Konzerne

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Gott, der Papst, der Steinbrück und die Zukunft Deutschlands

Sich Gedanken über die Zukunft zu machen ist immer ein heikles Geschäft und ähnelt der Wetterprognose. Zudem spielt ein Faktor eine Rolle, der beim Wetter nie …. oder fast nie …. eine Rolle spielt: Geschichte wird nur von Menschen gemacht und Menschen sind launig, wankelmütig, wechselhaft und unzuverlässig.  Vielleicht treten ja morgen alle in die Kirche ein und die Welt wird ein Paradies?

„Die Katholiken in Großbritannien und auf der ganzen Welt werden sich weiter dafür einsetzen, Brücken der Freundschaft zu anderen Religionen zu bauen sowie Fehler und Wunden der Vergangenheit zu heilen“, sagte Benedikt am Freitag in London vor führenden Vertretern anderer Religionen.

„Sobald ein solcher Respekt und eine solche Offenheit bestehen, werden die Menschen aller Religionen gemeinsam wirksam für den Frieden und das gegenseitige Verständnis arbeiten und so vor der Welt ein erstrebenswertes Zeugnis geben“, fügte das Kirchenoberhaupt an.

Glaubt man dem Papst, so ist es nur ein kleiner Schritt, der zum Frieden nötig ist:

In seinen langen Ausführungen vor etwa 2000 Zuhörern hob Benedikt den Glauben als Partner einer an Vernunft orientierten Gesellschaft hervor und bekräftige seine Forderung nach einem ethischen Handeln in Politik und Wirtschaft auch im Kampf gegen Hunger und Armut. „Die Religion ist für die Gesetzgeber nicht ein Problem, das gelöst werden muss, sondern ein äußerst wichtiger Gesprächspartner im nationalen Diskurs.“

Besorgt sei er darüber, „dass die Religion und besonders das Christentum in einigen Bereichen zunehmend an den Rand gedrängt werden, auch in Ländern, die großen Wert auf Toleranz legen.“ Manche sprächen sich dafür aus, die Stimme der Religion zum Schweigen zu bringen oder wenigstens ganz auf die Privatsphäre zu beschränken, sagte er mit Blick auf atheistische Strömungen im Land.

Quelle: Spiegel-online

Die Methode, mit der man Öffentlichkeit manipuliert, ist ziemlich einfach und wird weitläufig gelehrt. These aufstellen, Gegenthese zulassen, Synthese genießen.

Seit zweitausend Jahren arbeitet die Kirche nun für den Frieden. Die Ergebnisse sind … vorsichtig ausgedrückt – beunruhigend.

Vielleicht liegt das darin begründet, das „Kirche“ und „Religion“ zwei völlig verschiedene Dinge sind? Nehmen wir … die Bibel.  Neben Tolkiens „Herr der Ringe“ das meistverkaufte Buch der Welt. Was ist die Bibel? Eine Sammlung von Erzählungen (überarbeitet und den Erfordernissen der Kirche und der Zeit angepaßt) der Begegnungen von Menschen mit etwas, das sie „Gott“ nennen.

2 Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus.
3 Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.
4 Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.
5 Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation;
6 bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine Huld.

Quelle: Wikipedia

Vor dreitausend Jahren war das … die Aufforderung zum Atheismus. Aus dem Grund glauben heute ja noch viele, das die Juden mit dem Teufel im Bunde sind. Aber … die haben ja auch Christus umgebracht. Weiß man ja.

Geht man nun in eine katholische Kirche, so findet man: ein Gottesbild. Hängt tot von Kreuzen herab. Weil die Protestanten Gebote nicht nur predigen sondern auch einhalten wollten, haben sie die Leichen von den Kreuzen entfertn.

Aus philosophischer Sicht ist es eine Weise Erkenntnis. „Mach´ Dir kein Bild von Dingen, von denen Du keine Ahnung hast“ – hört sich auch heute  nicht verkehrt an.

In Zeiten, wo der „Fortschritt“, der „Wohlstand“, die „Arbeit“ und der „Arbeitsplatz“ quasi religiöse Elemente sind und sich alle einer „unsichtbaren Hand des Marktes“ unterwerfen, sogar noch weiser.

Nun ist die Bibel ja von Priestern gesammelt worden und voll von Menschen, die selbst persönlich mit Gott gesprochen haben. So etwas geht. Machen auch heute noch viele – nur nicht bei den Katholiken, denn dort … ist der Papst zwischengeschaltet worden. Als Stellvertreter Christi auf Erden quasi Gottes Stiefsohn. Und der Sohn hat ja gesagt, was Sache ist:

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

DAS zentrale Gebet. Milliardenfach aufgesagt. Ganz einfache Botschaft: was ICH will, ist nicht zu wichtig. Was Gott will, ist wichtig. Und er wird selbst am Besten Wissen, was er will.

Kurz: irgendwo da draußen (oder tief drinnen) exisitiert der lebendige Urgrund allen Seins und will seine Ruhe haben. Er will sein eigenes Ding durchziehen und verbietet den Menschen ausdrücklich, sich detalliert mit ihm zu beschäftigen. Man darf zu ihm beten … muß sich aber immer gegenwärtig sein, das es SEIN Wille sein soll, der geschieht – und nicht der Eigene.

Religion und Atheismus sind somit kein Gegensatzpaar – und da wird auch der Erkenntnistheoretiker glücklich, der weiß, das Urteile in jeder Art in diesen Gefilden eine Lüge sind.

Er ist ja auch mit wenig zufrieden. Es sind ja keine Horrorgebote, die er uns auferlegt: nicht stehlen, nicht morden, nicht lügen und was ihm da noch so einfällt: sind doch alles Sachen, die auch außerchristlich weltweit verboten sind. Hätte er uns eigentlich nicht noch extra sagen müssen. Ganz wichtig jedoch ist ihm … die Freiheit des Menschen. Ganz sauer wird er, wenn man „anderen Göttern“ hinterherrennt. Klar – folgt man seinen Gedanken, dann gibt es die anderen ja gar nicht. Und außerdem hat er den Menschen wohl absichtlich so geschaffen, das er Göttern nicht hinterherrennen braucht. Er kann frei und ungebunden sein eigenes Dingen durchziehen.

War eigentlich alles mal ganz funktionabel eingerichtet, will mir scheinen. Da ist ich auch kein Platz für eine Kirche. In dem Heldenepos „Der Herr der Ringe“ finden sich deshalb auch kaum Götter. Eigentlich kommt er ganz ohne aus, obwohl Tolkien (der selbst ein gläubiger und überzeugter Katholik aus England war) Zauberer, Elben, Zwerge, Drachen und eine Vielzahl übler Ungeheuer auferstehen läßt … beziehungsweise eine Unmenge europäischer Mythen in seinem Epos zu einer einzigen Bilderwelt vereint. Letzteres ist vielleicht auch der Grund für seinen Erfolg … irgendwo dürfte uns das alles irgendwie bekannt vorkommen. Nur einmal wird eine Kirche erwähnt: im „Silmarillion“, so einer Art Genesis für Mittelerde, findet sich ein Tempel für einen bösen Gott (der aber eigentlich nur ein gefallener Engel ist – aber Tempel bleibt Tempel).

