Kleptokratie

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Wie die Superreichen ein neues „Reich des Bösen“ errichten … in Deutschland und der Welt – und wir merken es alle!

Wie die Superreichen ein neues "Reich des Bösen" errichten ... in Deutschland und der Welt - und wir merken es alle!

Samstag, 9.3.2013, Eifel. An manchen Tagen ist es schwer auszuhalten, wie einige Provinzdeppen die Welt erklären. Einfach Israel auslöschen, alle Juden vergasen – vor allem die Reichen aus den USA, die auch alles Hochgradfreimaurer sind – und schon ist die Welt ein Paradies … jedenfalls lese ich das manchmal in den Leserkommentaren einschlägiger Blogs, deren Rechner regelmäßig von der Staatsanwaltschaft eingezogen werden – zurecht, wie ich meine: wenn man seine eigene Dämlichkeit mit solch stolz geschwellter Brust durch die Welt trägt, gehört das bestraft. Sicherlich erfreut es die wirklichen Täter, das es immer noch solche Idioten gibt – und wahrscheinlich lässt man denen auch viel Geld zu kommen, damit das so bleibt. Immerhin verhindert man so in Deutschland, dass sich hier Gesellschaftskritik zu einer wirksamen politischen Gegenmacht vereint: das hat jüngst erst die Piratenpartei erfahren, ehedem hatten die Grünen ihre braunen Stellen (z.B. in Berlin). In Deutschland geht das kaum anders: kaum regt sich Widerstand gegen die Kosmokraten, die Korporatokratie, die Plutokratie – schon bekommt man vom Bundesamt für Verfassungsschutz einen Satz brauner Gimpel geliefert, die ihren Dunst nach allen Seiten hin verbreiten. Dabei ist Deutschland prädestiniert, den Feind zu kennen und wissenschaftlich zu beschreiben. 1942 haben wir das das erste Mal getan:

1942 erschien in New York erstmals Franz Neumanns Analyse der Struktur der nationalsozialistischen Herrschaftsstrukturen unter dem Titel Behemoth. Wenige Bücher haben die amerikanischen Intellektuellen jener Zeit tiefer beeindruckt. Neumann zeigte nämlich, wie aus  den Ingredienzen der modernen Gesellschaft – Industrialisierung, Bürokratisierung, Parlamentarisierung und Militarisierung – nicht nur Freedom and Democracy zusammengebraut werden können, sondern auch Diktaturen. Und er zeigt, das das Zusammenspiel der entsprechenden Eliten (Monopol- oder Konzernelite, bürokratische Elite, politische Klasse und Militär) durchaus in beide Richtungen laufen kann, ja beide Richtungen einkalkulierte.

(zitiert nach Krysmanski, Hirten und Wölfe, Verlag Westfälisches Dampfboot, 4. Auflage 2012, Seite 103)

Man stelle sich mal vor, wir hätten in Deutschland außer Hans Jürgen Krysmanski noch viele andere Reichtumsforscher, wir würden „Elitekunde“ (Power Struktur Research) betreiben wie in den USA: wir hätten uns überhaupt nicht über Hartz IV gewundert! Im Gegenteil: wir hätten verstanden, das die kooperierenden Systemeliten dem kleinen Mann samt Mittelstand den Krieg erklärt und sich von allen demokratischen Leitbildern verabschiedet haben. So jedoch standen wir hilflos in der Landschaft herum und fragten uns: „Ja, was ist denn hier los?“.

Auf einmal wurden Menschenrechte in einem Umfang abgeschafft, der sonst nur Schwerkriminelle betraf – obwohl deren wirtschaftliche Versorgung eindeutig besser ist als jene der neuen „Juden“ unseres Landes, der „Arbeitslosen“. Ein neues faschistoides Leitbild wurde der Gesellschaft übergestülpt, es gab auf einmal jenen ominösen „Lebensberechtigungsschein“, über den wir in den achtziger Jahren noch so gelacht hatten, als reale Einrichtung: den ARBEITSVERTRAG. Die komplette Gewährleistung für die Inanspruchnahme der allgemeinen Menschenrechte gab es urplötzlich nur noch für Arbeitsplatzinhaber, für den Rest gab es Enteignungen, Hausdurchsuchungen, Reiseverbot und staatliche überwachte Armut unter großem Applaus aller gesellschaftlicher Eliten aus Parteien, Wirtschaft, Gewerkschaft und Kirchen.

