Kommunismus

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Innere Änderung, an Stelle von Revolutionen

Tagpfauenauge

Bild: https://pixabay.com/CCO

Eine innere Veränderung ist Ihnen zu schwierig? Ja dann basteln Sie sich einfach Ihre eigene Revolution. Sie brauchen dafür zwar Ihre ersten Milliarden, doch das ist nach Adam Smith, dem Vater des Kapitalismus nun gar nicht so schwierig.(Quelle:dibiost.online). Vorausgesetzt es gibt Chancengleichheit, oder gute Startbedingungen die wir ja nur haben, wenn wir mit den obersten Familien guten Kontakt haben. (Quelle:nachrichtenspiegel.de).

Wer drei Revolutionen in der Ukraine miterlebt hat, der kann sich schon fragen, wohin Revolutionen derzeit führen? Viele Teilnehmer z.B. der Revolution 2014 am Maidan fühlten sich frei in ihren Handlungen, doch hat wohl kaum jemand den Assoziierungsvertrag zwischen EU und der Ukraine wirklich gelesen? Hier steht einiges darüber:Informationsstelle Militarisierung. Wer von den angeblich freien Demonstranten denkt daran, gerade das Justizministerium und das Landwirtschaftsministerium zu besetzen? Das Justizministerium, wo die Akten der Oligarchen lagen, die deren ungesetzliche Aktivitäten protokolliert hatten? Demonstranten, die forderten, dass die goldenen Toilettenmuscheln der Oligarchen endlich verschwinden sollten? Oder das Agrarministerium, wo die ukrainischen Agrarflächen, das „Gold“ der Ukraine, in Plänen und Aufzeichnungen gespeichert war? (Quelle:nachrichtenspiegel.de).

Nun die erste dieser drei Revolutionen, war die Sanfte Revolution, von der Gorbatschow damals sagte, dass die Sowjetunion nicht nur durch Aktivitäten durch den Westen, sondern auch an inneren Problemen zerbrach.

Die Folge dieser ersten Revolution 1989 war, dass die Sozialsysteme radikal abgebaut wurden, die Staatsbediensteten bestenfalls alle 3 Monate Lohn bekamen, die Intelligenz in Scharen das Land verließ, die Frauen unter Heiratsversprechungen auf den Strich im Westen gezwungen wurden und dass die Reichen, das waren die Sowjetischen Eliten, die nahezu einzigen, die selbstständig aktiv werden konnten, ihr Geld, das sie ungesetzlich verdient hatten, da es Anfang der 90er Jahre auch keine brauchbaren Gesetze für das Wirtschaften gab, im Westen in Sicherheit brachten. Millionen suchten im Westen Arbeit, bis heute. Also ein geistiger, menschlicher und wirtschaftlicher Aderlass ohne gleichen. Wir im Westen waren von dem Zusammenbruch, des Freiheit-raubenden, grauen, brutalen Sowjetsystems begeistert. Manche auch im Osten.

2004 kam wieder eine Orange Revolution, wo Juschtschenko an die Macht kam. Nicht nur dass er mit Dioxin vergiftet worden war, nein, als die Frage nach Rechtsstaatlichkeit kam, meinte er, dass er nicht die ganze Ukraine ins Gefängnis stecken könnte. Wir im Westen waren wieder begeistert, über die Revolution am Maidan

2014 wieder eine Orange Revolution, die den gewählten Machthaber Janukowitsch wegfegte und wir wieder, gemeinsam mit der Bevölkerung hofften, jetzt endlich wird es besser werden. Weit gefehlt. Millionen Menschen sind es, die durch die drei Revolutionen ohne Perspektive auf Verbesserung nach Israel, USA, Kanada und nach Europa ausgewandert sind und Millionen arbeiten als Gastarbeiter-innen im Ausland. Viele ausgezeichnete Menschen sind weg. Den Menschen geht es schlechter als zur Zeit des korrupten Janukowitsch.

Wir erleben in Arabien ähnliche Revolutionen, die alle bis jetzt noch zu keinem guten Ergebnis geführt haben. Wieder wandert die Intelligenz aus, wieder verarmen die Länder. Wieder exportierte die dortige Elite die Gelder auf sichere Plätze. Selbst bei einem Ende der Unruhen sind viele wertvolle Menschen für immer weg und was mit den Flüchtlingen so nebenbei geschieht, das möchte ich sehr ungern in Richtung Organhandel, Pädophilie und Prostitution genau recherchieren. Die Ursachen dieser Revolutionen wurden von vielen, auch von mir immer wieder dargestellt. Man kommt immer wieder auf die Machtelite, nach Mausfeld, die solche Revolutionen organisiert. Sehr interessant zu diesem Thema, vor allem, wenn Sie an Verschwörungstheorien interessiert sind, die ja durchaus kontrovers diskutiert werden können, sind folgende Informationen: http://www.comlink.de/cl-hh/m.blumentritt/agr226s.htm oder dieser wieder in die gegenteilige Richtung gehender link: https://endzeitblog.wordpress.com/2008/06/09/die-illuminati-und-die-geschichte-der-geheimbunde-die-entwicklung-einer-geheimgesellschaft-zur-weltschattenregierung/ Ich denke man sollte vehement eine klare Trennung, zwischen den von Ronald Bernard beschriebenen rituellen Kulten, gelebten Religionen und Wertegemeinschaften vornehmen. Die, religiösen Gemeinschaften und die Gesinnungsgemeinschaften, wenn sie ihre Inhalte ernst nehmen, haben eigentlich viel Nutzen, für die Menschheit gebracht. Aber jede Idee, oder jede Religion kann ja auch missbraucht werden?

Nun vor Jahrhunderten haben solche Revolutionen weit bessere Ergebnisse gebracht. Die Französische Revolution führte später zur Demokratie, die 1848 Studentenrevolution in Deutschland und Österreich Ungarn aber auch in der Schweiz führte leider nur in der Schweiz zur Bürgerdemokratie.

Was tun Sie, wenn Ihnen vor über 100 Jahren, die armen geknechteten Russen leid getan haben, und Sie der Meinung sind, dass die Zaren der Romanow Familie, die schlechtesten Herrscher von Europa sind? Vorausgesetzt, Sie haben das nötige Kleingeld und die entsprechenden Netzwerkkontakte: Sie machen eine Revolution, wo Sie selbst dann auch etwas davon haben.

Es gibt Informationen, dass die Oktoberrevolution in Russland auf ähnlichem Wege organisiert wurden, wie die in der Ukraine, oder in Nordarabien. Im Radio in einer Sendung, die so ähnlich hieß, wie „Lenin in New York“, mit Zitaten aus den Tagebüchern Lenins, wurde von einer Finanzierung, der Oktoberrevolution durch die Wall-Street gesprochen. Es gibt diesbezüglich zahlreiche mündlich mir gegebene ähnliche Infos, von Menschen die alles andere als „rechts“ stehen, so dass ich ohne diese Blogs genauer zu kennen, diese Informationen zur Diskussion stellen möchte.(Quelle:lenkerunddenker.blogspot oder schaebel.de).

Was die Finanzierung von den Anfängen des Wahnsinns in den 30er Jahren durch die Vorfahren von Uncle Sam, bei uns betrifft, so gibt es da auch immer mehr Internetinformationen. Allerdings, damit, es da nicht zu Missverständnissen kommt. Der Wahnsinnige, Drogen konsumierende Massenmörder, scheint offenbar nicht nur viele Millionen Menschen hier bei uns geblendet zu haben, so dass sie seinen Ideen auf den Leim gegangen sind, sondern wahrscheinlich auch die Herren der Wallstreet: Z.B.:usacontrol, time.com oder luebeck-kunterbunt.de. Das ändert ja überhaupt nichts an der Verantwortung jedes einzelnen damals, doch sollte man doch alle Beteiligten am ungeheuren Verbrechen nennen? Ist es nicht sehr schwierig, ohne Schulung und ohne enorme Summen Geld, solche riesigen Massen zu begeistern, beziehungsweise blenden zu können? Wenn man weiß dass Bin Laden auch vorher beim CIA war, oder ähnlich Noriega der dann auch beseitigt wurde?(Quellen:Z.B.noch.info und ndtv.com ).

Was machen Sie, wenn Sie lange auf eine Operation warten, der Operateur kommt und kommt nicht. Dann betritt er den Operationssaal und sagt: Machen Sie sich keine Sorgen, ich mache diese Operation schon zum hundertsten Mal und irgendwann wird sie ja doch gut gehen. Und wenn er ihnen dann noch gesteht, dass er am Vortag schon einiges getrunken hat, dann würden Sie wohl

AUFSTEHEN? Und gehen. Ja AUFSTEHEN ist eine sehr gute Initiative.

Über die Ursachen, warum jetzt die Machteliten schon ziemlich krank geworden sind, und die Ergebnisse der Revolutionen immer schlechter werden, haben sowohl Parkwächter (Quelle: nachrichtenspiegel.de) oder Eifelphilosoph (Quelle:nachrichtenspiegel.de ,

nachrichtenspiegel.de und wieder nachrichtenspiegel.de, ronald-bernard und viele andere Quellen mehr) berichtet. Diese Krankheit, wird auch von manchen analysiert, wobei wir wissen, dass alles das, was wir jetzt lernen in 10 Jahren falsch ist. Hier gibt es also eine aktuelle Lehre der Krankheit:filmdenken.de. Die Krankheit heißt also Kabbala??☺ Klingt so ähnlich wie Trallala? ☺ Vor kurzem wurde mein Name von einer Frau analysiert, die die Kabbala sehr gut beherrscht. Das Ergebnis, war so vorteilhaft für mich, dass ich sicher bin, dass das ein gutes System sein muss!☺

Wie könnte eine solche Machtelite, wo die größte Gruppe der Weltenherrscher einfach schwer krank ist, große Veränderungen so führen, dass am Ende die Freiheit und der Frieden siegt?

So sind wir auf uns selbst angewiesen, die vieles dazu beitragen können, damit wir uns verändern. Ich tue mir jedenfalls sehr schwer eine Milliarde zu verdienen, oder eine Revolution zu organisieren.☺ Ich kennen keine Revolution, wo es nicht Hinweise gibt, dass sie gelenkt wurde. Also auf eine Revolution zu hoffen, davon bin ich geheilt. Auf Veränderungen von außen, auch durch Wahlen zu hoffen, auch da gibt es für mich derzeit wenig Hoffnung. Aber wir, was können wir alles tun. Das was mich an mir einmal am meisten stört, sind locker 20 kg zu viel.☺

Der Schmetterling im Bild oben, der ist zuerst eine Raupe, die sehr eifrig bei der Nahrungsaufnahme ist, dann wird er zur Puppe und dann wird er zum Inbegriff eines Wesens, das eigentlich zeigt, dass der Kampf um das Dasein der uns von den Darwinisten als einzige Quelle der Entwicklung zugestanden wird, eben wohl so nicht stimmt, denn der Schmetterling ist so fragil, und so leicht sichtbar, dass ihn jeder Vogel fressen könnte? Da uns dieses Prinzip, des Kampfes um das Dasein bis in die Wirtschaft hinein, als neue Religion ja als Ziel vorgegaukelt wird, wollte ich hier diesen Ansatz wieder einmal etwas durchleuchten. Und auch wir können uns entpuppen. Wir können uns auch entwickeln?!

Es gibt viele Möglichkeiten anzufangen: Den Fernseher einmal nicht aufdrehen, an Stelle dessen vielleicht einen Song zu singen, der uns gefällt? Etwas zu lesen, was uns interessiert? Mit der Familie wieder ins Gespräch kommen? Die Freunde wieder einmal zu treffen? Mit den Nachbarn, die man vielleicht gar nicht kennt ins Gespräch kommen? Bewegung zu machen? Bewegung an der Sonne zu machen? Das Auto stehen lassen? Sich bewusst problematischen Kreisläufen, die wir durchschauen können zu entziehen und dafür positive Kreisläufe zu unterstützen. Vor allem aber selbst Gefühle und Gedanken in konstruktiver Weise zu ordnen, so dass wir nicht ständig manipuliert und suggeriert werden können. Wir haben so oder so zu sein, der Nachbar hat das, also muss ich das auch haben. Der oder die ist böse, der, oder die ist gut. Weil das einfach so zu sein hat. Die sogenannt oberen, können ohne uns nichts! Und nebenbei gibt es oben durchaus auch viele, die sich sehr bemühen! Im Hintergrund! Ein Politisches Macht-System funktioniert nur, so lange genug mitmachen. Laut Jean Ziegler haben wir eigentlich alle politischen Instrumente selbst in der Hand! Wir nützen sie nur nicht!

Da die Revolutionen ja oft auch transatlantisch arbeiten, wäre es doch gut diese Beziehungen zu nützen. Ja es gibt diese sehr erfreulichen transatlantischen Freunde, die durchaus gerne, so wie man in Europa ja auch Rüstung verkauft, eben auch ihre veralteten Geräte und Munition loswerden wollen und die seit Jahren immer Kriege anzetteln. Ich weiß nicht, wie es um die Europäischen Schwedenbomben jetzt steht, doch wenn man in den Kriegen effiziente Schwedenbomben, allerdings gut verpackt,abwerfen könnte, dann wäre sowohl den Menschen in den Kriegsgebieten geholfen, und uns auch. Die Transatlantischen Verbündeten würden die Bereitschaft der Europäer, auch durchaus tiefer bei der Rüstung in die Tasche zu greifen sehen und der Europäischen Wirtschaft wäre auch geholfen. Was man noch als Transatlantische Freundschaft verstehen kann: Trump plant die Truppen in Afghanistan zu halbieren. Wie wäre es wenn Uncle Sam den Truppenabtransport der Deutschen Truppen finanziell übernehmen könnte. Das wäre wahre Transatlantische Freundschaft. Darauf könnte man sogar gemeinsam ein Bier trinken!!!! Ja und was die Ukraine betrifft: Man könnte Poroschenko, dem Schokoladenkönig, nicht die Schwarze Erde der Ukraine verkaufen lassen, man könnte einen Deal machen. Man macht einen Ukrainischen Staatsvertrag, den sowohl Russland, Ukraine, Eu, Nato, und Uncle Sam unterschreiben wo die Ukrainischen Grenzen garantiert werden, die Ukraine sich immerwährend verpflichtet blockfrei zu bleiben und Poroschenko dafür seine Schokolade steuerfrei in der EU und transatlantisch verkaufen kann. Dann könnte man die Schwedenbomben für die nächsten Kriege auch in Ukraine und Russland fertigen lassen. Das wäre doch die Lösung: Schokolade statt Kriege?

Die politische Linke in Deutschland … und die kommende Revolution

Digital StillCamera

Mittwoch, 25.3.2015. Eifel. Was ist das eigentlich, „links“? Haben Sie sich die Frage schon mal gestellt? Wissen Sie noch, was linke Inhalte sind? Seien Sie vorsichtig bei der Antwort … es gibt „linke“ Kräfte in diesem Land, die als Kernpunkt ihrer Arbeit nur eins verstehen: beständig jedem und jedermann auch unter Anwendung großer verbaler Gewalt und Missachtung jeglicher wissenschaftlich korrekten politischen Argumentation eine nationalsozialistische Gesinnung zu unterstellen. Lassen Sie mich ein Beispiel nennen: Israel. Sicher haben Sie schon eine Meinung dazu – und die ist mit Sicherheit „rechts“. Ich brauche sie gar nicht hören, ich weiß es jetzt schon. Sind sie für die Existenz des Staates Israel, dann sind Sie ein Nazi, weil Israel ein barbarischer, an das Dritte Reich gemahnender Unterdrückerstaat ist – einfach mal Palästinenser fragen. Sind Sie aber gegen die Existenz dieses barbarischen, an das Dritte Reich gemahnenden Unterdrückerstaates, dann sind Sie Antisemit – und somit auch ein Nazi.

Sie wollen jetzt schon aufgeben?

Feigling.

Bekennen Sie sich für die Leitfunktion der letzten bestehenden Supermacht, der USA, dann sind Sie ein Faschist, denn die USA ermorden aktuell Menschen in aller Welt, wie es  nur üble Despoten machen. Ja, wirklich: der „Krieg gegen den Terror“ hat nach aktuellen Untersuchungen bislang eine Million Menschenleben gekostet – das ergibt eine Studie der IPPNW (siehe IPPNW). Das geht in Richtung Massenvernichtung …. offensichtlich unwerten Lebens, dass ohne Gerichtsverhandlung auf brutale Art und Weise hingerichtet wird. Zivilisten? Wurden zu „Kollateralschäden“ umbenannt, Säuberungsprinzipien, die an die Marschrichtung der Waffen-SS gemahnen … nur mit modernerer Technik umgesetzt werden und deshalb nicht so dramatische Bilder hergeben.

Bekennen Sie sich zum Widerstand gegen neu erstarkenden us-amerikanischen Imperialismus, dann sind Sie ein Faschist, ohne Frage: der Leuchtturm der Freiheit hat die Welt vor dem Hitlerfaschismus gerettet, jede Aktion gegen ihn nützt nur den antidemokratischen Kräften in der Welt.

Na – genug davon?

Putin.

Sind Sie für Putin, dann sind Sie ein Faschist. Glasklar, dass dieser Mann das Oberhaupt eines Oligarchenstaates ist, in dem die alten Sowjetkader die Macht an sich gerissen haben. Sind Sie gegen Putin, sind Sie auch ein Nazi … die Begründung können Sie über den Kampf gegen den Raubtierkapitalismus, über den Widerstand gegen den US-Imperialismus oder aus der Tatsache herleiten, dass Russland auch entschieden am Untergang des Dritten Reiches mitgewirkt hat … ein starkes Russland, wie Putin es wieder errichten will.

Ich kann auch noch blöder.

Mögen Sie Hunde?

Dann sind Sie ein Nazi. Hitler mochte Hunde.

Lieben Sie Kinder?

Nazi!

Hitler mochte auch Kinder.

Außerdem war er Vegetarier, was die Veganer von den Montagsmahnwachen in Krefeld SEHR verdächtig macht – ach was: alles Nazis.

Noch Lust, darüber nachzudenken, was eigentlich „links“ ist?

Ich weiß, viele meinen zu glauben, was links ist: Sozialismus, Kommunismus, Stalinismus. Die Herrschaft der Partei über das Volk … der Einheitspartei, wohlgemerkt. Sind es zwei Einheitsparteien wie in den USA oder jetzt auch in Deutschland, nennen wie das schon (oder noch) Demokratie.

Ja – aktuell regt sich auch in Deutschland Widerstand gegen unsere Ein-Parteien-Regierung, nach sechzig Jahren „Marktwirtschaft“ regiert der „Markt“ als alleiniger Herrscher … und nicht mehr das Volk. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern Mehrheitsmeinung in Deutschland (siehe Zeit):

„Einer Studie zufolge denken mehr als 60 Prozent der Bürger, dass in Deutschland keine echte Demokratie herrscht. Schuld sei der starke Einfluss der Wirtschaft auf die Politik, die mehr zu sagen habe als der Wähler.“

Es kommt sogar noch besser. In jenem Land, in dem der Duktus der Kanzlerin ist, jedem jederzeit vorzubeten, wie gut es uns doch geht, gibt es genug Potential für eine Revolution:

„Jeder Dritte ist demnach davon überzeugt, dass der Kapitalismus zwangsläufig zu Armut und Hunger führe. Drei von zehn Befragten gaben an, sie könnten sich eine wirkliche Demokratie nur ohne Kapitalismus vorstellen. 37 Prozent aller West- und 59 Prozent aller Ostdeutschen halten kommunistische und sozialistische Gesellschaftsformen für eine gute Idee, die bisher nur schlecht ausgeführt worden seien. Ein Fünftel fordert eine Revolution, da Reformen die Lebensbedingungen nicht verbesserten.“

Nicht nur das Volk, auch die Reichen – sogar die Superreichen – sehen unsere friedliche, demokratische Gesellschaftsordnung massiv durch den Faktor „Reichtum“ gefährdet (siehe Welt):

„Dabei liegt das Problem nicht darin, dass wir Ungleichheit haben. Eine gewisse Ungleichheit gehört wesensmäßig zu jeder funktionierenden kapitalistischen Ökonomie. Das Problem ist, dass die Ungleichheit einen historischen Höchststand erreicht hat und mit jedem Tag schlimmer wird. Unser Land verändert sich rasch von einer kapitalistischen zu einer feudalistischen Gesellschaft. Wenn sich die Politik nicht drastisch ändert, wird die Mittelschicht verschwinden, und wir sind wieder im Frankreich des achtzehnten Jahrhunderts. Vor der Revolution.“

Das sagt Nick Hanauer, einer der reichsten Menschen der Welt … und führt uns nebenbei zurück zu den Wurzeln des ursprünglichen „Links-Seins“ … der französischen Revolution. Ja, vergessen wir mit unserer desaströsen historischen Bildung leicht (was Absicht sein mag): die Wurzel linker Kräfte steckt nicht im Marxismus. Das war nur die zweite Welle, die allerdings folgerichtig gemerkt hatte, dass wirtschaftliche Macht feudale Macht problemlos ersetzen kann: daraus folgten die nächsten Revolutionen.

Das 37 % der Westdeutschen kommunistische und sozialistische Gesellschaftsformen für eine gute Idee halten, ist allerdings eine Katastrophe: am Ende der Entwicklung der Feudalstaaten in lupenreine Demokratien haben wirtschaftliche Machtballungen keinerlei Macht mehr über Demokratien … d.h. sie müssen so weit zurechtgestutzt werden, dass sie keinerlei Geld mehr für Lobbyarbeit in Berlin und Brüssel haben. Das ginge leicht, in dem man die Löhne so weit nach oben schraubt, dass die Wirtschaftsmacht wieder dezentralisiert wird – eine Horrorvorstellung für den neuen Adel, die neuen Feudalherren. Das 63 % der Deutschen nicht mehr wissen, wo die Entwicklung der Demokratie letztlich enden muss, um wirklich Demokratie zu sein, ist schauderhaft.

Nebenbei bemerkt: die lupenreine Demokratie – die halt auch jegliche Wirtschaftsmacht in ihre Schranken weist – wäre auch ein Idealbild unserer christlichen, abendländischen Kultur … wie nützlich. Eine Chance, die man derzeit ignorant (aber äußerst bequem) an sich vorüber ziehen läßt.

Trotzdem: das Potential reicht für eine Revolution. Ein Fünftel der Deutschen – sechzehn Millionen Menschen – wären bereit dazu … und das wissen auch die Feudalherren, die schon jetzt Gegenmaßnahmen ergreifen (siehe WSWS):

„Experten eines EU-Think-Tanks fordern, dass sich die Europäische Union darauf vorbereiten müsse, Aufstände und Streiks militärisch niederzuschlagen. Diese würden infolge der immer stärkeren sozialen Ungleichheit in der globalisierten Wirtschaft und wachsenden kriegerischen Konflikten auch innerhalb der EU-Grenzen unweigerlich zunehmen.

In einem Studienband des EU-eigenen „Europäischen Institut für Sicherheitsstudien“ (European Union Institute for Security Studies, EUISS) fordern die Autoren unumwunden, dass die Armee angesichts dieser Entwicklung vermehrt für „Polizeiarbeiten“ eingesetzt werden müsse, um die Reichen vor der Aggression der Armen zu schützen.“

Hochbrisant, diese Studie – erst recht angesichts der Tatsache, dass Deutschland … ohne große Diskussion in der Öffentlichkeit … seine Wehrpflichtarmee in ein Freiwilligenheer verwandelt hat. Irgendwie hat es niemanden überrascht, dass der Agent der Atlantik-Brücke, der Lügenbaron von Guttenberg (das bezieht sich jetzt mal nur auf seine Doktorarbeit), eine alte linke Forderung im Handstreich durchgesetzt hat und so dafür sorgte, dass die gesunde demokratische Mischung in den Streitkräften langsam abgebaut wird … zugunsten einer Söldnermentalität.

Ja – hier müssten wir langsam mal richtig links denken, richtig revolutionär denken: das wäre das Gebot der Stunde. Die Zeit wäre reif … doch die Feudalherren haben  dazu gelernt. Sie hatten 200 Jahre Zeit sich auf die erneute Machtübernahme vorzubereiten, den Krieg „reich gegen arm“ gründlich zu planen und durchzuführen … und haben sich eine fünfte Kolonne geschaffen, die ganz offen agiert.

Ja – irgendwie kommt man sich wie ein einsamer Rufer in der Wüste vor, wenn man beständig die Meldung des „Spiegel“ wiederholt, dass die britische Armee eine ganze Brigade zur Argumentationsarbeit bei Facebook abstellt (siehe Spiegel). Niemand scheint sich groß zu fragen, was die denn da eigentlich konkret machen. Hier stellt jemand von Steuern bezahlte Soldaten in großer Zahl ab, um in die Meinungsbildung des Steuerzahlers einzugreifen und macht so aus der Armee für alle eine politische Partei für wenige. Kein Problem damit? Da werden grundsätzliche Prinzipien des demokratischen Rechtsstaates verletzt … wie ihn „Linke“ sich vorstellen würden.

