Koprophilie

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Der Mensch am Schlachtfeld zwischen Lüge und Wahrheit – Teil 2: Die Götterdämmerung der Lügenpresse

Bild: Detail einer Pestsäule in Wien, errichtet nach dem Sieg über die schwarze Seuche, die im Mittelalter 25 Millionen Todesopfer gefordert und damit ein Drittel der damaligen Bevölkerung Europas dahingerafft hat.

Farin Urlaub im Gebiss der Finsternis

„Gebiss der Finsternis“ – so bezeichnete Günther Wallraff seinerzeit den Journalismus, den er in der Redaktion der Bildzeitung kennengelernt hatte, in die er sich undercover eingeschlichen hatte. War damals noch eine große Anzahl an Lesern über die von Wallraff aufgedeckte journalistische Praxis an Lügen, Manipulation und Rufmord schockiert, so ist diese Praxis heute state of the art und juckt kaum noch jemanden. Auch beim Rest der deutschen Qualitätsmedien sorgten die Enthüllungen in Wallraffs Buch „Die Aufmacher“ nicht etwa für Abschreckung, sondern dienten jenen anscheinend nur als Anleitung dafür, wie man erfolgreichen, reichweitenstarken Journalismus betreibt.

Und dennoch: seit Kurzem läuten sogar unter der verschimmelten Käseglocke des Journalismus die Alarmglocken. Selbst „wissenschaftliche Experten“, die eigentlich dafür bezahlt werden, dass sie mit ihrem Stehsatz „Es besteht keine Gefahr für den Menschen“ auch bei Kernkraftwerke-SuperGAUs und schlimmsten Schadstoffbelastungen Entwarnung geben, sogar solche Experten stellen mittlerweile die ernst gemeinte Hypothese in den Raum, dass unser sozioökonomischer Emmentalerlaib schon demnächst kollabieren und zum vollendeten Mäusefraß werden könnte. Angesichts der aus den Fugen geratenden Weltlage rufen nun sogar etablierte Medien nach der Friedensbewegung, deren verdutzte Aktivisten sie zuvor selbst zu Nazis erklärt und medial platt gemacht hatten (siehe Stern). Auch die Doomsday Clock (siehe „Bulletin of the Atomic Scientists„) wurde Anfang dieses Jahres um weitere 30 Sekunden vorgestellt und steht nun auf zweieinhalb Minuten vor Mitternacht – der symbolischen Apokalypse.

Was ist also passiert? Warum schaltet die Ampel von Grün plötzlich abrupt auf Rot bzw. wie ist es möglich, dass plötzlich Apokalypse angesagt ist, obwohl wir doch bisher bestens UNTERhalten im „Uns geht’s gut“- Winkepuh-Modus dahingetuckert und einen auf Farin Urlaub gemacht haben?

Wir rücken mit dieser Frage wieder einem sehr unappetitlichen Thema näher, um das ich mich gerne gedrückt hätte. Schon fast ein Jahr ist es her, als ich den ersten Teil einer Trilogie über die Lüge schrieb, jenes schwarze, ätzende Sekret, das täglich riesige Löcher in den Emmentaler unseres Gesellschaftslebens frisst. Die damals als „demnächst“ angekündigte Fortsetzung des ersten Teils („Im Griff der Würgeschlange“) bin ich zu meiner Schande zehn Monate später immer noch schuldig geblieben. Inzwischen ist wieder viel Wasser den Bach runtergeflossen und hat sich einiges geändert. Das damals noch schmucke Wort „Lügenpresse“ wurde zum Beispiel zum absoluten Tabu erklärt. Nur unverbesserliche Pegidaisten nehmen es noch in den Mund, aber nicht einmal in den alternativen Medien wagt es noch jemand, sich damit die Zunge zu verbrennen,  nachdem es durch eine Gilde hochkarätiger Experten zum Unwort des Jahres erklärt und als infamer Angriffsversuch auf die Glaubwürdigkeit des DIN-ISO-zertifizierten Qualitätsjournalismus gebrandmarkt wurde. Wo kämen wir denn da hin, wenn wir die öffentlichkeitswirksamen Publikationsorgane unserer Polit- und Wirtschaftsmächte als unglaubwürdig bloßstellten? Wehrmachtzersetzung in Zeiten der Wirtschaftskrise – nein, das geht gar nicht und wird daher standrechtlich geahndet.

