Kugeleis

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Offener Brief eines Steuerzahlers an Frau Dr. Merkel

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Freitag, 29.9.2016. Eifel.

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel. Endlich – nach langem Ringen – habe ich mich durchgerungen, Ihnen einen Brief zu schreiben. Ich denke, es ist langsam Zeit. Ich denke, Sie brauchen ein wenig Hilfe. Wer ich bin? Nun – ich bin der Steuerzahler. Einer von vielen. Von 80 Millionen, genau gesagt. Sie sehen: wir sind eine ganze Menge.  Ich möchte Ihnen ein wenig erzählen über diese Menschen. Wir bilden eine politische Gemeinschaft. Das ist sehr wichtig. Eine Solidargemeinschaft. Die Idee kommt von den Arbeitern aus dem 19. Jahrhundert: der Bismark hat sie nur selbst schnell umgesetzt, um zu verhindern, dass die SPD groß wird und die Arbeitersozialkassen eine Finanzkraft erreichen, die das System der Abkassierer in Gefahr bringt – so jedenfalls meine Meinung. 80 Millionen Menschen, die Geld in einen Topf schmeißen, können sehr viel bewegen – auch politisch. Nein – ich rede hier nicht von „Volk“, nur von „politischer Gemeinschaft“. Die kann sich aus allen möglichen Menschen zusammensetzen, wie wir in den USA gesehen haben. Ich weiß: manche wünschen sich gerne ein Volk, wo alle gleich aussehen: groß, blond, blauäugig, wo auch in der Kleidung eine durchgehene Uniformiertheit herrscht, so dass sich jeder Einzelne gut in der Masse verstecken kann, wo man ihn nicht wiederfindet, wenn er mal Mist gebaut hat. Andere würden so ein Volk mit dem Begriff „Inzucht“ benennen. Ich wohne in der Eifel, wo es Gegenden gibt, wo Bruder und Schwester noch Mann und Frau sein können, wir kennen das also – aber wie ich erfahren habe, wird das ja bald bundesweit wieder Norm werden.

Sie sollen nur nicht denken, ich würde hier – wie es gerade modern ist – archaischen Lebensformen das Wort reden: nichts liegt mir ferner. Das Leben selbst mag die Vielfalt. Und der Mensch selbst mag das Reisen – außer in der Eifel, wo es noch heute Menschen gibt, die niemals 5 Kilometer von ihrem Dorf entfernt waren. Wir „Reiseweltmeister“ wissen das nur zu gut – und wir wissen, wie lehrreich solche Reisen sein können.

Wer zahlt nun von uns Steuern? Nun – jeder. Mann, Frau, Kind. Wir sind eine echte Solidargemeinschaft. Kauft sich mein neunjähriger Sohn von seinem Taschengeld eine Kugel Eis für einen Euro, dann bekommen Sie davon 19 Cent. Selbst die ärmsten der Armen sind so hochethisch, sich an dem Gemeinschaftstopf zu beteiligen, jenem Topf, aus dem Schulen, Straßen, Kanzerlamtsgebäude, Kanalisationen, Flughäfen und Krankenhäuser finanziert werden und so den idealen Nährboden für den Handel bilden, der die Grundlage jedes Wohlstandes darstellt. Sie kommen nun aus der DDR, wo man für „Handel“ nicht viel übrig hatte, da wurde alles von oben befohlen – und wenn der Herr es wollte, bekam das Volk 50000000 Zahnbürsten anstatt Kartoffeln und musste halt eine Weile an Borsten nagen, bis Kartoffeln dran waren.

Handel bringt die Völker friedlich zusammen – wie zuvor schon die Höfe und Dörfer. Da gibt es den Hof, bei dem nichts als Gras wächst, das aber den Kühen gut gefällt. Da gibt es den anderen Hof, bei dem der Weizen nur so emporschießt. Ein dritter steht günstig auf Land, das ideal für Möhren, Tomaten und Salat ist: Böden sind halt unterschiedlich, geben unterschiedlich viel her aber wenn alle ihre Reichtümer austauschen, dann haben alle vollwertige Mahlzeiten und können ihre Kinder ausgewogen ernähren – jenen Kindern, die für die gesamte Menschheit Zukunft bedeuten. So ist unsere ganze Zivilisation entstanden: vom ersten Menschen, der zu seinem Nachbarn mit einem Bündel Möhren ging und meinte: „du, ich habe die Schnauze voll von Möhren – kann ich die hier gegen ein Brot tauschen?“.

