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Deutschland 2014 – Umbau zur Kriegswirtschaft, Aufruf zum Volkssturm, Entmündigung des Souveräns

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Dienstag, 2.9.2014. Eifel. Deutschland im Krieg – 75 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges. Die Nachricht wird sie jetzt nicht erschrecken – in Wirklichkeit spüren Sie ganz genau, dass sich etwas Maßgebliches geändert hat. Vor zwei Wochen hatte Jakob Augstein davor gewarnt – hören wollte es wohl keiner (siehe Spiegel):

Es herrscht Krieg. Niemals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs traf das mehr zu als heute. Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung zählt mehr bewaffnete Konflikte denn je. Eine neue Kultur des Krieges ist auf dem Vormarsch. Auch Deutschland soll die Bomben wieder lieben lernen. Politiker und Medien wollen den Deutschen ihren Pazifismus abgewöhnen. Wer Gewaltlosigkeit predigt wie Margot Käßmann wird zur lächerlichen Figur gemacht.

Eine neue Kultur des Krieges – sollte in jeder Schule vor gewarnt, in jeder Universität kritisch thematisiert und in jeder Tagesschau angeprangert werden. Diese Kultur macht vieles möglich – zum Beispiel die Lieferung von U-Booten an Israel, die jene sofort atomar bestücken (siehe Handelsblatt). Wissen Sie, wie die eigentliche Meldung lauten sollte? „Deutschland baut atomwaffenfähige U-Boote“. Ja – „unsere“ Werften können das inzwischen. Wir brauchen nur noch die Sprengköpfe … und die kriegen wir im Notfall innerhalb weniger Tage.

Auch der Vorsatz, Waffen nie in Krisengebiete zu liefern, ist abgeschafft: man präsentiert stolz seine Leistung (siehe Spiegel):

10.000 Handgranaten, 16.000 Gewehre, 240 Panzerfäuste: Deutschland schickt Kriegsgerät für 4000 kurdische Kämpfer in den Nordirak. Das hat am Sonntagabend die Bundesregierung entschieden.

Sie, mein lieber Leser (oder meine liebe Leserin) hält man inzwischen für voll doof – nicht anders ist es zu erklären, dass man uns weißmachen will, dass 4000 Kämpfer 16000 Gewehre brauchen – jeder vier. Ganz vergessen ist, dass die Kurden der Feind unseres Natopartners Türkei ist – aber es wird auch Zeit, dass die Türkei versteht, dass sie zum „Reich des Bösen“ gehört – wie die Chinesen, die Nordkoreaner oder … die Russen.

Ja, die Russen. Auch im anlaufenden Dritten Weltkrieg ist „der Russe“ der Feind des Westens. Erbfeind, sozusagen. 1914-1918 ging es gegen den Russen (und auch danach, nur: da waren die Deutschen nicht mehr dran beteiligt), 1939 – 1945 ging es gegen den Russen, 1945-1990 ging es ebenfalls gegen den Russen. Dann war eine kurze Zeit Pause, das Leben wurde langweilig – also wurde der Russe wieder aus dem Schrank geholt. Die Gerüchte über ihn werden immer wilder: er hat eine US-Bank gehackt (siehe Spiegel) … ist womöglich auch für alle Finanzkrisen des Westen verantwortlich (und noch schlimmer: giert nach IHREN persönlichen Kontodaten, um zu sehen, ob SIE Pornovideos schauen).

Die Welt malt aktuell größtmögliche Schreckensszenarien an die Wand – wie in einer Kultur des Krieges üblich, muß Angst geschürt werden vor dem übermächtigen Gegner, der genau wie Hitler ist: Gestern Hitler und Danzig, heute Putin und Donezk.

Natürlich muss diese Angst mit Bildern untermauert werden: das Ministerium für Wahrheit (äh … die „Tagesschau“) liefert dafür Beweise. Beweise, die so plump gefäscht sind, dass sie dem Tagesspiegel als große Peinlichkeit aufgefallen sind:

Zur Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt hat die ARD Bilder und Filmmaterial verwendet, das gar nicht dort entstand oder schon Jahre alt ist.