Da mein damals bereits fragmentarisch vorhandener Artikel an vielen Stellen besagtes wehrmachtzersetzendes Wörtchen beinhaltete – ich gestehe, es war sogar eines meiner Lieblingswörtchen, das mich gleichermaßen zum Schmunzeln brachte und wütend machte -, war ich nun in Verlegenheit. Und ich muss gestehen: Ich habe bisher noch keinen passenden Ersatz gefunden für dieses Wörtchen, das das Geschehen in den Massenmedien so treffend auf den Punkt brachte. Ja, ich weiß schon, natürlich tut man mit solchen Pauschalierungen immer auch einigen Personen unrecht, die sogar in rabenschwarzer Rauchwolkenatmosphäre bzw. in einer Zeit, in der „der Lügenäther so dicht ist wie seit den Tagen des Kalten Kriegs nicht mehr“ (Peter Sloterdijk), den herkulischen Kraftakt aufbringen, Rückgrat zu behalten und die Wahrheit zu sprechen. Bei diesen zum Glück ebenfalls existierenden Journalisten, vor denen ich wirklich meinen Hut nehme, möchte ich mich auch entschuldigen, wenn ich im Folgenden mit der Zunft der „angestellten Meinungsäußerer“ (Sloterdijk) etwas strenger ins Gericht gehe.

Da ich wie gesagt noch ratlos bin, mit welchem Wort man das zeitgenössische Mediengetriebe in gleicher Weise demaskierend charakterisieren kann, habe ich das Wörtchen „Lügenpresse“ im Folgenden einfach durch kunterbunte Wörter ersetzt, das mir gerade brainstormmäßig auf der Stirn aufgeblitzt sind. Manche dieser Wörter mögen doof klingen, aber ich bin da ehrlich gesagt mit meinem Latein momentan fast am Ende (andere Vorschläge bzw. Synonyme sind jederzeit sehr willkommen!)

Entenzüchter als Reservejournalisten?

Dass ich erst mit zehn Monaten Verspätung dazu komme, meinen Artikel fertigzuschreiben, mag dem Leser auch gleich zeigen, mit welch schwachen Ressourcen wir hier eigentlich arbeiten: Sämtliche Autoren und Mitarbeiter dieses Nachdenkmagazins sind eigentlich vollständig ausgelastete, hochbeschäftigte Menschen mit zT. mehreren Kindern, die neben ihren eigentlichen Aufgaben kaum zum Nötigsten kommen und unter chronischer Zeitnot leiden. Dazu kommt noch, dass die meisten Autoren begeisterte Natur- und Literaturfreunde, Wanderer, Musiker oder passionierte Entenzüchter sind. Mit einem Wort: Es bestünde wahrlich kein Mangel, ihre spärlich bemessene Freizeit mit interessanten und erbaulichen Tätigkeiten zu füllen. Wäre nicht die reguläre Katzenstreupresse an dem derzeit diagnostizierbaren Herz-Nieren-Totalversagen erkrankt, – die Autoren des Nachrichtenspiegel hätten beileibe anderes zu tun, als sich spätabends noch mit Artikelschreiben und mühsamen Hintergrundrecherchen zu beschäftigen. Auch ist es wahrlich kein Zuckerschlecken, viele Kübel voll übel stinkender Maische aus der Nachttopfpresse zusammenzutragen, um daraus dann ein kleines Gläschen hochprozentiger Spirituosen zu destillieren.

Warum müssen Amateure wie wir überhaupt diese Arbeit machen? Es gäbe doch ein riesiges Heer an Qualitätsjournalisten, die von der SUV-Presse ein reguläres Gehalt beziehen, um sich hauptberuflich um das zu kümmern, wozu ein Journalist als Träger der vierten Säule der Demokratie eigentlich antreten sollte: zur objektiven Berichterstattung und zur rückhaltlosen Aufklärung über politische, wirtschaftliche, ökologische und soziale Missstände und Gefahren. Die in unseren Parlamenten von technokratischen Flachmannschaften mit Hochdampf vorangetriebene Selbstzerfleischung und Mumifizierung Deutschlands und Europas hätte sehr schnell ein Ende, wenn die Pferdäpfelpresse ihre einhellige Empörung über den zur Normalität erklärten Wahnsinn zum Ausdruck bringen würde oder zumindest ein schlichtes „Geht‘s noch?!“ – Doch was macht die Reißwolfpresse stattdessen? Sie schreibt „Weiter so!“ und will alle unbequemen Personen an den Rand drängen, die sich noch der Wahrheit verpflichtet fühlen und die es wagen, 2+2 zusammenzuzählen.

