Libanon

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Brief eines besorgten Bürgers an einen unbesorgten Bürger

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Freitag, 25.11.2016. Eifel. Sehr geehrter Herr Gommel. Mit großem Zorn hatte ich Ihren Brief gelesen, der sich gerade inflationär im Internet verbreitet. Kein Wunder, Populismus verbreitet sich immer schnell und gut. Im ersten Moment dachte ich: das schreit nach einer geharnischten Antwort. Es muss endlich Schluss gemacht werden mit diesem schleichenden Faschismus, der im Gewand eines „Gutmenschen“ daherkommt und die demokratischen Grundlagen dieses Landes mit Füßen tritt. Dann las ich, dass Sie seit frühester Jugend unter schweren Depressionen leiden – und strich dieses Schreiben wieder aus meiner to-do-Liste. Man tritt nicht auf Menschen, die auf dem Boden liegen. Depressionen sind ein ernsthafter, ja höllischer Zustand, ein Krebs des Geistes, der alles helle, gute, lichte im Inneren auslöscht. Man sollte sich dafür nicht schämen noch schimpfen: angesichts dessen, wie sich unsere humane Umwelt und unsere natürliche Umwelt die letzten Jahre entwickelt haben, sind Depressionen der natürliche Zustand liebender Geister -und ich habe deshalb Verständnis dafür, dass immer mehr Menschen in ihren Wohungen bleiben und dort eine fein vorgekaute Traumwelt vorgesetzt bekommen – auch in der Tagesschau – in die sie sich flüchten können angesichts einer Welt, die an allen Ecken und Enden aus den Fugen gerät: vom kleinsten sozialen Element – den persönlichen Beziehungen – bis zu den größten sozialen Elementen: den Kriegen.

Eine Freundin hatte sich für Sie stark gemacht, für Sie mit Leidenschaft gekämpft, Sie seien ein „guter“, hatte sie mir versichtert – und meinte, Sie und ich stünden auf derselben Seite. Meinte, Sie hätten mehr Leid auf der Welt gesehen, als wir beide zusammen – nun, was mich angeht, muss ich sagen: über das Leid, das ich erlebt habe, schreibe ich so gut wie gar nicht – daher wohl der Eindruck. Einen Teil meiner Jugend habe ich im Umfeld von Mord, Prostitution und Vergewaltigung verbracht, meinen Zivildienst, um genau zu sein: ich war der einzige „Zivi“ im Resozialisierungsheim, der nicht von den Bewohnern zusammengeschlagen wurde – aber auch nur, weil ich schneller war als die. Gleichzeitig starben mir meine Freunde weg – verschmutzte Drogen waren der Hauptgrund. War unangenehm. Im Studium hatte ich wieder Pech – unangenehme, beruflich bedingte Begegnungen mit „Satanismus“, in Zusammenarbeit mit kirchlichen Kreisen und Sektenberatungen rutschte ich wieder einmal hinein in eine Wirklichkeit, die nie in die Tagesschau findet, weil sie das Hobby höchster, wohletablierter Kreise betrifft. Von den konkreten Erfahrungen vor Ort habe ich nie berichtet, ich kann nur sagen: ich kann mir seit dem übelste Splatterfilme anschauen: sie sind harmlos gegen das, was meine Augen live sehen mussten.

Später musste ich im Auftrag der Pharmaindustrie um die Welt reisen – und durfte noch mehr abscheuliches Elend betrachten, was mich gelegentlich in Lebensgefahr brachte: ging ich doch dort hin, wo Weiße nicht hin dürfen (ja, es gibt auch diesen, wohl „guten“ Rassismus), doch haben mich diese Ausflüge sehr bereichert. Was ich nur nie tat: meine Kamera zücken. Nicht ein Bild habe ich davon gemacht – obwohl man damit gut Geld hätte verdienen können. Ich wollte den Menschen nicht auch noch ihre Würde nehmen. Ich erzähle das, damit Ihnen klar ist, dass ich generell ein gewisses Ressentiment gegen Fotojournalisten habe (und inzwischen auch gegen Bezahlmedien insgesamt, doch das ist eine andere Geschichte), die „Aasgeier des Leids“, wie ein Freund sie mal genannt hatte. Menschen, die in den entscheidenden Momenten des Lebens hinter der Linse verschwinden, um Sensationsgier zu befriedigen. Am spannendsten waren übrigens die Ausflüge in der Hauptstadt der USA, wo ich wohl behütet im Zentrum wohnte, aber irgendwann mitten in der Nacht in Randgebieten landete, die aussahen wie Deutschland nach dem Krieg: ich war nicht allein, aber es waren hunderte, die uns jagten, es waren Szenen wie aus einem Horrorfilm. Ich hatte – das war mir bewusst – einen Blick auf die Zukunft der Menschheit geworfen, auf jene Zeit, die bald nach Deutschland kommt, weil auch wir neoliberalistischen Kapitalismus als höchstes Ziel anbeten. Dreißig, vierzig Jahre gibt uns Volker Pispers noch, bis das unsere Realität geworden ist, wie er könnte auch ich noch andere Ecken in den USA nennen, wo man studieren kann, wohin wir uns gerade entwickeln – allerdings würde man sie lebend nie verlassen. Und ich kenne auch Menschen, die sagen: wir werden schon nächstes Jahr mit Lagern für Arbeitslose in Deutschland rechnen müssen – die Zeit wird möglicherweise knapp.

Ich habe viel Elend gesehen – sogar schon als Kind. Wir schlachteten noch selbst. Erwähne ich nur, um mich vor der Unterstellung meiner Freundin zu schützen, ich sei so ein Schöngeist, der sein Zimmer nie verlassen hat. Aktuell erlebe ich beruflich wieder Elend, arbeite mit Sonderschülern und Hauptschülern: deren Lebensgeschichten stellen unsere Erfahrungen weit in den Schatten, das können Sie mir glauben – doch die bleiben der Öffentlichkeit verborgen. Schaue ich aus dem Fenster, so sehe ich sanfte Hügel, stille Seen, strahlenden Sonnenschein – doch ich weiß genau, was dort noch alles lauert. Kommt nur nicht in die Tagesschau – und wenn, dann verzerrt, als abschreckendes Beispiel von „Unterschicht“, von „Prekariat“. Wunderbare Menschen finde ich dort, mit hohem Potenzial und feinen Seelen – doch schon in jungen Jahren mit Erfahrungen konfrontiert, die ihren Geist gebrochen haben, die sie hilflos und nackt mit einer grauenvollen Realität konfrontierten. Mitten in Deutschland, dem Land, dem es so gut geht: Grausamkeiten, die nicht über meine Lippen kommen werden, weil sie den sensiblen, feingeistigen Lesern Alpträume bescheren würden, die nie enden. Ich selbst – nun, bin da härter geworden mit der Zeit. Mache da auch keine Fotos.

