Korporatokratie

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Deutschland 2013: der Kampf ums Trinkwasser! (Leider: schon verloren).

Mittwoch, 16.1.2013. Eifel. Es gibt Tage, an denen man nur noch eins kann: seine eigene Bequemlichkeit zu verfluchen, die eigene, ablehnende Haltung zur Todesstrafe nochmal deutlich überlegen, die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns deutlich zu hinterfragen und zu überlegen, ob wir uns nicht wirklich schnellstens der US-Waffenlobby anschließen sollten. Heute ist so ein Tag, der dazu anregt, die Flinte ins Korn zu schmeißen ... oder sich mit ihr in die tiefen Wälder zurückzuziehen, um von dort aus den letzten Widerstand der Menschheit zu organisieren ... gegen einen monströsen, selbst geschaffenen Feind.

Mittwoch, 16.1.2013. Eifel. Es gibt Tage, an denen man nur noch eins kann: seine eigene Bequemlichkeit zu verfluchen, die eigene, ablehnende Haltung zur Todesstrafe nochmal deutlich überlegen, die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns deutlich zu hinterfragen und zu überlegen, ob wir uns nicht wirklich schnellstens der US-Waffenlobby anschließen sollten. Heute ist so ein Tag, der dazu anregt, die Flinte ins Korn zu schmeißen … oder sich mit ihr in die tiefen Wälder zurückzuziehen, um von dort aus den letzten Widerstand der Menschheit zu organisieren … gegen einen monströsen, selbst geschaffenen Feind.

Am 22.3.2011 hatte ich noch gewarnt:

http://www.nachrichtenspiegel.de/2011/03/22/deutsche-weicheier-gruene-kriegstreiber-die-wasserkriege-und-die-taegliche-pressehurerei/

Und heute ist es soweit: Euer Wasser … ist weg. Ein für allemal. Meins auch … dabei haben wir in der Eifel vor allem eins: Wasser.

Doch holen wir lieber mal weiter aus.  Schauen wir einfach mal zurück nach … Bolivien. Liegt in Südamerika. Dort geschah im Jahre 2000 nach Christus etwas Ungeheuerliches, was es sogar kurz bis in die deutschen Nachrichten geschafft hat. Es gab Ende 2011 sogar einen Film, der die Ereignisse am Rande streift, siehe Süddeutsche:

Anfang 2000 in Bolivien: Die Wasserversorgung einer ganzen Stadt wird an ein Konsortium multinationaler US-Konzerne verkauft. Brunnen zu graben wird verboten, nicht einmal das Regenwasser darf gesammelt werden.

Was geschah dort? Ein Konzern greift versuchsweise nach einer der letzten Ressourcen, die noch nicht privatisiert sind: dem Wasser. Land und Essen besitzt man schon, Energie auch – aber Wasser und Luft sind noch umsonst. Das geht ja nun mal gar nicht.

Die Strategien sind immer diesselben – und altbekannt. Irgendwo auf der Welt schafft man Fakten, die dann nach und nach mit Methode Gesetz für alle werden – und wie üblich, wenn große Konzerne Politik machen, wird es im Alltag ziemlich absurd – wie zum Beispiel das Verbot, Regenwasser zu sammeln.

In Bolivien ist es gescheitert, siehe Wikipedia:

2000 unterzeichnete Bechtel einen Vertrag mit Hugo Banzer Suárez, dem früheren Diktator von Bolivien, mit dem die Wasserversorgung der drittgrößten Stadt Boliviens, Cochabamba, privatisiert wurde. Der Vertrag wurde offiziell von einer Bechtel Tochtergesellschaft Aguas del Tunari unterzeichnet, die speziell für diesen Zweck gegründet wurde. Kurze Zeit später verdreifachte das Unternehmen die Wassergebühren in der Stadt, woraus viele Proteste und Unruhen unter denen, die sich nicht länger sauberes Wasser leisten konnten, resultierten. Viele Menschen mussten ihre Kinder von der Schule nehmen und ihre Arztbesuche einstellen wegen der anormal hohen Wasserkosten. Bechtel verlangte sogar Zahlungen für Regenwasser und setzte ein Gesetz durch, das Grabungen neuer Brunnen verbot. Angesichts der folgenden Demonstrationen wurde das Kriegsrecht verhängt und die bolivianische Polizei tötete letztlich 6 Menschen und verletzte über 170 Protestierende. Inmitten von Boliviens nationalen wirtschaftlichem Kollaps und wachsender nationaler Unzufriedenheit über den wirtschaftlichen Zustand war die bolivianische Regierung gezwungen, von diesem Wasservertrag zurückzutreten.

Sechs Tote, 170 Verletzte, ein letztlich gestürzter Diktator … aber Bechtel hat trotzdem gewonnen:

2001 verklagte Bechtel die bolivianische Regierung auf 25 Mio. US$ entgangenem Gewinn.

So sind Konzerne eben, sie sind konstruiert, um aus allen Lebenslagen maximale Gewinne zu ziehen – und erledigen diese Aufgabe perfekt … ohne Rücksicht auf Verluste. Das trifft nicht nur auf Bechtel zu – obwohl sich diese Firma schon einen gewissen Namen gemacht hat, siehe Dr. Vinanda Shiva vom 26.3.2003, zitiert bei agp:

Einen Monat nach Beginn des Krieges gegen den Irak taucht der wirkliche Sieger auf. Bechtel hat einen 680 Millionen Dollar Vertrag für den Wiederaufbau des Irak erhalten.

Der von der USA geführte Krieg bombte erst die irakischen Krankenhäuser , Brücken und Wasserwerke aus, und jetzt ernten die US-Konzerne die Profite des „Wiederaufbaus“ einer Gesellschaft, die zuvor absichtlich zerstört wurde. Blut wurde nicht nur für Öl vergossen, sondern auch für die Kontrolle über Wasser und andere lebenswichtige Dienstleistungen. In einer Periode sinkenden Wirtschaftswachstums und einer Verlangsamung des Molochs Globalisierung wurde Krieg zu einer gebräuchlichen Entschuldigung für die Ausweitung der Herrschaft der Konzerne. Wenn die WTO nicht ausreicht führen wir Krieg.

Vor Konzernen gewarnt habe ich schon am 22.2.2009. Viele haben es gelesen, kaum einen hat´s interessiert, keiner hat es verstanden – dabei ging es um den größten Feind, den die menschliche Gesellschaft in diesen Tagen hat: um den Konzern.

Robert Hare, Psychologe und FBI-Berater kam zur Verdeutlichung dieser Tatsache auf eine recht unterhaltsame Idee.

Wenn ein Konzern, so seine Argumentation, als eine juristische Person angesehen werden will, dann ist es legitim, ihn den gleichen psychischen Kriterien zu unterwerfen wie … z.B. einen normalen Menschen.

Grundlage für den Test war:

Personality Diagnostic Checklist
WHO ICD 10
Manual of Mental Disorders DSM IV

Diese Standardkriterien sind auch jedem deutschen Psychiater geläufig.

Ziel war, zu sehen ob und bis zu welchem Grade Konzerne als „psychopathisch“ einzustufen sind. Bewertungskriterium war u.a., wie sie sich zu der Gesellschaft verhalten, in der sie ihre Geschäfte betreiben.

Folgende Kriterien wurden erfüllt:

1. Gleichgültigkeit gegenüber den Gefühlen anderer
2. Unfähigkeit, dauerhafte Beziehungen einzugehen
3. Skrupellose Gefährdung anderer
4. Unfähigkeit, Schuld zu empfinden
5. Hinterlist, Lügen und Täuschen um des eigenen Vorteils willen
6. Verletzung sozialer Normen und gesetzlicher Vorschriften

Mehr Kriterien gibt es nicht. Die herrschende Institution unserer Zeit, eine juristisch handelnde und mit größter Machtfülle ausgestatte Person glicht nicht nur ein bischen einem Psychopaten.

Das psychische Profil dieses Monsters gleicht dem eines Massenmörders. Mit allen Konsequenzen.

(Quelle: „The Corporation, M.Achbar, J.Abbot & J.Bakan, DVD, erhältlich nur bei „Zweitausendeins“)

Solche krebsartigen Konstrukte lassen wir ungehindert in unserer Wirtschaft wachsen. Damit handeln wir als Volkswirtschaft in etwas so schlau wie jemand, der sich eine tödliche Infektion absichtlich selbst zuführt. Dabei geschieht das alles nicht in böser Absicht, sondern schlichtweg nur aus Dummheit. Aus Dummheit haben wir Gesetze durchgehen lassen, die „Personen“ konstruiert haben, die nun dabei sind, die ganze Welt zu verschlingen – Dr. Frankenstein lässt grüßen.

Nun sehen wir Deutschen das auf unseren Bildschirmen, lesen das in Büchern, Blogs, Artikeln und denken immer noch: das ist alles weit draußen. Das ist das Problem mit unsere Wahrnehmung und unserer kulturellen Entwicklung: wir haben uns in den letzten Jahren (auf Wunsch und Betreiben der Konzerne, die uns genau da haben wollten) zu Troglodyten zurückentwickelt … nach dreißigtausend Jahren ist der Mensch in jene Höhle zurückgekrochen, aus der er einst aufbrach, die Welt zu erobern. Dort sitzt er – quasi in Vollendung einer Parodie des platonischen Höhlengleichnisses – vor einem sprechenden Bild (wie es in der Apokalypse des Johannes auftaucht, Kapitel 13, Vers 15) und lässt sich treiben von den Träumereien, die dort präsentiert werden – und merkt kaum, das er sich mit Sendeformaten wie dem „Dschungelcamp“ langsam auf ein Niveau zu bewegt, das schon der römische Bürger in seiner späten Dekadenz ausgelebt hatte, als er sich am Löwenfraß ergötzte.

Was er eben so wenig merkt (vor allem, weil er sich noch nicht vorstellen kann, was es bedeutet): das die Konzerne nach dem gescheiterten Versuch der Privatisierung des Trinkwassers in Bolivien nicht etwa aufgegeben haben, sondern in logisch konsequenter Fortführung ihres gesetzlich vorgeschriebenen Auftrages der Erzielung maximaler Rendite für einige Auserwählte nicht nur die europäische Sozialversicherung zerschlagen, sondern sich – neben Post, Bahn und Telekom – auch das Wasser der Nationen aneignen.

Informiert wurde der Bürger darüber nicht. Herausgefunden haben das die letzten Reste verantwortungsbewussten Journalismus, die inzwischen ein kümmerliches Dasein zwischen Fußball, Tatort und Dschungelcamp führen: die Journalisten von Monitor. Sie fanden Erschreckendes heraus:

Krisenländer wie Portugal und Griechenland brauchen Geld, deshalb zwingt die Troika in Brüssel sie jetzt klammheimlich, ihre Wasserversorger zu verkaufen. Im Anhang der Troika-Verträge, die MONITOR vorliegen, sieht man: In Griechenland sollen die großen Wasserwerke von Athen und Thessaloniki verkauft werden. Zu Portugal heißt es: Die Privatisierung der nationalen Wasserbetriebe „Aguas de Portugal“ soll vorangetrieben werden. In Portugal protestieren mittlerweile immer mehr Menschen gegen diese Wasserprivatisierung, weil sie Angst haben vor hohen Preisen und schlechter Qualität. Aber die Krisenstaaten sind erst der Anfang. Die EU-Kommission holt jetzt zum großen Schlag aus. Der neue Richtlinienvorschlag für Konzessionsvergabe versteckt geschickt die Forderung, dass im Bereich der Wasserversorgung eine Marktöffnung erfolgen müsse. Was heißt das? Heide Rühle, die Wasserexpertin der europäischen Grünen, hat den Vorschlag genau studiert. Sie glaubt, dass die Kommission kurz davor ist, ihr Ziel zu erreichen – Wasserprivatisierung.

Während wir noch im Kino einige Rührstücke genießen, die die Wasserkriege von Bolivien am Rande erwähnen, stehen wir dicht davor, das aus unseren Leitungen … einfach nur noch giftiger Abfall kommt … oder gar nichts.

Übertrieben?

Schauen wir doch einmal bei Tadema, welche Erfahrungen man mit der Privatisierung von Wasser gemacht hat:

Die Wasserindustrie wurde 1989 privatisiert, jedenfalls in England und Wales. In Schottland und Nord- irland blieb sie staatlich. Die neuen Unternehmen machten in den ersten sieben Jahren Riesenprofite, sie griffen den Verbrauchern tief in die Taschen – ohne zu investieren. 1990 – ein Jahr nach der Privatisierung – wurden in England und Wales 2.756 Ruhr-Fälle gezählt, im Jahr darauf waren es schon 9.935. Die Zahl der Haushalte, denen das Wasser abgestellt wurde, hatte sich im gleichen Zeitraum verdreifacht: von 7.273 Fällen im Jahr 1990 auf 21.586 Fälle ein Jahr später.

Die übliche Misswirtschaft, wenn Konzerne Geschäfte übernehmen: die Preise steigen, die Qualität sinkt – bis es Tote gibt. Psychopathen kennen keine Hemmungen bei der Erzielung von Profiten.

Wir Bürger … wir fragen uns: was ist denn eigentlich da los in Brüssel. Dort sitzen doch die von uns bezahlten Politiker, deren Aufgabe es sein soll, gerade uns vor diesen Wasserkriegen zu schützen. Tadema jedoch zitiert da noch etwas mehr:

Der EU Handelskommissar Pascal Lamy stellt in einem Interview klar, daß auch die EU ihren Wasser- sektor liberalisieren will – ganz im Gegensatz zu allen bisherigen Behauptungen! In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung am 10.3.03 äußerte er sich folgendermaßen (Auszug):

SZ: Die Wasser-Versorgung ist für jeden Staat besonders sensibel. Haben Sie Vorschläge gemacht, den Wassermarkt in Europa zu öffnen? Hat es Anfragen aus anderen Ländern gegeben?

Lamy: Wir haben keine Anfragen. Aber ich mache Angebote. Weil ich ein Interesse daran habe, dass die Wasserversorgung geöffnet wird.

Pascal Lamy?

Träger des großen Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland … und vieler anderer Auszeichungen. Seit 2005 … Präsident der WTO (siehe Wikipedia) – eine der vielen überraschenden Karrieren jener Politiker, die sich scheinbar ohne äußeren Anlass für die Belange der Konzerne einsetzen, noch bevor die überhaupt öffentlich in Aktion getreten sind.

WTO? Der zivile Arm der kriegerischen Globalisierung – siehe oben.

In dem Monitorbericht kommt auch der Präsident des deutschen Städtetages zu Wort, der uns ein wenig aufklärt über die Verhältnisse in Brüssel:

Christian Ude, Präsident des Deutschen Städtetages: „Es ist wirklich bedauerlich, dass mancher Wettbewerbskommissar nur noch die Bedürfnisse seiner Gesprächspartner aus den Konzernchefetagen kennt und nicht die Bedürfnisse der Bevölkerung.“

Das gilt nicht nur für Brüssel – sondern auch für Berlin.

2010 veröffentlichte die TAZ bemerkenswertes Material über den Verkauf der Berliner Wasserwerke:

Geheime Verträge zeigen: Berlin hat bei der Privatisierung seiner Wasserbetriebe den Käufern hohe Gewinne garantiert – auf Kosten der Verbraucher.

Die Vorgänge zeigen auch auf, wie Politik und Staat mittlerweile zueinander stehen – es sind Feinde:

Die Gewinne dagegen stiegen in der gleichen Zeit deutlich an – auch weil das Land den Käufern in den Geheimverträgen eine Gewinngarantie für das Monopolgeschäft zugesichert hatte. Die Kosten dafür wurden in die Wassertarife eingerechnet, also von den Berlinern bezahlt. Doch noch im Jahr 1999 erklärte das Landesverfassungsgericht die Grundlage für die Gewinngarantie für verfassungswidrig. In den Geheimverträgen ist festgelegt, dass das Land Berlin in dem Fall die privaten Anteilseigner schadlos stellen muss. Sie durften sich daher zuerst aus den Gewinnen der Wasserbetriebe bedienen – das Land musste nehmen, was übrig blieb.

Das muss man sich mal vorstellen: die Politik reagiert auf die festgestellte Verfassungswidrigkeit mit „Geheimverträgen“, die auf Kosten des Steuerzahlers Konzernen Monopolgewinne garantiert – selbst wenn die völlige Misswirtschaft betreiben. So könnte jeder Penner reicher Leistungsträger werden … und so werden die Penner in diesem Land auch reich. Früher nannte man das Wegelagerei – oder auch Landesverrat.

In Berlin gab es einen Volksentscheid zum Wasser – und Beobachtungen, die zeigen, dass „Linke“ in der Regierung die gleichen Wege einschlagen wie alle anderen Parteien (siehe Wikipedia):

Die meisten Bürger haben sich mit dem Volksentscheid für eine Rekommunalisierung der Wasserbetriebe ausgesprochen. Jedoch hält Wirtschaftssenator Harald Wolf von der Linken das neue Gesetz für verfassungswidrig und betreibt die Rekommunalisierung nur zögernd. Wolf wird ein Interessenkonflikt vorgeworfen, da er als Wirtschaftssenator die Interessen des Landes Berlin vertritt und gleichzeitig als Aufsichtsratschef der BWB für die Gewinne des Unternehmens verantwortlich ist.

Man kann wählen was man will – man wählt immer: den Konzern. Ob man will oder nicht.

Was in Bolivien scheiterte, wird in Europa, Deutschland und Berlin erfolgreich durchgeführt. Mit rechten, linken, sozialistischen oder christlichen Politikern – die Farbe spielt da schon längst keine Rolle mehr. Natürlich nicht nur hier. Der Film „Water makes Money“ informiert in breiter Front über die Offensive, die schon seit Jahrzehnten läuft – und über die hilfreiche Rolle, die „die Politik“ dabei spielt.

Es gibt wohl viele Lamys auf der Welt.

Zuviele.

Und wenn wir nicht weiterhin brav Preiserhöhungen schlucken wollen (oder darauf hoffen, das – wie in Berlin – das Kartellamt eingreift, um den Wasserpreiswucher zu beenden siehe Spiegel), dann sollten wir uns zusammenschließen – und hier unterschreiben:

Wasser ist ein Öffentliches Gut, keine Handelsware – Wir fordern die Europäische Kommission zur Vorlage eines Gesetzesvorschlags auf, der das Menschenrecht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung entsprechend der Resolution der Vereinten Nationen durchsetzt und eine funktionierende Wasser- und Abwasserwirtschaft als existenzsichernde öffentliche Dienstleistung für alle Menschen fördert. Diese EU-Rechtsvorschriften sollten die Regierungen dazu verpflichten, für alle Bürger und Bürgerinnen eine ausreichende Versorgung mit sauberem Trinkwasser sowie eine sanitäre Grundversorgung sicherzustellen. Wir stellen nachdrücklich folgende Forderungen:

  1. Die EU-Institutionen und die Mitgliedstaaten haben die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass alle Bürger und Bürgerinnen das Recht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung haben.
  2. Die Versorgung mit Trinkwasser und die Bewirtschaftung der Wasserressourcen darf nicht den Binnenmarktregeln unterworfen werden. Die Wasserwirtschaft ist von der Liberalisierungsagenda auszuschließen.
  3. Die EU verstärkt ihre Initiativen, einen universellen Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung zu erreichen.

Warum man unterschreiben sollte, wird auch gleich erläutert:

Weil du mit mindestens einem der Ziele übereinstimmst, die wir in dieser EBI formulieren:

  • Alle BürgerInnen in Europa sollten einen garantierten Zugang zu Wasserversorgung und sanitärer Grundversorgung haben. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es immer noch rund zwei Millionen Menschen in Europa ohne Trinkwasserversorgung und ohne Sanitärversorgung. Es gibt weiterhin zahlreiche Menschen mit niedrigen Einkommen, denen eine Liefersperre droht, wenn sie ihre Wasserrechnung nicht bezahlen können.  
  • Die Europäische Kommission sollte auf ihre konstanten Versuche verzichten, die Wasser- und Abwasserwirtschaft zu liberalisieren. Wenn man auf den Markt setzt, um diese Dienstleistungen zu erbringen, muss man damit rechnen, dass gut betuchte Kunden bessere Leistungen erhalten als Kunden, die finanziell weniger gut gestellt sind. „Kein Geld, kein Wasser“ wäre die Quintessenz einer markwirtschaftlich bestimmten Wasserversorgung. Wasser und sanitäre Grundversorgung sind aber ein Menschenrecht. Es ist Aufgabe und Verpflichtung jeder Regierung, diese Dienstleistungen allen Menschen zur Verfügung zu stellen.
  • Weltweit 800 Millionen Menschen haben nach wie vor keinen Zugang zu sauberem Wasser, mehr als zwei Milliarden Menschen müssen ohne Sanitärversorgung leben. Europa kann und sollte mehr unternehmen, damit Menschen auch in anderen Teilen der Welt das Menschenrecht auf Wasser und sanitäre Versorgung in Anspruch nehmen können.

Momentan ist der Kampf um das deutsche Trinkwasser schon verloren. Hinter unserem Rücken plant die EU-Kommission den Ausverkauf der europäischen Wasserreserven.

Zehn Jahre noch, dann werden wir uns nicht mehr über Hartz IV aufregen … sondern über jene, die in ihren Wohnungen verdurstet sind, weil der Konzern das Wasser abgestellt hat.

Wenn wir noch länger darauf beharren, Höhlenbewohner zu werden und ausschließlich den Informationen, Wünschen und Begierden großer Konzerne zu folgen, dann werden wir wohl unausweichlich dem Schicksal jener Toglodyten folgen, die man nur noch in einigen Berichten antiker Autoren findet:

wir werden einfach aussterben.

Terror in Deutschland – made in USA.

Montag, 3.12.2012. Eifel. In den USA ist ja gerade die Hölle los. Die hatten ja gemerkt, das sie langsam zum Dritte-Welt-Land werden (siehe: Hintergrund): 

Ikea eröffnete vor kurzem eine Fabrik in Virginia, einem Bundesstaat, in dem gegenüber Gewerkschaften keine Gastfreundschaft herrscht. Im Heimatland Schweden bekommen Ikea-Arbeiter 19 US-Dollar die Stunde und erhalten mindestens fünf bezahlte Urlaubswochen pro Jahr. Das sind ziemlich hohe Arbeitskosten. Also ging das Unternehmen in die USA, wo es den Arbeitern gerade einmal acht Dollar pro Stunde und nur zwölf Urlaubstage pro Jahr zahlen muss.

Da sieht man mal, was im Mutterland des Kapitalismus möglich ist. Ikea brauchte auch so ein Land: die Gefängnisse in Ostdeutschland stehen nicht mehr zur Verfügung, da brauchte man Alternativen. Was lag näher, als in die USA zu gehen, einem Land, das sich zusehends in ein Riesengefängnis verwandelt.

Montag, 3.12.2012. Eifel. In den USA ist ja gerade die Hölle los. Die hatten ja gemerkt, das sie langsam zum Dritte-Welt-Land werden (siehe: Hintergrund):

Ikea eröffnete vor kurzem eine Fabrik in Virginia, einem Bundesstaat, in dem gegenüber Gewerkschaften keine Gastfreundschaft herrscht. Im Heimatland Schweden bekommen Ikea-Arbeiter 19 US-Dollar die Stunde und erhalten mindestens fünf bezahlte Urlaubswochen pro Jahr. Das sind ziemlich hohe Arbeitskosten. Also ging das Unternehmen in die USA, wo es den Arbeitern gerade einmal acht Dollar pro Stunde und nur zwölf Urlaubstage pro Jahr zahlen muss.

Da sieht man mal, was im Mutterland des Kapitalismus möglich ist. Ikea brauchte auch so ein Land: die Gefängnisse in Ostdeutschland stehen nicht mehr zur Verfügung, da brauchte man Alternativen. Was lag näher, als in die USA zu gehen, einem Land, das sich zusehends in ein Riesengefängnis verwandelt.

Wir haben ja viel erwartet von der Homeland-Security, nur hört man nicht mehr sehr viel von ihr – außer jetzt. Auf der Seite der Regierung selbst findet man eine überraschende Ankündigung (siehe White-House.gov):

White House Homeland Security Partnership Council. There is established a White House Homeland Security Partnership Council (Council) to foster local partnerships — between the Federal Government and the private sector, nongovernmental organizations, foundations, community-based organizations, and State, local, tribal, and territorial government and law enforcement — to address homeland security challenges. The Council shall be chaired by the Assistant to the President for Homeland Security and Counterterrorism (Chair), or a designee from the National Security Staff.

Ein Sicherheitspartnerschaft, die sich auf alle gesellschaftlichen Sektoren ausweiten soll – sogar auf die Stammesregierungen der Reservate oder Nichtregierungsorganisationen. Jede lokale Behörde (und auch jede lokale Firma) werden Mitarbeiter der Staatssicherheit (übersetzen wir das heute mal so, damit wir besser verstehen, was dort gerade abläuft), Greenpeace, Amnesty International, Gewerkschaften, Bürgerinitiativen – alles Agenten der Staatssicherheit.

Gruselig, oder? Kommt aber noch besser.

In einem weiteren Memorandum kündigt Obama ein Programm zur Abschreckung von Insiderbedrohungen an:

This Presidential Memorandum transmits the National Insider Threat Policy and Minimum Standards for Executive Branch Insider Threat Programs (Minimum Standards) to provide direction and guidance to promote the development of effective insider threat programs within departments and agencies to deter, detect, and mitigate actions by employees who may represent a threat to national security. These threats encompass potential espionage, violent acts against the Government or the Nation, and unauthorized disclosure of classified information, including the vast amounts of classified data available on interconnected United States Government computer networks and systems.

Das verwirrt den fernen und landesfremden Leser nun ein wenig. „Violent acts against the Government or the Nation“von Insidern? Das hört sich an, als ob alle Alpträume der Verschwörungsanalytiker wahr geworden wären. Die reagieren auch gleich auf der Seite Veterans-today und skizzieren die Bedrohung, die – wie schon von anderen Präsidenten wahrgenommen – als Offensive des militärisch-industriellen Komplexes, auf die Obama sich vorbereitet. Vielleicht ist dies der Hintergrund für ein ominöses Treffen, das das Wallstreet-Journal ausgemacht hat: überraschend und unerwartet hatte sich Obama mit Mitt Romney getroffen, der sich zuvor mit seinem Jetzt-nicht-mehr-Vize Paul Ryan getroffen hatten. Angeblich haben sie sich Anekdoten aus dem Wahlkampf erzählt – aber auch der Wallstreet-Autor scheint nicht so ganz davon überzeugt zu sein.

Es ist schwierig, diese Aktionen zu bewerten, zumal uns unsere eigenen Geheimdienste und Medien dort völlig im Regen stehen lassen. Ginge es um Nordkorea, wäre die Gerüchteküche schon am Brodeln, es geht aber nur um die USA … und deren geheime Pläne sind für uns tabu. Immerhin sind wir mit denen verbündet, stellen ihnen Soldaten und Schiffe zur Verfügung, zahlen Unmengen an Geld für die Aktionen – was sollen wir uns da noch in Dinge einmischen, die uns nichts angehen? Warum sollen wir uns Gedanken darüber machen, das Obama gleich zu Beginn seiner zweiten Amtszeit erstmal die Sozialhilfe gestrichen hat (wir berichteten), jetzt eine große CIA-Offensive im Ausland beginnt (siehe Spiegel) und nebenbei eine der führenden Terrorgruppen der Welt aus der Terrorliste streicht (siehe Hintergrund).

Was sollen wir uns auch darum kümmern, wir haben unseren eigenen Terror, über den auch nichts geschrieben wird. Sicher, wir regen uns fürchterlich darüber auf, das beispielsweise der Strom immer teurer wird – auf Kosten des kleinen Bürgers, während die Industrie wieder einmal Geld geschenkt bekommen: 2000 Euro pro Megawatt haben die Gutachter als Ausgleichszahlungen für die Zeitweise Abschaltung stromintensiver Industrien gefordert … 20 000 Euro will die Regierung ihnen schenken (siehe Welt). Warum auch nicht? Ist ja nicht ihr Geld, sondern unser, was da aus dem Fenster geschmissen wird:

Nach „Welt am Sonntag“-Informationen haben sich wirtschaftsnahe Kreise sehr für diese Regelung starkgemacht.

Diese Prämie für die Nichtnutzung von Strom (siehe Welt) führt schon heute dazu,das die Firmen die Maschinen in der Nacht in Leerlauf durchlaufen lassen, um in jene Großverbraucherkategorie zu kommen, wo man für die Abschaltung der Maschinen bezahlt wird. Ich habe hier im Haus auch schon Bescheid gesagt, das wir alle Energiesparlampen abschaffen und alle Geräte beständig laufen lassen müssen – wenn wir nur genug verbrauchen, dann haben wir unser Grundeinkommen.

Das ist doch genau dieser Terror aus dem Inneren, den Obama gemeint hat, oder? Da versteht man auch, wie er islamistische Terroristen aus der Terrorliste streichen und dafür viel mehr CIA-Agenten im Ausland einsetzen kann: die deutsche Strommafia ist halt mit lokalen Behörden nicht mehr in den Griff zu bekommen.

Wir kennen sie auch – das wird nur immer wieder vergessen. Ein Blick in die TAZ hilft uns, uns daran zu erinnern:

Bezahlte Wissenschaftler, instrumentalisierte Frauen: Interne Papiere zeigen, wie die Atomkonzerne und ihre Lobbyorganisation die Öffentlichkeit beeinflusst haben.

Die internen Unterlagen zeigen auch, wie im Rahmen der Kampagne ein Verein von Frauen gegründet wurde, die sich für die Atomkraft einsetzten. Sie zeigen, wie die Agentur über Pressereisen und Hintergrundgespräche mit Journalisten ihre Botschaften in den Medien platzierte. Und sie zeigen, wie die Agentur Kontakte in die Politik kauft, indem sie ehemalige Abgeordnete und Staatssekretäre beschäftigt.

Wenn wir also heute wieder Artikel darüber lesen, wie teuer doch die Energiewende wird, können wir eigentlich auch wissen, wer den Artikel geschrieben hat: die deutsche Atomlobby im Auftrag des deutschen Atomforums.

Ein Jahr früher berichtete die Zeit darüber, das andere Branchen von den Erfolgen der Atomlobby so begeistert waren, das sie deren Methoden einfach mal übernehmen wollen:

„So dreist ist in Deutschland noch nie der Eindruck erweckt worden, Politik sei käuflich“, wetterte SPD-Chef Sigmar Gabriel. Und der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz, Hubert Weiger, moniert: „Die Gier der Atomstromkonzerne nach Extra-Profiten bestimmt die Energiepolitik der Bundesregierung.“ In jedem Fall habe die Kampagne „Einfluss auf die Entscheidungsfindung gehabt“, sagt Klaus Dittko, Geschäftsführer der politischen PR-Agentur Scholz & Friends Agenda.

Es ging immerhin um 57 Milliarden Euro. Ein dicker, hoch subventionierter Kuchen, dessen Kosten vielfältig verschleiert werden, um die goldene Atomkuh nicht zu gefährden. Ganz offen und unverblümt wird das Ende der politischen Souveränität in Deutschland beschrieben:

Allein in Berlin gibt es inzwischen mehr als 100 Firmenrepräsentanten, beinahe alle Dax-30-Unternehmen sind vor Ort. Die Folge: Das Know-how der Unternehmen über politische Prozesse und deren Korrigierbarkeit ist in den vergangenen Jahren rapide gestiegen. Das Vorgehen der Energiebosse belegt das eindrucksvoll.

Auch die Medien fielen auf diese Kampagne herein, die einen frischen amerikanischen Wind in unser Land brachte, siehe FTD:

Pro-Atom-Beiträge von Prominenten, wissenschaftliche Studien und versuchte Einflussnahme sogar in Frauenzeitschriften: Erstmals werden Details bekannt, wie sich die Atomlobby vor der Wahl 2009 bemühte, die Stimmung zu drehen. Viele Medien fielen darauf rein.

Und alle weisen vor allen Dingen auf eins hin: das ist in unsere Land erlaubt. Wirkt irgendwie anrüchig – ist aber völlig legal.

Wenn wir jetzt unsere Lehren aus dieser Stromposse ziehen wollen – was sagt uns das Stück dann?

Wählen gehen ist nutzlos, Zeitung lesen auch. Politik und Wahrheit kann man kaufen wir Frauen. Ja – das ist ein neuer Trend: der Frauenkauf wird gesellschaftsfähig. Erst informierte der Spiegel darüber, wie „glücklich und spirituell“ doch Pornodarstellerinnen sind, jetzt setzt die Welt nach und erwähnt nebenbei mal die lukrativen Stellenangebote in diesem Bereich: 2000 Euro die Nacht kann man dort verdienen – und nebenbei wird man glücklich und spirituell. Das wird den Jobcentern ganz neue Angebotsmöglichkeiten an die Hand geben. Nebenbei erwähnt der Autor aber etwas das uns eher nachdenklich stimmen sollte:

Wie weit das Geld schon vorgedrungen ist und selbst die letzten menschlichen Austauschverhältnisse besetzt hat: Wir scheinen es, zunehmend klaglos, hingenommen zu haben.

Wenn wir jetzt noch überlegen, wer denn für diese Artikel bezahlt – in welche Gegenden kommen wir dann. Bundesministerium für Arbeit?

Das Handelsblatt führt den Gedanken des Welt-Autors weiter aus:

An die Stelle humaner und kultureller Ziele ist die Geldschein-Heiligkeit als oberste Wertinstanz getreten. Der Mensch und seine Errungenschaften sind zur Handelsware verkommen. Nun geht es darum, sich irgendwie zum eigenen Vorteil auf den Märkten zu behaupten. Das führt zwangsläufig dazu, dass jeder nur seine eigenen Interessen vertritt. Vor dem Hintergrund einer technisch, ökonomisch und medial vernetzten Welt hat diese Entwicklung desaströse Folgen, die nur durch scheinheilige Sprechblasen verschleiert werden. 

Das ist nun ein Terror, der uns alltäglich umfänglich in allen Lebensbereichen betrifft – aber gegen diesen Terror suchen wir vergeblich nach Hilfe, erst recht, seitdem Konzerne unverblümt politische Macht einkaufen. Solche Zustände kennen wir zur Genüge aus der Geschichte, wo reiche Barone ihre Ansichten mit Bargeld verbreiteten. Das war aber Feudalismus. Na ja – wahrscheinlich ist unser Begriff von Demokratie auch nur noch eine scheinheilige Sprechblase. Wenn es jetzt im Mutterland der Atombombe ein Bündnis zwischen Regierung und Sicherheitskräften gibt, das auch den privaten Sektor mit einbezieht: dürfen wir dann hoffen, das die uns auch vor dem Terror in unserem Land schützen?

Wohl eher nicht. Ein Blick in die Geschichte der USA zeigt, wie dort schon wesentlich früher Gesellschaft von Konzernen gestaltet wurde – mit großem Schaden für die Umwelt, siehe Welt:

Damals wollte Los Angeles S-Bahnschienen verlegen in größerem Stil, und zwar immer die Freeways entlang. Die Ölfirmen hätten dann jedem einzelnen Mitglied des Stadtrates so lange Geld gegeben, bis der Plan fallen gelassen wurde. Keine Bahn bedeutet mehr Autos, und die brauchen wieder Sprit – die Investition in die Bestechung hat sich schnell ausgezahlt.

Eine gruselige Geschichte aus den Sechzigern – aber doch eine mit Tradition:

Kann das wirklich sein? Doch, das kann es wohl, denn es klingt wie eine Variation des „Great American Streetcar Scandal“: Von den 30er- bis zu den 50er-Jahren hatte die Firma National City Lines eine Menge Straßenbahnnetze und ihre Betreiber aufgekauft – um sie zu schließen.

Hinter National City Lines standen, wie sich später herausstellte, General Motors und auch ein paar Ölfirmen.

Und wie viele Aktionen dieser Art laufen in unserem Land? Immerhin: von dem erfolgreichen Atomlobbyfeldzug haben wir nur durch Zufall erfahren, hätte es das Informationsleck nicht gegeben: man hätte das als Triumph der Vernunft gefeiert.

Lehren daraus haben wir bis heute nicht gezogen, das merken wir ja aktuell an dem Thema „Euro-Rettung“, das nächste Superrenditethema, das den Kontinent erschüttert, siehe Welt:

In dieser Woche war Michel Barnier, der EU-Kommissar für den Binnenmarkt, zu Besuch: Er gehört zu den wichtigsten Köpfen der Kommission, ist er doch der Architekt der geplanten Bankenunion, ohne die eine Lösung der Schuldenkrise als unmöglich gilt.

