Kino

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Propagandafabrik Hollywood

Als größte Filmindustrie der Welt ist Hollywood zu einflussreich, um sich aus der Politik herauszuhalten. Indem sie die Art und Weise aufzeigt, wie US-amerikanische Filme Russland und die Russen über Jahre hinweg porträtiert haben, konzentriert sich die RT-Doku darauf, wie die stürmische politische Agenda des 20. Jahrhunderts die US-Filmindustrie in den Dienst des US-Außenministeriums und des Pentagons stellte. Liebe und Hass auf Verlangen, rigide Zensur und Verunglimpfung politischer Gegner sind die Realitäten der weltweit bekannten „Traumfabrik“.

Der Sinn des Lebens

Der Sinn des Lebens

Samstag. 28.9.2013. Eifel. Der Sinn des Lebens – kann man sich heute überhaupt noch ein solch ein Thema wagen? In Zeiten von Promi-Big-Brother, allgemeiner medialer Hatz auf religiöse Menschen und der unterschwelligen Botschaft des „Systems“, dass solche Fragen keinen Sinn mehr machen? Das System hat einen Sinn: arbeiten bis 67 – (bald bis 70 oder 80) und dabei soviel Geld zusammenraffen wie es nur irgendwie geht. Der Sieger ist, wer am Lebensende die meisten Milliarden hat, Verlierer sind die Milliarden, die am Ende des Lebens mangels Geld den meisten Ärger haben. Im Rahmen aller Sinnfindungen der Menschheit ist dies die trübste, armseligste und gemeinschaftsfeindlichste aller Philosophien, die in Verbindung mit Wissenschaft und Technik gerade für das größte Artensterben der bekannten Geschichte verantwortlich ist – ein Massensterben, dass auch unabhängig von jeder Klimaänderung stattfindet.  Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist eine Frage höchster politischer Brisanz – wenn man weiter denkt. Doch bevor wir dahin kommen, müssen wir – wie üblich – einen großen Bogen schlagen.

Ganz schnell kommen hier Menschen auf den Gedanken: jetzt geht es um Gott.

Völliger Blödsinn. Wir wollen uns der Frage nach dem Sinn des Lebens rein rational nähern – alle emotionalen Wahrheiten müssen wir hier ausblenden, auch wenn die Erlebnisse noch so intensiv sind. Ein Blick auf die Religion, die neben der modernen kapitalistisch-naturwissenschaftlich geprägten Gesellschaft existiert – das Christentum – zeigt auch, dass die Frage nach Gott nicht zielführend und sogar streng verboten ist: der menschliche Geist ist zu klein, solche Dimensionen zu erfassen. Manche unternehmen den Versuch aus politischen Gründen, um Macht zu bekommen („sehet her: ich habe das oberste Wesen gefunden. Folgt mir – und ich führe euch direkt in seine Wohnküche … gegen eine kleine Spende, versteht sich!“) – ein weiterer Grund, jedem Reden von Gott aus dem Wege zu gehen.

Folgt daraus aber zwangsläufig, dass wir uns dem Lebenssinn der kapitalistisch-naturwissenschaftlichen Materialistik-Philosophie ergeben müssen, die so wunderbar die Massenverwaltung, Massenausbeutung und Massenvernichtung ermöglicht und für die Gefährdung der Lebensgrundlage der gesamten Menschheit verantwortlich ist?

Nein.

Nichts gegen die Evolutionstheorie. „Evolution“ ist hinreichend beobachtbar. Zwar wäre es denkbar, dass Gott die Erde mit allem was drauf ist vor 6000 Jahren erschaffen hat (der christliche ist so konstruiert, dass er es könnte) und die Dinosaurierknochen samt Höhlenmalereien und versteinerten Bäumen als running Gag hineingelegt  hat – aber eine solche Theorie widerspricht dem Oghamschen Gesetz: zu viele Fragen, zu viele Hypothesen. Er könnte sie auch vor fünf Minuten geschaffen haben – wir würden es nicht merken noch das Gegenteil beweisen können. Das aber führt uns in den Bereich der Beliebigkeit aus der die Krise der Philosophie entstanden ist, als man erkannte, dass man eigentlich überhaupt gar nichts beweisen konnte: der Höhepunkt jeglicher Rationalität.

