ist und der Alltagsterror der Todeskultur das Denken wieder umgestaltet – kann man sich mal fragen, was denn eigentlich so schlecht daran wäre, eine christliche Ethik zu leben – erst recht, wenn sie durch den „allmächtigen Schöpfer des Universums“ abgesegnet wird? Eine höhere Legitimation ist gedanklich nicht mehr möglich – auch wenn es wunderlich ist, das selbst die meisten Tiere so etwas nicht brauchen, um ihre eigenen Artgenossen am Leben zu lassen.

Was wäre denn wirklich, wenn morgen früh alle anfangen, die beiden höchsten Gebote zu leben: ihren Nächsten zu lieben und den Schöpfer der Welt, der – nach alttestamentarischer Sicht – das Leben selbst ist?

Schon morgen früh steht die erste Gewissensentscheidung an: Autofahren gefährdet Menschenleben. Es sterben tausende Menschen jedes Jahr durch diese Beförderungsmethode. Die Kultur des Todes nimmt das billigend in Kauf.

Das wäre eine sehr unheimliche Welt, diese christliche, oder? Gut, das Ostern heute vorbei ist. Aber für einen Moment … durften wir die Hoffnung haben, das es zur Kultur des Todes vielleicht Alternativen geben könnte.

Morgen leben wir sie wieder.



 

 

 


 

 


Libyen: rettet Gaddafi! Bombadiert die Deutsche Bank! Weltkrieg voraus …

Wir Bürger sind ja dumm. Viel zu dumm. Wir können diese komplizierte Welt überhaupt nicht verstehen, weshalb die Wirtschaft, die Politik und die Medien uns vor unserer eigenen Dummheit schützen müssen. Eigentlich ... dürften wir ohne Aufsicht überhaupt nicht in der Welt der Nachrichten herumstreunern - wozu auch, blöd wie wir sind, verstehen wir gar nicht, was da los ist. Zum Beispiel Libyen. Da bombadiert jetzt die Nato Libyer aller Art (auch Rebellen und Zivilisten), ohne das wir wissen, warum eigentlich. Wie kann ein reines Defensivbündnis, dereinst geschaffen gegen die Rote Armee, eigentlich ein kleines Land als Bedrohung auffassen, das zu 90 % aus Wüste besteht? Nun, gesagt wurde uns, das dort "gute" Rebellen gegen "böse" Soldaten kämpfen - und wir glauben ja, was man uns sagt. Wir sind ja keine Verschwörungstheoretiker - um Himmels Willen - nein!

Wir Bürger sind ja dumm. Viel zu dumm. Wir können diese komplizierte Welt überhaupt nicht verstehen, weshalb die Wirtschaft, die Politik und die Medien uns vor unserer eigenen Dummheit schützen müssen. Eigentlich … dürften wir ohne Aufsicht überhaupt nicht in der Welt der Nachrichten herumstreunern – wozu auch, blöd wie wir sind, verstehen wir gar nicht, was da los ist. Zum Beispiel Libyen. Da bombadiert jetzt die Nato Libyer aller Art (auch Rebellen und Zivilisten), ohne das wir wissen, warum eigentlich. Wie kann ein reines Defensivbündnis, dereinst geschaffen gegen die Rote Armee, eigentlich ein kleines Land als Bedrohung auffassen, das zu 90 % aus Wüste besteht? Nun, gesagt wurde uns, das dort „gute“ Rebellen gegen „böse“ Soldaten kämpfen – und wir glauben ja, was man uns sagt. Wir sind ja keine Verschwörungstheoretiker – um Himmels Willen – nein! Aber wir sind dumm und werden deshalb sehr verwirrt, wenn wir mit solchen Nachrichten konfrontiert werden, siehe Welt:

„Vor unseren Augen wurden so viele Menschen erstochen und geköpft“. In einem Appartement im zweiten Stock eines der Ferienhäuser serviert ein Familienvater erst Kaffee, bevor er sein Handy herausnimmt und ein blutiges Video zeigt. Darin wird einem am Boden liegenden Mann mit einem langen Messer der Kopf abgeschnitten, was normalerweise nur radikale Islamisten mit ihren Feinden tun. Grausame Bilder, die man kaum ansehen kann.

So was verstehe wer will. Ich verstehe nicht so richtig, warum wir brutale Mörder mit Waffengewalt  ins Amt heben müssen – auch wenn sie „gute“ Rebellen sind. Aber das erklären uns ja die Regierungschef der Angreiffernationen in einem gemeinsamen Zeitungsartikel, siehe Spiegel:

Dramatischer Appell dreier Regierungschefs: Barack Obama, Nicolas Sarkozy und David Cameron haben in einem gemeinsamen Zeitungsartikel den Kampf gegen Machthaber Gaddafi verteidigt. Die Nato müsse in Libyen weiter angreifen, bis der Diktator verjagt sei – sonst mache sich die Welt schuldig.

Aha. Wir machen uns schuldig. Nein, das wollen wir ja nicht. Nachher zeigen alle mit dem Finger auf uns, weil wir mal wieder einen Fehler gemacht haben, mal wieder mit guten Gedanken einem finsteren Ungeheuer gefolgt sind. Andererseits … zeigt die Welt schon jetzt mit Fingern auf uns, siehe Zeit:

Die Staats- und Regierungschefs der fünf führenden Schwellenländer haben den internationalen Militäreinsatz in Libyen kritisiert. «Wir teilen den Grundsatz, dass der Einsatz von Gewalt vermieden werden sollte.»

Das erklärten die sogenannten Brics-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika bei ihrem Gipfeltreffen am Donnerstag im südchinesischen Sanya (Hainan). Die aufstrebenden Wirtschaftsmächte zeigten sich «tief besorgt über die Turbulenzen» im Nahen Osten, Nord- und Westafrika und forderten diplomatische Lösungen.

Na, da schau her! Jetzt sorgen wir dafür, das wir uns nicht schuldig machen und die großen Mächte dieser Welt zeigen mit dem Finger auf uns. Wie geht das denn? Ausserdem erklären sie uns den Krieg – den Weltwährungskrieg, über den wir erst letztens berichtet hatten, siehe Welt:

Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika sagen der Allmacht des Dollars den Kampf an: Sie handeln künftig in ihren eigenen Währungen.

Die meckern nicht nur – die handeln. Entschlossen, vereint und gnadenlos packen sie uns dort, wo es richtig weh tut: beim Geld – und zeigen auch sonst, das sie es sehr ernst meinen:

Gemeinsam sagten sie in ihrem Schlusskommuniqué der Vorherrschaft der Industrieländer und insbesondere der Dominanz des Dollar im Weltwirtschaftssystem den Kampf an. Künftig wollen die fünf Länder sich in ihren Handelsbeziehungen untereinander vor allem der eigenen Währungen bedienen und sich auch gegenseitig Kredite geben. Den Dollar brauchen sie dann nicht mehr.

Wenn die den Dollar nicht mehr brauchen, können die USA das Schild „Bis auf Weiteres geschlossen“ herausholen. Wir auch. Und wenn die die Vorherrschaft der Industrieländer brechen wollen, bekommen wir europaweit das Sozialniveau von Gelsenkirchen-Schalke ohne Fußball. Da braut sich was Finsteres zusammen, über das wir erstmal nicht im Zusammenhang informiert werden. Wieso auch – blöd wie wir sind, würden wir nur anfangen, unserer Außenpolitik zu misstrauen … wozu sollte das schon gut sein?