Nun – nachdem meine Freundin so sehr intervenierte, las ich Ihre Zeilen nochmal und nochmal, um zu verstehen, wie sie Sie wahrnahm – und erkannte, dass es da auch andere Perspektiven gibt, dass man fairer urteilen sollte. Aber ich denke: ich werde Ihnen einfach mal erzählen, warum ich so erzürnt war – es beginnt gleich zu Anfang:

„Denn neben meinen Kämpfen mit mir selbst bin ich sehr verärgert, und zwar wegen Dir. Dabei weiß ich, dass das keinem Menschen hilft – und mein Gewissen sagt mir, dass ein neuer Rant nur neuen Hass schürt. Ich werde es dennoch versuchen.“

Erstmal: „Rant“. Ihnen ist kaum bewusst, dass viele der „besorgten Bürger“ gar kein Englisch können: in der DDR wurde eher Russisch gelernt. Sie hätten auch „schimpfen“ sagen können – ist lieblicher und kann von allen verstanden werden. Sie hätten auch einfach jetzt aufhören können zu schreiben, Sie hätten Ihrem Gewissen lauschen können, das sagt: du schürst gerade wieder Hass. Doch obwohl Sie wissen, dass Sie gerade Hass säen (was sie ja „besorgten Bürgern“ vorwerfen, wie die ganze andere selbstverliebte, selbstgefällige Bande, die scheinbar gern von sich auf andere schließen und das dann für die Realität halten), machen Sie weiter. Hilft keinem, bringt nur Hass, aber: egal! So fangen Kriege an.

„In den letzten 2 Jahren bin ich Dir immer wieder begegnet. Auf Geburtstagsfeiern (nicht auf meiner), in der Bahn, auf Pegida-Demos und auf der Bank im Park. Ich höre Dein Lästern, Deine Abneigung gegen Andersartige und ich höre auch: Deine Angst.“

Ja – dieser kleine, feine Moment, den andere gern überlesen: „nicht auf meiner“. Das ist der Moment, der mich an die Masse der Mitläufer im europäischem Hasskreuzzug gegen Juden erinnert (nein, da waren nicht nur Deutsche dran beteiligt – und der endete auch nicht 1945), wo man sich selbst – bei allem „Verständnis für die Eigenarten jüdischer Kultur“ – fein und säuberlich von „denen“ abgrenzte. Das stößt gleich sauer auf – denn da fängt es an, die ersten Schritte zur Selektion: ganz leise, harmlos, schlicht. Es ginge auch anders: dass man zuerst den Menschen schätzt, respektiert und liebt, den anderen, den Fremden, den schrecklich dummen, weißen Pegidamann, erst recht dann, wenn man weiß, dass die Angst ihn regiert – und das säuberlich trennt von seiner politischen Überzeugung, die er aufgrund seiner Lebenserfahrung mit sich herumträgt: was sein gutes Recht in einer Demokratie ist.  Wissen Sie eigentlich, was Angst ist? Der Vorläufer von Panik. Bekommen Sie Angst nicht in den Griff … ja, dann war es das mit der Rationalität, Sie werden überschwemmt mit chemischen Botenstoffen, die Sie in ein Wesen verwandeln, das weit jenseits der Rationalität lebt und unmenschliche Dinge tun kann: da regiert dann das Tier: flüchtet … oder greift an. Angst – ist keine schicke Spielerei, sondern ein schlimmer, bemitleidenswerter Ausnahmezustand des Gehirns … ganz unabhängig davon, ob die Umwelt – also: Sie! – diese Angst rational für gerechtfertigt halten oder nicht.

Vollends vorbei war es dann bei mir vorbei, als ich diesen Satz las, der vor Menschenfeindlichkeit nur so triefte und die Linie komplettierte, die sich zuvor abzeichnete:

„Ich höre des Öfteren, dass Du Angst um Deinen Arbeitsplatz hast. Ich merke dazu an: Wenn ein Mensch einer komplett anderen Kultur und Sprache es schafft, Dir Deinen Arbeitsplatz wegzunehmen, warst Du nicht besonders gut.“

Ja: genau davor haben die Menschen Angst: dass ihnen ihre Lebensgrundlage weggenommen wird. Darf ich „geklaut“ sagen? Ist deutlicher als „weggenommen“. Wüßten Sie, was diese Armut, die aus dem Verlust des Arbeitsplatzes resultiert, den Menschen antun kann – und vor allem ihren Kindern: Sie hätten mehr Respekt vor dieser Angst, würden sie nicht klein reden oder verächtlich auf sie herunterschauen. Damit sind Sie im Herzen des Faschismus angelangt, im Zentrum jener Kultur, die Leistungsfähigkeit über Menschlichkeit stellt – und ich glaube, das ist Ihnen gar nicht bewusst. Das habe ich aber erst gemerkt, als ich Ihren Brief mehrfach gelesen habe.

Ich gestehe: ich bin auch ein besorgter Bürger. Habe ja 2700 Aufsätze darüber geschrieben, kann man also leicht nachlesen. Ich verstehe auch ganz leicht, dass Menschen, die wenig in der Welt herumgekommen sind, Ängste entwickeln, wenn die Welt zu ihnen kommt, erst recht, wenn zuvor in den Medien genau vor diesen Menschen gewarnt wurde, ja: wir führen sogar aktiv einen heißen Krieg gegen sie: in Afghanistan und in Mali ist bzw. war die Bundeswehr im Einsatz gegen den „radikalen Islam“ – und wie gefährlich er ist, mussten man sich in tausenden von Nachrichten anhören. Ich kenne auch viele besorgte Bürger – meine Leser gehören zum überwiegenden Teil dazu. Hat da jemand was gegen Ausländer? Nein. Nur ein Bruchteil der Sorge stammt aus der Angst vor jenen, deren Länder wir bombadieren (wir Deutschen, wir Europäer und wir Natovölker), überwiegend ist es Angst vor … irrationalem Regierungshandeln, vor selbstherrlicher, unbedachter Politik nach Gutsherrenart. Das geht aber im Regierungspopulismus schnell unter der – voll auf DDR-Linie – alles zu „Rechtsradikalen“ erklärt, was nicht regierungskonform ist. Wir wissen aber schon noch, wie wir solche Regierungsformen nennen, die so vorgehen, oder? Und dass unsere Regierungsparteien weit davon entfernt sind, „links“ zu sein?

Wissen Sie, wer das letzte Mal mit grober Hand Völker in Europa umsortiert hat? Wer die „guten“ an die richtigen Plätze setzte, weit über Europa verteilt – und die „schlechten“ verhungern ließ? Einfach mal ins Geschichtsbuch schauen, ich denke, vielen besorgten Bürgern ist das noch in Erinnerung geblieben (sind ja meist ältere Semester) – und da ging es nicht nur um Juden, wie uns unser Spar-Geschichtsunterricht gerne weiß machen will, sondern um Millionen Esten, Letten, Polen und vor allem: Russen. Ich habe erst gestern noch in einer Runde mit Polen gesessen, die sich heute noch gut daran erinnern können, wie es damals war … während unsere Jugend das völlig vergessen haben – Polen übrigens, die mir ausführlich von der Feindschaft erzählten, die ihnen und ihren Kindern hier und heute im „guten“ Deutschland tagtäglich entgegen tritt. Knippst nur keiner. Sind halt Polen.

Ich erzähle Ihnen einmal etwas über dieses Land. Sollte man wissen, bevor man über die Ängste der Menschen urteilt (siehe HuffingtonPost):

Denn obwohl es dem Land so gut wie lange nicht geht, wird die Ungerechtigkeit immer größer. In den vergangenen 20 Jahren hat sich das Geld immer ungleicher verteilt. Sehr, sehr wenige Deutsche haben mehr als die Hälfte davon. Und ALLE anderen müssen mit dem Rest auskommen.