Hierzu David Goeßmann, Gründer von Kontext-TV: „Anstatt Macht und Mächtige zu überwachen, fungieren die Mainstreammedien als Gatekeeper der Eliten“. In einer sehr aufschlussreichen Analyse (siehe YouTube) schildert er das, was ich von Journalisten der Flatratepresse auch schon persönlich gehört habe: wie heutige Redaktionen weder die Zeit noch die Ressourcen haben, um einen Sachverhalt nachzurecherchieren und eine übernommene Meldung aus den institutionaliserten Informationskanälen auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen. Er zitiert Studien, wonach in Deutschland „ein großer Teil der Nachrichten und Informationen auf PR-Quellen der Staatsorgane und der Unternehmensbürokratie zurückzuführen ist“. Auch nach Ansicht von John Doe, dem Aufdecker der Panama Papers, „haben die Medien versagt … und sind nur noch lächerliche Abziehbilder ihrer selbst“. Mit einem Wort: Von dieser Säule hat die Demokratie wohl keine Stütze mehr zu erwarten. Ganz im Gegenteil, die Medien haben sich von der „vierten Säule der Demokratie“ zu einer Art Pestsäule der Demokratie gewandelt, wobei diese Pestsäule nicht wie früher den Sieg über eine verheerende Epidemie kündet, sondern in unverfrorener Weise geradewegs dem Triumph bzw. Endsieg einer verheerenden Epidemie den Weg bereitet. So paradox es ist, aber man kommt nicht umhin festzustellen, dass wir wohl eine deutlich bessere Atemluft bzw. gesellschaftliche Atmosphäre hätten, wenn es die Methangaspresse in ihrer derzeitigen Form gar nicht gäbe, sondern sich die Bürger ihre Meinung eigenständig bilden müssten.

Multiples Organversagen

Nun ist Information jedoch in einer demokratischen Gesellschaft eine vitale Notwendigkeit – wobei es in einer Gesellschaft so wie in einem Organismus notwendig ist, dass alle Organe zusammenwirken und ihre spezifische Aufgaben erfüllen, damit der Gesamtorganismus funktionieren kann. Man stelle sich z.B. vor, was los wäre, wenn 99% der Chirurgen plötzlich keine Lust mehr hätten, Unfallopfer zu operieren, sondern sich nur noch für Schönheitsoperationen und Schamlippenkosmetik zuständig fühlten. Wenn in einem Organismus einige Organe schlapp machen und ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen, dann müssen andere Organe dafür einspringen und Mehrarbeit leisten, für die sie eigentlich gar nicht zuständig wären. Jeder Dialyse-Patient weiß, wie lange es dauert, bis der Organismus vollkommen vergiftet ist, wenn z.B. die Nieren nicht mehr ihre Aufgabe der Blutfiltration und Harnstoff-Ausscheidung erfüllen. Wenn man nun die Presse in ihrer Funktion als Filtrierer mit den Nieren vergleicht, dann kommt man nicht umhin, ein weitgehendes Totalversagen dieses Organs zu diagnostizieren – wird nichts unternommen, um die Niereninsuffizienz zu kompensieren, dann droht demnächst multiples Organversagen und somit Exitus.

Nicht nur, dass die Nieren bzw. die Kommerzpresse kein Gift mehr filtriert – die Flaschenpostpresse speit selbst hochtoxische Substanzen aus und speist diese in den Blutkreislauf unseres gesellschaftlichen Organismus ein. Welches Organ soll nun dafür sorgen, dass das Viperngift der Dschungelcamppresse nicht ungehemmt bis in die letzten Gehirnwindungen unserer Kinder zirkuliert und dort irreversible Verätzungen und Verklebungen verursacht? Leber und Lunge sind bereits voll ausgelastet und pfeifen ihrerseits schon aus dem letzten Loch. Ob es also ein kleiner Zeh wie wir schaffen wird, ausreichend Gegengift gegen das Viperngift der Schlaftablettenpresse in den Blutkreislauf einzuspeisen, ist sehr fraglich. Da werden schon andere Zellen mithelfen müssen.