Zudem meldet sich der Diktator selbst zu Wort, hier bei „The Intelligenz“:

Amerikanern und anderen Besuchern erzählten sie, dass sie „Demokratie“ und „Freiheit“ bräuchten, ohne zu erkennen, dass es sich dabei um ein Halsabschneider-System handelt, in dem der größte Hund den Rest auffrisst. Doch sie waren von diesen Worten verzaubert, ohne zu erkennen, dass es in Amerika keine kostenlose Medizin gab, keine kostenlosen Spitäler, keine kostenlosen Häuser, keine kostenlose Ausbildung und keine kostenlose Nahrung, von Leuten die bettelten abgesehen oder den langen Schlangen für einen Teller Suppe.

Wie jetzt? Das gibt es alles umsonst bei ihm? Na, jedenfalls hört er nicht auf, das zu behaupten:

Nun stehe ich unter dem Angriff der größten Macht in der Militärgeschichte. Mein kleiner afrikanischer Sohn Obama möchte mich töten, um unserem Land die Freiheit zu nehmen, um uns unsere kostenlosen Behausungen zu nehmen, unsere kostenlose Medizin, kostenlose Ausbildung, kostenlose Nahrung, um es durch Diebstahl im amerikanischen Stil zu ersetzen, der „Kapitalismus“ genannt wird. Doch alle von uns in der Dritten Welt wissen, was das bedeutet. Es bedeutet, dass Konzerne das Land führen, die Welt führen, und dass die Menschen leiden.

„Diebstahl im amerikanischen Stil“ … nun, das kennen wir auch hier vor Ort, nennt sich „Leiharbeit“. Das Konzerne das Land führen, können wir nur bestätigen. Das gilt nicht nur für die USA. Aber das kann doch  nicht sein, das unsere Medien uns so falsch über Libyen informiert haben, oder? Dumm wie ich bin, suche ich weiter und bin immer irritierter, was ich in dem Reisemagazin „Schwarz-auf-Weiss“ finde:

Es mag ja einiges im Argen liegen im Staate Gaddafis, aber Fundamentalismus und religiöse Eiferer haben keine Chance. Nicht der Koran, sondern sein Grünes Buch bestimmt die Richtlinien der Politik. Libyen ist ein reiches Land. Es gibt weder erschreckende Armut, die Kriminalität erzeugt, noch schlecht bezahlte Grenzposten, die sich von Schmugglerbanden korrumpieren lassen.

Nun … das würde die Geschichte mit dem Köpfen erklären. Weniger Gaddafi – mehr Fundamentalismus. Den bekämpfen wir zwar eigentlich ja auch ganz vehement, aber … unsere Dummheit steht uns hier wieder beim Verständnis der Politik im Wege. Das Deutschlandradio hat nun  eine Journalistin von GEO interviewt, die uns über die Armut in Libyen informiert:

Zuckerbrot gab es natürlich aber auch, und das Zuckerbrot, das bestand darin, dass die Menschen sehr viele, vergleichsweise viele Vergünstigungen gekriegt haben. Ich will es mal so beschreiben: In den Nachbarländern, Tunesien und Ägypten etwa, herrschte ja eine extreme Armut teilweise. So was gibt es in Libyen oder gab es bisher nicht. Es gab keine Bettler auf Libyens Straßen. Es gibt niemand, der nicht wirklich durchkommen würde. Es gibt Leute, die natürlich am Existenzminimum sich bewegen, aber darunter nun nicht.

Supermärkte gibt es inzwischen. Gut besuchte Restaurants gibt es auch. Das ist relativ neu. Das kann sich aber keiner leisten, der nicht irgendwie in einer internationalen Firma arbeitet. Ich möchte vielleicht aber lieber noch mal dazu was sagen, was jetzt für die Allgemeinbevölkerung die Zuwendungen bedeuten.

Das sind vor allem günstige Häuser, günstige Grundnahrungsmittel, günstiges Benzin und Staatsjobs, die keiner braucht und wo man auch nicht unbedingt arbeiten muss, aber wo man sozusagen einen Minimumlohn dafür kriegt.

Also … das hört sich so an, als ob Gaddafi recht hätte. Wäre doch auch für Deutschland mal ein sinnvolles politisches Programm. Da ich aber denke: das kann doch nicht wahr sein, das wir das sozialste Land Afrikas bombadieren, forsche ich weiter und besuche die Bertelsmannstiftung:

Aufgrund der hohen Bedeutung, die das Regime der Gesundheitsversorgung, Bildung und sozialer Gleichheit beimisst, sind Diskriminierung und Armut zumindest unter libyschen Staatsbürgern weitgehend inexistent.

Keine Armut? Dafür aber eine Gleichberechtigung, die sogar für Deutschland beschämend ist?

Die Gleichberechtigung zwischen Mann undFrau ist staatlicherseits gewährleistet und wird aktiv vom Regime gefördert. Vielfach sind jenach Studienzweig mehr als 50 Prozent der Studenten Frauen, und insbesondere in der Politik wird die Mitwirkung von Frauen explizit unterstützt.

Ich gestehe, ich werde immer verwirrter und bekomme den Eindruck, wir zerbomben dort den fortschrittlichsten Sozialstaat Afrikas. Das kann natürlich nicht sein, also schaue ich nochmal bei der Welt-auf-einen-Blick vorbei.

Dort präsentiert sich Libyen mit 7,5 %der Bevölkerung, die unterhalb der Armutsgrenze leben. Israel hat hingegen 21,6 % Arme, Deutschland 11 %, Bombernation Spanien 19,8 %, USA 12 % (2004).  Es sind ältere Zahlen … aber trotzdem verwirrrend. Für was bzw. gegen was bomben wir da jetzt eigentlich herum? Gegen den Sozialstaat?

Völlig verwirrt stoße ich zufällig auf andere Gefahrenmeldungen, hier im Manager Magazin:

Scharfe Kritik am Deutsche-Bank-Chef: Der frühere IWF-Chefökonom Simon Johnson hält Josef Ackermann für „einen der gefährlichsten Bankmanager der Welt“. Seine hohen Renditeziel ermögliche allein der deutsche Steuerzahler – weil er notfalls für eine Pleite des Riesengeldhauses hafte.

Wie gefährlich das ist, erfährt man im Handelsblatt:

„Der deutsche Finanzsektor ist sehr problematisch, und die Deutsche Bank ist besonders gefährdet, sich selbst in die Luft zu jagen“, sagte Johnson.

Die Folge solcher riskanten Experimente: wir gehen alle bankrott, siehe RP-online:

Auf den Steuerzahler kommen offenbar neue Belastungen zu: Die Rettung der WestLB vor den Folgen der Finanzkrise wird am Ende wohl mehrere Milliarden Euro kosten.

Natürlich auch, weil der Rotarier und Transatlantiker Merz täglich 5000 für die Aktion bekommt. Es gibt halt Leute, die an Pleiten noch super verdienen, siehe Manager Magazin:

Der Insolvenzverwalter für das Deutschland-Geschäft der Investmentbank Lehman Brothers, Michael Frege, hat 45,3 Millionen Euro als Honorar-Vorschuss erhalten. Von der zahlungsunfähigen Lehman Brothers Bankhaus AG fordern mehr als 400 Gläubiger rund 38 Milliarden Euro.

So etwas hat natürlich Folgen …. für den Staat. Hier wird nun scheinbar unmögliches Realität, siehe Zeit:

These: Die Angst vor Staatspleiten ist unbegründet.

So kann man sich irren. Kein halbes Jahr später bereitet sich Europa auf einen Bankrott Griechenlands vor – und Börsianer spekulieren bereits darüber, wer als Nächstes an der Reihe sein könnte. Portugal? Spanien? Großbritannien? Japan? Die USA? Kenneth Rogoff, Professor für Volkswirtschaft an der Harvard-Universität und Krisenexperte, hält ein ganzes »Bündel« von Staatspleiten für wahrscheinlich.