Diese Entwicklung ist laut einer internationalen Studie von 2011 sogar so stark wie in keinem anderen der 34 untersuchten Länder. Das muss man sich einmal vorstellen! Diese Ergebnisse sind seit Jahren bekannt und trotzdem spricht kaum jemand davon. Und eine aktuelle Untersuchung von 2015 zeigt, dass es noch schlimmer geworden ist.

Unsere Kinderarmut ist inzwischen größer als die von Tschechien und Ungarn: und da erwarten Sie, dass man es begrüßt, wenn Millionen neuer Menschen in diesen dicht bevölkerten Siedlungsraum kommen, in dem die Armut immer weiter fortschreitet? Wenn – ohne die Bürger zu fragen – nicht mehr von „Asyl“ gesprochen wird, sondern von oben herab nach altbekannter Gutsherrenart unsere demokratische Solidargemeinschaft zum „Einwanderungsland“ erklärt wird? Obwohl wir gegen diese Einwanderer seit Jahrzehnten Krieg führen … in ihren Heimatländern?

Noch mehr aus diesem Land, das per Gesetz jedes Jahr mehr Obdachlose produziert? In Hamburg stehen Asylunterkünfte leer, in die Obdachlose aber nicht hinein dürfen (siehe kritischepresseschau), und obdachlos wird man in diesem Land, das Arme mit harter Hand verfolgt, schnell: monatlich erhalten (Achtung: Neusprech) 132000 Hartz IV-Bezieher „Sanktionen“ (siehe Neues Deutschland): auf deutsch gesagt: werden zur Vernichtung freigegeben. So hatte man sich schon früher „unerwünschter Personen“ entledigt – bis man merkte, dass es zu lange dauerte, bis sie verhungerten (in Leningrad hielten die sogar Jahre durch) und man zum Gas griff. Alles schon mal dagewesen – und auch damals schon mit feinsten Worten umschrieben (hierzu: Götz Aly, Vordenker der Vernichtung – ein sehr aufschlussreiches Werk).

Häßlich, oder? Ja – es wird jetzt sehr ernst. Die Spaßgesellschaft, in der sich ohne harte Arbeit so gut leben läßt, hat tödliche Schattenseiten. Knippst man nur, wenn sie aus Syrien stammen. Hinterläßt auch Spuren bei denen, die nicht so gesegnet sind.

Wie sollen Bürger reagieren, die erleben müssen, dass ihre Mitmenschen draußen frieren müssen, während die Gäste der Bundeskanzlerin von allen hoffiert werden? Mal ehrlich: wer knippst denn schon gerne das Elend des „White Trash“? Wer interessiert sich dann schon für ihre Gefühle, ihre Wünsche, ihre Träume, ihre Ängste, ja, die werden doch schon gescholten dafür, dass sie überhaupt Ängste haben: der moderne Mensch ist da weiter, er hat gar keine Gefühle mehr. Die stören beim „business“. Der moderne Mensch gehorcht den Anweisungen der Bundeskanzlerin und ihren reichen Medienfreundinnen – und wehe, es tanzt einer aus der Reihe.

Und jenen aufgrund ihrer beschränkten Leistungsfähigkeit kurz vor der Aussortierung stehenden Bürgern sagen Sie, es ist ok, wenn Syrer ihnen Ihre Arbeitsplätze wegnehmen – und dass in einem der dichtbevölkertsten Ländern der Erde ein zusätzlicher Bevölkerungsdruck aufgebaut wird, der den Kampf ums Überleben zusätzlich verstärken wird? Lesen Sie mal diese Arbeit von Wolfgang Lieb aus dem Jahre 2010 – über unsere „Intellektuellen“, die wieder aktive Vernichtungsgedanken gegenüber der Unterschicht hegen: 5 Jahre Hartz IV – und dann: Hungertod, wenn der Frost einen nicht vorher erwischt! (siehe Nachdenkseiten)

Gut – Sie schauen nur durch die Linse einer Kamera, sehen nur das Elend, das direkt vor Ihrer Nase ist.

Wie gesagt: ich bin auch ein besorgter Bürger. Einer, der für Flüchtlingslager im Libanon Geld gesammelt hat, jene Lager mit unbeschreiblichem Elend, in dem jetzt gerade zur Winterzeit wieder gestorben wird, ohne dass ein Hahn danach kräht. 1,3 Millionen Geflüchtete leben dort – in einem Land mit vier Millionen Einwohnern. Schon mal in West-Aleppo gewesen? Das schweizer Fernsehen schockierte unlängst seine Zuschauer mit Bildern von auserlesenem Luxus in dieser „umkämpften“ Stadt (siehe swr), einem Luxus, von dem jene 14 Millionen Deutsche nur träumen können, die in den letzten Jahren „Kunden“ deutscher Jobcenter gewesen sind: täglich bedroht von Sanktionen, die sie an den Rand des Todes führen können – und auch einige getötet haben.

Will ich keine Flüchtlinge – als besorgter Bürger? Ich finde schon das Wort gräßlich – aber es ist Norm, und darum verwende ich es erstmal. Ich sage ganz klar: ich will keine Flüchtlinge. Ich finde es zum Kotzen, dass Menschen gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Und äußerst besorgt bin ich über die Methoden von Regierung und Millionärspresse, die ich im Rahmen dieser Aktionen erleben durfte. Sie werden dazu führen, dass das dringend notwendige Asylrecht abgeschafft wird. Sollen wir jetzt alle ausweisen? Du meine Güte – da fängt es an. Natürlich nicht – und ich glaube auch, dass kaum einer der „besorgten Bürger“ (außer den immer vorhandenen Altrechten, die schon vorher immer dabei waren, wenn es darum ging, Macht zu bekommen) so inhuman ist. Habe ja schon mit einigen gesprochen – schaut man näher hin, dann haben die Ängste kaum was mit Islam zu tun (den auch ich ganz in Ordnung finde, weil ich persönlich viele Muslime kenne, die ganz feine, ethisch hoch stehende Menschen sind – obwohl ich keine saudische Justiz auf europäischem Boden sehen möchte: finde Köpfen widerlich, Hände abhacken auch), aber viel mit Angst vor „Selektion“, die in Deutschland schon jetzt wieder hoch aktiv ist – aber um das zu erkennen, muss man sich in den Kreisen jener bewegen, die schon jetzt davon betroffen sind. Nun gut: nicht mehr lange, dann wird „Industrie 4.0“ nochmal 18 Millionen Deutsche zusätzlich „frei setzen“ – dann können wir weiter reden. Und wenn Sie mal über vierzig sind und nicht reich durch Fotos geworden … dann können Sie auch die Wertschätzung des Sozialfaschismus am eigenen Leib erleben.

Was ich lieber sehen würde? Wenn wir die Kinder aus dem Libanon holen würden, bevor die jetzt wieder erfrieren. Tut aber keiner. Wir schicken noch nicht mal Geld. Oder die Millionen Schwarzafrikaner. Klar – das würde hier bald zu eng werden … weshalb ja auch spontane Kurzschlüsse a´la Merkel keine Lösung der Probleme bieten – sondern sie langfristig nur verschlimmern.

