Laufzeitverlängerung

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Zwei Kommentare aus fremder Feder über unsere Atomkraftwerke

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Fefe:

Mir tut ja die Merkel auch irgendwo ein bisschen leid. Die hat mir ihrer AKW-Laufzeitverlängerung voll ins Klo gegriffen und muss da jetzt peinlich rumlavieren. Und es gibt nichts, was sie sagen könnte, was nicht unglaublich offensichtlich hirntot rüberkommt. Das Niveau an Peinlichkeit wird eher noch steigen. Ich meine, bei Tschernobyl, da konnten wir uns noch einreden, naja, die Russen, die können halt nichts, das ist halt keine Hochtechnologie-Nation. Aber bei Japan? Es gibt nichts, was man da vorbringen könnte, um das für Merkels Atompolitik weniger desaströs zu machen. 

Das noch am wenigsten peinliche Argument, das sie gefunden haben (und jetzt auf allen Kanälen wiederholen), ist dass es bei uns ja keine Tsunamis gibt. Als ob das irgendeine Rolle spielt! Das ist eine der technologisch am weitesten entwickelten Nationen der Welt, die haben da drei-vier Lagen an Sicherheitsfeatures eingebaut, alle um zunehmend abwegige Angriffsszenarien zu überstehen. Das ist die Nation mit der meisten Erfahrung im Umgang mit Erdbeben. Keiner kann das besser als (oder auch nur ähnlich gut wie) die Japaner.

Und DENEN fliegen wegen eines Erdbebens ihre Atomkraftwerke um die Ohren!

Und wir wissen bereits, dass unsere Atomkraftwerke nicht ausreichend erdbebenfest sind, um auch nur die Beben sicher zu überleben, die wir schon hatten in der jeweiligen Gegend.

Es gibt nichts, was die vorbringen könnte, um die Situation weniger peinlich für sich zu machen. Sie kann es nichtmal auf die FDP schieben oder so! Oder auf eine Vorgängerregierung. Und schlimmer noch, wenn sie das Thema nicht schnell vom Tisch kriegt, dann fangen die Medien möglicherweise zu bohren an, und finden die ganzen Leichen in ihrem Keller. Für die unter uns, die sich für sowas interessieren, sind die Fakten ja eh seit Jahren bekannt. Merkel war die für die Endlagerwahl zuständige Umweltministerin, und hat mit der „Wahl“ von Gorleben nach Strich und Faden verkackt. Und das ganze Gerede, wir bräuchten den Atomstrom, ist auch Mumpitz, und auch das ist seit Jahren bekannt. Wir müssten keineswegs dann Atomstrom aus anderen Ländern importieren. Und wenn es hart auf hart kommt, kommt die Geschichte mit den Emissionszertifikaten auf den Tisch und die träge Bevölkerung merkt, wie sehr sie von der Merkel und der Energiemafia nach Strich und Faden verarscht wurden.

In diesem Sinne sollte jetzt unsere Hauptpriorität sein, diese Chance nicht verstreifen zu lassen und das Thema in der öffentlichen Diskussion zu halten.

Oh, übrigens, wer das „Statement“ der Merkel mitgekriegt hat, der wird sich angesichts der Dichte an Neusprech und Manipulationsversuchen in Schmerzen gekrümmt haben. Da liegt die Frage nahe, wie lange meine Kollegen vom Neusprechblog für ein Auskotzen brauchen werden. Und tatsächlich, der Schmerz war hoch genug, dass Martin Haase direkt eine längliche Zerpflückung gepostet hat. Viel Spaß bei der Lektüre!


Duckhome:

(aus: Aufgelesen und kommentiert 2011-03-14)

Bundesregierung will Sicherheitsstandards für deutsche Atomkraftwerke senken
Das war vor rund einem halben Jahr. Wenn Merkel also sagte, dass deutsche Atomkraftwerke „nach unseren Maßgaben sicher“ sind, dann ist das natürlich richtig. Diese Maßgaben werden ja schliesslich auch anhand der Höhe an geflossen Gelder ausgerichtet http://www.corsafan.de/forum/images/smilies/sarkasm.gif

Drei Monate lang soll nun also der schwarz/gelbe Atomdeal ausgesetzt werden. Drei Atomreaktoren sollen ebenfalls vom Netz, obwohl man problemlos sogar sieben (von 17) Meiler sofort abschalten könnte. Im Grunde hätten auch drei Wochen gereicht, also bis zur finalen Auszählung der Landtagswahlen. Aber ich bin echt mal gespannt, ob der Pöbel in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg diese durchsichtige Verarsche durchschaut – oder doch wieder jubelnd ins Messer rennt.

Ach ja: Die ausgebremsten drei Monate werden nach einem CDU-Wahlsieg natürlich an die bereits erfolgte Laufzeitverlängerung hinten angehängt http://www.corsafan.de/forum/images/smilies/sarkasm.gif

Bin ich eigentlich der Einzige, der die Abwiegelung „eine Verkettung eines derart schweren Erdbebens und eines schweren Tsunamis ist in Deutschland nicht vorstellbar“ für äusserst zynisch hält? Ein Unglück passiert doch IMMER nur dann, wenn sich nicht vorstellbare Ereignisse aneinanderreihen. Bei Atomkraftwerken mit unvorstellbar schrecklichen Folgen, die bekanntermassen auch keine Versicherung übernehmen kann (und will).

Dazu gehört auch die Lagerung des Atommülls, die auch auf den Diskussionstisch gehört!