Russische Panzer in Berlin … nur noch eine Frage der Zeit, bis uns die Meldung erreicht, unterlegt mit schönen Bildern aus dem Jahre 1945.

Manche Schlagzeilen sind so putzig, dass sie in eine Kabarettsendung gehören, so wie der Hinweis auf Putins „Gegenoffensive“ (siehe Spiegel):

Doch jetzt erheben die USA neue Vorwürfe gegen Moskau: Im Gebiet um die Großstädte Donezk und Luhansk sei eine russische Gegenoffensive im Gang, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki.

Eine „Gegenoffensive“ wendet sich GEGEN Angreifer, ist also eine deffensive Maßnahme. Was für Empörung sorgt: offenbar hat auch Russland „Spezialisten“ in die Ukraine gesandt, um den Academi-Söldnern sowie dem CIA und FBI Einhalt gebieten zu können. Die Anwesenheit der US-Truppen wurde am 11.5.2014 vom Spiegel gemeldet (siehe Spiegel). Wenn wir das machen, ist das ok. Machen das andere – dann wird es äußerst heikel, wie ein US-General dem Manager-Magazin versprach:

Der General machte deutlich, dass sich gegebenenfalls auch das Verteidigungsbündnis zum Handeln gezwungen sehen könnte. „Wenn die Nato ausländische Kräfte auf ihrem Hoheitsgebiet einsickern sieht, und wenn wir dieses Vorgehen einer Aggressor-Nation nachweisen können – dann ist das Artikel fünf. Dann tritt der Bündnisfall ein“, betonte er. „Das bedeutet eine militärische Antwort auf die Aktionen dieses Aggressors.“

Man sieht, welch´ große Verantwortung die Massenmedien in dieser Zeit haben: ein paar schlecht recherchierte Bilder von russischen Soldaten in Litauen – und schon marschiert die Nato gegen Russland. Blöd, dass wir gerade in der Kultur des Krieges wachsende Unseriösität der Medien feststellen – sogar der öffentlich-rechtlichen Medien, die sich nicht scheuen, mit veraltetem Bildmaterial einen russischen Einmarsch in der Ukraine zu dokumentieren.

Das Angstbild Putin wird überall verbreitet – auch ich habe schon Angst, dass er morgen halbnackt in meinem Garten steht und die Tomatenernte vernichtet. In der Tat scheint sich etwas geändert zu haben in der Ukraine … zumindest in der Berichterstattung. So meldet die Süddeutsche:

Ohne Unterstützung von außen kann die Ukraine den Kampf gegen russische Soldaten und russische Waffen kaum mehr gewinnen. Von einer militärischen Niederlage bis zum Partisanenkrieg sind zahlreiche Horror-Szenarien vorstellbar. All das käme Wladimir Putin gelegen.

Wir sehen dabei das Bild eines alten Mütterchens auf kargem Boden, welches wir Leser natürlich sofort verteidigen wollen, bevor der Russe kommt. Nach vielen Triumphmeldungen über die Angriffe der Academi-Söldner (ach nein, Sprachregelung war ja: „ukrainische Armee“) scheint sich das Blatt zu wenden (siehe Spiegel):

Prorussische Kämpfer haben den Flughafen Luhansk erobert, für Kiews Militär reiht sich Niederlage an Niederlage. Die Nato hält den Krieg in der Ostukraine schon jetzt für entschieden: Putins Einheiten sind zu überlegen.

Erstmal überrascht es, wie selbstverständlich führende Nachrichtenmagazine über einen Krieg reden, der bis vor kurzem noch gar nicht da war. Offiziell ist es eigentlich gar kein Krieg, lediglich die Führung in Kiew hat versucht, einen herbei zu reden. Offenbar ist jetzt die Definition der ukrainischen Putschregierung Meinungsstandard in Deutschland geworden. Was für uns ERKENNBAR ist – jenseits der willkürlichen Deutungen kriegslüsterner Militärs und ihrer devoten Schreiberlinge in deutschen Reaktionsstuben ist allerhöchstens ein Bürgerkrieg – ein Bürgerkrieg, bei dem die Positionierung schwer fallen sollte: auf der einen Seite gibt es eine Putschregierung, die mit brutaler Waffengewalt gegen Zivilisten vorgeht, auf der anderen Seite eine ethnische Minderheit, die scheinbar um ihr Überleben kämpft.