Vielleicht helfen Ihnen die Worte von Sybille Berg ein wenig, die Situation der besorgten Bürger zu verstehen, jener weniger priviligierten Menschen, die wir direkt neben uns im Regen stehen lassen … oder auch im Hagel (siehe Spiegel):

Wie konnte es nur dazu kommen? Wo wir doch so tolle Theaterstücke gegen Fremdenhass gemacht haben, die wir uns auf die Schulter klopfend angeschaut haben. Und all die Luftballons. Die Medien waren sich so einig in der Beschimpfung von ein paar Deppen. Aber, verdammt, die Deppen können lesen, und was macht man, wenn man dauernd als Idiot bezeichnet wird, als Honk, als ungebildet, primitiv? Wenn ein falsches Wort im Netz einen Shitstorm statt einen Dialog hervorruft? Nach der US-Wahl überbieten sich die Medien in Weltuntergangs-Headlines und Analysen über die Abgehängten, die Ungebildeten, die Arbeitslosen.

„Erst die Arroganz der Linken macht Populisten möglich“ – so ihre Quintessenz.

Meine auch.

Und die zunehmende Tendenz, diese Gesellschaft, diese Solidargemeinschaft zu spalten: in „gut“ und … „anders“. Mal wieder.

Wo der wirkliche Skandal ist? Wir geben 7,4 Milliarden Euro für Entwicklungshilfe aus (siehe Tagesschau). Dreimal soviel für neue Autobahnen (siehe Spiegel), bald sechsmal soviel für Waffen (siehe n-tv). Wäre das anders: wir hätten mehr Menschen hier, die nicht vor Not flüchten müssen, sondern unsere Kultur studieren wollen – und bereichern können. Und ich will mich auch nicht zufrieden geben damit, dass wir Not nur noch sehr selektiv betrachten, Humanität reservieren für einen kleinen Kreis von Menschen (meist jungen, gesunden Männern), die von der Regierung bevorzugt selektiert wurden – während man ihre Frauen und Kinder, ihre Eltern und Großeltern in der Ferne verrotten läßt.

Und dies alles – macht mich zu einem äußerst besorgten Bürger, dem erst kürzlich von engagierten Menschen, die schon „gegen Rechts“ kämpften, als es noch nicht modern war, eine Warnung zugeflüstert wurde: ich müsse aufpassen, dass man mich nicht falsch verstehe …. sonst würde man mich noch als „rechts“ etikettieren.

Dieses Etikett ist heute so gefährlich wie ehedem der „Judenfreund“ (der ich auch bin: großartige Kultur, feine Menschen).

Und das – macht mich umso besorgter.

Nun – Herr Gommel – Sie hatten um ein Gespräch gebeten. Um eine Antwort. Hier ist sie. Nun können wir den Dialog beginnen. Ein PS: noch: den Natostacheldraht, der jetzt um Europa gezogen wird, habe ich – im Gegensatz zu Ihnen – anfassen müssen. Er hat mir Haut und Kleidung zerrissen: Sie haben Recht – der ist super scharf. War im Kampf um „Mehr Demokratie wagen“ unabänderlich, mit ihm in Berührung zu kommen. Man kann es aber überleben.

Und wenn Sie nicht reden wollen – dann lade ich Sie zum Denken ein. Gesehen haben Sie genug dafür – nur an den Schlussfolgerungen hapert es meines Erachtens noch:

„Wenn ich so über das bisher Geschriebene nachdenke, fällt mir auf, dass nicht nur Neonazis von der »Überfremdung« oder »Deutschland wird überrannt« sprechen. Der Einsatz von NATO-Draht (und Kriegsschiffen im Mittelmeer), spricht exakt die gleiche Sprache. Fremdenfeindlichkeit spielt sich nicht nur in den Reihen der AfD, dem Front National oder um Geert Wilders ab. 

Im Gegenteil: Die EU selbst setzt Xenophobie und Rassismus voraus, um sich vor »Eindringlichen« zu schützen.“

Jetzt brauchen Sie nur noch der Frage nachgehen, was man angesichts dieser Ausgangslage damit bezweckt, für einen kurzen Moment Ängste im Volk zu schüren..und die Grenzen für einen Moment weit auf zu machen: schon sind sie in der Realität der besorgten Bürger angekommen.

 

 

Angela Merkel „Multi Kulti ist gescheitert. Total gescheitert!“ Das geplante Totalversagen der Politik.

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Dienstag, 6. Oktober 2015. Eifel. Bevor Sie diese Zeilen lesen, muss ich Sie warnen. Erst kürzlich wurde mir „Pegida-Nähe“ bescheinigt – und klar wurde ich als CIA-Agent entlarvt. Der Grund ist einfach: ich bin kein Angehöriger der Teddybärkultur, der die Kriegsfolgen dazu nutzt, sein Ego demonstrativ aufzupolieren. Meiner bescheidenen Meinung nach brauchen Kriegsflüchtlinge Therapie und keine Teddybären oder – wie Siemens es gerade praktiziert – einen Praktikumsplatz (siehe Welt) … ja, Siemens, die Firma, die im Mai erstmal großflächigen Stellenabbau angekündigt hatte (siehe Zeit). Ich werde mir auch weiter meine Meinung erlauben, obwohl man inzwischen leicht zum sozialen Abschuss freigegeben wird. Bevor Sie aber nun erschrecken: wir vom Nachrichtenspiegel haben schon 2013 Flüchtlingen geholfen – zu einer Zeit, als großflächig „Migrationshintergrund“ noch als genereller Tatverdacht galt. Es war auch leicht: mit Frank hatten wir einen Menschen vor Ort, der Geld direkt in Hilfe umwandeln konnte – und dies beständig in Videos dokumentierte (siehe Nachrichtenspiegel). Ich hatte aus meinem kläglichen Budget einen Prozentsatz überwiesen, der deutlich über dem lag, was dieses reiche Land für Entwicklungshilfe zahlt. Und wenn Sie mich fragen würden, ob wir die Frauen und Kinder dort aufnehmen sollten, so würde ich sagen: sofort. Melde mich auch freiwillig für den Sprachunterricht. Allerdings wäre ich der Meinung, dass wir sie dort abholen sollten: das erspart uns die Leichenschwemme im Mittelmeer (siehe Spiegel).

