Krebs

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Fukushima – strahlender Geburtstag. Die Rückkehr der Ungeheuer und ihrer Menschenopfer

Freitag, 10.3.2017. Eifel. Wir müssen heute mal reden. Über die Welt, in der wir leben. Über die Lügen, die uns umgeben. Über Star Trek. Über Frankenstein … und den Untergang der Menschheit durch eine neue düstere Religion, die hinter den Kulissen wirkt und das Ende der Welt in Gang setzen möchte. Reden wir aber erstmal über etwas anderes.

Morgen ist ja ein ganz besonderer Tag. Fukushima hat Geburtstag. Sie können sich noch daran erinnern? Hoffentlich, viele werden es schon vergessen haben, der Alltag ist ja vollgepackt mit Informationen, hundertmal mehr als ein Gehirn bearbeiten kann. Ist ja auch enorm wichtig, zu wissen, was welcher Politiker gestern in Paderborn gesagt hat, welche Prinzessin ihren Sohn nach langer Zeit wieder sieht oder wer welche Ergebnisse bei Leibesübungen in Schnee und Eis erzielt hat: davon hängen ja direkt ihre persönlichen Entscheidungen im Alltag ab, das bestimmt ja direkt ihre wirtschaftlichen Planungen für die nächsten fünf Jahre. Scherz beiseite: anders als Unternehmen können sie von der Welt, dem Staat, dem Universum natürlich keine Planungssicherheit fordern, noch schließt jemand mit Ihnen entsprechende Verträge, um Ihnen diese Sicherheit zu gewährleisten, weil: Sie sind diese Sicherheit! Jedenfalls für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Der Zahlmeister halt.

Fukushima. Da erinnere ich mich doch an die Physikerin Frau Dr. Angela Merkel, die immer meinte: Atomkraft ist sicher. Ja, stimmt: so lange bis sie kaputt geht. Das vergisst man immer zu erwähnen.

Atomkraft – da habe ich schon als junger Mann gegen demonstriert. Völliger Wahnsinn, im Prinzip: für ein bischen Strom füllen wir diesen Planeten mit hochkontaminierten Material auf. Wir können Atommüll schlichtweg nicht entsorgen, nur verbuddeln. Absolut verantwortungslos, so was. So etwas würden Sie als Privatmann nie genehmigt bekommen. Sie würden ja noch nicht mal ein AKW im Garten genehmigt bekommen, weil die Kinder Ihrer Nachbarn dann ein höheres Leukämierisiko hätten. Ja – das glauben Sie jetzt nicht, ist aber Fakt, dazu gibt es Studien (siehe contraatom). Selbst wenn ein AKW sicher ist, bringt es Kinder um. So etwas hätte es früher nicht gegeben: wenn einer Kinder umbringt, dann wird er aus dem Dorf gejagt und im Fluss versenkt (es sei denn: es ist die Regierung). Wissen wir doch von dieser Frankensteingeschichte. Kennen Sie Frankenstein? Ein junger Wissenschaftler – skrupellos, respektlos, geistlose … wie unsere ganze Technoelite halt – hatte einen Menschen aus Leichenteilen gebaut und ihn zum Leben erweckt. Der machte nur Ärger – unter anderem tötete er ein kleines Kind – und wurde dafür von den Dorfbewohnern gejagt. Ist nur eine Geschichte, klar. Zuerst veröffentlicht … 1818. Schon damals gab es Menschen, die dem Typus „Wissenschaftler“ enorm misstraut haben … lange, bevor er sich selbst überhaupt definiert und erfunden hatte.

Sie kennen doch diese Geschichte, oder? Im Rahmen der Aufklärung hatte die Menschheit wieder mal einen großen Schritt versucht: die Befreiung von den alten Göttern, die wir – das behaupte ich jetzt einfach mal – als zivilisierte Bürger eines Rechtsstaates durch die Bank als „Ungeheuer“ definieren würden, vor allem dann, wenn sie strafend durchs Land zogen oder die Seele nach dem Verlassen des Körpers in eine Untergrundhölle ziehen wollten. Jahrundertelang hatten die Sprößlinge des Adels – der damals das Personal für „Kirche“ stellte, was gerne mal vergessen wird – den Menschen mit ihren Göttern Angst gemacht, sogar den alten Gott der Juden und Christen – den liebenden Gott, den Gott, er Ursprung und Quelle von „Leben“ selbst war, dass sich dank seiner Wucht in Materie festsetzen konnte – so deformiert, dass er nur noch als gruselige Spukgestalt wahrgenommen werden konnte, mit deren Hilfe man aber ungeheure Summen als Kirchensteuer einnehmen konnte – oder als Schenkungen bzw. Erbschaften erhielt, himmlisches Schutzgeld sozusagen, mit deren Hilfe die armen Menschen hofften, sich von den irrealen Monstern der Kirche freikaufen zu können. Schlimme Zeiten damals.

Die Gegenbewegung formte sich – mit Darwin als Erlösergestalt – knapp fünfzig Jahre nach dem Roman „Frankenstein“ und nannte sich „Die Wissenschaft“ – wobei natürlich die Geisteswissenschaften von den geistlosen Mechanikern der Finsternis bald ausgeschlossen wurde. Wer für Menschlichkeit, Humanismus, Menschenrechte ist, wer sich mit den Fehlern des Menschen selbst beschäftigt und dabei die schwere Arbeit übernimmt, diese Fehler zu verstehen – in sicherer Gewissheit, selbst zu diesen fehlerhaften Wesen zu gehören und somit nie sauber arbeiten zu können – war den neuen Priestern im Wege, die die Unfehlbarkeit für sich reklamierten. Ja – mit „der Naturwissenschaft“ enstand eine neue Religion – manche nennen sie Scientismus, manche nennen sie Physikalismus, andere Formen sind der Biologismus: kurzum – alles reduktionistische Formen, die behaupten, dank ihrem Wesen würde die Welt genesen. Sie hätten Nitzsche lesen sollen, der uns nahelegte, zu bedenken, dass wenn wir zu lange in einen Abgrund schauen, irgendwann etwas aus dem Abgrund zu uns zurückschaut – oder, anders gesagt: dass man demjenigen, was man bekämpft, im Laufe der Zeit immer ähnlicher wird. So haben wir jetzt eine Kopie der katholischen Kirche in der Gesellschaft, die sich „Die Wissenschaft“ nennt, die Inquisitoren beschäftigt, die zumindest Existenzen virtuell verbrennen wollen (ich denke da an diese unsägliche GWUP-Sekte, die den „reinen Glauben“ mit sehr unreinen und unwissenschaftlichen Methoden verteidigt, Methoden, die an die Hexenjagden des Mittelalters erinnert – obwohl es eigentlich die beginnende Neuzeit war, als dieser bestialische Wahn sich Bahn brach und Ärzten sowie Rechtsanwälten ganz neue Möglichkeiten gab) … eine Wissenschaft aber, die es wirklich geschafft hat. die früher nur in der Fantasie vorhandenen Ungeheuer in vieler Art und Weise zu materialisieren.

Haben Sie noch nicht mitbekommen? Ach, hören Sie auf. Denken Sie sich mal, Sie wären einfacher Bauer im Mittelalter, ein rationaler, vernünftiger Mensch, der auf einmal Mäusen mit Menschenohren begegnet (siehe Welt): dieser Bauer wüßte sofort, dass da Kräfte am Werk sind, die das innere Gefüge unsere lebensnotwendigen Umwelt durcheinander bringen. Ab 1818 hätte er den Begriff „Frankenstein“ zur Verfügung, um zu beschreiben, wie man die menschlichen Ungeheuer nennen sollte, die dort unterwegs sind. Oder denken Sie an das Mischwesen Menschschwein, an dem gerade gearbeitet wird (siehe Focus). Noch irrer sind jene Wissenschaftler, die den Vogelgrippevirus ansteckend wie Schnupfen gemacht haben (siehe Spiegel): die setzen das Leben von hunderten von Millionen Menschen leichtfertig aufs Spiel. In China wurden durch Kreuzung von Vogelgrippe und Schweinegrippe sage und schreibe 127 neue Virustypen geschaffen (siehe Zeit) – und die Worte eines führenden Virologen sprechen diesbezüglich für sich (siehe Zeit):

„Wir haben die kaum infektiösen Vogelgrippeviren genetisch so verändert, dass sie über die Atemwege – also zum Beispiel beim Niesen oder Husten – übertragen werden.“

Was der Menschheit sicher einen großen Nutzen bringt, keine Frage.  Noch brisanter ist aber eigentlich, dass die gar nicht wissen, was die da tun:

„Es ist uns zwar gelungen, das Vogelgrippe-Virus ansteckend zu machen. Wir haben ihm mit den Mutationen die Fähigkeit verliehen, von Tier zu Tier zu wandern. Doch wir wissen immer noch nicht genau, warum es das plötzlich konnte.“

Erinnert Sie das an was? Ja – da sind wir wieder bei der Atomkraft. Der alte Satz „Macht Euch die Erde untertan“ erlangt eine ganz neue, düstere Qualität. Einst gerichtet an das gläubige Volk Israel, das unter „herrschen“ die Übernahme von Schöpfungsverantwortung verstand, wird dieser Satz nun von der neuen Religion aufgenommen als Freibrief für entsetzlichste Experimente. Auch bei der Atomkraft wusste man nicht so genau, womit man es da eigentlich zu tun hatte … habe sogar gehört, dass man sich nicht sicher war, ob die Zündung der ersten Bombe nicht sogar zu einem Atombrand geführt hätte, der den ganzen Planeten in eine glühende Aschewüste verwandelt hätte. Die Bombe wurde trotzdem gezündet – im Namen der Wissenschaft.

Natürlich predigen die Hohepriester des Scientismus was anderes: die Befreiung von der Last der Arbeit, den Aufstieg der Menschheit in ein technisches Paradies, „Star Trek“ leuchtet am Horizont als Symbol für eine ganz neue, galaktische Zivilisation … die allerdings kulturell einen riesigen Rückschritt bedeutet. Da fliegt eine auserlesene Herrenrasse durchs Weltall, die an Bord ihrer Schiffe Absolutismus praktiziert: die absolute Herrschaft von Jean-Luc Picard, dem Papst der Enterprise. Der Rest – jene die nicht auf den besonderen Akademien der Sternenflotte geschult und in ein absolutistisches Herrschaftssystem gepresst wurde – taucht in den Sagen und Mythen dieser modernen Märchen kaum auf – und wenn, dann als dumme, unterbelichtete Wesen, deren höchste Qualität ist, dass sie dem militärischen Kommando im Wege stehen. Das ist das politische Verständnis von Herrschaft dieser neuen Religion: ein Techno-Papst an der Spitze, der Rest absolut hierarchisch gegliedert. So fühlt sich der Wissenschaftler wohl – und weiß auch genau, warum es ihm bei seiner Arbeit geht: um Geld. Lauschen wir noch mal dem Virologen:

„Sie müssen sich auch bewusst machen, was das Moratorium für meine Arbeitsgruppe bedeutet hat: Wir haben mit acht Mann an den Viren geforscht. Dann plötzlich, von einem Tag auf den anderen, haben wir das Labor dicht gemacht. Meine Mitarbeiter mussten sich eine andere Arbeit suchen.“

Schlimm, oder? Dem können Sie doch sicher nachfühlen. Was bedeutet schon die Neuerschaffung tödlichster Krankheiten im Vergleich dazu, dass acht „Wissenschaftler“ ihre Arbeit verlieren? Das diese Wissenschaft im Rahmen der Automatisierungstechnik Millionen von Menschen arbeitslos gemacht hat, interessiert niemanden in diesen Kreisen. Dr. Frankenstein ist ein Herrenmensch erster Güte, der sich durch nichts davon abhalten läßt, im Namen „der Wissenschaft“ größte Übel in die Welt zu setzen. Aber wo finden sie noch Geisteswissenschaftler, die sich trauen, diesen unheiligen Kult anzuprangern?

Ja, sicher. Fukushima war ein Unfall. Ausgelöst durch einen Tsunami – also jenen Teil der Natur, den wir noch nicht untertan gemacht haben. Man hätte auch drüber nachdenken können, dass es ziemlich doof ist, AKW´s auf einem Planeten zu errichten, auf dem es sowas wie Erdbeben noch gibt. Man hätte auch gleich auf die Idee kommen können, so etwas wie Atombomben gar nicht erst zu erfinden – immerhin ist deren Strahlung so tödlich, dass sie womöglich mehr für alle Lungenkrebsarten (und auch Hautkrebs) verantwortlich ist als das Rauchen (siehe Nachrichtenspiegel) – eine Vermutung, die durch harte Fakten untermauert werden kann, aber nie an die Öffentlichkeit kommen würde, weil die Entschädigungszahlungen nach US-Recht die ganze Industrie samt Staat in den Bankrott treiben würde.

Wissen Sie, auf welchem ethischen Niveau die Väter der Atombomben und ihre vielen tausend Nachfolger befinden? Auf dem Niveau eines Irren, der immer wieder Handgranaten in den Kindergarten legt, in der Hoffnung, dass die spielenden Kinder nicht den Sicherheitsring abziehen und die Granate zur Explosion bringen. Sehr klug und weise sowas, oder?

Glauben Sie nun nicht, dass Fukushima ein Einzelfall ist. Erstmal … dürfen die ganzen Katastrophen ja sowieso nicht an die Öffentlichkeit gelangen, weil sie ja den geregelten Gang der Dinge in Gefahr bringen, jenen  Gang, der darin besteht, dass die Produzenten von Atomkraftwerken (und auch ihre Wissenschaftler) an diesen Geräten hervorragend verdienen – und mir diesen Geldern können sie Poliker und Parteien sponsern und unglaubliche Lügen verbreiten – hier allein finden sie die  absurden Lügen der Atomlobby, die mit viel Geld die eh schon informativ überforderten Mitbürger überfluten. Die Macht der atomaren Ungeheuer in unserer Gesellschaft konnten erst vor kurzem einige Aktivisten aus Aachen erleben, die in Belgien gegen das marode Kraftwerk Tihange demonstrieren wollten und dabei brutal von der Polizei angegriffen wurden (siehe Aachener Nachrichten). Wissen Sie eigentlich, wieviel Geld uns die Atomkraft bislang gekostet hat? 204 Milliarden Euro (siehe Greenpeace) zahlen wir bislang für diese teuerste Form der Energiegewinnung, wobei die geschätzten 100 Milliarden Euro für den Abbruch der strahlenden Altmeiler noch gar nicht mitgerechnet worden sind … und wir auch noch gar nicht wissen, wo wir den strahlenden Bauwerksmüll in Zukunft lagern wollen. Wenn Sie Pech haben … was aktuell angesichts der drohenden Insolvenz der ausgegliederten Betreibergesellschaften so aussieht (siehe Heise), dann kommen da noch mehr Kosten auf sie zu … während führende Kernenergieunternehmen offen damit prahlen, dass sie sogar die Führungskräfte der ehedem Anti-Atom-Grünen gekauft haben (siehe RWE-Chef Großmann über Joschka Fischer im Stern).

Wir brauchen auch gar nicht so sehr nach Fukushima zu schauen. Oder nach Russland (Tschernobyl). Oder den USA (Three Mile Island). Wir haben auch in Deutschland solche Ungeheuer, die fast weltweit von sich Reden gemacht haben (siehe solarify):

„Wenn die Sache nicht zu ernst wäre, könnte man auf den Kalauer kommen: Gottseidank sind nur die Kosten und nicht die Meiler explodiert (obwohl es in Rheinsberg am 24.11.1989 beinahe zu einer partiellen Kernschmelze gekommen wäre)“

Ja – wir hätten … ganz ohne Tsunami … fast unsere eigenes Fukushima gehabt – nahe Berlin. Weiß kaum einer, oder? Noch besser: möglicherweise hatten wir auch unser eigenes Fukushima – es kam zu einer partiellen Kernschmelze – man redet nur nicht drüber (siehe atomkraftwerke.plag). Da wären dann weite Teile Norddeutschlands nicht mehr bewohnbar, auch für Dänemark und Schweden hätte es düster ausgesehen.

Es war ein Zufall, der den GAU in Greifswald verhinderte – wie auch ein Zufall die Explosion der Brennstäbe in Fukushima verhinderte (siehe SZ). Tolle „Wissenschaft“, oder? Ohne „Zufall“ hätten wir eine schlimmere Verstrahlung als bei Tschernobyl zu befürchten gehabt. Wieviel Tote hat eigentlich Tschernobyl bislang gefordert? Nun – die Experten streiten sich: wer will es schon mit den Atomgöttern aufnehmen? Manche reden von 1,44 Millionen (siehe Deutschlandfunk), ich kann Ihnen aber jetzt schon sagen, dass wir die wahre Zahl nie erfahren werden. Wieviel unsere modernen Ungeheuer, die am Rande unserer Wahrnehmung lauern, wirklich an Menschenopfern fordern, wird wohl des bestgehüteste Geheimnis „der Wissenschaft“ bleiben, die ja gerne weiter viel Geld möchte. In Belarus nahe Tschernobyl waren schon 1990 30 mal so viele Kinder an Schilddrüsenkrebs erkankt wie im Landesdurchschnitt (siehe Umweltinstitut), von den 800 000 Menschen, die den Müll der „Wissenschaft“ persönlich wegräumen durften, sind bislang 25 000 verstorben (siehe Spiegel). Hundertausende sind erkrankt (siehe Hamburger Morgenpost). Ob die wohl alle überleben werden?