Es geht um nicht weniger als gut 34 Billionen Euro, für die auch die deutschen Bankkunden bürgen könnten. Selbst wenn es nicht zu Pleiten und Verwerfungen kommt, ist jeder Bankkunde betroffen, denn mehr Bürokratie und eine europaweite Aufsicht drohen Gebühren und Kreditkosten hochzutreiben.

34 Billionen Euro.  Das sind für jeden Deutschen 425 000 Euro. Angesichts der Tatsache, das jetzt schon 42 Millionen Deutsche im Umfeld ihrer Jobcenter dahinvegetieren, ein mutiger Plan. Und auf jeden Fall zahlen wir wieder für eine Menge mehr „Pöstchen“. Die haben wirklich total gut von der Atomlobby gelernt. Jetzt sieht man auch, warum man den Frauen in Deutschland solche Jobs schmackhaft macht: bei einer Tagesgage von 2000 Euro könnten die ihren Anteil an den Schulden in 212, 5 Tagen abarbeiten – und werden dabei noch glücklich und spirituell.

Klar, das Vorschläge, das Geld für diese Abenteuer der Reichen einfach mal von den Reichen selbst zu nehmen, in breiter Front nach Atomlobbymanier bekämpft werden: Reichensteuer wird uns alle nur noch ärmer machen, liest man immer wieder – aktuell gerade in der Welt. Es muß – das wissen wir alle – einfach andere Wege geben, diese Krise zu bewältigen – und wir sehen diese Wege ja auch schon.

Die aktuelle Mietpreisexplosion (neben steigenden Strom- und Versicherungskosten und den ständig steigenden Kosten für Benzin und Nahrung ein weiterer Terrorakt gegen die deutsche Bevölkerung) zum Beispiel führt bei Maybritt Illner zu der spannenden Frage, was denn der Staat dagegen tut, siehe Welt. Das gleiche Medium gibt in einem anderen Artikel die Antwort:

Falsches Parken wird im kommenden Jahr teurer. So verdoppelt sich der Preis für das bisherige Fünf-Euro-Knöllchen ab dem 1. April 2013 auf 10 Euro

Nach dem Motto „wer nicht wohnen kann muss parken“ eröffnen sich hier ja schon ganz neue Geschäftsfelder – wie auch bei der ständig zunehmenden Zahl von Menschen, die in Deutschland aus Kostengründen auf Campingplätzen leben. Der Spiegel berichtete über diese Kultur der neuen Armen schon 2009, die Welt legte 2012 nach: auch hier ahmen wir den US-amerikanischen Lebensstil nach, der uns mit Coca Cola und Walt Disney, McDonalds und McKinsey schon voll im Griff hat.

Deshalb denken wir uns ja auch nichts dabei, das die Deutschen jetzt mit viel Geld über die Griechenlandhilfe die Hedgefonds retten, siehe Welt. Geld ist unser neuer Gott, unser Lebenssinn, unser Lebensinhalt: und wir begrüßen jede Erniedrigung, Entwürdigung, Enteignung und Entmündigung, wenn sie uns doch nur ein kleines bisschen von dem heiligen Geld bringt.

Wäre es nicht schön, wenn wir wenigstens in diesem kleinen unwichtigen Land ebenfalls eine große Heimatschutzbehörde ins Leben rufen können, die eine Allianz von Parteien, Verbänden, Firmen und Vereinen schmiedet, um den Wirtschaftsterror, der uns in breiter Front heimsucht, zu unterbinden? Dafür können wir dann auch die muslimischen Terroristen von den Terrorlisten streichen … so aktiv wie befürchtet sind die ja gar nicht.

Aber in unserem Land gibt es schon längst andere Netzwerke, die Steuergelder im großen Stil verbrauchen, siehe Handelsblatt:

Mit keiner Lobby ist die Politik so eng verbandelt wie mit den Wohlfahrtsunternehmen. Rund ein Drittel aller Bundestagsabgeordneten hat zugleich eine Leitungsfunktion bei Diakonie oder Caritas inne, auf kommunaler Ebene sind die Verbindungen noch frappierender, mancherorts betreiben Staat und Wohlfahrt sogar gemeinsame Tochtergesellschaften. Unter so engen Verbündeten verzeiht man dann schon mal, wenn die Wohlfahrer gar nicht so gemeinnützig wirtschaften, wie es ihre Steuerklasse vermuten lässt. „Gemeinnützig ist an den meisten Wohlfahrtsunternehmen nur ihr steuerlicher Status“, sagt Wohlfahrtsskeptiker Graf.

Gerade hat das Diakonische Werk eine neue Hauptverwaltung für den Bundesverband in Berlin eröffnet, Kostenpunkt: 65 Millionen Euro. Auf kommunaler Ebene wird von Dienstwagen-Fuhrparks berichtet, die viele Politiker klein aussehen lassen.

Wir bereichern uns sogar an der Armut unserer Mitmenschen, das „Kartell der Gutmenschen“ hat uns fest im Griff:

Unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit haben Caritas und Diakonie ein trickreiches Geschäftsmodell konstruiert: Sie erfinden für sich selbst immer neue Aufgaben, der Staat und damit die Steuerzahler geben das Geld.

Und viele verdienen gut daran – nur nicht die, die es wirklich brauchen.

Hören wir doch zum Schluss nochmal eine Rat von einem sehr erfolgreichen Deutschen: Karsten Maschmeyer, hier im Handelsblatt:

Interessante Jobs findet man heutzutage viel eher durch die Nutzung von Netzwerken als durch Print- oder Internet-Stellenanzeigen. Viele Statistiken belegen, dass die meisten Menschen ihre Jobs durch persönliche Beziehungen finden. Machen Sie sich also nichts vor: Das gilt umso mehr für Politiker: Ihr Erfolg hängt auch von ihrem Netzwerk, von ihren Beziehungen ab. Man wird kaum in den Ortsbeirat gewählt, wenn man keine guten Verbindungen hat. Als Politiker brauchen Sie – gerade in Ihrer Partei – die richtigen Unterstützer, die sich für Sie einsetzen und propagieren, warum die Leute Sie wählen sollen.

Weil die meisten Menschen Jobs durch persönliche Beziehungen finden, macht es auch soviel Sinn, Arbeitslose mit Reisebeschränkungen und einer Residenzpflicht zu belegen: zu Hause vor dem Fernseher beim einer Scheibe trockenem Toastbrot wird man sicher seinen Traumjob finden.

Terror wohin man nur das Auge blicken lässt. Terror des Kapitals, Terror made in USA, ein Terror, der sicher noch wachsen wird, wenn die Konzerne in Zukunft ganz eng mit einer Regierung zusammenarbeiten, die schon jetzt die Sozialhilfe kürzt.

Was droht uns da erst, wenn die neue Agentenflut die Welt umgestaltet?

 

 

 

 

Zeitungssterben und Demokratieverfall: aktive Sterbehilfe von Banken und Politik

Zeitungssterben und Demokratieverfall: aktive Sterbehilfe von Banken und Politik

Samstag, 24.11.2012. Eifel. Nächsten Monat ist Weihnachten. Schon jetzt laufen die Vorbereitungen dazu, in Deutschland ist eine historische Entscheidung gefällt worden:  wir streichen unsere Entwicklungshilfe noch weiter zusammen, siehe Süddeutsche. Damit fallen wir noch weiter hinter vielen europäischen Ländern zurück. Es wird wieder kälter in Deutschland, das spürt auch ein Kapuzinermönch im Fernsehen, siehe Welt:

Es war schon irritierend, wie wenig Einfühlungsvermögen Bruder Paulus aufzubringen vermochte, als er Walter Bolinger schnippisch fragte, warum er denn seiner Frau nicht gleich die Pulsadern aufgeschnitten habe.

Der Kapuzinermönch sprach immer wieder von der „Eiseskälte“, die durch seine braune Kutte über seinen Körper krieche und ihn erfrieren ließe, wenn er von Menschen hörte, die es nicht schafften, die Lebenskräfte ihrer trotz schwerer Krankheit gezeichneten Nahestehenden zu erwecken.

Die Intention des Artikels ist überraschend klar, ebenso die Front gegen den Mönch, dem fröstelt, wenn andere über den Mord an ihren Angehörigen reden. Ein großes Tabuthema, das aber zu der gekürzte Entwicklungshilfe passt: „zu Weihnachten schenken wir dem Opa den Freitod, dann gibt es auch mehr Geschenke für die Kinder“. Ich bin mir sicher: nur üppige Leistungen der Rentenversicherung bewahren unsere Alten vor so einem Schicksal.

Man hätte den Mönch auch als Held darstellen können, als einen Menschen, der schon durch seinen privaten Lebenswandel zeigt, das er sich so leicht nicht korrumpieren lässt.  Hingegen macht man sich lieber über ihn lustig,  wenn er eine ganz zentrale aber äußerst unangenehme Frage stellt: warum erschlagen wir eigentlich nicht gleich all jene, die uns im Weg herumstehen? Das ist doch das moralische Credo unserer Zeit, fressen und gefressen werden. Großkonzerne machen es vor – mit Hilfe der Banken, die dank der Billionengelder der Steuerzahler jede Fusion risikolos durchführen können, auch wenn die Volkswirtschaften nachher immer die Verlierer sind: ein Konzern frisst den Nächsten, bis zum Schluss nur noch eine Handvoll Megariesen übrig sind, die sich kaum  noch rational führen lassen.

Man hätte darauf hinweisen können, das der Mönch das Prinzip sieht und nicht den Einzelfall. Man hätte auch darauf hinweisen können, das wir eine Lösung brauchen für jene leidenden Menschen, die früher den Raubtieren zum Opfer gefallen wären – die Natur selbst hat Sicherheitsschranken eingebaut, um das Leiden nicht unendlich auszudehnen.  Ja, so habe ich das früher in der Schule gelernt: das ist der ökologische Sinn von  Raubtieren und Aasfressern. Grausam und gemein, aber so ist die Natur. Wir sollten uns gelegentlich daran erinnern, das der Mensch an sich unser größter Verbündeter und bester Freund auf diesem Planeten ist … im Prinzip jedenfalls.

Stattdessen sehen wir uns selbst als schlimmsten Feind an und tun unser Bestes, ihn durch andere Geschöpfe zu ersetzen. Fast unerkannt ist dazu ein weiterer, ganz entscheidender Schritt getan worden: Kampfroboter fangen an, ihre Arbeit aufzunehmen (siehe Spiegel). Wir finden auch schnell die Auftraggeber dieser Entwicklung. Es gibt einen „teuflischen Pakt zwischen Staaten und Banken“ (siehe ebenfalls Spiegel):

Die Regierungen sind süchtig nach Kredit – und die Banken gewähren ihnen diesen Kredit, indem sie ihnen ihre Staatsanleihen abkaufen. Als unausgesprochene Gegenleistung erwarten sie dabei nicht weniger als eine Überlebensgarantie: Der Staat soll mit Steuergeldern helfen, wenn den Banken der Absturz droht.

Eine schmutzige Hand wäscht die andere. Die einen leben auf viel zu großem Fuße, die anderen konstruieren künstliches Geld dafür. Niemand außer der Wirtschaftswoche wundert sich darüber, das Griechenland immer noch Geld bekommt, obwohl die Kredite nicht fließen, weil alle diesen Pakt kennen. Nicht umsonst haben sich spanische Polizisten dafür entschuldigt, das sie Politiker und Banker nicht verhaftet haben, siehe neopress. Nun – das könnte  man ja noch nachholen.

Wäre doch auch ein schönes Weihnachtsgeschenk: frisch verpackte Kernzellen krimineller Netzwerke.

Leider wird das in Deutschland nicht geschehen. Das „Schachmuster“ der Globalisierung ist bekannt (siehe QPress):  Konzerne, Medien, Kirche, Militär, Regierungen und viele viele Bauern arbeiten mit Hochdruck an ihrer eigenen Vernichtung: fressen und gefressen werden halt. Besonders schlimm ist das für Bauern wie Dich und Mich.

Damit das Spiel auch gut läuft und nur noch weltfremde Mönche Fragen zum Prinzip stellen, werden auch die Medien in die Gladiatorenarena geschickt. Dabei sterben auch welche. Erst die Frankfurter Rundschau, jetzt die Financial Times Deutschland. Die Letztere werde ich sehr vermissen. Auch wenn ich seine politische Linie nicht schätze: das war schon von ansprechender und herausfordernder Qualität, was dort zu lesen stand. Sie werden nicht die letzten sein, das Handelsblatt berichtet gerade von einer neuen Megafusion: 100 Lokalzeitungen kommen unter ein Dach. Der Grund? Sinkende Werbeeinnahmen. Wer wirbt aber schon gerne in einem Blatt, in dem nichts drinsteht? Und wer liest schon gerne ein Blatt, das nur noch die Meinung der Auftraggeber wiedergibt?

Zum Schutz vor dieser Entwicklung haben wir das „öffentlich-rechtliche Fernsehen“ geschaffen, eine Einrichtung, die ein Spiegelbild unserer Gesellschaft ist, siehe Deutsche Wirtschaftsnachrichten.

Es gibt keine Transparenz über die Verwendung der Gelder. Vetternwirtschaft, Korruption und Arroganz seien Teil einer Unternehmenskultur, in der die Kontrolle versagt. Zwar gäbe es unter den jungen Journalisten hinter vorgehaltener Hand jede Menge an Unmut über die Zustände. Die Kritiker innerhalb des Systems befänden sich jedoch „auf verlorenem Posten“.

Katastrophale Zustände eigentlich – doch was macht die Politik? Sie tanzt. Es war wieder Bundespresseball – und alle haben sich amüsiert, siehe Welt:

Das Zeitungssterben war dann auch eines der Topthemen auf dem Ball. Organisator Alfred Gertler sagte zur Begrüßung, er hoffe, dass zahlreiche journalistische Arbeitsplätze in den Betrieben zu retten seien. Trotzdem erwarte er ein großes Fest. Gauck sagte, Zeitungen werde es immer geben, man wisse derzeit nur nicht, wie viele. „Die Menschen wissen ganz genau, welche Veränderungen in der Medienlandschaft anstehen.“

Wie soll man Stellen retten, die abgebaut werden? Aber zumindest der Gauck hat Recht: die Menschen draussen wissen Bescheid. Sie wissen auch genau, was sie von der Politik zu halten haben, die auf dem Ball nochmal deutlich demonstriert, wie effektiv der diabolische Pakt mit den Banken wirkt:

Ihre Feierlaune nicht verderben lassen wollten sich andere Politiker. Verteidigungsminister Thomas de Maiziére meinte: „Mich betreffen viele Krisen in der Welt.“ Er hoffe, damit heute nicht beschäftigt zu werden. Niebel meinte, er könne unbeschwert trotz Zeitungssterben auf dem Bundespresseball feiern. Tanzen werde er wohl nicht, er unterhalte sich lieber.

Vizekanzler Rösler sagte: „Die Zeitungslandschaft ändert sich, die Lesegewohnheiten ändern sich. Darauf müssen sich die Verlage einstellen.“ Brüderle fügte hinzu, er sei traurig, wenn es weniger Zeitungen gebe. Und Friedrich erklärte, Zeitungen müssten eben innovativ sein.

De Maiziére ist glücklich, ihn betreffen viele Krise dieser Welt – vor allem seine eigenen. Der Türkei Raketen aufgedrängt, die diese (Gott sei Dank), dann auch mit einiger Verspätung wirklich haben wollten (unter ihrem eigenen Kommando, versteht sich, wodurch die Bundeswehr eine Rolle als Hilfstruppe der Türkei bekommen hätte), kriminelle Kinderschänder in der Justiz ungehindert wirken lassen … aber tanzen ist schön, ja? Entwicklungshilfe gekürzt, Menschen verhungern lassen – aber lustig ist´s trotzdem? Gerade die FTD war innovativ und hatte die Zeitungslandschaft in Deutschland verändert … aber Konkurrenz verdirbt eben das Geschäft, auch wenn der Brüderle traurig ist. Dafür gibt´s dann lecker essen – und die Welt ist wieder in Ordnung:

Serviert wurden unter anderem Schwarzfederhuhn, Mango-Lassi mit gerauchten Garnelen, Austern, Thunfisch und gebratene Schweinebrust an Ferkelchen-Confit. Dazu wurden 600 Flaschen Champagner und 3.000 Liter Bier angeboten.

Man merkt: zu diesem Event wird nicht jedermann eingeladen. Bis zu 690 Euro kosten die Karten, davon müssen arbeitlose Journalisten zwei Monate überleben. Selten gibt es eine Veranstaltung, in der so deutlich demonstriert wird, wie das System BRD funktioniert: eine Hand wäscht die andere und den letzten beißen die Hunde. Der darf deshalb auch keine Karte kaufen – kaufen darf nur, wer eingeladen worden ist: so funktioniert die „unsichtbare Hand des Marktes“ auch auf dem Bundespresseball.

Ein teuflischer Pakt von Banken und Politik hat die Republik fest in der Hand, der Präsident bekennt sich öffentlich dazu, das das Volk den Schritt zur einheitlichen Berichterstattung der Systempresse schon längst akzeptiert hat und alle feiern, das ihre Ballpartner von letztem Jahr dieses Jahr beim Jobcenter aufschlagen.

Auch hier könnte einem die gleiche Kälte durch die Kutte kriechen wie beim Thema aktive Sterbehilfe, die Ikea gerade in Griechenland leistet (siehe Griechenlandblog): da werden erstmal die Gehälter um 11% gekürzt – dank Krise ist das möglich.

Wir Bürger wissen, wie das Geschäft läuft – und nicht nur beim Zeitungssterben. Ein Artikel über James Bond klärt uns darüber auf, siehe Welt:

Die Frage, welches Modell wann, wie lange und in welchem Kontext durchs Bild rollt, ist Gegenstand harter Verhandlungen. „Da geht es um viel Geld, oft um Millionenbeträge“, sagte Ken, ein Insider, der „Welt am Sonntag“. „Und Regel Nummer eins bei diesen Geschäften lautet allerdings: Nicht öffentlich über die Deals reden“, verrät Ken.

Wir denken, wir schauen einen Film – dabei erleben wir eine bis ins Detail geplante Aufführung der Konzernwelt. Das ist wie im richtigen Leben: auch hier denken wir, wir leben in einer Demokratie, dabei erleben wir eine bis ins Detail geplante Aufführung der Konzernwelt, deren Methoden immer wieder ans Licht kommen, siehe Spiegel:

Eine Tochter der mittlerweile abgewickelten Landesbank WestLB soll Beamte, Sparkassenchefs und Funktionäre von Stadtwerken zu teuren Reisen eingeladen haben. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, gab die Bank für die sogenannten Kundenevents rund eine halbe Million Euro aus.

Solche Events reichen die Funktionäre dann an Steinbrück und Gauck in Form von Honoraren weiter? Der Filz in diesem Land ist inzwischen so dicht, das ihn selbst die Hand eines Gottes nicht mehr entflechten könnte, selbst dann, wenn wir „Webereiveranstaltungen“ wie den Bundespresseball verbieten würden.

Klar, das die Politik keine Träne über das Zeitungssterben vergießt: die Zeiten, wo uns solche Informationen erreichen, sind vorbei – ebenso die Zeiten, wo die Politik großflächig von „friedenssichernden Maßnahmen“ geredet hat. Heute redet man lieber über Krieg, das bringt mehr Profit. Über Krieg? Oh, nein, dank der Jungs und Mädels vom Bundespresseball ist dieses Wort aus der Berichterstattung vollkommen verschwunden. Das heißt heute anders – nur noch die bösen Blogger verwenden dieses Wort, wie zum Beispiel die Leute von Neopress, die kurz mal aufgelistet haben, welche TOP Wirtschaftsberater einen neuen Weltkrieg voraussagen … direkt für 2013:

Seit den 1980gern studiere ich die so genannten “Zyklen des Krieges”, die natürlichen Rythmen, welche Gesellschaften auf den Weg in Richtung Chaos, Hass, Bürgerkrieg und sogar internationalen Krieg schicken.
Ich bin bestimmt nicht der erste, der diese charakteristischen Muster der Geschichte untersucht. Es gab viele vor mir, zum Beispiel Raymond Wheeler, der die umfangreichste und angesehenste Chronik der Kriege veröffentlichte. Er berücksichtigt dabei Daten aus 2600 Jahren.

Wie auch immer, es gibt momentan nur sehr wenigen Menschen, die überhaupt bereit sind über diese Thematik zu diskutieren. Basierend auf dem, was ich in meinen Analysen feststelle, könnten die Auswirkungen im Jahr 2013 enorm sein.

Ebenfalls aus Neopress erfährt man, wie erfolgreich der Krieg gerade jetzt schon läuft, ohne das wir etwas darüber erfahren:

Zum Beispiel, wie viele Menschen wissen, dass die Hauptstadt von Sudan, Khartum, vor einer Woche bombardiert wurde? Der Angriff erfolgte durch Jagd-Bomber, die des Nachts eine Munitionsfabrik beschossen haben. 

Niemand weiß, woher die Bomber kamen. Verdächtigt wird Israel – aber werden die das nicht immer? Wir wissen doch heute, vier Wochen vor Weihnachten, schon längst, das es einen großen Krieg um Israel, Syrien und den Iran geben wird, einen Krieg, der Russland und China mit hineinziehen kann. Und wir wissen, das das alle wissen – und alle wollen. Die Bauern schreien wieder nach Krieg: Israel ist böse, Syrien ist böse, der Iran ist böse. China, Russland und die USA sowieso.

Während die Bauern schreien, bewegen die Spieler ihre Figuren, denen sie im Bundespresseball ein sicheres Obdach bieten, von dem aus man den Eindruck haben kann, das alle Probleme der Welt außen vor bleiben, so wie sich das unser Verteidigungsminister auch wünscht. Wie auch für die Schleichpolitik gilt die goldene Regel der Schleichwerbung:

„Und Regel Nummer eins bei diesen Geschäften lautet allerdings: Nicht öffentlich über die Deals reden“

Es wäre sonst wirklich nicht mehr zu leugnen, was alle schon längst wissen: das das Zeitungssterben nur ein weiteres Indiz für den zunehmenden Demokratieverfall ist,  jener aktiven Sterbehilfe von Banken und Politik für die demokratische Gesellschaft, die direkt in einen neuen Superkrieg führen wird, der schon heute bis ins Detail vorausgeplant wurde.

Und trotzdem ist die Politik in Feierlaune – denn wer zum Bundespresseball eingeladen wird, kann sich gute Hoffnungen darauf machen, einen Platz im Bankenrettungsboot zu bekommen – gesponsert von Gruner und Jahr, die gerade das intelligenteste Wirtschaftsmagazin in Deutschland eingestellt haben.

Das geht in diesem Land inzwischen, ohne das man Schreikrämpfe bekommt.

 

 

 

 

 

Vom Ende der sozialen Revolutionen und seinen Ursachen

Vom Ende der sozialen Revolutionen und seinen Ursachen

Montag, 22.10.2012. Eifel. Wie jeden Morgen präsentieren uns die Medien ihrer Meinung nach absolut unverzichtbare Informationen.  Nehmen wir zum Beispiel den Spiegel, Deutschlands führendes politisches Online-Magazin. Da erreichen uns Berichte über Mathias Korsch, der in Wallertheim versehentlich einen jüdischen Friedhof gekauft hat.  Unverzichtbar für die demokratische Meinungsbildung auch der Artikel über die Bedeutung der Hupe bei  Motorradtouren in Vietnam. Die absolute Mehrheit der Deutschen könnte sich so etwas gar nicht mehr leisten, umso wichtiger, das man darüber informiert wird. Noch viel wichtiger ist jedoch die Information, das es in Deutschland am Wochenende richtig warm war. Da wäre uns doch glatt was entgangen, wenn der Spiegel nicht darüber informiert hätte. Was nicht fehlen darf: ein Artikel über Verschwörungstheorien, diesmal über den Ku-Klux-Klan, der Marlboro unterwandert hat. Jener Artikel enthält dann aber auch gleich eine kaum merkliche Nebenbotschaft für den Endverbraucher: wir erfahren, was das für Leute sind, die sich Gedanken über ihre Umwelt machen und erhalten einen Tip, was sie stattdessen tun sollen. Schauen wir uns erstmal die Forscher genauer an:

Immer wieder schließen sich unerschrockene Symbologen in ihre Gemächer ein, stellen den Track mit der „Akte X“-Titelmelodie im iPod auf Repeat und versuchen, der Pandorapappschachtel der Tabakindustrie durch Objektstudien und Assoziationsübungen ihre letzten schmutzigen Geheimnisse zu entlocken.

So stellt sich der Spiegel den Verschwörungsforscher vor … bzw. so soll sich der Leser all jene Leute vorstellen, die glauben, hinter der politischen Wirklichkeit steht Plan und Absicht und nicht nur bl0ßer Zufall. Das Leute, die den ganzen Tag immer dieselbe Filmmusik hören, sich in einem Gefängnis ihrer eigenen Phantasie befinden, ist dem Autor klar – und das soll auch der Leser so sehen:

Was steckt dahinter? Natürlich nichts – außer der prinzipiell großartigen Gabe des Menschen, die Wirklichkeit mit Vorstellungen anzureichern und abzumildern. Dieselbe Vorstellungskraft kann aber auch dazu führen, dass sich Menschen in Hirngespinsten ergehen. Vor allem, wenn sie in der dunklen Kammer tagelang über Zigarettenschachteln brüten statt Fußball zu spielen, tanzen zu gehen oder hübsche Mädels und Jungs kennenzulernen.

Das sollen wir: Fußball spielen, tanzen gehen oder hübsche Mädels und Jungs kennenlernen. Die größte Gefahr, die uns hier in Deutschland droht, ist ein jüdischer Friedhof, den wir zu spät erkannt haben. Ansonsten ist die Welt schön rosa, die Schäuble schwimmt in Geld – warum sollte man sich noch Sorgen machen?

Nun – Sorgen machen sollte man sich, wenn man ein politisches Nachrichtenmagazin aufschlägt und erfährt, wie man den neuen Tatort zu beurteilen hat oder was Helge Schneider mit seinen Studiogästen anstellt.

Natürlich gibt es dort auch andere Informationen. Sogar äußerst brisante. Aber: erstmal muss man sie finden – und dann muss man sich in jene äußerst bedenkliche Ecke bewegen, in denen Menschen – durch ständige Filmmusikberieselung abgestumpft – Hirngespinste produzieren – also Wahrheiten jenseits der offiziell erlaubten Wahrheiten suchen. So weit sind wir schon wieder … aber bleiben wir bei den brisanten Nachrichten. Wie schon mal erwähnt, hat Argentinien ein Kriegsschiff durch einen Hedgefond verloren (ein historisch äußerst markantes Zeichen), jetzt darf laut Spiegel die Mannschaft von Bord gehen, das Schiff selbst bleibt in Haft.

Der Hintergrund ist vor den Ereignissen der aktuellen Krise mehr als interessant:

NML Capital hatte während der Wirtschaftskrise im Jahr 2000 Staatsanleihen gekauft, bevor Buenos Aires im Zuge eines Schuldenschnitts einen Großteil seiner Kredite strich. Nach Darstellung des Fonds schuldet Argentinien ihm umgerechnet 285 Millionen Euro.

Da gibt es also den für Griechenland aktuell wieder verstärkt diskutierten Schuldenschnitt – und man sieht, was der letztendlich Wert ist: gar nichts. Unter völliger Missachtung der Menschenrechte der Besatzung (kein Wasser, kein Strom) setzt ein Hedgefond mithilfe von Dritte-Welt-Ländern die argentinische Marine fest.  Wir können jetzt schon erahnen, was das für Griechenland bedeutet: der Schuldenschnitt war keinen Pfifferling wert: notfalls werden sich die Fonds irgendein Dritte-Welt-Land untertan machen und ihre Schulden von denen eintreiben lassen. Es ist nur noch ein kleiner Schritt bis zu dem Moment, in dem man Mietschulden in Deutschland von Asylbewerbern aus Afghanistan eintreiben lässt – die Taliban sind es ja schon seit Jahrzehnten gewohnt, für US-Gelder Leute zu erschießen.

Früher hätte man als Staat seine Fallschirmjäger nach Ghana geschickt – falls es nicht sogar zu einer Strafexpedition gekommen wäre. Dafür reichten früher kleinere Anlässe: siehe den Artikel Kanonenbootpolitik bei Wikipedia. Angriffe auf Kriegsschiffe einer Nation bedeuten einen kriegerischen Akt, von dem man früher die Finger gelassen hätte – erst recht als kleines Ghana. Argentinien hat eine schlagkräftige Marine … aber der Hedgefond hat die Atombomben der USA im Hintergrund. Nicht nur die Atombomben – natürlich auch die Drohnen, die neuen Massenvernichtungsmittel, die ohne eigenes Risiko eingesetzt werden können. Kein Wunder, das der CIA jetzt noch viel mehr davon will (siehe Heise):  das sind die Kanonenboote der Moderne. Allerdings verteidigen sie nicht den Nationalstaat und sein Eigentum, sondern eher den Geist, der hinter den Hedgefonds steckt. Respekt vor der demokratischen Willensbildung in Nationalstaaten spielt hier keine Rolle mehr, die Restregierungen dort sollen froh sein, das nicht ihr ganzes Militär gepfändet wird.

Das wird auch gesehen: zwischen der Flut völlig unnützer Nachrichten, die nebenbei zeigen, das „Infotainment“ den Untergang jeglicher Information bedeutet, finden sich auch Informationen, die uns den Kurs unseres eigenen Landes für die Zukunft aufzeigen, siehe IBT

„Finanzminister Schäuble will die nationalen Parlamente entmachten und auf EU-Ebene einen Parlamentarismus à la carte einführen. Das ist ein Masterplan für Demokratie- und Sozialabbau, der Europa spalten wird, ohne den Euro zu retten“

Deutschland präsentiert sich mal wieder als Speerspitze beim Demokratieabbau, gefolgt von Großbritannien, wo aktuell weiterer Sozialabbau gefordert wird (siehe WSWS) und der Hass auf Arbeiter Hochkonjunktur hat (siehe Hintergrund).  Wer genau hinschaut, sieht auch schon die Zeichen für den weiteren Sozialabbau in Deutschland, das inzwischen in treuer Gefolgsmann des „american way of life“ ist, der nichts anderes besagt als: werde reich auf Kosten anderer.

Was auf uns zukommt, erfahren wir durch die Welt, die uns eine Studie über den Wirtschaftsstandort Deutschland präsentiert:

Denn eher schwach schneidet Deutschland der Untersuchung zufolge nicht nur bei der Verfügbarkeit von Fachkräften, der Bevölkerungsentwicklung und den Arbeitskosten ab – sondern auch bei der Leistungsfähigkeit der Regierung, bei der wirtschaftlichen Freiheit, beim Schutz des geistigen Eigentums und der Bürokratie.

Unsere Regierung muss noch viel mehr leisten – Arbeitskosten müssen sinken, die Handlungsfreiheit von Unternehmen muss optimiert werden, alle Regulierungen müssen fort. Das hohe Lied des Neoliberalismus, der Mutter aller Krisen, muss weitergesungen werden, bis das ganze Volk im Gleichschritt zum Wohle des Zinsterrors marschiert – in eine Zukunft, die der frühere Vizepräsident von Moodys als „europäischen Alptraum“ erlebt (siehe Wissensmanufaktur), der völlig unkalkulierbare Risiken mit sich bringt:

Es ist schon schlimm genug, dass die Welt absolut unvorbereitet auf eine Zukunft ist, die man vorhersehen konnte. Die nicht vorauszusehenden finanziellen, wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen der kommenden Krise könnten aber noch schlimmer werden.

Natürlich wird das schlimmer. Wenn Zivilisationen nichts anderes als Lebenssinn haben als die beständig progressiv steigende Kapitalakkumulation, bleiben letztlich nur eine Handvoll Menschen über, die alles haben und Milliarden, die für dieses Ziel Fronarbeit leisten müssen – das kann man sogar mir Hauptschulabschluss verstehen.

Gerade das Beispiel Griechenlands zeigt uns, wie ohnmächtig der Nationalstaat gegenüber den neuen Herren der Welt geworden ist: durch „dubiose Privatisierungen“ kaufen sich die steuerflüchtigen Griechen wieder in die heimische Wirtschaft ein (siehe Griechenlandblog), während die Konzerne dem Land den Rücken zukehren, weil sie keine Steuern mehr zahlen wollen (siehe IBT). So vernichtet man ganze Volkswirtschaften und führt ihre Vermögenswerte linientreuen Verwaltern zu, die im Auftrag der neuen Herren für fortschreitende Arbeitslosigkeit, Verarmung und Rechtslosigkeit der Bürger sorgen.

Man sollte schon genauer auf die Drohungen hören, mit denen sich sogar die USA selbst auseinandersetzen müssen – jene USA, die als Nationalstaat ebenfalls auf der Abschußliste der Konzernherrschaft stehen – siehe IBT:

„Fast alle Staaten mit schlechter Schulden-Dynamik werden herabgestuft werden, wir diskutieren nur noch über das Tempo,“ sagte Mather. Die Ratings von Unternehmen wurden in einigen Ländern nur zögerlich herabgestuft. „Aber wir denken, das Tempo wird im kommenden Jahr vielleicht wieder zunehmen.“

Da zeigen sich die Sprecher der Herren der Welt mal ausnahmsweise etwas offener und demonstrieren ungeniert ihre Allmacht über den kläglichen Rest: wir machen euch auf jeden Fall platt – wir diskutieren nur noch, wie schnell wir das tun werden.

Vorbei die Zeiten, wo die kaiserliche Garde (als Stellvertreter der exekutiven Gewalt des Volkes) umgehend die Bedrohung durch Besetzung der Büros der Verschwörer ausschaltet – ebenso ist die Zeit vorbei, wo wir auf Revolutionsgarden als Exekutive des Volkes hoffen durften. Fast schon niedlich wirkt der Aufruf der Wissenmanufaktur an Journalisten, man möge sich doch bitte mal mit ihnen in Verbindung setzen, weil man die Lösung der Krise in der Tasche hat, aber an ein Widerstandsrecht gar nicht mehr zu denken ist.

Jene Journalisten aber stehen ausnahmslos auf der Lohnliste der neuen Herren der Welt – oder in der Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit, die trotz sprudelnder Steuereinnahmen (siehe oben) jetzt massiv von der Bundesregierung unter Druck gesetzt wird (siehe Gegen-Hartz). Jene Journalisten predigen uns ja Tag für Tag, das wir nicht mehr denken sondern lieber tanzen, Fußball spielen oder die Volksbespaßungsaktionen der Volksbespaßungsunternehmen genießen sollen. Die „innere Emigration“ wird heutzutage von Staat und Wirtschaft via Bildschirm systematisch organisiert, um ja nichts dem Zufall zu überlassen.

Träume von sozialen Revolutionen kann man somit in die Sphäre gegenstandsloser Phantastereien verweisen – und Träume von politischen Revolutionen erst recht. Was würden solche Revolutionen auch noch ändern können? Was ändert sich an der internationalen Machtverteilung, wenn wir morgen alle SPD wählen – oder die LINKE, die Piratenpartei oder die Kommunisten (ach nein, geht ja nicht: die sind – anders als die NPD – verboten).  Nach einem kurzen Triumph kommen die Herren in den teuren Anzügen in die Regierungszentrale, (economic hit man nennt man sie), die die Revolutionäre von morgen zu den Unterdrückern von übermorgen machen: nicht umsonst ist Politik alternativlos geworden.

Die wenigen, die noch mit offenen Augen durch die Welt gehen, gleichen jenen Römern, die laut schreiend ins Colosseum rannten, weil die Westgoten vor den Toren der Stadt standen: der Pöbel, der Mob, die Masse wollte lieber sehen, wie Löwen Christen zerrissen als sich der Realität stellen, die viel zu grausam und unvorstellbar war, als das man sie gedanklich verarbeiten wollte. Sie gleichen Menschen, die am Bug der Titanic stehen und im Dunkel der Nacht die Vermutung äußern, das dort vorne womöglich gerade ein Eisberg am Horizont aufgetaucht ist. Hätte der Kapitän sofort das Schiff gewendet, wenn Menschen außerhalb der maritimen Befehlshierarchie auf die Brücke gestürmt wären, um dort unbequeme Wahrheiten auszusprechen? Hätte die Elite der Passagiere aufgehört  zu tanzen, wenn sie früh genug Warnungen erhalten hätte von Menschen, die kein Erste-Klasse-Ticket hätten?

Nein. Die Musik lief noch, als das Schiff längst sank.

