Krise

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Wie der Finanzkapitalismus mit leistungslosem Einkommen erst Europa und dann die Welt gezielt zerstörte.

Wie der Finanzkapitalismus mit leistungslosem Einkommen erst Europa und dann die Welt gezielt zerstörte.

Mittwoch, 9.5.2012. Wer denkt, das heute nichts los ist in der Welt, der irrt. Sehr sogar. Wir leben in einzigartigen Zeiten des Umbruchs … und tanzen am Abgrund wie noch nie. Nur wenige wollen es wahr haben – aber unsere Superparty ist vorbei. Noch steht Schnaps reichlich auf der Theke, aber die Vorratskammer für Lebensmittel ist leer. Deshalb hält Reinhold Messner seine Burg für seine beste Investition … und seine drei Bauernhöfe:

Mittlerweile habe ich drei Bauernhöfe. Dort produziere ich alles, was ich zum Leben brauche, vom Holz bis zum Wein. Die bringen zwar momentan nichts, aber dorthin kann ich mich zurückziehen, wenn die Krise schlimmer wird.

Zustände wie im alten Rom? Richtig. Der Philosoph Peter Sloterdijk sagt im Handelsblatt deutlich, was auf uns wartet:

Ich habe einen anderen schlimmsten Fall vor Augen, die vollkommene allgemeine Demoralisierung. Auf die steuern wir zu.

Diese vollkommen allgemeine Demoralisierung wurde gezielt gesteuert.

Seit Jahrzehnten leben wir in einer gespenstischen Atmosphäre, in der ständig verrückt machende Doppelbotschaften auf die Menschen einprasseln: Sie sollen zugleich sparen und verschwenden, sie sollen zugleich riskieren und solide wirtschaften, sie sollen hoch spekulieren und mit den Füßen auf dem Boden bleiben. Auf die Dauer führt das zu einer absoluten Zermürbung. Derselbe demoralisierende Effekt geht auch von der Tatsache aus, dass die leistungslosen Einkommen rasend schnell wachsen. Das vergiftet die jungen Leute, weil sie anfangen, sich in Scheinkarrieren hineinzuträumen.

Nun – es ist nicht Sloterdijks Meinung, das das gezielt gesteuert wurde, sondern meine. Glaubt jemand wirklich, das die Schauspieler einfach zu ihren geldgeilen Bossen gehen und sagen konnten: gib´ mir anstatt 500000 Dollar für die Rolle 60 Millionen und damit durchkamen? Das ein Modell einfach so von heute auf morgen sagen konnte: nee, ich will jetzt aber 5 000 000 für das Photo anstatt 2000 Euro wie üblich? Oder das Fussballspielen wirklich 33 Millionen Euro wert ist? Das Geld kann kein normaler Mensch in seinem Leben ausgeben – es sei denn, er stürzt sich in den hemmungslosen Konsum unnützer Dinge, die keine braucht.

Hinter diesen Summen stecken Überlegungen und Gedanken (es sei denn, man glaubt, das Superreiche Geld verschenken und Jesus nächste Woche Präsident der USA wird), da wurde nicht gwürfelt, da wurde bewusst entschieden, den Wertekanon der Gesellschaft mit finanzieller Gewalt umzudrehen, die Jugend der Welt sollte fort von den Hippiephantasien eines glücklichen, friedlichen, verantwortungsbewußten freien und selbstbestimmten Wesens gelockt werden hin zu gedankenloser „Leistung“ und einem umweltzerstörerischen Konsumrausch ohne Ende.

Die Methode war denkbar einfach: man überschüttete einfach junge Leute mit Geld. Egal, ob sie Fussball spielten, schlecht sangen, superkünstlich aussahen oder einfach nur keinen Schulabschluss hatten: der Konzern überschüttete sie mit Geld. Manche durften „Boy Groups“ werden, manche wurden Broker, andere bekannte Modells – aber alle wurden sie superultrareich. Die Konzerne kaperten nebenbei die gesamte Musikszene, das Kapital dafür wurde von den Banken gerne zur Verfügung gestellt. Da die das Geld quasi aus dem Nichts schaffen durften, hatte bei diesem Riesenumbauprozess der Gesellschaft niemand wirklich finanzielle Risiken zu tragen – ausser natürlich die „Arbeitnehmer“, bei denen erstmal kräftig gespart wurde: wir bekamen „Promis“ anstelle von Sozialleistungen.

Diese Doppelbotschaften, die auf die Menschen einprasselten, hatten einen gemeinsamen Ursprung: die Konzerne hatten in einer konzertierten Aktion beschlossen, die Bedrohung der konsumfeindlichen Hippiekultur auszulöschen: nie zuvor hatte jemand das Establishment so sehr in Gefahr gebracht wie jene Aussteigerwelle, die vor allem gebildete Menschen erfasste. Mit Hitler, Stalin und allen übrigen Diktatoren der Welt konnte man gut Geschäfte machen, aber diese „love-and-peace“-Typen zogen der Maschine einfach den Stecker ´raus – das sah jeder Geschäftemacher sofort ein. Diese Kultur war für den Kapitalismus so gefährlich wie Kennedy für Vietnam-Aufträge der Militärindustrie, also musste sie weg.

Es war ja auch erfolgreich … aber das leistungslose Einkommen von „Promis“ hat einfach einen Riesenpreis, den wir jetzt alle zahlen müssen. Je länger wir mit der Bezahlung warten, umso größer wir die Rechnung werden. „Schwere Zeiten“ sagt Warren Buffet der Eurozone im Manager-Magazin voraus. Die fangen für manche deutsche Firmen gerade jetzt schon an – die Stromrechnungen werden unbezahlbar. Der globale Ausblick ist noch katastrophaler, der Club of Rome macht klar, das die Urlaubsflieger- Traumschiff- SUV-Kultur völlig am Ende ist … mit Folgen nicht nur für die Umwelt, siehe Spiegel:

Bis 2052 werde es weniger Armut in den Entwicklungsländern, jedoch mehr Armut und Ungleichheit in den Industriestaaten und überall mehr Umweltzerstörung geben, schreibt der argentinische Investmentmanager Carlos Joly in seinem Ausblick für den Report „2052“. Zugespitzt formuliert sei der Grund für den Niedergang im Westen der „Triumph des Finanzkapitalismus“.

Dabei ist der „Triumph des Finanzkapitalismus“ schon jetzt für gravierende Schäden verantwortlich, schon jetzt sterben viele Menschen aufgrund von „Hilfspaketen“: die Selbstmordraten in europäischen Ländern steigen dramatisch. Kein Wunder – die Staat versorgt die Banken mit nahezu unbegrenzten Kapitalmengen zu  einem Euro Zinsen, welches die dann für bis zu 18 Prozent Zinsen an die Staaten weiterverleihen: so kann jeder Dummkopf Millionär werden … wenn der denn skrupellos genug ist. Wie eine normale Volkswirtschaft dieses leistungsloses Einkommen aber finanzieren soll – das weiß keiner.

Von diesem System leben viele gut – wahrscheinlich ein Grund, warum die gebildete Presse in Deutschland so vehement den aktuellen Selbstmordkurs verteidigt, siehe Nachdenkseiten:

Da stellt sich unweigerlich die Frage, ob Medien, die ganz offen die Interessen der Eliten und der Finanzlobby über die Interessen des Volkes stellen, überhaupt noch der freiheitlich demokratischen Grundordnung entsprechen.

Sieht so eine Berichterstattung aus, die das Volk als Souverän respektiert? Wohl kaum. So sieht vielmehr eine Berichterstattung aus, die die Interessen der Finanzmärkte als Souverän respektiert und akzeptiert. Angela Merkels Leitbild der „marktkonformen Demokratie“ wurde mittlerweile kritiklos von den Medien übernommen. Jede Art von Politik, die „die Märkte verunsichern“ könnte, wird verteufelt, Kritik an der neoliberalen Agenda ist unerwünscht.

Das machen die Medien nicht selbstlos. In Zeiten steigender Arbeitslosigkeit unter Journalisten ist ein sicherer Platz bei den großen unkritischen Werbeblättchen wie Spiegel oder Focus Gold wert, wo andere Hartz IV kriegen kann man selber eine Pferdezucht aufbauen – ein Grund weshalb wir in Deutschland so wenig von der Brisanz der Krise wissen, eher am Rande davon erfahren, das auch unsere Städte hochverschuldet vor dem Aus stehen.

Das es in Deutschland auch anders geht, machen Linke und CSU vor, siehe Handelsblatt:

„Wer den Nutzen hat, muss auch den Schaden tragen“, zitiert Wagenknecht den Wissenschaftler der Freiburger Schule und fordert, dass die griechischen Millionäre und Multimillionäre über eine Vermögensabgabe für das Griechenland-Desaster zu Verantwortung gezogen werden sollten. Denn sie hätten letztlich mit ihren Profiten den Staat zugrunde gerichtet. Daher sei es besser, die Euro-Politiker strichen Griechenland sämtliche Schulden und bürdeten diese den Reichen auf.

Das beeindruckt dann auch Gauweiler, der es vor allem imposant findet, wie Wagenknecht die knallharte Marktwirtschaftlerin gibt.

Machen wir die Staatsschulden doch zu den Schulden der Reichen: die haben doch auch das Geld, sie zu begleichen. Die Armen können angesichts der Horrorschulden einfach nur verzweifeln und sich umbringen: denen zahlt keiner 60 Millionen Dollar, auch wenn sie noch so gut im dörflichen Fussballverein oder der Theatergruppe der Volkshochschule mitspielen. Wäre doch besser, als die öde Reichensteuer. Wir legen einfach die gesamten Schulden auf die zehn Prozent um, die  – mit stark steigender Tendenz – 2007 schon über 60 % des gesamten Vermögens hatten.

Warum wir als Bürger dies fordern müssen? Vielleicht mal ein akutelles Beispiel zur völlig demoralisierten Gesellschaft aus China: dort schlachtet und schreddert man schon Babys, um sie als Drogen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit zu verkaufen, siehe Welt.

18% Zinsen erwirtschaftet man halt nicht mit normaler menschlicher Leistungsfähigkeit … da muss man schon zu ganz neuen Methoden greifen, um da noch mithalten zu können.

Was die Herren des Geldes davon haben?

Darüber darf ich mich nicht äußern, Theorienbildung in politischen Bereichen gilt in der westlichen Welt als „unfein“.

Ich weiß auch, warum.  Ich habe die „Süddeutsche“ gelesen:

Verschwörungstheorien gelten als unfein. Aber es gibt doch, so Streeck, Verschwörungen. Wer die Krise verstehen will, muss die „geballte Präsenz“ der „Goldmänner“ in der amerikanischen Politik und inzwischen global ebenso zur Kenntnis nehmen wie die absurde Tatsache, dass man als Rettungssanitäter regelmäßig die ruft, die den Wagen an die Wand gefahren haben. Man muss von den Machttechniken der Experten reden.

Wird die Bezahlpresse aber zum Organ der Goldmänner, dann werden Theorien über ihre globalen Verschwörungen ganz schnell enorm geschäftsgefährdend.

Wäre nicht schön, wenn alle Bürger wussten, das Goldman-Sachs aus Staaten „Inkassoagenturen im Auftrag einer globalen Oligarchie von Investoren“ gemacht hat.

Das fänden die Oligarchen unfein.

Nicht unfein ist die Behauptung, das die Welt gezielt zerstört wurde.

Das läßt sich relativ gut belegen.

 

 

Der Markt ist tot, der Führer lässt grüßen, neue Juden werden wieder vorgeführt …. und die LINKE schweigt.

Dienstag, 8.Mai 2012.  Vor 67 Jahren schrieben wir das Jahr 1945. Viel zu wenige leben noch, die wissen, was das heißt. Viel zu viele wissen nicht mehr, was Krieg heißt. Krieg, das heißt verbrannte Gesichter, abgetrennte Gliedmassen, zerrissene Leiber, Köpfe ohne Kiefer, die trotzdem weiterleben, andere sind blind oder taub - über die seelischen Zerrüttungen wollen wir gar nicht reden. Am 8.Mai 1945 kapitulierte das Dritte Reich - eine Erscheinung in der Geschichte der Deutschen, die Historiker und Politiker gerne als "Unfall" darstellen, als "Einmaligkeit", die sich niemals wiederholen wird - dabei ziehen jetzt gerade 21 Abgeordnete ins griechische Parlament, die dort wieder den Hitlergruß praktizieren wollen - den echten, der in Deutschland verboten ist.  Man sollte diesen Tag als Gedenk- und Feiertag einrichten, als Tag, an dem die Deutschen sich selbst kritisch beobachten, ob sie nicht schon wieder in alten Bahnen denken und handeln - ein kurzer Blick dürfte ja schon reichen ... wenn man nichts weiter findet und gesellschaftlich alles unternommen hat, um alte Fehler nicht zu wiederholen. Leider zeigt sich, das wir wieder Kurs auf den 8.Mai nehmen - nur das Jahr wird ein anderes sein.

Dienstag, 8.Mai 2012.  Vor 67 Jahren schrieben wir das Jahr 1945. Viel zu wenige leben noch, die wissen, was das heißt. Viel zu viele wissen nicht mehr, was Krieg heißt. Krieg, das heißt verbrannte Gesichter, abgetrennte Gliedmassen, zerrissene Leiber, Köpfe ohne Kiefer, die trotzdem weiterleben, andere sind blind oder taub – über die seelischen Zerrüttungen wollen wir gar nicht reden. Am 8.Mai 1945 kapitulierte das Dritte Reich – eine Erscheinung in der Geschichte der Deutschen, die Historiker und Politiker gerne als „Unfall“ darstellen, als „Einmaligkeit“, die sich niemals wiederholen wird – dabei ziehen jetzt gerade 21 Abgeordnete ins griechische Parlament, die dort wieder den Hitlergruß praktizieren wollen – den echten, der in Deutschland verboten ist.  Man sollte diesen Tag als Gedenk- und Feiertag einrichten, als Tag, an dem die Deutschen sich selbst kritisch beobachten, ob sie nicht schon wieder in alten Bahnen denken und handeln – ein kurzer Blick dürfte ja schon reichen … wenn man nichts weiter findet und gesellschaftlich alles unternommen hat, um alte Fehler nicht zu wiederholen. Leider zeigt sich, das wir wieder Kurs auf den 8.Mai nehmen – nur das Jahr wird ein anderes sein.

Deutschland steht 2012 wieder allein da – dabei haben wir so schön gelernt von den USA, alles gemacht, was die von uns wollten. Lange Zeit war das wohl auch gut so: US-Kapital und US-Konzerne haben mit Hitler eine Figur aufgebaut, sie sich ordentlich rentiert hat. Das war es, was man von ihm wollte – Rendite. Man hatte am ersten Weltkrieg gut verdient – also wollte man gerne einen zweiten …. gerade auch wegen der Weltwirtschaftskrise. Hitler war mit seinem Wahn der aussichtsreichste Kandidat für einen neuen Krieg, also setzt man ordentlich auf „braun“. War ein voller Erfolg – vor dem ersten Weltkrieg waren die USA noch eine Hinterwäldnernation, nach dem zweiten waren sie Weltmacht. Das ist ihnen nicht gut bekommen – Macht hat halt einen degenerativen Effekt auf die menschliche Psyche.

Wir haben von den USA erstmal viel Demokratie gelernt – und danach ihre Konzernkultur vergöttert. Wir wollten sie auch, diese übermächten internationalen unkontrollierbaren Wirtschaftseinheiten, die sich wie Zecken festsetzen und alles Nützliche aus einem Land heraussaugen. Das ging besonders gut mit rot-grün, die kritiklos alles übernahmen, was aus den USA kam. Lange Zeit konnte man das ja auch machen – immerhin waren die USA (nach Frankreich) eine der ältesten Demokratien der Welt – und immer schon die korrupteste, wo man sich den Präsidententitel mit viel Geld kaufen konnte.

Rot-grün haben dann die Märkte liberalisiert, weil die USA das wollten – und den Sozialstaat abgebaut, weil die USA das so wollten. Hierzulande nennt man die USA allerdings gerne „Markt“ – man möchte keinen Antiamerikanismus (der an sich ja auch der gleiche Unsinn ist wie Antisemitismus oder Antiislamismus).  Niemand will es sich mit den USA verscherzen – so wie es aussieht, noch nicht einmal der neue französischer Präsident, der jetzt ganz schnell losmarschiert um „die Märkte“ zu beruhigen. 

Dabei sollte man einfach mal ehrlich sein und heute die Kapitulation des Marktes entgegennehmen. Der Markt hat versagt, der ursprünglich mit diesem Begriff gemeinte Handelsplatz ist schon lange tot, geblieben ist ein zentralistisch gelenkter Ort, der Kleine vertilgt und Große zu staatsgefährdenden Gebilden aufbläht, die sich – meist auf Kosten des Steuerzahlers – Einfluss auf sämtliche gesellschaftlichen Entscheidungspositionen verschaffen. Das wäre doch was: am 8.Mai 2012 kapitulieren die Märkte vor der Realität: ohne zügig wachsende Staatsverschuldung, massive Umweltverschmutzung und unerträgliche soziale Verwerfungen sind die „Märkte“ nicht in der Lage, zu überleben – und erst recht können sie nicht  langfristig für Wohlstand, Frieden und Sicherheit sorgen.

Das weiß doch eh´ inzwischen wirklich jeder … also könnte man doch mal mutig Konsequenzen ziehen – aber andere, als einen neuen religiösen Führer zu suchen, den uns die „Vorsehung“ (ein anderer Name für eine Form von Gott) geschickt hat, einen neuen Erlöser nach christlichem Muster, diesmal aber nur (mal wieder) ausschließlich für das deutsche Volk oder die Übernahme der „Märkte“ durch die Partei. Die „Märkte“ versagen auch unter kommunistischer Führung. Das müssen sie auch – zwangsläufig.

Fabriken produzieren jeden Tag ohne Unterlass Unmengen an Gütern, mehr und mehr und mehr. Dabei zerstören sie die Umwelt, verwandeln den Reichtum der Erde in ständig wachsende Müllberge und die menschliche Zivilisation in einen Ameisenhaufen, der deutlich faschistoide Züge trägt. Sie verdienen gut an Kriegen – vor allem, wenn der Feind die eigenen Fabriken nicht angreifen kann. Sie verdienen gut an Zerstörung, Ausnutzung menschlicher Arbeitskraft und Überflutung der Welt mit unnützem Zeug – ohne jedoch Werte zu schaffen, die man nicht in Bargeld ausdrücken kann und die das Leben wirklich lebenswert machen: Glück, Gerechtigkeit, Freiheit. Letztlich fördern sie auch ein ausuferndes Geldsystem, damit die Leute sich die ganzen Waren auch leisten können. Damit sich die Leute die Waren überhaupt leisten wollen, fördern sie Medienkultur, die eigene, künstliche Menschenbilder produziert und sich den Menschen nach seinem Ebenbild formt …. dabei ist jedem klar, das sieben Milliarden Einfamilienhäuser samt SUV und Zweitwagen in den Garagen das endgültige Ende des Lebens auf der Erde bedeuten würden.

Gleichzeitig fördern die Fabriken eine Kultur der Verschuldung, weil kein Mensch auf Erden durch die Arbeit seiner Hände soviel Geld erwirtschaften kann, das es die Traumpreise der Fabriken bezahlen könnte.

Wir Menschen wissen das.

Fabriken sind aber keine Menschen. Sie leben von Menschen … arbeiten aber mit Hochdruck daran, immer weniger von ihnen zu brauchen. Das nennt man „Automatisierung“.

Wo das hinführen wird, wissen wir auch.

Letztlich werden die Fabriken den Menschen abschaffen, weil sie ihn nicht gebrauchen können. Der hält nicht lange durch, kostet viel im Unterhalt und ist teuer in der Entsorgung. Als „Kosten auf zwei Beinen“ hat man ihn ja schon mal bezeichnet – asoziale Idioten gibt es halt häufiger mit Lackschuhen als mit Hartz IV … wird nur immer anders gepredigt.

Die ersten Schritte in Richtung „Abschaffung des Menschen“ haben wir schon unternommen, der Volksmund nennt sie „Hartz IV“. Dort landen jene Menschen, die von der Fabrikkultur nicht oder nicht mehr gebraucht werden. Keiner weiß mehr genau, was man mit ihnen anfangen soll. Die kosten nur und bringen nichts. In Deutschland kennen wir solche Zustände: schon einmal hatten wir eine Zeit, da haben wir den Menschen alles weggenommen, was sie zum Leben brauchten, dann haben wir sie ins KZ gesteckt, damit sie „von der Straße“ waren und letztlich haben wir Menschenvernichtungsfabriken entwickelt, weil sie immer noch zu teuer waren.

Wir haben heute wieder solche Menschen, die all´ ihr Erspartes aufbrauchen müssen, wenn die Fabrikkultur sie wegen Alter, Krankheit oder Mutterschaft ausgespuckt hat. Einer von diesen neuen Juden war jetzt bei Günter Jauch zu Gast … und wurde auch öffentlich vorgeführt. Er war eingeladen als Geschäftsführer einen neuen Partei, die überragende Erfolge erzielt … aber vor Ort ging es erstmal darum, ihn als Juden zu entlarven – Entschuldigung, als „Hartzi“.

Als ob das wirklich etwas Schlimmes ist.

Was ist denn Wahlkampfkostenerstattung anderes als Hartz IV für Parteien?

Was sind denn Gesundheitsabgaben anderes als Hartz IV für Ärzte?

Was sind denn GEZ-Gebühren anderes als Hartz IV für Jauch?

Der Unterschied ist nur: der eine bekommt 364 Euro im Monat, der andere eine Million … also soviel wie 2747 Hartz-Abhängige.

Das ist der einzige Unterschied zwischen Lackschuhhartzis und den neuen Juden: die Lackschuhe greifen ganz ganz ganz tief in die Kasse … und zwar jeden Monat.

Die anderen leben bescheidener, leben eher FÜR das Volk und schonen die Ressourcen für die Zukunft ihrer Kinder als VON dem Volk und für die Feier ihres eigenen Egos.

Auch hier versagt der Markt. Menschen verdienen nicht nach ihrem Nutzen für das Volk sondern nach der Willkür der Fabriken. Das aus Fußballern, Schauspielern und Modell Multimillionäre werden müssen (obwohl eine Kultur aus Fußballern, Schauspielern und Modeln binnen einer Woche verhungert wäre), war eine (unfinanzierbare) politische Entscheidung der „Märkte“ … eine Entscheidung aus einem Land, in dem die Fabriken am wenigsten Widerstand hatten und sich eine unglaubliche Machtposition innerhalb demokratischer Strukturen erarbeiten konnten … den USA. Dort haben die Fabriken das Land fest im Griff … was man an der Staatsverschuldung deutlich sehen kann. Oder an den Müllbergen und dem Zustand der Umwelt und der Menschen dort.

Wir Menschen brauche eher gut verdienende Erzieherinnen, Mütter, Altenpfleger oder Müllwerker als superreiche Talkshowmaster. Die brauchen wir eigentlich gar nicht – aber wer fragt „uns“ schon.

Wir normalen Menschen müssen vorsichtig sein: wer nicht tief genug in die Kassen gegriffen hat, wird schnell verabscheut – Egoismus, Arroganz, Unmenschlichkeit, Asozialität in jeder Form werden hoffähig gemacht, die friedfertigen Christen wieder im Colosseum den Löwen zum Fraß vorgeworfen.

Und was macht der Herr Gysi, der Vertreter jener Partei, die sich als Sprachrohr und Schutzmacht jener neuen Juden versteht, als sein Kollege Johannes Ponader vom Talkmaster öffentlich (und mit Nachdruck) als „Hartzi“ vorgeführt wird?

Er schweigt.

Wir brauchen dringend wieder einen 8.Mai 1945. Wir brauchen dringend wieder einen absoluten Neustart, der das Geldsystem neu ordnet, die Warenflüsse der Konzerne den Bürgern weitestgehend geldlos zu Verfügung stellt um die Geburt einer neuen überlebensfähigen Kultur möglich zu machen.

Das hat mit Kommunismus nichts zu tun – es würde sich nichts ändern, wenn man die Fabriken einer Partei überschreibt: sie produzieren trotzdem nur Schulden, wenn ihre Waren Preise erzielen sollen, als wären sie handgefertigt und kämen nicht in beliebig großen Mengen (mit künstlich eingerichteter beschränkter Haltbarkeit) auf den Markt.

So gesehen, brauchen wir im Prinzip keinen höheren Regelsatz … sondern eine Preisreduktion auf breiter Front, die der Qualität der Waren angemessen ist.

Wir können uns die Ansprüche eine Günter Jauch einfach nicht mehr leisten – auch nicht die Ansprüche eines Gregor Gysi, einer Renate Künast, eines Wowereit, Lindners oder Röttgens. Menschen mit diesem Verbrauch an Ressourcen, hervorgebracht durch Prinzipien versagender Märkte sind so überlebensuntüchtig wie Dinosaurier. Für Ponaders hingegen haben wir noch ganz viel Platz – die verbrauchen einfach nicht so viel … und ihre Wissenskultur wird die Industriekultur auf jeden Fall ablösen.

Es wäre schön, wenn die Märkte(bzw. die hinter ihnen stehende Schwerindustriekulturen) ihr Versagen gleich heute eingestehen würden – wäre doch ein schöner Tag dafür. Je früher die ihr Versagen eingestehen, umso eher können wir mit dem Neuaufbau beginnen … und umso weniger Menschen werden leiden oder frühzeitig sterben müssen.

Die Menschen würden das begrüssen … wie man hört, haben in Griechenland schon zwei Drittel der Bürger die Piratenpartei gewählt.

Würden die Bürger in Deutschland verstehen, das unsere Fabriken ganz direkt Elend in Europa produziert haben, wären hier auch mehr für einen Kulturwechsel.

Aber das … werden die auch noch merken, wenn die Quittung für die fetten Jahre kommt – die sich auch wieder als Krieg einstellen kann.

Darum ist es gut, sich daran zu erinnern, was Krieg wirklich heißt und möglichst schnell wieder die Fabriken in den Dienst der Menschen stellt … anstatt den Menschen in den Dienst der Fabriken.

PS: vielen Dank an den Kommentator „Chap“ – ohne den ich mir diese erbärmliche Vorstellung nicht angesehen hätte. War doch sehr inspirierend. Und ich merke wieder mal: ohne Fernsehen hat man mehr vom Leben.

PS: und nicht vergessen – am 4.Juli 2012 ist nationaler Kaufnixtag … jener Tag, an dem wir den Luxushartzis mit ihren Millionen mal zeigen können, das sie ihren Mist auch gerne behalten können. In Wirklichkeit nämlich … können wir Menschen eher ohne Fabriken leben als die Fabriken ohne Mensch. Weil die aber dümmer sind als wir, merken die das nie.

Aber dabei können wir ihnen helfen.

 

 

 

 

Der leise Tod der Marktwirtschaft: warum der „Arbeitsmarkt“ an sich pervers und die Weltwirtschaft am Ende ist.

3.4.2012. Eifel. Es gibt ja ein todsicheres Mittel gegen gute Laune.  Falls einem einmal wirklich Sonne, Wärme und frische Frühlingsbrise  einen euphorischen "Das-Leben-ist-schön"-Taumel ausgelöst haben, reicht zumeist ein einfacher oberflächlicher Blick in die Nachrichten, um die Laune deutlich zu dämpfen wenn nicht sogar ins Gegenteil umzukehren. Zum Beispiel das TV-Duell der Spitzenkandidaten in Frankreich: da weist der "Spiegel" darauf hin, das noch nie eine TV-Debatte eine Präsidentenwahl "gedreht" hätte, weshalb man denkt, der Wähler ist so souverän, das er das Spektakel gar nicht beachtet - jedenfalls denkt man das so lange, bis man das Handelsblatt gelesen hat: dort "verpatzt Sarkozy das entscheidende TV-Duell".  Der Leser nimmt beide Botschaften auf - und bleibt im Regen stehen. Sind nun TV-Duelle in Frankreich wahlentscheidend oder nicht? Oder nehmen wir die Arbeitslosigkeit in Deutschland - Riesenschlagzeilen weisen darauf hin, das sie in Europa beständig neue Rekorde erklimmt während sie in Deutschland unter drei Millionen gesunken ist. Unter drei Millionen war sie schon vor ein paar Monaten - keine Schlagzeile erwähnte, das sie wieder gestiegen ist. Ausserdem ist das sprachlich nicht korrekt, korrekt wäre: "Der deutschen Bundesregierung gelang es im Jahre 2011, die Arbeitslosenzahlen auf unter fünf Millionen herunter zu definieren. Der Trend setzt sich fort". Unsere Arbeitslosigkeit ist der Erfolg von Statistikern und ähnlichen Sterndeutern, nicht der Erfolg der Wirtschaft. Dort sieht es nämlich fürchterlich aus - wenn man zwischen den Zeilen liest.

3.4.2012. Eifel. Es gibt ja ein todsicheres Mittel gegen gute Laune.  Falls einem einmal wirklich Sonne, Wärme und frische Frühlingsbrise  einen euphorischen „Das-Leben-ist-schön“-Taumel ausgelöst haben, reicht zumeist ein einfacher oberflächlicher Blick in die Nachrichten, um die Laune deutlich zu dämpfen wenn nicht sogar ins Gegenteil umzukehren. Zum Beispiel das TV-Duell der Spitzenkandidaten in Frankreich: da weist der „Spiegel“ darauf hin, das noch nie eine TV-Debatte eine Präsidentenwahl „gedreht“ hätte, weshalb man denkt, der Wähler ist so souverän, das er das Spektakel gar nicht beachtet – jedenfalls denkt man das so lange, bis man das Handelsblatt gelesen hat: dort „verpatzt Sarkozy das entscheidende TV-Duell“.  Der Leser nimmt beide Botschaften auf – und bleibt im Regen stehen. Sind nun TV-Duelle in Frankreich wahlentscheidend oder nicht? Oder nehmen wir die Arbeitslosigkeit in Deutschland – Riesenschlagzeilen weisen darauf hin, das sie in Europa beständig neue Rekorde erklimmt während sie in Deutschland unter drei Millionen gesunken ist. Unter drei Millionen war sie schon vor ein paar Monaten – keine Schlagzeile erwähnte, das sie wieder gestiegen ist. Ausserdem ist das sprachlich nicht korrekt, korrekt wäre: „Der deutschen Bundesregierung gelang es im Jahre 2011, die Arbeitslosenzahlen auf unter fünf Millionen herunter zu definieren. Der Trend setzt sich fort„. Unsere Arbeitslosigkeit ist der Erfolg von Statistikern und ähnlichen Sterndeutern, nicht der Erfolg der Wirtschaft. Dort sieht es nämlich fürchterlich aus – wenn man zwischen den Zeilen liest.