Sie werden überrascht sein, dass korrekte Daten zu diesen Katastrophen nirgendwo zu finden sind: die Opfer der neuen künstlichen Ungeheuer sind nicht zu hinterfragen, der Moloch „Wissenschaft“ bekommt sie in ungezählter Menge zum Fraß vorgeworfen. Die japanische Regierung will aktuell die Schutzzone über Fukushima wieder aufheben und die evakuierten Bewohner zurückführen (siehe Greenpeace): Schwamm drüber und weitermachen. Und damit weiter geopfert werden kann, kommen nun auch die ersten Nachrichten, dass Fukushima ja gar nicht so schlimm war – und die Folgen von Radioaktivität weit überschätzt werden (siehe Zeit).

Da kann man nur sagen: Herzlichen Glückwunsch zum morgigen Geburtstag, liebes Fukushima! Dank Dir wissen wir jetzt, dass explodierende Atomkraftwerke keinerlei Schaden anrichten – außer bei 51 US-Matrosen auf dem Flugzeugträger Ronald Reagan, die zur Hilfe eilten (siehe Krone). Wir wissen, dass wir in den sicheren Händen einer mit gigantischen Summen ausgestatter Kaste von Wissenschaftlern sind, die dem Ruf von Dr. Frankenstein in großem Umfang gerecht werden.

Und wissen Sie, was Ihnen noch übrigbleibt … in der Auseinandersetzung mit diesem Moloch? Als einzige Waffe gegen diese Mächte und Gewalten?

Das gute alte „Beten“. Ja – damit wollte man dereinst den „Zufall“ für sich gewinnen.

Und nur der Zufall hat uns vor den Auswirkungen des seltsamen Kultes „Wissenschaft“ geschützt.

Bislang.

Beten wir, dass er uns weiter gewogen bleibt … bevor das nächste AKW explodiert oder zufällig in Supervirus aus dem Labor entfleucht.

 

Maggy Fettweis, Shamanic Bussard, Spontanremission bei Krebs und das Versagen der westlichen Medizin

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Sonntag, 21.6.2014. Eifel. Sonntag – wieder einmal eine gute Gelegenheit für einen Ausritt an die Grenzen des erlaubten Wissens, einem Ausritt, der Leben retten könnte … uns allerdings auch in sehr gefährliche Gebiete führt, in denen der Kapitalismus mit brutalster Gewalt herrscht, zigtausende Frauen und Männern grausam im Namen von „Heilung“ verstümmelt und tausende von Toten auf dem Gewissen hat, ein Gebiet,  in dem wir also mit heftigsten Widerstand zu rechnen haben, weil es das Heiligste des Kapitalismus angreift: die Lust an der grenzenlosen Ausbeutung von Mensch und Natur.

Es geht erstmal um das Thema „Krebs“, mit dem ich persönlich schon zu tun hatte. Mein Vater ist vor 15 Jahren daran gestorben. Ich kann mich noch gut an diesen Tag erinnern, den Morgen des 24.1.2000: ich fuhr wohlgelaunt zur Arbeit, kam aber nur ein paar Meter weit, als mich irrsinnige Schmerzen in der Nierengegend umkehren ließen. Der Notarzt war schnell informiert – und kannte die Strecke ja schon. Ich lag derweil verzehrt auf einer Couch, als meine Frau mit dem Telefon ankam: mein Onkel war am Apparat und teilte mir mit, dass mein Vater gestorben war. Mein Vater war Nachts nochmal wach geworden, irrte durch die Wohnung, meinte, dass „er jetzt gehen müsse“ … und verstarb am frühen Morgen.

Es war ein ruhiger Tod – und er hätte schon fünf Jahre früher eintreten sollen. Schon einmal kam ein Anruf, dass mein Vater nur noch drei Wochen zu leben hätte, weil der Krebs nicht mehr behandelbar war. Ich hatte mich damals an die alternative Medizin gewandelt, weil es für meine Kinder damals kaum zu ertragen gewesen wäre, wenn ihr geliebter Großvater so früh das Zeitliche gesegnet hätte – damals war er erst Anfang sechzig. Das – oder andere, noch unbekannte Faktoren – haben dazu geführt, dass er fünf Jahre geschenkt bekam.

Das Krebs heilbar ist, wusste ich allerdings seit Mitte der neunziger Jahre. Damals tauchten in der Ärztezeitung Artikel auf, die über Spontanremissionen bei Krebs berichteten und darin den Schlüssel zur Komplettheilung sahen: immerhin war dem menschlichen Körper dort etwas gelungen, was der Medizin nicht gelang – er konnte Tumore samt Metastasen restlos uns Nebenwirkungsfrei entfernen (siehe Spiegel):

„Brigitte Winter (Name geändert) war 56 Jahre alt, als Ärzte die niederschmetternde Diagnose stellten: Lungenkrebs mit einem Tumor, der nicht mehr zu operieren war. Als die starke Raucherin während der Chemotherapie unter Nebenwirkungen zu leiden begann, brach sie die Behandlung ab. Sechs Monate später tauchten im Gehirn Metastasen auf. Die konventionelle Therapie verkleinerte die Tumorknoten zwar, konnte sie aber nicht beseitigen.

Normalerweise kommt eine solche Diagnose einem Todesurteil gleich. Die eigensinnige Frau Winter aber lebte weiter.

Obwohl die Kranke weiterhin jede Behandlung verweigerte, wie ein Schlot rauchte und auch einem guten Tropfen nicht abgeneigt war, lebte sie noch 15 Jahre relativ beschwerdefrei – und starb schließlich an einer ganz anderen Krankheit. Bei der Leichenöffnung fanden die Ärzte keine Spur des vorher eindeutig nachgewiesenen Lungenkrebses.“

Die Reaktion der Kapitalismusmedizin auf solche Fälle war auf breiter Front dieselbe: „das gibt es nicht“. Sogar renommierten Onkologen, die tausende von seriös dokumentierten Heilungsfällen gesammelt hatten, wurde Betrug und Täuschung vorgeworfen: hier ging es immerhin um viele Milliarden.

Heute – zwanzig Jahre nach dem das Phänomen in der Ärztezeitung beschrieben wurde – ist die Forschung noch kein bischen weiter. Immer noch wird das Thema „Spontanremission bei Krebs“ behandelt wie eine UFO-Sichtung, eine Verschwörungstheorie oder purer Aberglaube … und das kostete tausenden von Menschen das Leben.

Immerhin: der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums gibt ein paar Informationen dazu preis, auch wenn er  – mit Blick auf die üppigen Forschungsgelder – das Phänomen klein redet, aber immerhin wird inzwischen eine jener Methoden, die meinem Vater das Leben verlängert haben, offen diskutiert: (siehe Krebsinformationsdienst)

„Auch sogenannte „psychoneuroimmunologische“ Mechanismen sind Gegenstand der Diskussion und vor allem in den Medien sehr populär: Hier setzt die Forschung an Zusammenhängen zwischen psychologischen Faktoren und messbaren Veränderungen des Immunsystems an.
Nach diesem Modell würden soziale Unterstützung, eine positive Herangehensweise an die Krankheitsverarbeitung, besondere Persönlichkeitsfaktoren oder auch ein spiritueller Wandel zur Heilung beitragen.“

Nun – erinnert wurde ich an diese seltsame Geschichte mit Spontanheilungen bei Krebs auch durch Prof. N.W.Gallmaier vom Klinikum Nürnberg in einem Buch, das ich gerade durcharbeite: „Heilen Verboten, töten erlaubt – die organisierte Kriminalität im Gesundheitswesen“ von Kurt G. Büchel, Bertelsmann 2003. Hier stieß ich wieder auf jene „Wunder“ – die für andere Kulturen selbstverständlich war:

„Professor Gallmaier macht in einem Beitrag über „Spontanremissionen bei Krebs“ ausdrücklich darauf aufmerksam, dass Spontanheilungen bei Krebs ein „unerhört aufregendes Phänomen“ seien, „weil hier vor unseren Augen ohne ärztliches Zutun geschieht, was letztlich das Ziel der ärztlichen Bemühungen und der Krebsforschung ist, nämlich die Rückbildung und Heilung der Tumorkrankheit“.

„Die Beschäftigung mit den Selbstheilungskräften des Körpers dürfe deshalb nicht länger im wissenschaftlichen Zwielicht verharren.“

Tut sie aber – denn an Krebs verdienen sich tausenden von „Leistungsträgern“ dumm und dämlich: „Selbstheilungskräfte“ finanzieren einem kein Eigenheim, keinen Porsche und keine Fernreise, der Krebs macht das schon. Einer dieser Leistungsträger schreibt gerade diese Zeilen – und predigt schon lange, dass man bequem 90 % der 300 Milliarden Euro, die wir jährlich für „erlaubtes Töten“ ausgeben, einsparen könnte, wenn man mehr an Heilung und Gesundheit denn an „Behandlung“ orientiert wäre … doch das ist eine andere Geschichte.

Fakt ist: zwanzig Jahre nach den ersten Veröffentlichungen zu diesem Thema, zwölf Jahre nach den Worten Professor Gallwitzers tritt die Forschung hinsichtlich dieses Phänomens immer noch auf der Stelle, wird massiv bekämpft von „Behandlern“ und der ihnen zuliefernden Industrie, selbst die drohende Explosion der Krebsfälle (siehe Ärzteblatt) führt bei gewissen Kreisen nur zu Vorbestellungen von Sportwagen, weil hier Gewinnexplosionen erwartet werden.

Und Fakt ist: zwanzig Jahre, nach dem ich das erste Mal von diesen Wundern erfahren habe, habe ich jemanden kennen gelernt, der sich auf die Förderung von Selbstheilungskräften durch Techniken aus indianischen Kulturkreisen spezialisiert hat – etwas, was mich interessierte, da ich das Versagen der westlichen Industriemedizin in dieser Hinsicht ja lange Zeit erlebt habe, aber auch in der eigenen Familie erfahren durfte, das man mit geringen Mitteln Krebs zumindestens hemmen konnte.

Die Begegnung war mehr ein Zufall, geschuldet nur der Tatsache, dass ich mein geliebtes Tal verlassen musste und in das reizende Eifelörtchen Rurberg zog, ein Dorf am Rande des Rursees, das schon vor 2000 Jahren von Römern besiedelt wurde – was die hier in der Kälte suchten, dicht an der Grenze zu den barbarischen germanischen und gotischen Stämmen, ist mir immer noch ein Rätsel.

Gleich am ersten Wochentage wurde ich auf meinem inzwischen täglichen Weg zum See von einem Menschen mit Hund angesprochen „Bist Du nicht der Eifelphilosoph“ – und hätte die Frage fast spontan verneint „Nein – ich bin incognito“. Im nächsten Moment wurde der Schock noch größer: ich stand vor der frisch nach Rurberg gezogenen Inhaberin von Shamanic Bussard, einer Frau, die schamanische Energiemedizin praktiziert – ein Grund, noch mehr incognito zu bleiben, da mir die Vermarktung von Schamanismus zuwider ist und ich allenfalls drei Menschen in Deutschland zutrauen würde, mit den Techniken geistig klar und verantwortungsbewusst umzugehen.

Was folgte, waren tägliche Begegnungen am See, in dem ich merkte, dass hier in faszinierender Mensch mit akademischer Bildung und internationaler Erfahrung in die Eifel gezogen war, der sich äußerst wohltuend von der Masse der deutschen Wohlstandsschamanen unterschied – vor allem dadurch, dass er … bzw. sie – sich absichtlich von einem Leben in Luxus verabschiedet hatte, um „ihre Medizin“ machen zu können. Ich war überaus verblüfft, einem Menschen zu begegnen, der Wohlstand gegen „Medizin“ getauscht hatte und lieber Armut riskierte als an seinem Weg untreu zu werden: solche Menschen sind schon selten, wenn sie nicht schamanische Wege beschreiten – und viele beschreiten diese Wege extra, um zu Wohlstand zu gelangen … hier war es mal andersrum.

Ich erfuhr auch, wie sie zu dem Titel „Schamanin“ gekommen war: es waren wohlmeinende Freunde aus dem Marketing, die ihr den Titel angetragen hatten – sie selbst wollte das gar nicht … allerdings kursierten über sie viele Geschichten von „Klienten“ über schier unglaubliche Heilerfolge (einige der „Klienten“ waren sogenannte „Promis“, sogar eine Klinik verhandelt aufgrund des guten Rufes von Frau Fettweis über Möglichkeiten der Zusammenarbeit), die ich hier nicht detalliert ausführen möchte. Sie selbst sieht sich nur als jemand, der Techniken zur Förderung der Selbstheilung aus dem süd- und nordamerikanischen Raum von nahmhaften Lehrern erlernt hatte, deren Kultur im übrigen Krebs kaum kannte … wie alle antiken Zivilisationen, während bei uns jeder sechste daran stirbt.

Natürlich interessierten mich diese Techniken zur Förderung der Selbstheilung – mich interessierten allerdings weniger die Behandlungsmethoden, sondern die Philosophie, die dahintersteckt. Sie ist vergleichsweise simpel – allerdings etwas anders als der plumpe und in dieser Hinsicht oft versagenden Materialismus der Moderne, obwohl sie eher einer Ergänzung denn eine Alternative darstellt.

Es wird davon ausgegangen, dass Krankheiten jeglicher Art sich über den „Energiekörper“ des Menschen manifestieren, d.h. vor Ausbruch der Krankheit werden die äußeren Schichten dieses „Energiekörpers“ beschädigt, was letztendlich zu einer materiellen Reaktion führt, die man rückgängig machen kann, wenn die Verletzungen des Energiekörpers geheilt werden … eine Theorie, die nicht nur im amerikanischen Raum beheimatet sondern auch in Asien bekannt ist: Akupunktur – heutzutage schon von Krankenkassen bezahlt – beruht im Prinzip nicht in erster Linie darauf, Löcher in Menschen zu stecken sondern darin, den Energiekörper zu reparieren: man sieht also – man ist bei dieser Thematik schon heute weit entfernt von Hokuspokus.

Nun – die westliche Wissenschaft benutzt zwar Akupunktur, immer mehr Ärzte bieten sie an … doch die wissenschaftlichen Glaubenssysteme, die dahinter stehen, werden weithin ignoriert, weil sie den kapitalistischen Dogmen der Moderne („Nur das ist wahr, was wir offziell abrechnen können“) widersprechen – aus gutem Grund (siehe Uni Münster):

„Aber die (post)moderne informatisierte und globalisierte Welt neo-kapitalistischer ‚Wertschöpfung‘ verlangt immer rücksichtsloser den ‚ganzen‘ Menschen. Es gibt keine freie Stelle in den Köpfen, die nicht vom Verwertungsanspruch der Renditejäger betroffen wäre. Die Trennung von Arbeitszeit und Freizeit ist aufgehoben, die herrschenden Produktionsverhältnisse fressen den ganzen Menschen, dem jegliche Fluchtmöglichkeit außer der Hölle der totalen Ausgrenzung abgeschnitten ist.“

Schamanismus, Religion, Märchen, Sagen, Mystik, Spiritualität … alles Fluchtmöglichkeiten vor den kannibalistischen Verwertungsansprüchen des Neokapitalismus, der nur die Hölle der totalen Ausgrenzung als Flucht erlaubt, der Arbeitslosigkeit … die nicht-religiöse Menschen krank macht, religiöse Menschen jedoch nicht antasten kann (wir berichteten). Doch bleiben wir bei diesem sonntäglichen, unpolitischem Ausritt auf dem Weg – und nähern uns dem Ziel.

Natürlich hätte ich dies nicht geschrieben, wenn ich nicht eine „Notbehandlung“ von Frau Fettweis erhalten hätte, spontan, unerwartet, ungewöhnlich und ohne erkennbaren Anlaß überfielen mich eines Morgens eine ganze Reihe von – zum Teil sehr schmerzhaften – Unpäßlichkeiten, die meinen Tagesablauf sehr beeinträchtigt hätten … was ich mir zu dem Zeitpunkt nicht hätten erlauben können. Schon bekam ich – fast ungefragt – eine „Behandlung“, deren Ergebnisse das Schreiben dieses Artikel auch aus meiner persönlichen Sicht verantwortbar machen. Ich empfehle sie inzwischen auch im Freundeskreis – dort, wo die Medizin an ihre Grenzen stößt, dort, wo die „Behandlungen“ gefährlicher als die Krankheit selbst sein können, dort, wo man eher sanfter, seichter einer Krankheit begegnen möchte. Außerdem habe ich auch noch einen Sohn, der eine „der Wissenschaft bislang nicht bekannte Muskelerkrankung hat“ (so die Uniklinik Aachen) … ich kann unmöglich warten, bis die Wissenschaft mal soweit ist, sich mit meinem Sohn zu befassen.