Es gibt sie auch heute noch, jene Warner und Mahner – doch ihre Worte erzeugen keine Reaktion in der politischen und wirtschaftlichen Öffentlichkeit, selbst dann nicht, wenn sie in einem Vortrag bei der WTO über freien Handel Hitlers Wirtschaftspolitik loben, öffentlich die Vorteile der Sklaverei preisen oder allen Ernstes die Ernährung der Dritten Welt durch recycelten Kot forderten (siehe den Artikel über die Yes-Man bei Wikipedia). Wir erfahren auch, das die politische und wirtschaftliche Elite keinerlei Gespür mehr für menschliche Grenzen hat:

Die Ausführungen über Sklaverei und freie Marktwirtschaft dienten den Yes Men dazu, ein Plädoyer für die totale Überwachung von Arbeitskräften durch Manager zu halten. Die WTO sei der Meinung, dass die Effizienz der Produktion durch die Kontrolle des Arbeiters während der Arbeit und auch in seiner Freizeitgestaltung gesteigert werden könne.

In der Folge riss Mike Andy seinen Business-Anzug vom Leib. Darunter befindet sich ein golden schimmernder Trikotanzug, in dem ein überdimensionierter Phallus integriert ist. An der Spitze des Phallus befindet sich ein Eingabefeld, über das der Manager direkt mit dem Arbeiter kommuniziert. Praktisch sieht dies so aus, dass Mikrochips im Körper des Arbeiters implantiert werden, die elektromagnetische Signale in den Hintern des Managers senden.

Zu dem Vortrag erhielten die Yes Men wiederum nur Applaus und niemand schien irgendein Problem mit den Inhalten des Vortrags gehabt zu haben.

Die Art des Denkens, das von unserer Elite weltweit inzwischen akzeptiert wird, kann man als Geisteswissenschaftler nur noch als „dämonisch“ klassifizieren, die Dimensionen des Horrors und des Grauens, die dort auf uns warten, werden Hitlers Gruselreich in den Schatten stellen – und schon jetzt wachen eifrige Spiegeljournalisten darüber, das ja nichts davon an die Öffentlichkeit gerät.

Nochmal ein Auszug aus dem Artikel über die „Marlboro-Verschwörung„?

Laut Sigmund Freunds „Psychoanalyse“ deuten Angst und Grauen in Phantasien übrigens darauf hin, dass da jemand einen eigenen Trieb befriedigen will, von dem er weiß, sein Ansehen in der Gesellschaft dadurch sinkt.

Die Botschaft? Denkende Menschen sind asoziale Triebtäter mit geisteskranken Phantasien.  Wir wissen zwar, das die Macht des Ku-Klux-Klan bis in die Reihen der deutschen Polizei reicht (siehe Zeit), aber wer sich weitere Gedanken über den Einfluss jener Leute macht, muss mit einer Zwangseinweisung rechnen.

Wir haben wieder Denkverbote – jedenfalls dann, wenn wir darüber nachdenken, warum man Hitlers Wirtschaftspolitik bei der WTO loben kann, ohne einen massiven Proteststurm auszulösen.

Es ist auch nur gut, das wir diese Verbote haben: wenn wir nämlich anfangen würden, uns Gedanken darüber zu machen, wie die syrische Armee innerhalb Syriens einen saudi-arabischen Offizier und mehrere türkische Kämpfer erschießen kann (siehe Rianovosti), dann würden wir erahnen können, wie groß die Macht jener ist, die die Welt gerade wieder in einen Krieg treiben – und wie gering die Chance ist, auf der Basis dessen, was uns die Medien als Wirklichkeit verkaufen wollen, den laufenden Putsch der Ökonomie aufhalten zu können.

Wo bleibt da die Hoffnung, wird man jetzt fragen?

Wer hat eigentlich gesagt, das es immer und überall Hoffnung zu geben hat?

Die größte Hoffnung, die wir in einer bald total verwalteten, total kontrollierten und total ausgebeuteten Welt haben werden, mag die menschliche Sterblichkeit sein: der letzte Ausweg aus der Knechtschaft. Zumindest in meiner Familie galt noch lange das Motto Lever dood as Slaav (lieber tot als Sklave), während heute im Alltag eher das Motto gilt: eher Sklave als arbeitslos.

Bezeichnend für unsere Zeit ist auch, das der größte Feind der Moderne eine Religion ist: man will uns wohl auch noch das Jenseits als Fluchtmöglichkeit vor den Schuldeneintreibern nehmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die natürliche Herrschaft des Stärkeren und die soziale Lage in Deutschland vor dem Krieg 2013: Aufruf zur sozialen Revolution

Dienstag, 16.10.2012. Eifel. Ich bin gehalten, nicht darüber zu sprechen, aber ... deutsche Soldaten bereiten sich auf den Krieg vor.  Während die politische Kaste noch milde tönt, gehen bei Bundeswehrsoldaten vor Ort ganz andere Gespräche um: die Situation an der türkisch/syrischen Grenze stellt für die Nato den ultimativen und alternativlosen Bündnisfall dar. Während die Berufspolitiker noch hilflos mit den Händen rudern, ist dem kleinen Krieger vor Ort schon längst klar, wohin die Reise geht, wenn keiner den Erdogan bremst: die Nato ist im Krieg. Im Prinzip - rein rechtlich - schon jetzt. Nietzsche sprach im 19. Jahrhundert davon, das sich große, unheimliche Dinge zusammenballen, die zu einer riesigen Explosion führen werden, wenn sie keiner bremst. Es bremste keiner - wir bekamen die schlimmsten Kriege der Menschheitsgeschichte. Nietzsche sprach auch gerne von dem natürlichen Recht des Stärkeren und benutzte gerne das Bild vom Adler, der das Lamm riss. Wäre interessant zu wissen, wie er den Aufmarsch der chinesischen Flotte vor japanischen Inseln (siehe Spiegel) interpretiert hätte: darf der chinesische Adler dort die Lämmer reißen ... oder darf der japanische Adler sie behalten? Nun - in Deutschland selbst ist die Sachlage klar: die Stärkeren eleminieren die Schwächeren. Eine ganze Behörde wurde zu diesem Zwecke aufgebaut.

Dienstag, 16.10.2012. Eifel. Ich bin gehalten, nicht darüber zu sprechen, aber … deutsche Soldaten bereiten sich auf den Krieg vor.  Während die politische Kaste noch milde tönt, gehen bei Bundeswehrsoldaten vor Ort ganz andere Gespräche um: die Situation an der türkisch/syrischen Grenze stellt für die Nato den ultimativen und alternativlosen Bündnisfall dar. Während die Berufspolitiker noch hilflos mit den Händen rudern, ist dem kleinen Krieger vor Ort schon längst klar, wohin die Reise geht, wenn keiner den Erdogan bremst: die Nato ist im Krieg. Im Prinzip – rein rechtlich – schon jetzt. Nietzsche sprach im 19. Jahrhundert davon, das sich große, unheimliche Dinge zusammenballen, die zu einer riesigen Explosion führen werden, wenn sie keiner bremst. Es bremste keiner – wir bekamen die schlimmsten Kriege der Menschheitsgeschichte. Nietzsche sprach auch gerne von dem natürlichen Recht des Stärkeren und benutzte gerne das Bild vom Adler, der das Lamm riss. Wäre interessant zu wissen, wie er den Aufmarsch der chinesischen Flotte vor japanischen Inseln (siehe Spiegel) interpretiert hätte: darf der chinesische Adler dort die Lämmer reißen … oder darf der japanische Adler sie behalten? Nun – in Deutschland selbst ist die Sachlage klar: die Stärkeren eleminieren die Schwächeren. Eine ganze Behörde wurde zu diesem Zwecke aufgebaut.

Voller Stolz verkündet diese Behörde den erfolgreichen Einsatz der grausamsten Kriegswaffe gegen unbewaffnete Zivilisten, die zudem meist arm, alt, krank oder ungebildet sind. Diese Waffe ist der Hunger, der selbst stärkste Armeen und als uneinnehmbar geltende Festungen bezwingen kann – um wie viel mehr wirkt er erst recht gegen arbeitslose, aus der Gesellschaft vollkommen ausgegliederte Menschen. Bald, so meldet das Ministerium für Untermenschenreduzierung, wird man jeden Arbeitslosen mit Sanktionen überzogen haben (siehe Welt) – will heißen: Hunger, Kälte und Obdachlosigkeit preisgegeben haben, aber wir modernen Menschen drücken das vornehmer aus. Da lassen wir nichts auf uns kommen: die Sprache bleibt fein, selbst wenn die Tat grausam und unmenschlich ist.

Die Sanktionen erreichen auch neue Qualitäten, der Endsieg gegen die Arbeitslosigkeit fordert halt ihren Preis: fort ist die alte Garantie des wohlverdienten Eigentums. In Seelow wurde jetzt dem ersten Hausbesitzer Hartz IV gestrichen (siehe Märkische Oderzeitung), weil … na ja, die halt ein Haus haben. Das kann man ja verkaufen – jedenfalls in der Theorie. In der Praxis ist ein sanierungsbedürftiger Altbau im Osten nicht den Bruchteil von dem Wert, was das Jobcenter sich erträumt – aber darum geht es ja gar nicht. Hauptsache, man war mal wieder kreativ und hat zwei weitere Hartzis von der Payroll streichen können.

Na, sollen die beiden doch glücklich sein: Häuserkauf, des deutschen liebstes Kind, ist laut Managermagazin zu einem völlig unkalkulierbarem Risiko geworden. Deutschland ist kein Land mehr, in dem man einfach so wohnen kann – und führende Konzerne arbeiten daran, das es hier bald noch viel teurer wird, weil wohnen in Deutschland einfach noch viel zu billig ist (siehe Handelsblatt).

Natürlich wäre der Terror nicht komplett, wenn nicht auch der Strom abgedreht wird. Immerhin sind wir eine moderne Industrienation, die sich auf die Wunder der Technik dummerweise vollkommen verlassen hat und deshalb auch bald vollkommen verlassen dastehen wird, denn die Rekordstrompreiserhöhungen von gestern sind noch harmlos im Vergleich zu dem, was morgen kommen wird: 300 Milliarden Euro will die Politik nun noch vom Konsumenten abgreifen (siehe Welt), der Rössler droht gar mit der Totalabschaltung als Massensanktion für Kernkraftkritiker (siehe Yahoo).  Ausgenommen hiervon sind nur …. die großen Konzerne. Sie brauchen nicht mehr zahlen – sie kriegen sogar etwas geschenkt, siehe Junge Welt

Gleichwohl soll 2013 die Liste der Begünstigten auf absehbar über 2000 Firmen anwachsen. Ihr Urteil?

Daran zeigt sich einmal mehr, wie stark die Lobby der Großindustrie ist und wie schwach die des Mittelstandes und der privaten Verbraucher. Erst zum Jahresende 2011 hat die Bundesregierung dafür gesorgt, daß Großkonzerne mit hohem Stromverbrauch keine Netzentgelte mehr zu zahlen haben. Auch dafür muß der Normalverbraucher die Zeche zahlen. Auch das widerspricht dem Gleichheitsgrundsatz und dem der Kostengerechtigkeit, und ist wie im Falle der EEG-Befreiung eine gesetzeswidrige und ungenehmigte Beihilfe für die Großindustrie. Und die bewirkt im übrigen, daß von den betroffenen Unternehmen der Druck für höhere Energieeffizienz genommen wird.

Kein Wunder, das die Existenz dieser Zeitung extrem gefährdet ist (siehe Offener Brief an die Mitarbeiter) – so etwas darf man in Deutschland, dem Schweinetrog der Konzernwelt, halt nicht ungestraft veröffentlichen.

Da der deutsche Bürger (inzwischen vom Arbeiter völlig zum bloßen „Verbraucher“ degeneriert und herabgewürdigt) aber keine Milliarden in den Taschen hat, mit denen er die Geldgier der Konzernbüttel permanent befriedigen kann, droht ihm Armut auch ohne Arbeitslosigkeit – vor allem im Alter.  Der Kaufkraftverlust der Rentner beträgt jetzt schon 20% (siehe Rentnernews), die staatliche Einheitsrente auf Hartz IV-Niveau droht allen jetzt Fünfzigjährigen – selbst, wenn die sich jetzt noch sicher wähnen.

Ein Jahr Arbeitslosigkeit – und das Haus ist weg.  Musste womöglich mit Schulden unter Wert verkauft werden, weil das Jobcenter sich verschätzt hat – so etwas soll bei ehemaligen Friedhofsangestellten ja schon mal vorkommen. Gut, darüber sollte man keine Witze machen – immerhin liegen Friedhof und Jobcenter immer weniger auseinander, wer dort aufschlägt, ist sinngemäß schon auf dem sozialen Friedhof angekommen und wird kompetent und stringent weiterbefördert.

Führt man sich diese soziale Lage mal ungeschützt konzentriert vor Augen, so fragt man sich: warum brennen hier noch nicht die Regierungssitze? Die deutschen Bürger werden systematisch ausgenommen – so fühlten sich dereinst Städte, die von plündernden Wikingerhorden belagert wurden. Ein Drittel der Deutschen kann muss aus Geldmangel auf Arztbesuche verzichten (siehe Mittelstandsnachrichten) und die Innenstädte verwandeln sich zunehmend in lebensgefährliche Zonen (siehe Welt), für die man bald noch Eintritt in Form einer Maut bezahlen soll: das ist doch unter normalen Umständen alles untolerierbar?

Die Antwort darauf ist einfach: die Bürger haben Angst. Wie 1937. Die Deutschen haben da sogar besonders Angst, denn in diesem Land fanden sich schon mal ungeheuerliche Allianzen von Konzernen, Politikern, Soziopathen und krankhaften Asozialen zusammen, um industrielle Menschenmassenvernichtung zu perfektionieren – und jeder hat in der Schule gelernt, das „der Schoß noch fruchtbar ist, aus dem das kroch“.

Der Schoß gebiert gerade das neue Ungeheuer – und alle verkriechen sich in ihre vier Wände und hoffen, das das Elend im Bildschirm bleibt, vor dem sie jedes Jahr immer länger hocken, weil die Welt dort draußen – unsere natürliche Alltagswelt – immer gefährlicher geworden ist. Das das bewußt produziert wird, ist kein Geheimnis: Professor Butterwege äußerst sich klar dazu (siehe Kritisches-Netzwerk):

Fest steht: Altersarmut stellt weder ein Zufallsprodukt noch ein bloßes Zukunftsproblem, sondern eine bedrückende Zeiterscheinung dar, die politisch erzeugt ist. Sie trifft hauptsächlich Opfer der neoliberalen Reformen und Menschen, die für den Wirtschaftsstandort „nutzlos“ sind, weil sie wirtschaftlichen Verwertungsinteressen nicht oder nur schwer zu unterwerfen sind. Armut ist für alte Menschen besonders deprimierend, diskriminierend und demoralisierend, weil ihnen die Würde genommen und ein gerechter Lohn für ihre Lebensleistung vorenthalten wird. Darüber hinaus wirkt Altersarmut als Drohkulisse und Disziplinierungsinstrument, das Millionen jüngere Menschen nötigt, härter zu arbeiten und einen wachsenden Teil ihres mühselig verdienten Geldes auf den Finanzmärkten anzulegen, um durch private Vorsorge einen weniger entbehrungsreichen Lebensabend verbringen zu können.

Das ist „politisch erzeugt“.

Der Staat ist Feind geworden.

Na, das geht ja jetzt nicht, wird man sagen, wir sind doch Demokratie!

Leider nein. Wir sind Postdemokratie – und wählen auch so unsere Führer, siehe Ossietzky:

Demokratietheoretisch ist die Erhebung Peer Steinbrücks zum sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten ein aufschlußreicher Vorgang, wobei hier der Begriff Postdemokratie treffender ist. Die Mitglieder und die verschiedenen Organe der Partei, bis hin zum Parteivorstand und Bundesparteitag, waren an dem Auswahlverfahren nicht beteiligt.

So wird der Mann mit den meisten Nebeneinkünften (d.h. mit den besten Bezahlungen durch Konzerne) der Reservekanzler, falls die Deutschen mal die Merkel satt haben. Politisch gesehen wird sich für uns dann nichts ändern – aber man kann uns noch etwas länger hinhalten.

Wer sich dieses kleine Bild betrachtet, kann erkennen, wie wenig Konzerne unsere vielfältige kunterbunte Konsumwelt bestimmen: hinter vielen großen Marken stecken gerade nochmal zehn Konzerne. Die ziehen uns unser Geld aus der Tasche, vermehren es an den Börsen, kaufen davon für sie günstige Politik ein, die wiederum wir bezahlen. Das ist nicht mehr Marktwirtschaft, das ist die Herrschaft einer wirtschaftlichen Oligarchie.

Das weiß auch jeder.

Nicht umsonst kann man inzwischen sogar in der renommierten Zeit nachlesen, das ultralinke Politikerinnen wie Sarah Wagenknecht in Unternehmerkreisen als Referentinnen geschätzt werden:

Wie junge Unternehmer die Linke Sahra Wagenknecht lieben und das System hassen lernten.

Es sind nicht nur junge Unternehmer. Der typische Unternehmer und Selfmademan hat nichts gemein mit den Konzernschranzen, die sich gerne an seinem Lebenswerk mit geliehenem Geld bereichern, in dem sie sein Unternehmen kaufen und so seine Leistung in ihren Bilanzen stehen haben. Noch nie – so scheint es – gab es eine so breit aufgestellte Bewegung gegen die postdemokratische, oligarchische und asoziale Kaste von Funktionsträgern, die in Deutschland eine erfolgreichen Putsch zu ihren Gunsten durchgeführt hat.

Wie kann es da sein, das die Deutschen Angst haben? Zuviel Nietzsche gelesen?

Vergleiche aus dem Tierreich sind immer eine Katastrophe, das weiß man seit Nietzsche, auch wenn sozialdemokratische Minister Arbeitslose gerne als Schädlinge bezeichnen.  Nun – der Bildungsgrad von Sozis wurde schon früher angezweifelt.

Bleiben wir aber spaßeshalber bei dem Adler und dem Lamm … und denken uns eine Herde von Schafen. Von intelligenten Schafen, die sich ein Lammmodell basteln, es mit Sprengstoff füllen und einen Fernzünder anbringen. Der der Adler sich gerne schwache Lämmer mutig vom Rande der Herde greift (sich also ganz neoliberal gebärdet), kann man sein trojanisches Lamm gezielt etwas weiter entfernt abstellen: der Adler wird sich garantiert dieses scheinbar schwächste Glied greifen.

Nach dem lauten Knall in hohen Lüften: wer ist dann der Stärkste im Land?

Der Sieger, ganz einfach. Die lieben Schafe, weil sie solidarisch zum Schutze der Schwächsten unter ihnen zusammengearbeitet haben, was die Lebensqualität aller schnell und dauerhaft erhöht.

Siegen kann aber nur der, der den Kampf annimmt und den Krieg ernst nimmt – bevor noch der heiße Krieg mit Syrien und China ausbricht. Der heiße Krieg mit China?

Nun, schauen wir doch mal, wie der deutsche Bundestag in kritischer Situation reagierte (zitiert nach German Foreign Policy)

Unter dem Beifall des Bundespräsidenten sowie deutscher Regierungsmitglieder ruft der Träger eines prominenten deutschen Kulturpreises zur Zerschlagung Chinas auf. China sei ein „Müllhaufen“, es müsse „auseinanderbrechen“, verlangt der chinesische Schriftsteller Liao Yiwu, der in der Bundesrepublik lebt und am Sonntag den prestigeträchtigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten hat. Seine Dankrede, in der er zur Zerschlagung seines Herkunftslandes aufrief, wurde von Bundespräsident Gauck sowie weiteren Amtsträgern mit lautem Applaus quittiert.

Wäre ich Chef von China, würde ich mir denken: die wollen mir insgeheim an den Kragen.

Es wird also Zeit, den Dilettanten in der Berliner Quasselbude bei ihrer Arbeit zu helfen: der Erhöhung des Lebensstandards der Mitmenschen in Deutschland, der zunehmenden Sicherung vor Lebensrisiken, der Neueinführung der freien Marktwirtschaft bei gleichzeitiger Eliminierung aller oligarchischen Strukturen in der Wirtschaft, die Rückkehr zu einer friedlichen und friedensstiftenden Aussenpolitik und dem Schutz des Bürgers vor kriminellen Elementen in Wirtschaft und Politik – selbst auf die Gefahr hin, das die dann keine Superprofite mehr durch Leihsklavenarbeit, „giftige“ Geldanlagen oder doppelte Provisionen (siehe FTD) mehr generieren können, um damit die Vorträge der politischen Kaste zu finanzieren.

Schließen wir uns also der von Rolf Hochhuth geforderten sozialen Revolution an, siehe Humanicum:

Eines der intellektuellen Schwergewichte Deutschlands ruft zur Revolution auf, “weil parlamentarische Beschlüsse nichts bringen”.

Immerhin haben jetzt schon elf Leser dieser Revolution zugestimmt.

Was uns blüht, wenn wir den Revolutionstermin verpennen? Armut, Hunger, Krieg und Not … und wir kriegen „auf die Fresse“, wie die Jungs in England, siehe Hintergrund:

Gymbox, ein Fitness-Center für Reiche, bietet einen Kurs für „Proll-Bekämpfung“ an: „Mies gelaunte Chavs brauchen keine Verwarnung, ihnen gehört die Fresse poliert“, meint der Besitzer. „Verschwenden Sie Ihre Zeit nicht mit Sandsäcken und Holzbrettern, schlagen Sie lieber einem Proll die Zähne ein.“

Das sollte man ernst nehmen: die britischen Eliteclubs sind bekannt für ihre Aggressivität, einfach mal Premier Cameron fragen, der war in einem: die netten, liebenswerten Globalisierungsgewinner kann man hier studieren.

Dort wird der Menschentypus ausgebrütet, der später mal in Parteien, Firmen und Verwaltung oberste Führungspositionen besetzt und von dort aus seinen ekelhaften Charakter vervielfältigt, sich zum Adler über die Lämmer aufschwingen will. Wenn wir diesen Typus nicht stoppen, werden wir auch das „Rentnerklatschen“ der Zukunft nicht verhindern können. Solange solche Typen in Politik, Verwaltung und Wirtschaft unterkommen, brauchen wir uns nicht über Meldungen zu wundern, die die Entvölkerung ganzer Inseln im Auftrag der Finanzwelt beschreiben (siehe theintelligence).

Wir können also warten, bis man uns die Fresse poliert, uns als „Kosten auf zwei Beinen“ ins Ausland zur Endlagerung deportiert (genauso wie man ehedem aus Kostengründen die Arbeitsplätze dorthin geschafft hat), unsere Kinder bei sinnlosen Kriegsspielen verheizt – oder wir stellen uns einfach mal quer.

Muss ja nicht sofort die Guillotine sein.

Zuvor sollte man sich die Freundschaft der zur Drogenschutztruppe (siehe Junge Welt) mutierten Bundeswehr sichern – nach einigen Gesprächen kann ich euch versichern: die wollen auch nicht länger krepieren … und erst recht nicht in einem von dummen, dicken, einfältigen und asozialen Konzernbütteln im Parlament angeleierten Krieg verheizt werden.

Ganz zuvor jedoch … wird man dem Bürger die Angst nehmen müssen, in dem man ihm mal wieder deutlich klar macht, wer der Stärkere ist:  nicht der, der sich selbst für einen Adler hält, der straflos Lämmer schlachten darf, sondern diejenigen, die sich zu einer solidarischen Einheit zusammenschließen: so hat die Menschheit Mammut, Säbelzahltiger und Höhlenbär eine empfindliche Lektion erteilt (und hatte nebenbei lecker Essen).

Das geht ganz schnell: Bürgerparlamente gründen, alle Steuerzahlungen auf das neue Parlament umleiten, das Kommando über Militär, Polizei und Rundfunk übernehmen und dann den bankrotten maroden Reststaat einfach abwickeln. Steinbrück und Merkel können dann von mir aus Putzstellen kriegen – mehr traue ich denen nicht zu. Schon 2014 könnten wir wieder in einem Land leben, das sich unter dem Motto „Gemeinschaft macht stark“ von den asozialen Eskapaden seines Vorgängersystems verabschiedet und zu einem neuen, vielbewunderten, re-demokratischem Vorbildstaat wird – mit ganz vielen Freunden auf der Welt, einem Land, in der der Fähige wieder Karriere ohne Beziehungen machen kann, in dem findige Unternehmer zu Reichtum und Ruhm kommen, weil sie Wohlstand für alle schaffen (anstatt sich am Wohlstand aller zu bereichern und alle in die Armut zu treiben) und Politiker aus Leidenschaft und Idealismus auch ohne fetteste Diäten Politik machen – einfach weil es jemand machen muss, wie auch Feuerwehrleute, Krankenpfleger, Altenbegleiter und Polizisten ihren Job machen müssen.  Was wäre das für ein Land – in dem die Regierung dafür sorgt, das Strom, Wohnen, Benzin und Essen bezahlbar bleiben – was ja auch durch ein Preismoratorium geschehen kann.

Möglichkeiten gäbe es genug, in einem Land, wo Linke und Unternehmer Hand in Hand arbeiten können, ist nichts unmöglich, da lassen sich genug Gewinne für beide Seiten herausschlagen, von denen alle was haben, da lässt sich ein ganz neues leistungsfähiges Deutschland entwickeln, das allerdings dann leider nicht mehr als  Geldkuh für Goldman-Sachs, McKinsey oder McDonalds zur Verfügung stehen kann.

Schade auch.

Oder aber – wir lassen alles so wie es ist und lassen uns weiter von den Reichen „die Fresse polieren“ – bald auch im Rahmen der Bündnisverpflichtungen in China.

Noch haben wir die Wahl – noch haben wir keinen vom deutschen Reservistenverband unterstützten Hitler vor der Nase.

Also – wie geht es jetzt weiter?

 

 

 

 

Warum etwas mehr Kommunismus in Zukunft das Leben von Rentnern und die Demokratie vor den Aufsichtsräten retten könnte

Freitag, 31.8.2012. Eifel. Die Welt ist in Ordnung. Das ist mal eine gute Nachricht. Jedenfalls ist die Welt der Reichen in Ordnung - und wer zu den Spitzenzeiten der Krise Aktien zu Billigstpreisen gekauft hat (also jene Leute, die sich den Verlust auch ohne drohenden Hungertod leisten konnten) hat jetzt trotz der gestrigen DAX-Schwäche seinen Einsatz verdoppelt: Geld verdienen ohne Arbeit macht die Welt halt noch schöner. Wie schön, zeigt die Seite "Rich Kids of Instagram, auf die die Welt aktuell hinweist.  Da sieht man, wo die Zinsen der Griechen bleiben: Luxusvillen, Nobelhobel, Goldgehänge und 107 ooo Euro für einen Einkauf in der Schampusbude - und das geben nur die Kinder aus. Die Rechnung der Erwachsenen will man gar nicht sehen. Natürlich fragt man sich: wo kommt das ganze Geld eigentlich her?

Freitag, 31.8.2012. Eifel. Die Welt ist in Ordnung. Das ist mal eine gute Nachricht. Jedenfalls ist die Welt der Reichen in Ordnung – und wer zu den Spitzenzeiten der Krise Aktien zu Billigstpreisen gekauft hat (also jene Leute, die sich den Verlust auch ohne drohenden Hungertod leisten konnten) hat jetzt trotz der gestrigen DAX-Schwäche seinen Einsatz verdoppelt: Geld verdienen ohne Arbeit macht die Welt halt noch schöner. Wie schön, zeigt die Seite „Rich Kids of Instagram, auf die die Welt aktuell hinweist.  Da sieht man, wo die Zinsen der Griechen bleiben: Luxusvillen, Nobelhobel, Goldgehänge und 107 ooo Euro für einen Einkauf in der Schampusbude – und das geben nur die Kinder aus. Die Rechnung der Erwachsenen will man gar nicht sehen. Natürlich fragt man sich: wo kommt das ganze Geld eigentlich her?

Die Antwort liefert unter anderem Karl Marx,  hier zitiert bei „2012MissionPhoenix„:

 „Durch industrielle Expansion und Vernichtung der Konkurrenz akkumuliert sich das Kapital der Besitzenden. Immer weniger Kapitalisten beuten immer mehr Lohnabhängige aus. Ihre immer größer werdende Macht erlaubt es ihnen, immer mehr Mehrwert“ –Mehrwert ist die überschüssige Produktionsleistung, welche nicht bezahlt wird- „an sich zu reißen. Es gibt immer weniger, aber umso kapitalstärkere Besitzende und immer mehr stetig verelende Arbeiter.“

Kommunismus scheint doch gar nicht so doof zu sein, wie er vielerorts gelebt wurde. Gut, das größte Elend steht uns noch bevor, und zwar dann, wenn die Rendite für die Belieferung der Supermärkte zu klein geworden ist und die Regale einfach mal leer bleiben, doch davon sind wir noch ein paar Monate entfernt.

Bleiben wir bei den Kindern der Superreichen. Wie wird man eigentlich superreich? Nun – ein Weg ist, im Aufsichtsrat großer Kapitalgesellschaften zu sitzen, dort, wo durch Konzentration der Geldflüsse (gern erzeugt durch permanente „Fusion“ ehemaliger Konkurrenten – die Banken ermöglichen hier wahre Wunder) soviel Geld zusammenkommt, das man ungeniert im großen Stil abgreifen kann. Wiwo berichtet hier von Steigerungen der Bezüge zwischen 7,6 % und 263 %.  Würden sich Gewerkschaften zu solchen Forderungen hinreißen lassen, wäre der Aufschrei der Kapitaldienstpresse riesengroß, Deutschland wäre in Gefahr, Europa stünde am Abgrund, die ganze Welt stünde vor dem Untergang.

Um genau zu wissen, wie die Reichen denn jetzt das Geld verdienen, muss man nur genauer hinschauen, was „Geschäftsleiter“ (CEO´s) in den letzten zwanzig Jahren geleistet haben – angeleitet durch führende US-Unternehmensberatungen. Welche Branche, welches Geschäftsprinzip, welche Rendite bislang in dem Unternehmen herrschte, spielt keine Rolle, das, was die neuen Herren gemacht haben, war: Massenentlassungen, Steigerung der Wochenarbeitszeit der Überlebenden und Einführung der unbezahlten Überstunden. 1000 Millionen unbezahlte Überstunden leisten die Deutschen so momentan (siehe FTD), macht bei einem Durchschnittsstundenlohn von 20 Euro 20 Milliarden Euro, die Jahr für Jahr über jene ausgegossen werden können, die ansonsten nichts zu tun haben, sich aber viermal im Jahr treffen, um zu kontrollieren, ob der aktuelle Geschäftsführer des Unternehmens auch genug Entlassungen zur Sicherung ihrer Bezüge vorgenommen hat.

Dazu kommen noch ungezählte Milliarden, die durch die Leiharbeit und die Enteignung der Arbeitslosen in den Markt gespült werden: kein Wunder, das die Zahl der Millionäre in Deutschland ständig steigt: wo Kinder 107000 Euro für ein paar Getränke ausgeben können, da können viele gerissene Hunde gut  verdienen. An den Arbeitslosen verdient man gleich doppelt: zum Einen hat man ihren Lohn eingespart (und ihr langjährig erspartes Eigentum günstig eingeheimst), zum Anderen kann man auch an ihrer Verwaltung gut verdienen – wie jetzt zum Beispiel in Aachen.

Dort wird ein neues Jobcenter von privaten Investoren gebaut. 250 Millionen soll es kosten, 370 Mitarbeiter finden dort bei schlechtem Wetter Unterschlupf, 52000 Hartz-Opfer werden von Ihnen in einer „Wohlfühlatmosphäre“ gepflegt (Quelle: „Super-Sonntag“, 26.8.2012).  Pro Arbeitslosen werden hier 5000 Euro investiert, eine Summe, von dem ihre Kinder sechs Jahre ernährt werden müssen – von einer Schampusrechnung der Krisenverursacher könnten sie sogar 130 Jahre leben.

Man sieht: Marx hatte doch Recht. Leider merken wir das viel zu spät. Noch später werden wir merken, das wir alle davon betroffen sind – nicht nur die Arbeitslosen. Unter dem Titel „Arbeiten bis ins Grab“ erläutert die Rote Fahne  gerade aktuelle Entwicklungen in der deutschen Rentnerszene: jedem dürfte klar sein, das die heute Fünfzigjährigen im Alter trotz aller Versprechen und Ansprüche im Alter arm dahinvegetieren werden, damit die selbsternannte Leistungselite und ihre politischen Speichellecker in Saus und Braus schwelgen dürfen: „spätrömische Dekadanz“ wird hier systematisch produziert.

Natürlich hat diese Bereicherungsmaschine auch ihre Nachteile: der Staat wird dadurch finanziell ausgetrocknet. Er braucht nämlich die vielen Millionen Arbeiter, die nicht nur hirnlos beschäftigt herumzappeln, sondern richtig gut verdienen, um richtig gut Beiträge und Versicherungen bedienen zu können. Es wäre der Job der Wirtschaft gewesen, dafür zu sorgen – die Wirtschaft und ihre Lenker haben sich aber anders entschieden.

Welche Zukunft auch uns Deutschen konkret praktisch droht, bekommen wir gerade am Beispiel des superreichen Staates Griechenland anschaulich demonstriert. Superreich? Ja, die Griechen verfügen über Erdgasvorkommen von 9000 Milliarden Euro (siehe Voltaire), ihr Alltag sieht aber ganz anders aus. Ein Grieche schildert gerade in der Zeit seine Eindrücke:

In den vergangenen Jahren wurde die Mehrheit der griechischen Bürger ärmer, arbeitslos oder obdachlos. Ein beträchtlicher Teil unserer Gesellschaft verfügt nicht mehr über die Mittel, um im bestehenden System überleben zu können. Mit Abstand am schlimmsten trifft es die Menschen in den Städten, die keine Möglichkeit haben, etwas Landwirtschaft zu betreiben.

Die Kürzungen im Gesundheitssystem treffen vor allem die chronisch Kranken. Sie sind die ersten Opfer einer nur an Zahlen und Statistiken, nicht aber an den Menschen ausgerichteten Politik. Man hört jetzt viel von Selbstmorden. Junge Menschen wandern aus, um Arbeit zu finden, und werden Sklaven des paranoiden Systems; sie kaufen sich Zeit von Ländern, die bald in der gleichen Lage wie Griechenland sein werden.

Ein weiser Mann, dieser Grieche.  Er sieht weiter als unsere Medien … aber ihm wurde wahrscheinlich auch nicht auferlegt, zurückhaltend über die Krise und ihre Folgen zu berichten. Die deutschen Medien sind da bekanntermaßen etwas gehandicapt, sie haben der Kanzlerin ihr Wort gegeben, die Krise weitgehend zu ignorieren. So ist der Deutsche wieder aufgerufen, selber zu denken – welch´ Abenteuer.

Schauen wir also einmal genauer hin, was uns in den nächsten zwei Jahren droht und welche Weichen schon heute unseren Zug Richtung Armut steuern.

Wir wissen ja, das neben Griechenland auch Portugal, Spanien, Italien und Irland einige Probleme haben – aus diesem Grund haben wir ja den Superrettungsschirm aufgefahren. Der wird aber nicht ausreichen – das hat jetzt laut deutschen Mittelstandsnachrichten die Credite Suisse ermittelt. Das die „privaten Investoren“ sich zunehmend aus den Krisenländern zurückziehen (siehe FTD) freut das Jobcenter Aachen, das dadurch einen neuen Prachtbau bekommt, aber es verschlimmert die wirtschaftliche Lage in den Krisenländern zunehmend, die ohnehin durch ihre „Zombie-Banken“ den europäischen Wirtschaftsraum massiv bedrohen (siehe Handelsblatt).

Nun – wir Deutschen könnten uns ja immer noch entspannt zurücklehnen, immerhin bezahlt man viele Journalisten fürstlich dafür, das sie uns täglich vor Augen führen, wie paradiesisch gut es uns doch geht – zum Beispiel im Vergleich zu den Spaniern: die Welle von Zwangsversteigerungen von privaten Immobilien in Spanien erreicht ständig neue Höhen – da 80 Prozent der Spanier in ihren eigenen vier Wänden lebten (siehe ZDF), sind das Vorzeichen einer neuen Völkerwanderung, deren Obdachlosigkeitsrekorde diejenigen Griechenlands in den Schatten stellen werden. Wir könnten uns entspannt zurücklehnen … wenn wir nicht im selben Boot sitzen würden – nur halt näher beim Kapitän – , was aber beim drohenden Untergang der Eurozone den Tod (und das Leiden) nur hinauszögert,  nicht aber aufhält.