Ähnliches hat jetzt Angela Merkel mit Deutschland vor. Sicher – wir wissen noch nicht, wie viele Soldaten der Bundeswehr (oder Agenten des Verfassungsschutzes) zum aktuellen Zeitpunkt in die Meinungsbildung eingreifen, aber wir wissen, dass die deutsche Bundeskanzlerin sich anschickt, aus uns … dem Souverän des Landes … endgültig eine Horde dämlicher Schafe zu machen, die ganz im Sinne feudalromantischer rechter Vorstellungen ihre Herren anbeten, ihre Füße küssen und ihren Speichel lecken. Ja – sogar die konservative „Welt“ berichtet darüber, über „Nudging“, jene Form indirekter Diktatur, die in England und den USA sehr beliebt ist (siehe Welt). Demokraten sehen in diesem Nudging vor allem eins: die Abkehr unserer obersten Verwaltungsangestellten von ihrem Arbeitsvertrag, der beinhaltet, dass sie Schaden von uns abhalten und Nutzen mehren soll hin zur indirekten Diktatur – eine Entwicklung, die vor allem eins deutlich zeigt: die Verachtung für den wahren Souveräns des Landes (das sind die achtzig Millionen Bürger), seine Deklassieurung als zu erziehendes Objekt, dessen Meinung man durch die Streitkräfte schon mal in die richtige Richtung lenkt (ja – im Rahmen der Europaarmee wird diese britische Facebook-Brigade auch für uns zuständig sein) und die Bildung einer neuen Führungskaste, einer neuen Elitenkaste … eines neuen Feudalismus.

Eine Entwicklung, die deutsche „Demokraten“ völlig ignorieren, weil sie durch viel zu hohe Diäten massiv auf die Lohnlisten der Reichen (und ihres Lebensstils) gezogen werden, sobald sie den Bundestag betreten … obwohl schon Milliardäre davor warnen.

Niemals haben wir mehr eine echte, starke, linke Front im Lande gebraucht – weshalb wir uns nochmal um die Frage kümmern müssen, was dass denn nun sei, dieses „Linke“.

Der Spiegel hat dazu vor einiger Zeit einen hilfreichen Artikel veröffentlicht (siehe Spiegel):

„Je intelligenter Menschen sind, umso eher sind sie bereit, sich auf Neues einzulassen. Konservative und religiöse Menschen haben hingegen einen geringeren Intelligenzquotienten. Psychologen glauben, dass man das Phänomen evolutionsbiologisch erklären kann.“

Das man dabei das Bild eines biersaufenden Seehofers eingeflochten hat (angesichts des dicken Kruges kann ich von „trinken“ nicht mehr reden), lenkt vom eigentlichen Thema ab. Wir brauchen als Gesellschaft Konservative, die im Wettstreit mit den Palaststürmern jene Errungenschaften verteidigen, die sich als wertvoll für die Menschheit erwiesen haben … aber wir brauchen bei jeder neuen Herausforderung auch die Palaststürmer, vor allem dann, wenn sich wieder eine dicke Speckschicht selbstbereichernder, dümmlicher Feudalherren angesammelt hat.

Wir haben hier die erste Qualifikationen, die „Linke“ auszeichnen sollten: nicht der bravouröse Auftritt am Flipchart ist gefordert … sondern folgerichtiges Denken und Handeln. Intelligenz ist die erste Tugend eines Linken – nicht der Grad an Enthusiasmus, mit denen man die Nazis der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts in der Gegenwart sucht.

Das 21. Jahrhundert hat neue Bedrohungen für die offene, demokratische Zivilgesellschaft, neue Herausforderungen für den kreativen Geist: die Herrschaft der SA in unseren Straßen ist gerade nicht das aktuellste Problem … die sind seit siebzig Jahren fort – und nur die dümmsten der Dummen (eine winzig kleine Minderheit) fordern ihre Rückkehr.

Was nicht als „links“ einzustufen ist, ist alles, was die Annahme der Herausforderung, die Bildung von kritischen Massen blockiert, sich im linken Wortgewande hauptberuflich als „Spalter“ betätigt, um die Mehrheitsbildung zu verhindern … zum Beispiel sind dies all´ jene, die schnell ihre Pro-Israel oder Anti-Palästina-Fahnen schwenken. Ein wichtiges Thema, dass ich nicht abwerten möchte – das aber eindeutig nichts mit dem Schutz der demokratischen Grundordnung dieses Landes vor neuen Formen des Feudalismus zu tun hat. Ebensowenig hat die Frage nach Kommunismus oder Sozialismus mit der Lösung der aktuellen Probleme zu tun: die Lebenswelt eines Karl-Marx war eine ganz andere als die unsere, wo der (Konzern-)“Arbeiter“ über „Aktien“ Teil des „Establishments“ geworden ist und auf der anderen Seite Kleinunternehmer („Kapitalisten“) den Säuberungsaktionen der Finanzwirtschaft (genannt Basel II und Basel III) zum Opfer fallen und sich zunehmend ein Millionheer der „Überflüssigen“ bildet, dass schneller wächst als jedes Bruttosozialprodukt.

Heute haben wir Realitäten, die den Faktor Arbeit (die ehemalige Kampfkraft kommunistischer Bewegungen) beständig weiter entwerten, jede industrielle Revolution läßt weniger Bedarf an menschlicher Arbeitskraft übrig, die vierte wird unsere auf Dienstleistung getrimmte Gesellschaft mit einer unvorstellbaren Massenarbeitslosigkeit konfrontieren … wer nicht blöde ist, weiß, wie viele Millionen Arbeitsplätze bei Banken, Verwaltungen und Versicherungen überflüssig werden, wenn ab 2020 neue „Apps“ ins Smartphone Einzug halten (siehe z.B. ksta).

Die Antwort der „Linken“ darauf?

Keine.

Die Allianz der WASG mit erzkonservativen SED-Kadern zu einer „linken“ Partei hat der linken Bewegung in Deutschland endgültig den Rest gegeben … nach dem (wie immer zu erwartenden) Verrat der „Sozialdemokraten“ und der Abwendung der „Grünen“ von der absoluten Wertschätzung der sozialen Grundrechte von Menschen der letzte Stoß ins Herz der intelligenten Reformer – wie üblich mit viel Geld, viel Posten und viel „Publicity“ vorbereitet.

Da ist schlichtweg kaum noch etwas übrig … außer Kader der „Reaktion“, die den ganzen lieben langen Tag damit verbringen, kreative Linke als Nazis zu diffarmieren, damit die etwas anderes zu tun haben, als die Revolution in Gang zu setzen.

Revolution? Ist das nicht verboten?

Nun – wir haben das 21. Jahrhundert. Noch haben wir eine Chance, die politschen Verhältnisse in Deutschland ohne den Einsatz von Gewalt zu ändern … immerhin sollten wir aus 1789 und 1918 gelernt haben. Wir können heute zivilisierter sein, haben genug Erfahrungen, uns erstmal dem Krieg der Worte zu stellen, bevor wir Rathäuser, Sendeanstalten und Polizeikasernen stürmen.

Zuvor sollten wir uns den klaren Leitlinien stellen und uns auf sie zurückbesinnen, die uns die Väter der Revolution mitgegeben haben, jene Werte, mit denen sie eine bessere Welt aufbauen wollten.

Da wäre die BRÜDERLICHKEIT – ein Wert, gegen den jeder Spalter Sturm läuft. Ein echter Linker redet MIT den Mahnwachen – anstatt nur … in spalterischer Absicht … ÜBER sie. Ja – er redet sogar mit Polizisten, Soldaten, Adeligen, Huren, Priestern, Handlungsreisenden Versicherungsunternehmern und Unternehmensberatern … kurzum: mit all´ jenen, die man bei dem Kampf um die Macht braucht. Und wie uns die Erfahrung lehrt, können wir auf keinen verzichten  – mal abgesehen von jenen Kaffeehauslinken, die sofort auf dem Klo verschwinden, sobald der erste Schuss zu hören ist (und sei es auch nur die Fehlzündung eines Kraftfahrzeuges).

Da wäree die FREIHEIT … was auch die Freiheit der Andersdenkenden ist. Oder die Freiheit vor staatlichem „Nudging“. Oder die Freiheit von wirtschaftlicher Abhängigkeit durch restriktive Sozialgesetzgebung bzw. deren vollständiger Auflösung, die aktuell läuft (siehe z.B. Christoph Butterwege in N.Tv).

Da wäre die GLEICHHEIT … der zentralste Wert linker Glaubenssysteme … ein Wert, der deutschen „Besserlinken“ automatisch ihren korrekten Platz im Reich der Kräfte der Reaktion zuweist anstatt ihren überhöhten Selbstanspruch zu huldigen, Gralshüter echter (pseudo)-linker Gesinnung zu sein.

Im Geiste der französischen Revolution nehme ich JEDEN mit, um erstmal die Hauptgefahr zu beseitigen: den König … oder die Plutokratie. Hätte man 1789 vor der Revolution Gesinnungsprüfungen eingeführt … hätten wir heute noch die Leibeigenschaft – weshalb wir korrekt alle selbsternannten Gesinnungsprüfer den Kräften der feudalen Reaktion zuordnen … auch wenn sie tolle linke Sprüche absondern und linkem Dresscode ehrerbietig genüge tun.

Nach der Revolution gibt es dann auch keine Säuberungen … sondern die gemeinschaftliche Arbeit an der Zukunft. Alles, was die Bürger in „gut“ und „böse“ spaltet, ist eindeutig als nichtdemokratischer, zum demokratischen Dialog unfähiger Geist abzulehnen.

Schon Angst vor dem Blutvergießen? Angst davor, den Kopf des Königs absägen zu müssen?

Ich kann Sie beruhigen. Noch (aber wirklich auch nur „noch“ – das Fenster schließt sich zusehends weil der Neo-Feudalismus auf eine blutige Konfrontation setzt) ist eine unblutige Revolution denkbar – und durchführbar. Wer will auch wirklich unsere unterbezahlten Polizeibeamten verprügeln … denen geht es schon schlecht genug. Und wie arm unsere Soldaten sind, weiß inzwischen das ganze Land.

Die wahre Macht im 21. Jahrhundert liegt nicht beim König, nicht beim Industriellen … sondern bei anonymen Kapitalballungen, die ganze Länder ins Unglück stürzen und Parlemente kaufen. Nur die müssen massiv beschnitten werden, die Mechanismen ihres Wachstums abgebaut, das Wachstum selber ausgebremst werden. Dazu reichen ein paar Gesetze im Einklang mit unserem Grundgesetz.

Und für diese Arbeit brauchen wir bescheidene, demütige, hochintelligente selbstlose Linke. Jeder intelligente Rechte wird das einsehen, dass das nicht die Spielwiese seiner Genossen ist – dafür sind die einfach zu blöde. Aber alle – Rechte wie Linke – brauchen eine Revolution der Verhältnisse.

Doch bevor wir die in Angriff nehmen, brauchen wir … eine stabile Mehrheit in der Bevölkerung – die durch zunehmende Aufspaltung aktiv verhindert wird.

Ach – was rede ich: die Mehrheit ist ja schon da.

Jetzt fehlen nur noch echte Linke, die sie zum Sieg führen.

Also: wo seit ihr?

PS: ein Riesenthema – und meine Selbstbeschränkung auf 2000 Worte habe ich wieder nicht einhalten können. Trotzdem brauchen wir noch mehr, weil zunehmend echter revolutionärer Geist als „Querfront“ abgetan wird, wobei der Begriff aus purer Dummheit heraus völlig falsch verwendet wird. „Querfront“ meint die aktive Übernahme linker Kultur, Meinungen und Kleidungen durch faschistische Kräfte, um sie sich nutzbar zu machen … was voraussetzt, dass es hier eine lenkende Intelligenz gibt, die dies veranlaßt. Wo immer wir aber diese Intelligenz bisher vermutet haben, fanden wir in der braunen Soße nur eins: BND und Verfassungsschutz, weshalb dies Theroie der Querfrontbildung nur eine haltlose Verschwörungstheorie ist. Bekannte Versuche wie der „Kampfbund Deutscher Sozialisten“ haben sich 2008 aufgelöst und das Projekt für gescheitert erklärt – was kein Wunder ist: Rechte sind einfach zu dumm dafür. Ebenso dumm ist es, zu unterstellen, es gäbe noch geheime, unsichtbare Querfrontlenker um Untergrund, die niemand kennt. Noch dümmer ist es, anderen aus dieser Position heraus vorzuwerfen, das Verschwörungstheorien an sich böse, rechtsradikal und dumm seien. Das Gegenteil ist der Fall: Menschen, die in der Lage sind, Wahrheitstheorien (das ist der wissenschaftlich korrekte Begriff zu der Arbeit, die sie leisten) zu bilden, sind in der Regel viel intelligenter als jene, die von der britischen Brigade vorgegebene Meinungen nachbeten (siehe Forschung und Wissen). Mag aber sein, dass das auf Dumme böse wirkt. Zu gegebener Zeit werden wir uns um diesen Begriffsmissbrauch gezielt kümmern müssen.

PS2: mit Nazis reden … geht das? Also erstmal ist schon die Frage doof: als Demokrat muss man das. Als intelligenter Linker kann man das auch. Sofern es nicht medizinisch wird (mit Psycho- und Soziopathen gelingt der Diskurs nicht – das sollte man wissen, ebenso wenig wie mit Kultisten, d.h. in erster Linie religiös motivierten Anhängern des von der Vorsehung gesandten „Führers“ … wie z.B. Horst Mahler), gibt es auch gute Aussichten auf Erfolg: auch der Nazi hat Frau und Kinder, braucht Nahrung und Obdach sowie Interaktion mit Mitmenschen – nur allzu oft sind seine politischen Entscheidungen „Kurzschlüsse“ auf Grund eingeschränkter Informationsaufnahme, um seine Ängste zu bewältigen. Noch einmal: ein weites Thema. Zur Beschaffung von revolutionsfähigen Mehrheiten braucht man aber keine Nazis – dafür sind die wirklichen viel zu selten … und völlig unbedeutend.

 

 

Ich habe einen Traum

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Freitag, 17.10.2014. Eifel. Ich habe einen Traum. Ja, davon habe ich viele. Jede Nacht. Dieser Traum jedoch – ist ein besonderer. Er soll alle Alpträume verscheuchen – für alle, für immer. Er soll alle Ängste nehmen, alle Sorgen vertreiben, alle Probleme lösen. Er soll Frieden schaffen – nein, er wird Frieden schaffen. Versprochen – haben das viele. Der Kommunismus hatte es versprochen. Er hat viel geleistet, aber letztlich versagt. Der Kapitalismus hat viel versprochen – auch er hatte viel geleistet, aber letztlich versagt, liegt gerade in den letzten Zügen, kann sich nur noch durch Massenentlassungen und sinkende Produktqualität über Wasser halten.

Die Technik hatte auch viel versprochen. Was war da nicht alles möglich – noch vor 150 Jahren. Heute stehen wir knietief in Giften, Abfällen, Tierleichen und verwüsteten Landschaften, schlagen uns mit Ozeanen von Plastikmüll herum und wenden Unmengen an Ressourcen auf, die „Nebenwirkungen“ von Technik aufzufangen – was unmöglich ist, denn: unsere Wirtschaftstruktur ist auf Egoismen aufgebaut … auch auf die Egoismen von ständig wachsenden Megakonzernen, die gar nichts anderes können (und in den USA per Gesetz dazu verpflichtet sind) als ständig weiter zu wachsen – und mehr Gifte zu produzieren, weitere Abfallberge aufzuhäufen, mehr Arten auszurotten und Landschaften umzugraben. Es kann ihnen ja auch nichts geschehen – sie sind „too big to fail“, geraten sie in große Probleme, kommen die Banken und retten sie – und die Banken selbst werden immer vom Steuerzahler gerettet.

Was nun mein Traum war?

Er war einfach. Ich möchte, dass kein Blut an den Waren klebt, die ich zum konsumieren angeboten bekomme. Ich habe nämlich einen Job: ich bin Mensch, habe (wie die meisten andern auch) Familie, die ich durchs Leben bringen muss – ich kann nicht nebenbei noch die Weltwirtschaft revolutionieren.

Ich möchte keine preiswerte Kleidung, die von Kindern oder unterbezahlten Frauen produziert wird. Ich möchte keine Nahrungsmittel, die mit Giften behandelt sind, die mich umbringen oder aus Abfällen bestehen, deren einzige Qualität darin besteht, dass die Fabrik sie billig einkaufen konnte.  Ich möchte keine Transportmittel, die jene Umwelt weiter zerstören, die meine Enkel zum Überleben brauchen. Ich möchte nicht durch einen Supermarkt wie durch eine Minenfeld gehen müssen, ständig auf der Hut, sich nicht durch den Gebrauch von alltäglichen Gütern schuldig zu machen: schuldig der Ausbeutung, der Vernichtung von Leben oder Lebensgrundlagen. Ich möchte nicht von einer hilf- und kopflosen Industrie zum Täter gemacht werden.

Ich sehe … eine Wirtschaft, die sich zum Dienst am Menschen verpflichtet fühlt, weil sie sich daran erinnert, dass sie – vom CEO bis zum Hilfsarbeiter – aus Menschen besteht, die alle die gleichen Bedürfnisse haben. Ich sehe eine Wirtschaft, die denkt, bevor sie handelt, die nicht ihren Gewinn darin sieht, krebsartig in der Volkswirtschaft zu wachsen, sondern die ganze Volkswirtschaft zum Wohle aller nach vorne bringt, eine Wirtschaft, die aus dem Prinzip der Verantwortung handelt. Ich sehe eine Wirtschaft, die ehrlich miteinander umgeht, eine Wirtschaft der ehrlichen Begriffe, in der der Arbeitgeber jener ist, der seine Arbeitskraft gibt und Arbeitnehmer jener, der sie annimmt.

Ich sehe eine Wirtschaft, in der zum Beispiel Firmenwagen von Unternehmen und Behörden nach Obdachlosen Ausschau halten, um sie – wenn gewünscht –  einzuladen und ihnen einen Platz im Unternehmen geben, wo sie so viel erwirtschaften werden, dass sie wieder auf eigenen Beinen stehen können – zu einem Lohn, der ihnen ein würdevolles Leben in der Gemeinschaft ermöglicht. Ich sehe eine Wirtschaft, in der die Unternehmen sich gegenseitig unterstützen – mit zinslosen Krediten eines neuen, genossenschaftlichen Geldes, welches Banken überflüssig werden läßt (was uns enorme Rettungskosten erspart und sogar den ganzen Mittelstand vor der drohenden Kreditklemme rettet, bei dem 66 Prozent der Bevölkerung  Lohn finden).

Ich sehe eine Wirtschaft, deren oberste Qualifaktion darin besteht, Lösungen zu finden – lebendig, kreativ, innovativ, Lösungen, die jene Probleme angehen, die durch die sterbende Zinswirtschaft verursacht wurden.

Ich sehe eine Gesellschaft, in der die Menschen lernen, wieder – ganz natürlich – füreinander da zu sein, eine Gesellschaft, die in der Lage ist, den Tante-Emma-Laden um die Ecke zu tragen, weil er die Umwelt schont. Eine Gesellschaft, die ihre eigenen Zeitungen herausgibt, ihre eigenen Artikel schreibt, ihre eigenen Feste organisiert und sich so als Gemeinschaft feiert, weil so das Vertrauen im Mitmenschen gestärkt werden kann. Eine Gesellschaft, die nicht selbstverliebt einsam im Handy versinkt, sondern im Handy jene Menschen angezeigt bekommt, die Hilfe brauchen: die einen Gesprächspartner bei Beziehungsproblemen, dem Tod eines Angehörigen oder Arbeitsplatzverlust suchen, jemand, der hilft, die Einkäufe hochzutragen, jemanden, der einem bei einer Panne zur Seite steht, jemand, der einem einen Computer und seine Programme erklärt, jemand, der gerade verletzt im Park liegt oder jemanden, der seine Wohnungsschlüssel verloren hat – kurz, eine Gesellschaft, die keine Partnerbörsen mehr braucht, um seinen Nachbarn kennen zu lernen, keine Handwerkeragentur, um ein Waschbecken zu reparieren und keine Taxifirma, um kurz mal in die Stadt zu kommen.

Ich sehe eine Gesellschaft, die sich als Teil der globalen Gemeinschaft versteht, die sich traut, Friedensagenten anstatt Kriegsdiener auszuschicken, um Konflikte zu lösen, hochbezahlte, diplomatisch, rhetorisch und psychologisch hervorrragend geschulte Empathen und Hermeneutiker, die Konfliktparteien über Wirkung und Nebenwirkung von Kriegen aufklären (ja – die werden aktuell oft übersehen) anstatt ihnen Waffen zum Austragen dieser Konflikte zu liefern – kleine „Gandhis“, die alternative Wege zum gegenseitigen Abschlachten aufzeigen und mit den Konfliktparteien Strukturen erarbeiten und Situationen schaffen, die zu beiderseitigem Nutzen und Gewinn beitragen. Das solche Spezialisten viel Urlaub und ein extrem hohes Gehalt verdienen, versteht sich von selbst.  Das klappt auch bei Barbaren wie der IS – wenn man es will. Erst die Finanzierungen kappen, dann die Waffen- und Munitionslieferung stoppen, warten, bis die Versorgungsmängel sichtbar werden (jede, wirklich JEDE Armee braucht enorme Versorgungsstrukturen …. erst recht die technologisierten; im Mittelalter sind schon ganze schlagkräftige Streitkräfte auf dem Marsch verhungert …) und dann … reden. Verstehen, wo der Hass, der Zorn, die Wut herkommt (im Falle der IS spielen – leider – Natobomben eine wichtige Rolle, vermute ich mal. Die hätten wir uns auch sparen können), wo die Wurzel des Konfliktes steckt – und dann verhandeln. Auch mit jenen, die durch ihre Bomben für die Zustände Mitverantwortung tragen. Anstatt Bomben auf Menschen zu werfen, sollte man lieber die Öllieferungen der „Terrormiliz“ stoppen: Satelliten sehen doch alles, oder? Erst recht im klaren Wüstenhimmel.

Ich sehe eine Gesellschaft, in der das „Miteinander“ schon in der Schule gelehrt wird – auch ein Miteinander zwischen Schüler und Lehrer, was schon allein dadurch erreicht werden kann, dass (nach dem Vorbild englischer Privatschulen) die Person die für den Unterricht verantwortlich ist, nicht dieselbe ist, die den Erfolg des Unterrichts auch benotet. Ich sehe Schulen, in denen von klein auf gelernt wird, dass „Miteinander“ mehr Profit für alle bringt, als „Gegeneinander“.

Profit? Ja. Ich sehe eine Gesellschaft, die durch und durch profitorientiert ist. Auch hier bin ich für das genaue Wort – aber nicht nur reduziert auf Gewinne, die durch Ausbeutung erzielt werden. Ich denke … an das lateinische Urwort „profectus“, das Fortgang, Zunahme, Vorteil bedeutet – und an den Gedanken, dass „Profit“ für alle gelten soll, nicht nur für Akteure einer sich selbst vernichtenden Raubwirtschaft: von einem zur Arbeit gezwungenen Ein-Euro-Jobber im Altenheim hat letztlich niemand einen Profit … außer vielleicht ganz am Ende jemand, der den Zinsgewinn der Gratisarbeit in der einen der anderen Form einstreicht: mangels Sozialabgaben verlieren Staat und Versicherungen von dieser Beschäftigungsform, mangels Motivation haben die „Kunden“ nur wenig davon (vielleicht sogar auch hohen Schaden, weil man den Frust an sie abläßt), dass Heim selbst tut sich durch den Einsatz unqualifizierten Personals auf keinen Gefallen, der Jobber selbst fühlt sich im besten Falle zu unrecht bestraft.  Diese Argumenation gilt im Übrigen … für die ganze Volkswirtschaft, für jede Art von Tätigkeit: wo sie lustlos verübt wird, weil man den Profit nicht sieht (den Fortgang der Zivilisation, die Zunahme an Gerechtigkeit, Sicherheit, Freiheit, Wohlstand und Frieden, den Vorteil für sich selbst UND andere), richtet sie unterm Strich wahrscheinlich mehr Schaden als Nutzen an – in Form von unzureichend erstellter Arbeit oder mangelhaften Waren.

Ja – unsere Gesellschaft leidet nicht am Zuviel von Profit, sondern am Zuwenig: es gibt zu wenig Fortgang, Zunahme, Vorteil für zu viele Menschen: das nervt. Jeder möchte einen Profit von seinem Leben – aber der besteht eigentlich nur selten in Geld, vielmehr besteht er im Sinn, der Freude und Glück schenkt: einfach mal die vielen Menschen fragen, die einem Hobby nachgehen – die werden bestätigen, dass sinnvolle Tätigkeiten auch ohne Geld Freude bereiten. Zudem weiß man seit alters her, dass nicht jene die Glücklichsten sind, die am meisten kaufen können, sondern jene, die am wenigsten brauchen (was oft auch jene sind, die mit einem hohen Grad an Aufmerksamkeit durch die Welt gehen).

Ich sehe eine Gesellschaft, die gelernt hat, dass es den bösen Menschen nicht gibt – außer vielleicht als seltenen, kranken, nur auf sich selbst bezogenen Ausnahmefall, eine Gesellschaft, die aber vor allem verstanden hat, dass es keine bösen Länder gibt, keine bösen Religionen, keine bösen Völker – oder böse Wirtschaftsformen. Da gibt es nichts. wofür sich ein Krieg lohnen würde, ja, dass der Krieg selbst der Feind der Menschheit ist, weil er IMMER Unschuldige tötet und uns dadurch zu übelsten Mördern werden läßt – egal, wie edel die Absichten sonst noch waren.