Was macht Frau Fettweis genau? Was widerfährt einem bei einer Reise zu „Shamanic Bussard“? Das kann man auf ihrer Seite nachlesen – es ist nicht meine Aufgabe, das zu erklären. Ich kann nur sagen: man begegnet dort einem seriösen, verantwortungsbewussten Menschen, der sich in keiner Weise als Alternative zum Arztbesuch (oder zum Besuch des Heilpraktikers) empfiehlt, dies sogar ausdrücklich ausschließt.

Doch hören wir sie mal selbst:

„In unserer heutigen westlichen Welt, wo Stress, Schnelllebigkeit und Konsum/Profitgier vorherrschen, entfernen wir uns von der Natur. Je mehr wir uns aber von der Natur entfernen, desto mehr entfernen wir uns auch von uns selbst. Anstatt unsere Bestimmung zu leben, werden wir bestimmt. Die Folgen sind Schwäche, Krankheit, Ängste, unglückliche Beziehungen, Mangelgefühle, ungünstige Lebensentwürfe und vieles mehr. Genau dies ist aber von Mutter Natur nicht vorgesehen. Natur bedeutet im Fluss sein, Glück, Gesundheit und Wachstum!“

Das hätte auch von Herrn Krymanski kommen können. Wer nimmt ihre Dienste in Anspruch?

Ich werde zu den verschiedensten Problemen angerufen: Mangelndes Selbstwertgefühl, Konflikte mit Angehörigen, Beziehungsprobleme, Probleme im Beruf wie z.B. Mobbing und Existenzängste, depressive Verstimmungen, Traurigkeit, „unerklärliche“ Aggressionen u.v.m.

Außerdem konsultieren mich Menschen, mit akuten und chronischen Erkrankungen, die offen dafür sind, dass ihrer Krankheit vielleicht ein „Thema“ zugrunde liegt.

Ich kenne nun leider … nach recht vielen Gesprächen … nur eine winzige Handvoll „Schamanen“, die sich – alter, jahrtausendelang erprobter Techniken mit der gehörigen Hochachtung vor fremden Kulturen bedienen- zurecht so nennen dürften, schätze umso mehr jene, die diese alten Techniken benutzen, sich aber nicht um Titel scheren – und die Zahl, die nennenswerte Erfolge hinsichtlicher Krankheit erzielen konnten, ist noch kleiner – doch die genießen hier in der Eifel einen guten Ruf, ihre Adressen liegen in den Schreibtischen der örtlichen Ärzte, die sie weiter empfehlen, wenn sie selbst nicht mehr weiter wissen … eine sehr konstruktive Art, mit einem Phänomen umzugehen – jedenfalls konstruktiv für die Patienten.

Nun – warum schreibe ich diesen Aufsatz?

Weil ich selbst viel zu selten dazu komme, diesem hoch interessanten Thema nachzuforschen – was mich ärgert und weil ich anderen Menschen Zugang zu diesen Heilweisen eröffnen möchte, die greifen, noch bevor die Krankheit eintritt.

Anders als die Gesundbeter der Eifel sind die Dienste von Shamanic Bussard nicht kostenfrei, Frau Fettweis kann mit Energiemedizin nicht bei Aldi bezahlen, aber wie ich erfuhr, ist manches in der Tat steuerlich absetzbar – aber darüber reden Sie bitte mit ihr selbst. Ihre neue Praxisadresse ist:

Maggy Fettweis, Dorfstraße 2, 52152 Simmerath-Rurberg, E-Mail-Adresse maggyfettweis@shamanic-bussard.de, Telefon 0157/51116952.

Da diese Arbeit auch aus der Ferne möglich ist, braucht man noch nicht mal ins bezaubernde Rurberg reisen – obwohl das immer empfehlenswert ist.

Und damit hat sie gegenüber den im Verborgenen arbeitenden Gesundbetern der Eifel (denen ich die Entfernung einer Warze an der Spitze meines Zeigefingers verdanke, die Ärzte über ein Jahr lang erfolglos „behandelten“) einen großen Vorteil: sie ist auch für nicht-Eingeweihte erreichbar.

Ich bin mir sicher, dass wir in 200 Jahren (Überleben unserer Kultur vorausgesetzt) das auch von der Krankenkasse bezahlt bekommen.

Ach  – und warum ich anfänglich diese Geschichte mit meiner Niere erzählte?

Nun – von „Geistheilern“ erfuhr ich später, das die Niere in engem Zusammenhang mit dem Thema Vater steht. Meiner starb – und meine Niere schrie auf.

Das war nun mal äußerst beeindruckend.

Deutschland, das Land der Kranken – oder das Land, das krank macht?

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Samstag, 27. 9.2014. Eifel. Wenn ich über das kranke Deutschland schreibe, werden Sie sicher irgendetwas Asoziales erwarten. Korruption in der Politik zum Beispiel: das ist ziemlich krank. Geschieht in Deutschland ganz öffentlich, 5000 Lobbyisten sorgen in Berlin dafür, dass die Politik ihrer Verbände durchgesetzt werden. Gut, es gibt auch Lobbyisten von Umweltschutzorganisationen – jedenfalls habe ich mal einen in Brüssel gesehen. Meistens jedoch können sich diese mit 100000 Euro/Jahr fürstlich versorgten Herren (eine Dame sah ich da noch nie, fällt mir gerade ein) nur große Konzerne leisten, die jederzeit ihre Aufwendungen für Lobbyisten als Werbekosten von der Steuer absetzen können – oder irre ich da? Ja – wir Bürger zahlen mit Preisaufschlägen und Steuern dafür, dass unsere Politiker davon abgehalten werden, in unserem Sinne zu arbeiten. Krank, oder?

Oder diese Bankenrettung. Groß titeln die Massenblätter, dass jeder dritte Euro für Soziales ausgegeben wird – das die anderen beiden bei den Banken landen, wird nicht erwähnt. Na ja – Scherz beiseite, dass ist übertrieben: aber dass wir schwerreichen, kerngesunden Bankern eine Sozialhilfe zahlen, die zigtausendfach über der Sozialhilfe für Bürger liegt, ist doch auch krank, oder?

Oder nehmen wir die Gesellschaft? Fast zwei Drittel der Deutschen hacken auf Juden, Ausländern (besonders Muslime), Arbeitslosen, Asylbewerbern oder Menschen mit Migrationshintergrund (auch hier: Muslime) herum. Alles faule Säcke, wenn man die vom Abstieg bedrohte Mittelschicht fragt (siehe Boell.de):

61 Prozent sind der Ansicht, dass in Deutschland zu viele schwache Gruppen mitversorgt werden müssen. Gerade in der verunsicherten Mittelschicht gibt es offenbar zunehmend ein Bedürfnis nach Abgrenzung. Schwache soziale Gruppen, z. B. Langzeitarbeitslose, werden für ihr eigenes Schicksal verantwortlich gemacht, auch um die Möglichkeit des eigenen Scheiterns von sich zu weisen.

Die Taz spricht von einer „Verrohung des Bürgertums“ (siehe Taz):

Die Umfrage belegt zugleich eine geradezu sprunghafte Zunahme rechtspopulistischer Einstellungen vor allem bei den Bürgerinnen und Bürgern mit höheren Einkommen (ab 2.598 Euro im Monat).

Ist das nicht krank? Superkrank? Ich meine: kann man solch´ ein asoziales Verhalten einer ansonsten wohl versorgten Speckschicht noch  geistig gesund nennen? Geht das nicht schon in den psychopathischen oder soziopathischen Bereich und ist behandlungspflichtig?

Interessante Fragen, die mich heute nicht interessieren. Letztlich begegnete mir die Information, dass fast zehn Prozent der Deutschen schwerbehindert sind (siehe Spiegel). Fand ich ziemlich viel. Es brachte mich auf eine andere Frage, die mich schon länger beschäftigt: was haben die eigentlich sonst noch so, die Deutschen?

Krebs natürlich. Oft erwähnt, neben Herz-Kreislauferkrankungen eine der häufigsten Todesursachen. 1,5 Millionen Menschen litten allen 2010 darunter , Tendenz: steigend. Platz 1: Prostata bei Männern, Mammakarzinom bei Frauen, Platz 2 Darmkrebs, Platz 3: Lunge (siehe Krebsinformationsdienst).

Lunge? Die kann doch auch sonst noch erkranken? Das sind doch die Leute mit dem kleinen Fläschchen, die inhalieren müssen?

Da gibt es zwei Formen, die erstmal interessieren: die chronisch obstruktive Atemwegserkrankung (copd) und das Asthma. Copd betrifft 18,1 % der Bevölkerung, 7,5 befinden sich im Stadium 2 – wo es ernst wird (siehe Ärztezeitung). Sechs Millionen Menschen leiden unter dieser Erkrankung (siehe copd-Deutschland) – und mehr als doppelt soviel laufen mit Stadium 1 herum, ohne etwas zu merken. Die zählen wir aber erstmal nicht.

Asthma sieht nun ähnlich aus – ist aber etwas ganz anderes (Differentialdiagnose: siehe Ärztezeitung). Zu den sechs Millionen Menschen mit copd kommen nochmal 6 Millionen Asthmatiker – 10-15 Prozent aller Kinder leiden darunter (siehe asthma-verstehen).

Gemeint ist hier allergisches Asthma.

Ach ja: Allergien.

Allergien können Asthma verursachen – doch Allergien müssen nicht unbedingt die Lunge betreffen. Zahlen haben wir da aus dem Jahre 2011:

25 % der Deutschen leiden unter Heuschnupfen, 8,5 % unter einer Kontaktallergie, 6, 5 % unter Neurodermitis (siehe Statista), das wären allein 20 Millionen Menschen mit Heuschnupfen. Insgesamt summieren sich die allergischen Erkrankungen auf 35 % der Bevölkerung – im Jahre 2012.  (siehe Welt)… das wären 28 Millionen Allergiker in Deutschland.

Tendenz: steigend, sie ältere Zahlen nahelegen (siehe allergien.com):

In jahrelangen Studien ließ sich beobachten, dass die Anzahl der Erkrankungsfälle immer weiter ansteigt. Waren im Jahr 1990 etwa 25 % der Bevölkerung von einer Allergie betroffen waren, so waren es 2000 schon 30 %.

Und im Jahre 2012 35 %. Man kann ausrechnen, wann wirklich jeder eine Allergie hat. Manche marschieren jetzt schon auf die 50 % zu (siehe DGAKI).

Allergische Erkrankungen betreffen in Deutschland ungefähr 20 – 30 Millionen Menschen, über die Hälfte der Bundesbürger sind bereits „sensibilisiert“, d. h., tragen Antikörper in sich, die bei Kontakt mit Allergenen aus der Umwelt irgendwann zur Krankheit führen können. Allergie kann deshalb mit Fug und Recht als eine „Volkskrankheit“ bezeichnet werden, von vielen wird sie als „Epidemie des 21. Jahrhunderts“ apostrophiert.

Der Lunge geht es im Übrigen auch immer schlechter (siehe biermann-medizin):

Deutlich wird anhand des Weißbuches, dass pulmonale Erkrankungen häufig sind – oder, wie es Gillissen ausdrückt, dass „die Lunge wesentlich für das Krankheitsgeschehen in Deutschland ist“. So ist die Lebenszeitprävalenz von Asthma im Zeitraum 2003-2009 bei Frauen von sechs auf zehn Prozent gestiegen, bei Männern von 5,2 auf acht Prozent. Bei der chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) müsse von einem Anstieg der Punktprävalenz von 1,3 auf 13,1 Prozent ausgegangen werden, erläuterte Gillissen. Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation werden pulmonale Erkrankungen und insbesondere die COPD bis zum Jahr 2020 die dritthäufigste Todesursache darstellen.

Kranke Lunge, ausrastendes Immunsystem (ja, das sind Allergien in Wirklichkeit: der Körper reagiert auf harmlose Stoffe wie auf einen schlimmen Feind – eine spannende Geschichte), was gibt es denn sonst noch?

Na, das Herz. Häufigste Todesursache in Deutschland. Da kann viel kaputt gehen: dem elektrischen Motor des Herzens geht der Strom aus, der Muskel wird schwach, das Gefäßsystem verkalkt (was gerade am Herzen wiederum selbst ganz üble Folgen haben kann). Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und Schlaganfall können dann die unangnehmen Folgen sein. Über 25 % der Deutschen haben Probleme mit dem Bluthochdruck (siehe rki), das wären locker 20 Millionen. Betrifft auch Jüngere (siehe Wikipedia)

In der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen ist der Druck in den Gefäßen bei etwa jeder zehnten Frau und etwa jedem vierten Mann zu hoch.

Kein Wunder angesichts der Ursachen:

Ein wichtiger blutdrucksteigernder Faktor kann die Erwerbstätigkeit sein. Von Arbeitenden mit einem durchschnittlichen Alter von 44 Jahren hatten nur 35 % einen normalen Blutdruck, und von den Bluthochdruckkranken hatten nur 7,5 % unter blutdrucksenkender Therapie normale Blutdruckwerte.

Sensation, oder? 65 % der arbeitenden Bevölkerung über 44 leiden unter Bluthochdruck und stehen damit ganz oben auf der Exekutionsskala des Herz-Kreislauf-Systems. Arbeit mach krank, aber wir schimpfen über Arbeitslose.

Wir sehen: das ist nicht allein ein Problem des Alters – obwohl die Betroffenen gerade im Alter ein Problem bekommen (siehe cips-conference)

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems führten im Jahr 2005 in Deutschland zu 367.361 Todesfällen; bei fast jedem zweiten Deutschen (ca. 45 %) wurde der Tod durch eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems ausgelöst (STATISTISCHES BUNDESAMT 2006). Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen damit weiter unverändert die Liste der Todesursachen an. Infolge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen starben insbesondere ältere Menschen: Fast 91 % der Verstorbenen waren über 65 Jahre alt. Ein zunehmendes Problem ist dabei die in Deutschland wie in anderen westlichen Industrieländern stetig wachsende Zahl chronisch herzkranker Patienten. Derzeit leiden ca. 1,8 Millionen Deutsche an chronischer Herzinsuffizienz, jährlich kommen 200.000 bis 300.000 Patienten hinzu.

Bleiben wir konservativ und zählen hier nur 20 Millionen Kranke. 12 Millionen mit Lunge, im Schnitt 25 Millionen mit Allergie: 57 Millionen Erkrankungen. Aber das ist nur ein Zwischenergebnis, aus gleicher Quelle erfahren wir auch etwas über die Diabetiker:

Laut Angaben der Deutschen Diabetes-Stiftung (DDS) sind aktuell über 7 Millionen Menschen in Diabetes-Behandlung, weitere ca. 3,5 Mio. wissen nichts von ihrer Erkrankung. Jeden Tag kommen etwa 1.000 Betroffene dazu – zunehmend in jüngerem Alter und bedauerlicherweise auch immer mehr Jugendliche.

10,5 Millionen – zusammen mit den Demenzkranken, den Krebskranken und den vorher aufgeführten Problemen mit Immunsystem sind wir bei 70 Millionen kranken Menschen: bei konservativer Schätzung – die Allergie gäbe ja noch viel mehr her.

Kommen wir zum Rücken. Erstmal zu den Knochen (alle Zahlen aus: Schmerz in Zahlen vom Forum Schmerz)

In Deutschland gibt es 7,8 Millionen Menschen über 50 Jahren, die an Osteoporose leiden

8,5 Millionen Erwachsene sind von Arthrose betroffen

Rheuma: 1,6 Millionen. Neuropathischen Schmerzsyndrom: 4 Millionen. Also  nochmal über 20 Millionen.

„Rücken“ ist aber insgesamt noch schlimmer (siehe Paradisi):

Zeitlebens haben nur 10 bis 20 Prozent aller Deutschen keine Rückenschmerzen. Jeder zehnte Deutsche hat chronische Schmerzen und davon gehen 15 Prozent in Frührente.

80 % der Deutschen haben Rückenschmerzen? Das sind locker mal 64 Millionen. Vielleicht auch 72 Millionen. Soll ich die mal zu den 90 Millionen Erkrankungen hinzuzählen, die das 80 Millionen starke Volk jetzt schon hat?

Dabei sind wir noch gar nicht bei den Kopfschmerzen angekommen, die gibt es ja auch noch (siehe Schmerzklinik).