Immerhin haben unsere Aufsichtsratsanwärter im Bundestag aktuell dem ESM einen Blankoscheck ausgestellt (siehe Handelsblatt), was bedeutet, das all jene Banken, die in den letzten Jahren mit massiver Werbung („Lebe heute, zahle später“) viel Kapital für den Umbau unserer Gesellschaft durch extreme Konzentration in der Wirtschaft und der in Folge der sinkenden Einkommensmöglichkeiten zur Erhaltung der von Werbewirtschaft und Illustrierten vorgegebenen sozialen (bzw. eigentlich finanziellen) Mindeststandards im Alltagsleben notwendig gewordenen Konsumkredite  ausgegeben haben, sich das nie vorhanden gewesene Geld jetzt vom deutschen Steuerzahler erstatten lassen.

Wir zahlen jetzt dafür, das wir die RTL-Sozialstandards mit Krediten finanzieren mussten, weil unser Einkommen das nicht mehr hergab. Anstatt aber das sich ein breites Bündnis von Schulen, Gewerkschaften, Universitäten und Medien gegen diese Sozialstandards einfindet, werden sie von Medien und vor allem von der Werbewirtschaft unter völliger Ignoranz der Intellektuellen der Gesellschaft kritiklos weitergereicht.

Das das nicht gut gehen kann, weil unsere Kinder niemals mit den goldenen Handys der Superklassekinder mithalten können, ist jedem normal wirtschaftenden Denker klar – und auch den Spitzen der US-Wirtschaft, die laut WSWS den Bankrott der gesamten Wirtschaftsordnung völlig vor Augen haben.

Eine Kultur, in der immer mehr Menschen auf ständig wachsendem Champagner- Rolex- und Ferrariniveau von anderen leben wollen, erschöpft sich halt ganz schnell – man braucht keinen Doktortitel in Wirtschaft, um das zu erkennen. Ich denke, das könnte der Grund sein, weshalb sich die Regierung (also konkret: die Primärkandidaten für Aufsichtsratsposten) nun ein  zusätzliches Reservistenheer aufbaut.

Dieses Heer entlockt Politikern große Begeisterung – siehe Neues Deutschland:

»Die flächendeckende Einführung der Zivilmilitärischen Zusammenarbeit im Inland stellt sicher, dass die Bundeswehr in unsrer Heimat jederzeit und an jedem Ort unseres Landes Hilfe und Unterstützung leisten kann.«

Wie diese Unterstützung aussehen kann, wird ebenfalls erläutert:

Spätestens am 29. August 2009 wäre folgende Schlagzeile in den Medien fällig gewesen: »Bundesregierung will mit Bundeswehr Streiks bekämpfen«. Eine Antwort der Bundesregierung an die LINKE vom 28. August legt den Schluss nahe, dass die Kampfbedingungen der Gewerkschaften eingeschränkt werden sollen. Denn zumindest im öffentlichen Dienst ist nun auch der Einsatz von Streikbrechern aus den Reihen der Bundeswehr denkbar geworden. Das Bundesverteidigungsministerium schließt in der Antwort nicht aus, dass Zivil-Militärische-Zusammenarbeits-Kommandos bei Demonstrationen zum Einsatz kommen.

Leider kam diese Meldung nicht in den Medien, so dass wir uns noch weiterhin im Traum der alten bundesrepublikanische Wirklichkeit befinden, während die Aufsichtsratskaste schon längst gezielt am Abbau der demokratischen Grundordnung des Landes arbeitet – letztlich bezahlt mit unseren neuen Schulden.

Man sieht hier, welche Zukunft konkret für uns geplant wird.

Ich warte nur auf die Einführung des Terminus „lebensunwertes Leben“ durch Medien und Politik, die Weichen dazu hat SPD-Promi Franz Müntefering durch seinen Spruch „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ ja schon gelegt. Sicher werden bald auch die Wirtschaftsweisen erkennen, das Rentner im Grunde gekommen auch nur Arbeitslose sind – wenn auch etwas älter. Nach entsprechender Rentnerhatz in den gleichgeschalteten Medien können die Reservisten dann im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit für die Beseitigung dieser Altlasten einer nicht marktkonformen Gesellschaft sorgen – wir hatten das in Deutschland schon mal.

„Arbeiten bis ins Grab“ ist aber für hunderttausende in Deutschland schon längst bittere Realität.

Vielleicht braucht Europa einfach mal eine dicke Prise Kommunismus, um Demokratie und Marktwirtschaft vor den Aufsichtsräten und ihren Lakaien zu retten – falls Marx´Methoden der Qualität seiner Analysen entsprechen.

Schon seltsame Zeiten, wo man den „Systemfeind“ anrufen muss um das System vor seinen meist de fakto arbeitslosen Gewinnern zu retten.

 

 

 

 

 

 

Urherberrecht und Starkult als Herrschaftsinstrument eines neuen Feudalismus

Samstag, 12.5.2012. Eifel. Seit einiger Zeit tobt eine Diskussion in Deutschland, die jetzt einen absurden Höhepunkt erreicht hat: das, was sich nach Willen der Konzernherren die "Künstlerelite" Deutschlands nennen darf, hat einen Aufruf gestartet, der sich gegen den "Diebstahl geistigen Eigentums" wendet. Der Aufruf ist so dämlich, das es sich bei den Unterzeichnern auf keinen Fall um Intellektuelle handeln kann - die Frage ist nur, wer ruft denn da - was wollen die eigentlich? Bleiben wir erstmal zu meinem Vorwurf, das der Aufruf dämlich ist. Ich zitiere den zweiten Satz:

Samstag, 12.5.2012. Eifel. Seit einiger Zeit tobt eine Diskussion in Deutschland, die jetzt einen absurden Höhepunkt erreicht hat: das, was sich nach Willen der Konzernherren die „Künstlerelite“ Deutschlands nennen darf, hat einen Aufruf gestartet, der sich gegen den „Diebstahl geistigen Eigentums“ wendet. Der Aufruf ist so dämlich, das es sich bei den Unterzeichnern auf keinen Fall um Intellektuelle handeln kann – die Frage ist nur, wer ruft denn da – und was wollen die eigentlich? Bleiben wir erstmal bei meinem Vorwurf, das der Aufruf dämlich ist. Ich zitiere den zweiten Satz:

Das Urheberrecht ist eine historische Errungenschaft bürgerlicher Freiheit gegen feudale Abhängigkeit, und es garantiert die materielle Basis für individuelles geistiges Schaffen.

So etwas ist einfach nur Nonsens. Die Ideen der Aufklärung verbreiteten sich hauptsächlich durch Raubkopien, die Idee des Urheberrechtes wurde von „den Obrigkeiten“ massiv unterstützt, weil die Einfluss auf die Werke haben wollten – siehe Wikipedia.

In Wahrheit ist das Urheberrecht eine historische Errungenschaft der Obrigkeiten gegen bürgerliche Freiheit und es garantiert den Einfluss der Mächtigen auf die geistige Entwicklung und Verfassung des Volkes. Natürlich kann es auch nicht die Basis für individuelles geistiges Schaffen sein, es sei denn, Künstler bekommen a priori Vorschüsse für nicht vorhandene Werke. Alle anderen müssen neben ihrer Kunst ganz normal arbeiten gehen, bis ein „Talentscout“ die Vermarktbarkeit (und Systemkonformheit) ihrer „Kunst“ entdeckt. Fortan wird „das Werk“ mit allen mitteln der Werbe- und Manipulationskunst mit aller Gewalt zum Erfolg gebracht, so lange in jeder Talkshow diskutiert, in jeder Zeitung besprochen und jeder Radiosendung zitiert, bis auch wirklich der letzte Idiot der Meinung ist, er müsse es unbedingt gut finden, weil er sonst wirklich der letzte Idiot ist.

Bevor der Talentscout kommt, ist jedoch Ebbe in der Kasse.  Das ist der Zustand, mit dem 99% der Künstler leben müssen, die nicht von einem Konzern ausgewählt und gefördert worden sind.

Seit dreissig Jahren werden uns nun Musiker, Schriftsteller und Maler von einer gewaltigen und allmächtigen Industrie „vorgesetzt“, die uns zu gefallen haben. Gefallen sie uns nicht, sind „wir“ fürchterlich out und draußen.  Was man uns nicht sagt: da draussen lebt es sich ausserordentlich preiswert auf allerhöchstem Niveau. Da draussen, jenseits der künstlich am leben erhaltenen Konzernkunst, gibt es bessere Musik, beeindruckendere Schriften und anregendere Bilder, dort leben leidenschaftlichere Künstler, die FÜR ihr Werk leben – und nicht nur von ihm. Wäre schön, wenn diese 99 % ebenfalls eine „materielle Basis für individuelles geistiges Schaffen“ hätten – weshalb man sich vom „bedingungslosen Grundeinkommen“ zurecht einen gewaltigen kreativen Impuls für die Gesellschaft versprechen kann … jenseits der Wertemaximen privatwirtschaftliche finanzierter Talentscouts oder anderer Systemagenten.

Damit (und mit dem Hinweis auf falsche Zeichensetzung) könnte man den Aufruf der Konzernkünstler schon zu den Akten legen … wenn nicht hier eine zentrale politische Dimension berührt würde.  Der Aufruf ist nichts anderes als der erbärmliche Ruf einer verunsicherten Kaste von Konzernbütteln, man möge bitte die Produktion von Herrschaftskunst weiterhin großzügig subventionieren – und genau deshalb wirkt er so erbärmlich, so völlig weltfremd jenseits der gesamtgesellschaftlichen Realitäten, die geprägt sind von zunehmender Armut, Sozialstaats- und Demokratieabbau, betrieben durch gerade jene Strukturen, von denen diese „Künstler“ sich ihr Luxusleben finanzieren lassen.

Jenseits der Konzernmedien ist das auch nur all zu gut bekannt – zum Beipiel in den Kreisen der Eliteforschung:

In der komplexen modernen Gesellschaft lässt sich Kapitalmacht nur durch zusätzliche nicht-
ökonomische (symbolische) Ressourcen in Herrschaft umsetzen. So bilden sich
‚Führungsspezialisten’ heraus: Eliten, insbesondere eine ,politische Klasse’ (Gaetano Mosca).
Diese Eliten verkörpern kollektive ‚Strömungen von Gefühlen’, sie geben ihnen eine Sprache
in Gestalt pseudo-logischer ‚Rationalisierungen’ in Ethik, Religion und Politik und sie
kämpfen um ‚Macht und Ehre’ in der neuen ‚verwalteten Welt’ (Vilfredo Pareto). Dort, in den
Staats-, Partei- und Industriebürokratien, entsteht eine chronische Krankheit namens
Oligarchie (Robert Michels).

Das ist die Aufgabe der Konzernkünstler: Kapitalmacht in Herrschaft umzusetzen. Sie setzen die Maßstäbe von „gut“ und „böse“, bestimmen, „was man trägt“, „was in ist“, beeinflussen das Fühlen, Denken und Urteilen der Menschen, sind eifrige Diener einer Oligarchie, an die sich sich verkaufen, um das Volk weiterhin zu „verarschen“ (

von „Mister Dax“ Dieter Müller).

Lauschen wir weiter der Eliteforschung:

Andererseits agieren hier Individuen mit einem ultra-hohen Nettowert, die ,globalen
Superreichen’, welche so etwas wie eine planetarische ‚neue Aristokratie’ zu formen
beginnen.

Und die Hofnarren dieser neuen Aristokratie bangen infolge der Urheberrechtsdebatte um ihren Platz an den Fleischtöpfen der Verwertungskonzerne.

Nun – solche Versorgungsängste sind verständlich. Die hat heutzutage jeder jener Bürger, die fürchten müssen, innerhalb der nächsten zehn Jahre durch die „Rettungsschirme“ enteignet zu werden. Anders als die Konzernkünstler haben diese Bürger jedoch nicht ihre „Talentscouts“, die sie mit Geld versorgen, um Bürger mit „Unterhaltung“ von dem abzulenken, was gerade weltweit geschieht. Auf sie wartet nach Hartz IV die Altersarmut.

Es lohnt sich schon, sich mal Gedanken über die politische Dimension der „Bohlensteuer“ zu machen, die letztlich ganz viel Geld vom „Markt“ lenkt – fort von den kleinen Idealisten, hin zu den großen „gekauften“ „Superstars“, die jetzt von Konzernmedien in den Stand von „Intellektuellen“ erhoben werden – als ob ein Mario Adorf oder eine Charlotte Roche auch nur annähernd die Dimension eines Karl Marx, Immanuel Kant oder Friedrich Nietzsche erreichen würden. Im Gegenteil: sie verdrängen mit ihrer künstlich gezüchteten (und großzügig subventionierten) Existenz die vielen kleinen Intellektuellen aus den Medien, die sich – wie Johannes Ponader von der Piratenpartei – von Zeit zu Zeit mit Hartz IV herumschlagen müssen … ein Schicksal, das 99 % der Künstler und Intellektuellen teilen.

Man darf diese „Künstler“ vielleicht auch mal an die eigentliche Motivation für Kunst erinnern: man spielt, schreibt und malt, um die Menschen zu erfreuen – nicht, um sie mit Hilfe von Konzernen abzukassieren. Da gibt es eine ganz scharfe Grenze, die Arthur Schopenhauer einst dazu gebracht hat, die ganze akademische Philosophie zu verdammen – zu Recht. Staatlich finanzierte Philosophie war jenen Denkern der Aufklärung so suspekt wie heutzutage konzernfinanzierte Kunst im Auftrag des neuen planetaren Feudalismus sein sollte – jedenfalls jenen Intellektuellen, die über genügend historische, soziologische, philosophische und politische Bildung verfügen, um zu sehen, das gerade das Urheberrecht Grundbestandteil einer neuen Feudalkultur ist, die mit seiner Hilfe sogar an kulturellem Erbe wie dem Lied „Happy Birthday“ Rendite einfahren wollen.

„Urheberrecht“ ist nichts anderes, als das Recht vermieteter und gekaufter Künstler, ihren Anteil an den Konzerngewinnen zu erhalten – auch über den Tod hinaus.  Andererseits ist es ein zentrales Steuerungsinstrument der Korporatokratie, die gerade die mächtigste Demokratie der Welt in den Faschismus des 21. Jahrhunderts stößt.

Ob es den „Künstlern“ bewusst ist, an wen sie sich dort verkauft haben?

Ich fürchte, selbst wenn: es ist ihnen schrecklich egal.

Hauptsache, das Geld rollt … und man wird weiterhin zu den Operbällen dieser Welt eingeladen. Das man hilft, einen neuen Faschismus zu gebären, interessiert in Wirklichkeit niemanden, solange man sich nur weiterhin Kaviar leisten kann. Was braucht man schon Bildung, wenn man nur Geld hat?

Ein Einblick in das neue System, dem sie (und ihre „Talentscouts“) dienen, gibt der Pulitzerpreisträger Chris Hedges, hier in der Übersetzung von Jakob Dorloff:

Hollywood, die Nachrichtenindustrie und das Fernsehen, alle durch große Konzern kontrolliert, wurden zu Instrumenten des umgekehrten Totalitarismus. Sie zensieren und verspotten diejenigen, welche die Unternehmen kritisieren oder angreifen. Sie durchsetzen die Radiowellen mit fabrizierten Kontroversen, ob es nun Tiger Woods ist oder der Streit zwischen Jay Leno und Conan O’Brien. Sie manipulieren Bilder, um uns zu verwirren und Wissen zu verkaufen, das darin besteht, wie Barack Obama Präsident geworden ist. Die drakonische innere Kontrolle, eingesetzt durch die Heimatschutzbehörde, das Militär und die Polizei gegen jede Form von Widerspruch, verbunden mit der medialen Zensurindustrie, führt das für den umgekehrten Totalitarismus aus, was Schläger und Bücherverbrennungen in klassischen totalitären Regimen erledigten.

Und darum ist die Diskussion um Urheberrechte hochpolitisch – denn nebenbei geht es um das Recht des Konzerns, zu kontrollieren, was Kunst ist, was Meinung sein und wie „Leben“ gelebt werden soll … ein Anspruch, den in Deutschland zuletzt Adolf Hitler hatte.

Und so dienen jene „Künstler“ letztlich als Schläger und Bücherverbrenner der neuen globalen Aristokratie … und werden dafür sehr gut bezahlt.

Aus ihrer Sicht ist es sicher verständlich, das dies so bleiben soll.

Ich hoffe aber, es ist verständlich geworden, das dies aus der Sicht einer demokratischen Gesellschaft nicht so bleiben darf, wenn diese überleben will.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie der Finanzkapitalismus mit leistungslosem Einkommen erst Europa und dann die Welt gezielt zerstörte.

Wie der Finanzkapitalismus mit leistungslosem Einkommen erst Europa und dann die Welt gezielt zerstörte.

Mittwoch, 9.5.2012. Wer denkt, das heute nichts los ist in der Welt, der irrt. Sehr sogar. Wir leben in einzigartigen Zeiten des Umbruchs … und tanzen am Abgrund wie noch nie. Nur wenige wollen es wahr haben – aber unsere Superparty ist vorbei. Noch steht Schnaps reichlich auf der Theke, aber die Vorratskammer für Lebensmittel ist leer. Deshalb hält Reinhold Messner seine Burg für seine beste Investition … und seine drei Bauernhöfe:

Mittlerweile habe ich drei Bauernhöfe. Dort produziere ich alles, was ich zum Leben brauche, vom Holz bis zum Wein. Die bringen zwar momentan nichts, aber dorthin kann ich mich zurückziehen, wenn die Krise schlimmer wird.

Zustände wie im alten Rom? Richtig. Der Philosoph Peter Sloterdijk sagt im Handelsblatt deutlich, was auf uns wartet:

Ich habe einen anderen schlimmsten Fall vor Augen, die vollkommene allgemeine Demoralisierung. Auf die steuern wir zu.

Diese vollkommen allgemeine Demoralisierung wurde gezielt gesteuert.

Seit Jahrzehnten leben wir in einer gespenstischen Atmosphäre, in der ständig verrückt machende Doppelbotschaften auf die Menschen einprasseln: Sie sollen zugleich sparen und verschwenden, sie sollen zugleich riskieren und solide wirtschaften, sie sollen hoch spekulieren und mit den Füßen auf dem Boden bleiben. Auf die Dauer führt das zu einer absoluten Zermürbung. Derselbe demoralisierende Effekt geht auch von der Tatsache aus, dass die leistungslosen Einkommen rasend schnell wachsen. Das vergiftet die jungen Leute, weil sie anfangen, sich in Scheinkarrieren hineinzuträumen.

Nun – es ist nicht Sloterdijks Meinung, das das gezielt gesteuert wurde, sondern meine. Glaubt jemand wirklich, das die Schauspieler einfach zu ihren geldgeilen Bossen gehen und sagen konnten: gib´ mir anstatt 500000 Dollar für die Rolle 60 Millionen und damit durchkamen? Das ein Modell einfach so von heute auf morgen sagen konnte: nee, ich will jetzt aber 5 000 000 für das Photo anstatt 2000 Euro wie üblich? Oder das Fussballspielen wirklich 33 Millionen Euro wert ist? Das Geld kann kein normaler Mensch in seinem Leben ausgeben – es sei denn, er stürzt sich in den hemmungslosen Konsum unnützer Dinge, die keine braucht.

Hinter diesen Summen stecken Überlegungen und Gedanken (es sei denn, man glaubt, das Superreiche Geld verschenken und Jesus nächste Woche Präsident der USA wird), da wurde nicht gwürfelt, da wurde bewusst entschieden, den Wertekanon der Gesellschaft mit finanzieller Gewalt umzudrehen, die Jugend der Welt sollte fort von den Hippiephantasien eines glücklichen, friedlichen, verantwortungsbewußten freien und selbstbestimmten Wesens gelockt werden hin zu gedankenloser „Leistung“ und einem umweltzerstörerischen Konsumrausch ohne Ende.

Die Methode war denkbar einfach: man überschüttete einfach junge Leute mit Geld. Egal, ob sie Fussball spielten, schlecht sangen, superkünstlich aussahen oder einfach nur keinen Schulabschluss hatten: der Konzern überschüttete sie mit Geld. Manche durften „Boy Groups“ werden, manche wurden Broker, andere bekannte Modells – aber alle wurden sie superultrareich. Die Konzerne kaperten nebenbei die gesamte Musikszene, das Kapital dafür wurde von den Banken gerne zur Verfügung gestellt. Da die das Geld quasi aus dem Nichts schaffen durften, hatte bei diesem Riesenumbauprozess der Gesellschaft niemand wirklich finanzielle Risiken zu tragen – ausser natürlich die „Arbeitnehmer“, bei denen erstmal kräftig gespart wurde: wir bekamen „Promis“ anstelle von Sozialleistungen.

Diese Doppelbotschaften, die auf die Menschen einprasselten, hatten einen gemeinsamen Ursprung: die Konzerne hatten in einer konzertierten Aktion beschlossen, die Bedrohung der konsumfeindlichen Hippiekultur auszulöschen: nie zuvor hatte jemand das Establishment so sehr in Gefahr gebracht wie jene Aussteigerwelle, die vor allem gebildete Menschen erfasste. Mit Hitler, Stalin und allen übrigen Diktatoren der Welt konnte man gut Geschäfte machen, aber diese „love-and-peace“-Typen zogen der Maschine einfach den Stecker ´raus – das sah jeder Geschäftemacher sofort ein. Diese Kultur war für den Kapitalismus so gefährlich wie Kennedy für Vietnam-Aufträge der Militärindustrie, also musste sie weg.

Es war ja auch erfolgreich … aber das leistungslose Einkommen von „Promis“ hat einfach einen Riesenpreis, den wir jetzt alle zahlen müssen. Je länger wir mit der Bezahlung warten, umso größer wir die Rechnung werden. „Schwere Zeiten“ sagt Warren Buffet der Eurozone im Manager-Magazin voraus. Die fangen für manche deutsche Firmen gerade jetzt schon an – die Stromrechnungen werden unbezahlbar. Der globale Ausblick ist noch katastrophaler, der Club of Rome macht klar, das die Urlaubsflieger- Traumschiff- SUV-Kultur völlig am Ende ist … mit Folgen nicht nur für die Umwelt, siehe Spiegel:

Bis 2052 werde es weniger Armut in den Entwicklungsländern, jedoch mehr Armut und Ungleichheit in den Industriestaaten und überall mehr Umweltzerstörung geben, schreibt der argentinische Investmentmanager Carlos Joly in seinem Ausblick für den Report „2052“. Zugespitzt formuliert sei der Grund für den Niedergang im Westen der „Triumph des Finanzkapitalismus“.

Dabei ist der „Triumph des Finanzkapitalismus“ schon jetzt für gravierende Schäden verantwortlich, schon jetzt sterben viele Menschen aufgrund von „Hilfspaketen“: die Selbstmordraten in europäischen Ländern steigen dramatisch. Kein Wunder – die Staat versorgt die Banken mit nahezu unbegrenzten Kapitalmengen zu  einem Euro Zinsen, welches die dann für bis zu 18 Prozent Zinsen an die Staaten weiterverleihen: so kann jeder Dummkopf Millionär werden … wenn der denn skrupellos genug ist. Wie eine normale Volkswirtschaft dieses leistungsloses Einkommen aber finanzieren soll – das weiß keiner.

Von diesem System leben viele gut – wahrscheinlich ein Grund, warum die gebildete Presse in Deutschland so vehement den aktuellen Selbstmordkurs verteidigt, siehe Nachdenkseiten:

Da stellt sich unweigerlich die Frage, ob Medien, die ganz offen die Interessen der Eliten und der Finanzlobby über die Interessen des Volkes stellen, überhaupt noch der freiheitlich demokratischen Grundordnung entsprechen.

Sieht so eine Berichterstattung aus, die das Volk als Souverän respektiert? Wohl kaum. So sieht vielmehr eine Berichterstattung aus, die die Interessen der Finanzmärkte als Souverän respektiert und akzeptiert. Angela Merkels Leitbild der „marktkonformen Demokratie“ wurde mittlerweile kritiklos von den Medien übernommen. Jede Art von Politik, die „die Märkte verunsichern“ könnte, wird verteufelt, Kritik an der neoliberalen Agenda ist unerwünscht.

Das machen die Medien nicht selbstlos. In Zeiten steigender Arbeitslosigkeit unter Journalisten ist ein sicherer Platz bei den großen unkritischen Werbeblättchen wie Spiegel oder Focus Gold wert, wo andere Hartz IV kriegen kann man selber eine Pferdezucht aufbauen – ein Grund weshalb wir in Deutschland so wenig von der Brisanz der Krise wissen, eher am Rande davon erfahren, das auch unsere Städte hochverschuldet vor dem Aus stehen.

Das es in Deutschland auch anders geht, machen Linke und CSU vor, siehe Handelsblatt:

„Wer den Nutzen hat, muss auch den Schaden tragen“, zitiert Wagenknecht den Wissenschaftler der Freiburger Schule und fordert, dass die griechischen Millionäre und Multimillionäre über eine Vermögensabgabe für das Griechenland-Desaster zu Verantwortung gezogen werden sollten. Denn sie hätten letztlich mit ihren Profiten den Staat zugrunde gerichtet. Daher sei es besser, die Euro-Politiker strichen Griechenland sämtliche Schulden und bürdeten diese den Reichen auf.

Das beeindruckt dann auch Gauweiler, der es vor allem imposant findet, wie Wagenknecht die knallharte Marktwirtschaftlerin gibt.

Machen wir die Staatsschulden doch zu den Schulden der Reichen: die haben doch auch das Geld, sie zu begleichen. Die Armen können angesichts der Horrorschulden einfach nur verzweifeln und sich umbringen: denen zahlt keiner 60 Millionen Dollar, auch wenn sie noch so gut im dörflichen Fussballverein oder der Theatergruppe der Volkshochschule mitspielen. Wäre doch besser, als die öde Reichensteuer. Wir legen einfach die gesamten Schulden auf die zehn Prozent um, die  – mit stark steigender Tendenz – 2007 schon über 60 % des gesamten Vermögens hatten.

Warum wir als Bürger dies fordern müssen? Vielleicht mal ein akutelles Beispiel zur völlig demoralisierten Gesellschaft aus China: dort schlachtet und schreddert man schon Babys, um sie als Drogen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit zu verkaufen, siehe Welt.

18% Zinsen erwirtschaftet man halt nicht mit normaler menschlicher Leistungsfähigkeit … da muss man schon zu ganz neuen Methoden greifen, um da noch mithalten zu können.

Was die Herren des Geldes davon haben?

Darüber darf ich mich nicht äußern, Theorienbildung in politischen Bereichen gilt in der westlichen Welt als „unfein“.

Ich weiß auch, warum.  Ich habe die „Süddeutsche“ gelesen:

Verschwörungstheorien gelten als unfein. Aber es gibt doch, so Streeck, Verschwörungen. Wer die Krise verstehen will, muss die „geballte Präsenz“ der „Goldmänner“ in der amerikanischen Politik und inzwischen global ebenso zur Kenntnis nehmen wie die absurde Tatsache, dass man als Rettungssanitäter regelmäßig die ruft, die den Wagen an die Wand gefahren haben. Man muss von den Machttechniken der Experten reden.

Wird die Bezahlpresse aber zum Organ der Goldmänner, dann werden Theorien über ihre globalen Verschwörungen ganz schnell enorm geschäftsgefährdend.

Wäre nicht schön, wenn alle Bürger wussten, das Goldman-Sachs aus Staaten „Inkassoagenturen im Auftrag einer globalen Oligarchie von Investoren“ gemacht hat.

Das fänden die Oligarchen unfein.

Nicht unfein ist die Behauptung, das die Welt gezielt zerstört wurde.

Das läßt sich relativ gut belegen.

 

 

Deutsche Medien: der lange Arm der Konzernwirtschaft ruft offen die Diktatur aus – und das Volk wehrt sich

Deutsche Medien: der lange Arm der Konzernwirtschaft ruft offen die Diktatur aus - und das Volk wehrt sich

Montag,7.5.2012. Eifel. Ein ganz normaler Montag, möchte man meinen … wäre gestern nicht Wahl gewesen, was die Zeitungen heute mit Wahlkommentaren durchsetzt. Wirklich wichtige Nachrichten gehen in dem Getöse mal wieder unter – zum Beispiel die beiden aus der Süddeutschen, die mir ins Auge gefallen sind: die Innenminister der EU praktizieren US-Standards im europäischen Flugverkehr. Das werden Daten gesammelt und gespeichert, Bürger kriminalisiert das es nur so kracht. Wer fliegt, so meint man, ist besonders verdächtig oder muss sowieso aus ökologischen Gründen als Terrorist verdächtigt werden – was ohne weiteres der Wahrheit entspricht: niemand beeinträchtigt Klima so sehr wie der Fluggast. Vielleicht machen die das ja absichtlich – für El Kaida? Schlimmer noch als die Datensammelwut der Innenminister (die hier wieder wunderbar demonstrieren, wie schön sich nationales Recht via Brüssel aushebeln lässt) scheint mir die Preissteigerungswut der Pharmakonzerne zu sein: welche Macht die inzwischen über die Politik haben, zeigt ein aktuelles Positionspapier der Union, das der Bundestag noch nicht mal für diskussionswürdig hält: deren Horrorpreise in Deutschland bleiben geheim. Wir dürfen sie weiter mit rekordartig ansteigenden Summen für „Soziales“ bezahlen (wofür dann wieder die armen Arbeitslosen auf den Scheiterhaufen kommen), aber wir dürfen das nicht erfahren. So lebt die Mafia auch ganz gut von der Gesellschaft, ein vertrautes Prinzip. Na, immerhin kommen auf einen Abgeordneten dreissig Pharmareferenten – da sollen die Politiker sich nur mal wagen, das Maul aufzumachen: bei den Zahlenverhältnissen kann man die ganz schön mundtot machen.  Jetzt jedoch zum historischen Superwahlsonntag vom 6.Mai 2012, einem Sonntag, der das Potential hat, in die Geschichte einzugehen.

Das er wichtig ist, scheint der Presse in breiter Front bekannt zu sein.  Überall fürchtet man das Ende der Sparpakete – so sagt man jedenfalls. Was man wirklich fürchtet, ist das Ende eines Systems hemmungsloser Selbstbedienung und gemeinsamer Gaunereien – wie Preistreiberei oder Hintergehung des politischen Willens des Bürgers. Nicht umsonst haben Chefredakteure heute soviel Geld zuviel, das sie sich eine Pferdezucht leisten können – jedenfalls manche. Viele liegen weit unter dem zurück, was die Pharmaindustrie als Einstiegsgehälter für Pharmareferenten zahlt – alles wohlgemerkt Geld, das einzig und allein von den Versicherten in Deutschland stammt. Jene Konzerne schalten auch großzügig Anzeigen in den großen Medien, von denen deren Chefredakteure dann ihre Luxusgehälter beziehen. Letztlich zahlt das aber wieder der Steuerzahler – Kosten für Werbung sind absetzbar. So bleibt das Geschäft der Kontrollausübung in wichtigen Printmedien fest in der Hand des großen Geldes … ohne das man auch nur einen Lobbyisten losschicken muss.

Automatisch wird so jede große (also: viel gelesene) Zeitung mit Geld überschüttet, das letztlich der Steuerzahler bezahlen muss: ein gutes Geschäft für die Konzerne, die so Mitläufer zum Nulltarif bekommen.  Kein Wunder, das die Werbeeinnahmen der Medien sogar im „Nachkrisenjahr“ 2010 um 2,1 Prozent auf 18,75 Milliarden Euro steigen konnten, Pharmakonzerne geben sogar mehr Geld für Werbung als für Forschung aus, luxuriöse Reisen und Geschenke für Ärzte inbegriffen. Zahlt ja der Steuerzahler – und den Rest übernimmt gern der Versicherte.  18,75 Milliarden, die von der Steuer absetzbar sind – demgegenüber stehen 24 Milliarden, die für Unterkunft und Grundsicherung von sieben Millionen Arbeitslosen und ihren Kindern aufgewendet werden – nur, um mal einen Vergleich zu ziehen.

Deshalb steht in den Medien auch nur, was dem großen Geldhaufen gefällt – und aus dieser Sicht sind die Wahlkommentare zu beobachten:  mit großer Rücksicht auf die Pharma- Bank- und Versicherungsbranche, an deren übervollem Tropf man hängt, wird die Wahl in Frankreich und Griechenland kommentiert. Wer gegen die Interessen der Konzernwelt wählt, wählt „das Chaos“ … also jenen bürgerlichen Urzustand, in dem nicht der CEO bestimmt, was der Bürger zu tun (und vor allem zu bezahlen) hat.

Besonders schlimm wird es heute im Handelsblatt, wo offen nach dem Ende der Demokratie gerufen und die Machtlosigkeit des Präsidenten gefeiert wird:

Es sind die Märkte, die den neuen Präsidenten ihren Willen aufzwingen werden. Und es wird eben nicht der Präsident sein, der die Märkte bändigt.

Was man im Jahre 2012 mangels politischer Bildung wohl allzuschnell übersieht: wo irgendjemand dem Präsidenten seinen Willen aufzwingt, ist die Demokratie zu Ende und die Diktatur setzt ein. Auch wenn die Chefredakteure in diesem Lande davon einen großen Nutzen für ihre Pferdezucht ziehen und deshalb die Diktatur der Märkte (die ihnen satte 18,74 Milliarden Euro Spielgeld in die Taschen gießt) begrüssen, ändert das nichts an der Tatsache, das Präsidenten (in Deutschland wären das Bundeskanzler) den obersten Willen des Volkes zum Ausdruck bringen. Ist er durch eine fremde Macht in Gefahr, muss die Armee ´ran.  So ist das Geschäft halt.

Wer offen im Handelsblatt die Märkte zu Hilfe ruft, um die Wahlentscheidung des Bürgers zu bestrafen, der muss auch damit leben, das der Bürger die Armee ruft, um die Märkte zu bändigen – so wäre das jedenfalls in einem normalen Land.

Griechenland wird in der Hinsicht gerade normal – Frankreich auch. Länder sind prinzipiell keine Instrumente von Konzernen und ihren Lakaien, um mittels ständig steigender Staatsverschuldung die Luxusexistenzen und Lackschuhe einiger weniger zu bezahlen – jedenfalls normale Länder nicht. In Deutschland sieht das anders aus – das merkt man auch im Ausland. Zunehmend erinnert die Berliner Republik an Hitlers Berliner Republik – jedenfalls aus dem Blick des Auslands.

Im Inland jedoch macht man sich darüber kaum Gedanken, hier bemühen sich die Medien lieber um die Zerschlagung des Widerstandes, der sich in Deutschland in den rasanten Wahlerfolgen der Piratenpartei zeigt – zum Beispiel bei Günter Jauch, siehe Welt.

Ausgebuht wird da Johannes Ponader, der neue politische Geschäftsführer – und mit einem kleinen Hinweis des Moderators auch als „Hartzi“ an den Pranger gestellt, als jemand, der trotz Einser-Abitur in dieser ach so tollen Gesellschaft von Sozialleistungen leben muss, während Parteien, Konzerne und Medien auf Kosten des Steuerzahlers fürstlich leben können – aktuell macht ja sogar der megareiche Aldi-Konzern dadurch auf sich aufmerksam, das er es sich auf Staatskosten richtig gut gehen läßt. Da wollen wir doch gar nicht wissen, was Konzerne mit weniger Gewinn noch alles vom Steuerzahler bekommen …. es ist auf jeden Fall ein Vielfaches dessen, was wir für die Bewältigung der Folgen der Arbeitslosigkeit ausgeben.

Es ist eine bezeichnende Runde gewesen – Grüne, Linke, SPD, FDP und CDU vereint als Lackschuhfront auf der einen Seite … und ein einsamer Pirat auf der anderen Seite. Wie es aussieht, hat er souverän gewonnen, auch wenn das Publikum ihn nicht mochte. Aber – mal ehrlich – wer geht denn außer dem gemeinem Pöbel schon in eine solche Talkshow? Sicher keine Leute, die zu würdigen Wissen, das dort ein Mensch sitzt, der keine Lackschuhe trägt (die sich 90 % des Wahlvieh´s auch gar nicht mehr leisten können), der wie die meisten der Bürger in der unsicheren Existenz jenseits der Konzerntröge lebt und sich öffentlich Mühe gibt, das zu sein, was er versprochen hat: ein Abgesandter seiner Partei zu sein – und nicht jemand, der dem normalem Wahl- und Arbeitsvieh durch die Wahl seiner Schuhe zeigt, wie gut man auf Kosten anderer leben kann.