Dann wären einige der Bombernationen einfach fort. Noch einen Räumungsverkauf … das war es dann. Kein Wunder, das Deutschland bei dem Krieg nicht mitmachen will. Unser Handelsüberschuss ist zwar ein eigenständiger Risikofaktor (siehe Welt) aber ohne ihn und die kaufkräftigen BRICS-Staaten wären wir schon längst selbst bankrott … und wie die zu dem aktuellen Krieg stehen, haben wir ja anfangs gesehen.

Aber so unterm Strich betrachtet … kann es nicht sein, das Gaddafi irgendwie nicht so ganz falsch liegt mit seiner Analyse der Situation im „Kapitalismus“? Immerhin scheinen wir im Vergleich ärmer zu sein als die Libyer … jedenfalls haben wir „zivilisierten“ Bombernationen mehr Arme. Na ja, Bomben sind halt auch teuer.

Wäre es nicht sinnvoller … sagen wir mal … wir retten Gaddafi und bombadieren stattdessen die Deutsche Bank? Also … irgendwie wären doch die aggressiven Versuche Ackermanns zur Vernichtung der deutschen Volkswirtschaft eine größere Bedrohung für die Nation als diese kleine sozial gut ausgestattete Wüstenvolk – und die Nato soll uns doch gegen Aggressoren verteidigen, oder?

Aber hier zeigt sich wieder nur, wie dumm der Bürger eigentlich ist. Wir sollten das Nachdenken lieber den Journalisten überlassen, die sind dafür laut junge Welt bestens aufgestellt, zumindest beim Spiegel:

Der Spiegel ist ein sogenanntes Leitmedium der Bundesrepublik. Entsprechend ist er. Wo Jahrzehnte nach dem Krieg noch Kohorten von feschen Wehrmachtsleutnants und höheren SS-Chargen mit Hilfe des britischen und vieler anderer Geheimdienste ein »Sturmgeschütz der Demokratie« bastelten, herrscht heute der Ton der »Elite«: Man ist – schon einkommens- und statusmäßig – fester Bestandteil des hiesigen Politik- und Medienbetriebes, sitzt nicht mehr im Vorzimmer der Regierenden herum, sondern mit ihnen bei jeder Gelegenheit zusammen. Die Gesinnung ist strenger Mainstream, d.h. argumentimmun neoliberal, freudig – schon aus alter Tradition – beteiligt an jedem Krieg der westlichen Wertegemeinschaft, faktenresistent gegen soziale Fragen, haßerfüllt-fundamentalistisch auf alles, was politisch links steht oder vorgibt, dort zu stehen.

Gut das wir solche Medien haben. Da schützt uns doch der alte Geist der Waffen-SS und der Wehrmacht wieder einmal vor großen Irrtümern. Und dieser Geist hat auch kein Problem damit, den mordenden Mob gegen Gaddafi zu unterstützen. Wenn ich mich doch nur aufraffen könnte, nur noch eine einzige Zeitung zu lesen, die mir sagt, was ich denken soll … dann wäre ich nicht immer so verwirrt.

Da rollte jetzt gerade das Sturmgeschütz der Demokratie durch Libyen (für die Wehrmacht altbekanntes Terrain) und die Russen fürchten sich. Kein Wunder … sie haben mit diesen Sturmgeschützen auch schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn die aber jetzt nun alle – Russen, Chinesen, Brasilianer, Inder und Südafrikaner – in zwei – drei Jahren auf die Idee kommen, das die westlichen Räubernationen eine eigenständige Gefahr für den Weltfrieden darstellen, weil ihre Art auf Kosten anderer zu wirtschaften eine ständige Bedrohung der Weltwirtschaft darstellt … bekommen wir dann auch wieder einmal jene Weltkriege, die wir so gerne anzetteln, wenn unsere Wirtschaft wieder am Boden liegt?

 

 

 

 

 

 

Kampagnenjournalismus, Verschwörungen, Medienversagen und Bürgerwut: Deutschland 2011

[local] 

Mal ehrlich: fühlen Sie sich gut informiert? Ich meine, gerade jetzt, angesichts der lebensgefährlichen Krisen, in denen wir uns befinden? Können Sie ihren Kindern morgens beim Frühstück noch eben erklären, was denn da gerade jetzt in Japan los ist und warum die Nato Al-Kaida in Lybien mit Waffen ausstattet, während die doch in Afghanistan bekämpft werden? Ja, Al-Kaida gehört mit zu den „Rebellen“ gegen Gaddafi – jedenfalls habe ich das gestern nebenbei in den Medien gehört … ich weiß schon gar nicht mehr, wo. Wäre mir auch kein weiteres Wort wert gewesen, deshalb habe ich mir die Quelle nicht gemerkt, aber heute kam es mir wieder in den Sinn – auch wegen der US-Krise. US-Krise? Ja, die große, welterschütternde Wirtschaftskrise in den USA, jenem Land, das – genauso wie Deutschland – seine Armutstoten schon in Massengräbern versenkt, siehe Welt:

In den USA hat die Polizei die schockierende Bestattungspraxis eines Armenfriedhofs aufgedeckt. Dutzende totgeborene Babys wurden gemeinsam in einer Holzkiste beerdigt, die Leichen von mittellos Verstorbenen wurden in Massengräbern übereinandergestapelt und notdürftig verscharrt.

Das sind Bilder, an die man sich gewöhnen muß. Oder man versteckt diese Nachrichten zwischen einem Dutzend Berichten über die letzten Blähungen der FDP, wie momentan praktiziert, denn mit der Wirtschaft der USA geht es steil bergab, siehe Swissinfo:

Der auf Anleihen spezialisierten US-Vermögensverwalter Pimco warnt vor einer Haushaltskrise in den USA. „Es besteht dann die Gefahr einer ähnlichen Situation wie nach dem Kollaps von Lehman Brothers 2008“, sagte Mohamed El-Erian, Pimco-Chef im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ (Dienstagausgabe). Noch in dieser Woche laufen die Zahlungsermächtigungen der US-Regierung nach dem aktuellen Haushaltsgesetz aus. Gelingt den Parteien im Kongress diese Woche nicht noch ein Kompromiss im Haushaltsstreit, fehlen der Regierung in Washington ab Freitag die Mittel, um die Arbeit von Ministerien und Behörden zu finanzieren. Die Regierung macht faktisch dicht. Zuletzt gab es dies in den 90er Jahren. Damals war das kein grosses Problem.
Wegen der hohen Verschuldung der USA wäre das dieses Mal jedoch anders, meint der ehemalige IWF-Topmanager El-Erian. „Angesichts der heutigen Rahmenbedingungen wäre das schlimmer, die Folgen unabsehbar.“

„Folgen unabsehbar“ muss man heutzutage vielleicht nochmal in Deutsch übersetzen: das Militär übernimmt dann die Macht. Ganz offiziell. Das dürfte viele Deutsche nicht stören, aber der DAX dürfte dann von 7000 auf 12 Punkte stürzen … das ist eine Sprache, die man dann doch deutlich versteht, oder? Noch sind die USA ein Haupthandelspartner. Ich hoffe, Ihr Anlageberater hat sie auf solche Möglichkeiten aufmerksam gemacht? Oder darauf, das wir offenen Auges in die Europleite marschieren, weil die Deutschen laut Süddeutsche Zeitung mit einer Irrsinnssumme haften:

Summa summarum liegen die Hilfszusagen für bedrängte Euroländer damit bei 1542 Milliarden Euro, und Deutschland haftet mit 391 Milliarden Euro.

Welche Bedeutung diese Summe für die Höhe Ihrer späteren Rente und die Dauer ihrer Lebensarbeitszeit hat, hat man Ihnen sicher mitgeteilt? Klar – sonst würden Sie sich ja nicht so gut informiert fühlen.