Wir – also der gesamte europäische Wirtschaftsraum – sind auf dem Weg zum Selbstmord – so liest man jedenfalls im Handelsblatt. Selbstmord durch stringente Sparstrategie. Wo gespart wird? Nicht etwa an Diäten, Rüstungsausgaben oder Straßenbauvorhaben – nein, das wäre undenkbar. Immerhin hat man ein Haus abzubezahlen, muss dem Rüstungslobbyisten für die Lehrstelle des eigenen Sohnes danken und die Baufirma des Schwagers vor dem Konkurs retten. Man spart einfach beim Bürger: vorbei die Zeiten, wo Gewerkschaften nach hartem Kampf fünf Prozent mehr Lohn erkämpften – in der neuen Welt ist es dem Bankenclan ein leichtes, das Einkommen um 25% zu reduzieren. So würde Marktwirtschaft auch dem Bürger gefallen, wenn man von heute auf morgen einfach mal die Preise um 25% senken könnte – auf Befehl der Regierung, die den Wunsch „des Marktes“ ausführt, eines Marktes, der an sich schon lange gestorben ist.

Was für ein Traum war das früher: der Traum von der Marktwirtschaft. Alle Marktteilnehmer treffen sich Montag morgens auf dem Marktplatz, verhandeln dort fair und gleichberechtigt die Preise ihrer Waren um am Ende des Tages glücklich und zufrieden mit Gewinn auseinanderzugehen – so erzählt man uns doch das Märchen vom „guten Markt“.

Was man uns nicht erzählt: auf dem Markt landet nur der Überschuss. Kein vernünftiges Wesen käme auf die Idee, seine eigenen, lebenswichtigen Ressourcen zu Markte zu tragen: erst wird einbehalten, was die Familie zum Leben braucht, der Rest wird verkauft. Das kann auch funktionieren – wenn die Reisekosten und Marktgebühren nicht zu hoch sind. Wird aus dem Warenmarkt dann der perverse „Arbeitsmarkt“, haben wir vollends die Rückkehr zu alten Sklavengesellschaften. Hier wird schon längst kein Lebensüberschuss mehr verkauft, sondern die Substanz, das ganze Leben. Übrig bleiben ein paar Tage Urlaub – und etwas Rente, wenn man Glück hat.

Das ist nicht das Leben eines freien Bürgers, das ist das Leben einer Ware: der Ware Mensch.

Kann deren Preis beliebig von außen reduziert werden wie akutell in Griechenland, dann hat die Ware an sich schon keinen Wert mehr – und der Markt ist tot, jedenfalls der echte, wahre Arbeitsmarkt, der sich dadurch auszeichnet, das ich meinen Arbeitskraftüberschuss an zwei Tagen die Woche nachmittags der Gemeinde verkaufe, weil die einen Staudamm bauen will.  So gesehen würde das bedingungslose Grundeinkommen erstmal wieder den Sklavenmarkt zu einem freien Markt machen, weil der Anbieter bei zu niedrigen Preisen sein Angebot vom Markt nehmen kann, ohne zu verhungern.

Wie würde denn „die Wirtschaft“ darauf reagieren, wenn wir ihr vorschreiben würden, das sie täglich zehntausend Autos zum Preis von fünftausend Euro verkaufen muss – und notfalls sogar am Abend die übriggebliebenen für 20 Euro losschlägt, weil der Staat eine Absatzquote vorgegeben hat – analog zur Vorschrift des Arbeitskraftverkaufes, der 40 Stunden die Woche nicht unterschreiten darf? „Die Wirtschaft“ würde sich an den Kopf fassen und die Welt nicht mehr verstehen – jene Marktwelt, die sie doch selber jederzeit im Munde führt.

Wie würde „die Wirtschaft“ reagieren, wenn der Staat ab morgen die Vorschriften für den Arbeitsmarkt auf andere Märkte übertragen würde und eine Verkaufspflicht einführt – egal zu welchem Preis. Wer nicht genug ans Volk verkauft, muss Strafe zahlen, so wie der leiden muss, der nicht genug arbeitet. Da würde dann nur noch die verkaufte Masse zählen – der Preis wäre egal, wie bei Millionen von deutschen Tagelöhnern auch, die als Mini-Leiharbeiter zur Verschönerung der Regierungsstatistik ihre Lebenszeit unwiederbringlich für lächerliche Löhne verschleudern.

Zudem wird schnell übersehen, das der Arbeitskraftverkäufer ganz schlechte Marktbedingungen vorfindet: sein Leben ist geprägt von Schulden. Bevor er überhaupt nur den Mund aufmachen und sich selbst anpreisen kann, laufen schon Kosten auf: Miete, Essen, Heizung, Steuern und Abgaben bürden ihm enorme Lasten auf, die ihn letztlich dazu zwingen, sich zu Dumpingpreisen zu verschleudern … was nicht unbedingt gut fürs Selbstbewußtsein ist und erst recht nicht zu einem freien, selbstbestimmten Leben führt.

Das zusätzliche „Effizienzorgien“ durch völlige Maschinisierung der Arbeitskraft und beständige Erhöhung der Zielvorgaben für überlebende Arbeitsplatzbesitzer den Markt für „Arbeit“ großflächig zerstört haben, wird von der politischen Kaste gar nicht erst zur Kenntnis genommen – Subventionen für Kohle und Bauern ringt man sich gerne ab, aber Subventionen für den Arbeitsmarkt kürzt man rigogoros, droht sogar mit Hungertod … es sind ja nur Menschen, die man dort aus der Gemeinschaft herauskickt so wie die griechischen Rentner, die man aktuell durch den Schuldenschnitt zu Zehntausenden in die Altersarmut zwingt. 

Wären die eine Bank: sie kämen unter den Rettungsschirm.

Der muss aktuell größer den je werden: Spaniens Banken glänzen durch Ineffizienz, weshalb das Land erstmal drastisch herabgestuft wurde: das da marktfremde Kräfte die Preise auf Märkten bestimmen, stört die Apostel der freien Marktwirtschaft nicht, das Millionen von Menschen in eine staatliche verordnete Armut rutschen und gar keinen Markt mehr vorfinden, auf dem sie selbst frei und gewinnmaximierend operieren können, wird nicht zur Kenntnis genommen – zu schön ist das Märchen von der Marktwirtschaft, die schon lange gestorben ist.

Warum ist sie tot?

Ein Großgrundbesitzer ist aufgetreten, hat die Marktstände gekauft, ihre Versorgung mit Strom, Wasser und Lebensmitteln in die eigene Hand genommen, seine Schläger regeln den Zugang zum Markt, diktieren die Preise und Absatzmengen, stellen durch die enormen Gewinne eine Vielzahl von Gauklern ein (Unternehmensberater, Investmentbanker, Showstars, Lobbyisten, Wirtschaftsexperten, Journalisten), die den Markt atmosphärisch zersetzen und wirklich jedem einzelnen Marktteilnehmer fein ausgeklügelte Botschaften ins Ohr flüstern um ihn von der Wahrnehmung der Wirklichkeit abzuhalten: der Wirklichkeit, das der Marktplatz von Gangstern übernommen worden ist, Gangstern, die nicht Wohlstand durch freien Handel vermehren sondern persönlichen Reichtum durch Manipulation maximieren wollen.

Deshalb sind „Wohlstand“ und „Fortschritt“ so selten gebrauchte politische Vokabeln geworden, stattdessen haben wir „Beschäftigung“ und „Sparsamkeit“ als politische Maximen kennengelernt: als ob irgendeine Gesellschaft je durch unproduktive Beschäftigung und hirnlose Raffgier der Staatsverwalter zu Größe gelangt wäre: man vergleiche unsere Utopien mal mit jenen der sechziger Jahre, als Hippies, Mondlandung und schier grenzenloses Wirtschaftswachstum das Paradies wieder in greifbare Nähe gerückt haben – alles schien möglich zu sein.

Und was haben wir heute, an welcher Utopie  haben Politik und Wirtschaft in den letzten dreissig Jahren gearbeitet?

Am ultimativen Zahlungsausfall, siehe Welt:

Die Diagnose an sich ist nicht neu: Die Vereinigten Staaten leben über ihre Verhältnisse – und dies auf zahlreichen Feldern. Josef Braml nennt die Schwächen. Die USA stecken in der schlimmsten Rezession seit den Dreißigerjahren. Der Staat ist beängstigend verschuldet, die Arbeitslosigkeit dramatisch gestiegen. Soziale Ungleichheit und Armut wachsen. Automobilindustrie und Immobilienbranche haben einen rasanten Verfall erlebt. Die Gefahr weiterer Spekulationsblasen ist nicht gebannt, die Abhängigkeit von Energieimporten weiterhin hoch.

Wenn alle merken, das der reiche Großgrundbesitzer, der reiche Rancher, den Markt und die Geschäfte der Stadt nur mit leeren Versprechungen gekauft hat (leeren Versprechungen und den Colts seiner Cowboys, die seit zwanzig Jahren wieder munter durch die Gegend morden), dann kommt auf uns eine ganz neue Aufgabe zu: wir dürfen der „Koalition der Zahlungswilligen“ beitreten, wie Josef Braml ausführt.

Der reiche Rancher jedoch zahlt nichts. Er hat einen Zugriff auf den Marktplatz, den andere nicht haben: jederzeit kann er seine Günstlinge mit frisch gedruckten Dollars überhäufen, für die andere bitter schuften müssen, nochmal Stieglitz im Handelsblatt:

Auch in den USA würden immer wieder Fehler in der Wirtschaftspolitik gemacht. Aber das europäische Modell sei derzeit eindeutig der schlechtere ökonomische Ansatz und führe zu schwerwiegenden Konsequenzen. Strenge Sparsamkeit führe nur bei kleineren Ländern zu Erfolg, die von starken Volkswirtschaften umgeben seien. In der Euro-Zone würden derzeit aber fast alle Staaten in die Rezession getrieben. Zudem besäßen die USA den Vorteil, nie Bankrott gehen zu können, weil die amerikanische Regierung im Zweifel immer Zugriff auf die Notenpresse habe. Mit der Trennung zwischen Geld- und Fiskalpolitik gehe das in der Euro-Zone gerade nicht.

Und da sie ihren Dollar mit militärischer Gewalt stützen (siehe Irak – dessen Schicksal weniger mit den nie gefundenen „Massenvernichtungswaffen“ verbunden war, aber dafür sehr mit dem Willen seines Diktators, das Ölgeschäft mal alternativ mit Euros zu händeln), können sie grenzenlos auf Pump leben … bzw. auf Kosten anderer.

Gegen diese Gelddruckmaschine muss nun der Arbeitnehmer auf dem deutschen Markt mit seiner im Alter stetig schwindenden Leistungskraft antreten … eine perverse Herausforderung.  Das ist kein Markt, das ist eine Sklavenauktion, die nur durch Androhung des Hungertodes funktioniert – keine wirtschaftlich denkendes Wesen würde an einem solchen Treiben teilhaben wollen, wenn es nicht durch staatliche Gewalt dazu gezwungen würde.

Aber immerhin wissen wir, in welche Richtung wir uns entwickeln müssten, um den Markt überhaupt erstmal wieder zu retten. Erahnt man jetzt, welche politischen und wirtschaftlichen Dimensionen das „bedingungslose Grundeinkommen“ wirklich hat? Es würde die bislang existierenden Marktverzerrungen aufheben, aus Arbeitssklaven würden souveräne Marktteilnehmer werden, die mit Spaß und Freude ihre Arbeitskraft mit Gewinn verkaufen könnten, anstatt sie zugunsten des Dollars billigst verschleudern zu müssen.

Was mir nun beim französischenTV-Duell und der Berichterstattung gefehlt hat, ist die Frage: wo bleibt der Sheriff, bzw. hat einer von beiden vor, Sheriff zu werden und das Dorf und seinen Marktplatz vor den Gangstern des Großgrundbesitzers zu schützen, oder wollen sie nur die Tributzahlungen anders regeln? Müssen wir wirklich beten, das ein einsamer Revolverheld vorbeikommt, der dem Spuk ein Ende bereitet – oder gar glorreiche sieben Revolverhelden?

Aber solche Helden gibt es nur im Märchen …. wie auch die freie Marktwirtschaft.

Für uns andere gilt: wir kaufen zu überhöhten Preisen in den Läden jener Menschen, die uns immer weniger Geld für unsere Lebenszeit geben (und den „Wert“ dieses Geldes durch Orgien in der Druckerei immer weiter nach unten treiben) … und die Politik unterstützt sie nach Kräften dabei.

Und am Ende – im Alter, bei Krankheit oder sonstigen Krisen – sitzen wir hungernd auf der Straße … oder im Lager, wenn es – wieder mal – noch perverser wird.

 

 

 

 

 

Der Eurokollaps 2012: Seuchen, Genozid, Preistreiberei – und doch nur ein Vorbote der kollabierenden Weltwirtschaft

Dienstag, 24.4.2012. Eifel. Vorgestern war "Earth Day". Ich hätte Pionier des Monats werden können. Stattdessen ist es ein Catering-Dientsleister geworden. So geht das heute: verschmutzt einer gar nichts, bemerkt man ihn nicht. Wenn aber eine Super-Umweltsau sich mal eine Biobanane kauft, kommt´s in die Zeitung. Ich kann mir kaum vorstellen, das ein Catering-Service eine erträgliche Umweltbilanz hat - auch wenn er nur Gemüse ausliefert. Irgendwie ist das doch der Hintergrund der ganzen grünen Bewegung: anstatt Energieeffizient in Hochhäusern zu leben, zersiedeln die Ökos die ganze Umwelt mit ihren Einfamilientempeln - haben aber Sonnenkollektoren auf dem Dach, die der ganzen Gegend zeigen sollen: "Wir haben´s drauf".  Das Einfamilienhäuser an und für sich eine ökologische Katastrophe sind - darüber wird in Deutschland nicht nachgedacht. Man denkt ja auch nicht darüber nach, das Kreuzfahrtschiffe soviel Dreck machen wie 2,5 Milliarden Autos oder das allein das in aller Regel die unnütze Urlaubsfliegerei eine fünfmal höhere Umweltschädigung nach sich zieht als die gleiche Strecke mit der Bahn zu bewältigen. Insofern wäre es eigentlich den "Pionier des Monats" wert, wenn ich NICHT über den globalen wirtschaftlichen Kollaps schreiben würde, der die meisten Klimasäue in Leichen verwandeln wird. Immerhin: der Erde wird es nützen - für die Menschen jedoch wird es eine heftige Zeit werden - vielleicht sogar die letzte, die sie erleben werden.

Dienstag, 24.4.2012. Eifel. Vorgestern war „Earth Day„. Ich hätte Pionier des Monats werden können. Stattdessen ist es ein Catering-Dientsleister geworden. So geht das heute: verschmutzt einer gar nichts, bemerkt man ihn nicht. Wenn aber eine Super-Umweltsau sich mal eine Biobanane kauft, kommt´s in die Zeitung. Ich kann mir kaum vorstellen, das ein Catering-Service eine erträgliche Umweltbilanz hat – auch wenn er nur Gemüse ausliefert. Irgendwie ist das doch der Hintergrund der ganzen grünen Bewegung: anstatt Energieeffizient in Hochhäusern zu leben, zersiedeln die Ökos die ganze Umwelt mit ihren Einfamilientempeln – haben aber Sonnenkollektoren auf dem Dach, die der ganzen Gegend zeigen sollen: „Wir haben´s drauf“.  Das Einfamilienhäuser an und für sich eine ökologische Katastrophe sind – darüber wird in Deutschland nicht nachgedacht. Man denkt ja auch nicht darüber nach, das Kreuzfahrtschiffe soviel Dreck machen wie 2,5 Milliarden Autos oder das allein das in aller Regel die unnütze Urlaubsfliegerei eine fünfmal höhere Umweltschädigung nach sich zieht als die gleiche Strecke mit der Bahn zu bewältigen. Insofern wäre es eigentlich den „Pionier des Monats“ wert, wenn ich NICHT über den globalen wirtschaftlichen Kollaps schreiben würde, der die meisten Klimasäue in Leichen verwandeln wird. Immerhin: der Erde wird es nützen – für die Menschen jedoch wird es eine heftige Zeit werden – vielleicht sogar die letzte, die sie erleben werden.

Wie heftig die Zeit wird, merkt man jetzt schon an Griechenland. Eine Arbeitslosigkeit über zwanzig Prozent, eine Jugendarbeitslosigkeit bei fünfzig Prozent und ein kollabierendes Gesellschaftssystem, dessen medizinische Versorgung an manchen Orten nur noch von „Ärzten ohne Grenzen“ aufrecht gehalten werden kann, Ärzten, die sich eigentlich um leidende Menschen aus ärmsten Flüchtlingsländern kümmern wollten, jetzt aber darum kämpfen, das die Malaria nicht wieder auf dem europäischen Kontinent Fuss fasst, weil wir sonst auch bald wieder Pest in Hannover haben. Das motiviert wohl auch die einheimischen Ärzte, ihre Arbeitskraft umsonst zur Verfügung zu stellen, weil es sonst in wenigen Monaten Seuchen ungeahnten Ausmasses in Griechenland geben würde.

Früher wäre es undenkbar gewesen, das europäische Länder tatenlos zusehen, wie die Armut nach Europa zurückkehrt, heute arbeiten sie tatkräftig an der künstlichen Verarmung des griechischen Volkes mit.

Oder schauen wir nach Portugal – dort bringt der Rettungsschirm (bzw. seine Nebenwirkungen) ganz direkt Leute um.  Infolge der „Sparmassnahmen“ ist die Sterblichkeit in Portugal um 20% gestiegen. Das kann man schon einen Genozid nennen: die Massenvernichtung von Leben, für das wir kein Geld mehr ausgeben möchten. So etwas lässt sich auch in Zahlen ausdrücken, die jeder versteht. Der portugiesische Rentner bekommt eine Rente von 300 Euro – im Durchschnitt. Infolge der Sparmassnahmen im Gesundheitswesen zahlt er für einen Krankenhausbesuch 20 Euro, für weitere Untersuchungen (wie z.B. Röntgenaufnahmen) 50 Euro.

Das würde auch reichen Deutschen weh tun. Gut, der Artikel kommt aus den USA – man regt sich dort auch über die Horrorspritpreise in Europa auf. Fast acht Dollar pro Gallone kostet der Sprit hier, während die gerade im Schnitt bei 3,80 Dollar liegen – das wären umgerechnet ca 75 Cent pro Liter. Das wären Preise, die die deutsche Wirtschaft und die deutschen Familien sehr entlasten könnten – wenn man sie ihnen gönnen würde.

Tut man aber nicht.

Erst recht unheimlich wird es, wenn man nach Spanien schaut. Spaniens drei größte Banken sind fast doppelt so groß wie der Rest der Wirtschaft … und haben dicke Probleme. Spaniens Wirtschaft schrumpft … und seine Arbeitslosenzahlen sind die höchsten in Europa – sie liegen noch über denen von Griechenland.

Damit sind die Probleme Europas aber noch nicht zuende. Wir haben die Rückkehr längst besiegt geglaubter Seuchen zu verzeichnen, Alter wird zunehmend immer früher wieder ein tödliches Risiko und wir erleben eine Preistreiberei wie zu Zeiten großer Weltwirtschaftskrisen – eine Preistreiberei, die nur noch durch immer mehr „frisches Geld“ überdeckt wird – und dabei haben wir noch gar nicht über Italien geredet. Italien hat die gleichen Probleme wie Griechenland, Portugal und Spanien – ist nur größer als alle drei zusammen. Sinkende Wirtschaftsleistung, steigende Arbeitslosigkeit, schrumpfende Wirtschaft: der altbekannte Teufelskreis geht auch dort um.

Insofern kann es nicht verwundern, das es Stimmen gibt, die den Zusammenbruch der europäischen Union für Mai/Juni diesen Jahres erwarten – mit guten Argumenten. Man erfährt dort nebenbei, das Griechenland neben den bislang in deutschen Medien abgehandelten Schulden nochmal ungedeckte Verbindlichkeiten in Höhe von 800% des BIP hat. Noch bedrochlicher sind aber die „Hebel“, Hebel, die die Krise überhaupt erstmal ausgelöst haben. Hatte die Lehmanbank noch 30 Dollar pro Dollar echtem Kapital verliehen, liegt die Quote für die EZB, die allen Schrott aufkauft, den die Bankenwelt sich ausgedacht hat, schon bei 36:1. Die ganze Eurozone hat eine Quote von 26:1, die Bankenwelt der USA von – überaschenderweise – 13:1.

Die deutschen Banken?

Liegen mit 32:1 deutlich über dem katastrophalen Lehmanlevel.

Aber wir retten alle.

Das man unter diesen Umständen in den USA einen massiven Kollaps der Eurozone erwartet, verwundert kaum noch – allerdings sieht es in den USA selbst nicht viel besser aus.

53 % der Collegeabsolventen sind unterbeschäftigt oder arbeitslos, die Anzahl der Städte und Gemeinden, die unter ihrer Schuldenlast zusammenbrechen, wächst weiter so wie auch die Zahl der Zwangsversteigerungen. Geht es um die Staatsschulden, wird es noch schlimmer. Insgesamt 160 Billionen Euro Schulden haben Unternehmen, Privatpersonen und Regierungen weltweit aufgehäuft, Regierungen allein liegen bei 40 Billionen – wovon die US-Regierung mit 14 Billionen mehr als ein Drittel zu verantworten hat.

Gegen diese Schuldenlawine sind auch die 18 Billionen Dollar, die die globale Elite in Steuerparadiesen angehäuft hat, nur ein Tropfen auf dem heissen Stein – aber man versteht auf einmal, warum sie diese ausgeprägten Fluchttendenzen hat. Wie es aussieht, werden wir dem totalen Zusammenbruch, der laut einer Studie des renommierten MIT im Jahre 2030 droht, überhaupt nicht mehr entkommen können.

Das wird Milliarden von Menschen das Leben kosten.

Auch das ist nicht weiter verwunderlich, denn auf jeden Politiker, der etwas an den Verhältnissen ändern möchte, kommen tausend Lobbyisten, Anlageberater, Auto-, Reise- und Versicherungsverkäufer, Investmentbanker, Anwälte und Unternehmensberater, die die Schuldenblase noch weiter anfeuern und dafür von den Medien umfangreich als „Leistungsträger“ gewürdigt werden, anstatt das man sie als Totengräber der menschlichen Zivilisation anklagt.

Für die Erde jedoch wird dies ein Segen sein.

Man wird merken, das es ihr ohne Catering-Service noch besser geht als mit grün angehauchtem Catering-Service.

Das Leben an sich wird neue Wege finden, sich auszudrücken – und intelligente Käfer der Zukunft mögen die Reste unserer Städte für sonderbare Felsformationen halten (für die sie tolle vernünftige Erklärungen haben werden) und das plötzliche Aussterben der haarlosen Riesenaffen einer Klimaveränderung zuschreiben, die der Einschlag eines Riesenmeteors verursacht hat.

Das ist für uns auch weniger peinlich als wenn man sich die Geschichte erzählen würde, wie wir wirklich untergegegangen sind: aus Faulheit, Dummheit und Niedertracht – und weil wir mit dem Konstrukt „Konzern“ unsere eigenen Weltuntergangsmaschinen gebaut haben.

Ein wenig ähneln unsere Konzerne ja auch in der Tat den ausgestorbenen Dinosauriern: sie werden immer größer, fressen immer mehr, bis sie letztlich alles aufgefressen haben, was sie zum Leben brauchten. Dinosaurier hatten nur keinen Staat, der sie dann auffangen musste, noch Banken, die ihnen Heu und Fleisch zwischenfinanziert haben.

Man sieht: hätte ich das nicht geschrieben, dann hätte ich Chancen gehabt, Pionier des Monats zu werden.

Ich kann aber nicht ruhig zusehen, wie Menschen umgebracht werden. Heute sterben in Portugal wieder ein paar, die ohne Sparpakete noch leben würden – und gerade heute wird bekannt, das die Deutsche Wirtschaft auch in Deutschland höhere Mortalitätsquoten fordert – also: mehr Sparmaßnahmen.

Wir sind schon mitten drin im Kollaps – wir nennen es nur anders.

Darum ist es auch letztendlich egal, ob man was drüber schreibt oder nicht, denn wie es aussieht, wird die Marktwirtschaft es in der Tat schaffen, die Menschheit von der Erde zu tilgen – auch ohne Weltkrieg mit der SOZ.

 

 

 

 

 

 

Warum die Regierungen Bunker bauen und was der Lebensberechtigungsschein aktuell kostet

Mittwoch, 11.April 2012. Haben Sie schon Ihren Bunker gebaut? Nein? Wirklich nicht? Seltsam ... die großen Regierungen der Welt haben angeblich sehr große Schutzräume ... und die reicheren Menschen unter uns sind auch gerade dabei, sich etwas zu bauen - aus gutem Grund, wie es scheint, siehe Manager-Magazin:

Mittwoch, 11.April 2012. Haben Sie schon Ihren Bunker gebaut? Nein? Wirklich nicht? Seltsam … die großen Regierungen der Welt haben angeblich sehr große Schutzräume … und die reicheren Menschen unter uns sind auch gerade dabei, sich etwas zu bauen – aus gutem Grund, wie es scheint, siehe Manager-Magazin:

Die Sonne durchläuft gerade das Solarmaximum, das 2013 einen neuerlichen Höhepunkt erreichen wird. 1859 legte ein Sonnensturm sämtliche Telegrafen lahm. Was wäre, wenn so etwas heute passierte? Wenn die Stromversorgung zusammenbricht, gibt es nichts mehr: Kein Wasser, kein Essen, die komplette Infrastruktur bricht zusammen. Und Leute werden zu Anarchisten, wenn sie nichts zu essen haben. Unsere Schutzräume sind moderne Festungen, in die sich unsere Mitglieder zurückziehen und überleben können, wenn der Rest der Welt brennt. Europa ist sehr verwundbar.

Man würde sich als Bürger eines Landes wünschen, das man über solche Entwicklungen informiert wird. Immerhin haben wir alle unseren Schutzraum – unseren Staat, für den wir viel Geld, Geduld und Lebenszeit opfern, um ihn funktionstüchtig zu halten. Schon klug, so ein Staat: Sinnbild der Überlebenskraft der Menschheit, die als Gemeinschaft Eiszeiten in Hamburg, Säbelzahntiger in Bielefeld oder die Pest in Frankfurt überstanden hat. Einzelgänger hatten da nicht so viel Erfolg.

Heute hat uns der Gemeinschaftsgedanke einen Lebensstandard beschert, wie ihn die Menschheit noch nie kannte – und womit macht man das große Geschäft?

Mit Bunkern.

Ich glaube nicht, dass die Katastrophe plötzlich kommen wird. Es wird sich allmählich entwickeln. Es wird eine Serie von Ereignissen geben. Wir wissen nicht wann, wir wissen nicht, was, aber es ist besser, vorbereitet zu sein als das Nachsehen zu haben. Die Regierungen der Welt haben große unterirdische Schutzräume gebaut. Was wissen die, was wir nicht wissen? Finden Sie es richtig, dass nur die Elite und die Regierung überleben sollen?

Es wird sich allmählich entwickeln. Was wir jedoch zuvor brauchen, ist die Erosion des Gemeinschaftsgedankens. Unser Bunker ist eigentlich unser Staat … aber der versagt zusehends, in Berlin führt er sogar schon offenen Krieg gegen die eigenen Bevölkerung – oder wie soll ich das sonst verstehen, was sich hier laut Welt abspielt:

Noch nie wurden bundesweit so viele Hartz-IV-Empfänger bestraft wie im vergangenen Jahr. Spitzenreiter ist Berlin. Gleichzeitig erhalten Bedürftige immer weniger Geld vom Staat.

Ich kenne da so eine Bedürftige – und auch eine ganze „Bedarfsgemeinschaft“. Eine Modellbauerin mit Kind. Erst Abitur gemacht, dann eine Lehre, Auslandsaufenthalt, letztlich sogar eine eigene Firma. Dann kamen die Computer – und die Ära der Modellbauer war vorbei. Architekten ließen die schönen Modelle am PC entwerfen – niemand brauchte mehr echte Modelle, sieht man auch in dem Artikel des Manager-Magazins: das Luxusinterieur der Privatbunker kann man rein virtuell am eigenen Rechner genießen. Das Ganze war schlecht für handwerklich spezialisierte Fachkräfte, die wurden dann mit 46 Jahren arbeitslos – ein Alter, in dem niemand mehr eine Umschulung bezahlt, keiner einem eine Lehrstelle gibt und auch das Arbeitsamt nur noch eins kann: abstempeln. Die Zeit, wo die Politik wusste, das sie Menschen schützen muss, weil sie im Gegensatz zu Firmen älter und schwächer werden, war vorbei. Die Zeit, wo man die Lebensarbeitsleistung von Menschen anerkannte, war ebenfalls vorbei – die Zeit der Bunker war angebrochen.

Im Dezember bekamen die 3,3 Millionen Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften im Schnitt 807,29 Euro. Das ist so wenig, wie nie zuvor in einem Dezember seit der Einführung des Arbeitslosengeldes II.

Und darauf ist man noch stolz – als Staat.  Man sollte stolz darauf sein, das man von Jahr zu Jahr mehr Wohlstand schafft und den Menschen mehr Geld zahlen kann, nicht aber darauf, das man von Jahr zu Jahr weniger ausgibt – dieses Denken führte 1943 direkt in Gaskammern … die Häftlinge waren zu teuer geworden. Das wissen aber die jungen Politiker von heute nicht, deshalb fällt es  ihnen leicht, wieder Selektionsmechanismen zu entwickeln, die sogar die Kirche beunruhigen.

Im Gegensatz zu der Wirtschaftselite des Landes zeigen sich die Hartz-Abhängigen erstaunlich gesetzestreu, während der Staat wieder zur Folter zurückkehrt … jedenfalls in seinen Gefängnissen. Arbeitslose sind nun nicht gerade die anarchistischen Horden, vor denen man sich im Bunker verstecken muss. Verstecken müsste man sich eher von anderen, die sich bemühen, die anarchistischen Horden vor der Bunkertür gezielt zu züchten, siehe Handelsblatt:

Wer Zeitarbeit stranguliert, läuft Gefahr, die in den vergangenen mühsam gebauten beschäftigungsbrücken für Geringqualifizierte einzureißen. Wer die Berufsausbildung mit Reglementierungen überfrachtet, läuft Gefahr, die mühsam erstrittene Bereitschaft der Betriebe zu einer Ausbildung über Bedarf wieder zu zerstören.