Sogar das Wochenende hat Gott erfunden.

Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Vieh und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat.

Noch nicht mal Sklaven, Tiere oder Gastarbeiter sollen da malochen. Sollte man mal dem Bundesverband der Deutschen Industrie über die Eingangstüren ihrer Konferenzsäle hängen. Aber auch die Kirchen selbst huldigen gerne anderen Göttern:

Nur: Zum Angebot der katholischen Bank zählt der Investmentsparplan Uniprofirente, dessen Gelder bei Uniglobal investiert werden. Zu dessen Werten gehörten in diesem Jahr neben Tabakkonzernen die Rüstungsfirma BAE Systems, die von Atom-U-Booten bis zu Jagdbombern weltweit ein komplettes Waffenarsenal anbietet, und bis vor kurzem der langjährige Streumunitionshersteller Lockheed Martin. Peinlich auch das Bild des aktuellen BKC Treuhand Portfolio: Dessen jüngster Halbjahresbericht weist Alkoholwerte wie Carlsberg und Unternehmen wie Walmart aus, die wegen ihrer Arbeitsbedingungen massiver Kritik ausgesetzt sind.

Quelle: Spiegel-online

Was bleibt uns Menschen da übrig, wo These (Religion – Kirche) und Antithese (Atheismus – Materialismus) beide das gleiche Ergebnis haben: die Welt wird Hölle. Zumindest für die geistig Armen, die dem Sohn Gottes mal so wichtig waren. Na, vielleicht hat er damals schon gewußt, das die mal über sein werden:

Was die Menschen in 20 Jahren bedroht

Die unter der Leitung des Zukunftsforschers Georges T. Roos erstellte Studie zeigt nicht ganz überraschend vor allem eines: Das Leben wird komplizierter. Wir müssen uns in einer komplexen Welt zurechtfinden, in der Informations- und Kommunikationstechnologie den Alltag noch stärker prägen werden. Das Leben wird weiter beschleunigt. Kopfarbeit wird körperliche Arbeit noch mehr ablösen; die Anforderungen an die Arbeitnehmer steigen, der Leistungsdruck wird zunehmen. Klar ist, dass diese Veränderungen und Anforderungen krank machen können.

Quelle: NZZ Online.

Für die, deren mentale Kompetenz nur zum Bauer reicht, wird kein Platz mehr da sein. Die Zukunft wird ein kleiner Hamsterkäfig, in dem immer weniger immer schneller rennen müssen. Das das auf die Dauer nicht gutgeht, weiß auch der Herr Steinbrück:

Der Ex-Finanzminister wirft den Blick in den Abgrund bei der Finanzkrise. Er empört sich über Verkommenheit von Teilen der Wirtschaftselite und mangelnde Standfestigkeit der politischen Klasse. Der Sozialstaat bisheriger Prägung wird zum Auslaufmodell erklärt.

Quelle: Welt-online

„Auslaufmodell Sozialstaat“ … denkt man reflexhaft gleich an Arbeitslose. Doch um diese verschwinden kleine Minderheit geht es nicht. Es geht um die Kranken und Alten, die zu teuer werden, wenn sich an dem System nichts ändert. In einer Welt, die von Menschen mit christlichen Werten regiert wird, bräuchte man sich keine Sorgen machen. Aber offensichtlich hat Peer Steinbrück als Politiker andere Erfahrungen gemacht.

„Wir sind nicht ausreichend auf die Zukunft vorbereitet. Unser Fundament hat Risse. Die schlechteren Tage der letzten Jahre könnten auf lange Sicht die besseren gewesen sein.“

Für diese eher düsteren Vorahnungen bleibt Steinbrück den Beweis aus seiner Sicht nicht schuldig. Mit größter Sorge betrachtet er die eklatanten Entscheidungsdefizite der Europäischen Union. Anhand von Beispielen zeigt er auf, wie Europa gegenüber Amerika und vor allem gegenüber China immer weiter an Kompetenzen, Fähigkeiten und Einfluss verliert. Er nimmt tektonische Verschiebungen der politischen und ökonomischen Zentren auf dieser Welt wahr und geht vor allem mit den Europäern und Amerikanern hart ins Gericht.

Diese Art von Sozialdemokratie jedenfalls fordert heraus und verdient Respekt.

Quelle: Welt-online

Das letzte Lob kommt von: Friedrich Merz. Kein Unbekannter in der politischen Welt. Eng verbandelt mit der Atlantikbrücke, die im Auftrag der Kosmokraten (siehe Jean Ziegler)  und der Korporatokratie (siehe John Perkins) die Ausplünderung Europas, Asiens, Afrikas, Australiens und … nicht  zuletzt … ganz Amerikas vornehmen, dabei im Laufe der Jahrzehnte wirtschaftliche Systeme aus dem Gleichgewicht bringen und sinnlos zerstören, was den Tod von hunderten von Millionen von Menschen zur Folge hat. Und dabei haben sie gerade erstmal angefangen, sich auszudehnen, befinden sich noch in einem recht frühen Stadium der Ausbreitung.

Stehlen, Morden, Lügen … alles kein Problem. Man will ja kein Weichei sein.

In der Gestalt des modernen Konzerns ist uns ein neuer Gott erwachsen, an den wir glauben müssen, weil er sich die Welt angeeignet hat. So wie uns die Vorsehung Hitler geschickt hat, hat uns die unsichtbare Hand des Marktes den Konzern geschickt … will man uns jedenfalls glauben machen.

Konzerne … sind als gesellschaftliche Akteure Psychopathen. Der kanadische Film „Corporation“ untersucht dieses Ungeheuer, das Monarchie, Kirche und Kommunistische Partei gleichermaßen ersetzt hat (und deshalb auch in China problemlos Fuß fassen kann).  Das Ergebnis: Konzerne sind als gesellschaftliche Akteure geistig kranke Psychopathen – aufgrund ihrer Konstruktionsparameter können sie auch nie etwas andere sein.

Aus der Sicht der Religion haben sie sogar noch mehr ersetzt: sie sind an die Stelle Gottes getreten indem sie sich die ganze Schöpfung zu eigen machen. Was wir essen, was wir trinken, der Boden auf dem wir gehen, die Struktur unseres Alltages, unser Leben von der Geburt bis zu Tod: alles minutiös durchgeplant und auf maximale Rendite getrimmt.  Noch nie gab es in der Geschichte der Menschheit eine Macht, die so sehr den Alltag der Menschen bestimmt hat und der man so wenig entkommen konnte.