Oder diese Atomgeschichte in Japan. Ich weiß, man mag nichts mehr darüber hören. Ist medial abgearbeitet. Aber: fühlen Sie sich gut informiert darüber? So gut, wie der Autor bei Telepolis?

Eigentlich brauchte es kaum noch weitere Hinweise dafür, um die Vorgänge in Japan als kriminell zu bezeichnen. So hat japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag [extern] berichtet, es sei der japanischen Regierung und den Fukushima-Betreibern bekannt gewesen, dass es jederzeit, auch ohne Erdbeben und Tsunami, zu einer Kernschmelze in den Atomkraftwerken kommen kann. Schon zuvor war berichtet worden, dass [local] Notkühlprobleme bei diesem Reaktortyp seit 1971 bekannt sind. Kyodo zitiert niemanden anderes als der Leiter der japanischen Atomsicherheitsbehörde (NISA). Demnach erklärte Nobuaki Terasaka schon im vergangenen Mai, dass es in dem Atomkraftwerk bei einem Stromausfall zu einer Kernschmelze kommen kann.

Da sieht mal einer an! Das ganze gibt es auch ohne Tsunami. Kann auch jederzeit in Deutschland geschehen. Schon gewußt?

Na ja, darum brauchen wir uns ja jetzt keine Sorgen mehr machen, wir haben grün gewählt und die werden das für uns schon richten, genauso, wie wir ja von den öffentlich-rechtlichen Medien umfassend informiert werden, nachdem alle Parteivertreter ihre Meinung zu den Beiträgen abgegeben und die systemtreuen Chefredakteure ihren Segen dazu gegeben haben. Nur Albrecht Müller glaubt nicht so richtig daran:

In den NachDenkSeiten hatten wir gelegentlich schon mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, dass selbst als kritisch geltende Medienschaffende die Lage der Medien in Deutschland freundlich sehen und deshalb unsere Sorgen wegen des „Versagens der Medien als kritischer Instanz“ nicht teilen. Jetzt erscheinen Plakate und Anzeigen von ARD und ZDF mit der Überschrift „Eine Demokratie ist so stark wie ihre Medien.“
und dem Text: „Deutschland hat eine der vielfältigsten und hochwertigsten Medienlandschaften der Welt.“ Überschrift und Text steht neben einem groß abgebildeten Berlusconi. Wir sollen lernen, dass Berlusconi weit weg ist und anders als in Italien die „Berlusconisierung“ bei uns nicht ansteht. Wer die Wirklichkeit mit wachen Augen beobachtet, wird sich über eine solch beschönigende Beschreibung der Medienlandschaft wundern.

Besonders drollig wird es, wenn man „offizielle Medienvertreter“ mit ihrer eigenen Arbeit konfrontiert, siehe Albrecht Müller:

Beim etablierten Teil der anwesenden Wissenschaftler und Journalisten löste der Hinweis und die Beschreibung mehrerer Kampagnen das übliche Kopfschütteln und den Vorwurf „Verschwörungstheoretiker“ aus. Das ist immer wieder erstaunlich, werden wir doch täglich mit clever geplanten Kampagnen und ihrer Umsetzung über die Medien konfrontiert.

Vielleicht sollte man den Damen und Herren aus Wissenschaft und Journalismus einfach mal den Harvard Business Manager ans Herz legen. Dort wird man detalliert darüber informiert, wie man als Manager die Vierte Macht gegen sich selbst richtet:

Bei einem anderen Vorfall aus dem Jahr 2009 verhielt sich der Ölriese Chevron regelrecht schurkisch. Die Manager des Konzerns wussten, dass das investigative Nachrichtenmagazin „60 Minutes“ an einer Sendung über eine Klage gegen Chevron in Ecuador arbeitete, bei der es um 27 Milliarden US-Dollar ging. Die Anschuldigung lautete, Chevron habe riesige Flächen im Regenwald vergiftet. Die Manager beschlossen, ihre Sicht der Dinge vorher zu veröffentlichen. Sie engagierten den ehemaligen CNN-Korrespondenten Gene Randall für einen Dokumentarfilm, der Chevron in einem besseren Licht darstellen sollte. Der Film wurde drei Wochen vor der Ausstrahlung der „60 Minutes“-Sendung auf der Website des Unternehmens und auf Youtube veröffentlicht. Die Dokumentation war wie eine konventionelle Sendung aufgemacht, und es wurde mit keinem Wort erwähnt, dass sie von dem Ölkonzern finanziert worden war. Chevron wurde deshalb zwar vorgeworfen, die Öffentlichkeit getäuscht zu haben, doch der Film kam für die Kritiker des Unternehmens überraschend und machte die Öffentlichkeit auf die Sichtweise von Chevron aufmerksam.

So macht man das … falls man nicht, wie Sebastian Heiser auf Meedia.de berichtet, gleich den ganzen Artikel kauft:

Über seine Story spricht heute die ganze Branche: taz-Redakteur Sebastian Heiser testete in einer aufwändigen Undercover-Recherche die Käuflichkeit von Print-Titeln (u.a. FR, WAZ, Spiegel). „Mich hat überrascht, wie geschäftsmäßig die Mitarbeiter vieler Anzeigenabteilungen mir Einfluss auf Artikel angeboten haben und wie üblich das offenbar ist“, sagt er gegenüber MEEDIA.

….wie üblich das offenbar ist. Man kann schon fast die Uhr danach stellen, so pünktlich starten die Kampagnen nach den Katastrophen. Information und Gegeninformation gehören hier zum Alltagsgeschäft, beides getragen von der gleichen Berufsgruppe. Mittendrin: der Bürger, völlig verwirrt. Obendrüber: der Manager. Ganz unten: die Leichen der Armen, deren  Geld mit großen Ölpumpen von unten nach oben gefördert wird. Arm in Arm mit dem Topmanagement: die Gewerkschaften, siehe Spiegel:

Auf die Arbeitnehmerbank und auf die Gewerkschaften sollte man schon gar nicht setzen. Für die ist die Bezahlung des Vorstands Sache des Kapitals, sie sehen die Aktionäre als Zahler, nicht die Beschäftigten – und halten sich weitestgehend raus. In einem Interview mit der „FAZ“ wurde kürzlich Bernd Osterloh, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von VW, gefragt, ob er die 9,3 Millionen Euro für Martin Winterkorn gerecht fände. Antwort: Der mache seinen Job „sehr gut. Deshalb sind wir uns auf der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat einig, dass er das Geld verdient hat.“ Deutschlands Top-Manager wissen schon, warum sie die Mitbestimmung in den Aufsichträten verteidigen.

Nun sollte man sich nicht mehr darüber wundern, das die LINKE immer zahnloser wird, je größer die Macht der Gewerkschafter in der Partei wird.

Wie groß die Macht der Lenker der Kampagnen des Kampagnenjournalismus ist, hat nun auch Jean Ziegler erfahren, der als Redner zu den Salzburger Festspielen eingeladen war … bis die Herren der Welt merkten, wer da über den „Aufstand des Gewissens“ reden wollte, siehe Salzburg.com:

Die Salzburger Festspiele sind eine heilige Handlung in Europa. Sie sind sündhaft teuer, und sie werden – wie Biennalen in Venedig und Golfturniere – mitfinanziert von Konzernen, darunter sind Credit Suisse, UBS und Nestlé.

Warum geben diese Geldsäcke Millionen? Nicht aus Liebe zur Kunst oder aus Liebe zu Frau Burgstaller oder zu Frau Rabl-Stadler, sondern weil sie ihren Großkunden – darunter Steuerbetrüger aus Florida oder sonstwo – Logenplätze schenken können. Genauso ist das beim Opernball in Wien oder beim Pferderennen in St. Moritz.

Und jetzt hören die plötzlich, der Ziegler redet dreißig Minuten lang zu ihren Großkunden. Da gehen die natürlich in die Luft.