Die Ursache für diesen Seitenwechsel, dessen Potential Franz Neumann schon 1942 erkannte, ist ebenfalls schon länger bekannt: dafür muss man allerdings wieder in die USA gehen, die der elitären Kaste der Superreichen und ihren Funktionseliten genauer auf die Finger schauen:

Kevin Phillips (2002), einst ein wichtiger Berater der Republikanischen Partei thematisiert in seinem neuen Buch „Weahlt and Democracy“ die wachsende Ungleichheit in der amerikanischen Gesellschaft. Das gegenwärtige Anwachsen privaten Reichtums sei nur mit dem Goldenen Zeitalter der Jahrhundertwende und den Zwanzigern zu vergleichen. Und in all diesen Perioden, so Phillips, haben die großen Vermögen die demokratischen Werte und Institutionen unterminiert und schließlich die Wirtschaft ruiniert.

(Krymanski, a.a.O, Seite 118-119)

Im Prinzip könnte man das Gesetz formulieren: sobald die Kaste der Superreichen eine gewisse Geldschwelle überschritten hat, dreht sie den Elitendampfer um Richtung Diktatur – und das merken wir dann an Hartz IV … aber nicht nur daran.

Warum wissen wir in Deutschland so wenig darüber? Nun, weil hier Reichtumsforschung unerwünscht ist, siehe Krymanski bei Heise:

Das gängige empirische Rüstzeug der Soziologie ist für die Erforschung der Frage, was die Superreichen tun, wenn sie Macht gewinnen, kaum geeignet. Man kann sie kaum befragen und sie werden kaum antworten. Ihre Vermögen lassen sich nur mit großer Unsicherheit schätzen. Der Kanon empirischer Methoden ist nicht wirklich über die industrie- und militärsoziologischen Untersuchungen des letzten Jahrhunderts hinausgekommen. In unseren hierarchisch geschichteten Gesellschaften gibt es noch immer nur eine Beobachtungsperspektive: Die Mittelschichten beobachten die Unterschichten im Auftrag der Oberschicht. Bestenfalls beobachten verschiedene Mittelschichtenfraktionen noch einander. Wer aber beobachtet die Oberschicht?

Niemand beobachtet die Oberschicht. In Deutschland kennen wir das Vermögen jedes Arbeitslosen auf den Cent genau, wissen exakt wann er sich wo aufhält und welchen Aktivitäten er nachgeht … aber was die Oberschicht in ihren Clubs, Logen, Zirkeln und Freundeskreisen ausheckt, das hat uns überhaupt nicht zu interessieren, da schreit die gesamte Elite gleich – wie von schlimmster Not gepeinigt – auf und blökt im Chor: VERSCHWÖRUNGSTHEORIE!!!

Dabei kann man über die Netzwerke der Macht ganz offen nachlesen (wir berichteten) – auch in der TAZ, hier wieder Karl Heinz Krysmanski:

Die Geldelite braucht keine Korruption, sondern Netzwerke und Hilfskräfte: Banker, Politiker, Berater. Allein die 500 reichsten Deutschen dürften von einem Kranz von rund 50.000 Personen umgeben sein. Sie sind miteinander vernetzt, treffen sich in Bayreuth, rund um bestimmte Banken und in Stiftungen oder in Davos. Dort werden Strategien entwickelt, Gesetze auf den Weg gebracht. Es existiert ein informelles Herrschafts- und Kontrollsystem neben und über dem parlamentarischen System.

Der EU-Kommissionspräsident Barroso hängt ebenso an reichen Freunden wie der deutsche Bundespräsident. Der EU-Beamtenapparat hat sich verselbstständigt. Er ist zu einer Art Überstaat geworden. Alle sagen, man müsse die Bezüge der Abgeordneten an die Gehälter der Wirtschaft anpassen, damit sie wieder auf Augenhöhe mit den Managern und Bankern verhandeln können. Doch man sollte ihre Bezüge auf das Niveau der Volksmassen absenken, damit es wieder mehr um die Sache geht und weniger um den persönlichen Aufstieg.

Wir wissen auch, ab wann Reichtum gefährlich wird – hier der Reichtumsforscher Krysmanski im Managermagazin:

Es gibt eine klassische Definition der Superreichen, die der US-amerikanische Journalist und Reichtumsforscher Ferdinand Lundberg einmal aufstellte: Zu den Superreichen gehören die, die absolut sicher sein können, ihr Vermögen nicht zu verlieren, auch wenn die Welt um sie zusammenbricht.

Für das internationale Wealth Management beginnt der Superreichtum heute bei 300 bis 500 Millionen Dollar. Das ist auch die Geldbesitzregion, in welcher der luxuriöseste Konsumwunsch uninteressant wird und Geld erst seine wirkliche Macht ungehindert entfalten kann.