Solche offenen Drohungen kann man sich in diesem Land erlauben: „Haltet die Klappe, oder wir verhartzen auch noch den Rest der Republik!“.  Die Politik gehorcht, druckt Geld, mit denen dann die „Heuschrecken“ zehntausende Wohnungen in Deutschland aufkaufen, bezahlt vom Geld der Steuerzahler, deren Mieten dann bei stetig sinkender Wohnqualität und Serviceleistungen deutlich erhöht werden. Von dem Gewinn kauft man sich dann Plätze in den privaten Bunkern. Die Heuschrecken haben sich auch schon im Nordseewindpark eingekauft und blockieren erstmal Helgolands nobelstes Hotel für zehn Jahre, was dem Tourismus auf der Insel einen derben Schlag versetzt … und mehr Menschen in Hartz IV treibt, auch dank der üppig sprudelnden Geldquellen der EZB, die durch diverse Rettungsschirme noch viel besser fließen.

Gut, das es – mal wieder – neue Griechenlandrisiken gibt und man auch mit Spanien drohen kann, da traut sich keiner, den Heuschrecken den Geldhahn zuzudrehen, auch wenn die noch so viel Realwirtschaft vernichten.

Merkt man nun, woher der Trend zum Bunkerbau kommt?

Die wissen, das sie sich brauchen werden.

Nur wir … wir wissen mal wieder überhaupt nichts, ausser … das unser Bunker gerade ausgeplündert wird, damit viele kleine luxuriös ausgestattet werden können.

Man rechnet damit, das wir ziemlich wütend sein werden, wenn wir nichts mehr zu essen haben, obwohl wir als Staat eigentlich mal superreich waren. Man möchte in Sicherheit sein, wenn die Früchte der aktuellen Politik aufgehen. Vielleicht schafft man ja sogar einen Atomkrieg mit China, die Häufung von Wetteranomalien ist ja auch kaum noch zu verstecken … und dann haben wir da ja auch noch die nicht enden wollende Serie von schweren Erdbeben, die den Planeten seit Jahren zunehmend durchschütteln und Rekordverluste für die Versicherer nach sich ziehen.

Falls das aber alles nicht hilft: gut, dann haben wir noch unsere Politiker und unsere „Wirtschaft“.  Die schaffen den Weltuntergang schon ganz allein.

Schade, das nicht jeder 26000 Euro für einen Platz im ersten Privatbunker des o.g. amerikanischen Unternehmens erübrigen kann, jenes Bunkers, der jetzt schon in „Zentraleuropa“ steht.

Wir würden ihn gut brauchen können.

Jetzt haben wir nebenbei auch den konkreten Preis für unseren „Lebensberechtigungschein“.

26000 Euro.

Und wir wissen, was auf uns andere wartet:

Hunger.

 

 

Ostern

Sonntag, 8.4.2012. Ostern. Glaube ich jedenfalls, ich bin mir nicht mehr sicher. Der Kalender sagt, es sei Ostern, aber die Medien sagen etwas anderes. Schauen wir uns doch heute mal um: im Spiegel fordert der Westen die Schließung iranischer Atomanlagen. Das ist nichts Besonderes. Im Handelsblatt ist das erste Thema Wutbürger, die das Wachstum ausbremsen. Ist auch nichts Neues: wie schön wäre die Welt ohne Bürger, was hätten wir für ein tolles Wachstum, wenn wir nicht noch zwischendurch Menschen mit durchfüttern müssen - vor Allem Arme, Alte, Kranke, Kinder und Behinderte stören da enorm. Wenn die dann noch anfangen, die tollen Großprojekte zu blockieren, an denen so viele Leistungsträger so gut verdienen, dann gehören die erst recht abgeschafft, diese Bürger. Die Welt präsentiert gerade eine Auseinandersetzung zweier "Literaten" ganz oben - kaum jemand weiß, worum es eigentlich geht, das Manager-Magazin informiert über den Neubeginn der Wettkultur auf dem US-Häusermarkt. Das ist schlimm, weil es die nächste Krise ahnen lässt - aber was hat das alles mit Ostern zu tun? Immerhin: wir leben in einer christlichen Gesellschaft, wir sind so christlich, wie wir demokratisch sind.

Sonntag, 8.4.2012. Ostern. Glaube ich jedenfalls, ich bin mir nicht mehr sicher. Der Kalender sagt, es sei Ostern, aber die Medien sagen etwas anderes. Schauen wir uns doch heute mal um: imSpiegel fordert der Westen die Schließung iranischer Atomanlagen. Das ist nichts Besonderes. Im Handelsblatt ist das erste Thema Wutbürger, die das Wachstum ausbremsen. Ist auch nichts Neues: wie schön wäre die Welt ohne Bürger, was hätten wir für ein tolles Wachstum, wenn wir nicht noch zwischendurch Menschen mit durchfüttern müssen – vor Allem Arme, Alte, Kranke, Kinder und Behinderte stören da enorm. Wenn die dann noch anfangen, die tollen Großprojekte zu blockieren, an denen so viele Leistungsträger so gut verdienen, dann gehören die erst recht abgeschafft, diese Bürger. Die Welt präsentiert gerade eine Auseinandersetzung zweier „Literaten“ ganz oben – kaum jemand weiß, worum es eigentlich geht, das Manager-Magazin informiert über den Neubeginn der Wettkultur auf dem US-Häusermarkt. Das ist schlimm, weil es die nächste Krise ahnen lässt – aber was hat das alles mit Ostern zu tun? Immerhin: wir leben in einer christlichen Gesellschaft, wir sind so christlich, wie wir demokratisch sind.

Vor einem Jahr hatte ich etwas mehr Zeit und mir erlaubt, zu Ostern die vier Evangelien zu lesen, die apokryphen Texte hatte ich mir für später aufgehoben – nächstes Jahr hätte ich da wieder etwas mehr Zeit. Es war eine überraschende Erfahrung – diesmal las ich sie aus einem Blickwinkel, den C. S. Lewis vorgab.  Wunderbar – auf einmal ergab alles einen Sinn … ich fragte mich nur, warum ich diese Form von Christentum niemals von der Kirche zu hören bekam. So viele Jahre hatte ich christliche Texte gelesen und nicht verstanden, was sie eigentlich von mir wollten – nun wurde alles klarer.

Die überraschendste Erfahrung war allerdings die Erkenntnis, das ohne Wunder nichts läuft. Schaut man sich die evangelischen Texte in ihrer historischen Einbettung an, so gibt es für mich nur eine Erklärung: die Geschichte funktioniert nur mit Wundern. Die Sprüche an sich sind wirr, die Gleichnisse oft eine Zumutung und die Konkurrenz Christi war damals sehr groß. An jeder Ecke gab es „erleuchtete Prediger“ – genau wie heute, wo sich generell unter dem falschen Etikett „Esoterik“ verkauft werden … was ja auch ihr ganzer Sinn ist: gut verkauft zu werden. Zusätzlich zu diesen Predigern gab es die gesamte Schule der griechischen Philosophie, sprachlich angenehm und von einer bis heute unübertroffenen gedanklichen Schärfe. Wer sich zu dieser Zeit für Transzendenz interessierte, für das, was im Alltag manchmal an Jenseitigem hindurchschimmert, hätte viele interessante und verständliche Angebote gehabt – und angenehmere Wahrheiten als die, die dieser Christus von sich gab.

Christus selber gibt es zu: die Wunder waren nötig, um die Menschen auf sich aufmerksam zu machen. Ohne Wunder wäre er einer von tausend Wanderpredigern und selbsternannten Gottessöhnen geblieben, mit Wundern jedoch fiel seine Geschichte auf einen sehr fruchtbaren Boden, weil es schon tausende von Zeugen gab, die durch die Wunder auf seine Botschaft aufmerksam gemacht wurden.  So war es möglich, hundert Jahre nach seiner Auferstehung seine Geschichte niederzuschreiben – eine Ehre, die keinem anderen jener Wanderprediger im römischen Reich zuteil wurde, die allesamt vergessen worden sind.

Kürzt man seine Botschaft auf ein Minimum zurecht, so wird sie sehr phantastisch: er behauptet nicht weniger, als das diese Welt ziemlich im Eimer ist und das man gut daran täte, sich nicht all zu sehr mit ihr einzulassen. Würden wir dieser Aussage wirklich aufrichtig widersprechen können, in einer Welt, in der chinesische Studenten ihre Nieren für ein Ipad verkaufen, deutsche „Hilfspakete“ bzw. deren Auflagen Volkswirtschaften vernichten und die Kirche Christi vor allem ein renditefreundlicher Großkonzern ist? Es scheint verständlich, das der „König der Welt“ deutlich macht, das sein Reich nicht von dieser Welt ist und man gut daran tut, leise und heimlich in seinem stillen Kämmerlein zu beten:

Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

Hören wir kirchliche Verlautbarungen zum Christentum, fehlt dieser Aspekt völlig. Die machen heute Osteransprache des Papstes, obwohl eigentlich etwas anderes gilt:

Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.

Das hätte er mal dem Papst und seinen Bischöfen erzählen sollen. Die haben wohl auch andere Anweisungen nicht verstanden:

Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.

Nun, wir als der „Westen“, der heute dem Iran wieder einmal mit Krieg gedroht hat, haben diesen Satz sehr ernst genommen und uns für einen Gott entschieden: Mammon. Die Kirche findet den wohl auch gut: ohne Mammon keine Kirchensteuer.

Pünktlich zu Ostern findet der Spiegel auch jemanden, der uns das deutlich vor Augen führt, damit bloß keiner einem falschen Glauben anhängen möge:

Geld macht leider glücklich. Jedenfalls in einem Maße, in dem es ein von Existenzängsten freies Leben garantiert, und wo ein Mehr immer noch möglich ist. Die Hoffnung auf mehr Geld ist also ein Garant auf Zufriedenheit, gemeinsam mit den Basisfaktoren Autonomie und Kompetenz, Verbundenheit mit anderen und Selbstwertgefühl.

Was für ein erbärmliches, armseliges Leben – gehalten in Hoffnung auf Geld. Und so etwas kann man heutzutage offen schreiben, ohne das man merkt, was man damit anrichtet: wo wären wir, wenn Luther, Kant, Marx, Eddison, Kolumbus, Gandhi, Albert Schweitzer, die Helden der französischen Revolution sich mit der „Hoffnung auf mehr Geld“ zufrieden gegeben hätten?

Oder … Jesus selbst?

Was hier kräht, ist der erbärmliche Geist des Biedermeier, dessen Krönung in einem neuen Kaffee-Service auf der Oster-Speisetafel zu finden ist.  Dabei gäbe es doch mal eine Alternative zu der endlosen Feierei des eigenen Selbst: einfach mal ein paar Tage der Besinnung einlegen – zu Ostern zum Beispiel. Das Fest selbst ist weniger christlich als man glaubt – der Hase, die Eier, der Zeitpunkt: alles deutet auf ein altes Fruchtbarkeitsfest hin. Was aber gefeiert werden sollte, ist: die Überwindung des Todes … durch ein ökologisch und ökonomisch sinnvolles Leben in Freundlichkeit, Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeit und großer Freude.

Sei ein Gewinn für die Menschlichkeit in Deinem Leben und das morphologische Feld der Erde wird Dich speichern, denke nur an Dein Geld, Dein Haus, Deine Rendite und Deinen Ruhm – und Du wirst gelöscht, wenn Dein Lebensweg vorbei ist – das wäre ein Teil der Botschaft, übersetzt in Esosprech.

Netterweise hat uns das morphologische Feld extra diesen Jesus geschickt, um darauf hinzuweisen, das unsere Taten hier Folgen haben – in erster Linie Folgen für unsere eigene Seele, die unter dem Einfluss von Mammon so degenerieren und entmenschlichen kann, das für sie kein Platz mehr im Paradies ist, dem Reich der Ideen, den ewigen Jagdgründen. Die christliche Kirche selbst ist, wie sie heute dasteht (und eigentlich schon immer da stand) ein gutes Beispiel dafür, wie Mammon selbst jene in Besitz nehmen kann, die es eigentlich viel besser wissen müssten.

Was aber jetzt – wenn diese Geschichten „wahr“ sind? Wenn da jemand geschickt wurde, zu uns gefallenen Menschen in eine verdorbene Welt hinein, der uns zeigt, wie wir uns das nachtodliche Leben verdienen können … oder jedenfalls eine bessere Version davon? Sogar einen vergleichsweise einfachen Weg?  Was ist eigentlich so falsch daran, sie wenigstens an diesen Tagen einmal darüber Gedanken zu machen? Eine Wissenschaft, die uns klar gemacht hat, das wir eigentlich – berücksichtigt man die Entfernungen zwischen Atomkern und Elektronen – größtenteils aus „nichts“ bestehen, in einem Universum, dessen realer Materieanteil möglicherweise in einen Fussball passt, will uns verbieten, über „Seele“ zu reden und denken – wobei diese „Seele“  gerade jene Kraft sein könnte, die dieses „nichts“ für eine Zeit lang zu einer sinnvollen Erscheinung zusammenfügen kann.

Wir leben ganz real in einer Welt, in der Materie zum großen Teil nur eine Illusion ist. Das wissen wir und können es mit unseren begrenzten Mitteln auch wahrnehmen. Und vor diesem Hintergrund wollen wir allen Ernstes die Möglichkeit ignorieren, das wir in einem Universum leben, das Wunder bereithält, die weit über die menschliche Erkenntnisfähigkeit hinausgeht – wie zum Beispiel Seelen, die mal locker demonstrieren, wie einfach man die menschliche Sterblichkeit überwinden kann?

Wir haben doch schon Probleme damit, zu erklären, warum dieses humanoiden „Nichtse“ nicht einfach durch den Fußboden zum Erdkern hin versinken.

Nun – vielleicht machen die das auch manchmal. Wenn sie nach dem Tode immer noch zu sehr an dieser Erde hängen, immer noch auf noch mehr Geld warten,  werden sie vielleicht einfach vom feurigen Erdkern angezogen, während andere mit Lichtgeschwindigkeit ihrem Ursprung entgegeneilen.  Da ist dann aber kein finsterer strafender Gott im Spiel, sondern nur menschliche Blödheit – und deren Existenz können wir leider nicht in Zweifel ziehen.

Man merkt – wir sind im Prinzip wenig christlich. In einer Gesellschaft, die genauso christlich wie demokratisch ist, hätte man sich das aber auch denken können. Mammon und Demokratie passen halt auch nicht gut zusammen – auch hier muss man sich für einen Herren entscheiden: das heißt dann „marktkonforme Demokratie„.

Fast könnte man meinen, „Mammon“ wäre kein Sinnbild, sondern ein echter böser Geist, der die Herzen der Menschen versteinern lassen kann. Das würde nun zu weit führen – aber mir reicht schon der Hinweis, das Ostern eigentlich ein schöner Tag ist, um über Dinge nachzudenken, die über den Alltag hinausreichen.

Immerhin: extra dafür hat die Kirche ja diese Tage dem Mammon bzw. den „weltlichen Herren“ dereinst entrissen und sie zu Feiertagen erklären lassen.

Wenn euch Biedermeier da draussen also sonst schon nichts zum Nachdenken anhält, dann vielleicht die Tatsache, das eine Entwürdigung der christlichen Feiertage ganz schnell zur Abschaffung derselben führen kann: Mammon selbst drängt schon lange darauf.  Da kann sich jetzt jeder selbst entscheiden, wie „cool“ er das finden würde, Ostermontag wieder arbeiten zu müssen.

Man sieht: es gäbe ganz unesoterische Gründe, sich an diesem Tag mit anderen Themen zu beschäftigen. Warum sich die Presse in breiter Front anders entschieden hat – nun, das kann man sich jetzt selber denken. Es sind halt diese Menschen, die sagen: ich will nicht ewig im Paradies leben, ich will mehr Geld, immer mehr und mehr.

Und wie das Manager-Magazin (siehe oben) zeigt, arbeiten die ja gerade wieder sehr aktiv daran, für sich ganz viel mehr Geld zu kriegen – die hoffen nicht nur, die handeln einfach.

Und das Geld kriegen die dann von denen, die jetzt noch auf mehr hoffen.

Ganz ehrlich: ich würde da lieber auf etwas anderes hoffen.

Gerechtigkeit auf Erden, zum Beispiel.

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit geht auch.

Oder einfach den Nächsten lieben wie sich selbst – dafür soll man ja nach dem Tode sogar weiterleben können … in angenehmster Atmosphäre.

Soll geradezu himmlisch sein.

 

 

 

Wie der EU-Rettungsschirm aus uns allen Neger macht: Deutschland 2012 wieder im Rausche des Biedermeier

Samstag, 31.3.2012. Eifel. Gestern hatte ich ein einschneidendes Erlebnis, das uns Eifelern selten zuteil wird: ich war eine Weile in einem ausgedehnten Industriegebiet spazieren. Schon nach einer Stunde konnte ich konstatieren: diese Kultur kann nur untergehen. Mal abgesehen davon, das die Leblosigkeit der betonierten Areale normalerweise nur nach einem Vulkanausbruch oder auf dem Mond zu finden ist, überzeugte mich mehr das Verhalten der Menschen, das das Ende naht - und jeder es weiß. Wie anders will man es erklären, das sie enorme Energien investieren, um daheim ein kleines Stück heile Welt zu bauen, während ihre natürliche Umwelt in großem Maßstab vernichtet wird? Noch unheimlicher werden diese Häuslebauer, wenn man sich vor Augen führt, wo die Ursprünge ihres Reichtums zu suchen sind: buchstäblich pflastern sie ihren Hof mit den Knochen von Negern, düngen ihre Primeln mit deren Blut und vertilgen ihr Leben, um weiterhin mit ihren SUV´s Unmengen an nutzlosen Ramsch in ihre ganz individuell ausgestatteten Egotempel zu bringen, wo sie nichts anderes machen als den ganzen Tag zu feiern, wie toll sie sich selbst finden. Ist ja auch altbekannt, wo unser Reichtum herkommt, siehe Welt:

Samstag, 31.3.2012. Eifel. Gestern hatte ich ein einschneidendes Erlebnis, das uns Eifelern selten zuteil wird: ich war eine Weile in einem ausgedehnten Industriegebiet spazieren. Schon nach einer Stunde konnte ich konstatieren: diese Kultur kann nur untergehen. Mal abgesehen davon, das die Leblosigkeit der betonierten Areale normalerweise nur nach einem Vulkanausbruch oder auf dem Mond zu finden ist, überzeugte mich mehr das Verhalten der Menschen, das das Ende naht – und jeder es weiß. Wie anders will man es erklären, das sie enorme Energien investieren, um daheim ein kleines Stück heile Welt zu bauen, während ihre natürliche Umwelt in großem Maßstab vernichtet wird? Noch unheimlicher werden diese Häuslebauer, wenn man sich vor Augen führt, wo die Ursprünge ihres Reichtums zu suchen sind: buchstäblich pflastern sie ihren Hof mit den Knochen von Negern, düngen ihre Primeln mit deren Blut und vertilgen ihr Leben, um weiterhin mit ihren SUV´s Unmengen an nutzlosen Ramsch in ihre ganz individuell ausgestatteten Egotempel zu bringen, wo sie nichts anderes machen als den ganzen Tag zu feiern, wie toll sie sich selbst finden. Ist ja auch altbekannt, wo unser Reichtum herkommt, siehe Welt:

Wenn ein Kind jeden Tag zentnerschwere Säcke schleppen müsse. Über rutschige Halden, auf schlammigen Wegen. Kilometerweit durch den dichten Dschungel. Zwei Dollar pro Woche, die sieben Arbeitstage kennt. Und selbst davon habe er den Soldaten einen Teil geben müssen.

„In den Minen in Walikale“, sagt Merci und flüstert ängstlich, „da wohnt der Teufel. Und alle, die dort arbeiten, gehören ihm.“

Vielleicht denkt man mal an „Merci“, wenn man das nächste Mal von der Toprendite der Telekom-Giganten hört und Politiker von unglaublichen Vorzügen der globalisierten Welt faseln, die uns Reichtum und Wohlstand beschert hat. Was verschwiegen wird, ist:  Reichtum und Wohlstand haben wir aufgrund von Sklaverei, nicht aufgrund von Arbeit und Erfindungsreichtum.  Ein älterer Spiegelartikel über Berliner Mietskasernen erinnert uns daran, das diese Erscheinungen nicht neu sind:

In sieben Schlachten hatte Schuster G. für die Preußen gefochten. Dann, als Veteran, mußte er die bittere Erfahrung machen: „Man gibt uns keine Arbeit, verbietet das Stehlen und wirft uns ins Loch, wenn wir betteln.“

Sein Schicksal teilten Tausende am Stadtrand von Berlin.

Für ein Stück Brot oder eine Handvoll Hafergrütze suchten G. und seine Nachbarn in der Stadt Knochen zusammen, hackten Holz, trugen Torf. Die Ärmsten, die nichts als den Tag stehlen konnten, bekamen im Winter einen Schlag „Armensuppe“.

Es lohnt sich, dieses historische Dokument zu lesen, es stammt aus dem Jahre 1980, einem Jahr, in dem der deutsche Bürger noch politische Visionen haben durfte, ohne dafür zum Arzt zu müssen. Besonders gut gefällt mir dieser Abschnitt:

Das war — vor 150 und auch noch vor 100 Jahren — „das Elend in seiner letzten, furchtbarsten Gestalt“, wie der verfemte Jurist und Schriftsteller Ernst Dronke es 1846 nannte: das Wohnelend in den ersten Berliner Mietskasernen.

Stellen wir uns mal vor, jemand würde heute das Wohnelend in den Hartz-Kasernen der Republik anprangern und es als „das Elend in seiner letzten, furchtbarsten Gestalt“ anprangern: wir würden diese Sozialromantiker sofort in die Schranken weisen – mit Hinweis auf die Stundenlöhne in Afrika. So was geht im Jahre 2012 wieder. Viele haben daran gearbeitet – und arbeiten weiter daran. Zum Beispiel der deutsche Finanzminister, ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, das Elend der Mietskasernen des 19. Jahrhunderts wieder flächendeckend zu verbreiten. Es ist nur noch peinlich zu nennen, wie man sieht, wie er in der Tagesschau die vielfältigen Schutzschirme erläutert und dabei erkennen lässt, das er noch nicht mal genau weiß, wie viele Milliarden er gerade aus dem Fenster wirft.

80 Milliarden oder 60 Milliarden oder 65 Milliarden und dann noch irgendwie 28% von 650 Milliarden und 40 Milliarden cash für den IWF:  – wenn ich so meinen Haushalt führen würde, wäre ich am Ende der Woche verhungert. Als deutscher Finanzminister geht das – weil man Leute hat, die einem sagen, wo es langgeht.  Die Financial Times Deutschland klärt über die Zusammenhänge auf:

Die Antwort sollte inzwischen klar sein: Interessengruppenpolitik und die Weltsicht politischer Eliten. Auch wenn das Risiko für das Finanzsystem minimal war, hatten Banken und Anleihegläubiger mit erheblichen Konsequenzen zu rechnen. Sie liefen Gefahr, Milliarden zu verlieren und vielen Beschäftigten des Finanzsektors drohte der Verlust ihrer Arbeitsplätze. Es ist also kaum verwunderlich, dass führende Banker, sowohl hinter verschlossenen Türen als auch öffentlich, Lobbyismus gegen eine Umschuldung betrieben.

So lässt etwa das Institute for International Finance, ein einflussreicher Lobbyverband großer Finanzinstitute mit Sitz in Washington D.C., regelmäßig verlauten: Helft uns aus der Patsche, oder ihr habt die Konsequenzen zu tragen. Mindestens ebenso wichtig, wie der Handlungsstrang, auf den sich der Verband geeinigt hat, ist seine politische Macht, die in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat – so sehr, dass sich alle wichtigen politischen Entscheidungsträger in den USA und in Europa um das Schicksal von Banken sorgen, auch wenn das keinen allgemeineren Einfluss auf die Wirtschaft hat.

Sogar jetzt werden viele der Verluste, die die Banken hätten tragen sollen, vom öffentlichen Sektor geschultert, unter anderem durch verschiedene Formen direkter Unterstützung und die außergewöhnlichen und riskanten Tätigkeiten der Europäischen Zentralbank.
Dies sollte man in jeder Tageszeitung, jedem Nachrichtenformat und allen Nachrichtensendungen öffentlich-rechtlicher Anstalten tagtäglich verbreiten, bis auch jeder deutsche Schrumpfkopf begriffen hat, worum es hier geht: einen gigantischen globalen Betrug durch eine Branche, die eigentlich niemand braucht, Millionen von Arbeitsplätzen, die eigentlich nichts Sinnvolles leisten aber ein leistungsloses Einkommen in Millionenhöhe kassieren.  Schauen wir uns die Schicksale doch mal im Detail an – nur eins, das reicht schon. Eine ganz normale Angestellte der Finanzindustrie – eine „Zerstörerin der Welt“, siehe Wirtschaftsblatt:
Nach Abschluss des Ökonomiestudiums in Cambridge war Masters Anfang der 1990er-Jahre in London Teil eines Teams, das Ideen entwickelte, wie man Risiken auf dritte Parteien übertragen konnte: Es war die Geburtsstunde der Kreditderivate. Sehr komplex waren sie strukturiert, Hypotheken lagen ihnen als Basiswert zugrunde. Investoren konnten Long-und Short-Positionen eingehen. Kunden bewegten so gewaltige Summen mit verhältnismäßig kleinem Einsatz, was gewaltige Chancen, aber auch Risiken beinhaltete.

Als die Immo-Blase platzte, fiel das Kartenhaus zusammen. Masters wechselte während des Booms nach New York, wo die 42-Jährige bis heute für JP Morgan arbeitet. Während der Finanzkrise erhielt sie stets Rückendeckung von ihren Chefs. Derzeit leitet sie den globalen Rohstoffhandel. Bei Anhörungen der Regierung tritt sie schon mal als Expertin auf. Unumwunden gab sie zu, dass die Kreditderivate Schwächen aufwiesen. Der „New York Oberserver“ bezeichnete Masters als „einen Zerstörer der Welt“.

Heute leitet diese Frau den globalen Rohstoffhandel – womit wir wieder bei den Negern sind … bzw. ihren Rohstoffen und renditefreundlichen  Produktionsmethoden, bei unseren Horrorbenzinpreisen und dem EU-Rettungsschirm. Aktuell merken wir ja, das der Rettungsschirm ja gar nicht groß genug sein kann – Griechenland braucht ein neues Hilfspaket, Spanien könnte noch viel mehr brauchen  und wenn wir erstmal die Bankengewinne in Italien sichern müssen, reicht alles Geld der EU nicht mehr aus.
Deshalb ist es weise, sich das Leben der Kinder im Kongo anzuschauen – es wird die Zukunft unserer Kinder sein. Ich nenne sie „Neger“, weil ich die Heuchelei nicht mehr mitmachen möchte. Ich weiß: politisch korrekt wären andere Bezeichnungen. Da wir sie aber behandeln wie „Neger“, möchte ich auch, das sie wieder so genannt werden. Wie im Bericht über Preußen im 19. Jahrhundert schon beschrieben, können wir alle jederzeit „Neger“ werden – einige Millionen von uns sind es schon … man vergleiche nur die Pressekommentare über Hartz-IV-Abhängige mit den Beschreibungen der Bewohner der preussischen Mietskasernen:
Die Grunholzer-Protokolle erwiesen sich schon deshalb als so wertvoll, weil die Bourgeoisie des Biedermeier für Armut und Elend gemeinhin nichts als Verachtung hegte. Entsprechend tendenziös wirkten Berichte von Polizisten und auch Pastoren, die in den Voigtländern nur „räuberisches Gesindel“ und „derartiges Gelichter“, „die tiefste Hefe des Volkes“ und Menschen in ihrem „rein tierischen Zustande“ sahen.
Deshalb bekommt der öffentliche Dienst ja jetzt auch ein sattes Lohnplus: die stammelnden Marionetten der Bankenlobby kaufen sie Freunde, Freunde, die sie dringend brauchen werden, wenn unsere Kinder Arbeitsbedingungen wie im Kongo haben. Undenkbar? Einfach mal in den Wohnsilos der sozial Schwachen vorbeischauen – wobei dieser Begriff schon eine Schande an sich ist. Aber so nennen wir halt unsere eigenen neuen Neger – und ihre Lebensqualität ähnelt eher denen der Berliner Mietskasernen.
Darum wundert es mich nicht, das jene Deutschen, die es sich – noch – leisten können, sich ihre eigenen, kleinen Paradiese bauen. Ich denke, sie merken schon, das der Teufel nicht nur in den Minen des Kongo herrscht, sondern sich gerade anschickt, das ganz große Ding zu drehen: also baut man sich sein Mäuseloch und hofft, das der Herr der Finsternis am eigenen Haus einfach vorübergeht.
Leider wird er das nicht tun … und das weiß man auch – weshalb schon kleine Beunruhigungen zu Panikkäufen verleiten.  Wo so schnell Panik entsteht, muss ganz viel Angst herrschen – und an einem aktuellen Beispiel sehen wir dann auch, was geschieht, wenn wir von unserem Recht des käuflichen Erwerbs von Benzin Gebrauch machen: die Polizei schließt zur Not einfach die Tankstellen, wenn wir versuchen, die letzten Tropfen Billigsprit zu erwerben.
Nun beantwortet sich auch leicht die Frage, warum der Deutsche sich all dies so widerspruchslos antut: nicht nur die Verachtung für Armut und Elend erinnert an die Zeit des Biedermeier – auch sonst verhalten wir uns nach klar erkennbaren Mustern:
Der Ausdruck Biedermeier bezieht sich zum einen auf die in dieser Zeit entstehende eigene Kultur und Kunst des Bürgertums (z. B. in der Hausmusik, der Innenarchitektur und auch in der Mode), zum anderen auf die Literatur der Zeit, die beide oft mit dem Etikett „hausbacken“ und „konservativ“ versehen werden. Als typisch gilt die Flucht ins Idyll und ins Private. 
In der Biedermeierzeit erlebte auch das Theater einen Aufschwung, doch statt Belehrung war Unterhaltung gefragt, also eine Abkehr von den Idealen der Aufklärung.
Einfach mal ins heutige Abendprogramm schauen und alle Sendungen, die der Aufklärung über Ausbeutung, über die realpolitische Machtverhältnisse jenseits der Demokratieillusion und die Folgen der aktuellen politischen Prozesse für unsere Zukunft dienen rot anstreichen – der Stift wird sehr trocken bleiben.
Somit sind wir 2012 wieder da, wo wir 1812 schon mal waren.
Erstaunlich, oder?
Der Eu-Rettungsschirm macht aus uns allen Finanzneger, Schuldsklaven und Biedermeierschnepfen, deren höchstes Glück es ist, sich hinter den eigenen vier Wänden vor der Tatsache verstecken, das die Kinder Afrikas ihr Blut für unsere Handykultur geben – und die Kinder Deutschlands ihr Blut für die staatliche garantierten Gewinne der Großbanken geben müssen.
Mir dünkt, nicht nur in den Minen Afrikas wohnt der Teufel. Langsam habe ich den Verdacht, das ihm Deutschland auch gehört – und zunehmend der Rest der Welt ebenso.

