Kommunismus

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Der Tod des Kommunismus, der Demokratie, der Liebe und der Welt durch … Korruption und Materialismus

Deutschland atmet auf:  laut Spiegel wird wieder GELD verteilt:

Die Besitzer von Dax-Aktien können sich freuen: Laut einem Zeitungsbericht werden die 30 größten börsennotierten Konzerne Deutschlands im Frühjahr insgesamt 25 Milliarden Euro Dividende ausschütten. Damit ist der Rekordwert aus dem Boomjahr 2007 schon fast wieder erreicht.

So eine Botschaft ist zu diesem Zeitpunkt gern gesehen. Weihnachten steht vor der Tür … und da kriegen laut Manager-Magazin nicht nur Kinder leuchtende Augen:

Der Einzelhandel setzt im Weihnachtsgeschäft voll auf Menschen mit hohem Einkommen. Offenbar zu Recht: Kauflustige Gutverdiener könnten die ganze Branche für die Entbehrungen vergangener Jahre entschädigen, erwarten Experten. Die Vorlieben Gutsituierter spielen manchen Branchen besonders in die Hände.

Die Zahl der Menschen, die von diesem Wohlstand profitieren, steigt ständig. Es gibt immer mehr Menschen, die immer mehr Geld haben und immer mehr Menschen, die immer weniger haben, aber über die … reden wir nicht. Jedenfalls meint dies Hubertus Heil von der SPD in der Welt:

Heil: Ende 2010 müssen wir nicht mehr über die Agenda 2010 diskutieren, sondern müssen das kommende Jahrzehnt in den Blick nehmen. Wenn wir richtig handeln, kann Deutschland bis 2020 Vollbeschäftigung erreichen. Ich halte es für möglich, dass wir in fünf Jahren weniger als eine Million Arbeitslose haben.

Ein ungeahnter Wohlstand bricht über uns herein … über manche von uns. Erinnert irgendwie an den Katholizismus, der seinen Freunden auch immer ein paar Heilige vorgeführt hat, die jetzt schon da sind, wo wir alle mal hinkommen werden. Das Prinzip ist immer dasselbe: in der Zukunft machen wir für euch alles heil.

Katholizismus ist eine Strömung, die deutlich zunimmt, ebenso wie auch der Islam. Kommunismus, ein weiterer Kandidat von „in Zukunft machen wir alles heil“, verabschiedet sich gerade. Wenn man Materialismus predigt, sollte man auch genug produzieren können, um sich viele Leute mit Geschenken kaufen zu können – so haben die Kolonisatoren auch Fuß gefaßt – mit Glasperlen. Deshalb siegte die kapitalistische Strömung des Materialismus über die kommunistische Strömung – schlichtweg einfach durch Korruption. Man kauft einfach ganze Volksschichten sowie alle Funktionseliten und schon hat man die Kontrolle.

Viele freuen sich ja, das der Kommunismus tot ist. Soll ja nicht so lustig gewesen sein, in dem real existierenden Sozialismus. Gab halt keine Glasperlen … und deshalb lief das Volk in Scharen davon, sobald es die Gelegenheit hatte.  Das Volk will Brot und Spiele – jedenfalls in Zeiten spätrömischer Dekadenz. Dabei müßte jedem klar sein, der den demokratischen Ansatz bis zum Ende durchdenkt, das die ideale Demokratie sich vom Utopia des Kommunismus kaum unterscheiden kann – ohne wirtschaftliche Souveränität des Individuums nützt ihm die politische Souveränität wenig … was der Bürger tagtäglich erleben kann. Wer zahlt, befiehlt ist ein geflügeltes Wort, das sogar bei medizinischen Studien Gültigkeit hat … obwohl dort Menschenleben auf dem Spiel stehen.

Insofern bedeutet das Ende der Utopie des Kommunismus (der sich übrigens auch kaum von einer idealen urchristlichen Gesellschaftsform unterscheiden dürfte) auch das Ende der Utopie der Demokratie, die nicht stirbt, weil die Menschen davon überzeugt sind, das die Idee doof war, sondern, weil sie den Sinn dahinter nicht mehr sehen.

Insofern nützt auch es nichts, wenn man dem Volk noch so viel wirtschaftliche Vernunft um die Ohren haut, wie es das Handelsblatt versucht:

Fast eine Billion Euro an Vermögen haben deutsche Unternehmen seit 2003 im Ausland angehäuft. Die Hälfte davon hat sich verflüchtigt

Über Jahrzehnte haben die deutschen Unternehmen das gemacht, was ihre Aufgabe ist: Sie haben zusätzlich zu ihren einbehaltenen Gewinnen Finanzmittel aufgenommen für die Realkapitalbildung, ihre Netto-Investitionen waren immer höher als ihr Sparen, sie hatten daher ein Finanzierungsdefizit.

Das änderte sich ab 2003: Die Gewinne der Unternehmen stiegen deutlich an, in erster Linie als Folge sinkender Reallöhne. Statt ihre Investitionen zumindest in gleichem Maß zu erhöhen, akkumulierten die Unternehmen Finanzkapital: Sechs Jahre in Folge haben sie nun schon Finanzierungsüberschüsse. Diese legten sie primär in Form von Bankeinlagen, Aktien und Finanzderivaten an.

In aller Öffentlichkeit kann man die Ausplünderung der deutschen Wirtschaft im Detail darlegen, kann aufzeigen, das dieses Land keine Zukunft mehr haben kann, wenn es so weiterläuft und das Vermögen im Ausland einfach verbrannt wird … es ändert nichts.

Ähnlich müssen sich die Dorfältesten der Indianer gefühlt haben, als sie dem Dorf versucht haben klar zu machen, was geschieht, wenn man dem weißen Mann seine Jagdgründe für Glasperlen verkauft.

Unsere Glasperlen sind Plasmafernseher, I-Pods und Autos … was uns auf  die Idee bringen darf, das wir für irgendjemanden Indianer sind, die man mit Glasperlen besticht.

Es ist somit auch eigentlich nicht der Kapitalismus, der seinen Siegeszug angetreten hat. Der Kapitalismus als solcher mag so marode und voller Systemfehler sein wie Marx es prophezeit hat und deshalb regelmäßig von selbst zusammenbrechen. Hinter dem Kapitalismus steckt jedoch der Materialismus – und in dem der Kommunismus ebenfalls dem Materialismus huldigt, hat er ihm zusätzlich Macht gegeben.