Das Vermögen dieser Leute in Deutschland: laut TAZ 3,3 Billionen Euro. Weitere Milliarden stecken in ihren Funktionseliten. Wir wissen auch genau, wie diese Eliten in Deutschland das Land steuern: die Nachdenkseiten haben hier einen Artikel über die umfassende Wühlarbeit der Bertelsmänner im Dienste der Superreichen veröffentlicht:

Die Methoden, die Bertelsmann und das CHE für ihre „Überzeugungsarbeit“ einsetzen sind im Großen und Ganzen immer dieselben: Gutachten, Konferenzen, Umfragen und besonders beliebt sind Rankings und Benchmarks.
So veranstaltet die Stiftung seit Jahren ein sog. Standort-Ranking und regelmäßig landet Deutschland als Schlusslicht. Und regelmäßig ist die Schlussfolgerung, Deutschland braucht weniger Staat, eine Senkung der Staatsquote, einen Umbau des Sozialstaats, niedrigere Löhne und vor allem niedrigere Lohnnebenkosten, Deregulierung und vor allem weniger Kündigungsschutz.

Die betreiben offen – mit sehr viel Geld und noch mehr PR-geglätteten Worten – den Abbau der sozialen Menschenrechte in Deutschland – und stellen sich auch sonst ein ganz anderes Land vor.  Alle Pseudoselbständigen, Leiharbeiter, Armutsrentner und Arbeitslosen verdanken ihre Entwürdigung, Entmenschlichung und gezielte Verarmung dieser Agentur für die Erstellung der schönen neuen Welt der High Net Worth Individuals und Ultra High Net Worth Individuals … die mit ihrem Gesamtvermögen von 40 Billionen Dollar (40 000 Milliarden) besonders stark in Deutschland, den USA, der Schweiz und den vereinigten arabischen Emiraten zu finden sind (siehe Wikipedia).

Wenn wir also aktuell mit Superbörsendaten überschüttet werden, so bedeutet das nicht, das DIE WIRTSCHAFT wieder super läuft, sondern nur, das die Ultra HNWI´s wieder mehr Spielgeld haben, für das sie Firmenanteile kaufen.

Die Wirtschaft – das zeigt die Power Struktur Research in den USA – wird durch dieses Volk regelmäßig in den Ruin getrieben. Die können halt nichts anderes, als ihren Mitbürgern das Geld mit der Kraft und Gewalt eines „schwarzen Loches“ aus der Tasche ziehen und sich darüber freuen, das ihre kleinen Kontozahlen nach oben schnellen, während sie sich diebisch über den neuen Darwinismus freuen, den sie im Lande etablieren, siehe Zeit:

Das hieß jedoch nicht, dass den Regierungen auch nur irgendeine der dringend notwendigen Regulierungen der Märkte gestattet wurde. Vielmehr galt der Markt nunmehr als Naturgesetz, das als solches allen menschlichen Wünschen nach Glück oder Moral entzogen ist. Der Markt wurde zur Schicksalsmacht, und alles Klagen offenbarte nur die Untüchtigkeit der Klagenden, die sich auf ihm nicht zu behaupten vermögen. Von der Fortschrittshoffnung der Liberalen blieb nichts als ein Darwinismus, der sich am survival of the fittest freut und die Aussonderung schwacher Schuldner, schwacher Staaten, schwacher Arbeitnehmer feiert.

So etwas findet sich sogar in der Zeit aus dem Jahre 2011. Wenn das noch nicht zu einem Aufschrei führt, dann sollten die weiteren Betrachtungen des Autors erst recht dazu anhalten, sich die Mistgabel zu schnappen und mit der Fackel in der Hand zum nächst gelegenen Schloss zu marschieren – denn diese Entwicklung ist nicht vom Himmel gefallen, sie wurde gezielt der deutschen Gesellschaft übergestülpt (in der es eine starke Superreichenkaste gibt, die dies begeistert unterstützt):

Schon sagen selbst konservative Beobachter, dass sich in Amerika unter dem Mäntelchen der Marktrhetorik in Wahrheit ein Umbau des Landes zugunsten einer Plutokratie vollzieht. Es scheint nur unendlich schwer – und das zeigt den Erfolg der marktliberalen Gehirnwäsche –, das Mäntelchen hinwegzuziehen und uns von dem Gedanken zu befreien, dass die Ökonomie, so wie sie ist, unser Schicksal sei und mit ihm zu hadern einer Gotteslästerung gleichkomme. All die Wirtschaftsprofessoren und Wirtschaftsjournalisten, die den Markt zur entscheidenden Lenkungsinstanz unseres Daseins erklärt haben, mehr noch die Unternehmensberater, die nach den Firmen auch die Schulen, die Universitäten, die Theater, den Sport, alle Lebensbereiche dem Gesetz der Rentabilität unterworfen haben oder höchstens noch als Zulieferbetriebe für die Zwecke der Wirtschaft alimentieren wollen, haben an der großen Umerziehung mitgewirkt, die uns einhämmert, dass es nur einen letzten Wert gebe: den des Profits.