ESM – der Selbstbedienungspakt: US-Gouverneure übernehmen offiziell die Kontrolle über Europa – oder?

14.3.2012. Mittwoch. Eifel. Einiges deutet momentan auch auf eine Neuwahl hin. Wie ich aus aktueller Quelle erfahren habe, will "Merkel in Afghanistan bleiben und kämpfen" um "ihre Freiheit am Hindukusch zu verteidigen". Das nenne ich mal beispielhaft. Das Deutschland mal eine Kanzlerin in die Wüste schickt, ebenfalls.  Ich denke, das ist auch ein konsequentes Verhalten, denn wenn die Deutschen wirklich erfahren, was im ESM - Vertrag steht und was das für uns auf der Straße und im Büro bedeutet, wird sie ihre Freiheit sowieso mit der Waffen verteidigen müssen, denn sonst droht wohl Kerkerhaft.  Doch bleiben wir erstmal beim ESM-Vertrag - einem 700-Seitenwerk in Fachidiotisch, das niemals jemand lesen wird. Darum ist es ja auch so geschrieben worden: Abschreckung ist schon lange ein erfolgreiches Prinzip in der Wirtschaft.  Der europäische Bund der Steuerzahler hat aber jetzt doch mal nachgelesen - und eine Kurzfassung geliefert, damit auch jene wissen, was dort gemauschelt wurde, die vor lauter Arbeit gar keine Zeit haben, sich um einen solchen Mist zu kümmern.

14.3.2012. Mittwoch. Eifel. Einiges deutet momentan auch auf eine Neuwahl hin. Wie ich aus aktueller Quelle erfahren habe, will „Merkel in Afghanistan bleiben und kämpfen“ um „ihre Freiheit am Hindukusch zu verteidigen“. Das nenne ich mal beispielhaft. Das Deutschland mal eine Kanzlerin in die Wüste schickt, ebenfalls.  Ich denke, das ist auch ein konsequentes Verhalten, denn wenn die Deutschen wirklich erfahren, was im ESM – Vertrag steht und was das für uns auf der Straße und im Büro bedeutet, wird sie ihre Freiheit sowieso mit der Waffen verteidigen müssen, denn sonst droht wohl Kerkerhaft.  Doch bleiben wir erstmal beim ESM-Vertrag – einem 700-Seitenwerk in Fachidiotisch, das niemals jemand lesen wird. Darum ist es ja auch so geschrieben worden: Abschreckung ist schon lange ein erfolgreiches Prinzip in der Wirtschaft.  Der europäische Bund der Steuerzahler hat aber jetzt doch mal nachgelesen – und eine Kurzfassung geliefert, damit auch jene wissen, was dort gemauschelt wurde, die vor lauter Arbeit gar keine Zeit haben, sich um einen solchen Mist zu kümmern.

Wir erkennen auf den ersten Blick ganz wichtige Prinzipien des Paktes, ich zitiere aus der „Ultrakurzfassung“:

Die Gouverneure setzen sich ihr Gehalt und das ihrer Direktoren geheim in unbekannter
Millionenhöhe selbst fest (Art. 5 Abs. 7 (n), Art 34).

Das ist doch schon mal schön, oder? Wer möchte das nicht gerne – sein Gehalt ganz geheim selber bestimmen? Wäre ja auch langsam mal nötig, denn wenn man genau hinschaut, wird Deutschland West gerade ein Niedriglohnland. So hatten wir uns die Angleichung ostdeutscher Verhältnisse nicht vorgestellt, aber mit einer kompletten Ost-Führungsriege sollte das nicht weiter verwundern.

Natürlich hat der ESM-Vertrag auch eine Sicherheitsklausel, um der Gefahr, die aus einer solchen Selbstbedienungsklausel entsteht, zu begegnen:

In ihrem Interesse genießen alle Gouverneure (incl. Dr. Schäuble), Direktoren etc. pp
Immunität hinsichtlich ihrer geschäftlichen Tätigkeit für die ESM-Bank, gleich ob hunderte
Milliarden Euro verschleudert, vernichtet, oder veruntreut werden (Art. 35).

Das heißt: auch wenn die sagen: die „Gouverneure“ teilen alles Geld unter sich auf, ist das ok. Uns halbiert man das Arbeitslosengeld – wie der Monti gerade in Italien – aber die können sich jede fiese Tour leisten und auch noch bestimmen, was es ihnen einbringt.

Cool, oder?

Natürlich gibt es auch eine gewisse Kontrolle, wäre in einer Demokratie ja auch undenkbar, das es das nicht gäbe:

Die jeweiligen Finanzminister (für die BRD: Dr. W. Schäuble) bilden den Gouverneursrat
(BoG) der ESM-Bank. Der BoG und die Räte sind rechtlich unantastbar, haben die totale
Kontrolle und letzte Entscheidungsmacht in allen finanziellen, sachlichen und personellen
Dingen der ESM-Bank. (Art. 5).

Das heißt: die machen mit unserem Geld was sie wollen. Schaut man sich den europaweiten Steueranteil an Benzin an, weiß man auch, das die genug von unserem Geld haben – aber gar nicht genug davon kriegen können. Europa ächzt, seine Volkstreter feiern. Nein – da ist jetzt kein Rechtschreibfehler drin.

Das sieht jetzt schon übel aus, oder? Wir kriegen eine Europaregierung, die unkontrollierbar und völlig haftungsfrei mit gigantischen Geldsummen jonglieren darf – früher nannte man das Absolutismus. Kommt aber noch besser.

Vielleicht hat sich jemand gedacht – gut, da müssen wir jetzt halt durch. War ein Versehen mit Griechland, kommt nicht wieder vor. Leider ist das ein Irrtum, denn aktuell wurde gerade Zypern der Ramsch-Status verpasst. Nebenbei wappnet sich die Bundesbank gegen Staatspleiten, was einen nicht sonderlich optimistisch in die Zukunft schauen läßt.

Weil das System aber jetzt schon unheimlich ist, wurde heimlich noch eine kleine Sicherung eingebaut, damit es weiter laufen kann:

Das Aktien-Haftungs-Kapital der ESM-Bank beträgt (zunächst) € 700 Mrd. aufgeteilt in
(a) € 80 Milliarden einzuzahlende Aktien und (b) € 620 Milliarden abrufbare Aktien. (Art.
8 Abs. 1). Das Haftungs-Kapital kann ggf. durch Ausgabe neuer Aktien (auch höheren
Nennwerts!) bis in Billionenhöhe (c) beliebig erhöht werden (Art. 8 Abs. 2, Art. 10 Abs. 1).

Also … wenn der Schäuble mit 700 Milliarden Euro nicht auskommt, dann kann der sich eben sofort mehr besorgen. Wer haftet? Jeder Deutsche, mit all seinem Geld:

Die Deutschen haften (Ziff. 6), für (Minimum) 27 % – 100 % (Maximum) aus € 700 Mrd.
Wird das Aktien-Haftungs-Kapital erhöht (Art. 8, Art 10), kann sich daraus erhöhte
Haftung über € 700 Mrd. hinaus ergeben (Art. 9, Art. 10, Art. 25 Abs. 1 c, 2).

Ja, das wird gerade wirklich beschlossen. Kein Wunder, das die diese Wahrheiten gut verpackt haben: niemand würde gerne freiwillig seiner kompletten Enteignung zustimmen. Da waren sicher professionelle Anlageberater am Werk, Leute, die schon an den Lehmann-Papieren gut verdient haben

Wenn die Gouverneure nun neues Geld brauchen, müssen sie sich auch nicht darum sorgen, das es große Debatten gibt: hier gibt es eine Bringschuld der Steuerzahler, die sich mit fünf kleinen Buchstaben ausdrücken lässt –  „flott“:

Im Ernstfall muss ESM-Haftungskapital binnen 7 Tagen eingezahlt werden oder wird auf
die übrigen Aktionäre umgelegt (Art. 9, Art. 10, Art. 25 Abs. 1 c, 2).

Was geschieht aber nun, wenn die Gouverneure ihr Geld nicht absolut flott kriegen – wenn vielleicht eine zukünftige Regierung aus ganz neuen Parteien sagt: „Nein, danke, wir wollen nicht mehr für die Rendite von Großbanken zahlen“? Rollen dann die Panzer?

Klar, ich kann auch jetzt schon sagen, welche. Die Gouverneure haben nämlich ganz klar die Interessen der neuen Eigentümer Europas zu vertreten:

Die ESM-Kredite (Art. 14, 15, 16) haben im Konkurs eines Eurolandes Nachrang gegenüber
IWF-Krediten. Daraus folgt ein massiv erhöhtes Haftungs-Risiko (Präambel, Abs. 13, 14)

Also: Goldman Sachs bzw. der von den USA kontrollierte IWF bekommt auf jeden Fall erstmal sein Geld.  Die können in Zukunft wieder unbegrenzt Kredite vergeben, um US-Waffenverkäufe an Griechenland zu finanzieren. Gehen die Griechen daran zu Grunde, zahlt der Deutsche.

Klug, oder?

Nein, noch klüger: damit niemand dahinter kommt, was dort gespielt wird, sind auch jedwede Kontrollen von vornherein ausgeschlossen:

Die zahlenden und haftenden Bürger haben keine Möglichkeit die Geschäfte der ESM-Bank
durch Bestellung unabhängiger externer Prüfer auf ordnungsgemäße, sachliche und rechnerische Richtigkeit zu prüfen. Solche Prüfungen sind ausgeschlossen (Art. 26 – 30).

Der europäische Bund der Steuerzahler findet dafür drastische Worte:

Der ESM-Vertrag ist eine Verhöhnung und Verspottung des gesunden Menschenverstandes und
der europäischen Rechtstradition schlechthin. Schon das Ansinnen der Regierenden, die
Einrichtung der ESM-Bank durch das deutsche Parlament absegnen zu lassen, ist der schwerste
Anschlag gegen die Demokratie und die deutsche Nation seit 1933. Mit dem ESM-Vertrag
putscht eine kleine Gruppe von Regierenden gegen ihr eigenes Volk.

Soweit die Meinung des europäischen Bundes der Steuerzahler. Ob man diese Meinung übernehmen darf?

Wenn ja, dann würde das bedeuten, das wir jetzt sofort in unser Auto steigen, bis zur nächsten Autobahn fahren und uns dort quer stellen, auch wenn es nicht erlaubt ist. Wenn diese Sichtweise stimmt, dann verstehe ich, warum Angela Merkel ihre Freiheit am Hindukusch verteidigen will: das gibt ihr einen deutlichen Vorsprung vor der Verfolgung durch deutscher Steuerzahler.

Sollte diese Sichtweise stimmen … dann müsste man sich überlegen, das im Grundgesetz verankerte Widerstandsrecht in Anspruch zu nehmen.  Sehen wir mal bei der Bundeszentrale für politische Bildung nach:

im engeren Sinn ein Abwehrrecht des Bürgers gegenüber einer rechtswidrig ausgeübten Staatsgewalt mit dem Ziel der Wiederherstellung des (alten) Rechts. Im engeren Sinn richtet sich das Widerstandsrecht auch gegen Einzelne oder Gruppen, wenn diese die Verfassung gefährden; es dient dann der Unterstützung der Staatsgewalt, etwa wenn diese zu schwach ist, die verfassungsmäßige Ordnung aufrechtzuerhalten („Verfassungshilfe“).

Dürfen wir erwägen, das eine „kleine Gruppe von Regierenden gegen ihr eigenes Volk putscht“ – und unsere Verfassung unsere Hilfe braucht?

Hören wir dazu den Herrn Junker, hier bei Wiwo:

Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker hat den europäischen Entscheidungsprozess einmal in zwei Sätzen prägnant skizziert. „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert“, sagte der dienstälteste Regierungschef der EU. „Wenn es dann kein Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“

Wer solche Worte von sich gibt … macht nicht den Eindruck, als würden ihn bestehende Verfassungen kaum noch kümmern, sondern eher den Eindruck, als würde man den großen Putsch ganz bewußt in kleinen Schritten vollziehen wollen. Die Taxpayers Association of Europe ( TAE) e. V. steht mit  ihrer Kritik nicht ganz alleine da, siehe Wikipedia:

Der Innsbrucker Europarechtler Walter Obwexer kritisiert das Folgende: „Im Gegensatz zu anderen EU-Institutionen, wie der EU-Kommission, ist keine parlamentarische Kontrolle vorgesehen. Es gibt auch keinen parlamentarischen Einfluss auf sein Wirken. Der ESM wird mit wenigen Ausnahmen (z. B. EuGH-Zuständigkeit bei Schlichtungsverfahren) in kein vorhandenes System der Gewaltenteilung eingebunden. Seine Tätigkeit ist nicht öffentlich und nicht transparent.“ Das Direktorium würde somit das eingezahlte Grundkapital nach eigenem Ermessen veranlagen. Der ESM hätte zudem die Möglichkeit, Kredite aufzunehmen. Obwexer kritisiert, dass trotz dieser erlaubten Finanzgeschäfte keine Prüfung durch den EU-Rechnungshof vorgesehen ist. Die Rechnungsprüfung erfolge laut Vertrag durch externe Prüfer, die vom Gouverneursrat beauftragt würden.

Und aus diesem System kommen wir auch nicht mehr heraus – siehe occupydeutschland:

Kein Austrittsrecht für ESM-Mitgliedstaaten

Wie es aussieht, kriegen wir gerade ein neues Ermächtigungsgesetz. Aber Leute, die mit fünf Euro Stundenlohn Spritpreise von 1,69 Euro stemmen müssen, haben aktuell in ihrem Alltag ganz andere Sorgen, als sich um Europapolitik mit Milliardenrisiken oder den programmierten Finanzkollaps zu kümmern.

Sie müssen sich um neue Kredite kümmern, um weiterhin die Fahrt zur Arbeit bezahlen zu können.

Der Dritte Geldkrieg und seine Opfer: Demokratie, Wohlstand und Europa

13.2.2012. Dienstag. Eifel. Bei uns kommt gerade der Frühling an. Grund genug, sich zu freuen. In Deutschland selbst bleibt es Winter, aber alle sind froh, wenn nicht darüber gesprochen wird. Wenn aber mal gesprochen wird, dann läuft es dem Kleinbürger eiskalt den Rücken hinunter. Lauschen Sie mal dem Deutschen Bundestag - aber Vorsicht: diese Information ist für Schwangere, Herzkranke und Personen unter 18 Jahren nicht geeignet und könnte persönliche oder gesundheitliche Krisen auslösen:

13.2.2012. Dienstag. Eifel. Bei uns kommt gerade der Frühling an. Grund genug, sich zu freuen. In Deutschland selbst bleibt es Winter, aber alle sind froh, wenn nicht darüber gesprochen wird. Wenn aber mal gesprochen wird, dann läuft es dem Kleinbürger eiskalt den Rücken hinunter. Lauschen Sie mal dem Deutschen Bundestag – aber Vorsicht: diese Information ist für Schwangere, Herzkranke und Personen unter 18 Jahren nicht geeignet und könnte persönliche oder gesundheitliche Krisen auslösen:

Der Prozessbevollmächtigte des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Franz Mayer von der Universität Bielefeld, unterstrich einleitend, dass schon erhebliche Zweifel an der Zulässigkeit der Verfassungsbeschwerden bestünden, sie jedenfalls aber unbegründet seien. Demokratie sei ein tragendes Staatsstrukturprinzip des Grundgesetzes von überragender Bedeutung. Die Beschwerdeführer aber würden sich auf ein neuartiges Recht berufen, das bisher gar nicht existiere, nämlich ein umfassendes Grundrecht auf Demokratie. Für die Anerkennung eines solchen Grundrechts und eine damit verbundene Ausweitung der Möglichkeiten zur Verfassungsbeschwerde gebe es aber keinen Anlass. 

Natürlich ist das nur ein Geplänkel von Juristen. Da sollten sich Normalbürger immer heraushalten – man kann schlichtweg nicht verstehen, in welcher Welt die leben. Leider werden wir überwiegend von Lehrern und Juristen regiert, weshalb wir inzwischen auch überhaupt nicht mehr verstehen, in welcher Welt wir eigentlich leben und uns wundern, das man 2011 in Deutschland  stolz und ungeniert behaupten darf, das es hier kein Grundrecht auf Demokratie gibt – erst recht kein umfassendes. Dies zeigt, wie sehr das Selbstverständnis der ehedem sich demokratisch entwickelnden Bundesrepublik sich vom ernsthaften Willen zur Gestaltung einer echten Demokratie hin zu einer formalen Reklamedemokratie entwickelt hat, die – wie in Marktwirtschaften üblich – nicht hält, das die Werbung verspricht.

Hinter dem grellen bunten Blitzgewitter der Jubel- Lob- und Heilschreie der Berliner Superaufschwungexportweltmeisterrepublik ist allen schon längst die harte Wahrheit bekannt: der Führer ist wieder zurück. Er zieht es aber vor, momentan im Verborgenen zu bleiben, weshalb wir noch keine Uniformen auf den Straßen sehen.  Man hält es für besser, uns diesmal im Unklaren zu lassen und den Krieg im Verborgenen zu halten. Nun – ganz verborgen ist er nicht, manchmal erwähnt ihn die Presse sogar, hier der Tagesspiegel in einem Artikel über Jens Weidmann:

Seit dem Herbst des Jahres 2011 jedoch steht der unscheinbare Wirtschaftsfachmann nahezu allein einer der machtvollsten Allianzen gegenüber, die es in der Geschichte der internationalen Finanzpolitik je gegeben hat. Ihr Oberbefehlshaber ist der mächtigste Mann der Erde, der amerikanische Präsident Barack Obama, sekundiert von seinem Finanzminister Timothy Geithner.

Als seine Generäle kann er die Chefs der internationalen Finanzinstitute ins Feld führen, von der Generaldirektorin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde bis zu Weltbankpräsident Robert Zoellick. Zu seinen Verbündeten zählen die Regierungschefs fast aller europäischen Staaten, die Finanzindustrie der Wall Street und die Creme der angelsächsischen Ökonomenszene.

Diese geballte Allianz von US-Politik und US-Finanz hat vor allem ein Ziel: ihre Schulden auf die ganze Welt zu verteilen bzw. Privatschulden auf den Staat zu übertragen. Aktuelle Daten zeigen im weiteren, wie gut es ihnen gelungen ist:

In den vier Jahren zwischen 2007 und 2011 legte die Staatsverschuldung in den westlichen Industrieländern schneller zu als im gesamten Vierteljahrhundert zuvor. In den USA stieg sie von gut 70 auf über 101 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. In der Euro-Zone nahm sie von 72 auf knapp 96 Prozent zu. In Japan kletterte sie von 167 auf fast 213 Prozent. Erstmals nach dem Krieg hat der Schuldenstand der Industrieländer die 100-Prozent-Marke überschritten. Das ist jene magische Grenze, ab der Länder erfahrungsgemäß Schwierigkeiten bekommen, ihre Schulden zu bedienen.

Diesmal machen die Europa ganz ohne einen einzigen Schuss kaputt. Die Folgen sind die gleichen wie in den früheren Kriegen: Hunger, Angst, Obdachlosigkeit, mangelnde medizinische Versorgung – einfach mal den Frontstaat Griechenland fragen. Es ist ein Krieg, der gerade läuft, ein Krieg, in dem die deutsche Demokratie gerade Opfer geworden ist – der deutsche Bürger folgt gleich hinterher. Dort, wo er nicht mehr der Souverän ist – also nicht mehr das „umfassende Grundrecht auf Demokratie“ hat – wird er im Spiel der enormen, gottgleichen Gewalten der Finanzwelt zum Brandopfer.

Gottgleich?

Ein Artikel von Norbert Knobloch aus den MMNews zeigt die Dimensionen des Ungeheuers auf, dem wir gegenüberstehen:

Während die Menge des Spielgeldes (etwas anderes ist auch unser heutiges „Geld“ nicht mehr: nur noch 0,5 % aller Geldbewegungen beziehen sich auf reale Waren, 99,5 % sind digitales, virtuelles Buchgeld auf der Jagd nach Rendite / Profit!) wächst und wächst, sinkt sein Wert exakt reziprok (umgekehrt proportional), und die Preise für die „Straßen“ und „Bahnhöfe“, „Elektrizitäts“- und „Wasserwerke“ des Spieles steigen analog. Am Ende besitzt die Bank alles, denn „die Bank gewinnt immer“, und alle anderen Spieler sind pleite und bankrott. Egal – es ist ja nur ein (böses) Spiel, sagt GRIFFIN sarkastisch… (vgl. G. EDWARD GRIFFIN, Die Kreatur von Jekyll Island, Kopp Verlag, Rottenburg 2006, S. 234)

Ein schönes Beispiel aus dem Monopolyspiel, dessen Gewalten wir gerade live erleben. So lügt uns der Schäuble die Hucke voll über die angeblich profitable Rettung Griechenlands – auch wenn wir 400 Millionen Euro Zinsgewinn haben, so müssten wir 35 Jahre warten, bis wir die aktuell ausgegebenen 14 Milliarden Euro wieder drin haben – das heißt, wir machen mit Griechenland Gewinn ab 2047. Die Folgen spüren wir schon jetzt – einfach mal in den nächsten Discounter gehen und einkaufen … oder die Fahrt zur nächsten Tankstelle wagen: man bekommt Lust, sich ein Pferd zu kaufen, wenn man sieht, das man bald wegen einer Tankfüllung mit seiner Hausbank um die Erweiterung des Kreditrahmens verhandeln muss.

Foodwatch erwartet geradezu eine Explosion der Rohstoffpreise, die die aktuellen Preissteigerungen noch in den Schatten stellen wird – alles finanziert mit Geld, das die EZB vom deutschen Steuerzahler bekommt.

Irgendwann werden dann die Aufschwungparolen auch in Deutschland offiziell zum Erliegen kommen … und dann wird man sich an 1945 erinnern, wo es Durchhalte- und Siegesparolen bis zum 8. Mai gab (und für manche „Werwölfe“ noch darüber hinaus).

Nur wird man jenen neuen „8.Mai“ kaum noch als „Befreiung“ feiern – es sei denn, die Finanzindustrie feiert den Tag als endgültigen Untergang des demokratischen Gedankens so wie die Nationalsozialisten den Tag der Machtübernahme über die Staatsgewalt feierten.

Um nichts anderes geht es hier: die Übernahme der Staatsmacht durch eine gesellschaftliche Gruppierung – früher waren es die Faschisten, heute sind es die Finanzbetrüger. Die Gesellschaft passt sich dementsprechend schon mal an – womit wir beim Thema „Brandopfer“ sind: die Gymnasien werden dicht gemacht und bleiben wieder den „höheren Söhnen und Töchtern“ vorbehalten, auf breiter Front steigen die Autopreise,  Altersarmut wird mitlerweile systematisch produziert und die neue Fürstenklasse bekommt eine  Superextraluxusausstattung: wer Deutschland mit abbaut, bekommt Rekordgehälter mit steigender Tendenz während die Regierung es trotz emsigster Bemühungen nicht mehr schafft, ihre Sparziele zu erreichen, womit die nächste Runde von Lohn- Renten- Menschenrechts- und Sozialabbau eingeläutet werden dürfte.

Doch das – ist noch nicht alles. In Folge der Eurokrise wird der Exportweltmeister wieder von seinen „Feinden“ verdrängt (die wir aber so nicht mehr nennen dürfen, wir sagen „Freunde“ oder höchstens: „Mitbewerber“)  – und man sieht, das der Krieg, von dem der Tagesspiegel im Zusammenhang mit Jens Weidmann berichtete, ganz praktische Folgen hat.

Nachdem nun Griechenland ganz offiziell das Niveau eines „Dritte-Welt-Landes“ erreicht hat, knöpfen sich die Kriegsteilnehmer nun Spanien vor, obwohl die sich schon bemühen, durch drastischen Menschenrechtsabbau aus der Schusslinie zu geraten – was eine vergebliche Hoffnung war.

„Am Ende gehört alles der Bank“ – und die verwandelt den Staat in einen Betrieb, der gefälligst Rendite zu erwirtschaften hat. Da ist für Demokratie kein Platz mehr. Wo kämen wir auch hin, wenn die Alten, die Kranken, die Armen und die Arbeitslosen mitzureden hätten?

Ich denke, so werden Historiker der Zukunft urteilen: nach zwei Weltkriegen wurde Europa im 21. Jahrhundert durch einen dritten vernichtet – der allerdings eher ein Geldkrieg denn ein Weltkrieg ist. Diesmal jedoch … gewinnt der „Führer“ und die Demokratie verliert.

Schade auch.

Wenigstens kommt er diesmal nicht aus Deutschland, diesmal sind wir die Opfer.

Aber „wir“, die normalen Bürger eines Landes, zu deren Schutz eigentlich Staat und Demokratie geschaffen wurde, waren eigentlich schon immer die Opfer.

Brandopfer, die aktuell einer zweihundertfachen Übermacht gegenüber stehen – der gewaltigen Übermacht des virtuellen Geldes.

 

 

 

 

 

Nachrichten am Donnerstag

Falsche Freunde:

Wenn eine Straßengang vorhätte, einen Anwohner zusammenzuschlagen, weil sie fürchtet, er wolle sich eine Waffe besorgen, um seine Familie schützen zu können, sind wir doch wohl alle der Meinung, dass die Polizei berechtigt wäre, diese Gang zu inhaftieren und sie wegen beabsichtigter schwerer Körperverletzung anzuklagen. Wenn sie ihren Plan umsetzen und den Nachbarn angreifen, verletzen oder sogar töten würde, wären wir sicher alle damit einverstanden, wenn die Angreifer wegen schwerer Körperverletzung, Mordversuchs oder – falls der Angegriffene stirbt – sogar wegen vorsätzlichen Mordes angeklagt würden.
In den internationalen Beziehungen und nach dem Völkerrecht gelten die gleichen Regeln. Nach den Grundsätzen des Nürnberger Urteils (gegen führende Nazis), die später auch in die Charta der Vereinten Nationen einflossen, die von den USA mitunterzeichnet wurde, sind die Planung, die Vorbereitung, die Anzettelung oder die Führung eines Angriffskrieges schwerste Kriegsverbrechen, und die Verursacher können dafür zum Tod verurteilt werden; ein Angriffskrieg ist als Krieg gegen einen Staat definiert, der den oder die Angreifer nicht selbst mit einem unmittelbar bevorstehenden Angriff bedroht hat.

Was für ein Blödsinn:

Auch den Vorwurf, Zeitarbeit verdränge die klassischen Angestelltenverhältnisse, habe die Studie als Mythos entlarvt. Vielmehr sichere sie die Stammbelegschaften der Unternehmen. So sähen 74% der befragten Unternehmen keine Alternative zur Leiharbeit in einer Festanstellung ihrer Arbeitnehmer. 62% sagten sogar, sie hätten keine Stellen geschaffen, wenn sie nicht die Möglichkeit gehabt hätten, auf Zeitarbeit zurückzugreifen. Aus der Sicht der BAP ist dies jedoch nicht alles, was Zeitarbeit zu leisten vermag. Selbst illegale Beschäftigung könne damit bekämpft werden.

Unklar bleibt in dem Brief allerdings, wie die Zeitarbeit die Stammbelegschaften sichert und auf welche Weise sie Schwarzarbeit bekämpft. Denn eine wissenschaftliche Erklärung dieser beiden Behauptungen erscheint den Arbeitgebern nicht nötig. Für sie reicht es anscheinend aus, darauf einmal lautstark hinzuweisen. Die Stoßrichtung dieses Parlamentarierbriefes und der Studie der BCG ist offensichtlich. Die Leiharbeit ist eine „Eier legende Wollmilchsau“, die nicht nur die Arbeitslosigkeit beseitigen, sondern darüber hinaus auch bei der Bekämpfung allerlei anderer Probleme in der modernen Arbeitswelt eingesetzt werden kann.

Da ist was Wahres dran:

Der zweistündige Ausfall des sozialen Netzwerkes Facebook in vielen deutschen Städten war nicht nur ein Schock für Millionen Internetnutzer, sondern hat auch – je nach Branche – zu einer kurzfristigen Produktivitätssteigerung um bis zu 90 Prozent geführt. Dies geht aus einer Blitzstudie des Wirtschaftsforschungsinstituts Business Control hervor.

Bei uns ist die Atomkraft sicher

Vielleicht gibts heute Abend eine nette Lightshow am Himmel:

Nach dem am Mittwoch erfolgten Röntgenausbruch auf der Sonne, dem stärksten seit August 2011, kann die dabei ausgeworfene Menge an Sonnenplasma laut Wissenschaftlern am Donnerstag höchstwahrscheinlich einen massiven Magnetsturm auf der Erde auslösen.

Herr Weiss übt sich als Besserwisser (vorsicht, wie man am Beispiel von Oskar Lafontaine sehen kann, mag der Deutsche das nicht):

Nur sieht der Bankenverband das natürlich genau andersherum als der Bürgerjournalist. Der Verband sieht eine winzige Chance für den Euro, wenn alle Griechenland-Gläubiger dem Kompromiss mit etwa 53% Schulden-Schnitt zustimmen, aber das ist natürlich eine Illusion, wie jeder mit einem gesunden Menschenverstand voraussehen kann.

Da es sich um jene Institiutionen handelt, die mit ihrer geifernden Raffsucht die Krisen verursacht haben, ist es undenkbar, dass sie diese Raffsucht nun plötzlich verloren haben. Die Zukunft des Euro z.B. ist für eine US-„Heuschrecke“ (Hedge-Fond) nicht von Belang, oder er sieht sogar neue Profitmöglichkeiten bei einem Euro-Crash.

Sollte endlich ein bezahlbarer „Free Energy“ Generator auf den Markt kommen?

On February 11 and 12, I was able to witness a 5 kilowatt (enough to power a home without central air conditioning, conservatively) fuel-free generator in Johannesburg and to meet the inventor and some of the principle players in helping him bring this technology to market.