Der Materialismus hat aber keinen Platz für Ideale. Und denkt man den Materialismus weiter, so ist ihm in seinem Utopia eine Welt voller seelenloser Maschinen wohl lieber als eine Welt voller glücklicher individueller Menschen. Wenn Mitleid, Nächstenliebe, ja – Liebe überhaupt – nur (Fehl)Funktionen des Gehirns sind, gibt es keinen Grund mehr, unnütze Esser an der politischen Entscheidungsfindung zu beteiligen, noch macht es irgendeinen Sinn, unnütze Esser überhaupt am Leben zu erhalten. Insofern ist Ausschwitz als Symbol ein Sinnbild für die Zukunft der Menschheit jenseits der Demokratie – aus der einfachen und im Übrigen strikt vernünftigen notwendigen Lösung des Problems, wie man unnötiges Menschenmaterial kostengünstig entsorgt, ohne sie einfach verdursten und erfrieren zu lassen (was eventuell auch teurer wird, wenn man die Bewachungskosten mit einrechnet).

Und insofern ist Weihnachten, wie wir es feiern und verstehen, das Fest des Triumphes des Materialismus über alle Ideale und über alle Menschlichkeit. Dort feiern wir seine Gaben, sein Paradies und seine Heilsversprechungen…..und darum sind wohl Weihnachstfeiern für sensible Menschen so ekelerregend, denn gleichzeitig feiern wird dort … den Tod der Liebe in der Welt.

Das aber Kinder und Demokratie immer mehr schwinden, sollte einen da nicht mehr wundern – beide brauchen die Liebe der Menschen zu ihnen.

Andererseits sollte einen das Erstarken des einst totgesagten Islam in den ehemaligen Ländern der Sowjetunion nicht sonderlich irritieren – durch den Verrat an dem Idealismus, durch die unheilige (und unnötige) Allianz von Kommunismus und Materialismus wurde Kommunismus zu einem ausführenden Organ und hat selbst keine liebenswerte Substanz mehr gehabt … denn die Liebe zur Arbeiterklasse, die Liebe zu Idealen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ist ein unverzichtbares Motivationsmoment, um sich mit seinem ganzen Leben in den Kampf für diese Ideale  zu stürzen.

Wo aber diese Liebe nicht mehr vorhanden ist, triumphieren die Glasperlen – wie bei allen anderen normalen Menschen auch. Deshalb triumphiert Disney über Marx … bei Disney ist einfach mehr Zauber (Liebe, wenn man so will) drin. Und darum sind Kommunisten so hilflos angesichts des Untergangs ihrer Ideale.

Die Menschen selbst handeln ebenfalls strikt vernünftig. Wie Kant in seiner Kritik der praktischen Vernunft detalliert bewiesen hat, gibt es ohne Gott keinen vernünftigen Grund zum moralischen Handeln. Ist Gott also tot (eigentlich DIE Kernbotschaft des in diesem Moment an sich selbst religiösen Materialismus), können die Öfen ungehindert lodern.

Das alles ist natürlich nicht zu kritisieren, denn der Mensch ist ein freies Wesen und darf sich die Welt, in der er leben möchte, nach freien Stücken frei entwerfen. Das wir das können, erleben wir jeden Tag … sofern finanzieller Mangel (oder unser Chef und seine Ansprüche an uns) nicht gerade unsere Freiheit Grenzen setzt.

Was den pingeligen  Eifelphilosophen da stört, ist eher die falsche Begrifflichkeit, in der sich die Menschheit bewegt. Wenn sie um das goldene Kalb tanzen wollen, dann sollen sie ein goldenes Kalb anbeten und keine christliche Weihnacht feiern. Sollen sie offen und bewußt ihre Liebe auf dem Götzenaltar des Baals opfern und ihre Kinder zum Zwecke der Renditesteigerung seiner Feuerrutsche übergeben ( im Kampf gegen diese Form von Religion hat sich, nebenbei bemerkt,  dereinst das Judentum herausgebildet)  denn dann bin ich mir auch sicher, das sie genau wissen, was sie für ihren Fernseher, ihr Handy und ihren I-Pod eigentlich opfern.

Und dann … darf ich die stärkste Religion der Welt, den Katholizismus, gezielt fragen, was sie denn gegen diesen weltweiten, die göttliche Schöpfung in ihrer Substanz direkt angreifenden und vernichtenden Teufelskult (der im Bohemian Grove einen interessanten Kumulationspunkt hat) zu tun gedenkt bzw. warum sie diesem Treiben so tatenlos zusieht. Nicht das ich eine Antwort erwarte (die bekommen wir gerade zur großen Beunruhigung des Konzernkapitals aus dem islamischen Raum), aber ich hätte dann das Recht, die Frage zu stellen, wieso wir das größte Artensterben seit 65 Millionen Jahren als gottgewollten Fortschritt deuten sollen. Den Materialismus brauche ich da nicht fragen, ihn interessieren „Arten“ nicht. Ein Erdball aus grauem Matsch, wie ihn manche als logisches Ende der technischen Entwicklung voraussagen, wäre ihm auch recht, da er mit Ästhetik, der Freude an Formen (oder Klängen, Gefühlen, Gerüchen) auch nichts am Hut hat.

Ein Jahr schwarz-gelb und der heiße Herbst der Gewerkschaften

Nun haben wir ja ein Jahr schwarz-gelb.  Das vorläufige amtliche Endergebnis? Die FDP kommt wahrscheinlich nicht mehr in den Bundestag, wenn jetzt gewählt werden würde, dafür bekommen die Grünen bald ihren ersten Ministerpräsidentenposten.

Jeden, der Hartz IV bekommt wird das jetzt ängstigen. Noch eine „Sozialreform“ weiter und man findet sich im Massenschlafsaal in ungeheizten Sporthallen wieder, bis die „Maßnahme“ beginnt.

Erinnert man sich zurück, so ist doch eigentlich alles halb so schlimm geworden. Für Hartz-Abhängige zum Beispiel … da war mal eine Regelsatzkürzung auf 120 Euro im Gespräch. Kann sich noch jemand daran erinnern? Jetzt gibt es fünf Euro mehr … und das Geschrei ist genauso groß wie zuvor. Gut … die gewaltsame Reduzierung der Wohnkosten wird die Reduzierung für viele bald erledigen, vor allem wenn die Modernisierungskosten auf die Mieter abgewälzt werden – aber das werden dann ja die Gemeinden entscheiden, das entscheidet nicht die Regierung.

Ein schlauer Zug eigentlich – gegen tausende von kleinen Gemeinden, die sich eigenständige Gemeinheiten und Grausamkeiten ausdenken, kann sich schlecht eine Gegenwehr bilden, zumal viele Gemeinden auch sehr großzügig mit der Hartz IV – Gesetzgebung umgehen und so gar keine Angriffspunkte bieten – was ja auch mal ein Kritikpunkt von Akademikerseite war:  die Beamten und Angestellten der ARGEn würden nicht hart genug durchgreifen, ließen mal irgendwelche ansonsten kaum bekannten Professoren verkünden.