Ein wunderbares Bild, oder? Da fragt man auch nicht nach, ob der andere ursprünglich aus Polen kam, aus Bayern, aus Sachsen oder der Mongolei: ein kunterbuntes Treiben entwickelte sich so, das auch zu neuen Menschenformen führte, wie die Natur sie gerne sieht – dazu reichte es, wenn der Wanderbursche aus Pommern das Mädel aus Belgien gut fand – und die ihn auch. Ja – das muss man sich mal klar machen: es hätte keine Weißen gegeben, wenn wir alle in Afrika geblieben wären. Aber wer erwähnt so etwas schon im Schulunterricht: anstatt von der kultur- und reichtumsschaffenden Kraft des Handels erfahren wir nur was über Schlachten, Könige, Kriege und Fürsten.

Ach – was rede ich denn wieder. Wir waren bei Steuern. Das sind Gelder, die wir Händler zahlen, um eine Verwaltung zu haben. Wir in der Eifel zahlen diese Gelder gern – das hat seinen Grund. Unser Handel wurde immer durch Kriege gestört – und unsere Böden geben nicht viel her. Dafür haben wir jetzt Unmengen an Wasser, das wir gerne den Aachenern geben, damit die nicht Durst leiden. Wir kriegen dafür Golf GTi.

Wir haben – schmerzhaft – festgestellt, dass es ganz sinnvoll ist, unserer politischen Gemeinschaft eine Grenze zu geben, weil wir erfahren haben, dass es Menschen gibt, die lieber von Raub leben als von Arbeit und Handel. Nicht, dass wir die böse nennen – manche sind einfach nur hungrig. Es ist viel Arbeit, so eine Solidargemeinschaft zu bilden und die Arbeit so zu verteilen, dass alle in Wohlstand leben können. Andere aber – sind halt einfach geistig krank … und nicht gemeinschaftsfähig. Sie degenerieren zu asozialen Räubern. Wir in der Eifel kennen einige davon: die sind immer durch uns durchmarschiert – weshalb wir dann ja auch diese „Grenzen“ wollten … und Männer, die sie verteidigen, bevor die wilden Horden ihre Fackeln an unsere Strohdächer halten. Römer waren es, Eisenmänner aus dem Süden. Dann kamen die Hunnen aus dem fernen Osten. Die Franken aus dem Westen. Die Wikinger aus dem Norden. Dann wieder Franzosen (die kamen häufiger), Niederländer, Schweden, Russen, Preussen Anlageberater – alles mögliche trampelte immer wieder durch die Saat, weshalb wir lernten: wenn eine Million junger Männer über die Grenze kommt, dann droht Ungemach. Ja, ich habe die Mongolen vergessen – ebenso wie den Raubadel, der seine Burgen baute, weil das Land, dass seit vier Milliarden Jahren frei war, auf einmal ihm „gehörte“ (bis heute), wer widersprach, wurde geköpft, gehängt, gevierteilt oder verbrannt – aber wenn ich alles aufzählen würde, was hier durchmarschiert ist, kommen wir nie zum Punkt.

Wir sind ursprünglich ein sehr gastfreundliches Volk – wie alle Völker, die die Rauheit der Natur kennen und wissen, dass man schnell selbst mal Hilfe brauchen kann. Wir sind auch immer noch sehr hilfsbereit, schauen Sie sich an, wie viel Geld die Deutschen (als politische Gemeinschaft: da begrüße ich auch gleich die vielen Polen, die seit hundert Jahren ihr Leben für die Förderung von Kohle und das Schmieden von Stahl hergaben) spenden, wenn die Natur im Ausland wieder blind und zerstörerisch zuschlägt: wir sind ganz vorne mit dabei. Kein Wunder: wir haben in unserer Geschichte oft gelernt, wie gut so eine Hilfe sein kann, wenn Not über einen hereinbricht. Wir sind ja auch – Dank siebzig Jahren Frieden – ein sehr reiches Land geworden. Die ganze Welt ist durch Arbeitsteilung und Handel reicher geworden: allein in den letzten sieben Jahren ist das private Geldvermögen um 61 Prozent gestiegen: allerdings landete das Geld meistens bei denen, die schon ganz viel haben (siehe Spiegel).