Na ja, das Alte Testament hatte uns ja schon mal gewarnt: das wird nicht gut gehen.

Am Ende der Geschichte wartet auf uns eine Welt, in der nur noch diejenigen Überleben können, die sich für die Profite der Konzerne maximal abstrampeln können. Wer schwächelt … fliegt aus der Kurve.

Das sollte man mal mit dem Papst diskutieren. Der Islam hat deshalb soviel Zulauf, weil seine Bürger die teuflische Macht der Korporatokratie deutliche spüren – dort wirkt sie noch mit größerer Gewalt als hier, wo sie sich flächendeckend durchgesetzt hat.  Die Kirche hat da weniger Zulauf, weil sie selbst Konzern geworden ist … der älteste Konzern der Welt. Ware? Dieselbe wie Disney. Gottesbilder.

Was ich mir von der Kirche in Zukunft wünschen würde? Das sie ihren Job macht und den Menschen lehrt, mit Gott zu sprechen. Mit ihm – nicht über ihn. Soll ja möglich sein – die Bibel ist voll von solchen Geschichten.  Oder das sie wenigstens über die Gefahren des Götzendienstes aufklärt … aber dazu müßte sie ihn erstmal selber sein lassen. Ich kann allerdings nicht ausschließen, das es der Rendite schaden würde … und das die Guttenbergs dieser Welt bei der Auswahl ihrer Dorfpfarrer strengere Maßstäbe anlegen würden, wenn diese Anfangen, ihren Gott ernst zu nehmen.

Und wer den Bogen so spannen will … aus dieser Perspektive sind „Kosmokraten“ Satanisten – auch ganz ohne Kutte, persönliche Menschenopfer und erotische Rituale.  Allerdings kennt die christliche Religion eigentlich keinen Teufel. Jedenfalls nicht den, den Hollywood uns jedes Jahr in neuen Variationen zeigt.

Sensation! Kosten für Arbeitslosigkeit gewaltig gesunken!!!

B)

Ein wunderschöner Morgen. Meine Lunge schmerzt und pfeift (Schweinegrippe, schätze ich mal), ich meide allzuviel Umgang mit den kleinen Menschen im Haus (wg. Schweinegrippe) und suche einfach mal ein paar Wahrheiten über unseren Sozialstaat, die man nicht in den Konzernmedien findet.

Wie immer wird man bei dem letzten Hort der Wahrheit fündig, der Bundeszentrale für politische Bildung.
Also, warum die immer noch nicht geschlossen worden ist, verstehe ich nicht. Ich traue mich kaum noch, bei denen nachzuforschen, denn die sagen immer was ganz anderes als die Bertelsmannstiftung. Vielleicht sollte man die bpb einfach ein Bertelsmann verkaufen, damit alle wieder mit einer Stimme sprechen.

Aber kommen wir zur Sensation des Tages: die Arbeitslosigkeit, medial ein gewaltiges Thema, das dem Mittelstand fürchterliche Angst macht, haben wir voll im Griff.

Einfach mal nachschauen.

http://www.bpb.de/wissen/6T3K3W,0,0,Sozialleistungen_%96_Entwicklung_der_Ausgaben.html

Die Kosten für Arbeitslosigkeit entwickelten sich zwischen 1995 und 2006 rückläufig und zwar um

MINUS 34,8 %.

Gleichfalls stieg der Bruttoinlandsprodukt um

Plus 25,6 %

Ausgaben für Sozialhilfe? Rückläufig, und zwar um:

Minus 23,2 %.

Ausgaben für Wohngeld?

Minus 60,4 %

Nun, Kindergeld ist seitdem gewaltig angestiegen. Ob jeder Besserverdienende auch noch durch Kindergeld subentioniert werden muß, sollte man sich noch mal gut überlegen. Vielleicht … nicht in voller Höhe des Satzes für alleinerziehende Mütter und Väter – wäre mal so eine Idee.

Nun, was die Arbeitslosen und das Sozialbudget angeht, können wir uns beruhigt zurücklehnen. Aber:

Entwarnung kann man nicht geben, denn erneut machen sich Pharmaindustrie und Ärzteschaft auf den Weg, das Sozialbudget aufzublasen wenn nicht sogar zu sprengen … wie schon die Jahre zuvor.

http://www.bpb.de/wissen/I4WOAW,0,0,Sozialbudget.html

In der Krankenversicherung führten höhere Honorar- und Arzneimittelkosten (auch in Folge der Anhebung der Mehrwertsteuer) zu höheren Leistungen. Auch in den Jahren 2005 und 2006 waren die Leistungen der Krankenversicherung gestiegen, und zwar durch höhere Krankenhausleistungen und gestiegene Arzneimittelkosten. Dagegen sind die Leistungen in der Arbeitslosenversicherung aufgrund der Entwicklung am Arbeitsmarkt deutlich zurückgegangen. Dies gilt auch für die Grundsicherung für Arbeitsuchende, wenngleich der Rückgang hier geringer ausfiel.

Kurz für BLÖD-Zeitungsleser: Arbeitslose billig – Gesundheit teuer.

Und der Trend hält an:

http://www.jungewelt.de/2009/07-29/026.php

Krankes System
KBV kriegt den Hals nicht voll
Von Rainer Balcerowiak
Vier Milliarden Euro Honorarerhöhung innerhalb von zwei Jahren und somit eine Milliarde mehr als zuvor kalkuliert. Im Jahresvergleich eine durchschnittliche prozentuale Steigerung pro Praxis von 7,4 Prozent.

Aber das ist den Ärzten noch zu wenig. Alles: Sozialbudget. Genauso wie Medikamentenkosten.

http://www.process.vogel.de/management_und_it/qualitaetsmanagement/validierung/articles/169328/

Der Pharmamarkt in Europa wuchs um knapp 16 Prozent auf rund 213 Milliarden Dollar an.

Das alles ist … „Sozialbudget“. Weiß nur keiner. Jeder denkt an kranke Opas und arbeitslose Omas, aber
der gesamte Pharmamarkt ist nichts anderes als „Sozialbudget“. Kann man gar nicht oft genug sagen.

Und so wird dort gearbeitet:

http://www.ksta.de/html/artikel/1247853624102.shtml

Dem Magazin zufolge hatten sie unter anderem an Anwendungsbeobachtungen (AWB) für Trommsdorff-Medikamente teilgenommen. In einem Formular konnten sie demnach ankreuzen, welche Belohnung sie wollten: Für 5 Patienten gab es einen Flachbildschirm oder einen iPod, für 7 Patienten einen DVD-Recorder, für 12 Patienten einen Jura-Kaffee-Vollautomaten, für 14 Patienten das Navigationssystem TomTom Go, und für 18 Patienten konnten sie auswählen zwischen Laptop, Beamer oder Computer mit Drucker.