Nach einem Jahr schwarz-gelb haben wir vor allem: einen Riesenaufschwung. Alles soll steigen, allen voran die Wochenarbeitszeit auf 45 Stunden, gefolgt von den Krankenkassenbeiträgen, diversen Beiträgen für Kindertagesstätten, Abwassergebühren, Stromkosten, Bankgebühren sowie Ordergebühren bei Onlinebrokern.

Auch die Preise für Gold und Aktien erreichen wieder neue Höhen … was man wohl vor allem Aufschwung nennt.  Den USA geht es schlecht, das kann man aber kaum schwarz-gelb anrechnen, dafür aber die Umdefinition des Afghanistaneinsatzes in einen „Krieg“, wobei man vergessen hat, das „Kriege“ normalerweise zwischen annähernd gleichstarken Gegnern stattfinden, für das, was in Afghanistan stattfindet, gab es früher schon andere Begriffe: „Strafexpedition“, „Überfall“, „Kolonialisierung“ sind da Wörter, die mir spontan in den Sinn kommen.

Den Aufschwung allerdings verdanken wir auch nicht schwarz-gelb, da hat Bundeskanzler Schröder extra drauf hingewiesen, hier im Handelsblatt:

Kritiker warfen ihm vor, seine Reform der Sozialsysteme sei handwerklich nicht gut gemacht gewesen. Sieben Jahre später schlägt Altkanzler Gerhard Schröder zurück – und reklamiert das derzeitige Wirtschaftswachstum für sich.

Ohne die damaligen Reformen würde Deutschland dort stehen, wo derzeit die Nachbarn stünden, die keine Reformen angepackt hätten, sagte Schröder. In Frankreich etwa müsse die Regierung jetzt die notwendigen Einschnitte machen. Enttäuscht sei er aber über die teilweise Abkehr der SPD von der Rente mit 67.

Lob kriegt Herr Schröder von dem Herrn Glos, CSU, der Schröder zu früheren Zeiten laut Wikipedia schon mal eine „richtige Sau“ genannt hat – was er als Kompliment gemeint haben soll.  Die Fünzig-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich samt Rente mit 80 scheint in gewissen gesellschaftlichen Kreisen akzeptabel zu werden – solange man selbst ein anderes Leben leben kann.

Ein deutlicher Erfolg von schwarz-gelb ist ja die Eleminierung von Roland Koch. Was der SPD nicht gelungen ist, erledigt Merkel von alleine.  Hier zeigt sich auch, das Rente mit 67 nichts für Führungskräfte ist, Roland Koch ist als Nachfolger von Norbert Bodner im Gespräch, der jetzt 62 ist und im nächsten Jahr ausscheidet, so das Handelsblatt.  Ein spannender Wechsel, den bei Bilfinger Berger lebt Roland Koch immer noch vom Geld der Steuerzahler, das er dem Baukonzern zuvor großzügig gespendet hatte.

Bilfinger Berger, bekannt durch die Eliminierung des historischen Kölner Stadtarchivs, bewirbt sich ja jetzt für Stuttgart 21, so daß Roland Koch vor Ort mit dem bekannten Pfusch am Bau sogar für ein absolutes Ende des Projektes sorgen könnte.

Solche möglichen Entwicklungen zeigen auch, warum schwarz-gelb sich nicht groß fürchten braucht, auch wenn der Spiegel spottet:

Was waren das für 365 Tage. Union und FDP träumten immer von einer schwarz-gelben Regierung – jetzt feiert sie ihr Einjähriges, und der Traum liegt in Trümmern. Wie konnte es so weit kommen?

Am Ende bekommt doch jeder, was er verdient. Jedenfalls jeder … der „in“ ist, “ dazu gehört“, ein „Promi“ ist und die Arbeitgeber nicht ärgert. Die haben jetzt erstmal den Aufschwung für Löhne abgesagt, so das Manager Magazin:

Die Wirtschaft in Deutschland wächst kräftig. Führende Arbeitgebervertreter jedoch lehnen Lohnerhöhungen für die Belegschaften rundweg ab. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle dagegen wirft sich für die Arbeitnehmer in die Bresche und fordert einen spürbaren Aufschlag.

Während Kanzler Schröder noch die „vernünftige Lohnpolitik“ der Gewerkschaften lobte, fällt hier der Brüderle ganz ins sozialistische Umverteilungsdenken zurück. Da sieht man mal, welche Nebenwirkungen das Unterschreiten der Fünf-Prozent-Hürde hervorrufen kann.

Ein Jahr schwarz-gelb hat uns den Ausstieg vom Einstieg in den Ausstieg der friedlichen Nutzung der Kernenergie gebracht – was eigentlich keine Überraschung ist, angesichts der momentan modernen Klimakatastrophengeschichten hatte Schweden das immerhin dreißig Jahre alte Verbot des Neubaus von AKW´s beschlossen, da konnte man sich schon denken, wohin die Reise geht. Rotgrün hätten es nicht anders gemacht – nur anders formuliert. Es steckt viel Geld im AKW-Geschäft – auch viel Steuergeld – und es verdienen so viele Leute so gut daran, das man darauf nicht würde verzichten wollen.

Was auch wiederkommt, ist der Schwulenhass, das muß aber nichts mit Guido Westerwelle zu tun haben. Allerdings vermisse ich diesen Zusammenhang etwas. Die Gesellschaft marschiert – wenn man den Studien glauben darf – stramm nach rechts außen … das jedenfalls scheint die Debatte um Sarrazin gezeigt zu haben.

„Rechtsaußen“ hat aber auch Nebenwirkungen, was zum Beispiel der Rolle der Frau oder der „Schwuchteln“ in der Gesellschaft angeht. Kinderlose Kanzlerin und schwuler Außenminister … das geht dann nicht mehr. Da müssen dann richtige Führerpersönlichkeiten her, am besten noch adelig, denn die wußten ja schon immer am Besten, wo es langgeht. So prophezeit der Spiegel:

Es ist seine politische Meisterprüfung: Stemmt Verteidigungsminister Guttenberg die Bundeswehrreform, stehen ihm wohl alle Ämter offen – auch die Kanzlerschaft.

Wie man mit einer Winzpartei in Bayern Kanzler werden soll, erschließt sich mir noch nicht so ganz – aber ich gehöre auch zu den Leuten, die nie ganz verstanden haben, wie Conan der Barbar Gouverneur von Kalifornien werden konnte.  Andererseits … wenn der Glos schon den Schröder so lobt, dann gibt es in diesem Land vielleicht ja auch ganz andere politische Möglichkeiten.