Ich bin allerdings auch jemand, der von Medien, Wirtschaft und Politik darüber unterrichtet wurde, dass dieses Land arm ist. Sicher: wer hier Hartz IV bekommt, bekommt mehr, als ein Syrer (2750 Dollar/Jahr), ein Iraker (2640 Dollar/Jahr) oder ein Afghane (410 Dollar im Jahr) (siehe durchschnittseinkommen aus dem Jahre 2010) verdient – allerdings haben wir ein anderes Preisniveau … und zwar eins, dass beständig mehr Deutsche in die Obdachlosigkeit treibt, selbst jene, die „berufstätig“ sind (siehe Freitag vom 2. 10. diesen Jahres):

„Die Zahl der Obdachlosen ist in diesem Jahr erneut gestiegen. Die Politik schaut ungerührt darüber hinweg“

„Nachdem die Zahl der Wohnungslosen seit Mitte der 90er Jahre rückläufig war, steigt sie seit 2008 kontinuierlich an. Am kommenden Montag veröffentlicht die BAGW ihre neuen Schätzungen, zu rechnen ist erneut mit einer massiven Zunahme der Wohnungslosigkeit.“

Nicht gerade Kennzeichen für ein reiches Einwanderungsland – obwohl ein kleiner Teil der Bewohner dieses Landes es in den letzten 20 Jahren es geschafft hat, mehr Besitz und Geld zu privatisieren, als das Land an Schulden hat – doppelt soviel, um ehrlich zu sein. Wir haben schon viel zu wenig bezahlbaren Wohnraum im eigenen Land: würde die Politik bzw. das Kartell aus Reichen in Medien, Wirtschaft und Politik nicht beständig darüber hinwegsehen, könnten wir wissen, dass die Armut auf dem Vormarsch ist – bedenkliche Entwicklungen für ein Land, dass sich nun als „Einwanderungsland Nr.1“ positionieren will bzw. es einfach mal so – ohne große gesellschaftliche Debatte – geworden ist (siehe Stern). Ja: wir liegen vor den USA. Deutschland gilt es „dicht bevölkert“, wir haben 226 Einwohner pro Quadratkilometer, die USA hingegen nur 32,5 (siehe laenderdaten). Nur – in einem Land, in dem nicht mehr debattiert und gestritten wird, sondern man lieber über den Austausch von Parolen kommuniziert („Deutschland geht es gut“, „Ausländer ´raus“, „Nazischwein“, „CIA-Agent“, „Lügenpresse“), ist das Wahrnehmen dieser Fakten schon gefährlich.

Was wir erleben, ist das, was prophezeit wurde: Generation Doof macht Politik – aber wer will sich schon an das Geschwätz von gestern erinnern. Nun – ich erinnere mich gern an das Geschwätz, zum Beispiel an das von Angela Merkel auf dem Deutschlandtag der Jungen Union im Jahre 2010 (siehe Frankfurter Rundschau) – demnach (die Rede findet man auch bei you tube – zahlreich) war „Multi Kulti gescheitert. Total gescheitert“, wir hatten uns angeblich „in die Tasche gelogen“, was das Zusammenleben mit Türken anging – das sollte mal ein Pegida-Anhänger im Jahre 2015 sagen: der Lynchmob wäre nicht weit entfernt. Ich hatte mich damals über diese Aussage erschrocken: immerhin leben 8 Millionen „Menschen mit Migrationshintergrund“ in diesem Land, die allein schon das kulinarische Leben sehr bereichert haben: wo sollen die denn jetzt hin? Und wohin sollen ihre Kinder, die nichts anderes kennen als die Bundesrepublik?

Ach ja, Kinder. Das erinnert mich an eine „knallharte Merkel“ (siehe Münchener Merkur), die mit ihrer Härte ein „Flüchtlingskind“ zum Weinen brachte – ein Kind, dem Abschiebung in den Libanon droht, obwohl es sich hervorragend integriert hat: das war noch im Juli diesen Jahres. Was hatte sich da die Republik aufgeregt – wer die Zustände im Libanon kennt, weiß, warum. Da würde man noch nicht mal seinen Hund hingeben, geschweige denn einen Menschen.

Doch was geschiet im September 2015? Hören wir, was aktuell im Gespräch ist (siehe Frankfurter Rundschau)

„In Deutschland hat Angela Merkel wegen ihrer Flüchtlingspolitik einen schweren Stand. Im Ausland aber wächst ihre Reputation – jetzt wird sie sogar für den Friedensnobelpreis gehandelt.“

Einen schweren Stand? In Deutschland? Aber nicht in den Kreisen der Funktionselite des globalen Turbokapitalismus: Medien, Wirtschaft und Politik stehen Seite an Seite mit der Kanzlerin, vereint im Kampf gegen die „Nazis“ … zu denen man heute die knallharte Merkel vom Juli oder die Enthüllerin des Multi-Kulti-Wahns von 2010 zählen müßte. Der Spiegel zum Beispiel gibt schon eine Anleitung heraus, wie man Flüchtlinge privat bei sich daheim unterbringen kann (siehe Spiegel): ähnliche Anleitungen für die Unterbringung deutscher Obdachloser sucht man vergebens.

Nun – die Funktionselite des Turbokapitalismus rechnet ja auch mit ihresgleichen, so die Propaganda: es kommen „Fachkräfte“ ins Land. Sie rechnet auch zurecht damit: der Preis für eine Reise ins gelobte Deutschland beträgt 9300 Euro (siehe Zeit): da kann man sicher sein, dass Gesinnungsgenossen kommen. Der deutsche Neoliberale betreibt hier – nebenbei bemerkt – eine tödliche Selektion der besonderen Art: einen Job bekommt, wer die Reise überlebt. Ja – da wird auch nicht mehr über „Asyl“ gesprochen, plötzlich ist nur noch von Einwanderung die Rede … obwohl das Grundgesetz dies für eines der dichtbevölkertsten Länder der Erde gar nicht vorsieht.

Wir wissen, das Enge Streß hervorruft … weshalb unsere Reichen ja auch gerne abseits der Masse wohnen und sich nur selten mit den Miniwohnungen zufrieden gibt, die wir unseren aussortierten Mitmenschen – den „parasitären“ Arbeitslosen – knallhart zugestehen … und sie so krank und arbeitsunfähig halten.

Den Streß erleben auch die Flüchtlinge. Massenschlägereien zwischen Flüchtlingen werden immer mehr zur Normalität (siehe Stuttgarter Nachrichten, Spiegel Ntv). Die Gewerkschaft der Polizei findet hier sogar eine klare Sprache (siehe Deutsche Wirtschaftsnachrichten):

„In den Flüchtlingsunterkünften gibt es flächendeckende vorbereitete und organisierte Massenschlägereien und Kämpfe. Wir reden hier nicht nur von Rangeleien, sondern von richtigen Machtkämpfen zwischen verschiedenen Gruppen, die verschiedene ethnische und religiöse Hintergründe haben oder/und Clan-Mitglieder sind. Dabei kommen Waffen zum Einsatz.“

„Die Öffentlichkeit erfährt nur einen Bruchteil, weil die Behörden die Bürger nicht unnötig in Schrecken versetzen wollen.“

Es sind nicht gerade die Handlungsweisen, die man von traumatisierten Flüchtlingen erwartet – andererseits wird hier „Wettbewerb“ gelebt, und wie „belebend“ das für eine Gesellschaft ist, predigt uns der Neoliberalismus ja Tag für Tag. Vielleicht auch ein Grund dafür, dass 80 Prozent der überlebenden Flüchtlinge junge Männer sind – angesichts der Preise für die Überfahrt muss man sagen: reiche junge Männer, Männer, die in ihrer Heimat mangels Rentensystem für die Versorgung ihrer Eltern zuständig gewesen wären, Männer, die oft genug Frauen und Kinder allein gelassen haben: anstatt der christlichen Devise in Notzeiten „Frauen und Kinder zuerst“ lautet jetzt die Parole „Ärzte und Ingeneure zuerst“: das freut die Medien, die Wirtschaft und die Politik.