Wir hätten in dem Moment auch die Philosophie beenden können, wenn nicht schlaue und heute wenig bekannte Menschen eine neue Kategorie eingeführt hätten: die Nützlichkeit. Schopenhauer hatte auch noch eine andere Idee, die uns aus der Sackgasse herausführen sollte („Mitleid“) – doch wir wollen wir ja „wissenschaftlich“ bleiben: dort spielen Emotionen keine Rolle (Liebe, Güte, Mitleid, Empathie, Fürsorglichkeit, der Wunsch nach Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Wohlstand und Sicherheit hat im kapitalistisch-naturwissenschaftlichem Universum keinen Platz – und ist deshalb aktuell stark rückläufig im Rahmen gesellschaftlicher Werte).

Eine Philosophie der rationalen Vernunft ist absolut unnütz, wenn sie nur zur eigenen Nichtigkeit führt. Der Kapitalismus brauchte aber eine nützliche Philosophie: weise Menschen, die staunend und ehrfüchtig die Schöpfung betrachten, fahren keine Rendite ein. Die gehen auch nicht in die Fabrik (oder die Kirche), die bleiben auf der Wiese davor sitzen und genießen die Sonne, nachdem sie für ihren eigenen Bedarf das Feld bestellt haben.

Hier haben wir auch den ersten Sinn, den uns unsere Existenz aufträgt: dem Körper Substanz zuzufügen, aus der er die Energie für den Betrieb ziehen kann. Unterlassen wir das ist schnell Schluss mit der Existenz. Die letzten Bundesregierungen scheinen das nicht ganz verstanden zu haben, als sie die Totalsanktionierung für ungehorsame Arbeitslose eingeführt haben: die sterben dann in der Tat einfach weg. Welch´ Überraschung.

Ohne Lebendigkeit kein Lebenssinn – es gäbe keinen, der die Frage überhaupt erstmal stellen könnte.

Bleiben wir bei dem Körper, weil er uns sehr viel verrät – auch wenn er nicht vom Affen abstammt, sondern vorgestern erst von Gott entworfen wurde.

Vom ersten Moment unserer Existenz haben wir Arbeit – eigentlich schon vorher. Viren und Bakterien trachten danach, unseren Körper zu zerstören, der ein komplexes System entwickelt hat, dagegen an zu gehen.

Fangen wir dann an zu laufen, so galt es Millionen Jahre lang, Zähnen, Klauen, Stacheln und Giften auszuweichen … was im übrigen den von der Kirche vernichteten Katharern den Gedanken eingab, dass ein Gott, wenn es ihn denn gab, nur ein Monster sein kann: fressen oder gefressen werden passt in das Bild der allumfassenden Liebe Gottes nicht ganz hinein.

Eine recht düstere Welt – die Welt des Neuen Testamentes. Hier sind es aber Dämonen, die hinter jeder Ecke lauern, um Krankheit, Unglück und Tod zu bringen.

Nun – im Prinzip sind wir hier in der Welt des kapitalistisch-naturwissenschaftlichen Materialismus (Mächte, die man nicht trennen sollte – sie gehören eng zusammen und erklären, warum die Bewegung der Aufklärung Auschwitz und Hiroshima hervorbrachte – und  immer wieder hervorbringen wird).

Aber hat diese Bewegung die Welt nicht vollständig erklärt?

Ist sie nicht wirklich so, die Welt? Entstanden aus flüssigem Stein, der IRGENDWIE Einzeller hervorgebracht hat, sie sich IRGENDWIE zu höheren Lebensformen entwickelt haben, die dann IRGENDWIE intelligent wurden?

Die Vorstellung, dass Staub Leben hervorbringen kann, läßt sich scheinbar schnell wiederlegen: der Mars hat Staub und Atmosphäre, aber kein Leben. In der Tat läßt sich auch denken, dass sich flüssiges Gestein wie Lava verhält: sie bleibt ewig tot liegen, wenn sie erstmal erkaltet ist. Darüber schwebt nutzloses Gegase in verschiedenster Form, das einfach  zur Ruhe kommt anstatt ruhelos weiter Verbindung einzugehen – viele Planeten scheinen diese Theorie zu bestätigen. Es gibt keinerlei hinreichenden Grund dafür, anzunehmen, dass sich aus lebloser Materie überhaupt irgendwas entwickelt, weshalb die chinesische Philosophie „Leben“ als eigenständiges, fünftes Element entwickelt hat – sowie manche modernen Physiker dieses Element „Bewußtsein“ als Faktor ins Spiel bringen.

Jedenfalls denken wir aufgrund dieser beobachtbaren Tatsachen, dass wir ziemlich allein im Weltall sind.