Als Leitsatz für einen solchen Journalismus, wie wir ihn heute brauchen, reichte uns eigentlich George Orwells Definition: „Journalismus ist, etwas zu veröffentlichen, von dem jemand anderes nicht möchte, dass es veröffentlich wird. Alles andere ist PR.“

Apropos PR:  Der amerikanische Geheimdienst beschäftigt 27.000 „PR-Berater“ (Quelle: Tagesanzeiger), das sind Informationskriegs-Profis, die auf Steuerkosten die öffentliche Meinung manipulieren und dafür sorgen, dass unerwünschte Berichte und Personen von der Bildfläche der Schrumpfkopfpresse verschwinden. Tom Curley, dem Chef der größten amerikanischen Nachrichtenagentur AP, beschrieb den Druck des US-Verteidigungsministeriums auf seine Berichterstatter schon 2009 als „unerträglich“.  Hohe Generäle hätten gedroht, dass man die AP und ihn ruinieren werde, falls Reporter weiterhin auf ihren journalistischen Prinzipien beharren würden. Laut Aussage von Curley befindet sich eine für den Informationskrieg zuständige Dienststelle namens «Joint Hometown News Service» auf einem früheren Luftwaffen-Stützpunkt in San Antonio, Texas. Dort würden Wort- oder Bildberichte produziert, die man unter falscher Quellenangabe den Medien zuspielt. Tom Curley spricht anscheinend über diejenigen anonymen Eminenzen, über die auch Angela Merkel als „unsere verlässlichen Freunde“ stets ins Schwärmen gerät.

„Wir leben in einer absolut mörderischen Weltordnung … und gegen die muss man andenken, anreden, an-analysieren.“
(Jean Ziegler, ehem. UN-Kommissar)

– Um solches von Jean Ziegler gefordertes Andenken möglichst schon im Keim zu ersticken, existieren mittlerweile hochprofessionelle mediale Schattenarmeen wie z.B. die JTRIG, die laut eigenem Bekunden auf einer durch Edward Snowden geleakten Präsentationsfolie ihre Arbeit mit 4 „D’s“ zusammenfasst: „The 4 D’s:  Deny / Disrupt / Degrade / Deceive“ – auf deutsch: „Verleumden / Spalten / Erniedrigen / Irreführen“ . Das Trainingsprogramm dieser staatlichen Behörde nennt sich übrigens „The Art of Deception“ – „Die Kunst des Hintergehens/Betrügens“ (siehe Nachrichtenspiegel: „Sex, Lügen und Videos“).

„Lügen auf höchster Ebene bleibt der Modus Operandi der US-Politik, einschließlich geheimer Gefängnisse, Drohnenattacken, Nachteinsätzen von US-Spezialkräften, Umgehens des Dienstweges und Ausschlusses jener, die allenfalls Nein sagen“, fasst Reporterlegende und Investigativjournalist Seymour Hersh seine Erfahrungen mit Regierungs- und Geheimdienstpropaganda zusammen (siehe Interview mit Prof. Norman Paech). – Womit möglicherweise auch die Frage geklärt ist, aus welcher Dunkelheit sich heute die drei weltgrößten Schattenagenturen Associated Press(AP) , Agence  France-Presse(AFP) und Reuters speisen, die das Weltgeschehen vorsortieren und praktisch allen subordinierten Zeitungen täglich den Nachrichtentext diktieren. Über eine jüngste Schweizer Studie zur Enthüllung dieser Zusammenhänge hat uns unser Kollege Till Eulenspiegel ja vor Kurzem dankenswerterweise informiert (zum Download der Studie).

In seinem Lied „Das Narrenschiff“ (siehe „Eine würdige Bundeshymne für unser Zeitalter des akademisch akkreditierten Wahn-Sinns“) trällert Reinhard Mey: „Am Horizont leuchten die Zeichen der Zeit: Niedertracht und Habsucht und Eitelkeit“. – Nicht nur, dass unsere Siebenschläferpresse gegen diese drei Zeitregenten nicht das Geringste einzuwenden hat, sie macht sogar ein profitables Geschäftsmodell daraus und erklärt die vorgenannte Pestilenzen-Trias einer ganzen Generation junger Menschen zum fraglosen Lebensideal.

Die säkulare Priesterschaft und unsere Indoktrination mit der Religion der Apokalypse

Das manufacturing consent der Medien gilt nicht nur politischen und militärischen Belangen. Militär und Politik sind ja nicht Selbstzweck, sondern sind ihrerseits nur Vehikel für partikuläre Macht- bzw. Wirtschaftsinteressen. Letztlich geht es also nicht um Politik, sondern es geht heute um bloßen Erwerb bzw. ökonomische Vorteilsnahme. Obwohl sogar der Papst im verschlafenen Vatikan bereits öffentlich feststellt, dass „diese Wirtschaft tötet“ (siehe Handelszeitung), werden von retardierenden Kräften derzeit alle Register gezogen, damit alles beim Alten bleibt und unser Zug weiter Richtung Grand Canyon fahren kann.  Ein großer Teil der Menschen hat das bereits erkannt und  will das nicht. Es wäre also nur noch eine Frage der Zeit, bis die derzeitige, jeder Nachhaltigkeit und Moralität spottende Art des Wirtschaftens nach dem Fracking-Prinzip („Put in poison, get out money“) in der Bevölkerung jeden Rückhalt verliert und verschwinden müsste. Auch die derzeit auf Hochdampf vorangetriebene Mechatronisierung von Mensch und Lebensumwelt wäre abgesagt.