Wie viele kommen eigentlich noch? Die Zahlen steigen von Monat zu Monat, aktuell sind schon 1,5 Millionen im Gespräch (siehe Spiegel), sehe ich mir die Steigerungen der Prognosen in diesem Jahr an, dann denke ich mir, dass 2 – 3 Millionen zum Jahresende realistisch sein werden … Tendenz steigend. Damit unsere Kanzlerin den Friedensnobelpreis bekommt, wird die Öffentlichkeit über Bandenbildung unter den „Zuwanderern“ nicht unterrichtet – außer in Organen, die nicht zum deutschen Machtkartell gehören. Die Kartellpresse jedoch singt da ein anderes Lied, wie der Innenminister letztlich erfahren durfte. Er hatte seltsame Beobachtungen gemacht, die er auf Anhieb noch nicht einsortieren konnte – offenbar hatte man es versäumt, ihn mit vorgefertigten Parolen auszustatten (siehe Tagesschau):

„Sie gehen aus Einrichtungen raus, sie bestellen sich ein Taxi, haben erstaunlicherweise das Geld, um Hunderte von Kilometern durch Deutschland zu fahren. Sie streiken, weil ihnen die Unterkunft nicht gefällt, sie machen Ärger, weil ihnen das Essen nicht gefällt, sie prügeln in Asylbewerbereinrichtungen.“

So sind sie halt, die traumatisierten Kriegsflüchtlinge. Doch darüber reden darf man nicht. „Generation doof“ ist selbst mit kleinsten Abwägungen überfordert, Parolen brüllen ist angesagt, wer sich der Parole widersetzt (oder Fakten präsentiert, die die Parole in Frage stellen) wird mit einem gerechten „shitstorm“ überzogen … also ob Scheiße werfen je gerecht sein könnte.

2010 lautete die Parole „Multi kulti ist gescheitert“ – und Deutschland jubelte. 2015 lautet die Parole „wir brauchen unbedingt Zuwanderer“ – und Deutschland jubelt. Jedenfalls … die reichen Deutschen. Die jubeln aber immer, wenn Profite durch Ausbeutung locken. Insgesamt sieht es inzwischen anders aus: 51 Prozent der Deutschen bekommen es mit der Angst zu tun (siehe Tagesschau), was besonders mutig ist: immerhin offenbaren sie nach neudeutschem Sprachgebrauch, dass sie „Nazis“ sind – wie jederman, der heutzutage der Regierungsmeinung widerspricht. Die Angst es begründet: immerhin nehmen wir keine Familien auf, keine Kinder, keine kranken und alten Menschen, sondern junge Männer, die sich ihren Platz in der Welt erobern wollen – auch mit Waffengewalt. Das hat überhaupt nichts mit ihrer Religion zu tun – doch das überfordert die Parolenbrüller schon im Ansatz. Wer kümmert sich eigentlich um die Nöte und Ängste jener Kassiererin, der mit Enthauptung gedroht wurde (siehe Handelsblatt): einer Hinrichtungsart, die in den vom Westen destabilisierten, zerrütteten und absichtlich durch Sanktionen verarmten Ländern inzwischen an der Tagesordnung ist – wie auch das Verbrennen der „Feinde“ bei lebendigem Leibe. Diese Verrohung macht sich nach Informationen des Spiegel auf beiden Seiten breit (siehe Spiegel) – und rechtfertigt meiner Meinung nach schon eine gesellschaftliche Diskussion darüber, ob wir Massenmörder, Sklavenhändler, Folterer und Vergewaltiger in Massen zuwandern lassen wollen … und wie wir angesichts des aktuellen Kontrollverlustes der Politik ausschließen können, dass wir große Mengen an Kriminellen ins Land lassen, die erstmal ein Resozialisierungsprogramm bräuchten, bevor man sie auf die Bevölkerung loslassen kann.

Zumal: diese Art er kalten Zuwanderung verändert das politische Klima im eigenen Land – sehr zum Schaden jener, die wirklich dringend Hilfe brauchen. In Österreich steigt die Nachfrage nach Schusswaffen (siehe unzensiert.at), in Deutschland wird von der Regierungskoalition das Asylrecht selbst in Frage gestellt (siehe Spiegel): wir kriegen einen „Rechtsruck“ der besondern Art aufgrund der besonderen Art der aktuellen Debatte … und der besonderen Art der für eine gewisse Weile aufgezwungenen „Willkommenskultur“ … die nur eine Willkommenskultur für jene ist, die die lebensgefährliche Reise überleben und den Schlepper bezahlen können.

Doch wer empört sich schon über die besondere „Kultur der Auslese“, die sich hier plötzlich und unerwartet breit macht, eine Kultur, die die Starken willkommen heißt – und die Schwachen weltweit verhungen läßt? Wer macht sich Gedanken darüber, wohin wir mit 300 Millionen Flüchtlingen sollen, die aufgrund der neuen „Willkommenskultur“ nach Europa strömen? Ja – das ist noch eine ältere Zahl, die ich im Sinn hatte, als es um „Horrorvisionen“ über Hungerflüchtlinge ging, eine Völkerwanderung, die schon lange vorhergesagt wurde … und die Berge von Leichen hinter sich lassen wird. Wer wird die Verantwortung dafür übernehmen, wenn sich 850 Millionen hungernder Menschen weltweit in Bewegung setzen – auf der verständlichen Suche nach Nahrung? Wer wird dann die Schießbefehle an der Grenze erteilen? Wer wird sich um die Zurückgelassenen kümmern – die kranken, armen, alten … und die Kinder?

Nicht vergessen werden darf: die Katastrophe ist hausgemacht, das „Imperium der Schande“ (siehe Jean Ziegler) ist sich der Bewegung im Klaren, hat mit Frontex eine „halb geheime militärische Organisation“ (Ziegler) auf die Beine gestellt, um die Folgen einer unbeschreiblichen Ausbeutung der afrikanische Bevölkerung zu begrenzen und den künstlich kriminalisierten Hungerflüchtling in afrikanischen Lagern aufzufangen, während die wohl situierten Wirtschaftsflüchtlinge mit offenen Armen empfangen werden sollen: die Gier nach immer mehr trifft in Herrschaftskreisen auf immer mehr Verständnis.

Grund genug, von einem Totalversagen der Politik zu reden. Doch … schaut man sich andere Informationen an, erscheint dieses Versagen in einem anderen, düsteren, unheimlichen Licht.

„Unter dem Titel „Future strategic Context“ stellte das britische Verteidigungsministerium seinem strategischen Militärinstitut 2007 die Frage, welche Kriege und Konflikte die Welt in dreissig Jahren bedrohen werden. Ein überraschendes Ergebnis war, „dass die Militärs sich vor Neomarxisten in der globalen Mittelklasse fürchten“. In einer düsteren Vision warnen die Autoren der Studie davor, dass sich im Jahre 2037 mehr als sechzig Prozent der Menschen weltweit in verslumten Städten zusammendrängen werden und dass diese Zusammenballung von Not, Arbeitslosigkeit und Unzufriedenheit einen gewaltigen sozialen Sprengsatz darstellt.“

„Der Krieg der Staaten geht, der Krieg der Klassen kommt“

„In dieser Situation“, fahren die britischen Militärstrategen fort, „könnten die Mittelklassen eine revolutionäre Klasse werden…“ “ Aufgerieben zwischen wachsender sozialer Verelendung einerseits und dem schamlosen Leben der Superreichen andererseits“ könnten sich die „Leistungs- und Wissenseliten, die früher einmal Bildungsbürger und Facharbeiter genannt worden“ zu einem schlagkräftigen Interessenverband zusammentun“. (Aus: H.J.Krysmanski, 0,1 %, Das Imperium der Milliardäre, Westendverlag, 2. Auflage 2013, Seite 56-57).