Zwei von drei erwachsenen Deutschen (etwa 66 Millionen) leiden zumindest zeitweilig unter Kopfschmerzen. Das sind rund 47 Millionen Menschen. Von diesen wiederum sind fast 18 Millionen von Migräne betroffen, weitere 25 Millionen von Kopfschmerzen des Spannungstyps, der Rest mit knapp vier Millionen leidet unter anderen Formen wie beispielsweise dem Cluster-Kopfschmerz und vielen weiteren Formen.

Wir sind jetzt gerade bei 209 Millionen Erkrankungen.

Das kann ganz schön auf die Psyche schlagen, oder?

Ja – die Psyche (siehe Gesundheitsstadt Berlin)

Laut einer Studie von Jacobi haben 42 Prozent aller Bundesbürger im Laufe ihres Lebens schon einmal unter einer psychischen Störung gelitten.

33, 6 Millionen – mit erstaunlichen Steigerungsraten (siehe Statista):

Im Jahr 2008 betrug der Indexwert für Krankheitsfälle aufgrund psychischer Erkrankrungen 188; d.h., dass im Jahr 2008 rund 88 Prozent mehr Fälle psychischer Erkrankungen registriert wurden, als im Jahr 1994.

Neuere Zahlen belegen die Katastrophe menschlichen Geistes (siehe psyga)

Trotz rückläufiger Krankenstände in den letzten Jahren wächst der relative Anteil psychischer Erkrankungen am Arbeitsunfähigkeitsgeschehen. Er kletterte in den vergangenen 38 Jahren von zwei Prozent auf 14,7 Prozent. Die durch psychische Krankheiten ausgelösten Krankheitstage haben sich in diesem Zeitraum verfünffacht. Während psychische Erkrankungen vor 20 Jahren noch nahezu bedeutungslos waren, sind sie heute zweithäufigste Diagnosegruppe bei Krankschreibung bzw. Arbeitsunfähigkeit.

Depressionen liegen da bei 8 % der Bevölkerung, wobei Jugendliche von 18-29 Jahren bei knapp 10 % liegen.

Mag es da Zusammenhänge geben mit den oben geschilderten kranken Zuständen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft?

Wollen wir da mal nicht weiter ausholen, denn ich höre schon das Gemecker: „Man kann doch nicht einfach alle Krankheiten addieren!“.

Klar – es gibt sie, die multimorbiden Patieten. Die, die alles haben – erst recht im Alter … aber wissen Sie, dass wir momentan schon bei 4 Erkrankungen pro Bundesbürger angelangt sind – die meisten davon chronisch?

Haben Sie bemerkt, dass wir uns um das Ohr, das Auge, die Leber, die Niere, das Blut, die Galle oder den Magen-Darm-Trakt noch gar nicht gekümmert haben, mal abgesehen von den Infektionskrankheiten, die auch zunehmen (siehe Augsburger Allgmeine) Soll ich da auch nochmal ein paar Millionen einsammeln … oder reicht Ihnen das jetzt, um mal ein wenig ins Nachdenken zu kommen?

Wer in Deutschland ist eigentlich noch gesund?

Wissen Sie eigentlich, wie viele Krankheiten wir mitlerweile haben? 12161 verschiedene Diagnosen enthält der ICD 10 momentan (siehe Wikipedia): Tendenz: steigend.  Manche meinen ja, es sei nur die Sucht der Ärzteschaft nach Profilierung, die das finden oder erfinden neuer Erkrankungen (zum Beispiel ADHS) vorantreiben – aber reicht das wirklich aus, um diese erschreckenden Zahlen zu erklären?

Oder macht unsere Gesellschaft vielleicht doch ein wenig kranker, als wir gerne zugeben?

Und: ist es angesichts dieser Zahlen wirklich verwunderlich, dass wir ein paar Millionen Menschen auf dem Arbeitsmarkt haben, die zwar noch keine Rente beziehen aber aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nie wieder dem Standard eines deutschen Personalmanagers entsprechen werden?

Na ja – dies ist ein Nachdenkmagazin. Hier möchte man zum eigenen Denken ermuntern, zu dem nur ein Anstoß gegeben wird. Mal schauen, zu welchen Ergebnissen die Denker kommen: ein Land der Kranken, ein Land das krank macht – oder nur statistischer Unfug?

Bin mal gespannt auf die Antworten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vegan (2) Auswirkungen auf den Menschen

Parkinson, Rheuma, Arteriosklerose, Schlaganfall, Multiple Sklerose, Krebs, Gicht, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Rheuma, Fatigue, Hexenschuß und gefühlte dreihundert chronische Krankheiten mehr waren vor 100 Jahren beinahe unbekannt. Jetzt wird für jedes neue Medikament eine neue Krankheit erfunden.

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Deutschland 2012: Edle Menschen und hässliche Wahrheiten über Armut, Putsch und Widerstandsrecht

Donnerstag, 6.9.2012. Eifel. Mein Nachbar verkauft sein kleines Haus. Mir gefällt es sehr. Bescheiden, hell, kaum Garten aber eine sehr effektive Ausnutzung der vorhandenen Fläche. Sehr liebevoll restauriertes Fachwerk. Ein netter Mensch, mein Nachbar. Vor allem: ein edler Mensch. Seinen Namen möchte ich nicht nennen, aber seine Geschichte erzählen. Wir haben uns ab und zu beim Wandern getroffen und ein paar Worte ausgetauscht - so habe ich sie erfahren. Sein Sohn hat Krebs. Unheilbar. Die Krankenkassen bezahlen seine Medikamente nicht mehr - er stirbt sowieso sagen sie. Sie haben aktuell Überschüsse von 21,8  Milliarden Euro, sagt die Berliner Zeitung. Die Ärzte, die den Sohn meines Nachbarn behandeln, verstecken anlässlich einer Demonstration über ihre finanziell so missliche Lage ihre Luxusmobile in Seitenstraßen, um noch viel mehr Geld einzuklagen. Was tut mein Nachbar nun - weshalb ich ihn "edel" nenne?

Donnerstag, 6.9.2012. Eifel. Mein Nachbar verkauft sein kleines Haus. Mir gefällt es sehr. Bescheiden, hell, kaum Garten aber eine sehr effektive Ausnutzung der vorhandenen Fläche. Sehr liebevoll restauriertes Fachwerk. Ein netter Mensch, mein Nachbar. Vor allem: ein edler Mensch. Seinen Namen möchte ich nicht nennen, aber seine Geschichte erzählen. Wir haben uns ab und zu beim Wandern getroffen und ein paar Worte ausgetauscht – so habe ich sie erfahren. Sein Sohn hat Krebs. Unheilbar. Die Krankenkassen bezahlen seine Medikamente nicht mehr – er stirbt sowieso sagen sie. Sie haben aktuell Überschüsse von 21,8  Milliarden Euro, sagt die Berliner Zeitung. Die Ärzte, die den Sohn meines Nachbarn behandeln, verstecken anlässlich einer Demonstration über ihre finanziell so missliche Lage ihre Luxusmobile in Seitenstraßen, um noch viel mehr Geld einzuklagen. Was tut mein Nachbar nun – weshalb ich ihn „edel“ nenne?

Er verkauft sein Haus, um die Medikamente bezahlen zu können. Er und seine Frau sind ausgezogen – jedenfalls vermutet das der Makler. Sie sind auch für ihn nicht zu erreichen. 59000 Euro soll es kosten. Davon kann man die Behandlung des Sohnes ein paar Jahre verlängern. Das Enkelkind ist Autist, es braucht den Vater dringend, würde nie verstehen, warum er nicht mehr da ist.

Es ist – wie gesagt – ein bescheidenes Haus. Wäre ich reich, würde ich es ihm abkaufen – zu einem deutlich höherem Preis, weil es in der Tat sicher viel mehr Wert ist  – und ihn umsonst darin wohnen lassen. Er hat genug mit sich herum zu schleppen, es kann nicht gesund sein, dann noch als unerwünschter armer Mieter durch die Gegend ziehen zu müssen.  Nein, besser noch: ich würde ein Krankenhaus bauen, in dem ich seinen Sohn umsonst behandeln würde – mit allem Komfort, den man für Geld kaufen kann. Natürlich darf die Familie bei ihm wohnen.

Nur – ich habe kein Geld. Ich wüsste noch nicht mal, wie ich ihn erreichen kann. Wie viele Arme in diesem Land muss auch er sich jetzt vor der Öffentlichkeit verstecken, obwohl er ein edler Held ist, eine jener Gestalten, denen die alten Griechen einen Epos gewidmet  hätten. Aber Helden … mag man hier nicht so. Was er beruflich macht? Unternehmer. Hatte mehrere Läden in der Nähe, aber keinen großartigen Gewinn. Aldi, Lidl, Netto und Norma überfluten den Markt mit Billigprodukten, da können kleinere Händler nicht mehr mithalten, auch nicht, wenn sie den ganzen Tag arbeiten. „Vernichtung durch Arbeit“ kennt viele Facetten – die Banken bezahlen mit Geld, das sie sich jetzt nachträglich vom Staat holen, den Erfolg von Megakonzernen, deren Arbeit neben Arbeitsplätzen auf Kleinunternehmer vernichtet. Dafür kassieren die „großen Arbeitgeber“ noch kräftig Prämien vom Staat, weil sie wenigstens noch die Hälfte der Arbeitnehmer beschäftigen, die früher am Markt Arbeit fanden.

Die anderen werden vom Jobcenter in die Leiharbeit gejagt.

Vielleicht würde es meinem Nachbarn helfen, wenn er reich wäre. Reiche Menschen werden in allen Arztpraxen besonders gut behandelt, bekommen bessere Medikamente und auch viel eher ein Organ, wenn das alte mal völlig zugekokst ist – das jedenfalls liest man aktuell in der Welt. Vielleicht lässt man den Sohn meines Nachbarn auch bewusst sterben, weil da ein Reicher gerade ein Organ braucht? Da viele große  Religionen der Welt den Reichen eine sehr schäbige Zeit nach ihrem Ableben prophezeien (was Einzelfälle im Rahmen der Nahtodesforschung bestätigen, auch wenn daraus noch kein Trend abzulesen ist), haben die allen Grund, ihr erbärmliches Dasein auch durch Organraub zu verlängern. Für kurze Zeit kann man ja vielleicht auch ein billiges Krebsorgan einbauen, bis man ein Neues bekommt. Gibt ja genug Arme, von denen man es nehmen kann.

Zu düster gedacht?

Nein. Die Wahrheit ist noch viel hässlicher, noch kannibalistischer, wie ich in einer normalen Klassenpflegschaftsversammlung einer höheren weiterführenden Schule erfahren durfte.  Dort forderte die dynamische Mutter eines (wegen brutaler Angrifffe auf Mitschüler polizeibekannten) Kindes, das der Selektionsdruck auf die Schüler erhöht werden soll. Anstelle des gemeinsamen Aufschreibens der Hausaufgaben an die Tafel soll jeder selbst dafür verantwortlich sein, das er seine Aufgaben durch bloßes Zuhören erfährt. Die Klasse ist eh´ zu voll, da kann man nicht noch jeden Hansel mitschleppen, der sich bei der Verkündigung der Hausaufgaben gerade mit seinen Nachbarn unterhält. Die Reaktion der Elternschaft? Breite Zustimmung.

Zufall?

Nein.

Das wurde gezielt gezüchtet. Die Ellenbogengesellschaft wurde von „oben“ mit Gewalt durchgedrückt – absichtlich, eiskalt berechnet und mit großem Personalaufwand betrieben. Seit dreissig Jahren bringen „Unternehmensberater“ die Gesellschaft gezielt auf Kurs und formen die menschliche Gemeinschaft zu einem Kollektiv um, das neben der maximierten Produktivität keinerlei Menschlichkeit mehr kennt. Aktuell gibt es ein mutiges  Radiofeature, das die Hintergründe aufgreift (meinen Lesern vielen Dank für diesen Tipp). Sicher – viele dort erwähnte Fakten sind schon längst bekannt. Vieles haben wir hier an diesem Ort in den letzten Jahren schon angerissen – wir und viele andere engagierte Bürger ebenfalls, aber das sich nach Arno Luik noch einmal jemand um den Putsch gegen die demokratische Bundesrepublik Deutschland kümmert, hätte man nicht glauben mögen. Hören wir dazu das Deutschlandradio:

Seit Jahrzehnten befinden sich Politiker im Bann neoliberaler Heilsverkünder. Wie entstand dieses heute unumstößlich scheinende System? Das Experimentierfeld Lateinamerika und die Analysen des Philosophen Michel Foucault aus den 70er- und 80er-Jahren machen Dynamik und Reichweite der neoliberalen Umstrukturierungen unserer Gesellschaften deutlich und erhellen die heutigen Finanzkrisen. Zum Vorschein kommt dabei ein Machtergreifungsmodell, das Politik, Gesellschaft und
Individuen seit Jahrzehnten formt und konditioniert, ein ökonomischer Putsch, der heute den militärischen coup d’état abgelöst und eine globale Disziplinierung geschaffen hat.

Das ist unsere neue Erfahrung: ein Putsch kann auch ohne Militäreinsatz durchgeführt werden … allerdings wissen wir auch, das die Bundeswehr in Deutschland zunehmend auf Einsatz im Inneren getrimmt wird … ebenso wie die Reservisten. Man will vorbereitet sein, wenn die Bürger merken, was gespielt wird. Sicher – groß wird der Widerstand nicht sein. Die Konzerne haben längst einen neuen Menschen geschaffen – den Konsumzombie, der nach dem Motto lebt: ich kaufe, also bin ich.

Kritische, selbstbewusste Bürger sind absolut in der Minderheit – und werden schon längst in Unternehmen, Behörden, Schulen, Universitäten und anderen Arbeitgebern aussortiert. Gewünscht ist das Modell „Arbeitsameise“, das nicht aufmuckt, sich hauptsächlich von primitiven Trieben leiten lässt, keinerlei demokratische Werte mehr verinnerlicht hat, zu einer enormen sozialen Verrohung neigt und völlig heimatlos jederzeit von seiner Leihfirma weltweit versandt werden kann.

Die bürgerliche Zivilgesellschaft, die in den siebziger Jahren als Modell der Zukunft entwickelt wurde (sogar die SPD wollte damals mehr Demokratie wagen und sich nicht nur den neuen Finanzdiktatoren durch Sozialabbau anbiedern), liegt auf allen Ebenen im Sterben. Die menschliche Solidargemeinschaft wird Betrieb, der für Kranke, Alte, Behinderte, Kinder und Denker keinen Platz mehr hat. Alle bejubeln die Leistungsfähigkeit der neuen Ellenbogengesellschaft … und werden erst im Alter erfahren, wie gut Ellenbogen Menschen pflegen können.

Ansätze dazu erlebt man schon heute. Da kenne ich ein Altenheim, das in der obersten Etage Menschen lagert, um die sich kein Pfleger mehr kümmert. Dort landen die, die keine Verwandten haben, die täglich kontrollieren, wie es ihren Anverwandten geht. Dort liegen sie stundenlang in ihren Exkrementen, haben Hunger, Durst und einfach auch das Bedürfniss nach menschlicher Nähe. Die Pfleger? Durch betriebswirtschaftlich effektiven Personalschlüssel hoffnungslos überfordert und hauptsächlich damit beschäftigt, die „überwachten“ Alten nicht zu vernachlässigen. Man sollte auch nicht glauben, das Reichtum vor dieser Zukunft schützt: man muss schon reich sein, um in diesem Heim einen Platz zu erhaschen.

Aus einem anderen Heim kenne ich das Schicksal eines Apothekers … eines sehr reichen Apothekers, der seinen Kindern (wohlerzogene Leistungsträger) etwas zu früh seine Apotheken überschrieben hatte. Plötzlich fand er sich mit seiner Frau im Altenheim wieder (dann auch noch in einem recht billigen der Arbeiterwohlfahrt), schaute sich kurz auf der Station um, fuhr mit dem Fahrstuhl auf die oberste Etage und … sprang hinaus.

Er war sofort tot.

Seine Kinder hatten ihn betriebswirtschaftlich günstig entsorgt – das ist halt die Konsequenz aus einer Erziehung, die nur darauf bedacht ist, einen möglichst effektiven Ellenbogenkrieger zu erziehen: ist man selber irgendwann zu alt zum kämpfen, bekommt man eben diese Ellenbogen zu spüren … mitten ins Gesicht.

Das ist ein zivilisatorischer Rückschritt, wie wir ihn seit Jahrtausenden nicht erlebt haben, einer solchen bewussten und absichtlichen  Zerrüttung jeglicher sozialer Strukturen musste sich die Menschheit bislang noch nicht stellen.