Nein – das ist nicht meine Meinung, das lese ich in den Berichten der Kriegsmedien (siehe Spiegel):

Nach ukrainischen Angaben sind die Verwüstungen um Donezk enorm. Litauens Staatschefin Dalia Grybauskaite sieht Russland „praktisch im Krieg gegen Europa“. Dies sagte Grybauskaite kurz vor dem Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs.

Das sollte man langsam lesen – und zweimal. Ukrainische Truppen marschieren auf Donezk zu, kreisen die Stadt ein, belagern sie, beschiessen sie mit schweren Waffen, hinterlassen „enorme Verwüstungen“ – und Schuld ist Putin? Putin, der sich jetzt im KRIEG MIT EUROPA BEFINDET?? Sind die dort noch ganz dicht in ihrer hysterischen Kriegstreiberei?

Offenbar nicht, denn eine Meldung jagt die andere. Gerüchte über angeblich geäußerte Drohungen Putins machen die Runde, als wären sie beweisbare Fakten (siehe Spiegel):

Wladimir Putin soll EU-Kommissionschef Barroso am Telefon gedroht haben, er könne die ukrainische Hauptstadt Kiew in zwei Wochen einnehmen. Der entsprechende Bericht einer italienischen Zeitung wurde SPIEGEL ONLINE in Brüssel bestätigt.

Deutschland im Krieg – da muss man sich dran gewöhnen, dass „Fakten“ sich von selbst schaffen: wie wurde denn der Bericht der italienischen Zeitung dem Spiegel in Brüssel bestätigt? Durften sie ihn dort lesen? Und welche Beweiskraft hat das? Wäre nicht die russische Botschaft der sinnvollere Ansprechpartner gewesen?

Sicher – aber nicht im Krieg. Und in dem befinden wir uns ja schon. Wollen wir hoffen, dass russische Medien und Politiker souveräner mit der Realität umgehen als der hysterische Westen, denn sonst können wir morgen dort lesen, dass Frau Grybauskaite Russland im Namen Europas den Krieg erklärt hat.

Wissen Sie eigentlich, wie viele russischsprachige Bürger inwzischen in Russland Zuflucht suchen? Ein Artikel bei Web.de informiert darüber:

Insgesamt hätten sich seit Ausbruch des Konflikts im April rund 820.000 Menschen aus den umkämpften Gebieten Lugansk und Donezk in Russland niedergelassen, teilte die Migrationsbehörde in Moskau mit.

Spannend, wie nüchtern dieser Artikel Michail Gorbatschow zitiert, der vor einem schrecklichen Blutvergießen warnt. Gleichzeitig erfährt man von den Plänen der Nato, eine ganz neue Eingreiftruppe zu bauen, eine Eingreiftruppe, die wohl speziell Frau Grybauskaite beschützen soll … falls Putin ihre Kriegserklärung ernst nimmt (siehe Spiegel). Man sieht: es wäre auch möglich, wichtige Nachrichten neutral zu formulieren, ohne gleichzeitig beständig nebenher auf den „irren Iwan“ hinzuweisen, der Europa überrollt.

Fällt Ihnen auf, dass gar keine Ukrainer vor den bösen Russen flüchten? Ja – angesichts des unaufhaltsamen Vordringens der bösen „Kosaken“ (so nennt der polnische Präsident seine russischen Nachbarn – siehe nochmal Spiegel) bleibt die ukrainische Zivilbevölkerung sehr gelassen und ruhig – anders als ihre russischsprachigen Landsleute, die in Massen vor der Zerstörung ihrer Lebensbereiche fliehen. Kann es sein, dass die Invasion der Kosaken wirklich nur in den Hirnen westliche Wohlstandsdiplomaten und ihrer Schreiberlinge stattfindet?