„Plutokratie“ – die politische Diktatur der Reichen – ist ein Begriff, der in Deutschland mit Vorsicht zu genießen ist, weil ihn schon ein Goebbels gebrauchte.  Doch auf den Begriff kommt es hier nicht an – wichtig ist, zu sehen, in welch´ breiter Front die faschistisierende Bewegung der Superreichen die demokratischen Strukturen in den USA, Europa und Deutschland angegriffen und untergraben haben – wie üblich. Ebenso ruinieren sie wie üblich zugunsten des eigenen Geldbeutels ganze Volkswirtschaften, die unter dem Joch der Elite schuften müssen bis zum umfallen: des Führers Modestaat hat ihnen früher schon gerne gefallen. Jeder Bürger eine Nummer, jede Mensch unter perfekter Kontrolle, Widerstand wird durch konzentrierten Massenmord radikal ausgemerzt: so kann man sich mit seiner Raubbeute sicher fühlen.

Die Machtergreifung in den USA geschah durch die Implementierung des Schauspielers Ronald Reagan, der den Superreichen freie Bahn zur Aneignung des restlichen Volksvermögens gebahnt hatte, gleichzeitig wurde jegliche „Entspannungspolitik“ zugunsten eines Waffen-SS-reifen Militarismus aufgegeben … einem Hitler hätte man für die Überfälle auf kleinere Länder noch den Weltkrieg erklärt … doch der hatte keine Atomraketen.

Und wie unter Hitler degeneriert auch das Militär zu einer bestialischen Mordmaschine, die mit alten Soldatentugenden nichts mehr am Hut hat. Im Gegenteil, es wird vor aller Augen ein „Reich des Bösen“ aufgebaut, wie es dereinst Ronald Reagan in der Sowjetunion erkannt zu haben glaubte. Der Spiegel informiert aktuell darüber:

Die Sondereinsatzkommandos der irakischen Polizei waren berüchtigt: Wen sie schnappten, der kehrte oft mit schwersten Folterverletzungen zurück. Wenn er überhaupt wiederkam. Abertausende Menschen darbten während der US-Besatzung im Irak zwischen März 2003 und Dezember 2011 in den geheimen Gefängnissen der Sicherheitskräfte. Jetzt ergeben Recherchen des britischen „Guardian“und der BBC: Offenbar wurden diese Foltereinheiten von US-Veteranen geleitet – mit Wissen des Pentagons und des damaligen US-Generals im Irak David Petraeus.

Das ist halt die unschöne Seite des „Faschismus“: er hat eine große Freude daran, den Mittelstand zu foltern … und nebenbei auszurauben. Ein Folternetzwerk, das den Konzentrationslagern der deutschen Faschisten in Nichts nachsteht – errichtet von den guten Demokraten aus den USA, begleitet von einem großen Konzert der gemeinsamen Interessen in Konferenzen der Bilderberger, der Teilnehmer von Davos oder der Kinderschänderorgien im Bohemian Grove (so darf man es wohl nennen, wenn die männliche US-Elite simulierte Menschenopfer darbringt – oder?).

Denkt man nun „ja, das hat ja mit der US-Armee direkt nichts zu tun, das sind vielleicht nicht gerade Einzelfälle wie die der Leichenteilesammler der US-Elitetruppen, aber doch nicht direkt stellvertretend für den offiziellen Auftritt des US-Militärs in aller Welt“, so liegt man offensichtlich ganz falsch. Wie auch die faschistischen Deutschen Militärs in den Sog des Unmenschlichen gerieten, so wird auch das US-Militär geprägt von einem ganz neuen Geist – der sich nicht nur in Massenvergewaltigungen der eigenen Soldaten erschöpft, sondern auch Morddrohungen gegen des banale deutsche Fernsehen beinhaltet, das Opfer berichtet im Spiegel darüber:

Plötzlich müssen wir den gesicherten Bereich verlassen – und werden zum Abschluss noch einmal verdonnert, nicht über das Schicksal und den Umgang mit den Gefangenen zu berichten. „Wenn wir euretwegen Ärger bekommen“, sagt ein US-Offizier zum Abschied, dann „niete ich euer Team persönlich um.“

Das ist – bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege – böse. So böse wie systematisierte Folter. Das ist der NS-Staat, neu errichtet im Irak unter Leitung der USA. Und wenn ich all´ die Informationen zusammentrage, dann kann ich doch wohl zurecht feststellen, das die Superreichen eine neues „Reich des Bösen“ errichten – und zwar nicht nur im Irak, sondern überall.