Der kapitalistisch-naturwissenschaftliche Materialismus behauptet nun, es wäre mal ein Setzkasten in die Luft geworfen worden (der Urknall) und zufällig hätten wir auf der Erde dann eine ganze Zeitung bekommen. Ein schönes, treffendes Bild – und so fremd wie der Gott, der Dinoknochen aus Spaß in eine Welt setzt, um die Menschheit in die Irre (- die Evolutionstheorie) zu führen. Also – beides KANN sein … scheint aber eher unwahrscheinlich.

Zudem ist eine solche Sichtweise extrem unnütz – ja gefährlich sogar. Ausbeutung der Natur und des Menschen – kein Problem. Folter, Mord, Vergewaltigung, Genozid – warum nicht? In einer chaotischen Welt ist doch eh´ alles egal. Zu radikal? Nein – der soziopathische Egomane hat genau dieses gedankliche Umfeld, in dem seine Taten wachsen können: er vernichtet feindliche Matschklumpen, die ihm im Wege stehen: was soll daran falsch sein? Jeder Zombiefilm benutzt dieses Muster – und die Leute sehen es ein.

Wir sehen schon als Menschheit, dass diese Philosophie unsere eigene Auslöschung hervorbringen kann. Den Klauen, Zähnen, Stacheln und Giften der Umwelt konnten wir entkommen, weil wir zusammen gearbeitet haben, Stämme bildeten, effektive Organisationsformen mit Stabs- und Linienfunktion, die mehr waren als nur die Summe der Teile. Die römischen Armeen haben so Weltreiche erobert – und der Mensch an sich sein Leben gesichert.

Der Sinn des Lebens?

Überleben in feindlicher Umwelt.

Ist das Alles?

Nein.

Überleben in feindlicher Umwelt, die …. unserem Geist konstruiert erscheint.

Dafür, dass hier das absolute Chaos der Ursuppe herrscht, haben wir ziemlich viel Harmonie in der Natur – sogar ein „Gleichgewicht“. Siebzehnäugige Tentakelmonster sind so selten wie Landläufer mit drei Beinen.

Wir sehen aber noch mehr – wenn wir wollen.

Wechseln wir das Thema und wenden wir uns der Waffentechnik in Kriegszeiten zu. Dort wird immens entwickelt, jeder Krieg bringt einen enormen Zuwachs an Wissen und Technik, der Krieg ist „der Vater aller Dinge“. Der eine erfindet einen Panzer, der nächste ein Geschütz, mit dem man Panzer beschießen kann, was dazu führt, dass der Panzer zusätzliche Panzerplatten erhält und ein Maschinengewehr, das die Mannschaft des Geschützes bekämpft, woraufhin die Gegenseite größere Kanonen auf Selbstfahrlafetten packt. Am Ende des Krieges haben die Waffen eine gewisse Evolution hinter sich gebracht, um ihre Effektivität im Gegeneinander zu verbessern.

Ähnliches sehen wir in der Natur – und zwar überall. Ein Krieg der Arten, der Entwicklungen potenziert. Und die Arten reagieren mit intelligenten Gegenmaßnahmen, die sich manchmal durchsetzen – und manchmal nicht. Was aber nicht geschieht: nirgends gibt es eine chaotische Panikreaktion. Treten auf der einen Seite fleischfressende Arten auf, wachsen der anderen Seite Hörner – oder sie setzt auf Schnelligkeit und Flucht. Die Entwicklungen im Kampf ums Überleben sind  zwingend folgerichtig – und nicht willkürlich und chaotisch.

Wir sehen auch nirgendwo, dass eine Art auf eine neue Bedrohung erstmal mit neuen Augen, Ohren, Beinen oder Darmausgängen reagiert, um das herauszufinden, was jetzt wirklich nützt: die „Erstentwürfe“ sind schon folgerichtig, nur die „Feinabstimmung“ führt zur Selektion der Modelle.

Wir sehen, dass der große Rahmen sich nicht abzeichnen will. Ein lieber Gott, in einer Welt, in der der Krieg der Vater aller Dinge ist – der Krieg der Arten auf jeden Fall, oder ein chaotisches, sinnloses Universum, dass zufällig immer wieder in intelligenter Art und Weise neue überlebenstüchtige Entwürfe produziert … beides beleidigt die menschliche Intelligenz.

Wie wollen wir so zu einem Sinn des Lebens kommen?

Wir wechseln einfach mal die Perspektive.

Nehmen wir den Menschen aus diesem System des Krieges der Arten völlig heraus und schauen, was er macht. Das können wir inzwischen. Wer die Idee hatte, Affen das Hirn zu vergrößern, hat im Krieg der Arten einen großen Trumpf ausgespielt: der Mensch kann sich eigene Welten bauen.