Trommsdorff ist ein kleiner Fisch. Aber trotzdem … all die technischen Spielereien finden sich wieder im … genau: Sozialbudget! Letztlich wird das alles vom Geld der Versicherten bezahlt.

Die Arbeitslosen kosten immer weniger, die Pharmamafia immer mehr. Und damit keiner merkt, wohin das Geld wirklich verschwindet, stellen wir die ständig billiger werdenden Arbeitslosen einfach mal an den Pranger, während die niedergelassenen Ärzte und die Pharmamafia ganz groß abräumen.

Krankes Land, oder? Trotz hoher Ärztedichte keine Heilung in Sicht, fürchte ich.

Krieg und Frieden … in Deutschland. Über Ärzte, Tote und Beute

Über Krieg und Frieden haben sich Menschen viel Gedanken gemacht – und obwohl der Krieg schonmal als „Vater aller Dinge“ verherrlicht wurde, finden die meisten Menschen dieses Planteten Krieg doof – erst recht die, die gerade einen haben. Wir haben ja jetzt auch auf einmal gemerkt, das Krieg ist. Ganz plötzlich. Gott sei Dank haben wir jetzt einen Adeligen als Verteidigungsminister, sonst hätten wir das ja nie gemerkt, aber die kennen sich ja aus mit der Kriegführerei, haben ja jahrtausendelang nichts anderes gemacht.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article8466567/Guttenberg-Afghanistan-Einsatz-wurde-verharmlost.html

 Die Politik, die Gesellschaft – zu lange hätten sie die Augen vor den Realitäten im Einsatzgebiet verschlossen, zu lange wurde nicht von „Krieg“ in Afghanistan gesprochen.

Was ist das eigentlich: Krieg? Es wird immer oft davon geredet, doch wissen die wenigsten, was das wirklich ist. Der letzte echte Krieg in diesem Land ist 65 Jahre her, nur noch Rentner haben ihn erlebt – und auch die waren damals noch jung.  Mahner werden meinen: Krieg hat was mit Ballerspielen zu tun. Weit gefehlt … es sei denn, auch ein Jäger würde Krieg gegen Kaninchen führen. Die Jagd …  macht auch Frauen Freude. Ich kenne begeisterte Jägerinnen, die ihr Geld als Ärztin verdienen und nebenbei in der Praxis Yogakurse anbieten.

Wir sollten also Jagd und Krieg trennen … obwohl es bei beiden Formen der Auseinandersetzung um „haben“ geht:

http://de.wikipedia.org/wiki/Krieg

Das Wort „Krieg“ bedeutet ursprünglich „Hartnäckigkeit“, „Anstrengung“, „Streit“.[2] Das Verb „kriegen“ heißt einerseits „Krieg führen“, andererseits „bekommen, erhalten“: Dies kann Herkunft und Charakter dieser kollektiven Gewaltanwendung anzeigen. Auch wo andere Kriegsanlässe im Vordergrund stehen, fehlt selten ein ökonomischer Hintergrund.

Ich denke, mit etwas Anstrengung kann man aus diesem „selten“ auch ein „nie“ machen, denn ich vermute mal, das man auch hinter jedem Genozid handfeste wirtschaftliche Interessen finden kann – außer bei denen natürlich, wo der Grad der geistigen Zerrüttung die Freude am Krieg führen bestimmt. Und ein Staat … ist ursprünglich immer auf Raub gegründet. „Das Land ist meins!“ – steht am Anfang jeder Staatsgründung. Gäbe es in Afghanistan keine Rohstoffe, würde keine Sau dort die saudi-arabischen Terroristen des 11.9.2001 bekämpfen wollen.  Immerhin ist Krieg eine Investition, man benötigt Kredite und die Geldgeber wollen Sicherheiten – selbst wenn das Land noch einen König hat. Das konnte man schon von den Fuggern lernen.

Krieg ist einfach. Waffe nehmen, abdrücken: Schluß mit lustig. Oder man hungert den Feind aus, das geht auch, da stirbt er dann von alleine und man muß sich nicht auch noch die Hände schmutzig machen.

Frieden hingegen – ist schwerer:

http://de.wikipedia.org/wiki/Frieden

In der wissenschaftlichen Diskussion unterscheidet man zwischen dem oben genannten engen Friedensbegriff, der die Abwesenheit von Konflikten beinhaltet, und einem weiter gefassten Friedensbegriff. Letzterer umfasst neben dem Fehlen kriegerischer Gewalt, bei Johan Galtung direkte Gewalt genannt, auch das Fehlen kultureller und struktureller Gewalt. Nach dieser Definition bedeutet Frieden also zusätzlich das Fehlen einer „auf Gewalt basierenden Kultur“, sowie das Fehlen repressiver oder ausbeuterischer Strukturen. Ein struktureller Frieden wäre die konkrete Utopie eines sozialen Zusammenlebens in Harmonie und ohne Statuskämpfe und „Reibungsverluste“. Frieden wird hier positiv definiert als „die Fähigkeit […], Konflikte mit Empathie (= der Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Einstellung und Mentalität anderer Menschen einzufühlen), mit Gewaltlosigkeit und mit Kreativität oder spielerisch zu klären und zu lösen.“ Dies erfordert neben kommunikativer Friedensarbeit das Erkennen der Bedeutung von „Rechtskommunikation“ und eine intensivere Beschäftigung mit den Ursachen streitlegenden Verhaltens, das mit „Machtkommunikation“ Streiteskalationen provoziert und begünstigt.

Ich denke, wir sollten diesen weiter gefaßten Friedensbegriff nehmen, damit nicht wieder irgendein Adelshampel uns nachher vorwirft, wir hätten da wieder was aus Überforderung verharmlost – diesmal wollen wir alles richtig machen, denn: möglicherweise haben wir ja auch Krieg im eigenen Land.  Wo es Verteilungskämpfe gibt, sollte es doch vorher einen Krieg gegeben haben, der die Beute auf die Seite der Verteiler gebracht hat.

Verteilungskämpfe haben wir auf jeden Fall beim Krieg um das Sozialbudget und der tobt immer weiter. Die Bastion der Arbeitslosenversicherung wurde schon erfolgreich geplündert – mit gravierenden Folgen für Staatstreue und Demokratieempfinden der Bürger – die Rentenversicherung ist noch zu mächtig aber das klar definierte Fernziel, die Gesundheit jedoch ist als zweitgrößter Posten des Sozialbudgets ist in greifbarer Nähe, also toben die Verteilungskämpfe erstmal dort:

http://www.manager-magazin.de/politik/artikel/0,2828,706513,00.html

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im vergangenen Jahr etwas mehr Gewinne verbucht als erwartet. Der Überschuss lag rund 300 Millionen Euro höher als zunächst geschätzt und betrug 1,4 Milliarden Euro.