Hartz IV ist nur der erste Schatten, der aus dem düsteren Bereich des Darwinismus über dieses Land gefallen ist … wenn wir den Kurs nicht ändern, dann werden wohl auch hier bald „Arbeitslose“ auf ganz neue Art und Weise „motiviert“ … und arbeitslos wird jeder, der von der Funktionselite der Superreichen identifiziert und als „untragbar fürs Geschäft“ entlassen wurde.

Und wer weiß, wie viele deutsche Journalisten schon das Angebot zum „Umnieten“ bekommen haben … wahrscheinlich all´ jene, die noch nicht auf der Gehaltsliste der Superreichen stehen.

Mit 40 Billionen Dollar kann man sich weltweit schon eine ganz schöne Büttelarmee zusammenstellen … die dann schöne Sendungen wie „Wer wird Millionär“ veranstalten, um zumindest geistig jeden geldgeilen Bürger mit ins Boot zu holen, damit jeder für eine Zeit lang glaubt, das wir und die Superreichen alle eine einzige, riesengroße Familie sind … so wie damals, als der Führer für jeden Deutschen eine Uniform hatte – und einen Platz in einer von hundert verschiedenen NS-Organisationen.

Und was wächst hinter dem Faschismus, der die Massen ruhig stellen soll? Das gut alte Feudalsystem – mit Bauer und Edelmann, Leibeigenem und gottgleichen blaublütigen (und deshalb genetisch weit überlegenem) Herrenmenschen.

Wir wissen also genau, was auf uns zukommt.

Wir hatten das alles schon mal im Geschichtsunterricht.

Schade nur, das nicht mehr gelehrt wird, wie man sich dagegen wehrt – aber dafür kommen die Börsendaten hundert mal am Tag und predigen: „Sei superreich, dann kriegst du immer mehr!“

 

 

 

 

Westliche Nötigungskultur kontra Diktatur: 0-1 … über den Kampf der Systeme

Mittwoch, 11.1.2012. Eifel. Ein wunderbarer Morgen, den der Spiegel gleich mit einer unglaublichen Nachricht versüßt: in der Tat gibt es jetzt ein Ranking für die beliebteste Prinzessin in Europa. Ich sagte ja: unglaublich. Wer hätte wirklich gedacht, das so eine kleine Belgierin soviel unbeliebter ist als all die anderen unwichtigen Damen? Warum sieht man sich überhaupt genötigt, im "Sturmgeschütz der Demokratie" Text für feudale Hofberichterstattung zu verschwenden? Sind da wirklich alle Hemmungen gefallen - oder will man uns langsam auf eine neue Zukunft vorbereiten? Dazu passt eine Meldung aus Tschechien, die von besonderer Bedeutung ist, da dieses Land nicht nur intelligente Menschen hat und auf  eine lange Tradition des Widerstandes gegen den Ostblock blicken kann,  sondern auch dank der neueren Geschichte einen direkten Vergleich beider Systeme anstellen kann. Das Ergebnis ist erschütternd - das, was wir Demokratie nennen, kommt bei denen ganz schlecht weg: gerade mal 26 % der Tschechen sollen noch zufrieden mit der Demokratie sein - der Rest knirscht nur noch mit den Zähnen.

Mittwoch, 11.1.2012. Eifel. Ein wunderbarer Morgen, den der Spiegel gleich mit einer unglaublichen Nachricht versüßt: in der Tat gibt es jetzt ein Ranking für die beliebteste Prinzessin in Europa. Ich sagte ja: unglaublich. Wer hätte wirklich gedacht, das so eine kleine Belgierin soviel unbeliebter ist als all die anderen unwichtigen Damen? Warum sieht man sich überhaupt genötigt, im „Sturmgeschütz der Demokratie“ Text für feudale Hofberichterstattung zu verschwenden? Sind da wirklich alle Hemmungen gefallen – oder will man uns langsam auf eine neue Zukunft vorbereiten? Dazu passt eine Meldung aus Tschechien, die von besonderer Bedeutung ist, da dieses Land nicht nur intelligente Menschen hat und auf  eine lange Tradition des Widerstandes gegen den Ostblock blicken kann,  sondern auch dank der neueren Geschichte einen direkten Vergleich beider Systeme anstellen kann. Das Ergebnis ist erschütternd – das, was wir Demokratie nennen, kommt bei denen ganz schlecht weg: gerade mal 26 % der Tschechen sollen noch zufrieden mit der Demokratie sein – der Rest knirscht nur noch mit den Zähnen.