Ich sehe eine Gesellschaft, die gelernt hat, freundlich zu sich selbst zu sein, ihren Nächsten nicht als lästigen Widersacher zu begreifen sondern als hilfreichen Partner zu verstehen.

Ja – ich sehe eine Gesellschaft, die sich als globale Gesellschaft versteht, als positive Variante einer „neuen Weltordnung“ – dezentral, lokal, werteorientiert, solidarisch und gemeinwohlzentriert, eine Gemeinschaft, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Profit für alle zu mehren – und zwar jene Form von Profit, die jeder Mensch für sich selbst als notwendig  für sein persönliches Fortkommen ansieht … und nicht jene Form von Profit, die zum Zwecke der Absatzgenerierung von einigen wenigen mit gigantischem Werbeaufwand in die Gehirne der Menschen gepresst wird.

Ich sehe viele Details dieser Zukunft, die eine absolute Mehrheit der Weltbevölkerung beglücken könnte, die in der Lage wäre, Armut, Hunger und schlimmste Not weltweit zu beseitigen und dabei noch allen Menschen nebenbei materiellen Gewinn beschert – einen Gewinn, den Wohlstandsbürger im Westen gelegentlich verpönt ablehnen, weil sie sich noch nie der Situation stellen mussten, dass der Kühlschrank noch leerer ist als das eigene Konto – oder einer Situation. wo weder ein Kühlschrank noch ein Konto existiert.

Diese Details – die mir zeigen, dass ein Jahr in Australien, Argentinien oder Südafrika bei Freunden zu leben mehr Freude machen kann als jedes Jahr drei Wochen Pauschalurlaub in den Betonburgen an der Ostsee – sind sehr zahlreich, wie es oft bei Träumen so ist.  Ich könnte noch lange davon schwärmen, jeden mit profitablen Details fürs eigene Leben zu überschütten (ja, selbst für jetzt schon superreiche Menschen wäre noch eine deutliche Qualitätssteigerung drin – und die wissen auch selbst genau, was ihnen fehlt),  möchte mich aber lieber abschließend jenem kleinen Moment widmen, in dem ich gestehe, dass dies … eigentlich kein Traum ist.

Es ist die rudimentäre Blaupause für eine neue Wirklichkeit, eine neue Realität, eine neue – und uralte – Art zu leben, zu arbeiten, zu wirtschaften.

Wie er Wirklichkeit werden kann?

Nun – das ist nun wirklich das Einfachste von allem.

Hierzu bedarf es zuerst eines einzigen Menschen, der für diesen Traum seine Fahne in den Sand steckt.

Das habe ich hiermit gemacht.

Mehr werde ich auch nicht tun, brauche ich auch nicht tun.

Diese Fahne ist der Sammelpunkt für jene, die lieber ein neues Wirtschaftssystem aufbauen als mit dem alten untergehen wollen, für jene, die lieber kreativ schaffen als desktruktiv nörgeln mögen, für jene, die den Dummköpfen dieser Welt gerne das Ruder aus der Hand nehmen möchten als ihnen unwillig in den Abgrund zu folgen.

Jeder ist eingeladen, zu kommen.

Wir können JEDEN gebrauchen, denn jeder kann seinen Anteil dazu beitragen – und sei es nur, dass er die Idee seinem Nachbarn in den Briefkasten steckt.

JEDER kann jetzt was TUN.

„Wir“?

Ja.

Ihr glaubt doch wohl nicht wirklich, dass ein alter, armer, kranker, einsamer Mann die Welt im Alleingang rettet?

Schon längst gibt es Menschen, die haben – dankenswerter Weise – jahrzehntelang an Lösungen gearbeitet, zu einer Zeit, wo uns unsere Probleme noch gar nicht bewusst waren. Und es gibt Menschen – allein in Deutschland Millionen von ihnen – die gerne an einem profitablen Geschäft (ja – auch letztlich finanziell profitabel … aber mit eigener, stabiler und sicherer Währung versehen, die den Profit der Arbeit nicht durch Experimente mit „Währungen“ in Gefahr bringen) beteiligt wären – nicht als bezahlte Angestellte, sondern als freie Unternehmer, als Pioniere, als Abenteurer und Schatzsucher.

Diese ganzen Menschen müssen nur zusammenfinden.

Wer eigene Ideen hat, ist herzlich willkommen.

Wer keine hat, kriegt welche gratis – aber darüber habe ich ja schon geschrieben.

Ab heute hat es also jeder selbst in der Hand, ob er nicht – anstatt ungewollt Teil des Problems zu sein – lieber willentlich Teil der Lösung sein möchte.

Das Paradies für die Menschheit steht vor der Tür – wir müssen nur noch losgehen, die Tür aufmachen und es herein lassen.

Wer mehr wissen will, kann mir eine persönliche Nachricht schicken (Eifelphilosoph@Nachrichtenspiegel-online.de): etwas Engagement muss schon sein. Die ersten Schritte – starten gerade in Berlin, der Hauptstadt jenes Landes, das viel Erfahrung mit den sterbenden alten Wirtschaftsformen hat.

Allerdings … droht Arbeit. Für echte Arbeitgeber sollte das aber kein Problem sein – wenn erkennbar werden wird, wie vielfältig sich die Investitionen auszahlen. Und wer alles wirklich Arbeitgeber ist, haben wir ja jetzt nebenbei auch gelernt.

Band 1 - Die Herrscher der Welt und ihre Widersacher - Reiner Dammann

 

 

 

 

Deutschland vor dem Abgrund – wegen „Demokratie“?

Deutschland vor dem Abgrund - wegen "Demokratie"?

Dienstag, 26.11.2013. Eifel. Ich gestehe: ich wollte heute mal nichts schreiben. Ich habe hier im Nachrichtenspiegel grob geschätzt bislang 1,5 Millionen Wörte gemacht … das reicht eigentlich für ein ganzes Leben. Zudem gibt es aktuell einen sehr lehrreichen Artikel vom Karpatengeist (Rumänien vor dem Abgrund), zu dem ich nicht in Konkurrenz treten möchte. Dann jedoch gab es ein paar Ereignisse, die begleitend gut dazu passen … und ich dachte: schreibe schnell ein paar Gedanken dazu auf.

Heute morgen hat man mir den Vortrag von Andres Popp zugesandt, veröffentlicht am 25.11.2013 auf you tube: „Wird bald ein Ruck durch Deutschland gehen“. Es gibt in diesem Vortrag Anspielungen auf einen Volkslobbyismus, wie wir ihn vor einiger Zeit mit der OP 100 starten wollten. Nun – die OP 100 hat der Regenbogenbieger wegen technischer Probleme eingestellt – und ich habe das nicht bedauert, obwohl ich darin eine der letzten Möglichkeiten sah, Europa und den Rest der Welt vor der Tyrannei der unmenschlichen Oligarchen zu retten. Hört sich groß an – ist aber nur ein kleiner Gedanke gewesen: wenn das Volk es nicht schafft, sich in Berlin eine Lobby zu erarbeiten, wird die Bankenlobby das Volk abschaffen, weil es zu teuer ist. Mit einer kleinen Regelsatzerhöhung von 100 Euro hättte man gut anfangen können, den Banken das Wasser abzugraben. Ebenso habe ich in dem Vortrag das erste Mal außerhalb unserer Seiten jene 80 % Arbeitslosigkeit erwähnt gehört, die ich vor kurzem mal plakativ errechnet hatte: gut zu hören, dass der Gedanken aufgenommen wurde. Es wird Zeit, dass wir uns als Gesellschaft der grassierenden, nur mühevoll vertuschten Massenarbeitslosigkeit stellen: „Beschäftigung“ ist kein Ersatz für Arbeit, sondern nur die Verhinderung von kreativ und produktiv verbrachter Freizeit.

Nun – schon Schopenhauer hatte gesagt: der Philosoph ist ein Wegweiser, der selbst den Weg nicht gehen kann, den er weist – sonst wäre er weg. Ich teile diesen Ansatz, erinnere mich aber auch an die Pflicht, die Marx der Philosophie auferlegt hat: die Welt nicht nur zu beschreiben, sondern sie auch zu verändern: was leicht gesagt ist. Um die Welt zu beschreiben, muss man aufhören, Teil von ihr zu werden. Der oft kritisierte Elfenbeinturm ist Teil der notwendigen Distanz, die man zum eigenen Alltag gewinnen muss, um überhaupt erstmal einen Überblick zu erhalten. Dort draußen – oder oben – genügen aber schon zwanzig- dreissig Mails am Tag, um unsere personelle Ausstattung absolut zu überfordern, weshalb man von diesem Turm heraus nur Impulse geben kann, die sinnvoll und folgerichtig scheinen … nur: umsetzen kann man sie nicht auch noch, solange man sich keine hundert Klone leisten kann.

Aus diesem Turm heraus sieht man dann aber auch schön, wie Andreas Popp mit Worten spielt, teilweise auf einer ultrarechten Welle surft und … ganz nebenbei … den Gedanken der Volksherrschaft verwirft.

Edelmetallhändler Popp scheint von einer Elitenherrschaft zu träumen, die schon im alten Griechenland ihre Fans hatte, ja, sogar in ältesten Mythen Europas gepriesen wird: die Herrschaft des gerechten Königs. – oder die Herrschaft der Philosophen, die im alten Griechenland gerne als Ideal gepriesen und in China im Ansatz praktiziert wurde (das hatte dann unsere ´68er sehr beeindruckt). Jeder ernsthafte Demokrat (im Sinne der französischen Revolution – nicht im Sinne altgriechischer Staatslehre oder US-amerikanischer Pseudodemokratien) würde diesen Ansatz sofort reflexartig von sich weisen: man hatte genug Erfahrung, um zu sehen, was daraus wird: die Herrschaft der Reichen über die Armen, ein Feudalstaat der Elite, der in kürzester Zeit zur Terrorherrschaft entartet, weil Menschen von Macht korrumpiert werden.

Doch liest man den Bericht des Karpatengeistes aus Rumänien, kann man schnell ins Grüblen kommen.

Schaut man aus anderer Perspektive nach Rumänien, wird es noch haariger: ein harter Sparkurs führt seit 2011 zu einer Regierungskrise, obwohl der Staat durch Privatisierung sein Tafelsilber verscherbelt. Eine seltsame Entwicklung, die wir in Deutschland gut kennen: Post, Bahn, Energieversorger und was sonst noch geht wurden verkauft, Sozialleistungen gestrichen – doch die Staatsschulden wachsen.

Verrückt, oder?

Verkaufe ich als Privatmann meine Briefmarkensammlung und das Tiefseeaquarium, streiche die Ausgaben brutal zusammen, habe ich auf einmal viel Geld.

Macht es der Staat, wachsen seine Schulden.

Man hätte hier mit dem Nachdenken aufhören können, wenn nicht Jakob Augstein mal wieder etwas im Spiegel geschrieben hätte, was der Tradition dieses Magazins zur Ehre gereicht und weit über den üblichen Propagandaschmonzetten liegt, mit denen uns dieser Teil des Beruhigungsfunks sonst so durchfüttert. Ich möchte ein paar Sätze aus der Schrift „Die Rückkehr der Bankster“ zitieren.

Wer dachte, die Banker hätten aus der Finanzkrise irgendetwas gelernt, wurde hier eines Schlechteren belehrt. Der mächtigste Banker Deutschlands verwahrte sich gegen Eingriffe der Politik und verspottete ihre Bemühungen, den Irrsinn der entgrenzten Finanzmärkte auch nur ein wenig einzugrenzen. Man sieht: Die Arroganz dieser Leute ist wieder da, wo sie vor der Krise war. Sie haben nichts gelernt – aber sie haben auch nichts zu befürchten. Die Politik versagt.

Ja – der mächtigste Banker Deutschlands hat die Karten offen auf den Tisch gelegt: man herrscht – und wird seinen Job weiter tun … mit allen kriminellen Mitteln, die man sich so ausdenken kann.

Egal ob in Dubai, in Brüssel, in New York oder sonstwo – in vielen Regionen der Welt hat die Deutsche Bank juristische Baustellen. Und überall ähneln sich die Vorwürfe: betrügerische Geschäfte, Begünstigung von Geldwäsche, Verschleierung von Risiken, manipulierte Zinsen, und dann ist da natürlich immer noch der Prozess mit den Erben Leo Kirchs.

Angesichts der vielen Baustellen davon zu sprechen, dass die mächtigste Bank Deutschlands eine kriminielle Vereinigung ist, scheint mir nicht weit hergeholt. Das sich diese Herren so offen gegen die allgemein gültige Rechtsordnung stellen, hat einen guten Grund: sie wissen, dass sie die Herren sind, dass unsere Wahlen nur bestimmen, wer für sie Politik machen darf.

Wir haben uns daran gewöhnt, dass in unserer Wirtschaftsverfassung nicht der demos herrscht und schon gar nicht die aristoi – sondern einfach nur die Wenigen. Unser System ist weder demokratisch noch aristokratisch. Es ist die reine Oligarchie.

Die Gewinne fließen an die Aktionäre, die Boni fließen an die Banker – aber das Risiko trägt der Staat. Daran hat sich seit der Finanzkrise nichts geändert. Es ist ein unmoralisches System. Und es hat mit Marktwirtschaft gar nichts zu tun. Es ist eine perverse Form des Klientel-Kapitalismus. Eine staatlich sanktionierte Ausbeutung der Allgemeinheit.

Staatliche sanktionierte Ausbeutung der Allgemeinheit – mit Kosten, die ein Vielfaches dessen ausmachen, was der – angeblich viel zu teure  – Sozialstaat verursacht … ein Sozialstaat, der nur deshalb an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit stößt, weil eine winzig kleine Minderheit alles Geld aus den Märkten saugt, so dass für die Bezahlung von Arbeit nichts mehr übrig bleibt: eine einfache Erkenntnis, über die viel zu wenig geredet wird. Der Geldkreislauf ist ein geschlossenes System – wie der Blutkreislauf im Menschen. Zapfe ich dauernd große Mengen ab … fällt mir der Mensch irgendwann einfach um, die Volkswirtschaft kollabiert mangels Tauschmitteln.

Das System ist nicht nur unmoralisch – es ist selbstmörderisch. Jedenfalls für die Volkswirtschaft.

Darum wird so sehr vor den parasitären Arbeitslosen gewarnt: eine gelungene Ablenkung vor der Tatsache, dass unsere Wirtschaft viele arbeitslose Millionäre trägt (und ertragen muss), die viel mehr dem Urbild der Zecke, des blutsaugenden Schmarotzers in der Natur entspricht. Kein Wunder, dass der Gebrauch dieser Begrifflichkeit auch gerade aus diesen Kreisen stammt: die wissen, was sie wirklich für die Gesamtwirtschaft darstellen.

Noch Fragen, warum wir rumänische Verhältnisse bekommen? Harter Sparkurs, Verkauf der Einnahmequellen – und trotzdem Rekordstaatsschulden … mehr als doppelt so viel wie Rumänien?

Wir werden uns nicht vor der Frage drücken können, wieso das in einer Demokratie so oft geschieht – jedenfalls in dem, was die Systemmedien uns als das Nonplusultra einer Demokratie verkaufen.

Schnell vergessen wird nämlich … das der Urgedanke einer Demokratie eine sich entwickelnde Gesellschaft beschrieb (auch hier sei darauf hingewiesen, dass damit nicht Platons „Staat“ gemeint ist, der im Prinzip eine Diktatur der oberen Zehntausend als Ideal darstellt, die griechischen Sklavenhalterstaaten waren ebenfalls nur eine Station, die die Idee der Demokratie durchlaufen musste).

Auch wir sind nur eine Übergangsform, die lernen muss, sich zu verändern, um die aktuell unbezahlbaren Fehlentwicklungen zu überwinden.

Wo das endet, wenn Demokratie zur Vollendung gelangt?

Nun – irgendwo in einer klassenlosen Gesellschaft. Hört sich nach Kommunismus an – und ist es auch. Nur nicht die Form von staatskapitalitischem „real existierendem“ Sozialismus, der einer Pervertierung des Grundgedankens gleichkommt und – wie Marx es sich so ausgedacht hatte – in einem Faschismus der Arbeiterklasse endete, den wir heute „links“ nennen (während wir den Faschismus der Soziopathen und Nichtsnutze als „rechts“ bezeichnen).

Gott sein Dank müssen wir diesen Kommunismus nicht fürchten. Er ist in der Erklärung der allgemeinen Menschenrechte enthalten und beeinflusste auch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Er kommt uns aber noch viel weiter entgegen, entspricht viel mehr unserer Art, weil er völlig den sozialen Geist unsere Hauptreligion wiederspiegelt: die Gütergemeinschaft der Urchristen. DAS ist das Ende der demokratischen Entwicklung, alldieweil die Souveränität eines jeden Individuums nur dann gegeben ist, wenn er auch wirtschaftlich Souverän ist.

Und wirtschaftlich souverän sind in Deutschland nur ein Prozent der Bevölkerung – der Rest kriegt sein Geld jeden Monat von anderen.

Hören wir noch einmal den Herrn Augstein dazu:

Dabei ist es ganz einfach: Wenn eine Bank so groß ist, dass ihr Zusammenbruch unerträglich wäre – dann ist die Bank selber unerträglich. Ein Unternehmen, das in privaten Händen liegt, das aber im Notfall von der öffentlichen Hand aufgefangen werden muss, ist ein Unding. Es muss entweder in kleinere Teile zerschlagen werden – oder es muss in die öffentliche Hand übergehen und dort nicht nach dem Gewinnprinzip geführt werden, sondern wie eine Behörde. Das klingt ein bisschen langweilig. Und das soll es auch. Verstaatlichung – das wäre eine Lösung.

Dem kann man nur zustimmen. Doch haben es Konzerne geschafft, juristisch als Menschen anerkannt zu werden, weshalb wir sie gar nicht mit Gewalt zerschlagen noch verstaatlichen können: soweit ist unsere Demokratie schon umgestaltet …. und nährt und schützt so den fiskalischen Tumor, der sie von innen heraus zerfrisst.

Und wie sollte man auch die Idee der notwendigen Verstaatlichung des Bankenwesens unters Volk bringen, wo die Banken und die von ihren Spenden (und Pöstchen) abhängigen Parteien die Medien beherrschen?

Nun – der Weg ist einfach. Die Pharmaindustrie nutzt ihn täglich, um ihre Botschaft unter den Ärzten zu verbreiten, vertiefen und tief zu verankern – das war der „technische“ Urgedanke der Operation 100. Ohne Konkurrenz braucht man nur knapp 150 Leute in Stab und Linie, um flächendeckend alle gesellschaftlich entscheidenden Elemente auf die Botschaft zu trimmen. Eine Volkslobby, die das Volk mobilisiert und die Interessen des Volkes auf breiter Front in Berlin durchsetzt – ganz ohne Partei.

Das eine außerparlamentarische Opposition viel bewirken kann, haben wir schon feststellen dürfen.

Doch leider … fehlt uns das Geld dafür. Anders als ´68 haben wir auch nicht mehr die Möglichkeit, das notwendige Geld durch Überschüsse aus Arbeitserträgen zu erwirtschaften … die werden heute schon vorher abgeschöpft, wie auch – oh Wunder – alle Gehälter nur noch über Bankkonten laufen, wir also in einer existentiellen und substantiellen Abhängigkeit ihrer Konten und Geldautomaten stehen.

Wie schon Herr Augstein sagt: das ist noch nicht mal mehr Aristokratie.

Das ist noch schlimmer.

Vielleicht muss man sich sogar Gedanken darüber machen, eine Zeitspanne der Herrschaft der „aristoi“, der „Besten“, zu tolerieren. Wir stehen nämlich in der Pflicht, uns Gedanken darüber zu machen, wie wir jene Gewalten organisieren wollen, die im Sinne Herrn Augsteins für uns die Banken zerschlagen.

Und zerschlagen werden müssen die – sonst werden sie uns zerschlagen …. durch harte Sparkurse und hemmungslose Privatisierungen.

Und mit kleinen Grüppchen elitärer, selbstverliebter Superlinker werden wir die notwendige Schlagkraft für diese lebensrettende Operation nicht erlangen, noch werden wir das Problem mit dem eingeengtem Denken von „rechts-links“-Kategorien beschreiben können: den Terrorbankern ist es egal, wer ihre Befehle ausführt … das dürfen zur Not auch „Kommunisten“ sein, Hauptsache, das Geld des Volkes landet auf ihren Konten.

Rumänien vor dem Abgrund

Obstplantage

Viele glauben, es geht dort immer mehr bergab, wo der Euro mitspielt. Ein Aberglaube.  Wie siehts denn in Rumänien aus: dort gibts keinen Euro.

Aber es gibt auch keine Zukunft in dem Land. Ein Land, das mit den besten Voraussetzungen gesegnet ist, das Bodenschätze hat, auf den Feldern einen fruchtbaren Boden und eine schöne Landschaft vom Meer bis zu den Bergen für den Tourismus. Was wurde daraus gemacht? Ein Sozialfall für Europa.

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Vier Jahre Bloggerei – Wirkungen und Nebenwirkungen: über Kommunismus, Kapitalismus, Materialismus, Christus sowie die utopische Demokratie und ihre Feinde

Vier Jahre Bloggerei - Wirkungen und Nebenwirkungen: über Kommunismus, Kapitalismus, Materialismus, Christus sowie die utopische Demokratie und ihre Feinde

Mittwoch, 20.2.2012. Eifel. Gestern war Jahrestag. Am 19.2.2009 habe ich meinen ersten Blogbeitrag geschrieben. Schuld daran waren – mein Rücken (der morgens keine Bewegung toleriert), der rheinische Karneval (die meinen Kindern ein paar freie Tage bescherte, die sie bei ihrer Mutter verbringen durften) und ein Mensch mit dem Nickname „Grilleau“, der jetzt hier als Autor mitschreibt. Er hatte mich sozusagen „entdeckt“, als ich gelegentlich in Foren etwas zu der Bedeutung von Hartz IV schrieb – und warum es ein Ungeheuer ist. Dieser „Grilleau“ hatte auch einen „Blog“ und meinte: das sei total einfach. Am 19.2.2009 habe ich das dann bei Blog.de ausprobiert – und aus lauter Einfallslosigkeit den Nickname „Eifelphilosoph“ erfunden. War ja nötig, so ein Nickname – den hatten ja alle. Obwohl der Jahrestag gestern war, hatte ich gestern aber einfach keine Lust zum Schreiben – das geschieht heute. Es geht um Wirkungen und Nebenwirkungen der Bloggerei hinsichtlich einiger politischer Themen – bzw. um die Ummodulierung der politischen Überzeugungen durch nähere Betrachtung der politischen Wirklichkeit … beispielsweise dadurch, das man sich Gedanken über einen Fahrraddynamo macht.

Sie kennen einen Fahrraddynamo? Das ist ein kleines Gerät aus Materie, das Strom für die Fahrradlampe liefert. Nebenbei ist er ein Modell für das menschliche Bewußtsein – so stellt sich der wissenschaftliche Materialismus die Funktionsweise des menschlichen Geistes vor: es läuft Strom durchs Gehirn und dadurch erhalten wir die Illusion, wir hätten Bewußtsein. Hat jeder sicher schon oft gehört,diese Geschichte – noch öfter wird mit dem Bild gearbeitet. Das dieser Mythos ins Leben gerufen wurde, war ein politischer Akt der Bewußtseinsbildung. Es geschah ganz gezielt, um die Menschheit auf Konsum zu trimmen – doch davon später. Bleiben wir erstmal dabei, warum es ein Mythos ist, eine Legende, oder besser: ein Märchen.

Wie oft ist es Ihnen eigentlich passiert, das Ihr Fahrradlicht Ihnen den Befehl gegeben hat, umzukehren? Oder links abzubiegen, obwohl sie nach rechts wollten? Gar nicht natürlich, werden Sie sagen und sich über die dämliche Frage ärgern. Dann – bitte schön – noch eine dämliche Frage: wie oft ist es Ihnen geschehen, das Ihr Körper aufgestanden ist, zum Kühlschrank ging, sich was zu Essen holte während sie eigentlich das Fußballspiel weiter anschauen wollten? Ebenfalls: noch nie. Aber die Geschichte vom menschlichen Bewußtsein, das nur eine Funktion des Körpers, des Gehirns ist: die schlucken Sie einfach so, oder? Ohne konkrete Befehle durch den Geist macht so ein Körper nicht viel. Von allein – würde er nur dumm herumliegen und vergammeln. Im Koma hat er sogar einen funktionierenden Dynamo – nur liefert der keinen Strom mehr. Ich weiß – das ist jetzt eine einfache Geschichte mit einfachen Bildern … aber so lernen unsere Kinder die Welt kennen, in der wir ihnen zumuten zu leben. „Es gibt nur dieses eine Leben und sein Sinn ist: soviel zu kaufen wir nur irgendwie geht“. Darum brauchen wir so viele große Einfamilienhäuser – im Laufe der Jahre sammelt sich einiges an. Und da wir der festen Überzeugung sind, das wir nur Biomaschinen sind, die wegen ein bischen Strom im Gehirn die Illusion des Denkens aufgebaut haben, folgen wir den Befehlen widerstandslos: immerhin sind „wir“ nur eine Illusion. Das ist die große Gegenströmung zur Aufklärung: während uns hier noch ein Descartes klar vor Augen führte, das er ist, weil er denkt („cogito ergo sum“), hat man uns davon überzeugt, das nicht die Außenwelt eine große Illusion ist – nein, wir selbst sind die Illusion.