Auf einmal … wirken jene, die Multi-Kulti für gescheitert halten es aber trotzdem mit großer Kraft – in extremer Form – fördern, gar nicht mehr so gaga … sondern ganz funktional im Sinne der Studien der Militärs.

Man braucht nicht mehr Facharbeiter – sondern mehr Facharbeiter, die in ganz besonderer Abhängigkeit zu ihren Arbeitgebern und dem Machtkartell des Landes stehen, in das sie eingewandert sind, die keine familiären, sozialen oder historischen Wurzeln mit ihrer Umwelt verbindet, die nur dem Machtkartell zur Loyalität verbunden sind … und nicht den Obdachlosen in den „Gastländern“. Das „der Markt“ via lebensgefährlicher Überfahrt für eine automatische Selektion sorgt, ist ganz im Sinne des Wettbewerbs, der die stärksten, klügsten und fähigsten (und mutmaßlich reichsten) Menschen der geplünderten Länder ohne Rücksicht auf Verluste nach Deutschland lotst, so dass wir  nicht nur ihre Rohstoffe, ihre Nahrung und ihr Geld horten können – sondern auch jene Menschen, die die Zukunft gestalten können.

Das diese Leute Banden bilden, sich mit Waffengewalt Respekt verschaffen, einen Staat im Staate bilden können (und wollen): das alles kann nur nützlich sein, wenn der Krieg der Klassen in knapp zwanzig Jahren offen ausbricht.

Von einem Totalversagen der Politik (inklusive der Medien und der Wirtschaft) darf da sicherlich  gesprochen werden – allerdings in einem viel größeren, globalen Rahmen.

Wie man überraschenderweise sieht, spielt der Islam in den Studien der Militärs gar keine Rolle mehr – die Pseudodebatte über die „Islamisierung der Gesellschaft“ entbehrt also jeder Grundlage.

Aber die Chancen für die neomarxistische Revolution 2037 schwinden täglich, weil – wie der Zufall so will – die Menschen gegeneinander ausgespielt werden. Und wer hier zu viele Fragen stellt, zu viele Informationen sammelt … ist halt der CIA-Mann von Pegida.

 

 

 

Eigentum verpflichtet

 

Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. So steht es im Grundgesetz, Artikel 14, Absatz 2. Aber wer jetzt eine Schimpftirade auf die herrschende Geldelite erwartet, der irrt.

Eigentum verpflichtet

Jeden.

Auch DICH lieber Leser, liebe Leserin!

 

Ich gehe mal davon aus, dass jeder der hier Mitlesenden ein Hirn und eine Stimme als „sein eigen“ nennt. Richtig?

> Und wie nutzt Du die?

Eventuell „verfügen“ einige der ungezählten Leser da draußen auch einiges an Zeit. Ok, ich weiß: Arbeitslose & Pensionisten sind angeblich immer im Stress … aber Hand aufs Herz: Zeit ist doch selbst bei eine Vollzeitarbeit vorhanden, oder?  (alle Zwei-Jobs-zum-Leben oder Arbeiten-und-Kinder-Erzieher natürlich ausgenommen)

> Dienst Du mit Deiner Zeit der Allgemeinheit?

Alle, die hier regelmäßig mitlesen, sollten auch die Erkenntnis „besitzen“, dass es um unsere Gesellschaft nicht wirklich gut bestellt ist.

> Was machst Du mit dieser Erkenntnis, d.h. diesem „Besitz“ (außer zu schimpfen)?

 

Wir ALLE sind meines Erachtens dazu verpflichtet, etwas zu tun, um die gegenwärtige Situation zu ändern. Jeder der ein Hirn, eine wenig Zeit und die Erkenntnis „besitzt“, kann etwas tun. Dazu ist man ja schließlich auch verpflichtet, weil … eh schon wissen … Paragraph 14, Absatz 2 🙂

Hätte jeder Mitlesende nur 10 Menschen aktiv auf die Petition von Hannemann hingewiesen … hätte das allein nicht schon 10.000 Unterschriften gegen müssen? Nur mal so ketzerisch gefragt. Man schimpft gerne über die Masse, die sich von den Massen-Medien einschläfern lässt und nix tut. Wie war das mit dem Splitter im Auge des anderen und den Balken …

Die Jungs (und Mädels?) vom Nachrichtenspiegel schreiben sich die Finger wund (symbolisch gemeint). Sich hier – und woanders – zu informieren und dieses Wissen an andere weitergeben ist eine Sache, die JEDER tun kann. Oder sonst wie aktiv werden, sich in Regionalgruppen engagieren, auf Demos gehen, … und und und. Jeder nach seinen Möglichkeiten.

Ach ja – ich suche immer noch Mitstreiter für mein Netzwerkprojekt http://www.nachrichtenspiegel.de/2013/12/12/wir-sind-viele-mitstreiter-gesucht/. Da könnte man sein Hirn, seine Zeit und sein Wissen für das Wohl von anderen einsetzen.

Und auch wer selbst nicht über Geldmittel verfügt. Weist andere auf das Projekt von Frank Hartmann im Libanon hin. In der Weihnachtszeit ist die Spendenbereitschaft höher als sonst – und hier weiß man wenigstens, dass es ankommt. Also wenn jeder Leser nur einen Bekannten darauf aufmerksam macht: 1000 mal 5 Euro sind schon sehr viel Winterkleidung.

Zwei von unendlich vielen Möglichkeiten, etwas zu tun! Fang bitte JETZT an lieber Leser. An das Grundgesetz soll man sich ja schließlich halten, oder?

Liebe Grüße vom Alten-Weib!

PrimeTime – “Syrische Flüchtlinge im Libanon” mit Frank Hartmann am 19.12.13 um 20:00

Wer mehr Informationen braucht, um eine Spende für die Flüchtlinge im Libanon zu Überweisen, der kann sich am Donnerstag Abend vielleicht ein besseres Bild von der Situation dort machen.

The Radio.cc wird eine Sendung mit Frank machen, in der auch Fragen gestellt werden können:

Seit über zwei Jahren tobt der Krieg von Rebellen und Regierungstreuen in Syrien. Fast jeden Tag sehen wir es in den Nachrichten oder in der Zeitung. Flüchtlinge die aus Kriegsgebieten, nun in die umliegenden Länder ziehen. Wie geht es den Flüchtlingen dort? Was bewirken Hilfsorganisationen z.B. im Libanon?

Frank Hartmann ist vor einem Jahr in den Libanon gezogen und hat einen direkten Blick auf die Situation dort. Wie leben die Flüchtlinge dort? Wie kommen sie mit dem Winter zu recht? Was sind ihre Geschichten? Wie kann man ihnen von außerhalb helfen? Wir wollen in dieser Sendung darüber sprechen und die Fragen beantworten.