Wissen Sie, Frau Dr. Merkel: wenn Sie diesem Volk gesagt hätten, wir könnten jetzt etwas sehr großes leisten und mit dem ganzen Reichtum viel Leid in der Welt mindern: unsere politische Gemeinschaft hätte begeistert „hier“ gebrüllt und mit Geld geworfen – da bin ich mir ganz sicher.

Aber was haben Sie getan? Das, wovor die Deutschen (nicht nur die Eifeler) ganz viel Angst haben, weil ihnen das im Geschichtsunterricht beigebracht worden ist – und sich gewisse Erlebnisse vielleicht doch über viele Generationen im Gedächtnis festgegraben haben: sie haben eine Million (manche reden sogar von vier Millionen) junge, unbekannte Männer über die Grenze gelassen – jene Grenze, für die wir viel Geld bezahlen, damit die Hunnen, Mongolen, Römer, Vandalen, Dänen und Franzosen nicht wieder unsere Hütten anstecken können. Ich glaube sogar, dass Sie das gut gemeint haben – aber sie wissen ja, was das Gegenteil von „gut“ ist? Nun: ….gut gemeint.

Sie haben keine Kinder – und nur ein Lump würde nicht verstehen, dass hier mütterliche Instinkte bei „Mutti“ durchbrachen, die einfach nur helfen wollte, aber übersah, dass sie das in Bewegung setzte, wovor der Geschichtsunterricht jedes Kind warnte, jenes, wofür wir ganz viel Geld für „Bundeswehr“ ausgeben, Geld, dass uns ja vor „denen da draußen“ schützen sollte. Gut – in Wirklichkeit sollte es nur die Taschen der Waffenproduzenten füllen (und dafür braucht man ja dringend „die da draußen“) – aber sowas kann man  ja nicht offen sagen.

Verstehen Sie, was ich Ihnen sagen will? Die sind nicht böse, die Deutschen, die haben Angst. Nicht vor den Flüchtlingen – sondern vor Römern, Hunnen, Franken, Normannen, Mongolen, Schweden, Franzosen, Österreichern und wer hier noch so alles durchmaschierte. Der alte Augstein hatte das noch verstanden: er hatte Mitgefühl für die Menschen, die gezwungen waren, zweitausend Jahre lang als Schlachtfeld für Eroberer aller Art herzuhalten. So etwas prägt sich halt tief in das kollektive Gedächtnis ein. Sie hätten das alles verhindern können, wenn die Gier Sie nicht übermannt hätte. Aber: das war ja nicht ihre Gier, es waren die Menschen, mit denen Sie zusammen Geburtstag feierten. Sie erinnern sich noch: dieser Ackermann, der ganz schnell abgetreten ist, bevor alle merken, dass er das größte Bankhaus Deutschlands vor die Wand gefahren hat? Der war bei Ihnen zum Geburtstag, Sie haben ihn unter anderem vom Taschengeld meines Sohnes bewirtet – obwohl die selbst Geld genug haben. Lange war ja geheim, wer da noch am Tisch saß – und wer die Liste liest, der weiß auch, warum: genug Personal, um die Geschicke unsere politischen Solidargemeinschaft massiv zu lenken (siehe Netzpolitik.org). Der Cromme von Siemens war da, die Friede Springer, der Diekmann von der Bild, der Döpfner, der Roland Berger von der Unternehmensberatung, der Oetker von der Atlantikbrücke – alles Leute, die ihr Essen hätten selber bezahlen können. Alles Leute, die sich auch bei Ackermann zu Hause hätten treffen können, ohne von dem Eis meines kleinen Jungen zu lecken.