Die RP zeigt uns heute die Weltuntergangsuhr. Sie hat sich in diesem Jahr weiter in Richtung Apokalypse bewegt – vielleicht ein guter Grund, mal zu schauen, was an unserer Demokratie oder unserer Gesellschaft nicht stimmt. Einen Schritt in diese Richtung unternimmt Muslim Market – wo man sich die Frage stellt, warum sich „Wissenschaftler“ so oft prostituieren und dabei auf einen eigentlich wichtigen Nebenaspekt gestoßen ist:

Obwohl jede Hochkultur ihre spezifischen Eigenheiten hat, die nicht problemlos auf andere Systeme übertragbar sind, so haben doch Wissenschaftler in ganz unterschiedlichen Bereichen – ob Historiker, Sozialwissenschaftler oder Wirtschaftswissenschaftler – einige typische Merkmale ausgemacht, die alle jenen Untergängen gemeinsam sind. Das interessante bei dieser Art von Forschung besteht darin, dass noch nie in der Geschichte eine deutlich wahrnehmbare Gruppe von eigenen Wissenschaftlern den Untergang des eigenen Systems diagnostiziert und entsprechend Gegenmaßnahmen vorgeschlagen hat (z.B. den rechtzeitigen Ausstieg). Stets waren es die Anderen in der Geschichte oder in fernen Ländern. In der neueren Zeit gibt es zudem ein Zusammenspiel von Wissenschaft und Propaganda, die zuweilen die gesamte Wissenschaft auf den Kopf stellt. Beispielsweise ist gemäß Propaganda die Islamische Republik Iran seit 30 Jahren am untergehen, während die objektiven Daten genau das Gegenteil beweisen. Hingegen ist das Westliche System – würde man die bisher erforschten Daten der Wissenschaft darauf anwenden – im totalen Untergang begriffen, ohne dass es irgendeinen Ausweg gibt, aber kaum ein Wissenschaftler warnt davor. 

Das westliche System im totalen Untergang begriffen? Das kann doch nur ein Forum für deutschsprachige, gottesehrfürchtige Muslime so sehen. Und natürlich die Wissenschaftler von der Weltuntergangsuhr. Und der intelligente Tscheche:

Bestimmendes Thema in Havels dramatischem wie essayistischem Werk war die Entfremdung des heutigen Menschen von der sogenannten Lebenswelt. Diese werde dadurch hervorgerufen, dass in der aufgeklärten Gesellschaft die Wissenschaft die Position der obersten Instanz, die zuvor dem unbekannten Höheren (Gott o. ä.) vorbehalten war, eingenommen hat. Diese Entfremdung sah Havel als Ursache der Probleme der heutigen Menschheit, sowohl der Umweltzerstörung, die durch die von der Wissenschaft ermöglichte Technisierung der Ökonomie hervorgerufen wurde, also auch der ehemaligen kommunistischen Diktaturen, denen die Vorstellung einer wissenschaftlich organisierten Gesellschaft (wissenschaftlicher Sozialismus) zugrunde liegt.

Huch, wie schrecklich. „Wissenschaft“, unser höchstes Gut- ein häßlicher Teufel? Wie sollen wir das eigentlich noch verstehen? Die können ja nur gelogen haben. Wissenschaft hat uns die Kaffeemaschine gebracht, das Flugzeug, das Auto – dank Wissenschaft können wir endlich fliegen, trocken durch die Landschaft rasen, Kaffee trinken. Was soll daran schlecht sein?

Immerhin fordern jetzt auch westliche Wissenschaftler die absolute Macht des wissenschaftlichen Sozialismus ein – wobei sich die Frage stellt, ob es dann auch wirklich Sozialismus wird – oder nicht eher eine Gesellschaft nach dem Geschmack ihrer Finanziers. Das übersieht man bei „Wissenschaft“ immer: es bedarf eines Geldgebers. Der einsame Forscher im alten Burgturm hat ausgedient, moderne Grundlagenforschung ist teuer – und bringt erstmal nichts. Jeder Wissenschaftler ist erstmal ein überfinanzierter Arbeitsloser, der ganz schnell seinen Job verliert, wenn er nicht Ergebnisse vorweisen kann, die seine Geldgeber befriedigen. Ein wichtiger Grund auch, ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen – „Forschung“ hätte eine Chance, wieder frei zu werden.