Die Krankenkassen haben Gewinne erwirtschaftet, weshalb wir jetzt alle noch mehr bezahlen müssen.  Ist ungefähr so, als wenn der Ober nochmal mit der Rechnung kommt, nachdem wir bezahlt haben.  Und weil wir alle so unermeßlich blöde sind, merken wir das nicht einmal und zahlen in Zukunft gerne noch mehr. Auch Kopfpauschalen. An Fuß- Bauch- und Handpauschalen wird ebenfalls gearbeitet, Ärzte sind da erfinderisch. Wenn´s um Geld geht, operieren die auch schon gerne mal ohne Zulassung, Hauptsache, man kann es abrechnen:

http://www.taz.de/1/berlin/artikel/1/aerztepfusch-in-drk-kliniken/

Jahrelang sollen Ärzte an DRK-Kliniken Patienten operiert haben, obwohl sie dafür nicht ausgebildet waren.

Toll, oder? Na ja, Löcher in Menschen machen kann jeder. Dann ein bischen rumrühren in den Innereien, wieder zunähen und man ist den Malediven und dem Ferarri schon wieder ein Stück nähergekommen.  Ärztepfusch geschieht nur selten? Leider nicht:

http://www.netdoktor.de/Magazin/Die-fehlbaren-Goetter-in-Weis-10481.html

Schwächen eingestehen? Diese Eigenschaft ist unter Ärzten nicht gerade weit verbreitet. Mediziner gehen mit ihren Missgeschicken jedoch freimütiger um als gedacht. In einer aktuellen Umfrage gaben von 985 Ärzten rund 95 Prozent ärztliche Pannen zu

95% … aber für diese Leistung möchte man natürlich gut bezahlt werden. Manche Menschen möchten gut dafür bezahlt werden, das sie sich morgens erfolgreich die Socken anziehen.  Des Menschen  Wunsch ist halt sein Himmelreich.

http://www.sueddeutsche.de/wissen/medizin-mehr-tote-durch-aerztepfusch-als-im-strassenverkehr-1.603145

Demnach zählt das Risiko, an Kunst- und Behandlungsfehlern im Krankenhaus zu sterben zu den zehn häufigsten Todesarten – noch vor Aids und Brustkrebs. Rothmund forderte seine Zunft auf, eine „Politik des Schweigens“ zu beenden und Konsequenzen zu ziehen.

Mehr Todesfälle durch Ärztepfusch als durch den Straßenverkehr … aber unsere Streitkräfte operieren in Afghanistan. Dieser Artikel ist etwas älter … geändert hat sich seit dem nichts, außer das einige hundertausend Menschen durch den medizinischen Komplex umgebracht oder verstümmelt worden sind – zum einen, weil es Geld bringt und zum anderen, weil man immer irgendwo ein perverses Genie findet, das Frauen gerne die Brüste abschneidet. Da hat schon so mancher die Abweisungen durch hübsche Mädchen in der Schulzeit bitter gerächt. Ärzte sind nämlich auch nur Männer – in Wirklichkeit.

Und wem jetzt noch nicht schlecht ist, der findet hier auch noch mehr:

http://www.aerztepfusch-linkliste.de/

Trotz dieser Leistungsbilanz hört die Gilde der Brustabschneider zu den gierigsten im Lande. Gerade noch ordentliche Zuwächse gehabt, stehen sie jetzt schon wieder auf der Straße:

http://www.welt.de/wirtschaft/article8472147/Hausaerzte-wollen-aus-Protest-Praxen-schliessen.html

Patienten müssen sich auf geschlossene Praxen vorbereiten. Die Hausärzte wollen einem Bericht zufolge gegen die Gesundheitsreform streiken.

1. Halbjahr 2008: 89.839
1. Halbjahr 2009: 92.720
Veränderung: 3,2 Prozent

Da kann man nur sagen: stimmt. Das ist wenig. Da hat ja ein Pharmareferent mehr. Viele von denen kommen übrigens als Zeitsoldaten von der Bundeswehr, es gibt auch Pharmafirmen, die stellen grundsätzlich keine religiösen Menschen ein oder auch keien Wehrdienstverweigerer. Der Dienst an der Pille fordert den ganzen Mann, da kann man keine Zimperlieschen gebrauchen. Immerhin geht es um Leben und Tod … und man braucht Leute, die die gewieften Mediziner in die Tasche stecken können. Immerhin soll der Arzt verschreiben, was die Firma will und nicht, was Kassen oder Patienten Nutzen bringen würde. Und es bedarf schon außerordentlicher Überzeugungskünste um solchen Giftmüll noch an den Mann zu bringen:

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/avandia-vermarktung-wichtiger-erfolg-fuer-glaxo-am-gruenen-tisch;2618751

Der britische Pharmakonzern Glaxo Smithkline hat bei seinem umstrittenen Diabetes-Mittels Avandia einen wichtigen Teilerfolg errungen: Trotz möglicher Herzrisiken sprach sich ein Beratergremium der US-Gesundheitsbehörde FDA nach zweitägigen Beratungen mehrheitlich für eine weitere Vermarktung des umstrittenen Medikaments aus.

Ich kenne mich ein wenig aus mit Thiazolidindionen, alldieweil ich Glaxomitarbeiter zu dem Thema Ende der neunziger Jahre ausgebildet habe. Schon damals stand fest: das Zeug bringt Leute um. Deshalb waren alle froh, das es nicht kam. Jetzt … ist es da, wird bleiben und noch mehr Leute umbringen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,679261,00.html

Das Diabetes-Medikament Avandia ist offenbar schwer gesundheitsschädlich. Das berichtet die Online-Ausgabe der „New York Times“ („NYT“) unter Berufung auf einen internen Regierungsbericht. Dem vertraulichen Dokument zufolge könne das Medikament der Firma GlaxoSmithKline tödliche Herzkrankheiten auslösen. Allein im dritten Quartal 2009 habe das Mittel mit dem Wirkstoff Rosiglitazon 304 Tode verursacht.

Aber immerhin steht das dann im Beipackzettel. Und zwar so, das das keiner verstehen kann. Dann sind alle abgesichert.  Ich denke, solche Streifzüge durch die Welt der Medizin sind mal wichtig, damit man andere Meldungen erfolgreich verarbeiten kann:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,706575,00.html

Patienten sollen künftig einen Teil ihrer Arztrechnung aus der eigenen Tasche bezahlen – und so eher auf teure Behandlungen verzichten. Dies fordert eine Beraterkommission der Bundesregierung.