Ein Jahr schwarz-gelb beschehrt uns die unbeliebteste Regierung der Geschichte der Bundesrepublik … und den brutalsten Polizeieinsatz gegen Bürger seit Jahrzehnten – wenn nicht sogar den brutalsten Polizeieinsatz in der Geschichte der BRD überhaupt …. aber das wird ja schnell vergessen, die ersten Verharmloser sind ja schon unterwegs: Wackersdorf, Startbahn West, Republik Freies Wendtland – die Urväter der Grünen beanspruchen die Erfahrung von Polizeigewalt für sich.

„Merkel weg“ – skandiert das Volk. Die Partei, die aus Arbeitslosen unmenschlichen Parasiten gemacht hat, freut sich schon – auf ihre Rolle als Juniorpartner der Grünen.

Kein Wunder das der heiße Herbst der Gewerkschaften ins Wasser fällt. Der sollte ja gestern beginnen. Hat jemand was gemerkt – außer das Bahnangestellte mehr Geld wollen?

Irgendjemand was mitbekommen von der Riesenschlacht der Gewerkschaften gegen den Asozialstaat? Ob die sich wirklich gegen die Politik von Aufschwung, Fortschritt und Schröder stemmen? Nein, wieso auch. Geht es dem Konzern gut, geht es der Gewerkschaft gut. Mit Parolen aus der Gründerzeit kann man in Zeiten der Langzeitarbeitslosigkeit wenig Land gewinnen und von dem „Sozial“Partner der Arbeitgeber kann man wenig wirklich ernst gemeinte Unterstützung erwarten.

So war merkte man auch bei … Hartzkritik, hier bei gegen-hartz.de:

Welch ein Aufschrei der Gewerkschaften hallte durchs Land, als Report Mainz die Lohndrückerei durch die neue Anweisung der Bundesagentur für Arbeit (BA) aufdeckte. Merken sie was? Sie haben nichts gehört? Wie auch! Außer der Randnotiz in dem Report-Bericht der Gewerkschaft NGG Südwest, also einer Regionalvertretung der Gewerkschaft, ist nichts von den Gewerkschaften zu vernehmen. Während zum Segen der Arbeitnehmer immerhin ein zwischenzeitliches Urteil den sogenannten christlichen Gewerkschaften ihre Tariffähigkeit abspricht, sind DGB und Konsorten in Bezug auf diese BA-Anweisung abgetaucht und wollen wohl auch keine Stellung beziehen.

Die Internetseite Hartzkritik.de hatte beim DGB um eine Stellungnahme zu der BA-Anweisung gebeten. Erst Tage später kam eine lapidare Absage, dass eine Stellungnahme seitens des DGB nicht möglich sei.

In Zeiten der Massenarbeitslosigkeit wird aus den Gewerkschaften die Interessenvertretung der „reichen“ Vollzeitarbeitskräfte.

Aber gut, das diese ganzen Themen jetzt der Vergangenheit angehören. Die Krise ist vorbei, Arbeitslosigkeit ist ein Thema von vorgestern, weshalb Hartz IV ja auch für viele kein Thema mehr ist.

Uns erwartet eine Zukunft mit Bundeskanzler von Guttenberg, Außenminister Cem Özdemir und Innenminister Sarrazin (letztere soll ja „beim Volk“ genauso beliebt sein wie Guttenberg).  Nur wie das konkret organisiert wird, bleibt noch offen.

Ob wir uns dann nicht an die guten Zeiten von Westerwelle und Merkel zurückerinnern werden? Immerhin, Steinmeiers Kommentar (“ schwarz gelb war nichts, wird nichts“) kann auch positiv verstanden werden: Nichts ist manchmal besser als Etwas … schlechtes. Und das schlechte breitet sich gerade weiter aus, siehe Welt:

Das Gesundheitssystem, Kommunismus in Reinform

Die Gesetzliche Krankenversicherung ist organisierte, kollektive Verantwortungslosigkeit. Dieses System macht uns eher kranker als gesünder.

Es ist eine Ironie der Geschichte, dass der Kommunismus in seiner reinsten Form gerade in unserem sozialmarkt-kapitalistischen System in den 1950er Jahren entstanden ist, aber keineswegs geschaffen von Sozialrevolutionären, sondern von Bundeskanzler Adenauer, dem Antikommunisten par Excellenze.

Die Furcht vor einem kommunistischen Mob, wie er ihn in den 1920er Jahren erlebt hatte, war sein Motiv, die Bestie bis zur Trägheit zu mästen. Sein sozialistisch geprägter CDU-Arbeitsminister Anton Storch legte daher 1955 die Grundlagen für ein Gesundheitswesen, wie es sich idealistische Kommunisten 100 und 200 Jahre zuvor in ihren Wunschträumen ausgemalt hatten. Es konnte allerdings nur in einem Sozialstaat mit gesetzlich verordneter Solidarität funktionieren, der starken Schultern mehr aufbürdet und schwache entlastet.

Dann wird es wohl mal Zeit, das die CDU mit ihrer sozialistischen Vergangenheit aufräumt, womit der SPD die Rolle als Vernichter des Gesundheitssystems zukommt. Seltsame Rollenverteilung – aber sie funktioniert. Zumindest kennen wir jetzt die „Baustelle“ der zukünftigen „Alternativregierung“ zu Merkel: der alternativlose antikommunistische Kurs der Agenda 2010 muß fortgesetzt werden.

Und welche Partei man dann noch wählen kann? Nun, vielleicht hilft Münzen werfen bei der Entscheidung. Das Ergebnis … wird die wohl Realpolitik nicht beeinflussen, allenfalls darf man mitbestimmen, wer die Grausamkeiten servieren darf und als Belohnung dafür im Alter in der Wirtschaft seinen Versorgungsposten bekommt. Wie ich höre, bewerben sich die Linken jetzt auch für das System.

Wahlmüdigkeit und Auswanderungswellen … wundert das noch jemanden?

Esoterik und Faschismus … und die Feinde der Demokratie und die neuen Juden

Es gibt Themen, bei denen man nahezu wirklich an der Menscheit verzweifeln kann – aus vielen verschiedenen Perspektiven heraus. Esoterik ist eins dieser Themen – und Faschismus ein anderes, wobei letzteres auch real meßbare politische Folgen für die offene Zivilgesellschaft hat. Aber – kümmern wir uns erstmal um die Begriffe und nehmen heute mal Wikipedia als Definitionsgrundlage – damit auch alle über das Gleiche reden:

Esoterik (von altgriechisch ἐσωτερικός: esōterikós: „innerlich“) ist in der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs eine philosophische Lehre, die nur für einen begrenzten „inneren“ Personenkreis zugänglich ist – im Gegensatz zu Exoterik als öffentlichem Wissen. Andere traditionelle Wortbedeutungen beziehen sich auf einen inneren, spirituellen Erkenntnisweg, etwa synonym mit Mystik, oder auf ein „höheres“, „absolutes“ Wissen. Daneben wird der Begriff in freier Weise für ein breites Spektrum verschiedenartiger spiritueller und okkulter Lehren und Praktiken gebraucht.