Da wundert es auch nicht, das die LINKE in Deutschland zunehmend an Boden verliert. Parteien, die für soziale Gerechtigkeit streiten, sich aber einen Porschefahrer als Vorstand leisten, sind halt letztendlich nicht glaubwürdig.  Der mag das zwar für seinen persönlichen Lebensstil halten – was auch sein gutes Recht ist – aber sollte sich nicht darüber wundern, das die Wähler dann lieber Ponades Jesuslatschen wählen …. oder jene, die im Berliner Abgeordnetenhaus den Dienstwagen durch Fahrräder ersetzen wollten.  Das wirkt halt glaubwürdiger als Lackschuhe – auch wenn es mit harten persönlichen Konsequenzen verbunden ist: man muss notfalls mal selber in die Pedalen treten, um vorwärts zu kommen.

Wundert es da noch, das ein Herr Jauch für die diskriminierenden Ausfälle gegenüber dem verarmten (aber sozial starken)  politischen Geschäftsführer der Piratenpartei ein jährliches Gehalt von minimal 10 Millionen Euro bekommt?

Woher kommen wohl diese Millionen?

Aus den Taschen der normalen Bürger. Aus überhöhten Preisen, die nach dem Willen der Politiker besser  geheim bleiben. Davon gibt es dann bei „Wer wird Millionär“ oder „Schlagt den Raab“ ein bischen was zurück – so im alten Rom Sklaven freie Menschen werden konnten, wenn sie ihresgleichen in der Arena niedermetzelten.

Gut, das die Preise, die wir für diese Show zahlen, insgesamt geheim bleiben.

Würden sie bekannt, würde auch Deutschland wohl bald „unregierbar“ werden.

Unregierbar?

So nennen die Medien den Zustand, wenn niemand mehr die Lackschuhe von Politikern, Managern, Unternehmensberatern, Bankern  und ihren Medienhanseln bezahlen möchte … und das ist ein Zustand, den die lang gewachsene Allianz deutscher Besserverdiener in allen Ämtern und Positionen mehr fürchtet als die Lackschuhe der porschefahrenden Linken.

 

 

 

 

 

 

 

 

CISPA: das Ende der freien Welt wie wir sie kennen – und der endgültige Schulterschluss zwischen Geheimdienst und Konzern

CISPA: das Ende der freien Welt wie wir sie kennen - und der endgültige Schulterschluss zwischen Geheimdienst und Konzern

Samstag, 5.5.2012. Eifel. Die Welt schwebt in größerer Gefahr als je zuvor – doch den deutschen Medien ist dies nur eine kleine Randnotiz wert. Sie regen sich lieber darüber auf, das der Ausstieg aus dem Todeswettenzirkus der Deutschen Bank richtig viel Geld kostet oder das unabhängige Griechen ins Parlament einziehen und den Bankbereicherungsschirm der EU in Frage stellen – immerhin ist es schwer zu vermitteln, das die Griechen ihr Volk zu Tode sparen, einen Gewinn von 2,8 Milliarden erwirtschaften aber den Banken 7,6 Milliarden an Zinsen zahlen sollen. Nun, die deutschen Medien sind ja auch in Gefahr. Nicht in einer solchen Gefahr wie die mexikanischen Journalisten, die augenblicklich Klage erheben, das die Regierung die Folterung, Zerstückelung und Ermordung ihrer Kollegen deckt, sondern vielmehr in der Gefahr, das die Finanzwirtschaft (und andere mit ihr verbundenen Konzerne – also ALLE) ihr die Werbezuwendungen streicht – dann wäre Schluss mit der Pferdezucht des Chefredakteurs. Das darf nicht sein – und deshalb wird wohl die neue Bedrohung der freien Welt eher am Rande erwähnt. Immerhin sehen die Zahlmeister unserer Journalisten dies nicht als Gefahr an. Worum es geht? Die Rede ist von CISPA, dem Cyber Intelligence Sharing and Protection Act, einem Gesetz in den USA, vor dem vor kurzem noch gewarnt wurde und das jetzt überraschend schnell – gegen den Wunsch des Präsidenten – die erste Hürde genommen hat.

Seltsam, das es so wenig Wirbel darum gibt – immerhin ist die Bedrohung enorm: CISPA setzt ALLE ANDEREN GESETZE AUSSER KRAFT.

Hören wie die Süddeutsche dazu:

Das Gesetz sieht vor, dass Firmen Nutzerinformationen mit Regierungsbehörden teilen dürfen, wenn es um Cyber-Sicherheit geht. Die Firmen würden gleichzeitig vor Zivilklagen geschützt. Umstritten ist besonders, dass der Informationsaustausch „ungeachtet aller anderen Gesetze“ stattfinden darf.

Natürlich geht es offiziell um Sicherheit. Es geht immer um „Sicherheit“, wenn Freiheiten beschnitten werden. Am sichersten wäre der Mensch in absoluter Isolationshaft – wo von außen nichts aber auch gar nicht ´reinkommt, kann ihn nichts bedrohen – mit dem Argument „Sicherheit“ kann man jede menschliche Lebensäußerung untersagen … könnte ja was schiefgehen.

Wie die „Cyberbedrohung“ nun konkret aussieht, erläutert Patrick Beuth in der Zeit:

Als „Cyberbedrohung“ etwa gilt laut Gesetzentwurf alles, was das Netzwerk eines Unternehmens oder einer Behörde schwächen, unterbrechen oder zerstören könnte. Oder was zu Diebstahl oder Zweckentfremdung von privaten oder Regierungsinformationen, geistigem Eigentum oder personenbezogenen Daten führen kann.

Schön schwammig, oder? Dieser Artikel hier kann schon Cyberbedrohung sein.

Kritik an den USA? Cyberbedrohung.

Kritik an den Konzernen? Cyberbedrohung.

Plädoyer für die Freiheit des Internets? Cyberbedrohung.

Wikileaks? Cyberbedrohung.

Kritischer Journalismus ohne Rücksicht auf Anzeigenkunden? Cyberbedrohung.

Verbraucherschutz? Cyberbedrohung.

Plädoyer für Menschenrechte? Cyberbedrohung.

Kritik an CISPA? Cyberbedrohung.

Die Presse in Österreich schreibt deutlich, worum es hier geht:

Kein reines US-Problem

Das Probleme ist nicht alleine auf die USA beschränkt, auch wenn es sich bei CISPA nur um ein US-Gesetz handelt. Da etliche Anbieter von Online-Diensten in den Vereinigten Staaten sitzen, würden sie und alle Daten auf ihren Servern, in den Einzugsbereich des Gesetzes fallen. Ein Österreicher, der etwa Informationen bei Facebook gespeichert hat, könnte genauso ausspioniert werden wie ein US-Bürger – und würde es wohl nicht einmal mitbekommen. Schon jetzt wird vielen Firmen untersagt, ihre Nutzer zu informieren, wenn Behörden deren Daten herausverlangen.

Immunität für Missbrauch

Nutzer hätten bei CISPA auch keine Handhabe, wenn besagte Firmen diese Daten an Regierungsbehörden oder andere Institutionen weitergeben würden. Es gebe nahezu keine Chance für Betroffene, ein Unternehmen zu verklagen, wenn es Daten weitergeben würde, kritisieren die Bürgerrechtler. 

In Zukunft können Konzerne mit den Daten machen, was sie wollen, CISPA ist die ultimative „Ich-komme-aus-dem-Gefängnis-frei“-Karte.  Die Liste der Unterstützer ist lang – und spannend.

Neben der United States Chamber of Commerce (einer Lobbygruppe, deren Einfluss in Deutschland viel zu selten beobachtet wird) oder dem Business Round Table (DIE Lobbygruppe der Konzernwirtschaft) stehen Intel, Facebook, Microsoft, Boeing, Lockheed Martin, Oracle, AT&T, die Lobbygruppen der Telecom-Industrien sowie mit dem Financiel Round Table die hundert wichtigsten und mächtigsten Banken der USA …. also das ganz ganz große Geld.

Schreibt also heute jemand über die Fäden, die Goldman-Sachs bei dem Griechenland-Desaster zog, so liegt seine Akte morgen beim US-Geheimdienst und auf dem Schreibtisch von Goldman-Sachs. Wo er wohnt, welche Freunde er hat, was er verdient, welchen Lebenslauf er verfolgt, zu welchen Themen er sich sonst noch äußert und  – vor allem – wer für seinen Lebensunterhalt aufkommt (Firma, Gemeinde, Staat, Kirche, Verein oder freie Förderer) …. also, wen man bearbeiten muss, damit „solche Artikel“ nie wieder erscheinen.

Die Kooperation zwischen Geheimdiensten und Konzernen sorgt auch dafür, das die Konzerne einen überraschend kräftigen Arm bekommen, der Gegner nicht nur psychisch und ökonomisch destabilisieren kann, dank einer Armada von 7000 Drohnen unter Geheimdienstkontrolle  kann jede Bedrohung für die Geschäfte der Konzerne auch ganz praktisch und real ausgeschaltet werden.

Man braucht sich also nicht wundern, das dieses Gesetz in einer „überraschend anberaumten Sitzung“ durchgewunken wurden, bevor sich ernsthafter Widerstand dagegen regen konnte: immerhin waren schon 168 von 416 Abgeordneten dagegen (andere Quellen nennen 162 – um genau zu sein). Nicht auszudenken, was mit diesem Gesetz geschehen wäre, hätte man noch mehr Zeit verstreichen lassen. So etwas geschieht, wenn die mächtigsten Männer dieser Welt an einem Strang ziehen – die setzen ihren Willen durch, noch bevor andere Zeit hatten, den Gesetzentwurf zu überdenken.

So macht man 2012 Ermächtigungsgesetze, ohne das es jemand merkt.

Nun – das Gesetz ist kurz vor der Abstimmung laut Süddeutsche nochmal überarbeitet – sprich verschäft – worden:

Vor der Annahme des Gesetzes bewilligte das US-Repräsentantenhaus noch Änderungen. So dürfen jetzt unter anderem keine Daten über Ausbildung, Krankheit oder Waffenkäufe ausgetauscht werden. Außerdem wurden die Voraussetzungen für den Informationsaustausch erweitert. Neu sind nicht nur Cyber-Sicherheit und Fragen der nationalen Sicherheit als Grundlage, sondern auch die „Ermittlung und Verfolgung“ in Fällen von Kinderpornographie, Kidnapping oder Menschenhandel.

Gut, das Daten über Waffenkäufe nicht mehr ausgetauscht werden können, das wird die Organisation der Waffenhändler freuen – aber um zu erfahren, ob ich in meinen E-Mails Kinderpornos verschicke, meine Pläne über die Entführung Angela Merkels austausche oder zehn neue Ungarinnen zum Verkauf an deutsche Bordelle anbiete, muss man erstmal ALLE MEINE  MAILS LESEN. Das dürfen die jetzt – mit Berufung auf CISPA. Könnte ja auch was drin stehen in den Mails, die die amerikanische Sicherheit oder die Sicherheit von Facebook, des Bankenclans oder der CIA bedrohen.

Inzwischen distanzieren sich laut Heise sogar einstige Unterstützer von dem Gesetz – Microsoft merkt, das es das Versprechen über Sicherheit und Privatsphäre der Nutzer nicht mehr einhalten kann. Allerdings wird diese Meldung mitlerweile wieder dementiert – da hat wohl jemand schnell interveniert, um den Konzern auf Kurs zu bringen.

Nun – man macht sich noch Hoffnungen über ein Veto des US-Präsidenten, dem es wohl auch nicht gefällt, das die E-Mails seiner Töchter in Zukunft straffrei von jedem Konzernagenten gelesen werden dürfen, der nach Bedrohungen sucht.

Inwiefern dieses Veto realistisch ist – inwiefern der US-Präsident sich vor der Wahl wirklich traut, gegen ein Gesetz zu stimmen, das ja der Sicherheit dienen soll – ist fraglich. In aller Regel werden US-Präsidenten vor der Wahl vorsichtiger, in der Regel gilt das auch für den Senat: zu schnell könnte man im Wahlkampf als Förderer von Kinderpornographie, Entführung und Menschenhandel dargestellt werden.

Was das Veto allerdings alternativlos erscheinen lässt, ist die Aussicht auf die immense Macht, die die NSA in den USA bekommen würde, wenn das Gesetz weiterhin so durchgewunken wird – dann hätte die Konzernwirtschaft nicht nur die informelle Herrschaft über die USA über ihren Einfluss auf die Legislative, sondern auch ein durchaus wirksames Element der Exekutive in der Hand, mit dessen Hilfe man problemlos auch die Judikative unter Druck setzen könnte … durch Veröffentlichung pikanter Details aus dem Privatleben oder eben durch „Unfälle“, falls es diese Details mal wirklich nicht gibt.

Somit ist CISPA ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Ende der freien Welt – aber das ist deutschen Medien nur eine Notiz am Rande wert.

Nun – die Werbepartner unserer Medien arbeiten halt eng mit ihren amerikanischen Freunden zusammen: Axa, Allianz, Deutsche Bank, UBS – alle großen Player sitzen im „Forum europäischer Finanzdienstleister“ zusammen und verfolgen klare Ziele, siehe Finanz-Lexikon:

Die Hauptziele des EFR sind:

1. Mitwirkung bei Diskussionen der europäischen Öffentlichkeitspolitik speziell in Bezug auf Finanzthemen 
-> vor Allem: Kapitalmarkt, Anlegerschutz, Versorgung, Regelungen und Aufsicht

2. Vollendung des gemeinsamen Marktes im Bereich der Finanzdienstleistungen vorantreiben

Eine weitere Aufgabe ist die Kooperation in Bezug auf gemeinsame transatlantische Belange. Dies wird beispielsweise in der Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Financial Services Roundtable (FSR) mit Sitz in Washington D.C./ USA umgesetzt.

Und dieser „Markt“ diktiert dann den Regierungen ihre Politik, sorgt für unbezahlbare Riesenrettungsschirme und die öffentliche Diskreditierung seiner Gegner durch marktkonforme Journalisten, die in Zukunft ebenfalls ganz neue Quellen zur Verfügung haben werden.

Merkt man nun, wie unglaublich hilflos der „Deutsche Bundestag“ als oberste Instanz des politischen Willens in Deutschland gegenüber den Gewalten ist, die durch die Welt toben?

Mal ganz abgesehen davon, das ja auch die Parteien großzügige Spenden der Finanzindustrie erhalten und deshalb nicht mehr ganz so frei sind, wie sie früher mal sein wollten.

In Zukunft jedoch werden die Abgeordneten noch vorsichtiger sein müssen: wer sich gegen die Konzernkrake zur Wehr setzen will, riskiert ganz schnell, zur Cyberbedrohung zu werden und Besuch vom US-Geheimdienst zu bekommen.

Und die dürfen ja inzwischen hemmungslos in der ganzen Welt morden.

Bald wissen die auch genau, wer da noch so als Ziel in Frage kommt.

 

 

 

 

 

 

 

Hitler lebt und webt am neuen Weltkrieg: Arbeitslager Deutschland im Spiegel der Weltpolitik

Hitler lebt und webt am neuen Weltkrieg: Arbeitslager Deutschland im Spiegel der Weltpolitik

Samstag, 21. April 2012. Eifel. Gestern war ein denkwürdiger Tag.  Adolfs Hitlers Geburtstag. Vergessen viele. Achten Sie mal drauf, wo gestern überall gefeiert wurde – das Vergessen läßt uns manchmal weniger aufmerksam sein, was um uns herum wirklich vor sich geht. Überall Nazis – aber berichtet wird nur darüber, wenn einer in der Piratenpartei auftaucht … so, als hätte die CDU/CSU überhaupt keine Nazis mehr. Die Grünen hatten auch mal welche, aber die sind angeblich nicht mehr da – obwohl das ihre Lust auf Kriege in aller Welt erklären könnte. Eine Grüne hat jetzt auch erkannt, wie der Hase läuft: Renate Künast hat die Piraten gewarnt, ganz frisch im Handelsblatt:

„Die Piraten dürfen sich jetzt nicht zum Opfer eines allgemeinen Rechtsextremismus in der Gesellschaft machen“, sagte Künast der „Frankfurter Rundschau“.

Fällt ihnen was auf an diesem Satz? Es gibt da ein klares GUT und ein klares BÖSE. Anstatt die rechtsradikalen Tendenzen in der SPD bei Namen zu nennen oder sie einfach mal weniger dramatisch als Versagen deutscher Bildungspolitik der letzten zwanzig Jahre zu beschreiben, ist es die böse Gesellschaft, die zu einem „allgemeinen Rechtsextremismus“ neigt. Die lieben ihren Führer immer noch, hoffen sogar, ihn unter dem ewigen Eis zu finden. Auf der anderen Seite gibt es die GUTEN – das sind die Politiker, die das böse deutsche Volk in Zaum halten. In Wirklichkeit sind wir nämlich blutrünstige Bestien, die eingesperrt gehören. Die Farbe unserer Wärter dürfen wir selber wählen.

Wer nun unverständlich auf die aktuelle Weltpolitik schaut, sollte diese Perspektive im Auge behalten. Der Deutsche ist ein gefährliches Tier, das man im Zaum halten muss – „man“, das sind die Guten unter uns, die Politiker, Pöstchenhuber und Spesenritter. Letzteres bereitet natürlich dann keine Probleme, wenn man sieht, das man den Bakschisch von einem bösen Volk bekommt. Die haben das nicht anders verdient.

Doch wir müssen noch ein wenig weiter ausholen, um ein Gesamtbild zu entwerfen, das ein wenig anders ist als das, das die Medien tagtäglich in uns hineinprügeln.

Schauen wir uns mal die aktuelle Manöverfront an: die USA halten gerade gemeinsam mit den Phillippinen Manöver im Südchinesischen Meer ab. Gekontert wird das mit einem russisch-chinesischen Manöver, das eine Organisation veranstaltet, die die meisten Deutschen nicht kennen: die SOZ. Die SOZ vereint unterschiedlichste Staaten, da treffen sich Indien und China, Pakistan und der Iran, Russland und die Türkei. Manche von ihnen bereiten sich mit großer Kraft ganz neu auf einen nuklearen Schlagabtausch vor – so als wäre die Gefahr eines nuklearen Holocaustes immer nur Therorie gewesen. Was wissen die Inder eigentlich, was wir nicht wissen?

Vielleicht gar nichts. Aber sie können Nachrichten schauen – und dort kann man barbarische Horden durch die Welt toben sehen, die auf Leichen pissen, religiöse Werke schänden, Massaker an Zivilisten begehen, gezielt im Ausland morden, Leichenteile als Trophäen sammeln und auch gerne mal Leichenschändung betreiben.  Man könnte meinen, Adolf Hitler wäre wirklich noch am Leben und jagt seine SS-Mörderhorden durch die Welt – es ist aber nur die US-Armee, die als „Botschafter des Westens“ „unseren“ Lebensstil in aller Welt verbreitet. Unsere Medien erzählen uns von der Angst der Amerikaner vor Racheakten wegen der Leichenschändung, wie ein solcher „sozialer Standard“ für den Rest der Welt aussieht, erzählt man uns nicht – und darum erfahren wir auch nichts über das antiamerikanische Bündnis zwischen den ehedem verfeindeten Mächten dieser Welt, uns erzählt man lieber die Geschichte vom bösen Chinesen, dessen Marine die Frechheit besessen hat, das Schiff eines Energiekonzerns aus von ihm beanspruchten Gewässern zu vertreiben.

So etwas geht natürlich gar nicht.

Immerhin sind im 21. Jahrhundert Firmen so mächtig wie ganze Staaten – mit denen legt man sich besser nicht an.  Die USA gebären eins dieser Konzernmonster nach dem anderen, auch andere Länder machen das inzwischen nach – was aber immer dazu führt, das diese Konzerne letztlich von US-Konzernen geschluckt werden. Erzählt man uns nicht – aber das ist der Grund, warum die Bundesregierung seit Jahren den Prozess der Konzernbildung unterstützt – „wettbewerbsfähig sein“ heißt: groß genug werden, um nicht von US-Konzernen geschluckt werden zu können. Aber selbst die, die es schaffen, nicht geschluckt zu werden sind nicht frei genug, um sich Hitlers neuer Bewegung entziehen zu können – und werden so zu Agenten der neuen braunen Welle auf deutschem Boden, einer Welle, die in den USA als Lobbyistentruppe Alec bekannt ist:

So verfasste die Gruppe die Vorlagen für viele knallhart-konservative Law-and-Order-Gesetze in den USA – schärfere Einwanderungsgesetze wie in Arizona, diskriminierende Wahlgesetze und krasse Notwehrgesetze, die selbst „tödliche Gewalt“ legalisierten, so man sich bedroht fühlt.

Fast könnte man meinen, Merkel und Sarkozy gehören auch dazu – immerhin wollen sie für Europa ja auf einmal auch „schärfere Einwanderungsgesetze„, nachdem erst kürzlich der Einwanderer die ultimative Rettung vor dem Fachkräftemangel war.

„Einsatz von tödlicher Gewalt, sobald man sich bedroht fühlt“ … und gezielte Züchtung von Terrorängsten, damit man sich bedroht fühlen und die ganze Welt mit tödlicher Gewalt überziehen kann?

Denken wir doch mal weiter – aus der Sicht der Inder, der Pakistanis, der Russen, Iraner, Chinesen und anderer „nichtweisser Völker“, von denen sich der gute Weisse bedroht fühlen könnte.  Wie denkt man dort über das Schicksal des antiislamischen Irak, über die nie verurteilten Lügen über seine „Massenvernichtungswaffen“, die nie verurteilten Lügen über seine Babyräuber in Kuweit oder über den im Namen der Demokratie mit einer Eisenstange gefolterten und gepfählten Gaddafi?

Auf dieser neuen braunen Bewegung steht zwar noch „Demokratie“ drauf, jenseits der Reklame und der engagierten Werbefeldzüge der Marketingstrategen ist die nüchternde Wahrheit viel brutaler: neue unmenschliche Horden toben durch die Welt, morden überall wo es ihnen gefällt und breiten ihre Macht tagtäglich weiter aus – man braucht einfach nur die Liste der amerikanischen Militärbasen im Ausland mit der der Chinesen im Ausland zu vergleichen: China hat nur eine einzige Basis ausserhalb Asiens: sie dürfen Häfen in Kuba benutzen, während die Liste der (offiziellen!) Basen der USA schon ein Buch füllen könnte.

Doch gehen wir mal weg von der Kriegstreiberei der neuen braunen Welle. Kehren wir zurück in unseren Alltag, unserem schönen neuen Alltag in der ehemaligen Bundesrepublik, einem Alltag, der eigenartige Träume in den Menschen aufkommen lässt, siehe Spiegel:

Wer träumt nicht gelegentlich davon, die Brocken hinzuschmeißen und sich zu Hause einzuigeln, weitab vom Stress der Arbeitswelt, dem Zwang zu Erfolg und Leistung.

Es ist sehr ungemütlich geworden in Deutschland – wo man früher Leistung und Erfolg als beglückendes Erlebnis gesehen hat, ist heute ein eigentümlicher Zwang bemerkbar, das neue Deutschland gleicht einem Arbeitslager – mit beeindruckenden Ergebnissen:

60% der Bevölkerung Deutschlands fühlen sich inzwischen sozial ausgeschlossen – in ihrem eigenen Land:

Auf das Ergebnis ihrer Untersuchung haben Wissenschaftler der Universität Kassel bei der Tagung „Inklusion, Teilhabe und Behinderung – Anfragen an die (Human-) Wissenschaften“ am Mittwoch hingewiesen. „60 Prozent der deutschen Bevölkerung erleben ihre finanzielle Situation als ständige Gratwanderung zwischen Meistern und Absturz“, sagte der Sozialpsychologe Prof. Dr. Ernst-Dieter Lantermann. „40 Prozent machen sich große Sorge um ihren Arbeitsplatz, über 50 Prozent befürchten, dass sie ihre Ansprüche im Alter deutlich senken müssen.“ 40 Prozent sähen ihre Gesundheit als bedroht an, 60 Prozent glaubten, dass in Deutschland die Häufigkeit sozialer Notlagen deutlich zunehme: „30 Prozent befürchten eine Erosion ihrer sozialen Netze.“

Das ist dann genau jene „Gesellschaft“, von der sich die Piraten laut Künast entfernen sollen – diese Schmarotzer und Kakerlaken, die keine durch Diäten und fürstliche Pensionen abgesicherte Zukunft haben, diese Versager, die es einfach nicht schaffen, von den Zinsen ihres Kapitals königlich zu leben. Es ist auch kein Zufall, das die Deutschen sich so fühlen … immerhin ist der Umbau der bundesdeutschen Gesellschaft ein absichtlich gestalteter Prozess gewesen – ein Prozess, in dem die GRÜNEN eine entscheidende Rolle spielten:

Denn anders als gebetsmühlenhaft behauptet, hat Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Partnern in der Währungsunion nicht etwa vor allem durch hohe Produktivität oder durch besonders gute Produkte erhöht, sondern durch eine auch politisch inszenierte langandauernde Lohndrückerei, zum Beispiel mit den Hartz-Gesetzen und der Öffnung für einen immer größer werdenden Niedriglohnsektor.

Dieser Prozess soll sich nun von Deutschland über ganz Europa ausbreiten, damit sich auch die anderen so schön ausgeschlossen fühlen, wie es die Deutschen selbst aktuell tun:

Und nun verordnen wir unser deutsches „Erfolgsmodell“ der Lohnzurückhaltung und damit der Senkung der Lohnstückkosten, des Sozialabbaus und der Privatisierung dem gesamten Europa. Am deutschen Wesen soll Europa genesen.

Das hatten wir schon mal – hieß damals nur „Nationalsozialismus“, Wörter wie „Arbeit“ (die eigentümlich frei machte), „Sozialschmarotzer“ (Menschen die nicht von regierenden Parteien mit Pöstchen versorgt werden) hatten damals wie heute ebenfalls Hochkonjunktur, gleichfalls gab es die „gute“ politische Elite, die das blöde Volk ins reichsdeutsche Paradies führen wollte, ein Paradies, das heute „Europa“ heißen soll – mit ähnlichen Folgen für die Lebenszufriedenheit im Alltag.

Die Griechen erleben gerade, wie schön das ist: 15 % weniger Lohn für alle – fürs erste.

Es sind in erster Linie US-Zeitungen, die über die Selbstmordwellen in Europa schreiben, den Deutschen erzählt man lieber nichts von den Folgen ihrer „Rettungspolitik“ – wäre blöd, wenn man wieder einmal erfährt, das die Politik der eigenen Regierung mit dem eigenen Geld im Ausland Menschen in den Tod treibt. Das hatten wir schon mal.

Die Schweizer halten sich da ebenfalls nicht an die öffentlichen Jubelchöre:

Selbstmordwelle wegen Krise schockt Italien

Arbeitslose, Pensionierte und Kleinunternehmer: In Italien wird die Liste der Menschen von Tag zu Tag länger, die sich unter dem Druck finanzieller Schwierigkeiten infolge der Wirtschaftskrise und der Sparpolitik das Leben nehmen.

Währenddessen rollt die Schuldenlawine weiter – unaufhaltbar und – wie ich frecherweise behaupten möchte – gezielt und geplant.

Mit reichen, zufriedenen Menschen kann man keinen Krieg machen – und den Krieg gegen die SOZ führt man aus Sicht der US-Konzerne mal wieder am Besten in Europa, das Modell hat sich in den letzten beiden Kriegen auch bewährt.

Man muss auch US-Zeitungen lesen, um über den Sinn und Zweck der aktuellen Krise informiert zu werden. Dort äußert sich der Herr Schäuble ganz offen:

He sees the turmoil as not an obstacle but a necessity. “We can only achieve a political union if we have a crisis,” Mr. Schäuble said.

Ohne Krise kein vereintes Europa, ohne vereintes Europa kein Krieg mit der SOZ. Die 300 Millionen Amerikaner brauchen die 500 Millionen Europäer, um mit 2 Milliarden Asiaten einen äußerst gewinnträchtigen Krieg um das neue amerikanische Jahrhundert führen zu können. Man munkelt ja auch, das US-Konzerne Hitler eben gerade deshalb unterstützt haben, weil er am ehesten gewillt war, die Bestie Krieg wieder zu entfesseln.

So bleibt am heutigen Tag nur eins zu sagen: wie es aussieht, lebt Hitler immer noch (in den USA sogar ganz real) und webt an einem neuen Weltkrieg.

Das der Deutsche sich angesichts dieser Entwicklung lieber in sein Privatleben zurückzieht, verwundert nicht: die Diskrepanz zwischen offiziellem Glücksgetöse und der realpolitischen Wirklichkeit der Weltpolitik sowie der erlebbaren Auswirkungen im Alltag eines jeden einzelnen Menschen sind anders nicht mehr zu ertragen.

Die ausführenden Organe der US-Politik auf deutschem Boden drohen zudem sofort mit dem Hammer „Rechtsradikalismus“ (früher nannte man das „Antiamerikanismus“, gerne auch „Judenfreund“ oder „Klassenfeind“, Worte sind da sehr geduldig), wenn man darauf hinweist, das die aktuelle US-Politik nur noch ganz wenig mit „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ zu tun hat … und das könnte empfindliche persönliche Konsequenzen für den eigenen Platz im Arbeitslager haben.

Wer weiß schon, wann die Regierung endlich die Geduld mit dem arbeitsscheuen Gesindel in den Hartz-IV-Ghettos verliert, „weil man sich die Sozialschmarotzer einfach nicht mehr leisten kann“ … Schmarotzer, die auf die eine oder andere Weise schon 60% der Bevölkerung ausmachen.

Da will man lieber nicht auf der falschen Seite stehen, wenn das Morden wieder deutschen Boden erreicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser tägliches Unglück gib´ uns heute: Wirtschaft am Abgrund, Mensch als Idiot – das Ende der Privatperson.

Freitag, 13.4.2012. Eifel. Ja, genau. Freitag der dreizehnte. Ein Tag, der auf jeden Fall Unglück bringt. Das Datum geht unter Umständen zurück auf die Tempelritter, jene seltsamen neun Gestalten, die in den Ställen Salomons ein "Geheimnis" fanden, das ihnen ungeheure Macht gab. Manche meinen, sie fanden die Wahrheit hinter der Legende Christi und konnten damit die Kirche erpressen, andere meinten, sie waren einfach zu idealistisch, während Dritte wiederum der Meinung waren, das die Tempelritter mit dem Teufel im Bunde seien - da sie u.a. als Erfinder des modernen Bankwesens gelten, mag da etwas dran sein. Am Freitag, dem 13. Oktober 1307 war es dann soweit: Staat und Kirche schlugen in einer unglaublich koordinierten und geheim gehaltenen Aktion (in einer Zeit ohne Telefon, Fax und E-Mail ein organisatorisches Wunder) überraschend zu und verhafteten alle Templer in Frankreich - und verfolgten die restlichen in ganz Europa - eine Aktion, die viel zu wenig Aufmerksamkeit seitens der Historiker nach sich gezogen hat. Wie man das nun deutet, hängt von dem eigenen Standpunkt ab: viele, die die Templer als ersten Finanzgroßkonzern ansehen, werden hier den ersten Schlag von Staat und Kirche gegen ein neues Ungeheuer sehen, das beide zu verschlingen drohte. Dieses Ungeheuer ist gerade wieder sehr aktiv ... und wie es Ihnen heute persönlich Unglück bringt, möchte ich kurz mal ausführen.

Freitag, 13.4.2012. Eifel. Ja, genau. Freitag der dreizehnte. Ein Tag, der auf jeden Fall Unglück bringt. Das Datum geht unter Umständen zurück auf die Tempelritter, jene seltsamen neun Gestalten, die in den Ställen Salomons ein „Geheimnis“ fanden, das ihnen ungeheure Macht gab. Manche meinen, sie fanden die Wahrheit hinter der Legende Christi und konnten damit die Kirche erpressen, andere meinten, sie waren einfach zu idealistisch, während Dritte wiederum der Meinung waren, das die Tempelritter mit dem Teufel im Bunde seien – da sie u.a. als Erfinder des modernen Bankwesens gelten, mag da etwas dran sein. Am Freitag, dem 13. Oktober 1307 war es dann soweit: Staat und Kirche schlugen in einer unglaublich koordinierten und geheim gehaltenen Aktion (in einer Zeit ohne Telefon, Fax und E-Mail ein organisatorisches Wunder) überraschend zu und verhafteten alle Templer in Frankreich – und verfolgten die restlichen in ganz Europa – eine Aktion, die viel zu wenig Aufmerksamkeit seitens der Historiker nach sich gezogen hat. Wie man das nun deutet, hängt von dem eigenen Standpunkt ab: viele, die die Templer als ersten Finanzgroßkonzern ansehen, werden hier den ersten Schlag von Staat und Kirche gegen ein neues Ungeheuer sehen, das beide zu verschlingen drohte. Dieses Ungeheuer ist gerade wieder sehr aktiv … und wie es Ihnen heute persönlich Unglück bringt, möchte ich kurz mal ausführen.

Fangen wir an mit den Fakten. Sie bekommen Geld – wenn Sie Glück haben. Sie brauchen schon etwas Glück dazu, heutzutage. Früher hieß es ja: wer Geld will, der muss arbeiten. So weit, so gut, nur … wir leben jetzt im 21. Jahrhundert, da gelten andere Gesetze. In erster Linie heißt es: wer Geld will, der muss schon vorher viel geerbt haben. Heutzutage rentiert sich Arbeit nur noch in ganz seltenen Fällen, wir sind eine Gesellschaft, die gelernt hat, das nur der frei und reich zu sein hat, der von den Zinserträgen seines Kapitals leben kann. Wer so blöd ist, und noch den alten Sprüchen von „Arbeit macht frei“ folgt, wird ganz schnell merken, das er beständig immer mehr rennen muss, um am Ende des Monats immer weniger Kaufkraft zu haben: gerade der Staat, der uns alle schützen sollte, ist hier ganz vorne beim Abgreifen mit dabei:

Die Sozialkassen haben 2011 den höchsten Überschuss seit fünf Jahren angehäuft. Doch die Arbeitnehmer mussten nicht nur deutlich höhere Abgaben zahlen, gleichzeitig sanken auch die Reallöhne.

Hetze, Druck, Überstunden bestimmen das tägliche Arbeitsleben jener unfähigen asozialen Penner und Sozialschmarotzer, die es einfach nicht schaffen, von den Zinsen ihres Kapitals zu leben. Klar, das der Chef diese „Minderleister“ irgendwann ´rausschmeissen muss, wenn sie dem ständig steigenden Druck bei stetig sinkendem Einkommen nicht mehr gewachsen sind. Für diese Zustände müssen wir aber noch sehr dankbar sein, denn es gibt viele, die liegen schon draussen im Dreck: unsere Jugendlichen zum Beispiel. Trotz Pisa haben sie gemerkt, das diese Gesellschaft nur noch für Kapitaleigner ein glückliches, zufriedenes Leben bieten kann und das sie nur noch dazu da sind, in „Maßnahmen“ verwurstet zu werden oder für Löhne arbeiten dürfen, die weit unter dem Existenzminimum liegen. Kein Wunder, das da der Mittelstand eine weitere Reduktion der Hartz IV-Sätze wünscht, weil ihm die Jugendlichen ausgehen, die schon für 214 Euro Lehrlingsgehalt im Monat vollschichtig arbeiten. Wer nicht wie ein Großkonzern von dem Elend in Afrika, Asien und Mittelamerika leben kann, der muss halt zu Hause gucken, ob sich nicht was zum Ausbeuten findet.

Selbst diese Billiglohnsklaven müssen sich aber glücklich schätzen, überhaupt noch etwas zu bekommen, denn in anderen europäischen Ländern geht es schon ganz anders zu. So hat es der von den Finanzmärkten weitgehend ignorierte Rettungsschirm geschafft,  fünfzig Prozent der griechischen Jugendlichen arbeitslos zu machen, während die griechischen Notenbanken fast hundert Millionen Euro an ihre Aktionäre ausschütten, Geld, an dem Sie, lieber Leser, persönlich beteiligt sind: es fließt nur, weil Sie dafür haften – Sie und Ihre Kinder, die für 214 Euro im Monat arbeiten gehen.

Und sie werden noch viel mehr haften müssen, denn die Krise ist schon längst wieder zurück, siehe Spiegel:

Gut eine Billion Euro hat die EZB in die Banken gepumpt, um die Lage zu stabilisieren. Doch die Idee, sich damit Zeit zu kaufen, erweist sich als Illusion. In Spanien verschärft sich die Lage, an den Finanzmärkten herrscht Nervosität. Wir sind jetzt wieder an dem Punkt, an dem wir vor Weihnachten waren.