Das wird letztendlich viele Leben retten. Weil man nicht mehr hingeht. Aber was wir ja jetzt gelernt haben: Frieden – ist anders.

Nochmal, damit es nicht untergeht? Hier:

Nach dieser Definition bedeutet Frieden also zusätzlich das Fehlen einer „auf Gewalt basierenden Kultur“, sowie das Fehlen repressiver oder ausbeuterischer Strukturen.

Wir schießen momentan nicht in Deutschland. Aber wir sterben trotzdem – und Pharmafirmen, Apotheken und Ärzteschaft streiten sich wie ein hungriges Rudel Hyänen um die Beute….und die ist dieses mal sechsmal so hoch wie die Beute, die man durch die Enteignung der Arbeitslosen erziehlt hat. Mit Hilfe dieser Beute hat die BA immerhin einige hoch bezahlte Stellen für persönliche Freunde besetzen können.

Frieden … nochmal … Frieden ist anders. Ganz anders. Aber er macht nicht so viele Leute krank wie Krieg – und an Gesundheit kann man überhaupt nichst verdienen.

Und weil es gerade so paßt, noch ein paar Zitate:

http://www.miprox.de/Sonstiges/Arzneimittel-Tollhaus-Deutschland.htm

Deutsche Chirurgen amputieren bei Zuckerkranken viel zu häufig: In unseren Kliniken werden pro Jahr fast 30 000 Amputationen vorgenommen. „Das sind viel mehr als in anderen europäischen Staaten wie Frankreich, den Niederlanden, Italien und den skandinavischen Ländern“, sagte Hans Henning Wetz von der Universität Münster. „Es könnten 8000 bis 10 000 weniger sein.“ Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Deutschland schon vor Jahren in einer Deklaration aufgefordert, die Amputationen bei Zuckerkranken zu halbieren.

Derzeit werden auf Grund von jährlich vier Millionen „grauen Mammographien“ 100 000 Frauen operiert, die nicht operiert werden müssten, wenn stattdessen mit der Qualität der europäischen Nachbarländer wie zum Beispiel der Niederlande gescreent würde, heißt es in einem Gutachten des Sachverständigenrates für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen. Von den jährlich 100 000 operierten Frauen sterben im Schnitt 4000.

Kein Wunder, dass auch die Zahl der durch Arzneimittel geschädigten Patienten ohne direkte Todesfolge ungeheuer groß ist. So kam Professor Wehling an seinem Mannheimer Institut zu einem nicht weniger skandalösen Resultat: Mehr als zwei Millionen ältere Menschen über 60 Jahre müssen jährlich nur deshalb in Kliniken eingewiesen werden, weil sie von niedergelassenen Ärzten unsachgemäß mit Medikamenten behandelt werden.

Nach Prof. Dr. Peter Schönhöfer, Pharmakologe und seit vielen Jahren Mitherausgeber des unabhängigen Arznei-Telegramms in Berlin, steht zweifelsfrei fest: „Das allgemeine Handlungsprinzip im deutschen Gesundheitswesen ist Betrug.“ Mit einer im medizinischen Fachschrifttum seltenen Deutlichkeit hat sich auch die altehrwürdige Münchner Medizinische Wochenschrift in die gesundheitspolitische Diskussion eingemischt. Unter der Überschrift „Weiße Kittel und schmutzige Hände“ nahm das angesehene Ärzteblatt den Medizinbetrieb als „Unrechtssystem“ ins Visier und zitierte den Leiter der Sonderkommission „Abrechnungsbetrug“ beim Bundeskriminalamt, Raimund Schmidt, mit einer vernichtenden Feststellung: „Die kriminellen Strukturen im Gesundheitswesen sind nur noch vergleichbar mit der ‚organisierten Kriminalität‘.“

Darum möchte ich hier deutlich sagen: Wir befinden uns im Krieg. Es wird gestorben, verstümmelt, vergiftet, betrogen … nur geschossen wird nicht. Wurde aber im Mittelalter auch nicht – und aus der Sicht des Opfers ist mir relativ egal mit welcher Absicht ich umgebracht werden. Afghanistan ist ein Witz gegen das, was einem blühen kann, wenn man zum Arzt geht:

Angesichts der von ihm geschätzten 30 000 Arzneimitteltoten pro Jahr sei nun vor allem die Politik zu raschem Handeln aufgefordert; denn die durch diese Todesfälle verursachten Folgekosten allein beziffert Frölich auf mehr als 30 Milliarden Euro pro Jahr. Noch bizarrer sind die Untersuchungsergebnisse seines Kollegen Wehling, der jüngst in dem angesehenen Fachjournal Deutsche Medizinische Wochenschrift die Vermutung anstellte, dass von den 500 000 Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wahrscheinlich 100 000 verhindert werden könnten, wenn die Patienten nicht die falschen Arzneimittel bekämen.

Das ist nicht nur Krieg, das ist ein Vernichtungskrieg – auch wenn die Weißkittelkrieger noch so freundlich lächeln. Das konnten die Mongolen auch.

Das Wissenschaftliche Institut der Allgemeinen Ortskrankenkassen hat errechnet, dass die Lebenserwartung der Bevölkerung im gleichen Maße sinke wie die Arztdichte in Ballungsräumen zunehme. Der renommierte Medizinpublizist Dr. med. Hans Halter ist auf Grund eigener Nachforschungen zu ähnlich alarmierenden Ergebnissen gelangt: „Bürger, die in einem Gebiet mit vielen Ärzten und reichlich Krankenhäusern wohnen, verwandeln sich rascher in Patienten, werden häufiger operiert, nehmen mehr nebenwirkungsreiche Medikamente und sterben, gemessen am statistischen Durchschnitt, früher.“

Aber anders als in Afghanistan nennen wir dies jetzt auch mal ganz deutlich: Krieg. Damit nicht der nächste Adelige uns in Zukunft wieder sagen kann, wir hätten da etwas verharmlost. Doch dafür wissen wir jetzt auch, warum das alles so teuer ist.

Kriege kosten Geld.

Warum Konzerne keine Verschwörungen brauchen

Manch einer mag lächeln, wenn ich so über die unheimlichsten und schädlichsten Konstrukte der Moderne lästere….die Konzerne.

Nun, früher hätte ich auch gelächelt, weil: das sind ja nur Unternehmen. Bis ich verstanden habe, was das für Unternehmen sind.

Konzerne sind per Gesetz zur Kapitalmaximierung verpflichtet … zu sonst nichts.

Sie sind Personen … mit einem psychopathischen Persönlichkeitsprofil … und dürfen als solche vor Gericht klagen.