Liebe Frau Merkel: diese Menschen sind nicht gut für Sie. Ich würde mir wünschen, Sie hätten drei Arbeitslose, einen Müllwerker, einen Obdachlosen, vier Altenpfleger, je einen Mitarbeiter von Norma, Aldi, Rewe, Lidl und Netto (aber keine Chefs) und einen Polizisten aus Duisburg eingeladen: dann wüßten Sie, wie die Menschen denken. Sie wüßten, dass sie sich nicht gerne bevormunden lassen – und Sie wüßten, wie die reagieren, wenn Sie auf deren Kosten ein paar Millionen junger, arbeitsfähiger Menschen einladen, ohne Sie zu fragen. Nun – Sie kommen aus der DDR, da war das üblich, das „oben“ befahl, dass jetzt jeder Bürger fünf neue Zahnbürsten bekommt – dafür aber keine Kartoffeln. Hier jedoch – wollten wir anders leben. Demokratischer. Mit mehr Handel und weniger Kommandos. Hier fragt man den Chef – also die 80 Millionen Bürger – ob wir unsere politische Gemeinschaft vergrößern wollen – und um wen. Ich bin mir sicher: hätten Sie in einer Rede dafür plädiert, eine Million Kinder aufzunehmen – Kinder aus Kriegs- und Hungergebieten, die sonst einen elendigen Tod gestorben wären: die Solidargemeinschaft wäre begeistert gewesen. Hätten die Reichen für ein Jahr auf Steuerhinterziehung verzichtet, hätten ihre Geburtstagsgäste die Hälfte ihres Vermögens gespendet (und ihre Kollegen auch) – wir hätten die Kinderarche einer gebeutelten Welt werden können, es wäre auch Platz für ihre Eltern gewesen (wir wollen ja nicht als Kinderräuber dastehen) und wir hätten alle Staatsschulden auf einen Schlag bezahlen können.

Es wäre ein Ruck durch Deutschland gegangen – ein positiver Ruck. Aber Sie haben anders reagiert …. und von oben herab befohlen. Ich unterstelle – aus guten Gründen, aber „von oben herab“ ist in einer Demokratie nicht so angesagt, das mögen die Menschen nicht. Stattdessen … suchen sie jetzt Schutz bei denen, die vorgeben, stark zu sein. Wer hat Ihnen eigentlich eingeredet, so zu verfahren? Bitte: feiern Sie dringend Geburtstag mit anderen Gästen – es dürfen auch gerne Hauptschüler darunter sein. Oder Sonderschüler. Da können Sie dann auch unseren Alltag kennen lernen: 8 Stunden Schlaf, zehn Stunden Arbeit, zwei Stunden Essen, eine Stunde Sport, vier Stunden Fernsehen (um ja keins Ihrer Worte zu verpassen), wo uns eine perfekte Propagandaindustrie vorgekault, wir würden glücklich werden, wenn wir nur ein Auto, eine Tasse Kaffee, ein Shampoo oder eine Zahnbürste hätten – was alles gelogen ist. Merken Sie, dass unser Tag schon jetzt 25 Stunden hat – und wir noch gar nicht die so wertvolle ehrenamtliche Vereinsarbeit drin haben … oder auch nur eine Minute Zeit für unsere eigenen Kinder? Wir waren noch nicht mal einkaufen.

Wissen Sie, was für absolut abscheuliche und hinterhältige Stimmungsmache in den Weiten des Internet inzwischen läuft – ohen dass wir wissen, von wem? Nein – ich verlinke das nicht. Wer sich das bösartige Zeug ´reintun möchte, besuche meinen Kollegen Guido Grant – aber vorsicht: es ist absolut nicht jugendfrei – dafür aber abgrundtief böse. Und brandgefährlich. Doch darum kümmert sich keiner, dafür haben wir eine von unseren Steuergeldern finanzierte Politindustrie, die jedesmal laut kreischt, wenn nur einer „Flüchtling“ sagt … weil ja von „oben“ angeordnet wurde, die jetzt anders zu bezeichnen, wenn man nicht aus der Gemeinschaft der Guten ausgeschlossen werden möchte … aber sich scheu zurückzieht, wenn es wirklich bitterböser ernst wird.

Und wissen Sie, Frau Dr. Merkel, wer dafür verantwortlich ist? Nun – Sie … und Ihre Vorgänger. Sie können nicht deutsche Soldaten nach Afghanistan (und sonstwo) schicken, um den Islam zu bekämpfen, und dann erklären: „der Islam gehört zu Deutschland“ und unkontrolliert Millionen Menschen diesen Glaubens ins Land lassen – Menschen, vor denen Sie vorher gewarnt hatten. Wer soll das noch verstehen? Was soll der Unfug? Das versteht kein Mensch – zwischen Arbeits- und Konsumzwang. Nun – die ganzen Kriege waren schon Mumpitz: und jetzt kriegen Sie die Rechnung dafür präsentiert … mit rechten Angriffen auf deutsche Politiker (siehe Zeit).