Die gehen nicht nur in die Luft, die sorgen sogar dafür, das der nicht zu Wort kommt. So kommt es, das eine Landeshauptfrau (vergleichbar mit einem deutschen Ministerpräsidenten) ihre Einladung wieder zurücknimmt. Wir sehen hier deutlich, wie weit der Einfluss der Konzerne schon reicht. Sie dirigieren Öffentlichkeitsarbeit bis ins kleinste Detail und schrecken auch nicht davor zurück, ihre Macht im Notfall ganz öffentlich zu demonstrieren.

„Kündigt eure Jobs. Zahlt keine Steuern mehr. Kauft euch Waffen, und dann geht an die Arbeit und holt euch das Land zurück von diesen Kriminellen.“

So liest man heute in der FTD über einen offensichtlich durchgeknallten Hedge-Fonds Manager. Was genau nun den Mann so wütend gemacht hat, erschließt sich einem nicht genau.

CNBC berichtet, McCrudden werfe der Regierung in Washington nirgends direkt vor, hinter 9/11 zu stecken. Wer zwischen den Zeilen lese, verstehe ihn aber auch so ganz gut.

Und … fühlen Sie sich noch immer gut informiert? Sie können ganz beruhigt sein: sie erfahren über den Zustand der Welt genau das, was die Finanziers der Salzburger Festspiele sie wissen lassen wollen. Informationen, die nicht von diesen Kreisen abgesegnet worden sind, werden Sie auch erreichen … spätestens dann, wenn sie sich als Katastrophen nicht mehr vom Tisch reden lassen. Und selbst dann wird es für Sie schwierig werden, sich ein klares Bild von der Situation zu machen.

Eine Demokratie ist so stark wie ihre Medien„, so wirbt gerade der Behördenfunk für sich.

Was das nun für unsere Demokratie bedeutet … sage ich lieber nicht. Ich zitiere lieber mal das Handelsblatt:

Die Al-Kaida nutzt nach Angaben aus algerischen Sicherheitskreisen das Chaos in Libyen, um sich hochwertige Waffen zu beschaffen. Unter den entwendeten Waffen seien auch Flugabwehrraketen des Typs SAM-7, die von der Schulter aus abgefeuert werden können, sagte ein algerischer Sicherheitsbeamter, der namentlich nicht genannt werden wollte, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Vor einigen Tagen sei ein Konvoi von acht Kleinlastern aus Ost-Libyen über den Chad und Niger nach Nord-Mali gefahren. „Und wir wissen, dass das nicht der erste Konvoi ist“, sagte der Beamte.

Und die Waffen können dann gegen US-Flugzeuge in der Eifel eingesetzt werden … oder gegen deutsche Soldaten in Afghanistan. Das erfährt man aber so nicht in der Tagesschau. Wäre auch zu kompliziert für den Bürger, dem man erklären müßte, auf welchen Umwegen die Waffen überhaupt nach Lybien gelangt sind, wer das ganze wirklich finanziert hat und wer alles Millionen daran verdient.

Ich denke, wir sollten nicht mit allzuviel Spott nach Japan blicken, wie es der Spiegel gerade vormacht:

Japans Journalisten können an der Apokalypse von Fukushima nur scheitern. Scharfe Kritik, harte, unabhängige Recherche oder die Enthüllung von Skandalen gelten als eher unschicklich oder sind gar verpönt. Eine der Ursachen: Chefredakteure verstehen sich als Teil des Establishments.

Das ist bei uns natürlich ganz anders … oder? Hier legt niemand Wert darauf, zum Bundespresseball eingeladen zu werden, weil wir ja die verschiedenen Mächte im Land fein getrennt halten wollen, siehe Tagesspiegel:

Gekommen waren die Minister Rainer Brüderle, Dirk Niebel, Peter Ramsauer, Philip Rösler, die Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir und Claudia Roth, Renate Künast und vor allem viele Chefredakteure und Geschäftsführer von Zeitungen und Zeitschriften aus dem ganzen Land. Auch zahlreiche Wirtschaftsgrößen und Vertreter des diplomatischen Corps waren dabei.

Rund 2500 Ballgäste kamen. Flanierkarten kosteten 350 Euro, für 590 Euro gab es Sitzplätze im Saal und ein viergängiges Gourmetmenü aus der Sterne-Küche von Thomas Kammeier.

Dort tanzen dann die, die es sich leisten können. Aber die reden dort  natürlich nicht miteinander, noch knüpfen sie irgendeine Form von persönlich nützlichen Kontakten oder sprechen über die neuen Beutezüge gegen den Steuerzahler, der letztlich die ganze Party bezahlt.

Die tanzen da nur.

 


 

 

 

Atom-GAU in der Eifel: Natojet abgestürzt – Libyenkrieg erreicht Deutschland

In der Eifel, so sagt man, geschieht alles hundert Jahre später. Leider sind Sprichwörter auch nicht mehr das, was sie mal waren, wie gestern die Bewohner eines kleinen Eifelörtchens erfahren mußten, siehe Welt:

In der Eifel, so sagt man, geschieht alles hundert Jahre später. Leider sind Sprichwörter auch nicht mehr das, was sie mal waren, wie gestern die Bewohner eines kleinen Eifelörtchens erfahren mußten, siehe Welt:

In der Nähe von Laufeld ist ein US-Kampfjet abgestürzt. Der Pilot rettete sich und die Dorfbewohner. An Bord sollen 11.000 Schuss scharfe Munition gewesen sein.

Es ist eins jener A-10 Thunderbolt Erdkampfflugzeuge, die mit ihrer Uranmunition schon in Serbien, Afghanistan oder dem Irak für strahlend gute Laune gesorgt hatten,  siehe Spiegel:

In der Umgebung der Stadt Abu Khasib etwa, dem Ort einer der wenigen großen Panzerschlachten des Kriegs, habe das Niveau der radioaktiven Strahlung das Zwanzigfache des Normalwerts betragen. An einzelnen abgeschossenen irakischen Panzern stellten die Wissenschaftler nach eigenen Angaben gar das 2500-fache der natürlichen Radioaktivität fest.

Spannend auch, was diese Munition so mit Menschen anstellt:

Zusätzlich zum hohen Gewicht haben Uran-Wuchtgeschosse eine weitere Tod bringende Eigenschaft: Beim Aufprall wird der Großteil der Bewegungsenergie in Wärmeenergie umgewandelt. Das Geschoss schmilzt, und durch das Loch in der Panzerung ergießt sich eine brennende Wolke kleinster Uran- und Uranoxid-Partikel ins Innere des Fahrzeugs. Die Besatzung wird bei lebendigem Leib eingeäschert.

Auch später noch hat der „Feind“ seinen Spaß damit:

Die Uranmunition ist allerdings nicht nur eine Gefahr für Soldaten, sondern womöglich auch für alle, die sich den Wracks später nähern. Mediziner befürchten, dass die Uranpartikel eingeatmet werden können, sich in der Lunge auflösen und so in die Blutbahn und ins Gewebe gelangen. Auch über Wunden könne die Substanz in den Körper eindringen und Vergiftungen oder Krebs auslösen. In den Boden geschossene Uranmunition kann Schätzungen zufolge in fünf bis zehn Jahren vollständig korrodieren und das Uran ins Grundwasser abgeben.

Also eigentlich: höchste Alarmstufe für die Eifel, der atomare Gau ist auf einmal vor Ort, zusammen mit den Gräueln des Lybienkrieges, siehe Handelsblatt:

Vor einigen Tagen hatte US-Vizeadmiral William Gortney bestätigt, dass Flugzeuge des Typs A10 auch in Libyen eingesetzt wird. Dieser Flugzeugtyp ist auch auf der US Air Base Spangdahlem im Eifelkreis Bitburg-Prüm stationiert. Sechs der „Warzenschweine“ aus Spangdahlem sollen nach Informationen des Volksfreunds an der Nato-Operation „Odyssey Dawn“ in Nordafrika im Einsatz sein. Ob der Absturz mit dieser Mission in Zusammenhang steht, sei noch offen.