Was uns als alternativloser Automatismus der Geschichte verkauft wird, ist ein groß angelegter Angriff auf die Menschheit selbst. Die Akteure sind bekannt, das Radiofeature benennt sogar ihr Hauptquartier: die International Swaps und Derivates Association , die eine erstaunliche Machtkonzentration offenbart (siehe Wikipedia):

Auf Kritik stieß die ISDA im Zuge der Griechischen Finanzkrise für ihr Verfahren bei der Bestimmung von credit events im Rahmen des CDS-Instrumentariums. Im Fokus steht dabei insbesondere die Tatsache, dass die Kompetenz, ob durch Restrukturierungsmaßnahmen auf griechische Staatsanleihen ein credit event – und damit die Auszahlung der CDS-Prämien – ausgelöst wurde, schlussendlich bei 15 Vertretern der Finanzindustrie lag, die im europäischen Determination Commitee vertreten sind. Kritiker fürchten unter anderem, dass es dadurch zu Interessenskonflikten kommen kann.

Dabei kann kaum ein normal gebildeter Bürger noch verstehen, worüber da eigentlich verhandelt wird. Man hat ja auch jahrzehntelang an hoch komplizierten Mechanismen gearbeitet, die den „großen Coup“, den gezielten Angriff auf die Reichtümer der Volkswirtschaften, möglich machen sollten, ohne das sofort alle merken, was los ist.

Die aktuelle Situation unterscheidet sich im Prinzip überhaupt nicht von einem gemeinen Bankraub im Wilden Westen. Dort hatten Bürger ihre Ersparnisse in den (teuren) Tresor der örtlichen Sparkasse untergebracht, um sie vor Räubern zu schützen. Die Räuber wiederum rotteten sich gern zu Banden zusammen, um die gesammelten Vermögen trotzdem erbeuten zu können.

Heute nennen sich die Banden „Netzwerke“ oder „Seilschaften“ und werden von führenden deutschen Wirtschaftsblättern bewundert und hoch geachtet, beinhalten grundsätzlich auch hochrangige Akteure aus der Politik, dem Sport und der Medienwelt. Die Spareinlagen werden via Eurorettungsschirm direkt aus dem Tresor in die Lager der Banditen geliefert, was sogar konservative Blätter wie die Welt zu der Frage verführt, ob das Bundesverfassungsgericht den Mut aufbringt, die Verfassung und die Bürger vor der Politik zu schützen?

Merkt man eigentlich, wie degeneriert unser Land schon jetzt ist, das wir solche Fragen derart stellen müssen? So degeneriert, das wir Rekordsummen als Ablöse von Fussballern zahlen (siehe Oliver Kahn bei Yahoo), es als großen Erfolg ansehen, wenn Bioprodukte zu einer  geringeren Pestizidbelastung bei Kindern führen als der für den Durchschnittsbürger produzierte Normalfraß (siehe Welt) und uns in Deutschland auf ein Massensterben von Alten, Kranken und Kindern einstellen (siehe Spiegel), wenn nicht die beständig schwächer werdenden sozialen Netzwerke die Folgen des Klimawandels auffangen.

Noch nie in ihrer Geschichte war die Menschheit von so vielen Feinden gleichzeitig bedroht – und noch nie in ihrer Geschichte war sie so hilflos. Anstatt das wir uns um die Rettung der Alten, Kranken und Jungen kümmern, um das Ausbremsen der Klimakatastrophe, die Inhaftierung der Finanzbanden und ihrer Komplizen in Politik und Medienwelt sowie um die Auslöschung der vielfältigen Umweltgifte, die renditefreundliche Produktionsmethoden so nach sich ziehen, ist unsere größte Sorge, „fit for the job“ zu sein. Wir arbeiten Tag für Tag an der Optimierung unserer Ausbeutbarkeit statt an der Optimierung unserer Lebensqualität, marschieren mit großen Schritten in eine Altersarmut, die die Dimensionen des Holocaust um ein vielfaches Übertreffen kann (und übertreffen wird, wenn wir die Räuberbanden nicht dingfest machen), sorgen mit unserer ganzen Arbeitskraft für die Vernichtung der sozialen, biologischen und kulturellen Lebensgrundlagen der Menschheit.

Man möchte schon meinen, das eine solche Spezies, die sich dermaßen dummdreist verhält, nichts anderes als einen katastrophalen Untergang verdient hat.

Was wir dagegen tun können?

Nun, das, was die Bürger auch im Wilden Westen getan haben. Einen Sheriff wählen, der die Bürger zu den Waffen ruft, Notverwaltungen installieren, die die Versorgung der Bevölkerung sicherstellt, eine alternative Übergangsregierung wählen, die den korrupten und von Banklobbyisten durchsetzten Regierungsapparat ersetzt, bis die Justiz die Täter international dingfest gemacht hat und freie und geheime Wahlen eine neue, unabhängige und nur dem Grundgesetz verpflichtete Regierung installiert hat, die sich nicht gezwungen sieht, die Geburtstage von Finanzdiktatoren im Kanzleramt zu feiern. Unser Grundgesetz erlaubt uns solche Taten, siehe Wikipedia:

Das in Art. 20 Abs. 4 GG gewährte Recht zum Widerstand ist Bestandteil der freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und gilt als grundrechtsgleiches Recht. Dieses Recht – 1968 im Zuge der Notstands-Gesetzgebung eingefügt – lautet in seinem Verfassungstext:

„Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“

Und bevor die herrschende Junta Polizei und Militär in Gang setzt, sollte man diesen vielleicht kurz vor Augen führen, das auch für sie in einem neoliberalen System kein Platz vorhanden ist: in Griechenland sind die Einkünfte der Polizisten auf 610 Euro im Monat geschrumpft, siehe Spiegel. Tendenz: weiter fallend.

Der ökonomische Putsch zielt darauf hinaus, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu ersetzen. Mehr noch: er fördert eine Umerziehung der gesamten Menschheit zu asozialen Wesen, die sich gegenseitig nur für ein teureres Handy das Leben zur Hölle machen. Das sollte selbst die Kirchen auf den Plan rufen, rüttelt doch dieser Putsch an den Grundwerten des ganzen christlichen Abendlandes und fördert Verhaltensweisen, die man sonst nur dem Teufel selbst zuschreibt.

Nun, wie wir dank des Radiofeatures  (hier bei SWR 3 im Volltext) wissen, haben wir es hier mit einem „deutschen Modell“ zu tun, das international Raum greift:

Paris 1979: der Philosoph Michel Foucault hält seine Vorlesung «Die Geburt der
Biopolitik», eine Geschichte der Kunst des Regierens. Foucault merkt, dass ein
grundlegender Wandel in der Welt vor sich geht, eine Machtergreifung, der viele erst
dreißig Jahre später gewahr werden. Der Philosoph analysiert das dominant
werdende ökonomische Denken seiner Zeit, den Neoliberalismus, eine Denkweise
und ein Ordnungsprinzip, nach dem Politik, Gesellschaft und Individuen sich richten
sollen. Foucault nennt es «das deutsche Modell».

Wir hatten schon mal so ein „deutsches Modell“, das 1933-1945 internationalen Einfluss wollte. Damals hat es verloren – was für uns sehr gut wahr. Wir haben auf den Trümmern des Dritten Reiches einen der demokratischsten Staaten der Welt entwickelt, der jetzt gezielt von einer Hand voll politischer Marionetten und ihren Finanziers abgebaut wird.

Vielleicht gelingt es uns hier in Deutschland diesmal, genug Widerstand im Inneren zu leisten, vielleicht ein deutsches Gegenmodell zu schaffen, das Wirtschaftswunder mit sozialen Wundern vereint.

Das hatten wir auch schon mal.

Nun – meinem Nachbarn wird das jetzt nicht helfen. Sein Haus wird verramscht – und ich weiß nicht, wie lange er davon die teuren Krebsmedikamente privat bezahlen kann.

Sein Schicksal mag aber viele Menschen zum Nachdenken anregen … auch jene, die jetzt noch in ihren fein gepflegten Eigenheimen hocken und sich als Beherrscher der Welt fühlen, weil sie ein SUV fahren.

Auch sie werden mal … alt, krank, schwach und … überflüssig.

Dann jedoch ist es zu spät, die Karre aus dem Dreck zu ziehen.

Und im Dreck steckt sie.

Einfach mal meinen Nachbarn fragen, dessen Sohn Klagen gegen die Politik der Krankenkasse nicht überleben würde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mehrere Nachrichten – 2012.04.26

Heute mal wieder gesammelt in einem Artikel.

Jochen Hoff über die „Low Pay Comission“:

Aber oh Freude. Nun soll es wenigstens einen Mindestlohn geben der nicht von der Politik sondern von einer Expertenkommission aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern im Rahmen einer „Low Pay Commission“ bestimmt werden soll. Manche entlarven Namen mehr als sie sollen. Low Pay bedeutet nichts anderes als geringe Bezahlung. Es wird also einen Arbeitskreis aus Arbeitgebern und DGB Gewerkschaften geben, der sicherstellt, dass die Menschen nicht von ihrem Lohn leben können.
Bei den Arbeitgebern ist die Interessenlage ja klar. Sie sind Ausbeuter. Bei den DGB Gewerkschaftlern auch. Sie sind willige Helfer der Ausbeuter die nur daran denken ihre Funktionärspöstchen und die vollen Streikkassen zu behalten und immer wieder gerne die Interessen der Arbeitnehmer verraten. Seit mehr als 10 Jahren sinken die Reallöhne und die DGB Gewerkschaften nennen das was sie tun immer noch Gewerkschaftsarbeit und nicht Verarschung wie es eigentlich heißen müsste. Nun wird es also keinen Mindestlohn geben der den Menschen Luft zum Atmen lässt, sondern weiterhin viel Arbeit ohne davon leben zu können. Ursula von der Leyen, die Kaltherzige, hat wieder einmal gewonnen.

Das ist natürlich nur eine Verschwörungstheorie:

Banker-Elite übernimmt die westliche Welt durch Goldman Sachs
Immer mehr taucht über die Rolle der rücksichtslosen Betrügerbank, Goldman Sachs, als das Hauptwerkzeug der Bankster-Elite für eine gnadenlose feindliche Übernahme einer luziferischen Weltregierung auf. Das geschieht nach Zentralbanken-Praxis durch die Schaffung von souveränen Schulden, die nie zurückgezahlt werden können. Dabei geraten Staaten immer tiefer in den Schulden-Morast – und die Bankster, die auch die USA und die EU übernommen haben, können dann die Nationalstaaten durch die Ernennung ihrer Agenten als Verwalter der Staaten/der EZB/FED liquidieren.

Das hier ist hoffentlich kein Märchen:

Die Wissenschaftler an der Universität Tel-Aviv haben einen Impfstoff, der dem menschlichen Organismus hilft, die Krebszellen zu erkennen und danach sie zu zerstören, entwickelt.

US-Staatsanleihen und Goldzertifikate scheinen nicht so die sichere Geldanlage zu sein. Sobald man genug zusammen hat werden sie beschlagnahmt:

Diese Schuldtitel der USA in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar Nennwert sind auf einer Basis ausgegeben worden, als die Unze Gold etwa 20 Dollar kostete. Die 1,5 Milliarden Dollar Nennwert entsprechen also 75 Millionen Unzen Gold. Das sind nach heutigem Wert (1243.75 Euro/Unze oder 1641.80 Dollar/Unze) ca. 123 Milliarden Dollar!

Zusätzlich komme noch 1000 Tonnen Gold dazu, die heute bei 53 Milliarden Dollar liegen.

Mit den unten im Artikel genannten Zahlen wird wohl versucht, die Wichtigkeit der Angelegenheit herunterzuspielen. Diese Schuldtitel sind Goldbonds! Sie können nicht durch Inflation des Dollars an Wert verlieren, da ein Wertverlust des Dollars gegenüber Gold durch eine entsprechend erhöhte Dollarsumme zum Ausdruck kommt. Deshalb handelt es sich bei dieser Beschlagnahme aktuell um insgesamt 176 Milliarden Dollar!

Über Beleidigungen, Meinungsäußerungen und Tatsachenbehauptungen:

Wie eilfertig Gerichte mitunter die Ehre von Polizeibeamten schützen, zeigt ein aktueller Fall des Bundesverfassungsgerichts. Um einen gekränkten Beamten Genugtuung zu verschaffen, waren sich ein Amts- und ein Landgericht nicht zu schade, die Meinungsäußerung eines unzufriedenen Bürgers in eine Tatsachenbehauptung umzudeuten – um ihn dann wegen übler Nachrede verurteilen zu können.

 Die Türkei ärgert Israel:

Die Türkei hat die Teilnahme Israels an einem NATO-Gipfel in Chicago im kommenden Mai verhindert. Als Grund nannte sie die Weigerung Israels, sich für die blutige Erstürmung der “Mavi Marama” im Mai 2010 zu entschuldigen und Schadenersatz an die Hinterbliebenen der bei dem Vorfall Getöteten zu zahlen.

 Es gibt keine menschengemachte Klimaerwärmung…:

Die gesamte Erde hat sich im Mittelalter erwärmt, und zwar ohne menschliche CO2-Emissionen. Beweise fanden sich in einem seltenen Mineral, das globale Temperaturen speichert. Die Erwärmung war global und NICHT auf Europa beschränkt. Aktuelle Theorien zu Gründen und Auswirkungen der globalen Erwärmung sind durch eine neue Studie infrage gestellt worden, die zeigt, dass sich im Mittelalter der gesamte Planet erwärmt hat. Danach kühlte er sich auf natürliche Weise ab, so dass es sogar zu einer »Kleinen Eiszeit« gekommen war.

…oder doch?

Klimagas aus der Arktis?
Wissenschaftler finden Anzeichen für eine Methan-Quelle im arktischen Ozean, die Eisdecke wird unterdessen immer fragiler.

2019 soll das Bargeld abgeschafft werden:

In Griechenland sind mittlerweile Bargeschäfte ab 1.500,00 EUR verboten. Die Italiener müssen sich mit 1.000,00 EUR Bares begnügen. Spanien will nun nachziehen und nur bis 2.500,00 EUR Taschengeld erlauben, aber das ist noch gar nichts gegen Schweden, denn die wollen als Vorreiter das Bargeld als Erster ganz abschaffen.

Wie immer: Aufgelesen und kommentiert. Das Beispiel:

Berliner Sozialgericht: Auch neue Hartz-IV-Sätze verfassungswidrig.

Mehr als ein Jahr nach den schwarz/gelben Schiebereien beim „neuen“ Regelsatz bemerkt auch das Berliner Sozialgericht, dass dieser Regelsatz weiterhin fröhlich gegen das Verfassungsurteil verstösst. Na das sind mir ja wahre Blitzmerker. Dabei konnte man das sogar schon nachvollziehen, bevor CDU/CSU und FDP mit ihrer „Berechnung“ überhaupt in den Bundesrat marschierten, um sich dort den Segen der SPD abzuholen.
Aus dem Berechnungskorb kurzerhand diverse Posten (Bustickets, Blumen, usw.) rauszustreichen, oder auch Alkohol gegen billigeres Mineralwasser auszutauschen, war damals schon als verfassungswidrige Willkür bekannt. Denn wenn die unteren 15 Prozent in Deutschland eben derartiges einkaufen, dann ist genau diese Summe der zugrunde liegende Einkaufsbedarf – Punkt.
Noch dazu flog ja auch auf, dass man Bevölkerungsgruppen mit in den beobachteten Warenkorb steckte, die selber von Hartz4 oder sogar Bafög abhängig waren. Diese Betroffenen konnten dann ja auch nie mehr als rund 300 Euro ausgeben – womit der Warenkorb mit 300 Euro auch (vermeintlich) den Bedarf abdeckte. Dadurch entstand exakt der Zirkelschluss, welchen das BVerfG explizit verboten hatte.
Aber immerhin: Das Berliner Sozialgericht hat die Frage nach der Verfassungsmässigkeit des aktuellen Regelsatzes gleich mal in Karlsruhe zur Prüfung vorgelegt. Kann sich ja jetzt nur noch um Jahre handeln, bis sich das BVerfG mit diesem Papier beschäftigt. Und inzwischen sind ja auch genug ehemalige CDU/CSU/SPD/FDP-Politiker zu Verfassungsrichtern ernannt worden, um weiterhin auf den Schwächsten herumzutrampeln.

 Naja hat was ganz interessantes gefunden. Natürlich nur eine Verschwörungstheorie (bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen)…

Dieses Bild [von Breivik] ist von einem Hubschrauber aufgenommen worden, obwohl die Verfügbarkeit eines Helikopters von der Sicherheitspolizei bestritten wurde.