Nun – trotzdem arbeiten sie mit Nachdruck daran, dass ihre Horrorphantasien Realität werden, gebärden sich selbst auf dem diplomatischen Parkett wie einst die Hunnen – und Deutschland ist ganz vorne mit dabei. Ja, Deutschland wird gerade KRIEGSPARTEI, greift aktiv in in den Bürgerkrieg. Nein, habe ich mir nicht ausgedacht, habe ich bei der Rheinischen Post gefunden:

Bundeswehr schickt fliegendes Lazarett in die Ukraine

Es sind nicht die ersten deutschen Soldaten, die in der Ukraine auftauchen. Die ersten waren ominöse „OSZE-Beobachter“, die eine private Besichtigungstour in die belagerten Rebellenstädte unternommen haben (wir berichteten – danach wurde die „ukrainische Armee“ auch überraschend erfolgreich). Jetzt sind es offizielle Bundeswehreinheiten, die im Bürgerkriegsland die Regierungstruppen wieder für den Krieg fitt machen. Kanzlerin Merkel hatte sich angeblich dafür stark gemacht:

Die Bundeswehr verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei ihrem Besuch in Kiew am 23. August entsprechende Hilfe angeboten hatte. Das deutsche Engagement geht demnach auf eine Anfrage der Ukraine bei der Nato zurück.

Die Ukraine fragt  die Nato, die Merkel schickt militärisches Personal. Erstmal Ärzte – aber was, wenn die Maschine abgeschossen wird? Egal von wem – ich weiß schon jetzt, wer dafür die Verantwortung zu tragen hat. Mit welcher Rechtfertigung werden hier eigentlich Soldaten in die Ukraine entsandt? Welchen Beistandspakt hat die deutsche Bevölkerung mit der Ukraine zur Verwüstung russischer Lebensbereiche im Donezkbecken getroffen? Was sagt eigentlich der Bundestag dazu? Gibt es da Ausschüsse, die die Situation analysieren, kontrollieren und aufmerksam begleiten?

Oder entscheidet das die mächtige Madam jetzt ganz allein?

weiter lesen: http://web.de/magazine/nachrichten/ausland/ukraine-krise/19258042-briten-eingreiftruppe-10-000-osteuropa-schmieden.html#.A1000145

In diesem – bislang nur in den Köpfen hysterischer West-Politiker existentem- Krieg wird mal wieder das ganze Volk mobilisiert. Es hat schon eine eigenwillige, tragische Komik, wenn die Tagesschau vom polnischen „Äpfel-essen-für-das-Vaterland“ berichtet und so nationalistische Töne anschlägt, die in Deutschland gleich ein Echo finden (siehe Spiegel):

Ein markiger Spruch komplettierte die Präsentation des CSU-Politikers: „An apple a day keeps the Putin away!“, sagte Schmidt und biss dabei genüsslich in seinen Apfel

Was hier noch lustig daher kam (allerdings mit einer fiesen, völkisch-nationalen Motivation, die ein ganzes Volk – oder zwei – gegen Russland in Stellung bringen soll, ein apfelessender Volkssturm, der sich am sinnvollsten sicher vor russischen Botschaften versammelt, damit alle die Aktion auch mitbekommen), wird inzwischen ernster: die Kriegstreiberei der hilflosen Angestellten der politischen Verwaltung erreicht nun offizell Dimensionen, die Arbeitsplätze gefährden und die Existenz deutscher Unternehmen bedrohen (siehe Spiegel): hier wird ziemlich viel Porzellan zerschlagen, um einen eingebildeten Feind zu bremsen.

Vielleicht sollte man mal eher MIT Putin reden – anstatt ÜBER ihn? Vielleicht auch mal mit den bald eine Million Flüchtlingen aus dem Donezk-Becken – bevor Frau Merkel der sowieso schon angeschlagenen deutschen Wirtschaft im Namen eines Kreuzzuges gegen die „Kosaken“ den Todesstoß versetzt?