Man fragt sich als Laie: welcher Zusammenhang soll da noch offen sein? Höchstens Chaosforscher können da einen direkten Zusammenhang sehen – oder jene Leute, die erst einen Knall hörten, dann eine brennende Maschine sahen und dann den flüchtenden bärtigen Fremdling mit der russischen „Fliegerfaust“. Für die ersten beiden Beobachtungen gibt es Zeugen, für die letzte nicht.  Mit Sicherheit werden uns bald allerdings erstmal die ersten Dementis bezüglich der Munition erreichen, weshalb wir jetzt im Vorfeld schon mal dagegenhalten wollen, siehe AKF:

Noch am 9. Januar 2001 bestätigten auch die US-Streitkräfte, DU-Munition zwar in Deutschland zu lagern, diese aber hier nicht zu verwenden. Wenig überzeugend fand das hingegen u.a. der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz: „Wer über diese Munition verfügt, der wird sie natürlich auch zu Übungszwecken heranziehen.”

Der Arbeitskreis Friedensforschung erwähnt auch die Spätfolgen eines früheren Unfalls:

Auch bei dem Absturz einer A-10 in Remscheid (NRW) am 8. Dezember 1988 wird vermutet, dass dabei freigesetztes DU die Absturzstelle verseuchte. Damals starben sieben Menschen, 50 wurden verletzt. In den Jahren danach erkrankten mehr als hundert Menschen aus der Nachbarschaft des Absturzortes wie auch Helfer des Technischen Hilfswerks an Hautentzündungen (Dermatitis), Nervenentzündungen und verschiedenen Arten von Krebs, ein Kind verstarb. Vermutungen, dass die A-10 Uranmunition an Bord hatte, dementiert das US-Militär jedoch beharrlich.

Uranmunition ist aber die Standardmunition der A-10. Die gehören zusammen wie Weihnachtsmarkt und Lebkuchen so wie Krebs  zum Standardrepertoire einer jeden guten radioaktiven Strahlung gehört. Aber: warten wir die neuen Dementis der Amerikaner ab und beobachten die Krebsrate in der Umgebung der Absturzstelle. Was nun den bärtigen Teufel mit der Fliegerfaust angeht … so weit hergeholt ist das nicht, siehe Volksfreund:

Es werde wohl etwa 30 bis 60 Tage dauern, bis die Ursache dieses Absturzes ermittelt sei, sagte eine Sprecherin der US-Airbase in Spangdahlem dem TV. Der Pilot habe nach ersten Erkenntnissen vor dem Absturz keine Probleme an den Tower gemeldet, sagte sie.

Scheint ihn also wirklich sehr plötzlich erwischt zu haben. Angesichts der Drohung Gaddafis, den Krieg auch ins Ausland zu tragen, wäre es nicht überraschend, wenn ihm so etwas gelungen wäre. Freiwillige für diesen Einsatz zu finden, dürfte kein Problem sein: die „Alliierten“ Bomben sich wieder einmal so richtig schön ins Herz des Volkes, siehe Spiegel:

Der Vatikan erhebt schwere Vorwürfe gegen die Alliierten: Bei Luftangriffen auf die libysche Hauptstadt Tripolis sind angeblich Dutzende Zivilisten ums Leben gekommen.

Im Stadtviertel Buslim sei ein ziviles Gebäude nach der Bombardierung eingestürzt. 40 Menschen seien dabei ums Leben gekommen.

Auch den Rebellen geht langsam die Luft aus. Einer Meldung von WDR 5 vom gestrigen Tage zu Folge besteht die  Rebellenarmee ohnehin nur aus 1000 Mann … denen nun langsam klar wird, das man mit so einer Streitmacht kein Millionenvolk bezwingen kann, siehe Wetterauer Zeitung:

Nach einer Serie militärischer Rückschläge gegen die Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi bieten die libyschen Rebellen einen Waffenstillstand an.

Das Heer Gaddafis sei gemessen an der Truppenstärke und Ausrüstung ungefähr zehn Mal so schlagkräftig wie die Aufständischen, sagte US-Generalstabschef Mike Mullen am Donnerstag (Ortszeit) in Washington vor dem Streitkräfte-Ausschuss des Abgeordnetenhauses. US-Verteidigungsminister Robert Gates betonte, er sei gegen Waffenlieferungen an die Rebellen: «Das ist etwas, was eine Menge anderer Staaten tun könnte.»

Trotzdem erwähnt die NZZ heute:

In der Nähe der Wohnanlage von Libyens Machthaber Muammar al-Ghadhafi in Tripolis ist es am Freitag nach Angaben von Augenzeugen zu Schiessereien gekommen. Rund 20 Minuten lang seien Maschinengewehr-Feuer und Schüsse bei dem schwer befestigten Komplex zu hören gewesen.

Möglicherweise haben wir es hier mit „Rebellen“ der anderen Art zu tun, siehe Hintergrund:

Auf der einen Seite wird ständig beteuert, der von der UNO nicht gedeckte Einsatz von Bodentruppen und auch die Belieferung der Aufständischen mit Waffen kämen nicht in Frage, auf der anderen Seite kommt nun heraus, dass zahlreiche Spezialeinheiten der Geheimdienste aus den USA und Großbritannien schon seit Wochen vor Ort operieren und US-Präsident Barack Obama bereits vor einiger Zeit eine Geheimorder unterzeichnete, die seinem Auslandsgeheimdienst grundsätzlich Grünes Licht für Waffen- oder Geldlieferungen an die kämpfenden Gaddafi-Gegner gibt. Das berichteten übereinstimmend verschiedene US-Zeitungen am Donnerstag.

Soviel dann auch zu der Glaubwürdigkeit von „offiziellen Statements“. Der Lybienkrieg wird langsam so schmutzig wie die Atommunition, die in Deutschland selbstverständlich nicht verwendet wird, auch nicht bei jenen Maschinen, die hier für den Libyeneinsatz trainieren.

Vielleicht war es auch ein ganz normaler Unfall, wir haben hier öfter welche dieser Art. Aber er darf uns ins Gedächtnis rufen, das die Uranrambos der Nato schon jetzt Schaden anrichten, der auch uns selbstzufriedenen Wohlstandsbürger erreichen könnte so wie er jetzt unschuldige UNO-Mitarbeiter erreicht hat, siehe Spiegel:

Sie protestierten gegen die Verbrennung eines Koran-Buchs in den USA und stürmten eine Filiale der Vereinten Nationen: Ein Mob wütender Demonstranten hat das Uno-Büro im nordafghanischen Masar-i-Scharif angegriffen. Mehrere Mitarbeiter wurden getötet – zwei von ihnen offenbar enthauptet.

Der Standard zeigt heute einen Cartoon, der Bomber „Für die Freiheit des lybischen … ÖLS!“ starten läßt.  Für den aufgeklärten undogmatischen Leser im Westen ist schon längst klar, was wir im Irak machen, in Afghanisten und nun in Lybien. Es geht um den Kampf der Konzerne um den ungehinderten Zugriff auf die Rohstoffe. Wir als Bürger haben nichts davon: außer Preissteigerungen. Die bekommen wir aber auch so.