Schauen wir uns doch mal die Welt an, die uns „Wissenschaft“ und „Demokratie“ gerade so präsentieren. In Deutschland zum Beispiel sind wir Rekordhalter in der Armutsproduktion geworden. Nirgendwo sonst in Europa bedeutet Arbeitslosigkeit das sofortige gesellschaftliche Aus – sehr oft lebenslänglich. Viele, die noch Arbeit haben, leben von Billiglöhnen, was den Staat – also die Gemeinschaft – Milliarden kostet. Und wie es aussieht, werden wir in diesem Jahr in Deutschland – einem Land, dem es angeblich noch sehr gut geht, eine ganze Flut von Arbeitslosen bekommen – nicht nur uns, sondern ganz Europa droht eine nie dagewesene Pleitewelle. Das wird dann wieder Folgen haben – einen „nie dagewesenen Rückgang beim Privatkonsum“ – wir gerade beispielsweise in Portugal. Eine schöne Formulierung für Armut, Krankheit, Not und Hunger.

Wundert es da, das man unzufrieden wird mit dem System der Demokratie, das man sich zurücksehnt zu den Zeiten, wo die Prinzessin ihre schützende Hand über die Armen im Land gehalten hat und der weise und gerechte König alle Feinde des Volkes – alle Lügner und Betrüger, Lumpenhunde und Heiratsschwindler aus dem Lande jagen lies? Einer Welt, ohne Pornodarsteller, die sich absichtlich von Flammenwerfern verbrennen lassen, eine Welt ohne Holzfäller, die kleine Indianermädchen bei lebendigem Leibe verbrennen, in der Menschen nicht reich werden, weil sie auf die Pleite demokratischer Staaten wetten oder als Millionäre soviel Steuern zahlen wie normale Arbeitnehmer.

Die Chinesen haben es da leichter. Die haben keine Demokratie und holen sich ihr Wissen aus dem Westen. Jetzt, wo sie es haben, drängen sie unsere Firmen aus dem Land  und zerschlagen unsere Produkte – zur Zufriedenheit der Regierung – auf offener Straße. Wir könnten natürlich stolz und erhobenen Hauptes sagen: ist uns egal, wir sind die alte griechische Demokratie, die Wohlstand, Freiheit und Glück in die Welt bringt – vor allem für die kleine Frau und den kleinen Mann von der Straße, wir messen uns jederzeit gerne mit den Bürgern kommunistischer Diktaturen!

Man merkt aber schnell – dieser alte Spruch wirkt nicht mehr. Man macht sich damit lächerlich – unser Wohlstand schwindet täglich mehr, Nötigung bestimmt unseren Alltag, sobald der Wecker uns brutal aus dem Schlaf reißt, und glücklich sind wir nur noch, wenn wir besoffen sind. Ein leibeigener Bauer war freier als der moderne Stadtbürger – immerhin konnte er schlafen, bis die Sonne aufging, konnte in seiner Arbeitszeit bestimmen, was er wann wo tat und wurde von allen staatlichen Formularen verschont … ja, in der Tat wollte der Landesfürst nur die Ernte, er stand nicht den ganzen Tag hinter dem Bauern und schaute zu – sowas gibt es nur bei Sklaven und in unserer Nötigungskultur. Die Wissenschaft sollte uns darüber aufklären, das die Lebenswelt der alten Kreter den Kretern ein Höchstmaß an Glück brachte anstatt nur darauf zu schauen, das ihre Häuser keine Flachbildschirme hatten. Brauchten die ja auch nicht, die hatten echtes Leben gleich vor der Haustür – und konnten sogar noch hineingehen.

Wissenschaft sollte uns vielleicht auch mal darüber aufklären, was „Nötigung“ eigentlich ist. Nötigung ist strafbar – auch wenn man es nur versucht. Das Gesetz hat auch eine sehr weise Formulierung:

Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Natürlich gibt es da viel zu diskutieren – vor allem mit Juristen. Wenn wir aber die Juristen mal außen vor lassen und einfach mal schauen, wie oft wir in unserem technisierten, vollständig durchorganisierten Leben genötigt werden, Dinge zu tun, die wir eigentlich nicht wollen. Wollen wir wirklich morgens aufstehen, obwohl unser Körper dringend nach Schlaf ruft? Dann elf Stunden in Autositzen und Bürostühlen herumhängen, was unseren Rücken ramponiert, anschließend Gammelfleisch und Müllfraß in uns hineinstopfen, um uns den Rest des Tages einer elektronischen Bilderflut zu widmen, die wirklich gar nichts mehr mit unserer eigenen Lebenswelt zu tun hat – außer, das wir erfahren, das in unserer Nötigungskultur das Verbrechen die größte Wirtschaftsmacht darstellt – wie in Italien die Mafia?