As mentioned in my previous story on this matter, the South African company invited me to come see the technology first-hand so that I would not be making a statement along the lines of „they claim…“, or „if this is real…“, but so that I would be able to speak from personal experience after witnessing the technology in operation. They also offered to sell me a unit that I could personally test, promising to refund the cost if it did not perform as claimed.

Verlorene Kriege:

„O Gott Schiva, beschütze uns vor dem Biss der Kobra, vor der Pranke des Tigers und vor der Rache der Afghanen.” (altes Hindu-Gebet)

New York – Schock, Unverständnis, Empörung. Diese Emotionen steigen in den Amerikanern hoch, während weitere Nachrichten von mehr Attacken von afghanischen Soldaten und Beamten gegen Soldaten der NATO und der Vereinigten Staaten von Amerika hereinkommen. Sechs Soldaten der Vereinigten Staaten von Amerika wurden in der vergangenen Woche getötet im Zuge von Protesten in ganz Afghanistan nach der Verbrennung von Koranexemplaren durch unglaublich dämliche amerikanische Soldaten.

„Sollten das nicht unsere Verbündeten sein? Wir sind doch dort, um sie zu retten! Was für eine schändliche Undankbarkeit ist das,“ fragen verärgerte, verwirrte Amerikaner.

Über die Rechtsauffassung in den USA:

In einem Vortrag vor Jura-Studenten in Chicago hat US-Generalbundesanwalt Eric Holder die gezielte Tötung von «mutmasslichen Terroristen» durch die USA verteidigt, wenn der Betroffene eine «unmittelbare Gefahr eines Anschlags auf die USA» darstelle. Zudem unabhängig davon, ob er US-Bürger ist oder nicht. In jedem Rechtsstaat würde ein solcher Justizminister mit Schimpf und Schande aus dem Amt gejagt. Und vor den internationalen Gerichtshof in Den Haag gestellt. Denn er stellt die Todesstrafe vor das Verbrechen.

Letzteres kann Holder nicht passieren, weil die USA diese Jurisdiktion nicht anerkennen. Ersteres passiert ihm auch nicht, obwohl er damit den letzten Rest von rechtsstaatlichem Bewusstsein gekippt hat, das am besten im Wildwest-Verständnis eines guten Prozesses à la USA auf den Punkt gebracht wird: Give them a fair trial – then hang them. Was bleibt, ist: Hängt sie auf. Sogar ohne kurzen Prozess.

Die hier sollten sich alle mal gemeinsam „12 Monkeys“ ansehen (Vorsicht „Kopp Verlag“ – kein Klickzwang):

Das National Security Advisory Board for Biotechnology (NSAB), ein aus Wissenschaftlern und Sicherheitsbeamten bestehendes Beratergremium der US-Regierung, hatte den Zeitschriften vor einigen Monaten nahegelegt, bestimmte Abschnitte der Forschungsberichte [über den ansteckenden gezüchteten H5N1 Virus, Rb] zu zensieren. Doch jetzt erklärt Science-Chefredakteur Dr. Bruce Alberts, er sei es leid, auf eine Lösung zu warten und werde die Ergebnisse schon bald in voller Länge veröffentlichen.

Jetzt dürfen wir Nathaniel Rothschild offiziell „Puppenspieler“ nennen:

According to the High Court, Nathaniel Rothschild, scion of the banking dynasty and friend of seemingly everyone in the spheres of finance, business and politics, is indeed „puppet master“ to the Baron of Hartlepool and Foy.

The banker and Bullingdon boy has lost his libel case against the Daily Mail, which he sued for „substantial damages“ over its account of his and Mr Mandelson’s extraordinary trip to Russia in January 2005.

Polskaweb, meine Lieblingsquelle für Unglaubliches (im wahrsten Sinne des Wortes) hat Heinrich Himmler in den USA aufgespürt:

Was ein „Normalsterblicher“ niemals sich hätte vorstellen können ist jetzt eingetreten: Polskaweb News Journalisten haben den grausamsten aller Nazis, Heinrich Luitpold Himmler, Reichsführer-SS, Innenminister und Chef der Deutschen Polizei, einem der Hauptverantwortlichen für den Holocaust und zahlreicher weiterer Verbrechen, in den Vereinigten Staaten von Amerika aufgespürt.

Über den amerikanischen Wahlkampf:

Ausser ihren wirtschaftlichen Rezepten (massivere Steuererleichterungen für Reiche, ein schwächeres Sozialnetz, noch mehr Deregulierung), die sich längst als wirkungslos entpuppt hätten, verbinde Romney und Santorum noch die Art und Weise, wie sie die Wirklichkeit verzerrten, um Präsident Obama für alles zu attackieren, was er sage, „egal wie vernünftig“, und alles abzulehnen, was er wolle, egal wie notwendig“. Allmählich mehrten sich jetzt jedoch die Anzeichen, dass sie für ihr negatives Verhalten zur Kasse gebeten würden.

Bewegte und unbewegte Bilder:

Unbewegt aber Interessant: Christoph Hörstel im deutschen Programm des Iranischen Rundfunk:

Nochmal Serdar Somuncu:

FNORD

Warum wir ohne Herrschaftswissen die Welt nicht mehr verstehen und von Affen regiert werden

Warum wir ohne Herrschaftswissen die Welt nicht mehr verstehen und von Affen regiert werden

Samstag, 3.3.2012. Ganz schlechte Nachrichten erreichen uns heute: der Warp-Antrieb funktioniert nicht – bzw. wenn er funktionieren würde, dann würde er sein Ziel vernichten – oder das ganze Universum. Ganz so sicher ist man sich dabei wohl noch nicht. Nun, man würde ihn wie die Atombombe trotzdem ausprobieren, wenn man könnte, da bin ich mit sicher. Bei der wusste man ja auch nicht, ob man nur Nagasaki oder nicht auch die gesamte Atmosphäre oder den Rest der Welt per Atombrand vernichten würde. War ja noch alles ganz neu für die Wissenschaft. Angesichts der Tatsache, das wir hier nicht wegkommen, wäre man nun gut beraten, wenn man einfach mal das aktuelle Raumschiff namens „Erde“ und seine Mannschaft etwas pfleglicher behandeln würde, noch bevor sämtliche Eisvorräte geschmolzen sind, grausige Tornados nicht nur in den USA ganze Städte auslöschen, neue schockierende Erdbebenrekorde  die Grenzen menschlichen Wissens (und unsere Städte) sprengen oder unsere kapitalistische Kultur uns alle zu Müllmenschen macht wie Indonesiens „Recycling“-Pioniere. Warum man das nicht tut, hat seinen Grund … den erfahren wir aber nicht. Und hier fängt es an, richtig unheimlich zu werden: wir kommen in den düsteren Bereich des Herrschaftswissens, den es in Demokratien gar nicht geben dürfte. Trotzdem ist er da, siehe FAZ:

Die Regierung rückt nicht mit der ganzen Wahrheit heraus. Und das ist gut so – im Angesicht von Bedrohungen wie dem Terror und der Eurokrise. Der Innenminister darf nicht alles sagen, was er über drohende Gefahren weiß, schon weil er dann zugeben müsste, dass er vieles nicht weiß. Und der Finanzminister sagt schon viel, wenn er sagt, dass er nicht sagt, ob sich bald der nächste EU-Staat retten lassen muss. Der Feind hört mit, ob im Terrorlager oder an der Börse.

Das las man dort 2010 in einem Loblied über die gerechtfertigte Existenz von Herrschaftswissen. Es wurde sogar unterstellt, der Bürger mag das sehr gerne, weil er ja selber gar nicht mitregieren wolle sondern „denen da oben“ voll und ganz vertraut.

Ich weiß nun nicht, welche Art von Herrschaftswissen Angela Merkel bei ihrer Arktisreise vermittelt bekommen hat – angeblich hat sie die schmelzenden Gletscher ja selbst gesehen. Nur hat sie wohl nicht verstanden, was sie da sieht, denn einfachste Maßnahmen zum Klimaschutz blieben aus: Verbot der SUV´s auf deutschen Straßen, Verbot von Inlandsflügen, Sonntagsfahrverbot für alle (der Schmidt hat doch gezeigt, das das geht), Reduzierung des Fernreisewahns, Förderung der lokalen Wirtschaft gegenüber der emissionsintensiven Konzernwirtschaft – dem normalen Bürger kommen ja endlos Gedanken, wie man die Welt retten kann. Das keine der sofort wirkenden Massnahmen beschlossen wird, kann doch nur eins zeigen: der Klimawandel ist ein Witz – oder mal wieder eine clevere Geschäftsidee, mit der man Steuergelder abgreifen und noch mehr Steuergelder auferlegen kann. Jenseits des „Business“ jedoch – ist der Klimawandel allen völlig egal.

Nehmen wir ein anderes Beispiel – die nicht enden wollende Wirtschaftskrise. Aktuell sind ja zur Rettung der Weltwirtschaft die Griechen – trotz umfangreicher Hilfspakete – auf das allerunterste Niveau herabgestuft worden, was – nach der Logik der Preistreiber – bedeutet, das die Kredite für Griechenland wieder teurer werden. In den letzten beiden Jahren hat die EZB den privaten Banken ÜBER EINE BILLION EURO geliehen – Tendenz steigend. Steuergeld für Spekulanten, sozusagen. Die geben das den Griechen, Italienern, Spaniern und Portugiesen wieder – dank Rating mit satten Gewinnen.

Der normale Bürger würde sagen: geben wir doch den Griechen, Italienern, Spaniern und Portugiesen diese Kredite einfach direkt: die haben dann den unglaubliche niedrigen Zinssatz von einem Prozent (anstatt bis zu 25%), können ihr Volk weiter ernähren, haben keine Rekordarbeitslosigkeit mehr und werden auch die Zinsen zahlen können, ohne ihre Wirtschaften ruinieren zu müssen. Warum Merkel nun meint, erstmal die Spekulanten reich machen zu müssen, bevor den europäischen Brüdern und Schwestern in Zeiten schlimmster Not geholfen wird, erschließt sich uns vor Ort erstmal nicht. Aber vielleicht haben wir es auch hier nur mit einer cleveren Geschäftsidee zu tun.

Doch verlassen wir einfach mal den Bereich Klima und Geld – wenden wir uns dem heikelsten Thema der politischen Welt zu: der Machtpolitik. Nehmen wir beispielsweise mal Libyen – also den Rest davon, der noch steht. Da waren wir ja als Nato angetreten, Frieden, Wohlstand und Gerechtigkeit zu bringen im Namen der Allgemeinen Menschenrechte. Die zählen zwar in den Natostaaten selbst immer weniger, aber zumindest verkaufen wir das immer noch, weil es eine gute Ausrede ist, in fremden Ländern Bomben werfen oder Leute ermorden zu dürfen. Was haben wir dort nun bekommen, als Dank für unser Engagement: eine Regierung, die die Allgemeinen Menschenrechte mit Füssen tritt: mit Folter, willkürlichen Verhaftungen und tagelanger öffentlicher Zur-Schau-Stellung von Regimegegnern. Warum werden die jetzt nicht schnellstens weggebombt – wo das doch gerade aktueller Standard ist?

Noch ein Beispiel: Israel. Hier hat Wikileaks nun Herrschaftswissen veröffentlicht, das unser Weltbild wieder einmal auf den Kopf stellt, siehe Welt:

Unabhängig davon hat sich das Verhältnis der Türkei zu Israel verschlechtert, weil Israel im Jahr 2010 brutal gegen die „Hilfsflotte“ der „Mavi Marmara“vorging und seither eine Entschuldigung dafür verweigert.

Das wussten wir ja. Was wir nicht wussten – das war … wie Israel schon verzweifelt ausrief … ein lang geplanter Coup, ein strategischer Schachzug, um sich zur islamischen Führungsnation aufzuschwingen:

Und jetzt die beiden Sätze, die alles ändern. Sie stehen in einer von Wikileaksveröffentlichten internen E-Mail der US-Sicherheitsfirma Stratfor. Deren Chef, George Friedman, traf im Februar 2010 offenbar mit dem einstigen US-Außenminister Henry Kissinger zusammen, nachdem dieser kurz davor dentürkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan getroffen hatte. Friedman verfasste für sein engeres Team eine Zusammenfassung der aus dem Gespräch gewonnenen Erkenntnisse.

Darin steht, in einer E-Mail vom 20. Februar 2010: „Erdogan hat ihm (Kissinger, die Red.) klargemacht, dass er plant, irgendwann mit Israel zu brechen und sich zur islamischen Welt zu orientieren. Er hat vor, deren Führer zu werden.“ Mehr nicht, aber diese beiden Sätze haben es in sich. Erdogan plante, mit Israel zu brechen?

Im Rahmen dieser Wikileaksoffenbarung erfahren wir auch etwas über uns … etwas, das uns helfen kann, zu verstehen, warum Politik und Vernunft sich immer weiter voneinander entfernen:

In Deutschland, so heißt es da in Bezug auf die Wirtschaftskrise und deren politische Folgen, „trifft eigentlich nur die Deutsche Bank Entscheidungen“

Aha – damit wird alles klar. Die Parallelewelt der Banken braucht keine Umwelt – ausser als Möglichkeit, billiges EZB-Geld für hohe Zinsen weiter zu verkaufen. Sie findet Konflikte aller Art ebenfalls sehr gewinnträchtig – und Bomben, die in Massen produziert werden, müssen irgendwann auch geschmissen werden. Aus dieser Weltsicht wird allerdings die aktuelle Organspendedebatte unheimlich – erst recht, wenn man merkt, wie auf einmal „in aller Stille“ an dem Gesetz herumgeschraubt wird: hier entsteht ein Hochpreismarkt, der für Banken höchst interessant ist. Bedenkt man den ethischen Standard, den Politik, Banken und Wirtschaft in den letzten zehn Jahren gelebt haben, dann sind  schlimmsten Horrorphantasien keine Grenzen mehr gesetzt.

Gut, das wir da Abhilfe schaffen können, um die Mannschaft des Planeten Erde und das gesamte Raumschiff vor weiterem Chaos und weiterer Zerstörung zu retten. Der Spiegel verrät, wie:

Teamwork  macht stark – und unterscheidet Menschen von Tieren, wie ein Experiment jetzt auf eindrucksvolle Art gezeigt hat. Kinder haben dank Kooperation knifflige Aufgaben wesentlich effektiver gelöst als Affen, denen vor allem ihr Egoismus im Weg stand.

Teamwork – das ist das ganz normale menschliche Verhalten, wenn keine Affen an der Regierung sind. Hat man aber den Fehler gemacht, Menschen in Machtpositionen zu dulden, die den Weg vom Baum herab in die Chefetage gemacht haben ohne den mühsamen Weg menschlicher Sozialisation zu gehen, dann hat man ein Problem: die Affen missbrauchen ihr Herrschaftswissen, wo immer sie nur können – Klimakatastrophe, hungernde Griechen, Folter in Libyen, Beschiss in Billionenhöhe  – all das stört sie nicht, solange sie selbst nur „ganz oben“ sitzen. Und da sie für immer und ewig die Spitze des Baumes bilden wollen, möchten sie auch gern ihre verschlissenen Organe durch unsere ersetzen.

Und hier haben wir jetzt auch jenes Herrschaftswissen gefunden, das wir brauchen, um die Welt zu verstehen: an den Spitzen jeglicher Machtpyramiden finden sich grundsätzlich egoistische Affen und produzieren Probleme, die der soziale Mensch nie hätte. Zur Lösung dieser Probleme jedoch kann der gemeine Affe nicht viel beitragen – auch wenn man ihm noch soviel schmelzende Gletscher zeigt.

Der kapiert doch gar nicht, was er da sieht.

Für ihn gilt nur: Hauptsache, er sitzt ganz oben auf dem Baum.

Ob das jetzt wirklich auch für Angela Merkel persönlich gilt, kann ich nicht sagen. Dafür kenne ich sie zu wenig.

Aber ich kann sagen, das wir weltweit eigentlich gar keine Probleme hätten, wenn es diese Affen nicht gäbe, die den ganzen lieben langen Tag nichts anderes tun, als in Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik Gebilde in Baumstruktur zu errichten, die es ihnen ermöglichen, ganz oben zu sitzen.

Sitzen sie erstmal dort … ist ihnen der Rest – Klima, Wirtschaft, Menschenrechte – völlig egal.

 

PS: und nicht vergessen – am 4.Juli ist der erste nationale Kaufnixtag … jener Tag, an dem wir den Affen einmal zeigen können, was geschehen würde, wenn wir zusammen im Team mit der Säge spielen: Teamarbeit ist ja das Erfolgsrezept der Gattung Mensch.

 

 

 

 

Ehrensold: Wulff I kontra Hartz IV – endlich mal eine bürgerfreundliche Sozialreform!

Ehrensold: Wulff I kontra Hartz IV - endlich mal eine bürgerfreundliche Sozialreform!

Freitag, 2. März 2012. Eifel. Ein unglaubliches Experiment der Bundesanstalt für Arbeit sorgt gerade bundesweit für Aufsehen.  Das bislang wegen Erfolglosigkeit ins Gerede gekommene Hartz IV wird in einem mutigen Akt durch Wulff I ersetzt, amtsintern auch „Ehrensold“ genannt. Ich begrüsse diesen Schritt. Es ist ein richtiger, mutiger und einer Demokratie angemessener Akt, die Lebensleistung eines Menschen zu würdigen und auch dafür zu sorgen, das seine Würde nicht unter entwürdigenden materiellen Verhältnissen leidet.  Immerhin: nicht jeder hat das Glück, hauptberuflich „Sohn“ sein und sein Geld für sich arbeiten lassen zu können.

Gut – „sein Geld für sich arbeiten lassen zu können“ ist ein dummer und verführerisch falscher Werbespruch, denn Geld kann gar nicht arbeiten. Machen Sie mal einen Versuch: gehen sie in die Küche und legen sie 100 Euro auf den Abwasch. Die machen nichts, die Euro, die regen sich kein bischen.  Auch beim Rasenmähen, Wäsche waschen oder Staubwischen sind die völlig nutzlos – alte und kranke Menschen pflegen können sie erst recht nicht. Dem Irrtum, das Geld arbeiten kann, verdanken wir ja unsere augenblickliche Misere. Wir dachten: prima, wenn Geld für uns arbeitet, haben wir ja alle frei. Das Ergebnis war aber ein Anderes.

Sicher, ein paar Menschen geht es gut mit diesen neumodischen Regeln. 10 000 Millionen haben allein die 40 Topmanager im letzten Jahr mit nach Hause genommen, während es für den Normalbürger einen massiven Mangel an bezahlbaren Wohnungen gibt. Aber den meisten Menschen fehlt es an Geld, um echte Arbeit zu bezahlen. Geld repariert keine Straßen, saniert keine Schwimmhallen und Schulgebäude, es trägt noch nicht mal die Post aus – es war gedacht, um Arbeit und Waren zu bezahlen – aber wenn zu viele versuchen, mit seiner Hilfe und niederträchtigen Tricks ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, haben bald wenige ganz viel und ganz viele gar nichts – und das spart dann wie in Griechenland die Wirtschaft kaputt. Darum ist Wulff I jetzt die richtige Anwort auf die Krise: einfach allen ganz viel geben, dann hat man auch wieder Geld, um Arbeit einzukaufen.

545,21 Euro beträgt Wulff I PRO TAG, während früher Arbeitslose noch mit 345 Euro im Monat auskommen mussten. Das ist sehr viel Geld. Aktuell wird deshalb diskutiert, ob er auch einen eigenen Fahrer bekommt. Das erscheint mir sinnvoll. Arbeitslose, die eine so hohe Unterstützung bekommen, brauchen ihre ganze Aufmerksamkeit für die Einkaufsplanung: gegen Sie mal 500 Euro pro Tag aus – das ist gar nicht mal so einfach. Da muss man schon weit fahren – am besten mit einem großen Auto, denn sonst kriegt man die ganze Ware ja überhaupt nicht nach Hause. Ausserdem: wenn jeder Arbeitslose einen Fahrer bekommt, dann haben wir dadurch schon mal Millionen von Arbeitsplätzen neu geschaffen.

Im Falle des Namensgebers von Wulff I – dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff – spendet die milde Gabe sogar besonderen Segen: nie wieder wird man in die peinliche Situation kommen, sich von Menschen einladen lassen zu müssen, die das Geld anderer Leute für sich arbeiten lassen (was, wie ich mir habe sagen lassen, noch besser ist, als sein eigenes Geld für sich arbeiten zu lassen).

Natürlich ist die linke Kampfpresse gegen das Projekt Wulff I. Das war ja auch nicht anders zu erwarten: sind alle reich, besetzt niemand mehr für die Linken die Fabriken, weshalb die neidvolle Intelligenzia jetzt aus allen Rohren gegen Wulff I schießt. Ntv hat da ein paar Stimmen zusammengefasst:

Rente mit 67? Nicht mit mir!

Doch so bleibt er sich und Schnäppchenjägers Credo bis zuletzt treu: Mitnehmen, was man kriegen kann.

Gemein, oder? Wie kann man die neue Sozialreform nur so niederträchtig ignorieren? Natürlich braucht man mit Wulff I keine Rente mehr – weder mit 67 noch mit 87: man kriegt doch so genug Geld.

Der Westen deutet sogar an, das es sich um politische Kungeleien handelt, die Wulff I erst möglich gemacht haben:

Wie das Bundespräsidialamt mitteilte, wurde die Entscheidung vom Chef des Amtes, Lothar Hagebölling, sowie vom zuständigen Abteilungsleiter Rüdiger Hütte gebilligt. „Das ist das übliche Verfahren, wenn Prüfungsergebnisse der Behördenleitung zur Kenntnis gegeben werden“, so die Sprecherin. Hagebölling war vor seinem Wechsel ins Bundespräsidialamt Leiter der Staatskanzlei in Hannover unter Ministerpräsident Wulff.

Es gehen sogar Gerüchte um, das die mutigen Männer, die Wulff I gegen jeden Anstand bewilligt haben, nun wegen Untreue verklagt werden sollen: niemand hätte daran gedacht, die Schröder/Clement/Fischergang wegen Sozialraub und Sozialbetrug anzuklagen.

Lesen Sie mal, was die Süddeutsche zum Thema schreibt:

Am dümmsten ist dieser Name: Ehrensold! Der Name ist töricht, unangemessen und entlarvend. Er trägt die Kritik schon in sich, weil fast jeder bitter auflacht, wenn er ihn hört. Ehrensold: Das klingt so, als wäre er Ausdruck der Verehrung, ein Lorbeerkranz in Geld.

Christian Wulff hat aber keine Ehre eingelegt. Kein Bundespräsident vor ihm hat sich so blamiert, kompromittiert, diskreditiert, deklassiert.

Schäbig, oder? Da werden die Menschen, die die effektivste Sozialreform in Deutschland angeregt haben, in entwürdigender Art und Weise an den Pranger gestellt: dabei brauchen immer mehr Menschen Wulff I um finanziell nicht vor die Hunde zu gehen. Wir brauchen das Geld ganz dringend beim Menschen – und nicht irgendwo, wo es auf kaum erkennbare Art und Weise nutzlos vor sich hinarbeitet. Wulff I ist die Gelegenheit dazu, und, seien wir doch mal ehrlich: es wäre doch schön, wenn wir als Bürger auch ein klein wenig unter die ständig wachsenden Rettungsschirme schlüpfen können, die bislang nur jene retten, die dem religiösen Credo folgten, Geld könne Arbeit ersetzen.

Einen kleinen Trick brauchen wir schon noch: das generelle und allgemeine Zinsverbot. Wo es keine Zinsen gibt, kann man sein Geld auch für andere Dinge ausgeben anstatt es dem Anlageberater zu überlassen.

Was Wulff I im Jahr kostet? Nun – 16 Billionen – wenn wirklich JEDER das bekommt und nicht nur der Familienvorstand. Es sollte aber ja wirklich auch nur für Arbeitslose gedacht sein wie für die 12000 bei Schlecker, für die sich jetzt gerade keiner interessiert. Wulff I für drei Millionen Arbeitlose macht: 600 Milliarden. Das hört sich doch gar nicht mehr nach so viel an, oder? An solche Summen haben wir uns schon längst gewöhnt – wir wissen: das können wir stemmen! Und das Tolle ist: das alles fließt sofort wieder zurück in die Wirtschaft – ohne Zinsen macht es keinen Sinn mehr, das Geld irgendwo nutzlos abzulegen, wo es nichts anderes macht, als sie nutzlos zu vermehren und sich so selbst zu entwerten.

Es ist auch gut so, das wir jetzt Wulff I bekommen. Was meinen Sie denn, was wir sonst für eine Zukunft erwarten dürften? Schauen Sie doch mal nach England, wo die „Eiserne Lady“ mit ihrem Besen durchgefegt hat, um die politisch zu bevorzugen, die sich vom „arbeitenden Geld“ eine goldene Zukunft versprochen hatten. Die Welt berichtet gerade von den Endergebnissen des neoliberalen Projektes:

Drogenkartelle degradieren Stadtteile zu No-go-Areas Ein UN-Bericht attestiert englischen Großstädten ähnlich schlimme Zustände wie in südamerikanischen Metropolen.

Gewaltsame Drogen-Kartelle hätten zumindest Teile der Städte zu „No-go-Areas“ verkommen lassen – ähnlich wie man es sonst nur aus Metropolen in Brasilien, Mexiko oder den USA kennt. In diesen Gegenden vollziehe sich ein „Teufelskreis von sozialer Absonderung, Drogenproblemen und zerbrochenen Gemeinschaften“, warnte Professor Hamid Ghodse, Präsident desInternationalen Suchtstoffkontrollrats (INCB) der UN.

Wollen wir das wirklich auch – für Stuttgart, Paderborn und Bielefeld?

Nein – – deshalb Wulff I …. auch wenn Kiffen für die Lunge gesünder ist als rauchen und Drogengangs deshalb eigentlich von den Krankenkassen unterstützt werden sollten.  Entlastet auch die Rentenkassen, erhöht die Lebensqualität und sorgt für eine erfrischende Dynamik am Arbeitsmarkt:

schon jetzt fordert die Gewerkschaft Verdi Wulff I auch für Krankenschwestern.

 

Journalismus? So tot wie Griechenland, Bin Laden, Gaddafi und die Demokratie: die „höheren Menschen“ säubern das Land

Samstag, 18.2.2012. Eifel.  Sieht man sich diesen Beitrag mit Christoph R. Hörstel an, so kann verstehen, warum Menschen Verschwörungsängste entwickeln und panisch auf jede Andeutung reagieren, die Mächtigen dieser Welt würden sich jemals unterhalten, jemals Strategien entwickeln und Pläne schmieden um sich noch mehr Reichtum anzueignen.  Man hört dort ungeheuerliches aus dem Mund eines Mannes, der einen beachtlichen Lebenslauf hinter sich gebracht hat - die Piratenpartei als Projekt des Verfassunsschutzes ... ein ungeheuerlicher Vorwurf. Noch viel brisanter jedoch der Vorwurf, das der Journalismus tot ist. Natürlich darf auch nine-eleven nicht fehlen, das Flaggschiff aller Verschwörungstheorien. Aber mal ehrlich ... kann man wirklich mit Sicherheit ausschließen, das eine Regierung, die unter Vorspielung falscher Tatsachen fremde Länder angreift, erobert und politisch unbequeme Mitmenschen im Ausland ermorden läßt, auch mal ein paar tausend Menschen im eigenen Land umbringt ... wenn es denn den großen Zielen der Wirtschaft nützt? Kann man wirklich mit Sicherheit ausschließen, das der Verfassungsschutz, der jahrelang mordende Nazi-Todesschwadrone in einer von seinen eigenen Leuten völlig unterwanderten rechten Szene wirken lassen hat nicht auch mal eine Partei gründet, um präventiv und aktiv gegen mögliche zukünftige Verfassungsfeinde vorzugehen? Wäre es völlig undenkbar, das die Medien im Jahre 2012 nach jahrzehntelanger Wühlarbeit von Lobbyisten, Parteien und Konzernen (inklusiver beständiger Konzentration zwecks Auflösung der Konkurrenzsituationen) gar nicht mehr unabhängig berichten können, ohne persönlich  (in Form von Arbeitslosigkeit) Probleme mit Zeitungseignern, Werbekunden und Parteivertretern zu bekommen? Können wir es uns als friedliche Demokratie überhaupt leisten, das Risiko einzugehen, in dieser Hinsicht völlig blauäugig aufzutreten? Schauen wir uns hierzu einfach einmal ein paar Nachrichten an, zum Beispiel aus der TAZ:

Samstag, 18.2.2012. Eifel.  Sieht man sich diesen Beitrag mit Christoph R. Hörstel an, so kann verstehen, warum Menschen Verschwörungsängste entwickeln und panisch auf jede Andeutung reagieren, die Mächtigen dieser Welt würden sich jemals unterhalten, jemals Strategien entwickeln und Pläne schmieden um sich noch mehr Reichtum anzueignen.  Man hört dort ungeheuerliches aus dem Mund eines Mannes, der einen beachtlichen Lebenslauf hinter sich gebracht hat – die Piratenpartei als Projekt des Verfassunsschutzes … ein ungeheuerlicher Vorwurf. Noch viel brisanter jedoch der Vorwurf, das der Journalismus tot ist. Natürlich darf auch nine-eleven nicht fehlen, das Flaggschiff aller Verschwörungstheorien. Aber mal ehrlich … kann man wirklich mit Sicherheit ausschließen, das eine Regierung, die unter Vorspielung falscher Tatsachen fremde Länder angreift, erobert und politisch unbequeme Mitmenschen im Ausland ermorden läßt, auch mal ein paar tausend Menschen im eigenen Land umbringt … wenn es denn den großen Zielen der Wirtschaft nützt? Kann man wirklich mit Sicherheit ausschließen, das der Verfassungsschutz, der jahrelang mordende Nazi-Todesschwadrone in einer von seinen eigenen Leuten völlig unterwanderten rechten Szene wirken lassen hat nicht auch mal eine Partei gründet, um präventiv und aktiv gegen mögliche zukünftige Verfassungsfeinde vorzugehen? Wäre es völlig undenkbar, das die Medien im Jahre 2012 nach jahrzehntelanger Wühlarbeit von Lobbyisten, Parteien und Konzernen (inklusiver beständiger Konzentration zwecks Auflösung der Konkurrenzsituationen) gar nicht mehr unabhängig berichten können, ohne persönlich  (in Form von Arbeitslosigkeit) Probleme mit Zeitungseignern, Werbekunden und Parteivertretern zu bekommen? Können wir es uns als friedliche Demokratie überhaupt leisten, das Risiko einzugehen, in dieser Hinsicht völlig blauäugig aufzutreten? Schauen wir uns hierzu einfach einmal ein paar Nachrichten an, zum Beispiel aus der TAZ:

Gleichzeitig tobt ja ein Krieg gegen Syrien, der medial weitgehend verschwiegen wird und der deutschen Bevölkerung nicht bewußt ist: Ausländische Geheimkommandos und Söldnerscharen sickern über alle Grenzen nach Syrien ein, Ausrüstung und Kommunikation besorgen NATO-Staaten, auch Deutschland. Aus Syrien höre ich, daß drei BND-Agenten von syrischen Dienststellen gefaßt wurden – möglicherweise will die deutsche Seite hier Tauschmöglichkeiten aufbauen.