Multimedia:

Eine japanische Prinzessin über die dunkle  Zeit ab dem 22.12.12. Gefunden auf einer Webseite, die ich nicht verlinken kann und die alle heimlich besuchen…

Und ein Anonymus hat uns noch was zu sagen:

Fukushima, der Krebs und anderes Teufelszeug in Deutschland

Will man die Katastrophen der Gegenwart verstehen, so hat man ein Problem: man findet keine Schuldigen. Früher war das einfacher: da hatte jeder seine Uniform und man wusste, auf wen man zu schießen hatte, um seine eigenen Interessen zu wahren. Heute sehen alle gleich aus, keiner trägt Verantwortung ... und trotzdem verschlimmert sich die gesellschaftliche Lage von Tag zu Tag. Der menschliche Körper hat ähnliche Probleme, wenn er Krebs hat. Krebs ist ja eine moderne Krankheit. Soll früher komplett unbekannt gewesen sein. Sie ist auch unheimlich und stellt Ärzte vor unlösbare Probleme: man kann kaum etwas abschneiden, weil der Krebs quasi überall ist ... oder nirgends.

Will man die Katastrophen der Gegenwart verstehen, so hat man ein Problem: man findet keine Schuldigen. Früher war das einfacher: da hatte jeder seine Uniform und man wusste, auf wen man zu schießen hatte, um seine eigenen Interessen zu wahren. Heute sehen alle gleich aus, keiner trägt Verantwortung … und trotzdem verschlimmert sich die gesellschaftliche Lage von Tag zu Tag. Der menschliche Körper hat ähnliche Probleme, wenn er Krebs hat. Krebs ist ja eine moderne Krankheit. Soll früher komplett unbekannt gewesen sein. Sie ist auch unheimlich und stellt Ärzte vor unlösbare Probleme: man kann kaum etwas abschneiden, weil der Krebs quasi überall ist … oder nirgends.

Krebs und Zivilisation sind untrennbar miteinander verbunden – auch gesellschaftlich, siehe Ippnw:

Von der Tschernobylkatastrophe vor 25 Jahren sind über 600 Millionen Menschen in ganz Europa gesundheitlich betroffen. Das geht aus einer aktualisierten Studie der IPPNW Deutschland und der Gesellschaft für Strahlenschutz zu den gesundheitlichen Folgen von Tschernobyl hervor. Die Autoren werteten wissenschaftliche Untersuchungen aus der ganzen Welt aus.

Die Studie belegt eine um 15,8 Prozent erhöhte Säuglingssterblichkeit in Skandinavien. In Deutschland stieg die Zahl der Trisomie 21-Fälle signifikant an. In Süddeutschland häufte sich ein bei Kindern sehr seltener Tumor, das Neuroblastom. Untersuchungen stellen einen Zusammenhang zwischen Tschernobyl und einer starken Zunahme von Diabetes Typ I bei Kindern und Jugendlichen her. Das Tschernobylministerium der Ukraine publizierte, dass 1996 nur noch 18 Prozent der evakuierten Bevölkerung gesund war. Besonders erschreckend: Von den Kindern, die nicht selbst vom Tschernobyl-Fallout betroffen waren, deren Eltern aber erhöhter Radioaktivität ausgesetzt wurden, sank in der Ukraine der Anteil der Gesunden von 81 Prozent im Jahr 1987 auf 30 Prozent im Jahr 1996.

Ein einziger Gau mit 600 Millionen Opfern. Das dürfte Regierung, Wissenschaft und Industrie schon lange bekannt gewesen sein. Dabei ist „Tschernobyl“ noch lange nicht vorbei, wie die Welt heute erwähnt:

Der Sarkophag in Tschernobyl schützt die Welt vor Strahlen aus dem 1986 explodierten Reaktor. Doch die Radioaktivität zersetzt den Beton, warnt der Ex-Direktor des AKW.

Wir hätten also auch ohne Fukushima eine strahlende Zukunft vor uns. Das ist so das Problem mit den atomaren Spielzeugen: Metallklumpen von 2700 Grad lassen sich schlecht beherrschen – auch nicht durch gezielte Pressearbeit. So erfahren wir durch Monitor von der größten nuklearen Katastrophe der Neuzeit, gegen die namhafte Unternehmensberater und PR-Agenturen seit Wochen erfolgreich ankämpfen:

Aber von der eigentlichen Bedrohung redet TEPCO nicht. Und die liegt besonders in Block 4. Nicht der Reaktorkern ist hier das Problem, der war nämlich zur Zeit der Katastrophe ausgelagert im Abklingbecken. Davon geht die Hauptgefahr aus: Denn das Becken ist voll noch mit anderen, abgebrannten Brennelementen, zusammen 1.331 Stück. Abgebrannt, das klingt harmlos, bedeutet aber, dass sich im Brennelement besonders viel hochradioaktives Plutonium und Cäsium befindet. Und das Abklingbecken wurde bei einer Explosion massiv beschädigt. Ohne Kühlung schmelzen die Brennstäbe und die radioaktiven Spaltprodukte werden freigesetzt. So sieht normalerweise ein Abklingbecken aus. Die heißen Brennstäbe lagern zum Abkühlen dicht an dicht, mindestens 5 Meter tief unter Wasser. Mit einem großen Kran werden die Brennstäbe hin und her transportiert. Und so sieht das Abklingbecken von Block 4 jetzt aus. Der grüne Kran ist ins Becken gefallen, überall Trümmer, es qualmt. Die Kernschmelze unter freiem Himmel hat längst begonnen, erklärt Arnold Gundersen. Der Atomingenieur hat über Jahrzehnte in leitender Position in der Nuklearindustrie gearbeitet.

Wir können davon ausgehen, das sich die Fukushimastrahlung  schon längst zur Tschernobylstrahlung dazugesellt hat. Für eine Reise nach Deutschland braucht sie nur zwei Wochen wie Luise Wagner in Suite101 schreibt:

Die radioaktiven Substanzen, die aus der Reaktorruine Fukushima in Japan nach dem Erdbeben am 11. März 2011 entwichen waren, haben sich in der nördlichen Hemisphäre innerhalb eines Zeitraumes von zwei Wochen verteilt. Das veröffentlichte die Vorbereitungskommission zum Vertrag über ein umfassendes Verbot von Nuklearversuchen (Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty Organization CTBTO) in einer entsprechendenPressemitteilung gestern in Wien .

Wir haben also in Fukushima eine Kernschmelze unter freiem Himmel, deren Strahlung uns seit drei Wochen auf den Kopf fällt. Hätten Sie´s gewußt? Will man so etwas wissen? Eigentlich doch nur, wenn man auch was dagegen tun kann. Können wir aber nicht, weil die Gesellschaft genauso vom Krebs zerfressen worden ist wie die Körper der nuklear verseuchten Rettungskräfte. Auch hier haben wir degenerierte Zellen, die sich wild vermehren, dem Körper in Massen Lebensenergie entziehen und ihn letztlich umbringen. Wir nennen sie „Reiche“, „Manager“, „Leistungselite“ und beten sie an, dabei sind sie es, die uns die Katastrophen eingebrockt haben – aus Kostengründen. Deshalb lagern (siehe Monitorbericht) auch in Deutschland die Brennstäbe kostengünstig in Abklingbecken anstatt relativ  sicher verwahrt zu werden (wobei „Sicherheit“ und „Kernspaltung“ zwei Begriffe sind, die oft zusammen genannt werden aber eigentlich nichts miteinander zu tun haben).

„Kostengünstig“ führt flächendeckend dazu, das die Krebszellen sich mit Lebenskraft vollsaugen, die dem Rest des Körpers entzogen wird. Das ist schädlich, selbst wenn diese Elemente Solarzellen auf dem Dach und Kraftwärmeanlagen im Keller haben.

Man kann über diese gesellschaftlichen Geschwüre und ihre Machenschaften auch ganz offen reden, siehe Spiegel:

Fleiß hin, Talent her – wichtige Entscheidungen der Wirtschaft werden in Geheimzirkeln getroffen. Ausländische Elitehochschulen sehen ihre Seilschaften als Aushängeschilder. Dagegen scheuen Deutschlands Topmanager die Öffentlichkeit und kungeln meist im Dunkeln, sagt der Elitenforscher Michael Hartmann.

Dort werden die Entscheidungen getroffen, die als „Hartz IV“, als „Leiharbeit“ oder „Rente mit 67“ dem gesunden Volkskörper die Lebenskraft aussaugen um sie in aller Öffentlichkeit sinn- und nutzlos auf den Kayman-Inseln zu verstecken. Auch das geschieht ganz öffentlich, wie Attac herausfand:

Attac hat eine Liste von Tochtergesellschaften, Zweckgesellschaften und assoziierten Unternehmen deutscher Banken in Steueroasen veröffentlicht. Die Ergebnisse der Attac-Recherche sind frappierend: So unterhält die Deutsche Bank in Georgetown auf den Cayman-Inseln, wo fast 10.000 Hedgefonds ihre Adresse haben, mehr Niederlassungen und Zweckgesellschaften als am Konzernsitz Frankfurt am Main. Im Steuerparadies Delaware in den USA ist die Deutsche Bank an mehr Unternehmen beteiligt, als in allen deutschen Städten zusammen. Insgesamt hat die Deutsche Bank mehr als die Hälfte (51,35 Prozent) ihrer Tochter- und Zweckgesellschaften sowie assoziierten Unternehmen in Steueroasen angesiedelt. Damit belegt sie den Spitzenplatz – gefolgt von der mittlerweile ebenfalls zur Deutschen Bank gehörenden Postbank (28,27 Prozent) und der Commerzbank (23,43 Prozent).

Da landet dann das ganze Geld, das man aus der Volkswirtschaft mit allen möglichen Methoden herausgesaugt hat – gerne auch unter dem Deckmäntelchen der Gesundheitsvorsorge. Und wenn man dann mal erwischt wird … kein Problem. An Geld herrscht ja kein Mangel, siehe Handelsblatt:

Um Korruptionsvorwürfe zu entkräften zahlt Johnson & Johnson rund 78 Millionen Dollar.

Mitarbeiter des US-Konsumgüter- und Pharmakonzerns sollen Ärzte oder Krankenhaus-Manager in Griechenland, Polen und Rumänien bestochen haben, damit diese Produkte von Johnson & Johnson verwenden. Überdies soll Geld an irakische Regierungsmitglieder geflossen sein, um an Aufträge aus dem Öl-für-Lebensmittel-Programm der Vereinten Nationen zu kommen.

Bei einem Gewinn von 15760 Millionen Dollar in 2009 (siehe Aktienanalyse), erzielt durch Korruption und überhöhte Preise auf Kosten auch des deutschen Beitragszahlers lassen sich solche Strafzahlungen aus der Portokasse bewältigen, zumal die Wachstumsaussichten (wie bei Krebs) phantastisch sind, siehe Krankenkassenratgeber:

Im Jahr 2009 sind die Gesundheitsausgaben in Deutschland wieder kräftig angestiegen. Gegenüber dem Jahr 2008 erhöhten sich die Ausgaben im Gesundheitssektor um 5,2 Prozent auf 278,3 Milliarden Euro. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Besorgniserregend ist, dass sich der Anstieg im Vergleich zum Durchschnittswert vergangener Jahre fast verdoppelte. Jeder Bundesbürger hatte statistisch geehen 3400 Euro an Gesundheitsausgaben zu leisten. Der Anteil der Gesundheitskosten am Bruttoinlandsprodukt stieg von 10,7 Prozent im Jahr 2008 auf 11,6 Prozent in 2009.

Das können wir uns nicht mehr lange leisten … erst recht nicht, wenn die Deutsche Bank den Abkassierern im Gesundheitswesen hilft, ihr Geld im Ausland in Sicherheit zu bringen. Doch nicht nur das Gesundheitswesen ist Teil des Krebsnetzwerkes, das die Volkswirtschaft zerfrisst. Auch die EU hat sich inzwischen zu einem profitablen Umverteilungsmotor entwickelt, der Geld in großen Mengen vom Volk hin zu den Netzwerkprofiteuren schafft, was selbst den oft unsinnigen Vordenkern des Neoliberalismus Sorgen bereitet, siehe DiePresse:

Hans-Werner Sinn, der nicht gerade öffentlichkeitsscheue Chef des Münchner Ifo-Instituts, schlägt in einem Interview Alarm: „Es reicht jetzt. Damit übernehmen wir uns. Das schaffen selbst wir nicht. Italien hat so viele Schulden wie Deutschland.“ Sein schlichtes Kalkül: „Je mehr Geld fließt, desto länger leben die überschuldeten Länder über ihre Verhältnisse, desto mehr ist verloren.“ Bald gebe es beim Aufkauf von Schulden „kein Halten mehr“, die Summen „werden laufend erhöht“. Die Politiker setzten „mit dieser Politik unsere Rente aufs Spiel“. Und: „Am Ende sind auch wir pleite.“

Am Ende werden wir sowieso Pleite sein. Machen wir uns doch nichts vor: vor der Altersarmut schützt uns doch eigentlich nur noch … der frühe Krebstod. 3400 Euro pro Kopf geben wir aus für ein Gesundheitssystem, das beständig mehr Kranke produziert. 2580 Euro geben wir aus für kleine Kinder von Langzeitarbeitslosen. Brauchen die eine Sonderernährung, bekommen sie sie nicht, weil sie nicht arbeitsfähig sind, werden daraufhin durch Mangelernährung krank und blähen den Kostenapparat des Gesundheitswesens erst recht auf.

Wir verstehen aber nun, wie ein Wolfgang Clement so vehement von „Parasiten“ schwadronieren konnte. Das es solche Parasiten in diesem Lande gibt, ist klar. Sie sind aber wohl nicht im Bereich jener zu suchen, die nur einen Bruchteil von dem verbrauchen, was das Krankheitssystem in Deutschland verschlingt. Insofern ist Fukushima Sinnbild auch für den Krebs in Deutschland. Es macht uns mal wieder darauf aufmerksam, das eine der Haupttodesursachen künstlich produziert wird, siehe Medizinauskunft:

Die Frage hat ihre Bedeutung: Hat es Krebs schon immer gegeben oder stellt diese Krankheit eine moderene Zivilisationskrankheit dar? Forscher behaupten nun, dass Krebs eine moderne Krankheit ist, die vor allem auf Umwelteinflüsse wie Verschmutzung, Ernährung und Lebensstil zurück zu führen sei. Sie suchten bis zurück in die Antike nach Hinweisen auf Krebs. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die Krankheit früher extrem selten war und erst seit 300 Jahren zur heute zweithäufigsten Todesursache in Industrieländern aufstieg.

Es macht uns aber auch darauf aufmerksam, das es auch politisch eine Wurzel dieser Krankheit gibt: Netzwerke von asozialen Egomanen, die sich die Lebenskraft der Gemeinschaft mit aller Gewalt aneignen wollen – ohne Rücksicht auf Verluste. Ihre Werkzeuge? Konzerne wie Tepco, die uns jetzt aus Kostengründen den größten Nuklearunfall der Menschheit geschenkt haben. Ihre politische Ideologie? „Alles für mich, nichts für andere!“. So sammeln diese Nutzwerke den menschlichen Abschaum, tarnen sich mit Anzug und Krawatte und zerstören nachhaltig weltweit alle funktionierenden Volkswirtschaften.

In den USA standen sie gerade dicht davor, den Wirtskörper völlig vernichtet zu haben. Der hat jetzt noch eine Gnadenfrist bekommen. In Portugal, Irland, Griechenland war man ebenfalls fast erfolgreich.

Gäbe es nun eine Therapie?

Kaum. Krebs ist nicht heilbar – wenn er zu spät erkannt wurde. Irgendwann ist der Volkskörper voller Metastasen, die ganz schnell jede Aktion der Immunabwehr unterlaufen. Ist im Prinzip wie 33-45 in Deutschland. Allerdings trugen dort die Parasiten Uniform.

Gerne hätte ich nun auch einen Artikel der FTD zitiert, der von Indiens Aufstand gegen die Superreichen berichtet – damit man sieht, das wir in Deutschland nicht allein mit dem Problem sind. Leider ist dieser Artikel nicht mehr auffindbar, nur noch Reste liegen im Netz herum:

Das Parlament und das Volk haben ernste Fragen an die Superreichen des Landes. Wie kann es sein, dass ihre Unternehmen Indien um Milliarden geprellt haben?

Unser Parlament hat dazu keine Fragen. Sie verdienen mit an der kostengünstigen Verstrahlung des Volkes. Ob sie deshalb aus der Sicht der Kirche eher satanischen Bereichen zugeordnet werden müssen, wird die Kirche selbst entscheiden müssen. Zur radioaktiven Verseuchung gibt es laut Stern schon mal eine klare Meinung:

Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx, hat die Atomenergie als „Teufelszeug“ bezeichnet.

Hartz IV macht Krebs – die Entmenschlichung der Gesellschaft als Werk des Teufels

Macht es eigentlich noch Freude, Nachrichten zu lesen? Also – so ganz ohne Tabletten und Alkohol? Geht das gut durch, das ein Chef der Bundesanstalt für Arbeit das deutsche Jobwunder preist und zwei Wochen später genau das Gegenteil prophezeit: weniger Geld für alle?