Und jetzt stellen Sie sich hin, geben der rechten Gewalt nach, rudern zurück und sagen, Sie würden gerne die Zeit zurückdrehen, zeigen Schwäche in Zeiten, wo von Führung Stärke erwartet wird. Wissen Sie, was Sie dadurch anrichten? Sie geben ihre „Gäste“ zum Abschuss frei. Nein, nicht die Geburtstagsgäste – sondern jene Gäste, die vor jenen Kriegen flohen, die so viel Geld in die Taschen unserer Lumpenelite spülen. Ihre anderen Gäste, die die ich gerne bei Ihnen sehen würde … nun, die erzählen Ihnen nicht von der Realität im eigenen Land, von der fortschreitenden Armut, der Ungerechtigkeit, dem Hunger, der Obdachlosigkeit, der radikalen Zeitarmut … und den zwei Millionen Kindern, die am Rande der Gesellschaft – betreut von einer riesigen Sozialindustrie – dahinvegetieren, ausgestoßen von jenen Glücksversprechen, die wir ganztätig über die Bildschirme flimmern lassen und die für sie unerreichbar sind – obwohl wir wissen, dass dieses schädliche Gift der Werbung nur aus Lügen besteht und verboten gehört … denn: kaufen macht gar nicht glücklich, obwohl wir das täglich tausend mal hören. Kaufen … macht aber arm. Jedenfalls … uns Steuerzahler. Sie dürfen sich nicht wundern, wenn diese Armen (die hauptsächlich arm an Respekt der Umwelt, arm an Würde und Achtung in der Gesellschaft und in Folge arm an Selbstbewusstsein sind – eine direkte Folge der Propaganda, die Ihre Geburtstagsgäste veranstaltet haben) verwundert gucken, wenn Catering für die Flüchtlinge 16 Euro am Tag kostet, sie aber nur 4 Euro zum Essen bekommen. Klar – für Catering geht das sogar noch … aber um das verstehen zu können, müssten Sie mit den Steuerzahlern mal reden – anstatt sie nur zu kommandieren, wie es den Ackermännern dieser Welt gefällt.

Das ist nun ein langer Brief geworden, Frau Dr. Merkel. Aber er ist notwendig (und noch viel zu kurz). Ich und mein kleiner Sohn mit seiner Eiskugel zahlen den ganzen Zirkus hier … und Sie kennen doch sicher den alten deutschen Spruch „Wer zahlt, befiehlt“ … der ist ja für jeden Deutschen, der einen Chef oder einen Sachbearbeiter hat, bittere Realität.

Und ich … befehle nun nicht, sonden empfehle, wie es für einen Demokraten würdig ist: laden Sie mal andere Menschen zu sich ins Kanzleramt ein. Endlich mal. Die hart arbeitenden Menschen – jene, die für die Rolling Stones noch das „Salz der Erde“ waren. Laden Sie auch zwei Flüchtlinge dazu ein – und wenigstens einen Polen, von denen schon zwei Millionen bei uns leben. Lassen Sie die Menschen mal miteinander reden … und hören Sie bitte nur zu. Es darf auch ein Sachbearbeiter vom Jobcenter dabei sein – aber den müssen Sie – wenn er ehrlich berichten soll – vor seinem Arbeitgeber schützen, um zu verstehen, wieviel Murks wir gerade finanzieren – trotz knapper Kassen.

Machen Sie aber weiterhin Politik nach neoliberaler Gutsherrenart … dann fliegt Ihnen unsere politische Solidargemeinschaft gewaltig um die Ohren – die politischen Scharfmacher der Linken und Rechten arbeiten erade heftig daran … gemeinsam. Lauschen Sie weniger den neuen Königen der Abkassierer (auch nicht jenen, die an Flüchtlingshilfe oder Kampf gegen Pseudorechts gut verdienen), sondern jenen, die noch wissen, wo und wie das ganze Geld erwirtschaftet wird: am Schicksal der Deutschen Bank können Sie gerade sehen, wo das nackte Abkassieren hinführt.

Aber das erzähle ich ja schon seit sieben Jahren … und es wird gerade bittere Realität. Und da wird dann bald nicht mehr integriert, sondern kaserniert.

In Lagern.

Herzlichst: Ihr Eifelphilosoph. Vater. Wahlvieh. Steuerzahler

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