Wissen Sie eigentlich, was das bedeutet? Das sind EINTAUSEND MILLIARDEN, die wir vollkommen nutzlos in die Märkte gepumpt haben. Nun gut, wer sich auf Investmentbanking versteht, der zieht auch daraus einen guten Gewinn, aber bauen Sie mal mit 214 Euro im Monat eine gutes Depot auf – da müssen Sie sparen bis weit ins 22. Jahrhundert hinein. Unter solchen Bedingungen ist es kein Wunder, das eine neue Berufsgruppe die Gewerkschaften ersetzt: Culture Changing Agents sorgen für die richtige Stimmung im Betrieb: Freu´ Dich gefälligst und geh´ arbeiten! wird den Arbeitnehmern in vier-Augen-Gesprächen eingebleut – so etwas kann man sich nur leisten, wenn man ein richtiger Konzern ist und ganz viel Geld zuviel sein Eigen nennt, Geld, das letztlich über Umwegen zu dem Billionenschirm geführt hat, der uns aktuell den Rest geben soll.

Sie aber, Sie sind noch glücklich. Immerhin haben Sie noch Geld übrig – anders als die armen verhungernden Socken in Griechenland. Sie wähnen sich frei, damit tun und machen zu können, was immer Sie wollen – denken Sie jedenfalls.

Und da irren Sie sich gewaltig, denn auch das Geld, das sie noch übrig haben, nachdem Staat, Kirche und Banken ihren Teil abgegraben haben, ist schon verteilt … sie merken das nur nicht, weil sie nichts vom „Düsteren Geheimnis des Einkaufens“ wissen, siehe Handelsblatt:

In westlichen Staaten sind deutlich mehr Menschen kaufsüchtig als vom Alkohol abhängig. Die Sucht nach teuren Marken zerstört Existenzen. Betreiben die Konzerne das böse Spiel mit Absicht?

Natürlich betreiben die Konzerne das böse Spiel mit Absicht. Manipuliert wird all das, was wir hören, sehen, riechen, schmecken und fühlen … und das mit vollem Engagement.

„Es gibt offenbar allerhand fundierte Belege dafür, dass Hersteller ihre Produkte absichtlich so konzipieren, dass sie süchtig machen“

und das auf breiter und wissenschaftlich abgesicherter Basis:

Eine besonders perfide Art der Manipulation ist ganz profan im Nahrungsmittelbereich zu finden. Abgesehen von Alkohol und Zigaretten haben fetthaltige Nahrungsmittel den höchsten Suchtfaktor: „Solche Lebensmittel machen abhängig, weil ihre Hersteller die Rezepturen gezielt um entsprechende Mengen gewöhnungsbildender Substanzen wie Mononatrium-Glutamat, Koffein, Maissirup und Zucker anreichern.“ Fett- und kalorienreiche Nahrungsmittel haben auf das Gehirn eine ähnliche Wirkung wie Kokain und Heroin. Sie machen nicht nur psychisch abhängig, sondern auch chemisch, wie jüngste Forschungen ergeben haben.

Da kann man als Naturwissenschaftler noch richtig viel Geld verdienen – wenn man bereit ist, seine Mitmenschen zu süchtigen und abhängigen Zombies umzugestalten. Auch Psychologen und Ärzte machen da gerne mit – ohne die geht es nicht.

Für Sie heißt das: wenn Sie den Arbeitsplatz verlassen, geht der Angriff auf Ihre Persönlichkeit erstmal so richtig los. Nachdem ihr Chef erstmal dafür gesorgt hat, das Sie sich richtig mies fühlen, wartet eine ganze perfekt ausgebildete Armee darauf, Ihnen für einen kurzen Moment die Illusion zu vermitteln, Sie wären wieder wer.

Sind Sie aber nicht – und deshalb kann ich Ihnen versichern, das Ihnen gerade heute wieder ein großes Unglück widerfährt.  Sie brauchen nur … die Zeitung aufschlagen, das Radio oder den Fernseher einschalten oder durch die Innenstadt wandern, im Auto oder im Bus fahren: überall erreicht Sie inzwischen die Werbung, die aus Ihnen einen großen Idioten gemacht hat. Idioten? Doch, da können wir mitlerweile ganz offen drüber reden – ein Aprilscherz brachte es an den Tag, siehe Handelsblatt:

Wären Sie bereit, einem Videospiele-Hersteller „eine nicht übertragbare Option auf Ihre unsterbliche Seele“ zu gewähren? Nein? 88 Prozent der US-Kunden waren es. Und das liegt freilich nicht daran, dass man jenseits des großen Teichs mit seiner Seele allzu bereitwillig um sich wirft. Die Leute haben beim Einkaufen schlichtweg nicht aufgepasst – vom Lesen der Nutzungsbedingungen ganz zu schweigen.

Wären Sie kein Idiot, dann wüssten Sie, was „Die“ mit Ihnen anstellen:

Bis zum siebten Lebensjahr sind Produktpräferenzen fest verankert, daher setzen einige Einzelhändler schon an, wenn der Kunde von morgen noch im Mutterleib ist. Schließlich können Babys schon vor der Geburt Musik identifizieren. Und da nun Schwangere besonders viel einkaufen, liegt es nahe, sie und ihre ungeborenen Babys mit speziellen Melodien derart zu beschallen, dass die Kleinen bereits bei der Geburt unterbewusst schon ein wenig geprägt sind. So sprechen junge Mütter von einer „magischen Wirkung“, die das betreffende Einkaufszentrum auf ihre Babys ausübt.

Man sollte diese Botschaften tagtäglich auf allen Kanälen aussenden … aber leider gehören den Idioten keine Sender:

40 Prozent aller Babys von drei Monaten konsumieren Bildschirmmedien, bei den Zweijährigen sind es in den USA 90 Prozent. Sie kennen mehr Markenfiguren wie Pokémon oder SpongeBob als echte Tiere. Kinder unter drei Jahren sind der Werbeindustrie derart wichtig, dass man allein für diese Altersgruppe rund 20 Milliarden Dollar jährlich ausgibt und sie mit 40.000 Werbespots beschallt. Es kennt durchschnittlich 100 Markenlogos, wie Studien ergaben. Inzwischen spüren schon Kinder in diesem Alter den gesellschaftlichen Druck zur Verwendung bestimmter Marken und meinen, dass sie mit ihnen leichter und glücklicher durchs Leben kommen.

Daher ist es kein Wunder, dass der überwiegende Teil der Kinder sagt, dass Produkte von McDonalds deutlich besser schmecken als Vergleichsware. Das galt sogar für Karotten, die ihnen in dem Test vorgesetzt wurden, obwohl die Fastfoodkette gar keine verkauft.

Unglaublich, oder? Und obwohl Sie das jetzt und hier lesen, verspreche ich Ihnen, das Sie schon längst keine Kraft mehr haben, sich dem zu widersetzen. Sie gehören zu den Menschen, deren neuronale Muster schon als Ungeborener ganz gezielt und bewußt geprägt worden sind, Sie sind Teil eines Betruges, einer weltweiten Vernichtungsstrategie, ohne es zu merken. Vernichtet wird …. der Bürger, die Privatperson, der selbstbewußte Souverän des Landes.

Wie erfolgreich die Strategie ist, sieht man an der Anzahl der Teilnehmer politischer Demonstrationen im 21. Jahrhundert in Deutschland – die meisten Demos kann man inzwischen zu sich nach Hause einladen, ohne neue Stühle kaufen zu müssen.

Wußten Sie, das „Idiot“ früher im alten Griechenland ganz wertfrei die „Privatperson“ meinte, die jenseits von Konzern, Kirche und Staat existierte? Na ja, die alten Griechen. Man weiß ja, wo das geendet hat: in Massenarbeitslosigkeit und Armut. Heute bedeutet „Idiot“ etwas anderes … und wenn man sich anschaut, wie blöd Privatpersonen heutzutage sind, versteht man auch die Entwicklung, die dieser Begriff genommen hat.

Sie werden heute wieder etwas kaufen, da bin ich mir ganz sicher. Währenddessen sind Sie raffiniertesten Tricks ausgesetzt, die Ihren Verstand ausschalten – und weil Sie wirklich richtig blöde sind, setzen Sie sich im Auto und zu Hause noch raffinierteren Tricks aus, wenn Sie „entspannt“ Radio hören oder vor dem Fernseher sitzen und ihre neuronalen Muster für den nächsten Tag prägen lassen.

Machen Sie sich nicht lustig über Leute in den USA, die ihre Seele verschenkt haben … Sie machen es persönlich doch selber, jeden Tag. Insofern erzeugt diese Zeit auch ihre ganz eigene, spezifische Symbolik, siehe Welt:

„Dieser Jesus wird lange nach meinem Tod verbleiben. Das ist der Jesus, den hat der von Hagens gebaut“, sollen die Leute nach seinem Ableben sagen. Aus Knochen und Blutgefäßen von menschlichen Spendern hat der Erfinder der Plastination eine Jesusfigur gefertigt und sie ans Kreuz nageln lassen. 

Ein Jesus aus Leichenteilen, gefertigt von einem Atheisten für einen Kreuzzug gegen Rom. Die Konsomzombies der Moderne finden nichts mehr daran, wer so etwas fertigt, wird hierzulande zum Multimillionär, wie alle, die die Würde des Menschen mit Füssen treten.

Man merkt: im Vergleich zum 13. Oktober 1307 hat der Konzern dazugelernt – wenn man diese Version der Templerlegende gelten lassen will.

Heute hat er umfassend Staat, Kirche, Wirtschaft, Finanzenwelt und Bürger im Griff – und nirgends ist mehr eine Macht in Sicht, die ihn aufhalten kann. Auch wir haben wieder die Forderung, die Banken zu zerschlagen, die ihre krummen Geschäfte in Schattenbanken ausgelagert haben. Woher aber soll noch die politische Macht kommen, wenn die Idioten im Land (also: die Privatpersonen, die normalen Bürger) sich nur noch darum kümmern, das sie die richtige Zahnpasta, das richtige Deo, die richtige Kleidung, die richtige Sprache und die richtige Wohnungseinrichtung haben und ausserdem auch noch die richtig „angesagten“ Sendungen gesehen haben?

Die gleiche Macht, die dereinst Kirche und Staat zu einer konzertierten Aktion herausgefordert hat, ist heute wieder aktiv.

Wollen wir beten, das die Atheisten recht haben und es keinen Teufel gibt – sonst müssten wir uns der Möglichkeit stellen, das er gerade die Weltherrschaft offen an sich reißt und mit von Hagens Leichenjesus ein deutliches Zeichen dafür setzt.

Aber auch ohne Teufel kann man sagen: heute wird Ihnen mit Sicherheit wieder großes Unglück widerfahren – am Arbeitsplatz, beim Arbeitsamt oder im Geschäft.

Aber … vielleicht schaffen Sie es ja noch, mal an einem Tag im Jahr ein Zeichen zu setzen:

am 4.Juli 2012 ist nationaler Kaufnixtag – Ihre Chance, wieder Mensch zu werden.

Jedenfalls für einen Tag.

 

 

 

 

Benzinpreiswucher, das Auto, die Ohnmacht der Politik und die Heuchelei der grünen Radfahrer

Benzinpreiswucher, das Auto, die Ohnmacht der Politik und die Heuchelei der grünen Radfahrer

3.April 2012. Eifel. Mögen Sie eigentlich Autos? Ja, wirklich? Haben Sie sich das auch wirklich genau überlegt? Denken Sie nochmal genau nach – ich möchte Ihnen etwas Hilfe dazu geben:

Das mausgrauen Jetzt=Zeit benimmt benimmt viel entschiedener mittelalterlich sich als jedes andere Mittelalter zuvor. In fünfhundert Jahren gesamteuropäischen Mittelalters wurden 200 000 Hexen ermordet. Hingegen fordert der Gott der europäischen Autobahnen dieselben Opferzahlen nicht innerhalb eines Jahrzehntes sondern – in bloß fünf Monaten! So blutdürstig war zu keiner Zeit jemals ein Mittelalter, auch nicht in seinen schwärzesten Nischen! (Aus: Dagegen, Eibornverlag 2003, Seite 134)

Dieses Zitat von Ulrich Holbein mutet uns fast biblisch an: an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen! J.R.R. Tolkien, der Autor des Herrn der Ringe, war ein leidenschaftlicher Autofahrer, der sonntägliche Ausflug ins Grüne mit der Familie war ein geliebtes Ritual – bis er erkannte, wie das Auto die Landschaft fraß. Mehr und mehr seiner geliebten englischen Landschaft wurde zerstört, immer weiter musste man fahren, bis man noch heile Gegenden fand, die alsbald auch wieder „angebunden“ wurden. Bald brauchten wir Flugzeuge, um im Urlaub noch unzerstörte Landschaften erleben zu können. Als Tolkien das erkannte, schaffte er sein Auto ab – für immer und ewig. Der Erhalt seiner natürlichen biologischen Umwelt war ihm lieber, in einem seiner Briefe aus den fünfziger Jahren verband er das Automobil mit seinem Mythos vom Ring der Macht: Automobilfabriken seien Produkte von Orks, die den Ring gefunden haben.

Ich fand diesen Lebensstil sehr konsequent und hätte ihn auch gerne kopiert, da mir die Horrorzahlen über Verkehrstote ebenfalls sehr imponiert hatten. Das Automobil hat uns die zerfetzen Leichen der Kriege in den Alltag hineingelegt, seine tödlichen Folgen rauben uns die Seelenruhe bei jeder Fahrt – aber wir haben uns daran gewöhnt. So sehr, das wir uns vollkommen abhängig von ihm gemacht und die ganze Gesellschaft nach seinen Bedürfnissen anstatt nach unseren Bedürfnissen konstruiert haben.

12 Kilometer Hügellandschaft müsste ich zu Fuß zum nächsten Geschäft überwinden, öffentlichen Nahverkehr gibt es bei uns nur noch dreimal am Tag – im Sommer fährt auch eine Postkutsche – aber nur ins Nachbardorf … dort gibt es auch schon seit Jahren keine Nahversorger mehr. Wäre ich nicht gesundheitlich angeschlagen, so würde ich allerdings in der Tat überlegen, auf das Auto zu verzichten – es wäre mir sehr lieb, nicht mehr Teil einer bürgermordenden Maschinerie zu sein. Wie blöd würden wir aus der Wäsche schauen, wenn wir sehen würden, das zukünftige Historiker unser Mordmobilkultur in einem Zug mit Hexenverbrennungen und Ausschwitz nennen.  Wieder einmal würden wir sagen: wir haben von nichts gewusst.

Das Automobil wirkt wie eine Erfindung des Teufels: es verlockt mit dem Versprechen einer immensen Reisefreiheit, die sogar ferne Städte wie Köln, Aachen, Koblenz oder das schon fast schon legendär entfernte  Brüssel in Tagesfrist erreichen lassen kann, während es hintenherum – sozusagen im Kleingedruckten – menschlichen Lebensraum in nie dagewesenen Umfang zerstört, menschliche Lebenssicherheit im Alltag schlimmer gefährdet als es einst Wölfe und Bären getan haben (die wenigstens ausserhalb der Stadtmauern blieben und das Feuer mieden) und uns aktuell finanziell schlimmer ausbluten lässt, als es einst die Kultur der Wegelagerei getan hat.

Man fragt sich, wo bleibt da der Fortschritt?

Man darf darüber gar nicht nachdenken – und es ist auch zu spät dafür. Wir sind – als Gesellschaft – zu 100 % abhängig vom Automobil geworden. Sicher, es gibt in den Städten ein paar fahrradfahrende Gutmenschen, die es auch gut meinen aber übersehen, das die Städte ohne die Versorgungskette von schweren Lastkraftwagen in wenigen Tagen zugrunde gehen würden – und auf dem Land findet man das Fahrrad als Alltagsvehikel nur selten: soviel Zeit hat hier keiner, das Transportvolumen eines Fahrrades entspricht nicht gerade den Versorgungsansprüchen einer Familie, sei sie auch noch so klein.

Wie teuer uns das Automobil kommt, merken wir gerade jetzt: Diesel wurde innerhalb von 20 Jahren um 175% teurer, die 2 Euro-Grenze für den Liter Sprit wird aktuell fest ins Auge gefasst. Das seltsame ist: gerade zu Ostern steigen die Spritpreise wieder auf neue Rekorde, obwohl die Rohölpreise sinken. Die Politik zeigt sich dagegen völlig machtlos – und das schon seit Jahrzehnten. Das müsste eigentlich den obersten Revolutionsrat auf den Plan rufen, ebenso jeden aufrichtigen Verfassungsschützer: wo die Politik machtlos geworden ist, ist der Staat als solcher in Gefahr und die Demokratie keinen Pfifferling mehr wert. Hier spielen schon längst andere zum Tanz auf – und ausser wertlosem Geschrei der zappelnden politischen Kaste erlebt man keine reale Gegenwehr.

Wie auch – fast jeder ist auf das trojanische Pferd „Auto“ hereingefallen, das nun, wo alles Überleben davon abhängt, das wir mit Wonne tagtäglich die letzten Ressourcen der Erde verbrauchen und gerne tausenden von Menschen jährlich von den Maschinen zerfetzen lassen, um morgen noch Brot, Obst und Käse im Supermarkt kaufen zu können.

Dabei wissen wir Bescheid, in welch´ prekärer Situation wir uns befinden: es sind nur fünf Konzerne, die nach fünfzig Jahren Marktwirtschaft das fressen und gefressen werden überlebt haben – wie stünde Deutschland da, wenn die aus Gründen zu niedriger Rendite nicht mehr liefern würden?

Darum zahlen wir. Mit Blut, Geld, unserer Gesundheit, unserem Land und unserem Leben. Finsterstes Mittelalter … nur spricht niemand gerne darüber. Man kann ja auch am Wochenende irgendwo hinfahren, auf der ständigen Flucht vor dem eigenen Alltag, der immer unerträglicher wird. Unerträglich allein die Vorstellung, man müsste dort wirklich leben, wo man wohnt – für immer und ewig.  Da werden auch die Fahrradfahrer nachdenklich, die ihrem Hobby nur frönen können, weil sie von vielen Autos versorgt werden.  Pferdefuhrwerke wären da sinnvoller – aber wer denkt schon so weit, wenn er nur bis zum nächsten Supermarkt radeln muss, um sich umfangreich versorgen zu können.

Man denkt auch nicht mehr an die größeren Zusammenhänge, verdrängt auch gerne, was den Sprit so teuer werden lässt – und dabei rede ich noch nicht mal darüber, das die Konzerne jetzt gerade jenes Öl aus den Tanks verkaufen, das sie erst letztlich sehr billig eingekauft haben: Gewinne aus den großen Geschäften werden niemals weitergegeben, das gehört zum Geschäft. Natürlich greift der Staat auch erstmal ordentlich ab: bei einem Spritpreis von 1,70 Euro greift er sich 78 Cent ab. Die braucht er, um die Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst bezahlen zu können, die aktuell zu neuen Kreditaufnahmen und weiterem Stellenabbau im öffentlichen Dienst führen werden. Das die Politik jetzt wieder mit Erhöhung der Pendlerpauschale kommt, ist schlichtweg nur noch  peinlich: letztlich fördert diese „Landschaftszersiedelungsprämie“ nur den Autoverkehr.

Der Hintergrund der Politik ist ein anderer: man erkennt die prekäre Situation der ganzen Gesellschaft und will die paar um sich scharen, die noch einen ordentlichen bezahlten sozialversicherungspflichtigen Vollzeitjob haben.  Die kriegen dann auch 6,3% Lohnerhöhung – falls sie es schaffen, ihren Job zu behalten. Auf die gleiche Klientel stützen sich auch die Gewerkschaften, die immer mehr Geld für immer weniger Menschen fordern.  Für die Sieger dieses Geschäftes gibt es dann gleich auch eine ganz besondere Belohung: sie dürfen in Zukunft für 210 000 Euro in einem fliegenden Auto über das prekäre Volk hinwegfliegen. Bei den Kosten ist der Name vorprogrammiert: das „Boni-Mobil“ wird das Automobil für finanziell gierigere Schichten.

Natürlich wird der Sprit bald zwei Euro kosten – und die drei Euro sind dann auch nicht mehr weit. Je schwächer der Euro wird, umso teurer wird der Sprit … aber den Zusammenhang erwähnt die Politik nur noch selten und auch die Medien tun sich schwer damit – man schaue sich nur das Kasperletheater um Günter Jauch an, der reich und berühmt damit geworden ist,  ernste Themen zu veralbern.

Zudem treibt auch die Wallstreet ein übles Spiel mit uns, siehe Welt, die eine weitere Folge der staatlichen Finanzspritzen für die Geldmärkte erläutert:

Es sind also Unsummen, die hier gedruckt werden. Und dieses Geld fließt nach und nach an die Finanzmärkte. Banken und Hedgefonds spekulieren damit, sie setzen auf Aktien und Anleihen, deren Kurse in den vergangenen Monaten rasant gestiegen sind.

Aber sie wetten eben auch auf steigende Rohstoffpreise. Und daher steigen auch diese – obwohl der weltweite Rohölverbrauch im vierten Quartal 2011 sogar um 300.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag zurückgegangen ist. Von wegen steigender Verbrauch der Schwellenländer!

Analysten der Investmentbank Bank of America / Merrill Lynch haben ausgerechnet, dass alleine die Maßnahmen der US-Notenbank den Ölpreis um fast ein Viertel nach oben getrieben haben. Das hat dazu geführt, dass in Euro gerechnet der Rohölpreis heute nahe seinem Allzeithoch liegt – selbst in der Zeit der Rohstoffblase Mitte 2008 lag er nur knapp darüber.

Das wirkt nun ebenso teuflisch wie das Automobil selbst: wir alle zahlen an den Tankstellen tagtäglich für die Überversorgung der Märkte mit Geld – jenem Geld, das gleichzeitig die Spritpreise hochtreibt, weil es unsere Währung schwach macht.

Je höher des ESM, je großzügiger die EZB – umso teurer wird das Benzin durch immer schwächeren Euro und umso mehr Geld haben die Wegelagerer in den Investmentbanken, um den Preis noch mehr in die Höhe zu treiben.

Diese Bereicherungsmaschine aufzuhalten, wäre sehr töricht – jedenfalls für jene, die bald die Chance haben, mit ihrem Luxusauto über unsere Köpfe hinwegfliegen zu können.

Das scheint mir auch der wichtigste Grund gegen die aktuelle Theorie des CO2-verursachten Klimawandels zu sein: wäre das wirklich ernst zu nehmen, würde man doch gerade jetzt die Gelegenheit ergreifen, Deutschland in ein ultramodernes Land mit dem besten öffentlichen Nah- und Fernverkehr der Welt auszubauen, anstatt die Kultur der Mordmobile weiter zu fördern.

Was würde da für eine kulturelle Revolution auf uns warten …

Stattdessen drucken wir immer mehr Geld, von dem immer mehr Menschen immer weniger haben und fördern ein Vehikel, das neben seiner Eigenschaft als Mordmobil und Umweltzerstörer vor allem eins ist:

ein großer Haufen nicht mehr wiederverwertbarer Müll, der uns nur nicht ins Auge fällt, weil wir ihn in Afrika abladen.

 

 

Wie der EU-Rettungsschirm aus uns allen Neger macht: Deutschland 2012 wieder im Rausche des Biedermeier

Samstag, 31.3.2012. Eifel. Gestern hatte ich ein einschneidendes Erlebnis, das uns Eifelern selten zuteil wird: ich war eine Weile in einem ausgedehnten Industriegebiet spazieren. Schon nach einer Stunde konnte ich konstatieren: diese Kultur kann nur untergehen. Mal abgesehen davon, das die Leblosigkeit der betonierten Areale normalerweise nur nach einem Vulkanausbruch oder auf dem Mond zu finden ist, überzeugte mich mehr das Verhalten der Menschen, das das Ende naht - und jeder es weiß. Wie anders will man es erklären, das sie enorme Energien investieren, um daheim ein kleines Stück heile Welt zu bauen, während ihre natürliche Umwelt in großem Maßstab vernichtet wird? Noch unheimlicher werden diese Häuslebauer, wenn man sich vor Augen führt, wo die Ursprünge ihres Reichtums zu suchen sind: buchstäblich pflastern sie ihren Hof mit den Knochen von Negern, düngen ihre Primeln mit deren Blut und vertilgen ihr Leben, um weiterhin mit ihren SUV´s Unmengen an nutzlosen Ramsch in ihre ganz individuell ausgestatteten Egotempel zu bringen, wo sie nichts anderes machen als den ganzen Tag zu feiern, wie toll sie sich selbst finden. Ist ja auch altbekannt, wo unser Reichtum herkommt, siehe Welt:

Samstag, 31.3.2012. Eifel. Gestern hatte ich ein einschneidendes Erlebnis, das uns Eifelern selten zuteil wird: ich war eine Weile in einem ausgedehnten Industriegebiet spazieren. Schon nach einer Stunde konnte ich konstatieren: diese Kultur kann nur untergehen. Mal abgesehen davon, das die Leblosigkeit der betonierten Areale normalerweise nur nach einem Vulkanausbruch oder auf dem Mond zu finden ist, überzeugte mich mehr das Verhalten der Menschen, das das Ende naht – und jeder es weiß. Wie anders will man es erklären, das sie enorme Energien investieren, um daheim ein kleines Stück heile Welt zu bauen, während ihre natürliche Umwelt in großem Maßstab vernichtet wird? Noch unheimlicher werden diese Häuslebauer, wenn man sich vor Augen führt, wo die Ursprünge ihres Reichtums zu suchen sind: buchstäblich pflastern sie ihren Hof mit den Knochen von Negern, düngen ihre Primeln mit deren Blut und vertilgen ihr Leben, um weiterhin mit ihren SUV´s Unmengen an nutzlosen Ramsch in ihre ganz individuell ausgestatteten Egotempel zu bringen, wo sie nichts anderes machen als den ganzen Tag zu feiern, wie toll sie sich selbst finden. Ist ja auch altbekannt, wo unser Reichtum herkommt, siehe Welt:

Wenn ein Kind jeden Tag zentnerschwere Säcke schleppen müsse. Über rutschige Halden, auf schlammigen Wegen. Kilometerweit durch den dichten Dschungel. Zwei Dollar pro Woche, die sieben Arbeitstage kennt. Und selbst davon habe er den Soldaten einen Teil geben müssen.

„In den Minen in Walikale“, sagt Merci und flüstert ängstlich, „da wohnt der Teufel. Und alle, die dort arbeiten, gehören ihm.“

Vielleicht denkt man mal an „Merci“, wenn man das nächste Mal von der Toprendite der Telekom-Giganten hört und Politiker von unglaublichen Vorzügen der globalisierten Welt faseln, die uns Reichtum und Wohlstand beschert hat. Was verschwiegen wird, ist:  Reichtum und Wohlstand haben wir aufgrund von Sklaverei, nicht aufgrund von Arbeit und Erfindungsreichtum.  Ein älterer Spiegelartikel über Berliner Mietskasernen erinnert uns daran, das diese Erscheinungen nicht neu sind:

In sieben Schlachten hatte Schuster G. für die Preußen gefochten. Dann, als Veteran, mußte er die bittere Erfahrung machen: „Man gibt uns keine Arbeit, verbietet das Stehlen und wirft uns ins Loch, wenn wir betteln.“

Sein Schicksal teilten Tausende am Stadtrand von Berlin.

Für ein Stück Brot oder eine Handvoll Hafergrütze suchten G. und seine Nachbarn in der Stadt Knochen zusammen, hackten Holz, trugen Torf. Die Ärmsten, die nichts als den Tag stehlen konnten, bekamen im Winter einen Schlag „Armensuppe“.

Es lohnt sich, dieses historische Dokument zu lesen, es stammt aus dem Jahre 1980, einem Jahr, in dem der deutsche Bürger noch politische Visionen haben durfte, ohne dafür zum Arzt zu müssen. Besonders gut gefällt mir dieser Abschnitt:

Das war — vor 150 und auch noch vor 100 Jahren — „das Elend in seiner letzten, furchtbarsten Gestalt“, wie der verfemte Jurist und Schriftsteller Ernst Dronke es 1846 nannte: das Wohnelend in den ersten Berliner Mietskasernen.

Stellen wir uns mal vor, jemand würde heute das Wohnelend in den Hartz-Kasernen der Republik anprangern und es als „das Elend in seiner letzten, furchtbarsten Gestalt“ anprangern: wir würden diese Sozialromantiker sofort in die Schranken weisen – mit Hinweis auf die Stundenlöhne in Afrika. So was geht im Jahre 2012 wieder. Viele haben daran gearbeitet – und arbeiten weiter daran. Zum Beispiel der deutsche Finanzminister, ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, das Elend der Mietskasernen des 19. Jahrhunderts wieder flächendeckend zu verbreiten. Es ist nur noch peinlich zu nennen, wie man sieht, wie er in der Tagesschau die vielfältigen Schutzschirme erläutert und dabei erkennen lässt, das er noch nicht mal genau weiß, wie viele Milliarden er gerade aus dem Fenster wirft.

80 Milliarden oder 60 Milliarden oder 65 Milliarden und dann noch irgendwie 28% von 650 Milliarden und 40 Milliarden cash für den IWF:  – wenn ich so meinen Haushalt führen würde, wäre ich am Ende der Woche verhungert. Als deutscher Finanzminister geht das – weil man Leute hat, die einem sagen, wo es langgeht.  Die Financial Times Deutschland klärt über die Zusammenhänge auf:

Die Antwort sollte inzwischen klar sein: Interessengruppenpolitik und die Weltsicht politischer Eliten. Auch wenn das Risiko für das Finanzsystem minimal war, hatten Banken und Anleihegläubiger mit erheblichen Konsequenzen zu rechnen. Sie liefen Gefahr, Milliarden zu verlieren und vielen Beschäftigten des Finanzsektors drohte der Verlust ihrer Arbeitsplätze. Es ist also kaum verwunderlich, dass führende Banker, sowohl hinter verschlossenen Türen als auch öffentlich, Lobbyismus gegen eine Umschuldung betrieben.

So lässt etwa das Institute for International Finance, ein einflussreicher Lobbyverband großer Finanzinstitute mit Sitz in Washington D.C., regelmäßig verlauten: Helft uns aus der Patsche, oder ihr habt die Konsequenzen zu tragen. Mindestens ebenso wichtig, wie der Handlungsstrang, auf den sich der Verband geeinigt hat, ist seine politische Macht, die in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat – so sehr, dass sich alle wichtigen politischen Entscheidungsträger in den USA und in Europa um das Schicksal von Banken sorgen, auch wenn das keinen allgemeineren Einfluss auf die Wirtschaft hat.

Sogar jetzt werden viele der Verluste, die die Banken hätten tragen sollen, vom öffentlichen Sektor geschultert, unter anderem durch verschiedene Formen direkter Unterstützung und die außergewöhnlichen und riskanten Tätigkeiten der Europäischen Zentralbank.
Dies sollte man in jeder Tageszeitung, jedem Nachrichtenformat und allen Nachrichtensendungen öffentlich-rechtlicher Anstalten tagtäglich verbreiten, bis auch jeder deutsche Schrumpfkopf begriffen hat, worum es hier geht: einen gigantischen globalen Betrug durch eine Branche, die eigentlich niemand braucht, Millionen von Arbeitsplätzen, die eigentlich nichts Sinnvolles leisten aber ein leistungsloses Einkommen in Millionenhöhe kassieren.  Schauen wir uns die Schicksale doch mal im Detail an – nur eins, das reicht schon. Eine ganz normale Angestellte der Finanzindustrie – eine „Zerstörerin der Welt“, siehe Wirtschaftsblatt:
Nach Abschluss des Ökonomiestudiums in Cambridge war Masters Anfang der 1990er-Jahre in London Teil eines Teams, das Ideen entwickelte, wie man Risiken auf dritte Parteien übertragen konnte: Es war die Geburtsstunde der Kreditderivate. Sehr komplex waren sie strukturiert, Hypotheken lagen ihnen als Basiswert zugrunde. Investoren konnten Long-und Short-Positionen eingehen. Kunden bewegten so gewaltige Summen mit verhältnismäßig kleinem Einsatz, was gewaltige Chancen, aber auch Risiken beinhaltete.

Als die Immo-Blase platzte, fiel das Kartenhaus zusammen. Masters wechselte während des Booms nach New York, wo die 42-Jährige bis heute für JP Morgan arbeitet. Während der Finanzkrise erhielt sie stets Rückendeckung von ihren Chefs. Derzeit leitet sie den globalen Rohstoffhandel. Bei Anhörungen der Regierung tritt sie schon mal als Expertin auf. Unumwunden gab sie zu, dass die Kreditderivate Schwächen aufwiesen. Der „New York Oberserver“ bezeichnete Masters als „einen Zerstörer der Welt“.

Heute leitet diese Frau den globalen Rohstoffhandel – womit wir wieder bei den Negern sind … bzw. ihren Rohstoffen und renditefreundlichen  Produktionsmethoden, bei unseren Horrorbenzinpreisen und dem EU-Rettungsschirm. Aktuell merken wir ja, das der Rettungsschirm ja gar nicht groß genug sein kann – Griechenland braucht ein neues Hilfspaket, Spanien könnte noch viel mehr brauchen  und wenn wir erstmal die Bankengewinne in Italien sichern müssen, reicht alles Geld der EU nicht mehr aus.
Deshalb ist es weise, sich das Leben der Kinder im Kongo anzuschauen – es wird die Zukunft unserer Kinder sein. Ich nenne sie „Neger“, weil ich die Heuchelei nicht mehr mitmachen möchte. Ich weiß: politisch korrekt wären andere Bezeichnungen. Da wir sie aber behandeln wie „Neger“, möchte ich auch, das sie wieder so genannt werden. Wie im Bericht über Preußen im 19. Jahrhundert schon beschrieben, können wir alle jederzeit „Neger“ werden – einige Millionen von uns sind es schon … man vergleiche nur die Pressekommentare über Hartz-IV-Abhängige mit den Beschreibungen der Bewohner der preussischen Mietskasernen:
Die Grunholzer-Protokolle erwiesen sich schon deshalb als so wertvoll, weil die Bourgeoisie des Biedermeier für Armut und Elend gemeinhin nichts als Verachtung hegte. Entsprechend tendenziös wirkten Berichte von Polizisten und auch Pastoren, die in den Voigtländern nur „räuberisches Gesindel“ und „derartiges Gelichter“, „die tiefste Hefe des Volkes“ und Menschen in ihrem „rein tierischen Zustande“ sahen.
Deshalb bekommt der öffentliche Dienst ja jetzt auch ein sattes Lohnplus: die stammelnden Marionetten der Bankenlobby kaufen sie Freunde, Freunde, die sie dringend brauchen werden, wenn unsere Kinder Arbeitsbedingungen wie im Kongo haben. Undenkbar? Einfach mal in den Wohnsilos der sozial Schwachen vorbeischauen – wobei dieser Begriff schon eine Schande an sich ist. Aber so nennen wir halt unsere eigenen neuen Neger – und ihre Lebensqualität ähnelt eher denen der Berliner Mietskasernen.
Darum wundert es mich nicht, das jene Deutschen, die es sich – noch – leisten können, sich ihre eigenen, kleinen Paradiese bauen. Ich denke, sie merken schon, das der Teufel nicht nur in den Minen des Kongo herrscht, sondern sich gerade anschickt, das ganz große Ding zu drehen: also baut man sich sein Mäuseloch und hofft, das der Herr der Finsternis am eigenen Haus einfach vorübergeht.
Leider wird er das nicht tun … und das weiß man auch – weshalb schon kleine Beunruhigungen zu Panikkäufen verleiten.  Wo so schnell Panik entsteht, muss ganz viel Angst herrschen – und an einem aktuellen Beispiel sehen wir dann auch, was geschieht, wenn wir von unserem Recht des käuflichen Erwerbs von Benzin Gebrauch machen: die Polizei schließt zur Not einfach die Tankstellen, wenn wir versuchen, die letzten Tropfen Billigsprit zu erwerben.
Nun beantwortet sich auch leicht die Frage, warum der Deutsche sich all dies so widerspruchslos antut: nicht nur die Verachtung für Armut und Elend erinnert an die Zeit des Biedermeier – auch sonst verhalten wir uns nach klar erkennbaren Mustern:
Der Ausdruck Biedermeier bezieht sich zum einen auf die in dieser Zeit entstehende eigene Kultur und Kunst des Bürgertums (z. B. in der Hausmusik, der Innenarchitektur und auch in der Mode), zum anderen auf die Literatur der Zeit, die beide oft mit dem Etikett „hausbacken“ und „konservativ“ versehen werden. Als typisch gilt die Flucht ins Idyll und ins Private. 
In der Biedermeierzeit erlebte auch das Theater einen Aufschwung, doch statt Belehrung war Unterhaltung gefragt, also eine Abkehr von den Idealen der Aufklärung.
Einfach mal ins heutige Abendprogramm schauen und alle Sendungen, die der Aufklärung über Ausbeutung, über die realpolitische Machtverhältnisse jenseits der Demokratieillusion und die Folgen der aktuellen politischen Prozesse für unsere Zukunft dienen rot anstreichen – der Stift wird sehr trocken bleiben.
Somit sind wir 2012 wieder da, wo wir 1812 schon mal waren.
Erstaunlich, oder?
Der Eu-Rettungsschirm macht aus uns allen Finanzneger, Schuldsklaven und Biedermeierschnepfen, deren höchstes Glück es ist, sich hinter den eigenen vier Wänden vor der Tatsache verstecken, das die Kinder Afrikas ihr Blut für unsere Handykultur geben – und die Kinder Deutschlands ihr Blut für die staatliche garantierten Gewinne der Großbanken geben müssen.
Mir dünkt, nicht nur in den Minen Afrikas wohnt der Teufel. Langsam habe ich den Verdacht, das ihm Deutschland auch gehört – und zunehmend der Rest der Welt ebenso.