Aufgrund steigender Macht durch Zusammenschlüsse und feindliche Übernahmen haben viele von ihnen inzwischen Staaten (auch europäische Staaten) an Finanzmacht überrundet.

Doch Menschenrechte, Fürsorgepflichten, Umweltschutz sind alles Themen, die Konzerne nicht interessieren.

Sie müssen Rendite erwirtschaften, das ist ihr Lebenssinn. Dem müssen sich – auch per Gesetz – im Sinne des Schutzes der Geldanleger – alle Mitarbeiter des Konzerns verpflichten … auch wenn sie an sich nette Menschen sind.

Wenn demokratische Werte, menschliche Werte, soziale Werte mit den Interessen des Konzerns kollidieren,
verlieren sie … immer und überall.

Im Sinne der Renditemaximierung sind Datenschutz, Kündigungsschutz, Arbeitsplatzsicherheit Werte, die sich unterordnen müssen……darum sind für Konzerne auch prinzipiell diktatorische Strukturen viel interessanter – und auch der netteste Konzernherr wird sich dem Trend nicht entziehen können, denn jedes Quartal wird auch er nur nach einem beurteilt: nach dem Ertrag. Stimmt der, wird er reich, stimmt der nicht, wird er arbeitslos….war für Angestellte jeder Stufe in seiner Firma ebenfalls gilt.

Das ist ein vollkommener Selbstläufer, ein nicht zu regulierender Automatismus.

Menschen, die Konzerndenken übernommen haben, sehen klar, das Menschen nur Kosten auf zwei Beinen sind und die Demokratie der Hemmschuh der Kapitalmaximierung.

Darum produzieren sie lieber in Sonderwirtschaftszonen – in denen sie selbst nie würden arbeiten wollen.

Es ist eine Mechanik, die dort wirkt, die aus einem Konzern mitlerweile grundsätzlich ein schädliches
Konstrukt macht … und darum kann es keine Hoffnung auf Besserung geben, solange diese Konstrukte erhalten bleiben. Sie funktionieren wie Uhrwerke um ihren obersten Wert zu erfüllen.

Volkswirtschaftlich sind sie eher schädlich, aber ihr Einfluß auf Politik, Medien und Wirtschaft ist wesentlich größer als der des „Mittelstandes“ … und ihre Methoden sind per se skrupelloseer.

Implementiert man „Konzerne“ in eine gesunde Volkswirtschaft, werden sie wie Krebsgeschwüre wachsen, ganz automatisch immer mehr Geld mit immer weniger Menschen (weil die ja nur Kosten auf zwei Beinen sind) machen, dabei alle Konkurrenz schlucken … oder fusionieren, um gemeinschaftlich noch effektiver zu werden, d.H. noch mehr Gewinn mit noch weniger Menschen.

Die Folgen sind Arbeitsplatzverlust, schwindende Staatseinnahmen und ein fortschreitender Übergriff auf politische, juristische und mediale Machteliten zum Zwecke der Gewinnmaximierung.

Das volkswirtschaftliche Gleichgewicht gerät aus den Fugen, der Staat selbst wird immer mehr zur Marionette … außer den wenigen ganz großen Staaten, die gerade mal noch etwas mehr Wirtschaftskraft haben als ein einzelner Konzern.

Diese Mechanik funktioniert auch ganz ohne Verschwörungen, da braucht man keine Preisabsprachen … weil automatisch alle Konzerne bei anstehenden Entscheidungen in die gleiche Richtung marschieren – wo es die meiste Rendite gibt.

Und die gibt es in chinsesischen oder mittelamerikanischen Sonderwirtschaftszonen, die machen das T-Shirt billiger und die Volkswirtschaften in den Industrieländern überflüssiger … was dann dort in Arbeitslosigkeit ausartet.

Die Agenda 2010, die Globalisierung … alles Produkte von Konzerninteressen, Ergebnisse des aboluten Renditemaximierungsgebotes.

Fast schon eine Aufgabe für ein Philosophieseminar … der Obersatz und seine notwendigen logischen Ableitungen, seine Konsequenzen für Wirtschaft, Politik, Medien, Gesellschaftsordnung.

Konzern und Demokratie, Konzern und Sozialstaat müssen irgendwann zwangsläufig aneinandergeraten.

Das aber wird kein lauter Knall, keine Konzernbrigaden werden sich Gefechte mit Regierungstruppen vor der Hauptstadt liefern.

Das läuft leise. Konzentration der Medienmacht ist ein Schritt dazu. Lobbyismus ein anderer. Korruption – auch ganz öffentlich durch Pöstchenverteilung in Aufsichtsräten ein weiter.

Und das ganz tolle dabei ist: es gibt in diesem Prozeß gar keine „Bösen“, denn alle tun nur ihren Job…und tun ihren „Freunden“ manchmal einen „Gefallen“ – war an sich ja auch nichts Böses ist.

Er funktioniert ganz ohne oberböse Illuminaten aufgrund der gesetzlich verankerten Mechanik des Konstruktes „Konzern“….der auch nur tut, wozu er geschaffen ist.

Deshalb sollte man sich nicht wundern, das Banken momentan nichts dazuzulernen scheinen. Alle kleinen Konzernameisen und alle großen Konzernameisen müssen per Gesetz und Arbeitsvertrag in die gleiche Richtung marschieren.

Und das Ergebnis ist: 25 & Rendite … um jeden Preis.

Somit wird die Krise nur zu einer größeren Konzentration von Marktmacht in noch weniger Konzernen führen … auch nichts Gesundes für eine Marktwirtschaft.

Und für eine Volkswirtschaft erst recht nicht.

Kinder sind Killer. Unternehmen auch.

Kinder sind Killer … das ist natürlich ein harte Wort. Ein Wort das man nicht gerne hört. Man denkt an U-Bahn-Schläger, an Mißhandlungen auf Schulhöfen, an Amokläufe und diverse unöffentliche Morde am Rande – doch das ist diesmal nicht gemeint.  Gemeint ist das, was das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ laut Nachrichten bei t-online nun veröffentlicht: Kinder sind Karrierekiller.

http://eltern.t-online.de/karrierekiller-kind-erfahrungsberichte-von-muettern-/id_42140536/index

In Umfragen geben sich Deutschlands Unternehmen familienfreundlich, preisen Betriebskitas und Teilzeitangebote an. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Spiegel Online dokumentiert die Erfahrungsberichte berufstätiger Frauen. Deren Fazit: Kindererziehung bedeutet oft das Ende der Karriere.

Die einzelnen Fälle mag ich mir nicht antun. Das brauche ich auch nicht, kenne ich doch aus den Bereichen der pharmazeutischen Industrie genug Beispiele für die Angst der Lumpen vor den Kindern.