Gestern erst hatte ich über das Ende das Kapitalismus geschrieben, weil ein Professor im Handelsblatt sein Ende konkret beschrieben hatte. Heute erfahre ich bei Spiegel-online: der legt erst mal richtig los, der Kapitalismus … bedauerlicherweise:

Der Kapitalismus dürfte deshalb keineswegs am Ende sein, sondern lediglich eine neue Stufe erreichen. Man kann das schlecht oder gut finden – ändern wird es wenig. Unabhängig von moralischen Kategorien kann es sein, dass in der heraufziehenden Ära der Kapitalknappheit die Wirtschaft sich erst recht an den Interessen der Kapitaleigner orientieren wird.

Das wäre dann der Supergau: Hartz IV für alle, die nicht 80 Stunden die Woche Tag und Nacht mit voller Leistung bis zum siebzigsten Lebensjahr durcharbeiten können. So schlimm wird es nicht kommen, tröstet uns der Autor:

Die große Frage ist, wie die Wirtschaft darauf in den kommenden Jahren und Jahrzehnten reagieren wird. Wird die „Entmenschlichung“ des Systems fortschreiten, die die Kapitalismuskritiker beschwören? Werden im Szenario der Kapitalknappheit die Interessen der Beschäftigten und der Bürger tatsächlich vollkommen unter den Tisch fallen?

Vermutlich nicht. Vielleicht passiert gerade das Gegenteil: Ohne den Faktor Mensch, ohne sein Wissen, seine Fähigkeiten und seine Kreativität, ist Kapital unproduktiv. Erst durch das intelligente Zusammenspiel der beiden wichtigsten Produktionsfaktoren Mensch und Kapital lassen sich jene hohen Renditen erreichen, die künftig erwirtschaftet werden müssen.

Kann man allerdings die Arbeitskräfte in großen Massen aus dem Ausland beziehen (wie es – welch´ Zufall – gerade massiv gefordert wird) dann … steht einem Fortschreiten der Entmenschlichung der Gesellschaft doch nicht mehr im Wege, oder?

Damit das System funktioniert, muß man nur die „soziale Hängematte“ fortnehmen … dabei ist sie der Grund, weshalb wir überhaupt Gemeinschaften bilden. Da aber Gemeinschaften den egoistischen Kapitalinteressen entgegenstehen, braucht man auf sie keine Rücksicht zu nehmen – genauso wenig wie auf die Wahrheit, wie die Welt heute berichtet:

„Sachverstand ist bei vielen Politikern offensichtlich nicht mehr gefragt“, sagte Bosbach „Welt Online“. Stattdessen werde mit frisierten Zahlen und Statistiken gezielt Stimmung gemacht, und Entscheidungsprozesse würden so vorangetrieben.

Als Beispiel nennt er die angebliche Kostenexplosion im Gesundheitswesen. Bei genauerer Betrachtung zeige sich, dass die Ausgaben für Gesundheit seit Anfang der Neunzigerjahre nicht stärker gestiegen sind als die Konsumausgaben der Deutschen.

Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) erreichte 2003 mit 10,8 Prozent einen Höchststand und ist seither sogar leicht rückläufig. Die Sozialquote liegt seit Mitte der Siebzigerjahre konstant bei etwa 30 Prozent des BIP, rechnet Bosbach vor. Von einem Wildwuchs des Sozialstaates könne da doch keine Rede sein.

Indes sind die Einnahmen der Krankenkassen seit 1992 kontinuierlich zurückgegangen, weil die Löhne und Gehälter seit 1995 schwächer gestiegen sind als das BIP und es immer mehr prekär Beschäftigte, Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger gebe.

Wie es die „Welt“ aushält, solche Erkenntnisse zu veröffentlichen und gleichzeitig gegen den Sozialstaat zu wettern, bleibt ihr Geheimnis. Vielleicht hilft ja Kokain in hohen Dosen.

Das ganze Geheimnis unseres sozialen Elendes ist: Karsten Maschmeyer und Konsorten brauchen Spielgeld – und das nimmt man den Bürgern in großem Umfang fort, indem man einfach für Arbeit kein Geld mehr bezahlt, beides aber trotzdem einfordert. Das so ein System ohne Drogen krank macht, zeigt eine aktuelle Untersuchung, veröffentlicht bei heilpraxis.net:

Arbeitslosigkeit wird zum Stress eigener Art“, so seinerzeit der Studienautor Wilhelm Adamy vom IGES-Institut. Laut Studie litten Hartz IV-Bezieher vor allem unter Stoffwechselstörungen und Krebserkrankungen. Auch psychische Leiden wie Depressionen nehmen laut der Studie konstant zu. Eine weitere wissenschaftliche Auswertung der Universität Leipzig ergab, dass viele Arbeitslose regelrecht apathisch werden und ihre Situation kaum verkraften. Die Folge: Depressionen, Ängste und soziale Phobien.

Das Druck Menschen kaputt macht, weiß man seit tausenden von Jahren. Aber wir modernen, aufgeklärten Menschen versuchen es gerne mal mit was Neuem: zum Beispiel mit noch mehr Druck. Auch diese Logik scheint nur unter Drogen zu überzeugen.

Wir sind ja nun ein christliches Land. Wir feiern Weihnachten, Ostern und Pfingsten, halten den Sonntag arbeitsfrei und lassen die Armen nicht verrecken. Dafür, das das so bleibt, stehen vor allem unsere christlichen Parteien. Doch was erfahre ich jetzt in der Welt? Die stehen mit dem Teufel im Bunde:

Welt Online: Wie steht es um die Drogenhändler, sind sie den Verlockungen des Teufels erlegen?

Pantoja: Ja, so ist es. Der Teufel hat ihre Schwäche fürs Materielle erkannt. Aber das gilt nicht nur für die Drogenhändler, sondern auch für viele Politiker und ganz normale Menschen. Die Verlockungen des Geldes und der Macht sind die stärksten unserer Zeit und führen dazu, dass die Menschen von Gottes Weg abkommen.

Aha. Verlockungen des Geldes und der Macht sind des Teufels (den es zwar im Christentum eigentlich nicht geben darf, ich will jetzt aber mal nicht kleinlich werden).  Was heißt das jetzt für die Kapitalrendite und das Kanzleramt? Klar: Teufelsdreck. Und für Hartz IV, dem Ergebnis des Schulterschlusses von Politik und Wirtschaft? Teufelswerk, na klar.

Ich denke, wir sind nicht mehr weit von dem Schluß entfernt, das der Porsche der Kinderwagen des Teufels ist … und das Hartz IV ganz real Menschen tötet, und zwar viel mehr als man bislang angenommen hat. Die werden statistisch nur anders erfaßt – schon sind sie weg. Geschieht schon jeden Tag. Die Kinder Gottes können den Teufelsatem von Erniedrigung, Demütigung, Verachtung, Drohung und Anfeindung nicht ewig aushalten – immerhin sind sie eigentlich fürs Paradies geschaffen.

Wenn man nun schon nicht aus Gründen der Menschlichkeit, des Bekenntnisses zu den allgemeinen Menschenrechten oder natürlicher Solidarität (ohne die wir schon lange ausgestorben wären) dazu kommen, uns der Entmenschlichung der westlichen Welt in den Weg zu stellen, vielleicht schaffen wir es ja, weil wir eine christliche Kultur haben – oder wir bekennen uns offen zu dem Gegenteil, dann ist auch endlich Schluß mit den lästigen Feiertagen und dem kindischen Sonntag.

Teufelsrepublik Deutschland – wir hätten nicht nur die passende Geschichte dazu, sondern auch einen passenden Mythos, wie der Berliner Dialog zitiert:

Aber auch mitten in Deutschland gibt es nach der Erkenntnis pfingstlerischer Endzeitpropheten Stätten und Bauwerke, die direkt in der Bibel vorkommen – allerdings als Unheilsstätten. Unter der Schlagzeile „Das ist Satans Thron – Offenbarung 2,13 – Heute in Berlin!“, behauptet die extrem pfingstlerische Zeitschrift „Prophetic Vision“ des David Hathaway, der von deutschen Archäologen ausgegrabene und ab 1902 in Berlin ausgestellte Pergamon-Altar sei der in Offenbarung 2, 12-13 in dem Sendschreiben an die Gemeinde in Pergamon genannte „Thron Satans“.

Die Beweisführung der Pfingstler ist so erdrückend wie die unserer Politiker:

„Seit 1945 erlebte das wiederaufgebaute Deutschland mit seiner geteilten Stadt Berlin und getrennt vom Pergamonaltar einen wirtschaftlichen Aufschwung, wie es solchen weder in Deutschland noch in Europa jemals zuvor gegeben hatte.“

Als Westdeutschland durch die Mauer vom Ischtar-Tor, „Babylons Symbol des Judenhasses“, getrennt war, habe sich Westdeutschland auf eine Gnadenzeit zubewegt. Mit der Wiedervereinigung 1990 habe sich dies geändert. Deutschland befinde sich wieder in einer Wirtschaftskrise.

Problem erkannt, Gefahr gebannt, möchte man sagen. Doch was ist jetzt zu tun? Nationalexorzismus? Beutegut zurück nach Pergamon schicken (wäre sowieso eine korrekte Idee)? Die Bonner Republik zurückholen? Oder den Hartz-Regelsatz um 33 Euro erhöhen?

Einmal abgesehen von der Spielerei mit Bildern und jenem Pergamonmythos (der sich im Übrigen noch viel weiter ausdehen ließe, wenn man Spaß an solchen Spielereien hätte) ist es auch ohne Teufel klar, wohin die Reise geht: die Entmenschlichung der Gesellschaft schreitet voran – und in ihrem Gefolge entwickelt sich die Hartz-Gesetzgebung zum Vernichtungsprogramm auf leisen Sohlen. HARTZ MACHT KREBS … wäre mal eine dicke Schlagzeile wert.  Und ich wüßte nur allzugerne, wie eine christliche Gesellschaft mit einem solchen Teufelswerk leben kann.


Wirtschaftswachstum: Dogma und Wahn

Es gilt als Allerheilmittel, als oberstes Gebot und ist Rechtfertigung für einen weitgehenden Umbau der Gesellschaften in der ganzen Welt. Längst hat  das wirtschaftliche Wachstum den Status eines Dogmas erhalten. Und wer dessen Vorrang in Frage stellt, gilt als Ketzer. Doch kann das heutige Konzept des Wachstums um jeden Preis sein Versprechen auch halten? Eine Spurensuche.

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„Israel erschießt schwangere Frau!“ – über Gollwitz und die Organisationsform von Menschenfressern

Manche Dinge ändern sich wohl nie. Zum Beispiel der Nahe Osten. Da gibt es jetzt wieder Friedensverhandlungen. Da gab es schon in meiner Kindheit in den sechziger Jahren. Fünfzig Jahre verhandeln die schon über Frieden, doch irgendwie wird daraus nichts. Aus der jetzigen Verhandlung zwischen Israel und den Palästinensern wird wohl auch nichts:

Feuerüberfall der Hamas: Ein Terroranschlag überschattet die geplanten Friedensverhandlung zwischen Israelis und Palästinensern.

Nach Angaben der Rettungskräfte handelt es sich bei den Opfern um zwei Frauen und zwei Männer. Einem Armeevertreter zufolge war eine der Frauen schwanger.

Der militärische Arm der radikal-islamischen Hamas-Bewegung hat sich am Dienstagabend zu dem tödlichen Anschlag im Westjordanland bekannt. In einer Stellungnahme der Kassam-Brigaden, die an Journalisten im Gazastreifen geschickt wurde, hieß es, die militante Organisation stehe hinter dem Feuerüberfall.

Quelle: Welt

Es hat mich ein Gerücht erreicht, wonach in den Schulen unter Hamas-Einfluß Schüler zum Hass gegen Israel aufgestachelt werden, angeblich gibt es dort Landkarten, auf denen das Land nicht verzeichnet ist.  Sind wahrscheinlich nur böse Gerüchte des Imperiums.  So etwas würde mir aber erklären, wieso es dort nach sechzig Jahren immer noch diesen Hass gibt, der sogar vor schwangeren Frauen nicht halt macht.  Normalerweise … hätten die Generationen, die dort jetzt leben, eine sehr gute Chance, Frieden zu schließen – wenn nicht irgendjemand den Hass immer wieder neu schüren würde.  Manchmal sind es auch die Israelis selbst. Jeder Psychologe, jeder Richter oder Erzieher würde verstehen, warum.  Es wäre leicht, das zu vermitteln – auch den Palästinensern, die selber auch Frieden wollen.

Moshe und Hassen Arm in Arm, vereint in einem friedlichen Palästina? Das darf nicht sein. Wo sollen wir denn dann die schönen Leichenbilder für das Internet herbekommen und wohin sollen wir dann mit unserem ganz frischen Antisemitismus, den wir jetzt einfach mal in Antizionismus umgetauft haben, damit es nicht so aussieht, als wären wir auf die Parolen des Führers hereingefallen. Unser Antisemitismus ist viel aufgeklärter als der von Hitler – und viel viel gerechter.

So erklärt sich dann auch, das auf die Schlagzeile: Hamas erschießt schwangere Frau! niemand von den angeblich ach so großen Menschenfreunden reagieren würde. Darum habe ich mal eine andere gewählt, wir sind ja im Medienzeitalter, wo man erstmal Aufmerksamkeit braucht um durch das Getöse zu dringen.

Nirgends zeigt sich die Verlogenheit der modernen Linken besser als dort, da kommt noch nicht mal der Porsche-Ernst mit. Es ist gut zu sehen, das es noch ein paar Linke gibt, die ihren Kopf nicht nur zum Haare schneiden herhalten:

Eines Tages wird man sich fragen, wann das eigentlich angefangen hat, dieses Bündnis von Linken und Islamisten, von Linken und Jihadisten. Vielleicht ist schon jetzt der Zeitpunkt, da diese Frage gestellt werden muss, denn ein entscheidender Schritt zu solcherart rot-grüner Koalition ist inzwischen vollzogen: Die »Mavi-Marmara-Linke« ist nicht mehr die Linke, die sie vorher war. Die Solidarisierung mit der Gaza-Flottille im Mai war eine Zäsur wie vielleicht vorher nur Gollwitz.

Gollwitz ist ein kleines Städtchen in Brandenburg, dessen Einwohner sich 1997 in einer ebenso rassistischen wie antisemitischen Aufwallung gegen die Eröffnung eines Heims für jüdische Aussiedler wehrten und dabei von Teilen der Linken, der »Gollwitz-Linken«, verteidigt wurden: Die »Ossis« seien die eigentlichen Opfer des sozialen Kahlschlags seit der Wiedervereinigung und man müsse daher Verständnis für ihre Reaktion aufbringen.

Mich hat die Einseitigkeit der Beurteilung des  Marmara-Mavi-Vorfalls ebenfalls erschüttert … bzw. angewiedert. Man kann inzwischen die Uhr danach stelle, das Geschrei kommt püntlich, es ist undifferenziert, unausgeglichen und voller Hass.  Eine ähnliche Falle wie die Aktivisten an Bord der Marmara-Mavi wurde den UN-Friedenstruppen in Ruanda gestellt – mehrfach. Diese Form der Konfliktprovokation ist gang und gebe bei den Menschenfressern und altbekannt.  Ziemlich blöde, wenn man darauf hereinfällt, aber offenbar hat Israel mit friedlichen Linken aus Europa gerechnet und hatte deshalb spasseshalber Paint-Ball-Waffen dabei. Das es eine Falle war … damit hätte man wohl nicht gerechnet. Man wird in Zukunft schlauer sein, hoffe ich.

Wäre Israel (oder der „Zionismus“) so böse, wie ihn die Linken gerne darstellen, hätte es die Flotte versenkt.  Und wenn ich Soldaten angreife, die nicht nur mit Paintballpistolen ausgerüstet sind sondern auch scharfe Waffen dabei haben, muß ich mich nicht wundern, wenn ich nachher neun Kugeln im Kopf habe. Bei „Automatikfeuer“ passiert das schon mal, ohne das eine besondere Absicht dahintersteckt.

Ich bin dem Autor von „Jungle World“ sehr dankbar, das er mir einen gewissen Aufschluß darüber gibt, welchen geistigen Welten diese seltsame Allianzen gegen Israel entspringen … auch wenn man wieder merkt, das „Generation Doof“ Politik macht. Ist halt immer peinlich.

War so etwas früher nur von irrlichternden Gestalten wie Jürgen Elsässer, von agressiven Antizionisten wie der »Antiimperialistischen Koordination« aus Wien oder in der nationalbolschewistischen jungen Welt zu lesen, sehen inzwischen immer mehr Linke – und nicht nur in Deutschland – Hizbollah und Hamas als Teil einer antiimperialistischen und antikolonialen Linken.