Zugegeben: In Deutschland ist die Gefahr eines Tsunami sicherlich gering. Aber bezüglich Erdbeben oder auch Hochwasser sieht es schon wieder anders aus. Auch ist vielleicht die Flugzeugabsturzgefahr grösser? Und möglicherweise gibt es ja auch beherzte V-Leute mit Anti-Atom-Gesinnung, die sich (ähnlich wie beim target=“_blank“>Oktoberfestattentat damals) zu drastischen Aktionen genötigt sehen? http://www.corsafan.de/forum/images/smilies/sarkasm.gif Ein deutscher GAU wird ganz sicher anders verlaufen als in Tschernobyl und Fukushima, aber die Folgen dieser Unglückskette sind genau das, weswegen Atomkraft unverzüglich abgeschafft gehört. Die Folgen sind einfach nicht hinnehmbar.

Etwas, was sich eigentlich auch auf das Finanzcasino übertragen lässt. Hier scheint es aber (unverständlicherweise) immer noch an der passenden Katastrophe zu fehlen, um mit gesellschaftlichem Druck die abgeschmierte Politik bewegen zu können. Dasselbe auch bei genmanipulierten Pflanzen und dem Überwachungswahn. Aber das nur am Rande.

Erstaunlich deutlich äussern sich die FAZ und Financial Times über Merkels Worte: „Bei der Sicherheit darf es keine Kompromissen geben. Das gab es nicht, das gibt es nicht und das wird es nicht geben.“ Denn exakt das Gegenteil ist der Fall. Bei der Sicherheit geht es NUR mit Kompromissen. Absolute Sicherheit gibt es nicht. Auch wenn das sogenannte Restrisiko 10 hoch minus 6 ist (also sehr klein), so ist es eben nicht Null, sondern die Wahrscheinlichkeit ist eins. Es ist also nur die Frage, wann und wo es passiert. Man muss also nur lange genug warten, es kann aber auch morgen passieren. „Wer bei der Sicherheit von Atomkraftwerken keine Kompromisse machen will, darf Kernenergie gar nicht erst nutzen. Denn diese Konzepte beruhen stets auf einer Gegenrechnung: Wie viele Menschen sterben, beispielsweise, jährlich im Straßenverkehr? Und wie weit lässt sich diese Zahl durch Sicherheitsstandards und ihre Kontrolle reduzieren? Und ab welcher Schärfe verursachen die Standards Kosten, die die Gesellschaft nicht zu tragen bereit ist? Diese stets zynische Gegenrechnung funktioniert im Fall der Kernenergie nicht.“

Tja, und sorgenvoll schaut man nun aufs Wetter. Bleibt die aktuelle Windrichtung erhalten, dann weht die Strahlung aufs Meer. Gleichzeitig leitet man Meerwasser in die explodierten Reaktoren und das danach verstrahlte Zeugs hinten wieder zum Meer hinaus. Reaktor 3 soll sogar Plutonium (!) enthalten. Und Tumor ist, wenn man trotzdem fischt http://www.corsafan.de/forum/images/smilies/sarkasm.gif

Falls die Atomlobby es nun schaffen sollte, Japan breitflächig unbewohnbar zu machen, werden sie es in Deutschland auch noch schaffen. Und wir können hoffen, dass die Afrikaner und Islamisten freundlicher mit uns als Flüchtlinge umspringen werden, als wir uns ihnen gegenüber präsentieren. Gerade gegen die Einwanderung durch CSU-Flachdenker könnten sie sich vielleicht „bis zur letzten Patrone“ wehren http://www.corsafan.de/forum/images/smilies/sarkasm.gif

Ach ja, haben sich eigentlich die 40 Manager und Promis, die letztes Jahr einen Pro-Atom-Brandbrief an Schwarz/Gelb sendeten, schon zum Aufräumen in Japan gemeldet? War ja eine wahrlich illustre Runde mit Ackermann, Maschmeyer, Clement, Merz, Lauk, Schily und Komplizen, die sich nach jahrzehntelangem parasitärem Schmarotzertum auch mal als nützlich für unsere Gesellschaft erweisen könnten.

Und um auch noch Positives zu berichten: Immerhin geht es wieder aufwärts. target=“_blank“>So hoch flogen selten Trümmerstücke aufwärts. Und die PR-Agenturen können sich auf steigende Aufträgseingänge aus der Atomlobby einstellen. Ein Aufschwung XXL, würde Wirtschaftsminister Brüderle (FDP) sagen. Selbst das ehemalige Nachrichtenmagazin hat dank explodierender Reakrtoren endlich mal eine Faktenbasis für ihre „Boom“ Meldungen, nachdem „Jobboom“ und „Einkaufsboom“ sich als reine Auftragspropaganda herausstellten. Und wie es sich für einen vorbildlichen Kapitalismus gehört, werden die Folgeschäden natürlich vom Pöbel abgetragen. Kein Milliardär (auch keiner der Atommafia) muss um sein Vermögen bangen. Einige Heuschrecken sollen bereits Finanzwetten laufen haben, um mögliche Dividendenverluste ihres Atomkonzern-Aktienpakets ausgleichen zu können. „Für Investoren, bei denen sich Mitgefühl mit den Opfern und ein rationales Kalkül bei der Geldanlage nicht ausschließen, eröffnen die zu erwartenden Abschläge durchaus Chancen“, schreibt die Financial Times. Seht ihr, somit hat alles Schlimme auch seine positiven Seiten.

Imho gibt es eigentlich nur eine vernünftige Forderung:

Die Teile SOFORT abschalten und den Rückbau auf Kosten derjenigen betreiben, die bisher die Milliarden damit verdient haben.

Beklemmende Kleidung

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Beklemmende Kleidung.c © Jotha

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