Wir sollten uns auf jeden Fall damit beeilen, denn Angela Merkel hat noch viel mehr vor. Eine kleine Meldung in der FAZ unterrichtet uns über die Pläne, die sie mit uns hat:

Psychologen, Anthropologen und Verhaltensökonomen sollen her und Angela Merkel helfen: Die Regierung will wirksamer regieren und den Bürgern einen Schubs in die „richtige“ Richtung geben.

Nebenei erfahren wir, dass auch andere Nato-Länder mit solchen „Task-Forces“ experimentieren, die uns geschickt (mit List und Tücke) in Richtungen lenken sollen, die wir von selbst nie gehen würden. Der Bürger ist … der Feind. Der Dummkopf. Selbst ein wenig ein „irrer Iwan“, den man nicht allein in der Welt herumlaufen lassen kann. Nur seine weise, kluge, wohlmeinende Regierung kann ihn in die richtige Richtung schubsen … Richtung Kiew, zum Beispiel. Das ist die öffentliche Ankündigung der gezielten Entmachtung des deutschen Souveräns, der in Zukunft nur noch durch die Gegend geschubst werden soll.

Damit haben die Aktionen der Verwaltungskaste und der Parteienoligarchie einen neuen Höhepunkt erreicht und setzen den Kurs der Agenda 2010 weiter um: die vollständige Entmündigung des Bundesbürgers, den Umbau der Demokratie in eine … na ja: sagen wir es deutlich: Kriegswirtschaft, in der alle Äpfel essend gen Osten marschieren, um die Kosaken aufzuhalten … und nebenbei auch den Rest der Welt mit unter anderem atomaren Waffen versorgen, damit das Völkerschlachten endlich neue Höhepunkte erreicht: aus den Träumen des Immanuel Kant zum ewigen Frieden wird gerade die Realität des globalen Krieges … und alle schauen zu.

 

Der Beginn des geplanten Zusammenbruchs der USA

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Sonntag, 17.8.2014. Eifel. Sonntag ist ja immer der Tag für besinnliche Kommentare – zum Beispiel heute über den Tod von Peter Scholl-Latour. Über den wurde allerdings schon genug geschrieben – und ich würde mir wünschen, wenn alle, die gestern über ihn geschrieben haben, stattdessen lieber seine Bücher gelesen hätten, die uns als „Westen“ eine problematische Zukunft vorhersagen. Besinnlich wären heute auch Gedanken über die Welle von Hass, die über die Welt in diesem Jahr hereinbricht. Fernab jeglicher ziviler Umgangsformen, die sich in Deeskalationstrategien und diplomatischen Offensiven zeigen könnten, in vertrauensbildende Maßnahmen, die im Kalten Krieg das verlorengegangene Vertrauen langsam wieder aufbauen sollten eiert die Welt auf einen katastrophalen Zustand zu. Aktuell sind es die Krisen im Gazastreifen, der scheinbar unaufhaltsame und äußerst brutale Aufmarsch einer Privatarmee im Norden des Irak (ja – so könnte man sie auch nennen: eine von saudischen Ölgeldern bezahlte Privatarmee – also letztlich mordet da auch das Geld deutscher Autofahrer) und eine drohende Weltkriegsgefahr im Osten des so lange friedlichen Europas, das momentan wie schon 1914 plötzlich am Rande eines fürchterlichen Abgrundes steht, sogar der Spiegel warnt aktuell vor einem Krieg, der aus einer allgemeinen Hysterie entstehen kann … aufgrund einer einzigen Falschmeldung über den Zusammenstoß ukrainischer und russischer Truppen.