2012: Konzern gegen Mensch – 7:0. Erläuterungen zum ersten nationalen Kaufnixtag am 4.Juli

2012: Konzern gegen Mensch - 7:0. Erläuterungen zum ersten nationalen Kaufnixtag am 4.Juli

Mitwoch, 28.3.2012. Eifel. Wir befinden uns mitten in einem Krieg. Dieser Krieg bedroht uns existentiell in allen nur erdenklichen Lebenslagen. Die Fronten verlaufen direkt durch unser Wohnzimmer, durch unsere Küche, durch unser Schlafzimmer – aber wir reden nicht darüber. In diesem Krieg gilt die Genfer Konvention nicht – alle Waffen sind erlaubt, nirgendwo gibt es mehr Sicherheit und Geborgenheit.  Sie werden jetzt sagen: der spinnt, der Eifelphilosoph – hier wird schon lange nicht mehr geschossen. Ich sage: Sie haben keine Ahnung vom Krieg. Ich rede nicht von Amokläufen, sondern von der gewaltsamen Aneignung Ihrer Ressourcen, die bei härterem Widerstand auch mit Waffengewalt durchgesetzt wird … aber auch nur bei härterem Widerstand. Geben Sie alles freiwillig ab, werden Sie auch arm … aber es bleibt leise. Geben Sie es zu: Sie fühlen es doch! Warum diese vielen Sicherheitsschlösser an der Wohnungstür, warum der SUV und die Optimierung ihrer körperlichen Fitness? Weil sie Angst haben. Das ist im Krieg aber auch ganz normal. Unser Gefühl hat die Tatsache schon längst akzeptiert – nur unser Verstand zeigt sich von der modernen Art der Kriegsführung überfordert. Dem kann man aber Abhilfe schaffen. Fangen wir ganz klein an – bei ihrem Hausarzt.

Wenn Sie meinen, das sie krank sind, gehen Sie zu ihrem Arzt und denken, dort ist ein verschwiegener Ort des Vertrauens, wo Ihnen geholfen wird. Nackter können Sie sich kaum irgendwo fühlen – und darum ist es auch wichtig, das Ärzte Vertrauenspersonen sind, die durch heilige Eide verpflichtet sind, Ihnen zu helfen und darüber zu schweigen. Ihr Pech nur: ohne Götter ist nichts heilig. Darum wandern Ihre persönlichsten Daten direkt in die Speicherbänke der Pharmakonzerne:

Interne Dokumente sollen es beweisen: Mitarbeiter von Novartis bringen deutsche Ärzte dazu, ihre Patientendaten zu kopieren und einem Berater zu übergeben, der auf der Honorarliste des Pharmaunternehmens steht.

Nun, die Korruption unter der Ärzteschaft ist weit verbreitet. Als ehemaliger Mitarbeiter einiger der ganz großen Konzerne kann ich Ihnen versichern: ein Arzt von hundert widersetzt sich dem Werben der Industrie. Einer von hundert. Die anderen sind mit ihren persönlichen Vorlieben, ihren dunklen Geheimnissen, ihrem Verordnungsverhalten, ihrer finanziellen Situation und ihren privaten Verstrickungen schon längst in den Speicherbänken der Konzerne registriert und liegen direkt neben Ihren persönlichen Daten, mit denen sie vernetzt sind, damit der zuständige Mitarbeiter genau weiß, wie viele Diabetiker Doktor Lottermoser am 28.3.2012 von 9-12 behandelt und was man ihm besorgen muss, damit er das mit dem jeweils gewünschten Medikament macht.

Natürlich gibt es Versuche, diese Korruption zu verhindern. Die gibt es schon seit dreissig Jahren – nie hatte auch nur einer Ansatzweise Erfolg – kein Wunder in einer Welt, in der man für 250.000 Pfunde das Ohr der Regierenden kaufen kann:

Reportern der „Sunday Times“, die sich als interessierte Parteispender ausgaben, erklärte Co-Schatzmeister Peter Cruddas freimütig, ab 100.000 Pfund sei ein Treffen möglich, besser freilich wären 250.000 Pfund, rund 300.000 Euro.

Und was bekomme man mit diesem „Premier-League-Paket“, wollten die verdeckt arbeitenden Journalisten wissen. Cruddas erläuterte: „Nun, wir bringen sie zu den Abendessen von Cameron und Schatzkanzler George Osborne. Einige der großzügigen Spender waren schon zum Dinner in den Privaträumen des Premiers und seiner Frau Samantha. Sie müssen Teil des Systems werden.“

Merken Sie langsam, was um Sie herum vor sich geht? Merken Sie, wie der Konzern sich einfach in die Spitze der Politik einkaufen kann und dort dann – neben neuen Jobangeboten für den Amtsinhaber nach der Amtszeit – seine politischen Wünsche äußern kann … samt Preis, den er dafür zahlen wird?

Konzerne schwimmen in Geld, die können locker hundert Politiker beschäftigen, ohne das die für ihr Geld arbeiten müssen. Währenddessen drohen Ihnen Methoden, die ich zuerst in der Pharmaindustrie kennenlernte – angeblich die härteste Branche in Deutschland. Jenseits von Kündigungsschutz und Arbeitsrecht weiß man, wie man mit Mitarbeitern umzugehen hat, die nicht parieren:

Der Verkaufsleiter eines Lebensmittel-Discounters hat mir neulich berichtet, er sei angewiesen worden, missliebigen Mitarbeitern einzelne Artikel aus dem Sortiment in die Tasche zu schmuggeln, um sie anschließend wegen Diebstahls entlassen zu können.

Auch wenn Sie jetzt persönlich noch nichts Konkretes von dem Krieg merken – in der Statistik finden sich die Opfer schon, siehe Welt:

Die Gefahr in Armut abzurutschen ist in Deutschland höher als in den meisten Nachbarländern. Hierzulande sind 15,6 Prozent oder 13 Millionen der Menschen armutsgefährdet, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. In den Nachbarstaaten Tschechien, Niederlande und Österreich liegt die Quote teils deutlich niedriger.

Ölkonzerne arbeiten gerade mit Hochdruck daran, diese Quote nach oben zu treiben – während Sie von den durch Korruption maximierten Gesundheitskosten nicht so schnell was merken, dürfen Sie hier Tag für Tag Zeuge werden, wie man Sie ausplündert. Aber wie gesagt: solange sie freiwillig geben, geschieht Ihnen nichts.

Jeder weiß, das das nicht endlos so weitergehen kann:

Langfristig kann das nicht funktionieren, Wachstumszwang und Umverteilung vertiefen den Graben zwischen jenen, deren „Geld für sie arbeiten kann“, und jenen, die „für ihr Geld arbeiten müssen“. Krieg, Crash oder soziale Revolution seien unvermeidlich.

So die Kapitalismuskritikerin Margrit Kennedy im Standard.  Vielleicht merken wir die Vorzeichen dieser Entwicklung schon daran, das man Zahnärzte nicht nur ausraubt, sondern ihnen nebenbei gleich nochmal einen Finger abschneidet. Die Verrohung des Mittelstandes wirkt sich halt irgendwann auch auf andere Schichten der Gesellschaft aus – in einer Welt, in der eine deutsche Hauskatze soviel CO2 verbraucht wie ein Ägypter dürfte das nicht verwundern.

Selbstverständlich ist es nicht nur der Gesundheitsbereich oder die Tankstelle, an der Sie Ihren Tribut an die Herrscher der Welt entrichten müssen. Selbst wenn Sie persönlich super wirtschaften, fleissig sparen und nie auch nur einen Euro Schulden gemacht haben: dann werden eben Euro- und Bankenhilfspakete geschnürt, auch wenn sie völlig nutzlos sind.

In Spanien kann man gerade die Geburt eines neuen Riesenkonzerns beobachten – Konzerne haben den Hang, um jeden Preis zu wachsen, immer größer zu werden und ihre Marktmacht ins Unendliche zu steigern. Mit den kindischen Begriffen von „Markt“, „Leistung“, „Arbeit“, mit denen „moderne“ Ökonomen noch vorspielen wollen, das sie alles im Griff haben, haben Konzerne nichts mehr am Hut. Sie machen den Markt – was sogar dem Ackermann inzwischen Angst macht.

Schauen Sie sich in Ihrer Wohnung um: der Feind steht schon mitten drin. Sie selbst haben ihn hineingelassen – und jetzt müssen Sie dafür zahlen. Sony, Microsoft, Siemens, Deutsche Bank, VW … wie viele Objekte in Ihrem privaten Bereich tragen die Siegel der neuen Herren?  Konzerne haben aus uns die „Kunstfigur des Homo oeconomicus“ gemacht, ein erbärmliches, schwächliches und ekelerregendes Zerrbild jenes Menschen, der sich einst als soziales Wesen gegen eine zutiefst feindliche Umwelt durchgesetzt hatte: Eiszeit, Viren, Säbelzahntiger – das alles haben wir im Geiste des Miteinanders besiegt, nur um jetzt einem wirtschaftlichen Frankensteinmonster zum Opfer zu fallen, das gerade sein weltumspannendes Imperium entfaltet – auf Kosten aller Nationen, die es befällt … sogar auf Kosten ihrer Ursprungsnation, siehe International Business Times:

Die Antwort ist, dass Washingtons Imperium die Ressourcen des amerikanischen Volkes zum Nutzen einiger wenigen mächtigen Interessengruppen, die Amerika beherrschen, extrahiert. Der militärische Sicherheits-Komplex, Wall Street, Agro-Business und die Israel-Lobby benutzen die Regierung, um Ressourcen der Amerikaner zu extrahieren, um damit ihre Gewinne und ihre Macht zu erhöhen. Die US-Verfassung wurde im Interesse des Sicherheitsstaates extrahiert, und die Einkommen der Amerikaner in die Taschen der 1 Prozent umgeleitet. So funktioniert das amerikanische Imperium.

Dieses neue Imperium weist auch dem Krieg eine neue Rolle zu.

Im neuen Imperium spielen Erfolge im Krieg keine Rolle mehr. Die Extraktion erfolgt allein dadurch, dass sich das Imperium im Krieg befindet. Riesige Summen amerikanischer Steuergelder fließen in die Rüstungsindustrie und riesige Mengen an Energie werden von der Homeland Security verbraucht. Das amerikanische Imperium funktioniert dadurch, dass die Amerikaner ihres Wohlstandes und ihrer Freiheit beraubt werden.

Auch wir Deutschen verdienen prächtig an diesem System – solange wir unser Leben einem Konzern opfern oder uns von einem kaufen lassen. Die meisten von uns haben allerdings keine von beiden Optionen.

Es ist eine Ironie, dass im Neuen Reich die Bürger des Imperiums ihres Reichtums und ihrer Freiheit beraubt werden, um Menschenleben der angegriffenen ausländischen Bevölkerungen auszulöschen. Genau wie die bombardierten und ermordeten Muslime, ist das amerikanische Volk Opfer des amerikanischen Imperiums.

Dabei … ist da eigentlich kein amerikanisches Imperium. Die USA werden von dem neuen Imperium genauso ausgeplündert wie die anderen Staaten. Nur für uns Menschen … ist es einfacher, so zu denken. Wir sind dem neuen Krieg allein schon begrifflich nicht gewachsen – wir merken doch gar nicht, das wir mittendrin sind. Wir bemerken die Folgen an den Kassen der Tankstellen, im Arbeitsleben oder am respektlosen Umgang mit unseren Gesundheitsdaten, die privaten Konzernen kostenlos zur Verfügung gestellt werden, aber das man uns ehrlich sagt, das wir uns in einem Krieg befinden, das wird noch lange dauern.

Dabei geht es in dem Krieg um sehr viel – um das Überleben der ganzen Menschheit. Siegt der Konzern, das Frankensteinmonster gewissenloser Renditehaie, bleibt zum Schluss nur ganz wenig übrig, für das es sich zu leben lohnt – im Extremfall ein toter Planet voller Industriemüll, dessen Ressourcen komplett in virtuelle Werte umgewandelt worden sind, die in den virtuellen Speicherbänken des letzten Konzernsatelliten um die Erde kreisen – eines Satelliten großen Superbank, die am Ende aller Tage übrig bleibt.

Noch nie war die Menschheit einer solchen Gefahr ausgesetzt – und nur selten war sie so ahnungslos.

Sie hat kaum noch Zeit, sich zum Widerstand zur organisieren, kaum eine Chance, überhaupt eine Front zu bilden, um den Feind aufzuhalten – er ist schon überall in der Stadt, im Dorf, in der Familie … und sogar – als Homo oeconomicus – in einem selbst.

Aber einen ersten Schritt kann man machen, eine Freiheit haben wir noch, gegen den der Feind momentan noch machtlos ist: wir können uns einfach mal einen Tag aus dem Prozess herausziehen. Vielleicht machen die Bürger anderer Nationen auch mit, bevor auch ihre Ressourcen von ökonomischen Monstren gefressen werden. Darum nicht vergessen: am 4. Juli 2012 ist nationaler Kaufnixtag.

Diese Freiheit haben wir noch, bevor man uns auch irgendetwas in die Tasche steckt, wegen dem man uns verhaften kann.

 

 

 

 

 

 

Saarlandwahl: Sieger? Piratenpartei! Verlierer? Die Demokratie, das Volk und die Musik.

Saarlandwahl: Sieger? Piratenpartei! Verlierer? Die Demokratie, das Volk und die Musik.

Dienstag, 27.3.2012. Eifel. Stromausfall. Nein – keine Sorge, nicht flächendeckend. Manchmal muss man den Preis dafür zahlen, im ältesten Haus im Tal zu wohnen … mit Leitungen, die ein gewisses Alter aufweisen. Gestern war der Enkel des Elektrikers hier, der die Leitungen im modernen Anbau verlegt hat. Er kommt heute wieder – mit Verstärkung. Gestern musste er vor langjährig gewachsenem Leitungswesen kapitulieren. Nun – aus einigen wenigen Steckdosen kommt überraschend noch etwas Strom, weshalb ich heute meine Tätigkeit wieder fortsetzen kann, ein bischen Philosophie aus der Eifel zu präsentieren – ganz aktuell trifft nämlich mein Stromausfall den Kern der Zeit. Wir erleben gerade eine unglaubliche kulturelle Revolution … und den Niedergang der Grundgedanken der bundesdeutschen Demokratie.

Die kulturelle Revolution erlaubt mir – wie vielen tausend anderen auch – Ideen und Gedanken einer breiten Öffentlichkeit tagesaktuell zu präsentieren, was sonst nur Zeitungen möglich war. Das ist ein kultureller Sprung, der mit dem der Erfindung des Buchdrucks zu vergleichen ist. Seltsam, das nur wenige diese Dimension beschreiben – wahrscheinlich ist sie ihnen zu unheimlich. Auch der Buchdruck hatte seine Feinde bei den Mächtigen der damaligen Zeit: wo käme man den hin, wenn jeder die Bibel lesen könnte (damals die höchste Autorität, von der man alles Herrschaftswissen ableitet).  Heute warnen die Mächtigen vor dem Internet – und den Möglichkeiten, die es erlaubt. Auch etablierte „Journalisten“ erschrecken darüber, das man in kurzer Zeit komplette Artikel ins Netz stellen kann, die mit wenigen Mausklicks viel zusammenfassen und neu bewerten können – ohne, das man einen Chefredakteur konsultiert, den Herausgeber fragt und sich Rückendeckung bei den jeweiligen Parteisprechern holt.

Ich sehe meinem Sohn gerne beim spielen zu – er spielt „Monster Hunter“ im Internet … mit Briten, Franzosen, Spaniern, Italienern und Portugiesen geht er gemeinsam auf die Jagd – gemeinsam und kooperativ. Ich denke, so funktioniert Völkerverständigung auf breiter Basis, besser kann man kaum für Frieden sorgen, als das die Kinder der Nationen miteinander spielen – es erscheint mir ausserdem sinnvoller als der aufgezwungene Partnerstadttourismus, bei dem die führenden Gemeindepolitiker Steuereinnahmen für Juxreisen verpulvern. Natürlich – ohne Strom funktioniert diese Revolution nicht so gut … bzw. gar nicht, wie ich aktuell erleben durfte.

Was wäre es für ein großer politischer und kultureller Schritt, wenn sich das Land der Dichter und Denker gezielt auf diese Revolution einlassen würde – wir könnten die erste vernetzte Demokratie werden, in der das Volk in der Tat das Sagen hat, tagtäglich.

Aber mal ehrlich: wer will das schon?

Ganz sicher nicht die „Systempresse“, jenes Konglomerat von Medienmenschen, die sich bequem in jahrzehntelang gewachsenen Strukturen eingerichtet haben – Strukturen, die ungefähr so effektiv sind wie meine Stromleitungen. Wie jene Strukturen im Hintergrund vernetzt sind, erfahren wir nur selten – wie aktuell im Falle Strauß-Kahns, der an von Unternehmern bezahlten Sex-Partys teilgenommen haben soll – genauso wie ein Polizeichef.  Präsziser kann man unser derzeitiges degeneriertes politisches System kaum beschreiben.

Natürlich wird jetzt erstmal gewaltig gegen jene Partei gewettert, die als Sieger aus der Saarlandwahl hervorgegangen ist: die Piratenpartei. Schaut man sich die Kritik näher an, ist man überrascht: die Krawattenferne des Personals wird vom Bezahljournalismus als die größte Gefahr für die deutsche Demokratie ausgemacht. Dämlicher geht es kaum noch. Die stille Duldung rechtsradikaler Auswürfe wird kaum noch wahrgenommen … scheint allerdings auch in meinen Augen weniger aktuell zu sein. Was kaum jemand weiß (und bitte nicht weitersagen): ich war Gast beim Bundesparteitag der Piraten – und überrascht über die Eindrücke, die man dort sammeln konnte. Es kostete viel Zeit – aber war durchaus interessant. Ich kann nur jedem empfehlen, sich das mal anzutun – es unterscheidet sich wohltuend von dem Parteiengekasper, was einem sonst so serviert wird.

Natürlich ist der IT-Schwerpunkt der Partei bedenklich – eine Partei von jungen Klempnern wird die Probleme von alten Erziehern kaum verstehen können. Man wird aber erstmal damit leben müssen, das Menschen aus dieser Berufsgruppe der neuen kulturellen Revolution automatisch sehr nahe stehen. Natürlich müssen Parteien grundsätzlich als bedenklich gelten, weil ihre Führer letztlich alle den Weg Strauß-Kahns gehen. Insofern ist eine Marginalie des Piratenparteitages in Münster bedeutsamer, als man es vielleicht wahr haben möchte: der Parteichef ist nicht Spitzenkandidat geworden, obwohl er es gerne wollte.  Dort, wo die Basis der Spitze jederzeit den Boden unter den Füssen wegziehen kann, greifen die herkömmlichen Taktiken der „Unternehmer“ weniger -denke man den Weg weiter, droht vielleicht sogar eine Demokratie ohne Parteien.

Während hier vielleicht ein zartes kleines Pflänzchen an frischer Demokratie aufblüht (und dabei einige hässliche Aspekte der Piratenpartei verdrängt), zeigt die Saarlandwahl andererseits nur eins: die fortschreitende Degeneration unseres politischen Systems und die zunehmende Unvereinbarkeit der Sozialdemokratie mit dem ursprünglichen bundesdeutschen Demokratieverständnis. Mehr und mehr präsentiert sich die SPD als Wahlverein für Kapitalkanzler,  garniert mit ein wenig „Hang zur Mitte„.  Keine Partei in Deutschland hat jemals mehr dazu beigetragen, das demokratische Grundempfinden der Bürger dieses Landes zu derart zu unterhöhlen, so das man in Folge – wie die Saarländer – den Gang zur Wahlurne als zunehmend völlig sinnlos empfindet.  Schauen wir uns die Saarlandwahl an: 64,8 % der Wähler wollten KEINE CDU-Regierung.  Sie haben aber die Rechnung ohne die SPD gemacht, die sich – wie zuvor im Bund – eher als Wahrer von Konzerninteressen denn als politische Alternative zur CDU versteht.

Die Wahl im Saarland zeigt: wir haben eine neue SED im Land – neben einer Kanzlerin aus dem Osten und einem Bundespräsidenten aus dem Osten haben wir jetzt auch die Idee einer Einheitspartei aufgenommen und zelebrieren sie, wann immer es nötig ist: SPCDU sorgt notfalls gegen allen Bürgerwillen für Ordnung im Land, steigende Staatsverschuldung, Demokratie- und Sozialabbau inklusive – alles im Interesse der zweckentfremdeten sinnlosen Kapitalvermehrung.

Wo sind eigentlich jene Politiker, die sich mutig trauen, den Wählerauftrag ernst zu nehmen der da heißt: wir wollen keine CDU-Regierung? Es gab mal eine SPD, die den Wählerauftrag ernst genommen  und erkannt hätte, das die Mitte in Deutschland eher sozialliberal als neoliberal ist.  Aber wahrscheinlich gehen die lieber zusammen mit dem Staatsanwalt zu den von VW bezahlten und von Hell´s Angels organisierten Sexpartys, das macht viel mehr Spaß als lästige Basisdemokratie – und bringt auch bessere Pöstchen bei Rothschild, RWE, Adeco oder BMW.

Letztendlich erleben wir aktuell den Niedergang des demokratischen Grundgedankens, in dem es die Aufgabe der Politiker war, den Volkswillen zu respektieren und zu repräsentieren und nicht, notfalls die eigene politische Heimat zu verraten, nur um weiterhin an den Sexpartys teilnehmen und im Pool der Konzernpöstchenanwärter mitschwimmen zu dürfen.

Mal schauen, was passiert, wenn CDU und SPD zusammen unter dreissig Prozent liegen. Das die offene Anbiederung an den Konzernkapitalismus auch zur kompletten Zertrümmerung einer Partei führen kann, hat die FDP ja gerade bemerkt. Hoffen wir, das die Wähler merken, das CDU und SPD inzwischen auch nur noch Fillialen des internationalen Bundes der Konzernwirtschaft sind – in den USA einfach als Business Round Table bekannt.

Wenn die Mutter in Gefahr ist, dann rücken die Töchter eben enger zusammen – aber daran kann der Wähler erkennen, wo das Zentrum der politischen Welt in Deutschland liegt und wie es um unsere Demokratie wirklich bestellt ist.

Die ist bald völlig wegrationalisiert – weil sie im Sinne der Konzernwirtschaft eben auf völlig unvernünftig ist.

Die Mutter in Gefahr?

Nun … auch wenn ein mir völlig unbekannter „Rockmusiker“ das anders sieht: die Musikpiraten greifen das Konzernunwesen ganz direkt an – jenes Konzernunwesen, das in den siebziger- und achtziger Jahren die wild wachsende freie Musikkultur mit großem Finanzaufwand gezähmt hat … was die jungen Parteipiraten (und ihre Kritiker aus dem Reich der Pseudomusiker) wohl kaum mitbekommen haben. Man wollte mit aller Macht Erscheinungen wie „Beatles“ und „Rolling Stones“ verhindern – nie wieder sollten reiche Emporkömmlinge den Plattenkonzernen ihre Forderungen diktieren können. Die Verflachung der musikalischen Vielfalt hat man billigend in Kauf genommen – das Volk musste halt mit dem auskommen, was der Konzernrocker zu leisten vermochte.

Das Ergebnis ist bekannt – deshalb höre ich keine aktuellen „Charts“.

Selbst dann nicht, wenn ich mal Strom habe.

 

 

 

Aktuelle Warnmeldung: Zunahme des Konzernterrors ab März 2012 – das wird wieder teuer für Europa

Dienstag, 20. März 2012. Ein schöner Tag. Ein großartiger Tag. Wir atmen gerade Geschichte - merken Sie das? Merken Sie sich diesen Tag - heute wurde bekanntgegeben, das die ganze Welt umgebaut wird. Sie glauben, Sie wüssten warum? Wegen dem Gauck? Nein, diese nette kleine Gaukelei am Rande spielt dabei überhaupt keine Rolle.  Die Attentate in Frankreich? Kleine Fische - hetzt nur genug gegen Israel und es gibt wieder viele Deutsche, die auf offener Straße Juden erschießen um die Welt zu retten - alles schon mal dagewesen. Der Dax-Anstieg? Nein, das es eh´ nur Manipulation von Großanlegern, um billige EZB-Kredite in Bargeld zu verwandeln. Nein - vom Umbau der Welt erfahren Sie jetzt und hier, in einem kleinen nahezu unbekannten Internetblog. Alle anderen Medien des Landes meinen das Thema wie der Teufel das Weihwasser - dabei wird es mal wieder jeden Bürger treffen, wie damals Hartz IV oder die Deregulation der Finanzmärkte. Wenn die Mächtigen der Welt so etwas beschließen ... dann erfahren Sie das als Deutscher oder Europäer schon lange nicht mehr. Wir sind Kolonie - und stolz darauf.

Dienstag, 20. März 2012. Ein schöner Tag. Ein großartiger Tag. Wir atmen gerade Geschichte – merken Sie das? Merken Sie sich diesen Tag – heute wurde bekanntgegeben, das die ganze Welt umgebaut wird. Sie glauben, Sie wüssten warum? Wegen dem Gauck? Nein, diese nette kleine Gaukelei am Rande spielt dabei überhaupt keine Rolle.  Die Attentate in Frankreich? Kleine Fische – hetzt nur genug gegen Israel und es gibt wieder viele Deutsche, die auf offener Straße Juden erschießen um die Welt zu retten – alles schon mal dagewesen. Der Dax-Anstieg? Nein, das sind eh´ nur Manipulation von Großanlegern, um billige EZB-Kredite in Bargeld zu verwandeln. Nein – vom Umbau der Welt erfahren Sie jetzt und hier, in einem kleinen nahezu unbekannten Internetblog. Alle anderen Medien des Landes meiden das Thema wie der Teufel das Weihwasser – dabei wird es mal wieder jeden Bürger treffen, wie damals Hartz IV oder die Deregulation der Finanzmärkte. Wenn die Mächtigen der Welt so etwas beschließen … dann erfahren Sie das als Deutscher oder Europäer schon lange nicht mehr. Wir sind Kolonie – und stolz darauf.

Worum es geht? Nun – in diesem Monat trifft Barrack Obama, der mächtigste Mann der Welt, mit seinen Bossen zusammen. Man will nichts weiter, als mal wieder die ganze Welt umbauen.  Das hat man schon mehrfach gemacht – ausserordentlich erfolgreich. Es begann vor vierzig Jahren:

Business Roundtable wurde 1972 gegründet, gründete auf der Überzeugung, dass in einer pluralistischen Gesellschaft, die Unternehmen sollten eine aktive und effektive Rolle bei der Bildung der öffentlichen Ordnung zu spielen.

Und was ist seitdem geschehen? Man hat Einfluss auf die US-Politik gewonnen, auf die Weltbank und den IWF. Fortan wurde Konzernpolitik Weltpolitik. Die Zerschlagung europäischer Gewerkschaften, die Aneignung des europäischen Sozialkapitals, die Deregulierung von Arbeits- und Kapitalmärkten: wir merken den Einfluss dieser Gruppierung im bundesdeutschen Alltag auf Schritt und Tritt.  Sie sind ein mächtiger Faktor in der US-Politik – und ein ernst zu nehmender Feind auf internationaler Ebene – mit der Macht einer Nation:

Business Roundtable (BRT) ist ein Zusammenschluss von Chief Executive Officers der führenden US-Unternehmen mit über $ 6 Billionen Jahresumsatz und mehr als 14 Millionen Mitarbeiter. BRT-Mitgliedsunternehmen umfassen fast ein Drittel des Gesamtwerts des US-Aktienmarkt und investieren mehr als $ 150 Milliarden jährlich in Forschung und Entwicklung – fast die Hälfte aller privaten US-Ausgaben für FuE

Unser Unternehmen zahlen 163.000.000.000 $ in Form von Dividenden an die Aktionäre und generieren schätzungsweise $ 420 Mrd. Umsatz für kleine und mittelständische Unternehmen jährlich.BRT-Unternehmen geben fast 9 Milliarden Euro pro Jahr im Kombinierten Spenden.

So mit Geld angeben darf man nur in den USA – so mit seinen Muskeln zu spielen wäre in Europa verpönt.

Man hat nun auch ganz konkrete Ziele, die man öffentlich zugibt:

Globale amerikanische Führerschaft muss durch eine solide Fiskalpolitik, intelligenter Regulierung und wettbewerbsfähige Besteuerung gesichert werden.

Trauen wir uns zu fragen, welchen Platz uns Europäer im Reich der CEO angedacht wird?

Besser nicht.

Man will die gesamte amerikanische Wirtschaft wiederbeleben. Das wird wohl auch gelingen – bei der Finanzkraft. Auf einmal verstehen wir besser, warum es deutsche Konzerne wieder in die USA zieht – und Deutschland selbst droht, ein neues Griechenland zu werden.

Der Plan zum Umbau der Gesellschaft ist immer der gleiche: erst schafft man Massenarbeitslosigkeit, in dem man die Produktion ins Ausland verlagert, dann stranguliert man durch Steuerboykott in verschiedenster Form Gemeinwesen, in dem man zu Gast ist und wenn dann stöhnen, präsentiert man sich als Retter in der Not, der die alten Zustände wider herstellen kann … für ein paar Gefälligkeiten. Die „Gefälligkeiten“ gehen regelmässig einher mit dem Abbau der sozialen Menschenrechte, wachsender Staatsverschuldung, massive Steuerentlastung der Konzerne und wirtschaftlicher Versklavung der Bürger der Gaststaaten.

Die Methoden, mit denen vorgegangen wird, sind nicht zimperlich:

BRT ist die Einleitung einer Reihe von High-Level-Aktivitäten, beginnend in dieser Woche, um Unterstützung für den Plan zu bauen und sicherzustellen, dass die politischen Entscheidungsträger über die Prioritäten in diesem Jahr handeln. Die Aktivitäten umfassen die Bereitstellung von „Taking Action“ Plan zu jedem Mitglied des Kongresses, das Weiße Haus und Bundesbehörden; Treffen mit Bundes-Politikern und ihren Mitarbeitern zu kurzen sie auf die Fragen, Hilfsangebote für Journalisten und Redaktionen im ganzen Land; Reden in großen Ballungszentren; Meinung Stücke, Werbung, eine aggressive Social Media-Kampagne und vieles mehr.

Über die geballten Massnahmen hinsichtlich der EU-Politiker erfahren wir öffentlich nichts – aber sie erscheinen täglich in unseren Nachrichten: man schafft sich Gefolgschaft durch unglaubliche nahezu übermenschliche Großzügigkeit, siehe Spiegel:

In den Führungsetagen deutscher Großkonzerne herrscht Gehaltsinflation. Nicht nur im vergangenen Jahr gab es für die meisten Chefs ein sattes Plus: Seit 2003 haben sich ihre Gehälter etwa verdoppelt.

Gut, das sind deutsche Konzerne – aber die gleiche „Berufsgruppe“, die sich in der BRT-Gruppe zusammengeschlossen hat – mit dem gleichen Effekt der „wundersamen Gehaltsvermehrung“, der in diesen gesellschaftlichen Gestaltern von Realpolitik zu beobachten ist – man verdient sich dumm und dämlich ohne Arbeit, weil man für viele Leute ein leistungsloses, nach oben offenes Einkommen generiert:

Die durchschnittlichen US-Banken könnte die Höhe des Gewinns an die Aktionäre sie in Form von Dividenden und Aktienrückkäufe in diesem Jahr zurückkehren, zu verdoppeln, sagen Analysten der Credit Suisse heute.

Da landen dann die Gelder, die Goldman Sachs Aktivitäten in Griechenland in Bewegung gebracht haben. Und uns verkauft man das als „die Griechen, die zuviel Geld ausgeben“ – und wir sind so blöd, das wir das glauben, wobei wir unsere Erfahrungen aus den PPP-Geschäften mal wieder völlig verdrängt haben.

Das ist aber Vergangenheit, in Zukunft werden wir mit neuen Ländern rechnen müssen, die zwecks Genesung der US-Konzerne bluten müssen. Die deutschen CEO´s werden den Teufel tun, sich gegen diese Entwicklung zu stellen: am Konzernwesen kann man unglaublich gut verdienen – und in den USA schaffen sich die Konzerne den für sie idealen Staat so wie einst die Deutschritter ihren Staat in Ostpreussen schufen. Wenn also heute auch – zufälligerweise – die IWF-Chefin neue Reformen fordert, wissen wir Europäer, das es wieder Zeit ist, für US-Interessen wirtschaftlich zu bluten. Wir sind schon längst Kolonien der Kolonien geworden, die selbst zu Kolonien der Konzernverbünde mutiert sind.

Welche Zukunft jetzt konkret für uns geplant wird? Nun – das können wir jetzt schon absehen, die Konzernwelt spielt mit offenen Karten. Manpulierte Rohstoffkurse, gezielte Verbreitung verdorbener Lebensmittel, Vernichtung von Renten, inszenierte Putschversuche, moralische Disziplinierung von Mitarbeitern inklusive gezielter Selektion,  gezielter Ausschluß von Kranken aus Versicherungen nach Diagnose, betrügerische Anlageberatung, Vernichtung von Regenwald samt Bewohnern, brutale Misshandlung und Versklavung von Mitarbeitern, fahrlässige Verseuchung der Umwelt oder gezielte Unterstützung des Holocaust durften wir schon erleben. Besonders schön ist der Ausspruch eines Pharmakonzernmitarbeiters, der Konzernpolitik (selbst im sensiblen Gesundheitsbereich) auf den Punkt bringt:

„Wir sind nicht im Geschäft, Leben zu retten, sondern um Geld zu verdienen Leben retten ist nicht unser Geschäft.“

Konzerne sind wie große, seelenlose Maschinen, die auf die Welt losgelassen werden, um sie in Geld zu verwandeln. Ich bin mir sicher, das zukünftige Historiker sie mit Konzentrationslagern vergleichen werden – oder mit Zecken. Der Vergleich dürfte manchen erschrecken, doch halte ich ihn angesichts der Bilanz des Konzernunwesens für mehr als angemessen: während Konzentrationslager Maschinen zur Vernichtung regimefeindlichen Lebens waren, sind Konzerne Maschinen, die zur Vernichtung allen Lebens geschaffen sind – bzw. zur Umwandlung aller Lebendigkeit des Planeten in Rendite, die letztlich aber wertlos sein wird, weil man Geld nicht essen kann. „Leben zu retten ist nicht unser Geschäft“ – Leben zu erhalten, zu schonen, zu schützen oder zu verbessern auch nicht.

Darum verdienen CEO´s auch immer besser – sie sind diejenigen, die ihre Seele für die Maschine verkaufen und ihr ein Gesicht geben müssen.

Auch dem deutschen Bundestag sind diese Verhältnisse bekannt. Schon lange. Aber: was will man gegen einen Feind unternehmen, der die Größe eines Staates hat – sich aber mitten in der eigenen Wirtschaft verschanzt und sich hinter den eigenen Bürgern versteckt, von denen viele Millionen an der Vernichtung der Welt auch noch gut verdienen?

Jedes Jahr werden Konzerne mächtiger, jedes Jahr vernichten sie mehr und mehr Land, Ressourcen, Menschen, politische und gesellschaftliche Strukturen und gewinnen dadurch noch mehr Macht.

Diesen Monat treffen sie den US-Präsidenten, um nochmal einen Gang höher zu schalten.