Um das zu verhindern und um uns den astreinen Wahnsinn weiterhin als Fortschritt verkaufen zu können, braucht es daher auch eine weltanschauliche Indoktrination. Und diese ist sogar noch wesentlich gefährlicher als die „normale“ politische Manipulation, von der inzwischen sogar Mathias Döpfner, der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger und Vorstandsvorsitzender des Axel Springer Verlags zugibt, dass die Grundelkarpfenpresse „mittlerweile von vielen als Teil einer großen Eliten-Kungelei wahrgenommen wird“ und daher ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt habe (Quelle: Telepolis). Während also die üblichen politischen Manipulationen auf den heutigen Menschen bloß wie kleine Rattengiftkörner wirken (die zwar Kopfweh bewirken, aber gegen die viele Menschen bereits eine Resistenz aufgebaut haben, so ähnlich wie man in der DDR zwar die „Volksstimme“ gelesen hat, man aber keinen Pfennig darauf gab, was da berichtet wurde), so wirkt jedoch die neue weltanschauliche Indoktrination wie ein hundewurstgroßer XXL-Rattenköder, dessen Gift selbst ein Ochse nicht verdauen kann. Das besonders Tückische daran: Dieser Rattenköder ist zuckerglasiert und auf „wissenschaftlichen“ Hochglanz poliert. Serviert wird uns dieser XXL-Rattenköder von akademischen Experten, die Noam Chomsky als „säkulare Priesterschaft  der Machtelite“ bezeichnet und die dem Rest der Bevölkerung „verkünden, was sie glauben sollen“ (siehe Essay „Die Wachhunde der Machtelite“).

Denn um der restlosen Verwertung unserer Umwelt- und Humanressourcen den Weg zu ebnen, ist es notwendig, Geist und Seele endgültig aus dem Menschen auszutreiben und eine rein technokratische, „naturwissenschaftliche“ Weltsicht zu etablieren. Das dechiffrierte Glaubensbekenntnis, das uns heute auf allen Ebenen medial eingehämmert werden soll und das unsere Kinder schon mit der Muttermilch aufsaugen sollen, lautet daher:

„Mensch und Welt sind nur geistlose Kohlenstoffzusammenballungen,
ergo ist alles Wurst,
ergo können Mensch und Umwelt nach reinen Effizienzkriterien ausgeschlachtet werden.“

Chomskys säkulare Priesterschaft, die diese Botschaft predigt, hat heute im Wesentlichen immer noch dieselbe Funktion inne wie seinerzeit die Inquisition im Mittelalter: Die Bevölkerung auf Linie zu bringen, Abweichler ausfindig zu machen, zu exkommunizieren und zu verbrennen. Der einzige Unterschied: Während es früher die katholische Kirche war, an die der Mensch  blind glauben musste, so wird dieser blinde Glaube heute gegenüber dem technischen „Fortschritt“ eingefordert. Wer diesen (mittlerweile höchst zerstörerischen) Glauben verweigert – ist draußen, er wird aus der Gilde der Wissenden exkommuniziert und medial verbrannt. Als böse wird heute also nicht derjenige angesehen, der vom Teufel besessen ist, sondern derjenige, der sich dem transhumanistischen Paradies entgegenstellt, in das uns die Hohepriester der Gen-/Nano-/Biotechnologie/Robotik führen wollen. Wer darüber aufklärt, dass sich hinter diesem hocheffizienten Paradies (siehe „Der Führer 4.0 – Er ist schon längst da“) in Wirklichkeit Dantes Eishölle verbirgt, der ist schnell einen Kopf kürzer bzw. weg von der Bildfläche. – selbst wenn er noch so überzeugende Beweise vorlegen kann wie zB. der Neurowissenschaftler Dr. Manfred Spitzer, der die geforderte Digitalisierung unserer Kinder („Schule 4.0“) für eine „Bildungskatastrophe“, reine „Verdummungsmaßname“ und für ein Ticket in die „Digitale Demenz“ hält (siehe Deutschlandradio Kultur). Wer sich einmal einen Eindruck verschaffen will, wie es einem wirklichen Experten wie Dr. Spitzer ergeht, wenn er in eine Arena mit Chomsky’schen (Pseudo-)Experten wie Sascha Lobo geworfen wird, für den lohnt sich ein Blick in Anne Wills Grinsekatzenshow.  Selbst wenn Dr. Spitzer über dramatischste Fakten berichtet, z.B. dass in Deutschland eine halbe Million Jugendlicher aufgrund exzessiven Medienkonsums bereits psychische Wracks sind, immer mehr Kinder zu Smombies (Smartphone-Zombies) degenerieren und er solche Menschen täglich in seiner Praxis hat, räkelt sich Talkmeisterin Anne Will genüsslich lächelnd auf ihrem Sofa – mit dem vollen Rückenwind des Fortschritts im Rücken hat die Dame ja wirklich leicht Lachen. Man gewinnt bei der Talkshow jedenfalls auch eine Ahnung darüber, wie es früher Menschen gegangen ist, die man in eine Schlangengrube geworfen hat…