Schon läuft die Dynamik weiter: die Ukraine bittet den Westen um militärische Unterstützung (siehe Welt), die zumindest von der Seite der USA kommt: unabhängig von jeder neutralen Untersuchung, unabhängig davon, ob die Meldungen wahr oder falsch sind, warnen die USA derzeit Russland, die (möglicherweise gar nicht existenten) „extrem gefährlichen“ Einmischungen zu unterlassen (siehe Spiegel). Währenddessen kommt eine andere Dynamik ins Spiel, wegen der wir einen Peter Scholl-Latour gut als Ratgeber, Warner und Mahner gebrauchen könnten: die USA statten kurdische Kämpfer mit Waffen aus (siehe Tagesschau), ohne Rücksicht darauf, dass sie damit den Natopartner Türkei extrem brüskieren: die nun „guten“ Rebellen im Nordirak sind Feinde der Regierung in Ankara, die es in Zukunft mit ihnen schwerer haben wird. Doch Ankara reagiert umgehend und stellt sich im laufenden Wirtschaftskrieg gegen die Nato, beliefert Russland mit Obst und Gemüse (siehe DWN), weltweit stellen sich Staaten an die Seite Russlands, das nur im Westen als böser Täter verunglimpft wird (siehe Nachrichtenspiegel). Schon allein wirtschaftlich gesehen breitet sich hier ein Weltkrieg vor, dessen Ende nicht abzusehen ist – nur kann man jetzt schon sehen, dass die Konstellationen der Welt sich ändern, so sprach Harald Schuhmann 2011 von neuen Konstellationen, die nun überraschend schnell aktuell werden:

Es ist durchaus denkbar, dass die sogenannten Schwellenstaaten Brasilien, Südafrika, Indien, China und Teile der ehemaligen Sowjetunion als politische Alliierte auftreten“ (aus: Dirk C. Fleck, Die Vierte Macht, Hoffmann und Campe, 1. Auflage 2012, Seite 35).

Drei Jahre später bahnt sich eine Gemüse- und Obstallianz zugunsten Russlands an, aus der schnell ganz andere Bündnisse werden können, wenn die EU – wie geschehen – die Schwellenländer weiter bedroht. Kritische Selbstreflexion westlicher Politik findet nur noch vereinzelt statt, man kann den Eindruck haben, eine satte gelangweilte Oberschicht stürzt sich begeistert in neue Konflikte, um der Ödnis ihres Alltages entfliehen zu können.

Was jedoch am Meisten beunruhigen sollte, ist der geplante Zusammenbruch der USA.

Ich weiß, dass hört sich jetzt wie eine Verschwörungstheorie an, weil eine kleine Oberschicht uns gerne verkaufen möchte, dass sich Politik und Wirtschaft grundsätzlich immer planlos und ohne jede Vernunft entwickeln, alles ist vom Zufall ausgewürfeltes unausweichliches alternativloses Schicksal, dem wir hoffnungslos ausgeliefert wären, wenn nicht unsere Konzernherren, Bundestagsabgeordneten, unser Diplomaten und Politiker nicht tagtäglich heroisch dagegen ankämpfen würden.

Leider ohne Erfolg, wenn man sich die augenblickliche politische Weltlage anschaut.

Nun – wenn ich über einen geplanten Zusammenbruch nachdenke, so hat das einen besonderen Grund – wie es aussieht, hat sich nämlich schon ziemlich früh jemand Gedanken über mögliche Unruhen gemacht und das Programm 1208 ins Leben gerufen, das später zum Programm 1033 wurde (siehe Justnet.org), ein Programm, das die amerikanische Polizei zu einer Armee umbaute (siehe Newsweek).

Dieser Umbau von Polizeieinheiten zu paramilitärischen Streitkräften tritt aktuell durch die Ereignisse in Fergusson/Missouri deutlich vor die Augen der Weltöffentlichkeit. Nach dem Polizisten einen unbewaffneten Teenager mit mehreren Schüssen niedergestreckt hatte, revoltierte das Volk (siehe Tagesschau) – und sah sich auf einmal einer gegen die eigenen Bürger perfekt ausgerüsteten Armee gegenüber, deren Umbau und Ausrüstung von langer Hand geplant wurde (siehe Tagesschau):

Die militärisch anmutende Ausstattung von Polizeieinheiten ist kein Zufall. Seit 1997 können Behörden durch das sogenannte 1033-Programm kostenlos Fahrzeuge und Waffen bekommen, die von der Armee nicht mehr benötigt werden. Darunter sind auch gepanzerte, minensichere Fahrzeuge sowie Sturmgewehre und Hubschrauber.