Wieder einmal Christoph R. Hörstel. Irgendetwas schrecklich Irrationales an dieser Aussage? In Afghanistan war das Alltag – man heuerte die „Warlords“ des Nordens an, bewaffnete sie und schickte sie in den Krieg gegen die Taliban, die man vorher angeworben, mit Waffen ausgerüstet und gegen die Sowjets geschickt hatte, die wiederum hauptsächlich dafür verantwortlich waren, das die Industrie am Kalten Krieg vorzüglich verdient hatte – auch wir Deutschen haben unseren Anteil daran. Den muss man in den Medien jedoch lange suchen, nehmen wir als Beispiel Griechenland. Griechenland ist ja so ein Dauerbrenner wie bei uns Hartz IV – und dank der griechischen Tragödie können wir ja bald dankbar sein, das wir Hartz IV haben. Schauen wir mal ins Handelsblatt, wie die griechischen Schulen überhaupt zustandekamen:

Die Griechen gäben seit Jahrzehnten mehr aus, als sie verdienten, lautet ein berechtigter Vorwurf. Doch daran haben die Deutschen besonders gut verdient. Miele-Waschmaschinen, Grundig-Radios, ein Opel Olympia: Das waren schon in den 60er-Jahren begehrte Statussymbole in Griechenland – auch wenn sie für die meisten Menschen unbezahlbar blieben. Mit dem Beitritt zur EWG 1981 schlug die große Stunde der deutschen Exporteure, die Zollschranken fielen. Die Einführung des Euros gab den Ausfuhren nach Griechenland noch einmal einen kräftigen Schub. Sie haben sich zwischen 2002 und 2008 mehr als verdoppelt.

Dieser Euro war für uns ein kleines Wirtschaftswunder … nebenbei zerschlug man die einheimischen Industrien bzw. man sorgte dafür, das die erst gar keine eigenen aufbauten. Wo wird das eigentlich bei der öffentlichen Verurteilung Griechenlands berücksichtigt?

Es kommt aber noch besser:

Auch die Vertreter der deutschen Rüstungsindustrie gaben sich in Athen die Klinke in die Hand. Die Griechen waren lange ihre besten Kunden: Panzer und Geländewagen, Unimogs und U-Boote, Fregatten und Granaten. Selbst als die griechische Finanzmisere längst offensichtlich war, kam Kanzlerin Merkel nach Athen und drängte den damaligen Premier Kostas Karamanlis zum Kauf milliardenschwerer Eurofighter. Und wenn die Griechen mit einem Kauf zögerten, halfen deutsche Firmen wie Siemens oder Ferrostaal mit Schmiergeldern nach. Die wurden auf die Rechnungen draufgeschlagen.

Was bezahlen wir also heute wirklich? Die Gier und die Skrupellosigkeit deutscher Konzerne, die zudem auch noch Schützenhilfe von seiten der Nato und der Bundeskanzlerin hatten. Wir zahlen für einen Moralkrebs, der unsere ganze Gesellschaft durchsetzt hat … inzwischen hat diese Gier sogar einen Bundespräsidenten aus dem Amt gejagt, der den vielen „Zuckerchen“ der Gierindustrie nicht stringent genug ausgewichen ist. Ja, bei diesem Präsidentengeschacher kommt die deutsche Bundeskanzlerin genauso ins Spiel wie bei der Zwangsverschuldung Griechenlands, das den „Zuckerchen“ ebenfalls nicht widerstehen konnte. Schauen wir nochmal ins Handelsblatt, in dem sich der Sohn Rudi Dutschkes zum Rücktritt des Bundespräsidenten äußert:

Angela Merkel hat dieses Amt wie kein Kanzler vor ihr missbraucht. Die Art und Weise wie sie schon 2004 zusammen mit Guido Westerwelle beim geselligen Abendessen einen Finanzbeamten ins oberste Staatsamt gehievt hat, war eine Dreistigkeit.

Horst Köhler war bis zu dem Zeitpunkt, als er als Kandidat präsentiert wurde, in der Bevölkerung völlig unbekannt. Was hat es noch mit Demokratie zu tun, wenn eine Kanzlerin und ihr Stellvertreter in ihrer Allmacht und mit Parteizwang eine solche Entscheidung treffen können? 

Ja, was hat das noch mit Demokratie zu tun? Und wenn so etwas geschieht – was sagt das über unsere Demokratie aus? Und warum sollen wir dann Verschwörungstheorien in Bausch und Bogen verdammen, wenn wir doch Tag für Tag mit der Tatsache konfrontiert werden, das hinter den Kulissen der  Supernachrichtenshow ganz knallhart Politik gemacht wird, ohne uns zu fragen?

Nun vielleicht sollte uns das alles auch egal sein, denn:  die Deutschen werden immer reicher. 8,5 Billionen Euro – so schätzt der Spiegel, auf zehn Billionen kommt das Handelsblatt. „Die Deutschen“? Nein, nur ein paar „höhere Menschen“, Menschen, die es in einer Demokratie gar nicht mehr geben dürfte, die es aber trotzdem auf einmal da sind – zum Beispiel beim Wiener Opernball, siehe Welt:

Zur Fächerpolonaise zogen sie ein, in der ersten Reihe jene höheren Töchter und Söhne, deren Eltern eine der bis zu 18.500 Euro teuren Logen gebucht haben, zur Polka française „Auf Wiener Art“ begannen sie zu tanzen.

Wenn es stimmt, das ein ARD-Korrespondent wie Christoph R. Hörzel gezwungen ist, seine vier Kinder mit Hartz IV über Wasser zu halten (ich habe jedenfalls eine Nebenbemerkung in dem oben genannten Interview so gedeutet), dann würde das in Zahlen bedeuten, das für einen Logenplatz vier Kinder EINTAUSENDSECHSHUNDERTFÜNFUNDACHTZIG TAGE auf ihr Essen verzichten müssten (oder eben ein Kind achtzehn Jahre): Verhältnisse wie zum Zeitpunkt der französischen Revolution. Wahrlich, wir sind kein reiches Land, wir  sind ein willenloses und hilfloses nacktes Stück Fleisch auf der Schlachtbank skrupelloser Menschenfeinde. Zu drastisch formuliert?

Keine Sorge – ich stehe gern zu meinem Wort und liefere noch etwas nach, damit man sieht, das es nicht nur fernen Syrern, Libyern, Afghanen, Irakern und Griechen schlecht geht. Hierzu reicht ein Blick in die Welt:

Gier der Zocker gefährdet deutsche Stromnetze

Die Bundesnetzagentur warnt vor gefährlichen Handelsgeschäften an der Strombörse. Bei extremer Kälte kann der Preispoker zum Blackout führen.

Man sollte sich das wirklich einmal deutlich vor Augen führen, was das heißt: viele Heizungen werden bei extremer Kälte ausfallen. ALLE Heizungen. Kein Licht, kein Telefon, bald auch kein Wasser, wenn die Pumpen ausfallen: die spielen mit unser aller Leben – genauso wie die Ärzteschaft, ebenfalls Welt:

In Deutschland sind im Jahr 2010 nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung 1712 Patienten durch Ärztepfusch oder mangelhafte Medizinprodukte ums Leben gekommen. Zum Vorjahr entspreche dies einem Anstieg der Todesfälle um fast 35 Prozent, berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen. Demnach stieg die Zahl der durch Ärztefehler verursachten Todesfälle besonders stark: von 551 auf 944.

Nehmen wir die Zahlen der Patientenorganisationen, so verzehnfacht sich die Zahl der Todesfälle … dafür haben wir aber auch das teuerste und ineffektivste Gesundheitssystem der Welt. Nirgendwo sonst gibt es so wenig Leistung für so viel Geld, was zeigt, das unsere Gesundheit zwar teuer ist, aber keinerlei Wert mehr hat.

Damit aber noch nicht genug – der übervolle Reichtum der viel-zu-wenigen geht auch auf anderem Gebiet auf Kosten der wachsenden Armenschicht, die zunehmend aus den Städten herausgedrängt wird, siehe Welt:

Preise für Wohneigentum in Metropolen explodieren.

Das heißt: die Reichen und ihre Lakaien werden bald unter sich sein: die „höheren Menschen“ säubern das Land. Der Rest kann nach Griechenland ziehen und dort ohne Hartz IV auf der Straße leben. Medizin, Wohnraum, Stromversorgung: sogar im angeblich reichen Deutschland ist die Grundversorgung in Gefahr. Wer wissen will, wo die Verursacher stecken, braucht nur das Handelsblatt zu lesen:

Die Ratingagentur Moody’s feuert einen Warnschuss auf die Banken ab. Diesmal trifft es nicht die Institute in den europäischen Schuldenstaaten, sondern alles was in der Branche Rang und Namen hat, weltweit. UBS, Credit Suisse und Morgan Stanley könnten bis zu drei Bonitätsstufen verlieren. Bei der Deutschen Bank, Goldman Sachs, JP Morgan und Citigroup droht Moody’s eine Herabstufung um zwei Noten an. Insgesamt stellt die Ratingagentur weltweit 17 Großbanken unter verschärfte Beobachtung.

Das heißt für uns alle: nach der augenblicklich laufenden Verteilungsmechanik wird für uns alles noch teurer und noch schlechter.

Die Begründung der Aktion fällt vage aus: Die Auswirkungen der Schuldenkrise sowie die sich allgemein verändernden Finanzmärkte seien der Grund, erklärte Moody’s in der Nacht zum Donnerstag 

Das reicht als Begründung inzwischen aus – und wird von allen gedeckt. Man könnte auch sagen: der Wind hat ihnen ein Lied geflüstert. Das Lied hören alle – außer den Opfern.

Warum zahlen eigentlich nicht die Kreditausfallversicherungen für Griechenland? Ich denke, diese Frage wird schon längst nicht mehr gestellt, weil alle die, die sie stellen könnten, schon längst in das  System der „höheren Menschen“ integriert wurden, wo man es sich dank luxuriösester Ausstattung sehr gut gehen lassen kann.

Anders sieht es bei den Griechen aus:

Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung vor allem in Deutschland schultert die griechische Bevölkerung diese „Pakete“ bisher allein – die „Rettungsschirme“ sind durch Kredite und Bürgschaften unterlegt, deren Zinsen und Gebühren bisher alle pünktlich bedient wurden (im Moment ist der Saldo so, dass Griechenland einige hundert Millionen Euro an Deutschland bezahlt hat). Gleichzeitig funktioniert dieses Sparpaket nicht: die griechische Staatsverschuldung ist dadurch im Gegenteil so weit gestiegen, dass ein Stand von 120 Prozent im Verhältnis zum griechischen BIP im Jahr 2020 als wünschenswertes aber unrealistisches Ziel gilt – also ziemlich exakt der Schuldenstand, den Griechenland vor dieser Krise hatte. Das Sparpaket wird durchgesetzt von einer Regierung, die so nie vom griechischen Volk gewählt worden ist und das angeleitet wird von Mächten wie der Troika, die erst recht niemand in Griechenland oder im Rest von Europa gewählt hat. Der neueste Vorschlag dieser Mächte ist eben jenes durch „Sonderkonto“ das Haushaltsrecht. Ein griechischer Bürger hat also im Moment de facto keinerlei Einflussmöglichkeit mehr auf die Politik, die in seinem Land gemacht wird. Egal wie man es dreht und wendet, auch unabhängig von jeder Begründung – über die wir gleich noch reden werden – ist das die Abschaffung der Demokratie.

Dieser Auszug stammt aus einem Blog mit der treffenden Bezeichnung „Print würgt„. Der Autor ist Grieche – er weiß, wovon er spricht.  So tief muss man in der deutschen Medienlandschaft graben, um zu erfahren, was wirklich hinter der Griechenland-Misere steckt: eine brutale Bereicherungsaktion der „höheren Menschen“, die sich nicht scheuen, auch Ministerpräsidenten zu kaufen.

Nicht nur in Griechenland ist die Demokratie in Gefahr – das zeigt uns die Affäre Wulff in all ihren Dimensionen deutlich.

Aber:  warum erfahren wir das nicht?

Weil der Journalismus tot ist. Er ist „embedded“ in die Welt der „höheren Menschen“. Und darum glauben wir, das rundum uns herum alles in Ordnung ist, obwohl die US-Regierung internationales Menschenrecht ganz offen mit Füssen tritt, unsere Arbeit immer wertloser wird, unsere Lebenssituation immer prekärer und wir sogar im reichen Deutschland die Chance haben, im nächsten Winter frierend im Dunklen zu sitzen – alles im Dienste der Bereicherung der „höheren Menschen“.

Das man angesichts dieser Entwicklung dazu neigt, Theorien über Verschwörungen zu bilden, die Schuld haben an dieser Entwicklung, verwundert mich nicht. Anders kann man sich nicht plausibel erklären, wie sich denn all diese irrationalen, undemokratischen Elemente in die Alltagswirklichkeit einschleichen konnten.

Andererseits … kann ich auch verstehen, warum man diese Theorien fürchtet.

PS: nicht vergessen – am 4.Juli 2012 ist der erste nationale Kaufnixtag … jener Tag, an dem man den „höheren Menschen“ persönlich zeigen kann, das man auch gut ohne sie auskommt.

 

Erster nationaler Kaufnix-Tag – 4.Juli 2012

Guten Tag  Mitbürger. 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die gerne reich wären und die damit verbundene Achtung und Freiheit in unserem Land genießen wollen? Dann kann ich Ihnen sagen, was sie dazu tun müssen. Leihen Sie sich von der EZB 100 Millionen Euro zu 0 % Zinsen. Gehen Sie mit diesem Geld an die Börse und kaufen Sie etwas - irgendetwas, egal was. Wenn Sie dort irgendetwas kaufen, wird der Markt Ihnen folgen, was immer Sie kaufen wird dort enorm an Wert gewinnen. Sie können aus dem Spiel aussteigen, wenn Sie genug haben. Ist Ihre erwählte Aktie nach einer Stunde um 5 % gestiegen, steigen sie aus - Sie haben gerade fünf Millionen Euro verdient. Zahlen Sie der EZB das Geld zurück und behalten Sie den Rest. So wird man Millionär - nicht durch blöde Arbeit. Während Bauarbeiter in Deutschland als pseudoselbstständige Ein-Mann-Unternehmen verheizt werden, gestandene Feinmechaniker mit gebrochenen Zehen zur Arbeit humpeln müssen, führende Islamwissenschaftler ständig zwischen Zeitvertrag und Arbeitslosengeld pendeln und sogar fernsehbekannte ARD-Korrespondenten ihre Familie nur noch dank Jobcenter über die Runden bringen, können andere in einer Stunde fünf Millionen Euro verdienen und sich den Rest des Lebens auf einer Yacht räkeln - was ja auch eine erträgliche Art und Weise ist, sein Leben über die Runden zu bringen.

Guten Tag  Mitbürger.

Gehören Sie auch zu den Menschen, die gerne reich wären und die damit verbundene Achtung und Freiheit in unserem Land genießen wollen? Dann kann ich Ihnen sagen, was sie dazu tun müssen. Leihen Sie sich von der EZB 100 Millionen Euro zu 0 % Zinsen. Gehen Sie mit diesem Geld an die Börse und kaufen Sie etwas – irgendetwas, egal was. Wenn Sie dort irgendetwas kaufen, wird der Markt Ihnen folgen, was immer Sie kaufen wird dort enorm an Wert gewinnen. Sie können aus dem Spiel aussteigen, wenn Sie genug haben. Ist Ihre erwählte Aktie nach einer Stunde um 5 % gestiegen, steigen sie aus – Sie haben gerade fünf Millionen Euro verdient. Zahlen Sie der EZB das Geld zurück und behalten Sie den Rest. So wird man Millionär – nicht durch blöde Arbeit. Während Bauarbeiter in Deutschland als pseudoselbstständige Ein-Mann-Unternehmen verheizt werden, gestandene Feinmechaniker mit gebrochenen Zehen zur Arbeit humpeln müssen, führende Islamwissenschaftler ständig zwischen Zeitvertrag und Arbeitslosengeld pendeln und sogar fernsehbekannte ARD-Korrespondenten ihre Familie nur noch dank Jobcenter über die Runden bringen, können andere in einer Stunde fünf Millionen Euro verdienen und sich den Rest des Lebens auf einer Yacht räkeln – was ja auch eine erträgliche Art und Weise ist, sein Leben über die Runden zu bringen.

Mal ehrlich: das könnte Ihnen doch auf gefallen, oder? Ich glaube jedenfalls, Sie wären der ideale Kandidat dafür. Sie arbeiten hart, schleppen sich auch krank zum Job, zahlen brav und redlich Ihre Steuern, erziehen Ihre Kinder zu ordentlichen Staatsbürgern, helfen im Verein aus wo Sie nur können und gehen sogar zu jeder angesagten Wahl.

Sie hätten es verdient.

Das Problem ist nur: IHNEN wird keine Bank mal eben 100 Millionen Euro leihen. Jedem anderen, aber IHNEN nicht. Jeder hirnlose Faulpelz und Laumalocher, jeder wahre Sozialschmarotzer und Gesellschaftsparasit kann sich auf diese Art und Weise mit 28 Jahren superreich aus dem Arbeitsleben verabschieden, während SIE bis 72 durchhalten müssen.

Gemein, oder?

Ich finde das sehr gemein. Das haben Sie nicht verdient. In einer gerechten Welt sollte das Geld zur Arbeit fließen – und nicht zum Glücksspieler. Geld sollte zu den Menschen fließen, die die Wirtschaft lebendig halten, die der Gesellschaft durch ihre Kinder eine Zukunft ermöglichen, die durch ihr Leben und ihre Arbeitskraft jenes Wunder der modernen Zivilisation gestaltet haben, das Krieg, Krankheit, Hunger und Kälte weit aus dem Alltag verbannt hat und uns eine Lebensqualität ermöglichte, die weit über den Standard der Könige, Kaiser und Päpste  der alten Zeiten hinausreicht.

Doch dort kommt das Geld nicht an.

Es fließt in großen Strömen zu jenen, die die Lücken im System finden und sich durch raffinierte Tricks unendlich bereichern – mit schrecklichen Folgen für ihre Mitmenschen, denn dort fehlt das Geld um Löhne zu zahlen, Renten zu finanzieren, Steuern zu begleichen.

Ungerecht, oder?

Ich finde, das ist sehr ungerecht.

Viele Menschen sind unzufrieden mit dieser Situation – verständlicherweise. Linke, Rechte, Reiche, Arme, Gesunde, Kranke, Alte, Junge, Unternehmer, Arbeiter – quer durch die ganze Gesellschaft findet man Menschen mit Anstand und einem verantwortungsbewussten Gerechtigkeitssinn, die nicht teilhaben wollen an diesem grassierenden Wahnsinn, der aktuell eine Volkswirtschaft nach der anderen vernichtet.

Alle wissen – mit einem kleinen Seitenblick auf die rasant wachsenden Staatsschulden: das kann nicht mehr lange gut gehen.

Die Frage ist nun – was kann man tun?

Die Medien sind mitlerweile den Regierungen und Anzeigenkunden verpflichtet, die Unternehmen zittern vor der Kreditklemme, die Arbeitnehmer zittern vor Arbeitslosigkeit und Hartz IV, die Schüler zittern vor G8, die Arbeitslosen und Rentner fürchten den Hunger- oder Kältetod – wer soll also diesmal den Karren aus dem Dreck ziehen – und vor allem … wie?

Wollen wir uns alle in Berlin zur Demonstration versammeln – wie früher mal?

Mal ehrlich: niemand hat mehr Zeit für solch eine Aktion – und viele fürchten die Konsequenzen im Berufsleben, wenn sie sich zu sehr aus dem Fenster hängen. Viele haben auch gar nicht das Geld für die Reise, haben pflegebedürftige Angehörige, Kinder, die zu versorgen sind oder sind zu krank für die weite Reise.

Und außerdem: niemand interessiert sich mehr wirklich für Leute, die frierend in der Kälte oder im Regen stehen und Parolen brüllen. Im Zeitalter der Massenvernichtungswaffen sind Menschenmassen eben nicht mehr so bedrohlich wie noch im 19. Jahrhundert.  Ausserdem haben Politiker ihre eigenen Probleme – tausende Lobbyisten sind schon in Berlin und wollen erhört werden, da hat man für Menschenmassen auf der Straße überhaupt keine Zeit mehr, deren Stimme kann in dem Lärm überhaupt nicht mehr durchdringen.

Es gibt aber einen Weg, wie man – ganz bequem und völlig ohne eigenes Risiko ein Zeichen setzen kann, das die Schreibtische in Parteien, Konzernen und Medien in Brand setzt:

der erste nationale Kaufnixtag am 4.Juli 2012.

An jenem Tag, an dem die führende Weltmacht ihre Unabhängigkeit von alten feudalen imperialen Mächten feiert, ist ein guter Tag, an dem wir Bürger, die nach dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland die wahren Herrscher dieses Landes sind, unsere Unabhängigkeit demonstrieren und den neuen ungerechten und gemeinen Strukturen zeigen, das wir nicht alles mit uns machen lassen.

Der Generalstreik in Deutschland ist verboten, daran muss man sich halten – aber niemand kann uns zwingen, etwas zu kaufen.

Es wird ein schöner Tag werden. Wer muss, kann arbeiten gehen – aber die Geschäfte werden nicht betreten. Keiner geht zur Bank oder zum Geldautomaten, keiner fährt zur Tankstelle, zum Supermarkt oder benutzt einen Online-Shop. Wir kaufen auch keine Medien. Die Zeitungen bleiben im Kiosk, im Briefkasten oder im Müll, die Radiosendungen laufen ins Lehre und die vielen Moderatoren predigen in schwarze Bildschirme hinein. Gehen Sie spazieren, stellen Sie die Möbel in der Wohnung um, bleiben Sie den ganzen Tag im Bett, spielen Sie Doppelkopf mit den Nachbarn, lesen Sie Bücher oder machen Sie Liegestützen … aber benutzen Sie keinen Strom, kein Telefon und so wenig Wasser wie möglich.

An jenem Tag können wir einfach mal allen zeigen, wie schön denn ihr Leben ohne uns währe. An jenem Tag … zahlen wir endlich mal NICHT!

An jenem Tag … behalten wir einfach mal unser Geld.

Das ist erlaubt, dazu braucht man auch keine Genehmigung.

Alles, was zu tun ist, ist diesen Text in einen Kettenbrief zu verwandeln – das haben viele von Ihnen doch schon mal gemacht, oder? Kopieren Sie ihn und schicken ihn an zehn Menschen, die auch nichts von der EZB geliehen bekommen: so haben morgen schon zehntausend diesen Brief, übermorgen hundertausend, dann eine Million und in vier Tagen jeder Bürger dieses Landes.

Gut, es wird eine Zeit dauern, bis alle davon wissen.

Aber – es ist ja noch Zeit. Es reicht auch, wenn nächsten Monat alle Bescheid wissen.

In Anlehnung an das Bundeslied für den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (Georg Herwegh, 1863) hier noch ein kleiner Vers, den man an jenem Tag leise vor sich hinsingen darf:

König Kunde, aufgewacht!
Und erkenne deine Macht!
Alle Räder stehen still,
Wenn dein starker Arm es will.

Und nun: an die Arbeit. Lassen Sie uns den Mächten dieser Zeit zeigen, „wo der Hammer hängt“.

Friedlich, freundlich,  leise, legal – und unmissverständlich.

 

 

 

Der hässliche Deutsche ist wieder da – und blöd ist er diesmal auch noch: Griechenland muss sterben!

Mittwoch, 8.2.2012. Eifel. Kennen Sie noch den häßlichen Deutschen? Den gab es früher mal. Er hat fremde Länder überfallen, seine Arbeiter geraubt und sie in deutschen Fabriken zu Tode schuften lassen - so sagt man. Wenn ihm einer mal nicht gar nicht gepasst hat - Juden also, Zigeuner, Linke, Freimaurer, Christen, Arbeitslose, Demokraten, Humanisten oder einfach nur die blöden Nachbarn - dann hat er sie auch schon mal eingesperrt und aus Kostengründen vergast. Ja, so war er, der hässliche Deutsche. Kennen Sie auch das Land der Dichter und Denker? Ja - ist genau das gleiche Land. Bevor der hässliche Deutsche (manche meinen, der erste kam aus Österreich) auf der Bildfläche erschien, gab es hier die Dichter und Denker. Die hat der hässliche Deutsche zuerst ausgerottet - das war sozusagen seine Hauptarbeit. Heute ist er wieder da, der hässliche Deutsche ... jetzt rottet er erstmal die Griechen aus.

Mittwoch, 8.2.2012. Eifel. Kennen Sie noch den häßlichen Deutschen? Den gab es früher mal. Er hat fremde Länder überfallen, seine Arbeiter geraubt und sie in deutschen Fabriken zu Tode schuften lassen – so sagt man. Wenn ihm einer mal nicht gar nicht gepasst hat – Juden also, Zigeuner, Linke, Freimaurer, Christen, Arbeitslose, Demokraten, Humanisten oder einfach nur die blöden Nachbarn – dann hat er sie auch schon mal eingesperrt und aus Kostengründen vergast. Ja, so war er, der hässliche Deutsche. Kennen Sie auch das Land der Dichter und Denker? Ja – ist genau das gleiche Land. Bevor der hässliche Deutsche (manche meinen, der erste kam aus Österreich) auf der Bildfläche erschien, gab es hier die Dichter und Denker. Die hat der hässliche Deutsche zuerst ausgerottet – das war sozusagen seine Hauptarbeit. Heute ist er wieder da, der hässliche Deutsche … jetzt rottet er erstmal die Griechen aus.

Klar, so offen reden wir nicht darüber. „Damals“ konnte man ja auch nicht einfach in jeder Zeitung schreiben, das Hitler die Juden vergast. Der Sprachcode war ein anderer – „Umsiedlung“ hieß das.  Diese „Umsiedlung“ kann man als Begriff heute nicht mehr verwenden, darum hat man den Begriff „Reformen“ erfunden. Das hört sich flott an, modern, gut.  Die Wahrheit jedoch ist so hässlich wie der Deutsche selbst: „Reformen“ heißt letztlich nichts anders als Ausrottung durch Entzug der Lebensgrundlage. Das kann man im Lager machen (zieht aber heute nicht mehr so gut, da machen nicht mehr alle mit und außerdem stimmt die Kosten-Nutzen-Analyse nicht) oder aber einfach durch kollektive Verelendung.

Wieso der Grieche so verelendet, wieso er seine Kinder abgibt, auf der Straße erfriert, im Stall verhungert oder sein Land verlässt, wenn er es nur gerade irgendwie kann, wo wir doch beständig neue Milliarden in dieses Land hineinpumpen, erklärt uns keiner. Das bleibt ein Rätsel, so wie es früher ein Rätsel blieb, warum die „Umgesiedelten“ keine Postkarten schickten und auch nicht mal zu Besuch vorbei kamen.

Der Vizechef der Gewerkschaft der Angestellten in Griechenland kennt das Problem genau, siehe Spiegel:

 „In Deutschland hat doch keiner eine Ahnung, was für Umwälzungen hier im Gange sind und was für Opfer von uns verlangt werden.“

Hier hat auch wirklich keiner eine Ahnung, was es bedeutet, wenn die Welt folgende Artikel schreibt:

Statt vereinbarte Kürzungen zu vollziehen hintertreibt der Beamtenapparat die Reformen, wo er nur kann. Staatsdiener verschlingen mehr als die Hälfte des Haushalts.

Ein Wunder, das man sich darüber aufregt – aber nicht im Lande des hässlichen Deutschen. Was die Beamten dort tun, ist: sie tun ihre Pflicht. Sie sind in erster Linie dem Land, der Verfassung und dem Staate verpflichtet. Wenn eine fremde Macht dem Land Gewalt antut – egal in welcher Form – dann ist es ihre Pflicht, Widerstand zu leisten. Dafür haben sie ihre Privilegien. Sie „verschlingen“ auch keinen Haushalt – sie werden für ihre Arbeit bezahlt. So etwas gab es auch in Deutschland, bevor rot-grün die Leihsklavenarbeit erfunden hat. Jetzt staunen wir nicht mehr darüber, das eine Zeitung sich darüber beschwert, das im Ausland Beamte tun, wofür sie bezahlt werden und dafür auch noch Geld bekommen.

Wir haben uns im Inland an den hässlichen Deutschen bereits gewöhnt – im Ausland lernen sie uns jetzt erst richtig kennen. DGB-Chef Sommer formuliert die Zielrichtung der aktuellen Politik sinngemäß so:

Das strikte Sparen macht die Staaten arm und handlungsunfähig.

Wenn ich einen Menschen arm und handlungsunfähig mache, verurteile ich ihn zum Tode – auch ohne selbst zu schießen. Dazu reicht es, das ich dem Staat sein Geld wegnehme und auf ein Sperrkonto fließen lasse.

Der deutsche Dichter und Denker würde hier aufmerksam werden. Er würde sich fragen, wann denn jene unsichtbaren Mächte Deutschland ins Visier nehmen, ein Land, das ebenfalls hoch verschuldet ist. Er würde sich auf fragen, wo denn eigentlich das ganze Geld hin ist, für das wir so schwer gearbeitet haben. Er bräuchte auch nicht lange zu suchen, um es zu finden:

Lizenz zum Gelddrucken: Kreditinstitute werden sich bei der Europäischen Zentralbank bald günstig mit Geld eindecken, bis zu eine Billion Euro könnten es werden. Den Instituten winken Profitmargen von bis zu 500 Prozent, das Ausfallrisiko trägt am Ende der Steuerzahler.

Was meint man wohl, wem man dieses Geld andrehen wird? Natürlich armen Staaten, die dann davon ihre Nato-Rüstungsbeiträge bezahlen, die es nach dem Ende des kalten Krieges eigentlich nicht mehr geben darf. Dann werden deutsche Baukonzerne auch noch ein paar unnütze Autobahnen für Ziegenherden bauen, ein paar Staudämme ohne Wasser oder Riesenflughäfen in Gemüsegärten errichten und die komplette Regierung des Beutelandes wird – letztlich auf Kosten des deutschen Steuerzahlers – mit Limousinen aus deutschem Hause ausgestattet.