Auch der Psychologe Götz Eisenberg, der in einem sehr lesenswerten Essay die Frage aufwirft,  warum solche Forschung (zur Robotisierung von Mensch und Lebensumwelt) überhaupt betrieben wird und „ob eine zur Vernunft gekommene Gesellschaft sie nicht stoppen sollte“, ist diesbezüglich ein Rufer in der Wüste und wird zunehmend aus dem Dialog ausgegrenzt. Solche Fortschrittsverweigerer werden heute ebenso wie alle alternativen Denker, Friedensaktivisten, Gemeinwohlökonomen etc.  durch eine perfekt eingespielte Medienmaschinerie gezielt diffamiert und als Spinner hingestellt. Chomskys „säkulare Priesterschaft“ hat kein Verständnis für sie. Und an Schergen, die für besagte Priesterschaft die Drecksarbeit machen und unliebsame Personen über eigens zu solchen Zwecken hochgezogene Medienkanäle und „Wissenschaftsblogs“ fertigmachen, mangelt es heute nicht. Die Heckenschützen zur Sabotage ganzheitlicher alternativer Denkansätze stammen hierbei nicht nur aus den Reihen ethikbefreiter Geheimdienstbrigaden wie der vorgenannten JTRIG, sondern kommen in immer größerer Anzahl aus den Reihen der Zivilgesellschaft selbst. Hierbei erfüllen z.B. diejenigen Studenten, Journalisten und ehrenamtlichen Hassblogger, die sich der gerade epidemisch in den Medien ausbreitenden GWUP-/Skeptikerbewegung anschließen und für eine „säkulare Welt“ kämpfen (siehe Nachrichtenspiegel: „Liebe, Tod und Gwup“ sowie „Über GWUP-Pastafaris, die neue Aluhut-Inquisition und neoliberale Arschlöcher wie mich“), heute diejenige Rolle, die man im Kalten Krieg der 80er Jahre als „nützliche Idioten“ bezeichnet hat (Anm.: was auch die Zeit war, in der der US Thinktank- und Atheisten-Verband „Thinktanks Committee for Skeptical Inquiry / CSI“ die GWUP/Skeptikerbewegung nach Europa verpflanzt hat, wo deren Horrorclown-Veranstaltungen zur Diffamierung alternativer Denker in den deutschen Leitmedien mittlerweile mehr Raum einnehmen als die alljährlichen Nobelpreisverleihungen).

Inzwischen schreiben GWUP-Apologeten nicht nur Leitartikel der Blindgängerpresse, sondern auch Wikipedia, die Wissensenzyklopädie schlechthin, ist fest in Skeptikerhand. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales gilt als Hasser aller alternativen Denkansätze und als großer Befürworter der „Skeptiker“-Bewegung.  Entsprechend lässt er den (lt. Recherche des unabhängigen Wiki-Radar Teams massiv durch tendenziös agierende Skeptiker-/GWUP-Anhänger unterwanderten) Wikipedia-Administratoren vollkommen freie Hand, um alle Seiten zum Thema alternative Medizin, Therapie, Homöopathie sowie die Lebensläufe von Forschern, die diese vertreten, negativ einzufärben und tendenziös zu verbrämen. Unterschriften-Petitionen zu mehr Fairness in Wikipedia schmettert Jimmy Wales lachend ab und setzt den Alternativmedizinern und homöopathischen Ärzten noch eins drauf, indem er sie als „lunatic charlatans“ bezeichnet (siehe sceptical about sceptics) – was wiederum in den GWUP-Blogs eifrig als Zitatequelle herangezogen wird. Was der Startup-Glücksritter Jimmy Wales über Medizin zu sagen hat, hat schließlich Gewicht. Immerhin konnte Wales mit seiner Firmengründung Bomis bereits Fachkompetenz im Unterhaltungs-, Sport- und Sexbusiness beweisen und war daher als Drahtzieher für ein Menschheitslexikon wie Wikipedia geradezu prädestinert.