Und natürlich werden wir irgendwann wirklich zornige, entrechtete, entrüstete und zu allem entschlossene Feinde bekommen, für die ein A 10-Einsatz nicht eine spannende Unterhaltung zum Nachmittagskaffee ist, sondern blutiger Ernst in Wohngebieten. Wir werden Väter und Mütter haben, die ihre zu Asche verbrannten Kinder rächen wollen: eine Sprache, die der grüne Durchschnittsrambo der Fischer/Cohn-Bendit-Clique bei den Grünen wohl verstehen wird. Immerhin geht es hier um den Kampf GUT gegen BÖSE, das ist doch eigentlich genau ihre Welt.

Nur … in der Welt der einfachen Beduinen, der einfachen Araber sind WIR die BÖSEN.

Bei den anstehenden Waffenverkäufen an Geheimdienstsympathisanten des Westens (das ist ja erstmal das erste Aufgebot der libyschen Rebellen) werden Fliegerfäuste sicher das Mittel der Wahl sein, bei den Rebellen habe ich schon einige gesehen, Typ SA – 7/Strela 2.

Auf die Art und Weise kommt jetzt auch ein alter Prophet wieder zur Geltung: Nostradamus wird aktueller denn je, siehe Welt:

Der Prophet und die Meinungsforscherin: Elisabeth Noelle-Neumann studierte 1940 erstmals die berühmten Vorhersagen – und war erschüttert. Sie las vom „Krieg mit den Arabern“ und wusste nicht, was es bedeuten sollte. Bis jetzt.

2011 haben wir ihn: den Krieg mit „den Arabern“. Ein Krieg in großem Ausmaß, dessen Ende nicht abzusehen ist. Vielleicht – aber auch nur vielleicht – ist er gestern schon in der Eifel angekommen.

Auf jeden Fall mal eine Gelegenheit, darüber nachzudenken, das Krieg kein Videospiel ist und das die Verrohung der … grünen … Mittelstandes tödliche Konsequenzen für libysche Kinder hat.

Wir Deutschen … hätten auch einfach mal laut NEIN sagen können im Sicherheitsrat.

Das hätte Leben retten können.

Die Woche: Im Zeichen der Krisen

An Reaktor 3 sieht es so aus, als könnte da etwas mehr kaputt sein, heißt es heute in den Nachrichten, die uns aus Fukushima erreichen. Wenn es nicht so fürchterlich schlimm wäre, könnte man über eine derart naive Berichterstattung lachen. So aber bleibt es beim Kopfschütteln. Anzunehmen, dass nach Explosionen, Bränden und unkontrolliertem Bewerfen mit Meerwasser, keine Schäden entstanden seien, grenzt schon an große Dummheit. Jetzt wird aber mit Süßwasser gekühlt. Das beruhigt.

Die Woche stand erneut unter dem Eindruck der Atomkatastrophe in Japan. Nicht zuletzt die bevorstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg und mit Abstrichen Rheinland-Pfalz werden dadurch bestimmt. Am Sonntag wird im Ländle gewählt und man hat den Eindruck, als hätte sich alles dieser Regionalwahl unterzuordnen, sogar die deutsche Außenpolitik. Mit einem klaren sowohl als auch positionierte sich die Bundesregierung zu dem Angriff der westlichen Wertegemeinschaft auf Libyen.

“Ziel dieser Mission teilen wir uneingeschränkt. Unsere Enthaltung ist nicht mit Neutralität zu verwechseln.”

Quelle: Focus Online

Das ist wohl die sprichwörtliche deutsche Bündnistreue und politische Zuverlässigkeit, die international so geschätzt wird und derentwegen Deutschland in den UN-Sicherheitsrat gewählt wurde.

Gestern nun verabschiedete der Bundestag mit den Stimmen der Koalition und der SPD eine Ausweitung des Afghanistanmandats. Künftig darf die Bundeswehr noch mehr AWACS-Aufklärungsflüge übernehmen, damit die Amerikaner ihr Personal für den Libyen-Einsatz abziehen können. D.h. auch, dass nicht nur der zivile Luftverkehr überwacht, wie immer behauptet, sondern auch militärisch aufgeklärt werde, um die Kämpfe gegen Aufständische aktiv zu unterstützen. In der Aussprache begründete der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Gernot Erler die Haltung seiner Partei wie folgt:

Herr Außenminister Westerwelle, ich habe den Eindruck, dass Sie ein Problem nicht verstehen. Wir alle haben in der Vergangenheit versucht, miteinander eine auf möglichst breitem Konsens gestützte Afghanistan-Politik zu verabreden. Das ist für sich schon ein schwieriges Thema. Das, was wir Ihnen vorwerfen, ist, dass Sie uns im Grunde genommen dazu zwingen, jetzt bei einer so wichtigen Abstimmung wie dieser über den AWACS-Einsatz zu überlegen, ob unsere Zustimmung nicht auch als eine Zustimmung zu Ihrer völlig verfehlten Libyen-Politik missverstanden werden kann.

Quelle: Bundestag

Die SPD sorgt sich also um ihr Image. Es soll der Eindruck vermieden werden, die Sozialdemokraten seien nur ein Wurmfortsatz der schwarz-gelben Koalition. Dabei entspricht genau das der Wirklichkeit. Wenn morgen in Baden-Württemberg gewählt wird und das Ergebnis so ausfällt, wie derzeit prognostiziert, dann kann man doch nicht ernsthaft glauben, dass die SPD einen Grünen zum Ministerpräsidenten wählt. Sie wird als Juniorpartner in einer große Koalition eintreten und einen möglichen Verzicht von Mappus auf den Posten des Regierungschefs als Erfolg verkaufen. Wer eine andere Regierung will, muss auch anders wählen.

Ein weiterer Beleg für die Selbstliquidierung der SPD war der Auftritt von Peer Steinbrück bei der am Donnerstag stattgefundenen Aussprache um die Ausweitung des Euro-Rettungsmechanismus’. Allein schon die Benennung Steinbrücks als Redner spricht Bände. Der Mann, der einer Fortsetzung der großen Koalition auch gegen die Beschlusslage seiner Partei immer das Wort geredet hatte und auf eine harmonische Zweisamkeit mit Angela Merkel zurückblicken kann, die bekanntlich immer nur an seinen Lippen gehangen haben soll, wird nun von der Opposition in Stellung gebracht, um der Kanzlerin Paroli zu bieten.

Und wieder steht dabei nur der Effekt im Vordergrund und nicht die Sache. Steinbrück ist ein glänzender Unterhalter mehr nicht. Seine ökonomischen Fähigkeiten sind kaum messbar. Als Brandstifter war er zusammen mit seinem immer noch in der Regierung sitzenden Mitarbeiter Jörg Asmussen (jetzt persönlicher Berater von Merkel) erfolgreich und als Feuerwehrmann ein großer Versager. In seiner Rede sagte er dann auch:

Das im Europäischen Rat jetzt anstehende Paket ist richtig…

Ihr Paket für Wettbewerbsfähigkeit, Frau Merkel, ist ebenfalls prinzipiell richtig,…

Quelle: Bundestag

Gregor Gysi verglich die Verschärfung der Sanktionen gegen Staaten mit Defiziten mit der Politik von Versailles. Wenn man nur die Absicht sieht, ist das sicherlich richtig, aber praktisch ist dieser Vergleich natürlich falsch, weil die europäische Union oder besser gesagt die Gläubigerbanken keine militärische Option verfolgen können. Der Ackermann wird eben nicht in Irland, Griechenland oder Portugal mit einem Heer einmarschieren, um sicherzustellen, dass die Zinsen auch bezahlt werden. Realistisch ist eben etwas anderes. Nämlich der sprichwörtliche Zerfall der Eurozone und der gesamten Union. Am Ende bleiben die Gläubiger auf ihren Forderungen sitzen und die Bundesregierung muss erklären, warum der jahrelange Verzicht deutscher Arbeitnehmer zu Gunsten der Exportstärke umsonst gewesen war.