Und auf einmal merken wir … es geht gar nicht um die Demokratie. „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen“ sagte mal ein Mensch, der von „Wissenschaftlern“ streng verfolgt wird, weil er zu oft von seinem Gott sprach – und diese Taten können wahrlich nichts mehr mit Demokratie zu tun haben.  Was ist demokratisch an einer Kultur, die erst die „Rationalisierung“ einführt und dann Arbeitslose mit Freiheitsentzug und Hunger dafür bestraft, das es Rationalisierungen gab? Was ist demokratisch an einer Kultur, in der das Volk den Banken Geld schenkt, um die Wirtschaft anzukurbeln, das die aber dann lieber wieder der EZB zurücküberweisen, um sichere Zinsen zu kassieren – oder sich vor dem Verlust des geschenkten Geldes zu schützen, dabei aber in Kauf nehmen, das alle Firmen vor die Hunde gehen, die infolge der Rezession kurzfristige Überbrückungsdarlehen brauchen. Demokratie hat was mit Gemeinschaft zu tun, das, was wir haben – ist Kleptokratie, die Herrschaft der Diebe, Räuber und sonstigen Nötiger … darum werden mafiöse Strukturen hier so erfolgreich. Da aber Kulturen, die nur von anderen leben, parasitäre Strukturen sind, die ohne Wirt nicht leben können (was der chinesische Wirt wohl gerade merkt), brauchen wir uns nicht wundern, das uns die Apokalypse ins Haus steht.

Der erste Schritt, um die Apokalypse zu stoppen, ist die Erkenntnis, das wir auf dem Weg zu Demokratie waren, aber dann doch eine Nötigungskultur serviert bekamen – eine Kultur, die die Kellner, die sie uns servierten,  reicht gemacht hat. Ohne Bewußtseinsbildung, Rückbesinnung auf echte Werte (nein, nicht Sachwerte noch Aktien – sondern eher LEISTUNGSWERTE) wird es nicht möglich sein, der sterbenden Kultur der Kleptokraten eine wachsende Kultur der Demokraten entgegenzustellen. Wir brauchen hier gar keine Revolution – es reicht schon eine einfache Evolution.

Was spräche dagegen, den Nötigungsparagraphen einfach mal auf das Arbeitsleben auszudehnen? Auf die Jobcenter? Die Finanzbehörden? Die Krankenhäuser und Schulen? Was spräche dagegen, erstmal freie, starke, selbstbewußte Souveräne zu erziehen – anstatt immer nur ängstliche Duckmäuser in optimierter Käfighaltung?

Was spräche dagegen … eine Kultur des Glücks zu gestalten, der Freiheit, der Gleichheit und Brüderlichkeit – um die andere Völker uns beneiden?

Mit diesem Personal und dieser Kultur  könnten wir uns dann entspannt dem Kampf der Systeme stellen … und vielleicht die Zeiger der Weltuntergangsuhr wieder zurückstellen. Echte Demokratien haben den Vorteil, das sie als Gemeinschaft agieren. Das hat seinen Preis – „Sozialkosten“ – aber auch seinen Lohn: Kreativität, Fleiß, Effektivität, Sicherheit, Wohlstand – und schon ist man von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit nicht mehr weit entfernt. Die Wissenschaftler sollten uns ruhig mal öfter darüber informieren, wie stark und mächtig der Mensch in Gemeinschaft ist, anstatt immer nur darüber, wie schädlich sein Atem für das Klima sein kann.

Unsere Zivilisationskäfigmenschen in der Nötigungskultur jedoch … werden mehr Sklaven, die Ungleichheit lieben, weil sie die Chance erhöht, selber Sklaven zu bekommen – und Brüderlichkeit ist ihnen völlig fremd. Dafür züchten sie Diabetes, Bluthochdruck, Krebs, Depressionen und Impotenz. Ein feines Volk – das selbst gegen Diktatoren mit Exekutionsmobilen 0:1 verliert.

Unmöglich, so eine Evolution?

In einer Welt, in der Schottland wieder frei wird, ist nichts unmöglich, denke ich mir.

 

 

 

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