Und das glauben wir. Das Milliarden von menschlichen Körpern nur aufgrund einer Illusion bewegt werden, verwundert uns weniger. Das diese Illusionen Staaten bilden, Gesetze erschaffen, Opern schreiben, Gedichte verfassen und sich selbst außerordentlich bewußt sind, fällt uns auch nicht sonderlich auf. Wieso auch: es geht hier nicht um Wissenschaft, es geht um Dogma: und wer richtig viele Millliarden zu Forschungszwecken abräumen will, der muss sich erstmal diesem Dogma unterwerfen.

Ein viel zu unpolitisches Thema, denken Sie?

Nein, es ist ein ganz zentrales politisches Thema. Eigentlich das zentralste Thema, das wir haben. Frank Schirrmacher weist in seinem Buch „Ego“ aktuell auf die deformierende Kraft von Weltbildern hin, die im Sinne der Konsumförderung und der Kommunismusbekämpfung entworfen worden sind, obwohl sie der menschlichen Realität nur in wenigen Ausnahmefällen entsprechen. Da wir es hier aber mit hochintelligenten Menschen zu tun haben, die zentral Werte in die menschliche Gesellschaft eingeben und sie mit Hilfe vieler Werbemilliarden durchdrücken, lassen sich ihre Gedankenzüge nicht in wenigen Worten darstellen: ein Grund, warum meine kleinen Aufsätze immer länger werden – es dauert halt länger, Lügengespinste zu entknoten als sie in die Welt zu setzen.

In erster Linie gilt dieses kleine Dynamobild des menschlichen Bewußtseins nämlich nur … der Vernichtung der Kirche. Nach der französischen Revolution hatte der Adel sich ins Kapital geflüchtet (wo er heute noch wohnt und seine gesellschaftsdeformierenden Aktivitäten entfaltet), war aber dort vom Kommunismus aufgespürt worden – aufgespürt und wieder verjagt. Für die Strategen des Kapitals bahnte sich eine Riesengefahr an, denn anders als ihre Büttel (Arbeiter und Angestellte) lasen sie die Bücher, über die sie sprachen. Sie sahen sich einer enorm gefährlichen Allianz der Zukunft gegenüber, die ihnen ein für alle mal den Garaus machen würde und eine Zukunft versprach, die keinen Krieg mehr kannte, keine Not und keine Unterdrückung durch dogmatische Lehrsätze.

Wer die Botschaft Christi nicht aus den Erläuterungen des Pfarrers und der Kirche empfängt, sondern im altgriechischen und aramäischen Original liest, merkt, das dieser Mann konsequent antikapitalistisch dachte. Die Gütergemeinschaften der Urgemeinde und die Darstellung des „Mammon“ als Feind der Welt beschrieben eine Welt, in der sich auch die Kommunisten hätten wohlfühlen können – und die Demokraten erst recht. Ihnen wäre schnell klar geworden (allein schon durch die Lektüre der griechischen Philosophie) das Demokratie ohne wirtschaftliche Gleichheit der Teilnehmer nicht funktionieren kann: wenn ein Geldsack hundert Leiharbeiter für ihre Stimmabgabe mit Brot bezahlt, ist das keine Demokratie mehr. Das sehen wir ja auch heute: die Bürger wählen ihre Arbeitgeber (Staat, Gewerkschaft, Unternehmen) bzw. die Parteien, die für die Arbeitgeber die Demokratie aushöhlen.  Es galt also aus der Sicht das Kapitals, eine ganz große Allianz zu verhindern, die den Menschen wirklich das Paradies auf Erden hätte bringen können.

Was wäre, wenn der Kommunismus gesagt hätte: wir wollen nur, was des Kaisers ist, aber nicht, was Gottes ist? Er hätte die Unterstützung von Milliarden Christen gehabt – und die angenehme Diskussionsbasis, das ein Sohn Gottes die Abkehr vom Kapitalismus absegnet.

Darum mussten beide Bewegungen aufeinander losgejagt werden – und zwar schnell. Das ging ganz diskret mit etwas Geld hier, ein paar Worten da und noch mehr Geld dahinter. Gleichfalls musste die Demokratie gegen beide eingenommen werden, bevor die Demokraten merkten, das am Ende der Entwicklung der Demokratie eine Gesellschaft von Gleichen auftaucht, sie sich praktisch in nichts von einer kommunistischen oder christlichen Gesellschaft unterscheidet – und alle drei haben für die Herrschaft des Mammon keine Sympathie übrig. Alle drei stellen den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Überzeugung … und nicht den virtuellen Kapitalgewinn.

Eine wunderschöne Methode dazu, war, sich die „Wissenschaft“ zu vereinnahmen. Die chronisch sozial bzw. finanziell schwachen Wissenschaftler nahmen immer gerne Geld an – so konnte man leicht jene herausfiltern und zu Ehren führen, die einem passten. Da kam ein Darwin gerade gelegen. Seine Theorie von der historischen  Entwicklung des Dynamos (um bei dem Bild zu bleiben) erschütterte die ganze Welt – dabei berührte sie nicht im Mindesten die Tatsache, das der Körper vom Geist gesteuert wird – und nie von sich selber. Doch diesen Umstand lies man gerne unter den Tisch fallen: man hatte ja eine enorm scharfe Klinge gegen dumme Landpfarrer in der Hand. Nebenbei ergaben sich aus den sozialen Implikationen enorme Möglichkeiten für reiche Menschen: sie wurden zu den besseren Menschen, den „Auserwählten“, von der „Natur“ (einem funktionalem Ersatzwort für den alten „Gott“) dazu bestimmt, über die minderwertigen Armen zu herrschen: der Sozialdarwinismus bestimmt heute noch die politischen Wirklichkeiten in Deutschland, man schaue sich nur das Schulwesen oder die Behandlung von Armen und Arbeitslosen an.

Leicht konnte man so die Kirche an die armen Kommunisten verfüttern, immer wieder den Pfarrer als Feind der Menschheit anführen (ein Platz, den zuvor die Hexe innehatte) und so die Demokraten mit ins Boot holen, die wussten, das Religionsfreiheit eine der vier Säulen der freien Gesellschaft war – eine Freiheit, die vor Dogmatismus jeglicher Art schützen sollte.

Ein zentrales Mittel dazu war … die Lehre von der Nichtexistenz des menschlichen Geistes, die Lehre von dem Gehirn als Dynamo und des Geistes, des menschlichen Selbstes als völlig untergeordneter Funktion des Materie, denn: ist der Geist, das menschliche Bewußtsein, nur eine Illusion, ein Trugschluß, eine Gaukelei elektrischer Ströme in der Gestalt gewordenen Ursuppe, dann – kommt nach dem Tode auch nichts. Der Dynamo kommt zur Ruhe – das Licht geht aus und Schluss.

Kommt aber nach dem Tode nichts, dann ist die Kirche (die dasselbe behauptet, was ihre Kritiker nur nicht merken) eine große Lügnerin, einfach nicht erwachsen, im Mittelalter verbleibend und schlichtweg mit dem modernen Leben nicht mehr zu vereinbaren … einem modernen Leben, das uns unbegrenzte Konsummöglichkeiten gibt, die wir gefälligst – ohne jede Rücksicht auf die ökologischen Folgen (die von religiösen Menschen so geliebte und geachtete „Schöpfung“ –  zu nutzen haben, um den Nutzen des Kapitals zu mehren. Hat Kirche (und Religion insgesamt) aber nur Lügen zu bieten und Darwin Recht, dann steht dem alten kapitalistischem Paradies nichts mehr im Wege: der reichste Mann wird Kaiser, die weniger reichen werden Grafen, Fürsten und Barone, die mit Mithilfe vieler Ritter und Büttel über das Volk herrschen – abgesichert durch den Darwinismus des großen Meisters.

Das „Dritte Reich“ in Deutschland 1933 – 1945 ist in diesem Sinne der Testlauf einer Gesellschaft geworden, die sich ganz von den alten Vorstellungen der „Sozialromantik“ gelöst hat – und auch heute gilt es als allgemein schick und „in“, urchristliche Überzeugungen der Nächstenliebe als Sozialromantik auf den Scheiterhaufen der Geschichte zu verbannen, auf dem man auch schon die Vorstellungen des Kommunismus und die einer wahren Demokratie verbrannt hat.

Das ist im Übrigen auch der Grund, weshalb ich nach vier Jahren bloggen (und intensivem Studium der Massenmedien) die Kunde von Deutschlands nicht vorhandener Souveränität begrüße: durch die mediale Hetzjagd auf Arbeitslose hat dieses Land bewiesen, das es noch lange nicht reif ist, ein selbständiges, nicht überwachtes Leben zu führen – der alte Geist ist immer noch (oder wieder) sehr lebendig in diesem Land. Nur gut, das wir sehr eingebunden sind in die Strukturen der Siegermächte – ich möchte nicht wissen, was hier schon wieder los wäre, wenn man die Deutschen wieder ganz allein werkeln lassen würde.

Wahrscheinlich würden wir schon wieder unnützes Leben vergasen, Leben, das seinen Konsumdienst noch nicht mal auf minimalem Niveau nachkommen kann.

Eine weitere Nebenwirkung von vier Jahren konzentriertem Studium der gesellschaftlichen Realität und ihrer schriftlichen Beschreibung ist, das ich „Verschwörungstheorien“ eine gewisse höhere Wahrscheinlichkeit an „Wahrheit“ zugestehe als den amtlichen Verschwörungstheorien (die offiziell „Wahrheit“ genannt werden und nicht diskutabel sind).  Der desaströse Gang der modernen Geschichte – erst recht nach dem zweiten Weltkrieg – lässt sich einfach mit deutlich weniger Hypthesen erklären, wenn ich nur eine einzige hinzufüge: die Existenz einer Kraft/Macht/Gesellschaft/Organisation/Gruppe, die gezielt Kapital in destabilisierende Operationen steckt. Streiche ich diese Hypothese, so bekomme ich um die politische Wirklichkeit umfassend zu beschreiben, die Notwendigkeit, noch wesentlich mehr Hypothesen aufzustellen, um den „Zufall“ als beständig passend auftauchende Ursache zu untermauern. Zufällig zerstörten Terroristen mit CIA-Kontakten das World Trade Center, zufällig setzen informierte Kreise an der Börse auf diese Ereignis und zufällig konnte so das zuvor angedachte Projekt zum neuen amerikanischen Jahrhundert ins Leben gerufen werden, das so schön zu den Bestrebungen passt, nach dem Ende des Kommunismus in Europa die dort wuchernden Demokratien so sehr zu beschneiden, das sie marktkonform werden, sprich: das Diktat der Herren des Geldes aktzeptieren und nicht darüber reden.

Zuviel Verschwörungstheorie? Nun – oft genug wird die Theorie zur Wahrheit, ein Paradebeispiel findet man bei Wikipedia:

Bei der Untersuchung der Aktivitäten der P2 wurde 1981 bekannt, dass unter maßgeblicher Beteiligung von Licio Gelli ein konspiratives Netzwerk aus Führungspersonen der Polizei, des Militärs, der Wirtschaft, der Politik, der Mafia und von Geheimdiensten geschaffen worden war. Es bestand ein ernster Verdacht, dass der Geheimbund Pläne für einenStaatsstreich entwickelt hatte und mit Terroranschlägen in den 1970er Jahren in Zusammenhang stand, was sich teilweise später bestätigte.

In seinem Roman „Die Macht und die Herrlichkeit“ beschreibt Malachi Martin die Aktivitäten der P2 aus der Sicht des Vatikans. Der Nachfolger von P2 war P3 (2010 aufgelöst) aus dem jetzt P4 wurde. Nur von  P1 (den „Schlußstein“, wie ihn Martin in seinen Büchern  nannte) erfahren wir (noch) nichts – dafür aber über andere noch nicht aufgearbeitete Zusammenhänge:

Das Schwurgericht von Bologna stellte in einem Strafverfahren fest, dass die Loge P2 Kriminelle angestiftet, bewaffnet und finanziert habe, um mit Mitteln der Subversion und des Terrorismus im Rahmen einer „Strategie der Spannung“ die Vorbedingungen für einen Staatsstreich zu schaffen. Einige der mutmaßlichen P2-Mitglieder sollen direkt oder indirekt an den zahlreichen Attentaten, Putschversuchen oder terroristischen Aktionen der 1960er und 1970er Jahre beteiligt gewesen sein.

Eine wichtige, bis heute nur teilweise aufgeklärte Rolle spielte dabei die von der CIA und der NATO aufgebaute Untergrundorganisation Gladio, eine sogenannte Stay-behind-Organisation.Durch die Fälschung von Beweisen wurde dafür gesorgt, dass die Verbrechen linksextremen Terroristen zugeordnet wurden. Beispielsweise war die linksextreme Terrorgruppe Rote Brigaden, das italienische Pendant zur deutschen Rote Armee Fraktion, teilweise von Gladio-Mitgliedern unterwandert, die sich unter anderem aus militärischen Spezialeinheiten, Geheimdienstkreisen und Rechtsextremisten rekrutierten. Mehrere Terroranschläge, etwa auf den Hauptbahnhof von Bologna am 2. August 1980 mit 85 Toten, wurden ursprünglich den Roten Brigaden zugeschrieben. Aber in Gerichtsverfahren wurde die Urheberschaft von Rechtsextremisten erwiesen, die mit Gladio in Verbindung standen.

Erinnert etwas an die Geschehnisse vom 11.9.2001, oder? Und war einfach nur ganz normale Politik in einem zivilisierten europäischem Land – ohne das die Bundesregierung auch nur die geringsten Konsequenzen aus dieser Affaire gezogen hat.

Diese zentrale Hypothese lautet: es gibt Menschen mit unglaublich viel Geld, die gerne wollen, das das so bleibt – und sich mit großem Engagement dafür einsetzen, das sich 1789 nicht wiederholt, weil ausgeräumte Banktresore ganz schlecht für die Gewinne aus Zinsen uns Zinseszinsen sind – und diese Zinsen waren schon dem antikirchlichem Revoluzzer Lenin sehr wichtig, siehe Wikipedia:

1891 verurteilte Lenin die Hilfsaktionen der gebildeten Schicht anlässlich der Hungersnot in der Provinz Samara, in der er als Anwalt tätig war. Er wertete die Hungersnot als Schritt in Richtung Sozialismus, da sie den Glauben an Gott und den Zaren zerstöre. Vom Pächter seines eigenen Landgutes forderte er die volle vereinbarte Summe, der wiederum die Bauern trotz der Hungersnot voll zahlen ließ.

So präsentiert sich ein echter „heiliger“ Kommunist: er lässt Menschen verhungern, um den Glauben an Gott zu zerstören. Dafür wird man auf ewig einbalsamiert. Das es in dem Moment der Wille Lenins ist und nicht der Wille eines Gottes, der die Menschen hungern lässt, fällt schon gar nicht mehr auf. „Wer meinem Dogma nicht folgt, soll sterben“ – so der geheime Leitsatz, mit dem Christen und Demokraten dann nicht mehr viel anfangen können – weshalb sie Schutzschild des Kapitals werden. Man merkt: man hatte genau den richtigen nach Russland geschickt (vielleicht sogar mit viel Geld, was allerdings vom linken Lager bestritten wird, siehe WSWS).

So wurde – das ist ja historisch bekannt – aus einer Bewegung gegen Armut, Hunger, Not und Ausbeutung eine Diktatur … die Diktatur des Proletariats, die letztlich eine Diktatur von Gutsbesitzern wie Lenin wurde.

Der normale Arbeiter und Bauer war viel zu sehr damit beschäftigt, Pfarrer im Namen Darwins zu jagen. Als er merkte, das die nicht die Elite der alten Unterdrücker darstellten, waren die neuen schon da – mit Hilfe der alten Soldaten.

Das alles funktioniert, weil wir diese Geschichte mit dem Dynamo glauben. Ja: glauben – wir sind hier mitten im religiösen Bereich. Darum ist „Nahtodesforschung“ auch ein heiß umkämpftes Feld und wird mit allen unfairen Mitteln so sehr in die Nähe der „Esoterik“ gerückt … dabei ist die Tatsache der menschlichen Sterblichkeit wahrlich kein Wissen, das nur einer kleinen Gruppe von Menschen als geheimes Wissen zukommt – eigentlich wissen wir alle, das wir sterben, nur – wie es so schön heißt – wir glauben nicht daran.

Vielleicht … glauben wir ja auch zurecht nicht daran, weil wir ein instinktives Wissen davon haben, das unser Bewußtsein nicht ein bedingter Reflex elektrischer Ströme im Gehirn ist. Würden wir so etwas glauben – welch´ göttliches Bewußtsein müsste dann erstmal ein Blitz haben, bei der Leistung, die der bringt.

Das sind so ein paar zentrale Gedanken, die die letzten vier Jahre mit sich gebracht haben: der Versuch, gesellschaftliche Erscheinungsformen in ihrer historischen Entwicklung zu begreifen und zu verstehen, führt zu absonderlichen Annahmen, die ich vor vier Jahren weit von mir gewiesen hätte – aber damals hatte ich auch noch eine gewisse Symphatie für die Vorstellung des Gehirns als Dynamo.

Heute sitze ich hier und weiß: mein Körper käme nie auf die Idee, hier zusammenhängende Sätze in die Tastatur einzugeben, wenn ich ihm  nicht den Befehl dazu geben würde.  Er würde sich lieber hinlegen – schon seit Stunden.

Geht aber nicht, weil es gilt, sich gegen den Orkan an Unsinn durchzusetzen, der seit Jahrzehnten durch die Medien fegt – was übrigens nicht nur die Idee des Frank Schirrmachers ist, sondern zuvor schon von den Autoren des Films „Corporation“ erwähnt wurde.

Eine letzte Nebenwirkung der Bloggerei ist, das ich den Papstrücktritt wahrscheinlich als einziger denkender Mensch in Deutschland als Katastrophe besonderen Ausmaßes empfinde: er beweist (im Detail aus innerkatholischer Perspektive nachzulesen bei Malachi Martin – Der letzte Papst), das die Agenten der Sozialdarwinisten eine weitere Bastion im Kampf um die Weltherrschaft erobert und somit den Vatikan völlig unter ihre Kontrolle gebracht haben – nach der Verweltlichung des Protestantismus, der Dämonisierung des Judentums und der offenen Kriegserklärung an den Islam fällt somit die letzte Feste, die dem Vormarsch der „EGO ist das Größe“-Philosophie Einhalt hätte gebieten können – oder, anders gesagt, zeigt es, das P2 (bzw. „P1“, die noch unbekannte Urzelle) immer noch weiter arbeitet.

Kein Wunder, das der Papst in seinen Abtrittsreden immer wieder vor der Macht des Teufels gewarnt hat – die internationale Verschwörerbande stellt aus kirchlicher Sicht in der Tat so etwas wie die fünfte Kollonne Satans dar, während wir dazu verdonnert werden, sie als „Leistungsträger“ anzuhimmeln.

Deshalb wird – wie gelegentlich erwähnt – Hitler unsere Zukunft werden. Das Dritte Reich ist ein Musterland des Sozialdarwinismus, und sofern wir den Menschen als Tier ohne Seele definieren, als einfache Biomasse, die ausschließlich nach ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit beurteilt wird und auch mit absoluter Sicherheit den Tod des Körpers nicht übersteht, brauchen wir uns auch keine Gedanken mehr über die Ethik zu machen: wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen – wer seine Pacht nicht zahlen kann, muss eben verhungern. Natur ist halt hart und hart ist alternativlos, weil es außer Natur nichts gibt.

Gleichzeitig wissen wir aber auch, wie wir uns gegen diese Invasion unmenschlicher Gedanken wehren können: einfach das Verbindende in dem Anderen sehen – nicht das Trennende. Auch wenn die Kirche Fehler macht (wie jeder andere Institution – siehe Staat, Partei, Firma, Verein – auch), steht sie doch ursprünglich für die Bekämpfung der Armut ein – im Sinne der Theologie der Befreiung sogar für das Paradies im  hier und jetzt. Auch wenn die Demokratie momentan käuflich und ungerecht erscheint, so hat sie doch ein utopisches Endziel, in dem die einzelnen Subjekte auch gleiche wirtschaftliche Macht haben müssen – und auch wenn der Kommunismus mit Terror und Diktatur gearbeitet hat, so unterscheidet sich sein Traum von der Zukunft nicht von dem, was sich Christen und Demokraten erhoffen: eine gerechte Welt ohne Not, Leid, Zwang und Unterdrückung, eine Welt, in der auch ein Roosevelt gedacht hat, als er die vier Freiheiten formuliert hat, die Grundlage für die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte war.

Das wäre auch ein schönes politisches Ziel: die Partei der menschlichen Einheit – tolerant, demokratisch, kommunistisch und ausgesprochen sozialromantisch.

Nun – die Theorie des menschlichen Dynamos wird bald fallen. Sie ist eigentlich gemäß der Ergebnisse der Nahtodesforschung schon jetzt völlig unhaltbar, aber noch bezahlt P1 Unsummen, das Wissen um die Unsterblichkeit des menschlichen Bewußtseins zu unterdrücken.

Wahrscheinlich wird deshalb die Legende von der marktkonformen Demokratie samt der großen transatlantischen Freihandelszone aktuell so stark gefördert: wenn das Dritte Reich wieder alle politische Macht innehat (dann noch transatlantisch), ist es wieder egal, was die Leute denken.

Hautsache, sie gehorchen.

Das tun sie schon heute, in der Hoffnung, das nach dem Tode das Bewußtsein (samt dem Wissen um die eigene totale Erbärmlichkeit) völlig erlischt.

Tut es aber nicht – weil das Gehirn doch kein Dynamo ist.

PS: das waren jetzt wieder 3309 Worte. Mehrere Buchseiten. Zeit, auch mal den wichtigsten Menschen des Nachrichtenspiegels zu danken: den Lesern. Ohne Sie würde es keine Freude machen, diesen Ort am Leben zu erhalten – und das Sie in der Tat Lebenszeit und Gedankenkraft aufbringen, sich durch diese für moderne Zeiten viel zu langen Texte zu arbeiten, bringt Ihnen meine höchste Bewunderung ein … und führt mich zu der Hoffnung, das es vielleicht doch Alternativen zum Vierten Reich der marktkonformen Demokratie gibt. Deshalb werde ich meinen Dynamo auch dazu zwingen, noch weiterhin Fronarbeit zu leisten: vielleicht können wir ja diesmal das Ruder noch herumreißen.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum etwas mehr Kommunismus in Zukunft das Leben von Rentnern und die Demokratie vor den Aufsichtsräten retten könnte

Freitag, 31.8.2012. Eifel. Die Welt ist in Ordnung. Das ist mal eine gute Nachricht. Jedenfalls ist die Welt der Reichen in Ordnung - und wer zu den Spitzenzeiten der Krise Aktien zu Billigstpreisen gekauft hat (also jene Leute, die sich den Verlust auch ohne drohenden Hungertod leisten konnten) hat jetzt trotz der gestrigen DAX-Schwäche seinen Einsatz verdoppelt: Geld verdienen ohne Arbeit macht die Welt halt noch schöner. Wie schön, zeigt die Seite "Rich Kids of Instagram, auf die die Welt aktuell hinweist.  Da sieht man, wo die Zinsen der Griechen bleiben: Luxusvillen, Nobelhobel, Goldgehänge und 107 ooo Euro für einen Einkauf in der Schampusbude - und das geben nur die Kinder aus. Die Rechnung der Erwachsenen will man gar nicht sehen. Natürlich fragt man sich: wo kommt das ganze Geld eigentlich her?

Freitag, 31.8.2012. Eifel. Die Welt ist in Ordnung. Das ist mal eine gute Nachricht. Jedenfalls ist die Welt der Reichen in Ordnung – und wer zu den Spitzenzeiten der Krise Aktien zu Billigstpreisen gekauft hat (also jene Leute, die sich den Verlust auch ohne drohenden Hungertod leisten konnten) hat jetzt trotz der gestrigen DAX-Schwäche seinen Einsatz verdoppelt: Geld verdienen ohne Arbeit macht die Welt halt noch schöner. Wie schön, zeigt die Seite „Rich Kids of Instagram, auf die die Welt aktuell hinweist.  Da sieht man, wo die Zinsen der Griechen bleiben: Luxusvillen, Nobelhobel, Goldgehänge und 107 ooo Euro für einen Einkauf in der Schampusbude – und das geben nur die Kinder aus. Die Rechnung der Erwachsenen will man gar nicht sehen. Natürlich fragt man sich: wo kommt das ganze Geld eigentlich her?

Die Antwort liefert unter anderem Karl Marx,  hier zitiert bei „2012MissionPhoenix„:

 „Durch industrielle Expansion und Vernichtung der Konkurrenz akkumuliert sich das Kapital der Besitzenden. Immer weniger Kapitalisten beuten immer mehr Lohnabhängige aus. Ihre immer größer werdende Macht erlaubt es ihnen, immer mehr Mehrwert“ –Mehrwert ist die überschüssige Produktionsleistung, welche nicht bezahlt wird- „an sich zu reißen. Es gibt immer weniger, aber umso kapitalstärkere Besitzende und immer mehr stetig verelende Arbeiter.“

Kommunismus scheint doch gar nicht so doof zu sein, wie er vielerorts gelebt wurde. Gut, das größte Elend steht uns noch bevor, und zwar dann, wenn die Rendite für die Belieferung der Supermärkte zu klein geworden ist und die Regale einfach mal leer bleiben, doch davon sind wir noch ein paar Monate entfernt.