Erst vor Kurzem wurde auch Christian Felber, der Vordenker der Gemeinwohl-Ökonomie, vom Chef der GWUP/GfK/Skeptikerbewegung DrDr. Ulrich Berger samt einem Tross an über 100 weiteren akademisch akkreditierten „Wissenschaftlern“ attackiert, sodass das österreichische Unterrichtsministerium schließlich das Thema Gemeinwohlökonomie aus einem Schulbuch und damit aus dem Bewusstsein unserer nachfolgenden Generation wieder gestrichen hat. – Hinreichender Grund für die nun auch in Wikipedia konnotierte Streichung: „Unwissenschaftlichkeit“ und mangelnde Reputation bzw. Publikation Felbers in der wissenschaftlichen Fachwelt (siehe norberthaering.de). Gemeinwohl, so etwas brauchen wir heute ja wirklich nicht – es hindert den Fortschritt (die fortschreitende Profitakkumulation einiger Weniger zu Lasten der Mehrheit) und muss daher von den Hütern des naturwissenschaftlichen Rationalismus rechtzeitig lahmgelegt werden.

Die vermutlich dümmste, aber mit Sicherheit verheerendste Weltanschauung

Auch wenn die WHO bisher noch keine Pandemie-Warnung ausgegeben hat, so zieht die flächendeckende Indoktrination durch die neue GWUP-Religion des technokratisch-nihilistischen Szientismus bereits weiteste Kreise: Jung und Alt wird derzeit im Zeitraffertempo mit der vermutlich dümmsten und mit Sicherheit verheerendsten Weltanschauung, die es jemals in der gesamten Menschheitskulturgeschichte gegeben hat, indoktriniert. Lt. GWUP-Weltanschauung sind wir de facto nur wandelnde Wasserleichen, in denen sich ein paar chemische Elemente eben den Spaß machen, solchen Urschlamm zum Zucken und zum Sprechen zu bringen.

Auch wenn diese Weltanschauung im Deckmantel von strenger Wissenschaftlichkeit  daherkommt und uns als „Fortschritt“ verkauft wird, sie wird sich für die Menschheit verheerender erweisen als die Pest im Mittelalter. Wenn wir ihr auf den Leim gehen und ihr huldigen – so wie der gentechnik- und frackinggläubige GWUP-Horrorclown in Steve Cutts Cartoon „Man“ – dann wird diese Weltanschauung entgegen aller Verheißungen zu einer nie dagewesenen Verelendung, menschlichem Siechtum und einer irreversiblen Zerstörung von Mensch und Umwelt führen. In einer Welt mit Menschen ohne Geist, in der „jeder Mensch des anderen Menschen Wolf“ ist (Hobbes), werden uns bisher erlebte Faschismen im Vergleich dazu noch als regelrecht sozialromantische Zeiten erscheinen.

So, lassen wir das Thema GWUP wieder, es ist wie ein dunkler Brunnen, von dem Nietzsche meint, man solle lieber nicht zu tief in ihn hineingucken, sonst fällt man womöglich selbst hinein. Lassen wir zum Abschluss nochmals den Papst zu Wort kommen, damit unser bunter Reigen komplett ist. Ich habe zwar noch niemals in einem Artikel den Papst zweimal zitiert, aber aus gegebenem Anlass mache ich es heute eben: Zur Jahreswende hat Franziskus die Desinformation und Diffamierungskampagnen der Medien scharf  kritisiert und bei der Sargnagelpresse  „Koprophilie“ verortet  (=abnormer Lustgewinn durch menschlichen Kot; von griech. kópros). „Desinformation ist wahrscheinlich der größte Schaden, den die Medien anrichten können, da die Meinung in eine Richtung gelenkt wird und der andere Teil der Wahrheit vernachlässigt wird“, so Franziskus (Quelle: orf)

Ausblick aus Nietzsches dunklem Brunnen – Das Erwachen des Hartzbürgers

Wer jetzt verzweifelt ist angesichts des schier ausweglosen Geflechts an Manipulation, Lügen und Verderbtheit, die uns heute aus fast jeder Zeitungsseite bzw. aus dem Flatscreen entgegentriefen, der sei beruhigt: Auch dass der Einzelne nichts tun kann, ist eine Lüge – eine der größten überhaupt!