Genaueres sagt er selber in einer E-Mail:

Hallo,

wollte dich mal darüber Informieren das ich am Donnerstag ein Liveinterview bei theradio.cc gebe. also Live aus dem Camp. Es wird auch ein Dolmetscher für deutsch-arabisch dabei sein sodass die zuhörer direkt fragen an die flüchtlingestellen können. Das ganze wird dann noch auf Video aufgezeichnet und später gesendet. als podcast und youtube. Das Interview startet um 20 Uhr deutscher Zeit. Ist, so glaube ich, das erste mal das sowas gemacht wird. Die Leute dort wollen das man in deutschland mal sieht wie die leben und werden auch alle Fragen beantworten die die zuhörer stellen. Zum Beispiel was benötigt wird, was sie schon bekommen haben etc. wie es in syrien aussieht etc pp.

gruss frank
Und TAUSEND DANK an deine Leser.
=)

Der weihnachtliche Spendenaufruf

Nein, nicht für uns! Für ein Flüchtlingslager im Libanon.

(mehr …)

Faschist Netanjahu lügt weiter

gaza ambulances

Aber im Grunde war nichts anderes zu erwarten.

Bereits bei den Massakern in 2006 im Libanon und 2009 in Gaza vernichtete Israel mit großtechnischem Waffeneinsatz breitflächig Menschenleben und stellte entgegen aller neutral und unabhängig erhobenen Untersuchungsergebnisse den Einsatz verbotener bzw. geächteteter Massenvernichtungswaffen in Abrede. International erhob sich daraufhin keine Empörung, das allgemeine Totschweigen dieser Verbrechen ermutigte Israel zum weiteren Völkermord. Auf entsprechende Nachfragen gaben Regierungsvertreter einsilbig zur Antwort, dass man von der Nutzung solcher Waffensysteme keine Ahnung habe – was nachweislich gelogen ist. Es liegen mehr als ausreichend Beweise für den Einsatz von Chemie und nuklear verstrahltem Gefechtsmaterial vor, übrigens alles „made in USA“.

Netanjahu hat beste Hoffnungen, durch seine recht bizarren Aussagen auch den völkerrechtswidrigen Feuer- und Vernichtungsüberfall auf die Gaza-Flotille die Weltöffentlichkeit zu beruhigen. Wir werden feststellen, dass Berlin zum Beispiel großen Abstand davon nehmen wird, Kritik an Israel zu üben; Deutschland hat sich schließlich auch nach den vorgenannten, israelischen Massakern an der Zivilbevölkerung des Gaza-Streifens und des Libanons absolut zurückgehalten. Im Gegenteil: Angela Merkel ließ sich aufgrund einer israelischen Lüge zu der harschen, öffentlichen Verurteilung der Hamas hinreißen, angeblich habe die Hamas den Waffenstillstand im Gaza-Streifen gebrochen. Wie zweifelsfrei nachgewiesen, hatte Israel durch zahlreiche Feuerüberfälle diesen Waffenstillstand von sich aus kurz vorher bereits mehrfach gebrochen.

Netanjahuns Bewertung des israelischen (!) Untersuchungsergebnisses des blutigen Feuerüberfalles auf die Flotte beweist sowohl seinen als auch den Faschismus seines Landes.

(Quelle: tagesschau.de)

Die israelischen Soldaten hätten während des Einsatzes außergewöhnlichen Mut bewiesen, betonte Netanjahu. Sie seien gezwungen gewesen, sich angesichts „echter Gefahr“ gegen die Aktivisten zu verteidigen.

Nachweislich war das Schiff nebst jedes Gastes und jedes Besatzungsmitgliedes vollkommen unbewaffnet, das ist von fast allen Beteiligten zweifelsfrei ausgesagt worden. Infolgedessen hatte zu keinem Zeitpunkt „echte Gefahr“ bestanden. Obduktionen haben zudem ergeben, dass zahlreiche Todesopfer gezielte und teilweise mehrfache Kopfschüsse aufweisen – das ist nicht das Werk eines panischen und in Not geschehenen Herumballerns. Außerdem befanden sich die israelischen Soldaten in der Position eines Angreifers, sie haben das Schiff in Internationalen Gewässern bewaffnet geentert, was dem Grunde nach ein Akt der Piraterie ist. Die Besatzung befand sich zu Recht in der Position des Verteidigers – und hätte bei dem Feuerüberfall nach internationalem Recht selbstverständlich zurückfeuern dürfen.

Zur israelischen Seeblockade des Gazastreifens sagte er, die dort herrschende Hamas sei eine Terrororganisation, die mit ihren Handlungen gegen das israelische Gesetz verstoße.

Die Hamas ist zunächst nach internationalem Verständnis die im Gaza-Streifen von der Bevölkerung demokratisch und frei gewählte Volksvertretung; ihr bewaffneter Arm ist nicht für jeden gewalttätigen Übergriff auf Israelis verantwortlich. Im Gegenteil: der „Goldstone-Bericht“ der UN legt zweifelsfrei dar, dass die Hamas Ende 2008 während des Waffenstillstandes zahlreiche, versuchte Raketenanschläge auf Israel verhindert und die Attentäter verhaftet hatte. Mit dem gleichen Recht könnte Hamas Netanjahus Partei als „Terrororganisation“ diskreditieren und ablehnen.

Sie habe das Gebiet in eine „terroristische Enklave“ verwandelt.

Dieser Satz ist nicht nur unwahr, er stellt den Gipfel jeder Zynik dar. Die andauernde Blockade hat aus dem Gaza-Streifen eine Landschaft des Hungers, der Unfreiheit und der Verzweiflung gemacht. Die permanenten, täglichen Übergriffe der Israelis auf Palästinenser produzieren täglich mehr Not – und auch Wut.

Die derzeitige Regierung in Israel gemahnt uns an die Frühzeit des Nationalsozialismus und die gezielten Falschinformationen bzw. Lügen des Regimes unter Netanjahu müssten uns eigentlich aufrütteln. War auch die eigentliche Wortwahl eines Göbbels eine andere, so gleicht Netanjahus Intention „eins zu eins“ der seines kreischendes, berliner Vorbildes mit dem Klumpfuß. Die Nazis haben eine sehr zielgerichtete Völkernvernichtung geplant und großtechnisch ungeniert in Szene gesetzt, während sie mit Halb- und Fehlinformationen Unsicherheit in die Phalanx ihrer Gegner streute. Aller Offensichtlichkeit zum Trotz handelte die Weltöffentlichkeit erst konzertiert und entschieden, als bereits viele Millionen Tote zu beklagen waren.

Israels Kurs ist der gleiche wie der der Nazis; es geht um die schiere Vernichtung Palästinas und der Palästinenser, um deren Boden und Eigentum und den seltsamen, ebenso kranken wie bizarren  „Anspruch“, den ultraorthodoxe Juden auf fremdes, ihnen nicht zugehörigen Landes erheben.

Selbstverständlich wird die jetzt folgende, unabhängige Untersuchungskommission zum Feuerüberfall auf die Gaza-Flotte zu ganz anderen Schlüssen gelangen als die israelische. Aber Netanjahu wird mit seinen Verbündeten und (fragwürdigen) „Freunden“ wie Deutschland vermutlich erfolgreich auf die Karte setzen, dass die Weltöffentlichkeit seine Aufmerksamkeit auch diesmal wieder ganz anderen Dingen zuwendet und somit auf eine nachhaltige und folgenreiche (!) Nachforschung gegen Israel verzichtet.

Wie üblich.

© 2010 Echsenwut.

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