Bleiben wir bei den Kindern der Superreichen. Wie wird man eigentlich superreich? Nun – ein Weg ist, im Aufsichtsrat großer Kapitalgesellschaften zu sitzen, dort, wo durch Konzentration der Geldflüsse (gern erzeugt durch permanente „Fusion“ ehemaliger Konkurrenten – die Banken ermöglichen hier wahre Wunder) soviel Geld zusammenkommt, das man ungeniert im großen Stil abgreifen kann. Wiwo berichtet hier von Steigerungen der Bezüge zwischen 7,6 % und 263 %.  Würden sich Gewerkschaften zu solchen Forderungen hinreißen lassen, wäre der Aufschrei der Kapitaldienstpresse riesengroß, Deutschland wäre in Gefahr, Europa stünde am Abgrund, die ganze Welt stünde vor dem Untergang.

Um genau zu wissen, wie die Reichen denn jetzt das Geld verdienen, muss man nur genauer hinschauen, was „Geschäftsleiter“ (CEO´s) in den letzten zwanzig Jahren geleistet haben – angeleitet durch führende US-Unternehmensberatungen. Welche Branche, welches Geschäftsprinzip, welche Rendite bislang in dem Unternehmen herrschte, spielt keine Rolle, das, was die neuen Herren gemacht haben, war: Massenentlassungen, Steigerung der Wochenarbeitszeit der Überlebenden und Einführung der unbezahlten Überstunden. 1000 Millionen unbezahlte Überstunden leisten die Deutschen so momentan (siehe FTD), macht bei einem Durchschnittsstundenlohn von 20 Euro 20 Milliarden Euro, die Jahr für Jahr über jene ausgegossen werden können, die ansonsten nichts zu tun haben, sich aber viermal im Jahr treffen, um zu kontrollieren, ob der aktuelle Geschäftsführer des Unternehmens auch genug Entlassungen zur Sicherung ihrer Bezüge vorgenommen hat.

Dazu kommen noch ungezählte Milliarden, die durch die Leiharbeit und die Enteignung der Arbeitslosen in den Markt gespült werden: kein Wunder, das die Zahl der Millionäre in Deutschland ständig steigt: wo Kinder 107000 Euro für ein paar Getränke ausgeben können, da können viele gerissene Hunde gut  verdienen. An den Arbeitslosen verdient man gleich doppelt: zum Einen hat man ihren Lohn eingespart (und ihr langjährig erspartes Eigentum günstig eingeheimst), zum Anderen kann man auch an ihrer Verwaltung gut verdienen – wie jetzt zum Beispiel in Aachen.

Dort wird ein neues Jobcenter von privaten Investoren gebaut. 250 Millionen soll es kosten, 370 Mitarbeiter finden dort bei schlechtem Wetter Unterschlupf, 52000 Hartz-Opfer werden von Ihnen in einer „Wohlfühlatmosphäre“ gepflegt (Quelle: „Super-Sonntag“, 26.8.2012).  Pro Arbeitslosen werden hier 5000 Euro investiert, eine Summe, von dem ihre Kinder sechs Jahre ernährt werden müssen – von einer Schampusrechnung der Krisenverursacher könnten sie sogar 130 Jahre leben.

Man sieht: Marx hatte doch Recht. Leider merken wir das viel zu spät. Noch später werden wir merken, das wir alle davon betroffen sind – nicht nur die Arbeitslosen. Unter dem Titel „Arbeiten bis ins Grab“ erläutert die Rote Fahne  gerade aktuelle Entwicklungen in der deutschen Rentnerszene: jedem dürfte klar sein, das die heute Fünfzigjährigen im Alter trotz aller Versprechen und Ansprüche im Alter arm dahinvegetieren werden, damit die selbsternannte Leistungselite und ihre politischen Speichellecker in Saus und Braus schwelgen dürfen: „spätrömische Dekadanz“ wird hier systematisch produziert.

Natürlich hat diese Bereicherungsmaschine auch ihre Nachteile: der Staat wird dadurch finanziell ausgetrocknet. Er braucht nämlich die vielen Millionen Arbeiter, die nicht nur hirnlos beschäftigt herumzappeln, sondern richtig gut verdienen, um richtig gut Beiträge und Versicherungen bedienen zu können. Es wäre der Job der Wirtschaft gewesen, dafür zu sorgen – die Wirtschaft und ihre Lenker haben sich aber anders entschieden.

Welche Zukunft auch uns Deutschen konkret praktisch droht, bekommen wir gerade am Beispiel des superreichen Staates Griechenland anschaulich demonstriert. Superreich? Ja, die Griechen verfügen über Erdgasvorkommen von 9000 Milliarden Euro (siehe Voltaire), ihr Alltag sieht aber ganz anders aus. Ein Grieche schildert gerade in der Zeit seine Eindrücke:

In den vergangenen Jahren wurde die Mehrheit der griechischen Bürger ärmer, arbeitslos oder obdachlos. Ein beträchtlicher Teil unserer Gesellschaft verfügt nicht mehr über die Mittel, um im bestehenden System überleben zu können. Mit Abstand am schlimmsten trifft es die Menschen in den Städten, die keine Möglichkeit haben, etwas Landwirtschaft zu betreiben.

Die Kürzungen im Gesundheitssystem treffen vor allem die chronisch Kranken. Sie sind die ersten Opfer einer nur an Zahlen und Statistiken, nicht aber an den Menschen ausgerichteten Politik. Man hört jetzt viel von Selbstmorden. Junge Menschen wandern aus, um Arbeit zu finden, und werden Sklaven des paranoiden Systems; sie kaufen sich Zeit von Ländern, die bald in der gleichen Lage wie Griechenland sein werden.

Ein weiser Mann, dieser Grieche.  Er sieht weiter als unsere Medien … aber ihm wurde wahrscheinlich auch nicht auferlegt, zurückhaltend über die Krise und ihre Folgen zu berichten. Die deutschen Medien sind da bekanntermaßen etwas gehandicapt, sie haben der Kanzlerin ihr Wort gegeben, die Krise weitgehend zu ignorieren. So ist der Deutsche wieder aufgerufen, selber zu denken – welch´ Abenteuer.

Schauen wir also einmal genauer hin, was uns in den nächsten zwei Jahren droht und welche Weichen schon heute unseren Zug Richtung Armut steuern.

Wir wissen ja, das neben Griechenland auch Portugal, Spanien, Italien und Irland einige Probleme haben – aus diesem Grund haben wir ja den Superrettungsschirm aufgefahren. Der wird aber nicht ausreichen – das hat jetzt laut deutschen Mittelstandsnachrichten die Credite Suisse ermittelt. Das die „privaten Investoren“ sich zunehmend aus den Krisenländern zurückziehen (siehe FTD) freut das Jobcenter Aachen, das dadurch einen neuen Prachtbau bekommt, aber es verschlimmert die wirtschaftliche Lage in den Krisenländern zunehmend, die ohnehin durch ihre „Zombie-Banken“ den europäischen Wirtschaftsraum massiv bedrohen (siehe Handelsblatt).

Nun – wir Deutschen könnten uns ja immer noch entspannt zurücklehnen, immerhin bezahlt man viele Journalisten fürstlich dafür, das sie uns täglich vor Augen führen, wie paradiesisch gut es uns doch geht – zum Beispiel im Vergleich zu den Spaniern: die Welle von Zwangsversteigerungen von privaten Immobilien in Spanien erreicht ständig neue Höhen – da 80 Prozent der Spanier in ihren eigenen vier Wänden lebten (siehe ZDF), sind das Vorzeichen einer neuen Völkerwanderung, deren Obdachlosigkeitsrekorde diejenigen Griechenlands in den Schatten stellen werden. Wir könnten uns entspannt zurücklehnen … wenn wir nicht im selben Boot sitzen würden – nur halt näher beim Kapitän – , was aber beim drohenden Untergang der Eurozone den Tod (und das Leiden) nur hinauszögert,  nicht aber aufhält.

Immerhin haben unsere Aufsichtsratsanwärter im Bundestag aktuell dem ESM einen Blankoscheck ausgestellt (siehe Handelsblatt), was bedeutet, das all jene Banken, die in den letzten Jahren mit massiver Werbung („Lebe heute, zahle später“) viel Kapital für den Umbau unserer Gesellschaft durch extreme Konzentration in der Wirtschaft und der in Folge der sinkenden Einkommensmöglichkeiten zur Erhaltung der von Werbewirtschaft und Illustrierten vorgegebenen sozialen (bzw. eigentlich finanziellen) Mindeststandards im Alltagsleben notwendig gewordenen Konsumkredite  ausgegeben haben, sich das nie vorhanden gewesene Geld jetzt vom deutschen Steuerzahler erstatten lassen.

Wir zahlen jetzt dafür, das wir die RTL-Sozialstandards mit Krediten finanzieren mussten, weil unser Einkommen das nicht mehr hergab. Anstatt aber das sich ein breites Bündnis von Schulen, Gewerkschaften, Universitäten und Medien gegen diese Sozialstandards einfindet, werden sie von Medien und vor allem von der Werbewirtschaft unter völliger Ignoranz der Intellektuellen der Gesellschaft kritiklos weitergereicht.

Das das nicht gut gehen kann, weil unsere Kinder niemals mit den goldenen Handys der Superklassekinder mithalten können, ist jedem normal wirtschaftenden Denker klar – und auch den Spitzen der US-Wirtschaft, die laut WSWS den Bankrott der gesamten Wirtschaftsordnung völlig vor Augen haben.

Eine Kultur, in der immer mehr Menschen auf ständig wachsendem Champagner- Rolex- und Ferrariniveau von anderen leben wollen, erschöpft sich halt ganz schnell – man braucht keinen Doktortitel in Wirtschaft, um das zu erkennen. Ich denke, das könnte der Grund sein, weshalb sich die Regierung (also konkret: die Primärkandidaten für Aufsichtsratsposten) nun ein  zusätzliches Reservistenheer aufbaut.

Dieses Heer entlockt Politikern große Begeisterung – siehe Neues Deutschland:

»Die flächendeckende Einführung der Zivilmilitärischen Zusammenarbeit im Inland stellt sicher, dass die Bundeswehr in unsrer Heimat jederzeit und an jedem Ort unseres Landes Hilfe und Unterstützung leisten kann.«

Wie diese Unterstützung aussehen kann, wird ebenfalls erläutert:

Spätestens am 29. August 2009 wäre folgende Schlagzeile in den Medien fällig gewesen: »Bundesregierung will mit Bundeswehr Streiks bekämpfen«. Eine Antwort der Bundesregierung an die LINKE vom 28. August legt den Schluss nahe, dass die Kampfbedingungen der Gewerkschaften eingeschränkt werden sollen. Denn zumindest im öffentlichen Dienst ist nun auch der Einsatz von Streikbrechern aus den Reihen der Bundeswehr denkbar geworden. Das Bundesverteidigungsministerium schließt in der Antwort nicht aus, dass Zivil-Militärische-Zusammenarbeits-Kommandos bei Demonstrationen zum Einsatz kommen.

Leider kam diese Meldung nicht in den Medien, so dass wir uns noch weiterhin im Traum der alten bundesrepublikanische Wirklichkeit befinden, während die Aufsichtsratskaste schon längst gezielt am Abbau der demokratischen Grundordnung des Landes arbeitet – letztlich bezahlt mit unseren neuen Schulden.

Man sieht hier, welche Zukunft konkret für uns geplant wird.

Ich warte nur auf die Einführung des Terminus „lebensunwertes Leben“ durch Medien und Politik, die Weichen dazu hat SPD-Promi Franz Müntefering durch seinen Spruch „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ ja schon gelegt. Sicher werden bald auch die Wirtschaftsweisen erkennen, das Rentner im Grunde gekommen auch nur Arbeitslose sind – wenn auch etwas älter. Nach entsprechender Rentnerhatz in den gleichgeschalteten Medien können die Reservisten dann im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit für die Beseitigung dieser Altlasten einer nicht marktkonformen Gesellschaft sorgen – wir hatten das in Deutschland schon mal.

„Arbeiten bis ins Grab“ ist aber für hunderttausende in Deutschland schon längst bittere Realität.

Vielleicht braucht Europa einfach mal eine dicke Prise Kommunismus, um Demokratie und Marktwirtschaft vor den Aufsichtsräten und ihren Lakaien zu retten – falls Marx´Methoden der Qualität seiner Analysen entsprechen.

Schon seltsame Zeiten, wo man den „Systemfeind“ anrufen muss um das System vor seinen meist de fakto arbeitslosen Gewinnern zu retten.

 

 

 

 

 

 

1. Mai 2012, Tag der Arbeit: ein Hohn – wir feiern eine Leiche … oder den Triumph Adolf Hitlers

1. Mai 2012, Tag der Arbeit: ein Hohn - wir feiern eine Leiche ... oder den Triumph Adolf Hitlers

1.Mai.2012. Tag der Arbeit. Eifel. Für bäuerliche  Gegenden ein Tag wie jeder andere – nur, das mehr Touristenautos hinter den Treckern hängen und wie die Blöden hupen. Bauern müssen jeden Tag arbeiten – das Vieh macht keine Pause. Maschinen machen heutzutage auch keine Pause mehr: im Namen der Rendite müssen sie rund um die Uhr laufen. Das ist eigentlich gut, nehmen sie uns doch die Arbeit ab – aber Maschinen werden an diesem Tag nicht gefeiert, noch gibt es einen Tag der Maschinen. Dabei hätten sie es verdient – vielleicht sogar an diesem Tag. Als die Maschinen noch die Hilfe vieler Menschen brauchten, um den unendlichen Güterstrom zu produzieren, den wir aktuell „Leben“ nennen, riefen diese Menschen am 1.Mai 1886 zum Generalstreik auf, weil sie nicht so lange durchhielten wie die Maschinen und nur noch acht Stunden am Tag arbeiten wollten – und auch für deutlich mehr Geld.  Die Polizei griff ein, es gab zwei dutzend Tote und mehrere hundert Verletzte – siehe Haymarket Affair. In Gedenken an diesen Tag erklärten die Nazis 1933 den 1. Mai zum nationalen Feiertag –  zum Tag der nationalen Arbeit. In der Tat kommt den Nazis bei der Bewertung der Arbeit ein besonderer Faktor zu, ein Faktor, um den wir uns heute mal kümmern sollten: Arbeit wurde zum politischen Instrument. Darum wurden direkt nach der Einführung des Feiertages die Gewerkschaften abgeschafft.

Von den Nazis kommt der Begriff: „Arbeit adelt“. Was sich erstmal nach großem Respekt vor der körperlichen Arbeit anhört, ist aber in erster Linie die Einführung der Arbeit als Selbstzweck und das bindende Versprechen, das die Arbeitserleichterungen, die die Maschinen ins Leben hätten bringen können, erstmal nicht das normale Volk erreichen: das soll weiterhin schuften bis zum Umfallen. Warum auch nicht, wenn man dadurch adelig wird.

Diesem Adelsmythos hängen wir bis heute hinterher, er verfolgt uns bis in den Alltag. Einfach mal in Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg oder München auf den Marktplatz stellen mit einem großen Transparent um den Hals: „ICH BIN ARBEITSLOS“. An den Reaktionen der Mitmenschen kann man sehen, das die nationalsozialistische Umerziehung noch bis heute in den Gliedern steckt. So viel Unfug kann man erreichen, wenn man nur gründlich genug ist und die Todesstrafe in eine materialistische Gesellschaft implementiert. Niemand denkt mehr daran, das Arbeit eigentlich ein biblischer Fluch in einer gefallenen Welt ist, alle denken daran, wie supertoll adelig sie doch durch die Schufterei werden – dabei ist Arbeit ein sich etwas geworden, das in Wirklichkeit nur noch für Idioten vorgesehen ist.

Für Idioten?

Schauen wir doch mal hin – wer verdient denn mit Arbeit heute noch richtig Geld … bzw. wo muss man heute eigentlich für sein (weniges!) Geld noch richtig schwer arbeiten?

Maurer, Straßenbauer, Altenpfleger, Bauern, Krankenschwestern, Handwerker generell – das sind Berufe, in denen im physikalischen Sinne noch Arbeit geleistet wird – jene Arbeit, nach der einem die Knochen weh tun, die den Körper langfristig ruinieren die aber dafür physikalisch messbar ist. Auch hier sind  viele Maschinen im Einsatz – aber der Mensch ist noch nicht völlig ersetzbar. Vergleicht man dazu Unternehmensberater, Investmentberater oder Rechtsanwalt, so verdient man unglaublich viel mehr … messbare Arbeit wird jedoch kaum geleistet. Sich vor Gericht vertreten, sein Unternehmen effektiv strukturieren und die Gewinne vor Entwertung zu sichern, das hat der Industrielle früher selbst getan, heute leben davon tausende sehr sehr gut – obwohl sie keine messbare Arbeit leisten.

Wer wird noch reich?

Fussballer, Models, Schauspieler. Superreich sogar. Der Spiel- Spaß- und Sportbereich ist zum Reichtumsgaranten geworden. Nicht dank Arbeit, sondern dank der Maschinen. Die produzieren inzwischen sein hundert Jahren, Tag und Nacht, ohne Unterlass – und die Maschinengesellschaft hätte die Arbeit komplett entwerten und ihr ihren Stachle nehmen können, wenn nicht … die SPD (in dieser Hinsicht die reale Nachfolgepartei der NSDAP) weiterhin Arbeit heilig sprechen würde und Arbeitslosigkeit unter  Strafe – ja sogar unter Todesstrafe gestellt hätte.

Das ist doch das, was man an Hartz IV nicht mag: die Aussicht, von einem sadistisch veranlagten Fallmanager mittels fortschreitender Sanktionen zu Tode gequält zu werden, einem tödlichen System ausgeliefert zu werden, während man gerade wo man alt, krank und schwächlich geworden ist arbeitslos wurde weil der neue Unternehmensberater gerade mit Hilfe der Rechtsanwälte noch mehr Arbeitsplätze abgebaut hat, damit der Investmentmanager mit dem so eingesparten Lohn an der Börse einen schnellen Gewinn einfahren kann.

Nun, das System arbeitet noch nicht mit der möglichen letalen Konsequenz, die seine Erbauer im Sinn hatten: „Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen“ (Leitspruch von SPD und NSDAP-Führungskräften) heißt letztlich: tötet die Freien.

Die Freien?

Ja – jetzt wird es aber sehr heikel.

Schauen wir uns doch mal unseren „Arbeitsalltag“ an. Immerhin haben wir noch so etwas, auch wenn man es modern richtigerweise eher „Beschäftigung“ nennt. Was sind wir dort? Kleine Rädchen im Getriebe der Maschine. Morgens um sechs klingelt der Wecker, sechs Uhr fünfzig fährt der Bus, um acht beginnt die Arbeit, genauer gesagt, die „Beschäftigung“, die meistens darin besteht, Blätter umher zu schicken, Mails zu beantworten und Telefonate zu führen. Dort wartet dann … DER CHEF. Das der ein Ekel sein muss, erfährt man in vielen „Spiegel“-Artikeln zu diesem Thema. Abends dann noch schnell einkaufen, flugs ein paar Fertigmahlzeiten einwerfen und schon ist man bereit für die weitergehende Beschäftigung der Informationsaufnahme – der man sich nicht entziehen kann, will man am nächsten Tag auf der „Arbeit“ noch mithalten.

Wer nun arbeitslos ist, ist frei von diesen Zwängen. Kein Wunder, das man die verhungern lassen will – möglicherweise gefällt denen das frei sein noch, nachher wird es noch ansteckend: das muss unter allen Umständen vermieden werden.

Schon sind wir wieder bei den Nazis, deren dunkle Gedanken immer noch über dem deutschen Volk hängen. Auch die wollten das deutsche Volk den ganzen Tag beschäftigen (wobei die Frauen dem Führer beständig Kinder für den Endsieg zu schenken hatten, das war deren Programm). Sie führten den Fernseher ein, das Radio, den Volkswagen, die Autobahn … na, wird´s schon mulmig?

Die haben gewusst, was sie taten. Und ihre Erben haben das erfolgreiche System einfach mal übernommen, aber mit anderen Farben angestrichen.

Arbeit als Fluch, weil uns  der Teufel aus dem Paradies gelockt hat? Das merken viele, jeden Tag – aber sagen dürfen sie es nicht mehr, denn jenseits der „Beschäftigung“ lauert 2012 Entwürdigung und Hungertod … mit freundlichen Grüßen der Sozialdemokratie in Deutschland.

Millionen von deutschen Arbeitnehmen reden sich ein, sie würden als freie Bürger in einer Demokratie leben, während sie die meiste Zeit ihres Lebens nur machen, was der Chef oder der Fernseher ihnen sagt – wobei der Chef viel mehr Lebenszeit frisst als der Fernseher.

Wir fühlen uns aber immer noch adelig, wenn wir arbeiten – Hitlers Arm reicht halt weiter als unsere Schulbildung uns erzählen möchte.

Unternehmensberater werden reich, weil sie Arbeitsmöglichkeiten in Massen vernichten, aber uns erzählt man, das Arbeit gut ist.

Investmentbanker werben mit der Freiheit von Arbeit für Kapitaleigner, die „ihr Geld für sich arbeiten lassen sollen“, aber uns erzählt man, das Arbeit gut ist.

Rechtsanwälte sorgen dafür, das Unternehmensberater und Investmentbanker mit jedem fiesen Trick durchkommen, aber uns erzählt man, das Arbeit gut ist.

Wie viele SPD-Politiker sind eigentlich nach ihrer Zeit im Parlament zurück auf den Bau, an die Werkbank oder auf die Pflegestation gegangen? Gibt es da einen?

„Arbeit“ ist 2012 weitgehend eine Leiche. Sie wurde von Maschinen überrollt und hat den Zusammenstoß nicht überlebt. Der Begriff aber wird weiterhin als Waffe und Disziplinierungsinstrument im Sinne Hitlers gegen das Volk eingesetzt, sogar weit über seinen ursprünglichen Sinn hinaus, denn heutzutage können auch (bzw. gerade!) mehrfache Mütter vom sozialdemokratischen Hungertod ereilt werden, obwohl sie dem Land viele Kinder schenken: die SPD ist da härter als Hitler.

Im Lande der Maschinen ist Kinder kriegen asozial. Diese Botschaft haben wir vom Fernseher eingetrichtert bekommen und folgen ihr.

Und die Parteien?

Während sie die Menschen mit einem toten Arbeitsbegriff zum Dauerlauf treiben (einem Dauerlauf, der zeitintensiver ist als das, was die Aufständischen vom Haymarket zur Revolte animierte), sammeln sie sich um die Maschinen und ihren Reichtum. Keiner, der mal aufsteht und anstatt „Arbeit“ mit den Begriffen „Freiheit“, „Gleichheit“, „Brüderlichkeit“ oder gar „Glück“ hausieren geht.

Wir sollten diesen Tag „Tag der Maschinen“ nennen – sie machen unsere Arbeit.

Oder wir nennen ihn „Hitlers Triumphtag“ und feiern so den Triumph seines Gesellschaftsentwurfes, eines Gesellschaftsentwurfes, in dem jeder Deutsche ein Radio hat, damit man ihm sagen kann, was er tun soll, jeder Deutsche eine Fernseher hat, damit er sieht, was ihm blüht, wenn er nicht tut, was man ihm sagt und ein Auto auf der Autobahn, damit er die Illusion von Freiheit hat, eines Gesellschaftsentwurfes, in dem jeder Deutsche einen Chef hat und jeder Chef von einem Unternehmensberater gesagt bekommt, was er zu tun und wann er wie viele aktuell zu entlassen hat, um von seinen Chefs oder „Anlegern“ weiterhin Geld zu bekommen.

Oder … wir nutzen den Tag mal in seinem ursprünglichen Sinne und denken darüber nach, wie wir uns von dem Fluch „Arbeit“ entgültig befreien können. Da die Arbeit von Maschinen gemacht wird, ist das doch sicher machbar. Zum Beispiel könnten wir heute alle mal im „Spiegel“ die Geschichte vom „roten Utopia“ lesen, das in Spanien Wirklichkeit geworden ist:

„Alle wichtigen Entscheidungen treffen wir in Vollversammlungen“, sagt der Bürgermeister. „Die Menschen legen selbst fest, wie viel Steuern sie zahlen wollen oder wofür unsere Überschüsse ausgegeben werden.“ Die Landarbeiter von Marinaleda erhalten für sechs Stunden Arbeit pro Tag 47 Euro. Was darüber hinaus erwirtschaftet wird, kommt dem Gemeinwohl zugute. So ist es möglich, dass das knapp 3000 Einwohner zählende Dorf über mehrere Sportanlagen, einen großen Park und zahlreiche kleinere, gepflegte Grünflächen verfügt.

„Die Menschen hier brauchen nicht viel Geld,“ sagt Bürgermeister Sánchez Gordillo. „Anderswo wird unter der Last von Hypotheken und Krediten gestöhnt, hier zahlen wir für das Baumaterial unserer Häuser der Gemeinde 70 Jahre lang 15 Euro im Monat ab, dann gehören sie uns.“

Mal ehrlich: hätten wir unser eigenes Haus, einen Garten dabei, der uns ernährt, nette Nachbarn, mit denen man lustig feiern kann: was würde uns eigentlich die Bankenkrise, der Euroterror oder Afghanistan noch kümmern?