Esoterik war also eigentlich mal … eine philosophische Lehre – die man nicht an die große Glocke gehängt hat.  Später haben gewiefte Geschäftemacher die große Glocke gefunden und geschwungen – was im Folgenden auch nicht für gut geheißen wurde. Doch klären wir erstmal den Begriff des „Faschismus“.

Faschismus (italienisch fascismo) war ursprünglich die Selbstbezeichnung jener rechtsgerichteten Bewegung, die Italien unter Benito Mussolini von 1922 bis 1943 beherrschte (→ Italienischer Faschismus). Schon in den 1920er Jahren weiteten Gegner dieser Bewegung den Begriff auch auf andere rechtsradikaleautoritäretotalitäre und nationalistische Regimes, Diktaturen und politische Gruppen aus, besonders auf den deutschen Nationalsozialismus (siehe dazu Zeit des Nationalsozialismus). Der Begriff bezeichnet dann auch die von solchen Regimen und Tendenzen geprägte Epoche der Geschichte Europas von 1918 bis 1945.[1]

Somit haben wir zwei Begriffe, die augenscheinlich nichts miteinander zu tun haben. Das eine ist die innere Auseinandersetzung mit dem Leben, der Welt, mit Themen wie Geburt, Tod, Leiden, Sterben und dem Sinn des Lebens, das andere ist eine zentralistische antidemokratische Regierungs- und Politikform.

Wie Faschismus praktisch aussieht? Mahnwachen, Menschenjagden auf Andersdenkende, „Kauft nicht bei Juden“ – wir kennen das. Und das gab es in Deutschland im Jahre 1996, unter der Fahne der Grünen Jutta von Ditfurth, so Wilhelm Ritter  zitiert bei Homo Magi:

Schlimm war, daß auf einmal vor dem Esoterik-Laden “Mahnkerzen“ für die vergasten Juden brannten. Schlimm war, daß mit einem Plakat “Faschismus und Esoterik – Hand in Hand“ über zwei Stunden ein Laden blockiert wurde. Schlimm war, daß ohne vernünftige Recherche Vorwürfe in die Welt gesetzt wurden, die man eigentlich nicht aufrechterhalten kann. Und schlimm war, daß diejenigen, die sich eigentlich Aufklärung auf die Fahnen geschrieben haben, die Aufklärung verraten haben.

Hitlers Meinung zur Esoterik ist bekannt und wird in dem Zusammenhang gerne ignoriert. Paßt gerade nicht ins Menschenbild der neuen Menschenjäger:

Dazu kommt noch, dass Hitler zutiefst misstrauisch den völkisch-okkulten Gruppen gegenüber stand. auch wenn einige führende Nationalsozialisten die okkulten Gedanken für sich reklamierten (z. B. Alfred Rosenberg und Heinrich Himmler), so waren die grundlegenden Vertreter dieser Denkrichtung für Hitler bereits in “Mein Kampf“ ein Haufen von Wirrköpfen – das Wirksamwerden der Neogermanen in der Partei schloss er daher später ausdrücklich aus: “Das Einschleichen mythisch veranlagter okkulter Jenseitsforscher darf daher in der Partei nicht geduldet werden“ (Adolf Hitler, Rede auf dem 10. Parteitag der NSDAP am 7.7.1938. Zit. nach Hieronimus 1986: 256).

Die „mythisch veranlagten okkulten Jenseitsforscher“ waren als die Führer der Deutschen Faschisten suspekt, er wollte sie nicht in seiner Partei haben. Das hindert natürlich nicht eine kleine Gruppe von Wahrheitspächtern, trotzdem Faschismus und Esoterik in einen Topf zu werfen … und zwar in dem gleichen Artikel, in dem Hitlers Meinung dazu zitiert wurde:  Andreas Klump, Referent im Bundesministerium des Inneren, Berlin.

Es bildet sich eine geschlossene Gemeinschaft im Kampf gegen „Esoterik“. Hitler, das Bundesinnenministerium, Jutta Dithfurt, die Kirchen (in alter Tradition, Hexen gehörten schon immer auf den Scheiterhaufen) und letztlich: die „Linken“, hier bei fen-net:

Angesichts der ausufernden Esoterik-Bewegung wurde die Frage nach Gegenstrategien der Linken laut. Eine Antwort fiel JD nicht leicht. Sie forderte die intensive Auseinandersetzung von „echten“ Linken und ihren esoterisch verblendeten GenossInnen. Dies müsse notfalls soweit führen, daß „unbelehrbare“ aus linken Zusammenhängen ausgeschlossen werden.

Wichtig sei aber auch, daß sich linke Gruppen zuerst mit der Thematik auseinanderzusetzen hätten, um eine solide argumentative Basis gegen die EsoterikerInnen zu haben. Vielfach werde das Ausmaß der Bedrohung libker Werte und Ziele gar nicht erkannt. Sogar Menschen, die ein „linkes“ Selbstverständnis haben, sind nicht vor der Gefahr gefeit, durch ihr esoterisches Tun rechte Ziele unterstützen.

„Notfalls müssen Unbelehrbare ausgeschlossen werden“.  Die Linke als weltanschauliche Sekte  – aber sich sektenkritisch geben. Nun, Stalin hat gezeigt, das Linke nicht unbedingt antifaschistisch sein müssen, das Sowjetregime unter seiner Führung war nicht menschenfreundlicher als der deutsche Faschismsus und „Linksfaschismus“ ist längst kein Fremdwort mehr. Ich kann auch mit Marx und Darwin in der Hand ein faschistisches System errichten … was die Geschichte schon bewiesen hat.

Da zweifelt man leicht an dem Verstand der Menschheit. An dem des Bundesinnenministeriums sowieso:

Inwieweit sich dieses heutige esoterische Potential dem gesamten (esoterischen) Rechtsextremismus in all seinen Wechsel- und Wirkungsbeziehungen öffnen kann bzw. politisch mobilisierbar ist, erscheint von dieser Stelle aus noch unklar. Ob daraus letztlich auch politische Aktivitäten erwachsen können, muss hier ebenso noch offen bleiben. “Eher ist aber weniger davon auszugehen“, so der Politikwissenschaftler Armin Pfahl-Traughber (1999: 85), “da die esoterisch Eingestellten auf die eigene Innerlichkeit und weniger auf die politische Gesellschaft fixiert sind. Gleichwohl wächst hier ein antiaufklärerisch und antidemokratisch eingestelltes Personenpotential heran.“

Esoteriker sind von sich aus unpolitisch. Blendet man mal die Geschäftemacher aus (die aber als solche auch Kirchen, Verbände, Parteien und Vereine in Verruf bringen, auf die hat die Konsumesoterik kein Monopol), so gilt wohl eher folgendes:

Konkreter ausgedrückt: Primär dürften “die“ Esoteriker zunächst unpolitisch eingestellt sein; ihre Anschauungen und Haltung drücken eher den Zustand einer gewissen “Entpolitisierung“ aus (vgl. Ewald 1996: 5; 1996a). D.h., aus einer quasi-individualistischen Perspektive wird das Erleben des kollektiven Bewusstseins unter Ausblendung von strukturellen Wirkungs- und Entfaltungs- möglichkeiten der kulturellen Moderne angestrebt – aber schon mit Blick auf eine transformierte Gesellschaft in diesem Sinne.