Er sucht nicht den Krieg, die Vernichtung, den Kampf auf Leben und Tod sondern … baut sich Maschinen, die ihm fremde Welten vorgaukeln.

Spielfilme, Videospiele, Bücher: der Mensch sitzt gerne im Warmen und Trockenen – doch womit unterhält er sich?

Mit Abenteuern. Aus der Geborgenheit seiner Existenz als westeuropäischer Wohlstandsbürger heraus schaut er sich Filme an, die er selber nie würde erleben wollen, spielt Videospiele, in denen er Abenteuer erlebt, die er selbst fliehen würde. Sehe ich, welche „Knaller“ bei den Erwachsenen verkauft werden, so handelt es sich um Realitätssimulationen von Zuständen, die wir im realen Leben meiden würden.

Verrückt, oder?

Was aber … und hier wage ich einen entscheidenden Schritt … wenn wir nur im Kleinen nachahmen, was im Großen der reale Rahmen ist?

Wenn unsere ganze materielle Existenz nur diesen Sinn hat: abenteuerlustigen Bewußtseinen einen kurzen Tripp in die Hölle der Materie zu erlauben?

In seinem Werk „Illusionen“ nimmt Richard Bach diesen Vergleich auf und stellt die Frage, warum wir eigentlich in ein Kino gehen. Tja – warum? Ist doch alles gelogen da – und trotzdem kann man damit (und mit gefärbtem Zuckerwasser) zu einem der größten Konzerne der Welt werden. Damit werden Billionen Dollar bewegt.

Richard Bach kommt auf zwei Gründe für den Kinobesuch: wir wollen was lernen – oder uns unterhalten. Ich füge noch einen dritten hinzu: wir wollen reale Erfahrungen verarbeiten, in denen wir ihnen Bilder geben: darum der Horrorfilm, die moderne Form von Mythos und Märchen.

Wir investieren viel in das Erleben solcher eingebildeten Geschichten – der Konsum dieser Form der Unterhaltung nimmt von Jahr zu Jahr zu, obwohl er rein rational überhaupt keinen Sinn macht: ist doch alles nur Lüge, was dort geschieht – und wir wissen das. Die Naturwissenschaft kann das auch leicht beweisen, dass dort nur Lüge praktiziert wird – aber das wissen wir selber. Gehen wir ins Kino, wollen wir die Geschichte erleben – alles, was uns daran stört, blenden wir aus. Wir könnten uns Gedanken darüber machen, wie der Set hinter dem sichtbaren Bild aussieht – doch wozu sollten wir das machen? Es würde den Zauber des Filmes zerstören.

Der Sinn des Lebens – die Erfahrung von Krieg?

Der Gedanke könnte einem kommen und ist doch schon falsch. Wenn, dann haben wir hier ein Rollenspiel, dass wir nur gemeinsam gewinnen können. Wie können wir hier überleben?

Durch Gemeinsamkeit. Die wunderbare Erfahrung von Hilfsbereitschaft, Solidarität, sozialem Verhalten, die sich geradezu zwangsläufig entwickeln muss, wenn die Umwelt ein gewissen Niveau an Feindseligkeit aufweist. Das macht das Spiel reizvoll und lehrreich zugleich.

Besteht diese Philosophie den „Ausschwitztest“ – oder gehören wir damit zu denjenigen, die freundlich winkend vor dem Lager stehen und den Insassen viel Glück ob ihrer einmaligen Erfahrung wünschen?

Ja, sie besteht ihn. Unser Job wäre es,  in das Lager zu gehen und es aufzulösen, koste es, was es wolle.

Das Spiel wird auf diesem Niveau sehr schwierig, weil es nicht mehr gegen andere Arten sondern gegen die eigene Art geführt wird. Es kann nur verloren werden, Sieger werden die nachfolgenden Insektenrassen sein – oder die Völker der Ratten.

Der Sinn des Lebens: Gemeinschaften bilden, die sich gegenseitig helfen, die Gefahren des Lebens zu überstehen … geht mit und ohne „Gott“.

Den Rahmen des Spiels allerdings können wir uns aufgrund unsere gedanklichen Prägung nicht anders als konstruiert vorstellen, wir als „Linie“ in der Schöpfung finden nur Ordnung im System, wenn wir uns auch einen „Stab“ denken, der das „Backoffice“ unserer Existenz bildet – und dort die notwendigen Anpassungen der jeweiligen Arten plant. Das dies nur einer leistet, ist schwer vorstellbar.