Tagtäglich könnten wir erleben, das man gut ohne „Arbeit“ (im Sinne von „Beschäftigung“) leben kann: Essen wächst nämlich ursprünglich ganz von allein. Das sich jemand das Essen nehmen und sagen kann: „das kriegst Du jetzt aber nur, wenn Du mir Dein Leben verkaufst“ ist ein Prinzip, gegen das wir 1789 Revolution gemacht haben …. und im Laufe der Geschichte noch viel öfter.

Früher durfte sich der Adel alles Essen nehmen, heute tritt die SPD (oder generell: „die Partei“) an seine Stelle – mit Hitlers adeligem Arbeitsbegriff im Hintergrund.

Und schon versteht man, warum Menschen, die Freiheit lieben, was gegen Linke haben können – die nehmen einem ganz schnell das Essen weg, um einen zur Arbeit zu zwingen – jene Arbeit, die eigentlich durch Maschinen eleminiert wurde. Eine besonders grausame Form der Folter.

Aber gerade das wollten wir ja eigentlich nicht mehr, oder?

 

 

 

 

Ist die Occupy-Bewegung kommunistisch?

Ist die Occupy-Bewegung kommunistisch?

Es ist nicht das erste Mal, dass die weltweite Protestbewegung der Empörten als kommunistischer Impuls verleumdet wird. Der Vorwurf ist falsch, widerspiegelt aber meines Erachtens zwei Dinge: ein Dilemma auf Seiten der Empörten und eine Art Anerkennung durch ihre Gegner. (mehr …)

Ein wahres Wort

Die Gorch Fock und der Untergang des Kapitalismus

Der kalte Krieg ist zurückgekommen. Zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer stehen sich die beiden Systeme wieder einmal unversöhnlich gegenüber … im Deutschen Bundestag. Auf der einen Seite: die Partei „die Linke“, auf der anderen Seite: der Rest, wie die Zeit schildert:

„Sie haben das Bekenntnis zum Kommunismus erneuert und das im deutschen Bundestag“, rief CSU-Generalsekretär Dobrindt sichtlich erbost in Richtung Maurers: „Antidemokratisch, verfassungsfeindlich und feige, das ist die Realität der Linke in Deutschland“.

Bei den anderen Parteien ist man entsetzt. Dieser Beitrag sei ja wohl „unterirdisch“ gewesen, sagte der Grünen-Abgeordnete Wolfgang Wieland. Aber er stünde nur exemplarisch für die Weltsicht der heutigen Linkspartei. Die „Kommunistin“ Gesine Lötzsch und der „Porschefahrer“ Klaus Ernst, das seien doch „Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht auf geistigem Mindestregelsatz“.

Die Zeit legt in einem weiteren Artikel nochmal nach:

Als finstere Realität hat es sich erwiesen, das Gespenst des Kommunismus. Der Begriff ist verbunden mit Mauer, Lagern, Millionen Toten. Und mit der größten Heuchelei, auf die sich je eine Willkürherrschaft gestützt hat. Die Instrumentalisierbarkeit des Traums von der großen Befreiung, der Werte von Solidarität oder Menschlichkeit zu den Zwecken hermetischer Politbüros war Bedingung dieser totalitären Macht. Die Rechtfertigung von Unrecht, Gemeinheit und Verrat mittels der Berufung auf das große Ziel gehört untrennbar zur Geschichte des Kommunismus.

Ich gestehe: das sind Perspektiven, die man nicht von der Hand weisen kann. Sie werden ja auch tagtäglich gepredigt, während der Zusammenhang zwischen der Herrschaft der Konzerne (Korporatokratie) und der Massenvernichtungsmaschinerie des Nationalsozialismus kaum erwähnt wird, obwohl der Geist der letzteren gerade wieder seine fröhliche Auferstehung feiert…und das nicht nur in den nicht veröffentlichten Kommentaren des Nachrichtenspiegels, in denen offen von „Spiegellesern“ zu Gewalt gegen Arbeitslose aufgerufen wird.  Der harte, kompromißlose Geist des NS-Staates hat sich aktuell gerade wieder an Bord eines Schiffes geschlichen, das mitlerweile laut Welt als „größter schwimmender Puff Deutschlands“ bezeichnet werden kann:

Die Zustände auf dem Segelschulschiff seien vor allem für weibliche Offizieranwärter schwierig, erzählte S. weiter. Es habe während der Fahrt an sexuell „eindeutigen und übereindeutigen Angeboten wahrlich nicht gemangelt“, erzählte sie. „Manche Frauen haben das auch als bedrängend empfunden.“ Die Bark werde deshalb in Marinekreisen als „größter schwimmender Puff Deutschlands“ bezeichnet.

Die Umgangsformen sind für Bürger in Uniform geradezu schon vorbildlich, wie die Welt in einem weiteren Artikel berichtet:

Mag das Bis-an-die-Grenze-gehen als pädagogisches Konzept vertretbar sein, so verletzt das Verhalten der Stamm-Mannschaft nach Seeles Tod jedes Gefühl von Anstand. Fotos zeigen Offiziere am 11. November bei einer feuchtfröhlichen Karnevalsfeier.

Andere Teile der Stammbesatzung sollen laut dem Bericht des Offiziersanwärters Geld gesammelt haben für denjenigen, der „die hässlichste Offiziersanwärterin knallt“. Was kurz nach dem Unfall gefeiert wurde.

Für einen schwimmenden Puff haben wir also Steuergelder in Massen übrig, während es an anderen Stellen dringend fehlt. Hier scheint der Bundestag – bislang jedenfalls – keine „verfassungsfeindliche, antidemokratische und feige“ Tendenzen zu erkennen, noch empfindet man das als „unterirdisch“. Das ist halt die Realität des echten Lebens, damit beschäftigt man sich nicht gerne, das deutet man gerne um – wie man im „Spiegel“ nachlesen kann, wo ein seltsames Vorkommnis noch seltsamer beschrieben wird:

Der Schuss wurde den Ermittlungen zufolge aus nächster Nähe abgegeben, die Feldjäger gehen von einer Entfernung von nur zwei Metern aus. Die Feldjäger schrieben nach ihren Recherchen, dass der Schütze in Richtung des zu Tode gekommenen Kameraden gezielt haben müsse, als sich der Schuss löste. Das werde auch durch die rekonstruierte Flugbahn des Projektils bestätigt, die am Tatort nachvollzogen worden war.

Wenn jemand einem anderen aus zwei Meter Entfernung in den Kopf schießt, so nannte man das früher … Hinrichtung.  Nur nicht in dem Bericht des Spiegel oder der Feldjäger, dort nennt man das anders:

In dem achtseitigen Feldjäger-Bericht, der bereits am 27. Dezember 2010 fertiggestellt worden ist, kommen die Ermittler zu dem Schluss, dass der tödliche Kopfschuss in einem Mannschaftszelt des „A-Zuges“ durch „die Nichteinhaltung von Sicherheitsbestimmungen und die Unachtsamkeit“ des Schützen, dem Hauptgefreiten Patrick S., zustande kam. Gleichwohl sei „auszuschließen, dass es sich um eine vorsätzliche Tat handelt“, heißt es in der Zusammenfassung der Ermittlungen.

Klar – Kopfschüsse gehören in einem Verein, der aus einem Segelschulschiff einen Puff macht ja zum normalen Alltagsverhalten. Schlimm ist, wenn jemand ein böses Wort sagt – wie Kommunismus – was im Ursprung den im Übrigen christlichen und demokratischen Wunsch nach einer angstfreien, gerechten Gesellschaft darstellt … einer Gesellschaft, wie Christen wie der Herr Dobrindt sie nach der Wiederkunft Christi erwarten.  Ich freue mich heute schon darauf, Herrn Dobrindt vor dem Erlöser zu sehen, wie er ihm entgegenschmettert, das „das Paradies verfassungsfeindlich, antidemokratisch und feige ist“ – womit auch schon mal deutlich geklärt sein dürfte, auf welcher Seite der CSU-Generalsekretär sich im Spiel GOTT gegen WIDERSACHER sehen würde. Da dürften dann die Linken bei der Endabrechnung deutlich besser dastehen, zumal das System, das uns eine verfassungfeindliche, antidemokratische und feige Bundeswehr präsentiert, selber laut Handelsblatt genauso am Ende ist wie die Ära der Segelschiffe und Menschenschinder:

Der Kapitalismus ist genauso gescheitert wie der Sozialismus. Diese Krise ist das Symptom eines fundamentalen Wandels, es sind die Geburtswehen für eine neue Welt. So etwas hat in der Geschichte möglicherweise noch nie stattgefunden. Die Lösungen werden nicht aus der Ökonomie, auch nicht von den Regierungen kommen. Die Menschen werden lernen, sich gegenseitig zu helfen. Ich denke, wir werden eine neue Menschlichkeit erleben. Das neue Kapital ist Wissen, während Geld an Bedeutung verlieren wird. Der krasse Egoismus der letzten Jahre wird sozial geächtet sein. Menschen Sinn zu ermöglichen wird wichtiger.

Der Verfasser des Artikels ist nicht irgendwer, sondern ein renommierter Professor und Unternehmensberater. Seine Kritik trifft den Kapitalismus genau dort, wo es weh tut: an der Börse:

Den klassischen Shareholder gibt es heute gar nicht mehr, es gibt nur noch Shareturner. Die meisten sind professionelle Investoren, die überhaupt nicht an einem Unternehmen interessiert sind. Sie kommen auf die Hauptversammlung, stimmen ab und wählen natürlich Leute ihres Geistes. Wenige Wochen danach verkaufen sie die Papiere.

Das bedeutet letztlich nichts anderes als das Ende des Kapitalismus. Und wer meint: „der Börse geht es doch prima, der Aufschwung ist da“ hat laut Professor Malik die Geschichte nicht verstanden:

Wer jetzt Entwarnung gibt, hat anscheinend nicht die Krise der 30er-Jahre studiert. Die aktuelle Erholung an der Börse ähnelt der von 1930, als auf den Crash im Oktober 1929 eine sensationelle Rally bis hinein in den April folgte. Zu diesem Zeitpunkt gaben alle Auguren der damaligen Zeit Entwarnung. Man glaubte auch an die Wirksamkeit der Fed-Maßnahmen. Dabei begann das Debakel erst. Am Ende stand der Dow Jones im Jahr 1932 bei 40 Punkten.

Nichteinhaltung der Sicherheitsbestimmungen und Unachtsamkeit“ töten Soldaten und Soldatinnen weltweit – und mit einer gewissen Systematik, wenn ich die Aussagen der Medien zur Gorch-Fock-Affäre richtig deute. Die gleichen Prinzipien haben uns laut Medien die Wirtschaftskrise beschert.  Das eine führte zum Ende der Gorch Fock, das andere zum Ende des Kapitalismus, der – auch wenn der Kommunismus keine Zukunft mehr hat – selber am Ende ist.

Und nun?

Wo sind die zukunftsweisenden, zukunftssichernden Ideen und Visionen unsere gewählten und überwältigend gut bezahlten Politiker, die uns mit sicherer Hand durch die stürmischen Zeiten geleiten? Oder haben wir es eher mit Granaten vom Typus des Kapitäns der Gorch Fock zu tun, der seinen Schützlingen laut Welt einen ganz besonderen Genuß zukommen lassen wollte:

„Aber Schatz möchte auf der offenen See segeln. Die Lotsen sagen: ‚dangerous’, sie sagen: ‚bad weather’. Aber Schatz möchte die volle Wucht des Ozeans spüren und die jungen Leute an Bord die Kräfte der Natur erleben lassen.“

Vielleicht wollen unsere Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft uns auch die Kräfte der Natur erleben lassen: Hunger, Kälte, Krankheit, Vernichtungsängste sind für Arbeitslose ja schon alltägliche Begleiter geworden. Und wenn dann was schiefgeht, werden Politiker wohl ähnlich argumentieren wie der Kapitän des alten Seglers:

Die Reaktion von Kapitän Norbert Schatz auf den Tod der Offiziersanwärterin zeugt nicht gerade von Mitgefühl. Bei einer Ansprache an die Mannschaft am Tag nach dem Unfall soll er sinngemäß gesagt haben: „Flugzeuge stürzen ab, Autos verunglücken, und auch hier passieren Unfälle.“

Wie gut, das wir die Macht haben, dieses unfallfreudige System genauso still zu legen wie den altersschwachen Marinepuff. Allerdings werden wir für den Schritt wenig Verständnis auf der Kapitänsebene finden.

Der Tod der Freiheit ist der Sieg des Porsche

Neulich fand ich einen Satz in der „Welt“:

„Und alle, die gläubig waren, bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam. Es gab auch keinen unter ihnen, der Not litt. Denn alle, die Grundstücke oder Häuser besaßen, verkauften ihren Besitz, brachten den Erlös und legten ihn den Aposteln zu Füßen. Jedem, wurde davon so viel zugeteilt, wie er nötig hatte.“

Der Satz stammt aus der Apostelgeschichte. Der Sohn vom Chef hatte das angeordnet, Markus 10.21, siehe Bibeltext:

Und Jesus sah ihn an und liebte ihn und sprach zu ihm: Eines fehlet dir. Gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach und nimm das Kreuz auf dich.

Man findet in der Welt auch ein Zitat von Klaus Ernst, momentan Vorsitzender der LINKEN:

Klaus Ernst wird für seinen Lebensstil oft kritisiert. Doch der Linken-Vorsitzende steht dazu: „Es macht mir Spaß, Porsche zu fahren.“ Zur innerparteilichen Kritik an seiner Führungsrolle sagte er: „Wissen Sie, was mir Angst macht? Diese Hundertprozentigen, die festlegen, wie ein Linker zu sein hat: Er kommt mit dreckigen Fingernägeln zehn Minuten zu spät ins Theater, wo er nichts versteht.“

Nur drei Zitate, und schon versteht man, warum Religion Opium fürs Volk sein muß: die meinen das ernst, diese religiösen Spinner in ihren Klöstern und Kibbuzim, die wenden sich ab von der Welt des Mammons (der ja selbst in manchen Denkschulen der Teufel persönlich ist) und konzentrieren sich aufs Leben – das ist mit Linken nicht zu machen:

„Ein Entbehrungssozialismus ist mit mir nicht zu machen.“ – so Klaus Ernst weiter im Interview. Jetzt weiß man auch, warum die – wie gestern berichtet – Hartz IV-Abhängige aus Führungspositionen drängeln. Mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln kommen die Hartzis nie zur Party auf der Almhütte des Vorsitzenden.

Man könnte diese ganze Geschichte nun als Anekdote am Rande fallen lassen, wenn sie nicht im Rahmen der Kommunismusdebatte die ganze Welt berühren würde.  Kommen wir nochmal zum ersten Artikel der Welt zurück:

In der „Deutschen Ideologie“ beschreibt Marx hingegen den Kommunismus wie das Leben eines heutigen Bahnvorstands, für den „die Gesellschaft die allgemeine Produktion regelt und mir eben dadurch möglich macht, heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe“

Der Marxist (wir wollen ihn mal mangels Alternativen so nennen) will Vorstand werden – und verspricht allen, die ihm folgen, das sie ebenfalls Vorstand werden, während andere („die Gesellschaft“) für ihren Unterhalt sorgt. Nehme ich das ernst, so muß ich sagen: wir leben überraschenderweise in einer marxistischen Gesellschaft, das Proletariat trägt „Hugo Boss“, kriegt fette Boni und diktiert der Welt seine Bedingungen.

Der Autor der Welt macht es sich sehr einfach:

Nichts ist also blöder als die übliche Marx-Apologie, er habe eine gute Idee gehabt, die leider in der Wirklichkeit nicht funktioniere. Marx hatte gar keine Idee vom Kommunismus. Er war stolz darauf, den Genossen die utopischen Flausen ausgetrieben zu haben. Dass der Kommunismus als Alternative zur Leistungs- und Eigentumsgesellschaft jederzeit – im Kloster, im Kibbuz oder in der Kommune – machbar ist, interessierte ihn so wenig wie Linkspartei-Chefin Gesine Lötzsch, die über „Wege zum Kommunismus“ sinniert, ohne daran zu denken, einen dieser Wege selbst auszuprobieren.

Die „utopischen Flausen“ des Kommunismus kann man privat leben, das ist keine Frage. Wenn man die Gesellschaft verändern will, dann muß man anders leben. Die Managerelite macht das vor. Tagtäglich machen sie in Film und Funk Werbung für ihren Lebensstil, machen ihre „Marken“ zum Maßstab von Gut und Böse.  Schlecht angezogen mit dreckigen Fingernägeln ins Theater – undenkbar für einen echten Managertyp. Man will ja „in  sein“, man will „dabei sein“, man will attraktiv sein und ernst genommen werden von den wirklich wichtigen Menschen – jenen mit Geld, mit soviel Geld, das sie sich ganze Regierungen kaufen können. Bei ihnen könnte man ja mit all seinen Bedürfnissen bequem unterschlüpfen und sich vielleicht noch ein paar neue erlauben … Oper, Golf oder Kunst sammeln soll ja auch schön sein.

Und hier kommen wir so langsam zum Kern des Problems: der politischen Alternativlosigkeit. Was wir wählen können, ist: wer von unserem Geld lebt. Gegen die Tatsache, das wir einen riesigen Alltagsterrorapparat zur Politmanagerrundumversorgung mitfinanzieren müssen, der uns langsam aber sicher in den Bankrott treibt, steht alternativlos im Raum. Über die Folgen informiert uns (schon wieder) die Welt:

Im fünften Jahr in Folge haben sich 2010 politische und bürgerliche Freiheiten weltweit verringert. Die Zahl der Demokratien sank von 116 auf 115. Im Jahr 2005 gab es noch 123. Zu diesem Ergebnis kommt der Jahresbericht 2011 von Freedom House, einer unabhängigen US-Forschungseinrichtung, der „Welt Online“ vorliegt.

Ein weiterer Artikel sieht die Freiheit selbst in Gefahr:

Als vor 20 Jahren der Kommunismus zu den blutgetränkten Akten der Geschichte gelegt wurde, ging die Hoffnung um, die Freiheit stehe vor ihrem unwiderruflichen Durchbruch. Das war ein schöner, ein verständlicher Traum, aber eben ein Traum. Gerade das Ende der Blockkonfrontation mit dem Zwang zum atomaren Patt setzte neue Kräfte der Unfreiheit, des Nationalismus, der partikularen Interessen frei und gab dem islamistischen Fundamentalismus den Ausdehnungsraum, den er zuvor nicht hatte. Nach 1989 wurde die Welt schon bald ein gefährlicherer Ort.

Die „Kräfte der Unfreiheit“, die dort freigesetzt worden sind, sind klar benennbar, allerdings verschweigt der Autor die treibende Hauptkraft. Das wissen wir doch aus der Physik: wenn zwei Kräfte gegeneinander im Gleichgewicht sind und man eine dann wegnimmt, dann … entfaltet sich die andere hemmungslos.  Einfach mal stark gegen eine Tür drücken die dann unvermutet geöffnet wird – dann sieht man, was ich meine. Was wir momentan erleben, ist der Siegeszug der Gegenkraft gegen den real existierenden Sozialismus … und diese Gegenkraft braucht jetzt auch ihr demokratisches Kleidchen nicht mehr: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst (auch so eine philosophische Grundlage für Kommunismus) ist Megaout, die „In-Bewegung“ hat Porsche fahren macht Spaß auf ihren Fahnen stehen.

Man darf nicht in alte, sprachliche Muster verfallen und die Gegenkraft einfach nur „Kapitalismus“ nennen, das würde meines Erachtens nach zu kurz greifen. Es ist ganz präzise die Geburt einer neuen Gesellschaftsordnung: die Beherrschung der Welt, der Gesellschaft, der Politik durch die Macht der Konzerne, die in ihrer Gesamtheit eine so tiefe Durchdringung von menschlichen Werten, Überzeugungen und Verhaltensweisen anstrebt, die ansonsten nur im NS-Staat zu beobachten war.

Wie man wohnt, wie man sich einrichtet, was man anzieht, was man denkt, wie man liebt, Kinder erzieht, Zähne putzt, Fußnägel lackiert oder kocht: das Imperium hat mitlerweile Vorschriften für alles und jeden sowie viele  Sendeformate, in denen jene vorgeführt werden, die noch außerhalb der Konzerngesetze leben. Insofern ist das gesellschaftliche Experiment „NS-Staat“ Vorbild für eine optimale Konzerngesellschaft. Konzernphilosophien und Machtstrukturen in der Welt sind nie demokratisch – und das einzige, was sie noch aufhalten könnte, sind Gesetze. Bei Porschefahrern kann man sich drauf verlassen, das sie am System nichts ändern – kein System, kein Porsche, das ist nunmal die unangenehme Wahrheit. Porsche fallen nicht vom Himmel. Apropo Himmel:

Noch mal was Revolutionäres? Hier, Bibel-online.net:

Kein Knecht kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott samt dem Mammon dienen. (Matthäus 6.24)

Entbehrungssozialismus ist Opium fürs Volk. Wieder was dazugelernt. Wie aber jetzt die CDU und die Kirche mit dem kommunistischen Hintergrund ihres Gottessohnes klar kommen, weiß ich nicht. Ich kann mir nur vorstellen, das die es mit ihrem Christentum so ernst nehmen wie der Marxist mit dem Kommunismus.  „Porsche fahren macht Spaß“ – darauf können sich aber beide Seiten problemlos einigen.



348 worte über kommunistenhatzende kolumnisten

in reihe biotonne blutig

tja, eigentlich… wollt ich nach so langer zeit etwas unendlich kluges und weises, etwas ausgefeiltes und geschliffenes schreiben. aber… was soll man an einem tag auch schreiben, der so vor sich hinplätschert, an dem herr bundesamigopräsident wulff seinen neujahrsempfang gibt und shake-hands mit den diplomaten der welt macht, den frieden der religionsgemeinschaften anmahnt und westerwilli freudig grinsend im matrosenanzug neben sich stehend hat.

ich wollte was über die parallelen von attentaten auf politiker und den attentaten auf die meinungsfreiheit durch politiker bzw. deren journalistischen erfüllungsgehilfen schreiben. schließlich macht der spiegel ja schnell den schuldigen für das attentat von arizona aus: das internet!

stattdessen… sitze ich hier und denke darüber nach, ob ich über die kolumne des jan fleischhauer im s.p.o.n. nun sauer oder wütend sein soll, oder ob ich mir einfach denken soll: leck mich an meinem aufgeplatzten arsch!

ich weiß, das hätte keine diskussionskultur. sowas zu so einem auf kaiserreich gestylten intellektuellen zu sagen. aber: ich bin die dreckscheuder. ich muss da keine rücksicht drauf nehmen. und deshalb bin ich wütend darüber, das ein  pomadierter fönlockentünnes einen derartigen seich verbreiten darf. das er kommunismus und faschismus in einen topf und als wurzel allen übels des 20. und 21. jahrhunderts ausmachen zu wollen scheint.

in reihe biotonne blutig

ich will jetzt nicht anfangen, alles einzeln auseinanderzudröseln, das ist mir der (nach meinem persönlichen empfinden reine ) schwachsinn nicht wert, den der herr fleischhauer da ausdiffundiert – er hat auch sicherlich recht, wenn er sagt, das es neben adolf hitler auch massenmörder wie stalin & die roten kmher gegeben hat. aber ein machwerk wie „mein kampf“ auf eine stufe mit dem „kommunistischen manifest“ zu stellen… das schlägt dem fass den boden ins gesicht.

umerziehen… kann man die menschheit sicherlich nicht, man wird jedoch nach wie vor hoffen dürfen, das sich irgendwann ein verständnis für den mitmenschen beim menschen entwickelt. und das dann die zeit kommt, in der kommunismus gelebt wird. freiwillig.

bis dahin werden wir leute wie den herrn fleischhauer ertragen müssen. und die zeitungen und zeitschriften in denen sie ihre sicht der welt kundtun.

in diesem sinne!

Dringende Warnung

Wegen der akut erhöhten Kommunismusgefahr verstärkt die Bundesregierung ihre Sicherheitsbemühungen. Es gebe „sichtbare und nicht sichtbare Maßnahmen zur Kommunismusabschreckung und -vorbeugung“, sagte ein Regierungssprecher. Deutschland müsse „sehr genau aufpassen, wer derzeit einreise, ausreise, hier bleibe und wegbleibe“. Hintergrund der Vorkehrungen ist eine „neue Lage“, die seit den Äußerungen der Vorsitzenden der Linkspartei entstanden sei. Es gebe „konkrete Ermittlungsansätze und konkrete Spuren zu kommunistische Gefährdungen.

Deshalb wollen sich die Innenminister auf ihrer nächsten Konferenz mit dem Thema Kommunismusprävention beschäftigen. Vorerst werden „öffentlich Räume und bestimmte Örtlichkeiten und Ereignisse“ verstärkt kontrolliert. So sollen mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten vor Parlamentsgebäuden, auf Bahnhöfen und Flugplätzen patrouillieren, um kommunistische Gefährder abzuschrecken. Der Reichstag wird wegen erhöhter kommunistischer Gefahr zudem mit Absperrgittern gesichert. „Auf einer Gefahrenskala von eins bis zehn liegen wir momentan bei neun“, sagte ein Kommunismusexperte und plädierte dafür, mutmaßlichen Kommunisten die Benutzung von Handys und Computern zu untersagen und ihre Bewegungen mit elektronischen Fußfesseln zu kontrollieren.