So macht man Staatsschulden, an denen viele verdienen – aber die nur einer bezahlt.

Ich.

Im Lande der Dichter und Denker würde solch ein Wahn nicht durchgehen, im Lande der Hässlichen und Blöden wird es jedoch umso schlimmer:

Die Deutsche Bank  will nach Informationen der Financial Times (FT) einen neuen Fonds auflegen, der illiquide Hedge-Fonds-Vermögenswerte aufkaufen soll. Der neue Fonds, den das größte deutsche Geldhaus zusammen mit der auf solche Anlagen spezialisierten Firma Rosebrook Capital auflegen will, soll demnach bis zu 500 Millionen Dollar einsammeln.

Mehr als drei Jahre nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers setzen Geldinstitute wieder auf Aktiva, die seit den Turbulenzen als toxisch galten. 

Ja – das kann man im Lande der Blöden locker machen. Das merken nicht, das jetzt wieder gezockt wird bis der Arzt kommt – und darüber hinaus. Hier wird die nächste Blase aufgebaut, die der Rettungsschirm letztlich wieder einfangen soll.

Super, oder?

Kommt aber noch besser, wir können inzwischen auch wieder richtig hässlich werden:

Wie antastbar die Würde des Menschen jedoch für die Deutsche Bank sein kann, beweist das Institut mit der Emission des Fonds „DB Kompass Live 3“ aus dem Jahr 2008. Der Fonds investiert im Gegensatz zu seinen offensichtlich schlecht laufenden Vorgängern DB Kompass Live 1 und 2 nicht in aufgekaufte Lebensversicherungspolicen, sondern spekuliert direkt mit der Lebenserwartung eines ausgesuchten Kreises von etwa 500 US-Amerikanern. Je früher einer der Teilnehmer stirbt, desto höher ist die Rendite für die Anleger.

Ob die jetzt auch noch Leasingverträge mit Profikillern der Mafia abschließen, um die Rendite maximal auszugestalten – oder sind die Killer noch zu teuer?

Im Lande der Dichter und Denker wäre die Deutsche Bank schon längst ein Fall für die königliche Garde – sprich: die Bundeswehr. Da wächst ein Staatsfeind im Herzen der Republik, macht das Land hässlich und blöde und niemand erinnert sich noch daran, was der Staat in solchen Fällen unternimmt.

Zur Erinnerung: in solchen Fällen wird geschossen. Aus Notwehr.

Das brauchen wir aber im Prinzip nicht zu tun (wir wollen uns ja auch nicht auf das Niveau der Banken hinabbewegen) – es reicht, wenn wir als Staaten sagen:

Wir zahlen ab heute keine Zinsen mehr und erklären alle Schulden aller Staaten für null und nichtig. 

Warum sollen wir auch für das Versagen unserer Angestellten bis in alle Ewigkeit aufkommen?  Sofort wären alle Staaten wieder reich … nur ein paar Superreiche wären weniger superreich.

Haben wir überhaupt noch eine Alternative zu diesem Schritt? Ist er nicht schon längst das Einzige, was in dieser Welt wirklich alternativlos ist?

500 Milliarden Euro soll die Pleite Griechenlands allein die Deutschen kosten. Portugal bereitet sich klammheimlich ebenfalls auf einen Schuldenschnitt vor. Belgien droht der nächste Pleitekandidat zu werden, Spanien pflegt eine Rekordarbeitslosigkeit, ein Ende des Anstiegs ist nicht in Sicht – und wieder droht der Rettungsschirm  zu gering auszufallen: ich soll noch mehr zahlen.

Was haben wir denn eigentlich noch zu verlieren? Schauen wir doch mal genau hin, was um uns herum vor sich geht:

Auch im Fall Griechenland haben Derivate, vor allem sogenannte Kredit­ausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS), mit denen Finanzjongleure schon vor Beginn der Krise begannen, auf die Pleite Griechenlands zu spekulieren, das Potential eine ähnliche globale Katastrophe auszulösen wie der Lehman-Zusammenbruch.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel schätzt mit Stand von Ende Juni 2011, daß Derivate im Nominalwert von 707 Billionen Dollar (etwa das zwölffache des Weltbruttoinlandsproduktes) ausstehen. 32,5 Billionen Dollar Nominalwert sind davon CDS. Deren größter Teil wiederum sind sogenannte leere Kreditausfallversicherungen, denen kein reales Darlehen gegenübersteht, auf die jedoch bei einem »Default« (Bankrott) der gesamte Nominalwert der CDS von dem Versicherungsgeber an den Versicherungsnehmer ausgezahlt werden muß.

Wer schließt eigentlich so dämlich Verträge ab – und wer bestimmt, das ich für den Blödsinn haften soll?

Klar – das beschließt der hässliche Deutsche. Und der blöde Deutsche zahlt … und zwar – wie üblich –  mit seinem Leben:

Während die Lebensarbeitszeit im Jahr 2000 hierzulande 34,3 Jahre betrug, lag sie 2010 schon bei 36,8 Jahren. Das sind sieben Jahre länger oder ein Viertel mehr als in Italien üblich (29,6 Jahre).

Auch Griechen und Franzosen, die von vielen Deutschen nach Umfragen um ihre Lebensart beneidet werden, bleiben mit 32,3 und 34,2 Jahren hinter dem Arbeitseifer des größten Euro-Staates zurück.

Vielleicht zahlen wir auch schon mit unserem Gold: das tolle Superaufschwungjubeldeutschland hat 2011 als EINZIGES Euro-Land seinen Goldschatz verringert.

Zeit also, auch als Deutscher zu merken, das wir uns unsere Blödheit nicht mehr leisten können. Griechenland soll sterben – das ist der Hintergrund aller Reformen. Sagen wir das doch einfach mal deutlich: wir wollen seine Männer als billige Arbeitssklaven, seine Ressourcen als Geschenk, seine Frauen als Prostituierte in deutschen Bordellen und seine nutzlosen Kinder im Grab sehen – und wir möchten, das die Griechen das gefälligst selber machen, weil alles andere zu teuer würde.

Was wir dabei übersehen: wir werden die nächsten seien.

Früher holten sie zuerst die Juden – und dann die Tschechoslowakei. Heute holten sie zuerst die Arbeitslosen – und dann Griechenland. Sie werden sich aber wie üblich damit nicht zufrieden geben.

Wer sind nun diese „sie“?

Nun – die hässlichen Deutschen.

Wer sonst?

 

Deutschland 2012: reale Arbeitslosigkeit 28,5%, inhumaner als die Mafia aber voller Hoffnung auf Renditen für Psychopathen

Sonntag, 5.2.2012. Eifel. Ich respektiere ja die alte Mafia. Ich mag sie nicht - natürlich nicht - weil sie eine kriminelle Vereinigung ist, ihre Vermögen durch mehrfache regelmässige Gesetzesbrüche aufhäuft, vor Gewalt, Erpressung, Mord und Raub nicht zurückschrecken, was mit den Werten einer friedlichen Zivilgesellschaft nicht in Einklang zu bringen ist, aber ich respektiere die "alten Familien", weil sie Werte haben. Werte, die die Mafia den westlichen Finanzspekulationsnationen (ich schätze mal, so wird man uns nennen, wenn alle gemerkt haben, das der Begriff "Industrienationen" nicht mehr angemessen ist) bzw. "Zockernationen" voraus hat: Gewalt gegen Frauen und Kinder steht bei der Mafia nicht auf dem Programm, das ist absolut Tabu und kann ganz schnell zu hässlichen Szenen von weiterer Gewalt führen. Die rot-grüne Bundesregierung war da schon anders drauf: rücksichtslos hat sie versucht, ihren Haushalt auf Kosten von Frauen und Kindern zu sanieren - Hartz IV trifft doch in erster Linie Alte, Kranke,  Behinderte und ihre Kinder - sowie hunderttausende von alleinerziehenden Müttern. Da zeigt der moderne rot-grüne Politiker, das er vor Gewalt gegen Frauen und Kindern nicht zurückschreckt - oft genug mussten wir uns anhören, das die Arbeitslosen genügend "Druck" brauchen. Den gleichen "Druck" hat man ebenfalls auf ihre Kinder ausgeübt - ohne die geringsten Skrupel setzt man dies bis heute fort - und das ist noch nicht alles.

Sonntag, 5.2.2012. Eifel. Ich respektiere ja die alte Mafia. Ich mag sie nicht – natürlich nicht – weil sie eine kriminelle Vereinigung ist, ihre Vermögen durch mehrfache regelmässige Gesetzesbrüche aufhäuft, vor Gewalt, Erpressung, Mord und Raub nicht zurückschrecken, was mit den Werten einer friedlichen Zivilgesellschaft nicht in Einklang zu bringen ist, aber ich respektiere die „alten Familien“, weil sie Werte haben. Werte, die die Mafia den westlichen Finanzspekulationsnationen (ich schätze mal, so wird man uns nennen, wenn alle gemerkt haben, das der Begriff „Industrienationen“ nicht mehr angemessen ist) bzw. „Zockernationen“ voraus hat: Gewalt gegen Frauen und Kinder steht bei der Mafia nicht auf dem Programm, das ist absolut Tabu und kann ganz schnell zu hässlichen Szenen von weiterer Gewalt führen. Die rot-grüne Bundesregierung war da schon anders drauf: rücksichtslos hat sie versucht, ihren Haushalt auf Kosten von Frauen und Kindern zu sanieren – Hartz IV trifft doch in erster Linie Alte, Kranke,  Behinderte und ihre Kinder – sowie hunderttausende von alleinerziehenden Müttern. Da zeigt der moderne rot-grüne Politiker, das er vor Gewalt gegen Frauen und Kindern nicht zurückschreckt – oft genug mussten wir uns anhören, das die Arbeitslosen genügend „Druck“ brauchen. Den gleichen „Druck“ hat man ebenfalls auf ihre Kinder ausgeübt – ohne die geringsten Skrupel setzt man dies bis heute fort – und das ist noch nicht alles.

Schauen wir uns in Europa einmal um: was ist die grassierende Rekordarbeitslosigkeit in Europa eigentlich anderes als Gewalt gegen eine junge Generation, die zugunsten der hemmungslosen Raffgier von Bankern und Politikern auf ihre Zukunft verzichten müssen? Konkret nimmt das ja immer perversere Formen an: der erste Konzern fängt jetzt an, den Mietsklaven ganz offiziell als Hauptbeschäftigungsmodell der Zukunft einzuführen, siehe Spiegel:

Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben – die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.

Während in Deutschland zunehmend mehr von Arbeitslosigkeit gefährdete Arbeitsvermittler der Jobcenter versuchen, Arbeitslosen die keiner mehr will Arbeit zu vermitteln, die keiner hat, zerstören die Konzerne zunehmen jenes Beschäftigungsmodell, auf dem unser ganzer Staat beruht: den sozialversicherungspflichtigen Vollzeitarbeitsplatz, den Krankenkassen, Rentenkassen und der Staat selbst zum reibungslosen Funktionieren alternativlos brauchen.

Das als brutalen, terroristischen Angriffskrieg gegen die deutsche Volkswirtschaft zu werten, traut sich noch keiner – dabei sind die Folgen katastrophal:

IBM ist mit seinem Arbeitsmodell konsequenter Vorreiter einer Entwicklung, die sich in Deutschland bereits seit längerem abzeichnet. Nach bisher unveröffentlichten Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sank die Zahl der unbefristeten Vollzeitjobs von 1999 bis 2009 um 18,5 Prozent. Mittlerweile sind nur noch etwas über die Hälfte alle Arbeitnehmer so beschäftigt. Zugleich stieg die Zahl der atypischen Erwerbsformen – etwaLeiharbeit oder Solo-Selbständigkeit – um fast 79 Prozent an.

Von 1999 bis 2009 hatten wir also einen realen Anstieg der Arbeitslosigkeit von 18,5 % – wenn wir den sozialversicherungspflichtigen Vollertragsarbeitsplatz als Grundlage nehmen. Ja – Vollertragsarbeitslplatz anstatt Vollzeitarbeitsplatz. In einer Welt, wo wir unser eigenen Äcker für Autobahnen und Supermarktparkplätze abgeben mussten, brauchen wir Geld, um überhaupt etwas zu essen zu haben: es ist also sehr wichtig das ARBEIT auch GELD bringt und nicht nur BESCHÄFTIGUNG ist.

Beschäftigen … können wir uns nämlich gut selber. Zum Beispiel mit der Frage: wenn der Anstieg der Arbeitslosigkeit 18,5 % betrug und die Arbeitslosenquote 1999 bei zehn Prozent lag: wieso haben wir jetzt keine Arbeitslosenquote von 28,5 %?

Wieviele wären das denn überhaupt?

Im Dezember 2011 hatten wir – offiziell – 2,34 Millionen Arbeitslose und 40,13 Millionen Erwerbstätige. Macht: 42,47 arbeitsfähige Menschen. Hiervon die 28,5 Prozent genommen haben wir … 12 Millionen Arbeitslose. Seltsam – hierauf bin ich schon mal durch andere Perspektiven gekommen. Scheint also zu stimmen. Nimmt man also die grassierende Massenarbeitslosigkeit von 12 Millionen Menschen (oder 28,5 %) als reale Grundlage, dann versteht man auch, wieso die Staatsverschuldung nicht gebremst worden ist.

Schauen wir uns doch mal den Haushalt 2005 an. Die Agenda 2010 kam, wirtschaftliche und staatliche Gewalt gegen Frauen und Kinder wurde gesellschaftsfähig, weil wir einfach kein Geld mehr hatten. Das war nämlich auf den Konten der Großbanken, gehörte nur jemand anders, der besser zocken konnte als jene Menschen, die den ganzen Tag damit beschäftigt waren, den Laden am Laufen zu halten. Wir waren gezwungen, zu sparen. Es gab Hartz IV, alte, kranke und behinderte Menschen, die früher beim Sozialamt waren, weil sie nicht mehr arbeiten konnten, mussten auf einmal per Definition wieder arbeiten gehen – obwohl sie durch Hartz IV weder jung noch gesund wurden.

Sah ja auch düster aus: 1,52 Billionen Euro Schulden hatten wir, der Steinbrück war ausser sich vor Entsetzen.

Staatsverschuldung 2011? 2,07 Billionen – ein Anstieg von 33%. Solche Daten passen zu einem Volk, das sich eine grassierende Arbeits- bzw. Ertragslosigkeit leistet und Zocker tausendfach höher entlohnt als Arbeiter. Dort, wo das Hauptstandbein der Finanzierung zunehmend vernichtet wird (der sozialversicherungspflichtige Vollzeitarbeitsplatz), muss man sich nicht wundern, das Kürzungen im Sozialbereich kein Wachstum bringen, sondern nur zusätzlich auch noch den Einzelhandel vernichten. Alan Posener nimmt in der Welt eine interessante Position zu dem drastischen Sparwillen deutscher Politiker ein (der – wie schon erwähnt – auch Gewalt gegen Frauen und Kinder bedeutet):

Nachdem Angela Merkel mit der Abschaltung aller Atomkraftwerke die inzwischen im bequemen Hier und Jetzt angekommenen Grünen links überholt hat, führt sie nun mit ihrem europäischen Spardiktat die grüne Ideologie vom „Ende des Wachstums“ in die Haushaltspolitik ein. Aus einer Krise, die vor allem eine Krise der Produktivität ist, soll Europa nicht herauswachsen, sondern unter deutscher Aufsicht herausgespart werden.

Das ist etwa so sinnvoll wie die Rettung der Erde durch Fortschrittsverzicht. Im Gefolge der Kanzlerin krächzt ein Chor endzeitseliger Kommentatoren die alte Kantate vom Konsumverzicht, früher zur Beschwichtigung der Erdgöttin Gaia, jetzt zur Beschwichtigung des Finanzmarktgottes Gaga.

Schön zu sehen, das immer mehr Menschen den religiösen Charakter unserer Wirtschaftsordnung erkennen – immerhin haben wir diesem religiösen Element, diesem „Finanzmarktgott Gaga“, ja auch die Alternativlosigkeit in der Politik zu verdanken: zu Gott gibt es halt nur das Böse als Alternative … und wer will das schon.

Schön auch, das wir mal zwischendurch etwas über unsere reale Wirtschaftssituation erfahren:

Dass Europa, immer noch die größte Volkswirtschaft dieser Erde, „über seinen Verhältnissen lebt“, wenn es seinen Bürgern eine Grundsicherung verspricht, die übrigens auch überall eine Sicherung gegen den politischen Radikalismus ist, für den Europa im vergangenen Jahrhundert so anfällig war und immer noch ist, das darf man getrost als Mythos der neuen Endzeitpropheten abtun.

Wer ist eigentlich Alan Posener? Wikipedia klärt auf:

Väterlicherseits aus einer liberalen deutsch-jüdischen, mütterlicherseits aus einer englisch-schottischen Familie stammend, wuchs er in England, Malaysia und Deutschland auf. Posener studierte Germanistik undAnglistik an der FU Berlin und der Ruhr-Universität Bochum. Dabei war er als Kader des Kommunistischen Studentenverbands und der maoistischen KPD-AO aktiv. Nach dem Staatsexamen arbeitete Posener alsStudienrat am Kant-Gymnasium (Berlin) und an der Martin-Buber-Gesamtschule in Berlin-Spandau. Er verließ den Schuldienst, wie er sagt, aus „Langeweile“.

Ein Ex-Kommunist warnt 2012 in einem konservativen Blatt vor der christdemokratischen Kanzlerin: die Lage muss wirklich sehr ernst seien. Kein Wunder: wo die Mafia humaner ist als die Bundesregierung, haben wir ein moralisches Niveau erreicht, das kaum noch unterboten werden kann.

Konzerne … freuen sich über eine solche Entwicklung. Ist die Moral am Boden, darf man sogar Frauen und Kinder ausplündern (oder sogar vergasen), dann lassen sich Superrenditen einfahren,  Quandt, Oekter und die IG-Farben-Sprösslinge Bayer oder BASF haben es vorgemacht: wenn wieder einmal die Losung ausgegeben wird: „Psychopathen aller Länder vereinigt euch„, dann werden sich die internationalen Konzerne wieder sofort umorientieren … immerhin sind sie selbst auch Kinder psychopathischen Geistes und nicht abgeneigt, auch an Arbeitssklaven, medizinischen Horrorexperimenten oder Lampenschirmen aus Menschenhaut gut zu verdienen.

Darum ist es auch kein Wunder, das Konzerne (wie jetzt IBM) gezielt daran arbeiten, die wirtschaftliche Grundlage des Staates zu vernichten – und so nebenbei den Psychopathen im Land enormen Auftrieb geben – Psychopathen, die kein Problem damit haben, im Namen der Finanzmärkte Schulkinder in Griechenland hungern oder in Spanien frieren zu lassen … und beständig noch mehr Leid einfordern, um ihre perversen Gelüste zu befriedigen. So zerschlagen sie die Sicherung gegen den politischen Radikalismus … der ihnen letztlich nochmal zusätrliche Renditen bescheren wird.

Toll oder? Das hat schon System. Kein Wunder, das Kommunisten und Konservative gleichermassen erschrocken sind. Jeder geistig im Normbereich funktionstüchtige Mensch wird über die Entwicklung erschrocken sein, denn man weiß, was renditeorientierte Psychopathen machen, wenn sie merken, das hungernde und frierende Kinder immer noch mehr kosten als tote Kinder.

Wer mit Lebensmitteln spekuliert und so tödliche Aufstände in Nordafrika und Hungertote im Süden provoziert, der vergast auch kleine Kinder.

Und wer das Schonvermögen verstorbener Arbeitsloser einkassiert, ist nicht besser als der, der sich jüdisches Vermögen durch die Zwangsarisierung angeeignet hat:

Erben des Hartz IV Beziehers müssen das vom Jobcenter gezahlte ALG 2 zurückzahlen, soweit es innerhalb der letzten 10 Jahre gezahlt wurde und 1.700 Euro überstiegen hat. Nicht zurückzuzahlen sind Einstiegsgeld und befristeter Zuschlag. Die Haftung des Erben ist auf den Wert des Nachlasses beschränkt. Von dem ererbten Vermögen kann der Erbe zuvor die Schulden und die Kosten einer angemessenen Beerdigung abziehen.

Wir sollten in Zukunft wieder die gute alte Gewissensprüfung einlegen: wer keins hat, bekommt Hartz IV und wird ausgesondert. Das wird Völkerwanderungen in den Vorstandsetagen von Politik und Wirtschaft geben … und der Menschheit Hoffnung auf ein Leben in Frieden und Wohlstand, die der Handel automatisch wieder bringen wird, wenn die Psychopathen inhaftiert sind. Anders wird man sie angesichts ihres Leistungsprofils nicht bremsen können:

Sie begehren nicht nur Besitz und Macht, sondern haben eine besondere Freude daran, den Besitz von Anderen in Beschlag zu nehmen. Was sie stehlen, erschwindeln und erzwingen können, sind Früchte, die viel süßer sind als diejenigen, die sie durch ehrliche Arbeit erlangen.

Und nachdem sie einmal eine Quelle bestmöglich ausgepresst haben, wenden sie sich jemand anderem zu, den sie ausnutzen, ausbluten und danach wegwerfen können; ihr Vergnügen am Unglück Anderer ist unstillbar. Leute werden als Mittel zum Zweck verwendet; diese haben sich unterzuordnen und müssen erniedrigt werden, damit der Antisoziale sich bestätigen kann…

Hier haben wir dann wohl den wahren Antrieb zur Agenda 2010, zu Hartz IV und … zur Freude an faschistischen Systemen.

Und jetzt können wir auch einschätzen, wie ernst die Lage wirklich ist.

Die Losung „Psychpathen aller Länder vereinigt euch“ ist schon längst wieder ausgegeben – und der Zeitpunkt ihrer Machtergreifung liegt viele Jahre hinter uns.

Jeden Tag verhungern weltweit 18000 Kinder unter fünf Jahren im Namen der Rendite – und diese Entwicklung hat jetzt in Europa Fuß gefasst.

Hoffentlich kann die Ethik der Mafia sie hier ausbremsen.

 

 

Deutschland – die gekaufte und verkaufte Republik und ihre Schafsmedien

Dienstag, 31.1.2012. Eifel. "Um ein tadelloses Mitglied der Herde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein" - meinte Ralph Waldo Emerson. Schaue ich mich um, so muss ich feststellen: Schaf sein scheint in Mode zu geraten, damit man ja nicht seinen Arbeitsplatz verliert - und selbst das hilft nicht immer. Über drei Millionen Menschen sollen aktuell wieder arbeitslos sein - nach Regierungszählart. Das die Regierung ihre Erfolge selber auszählt, ist ungefähr so plausibel, wie Lehrer, die ihren eigenen Unterrichtserfolg selbst benoten - aber in Deutschland geht das. Deshalb sind sind wir Superdeutschland und supertoll ... auch wenn das - aktuellen Studien zufolge - psychisch ziemlich krank macht. Aber was soll´s:  Schafe brauchen keine Psyche. Sie fressen alles kahl, koten alles zu und liefern letztlich feine Wolle - was will man mehr. Der Aufruf der UN zu einer radikalen Umkehr in der Weltwirtschaft geht spurlos an ihnen vorbei, das ihre Wolle - ihr Geld - zunehmend einfach nur verschenkt wird (in Frankreich an Unternehmer, in Deutschland an die internationalen Pharmakonzerne), interessiert das Schaf nicht: Hauptsache, es trägt Jack Wolfskin und trabt unauffällig mit der Herde. Die Folgen eines solchen Verhaltens sind katastrophal - und so tun, als sei man nur ein Schaft, tut echten Menschenseelen selten gut. Man ist nämlich keins und muss sich selbst viel Gewalt antun, um in Reih und Glied zu bleiben.

Dienstag, 31.1.2012. Eifel. „Um ein tadelloses Mitglied der Herde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein“ – meinte Ralph Waldo Emerson. Schaue ich mich um, so muss ich feststellen: Schaf sein scheint in Mode zu geraten, damit man ja nicht seinen Arbeitsplatz verliert – und selbst das hilft nicht immer. Über drei Millionen Menschen sollen aktuell wieder arbeitslos sein – nach Regierungszählart. Das die Regierung ihre Erfolge selber auszählt, ist ungefähr so plausibel, wie Lehrer, die ihren eigenen Unterrichtserfolg selbst benoten – aber in Deutschland geht das. Deshalb sind sind wir Superdeutschland und supertoll … auch wenn das – aktuellen Studien zufolge – psychisch ziemlich krank macht. Aber was soll´s:  Schafe brauchen keine Psyche. Sie fressen alles kahl, koten alles zu und liefern letztlich feine Wolle – was will man mehr. Der Aufruf der UN zu einer radikalen Umkehr in der Weltwirtschaft geht spurlos an ihnen vorbei, das ihre Wolle – ihr Geld – zunehmend einfach nur verschenkt wird (in Frankreich an Unternehmer, in Deutschland an die internationalen Pharmakonzerne), interessiert das Schaf nicht: Hauptsache, es trägt Jack Wolfskin und trabt unauffällig mit der Herde. Die Folgen eines solchen Verhaltens sind katastrophal – und so tun, als sei man nur ein Schaft, tut echten Menschenseelen selten gut. Man ist nämlich keins und muss sich selbst viel Gewalt antun, um in Reih und Glied zu bleiben.

Ende Januar spitzt sich die Krise immer weiter zu – Topmanager erwarten eine globale Wirtschaftskrise, das Eurodrama allein droht die Welt eine Krise im Stil der dreißiger Jahre des letzte Jahrhunderts einzubringen (worauf die deutsche Politik – die Hirten der deutschen Schafe – überraschend gelassen reagiert, was das Manager Magazin schon vermuten läßt, das es einen Geheimplan zur Rettung des Euro gibt), die Bundesbank selbst gerät an die Grenze ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit so wie auch ganz Europa langsam das Geld ausgeht:

Die Europäer haben ihr Pulver für Konjunkturpakete bereits in der jüngsten Rezession im Jahr 2009 verschossen. Sie haben zudem seit 2008 bis heute rund 4,6 Billionen Euro an Krediten, Beihilfen und Garantien dafür bereitgestellt, ihre Banken am Leben zu erhalten. 

4600 Milliarden Euro – das ist eine Menge Geld. Bei 500 Millionen Europäern macht das pro Bürger 9200 Euro – Babys, Arbeitslose und Kleinrentner inklusive. 9200 Euro zusätzlich zu allem, was man sowieso schon bezahlen soll. Ein Blick in die klammen Geldbeutel der Europäer zeigt: das ist eigentlich gar nicht mehr drin. Wir müssen uns auf eine Zukunft vorbereiten, wie sie manchen Griechen jetzt schon droht: 350 Euro monatlich müssen für eine Familie reichen – nach richterlichem Beschluss. Jedenfalls für eine griechische Familie. Hatten wir nicht gerade soviel Geld ausgegeben, damit vor allem die Griechen nicht leiden müssen?

Ja, eigentlich schon. Im Prinzip wird uns die Hilfe an Griechenland ja als (ungerechte) Sozialhilfe verkauft – nur hören wir sehr wenig darüber, das diese Hilfe auch ankommt. Wir müssten eigentlich darüber informiert werden, das die EZB (also wieder wir alle) der größte Gläubiger Griechenlands ist – und das wir die Hilfen für Portugal auf keinen Fall mehr schultern könnten, auch wenn der Markt dies verlangt.

Warum geschieht das nicht? Leisteten wir uns deshalb nicht extra eine freie Presse, die uns früh genug vor solchen Verwerfungen warnen soll? Zahlen wir deshalb nicht GEZ-Gebühren, um unsere Wachhunde zu haben, die bellen, wenn jemand den Kornspeicher plündert?

Nun – theoretisch schon. Praktisch aber sieht das anders aus: zunehmend verschwindet die kritische Berichterstattung – und auch das Reden darüber wird innerhalb der Sender zum Jobrisiko. Wer nicht das Schaf macht, fliegt von der Weide. Die Weide selbst aber ist für Journalisten so fruchtbar, das man sie der Wahrheit zuliebe nur ungern verlassen würde – gerade in Deutschland:

Die Bahncard 50 kostet Normalsterbliche für die 2. Klasse 240 Euro, für die 1. Klasse 482 Euro – der Journalist kommt mit 122 beziehungsweise 244 Euro weg und erhält dieselbe Vergünstigung auch für seinen Partner, sofern dieser unter derselben Adresse gemeldet ist. 

Auf die meisten Neuwagen zahlen Journalisten 15 Prozent weniger, die Bayerische Landesbausparkasse bietet ihnen – sofern sie eine Immobilie finanzieren wollen – Kredite mit erheblichem Zinsabschlag an. Die Allianz offeriert (über diskrete Umwege) für Autohaftpflichtversicherungen 25 Prozent, für private Haftpflicht- und Hausratversicherungen bis zu 60 Prozent Rabatt.

Derartige Journalistenschnäppchen gibt’s für Elektronik, Handyverträge, Leihwagen, Hotels, Pauschalreisen oder Möbel, ebenso bei Partnerbörsen und nicht nur das: www.pressekonditionen.de bietet derzeit 1 310, www.journalismus.com 1 700 spezielle Presserabatte an. Richtig in Schwung kam die Journalistenbegünstigung, nachdem die rot-grüne Bundesregierung 2001 das Rabattgesetz von 1933 abgeschafft hatte.

Von freier und unabhängiger Presse kann man da doch wohl nicht mehr reden, oder? Wie will man wirklich objektive und kritische Berichtserstattung von Menschen erwarten, die an dem System selbst enorm verdienen? Wie effektiv wäre die Kriminalpolizei, wenn sie 10% der Beute aus allen kriminellen Geschäften erhalten würde? Wer interessiert sich noch für den kleinen Mann auf der Straße (auch jene mit Doktortitel und Meisterausbildung), der einfach nur seinen Kindern ein selbstverwirklichtes Leben in sozialer Verantwortung ermöglichen möchte, ohne andere Leben dabei zu zerstören?

Nun – einige Privatleute vielleicht, die das Medium Internet nutzen, um am Chefredakteur vorbei einige Gedanken zu formulieren, für die man im Jahre 2012 keine Verleger mehr finden würde. Hier kann man immerhin noch sagen, wo denn das ganze Geld zur Eurorettung landet. Die Welt hat mal nebenbei drauf hingewiesen: jährlich verliert Italien 120 – 150 Milliarden an Steuern durch Steuerhinterziehung, Geld, mit dem man dann – ganz im Stil der US-Wirtschaft – günstig Politik einkaufen kann oder sich an Hungersnöten dumm und dämlich verdient.