Deutschland ist ein soziales Land, ein Land, das versteht, das die Erziehung von Kindern wichtig ist, das sie die Lebensqualität eines ganzen Landes über Jahrzehnte bestimmt. Geht da was schief – wie momentan – haben wir mehr Kinder ohne Schulabschluß, mehr ungewollte Schwangerschaften bei Teenagern, mehr Amokläufe, Diebstähle, brutale Schlägereien … und eine ziemlich düstere Zukunft, wenn die mal erwachsen sind.

Wir als Deutsche waren einst auch führend auf dem Gebiet der Pädagogik, wir wußten, wie wichtig der Schonraum Kindheit für die Heranwachsenden ist … auch um die unreflektierte Begeistung für abenteuerliche Kriege zu bremsen.  Auch das scheint – nebenbei bemerkt, nicht mehr so zu funktionieren. Aus diesem Land ist mitlerweile ein Land der Kinderfeinde geworden … und man sollte sich nicht wundern und empören, wenn auf einmal Leute sehnsüchtig nach dem Dritten Reich schielen wo die Wertschätzung von Kindern eine andere war. Sicherlich … die Gründe für diese Wertschätzung waren nicht schätzenswert, aber die Pläne dahinter sah der kleine Mann auf der Straße nicht.

Auch heutzutage sieht er nicht die Pläne dahinter … aber vielleicht gibt es auch gar keine. Vielleicht ist alles nur ein Ergebnis des betriebswirtschaftlichen Renditedenkens … und im Rahmen des Renditedenkens sind Kinder „unwertes Leben“.  Wenn sie in ein Alter kommen, in dem sie konsumieren können, werden sie als Kunden interessant, aber ihre Hilfebedürftigkeit vor allen Dingen in jüngsten Jahren ist der Industrie ein Dorn im Auge … ebenso wie die Tatsache, das die Mütter einen besonderen Schutz des Staates genießen.

Die Maßnahmen der Firmen sind da auch recht einfallsreich. Die schwedische ASTRA GmbH (heute in der Form nicht mehr vorhanden) hatte damals als erfolgreichster Konzern auf deutschem Boden die Neigung, Frauen erst gar nicht für den Pharmaaußendienst einzustellen. Das hielt sich bis in die neunziger Jahre … wurde jedoch nie in den Medien berichtet. In den Medien tauchten nur Berichte über ihren Geschäftsführer Andreas Feulner auf, der in den Verdacht kam, an gewissen Partys teilgenommen zu haben, bei denen die Mitarbeiterinnen des US-Ablegers ihren Chefs zu Diensten sein durften.  Ähnliche Dienstleistungsansprüche durfte ich bei einem Münchener Konzern beobachten, wo ein Geschäftsbereichsleiter Tagungen als Swingerclub für sich selbst definierte … erst Recht sehr häßlich, wenn man bedenkt, das das alles Versicherungsgelder sind, die solche Szenen möglich machen.

Weniger öffentlich aber dafür auch kaum angreifbar war die Strategie eines US-amerikanischen Megakonzerns, der während der sechs-Augen-Vorstellungsgespräche eine ärtzliche Bescheinigung verlangte, die bestätigte, das Frau keine Kinder mehr bekommen konnte.  Nach Übergabe der Bescheinigung an den zuständigen Regionalleiter gab es dann den Arbeitsvertrag von der Zentrale.  So kam manche Frau erst durch Operation zu einem Arbeitsvertrag. Wäre da mal was an die Öffentlichkeit gelangt, hätte man es dem Regionalleiter in die Schuhe geschoben – es wäre sein Privatvergnügen gewesen, das die Firma selbstverständlich nicht tolerierte.

Warum so etwas nicht an die Öffentlichkeit gelangt, wundert mich nicht.  Aussage gegen Aussage … und wem fällt schon auf, das es Unternehmen gibt, in denen keine Frau Schwangerschaftsurlaub nimmt? Solche Daten sind ja auch geschützt.

Insofern sind Kinder Karrierekiller … aber auch Unternehmen Kinderkiller. Die Praxis, Frauen schlecht zu behandeln, zu benachteiligen, zu schmähen und drangsalieren weil sie Kinder bekommen und nicht zu 100 % nur dem EINEN GOTT dienen, dem UNTERNEHMEN, führt letztlich dazu, das sich niemand mehr traut, Kinder in die Welt zu setzen.

In einem der reichsten Länder der Erde sind Kinder das größte Armutsrisiko geworden … und jeder normale Mensch würde sich wundern, wie sich denn die Deutschen ihre Zukunft vorstellen, wenn bei ihnen kein Platz mehr für Kinder ist.

Die Deutschen stellen sich ihre Zukunft gar nicht mehr vor. Sie gehorchen. Das konnten sie schon immer gut. Und hinter der Fassade der Demokratie ist halt die brutale Realität des Wirtschaftslebens … und die ist sehr häßlich. Hier weicht die Demokratie sehr schnell feudalen Strukturen die bis ins Privatleben hineinreichen.  Es gibt auch Chefs, die sich gerne mit den Frauen der Mitarbeiter vergnügen…….wenn der seinen Arbeitsplatz wirklich behalten will.

Und die Konzerne … haben immer Zukunft. Der Deutsche wird verschwinden, untergehen als aussterbende Art, die sich nicht den veränderten Umweltbedingungen anpassen konnte. Diese veränderten Umweltbedingungen hätten verlangt, das er aufsteht und deutlich NEIN sagt zu der Hatz auf Kinder in seinem Land. Stattdessen sagte er JA zu Hartz für Kinder in seinem Land … wodurch wieder zwei Millionen junge Menschen aus dem normalen Leben herausfielen, weil ihre Eltern arbeitslos geworden waren.

Wir zahlen alle den Preis für diese Asozialitäten von Unternehmen.  Wir zahlen in in Form von Hartz IV, Beschädigungen durch Vandalismus, Amokläufe, zunehmend Brutalität von zunehmend hoffnungsloser werdenden jungen Menschen, die dafür bestraft werden, das Mama keine Arbeit bekam, weil sie ihre Gebärmutter behalten wollte … überspitzt formuliert.

Soweit sind wir schon – und wenn keiner NEIN sagt, ist das noch längst nicht das Ende der Abwärtsspirale.

Und wer denkt, die hört auf, wenn die Deutschen ausgerottet sind, der irrt. Der Konzern wird weiter in diesem Land sein Unwesen treiben, auch wenn seine Mitarbeiter kein Deutsch mehr sprechen. Konzerne werden nicht alt, sie erkranken nicht und bekommen keine Kinder.

Dafür machen sie Menschen alt, krank und kinderlos … und beuten diese Tatsache bis zum letzten Cent aus.

Wer hat eigentlich jemals dafür gestimmt, das wir so leben wollen?

 

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