Und wenn ihnen das nicht gelingt, sorgt vielleicht ein neues Ereignis wie 9/11 dafür, das die politische Kaste wieder stramm steht. Geld, Ressourcen und Skrupellosigkeit findet sich in den Reihen der Konzernmitarbeiter genug – neben denen, die ihre Taten nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können gibt es tausende, die gar keins mehr haben.

Es wird ihnen aber gelingen – die politische Kaste in den USA weiß genau, wo der Hammer hängt … und was jenen geschieht, die die Realitäten nicht anerkennen wollen. Schon mal den Namen Kennedy gehört? Ist kaum noch möglich, die meisten von denen sind tot.

Oder den Namen Barschel? Damit hat der Geist der Korporatokratie ganz offen deutschen Boden betreten – und mit Hartz IV hat der deutsche Kanzler samt Friedensbewegung zu erkennen gegeben, das sie das Signal verstanden haben.

So … erzählt man uns die Geschichte in Deutschland aber nicht. So hätte man sie früher erzählt – 1972 zum Beispiel. Aber dann traten die CEO´s der großen Konzerne an, die Welt zu verändern und  eine aktive und effektive Rolle bei der Bildung der öffentlichen Ordnung zu spielen. Sowas hat dann halt auch mal Folgen.

Vielleicht auch ein Grund, warum das Raumfahrtprogramm eingestampft wurde: man investiert nicht mehr in die Gestaltung der Zukunft, sondern nur noch in die Ausplünderung der Gegenwart … und das seit vierzig Jahren mit erstaunlichem Erfolg. Jede Utopie, jede lebenswerte Zukunftsvision, jeder Traum von Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Brüderlichkeit und Wohlstand wurde vernichtet zugunsten eines weltweiten Millieus zur Verbesserung der Züchtung von Großkonzernen.

Das ist, als wenn Schafe all ihre Kraft auf die Wolfszucht richten oder Gänse in ihrem Stall ein Fuchsnest bauen – was aber mit den richtigen Netzwerken und Verbindungen kein Problem ist: moderne Psychologie und zunehmende Kontrolle über das Futter macht´s möglich.

Erschreckend ist, das es so einfach ist, diese Daten zusammenzutragen – wenn man US-Quellen benutzt.

In Deutschland findet man so etwas nicht.

Hier wissen wir nichts von Verschwörungen, dürfen noch nicht mal darüber diskutieren – wie zahlen nur dafür.

Und wie es aussieht, sorgt man jetzt gerade dafür, das das alles für uns noch viel teurer wird.

PS: nicht vergessen – am 4. July 2012 ist nationaler Kaufnixtag. Viele Sklaven der US-Konzerne in den USA werden dieses Signal verstehen – und sich ein Jahr später vielleicht mal anschließen. Hoffentlich merken auch Ärzte, Beamte, Mittelständler und Pfarrer, das der Konzern nicht ihr Freund ist – sondern eine seelenlose Maschine, die auf der Suche nach dem letzten Cent letztlich alle vertilgen wird. Bei der NSDAP hat man es viel zu spät gemerkt – diesmal wäre noch Zeit.

 

 

Gedanken zur Revolution in Deutschland: über die Demokratie, den freien Menschen und seine Feinde

Samstag, 17.3.2012. Wochenende. Wagen waschen, dann großer Familieneinkauf, Rasenmähen, Sportschau - die nächste Saison des Sommerprogramms für Bundesbürger beginnt genau heute. Wochenende war mal der Tag der Ruhe, der Besinnung, wo man Zeit für Bildung hatte. Heute wird gebildet. Ist Ihnen schon mal der mediale Druck aufgefallen, den die Beschäftigungsindustrie entfaltet, um Ihnen Ihre Zeit zu stehlen? Welchen Sinn machte es, für "SAT-1-Knaller" oder "RTL-Super-Events" mit viel Geld zu werben, wenn man das sowieso umsonst schauen kann ... und es besser überhaupt nicht sehen sollte? Welchen Sinn macht es, das große Printmedien die Knaller dann auch noch vorkauen und breittreten, so dass man bald denkt, man würde wegen "unterlassener Hilfeleistung" angezeigt, wenn man lieber auf einer einsamen Bergkuppe sitzt und den Sonnenuntergang genießt, an kleinen Bächen dem Murmeln des Gewässers zuhört oder sich mal ein einen großen, alten Baum setzt (die seit der Erfindung der Motorsäge auch vom Aussterben bedroht sind) und sich mal vorstellt, wie die menschliche Geschichte wohl aus seiner Sicht aussieht - immerhin überblicken Bäume da ganz andere Zeiträume als Bürger.

Samstag, 17.3.2012. Wochenende. Wagen waschen, dann großer Familieneinkauf, Rasenmähen, Sportschau – die nächste Saison des Sommerprogramms für Bundesbürger beginnt genau heute. Wochenende war mal der Tag der Ruhe, der Besinnung, wo man Zeit für Bildung hatte. Heute wird gebildet. Ist Ihnen schon mal der mediale Druck aufgefallen, den die Beschäftigungsindustrie entfaltet, um Ihnen Ihre Zeit zu stehlen? Welchen Sinn machte es, für „SAT-1-Knaller“ oder „RTL-Super-Events“ mit viel Geld zu werben, wenn man das sowieso umsonst schauen kann … und es besser überhaupt nicht sehen sollte? Welchen Sinn macht es, das große Printmedien die Knaller dann auch noch vorkauen und breittreten, so dass man bald denkt, man würde wegen „unterlassener Hilfeleistung“ angezeigt, wenn man lieber auf einer einsamen Bergkuppe sitzt und den Sonnenuntergang genießt, an kleinen Bächen dem Murmeln des Gewässers zuhört oder sich mal ein einen großen, alten Baum setzt (die seit der Erfindung der Motorsäge auch vom Aussterben bedroht sind) und sich mal vorstellt, wie die menschliche Geschichte wohl aus seiner Sicht aussieht – immerhin überblicken Bäume da ganz andere Zeiträume als Bürger.

Nun, der Sinn ist: wir sind beschäftigt. Mit irgendetwas, Hauptsache: beschäftigt. Religiöse Menschen warnen seit den fünfziger Jahren ganz gezielt vor dieser Entwicklung. Gut: religiöse Menschen (also die wenigen, die es wirklich ernst meinen – nicht die Kasperle der Taufscheinkirchen) stellen wie alte Bäume eine Minderheit dar – und ihre offene Diskriminierung und Verfolgung durch halbseidene Formate wie „Esowatch“ hat ein erstaunlich geringes Echo im Kreis der sogenannten „Menschenrechtler“ … dabei sind ihre Warnungen ernst und kaum von der Hand zu weisen: wir Menschen sind sterblich und tun gut daran, uns auf unser Ende vorzubereiten, sagen sie. Der Teufel – so ihre Meinung – wird alles daran setzen, das die Menschen sich niemals aus dem Kreislauf der Widergeburt befreien und sich so tief in Sünde verstricken, das sie niemals wieder in die himmlischen Gefilde zurückkehren, die ihre wahre Heimat sind. Diese Heimat war alten Hochkulturen so wichtig, das sie aus der Kunst des rechten Sterbens eine Wissenschaft gemacht haben – jedenfalls für die, in deren Händen das ganze Wissen jener Kultur zusammenfloss.

Wissen Sie, wer das bei uns ist? Wie bitte? Sie wissen, was heute abend dringend geguckt werden muss – aber Sie wissen nicht, wer im 21. Jahrhundert die zentrale Macht unserer Kultur ist?

Sie halten sich aber für gut informiert und denken, sie wären Bürger eines demokratischen Rechtsstaates, der die dunklen Zeiten mittelalterlicher Barbarei überwunden hat und sich nun mit vollem Recht der Wäsche seines Autos und der Sportschau hingeben darf, nicht wahr?

Sie sollten mal Schopenhauer lesen. Sinngemäß hat er geschrieben: alle Versuche, das aus der Welt zu verbannen, führen nur dazu, das es sein Gesicht ändert.

Übertrage ich das auf die politische Welt, so hieße dies: alle Versuche, den Diktator zu töten, führen nur dazu, das er seine Gestalt ändert. Heute zum Beispiel ist er nicht unsichtbar, er arbeitet auch nicht im Verborgenen oder brütet geheim in finsteren Kammern immer neue Gräuel aus – er lebt ganz offen mitten unter uns – wir sind nur zu beschäftigt, um uns für ihn zu interessieren. Das ist nicht neu -im alten Rom hat man diese Strategie schon mal erfolgreich angewendet: die Bürger starrten gebannt auf die Geschehnisse im Zirkus, wo B-Promis gegen Gladiatoren kämpften oder von Löwen gefressen wurden, während nur ganz wenige merkten, das sich das ganze Imperium in Auflösung befand und sein Hauptquartier schon längst in die Kolonien nach Konstantinopel verlegt hatte.

Konstantinopel würde heute in den USA liegen, eifrige Diener des Imperiums finden dort jederzeit eine neue Heimat – auch wenn sie hierzulande wegen getürkter Doktorarbeiten keinen Platz mehr für sich finden. Unser Geld nehmen sie übrigens immer gerne mit dahin, gilt ja als Schick, dort mit dem Geld der deutschen GEZ eine Millionenvilla zu kaufen.

Das wird Sie jetzt überraschen, das sie eigentlich dachten, Sie wären freier Bürger eines freien Landes – in Wirklichkeit sind sie aber der Sklave eines Imperiums, das gerade wieder sie Welt für sich umstellt. Wir sind da ganz vorne mit dabei – seit der Wiedervereinigung sind wir vom Bündnispartner zum Leiharbeiter geworden – siehe Serbien, Piratenjagd oder Afghanistan. Ich weiß, das hören Sie jetzt nicht gerne, denn wenn es wirklich so wäre, dann würden Sie ja den Knaller heute abend verpassen, weil sie für Ihre Zukunft etwas tun müssten. Was wäre, wenn dann am Montag die Kollegen im Büro den üblichen Sozialspionagetest machen und abfragen, was sie alles gesehen haben – und vor allem, wen? Den Gottschalk? Den Jauch? Den Schmidt?

Was wäre, wenn Sie den Kollegen am Montag im Büro sagen, das sie eine Bürgerwehr gegen die Folgen der Globalisierung gegründet haben, um der Bundesrepublik das Schicksal des alten Roms zu ersparen? Die Griechen zum Beispiel fangen gerade mit der Milizgründung an. Wir kennen das schon – aus der Geschichte. Adolf Hitler hat gezeigt, was man mit diesen von Konzerngeldern finanzierten Milizen im politischen Raum alles bewegen kann – ich hoffe, sie wissen noch, wie übel das endete – nicht nur für Hitler.  Nimm den Sklaven ihren Brei und ihren Zirkus und sie werden zu wütenden Bestien. Sie merken auf einmal, das sie die ganze Zeit nur armselige Würstchen waren, weit entfernt vom Ideal des „freien Menschen“, dem es egal wäre, das Deutschland jetzt mit aller Macht Globalisierungsweltmeister werden muss – was letztlich heißt, das wir uns die seltenen Erden mit Waffengewalt holen müssen. Köhler und Guttenberg haben da ja schon mal was zu gesagt.

Sicher, Sie schimpfen auch über die Halbgott-Gehälter der Kapitalbüttel, den geplanten Impfzwang oder die Tatsache, das Kleinsparer – anders als Großbanken – durch die Griechenlandpleite mehr verloren haben als sie investiert hatten: ein Verlust von 140 % ist ja rational auch kaum noch nachzuvollziehen. Sie regen sich auf über die Arbeitsplatzmisere in Deutschland, wo Arbeit zunehmend durch „Beschäftigung“ ersetzt wird – aber heute abend werden sie am staatlich kontrollierten Beschäftigungsfunk wieder freiwillig teilnehmen, oder? Griechenland hat durch die „Hilfe“, die Ihnen nochmal 40 Euro für jeden Hunderter kostet, den Sie dank der Maschmeyers dieser Republik dort investiert hatten, jetzt eine Arbeitslosigkeit von über 20% – noch mehr von dieser Art Hilfe, dann sind wir hochverschuldet und die tot.

Und während Sie sich selbst beschäftigen, weil Sie wissen, das Freizeit eigentlich der Volkswirtschaft schadet und nur noch zwecks besserer Verwertbarkeit des Humankapitals gewährt wird, wird um Sie herum ein Überwachungsstaat aufgebaut, vor dem selbst Hitler Angst gehabt hätte – zurecht. Indect heißt er – und erlaubt die totale Kontrolle über jeden von uns. Drohnen und Ballons mit hoch auflösenden Kameras verwandeln alle freie Städte in Orte, die wie Gefängnisse kontrolliert werden – der Adel des Mittelalters wäre dankbar für diese Erfindung.  Der neue Adel ist es auch – mit Stadtluft macht frei ist es dann endgültig vorbei.

Der neue Adel … nun, ist auch irgendwie der Alte. Doch, ja, wenn Sie sich Mühe geben (aber sehr viel Mühe, aus der Perpektive des römischen Zirkus werden Sie das nicht erkennen können, dazu müssen Sie schon dem Zirkus aufs Dach steigen), dann finden Sie die alten Drogenbarone wieder: Rothschild zum Beispiel mit einem geschätzten Vermögen von mehreren Billionen.  Der hat privat mehr Geld, als Deutschland Schulden hat. The Intelligence erwähnt das nebenbei … und klärt uns auf, wie weit man dem Zirkus aufs Dach steigen muss, um überhaupt erstmal zu erkennen, das man absolut keinen Überblick hat:

Die Besitzverhältnisse von Konzernen und Großbanken sind so verschachtelt, dass es absolut unmöglich ist, herauszufinden, wer tatsächlich die Besitzer sind. Auch das Verbergen von Vermögen in sogenannten „Wohltätigkeitsstiftungen“, die absolut nichts mit „Wohltätigkeit“ zu tun haben, gehört zu den Verschleierungsmechanismen.

Diese Erkenntnis ist aber wichtig – weil Sie direkt zu den Herren dieser Welt führt. Sie herrschen noch genau wie früher über Land, über das Essen, das Holz, die Kohle – nur Erdöl und Strom sind zusätzlich noch hinzugekommen. An manchen Tagen demonstrieren Sie ihre Macht über den DAX (das goldene Kalb unserer angeblich so freien Marktwirtschaft) ganz deutlich, wie Start Trader beschreibt:

Heute ist wieder Hexensabbat. Terminkontrakte und Optionen auf Aktien und Indizes verfallen. An solchen Tagen wie dem heutigen merkt man die Hilflosigkeit der privaten Anleger gegenüber dem Großkapital besonders deutlich. Egal was der Markt macht, in welche Richtung die Kurse gehen, es wird von vom Großkapital gesteuert, die Kurse werden so zurechtgehievt, dass ein möglichst günstiges Abrechnungslevel erreicht werden kann. An solchen Tagen legen sich die großen Investoren den Markt zurecht, die Kleinen schauen mit großen Augen zu.

Und da stellen Sie sich allen Ernstes hin und behaupten, Sie seien ein freier Mensch in einem freien Land mit freier Marktwirtschaft?

Sie sind noch nicht mal so frei, den heutigen Abend in der Natur auf einem Platz mit alten Bäumen im Gebet zu verbringen. Mit dieser ökologisch und ökonomisch belastungsarmen Freizeitbeschäftigung würden Sie – wenn Sie damit an die Öffentlichkeit gehen – merken, wie vielen Grenzen und Tabus Sie momentan wirklich unterliegen. Der Feind der Freiheit der Menschen hat sein Reich hinter ihnen errichtet, während sie gebannt auf den blutigen und grausamen Zirkus im römischen Collosseum starren – und froh sind, das Sie nicht gerade selbst dort unten gefressen oder zerstückelt werden.

Denken Sie sich mal für einen Augenblick in die Macht von Menschen hinein, die Billionenvermögen steuern – das sind tausende von Milliarden. Die organisieren ihnen ein „nine-eleven“ mit teppichmesserschwingenden Afghanen (die eigentlich aus Saudi-Arabien oder Deutschland kamen) allein, um von anderen Aktivitäten abzulenken – und wenn man damit noch ein günstiges Klima für weitere Geschäfte schaffen kann, umso besser.

Der „alte Feind der Menschheit“ hört sich zu theatralisch an, zu religiös? Gut, ich kenne auch einen anderen Begriff: der Adel. Früher bekam der Land und eine Burg mittendrin, heute bekommt er hunderte von Millionen (als kleiner Ritter im Vorstand), aus den Burgen sind Banken geworden. Fortschritt gab es halt schon immer – mit Galeeren gewinnt man heute ja auch keine Seeschlacht mehr, auch nicht in Griechenland.

Generell ist ihnen der religiöse Aspekt mit satanischen Mächten, die Seelen für ewig an die Erde binnen wollen, zu gruselig?

Auch gut – aber dann wird es noch schlimmer, denn dann hilft beten überhaupt nicht. Dann bleibt ihnen nur eins: dieses eine kleine Leben, das sie jetzt haben. Sie funktionieren nur noch als Konsumameise in verdreckten Städten voller Lärm, Gestank, Gift und Hässlichkeit, während andere über grüne Wiesen reiten, mit ihrer Yacht zum Picknick an Traumstränden anlegen, Golf an den erlesensten Orten der Welt spielen, sich von talentierten Musikern die auserlesensten Köstlichkeiten der Musikkultur im hauseigenen Privatkabinett vorspielen lassen oder sich auch einfach beim nächsten VIP-Event wie dem Wiener Opernball als Herren der Welt feiern lassen … einem Event, bei dem Sie für einige Momente zuschauen dürfen.  Ihre Kinder hungern bei Hartz IV, während deren Kinder trotz Drogenkonsum und Vorstrafen allein schon Körperschmuck tragen, der den Geldwert ihrer Lebensarbeitsleistung weit übertreffen dürfte.

Sie sollten sich klar machen, das die ganze Beschäftigungskultur nur darauf aufgelegt ist, Sie von der Erkenntnis der Wahrheit abzulenken – jener Wahrheit, das es der Adel zweihundert Jahre nach der Revolution wieder geschafft hat, die Zustände vor der Revolution wieder herzustellen … oder glauben Sie wirklich, das es Sinn macht, mit großen Nachdruck in Form von „Rationalisierungen“ Arbeitsplätze abzubauen und nachher die Opfer durch Hartz IV dafür zu bestrafen, das die weg sind?

Für uns macht es keinen Sinn – für jene Menschen, die bewusst und absichtlich diese fein verschachtelten Konzerngiganten geschaffen haben, schon. Die sind nämlich nicht von Aliens in die Welt gesetzt worde, noch haben sie uns Götter aus einem Paralelluniversum herübergeschickt und erst recht nicht sind sie aus der Ursuppe des Materialismus gekrochen.

Es waren Menschen, die sich das ausgedacht haben und die Nebenwirkungen billigend in Kauf nahmen: sie wurden so unermesslich reich, das sie auf einmal tausend Hebel bezahlen in in Bewegung setzen konnten, um die Geschicke der Menschheit in ihre Richtung zu lenken. Leider sind sie von adeligem Geblüt, was heißt: sie sind äußerst egostisch, gewalttätig, gemeingefährlich und extrem psychopathisch veranlagt – sie sehen aber selten so aus. Da sieht man mal wieder, wie wohltuend ein arbeitsfreies Leben für die äußere Gestalt eines Menschen sein kann – hängt man da noch eine teure Kutte dran: niemand käme auf die Idee, das dort ein bestialischer Massenmörder drin steckt.

Und nun, werden Sie zurecht fragen, was ist zu tun?

Nun – für sich selbst können Sie etwas tun,  in dem Sie ihre Sinne schärfen und in die Natur gehen, so oft es noch geht. Ihre Sinne verkümmern zusehends durch die Stadtkultur – dadurch geht ihnen ein gewaltiger Reichtum verloren und das, was wirklich Leben und Lebendigkeit ausmacht.

Machen Sie mit: am 4.Juli 2012 ist nationaler Kaufnixtag (den internationalen gibt es leider schon – aber der hat ganz andere Hintergründe): eine Gelegenheit, mal seinen politischen Willen auszudrücken ohne sofort die Keule der neuen Herren zu spüren zu bekommen … und nebenei ein erster Schritt zur demokratischen und bürgerlichen Selbstorganisation, die allem wirksamen politischen Widerstand vorausgehen muss.

Beschäftigen Sie sich mal mit Helden – die Geschichte und Literatur sind voll von ihnen – und vergleichen Sie ihre Biografie mit deren. Fällt Ihnen etwas auf? Die haben alle für etwas gekämpft, das größer war als sie selbst. Das ist … ganz normal menschlich. Uns will man mit großer Geldgewalt dazu bringen, so zu werden wie sie selbst: habgierig, egoistisch, niederträchtig und gemein.

Wir sind aber nicht so – die Menschheit hat sich durch die Jahrmillionen gekämpft und gegen alle Fressfeinde behauptet, weil sie zusammengehalten hat, weil sie … sozial war. Die Asozialität des Adels war immer nur ein hässlicher Eiterpickel im Antlitz der Menschheit. Lesen Sie heute lieber mal die Biografie von Che Guevarra, Spartakus, Gandhi oder Napoleon, damit Sie sehen, was andere Menschen leisten konnten, anstatt sich von den drollig giggelnden Kamerahanseln in den Fernsehstudios beschäftigen zu lassen.

Napoleon – war das nicht so eine Art Hitler? Wird der nicht heute von Hollywood als ganz böse verkauft?

Ja. Das ist halt die späte Rache des wieder mächtig gewordenen Adels – das er mit dem Code Zivil ein heute noch gültiges Grundlagenwerk bürgerlichen Rechts geschaffen hat, wird gerne vergessen, bekannt sind eher die Schlachten, die er für die junge, unerfahrene Republik gegen die Truppen des Adels geführt hat, der eben diese Republik vernichten wollte.

Der erste Schritt, den jeder heute noch für sich machen kann, ist: hören Sie auf, sich beschäftigen zu lassen.

Das haben Sie wirklich nicht nötig.

Es gibt viel wichtigere Dinge im Leben als ein gewaschenes Auto, einen prall gefüllter Gefrierschrank, einen gemähten Rasen oder die Fussballergebnisse vom Wochenende. Und sie sollten anfangen zu beten, das die religiösen Menschen nicht recht haben – würden die nämlich recht haben,  dann hätte Ihre Wischi-Waschi-Seele ganz schlechte Chancen bei den Totenrichtern, von denen die ältesten Kulturen der Menschheit und die Nahtodesforscher der Neuzeit berichten … da will man gestandene Kerle sehen.

Oder einfach mal bei Jesus oder Buddha nachschauen – auch so Helden, die mit Elan gegen Habgier, Egoismus, Niedertracht und Gemeinheit gekämpft haben.

Stellen Sie sich nur mal vor, wie paradiesisch die Welt sein könnte, wenn alle Menschen alles verkaufen würden was sie haben und den Armen geben: wir bräuchten gar keine religiösen Heilsversprechen mehr. Stattdessen arbeiten wir mit aller Kraft daran, uns Tag für Tag weiter vom Paradies zu entfernen.

Da kann doch was nicht stimmen, oder?

Besser also … wir bleiben einfach mal stehen und halten inne mit dem, was wir gerade tun.

Ist doch sowieso nur Zirkus.

 

 

Strippenzieher in Aktion: Steuerrebellen als Konzernagenten und Nikotinlobbyisten gegen uns deutsche Vollidioten

Donnerstag, 15.3.3012. Manchmal denke ich, wir sind wie eine Horde von Schafen, umgeben von Wölfen. Mittendrin sendet die "Tagesschau" beständig: alles in Ordnung, kein Grund zur Besorgnis, weitergrasen, wir brauchen Fleisch und Wolle. Gestern zum Beispiel bin ich auf einen Wolf gestoßen. Da man mir aber dauernd rät, ich soll nicht mehr als vier Sätze schreiben, das würde niemals jemand lesen, habe ich darauf verzichtet, diese Perspektive zu verwenden. Gestern ging es primär um eine Warnung des europäischen Steuerzahlerbundes vor einem neuen Ermächtigungsgesetz. Sicher - was man darüber erfährt, hört sich sehr bedenklich an. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um die Warnung eines Hirtenhundes, sondern eher um das Gekläffe eines Wolfes, der die Schafe lieber in seine Höhle locken will. Schauen wir uns die Höhle der Taxpayers Association of Europe ( TAE) e. V näher an:

Donnerstag, 15.3.3012. Manchmal denke ich, wir sind wie eine Horde von Schafen, umgeben von Wölfen. Mittendrin sendet die „Tagesschau“ beständig: alles in Ordnung, kein Grund zur Besorgnis, weitergrasen, wir brauchen Fleisch und Wolle. Gestern zum Beispiel bin ich auf einen Wolf gestoßen. Da man mir aber dauernd rät, ich soll nicht mehr als vier Sätze schreiben, das würde niemals jemand lesen, habe ich darauf verzichtet, diese Perspektive zu verwenden. Gestern ging es primär um eine Warnung des europäischen Steuerzahlerbundes vor einem neuen Ermächtigungsgesetz. Sicher – was man darüber erfährt, hört sich sehr bedenklich an. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um die Warnung eines Hirtenhundes, sondern eher um das Gekläffe eines Wolfes, der die Schafe lieber in seine Höhle locken will. Schauen wir uns die Höhle der Taxpayers Association of Europe ( TAE) e. V näher an:

Ihr Internetauftritt wird von „Schimpel-Tourismus“ aus Immenstadt gestaltet, die eine Stärke in Wettkampfevents, Wander- und Mountainbiketouren haben. Der Vorsitzende dieses Bundes ist ein altbekannter „Strippenzieher“ in der Augsburger CSU, Rolf von Hohenau, der der Bundesregierung schon 2009 mal gerne „in den Arsch treten wollte„, sein Bruder eine scheinbar recht illustre Gestalt, die an der Abwicklung der Konsumgenossenschaft Halle sehr gut verdient hat: 12,7 Millionen Euro „für nicht ganz eine Woche Arbeit„.

Zu den Preisen würden andere sogar gerne zwei Wochen arbeiten.

Die Kritik am ESM-Vertrag kommt also aus einer Ecke, die nicht gerade dem Niveau jener Leute entspricht, die mit ihrem Stundenlohn von fünf Euro die Spritpreise  von 1,70 Euro nicht mehr stemmen können.

Folgt man ihren Spuren, so landet man direkt bei einer europakritischen Organisation, deren Geschäftsführer Michael Jäger gleichzeitig Generalsekretär der europäischen Steuerzahler ist.  Was will diese Organisation, dieser sich hochtrabend „Europäischer Wirtschaftssenat“ nennender Verein?

Die Globalisierung mit allen daraus resultierenden Veränderungen für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft machen es erforderlich, den europäischen Wirtschaftsraum durch ein verbessertes Zusammenspiel zwischen Politik und Wirtschaft zu stärken und die Durchsetzung nötiger Reformen sowie die Gestaltung der Zukunft unseres Kontinents auf dieser Basis zu erleichtern.

„Ein verbessertes Zusammenspiel zwischen Politik und Wirtschaft“ hat uns unter anderem den Rekordstundenlohn bei der Abwicklung der Konsumgenossenschaft Halle eingebracht – ebenso Hartz IV und den Umbau Deutschlands zu einem Niedriglohn/Hochpreisland … zu einem Armenhaus also.

Das Geld für die Abwicklung der Konsumgenossenschaft Halle bringt nun auch direkt Eu-Gelder ein, dafür ist man sich nicht zu schaden, die nimmt man gerne. Dafür hat man ja auch das Nobelhotel gebaut – nochmal Brandeins:

Die Weltbank, UNO, EU und andere Organisationen pumpen Geld hinein und haben keine Probleme damit, für die vielen Leute aus Burma, Venezuela, Deutschland, Frankreich, Portugal 200 Dollar pro Nacht im Hotel Miramar, acht Dollar für das Frühstück und je 20 Dollar mittags und abends für den vorzüglichen Fisch im Hotel Miramar zu bezahlen, ist ja Steuergeld. Die Taiwanesen haben vor kurzem 30 Millionen Dollar spendiert, bekommen dafür, wenn nötig, als Gegenleistung die Stimme des kleinen Staates in den UNO-Versammlungen gegen die Volksrepublik China. 

Ein kleiner Einblick in die Taschen, in die die Gelder von EU und Weltbank fließen – und ein kleiner Einblick in die Realpolitik des 21. Jahrhunderts. Erfahren wir auch, wer jetzt für den ESM-Vertrag bezahlt hat?

Nein.

Schade auch, denn die Politik läuft ja seit einigen Jahren nach dem Muster: „Wer zahlt, befiehlt!“. Das Paradies für Geldsäcke.

Leider … entspricht der Artikel in Brand eins, der uns über die illustren Geschäfte des Barons Siegfried von Hohenau informiert, in dieser Hinsicht wohl nicht ganz der Wahrheit – jedenfalls nach der Gegendarstellung des Bruders unseres Steuerrebellen aus Bayern.

Doch kehren wir zurück in die Welt der Steuerzahlerverbände, die ach so verbraucherfreundlich daherkommen – die gibt es ja nicht nur im europäischen Rahmen, sondern auch national und weltumspannend.  Hier mal ein Blick auf die nationale Organisation, den deutschen Bund der Steuerzahler aus dem Blick von Otto Meyer in „Ossietzky„:

Der sogenannte Bund der Steuerzahler ist ein Interessenverband von 400.000 Mitgliedern, die sich (nach Verbandsangaben) zu 60 bis 70 Prozent aus Unternehmen des gewerblichen Mittelstandes rekrutieren; der Rest setzt sich vorwiegend aus gut- bis hochverdienenden Privatpersonen zusammen, denen das Soziale am Staat eh nur als eine überflüssige Last erscheint. Die Mitgliedsbeiträge sind infolge der vom Staat (!) gewährten Gemeinnützigkeit von der Steuer absetzbar, ebenso wie Spenden.

Ob beim Thema Staatsverschuldung (wo der Interessenverband die Öffentlichkeit mit einem durch Schuldknechtschaft gefesselten Staats-Bürger zu schocken versucht), bei der Steuererklärung (die so einfach wie eine Pizza zu backen sein sollte, wie er in einer PR-Aktion zusammen mit der »Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft« fordert), oder bei der Verschwendung von Steuergeldern (die er anhand unseriös aufgebauschter Prüfergebnisse des Bundesrechnungshofes darstellt, dessen Präsident diese Praktiken moniert hat) – immer geraten Däkes Auftritte zu einem Spektakel, worüber die Mainstream-Medien gern berichten.

Kurzum: ein Netzwerk von Strippenziehern, die keine Steuern auf jene Millionen wollen, die ihre Verwandten bei der Privatisierung der DDR eingesackt haben. So bleibt alles in der Familie. Das gleiche gibt es auch weltweit als World Taxpayers Association – mit Rolf von Hohenau und Karl Heinz Däke im Vorstand. Gräbt man hier weiter, stößt man auf eine erstaunliche Wahrheit: der Bund der Steuerzahler ist letztlich … fast so etwas wie eine Filliale des US-Tabak-Konzerns Phillip Morris. Die haben schon in den neunziger Jahren die amerikanischen Steuerrebellen als Waffe im Kampf um die Tabaksteuer aufgebaut, der aktuelle Vorstandsvorsitzende der World Taxpayers Association ist Morgan M. Stanley, dessen NTU 1992 50000 Dollar von Phillip Morris bekam – auf Umwegen über den Internationalen Bund der Steuerzahler.

Davon erzählt uns die Tagesschau nichts, wenn sie den deutschen Bund der Steuerzahler erwähnt.

Im Advisory Board der „World Taxpayers Association“ befindet sich auch Dr. Richard Vedder – ein eifriger Verteidiger der Walmart Kultur. Wenn so einer als „wissenschaftlicher“ Berater für die World Taxpayers Association unterwegs ist, sollte man sich die Kultur vielleicht mal näher anschauen – immerhin sind gerade 1000 arbeitsrechtliche Verfahren gegen den Konzern in den USA in Arbeit: unbezahlte Mehrarbeit, Verweigerung von Arbeitspausen, sexuelle Diskriminierung von Frauen, Angriff auf die Pressefreiheit – ein echtes Schmuckstück an Asozialität, siehe Wikipedia:

„Die gnadenlose Ausbeutung des schwachen Arbeitrechts in den USA durch das Unternehmen Wal-Mart vereitelt die Gründung von Gewerkschaften und verletzt die Rechte seiner amerikanischen Arbeiter“, so Human Rights Watch in ihrem am 1. Mai 2007 erschienenen 210 Seiten langen Bericht „Discounting Rights: Wal-Mart’s Violation of US Workers’ Right to Freedom of Association”.

Kein einziger Wal Mart Mitarbeiter ist Mitglied einer Gewerkschaft – und gelegentlich schlagen die auch mal Kunden tot.

Das Paradies für Geldsäcke.

Weiter im Advisory Board: Fred Kriebel von den Turks- und Caicosinseln – ein Paradies für Steuerzahler, siehe NZZ:

Der Regierungschef der Inselgruppe, Michael Misick, war im März im Zuge einer Korruptionsaffäre zurückgetreten. Eine Untersuchung hatte ergeben, dass in der Führungsriege des Landes Korruption an der Tagesordnung war.

Auf der Inselgruppe leben rund 32’000 Menschen, von denen die Mehrheit die britische Staatsbürgerschaft hat. Die Haupteinkommensquellen der Karibikinseln sind der Tourismus und Einnahmen aus Finanzgeschäften, da die Turks- and Caicosinseln als Steuerparadies gelten.

So ein Standbein braucht der Bund der Ausbeuter und Steuervermeider wohl dringend – und so wünscht man sich wohl den idealen Staat: die Regierung tanzt nach der Pfeife des Kapitals.

Die Idee stammt übrigens aus Schweden. Dort wurde schon 1921 ein Steuerzahlerbund gegründet – von einem Banker und Sproß einer internationalen Unternehmerdynastie – den Wallenbergs, die eine eindrucksvolle Konzernsammlung ihr Eigen nennen. Vielleicht der Grund, warum der Generalsekretär der Worlt Tax Payers ein Schwede ist – mit Häuern in der Schweiz, Schweden und Thailand … und einem Faible für die schwedische Monarchie.  Das lässt sein Statement, das er die Macht der Politiker reduzieren und sie den Menschen zurückgeben will in einem etwas eigenartigen Licht erscheinen – man fragt spontan: welchen Menschen?

Natürlich finden wir bei den World Tax Payers auch jenen Michael Jäger wieder, der uns schon beim europäischen Steuerzahlerbund oder beim europäischen Wirtschaftssenat aufgefallen ist – nebenbei leitet er auch die Internetredaktion des Bundes der Steuerzahler in Bayern und kümmert sich um deren Öffentlichkeitsarbeit.

Wie klein doch die Welt ist – jedenfalls die Welt der Strippenzieher.

Die Welt der Schafe jedoch … ist unüberschaubar groß. Darum  nennt man uns auch gerne „Vollidioten“, regiert von einer geheimen Einheitspartei unter Führung einer „bonapartistischen“ Kanzlerin, die sich mit vielen unserer Milliarden Zeit erkauft, damit die Schafe nicht merken, was gerade wieder einmal abläuft.

Hätten wir doch einfach mal Karsten Maschmeyer – dem Dauerphotopartner unserer Bundespräsidenten – öfter zugehört, dann würden wir merken, wie der Hase läuft – wie hier in der Welt:

„Oftmals sind die mächtigsten und bekanntesten Personen einer Berufsgruppe gar nicht unbedingt intelligenter oder qualifizierter als der Durchschnitt – sie haben einfach mehr Kontakte und bessere Beziehungen, die sie meist seit langer Zeit pflegen und wechselseitig nutzen.“

Zum Aufbau dieser Netzwerke braucht man Zeit, Zeit, die normale Menschen mit Vereinsarbeit, Familienausflügen, Lohnarbeit, Gartenpflege und  anderen produktiven Dingen verbringen – was sie in den Augen der „Elite“ zu Vollidioten macht, die man nach Strich und Faden ausplündern kann und die noch nichtmal merken, das die Steuerrebellen letztendlich nur eins im Sinn haben: die Wiedereinsetzung des Feudalstaates.

Wie es aussieht, ist das kaum noch zu verhindern: dumme unqualifizierte Netzwerker erobern die Macht, während alle anderen „beschäftigt“ sind.

Deshalb hat man wohl auch aus „Arbeitsmarktpolitik“ „Beschäftigungspolitik“ gemacht – wer den ganzen Tag beschäftigt ist, merkt kaum noch, was um ihn herum vor sich geht.

Ein anderes Wort für „Netzwerken“ wäre übrigens „Verschwörung“.

Kein Wunder, das das Wort  tabu ist.

 

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