Ursprünglich sollte das Programm vor allem im Kampf gegen Drogenkartelle helfen. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde es erheblich ausgeweitet. Allein im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der zuständigen Behörde Waren im Wert von rund 450 Millionen Dollar zivile Stellen überschrieben.

Seit 1997! Wer wusste 1997 von den Unruhen in Fergusson? Wenn man eine solche Gefahr auf US-Boden vermutet – wo bleiben die Deeskalationsstrategien? Oder sind die etwa gar nicht gewollt? Eine gefährliche Frage, weil sie schon unterstellt, das – entgegen dem herrschenden Aberglauben – Wirtschaft und Politik IMMER  mit Plan und Ziel arbeiten, ja deshalb sogar ganze teure Planungsabteilungen beschäftigen.

Nun – Fergusson ist nur ein Brennpunkt in den USA, aber einer, der zeigt, welche Folgen die Militarisierung der Polizei haben kann. Erinnert sich hier noch jemand an den guten alten britischen „Bobby“ – jenen Polizisten, der ohne jegliche Schusswaffe für Ruhe und Ordnung sorgte? So sieht das Prinzip der Deeskalation aus. Kann sich noch jemand an die „Mounties“ erinnern, die berittenen kanadischen Polizeieinheiten im 19. Jahrhundert? Anders als die US-Kavallerie ritten sie allein ins Indianergebiet – und genossen bei ihren Kontrahenten aufgrund ihres Mutes einen hervorragenden Ruf – der sie weitgehend vor körperlichen Angriffen schützte. Lektionen, die scheinbar vergessen sind? Wie die Lektionen, die Gandhi der Welt lehrte?

„Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“ – so ein deutsches Sprichwort, das auf die Eigenverantwortung des Handelnden hinweist. Ein Bobby hätte gar keinen erschießen können – und ein einzelner Mountie stellt für niemanden eine Gefahr da. Beide aber erinnern daran, dass „Polizei“ für „Recht und Ordnung“ steht – nicht für Bürgerkrieg und Aufstandsbekämpfung, ja, gerade um solche Exzesse im Keim zu ersticken, gibt es ja die „Gesetzeshüter“ – es wird nur oft vergessen.

In Fergusson hatte man sich für andere Wege entschieden, Wege, die letztlich dazu führten, dass der Gouverneur die Polizei der Stadt entmachten musste, die sich anmaßte, auch gegen unbequeme Reporter vorzugehen (siehe Spiegel). Doch wo der Hass einmal gesät worden ist, ist er nur noch schwer einzudämmen, weshalb aktuell die Ausschreitungen weiter laufen (siehe Tagesschau).

Fergusson ist eine Momentaufnahme, die zeigt, welche Folgen das Programm 1033 für das ganze Land, für die ganze Zivilgesellschaft haben kann. Kann es wirklich sein, dass niemand 1997 an diese Folgen gedacht hat?

Lenken wir den Blick auf andere Entwicklungen: die Staatsverschuldung der USA, für Planungsabteilungen in Wirtschaft und Politik eine wichtige Kennzahl.

Im Jahre 2004 lag sie noch bei 8 BILLIONEN Dollar – das sind 8 000 Milliarden. Aktuell – im August 2014 – liegt sie bei 18,5 Billionen Dollar: 10000 Milliarden in zehn Jahren, allein der Anstieg von 2013 (17,5 Billionen) zu heute beträgt eine Milliarde Dollar – und das Jahr ist noch lange nicht zu Ende (siehe Statista). Wer ein wenig was vom guten alten „Haushalten“ versteht, würde sich Sorgen machen – Sorgen darüber, dass der Staat in absehbarer Zeit völlig zahlungsunfähig wird und die Gesellschaft in Folge komplett zusammenbrechen würde: Hungersnöte im reichsten Land der Welt (allein im August 2014 überlebten über 47 Millionen Amerikaner im reichsten Land der Welt nur Dank Lebensmittelmarken – der letzten Form von Überlebenshilfe, die bald nicht mehr bezahlbar sein wird – siehe Food and Nutricion Service, 2009 waren es noch „nur“ 33 Millionen) werden immer denkbarer … und die Poliei wird seit 17 Jahren gegen die dann zu erwartenden Aufstände und Plünderungen gezielt ausgerüstet.