Die Leistungsunfähigkeit unseres Verstandes kann jedoch nicht der Maßstab für Wahrheit sein. Die jedoch können wir – das zeigt die Geschichte der Philosophie insgesamt – überhaupt nicht nähern.

Aber wir können uns für Wahrheiten entscheiden (als Notkonstruktionen, wie sie gelegentlich in der Mathematik auftauchen), die nützlich sind.

Welche Wahrheit bringt uns als Menschheit einen größeren Nutzen:

die Konstruktion, das wir hier auf einem gigantischen Spielfeld sind, um unsere Gemeinschaftstüchtigkeit zu beweisen

oder die Konstruktion, das wir zufällig in einem unerklärlichen, komplexen, chaotischen, völlig sinnlosem Universum sind, das zufällig millionen Jahre lang immer wieder lebenstüchtige Elemente entwirft?

Die Frage entscheidet sich eigentlich im Tode. Auf der einen Seite bedeutet er, dass wir das Spielfeld verlassen – zur ewigen Pause oder um einen neuen Charakter zu erhalten – auf der anderen Seite lockt die absolute, endgültige Vernichtung.

Welcher von diesen Glaubenssätzen eignet sich wohl eher zur Ausbeutung von Menschen durch Menschen? Leider berühren wir hier ein Thema, das zeigt, wie politisch die Frage nach dem Sinn des Lebens eigentlich ist. Was von der fundamentalistisch-materialistischen Naturwissenschaft aktuell gepredigt wird, eignet sich hervorragend zur sozialen und finanziellen Ausbeutung der Menschheit, die vor dem schwarzen Nichts des Todes zittert und alles unternimmt, ihm zu entkommen.

Ist das Leben nur (bitter ernstes) Spiel, fällt es uns leichter, korrekt und solidarisch zu leben – also so, wie es im Rahmen der feindlichen Umwelt geboten ist: es gibt auf einmal Wichtigeres, als nur die ganze Zeit dem eigenen Tod zu entkommen.

Finster wird es jedoch, wenn wir uns nicht zufällig einen liebenden Gott hinzu denken, sondern eine Kraft, die das System Erde zur Selektion geschaffen hat, um Seelen daraufhin zu testen, ob sie in Krisensituationen auch standhalten. Wirkt das in der Natur erkennbare Prinzip der Selektion auch über den Tod hinaus, wird es übel für jene Priester und Konstrukteure des naturwissenschaftlich-kapitalistischen Weltbildes, die die Zelebration des EGO als höchstes Ziel der Menschheit predigen: sie und ihre Gläubigen würden im Leben mit größter Kraft daran arbeiten, nach dem Tode als untaugliches Bewußtseinsmaterial auf dem Müll zu landen: der „zweite Tod“ würde sie erwarten, Bestandteil der Nachtodphilosophien der Mehrheit der bekannten menschlichen Weltanschauungen.

Haben wir ihn nun, den Sinn des Lebens?

Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ein Vorteil der Unmöglichkeit, die „Wahrheit“ zu erkennen, ist, dass wir uns dann auch einfach mal für jene Modelle entscheiden können, die uns selbst den maximalsten Nutzen bringen. Hier wählte der eine das Modell, dass seine Seele für die Unsterblichkeit und Ewigkeit konfiguriert, der andere sammelt lieber Sportwagen auf Kosten von Menschenleben.

Leicht zu sagen, welches Modell für Menschheit und Umwelt am Nützlichsten ist, das Individuum kann jedoch anders entscheiden: immerhin sind wir keine Automaten (wie etwa Ameisen), die nur dem größeren System dienen sollen.

Vielleicht gehen wir auch gar kein Risiko ein, vielleicht gibt es in der Tat einen liebenden Gott, der alles verzeiht und unsere Klimasauereien mit einem Fingerschnippen in die Tiefsee verbannt, damit das Spiel weiterlaufen kann – aber wir wollten wissenschaftlich bleiben: unser System läuft auch ohne Gott.

Es läuft nur nicht ohne Bewusstsein als eigenständiger Kraft im Universum, in der Bedeutung Erde, Wasser, Feuer und Luft völlig gleichgestellt, ein Bewusstsein, das als solches schon erklären kann, wie Evolution funktioniert: es bringt das Element „Willen“ und „Absicht“ mit, das „Gestaltung“ erlaubt. Schon plausibler als „Zufall“, der als Hauptwort keine Aussage hat und den Fehler enthält, das man einem Adjektiv durch Verwandlung in ein Hauptwort eine übergeordnete Realität andichtet: das Wort „Gott“ entwickelte sich vielerorts ebenso.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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