Quelle: Jungle World

Manche brauchen die Welt als Scheibe, weil sie gedanklich nicht mehr fassen können. Manche können nur in schwarz-weiß denken, nur in „gut“ und „böse“, und da Israel eben „böse“ ist (denn da wohnen die Juden und das die böse sind wußte man schon immer) muß die Hamas eben gut sein.

Ich weiß nicht, gegen welche Wand man gelaufen sein muß, um eine solch einfache Welt zu brauchen, aber ich weiß, das die Hamas finanziert wird:

US-Terrorfahnder schlagen Alarm. Saudi-Arabien gehört nach ihren Erkenntnissen zu den größten Geldgebern des Terrors gegen Israel. Ein bei einer Razzia in Gaza gefundenes Protokoll soll belegen, dass die palästinensische Extremistenorganisation Hamas aus dem Königreich finanziert wird.

Quelle: Spiegel-online

Nachdem das unterbunden wurde, sucht sich das Geld andere Wege:

Seitdem die Finanzierung der palästinensischen Regierung durch den Westen eingestellt wurde – arabische Banken zahlen, wegen der Boykottdrohung der USA, der Hamas kein Geld aus -, bemüht sich die Hamas verstärkt, Bargeld ins Land zu bringen. So wurde am 19. Mai 2006 Sami Abu Zuhri, Sprecher der Hamas, am Grenzübergang des Gazastreifens zu Ägypten festgehalten, er hatte 900.000 Euro in bar bei sich. Wenige Tage zuvor wurde Außenminister Mahmud Asahar aus Kuwait eine halbe Million Euro gestohlen. Die EU hatte die Kontrolle der Grenzen des Gazastreifens gegen Waffenschmuggel und unerwünschten Personen übernommen, eine Bedingung des israelischen Staates für den Abzug aus dem autonomen Gebiet. Infolge des Grenzzwischenfalles wurden Truppenbewegungen der Qassam-Brigaden, einem militanten Flügel der Hamas, am Grenzübergang beobachtet.

Quelle: Gaza-Konflikt

Es sind die Scheichs, die den Terror finanzieren. Und die Geheimdienste, möglicherweise sogar Israel selbst:

Rabin verstand Israels verdeckte Unterstützung der Hamas als „fatalen Fehler“ und arbeitete vor seiner Ermordung darauf hin, dem ein Ende zu set zen. Er schloss 400 seiner Funktionäre vom Dienst aus und ließ 4000 von ihnen in den Monaten vor seinem Tod einsperren. Die Hamas antwortete, indem sie eine der-Feind-meines-Feindes-ist-mein-Freund-Haltung einnahm und nun der israelischen Oppositionspartei Treue gelobte, der Likud.

Quelle: Zeitenschriften

Spätestens jetzt dürfte es der „Generation Doof“ endgültig zuviel werden. Israel baut die Hamas auf, um die PLO zu diskreditieren und dann ermorden sie noch ihren eigenen Ministerpräsidenten? Die können ja nur böse sein. Schade nur, das es „Israel“ gar nicht gibt. Es gibt nur die Menschen, die dort wohnen. Und das sind nicht alles Heilige. Nur scheint mir der Gesellschaftsvertrag Israels aktzeptabler zu sein als der Gesellschaftsvertrag der Hamasfreunde:

Saudi-Arabien steht nach wie vor erst am Anfang der Rezeption der Menschenrechte. Nach saudischer Vorstellung gewährleistet die Umsetzung der im Koran überlieferten göttlichen Ordnung die beste Verwirklichung der Menschenrechte. Das Strafrecht folgt daher der Scharia. Todes- und Körperstrafen werden verhängt und vollstreckt. Die Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit sind stark eingeschränkt. Parteien sind verboten. Politische Aktivisten und Menschenrechtler werden drangsaliert, inhaftiert oder gehen ins Ausland. Die öffentliche Ausübung nichtislamischer Religionen ist streng untersagt – es gibt keine Kirchen. Frauen haben keine Rechtspersönlichkeit. Meinungs- und Pressefreiheit sind nur eingeschränkt gegeben. Die kontroverse Diskussion gesellschaftlicher Missstände oder von Defiziten der Regierung ist möglich, doch besteht strenge Zensur in Bezug auf öffentliche Moral, Religion und alle Fragen, die das Königshaus direkt betreffen.

Quelle: Auswärtiges Amt

Die Menschenrechtslage in Syrien ist weiterhin unbefriedigend. Der 1963 verhängte Ausnahmezustand und umfassende Kontrolle durch die Sicherheitsdienste bestehen fort. Es kommt weiter zu willkürlichen Verhaftungen und Verurteilungen. Auch Fälle von Folter kommen weiterhin vor. Problematisch bleibt darüber hinaus die Lage staatenloser Kurden.In Syrien aktive lokale Menschenrechtsorganisationen arbeiten ohne staatliche Genehmigung, ihre Existenz wird jedoch im Grundsatz toleriert. Viele Menschenrechtsverteidiger unterliegen einer Ausreisesperre oder sind inhaftiert. Meinungsfreiheit ist in Syrien trotz einer vorsichtigen Öffnung der Medienlandschaft in Syrien nicht gegeben.

Die von der syrischen Regierung in ihrem Dritten Bericht an den Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen im Oktober 2004 angekündigte Einrichtung einer unabhängigen nationalen Menschenrechtskommission wurde nicht umgesetzt.

Quelle: Auswärtiges Amt

Bei den neuen Förderern sieht es auch nicht besser aus, hier aus einem Brief von Amnesty International an den iranischen Botschafter:

nach der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Mahmoud Ahmadinedschad am 12. Juni 2009 haben Hunderttausende Iranerinnen und Iraner an landesweiten Kundgebungen und Demonstrationen teilgenommen. Iranische Behörden haben eingeräumt, dass seitdem mehr als 5.000 Iranerinnen und Iraner festgenommen wurden, darunter Studenten, Medienschaffende, Menschenrechtsverteidiger/innen und politische Oppositionelle. Viele der Gefangenen wurden in Haft gefoltert, um Geständnisse von ihnen zu erzwingen. Besonders erschütternd sind die Berichte über Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe gegen inhaftierte Männer und Frauen. Eine unbekannte Zahl von Gefangenen sind in Haft gestorben – wahrscheinlich an den Folgen von Folter und extrem schlechten Haftbedingungen. In drei Fällen haben die iranischen Behörden selbst bestätigt, dass Gefangene in dem Haftzentrum Kahrizak starben.

Quelle: Amnesty International

Dagegen steht Israel ganz gut da:

Die israelische Gesellschaft ist eine der freizügigsten Gesellschaften der Welt. Von einer Gesamtbevölkerung von fast 7 Millionen sind etwa 1,4 Millionen – das sind 20 Prozent – Nicht-Juden (1.140.600 Muslime, 146.000 Christen und 115.000 Drusen und 275.100 andere). Die Araber in Israel besitzen das Wahlrecht; Israel ist eines der wenigen Länder im Nahen und Mittleren Osten, in denen auch arabische Frauen wählen dürfen. (…) Knessetsitze, verschiedene Regierungsämter, darunter der Posten des Generalkonsuls in Atlanta, Richterposten des Hohen Gerichts und Ministerämter waren und sind mit israelischen Arabern besetzt. (…) Das Arabische ist wie das Hebräische offizielle Landessprache in Israel. Über 300000 arabische Kinder besuchen israelische Schulen. Zur Zeit der Staatsgründung gab es in Israel nur eine einzige arabische höhere Schule im Land, heute gibt es hunderte arabische Schulen.

„Eine Demokratie wird nicht daran gemessen, wie ihre Soldaten – junge Männer und Frauen – unter extremer Anspannung reagieren. Eine Demokratie wird danach beurteilt, wie ihre Gerichtsbarkeit handelt, wie es in der leidenschaftlosen Nüchternheit der richterlichen Amtszimmer zugeht. Der israelische Oberste Gerichtshof und andere Gerichte haben sich in dieser Hinsicht als untadelig erwiesen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens gibt es eine unabhängige Rechtsinstanz, die bereit ist, die Klagen von Arabern anzuhören – und diese Instanz ist der Oberste Gerichtshof Israels.“ (Alan Dershowitz in der Rede auf der AIPAC Policy-Konferenz, 23. Mai 1989)

Quelle: Berger-Odenthal

Dem letzten Zitat kann ich nur zustimmen. Wenn ich ein Land beurteile (was ich selten tue), dann schaue ich mir zuerstmal den Gerichtshof an, überlege mir dann, wie es als kleiner Mann wäre, dort zu leben. In Saudi-Arabien und Syrien wäre mir sehr unwohl – wie auch in Kuweit, obwohl ich nicht schwul bin:

Der kuwaitische Islamist Sa’d al-‚Inzi weiß, wie mit Lesben und Schwule umzugehen sei: Die Todesstrafe ist viel zu gut für sie. Sie sollten laut islamischen Recht von einem hohen Gebäude geworfen werden. Besser sei aber, die an einem öffentlichen Platz zu foltern…Einen Text dazu gibt es auch HIER.

Quelle und weiterführende Links bei:  Marco Scheuder

Bei allem Respekt für die islamische Religion muß ich schon sagen, das die Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte mir lieber ist als die Herrschaft von Geistlichen über den Staat. Aber letzteres … würde auch für Katholiken gelten.  Wieviele Scheuklappen muß ich eigentlich anlegen, um diese winzigkleine Weltsicht zu erreichen, in dem eine Hamas gegen das „Imperium“ kämpft? Hamas wird von dem Imperium finanziert, ohne Imperium keine Hamas. Und zu dem Imperium gehören nicht nur die USA und die „Zionisten“, sondern auch … Saudi Arabien, Syrien, Kuweit.

Somit muß man sehen, was Kritik an Israel anrichtet:

Man unterstützt die Feinde der allgemeinen Menschenrechte im In- und Ausland – aber das ist ja auch nur logisch:

Die Hamas sieht in den Juden die Verantwortlichen für die Französische Revolution,

Quelle: Wikipedia

Klar, das die arabischen Monarchien das nicht gerne sehen, nachher kommen die eigenen Bürger auch noch auf seltsame Gedanken.

Es ist eine seltsame, unheimliche Front die sich dort weltweit gegen Israel aufbaut. Aber sie baut sich nicht nur gegen Israel auf.  „Allgemeine Menschenrechte“ stehen weltweit nicht gerade hoch im Kurs. Leider.  Die mysteriöse Heiligkeit Saudi-Arabiens in diesem Prozeß entspricht verblüffenderweise sehr der Unantastbarkeit Israels – würde Israel nur die Hälfte der Menschenrechtsverletzungen begehen, die in Saudi-Arabien Alltag sind … die Deutsche Linke würde Juden auf offener Straße verbrennen. Weil sie es – wie immer – verdient haben.

Na ja, nicht alle, aber die Allianz der Blödiane, die für die saudi-arabische Monarchie, die den syrischen Sozialismus und für die Interessen des militärisch-industriellen Komplexes in den USA marschieren, solange es nur gegen die Juden geht.  Petra Pau scheint dies als eine der wenigen Linken verstanden zu haben:

Gregor Gysi ließ die Staatsräson Staatsräson sein und verurteilte ausschließlich den Einsatz des israelischen Militärs als »verbrecherisch«. Petra Pau, Vizepräsidentin des Bundestags und Mitglied des Fraktionsvorstands der »Linken«, distanzierte sich in einem Brief an die Jüdische Gemeinde Bremen als einzige hochrangige »Linke«-Politikerin eindeutig von der Gaza-Boat-Aktion.

Quelle: jungleworld

Der Krieg gegen die Unmenschlichkeit ist nichts für Dummköpfe, nichts für Leute, die nur darauf warten, irgendwo „dagegen“ sein zu können – vor allem aber „gegen Juden“.

Als Freund von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit muß man heutzutage auf der Hut vor Linken sein…..und erst recht auf der Hut vor Fallen der Lumpen. Man muß lernen, anders zu denken, weil die Organisationsform von Menschenfressern komplizierter ist als in Märchen über Orks und Elben.

Vielleicht hilft ein Blick nach Mexiko, wo die Menschenfresser gerade den Staat ausradieren:

Die Kartelle agieren heute immer stärker in transnational orientierten und operierenden Netzwerken. Die territoriale Verankerung weicht einem landes- und grenzüberschreitenden Floaten.

Schon der Begriff Kartell sei heutzutage zu monolithisch, meint Howard Campbell, Professor für Anthropolohie an der Harvard University. Es handele sich eher um temporäre, wandelbare Bündnisse verschiedener Akteure, die jeweils ihre Auftraggeber, Financiers, Zulieferer und vor allem tausende von Helfershelfer haben. Dies sind kurzfristig angeheuerte Zuarbeiter, die nicht mehr notwendig organische Verbindungen oder gar Loyalitäten zum Kartell pflegen.

Auch beim Mordgeschäft wird immer mehr Outsourcing betrieben. Damit werden entweder dezentrale paramilitärische Banden beauftragt, die dann als eine Art Söldnerarmee fungieren, oder auch lokale Banden. An die sechshundert solcher Gangs oder „Pandillas“ soll es im ganzen Lande geben, allein in Juárez mehrere hundert. Die – durch besonders blutige Mordtaten – bekanntesten sind die Aztecas oder auch Artistas Asesinos, die Killer-Künstler.

Quelle: Taz

Im Übrigen erstrecken sich die Geschäftsbereiche der Kartelle längst schon nicht mehr auf den Drogenhandel allein: Neben jeder Art von Schmuggel und allerlei Rotlichtgeschäften fließen ein Großteil der Dollars per Geldwäsche in legale Wirtschaft – und Finanzmärkte. Die Bekämpfung der Drogenkartelle durch das Militär wird da nicht viel bewirken.

Quelle: Taz

Es sind äußerst intelligente, flexible und schnelle Strukturen, die dort arbeiten.  Man kann sie nicht an Ländern festmachen … und bald sicher auch nicht mehr an Organisationen. Mit einfachen Weltbildern steht man solchen Strukturen hilflos gegenüber, denn die Frage: Wohin soll ich jetzt meine Bomben schmeißen, gegen wen soll ich jetzt konkret marschieren? Wo wohnt jetzt das Böse? läßt sich nicht wie im Märchen beantworten: In Mordor!

Diese äußerst effektiven Organisationsformen erinnern an Krebs und Metastasen. Für Körper und Staaten tödlich.  Hoffentlich merken manche Linken noch, das sie mit Kritik gegen Israel George W. Bush direkt unterstützen – ist aber wahrscheinlich zu hoch für sie.   Das Israel die Hamas finanziert (eine Aussage, die im Übrigen falsch ist, wenn sie so getroffen wird – aber auch das ist ja Absicht), ist ja auch schon für viele zu hoch.

Der Krebs finanziert die Hamas, stützt den saudischen König, fördert Extremisten, macht Haliburton und die Mafia gleichermaßen reich, während er die demokratischen Gesellschaften durch Formen inneren Terrors wie Hartz IV oder Börsenmanipulationen zerfrisst.

Und weil ich annehme, das ich in dieser Hinsicht richtig liege, mißtraue ich auch der Linken zutiefst bei der Überwindung der Agenda 2010 und wundere mich nicht über Erscheinungen wie jene in Berlin, wo die Linke feucht-fröhlich regiert wie alle anderen auch und man eigentlich keinen Unterschied zur CDU-Regierung sieht.

Wer gegen Israel ist, der findet auch Hartz IV … gar nicht mal so schlecht. Im Grundsatz und im Kern, mal so generell gesehen. Auf jeden Fall wird man ihn nicht unter den leidenschaftlichen Gegnern jener Reform sein, die uns die Menschenfresser via Atlantikbrücke geschickt haben, aber vielleicht im Kreise jener Schreihälse, die einfach nur mehr Geld für mehr und bessere Schnitzel wollen.

Weltweit kann man eigentlich auch die Kritik von Menschenrechtlern übertragen an der Begrifflichkeit „Krieg“ generell:

„Krieg“ sei das falsche Wort, monieren Menschenrechtler zu Recht. Das würde klare Lager und Frontverläufe implizieren. Zutreffender ist wohl, von Ausnahmezustand zu sprechen, von einem – wenn auch nicht deklarierten – Notstand. Und von einem neuen Typus von Terror.

Quelle: Taz

Ich denke, das man hier die Quelle suchen kann, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu jener Flut von neuen Kriegen, Konflikten und Terror geführt hat.

Und je mehr das Geschäft sich diversifiziert, je mehr Gewalt auch „outgesourct“ wird, umso weniger wird man es aufhalten können oder auch nur die Drahtzieher finden.  Das Überleben der offenen Gesellschaft wird davon abhängen, das wir schneller, intelligenter und raffinierter sind als unser Feinde.

Mit naivem Geschrei treiben wir uns selbst nur in den Untergang … auch wenn ich es verständlich finde, das man endlich all dem Leid ein endgültiges Ende zufügen möchte. Doch das … ist leider nicht so einfach.

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