Der „Sonnenstaat“ der Esoterik (noch nie gehört, den Begriff, aber das Ministerium wird schon wissen, wovor es warnt) mag die Utopie der frommen Beter sein, aber seine politische Methodik ist nicht faschistisch. Den Staat zu ändern, in dem man den Menschen ändert ist eine zutiefst demokratische Form der Politik.  Ganz anders nennt man die Politik, die von Vorurteilen geprägt ist, Lügen und Legenden verbreitet, qualitativ minderwertige Urteile abgibt und autoritäre Strukturen bevorzugt: Strukturen, in denen man die Gegner durch sanfte Gewalt wie Mahnwachen, Beschneidung der Bewegungs- und Geschäftsfreiheit und Mobbing nervlich zur Aufgabe zwingen will.

Mir scheint, der Satz des Nazis Rosenberg: wenn es die Juden nicht gegeben hätte, hätten wir sie erfinden müssen, trägt eine schreckliche Wahrheit in sich.

So erfindet nämlich heute jeder seinen eigenen Juden: die Raucher, die Arbeitslosen, die Esoteriker… alles schön schwammige Begriffe, die an harmlosen Äußerlichkeiten festgemacht werden, aber aufzeigen, das im Inneren dieser äußeren Erscheinung ein unglaublich schlechter Mensch steckt, den es … letztendlich … zu vernichten gilt. Ja – zu vernichten. Wenn er nicht einsichtig ist….dann kommt er ins antiesoterische Umerziehungslager wo ihm das „richtige“ Weltbild so lange eingetrichtert wird, bis er zugibt, es zu glauben, genauso wie die Volksschädlinge von 1933-1945 in Umerziehungslager gesteckt wurden, dort wird man ihm das Rauchen, die Arbeitslosigkeit oder den Antimaterialismus schon austreiben.

Das Menschen mit diesen Methoden sich dann noch als Spitze der Aufklärung und Revolution darstellen müssen, demonstriert die vollendete Verblödung detalliert.

Völlig daneben ist es, wenn in das gleiche Paket auch noch „Verschwörungstheorien“ eingepackt werden … aber so entsorgt und tabuisiert man sie natürlich ganz elegant und kann weiterhin sein eigenes Süppchen kochen und eine politische heile-Welt-Stimmung der Extraklasse verbreiten, in dem alle Politiker, Manager und Funktionäre nur aus reiner Menschenfreundlichkeit heraus agieren und nur durch den bedauerlichen, alternativlosen Sachzwang Menschen verhartzen müssen.(Die weinen fast, wenn die das machen müssen. Ehrlich, von der Leyen war den Tränen nahe, als sie sehen mußte, das der Sachzwang den Kinder noch weniger geben wollte.)

Das es für Freiheit und Demokratie in einer totalitären Struktur schon ein Gewinn ist, sich selbst Räume der Ruhe und der Manipulationsfreiheit, der Besinnung und des inneren Friedens zu schaffen, weiß man in der Theorie der Psychologie … die aber wohl auch schon „esoterisch“ ist. Die „innere Emigration“ war in Nazideutschland ein Begriff dafür. Wenn also heute das Bundesministerium für Inneres, die Kirche, die Linken und Jutta von Ditfurth die Esoterik verbieten wollen … was wollen sie damit wirklich erreichen?

Dem Faschismus den Boden unter den Füssen wegziehen? Mitnichten – sonst würden sie nicht seine Methoden anwenden, Argumentationsketten und Sophistereien, mit denen der „Stürmer“ seinerzeit gegen „die Juden“ gewettert hatte.

Was sie wollen ist … ihre „Haltequote“ erhöhen.

Ein schöner Begriff aus einem Aufsatz der antifa-frankfurt, der sich mit der Theorie auseinandersetzt, das viele Kommunisten erfolgreiche Faschisten geworden sind (ähnliches finde ich übrigens auch in der Streitschrift eines „Rechten“ über den „linken Etikettenschwindel„).

Kirchen, Staat und Gesellschaft geht es um die Haltequote – das wäre plausibel. Darum gibt es die Gedankenpolizei, die Gesinnungsblockwarte, die durch die Welt der Meinungen reisen und nachschauen, ob auch alles schön systemkonform ist.

Systemkonform ist die Esoterik nicht. Überhaupt nicht, die Menschen, die sich ihr zuwenden (und dort in den allermeisten Fällen in den Fängen skrupelloser Geschäftemacher landen) suchen ja gerade einen Weg aus dem System heraus. Das stört alle diejenigen, die an dem System hervorragend verdienen: den Pfarrer, den Revolutionär, den Manager, den Parteifunktionär. Die Herrscherkasten der Moderne.

Wäre die Gesellschaft, die sie uns präsentieren können, ein Paradies – oder wenigstens erkennbar auf dem Weg dorthin – so könnte ich ihre Kritik an Esoterik sogar teilen. Ist sie aber nicht, unsere Gesellschaft bewegt sich (getrieben von Grünen, Linken, Kirchen, Rechten, Managern, Politikern, Parteifunktionären) geradewegs auf einen Kollaps zu, es ist nur die Frage, was kollabiert zuerst: die Umwelt oder die Wirtschaft – oder erlauben wir uns einen Ausbruch irrationalen kollektiven Wahns wie in Ruanda und schlachten all die bösen Esoteriker, Raucher, Arbeitsscheuen einfach mal 100 Tage lang ab,  als reinigendes Gewitter der Weltvernunft, sozusagen?

Kein Wunder das die Kriegsgewinnler dieser Entwicklung auf die Barrikaden gehen, wenn die Menschen das Land verlassen … was manche, wie auch schon 1933-1945 … nur nach innen können, weil sie weder die Jugend noch die Finanzkraft haben, sich außerhalb ein  sicheres Plätzchen zu suchen.