Was soll auch passieren, wenn betroffene Staaten sagen, sie halten sich nicht an die vorgegebenen Maßnahmen zur Konsolidierung ihrer Haushalte? Strafe zahlen? Wovon? Die neue irische Regierung verhandelt bereits die Bedingungen neu, die Portugiesen haben im Parlament die Sparvorschläge einfach abgelehnt und die Griechen boykottieren im Alltag die steigenden Gebühren für Fahrkarten im öffentlichen Nahverkehr, die Verpflegung in Kindergärten und Horten sowie die Krankenhausgebühr.

Den Rücktritt des portugiesischen Premierministers Sócrates sowie die Ablehnung seines Sparpakets nannte Guido Westerwelle eine besorgniserregende Entwicklung. Für ihn sei klar, dass Solidarität keine Einbahnstraße sei und Portugal seine Hausaufgaben erledigen müsse, wahrscheinlich ungeachtet der demokratischen Mehrheitsmeinung. Es gilt der neue Slogan, Solidarität nur gegen Solidität, auch um den Preis der Demokratie. Schließlich gehe es ja um die Stabilität der Gemeinschaftswährung, beteuerte Westerwelle, aber nicht nur er. Immer wieder wird behauptet, die Maßnahmen dienten der Rettung des Euro, dabei geht es schlicht darum, die Forderungen der Gläubiger zu retten, die sonst Abschreibungen in größerem Umfang vornehmen müssten.

Politiker wie Westerwelle und Merkel halten schlechtere Bankbilanzen für schlimmer als schlechtere Lebensbedingungen der EU-Bürger. Sie akzeptieren den unausweichlichen Ruin ganzer Volkswirtschaften, damit die systemrelevanten Ackermänner ihre Renditeversprechen auf Kosten der Allgemeinheit erfüllen können. Denn nicht sie, die ihren Reichtum trotz Krise immer weiter vergrößern konnten, leben über ihre Verhältnisse, sondern jene Völker, die den deutschen Exporterfolg auf Pump finanzieren durften, ohne das ein Ausgleich stattgefunden hätte. Denn während der Konsum der Südeuropäer den Absatz deutscher Waren und Dienstleistungen befeuerte, verordnete die deutsche Politik und Wirtschaft dem eigenen Volk Verzicht und Rücklagenbildung fürs Alter.

So entstanden entgegen der europäischen Stabilitätsidee enorme Handelsungleichgewichte, die die Bundesregierung und die EU nun dadurch bekämpfen wollen, in dem es die Defizitländer dem deutschen Vorbild gleichtun. Das hieße im Klartext einen Wettbewerb um die Leidensfähigkeit der Völker in Gang zu setzen, um eine Antwort auf die Frage zu finden, wessen Gürtel sich am engsten schnallen lässt?

Aber das kann keine Lösung sein, wie es auch keine ist, die Rettung von Banken zur Daueraufgabe zu erklären. Gerade die Katastrophe von Japan führt vor Augen, um welches Ausmaß es eigentlich geht. Der durch Erdbeben und Tsunami angerichtete Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf 235 Mrd. Euro. Jeder hat die Bilder der Zerstörung gesehen. Wenn man nun die Gelder dagegenstellt, die allein für die Rettung von Banken in Europa und speziell Deutschland bereitgestellt werden, bekommt man eine Vorstellung über die Verhältnismäßigkeit. Allein die kleine Münchner Hypo Real Estate musste mit über 100 Mrd. Euro gerettet werden. Der deutsche Rettungsschirm beträgt 500 Mrd. Euro, der europäische nun schon fast eine Billion Euro (950 Mrd. Euro).

Insgesamt setzt sich der dauerhafte ESM also aus folgenden drei Bestandteilen zusammen:

  • 80 Milliarden Euro werden von den Mitgliedstaaten direkt einbezahlt (die Zahlungen fließen ab dem Jahr 2013 in fünf Raten zu jeweils 16 Milliarden Euro) und stehen dem ESM unmittelbar zur Verfügung.
  • 420 Milliarden Euro werden von den Mitgliedstaaten als Kreditgarantien für ESM-Anleihen bereitgehalten. Um für ESM-Anleihen insgesamt ein AAA-Rating zu erzielen, muss jeder Mitgliedstaat allerdings für mehr als nur seinen eigenen Anteil bürgen. Die Garantiesumme ist damit insgesamt höher, nämlich rund 620 Milliarden Euro.
  • 250 Milliarden Euro stellt gegebenenfalls weiterhin der IWF als Kredit zur Verfügung.

Quelle: Wikipedia

Hier werden Gelder für etwaige Schäden vorgehalten, die das Ausmaß von Naturkatastrophen bei weitem übersteigen, ohne dass auch nur eine Bank deswegen neuaufgebaut werden müsste. Hier wird weiter frech umverteilt und die Verursacher der Krise geschont. Diese unglaublich hohen Mittel müssen natürlich an anderer Stelle erspart werden. Was folgt, ist also eine Zerstörung von Wirtschaft, gesellschaftlichen Einrichtungen ganz ohne Erdbeben und Tsunamis. Man muss kein Prophet sein, um den nächsten Crash vorauszusehen. Nur dann müssen die Regierungen erklären, wieso es ihnen nicht gelungen ist, das Finanzkasino zu schließen, als die Gelegenheit dazu bestand, sondern sich damit begnügten, ein paar windelweiche Auflagen zu erteilen.

Die Finanztransaktionssteuer wurde von allen gefordert, auch von Merkel, Steinbrück und Schäuble. Betont haben sie aber immer, dass diese nur international durchgesetzt werden könne. Ein durchschaubares Manöver, welches nun wieder mit Blick auf die vorübergehende Aussetzung der Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken angewendet wird. Auch die Abschaltung von AKWs sowie der Übergang in das Zeitalter der erneuerbaren Energien könne nur gemeinschaftlich geschehen, nationale Alleingänge brächten hingegen nichts.

Nach Brüderles Fauxpas fühlt sich in Baden-Württemberg Stefan Mappus in der Atom-Frage sogar schon wieder so sicher, die Wiederinbetriebnahme derzeit abgeschalteter Meiler unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit zu diskutieren.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) gibt dem Atomreaktor Philippsburg 1 Chancen, nach der dreimonatigen Auszeit wieder ans Netz zu gehen. „Ich schätze Philippsburg 1 rentabler ein als Neckarwestheim 1“, sagte der Politiker der Financial Times Deutschland. Beurteilen müsse dies jedoch am Ende der Betreiber EnBW.

Quelle: FTD

Und Chef des Betreibers ist er neuerdings selber. Da hat dann wohl nicht der besorgte Ministerpräsident gesprochen, der sich um die Sicherheit der schwäbischen Hausfrau sorgt, sondern der Unternehmer, dessen Interesse der Rentabilität seines Investments gewidmet ist. Persönlichkeitsspaltungen in der Union. Spätestens seit zu Guttenberg ist das augenscheinlich in Mode gekommen.

Man kann nur hoffen, dass es bei soviel innerer Spaltung nicht zur plötzlichen und unkontrollierten Schnellabschaltung kommt, wie im Atomkraftwerk Isar 1.

Eon hatte Isar1 nach eigenen Angaben am Donnerstag gegen 16 Uhr vom Netz genommen. Fünf Stunden später sank der Kühlwasserstand im Reaktordruckbehälter so rapide ab, dass sich die automatische Schnellabschaltung auslöste. „Beim Herabfahren eines Reaktors kommt es immer zu Schwankungen des Kühlwasserstandes“, erklärte die Eon-Sprecherin zu dem Vorfall. „Aber das Sicherheitssystem hat wie erwartet reagiert.“ Anschließend sei das Kühlwasser wieder auf Normalmaß angehoben worden.

Quelle: Süddeutsche

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