Die Bevölkerung wurde aufgerufen, stärker auf verdächtige kommunistische Gegenstände und Personen zu achten. Man wolle keinen Generalverdacht aussprechen, „aber wenn wir in der Nachbarschaft irgendetwas wahrnehmen“, sagte ein Kommunismusbeobachter, „dass da plötzlich drei womöglich kommunistisch aussehende Menschen eingezogen sind, die nur Kommunistisch oder eine andere Fremdsprache sprechen, die wir nicht verstehen, dann sollte man, glaube ich, schon mal gucken, dass man die Behörden unterrichtet, was da los ist.“ Besonders achten solle man auf so genannte Schläfer, die jahrelang nicht kommunistisch aufgefallen sind, nun aber aktiviert werden könnten. Ein Innenminister sprach sich dafür aus, kommunistische Gefährder gegebenenfalls vorübergehend in Gewahrsam zu nehmen. Die Bundeskanzlerin rief indessen die Menschen dazu auf, an ihrer westlichen Lebensweise festzuhalten. „Wir wollen in Deutschland frei und ohne Angst leben, und keine kommunistische Bedrohung wird uns davon abbringen.“

gefunden bei Lafontaines Linke

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Deutschland 2011: Zwangsarbeit für alle … und die Rückkehr des kommunistischen Ideals

Philosophen sind Freunde von Prinzipien. Das ist ihre Welt. Sie gehen gerne zurück zu den allerersten Ursprüngen und einfachsten Dingen. Kehren sie von ihren Reisen zurück, sind ihre Berichte dann oft so umfangreich, das sie niemand mehr hören mag. Dabei ist die Welt der Prinzipien lebenswichtig – am Anfang jeder Menschenmassenvernichtung steht ein Prinzip, für das man sich entscheidet. Wie lange es zeitlich dauert, bis das Prinzip – in einigen wenigen Hirnzellen verankert – sich bis zum Massengrab entwickelt hat, hängt sehr von äußeren Umständen ab. Je früher es erkannt wird, umso größer sind die Chancen, den Massenmord gewaltfrei abzuwenden. Wartet man länger, brauchts wieder einen Weltkrieg dazu.

Zur Neujahrsansprache hatte ich eine kleine Anekdote erwähnt, die ich selber kaum glauben konnte: die Bürger einer kleinen Ruhrgebietsstadt waren aufgefordert worden, 2011 die Nebenstraßen der Gemeinde selbst von Schnee und Eis zu befreien. Nicht nur die Gehsteige, wie bisher, sondern auch die Straße. Ob nun Alte, Kranke, Behinderte dort wohnen, war egal: jeder muß ´ran in der Winterarbeitsschlacht gegen den Schnee.

Ich hatte es für eine Provinzposse gehalten. Ich hielt es für undenkbar, das ein demokratischer Staat, ausgestattet mit teuren, vom Bürger bezahlten Räumfahrzeugen die Gesundheit der Bürger gefährdet, in dem er sie mit Schaufeln bewaffnet auch im hohen Alter auf die Straße schickt – doch ich wurde … wie einst auch bei der Agenda 2010 … eines Besseren belehrt.  DIESER Staat macht das … und zwar diesmal laut Welt mit SPD und LINKEN als Speerspitze:

Während der Deutsche Städtetag erklärt, es sei fraglich, ob die Kommunen ihren Winterdienst in der bisherigen Qualität leisten können, werden gleichzeitig die Forderungen an die Haus- und Grundbesitzer erhöht. Sie sollen das leisten, was die öffentliche Hand nicht schafft.

Ganz vorne dabei ist der von SPD und Linkspartei geführte Berliner Senat. Sein neues Gesetz zur Schneeräumpflicht ist ein bemerkenswertes Dokument. Es verlangt schlicht und absolut eine „Beseitigung“ der Winterglätte, wo bisher nur von „Bekämpfung“ die Rede war. Es verlangt auch ein unverzügliches Handeln, wo die Rechtsprechung in Deutschland durchaus eine Wartezeit akzeptiert, wenn mitten in einem starken Schneefall ein sofortiges Räumen keinen Sinn hat.

Wie die alten Omas das in meiner alten Heimat alleine schaffen sollen, weiß ich nicht. Würden sie es versuchen, würde es, denke ich, Tote geben.

Der Autor der Welt versucht in diesem Artikel, die Prinzipien der „freien Marktwirtschaft“ gegen linke Dogmatik zu wenden, was ihm nur mühsam gelingt. Was er übersieht ist: die Prinzipien werden umgedreht. Der Berliner Senat befiehlt Arbeitseinsatz für alle … und man braucht nicht weit zu denken, um zu sehen, das wohl drastische Strafen folgen werden, wenn man dem Befehl nicht Folge leistet, weil man zum Beispiel gerade zur Arbeit oder im Urlaub ist.

In unserem kleinen Ruhrgebietsstädtchen räumt noch keiner. Die Eisplatten kriegt ja auch keiner ohne Werkzeug weg. Viele glauben noch nicht mal, das es wahr ist und wollten zornentbrannt den Bürgermeister sprechen … der nicht ans Telefon zu kriegen war.

Dabei ist diese Verpflichtung zur freiwilligen Bürgerarbeit schon lange üblich – und mit dem Gesetz nicht zu vereinbaren, wie erst kürzlich laut Märkische Allgemeine entschieden wurde:

Es geht um die so genannte Reinigungspflicht für Gehwege und öffentliche Grünstreifen zwischen Straßen und Wegen, die von Gemeinden mittels Satzung auf die Anwohner übertragen werden kann. Fast überall ist das so. Und ebenfalls ist die Straßenreinigungspflicht, wo es Fahrwege ohne Gehsteig gibt, fast überall auf die Bürger übertragen. Die Anwohner müssen hier die Straße von ihrer Grundstücksseite aus bis zur Mitte fegen.

Nachdem ein Bürger deswegen gegen eine Gemeindesatzung geklagt hatte, wurde diese vom Verwaltungsgericht Potsdam für rechtswidrig erklärt. Wenn das Urteil rechtskräftig wird – die Gemeinde, gegen die das Urteil erging könnte Berufung einlegen – besteht die Gefahr, dass auch in anderen Gemeinden Anwohner gegen die Satzungen klagen – und Erfolg haben.

Spannend ist die Reaktion des betroffenen Bürgermeisters:

Das Urteil ist nicht nur auf die Schneeräumpflicht auf Straßen ohne Gehweg anzuwenden. Auch auf die in Satzungen oft verankerte Bürgeraufgabe, die öffentlichen Grünstreifen zwischen Straßen und Gehwegen zu pflegen, wird in dem Richterspruch verwiesen. „Das hätte einschneidende Konsequenzen“, sagte Roy Wallenta. „Nicht nur in Premnitz sind das Dinge, an die sich die Bürger gewöhnt haben und die sie erledigen.“

Da haben wir die Bürger so schön an Gratisarbeit gewöhnt … da wollen wir die doch jetzt nicht aufwecken, oder?

Nein, stattdessen schalten wir lieber einen Gang hoch und lassen die die Straßen auch noch räumen … und zwar blitzblank und sofort!

Das ist im Prinzip der Anspruch auf  Zwangsarbeit im Dienste der Infrastruktur … die Alternative wäre, den „Schneeurlaub“ einzuführen und zu sagen: wenn Winter ist, kann es mal sein, das keiner zur Arbeit kommen kann. Dann bleiben mal alle einfach zu Hause (was in diesem Winter vielen das Leben gerettet hätte) – denn dafür ist „Zuhause“ ja auch mal geschaffen worden: um vor der Witterung zu schützen.

Stattdessen ordnet die Gemeinde Zwangsarbeit an. Gut, das Prinzip kennen wir schon. Es ist allseits bekannt als „Hartz IV“ und wurde dort auch mit vielen guten Gründen eingeführt. „Gute Gründe“ gibt es aber für alles, auch für die Vernichtung des kurdischen Volkes, die Ausrottung des „Roten Mannes“, der Juden oder der Intellektuellen – und seit Rom ist Zwangsarbeit der absolute Garant dafür, das irgendwo am anderen Ende der Wertschöpfungskette enorme Gewinne anlaufen. Das ist schlichtweg der Grund, weshalb die Gier nach Zwangsarbeit besteht … und weshalb so ein einfaches Gesetz (das wohl nun auch in anderen Gemeinden umfangreich in diversen Formen zum Tragen kommt) im Prinzip so weitreichende Folgen haben kann.

Andererseits sind dies natürlich auch die Formen eines zerfallenden Gemeinwesens. Wir Bürger liefern gut 50 % unseres Einkommens zur Finanzierung des Gemeinwesens ab … und bekommen dafür immer mehr Arbeit aufgedrückt, weil unsere Einkommen den Ansprüchen von Staat, Wirtschaft, Gesundheitswesen und Politik nicht mehr genügen. Da es aber gerade diese Fraktionen sind, die im Schulterschluß unser Leben und unsere Einkommen bestimmen, stehen wir ziemlich hilflos vor dem Problem, das die mehr Geld von uns wollen als sie uns zahlen … und uns zur Zwangsarbeit verpflichten, wenn wir nicht mehr zahlen können.

Andererseits kann man die Entwicklung natürlich auch begrüßen, denn es ist die Rückkehr des kommunistischen (bzw. anarchistischen) Ideals der selbstorganisierten Gemeinde als oberster Autorität im menschlichen Leben. Alle arbeiten zum Wohle der Gemeinschaft (was im Marxismus schnell „zum Wohle der Spitzenfunktionäre der Partei“ degeneriert, eine natürliche Folge der Etablierung des Prinzips „Lumpenproletariat“, denn wo es ein klar definiertes UNTEN gibt, da gibt es auch ein OBEN“) … aber dann sollten auch alle was dafür bekommen, oder?

Nichts dagegen, das wir die Arbeit verteilen … aber dann sollten wir auch das Geld verteilen. Oder ab morgen für null und nichtig erklären und mit einer ganz neuen Währung einen ganz neuen Wirtschaftskreislauf starten, bei dem wir aber von vornherein darauf achten, das Geld als Werkzeug dem Markt erhalten bleibt und nicht als Anlage und Spekulationsobjekt mißbraucht wird, um kriminellen und asozialen Elementen ein arbeitsfreies Leben in Luxus und Überfluß garantieren zu können.

Verteilt man Arbeit und Geld – hat man freie Marktwirtschaft. Verteilt man nur noch Arbeit und zieht das Geld ein, hat man Sklavenwirtschaft, auch wenn man dieses Prinzip mit vielen vielen Worten hinter feinen Fassaden versteckt, so bleibt es in der Wirkung vor Ort für den einzelnen Bürger dassselbe: man arbeitet für nichts und wieder nichts.

„Die Wege zum Kommunismus können wir nur finden, wenn wir uns auf den Weg machen und sie ausprobieren, ob in der Opposition oder in der Regierung.“

So wird die Parteichefin der LINKEN in der ZEIT zitiert, was in diesem Land und sogar in ihrer Partei für viel Aufregung gesorgt hat.

Das wiederum verstehe ich nicht, denn letzlich leben wir doch in einem demokratischen Land mit christlicher Leitkultur. Beide Kulturen bewegen sich auf eine kommunistische Gesellschaft zu (jedenfalls in ihrer prinzipiellen Reinkultur, der Papst sieht das natürlich anders) – und von einer linken Partei würde ich als Bürger erwarten, das sie gerade das ganz offen macht. Die demokratische Gesellschaft in ihrem Endzustand braucht eine wirtschaftliche Gleichheit der Souveräne, damit niemand mit Wirtschaftskraft Stimmen kaufen kann … das sollte jeder Staatstheoretiker im ersten Semester gelernt haben.

Raubkultur gegen Gemeinschaftskultur …. das ist die Wahl, die unsere Gesellschaft gerade hat. Demokratie, Christentum, Kommunismus sind im Prinzip gegen Raubkultur, obwohl ihre realen Erscheinungsformen alle räuberisch geworden sind. Raubkultur ist jedoch eine abhängige Kultur mit vielen negativen Begleiterscheinungen für die Bewohner … und es ist eine endliche Kultur, sobald es nichts mehr zu rauben gibt.  Gemeinschaftskultur ist eher unendlich … aber entwickelt kaum Millionäre und großer Zahl.  Ich persönlich finde … das Risiko sollten wir eingehen, wenn wir jetzt alle sowieso wieder zusammen Seite an Seite mit der Schaufel in der Hand die Trümmer des Kapitalismus beseitigen müssen.

Das alternativlose Ende des Kapitalismus … oder der Demokratie

Wirtschaftlich gesehen ist der momentane Zustand des Landes eigentlich erbärmlich – eigentlich, weil die Aufschwungjubelchöre alles überdecken. So berichtet heute die „Welt“:

Harte Arbeitswelt: Laut einer neuen Studie hat sich die Zahl der Erwerbstätigen mit einem Zweitjob vervierfacht – innerhalb von nur zwei Jahren.

Da merkt so langsam jeder, was es heißt, nur noch für die Rendite anderer zu arbeiten: es bleibt für einen selber nichts mehr übrig, laut Frankfurter Rundschau noch nicht mal für die Autowartung:

Immer mehr Autofahrer vernachlässigen die Wartung ihres Autos. Dahinter steckt laut Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer der Mangel an Geld: Die schlecht gewarteten Autos seien ein Spiegel der Einkommensverteilung.

Man merkt: viele arbeiten bald nur noch, um sich das Auto leisten zu können, das sie für die Fahrt zu Arbeit brauchen. Und der Traum vom endgültigen Ende der Qual – die Rente – rückt laut FAZ in weite Ferne:

Die Älteren haben Schulden von 1,8 Billionen Euro für Bund, Länder und Gemeinden aufgetürmt. Werden die Jüngeren irgendwann fragen, warum sie diese Schulden bedienen sollen? Vielleicht können die nach Köpfen halbierten Kohorten nachwachsender Jahrgänge später sogar für die Rente der Babyboomer nicht mehr aufkommen.

In anderen Ländern sieht es ebenfalls nicht besser aus: man friert laut News.at in Österreich:

Gerade in eisigen Zeiten wie diesen ist die Zahl wirklich schockierend: 330.000 Menschen in Österreich können sich eine beheizte Wohnung nicht leisten. Vier Prozent der heimischen Bevölkerung, davon 58.000 Kinder, müssen laut Armutskonferenz in den eigenen vier Wänden bitter frieren.

Und in den USA, der stärksten Volkswirtschaft der Welt, wandert laut Süddeutsche Zeitung eine ganze Generation in die Armut:

Besonders betroffen sind die Jüngsten: Über ein Fünftel aller Kinder lebt danach in Armut.

Kein Wunder, das  laut Karl Weiss bei der Berliner Umschau die Zustimmung  zum Kapitalismus langsam sinkt:

Nur 15% der Deutschen meinen, die Politiker würden ihren Aufgaben gerecht und bei den „Wirtschaftslenkern“ sind es 26%. Doch zu einem Desaster wurde das Ganze bei der Frage, ob sich das Wirtschaftssystem Kapitalismus (das natürlich nicht so genannt wird) bewährt habe. Vor 16 Jahren noch sagten da 73% „ja“, doch dann begann diese Zustimmung Jahr für Jahr zu bröckeln. Im April 2010 war die Zustimmung auf 54 % gesunken. Dann aber, in den letzten Monaten, brachen die Umfragewerte regelrecht weg: Nur 6 Monate später finden nur noch 48%, der Kapitalismus habe sich bewährt und damit spricht sich zum ersten Mal eine Mehrheit der Bevölkerung gegen das kapitalistische Wirtschaftssystem aus.

Als Lösung des Problems zieht nun Karl Weiss gleich ein besonderes Kaninchen aus der Tasche:

Wer jetzt noch nicht gemerkt hat, der Kapitalismus ist nicht „unser“ System, der sitzt immer noch der Gehirnwäsche von Fernsehen, Zeitungen und Magazinen auf. Und viele Menschen begnügen sich nicht mehr damit, das bestehende für schlecht zu erklären, sie suchen auch nach Alternativen. Und da kommt dann immer wieder der gute alte Karl Marx ins Blickfeld. Nicht umsonst hat er bei der großen Umfrage vor einiger Zeit nach dem „bedeutendsten Deutschen“ den zweiten Platz gemacht. Wer weiss, demnächst steht er auf dem ersten.

So ist es mit den Menschen: immer, wenn es nicht mehr weiter geht, suchen sie einen Despoten, der ihnen das heilige Utopia fertig gebacken vor die Füße legt, gerne sind es magische Gestalten, die im unaufhaltsamen mechanischen Lauf der Geschichte quasi von der Vorsehung ausgewählt worden sind, ihre historisch unabwendbare Rolle in der Weltgeschichte zu spielen. Das die Rhetorik von Feudalisten, Nationalisten und Kommunisten da sehr ähnlich ist, verwundert niemanden.  Die Diktatur der eigenen Bande ist immer „gut“, die anderen Banden sind immer böse. Dabei scheint Marx mit einfachen Worten laut Wikipedia zu überzeugen:

Klassenherrschaft ist demnach für Marx keine zufällige, sondern eine gesetzmäßige Folge von Ausbeutung. Diese sei aber kein böser Wille der Kapitalisten, sondern ein Zwang: Um auf dem vom Kapital beherrschten Markt konkurrieren zu können, müssen sie lebendige Arbeit, die den Mehrwert produziert, ausbeuten. Die Konkurrenz führe zu immer größerer Kapitalkonzentration (Monopol– und Kartellbildung) und damit zwangsläufig zu Absatzkrisen und Kriegen. Sie zwinge die Kapitaleigner dazu, die Arbeitskosten so gering wie möglich zu halten und den größtmöglichen Profit anzustreben, um diesen in technologische Neuerungen investieren zu können. Dies wiederum führe zu einer immer stärkeren Bewusstwerdung der Notwendigkeit eines Umsturzes. Die sozialistische Revolution ist also nach Marx in den kapitalistischen Strukturen selbst angelegt. Damit erscheint die bürgerliche Gesellschaftsform nicht als moralisch zu verurteilende, sondern als nüchtern zu durchschauende Klassenherrschaftsform. Deren Analyse will die realen Ansatzpunkte zur Umwälzung der Macht- und Besitzverhältnisse erkennbar machen.

Es ist schön und tröstlich, wenn man als Junghegelianer christliche Heilserwartungen als automatischen Mechanismus auf die Geschichte überträgt – was jedoch, wenn Hegel falsch lag, was, wenn Ökonomie nicht alles ist, was das Handeln des Menschen bestimmt und was, wenn der Mensch an sich nicht so edel, gut und gerecht ist, wie er sein müßte, damit Marxismus funktioniert? Dann erleben wir, was wir erleben durften: der real existierende Sozialismus muß seine Bürger einsperren, damit sie nicht weglaufen, die Diktatur des Proletariats erzeugt Elend für alle, damit das Elend des Einzelnen nicht mehr so auffällt. Hebt man die Diktatur des Proletariats auf, blüht … unter anderem der Islam, nach sechzig Jahren Sowjeterziehung ein Phänomen, das viele für unmöglich gehalten haben.

Für Anhänger der marxistischen Theorie ist Geschichte nicht lebendig, sondern ein toter Mechanismus, in dem es keine Freiheit gibt und sich alles mit der Gesetzmäßigkeit von Automaten vollzieht.  Aus dieser Perpektive heraus ist Marxismus eine Lehre, die die Leblosigkeit der Welt verabsolutiert und als Dogma tyrannisch in die Massen preßt – obwohl es dazu keine Notwendigkeit gibt. Kommunismus und Religion paßten Jahrtausende lang gut zusammen:

Die beherrschende Produktionsweise der europäisch-vorderasiatischen Antike war die Sklavenhaltergesellschaft, die meist religiös begründet wurde. Ausnahme war im Vorderen Orient nur das frühe, als loserZwölfstämmebund organisierte Israel. Dessen Tora verlangt die regelmäßige Umverteilung des Bodenbesitzes zugunsten der Besitzlosen als Konsequenz des Glaubens an JHWH, den Sklavenbefreier (Lev 25). An dieses Recht erinnerten sozialkritische Propheten Israels bis hin zu Jesus von Nazaret (Lk 4,16 ff.), so dass die Jerusalemer Urgemeinde in Anknüpfung an jüdische Armenfürsorge eine urchristliche Gütergemeinschaft für ihre Mitglieder praktizierte.

Aber was von „den Juden“ kommt ist hierzulande nie gut angekommen – siehe Wikipedia:

Micha Brumlik schreibt unter Verweis auf Marx’ Briefe: „Marx war zeit seines Lebens – zumindest persönlich – ein glühender Antisemit.“ Jedoch fänden sich auch in seinem theoretischen Werk, so vor allem in Zur Judenfrage, antisemitische Thesen.[21]

Nun wird Marx mitlerweile auch sehr von Neoliberalen geschätzt, was manche nicht hindert, ihn bei jeder Gelegenheit als „Erlöser“ aus dem Hut zu zaubern. Was man ganz vergißt ist: der Klassenkampf selber existiert nicht mehr. Seine ökonomische Analyse des 19. Jahrhunderts greift nicht mehr, wenn es Rentenkassen und Versicherungen sind, die Kapitalbildung an vorderster Front betreiben und der idealisierte Herrenmenschentypus des „Proletariers“ einem landesweiten Bettlertum gewichen ist – Menschen, die von Sozialleistungen der Gemeinschaft abhängig sind.  War der Arbeiter noch ein Machtfaktor im Wirtschaftsprozess, so gehört er heute als „Arbeitsplatzbesitzer“ auf die andere Seite – die Seite der asozialen Ausbeuter und Egomanen. Seine Diktatur – deren Folgen vielen noch in deutlicher Erinnerung ist – verheißt nicht mehr Glück und Leben als die Diktatur des Kapitals. Die TAZ formuliert dies wie folgt:

Jene am Rand der Gesellschaft sind also angewiesen auf das politisch-solidarische Handeln institutioneller Akteure. Doch auf die war 2010 kein Verlass. Gerade die Gewerkschaften, die anlässlich des Sparprogramms der Bundesregierung einen heißen Herbst angekündigt hatten, haben ihre gesellschaftliche Aufgabe nicht wahrgenommen. Sie sind die Handelsvertreter der von der Bundesregierung vermeintlich verschonten Arbeitsplatzbesitzer.

In der leblosen Welt des Materialismus ist die Mechanisierung der Gesellschaft logische Konsequenz gesellschaftlicher Entwicklung und der Mensch wird zum „Kostenfaktor auf zwei Beinen“. Es ist betrüblich zu sehen, das – liest man die Kommentare zu dem TAZ-Artikel – immer noch Dogmen und Tabus das Denken beherrschen und Gewerkschaftskritik als solche schon gleich einen Platz auf der nachrevolutionären schwarzen Liste besorgt.

Dabei gibt es kein revolutionäres Potential mehr, das der kleinen Elite pseudolinker Führer einen sicheren Posten an den Fleischtöpfen der Maschinenwelt sichert – da gibt es nur noch „Lumpenproletariat“, das sich irgendwie über Wasser halten muß (zitiert bei Wikipedia):

Zu diesem „Auswurf, Abfall, Abhub aller Klassen“ zählte Marx „Vagabunden, entlassene Soldaten, entlassene Zuchthaussträflinge, entlaufene Galeerensklaven, Gauner, Gaukler, Tagediebe, Taschendiebe, Taschenspieler, Spieler, Zuhälter, Bordellhalter, Lastträger, Literaten, Orgeldreher, Lumpensammler, Scherenschleifer, Kesselflicker, Bettler, kurz, die ganze unbestimmte, aufgelöste, hin- und hergeworfene Masse, die die Franzosen la bohème nennen“ (MEW 8, 160f). Im Kommunistischen Manifest beschrieben Marx/Engels die subproletarischen Gruppen als „passive Verfaulung der untersten Schichten der alten Gesellschaft“.

Es ist kaum zu glauben, mit welcher Abscheu hier über Menschen gesprochen wird. Dort, wo der heilige Vollzeitarbeitsplatz abgeschafft wird, werden wir aber alle zu „Lumpenproletariat“ – und man bekommt eine Ahnung davon, das damals schon die Grundlage für den „Prolet-Arier“ geschaffen wurde, der sich von dem National-Arier in seiner Verachtung für Schwächere kaum unterschied. Was Marx früher „Lumpenproletariat“ nannte, nennt man heute „Hartz IV“. Es wird mit der gleichen Verachtung überzogen … und da wundert es nicht mehr, das in Wirklichkeit niemand sich für diese „Schicht“ interessiert, einer Schicht, der man gerne Marx als Opium (oder Karotte) vor die Nase hält.  Dabei wartet da auch nur kostenminimierende Lagerhaltung für menschlichen Sondermüll.