Wir verwandeln uns langsam in eine billige Fotokopie der USA, wo Konzerne und Privatpersonen nach Belieben Politik kaufen. Wir können auch gar nicht genug nach den USA schauen – immerhin war dieses Land Vorbild für die rot-grüne Regierung und auch die jetzige Kanzlerin zeigte ja schon mal große Sympathien für unsere Freunde im Westen. Lesen wir also mal im Manager Magazin nach, welche Zukunft unserer Republik droht:

Polizeistationen in den acht Bezirken des Detroit Police Department werden seit Mitte des Monats ab 16 Uhr täglich für 16 Stunden geschlossen. Dafür gehen die Ordnungshüter mehr auf Streife, weil in den Straßen der Stadt die Zahl der Morde im vergangenen Jahr um 10 Prozent anstieg. Laut dem Citizens Research Council von Detroit sank die Zahl der Polizisten in der Stadt von 5500 im Jahr 2001 auf inzwischen 3000.

Und weiter:

Ein Blick in den Restrukturierungsplan von Bürgermeister Bing vom 16. November offenbart, womit sich das geplagte Stadtoberhaupt dank der ausgezehrten Stadtfinanzen herumschlagen muss: Er kämpft darum, die 305 Busse, die für ein Minimum an städtischer Transportleistung unbedingt nötig sind, auf die Straßen zu bringen. Hierfür werden Mechaniker rund um die Uhr eingesetzt, aber die Löhne um 10 Prozent gekürzt, um die Kosten einzudämmen. „Ich erlaube es nicht, dass unsere Kinder und Senioren in der Kälte so lange auf die Busse warten, dass sie Opfer von Kriminellen werden“, heißt es in dem Papier von Bing. Weil nach Jahren des eisernen Sparens Tausende von Straßenlampen ausgefallen sind, fehlen demnach 300 Millionen Dollar, um für eine ausreichende Beleuchtung in der Stadt zu sorgen

Das ist ein Blick in eine dunkle Zukunft, die im reichsten Land der Welt im wahrsten Sinne des Wortes die Lichter ausgehen lässt, weil die „Spielregeln“ es nicht anders zulassen – es sind die gleichen Spielregeln, nach denen Deutschland gerade regiert wird. Wir dürfen also erwarten, das unsere Zukunft ähnlich aussieht:

Ein Bundesgericht hat Anfang Januar eine Vereinbarung zwischen Central Falls und seinen Pensionären bekräftigt, die eine Kürzung der Ruhestandsbezüge um bis zu 55 Prozent beinhaltet, damit die Stadt mit nur 19.000 Einwohnern die Besitzer ihrer Anleihen voll auszahlen kann.

So etwas würde ich mir doch einfach mal von Politikern bei der nächsten Bundestagswahl wünschen: große Plakate, die darauf hinweisen, das wir letztlich für die Bankenrettung (bzw. für die Finanzierung der Rüstungswünsche der US-Regierung an Griechenland, über die in unserer Presse kaum geredet wird) mit einer Rentenkürzung von 55% rechnen dürfen.

Kaum zu glauben, das Gelsenkirchen bald das gleiche Schicksal wie Detroit drohen könnte: kein öffentlicher Nahverkehr mehr, keine Straßenbeleuchtung, keine Polizei.  Gut – in der Eifel lebt man schon immer so … aber wir dachten, „Fortschritt“ wäre anders.

Von welcher moralischen Qualität die Akteure in diesem Spiel sind (also – mal abgesehen von den internationalen Brigaden der Steuerhinterzieher und Zinstyrannen), zeigt uns aktuell die Deutsche Bank, die für ein paar Peanuts weltweite Hungersnöte in Kauf nimmt – und die Tatsache, des der Artikel stundenlang „Agarrohstoffe“ anstelle von „Agrarrohstoffen“ im Titel führt, zeigt, des die Journalisten mit ihrer Aufmerksamkeit gerade wohl wieder bei den Sonderangeboten der Wirtschaft nach Presserabatten fahnden.

Lieber wäre mir, sie würden nach denen fahnden, die die deutsche Republik verkauft haben – die finde ich aber erst nach langer Suche im Tafelforum:

Der marktförmige Umbau des Sozialstaates rief auch die Geister des Marktes auf den Plan. So z.B.
die Beratungsfirma McKinsey, die etliche Firmen zugunsten der globalen Weltmarktkonkurrenz zu
zerschlagen geholfen hatte. Sie erstellte bereits 1997 ein Tafel-Handbuch, welches der noch jungen
Tafelbewegung ein professionelles Outfit mit eingetragenem Markenzeichen verpasste. Anschließend
erarbeitete McKinsey zusammen mit der ebenso neoliberalen Bertelsmann-Stiftung u.a. die HartzGesetze aus.
Die Brandstifter von damals geben sich als Feuerwehrleute für heute aus. Die professionellen
Berater der Tafeln schufen ihnen die nötige Nachfrage!

Meine Frage wäre nun: wer berät die Regierung und die EU eigentlich aktuell bei der Krisenbewältigung? Auf jeden Fall arbeitet McKinsey intensiv an der Amerikanisierung Deutschlands (und der Heiligsprechung von Kapitaleignern) in deutschen Medien:

  • Startsocial (Partnerschaft mit ProSieben)
  • CEO of the future (Partnerschaft mit manager magazin, Spiegel Online und n-tv)
  • MittelstandPlus (Partnerschaft mit Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der KfW-Bankengruppe und der WirtschaftsWoche)
  • e-fellows.net (Gesellschafter mit Deutsche Telekom AG und Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck)
  • Studentenspiegel (Partner mit Der Spiegel)
  • Perspektive-Deutschland (Online-Umfrage mit den Partnern Stern, ZDF und Web.de)

Da sich die Verlagsgruppe Dieter von Holtzbrink eng mit der Georg von Holtzbrink Verlagsgruppe verbunden sieht, ist mit dem Handelsblatt auch das letzte der großen führenden Medien in Deutschland fest in der Hand von McKinsey, die in den letzten Jahrzehnten Deutschland nach Herzenslust umbauen durften.

Viele zahlen heute noch den Preis dafür, die ersten erfrieren gerade auf unseren Straßen.

Und immer mehr merken, das sie selbst als Menschen in einer ge- und verkauften Republik nur noch eins sind: selber Ware.

Ware, die keiner mehr haben will, wenn sie alt und gebraucht ist.

Wetten, McKinsey weiß jetzt schon, welche Pläne man für diese Restmenschen in Zukunft hat, wenn die mal nicht mehr von den Tafeln und ihrer Mini-Rente leben können – und wetten, dass wieder eine Bank super an diesen Plänen verdient und viele ihrer Eigner dank Steuerhinterziehung reich wie Onkel Dagobert werden und auch einen eben solchen asozialen Charakter pflegen? Immerhin: bei den Tafeln haben sie bewiesen, das sie konzernfreundlich in die Zukunft denken und auch die Politik dementsprechend steuern können – jedenfalls in Zusammenarbeit mit großen deutschen Konzernen.

Damit die klappt, hat man inzwischen ein Netzwerk von 3000 Menschen in Deutschland und Österreich in Entscheiderpositionen stehen … und stellt somit eine Macht dar, die der Macht einer politischen Partei – eine Macht, die dank der Mitarbeit der gut geschmierten Medienleute auch nahezu unsichtbar ist und sich ständig weiter ausdehnt – aktuell mit einem interessanten Projekt:

Gleichzeitig baut McKinsey die Recovery Practice aus. In ihr ist die Expertise für die Restrukturierung von Unternehmen gebündelt, die kurz vor oder in einer Liquiditätskrise stehen. McKinsey bietet hier künftig ein nochmals erweitertes Leistungsspektrum für Klienten. Dazu wurden auch zusätzliche Experten an Bord geholt und wurde das Kooperationsnetz mit externen Fachleuten enger geknüpft.  

Na dann … wird der An- und Verkauf Deutschlands ja zügig vorangetrieben werden, die Kreditklemme der Realwirtschaft wird zügig in eine Massenarbeitslosigkeit umgebaut, das Firmeneigentum kostengünstig verscheuert – alles finanziert vom deutschen Steuerschaf.

Aber wir haben ja unsere Leitmedien, die uns sicher vor diesem Schicksal bewahren werden.

Oder sind das auch nur Schafe … wie jene, die sich dieses getürkte asoziale und womöglich illegale  DSDS anschauen und denken, das wäre alles echtes Leben?

 

Roland Berger, seine Prognosen und die Menschenwürde

Der Unternehmensberater und Aktivist für Menschenwürde Roland Berger hat sich wieder mal zu Wort gemeldet und zwar in der Bild am Sonntag vom 08.01.2012.

Und der Unternehmensberater Berger weiß genau was auf uns zukommt und wie lange das Elend noch dauert. Der Herr Berger ist der Meinung, dass „ vor uns sieben magere Jahre“ liegen werden. Da bereits fange ich an mich zu fragen, wieso gerade sieben magere Jahre, warum nicht fünf oder acht?

Na ist doch ganz logisch sagt der Herr Berger, Zitat: „Die Staatsschuldenkrise wird noch länger dauern, weil sie eine doppelte Dimension hat. Da ist erstens eine massive Vertrauenskrise in alle handelnden Akteure von Politikern über Unternehmer bis zu den Finanzmärkten sowie anderen Institutionen, wie EU-Kommission, IWF oder Weltbank. Zweitens müssen wir in Europa die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit von Ländern wie Italien, Spanien, Portugal und Griechenland wiederherstellen. Und dafür müssen die sogenannten AAA-Länder wie Deutschland, wenn sie am Fortbestand des Euro und der Europäischen Union interessiert sind, eine Brückenfinanzierung leisten. Und das Ganze wird nicht ohne die berühmten sieben mageren Jahre für die europäische Wirtschaft abgehen.“

Nun bin ich etwas verunsichert, was da als Prognose von Herrn Berger vorhergesagt wurde, denn eigentlich dürfte es überhaupt keine Krise mehr geben und zwar seid dem Jahr 2010. Wie ich darauf komme? Weil das der Herr Berger am  09.10.2008 (!!!!) in der Sueddeutsche.de so vorausgesagt hat. Roland Berger 2008 im Interview –  ……… „Natürlich müssen wir damit rechnen, dass diese Finanzkrise auf die Realwirtschaft durchschlägt – das war ja bei Krisen in Asien, Südamerika oder Russland nicht anders. Und offenbar macht uns die steigende Nachfrage der Schwellenländer nicht so unabhängig vom Rest der Weltwirtschaft, wie ich das schon gehofft hatte. Klar ist jedenfalls, dass wir im kommenden Jahr mit 0,7 Prozent Wachstum deutlich unter der Schwelle liegen werden, an der neue Beschäftigung entsteht. Wir werden also bezahlen müssen. Dennoch denke ich, wir werden die Krise bis 2010 überstanden haben.“

Na da hat sich der Herr Berger aber etwas verrechnet. Genaugenommen um neun Jahre, wenn man die angekündigten sieben Jahre noch drauf rechnet (über den Daumen gepeilt). Macht ja nichts, es soll ja schon mal vorgekommen sein, dass sich diese Herrn Experten, Wirtschaftsweisen und sonstige Betriebswirte geirrt haben. Wichtiger ist,  dass sich diese Herrn Experten, Wirtschaftsweisen und sonstige Betriebswirte bei ihren Einkommen und Vergütungen nicht verrechnen.

Aber eigentlich ist mir das egal, weil ich die Aufmerksamkeit auf den  Aktivisten für Menschenwürde Roland Berger etwas näher eingehen möchte. Es gibt nämlich die Roland Berger Stiftung, welche jedes Jahr den Preis für Menschenwürde verleiht (kann jeder im Netz selbst nachlesen, worum es da geht). Die Bild am Sonntag fand dies auch für erwähnenswert.

Roland Berger und die Menschenwürde, da wird es schwierig, für mich jedenfalls. Denn das Unternehmen von Roland Berger steht auch für die Agenda 2010……Zitat Berger in der Bild am Sonntag: „So habe ich mit Sicherheit einen Anteil an den Reformen der Agenda 2010 von Kanzler Schröder.“ Ja man war in der Kommission, welche Hartz IV ausgearbeitet hat und somit mit der Einführung des Sozialfaschismus Millionen Menschen ihre Würde beraubt wurden.

Natürlich ist Herr Berger fest von der Richtigkeit des Zerschlagung des Sozialstaates überzeugt und eigentlich ist nach seiner Meinung nach noch nicht abgeschlossen. Verständlicher wird diese Meinung von Herrn Berger, wenn man bedenkt oder weiß, dass Herr Berger, Mitglied in der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM) ist. Eine „Fünfte Kolonne der Bourgeoisie“. Ausdrücklich offen für alle, die den Sozialstaat zerschlagen wollen.

Die INSM präsentiert sich in der Öffentlichkeit als überparteiliche Reformbewegung von Bürgern, Unternehmen und Verbänden, verschweigt aber gern, dass sie ausschließlich durch Unternehmer der Metallindustrie finanziert wird. Unter dem Leitmotiv „Chancen für alle“ hat die Initiative im Herbst 2000 eine bundesweite Kampagne gestartet, um die Menschen in Deutschland zu verblöden. Ziel der Initiative ist es, das bewährte Ordnungssystem der Sozialen Marktwirtschaft abzuschaffen.
Was für die Herde losgelassenes Raubtierrudel zählt, ist nur der Profit und ein gegenseitiges Zerfleischen, bei dem der Schwächere verliert, bis zum Schluss nur noch die Gierigsten und Rücksichtslosesten übrig bleiben.

Und wenn wir heute vermuten, dass die Agenda 2010 ganz Europa übergestülpt werden soll, liegt so falsch nicht.

Roland Berger, gab bereits 2004 ein Interview,  in der portugiesischen Wochenzeitung Expresso,, also auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen in Deutschland über die „Arbeitsmarktreformen“, der Agenda 2010 und hatte für die Portugiesen den ein oder anderen Tipp oder Hinweis, auf die Frage, was er den europäischen Regierungen empfiehlt, um die (damalige) Wirtschaftskrise zu überwinden, antwortete er: „„Was meiner Meinung nach wirklich gemacht werden muss, ist das, was Gerhard Schröder mit der Agenda 2010 vorschlägt und gerade beginnt: Eine größere Deregulierung unserer Märkte. Dazu gehören vor allem die Arbeitsmärkte und eine Reduzierung der Kosten der Sozialversicherungen in ganz Europa.
Das bedeutet harte Einschnitte in die Gewohnheiten vieler Europäer, vor allem der mittleren Generation. Außerdem Kürzungen bei den Subventionen alter Industrien, Reduzierung der staatlichen Anteile in der Wirtschaft…“

Das perfide daran: Das soziale Netz, z.B. in Portugal spottet sowieso jeder Beschreibung. Auch wenn man Arbeit hat, läuft es nicht unbedingt gut: Die Menschen verdienen schätzungsweise halb so viel wie hier, die Einkommensverteilung ist wesentlich ungerechter als in Deutschland,  Lehrergehalt deutlich unter 1.000 Euro brutto ist Gang und Gäbe, 500 Euro für einen Vollzeitjob als Verkäufer sind normal, 20 Prozent der Bevölkerung haben monatlich weniger als 200 Euro zur Verfügung und so weiter. Die Lebenshaltungskosten in Lissabon liegen praktisch auf deutschem Niveau. Europa soll sich also an der tollen Politik von Schröder nehmen.

Wie gesagt, dass war 2004. Heute wissen wir, dass es genau so gekommen ist. Berger interessiert das nicht. Der Markt erfordert es halt. Auch bei 500 Euro monatlich sind „harte Einschnitte“ nötig, damals wie heute.

Noch eine Äußerung von Roland Berger. In der Reformagenda 2010 sieht er nur einen ersten Schritt, um Deutschland wieder wettbewerbsfähig zu machen. „Wir haben hier einen Paradigmenwechsel vor uns.“ Die Agenda „macht dem Bürger klar, dass er sich in Zukunft bei der Vorsorge nicht mehr auf den Staat verlassen kann.“ Auf die Agenda 2010 müsse aber ein weiteres Maßnahmen Bündel folgen. „Dann kommt die nächste Runde, und zwar unweigerlich: Die nächste Runde bei den sozialen Sicherungssystemen, die nächste Runde in Richtung Flexibilisierung der Arbeitsmärkte, auch in Richtung mehr betriebliche Bündnisse für Arbeit, also etwas weniger Flächentarif. Das heißt, das Reformtempo muss beschleunigt werden, wenn Deutschland überhaupt wieder auf die Beine kommen will, wirtschaftlich“, sagte Roland Berger auf N24.

Er, dessen Privatvermögen auf „einen deutlich dreistelligen Millionenbetrag“ geschätzt wird, empfiehlt allen Ernstes, Einkommen weiter zu senken.

Vielleicht sollte man Roland Berger in dem Zusammenhang einmal fragen, was genau er denn unter Menschenwürde versteht.

Der leise Weltkrieg der Banken und seine Opfer

9.1.2012. Montag. Vorbei die Weihnachtszeit, vorbei die Rauhnächte, in denen die Wilde Jagd die Gegend unsicher macht, vorbei die Schulferien, vorbei eine stille Zeit der Ruhe und des Friedens, die uns eine kleine Auszeit von dem gegönnt hat, was wir Alltag nennen. Wenn "Frieden" eine Ausnahmezeit von "Alltag" ist, heißt das für uns: Alltag ist Krieg. Ein schlimmer Zustand, der eigentlich sofort alle alarmieren sollte, die Bürgerwehr müsste ausrücken, um die schlimmsten Auswüchse des Krieges von Volk und Acker fern zu halten - aber nichts geschieht. Dabei lässt sich der Kriegszustand im Lande auch von den Medien nur schwer unterdrücken. Nehmen wir die gestrige Tötung einer Familie. Das rast ein Leistungsträger mit seinem Nobelhobel in eine Familie und löscht sie aus. Damit muss man in diesem Land jederzeit rechnen: Zeit ist Geld und Geld ist knapp. Für die Jagd nach dem knappen Gut unternehmen viele alles und kennen keine Grenzen mehr.

9.1.2012. Montag. Vorbei die Weihnachtszeit, vorbei die Rauhnächte, in denen die Wilde Jagd die Gegend unsicher macht, vorbei die Schulferien, vorbei eine stille Zeit der Ruhe und des Friedens, die uns eine kleine Auszeit von dem gegönnt hat, was wir Alltag nennen. Wenn „Frieden“ eine Ausnahmezeit von „Alltag“ ist, heißt das für uns: Alltag ist Krieg. Ein schlimmer Zustand, der eigentlich sofort alle alarmieren sollte, die Bürgerwehr müsste ausrücken, um die schlimmsten Auswüchse des Krieges von Volk und Acker fern zu halten – aber nichts geschieht. Dabei lässt sich der Kriegszustand im Lande auch von den Medien nur schwer unterdrücken. Nehmen wir die gestrige Tötung einer Familie. Das rast ein Leistungsträger mit seinem Nobelhobel in eine Familie und löscht sie aus. Damit muss man in diesem Land jederzeit rechnen: Zeit ist Geld und Geld ist knapp. Für die Jagd nach dem knappen Gut unternehmen viele alles und kennen keine Grenzen mehr.

Während diese Tötung wohl als „Unfall“ wegdefiniert wird, kann man das bei den neuen Tötungsakten der braunen Mörderbanden nicht mehr unterstellen: die rasen jetzt auch schon mal in Menschenmengen, die nicht parieren. Das gehört zu unserem normalen Alltag dazu – wie Nazi-Todesschwadrone, die vom Verfassungsschutz toleriert wurden, weil wir ihre Existenz per Definition ausgeschlossen hatten. Nur üble Verschwörungstheoretiker hätten so etwas für möglich gehalten.

Das Kriege heute in anderem Kleide daherkommen können als früher, zeigt ein Zitat bei „Gegenmeinung„:

„Wenn eine IWF-Delegation in ein Land kommt und den Abbau sozialer und wirtschaftlicher Einrichtungen als Voraussetzung für die Gewährung von Krediten verlangt, unterscheidet sich das nicht besonders von der physischen Zerstörung durch NATO-Bombenangriffe. Der IWF verlangt die Schliessung von Krankenhäusern, Schulen und Fabriken. Von den Kosten her ist das natürlich viel effizienter als die Bombardierung dieser Krankenhäuser, Schulen und Fabriken, wie sie es in Jugoslawien betrieben haben, aber das Ergebnis ist ziemlich gleich: die Zerstörung des Landes. Der IWF verfügt über das MAI – das Multilaterale Abkommen über Investitionen. Das ist das endgültige Abkommen betreffend Investitionen. Die Unterschrift unter dieses hat die wirtschaftliche Zerstörung des angepeilten Landes zur Folge. Und – Krieg ist einfach die letzte Konsequenz aus dem MAI.“ 

Sollte man sich mehrfach durchlesen und in die Küche an die Pinnwand hängen. Die haben jetzt billigere Möglichkeiten der Kriegführung entdeckt – so wie die Nazis früher detalliert ausrechneten, das das Erschießen der Juden viel zu teuer war und man mit Gas einen deutlich besseren Schnitt macht. Wir sind mittendrin im Dritten Weltkrieg – aber wir merken es nicht. Das liegt an unserer Definition von Krieg: wir brauchen Bomben, Granaten, Uniformen und eine offizielle Kriegserklärung, die von beiden Seiten unterzeichnet wird. Einfach so die Reichtümer eines Landes ohne Detonationen einsacken – das zählt nicht.

500 Milliarden Euro sind aus Deutschland im letzten Jahr „extrahiert“ worden, wie die Freie Welt heute angibt. 500 Milliarden Euro in nur einem Jahr! Wie lange wir das wohl noch aushalten? Ich schätze mal – nicht lange … wir müssen ja jetzt schon in den Zügen ohne Klopapier auskommen. 500 Milliarden Euro – die jetzt woanders sind. Bei Menschen, die sich davon deutsche Firmen kaufen können – und das alles ohne einen einzigen Schuss. Wikinger haben so auch Städte geplündert – ohne einen einzigen Tropfen Blut zu vergießen. Einfach vor die Stadt ziehen, Bedingungen stellen, Geschmeide und Gold einkassieren und wieder abwandern: ein sehr renditefreundliches Prinzip.

Die Räuber von heute haben keine Hörnerhelme, wie auch die echten Nazis von heute keine Hakenkreuze als Emblem benutzen noch an den gottgewollten Führer glauben und lieber grau als braun tragen – sich dafür aber die unbegrenzte Freiheit nehmen, jeden Mitbürger jederzeit zu „unwertem Leben“ erklären zu können. Die SPD macht das gerne – sie hat ja auch die neue deutsche Führung in Berlin etabliert:

Das Bundeskanzleramt, als nicht oberste, aber exekutiv wichtigste, daher komplex vernetzte und eingebundene Steuerungseinheit des Staates, entwickelt sich immer mehr zum Hauptquartier, das festungsartig ausgebaut ist. Zum Teil ist daran eine Entwicklung schuld, die viel mit der EU, mit Souveränitätsverschiebung und moderner Zentralisierung zu tun hat.

Diese Tendenz war ja auch schon zu Joschka Fischers Zeiten zu beobachten, in denen Bundeskanzler Gerhard Schröder seinen Außenminister ab und an und immer mehr durchaus lustvoll zum Kellner herunterstufte. Schon damals fiel ein recht freihändiger, hemdärmeliger Umgang mit den Institutionen auf, der im Bundeskanzleramt gepflegt wurde.

Wie es sich für ein Land im Krieg gehört, haben wir auch wieder einen Führungsbunker, von dem aus die Rahmenbedingungen für die Auslieferung des Volksvermögens bestimmt werden. Wer das Geld bekommt? Nun, wir kennen nur die Kassierer – die Banken. Die sollten ja auch nie wieder so groß werden, das sie Staaten erpressen könnten – aber dank der Führungsbunkerbesatzungen in aller Welt sind die jetzt nochmal gewachsen:

Die Branchenriesen konnten die Krise sogar nutzen, um noch größer zu werden. Die Deutsche Bank etwa übernahm die Postbank sowie die Bank Oppenheim, der US-Geldgigant JP Morgan schluckte neben Amerikas größter Sparkasse Washington Mutual gleich auch noch die Investmentbank Bear Stearns, während die Bank of America die drittgrößte Wall Street-Bank Merrill Lynch vereinnahmte. Das ging einher mit einer weiteren Vergrößerung des Einflusses der Finanzgiganten auf die Politik. In der Folge scheiterten alle politischen Initiativen für deren Teilung oder Schrumpfung auf ein marktverträgliches Maß.

Da wird die Bundesregierung ganz schnell zum Handlanger der wahren grauen Täter – und es wundert nicht mehr, das die EZB viel höhere Risiken auf sich genommen hat als bislang bekannt und Europa mit einer Rezession zu rechnen hat, die manche für Deutschland schon jetzt sehen.

„Die Volkswirtschaft sollte nicht zum Nutzen von Bankvorständen funktionieren“ – meint jetzt sogar ein Investmentbanker im Handelsblatt. Jeder weiß aber, das die Volkswirtschaften inzwischen nur noch Wirtskörper für Bankenzecken sind – und die Regierungen anstelle der Zeckenzange lieber Rettungschirme über die Zecken halten, damit sich die noch gemütlicher vollsaugen können. Für Griechenland wird das die Staatspleite bedeuten, für den Euro die Schwindsucht. Toll für Leute, die ihre Vermögen in Dollar angelegt haben – der steigt dann nämlich im Wert, was einen Dollarbesitzer letztendlich wieder arbeits- und leistungslos zum Supermillionär macht.

Am Beispiel Griechenland können wir sehen, wie der leise Krieg der Banken ein Land zerstört und eine Währung vernichtet. Natürlich gibt es auch im leisen Krieg Tote – die Verkehrstoten müssen wir dazurechnen. Zeitdruck ist tödlich im Straßenverkehr. Er steht in direktem Zusammenhang mit dem Renditewahn, der unstillbaren Sucht nach leistungslosem Einkommen auf Halbgottniveau.

Die gesamte Verrohung der Gesellschaft ist diesem Wahn zu verdanken, die Existenz rechtsradikaler Todesschwadrone ebenso wie die Zunahme an Amokläufen und Selbstmorden. Keine Kultur hatte eine so hohe Selbstmordrate bei Jugendlichen zu verzeichnen wie unsere, keine Kultur kannte soviel Drogenmissbrauch. Angesichts der verschwundenen Sprengmittel der der Bundeswehr werden wir da noch mit viel Aktivität rechnen dürfen, vor denen auch der Einsatz von Hartz-IV-Abhängigen als „Wachschützer“ nicht wirklich schützen kann.

Kann sich niemand mehr an den Aufruf der Neonazis an ihre Kameraden erinnern, nun geschlossen in die Bundeswehr zu gehen? Hat wahrscheinlich auch keiner nachgeforscht, wieviele dem Aufruf gefolgt sind und was die da jetzt so machen – ausser Waffen ausschleusen.

Und was machen unsere Politiker – jene Menschen, denen wir ein arbeitsfreies Leben bezahlen, damit sie uns vor den Gangstern schützen und bewahren? Sie greifen selber zu – wie dieser hier:

Dank der Großzügigkeit zweier lokaler Brauereien und eines Kaffeerösters war es Glogowski, der mit einem Jahresgehalt von 300.000 Mark (ca.150.000 Euro) auskommen musste, gelungen, die Kosten seiner Hochzeitsfeier um immerhin 2000 Mark zu drücken.

Fast wäre ihm ein ähnlicher Erfolg auch bei den Ausgaben für seine Hochzeitsreise nach Ägypten beschieden gewesen

Der Mann war Nachfolger des „Basta-Schröders“. Passt irgendwie.

In einem Artikel über Leichen von US-Soldaten, die kostengünstig auf der Hausmülldeponie entsorgt werden (in Kriegszeiten durchaus nicht unüblich – irgendwo müssen die ja hin), finden wir eine passende Beschreibung des politischen Charakters:

Der amerikanische Dichter E.E. Cummings hat einmal gesagt: »Ein Politiker ist ein Arsch, auf dem jeder schon mal gesessen hat, nur noch kein richtiger Mensch.« 

Mit solchen Menschen kann man umspringen wir mit seinem Dackel. Sogar der mächtigste Mann der Welt – der Präsident der USA – ist da keine Ausnahme: kühn droht ihm die Ölindustrie mit ernsten politischen Konsequenzen für seine politische Zukunft, wenn er nicht pariert.

Die sind da wir Neonazis, die mit dem Auto in die Menge rasen.

Politiker kennen diesen leisen Krieg, spielen den Arsch, auf den sich jeder mal setzen kann, wir Bürger leiden darunter. Mehr und mehr Menschen flüchten von den privaten Krankenkassen in die Kassen der GKV und machen so nach, was die Banken vormachen: nachdem man jahrzehntelang Superleistungen für Dumpingpreise genossen hat, soll nun im Krankheitsfalle die Allgemeinheit zur Kasse gebeten werden, damit man selber mehr vom Leben hat.

Normalerweise nennt man das asozial.

Wir zahlen das alles leise mit.

Was wäre nur, wenn wir einfach mal die Definitionen ändern, die aktuelle Lage als Krieg begreifen, die Angreifer mit der Zeckenzange entfernen und das gesamte Bankwesen verstaatlichen? Wir brauchen eigentlich keine Investmentbanken in der Volkswirtschaft – und wir können uns auch rein finanziell gesehen, solche Zeckenbanken nicht mehr leisten. Einen Alltag, in dem der Renditedruck alle Lebensbereiche zunehmen beschleunigt (mit tödlichen Folgen) und in Folge Armut, Krankheit und tödlichen Stress ebenso fördert wie vergiftetes Essen, sollten wir uns ebenfalls nicht lange zumuten – das verdrießt auf Dauer gewaltig die Laune.

Irgendwie passt es da, das wir die Schauspielerin, die uns als Momo einst vor den grauen Herren warnte, die uns unsere Zeit (bzw. unser Geld – im übertragenen Sinne) stehlen,  nun ins Dschungelcamp schicken.

Mir scheint, wenn wir den leisen Krieg der Banken nicht ernst nehmen, werden wir über kurz oder lang alle in solchen Camps landen – F-Bürger anstatt B-Promis, denen schlaue Bankberater und findige Politiker den letzten Cent aus der Tasche gezogen haben.

Vor lauter Hunger werden wir dann dankbar für den Würmerfrass sein, denke ich.

 

 

 

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