Aus der gleichen Argumentation heraus möchte man ja auch die Ausländerintegration vorantreiben … nur geht es nicht um die Ausländerintegration, es geht „gegen den Islam“ – seien wir da doch wenigstens mal ehrlich. Wir haben drei moslemische Familien im Umfeld … alles gebürtige Deutsche. Die WOLLEN sich nicht integrieren, die haben den Fernseher absichtlich abgeschafft. Die WOLLEN ABSICHTLICH RAUS HIER! Aus guten Grund. Ihr Kategoriensystem ist ein anderes, aber ihre Werte sind diesselben: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – letztlich Werte die durch die christliche Botschaft ins abendländische Denken eingeflossen sind und vor allem in der Philosophie auf fruchtbaren Boden stießen.

Im Unterschied zum Philosophen und Bürgerrechtler hofft der Moslem auf göttlichen Beistand … den man angesichts der Dimensionen der Irrationalität im politischen Geschehen gut gebrauchen könnte. Aber es wäre nicht weise, sich nur darauf zu verlassen.

Was der Esoteriker politisch tut, ist ebenfalls sehr demokratisch: durch sein privates Weltbild wagt er es, sich der Autorität der Experten zu entziehen. Wir haben aber keine Expertendiktatur, wir wollen keine Expertendiktatur und brauchen keine Expertendiktatur, auch wenn da führende Experten anderer Meinung sind.

Was viele von ihnen können ist: ruhig, gelassen und tolerant im Umgang mit Dingen von dieser Welt seien. Ihr Reich ist nicht von dieser Welt. Das entspannt und paßt überhaupt nicht zur zackigen, autoritären Faschismusfigur, die ein materialistisches mechanisches  Weltbild zum Aufbau ihrer „Sachzwänge“ braucht.

Was empfiehlt John Perkins, der Autor der „Bekenntnisse eines Economic Hitman“ als eine von vielen Widerstandsformen gegen die Korporatokratie?

Meditieren statt konsumieren.

Das trocknet die neuen Herren des Universums nebenbei von innen heraus aus, ohne zusätzlich die Umwelt zu zerstören. Aber das stört die Haltequote.  Dem Führer laufen die Schafe davon … und das das schlimm ist, da sind sich alle einig.

Außer den Schafen.

Darum haben Esoterik und Faschismus wenig miteinander zu tun, aber in der Feindschaft zur „Schublade Esoterik“ formiert sich der fanatische Mob, der viel eher zum Faschismus neigt als der Astrologe, der Zen-Buddhist, der Naturmystiker, der UFO-Enthusiast, der Kryptozoologe, der Verschwörungsanalytiker… der irgendwie ANDERE halt.

Und wer hält nochmal den „irgendwie ANDEREN“ für generell … verdächtig?

Adolf Hitler zum Beispiel. Und alle, die gerne so wären wie er und dafür viele Mitläufer brauchen und sich fürchterlich darüber echauffieren, das die Esoterik ihnen die Mitläufer stiehlt.

Kommunismus gewinnt Kampf der Systeme!

Es war ja mal so ein Kampf der Systeme. Ost gegen West. Der böse Kommunismus gegen den guten Kapitalismus.
Die Schlagzeilen waren seinerzeit voll von dem großartigen Triumph des Kapitalismus (bei uns damals noch soziale Marktwirtschaft) über den unfähigen Kommunismus.

Zwanzig Jahre später … wendet sich das Blatt, wie es aussieht.

Der Kommunismus ist ja immer noch aktuell in der bevölkerungsreichsten Republik der Welt. Und das scheint ja auch gut so zu sein, denn ohne ihn sieht es ja düster aus … für die Wirtschaft.

Deshalb war ich jetzt mal beim Auswärtigen Amt, um nachzufragen. Die wissen ja Bescheid, ist ja ihr Job.

http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/China/Wirtschaft.html#t6

China ist inzwischen die viertgrößte Volkswirtschaft und drittgrößte Handelsnation der Welt. Trotz eines durchschnittlichen Pro-Kopf-Inlandsprodukts von über 3.272 Dollar (2008) bleibt es jedoch das größte Schwellenland wirtschaftlicher Entwicklung. Für 2009 wird erwartet, dass China Deutschland als Exportweltmeister ablöst.

Tja, die Kommunisten. Was den Sowjets nicht gelang mit ihrer Mafia, scheint in China ja zu funktionieren.
Die produzieren scheinbar Supersachen, die alle haben wollen. Und dann erstmal ihr Bankwesen:

Das chinesische Bankensystem befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase

Ist vielleicht auch gut so, denn:

Zwar leidet CHNs Bankensystem kaum unter der globalen Finanzkrise, die Realwirtschaft des Landes ist jedoch nachdrücklich betroffen. Folge der Wirtschaftskrise ist ein scharfer Rückgang des lange Zeit boomenden chn. Außenhandels.

Hauptgläubiger der Staatsbanken sind private Sparer, die bei vorerst unvollständiger sozialer Absicherung durch eigene Ersparnisse für Kosten der medizinischen Vorsorge, Ausbildung der Kinder und eigenen Altersvorsorge aufkommen müssen.

Nun, mit der sozialen Absicherung scheint das der Kommunismus noch nicht so zu haben. Aber: da wollen wir ja auch hin … zu mehr Eigenverantwortung. Das ist ja das Grundkonzept des Neoliberalismus der auf einmal … recht kommunistische Züge bekommt. Überhaupt scheint sich das Kapital mit dem Kommunismus sehr schnell angefreundet zu haben:

China bleibt auch im weltwirtschaftlichen Maßstab eine ernstzunehmende Größe. Als drittgrößte Volkswirtschaft, drittgrößte Handelsnation und mit über 1.900 Mrd. USD den weltweit höchsten Devisenreserven ist China neben Japan entscheidende Wirtschaftsmacht in der Region. Ausländische Unternehmen investierten praktisch auf stabil hohem Niveau ? 2008 ca. 92 Mrd. USD; die Volksrepublik ist damit neben den USA das weltweit attraktivste Zielland für Direktinvestitionen. Umgekehrt investierten chinesische Unternehmen im Ausland 2008 rund 41 Mrd. USD.
Rund zwei Drittel der chinesischen Exportgüter werden von ca. 300.000 ausländisch investierten Unternehmen hergestellt.

300000 ausländische Unternehmen produzieren lieber in einem kommunistischen Land und verschaffen ihm so eine unglaubliche Marktmacht, als das sie ihr Geld in einem demokratischen Wirtschaftssystem investieren.