Der Ausdruck „Asoziale“ war hauptsächlich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine politisch genutzte Sammelbezeichnung für als minderwertig eingeschätzte Menschen aus der sozialen Unterschicht. Als „Asoziale“ wurden und werden teilweise bis heute insbesondere BettlerLandstreicherObdachloseProstituierteZuhälterFürsorgeempfängerSuchtkranke (z. B. Alkoholiker), HomosexuelleZigeuner und andere Unangepasste bezeichnet. (siehe Wikipedia)

Das Ende des Kapitalismus ist alternativlos – in vielerlei Hinsicht. Einerseits ist er am Ende. Andererseits gibt es keine Alternative, solange man an den Grundparametern des Denkens nichts ändert: die Lagerhaltung von Menschen in Plattenbauten ist die Konsequenz des Materialismus ebenso wie die kostengünstige Herrschaftsform des Absolutismus, wobei es für uns Lumpen einerlei ist, ob dort oben ein König oder ein Generalsekretär diktiert, wie wir unseren Alltag zu gestalten haben.

Sicherlich kann Religion als Nebenwirkung die Eliminierung revolutionären Potentials innehaben. Aber „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ ist eine ethisch wertvollere Maxime als die Formulierung präfaschistischer Formate wie „Lumpenproletariat“ … eine Sichtweise, die in den Lagern des Dritten Reiches sehr häßliche Nebenwirkungen hatte und im Prinzip bis heute rechte wie linke politische Systeme infiziert.

Politische Utopien, die „Herrenmenschen“ – in welcher Form auch immer – „Untermenschen“ gegenüberstellen, sind niemals mit Menschenrechten kompatibel, auch wenn sie dieselben noch so groß auf ihre Fahnen schreiben.  Und wenn es nicht gelingt, konstruktive Alternativen zum Materialismus zu formulieren … dann wird der militante Islam die Alternative sein, die weltweit den dogmatischen Materialismus überwindet.

Demokratie jedoch … bleibt ein Traum aus dem alten Griechenland. Aber die waren ja auch schwul und somit asozial.



Die Zivilgesellschaft als dritte globale Kraft

Seit dem Scheitern der WTO-Konferenz des Jahres 1999 in Seattle ist deutlich, dass die Zivilgesellschaft eine globale Kraft geworden ist, die von den Mächtigen in Wirtschaft und Politik nicht mehr ignoriert werden kann. Die Bedeutung dieser dritten, korrigierenden Macht kann kaum überbewertet werden. Eine Würdigung.

(mehr …)

Wetten dass …. Kapitalismus asozial und unbezahlbar und der Kommunismus überlegen ist?

Es sind so die kleinen Meldungen, die den Tag versüssen. Zum Beispiel die hier, im Handelsblatt:

Die Industrie muss dahin gehen, wo die Kunden und das Wachstum sind. Und derzeit ist das China. Der Bayer-Konzern nimmt viel Geld in die Hand, um die Produktion dort auszubauen. Was das Unternehmen besonders freut: China will jetzt umweltfreundlich werden und braucht dafür deutsche Wärmedämmungen.

Erstmal muß nicht „die Industrie“ dorthin gehen, wo die Kunden und das Wachstum sind. Es würde schon reichen, wenn man die Waren vor Ort präsentieren kann. Dann wird auch nicht der Vorstand samt Verwaltung jetzt aufgrund dieses kategorischen Imperativs sich Wohnungen ohne Strom und Heizung in chinesischen Millionenstädten mieten oder mit den Wanderarbeitern (was sie ja im Prinzip sind) von Ort zu Ort pilgern. Sicherlich kennt man die Argumentation: die Transportkosten sind zu hoch. Aber die volkswirtschaftlichen Kosten, die durch die Vernichtung der Existenzgrundlage tausender Mitbürger entstehen, werden auch nicht eingerechnet. Dafür jubeln alle zum gemeinsamen Ziele der Maximierung des leistungslosen Einkommens (außer man nennt es gerade Hartz IV, dann ändern sich die Meinungen sehr schnell): der Kapitalrendite von Großanlegern.

Das Geld, das Bayer jetzt investiert, um noch mehr Geld für geliehenes Geld zahlen zu können fällt nicht vom Himmel. Es stammt laut Handelsblatt aus gezieltem Arbeitsplatzabbau:

Bayer muss sparen. Der neue Chef Marijn Dekkers verschont auch die Mitarbeiter und kündigte Stellenkürzungen an. Nicht gespart werden darf aus seiner Sicht aber in der Forschung. Bayern hat heute seine Investitionspläne für das kommende Jahr bekannt gegeben.

Dekkers hatte mitte November den Abbau von 4 500 Stellen angekündigt – davon 1 700 in Deutschland -, um die Ressourcen stärker auf Innovation und Wachstum in Schwellenländern zu konzentrieren.

So verschwinden die Arbeitsplätze und die Arbeit aus jenen Ländern, wo gerade der Verkauf von Arbeitskraft als Lebensgrundlage der Bevölkerung übrig geblieben ist – eine Entwicklung, die ausschließlich auf Wunsch jener „Industrie“ basierte, die jetzt das Weite sucht. Schon jetzt kann man erahnen, wo das enden wird: Menschen werden uns insgesamt zu teuer werden.

Gibt es weiter das offen praktizierte Primat der Rendite vor dem Prinzip der Menschlichkeit und der Menschenrechte, werden – rein mechanisch und zwangsläufig – irgendwann irgendwo Leichenberge aufgehäuft, deren Lebensenergie (sprich: GELD) zur Kapitalmaximierung irgendwo anders gebraucht wurde. Ach, ich vergaß: die gibt es ja schon. In Afrika. Aber da … berichten unsere Medien nur selten drüber. Die Folgekosten unseres Wohlstandes sind zu beschämend, als das wir sie tagtäglich sehen wollen. Wetten, dass … wir uns da lieber anschauen, wie Mitbürger in Fernsehshows des öffentlich-rechtlichen Fernsehens zur Belustigung von Millionen zu Krüppeln gemacht werden?

Die Kosten für dieses leistungslose Einkommen der Luxuselite zahlen wir alle. Angesichts der aktuellen Entwicklung müssen wir uns allerdings irgendwann mal ganz nüchtern und ohne parteitaktische Dogmatik fragen, ob Kapitalismus nicht irgendwann mal an einen Punkt kommt, wo er einfach zu teuer ist – schlichtweg unbezahlbar wird wie – angeblich – der Sozialstaat unbezahlbar wird.

Der Sozialstaat jedoch ist – ein weiterer kategorischer Imperativ, der sich mit dem Imperativ des Investitionszwangs in China nicht zusammen leben läßt – Kern eines jeden Staatsgebildes. Staaten fallen nicht einfach vom Himmel, sie bilden sich – im Idealfall – als Gemeinschaften zur gegenseitigen Hilfe und Beförderung der Interessen aller. Wenn sie anfangen, nur noch die Interessen eines ausgewählten Clübchens von Luxusmenschlein zur pflegen und hegen, weil die in ihrer Abendgarderobe einfach so hinreißend aussehen, dann hat der Staat an sich seinen Sinn verloren …. und die Menschen wenden sich von ihm ab.

Diese Erosion von Staaten erleben wir gerade, gefördert durch das ungebremste Schalten und Walten internationaler Konzerne, die es inzwischen – so mein Eindruck – geschafft haben, die Folgen der „Globalisierung“ (die im eigentlichen Sinne eine „Amerikanisierung“ ist) aus der öffentlichen Diskussion völlig zu verbannen, was auch ein Erfolg regelmäßiger Pressekonferenzen und gezielter Öffentlichkeitsarbeit ist.

Für Menschen innerhalb des Konzerns ist es auch relativ egal, was mit der Wirtschaft des Landes geschieht, in dem man gerade Gewinne macht – ebenso wie die Methoden der Gewinne völlig nebensächlich sind. So kann man schön Geschäfte mit einem Land machen, das sich laut Spiegel international immer asozialer gebärdet:

Die chinesischen Partner sind in Afrika auch deshalb willkommen, weil sie keine Fragen und Bedingungen stellen. Sie verzichten auf all die Forderungen, die der Westen gern zur Voraussetzung für Hilfe macht: gute Regierungsführung, Wahrung der Menschenrechte oder entschiedenen Einsatz gegen Korruption.

Die Chinesen gehen anders vor. Krieg in Darfur? Repression in Simbabwe? Korruption in Nigeria? Kein Problem. Anstatt etwa Simbabwes Diktator Robert Mugabe für seine totalitäre Politik und die Ausplünderung des eigenen Landes zu kritisieren, verliehen sie ihm 2005 eine Ehrenprofessur und erklärten ihn zu „Chinas Freund Nummer eins“. Und 2008 schickten sie Mugabe die „An Yue Jiang“, ein Schiff voller Waffen und Munition.

Viele afrikanische Politiker wissen es zu schätzen, dass ihr großer Partner keine lästigen Forderungen hat. Dass er Kredite gewährt, Parlamentsgebäude baut oder umstandslos Waffen liefert.

Dieses Verhalten ist international so asozial wie das Verhalten der Konzerne im nationalen Bereich – da ist halt Bayer kein Ausnahmefall. Aber … das ist ja auch kein Wunder. Konzerne sind im Innenbereich Diktaturen … da treffen sich also Gleichgesinnte.

Sieht also so aus, das im Kampf der Systeme die undemokratische kommunistische Diktatur dem Kapitalismus doch überlegen ist. Da hatte man wohl zu früh gejubelt – und die Rechnung ohne die Konzerne gemacht, deren Macht inzwischen schon größer ist als die der meisten Länder.  Zusammen mit den roten Arbeitssklaven, die die Partei gerne den Konzerninteressen zur Verfügung stellt, kann man sich die Welt richtig schön untertan machen. Man findet in jedem Land irgendwelche Leute, die bereit sind, für Geld ihre Seele zu verkaufen. Die anderen Eingeborenen … braucht man einfach nicht mehr, wie unsere dereinst angeblich so heißgeliebten Brüder und Schwestern im Osten gerade laut Spiegel erleben dürfen:

Die Ostdeutschen haben den Anschluss beim Einkommen an den Westen noch lange nicht geschafft – und ihr Rückstand ist zuletzt sogar wieder angewachsen. Lag das Haushalts-Nettoeinkommen in den neuen Ländern 2003 im Durchschnitt noch bei 77,5 Prozent des Westniveaus, so reduzierte es sich in den folgenden fünf Jahren auf nur noch 75 Prozent. 1993 und damit kurz nach dem Mauerfall lag das Ost-Einkommen nach Abzug von Steuern und Abgaben bei 68,3 Prozent des Westwertes. Im Osten wird überhaupt nur jeder Zweite nach Tarif bezahlt.

Und was macht unsere Regierung, die von uns bezahlten Verwaltungsangestellten, um die Erosion von Staat und Zivilgesellschaft aufzuhalten? Ok, Schulden. Und was noch?

Sie hilft – laut Welt – beim Arbeitsplatzabbau durch Steuergeschenke:

Die von der Koalition geplante Vereinfachung des Steuerrechts soll Unternehmen und Bürger einem Zeitungsbericht zufolge um mehr als viereinhalb Milliarden Euro entlasten. Hauptnutznießer der Reform seien Firmen, deren Bürokratiekosten durch den Verzicht der Finanzämter auf eine Vielzahl von Detailregelungen und schriftlichen Belegen um vier Milliarden Euro sinken sollten, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“.

Die Steuergeschenke wiederum erlauben es – ebenfalls laut Welt – den Firmen, sich noch mehr gewinnbringende politische Entscheidungen zu kaufen:

Zwar ist es schwer, den Umfang und Schaden durch Korruption zu beziffern, aber eine gemeinsame Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC und der Universität Halle geht davon aus, dass es in der deutschen Verwaltung jedes Jahr mindestens 20.000 Bestechungsfälle gibt. Dadurch und durch andere kriminelle Handlungen in Behörden würden jedes Jahr direkte finanzielle Schäden von mindestens zwei Milliarden Euro verursacht.

Was soll man nun von dieser Entwicklung halten – als normaler Bürger, der keiner Ideologie verpflichtet ist?

Kapitalismus ist asozial und zu teuer. Geradezu unbezahlbar. Den können wir uns finanziell gar nicht mehr leisten. Kommunismus schießt allerdings – wie ich dem oben zitierten Spiegel-online-Artikel entnehme  –  ebenso auf Arbeiter wie der böse Erzkapitalist – ist man nicht in der Partei, hat man da auch keinen Vorteil von.

Was auch zu teuer ist (und ich denke, das werden viele, die diese Zeilen lesen, demnächst auch am eigenen Leib erleben), sind Rentner. Einen Ausblick auf deren Zukunft findet man im Manager Magazin zur Bewältigung der Krise in Irland:

Der staatliche Rentenfonds, der in guten Zeiten angelegt wurde, soll zu einem großen Teil für die Bankenfinanzierung geopfert werden. Im Gespräch ist eine Dimension von 15 Milliarden Euro. Um die Rentenausgaben langfristig zu senken, sollen alle Neurentner einen Abschlag von 10 Prozent verkraften und das Renteneintrittsalter stufenweise steigen. 2014 soll es schon bei 66 Jahren liegen, 2028 dann bei 68 Jahren.

Wetten dass … wir uns auch in Deutschland auf eine solche Entwicklung einstellen dürfen, während die Wirtschaft sich Stück für Stück die politischen Entscheidungsträger kauft, damit das Primat der Kapitalrendite vor Menschenleben auch ja erhalten bleibt?

Was wird dann aus Menschen in einer Welt, die sich völlig den Konzernregeln unterwirft? Und welchen Platz haben Rentner in dieser Welt – Menschen, die nur noch Kosten verursachen, die andere dringend als Rendite brauchen?

Da ist China vielleicht auch für unsere Rentner die letzte Hoffnung, zumal der Kommunismus ähnlich wie das deutsche Kaiserreich freundlicher zu Menschen ist:

China hat laut german.china.org für Männer ein Renteneintrittsalter von sechzig Jahren, bei Frauen liegt es bei 55. Und damit das da so bleibt, bringt Bayer jetzt noch mehr Geld dahin, was letztlich bei uns zur Rente mit 80 führen wird … wenn nicht vorher unser Staat komplett zusammenbricht, weil es für die Bürger keinen Sinn mehr macht, sich einer solchen Organisation anzuschließen, die nur kostet und nichts bringt. Dann doch lieber ein Arbeitsplatz mit Firmenrente bei Bayer.


Der Tod des Kommunismus, der Demokratie, der Liebe und der Welt durch … Korruption und Materialismus

Deutschland atmet auf:  laut Spiegel wird wieder GELD verteilt:

Die Besitzer von Dax-Aktien können sich freuen: Laut einem Zeitungsbericht werden die 30 größten börsennotierten Konzerne Deutschlands im Frühjahr insgesamt 25 Milliarden Euro Dividende ausschütten. Damit ist der Rekordwert aus dem Boomjahr 2007 schon fast wieder erreicht.

So eine Botschaft ist zu diesem Zeitpunkt gern gesehen. Weihnachten steht vor der Tür … und da kriegen laut Manager-Magazin nicht nur Kinder leuchtende Augen:

Der Einzelhandel setzt im Weihnachtsgeschäft voll auf Menschen mit hohem Einkommen. Offenbar zu Recht: Kauflustige Gutverdiener könnten die ganze Branche für die Entbehrungen vergangener Jahre entschädigen, erwarten Experten. Die Vorlieben Gutsituierter spielen manchen Branchen besonders in die Hände.

Die Zahl der Menschen, die von diesem Wohlstand profitieren, steigt ständig. Es gibt immer mehr Menschen, die immer mehr Geld haben und immer mehr Menschen, die immer weniger haben, aber über die … reden wir nicht. Jedenfalls meint dies Hubertus Heil von der SPD in der Welt:

Heil: Ende 2010 müssen wir nicht mehr über die Agenda 2010 diskutieren, sondern müssen das kommende Jahrzehnt in den Blick nehmen. Wenn wir richtig handeln, kann Deutschland bis 2020 Vollbeschäftigung erreichen. Ich halte es für möglich, dass wir in fünf Jahren weniger als eine Million Arbeitslose haben.

Ein ungeahnter Wohlstand bricht über uns herein … über manche von uns. Erinnert irgendwie an den Katholizismus, der seinen Freunden auch immer ein paar Heilige vorgeführt hat, die jetzt schon da sind, wo wir alle mal hinkommen werden. Das Prinzip ist immer dasselbe: in der Zukunft machen wir für euch alles heil.

Katholizismus ist eine Strömung, die deutlich zunimmt, ebenso wie auch der Islam. Kommunismus, ein weiterer Kandidat von „in Zukunft machen wir alles heil“, verabschiedet sich gerade. Wenn man Materialismus predigt, sollte man auch genug produzieren können, um sich viele Leute mit Geschenken kaufen zu können – so haben die Kolonisatoren auch Fuß gefaßt – mit Glasperlen. Deshalb siegte die kapitalistische Strömung des Materialismus über die kommunistische Strömung – schlichtweg einfach durch Korruption. Man kauft einfach ganze Volksschichten sowie alle Funktionseliten und schon hat man die Kontrolle.

Viele freuen sich ja, das der Kommunismus tot ist. Soll ja nicht so lustig gewesen sein, in dem real existierenden Sozialismus. Gab halt keine Glasperlen … und deshalb lief das Volk in Scharen davon, sobald es die Gelegenheit hatte.  Das Volk will Brot und Spiele – jedenfalls in Zeiten spätrömischer Dekadenz. Dabei müßte jedem klar sein, der den demokratischen Ansatz bis zum Ende durchdenkt, das die ideale Demokratie sich vom Utopia des Kommunismus kaum unterscheiden kann – ohne wirtschaftliche Souveränität des Individuums nützt ihm die politische Souveränität wenig … was der Bürger tagtäglich erleben kann. Wer zahlt, befiehlt ist ein geflügeltes Wort, das sogar bei medizinischen Studien Gültigkeit hat … obwohl dort Menschenleben auf dem Spiel stehen.

Insofern bedeutet das Ende der Utopie des Kommunismus (der sich übrigens auch kaum von einer idealen urchristlichen Gesellschaftsform unterscheiden dürfte) auch das Ende der Utopie der Demokratie, die nicht stirbt, weil die Menschen davon überzeugt sind, das die Idee doof war, sondern, weil sie den Sinn dahinter nicht mehr sehen.

Insofern nützt auch es nichts, wenn man dem Volk noch so viel wirtschaftliche Vernunft um die Ohren haut, wie es das Handelsblatt versucht:

Fast eine Billion Euro an Vermögen haben deutsche Unternehmen seit 2003 im Ausland angehäuft. Die Hälfte davon hat sich verflüchtigt

Über Jahrzehnte haben die deutschen Unternehmen das gemacht, was ihre Aufgabe ist: Sie haben zusätzlich zu ihren einbehaltenen Gewinnen Finanzmittel aufgenommen für die Realkapitalbildung, ihre Netto-Investitionen waren immer höher als ihr Sparen, sie hatten daher ein Finanzierungsdefizit.

Das änderte sich ab 2003: Die Gewinne der Unternehmen stiegen deutlich an, in erster Linie als Folge sinkender Reallöhne. Statt ihre Investitionen zumindest in gleichem Maß zu erhöhen, akkumulierten die Unternehmen Finanzkapital: Sechs Jahre in Folge haben sie nun schon Finanzierungsüberschüsse. Diese legten sie primär in Form von Bankeinlagen, Aktien und Finanzderivaten an.

In aller Öffentlichkeit kann man die Ausplünderung der deutschen Wirtschaft im Detail darlegen, kann aufzeigen, das dieses Land keine Zukunft mehr haben kann, wenn es so weiterläuft und das Vermögen im Ausland einfach verbrannt wird … es ändert nichts.

Ähnlich müssen sich die Dorfältesten der Indianer gefühlt haben, als sie dem Dorf versucht haben klar zu machen, was geschieht, wenn man dem weißen Mann seine Jagdgründe für Glasperlen verkauft.

Unsere Glasperlen sind Plasmafernseher, I-Pods und Autos … was uns auf  die Idee bringen darf, das wir für irgendjemanden Indianer sind, die man mit Glasperlen besticht.

Es ist somit auch eigentlich nicht der Kapitalismus, der seinen Siegeszug angetreten hat. Der Kapitalismus als solcher mag so marode und voller Systemfehler sein wie Marx es prophezeit hat und deshalb regelmäßig von selbst zusammenbrechen. Hinter dem Kapitalismus steckt jedoch der Materialismus – und in dem der Kommunismus ebenfalls dem Materialismus huldigt, hat er ihm zusätzlich Macht gegeben.

Der Materialismus hat aber keinen Platz für Ideale. Und denkt man den Materialismus weiter, so ist ihm in seinem Utopia eine Welt voller seelenloser Maschinen wohl lieber als eine Welt voller glücklicher individueller Menschen. Wenn Mitleid, Nächstenliebe, ja – Liebe überhaupt – nur (Fehl)Funktionen des Gehirns sind, gibt es keinen Grund mehr, unnütze Esser an der politischen Entscheidungsfindung zu beteiligen, noch macht es irgendeinen Sinn, unnütze Esser überhaupt am Leben zu erhalten. Insofern ist Ausschwitz als Symbol ein Sinnbild für die Zukunft der Menschheit jenseits der Demokratie – aus der einfachen und im Übrigen strikt vernünftigen notwendigen Lösung des Problems, wie man unnötiges Menschenmaterial kostengünstig entsorgt, ohne sie einfach verdursten und erfrieren zu lassen (was eventuell auch teurer wird, wenn man die Bewachungskosten mit einrechnet).

Und insofern ist Weihnachten, wie wir es feiern und verstehen, das Fest des Triumphes des Materialismus über alle Ideale und über alle Menschlichkeit. Dort feiern wir seine Gaben, sein Paradies und seine Heilsversprechungen…..und darum sind wohl Weihnachstfeiern für sensible Menschen so ekelerregend, denn gleichzeitig feiern wird dort … den Tod der Liebe in der Welt.

Das aber Kinder und Demokratie immer mehr schwinden, sollte einen da nicht mehr wundern – beide brauchen die Liebe der Menschen zu ihnen.

Andererseits sollte einen das Erstarken des einst totgesagten Islam in den ehemaligen Ländern der Sowjetunion nicht sonderlich irritieren – durch den Verrat an dem Idealismus, durch die unheilige (und unnötige) Allianz von Kommunismus und Materialismus wurde Kommunismus zu einem ausführenden Organ und hat selbst keine liebenswerte Substanz mehr gehabt … denn die Liebe zur Arbeiterklasse, die Liebe zu Idealen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ist ein unverzichtbares Motivationsmoment, um sich mit seinem ganzen Leben in den Kampf für diese Ideale  zu stürzen.

Wo aber diese Liebe nicht mehr vorhanden ist, triumphieren die Glasperlen – wie bei allen anderen normalen Menschen auch. Deshalb triumphiert Disney über Marx … bei Disney ist einfach mehr Zauber (Liebe, wenn man so will) drin. Und darum sind Kommunisten so hilflos angesichts des Untergangs ihrer Ideale.

Die Menschen selbst handeln ebenfalls strikt vernünftig. Wie Kant in seiner Kritik der praktischen Vernunft detalliert bewiesen hat, gibt es ohne Gott keinen vernünftigen Grund zum moralischen Handeln. Ist Gott also tot (eigentlich DIE Kernbotschaft des in diesem Moment an sich selbst religiösen Materialismus), können die Öfen ungehindert lodern.

Das alles ist natürlich nicht zu kritisieren, denn der Mensch ist ein freies Wesen und darf sich die Welt, in der er leben möchte, nach freien Stücken frei entwerfen. Das wir das können, erleben wir jeden Tag … sofern finanzieller Mangel (oder unser Chef und seine Ansprüche an uns) nicht gerade unsere Freiheit Grenzen setzt.

Was den pingeligen  Eifelphilosophen da stört, ist eher die falsche Begrifflichkeit, in der sich die Menschheit bewegt. Wenn sie um das goldene Kalb tanzen wollen, dann sollen sie ein goldenes Kalb anbeten und keine christliche Weihnacht feiern. Sollen sie offen und bewußt ihre Liebe auf dem Götzenaltar des Baals opfern und ihre Kinder zum Zwecke der Renditesteigerung seiner Feuerrutsche übergeben ( im Kampf gegen diese Form von Religion hat sich, nebenbei bemerkt,  dereinst das Judentum herausgebildet)  denn dann bin ich mir auch sicher, das sie genau wissen, was sie für ihren Fernseher, ihr Handy und ihren I-Pod eigentlich opfern.

Und dann … darf ich die stärkste Religion der Welt, den Katholizismus, gezielt fragen, was sie denn gegen diesen weltweiten, die göttliche Schöpfung in ihrer Substanz direkt angreifenden und vernichtenden Teufelskult (der im Bohemian Grove einen interessanten Kumulationspunkt hat) zu tun gedenkt bzw. warum sie diesem Treiben so tatenlos zusieht. Nicht das ich eine Antwort erwarte (die bekommen wir gerade zur großen Beunruhigung des Konzernkapitals aus dem islamischen Raum), aber ich hätte dann das Recht, die Frage zu stellen, wieso wir das größte Artensterben seit 65 Millionen Jahren als gottgewollten Fortschritt deuten sollen. Den Materialismus brauche ich da nicht fragen, ihn interessieren „Arten“ nicht. Ein Erdball aus grauem Matsch, wie ihn manche als logisches Ende der technischen Entwicklung voraussagen, wäre ihm auch recht, da er mit Ästhetik, der Freude an Formen (oder Klängen, Gefühlen, Gerüchen) auch nichts am Hut hat.

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