Zufall?

Oder ist es gerechtfertigt, von einem „geplanten“ Zusammenbruch zu sprechen? Nun – zumindest kann man sagen, dass der wirtschaftliche Zusammenbruch der USA von Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Politk billigend in Kauf genommen wird, man nichts unternimmt, um gegen zu steuern – außer für die Sicherheit der eigenen Nobelvilla durch paramilitätische Einheiten zu sorgen, die von „Freunden und Helfern“ zu schwer bewaffneten Feinden der zivilen Gesellschaft mutieren … was in Fergusson wohl allen Beteiligten Polizisten viel Freude bereitet hat.

Kemal Dervis, türkischer Wirtschaftswissenschaftler und Politiker, sieht ein Anwachsen der Anzeichen für den großen, weltweiten Zusammenbruch (siehe Wirtschaftsblatt.at):

Große Katastrophen können schrittweise eintreten. Führende politische Entscheidungsträger können sich als „Schlafwandler“ erweisen, denen es nicht gelingt, die Risken zu bewältigen. Auch die finanzielle Kernschmelze des Jahres 2008 wurde durch schlafwandelnde Politiker verursacht. Die Folgen der Finanzkrise waren zwar nicht tödlich, aber die politischen Auswirkungen von Massenarbeitslosigkeit und die erhöhte Wahrnehmung wirtschaftlicher Unsicherheit begleiten uns noch immer.

Aus der Sicht eines Politiker mag es angehen, so zu tun, als seien sämtliche Kollegen weltweit nur „Schlafwandler“ – was aber für die Bürger dieser Welt bedeuten würde, dass man sie sofort des Amtes entheben müßte, weil Schlafwandler keinerlei Verantwortung tragen können. Es ist aber gerade das Prinzip der Verantwortung, dass uns als Weltbürger zu der Aussagen bringen sollte, dass der Zusammenbruch der Weltwirtschaft im Allgemeinen und der Zusammenbruch der USA im Besonderen wohl offensichtlich geplant war, den Begriff „Schlafwandler“ gibt es nämlich nicht im Vokabular der verantwortungsbewussten Ethik.

Und entscheidet man sich bewusst dagegen, notwendige Maßnahmen zur Rettung der Zivilbevölkerung vor dem Zusammenbruch sämtlicher sozialen Systeme zu treffen, so ist das zumindest ein passiver Plan für die Zukunft, ein Plan der Duldung der Gefahr des Zusammenbruchts, der deshalb bewusst zu nennen ist, weil die Aufrüstung der Polizei kein Akt von blinden Schlafwandlern ist, sondern eine konkrete Entscheidung für eine sehr düstere Zukunft – und das nennt man gemeinhein auch einen Plan.

Und so erleben wir in Fergusson gerade den Beginn des geplanten Zusammenbruchs der USA – und sollten daraus schnell Lehren für die europäische Werte- und Sozialgemeinschaft ziehen, bevor uns eine blinde und taube Allianz von Schafwandlern in Konfrontationen ziehen, vor denen ein Peter Scholl-Latour immer gewarnt hat, zuletzt in seinem 2013 erschienen Werk: „Die Welt aus den Fugen“.

2014 – erleben wir selbst Tag für Tag, wie sehr die Welt aus allen ihren Fugen fällt … und wie Peter Scholl Latours Werke vom „Weg in den neuen Kalten Krieg“ (erschienen 2008) längst bittere Realität geworden ist und „Die Angst des weißen Mannes“ (ebenfalls erschienen 2009) in Fergusson, mitten im Herzland der USA, ihre ersten Opfer fordert.

Man hätte wirklich mehr von ihm lesen sollen – als über ihn schreiben.

 

 

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