Das ist doch wohl ein klares Bekenntnis des produzierenden Kapitals zur Herrschaft des Kommunismus, der ja infolge auch die Macht erhält, sich im Ausland einfach was dazu zu kaufen. Mit 1900 Milliarden US-Dollar Devisenreserven ist dieses Land sehr reich. Alles Geldgeschenke des Kapitals an den Kommunismus.
Besser kann man ja seine Gunst kaum erweisen, denn Kapital ist Macht. Zum Beispiel die Macht, die Kohle sofort auf den Markt zu werfen und den US-Dollar von heute auf morgen ins Bodenlose stürzen zu lassen.
Das wäre es dann gewesen mit der US-Wirtschaft, die am Tropf des Kommunismus hängt … dank der Investitionsbereitschaft internationaler Konzerne.

Aber es gibt noch mehr Absonderlichkeiten.

Besonders hart trifft die Krise die nach chn. Angaben 230 Millionen Wanderarbeiter, von denen rund 20 Millionen ihren Arbeitsplatz verloren haben

Wollen wir ja auch, aber die Hartz IV-Empfänger wollen ja nicht umziehen.

http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article1172994/Wenige-Hartz-IV-Empfaenger-umzugsbereit.html

Nun, daran wird mit Sicherheit noch gearbeitet. Soviel Wanderarbeiter bekommen wir nicht zusammen, aber
Wanderarbeiter hätten wir schon gerne. Ich denke, die Bauwagenkultur wird in diesem Land eine große Zukunft haben.

Nun wird der Bildungsbürger ja sagen: Um Gottes willen, das ist ja die kulturelle Barbarei. Alles grau in grau. Doch wie das auswärtige Amt meint: weit gefehlt!

Das klassische Musikleben ist vielfältig und ? teils auch seitens einheimischer Orchester und Ballette ? auf hohem Niveau.

Theater spielt eine geringere Rolle, aber klassische Opern und die ? als teils improvisierter Dialog aufgeführte- Komödie sind weithin beliebt.

Die sich entwickelnde Jazz-Szene ist noch weitgehend auf Peking und Shanghai beschränkt. Die chinesische Popmusik orientiert sich überwiegend an Vorbildern aus Hongkong, Taiwan, den USA und Südkorea.

Chinesische Filme gewinnen immer wieder Auszeichnungen auf internationalen Filmfestivals; soweit sie in die inländischen Kinos kommen, erzielen sie dort jedoch oft weniger Aufmerksamkeit. In- und ausländische Filme bedürfen der Freigabe durch eine zentrale Regierungsbehörde, bevor sie in öffentlichen Kinos gezeigt werden können. Dies gilt sinngemäß auch für andere Sparten der Kulturwirtschaft.

Die sind nicht nur stinkereich, diese Kommunisten, die sind auch zivilisiert.

Politik, Wirtschaft, Kultur … der Kommunismus schlägt die soziale Marktwirtschaft der alten Demokratien auf allen Feldern.

Und was die an Internetzensur können, treibt bundesdeutschen Politikern Tränen in die Augen, da macht sich Neid breit, denn auch in Punkto „Sicherheit“ sind die uns über:

http://www.sueddeutsche.de/politik/641/436387/text/

Regimekritische Äußerungen sind in China nicht gestattet. Zahlreiche ausländische Webseiten wie das Online-Angebot des amerikanischen Nachrichtensenders CNN oder die Seiten von Menschenrechtsorganisationen sind für chinesische Internetnutzer gesperrt.

Auch chinesische Angbote werden kontrolliert. Berichten Webseiten über kritische Themen, werden sie blockiert. Die Seitenanbieter sehen sich gezwungen, gegen unerwünschte Suchbegriffe Filter einzurichten. Wer Begriffe wie Falungong oder Tiananmen-Massaker in die Suchmaske eingibt, erhält eine Fehlermeldung, so als sei die gewünschte Seite aus technischen Gründen derzeit nicht erreichbar.

Na, das hört sich doch gerade so an, als sei es ein Paradies für jene gesellschaftlichen Kräfte, die auch hierzulande dem Internet sehr skeptisch gegenüberstehen. Stehenden Applaus von bundesdeutschen Politikern erwarte ich bei folgenden Ausführungen:

Das Kontrollsystem in China ist staatlich organisiert. Da die großen Nachrichtenportale unter staatlicher Lizenz arbeiten, kann das „Büro für Internetpropaganda“ durchsetzen, dass Artikel, die der Regierung missfallen, gelöscht werden. Die Onlinemedien sind so gezwungen, sich selbst zu zensieren. Denn bei Zuwiderhandlung werden die Seitenbetreiber kritisiert, müssen eine Geldstrafe zahlen, die verantwortlichen Schreiber entlassen oder die ganze Webseite dichtmachen. Zehntausende Cyber-Zensoren und -Polizisten arbeiten zudem in China. In den vergangenen zehn Jahren haben sie Hunderte chinesische Internetnutzer verhaftet, heißt es in dem Bericht von „Reporter ohne Grenzen“.

Na, das wäre doch mal was. Die ganzen kritischen Nörgler einfach mal dichtmachen. Einfach mal nachfragen, China weiß, wie es geht.

Allerdings gibt es auch in China ein Problem … ein unübersichtlich ständig wachsendes Problem von Bloggern, das auch die momentan nicht in den Griff bekommen.

Doch es gibt eine Bewegung, die die chinesischen Zensurbehörden nicht gerne sehen: In China entstehen immer mehr Weblogs. 19 Prozent der chinesischen Internetnutzer haben bereits ihr eigenes Weblog, in denen teilweise versucht wird, Kritik an den Zuständen zu üben.

Also, diese Blogger sind dem Kommunismus ein Dorn im Auge. Dem Kapitalismus auch, wie ich höre.
Dabei … hat sich das Kapital doch selbst – wie man sieht – für den Kommunismus als die ideale Gesellschaftsform entschieden. Deshalb nähern wir uns denen doch immer mehr an …. gesellschaftlich gesehen.

Planwirtschaft war wohl wirklich nicht so der Hit, aber in China hat der Kommunismus es geschafft, das Effektivitätsproblem der Produktion in den Griff zu bekommen, so gut, das er für den Kapitalismus als Wirtschaftsform interessant geworden ist, ohne die Herrschaft des Kommunismus an sich in Frage zu stellen.

Daraus kann man nur eins folgern:

Der Kommunismus hat letztlich den Kampf der Systeme gewonnen.

Wir dürfen nur nicht laut darüber sprechen. Soll ja eine Überraschung werden.

Jetzt verstehe ich auch die SPD mit ihrer Agenda 2010 besser. Das Wanderarbeiterfördergesetz sollte uns einen weiteren Schritt Richtung China bringen. Ja, Links bleibt eben links.

Mir bleibt nur eine Frage über … muß ein bekennender Neoliberaler jetzt die LINKE wählen oder brauchen wir eine neue deutsche kommunistische Partei, um langfristig auf dem internationalen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben?

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