Selbst wenn jemand im äußeren Berufsleben nichts mehr bewirken kann, z.B. weil man ihn geharzt hat, dann hat das überhaupt nichts mit der Gestaltungsfähigkeit zu tun, die er in seinem persönlichen Leben über sein Inneres hat. Denn genau hier kann er ansetzen und der globalen Lüge, die unseren Globus wie eine riesige Pythonschlange im Würgegriff hält, den allergrößten Schaden zufügen: Indem er ihr innerlich die Gefolgschaft verweigert und von nun an innerlich um die Wahrheit ringt. Gerade die Hartzer, die vom System Abgehängten und Parias wären prädestiniert, um die ersten zu sein, die hier die  Augen öffnen. Das wird natürlich derzeit recht wirkungsvoll verhindert, indem man sie existenziell so an die Wand quetscht, dass sie nur noch röcheln und sie kaum noch Muße und Kraft haben, um einen tieferen Gedanken über Lüge und Wahrheit zu fassen.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Es ist ein innerer Kampf, um den es da primär geht. Indem man ihn jedoch kämpft, trägt man sehr viel auch für die äußeren Verhältnisse bei. Denn indem man innerlich täglich ein Stück weit wahrer wird und der Lüge wieder ein kleines Stück inneren Bodens abringt, wird man auch die sozialen Verhältnisse im Äußeren ändern. Denn bei jeder Begegnung, bei jedem Spaziergang am Gehsteig, in jeder Situation am Arbeitsplatz, bei jedem Gespräch, bei jedem Kaufen einer Wurstsemmel, bereits mit jedem Blick wird man etwas Wahres ausstrahlen, das auch bei anderen Menschen etwas Konstruktives, Wahres, Menschliches in Bewegung setzt. Joseph Beuys hat das „Soziale Plastik“ (vom griechischen plastikḗ =formen) genannt. Seiner Meinung nach wirkt jemand z.B. einfach durch die Art, WIE er in einer Schlange an der Supermarktkasse steht, bereits gesellschaftsverändernd.

Dass jemand, der sich innerlich mehr Wahrheit erringt, auch auf die Wirtschaft verändernd wirkt, indem er gewisse Zeitungen oder Produkte gewisser Firmen einfach nicht mehr kauft und vielleicht auch seine eigene Arbeitskraft nicht mehr jedem x-beliebigen Profitbordell zur Verfügung stellen wird, ist dabei nur eine nebensächliche, aber ebenfalls weitreichende Komponente.

Wer die Bedeutung dieses inneren Kampfes und der inneren Würde des Menschen erkannt hat, der macht sich auch keine Minute länger von den Erwartungen an irgendwelche Parteien und Politiker abhängig (siehe „Was wir heute brauchen wie ein Loch im Knie: „Bodenständige“ Politiker im Maulwurfspelz und AFX-Parteien“), deren Programme immer schneller zerbröseln – so wie im Leben letztlich alles zerbröselt, was aus der Substanz der Lüge bzw. des Nihilismus und nicht aus der Wahrheit geschöpft ist.

Das Spektrum der inneren Lüge, der wir uns – meist unbewusst – hingegeben haben, reicht bis in subtile Schattierungen gesellschaftlicher Konventionen und Verstellungen. Die Arbeit, die internalisierte Lüge bei sich selbst zu enttarnen, wird daher nicht langweilig. Wer hier in der eigenen Rumpelkammer „ausmistet“, der wird schnell merken, wie er an innerem Terrain zurückgewinnt, wie er wieder aufatmen, sich aufrichten und seine Würde zurückgewinnen kann.

So – damit habe ich bereits dem dritten Teil meiner Lügentrilogie („Das Erwachen des Hartzbürgers“) etwas vorgegriffen. Denn möglicherweise dauert es bis dahin wieder zehn Monate oder länger …

Außerdem komme ich für heute lieber zu einem Ende, bevor ich noch ausfallender werde und ungebührliche Begriffe für die Schablonenpresse  in die Welt setze. Sonst rutscht es mir womöglich noch raus, dass ich den derzeitigen „Wissenschaftlichkeits“-Journalismus als Seegurken- oder Hühneraugenpresse  bezeichne – oder schlicht als Meierpresse (siehe „Wir brauch’n kaane Meier mehr – Abgesang auf ein Auslaufmodell“).

– Und nicht vergessen: Ein kleiner Zeh wird es nicht schaffen, dem Organismus ausreichend Gegengift gegen das Viperngift des „manufacturing consent“ bereitzustellen, da werden viele andere Zellen schon mithelfen müssen.

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